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Migros-Magazin-09-2021-d-ZH

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Ausgabe Zürich, AZA 1953 Sion Response Zentral

migrosmagazin.ch | MM9, 1.3.2021

Abnehmen mit Fasten: Der Typ macht es aus

Seite 50

TRENDS

Sind wir im Alter wirklich weniger offen für Neues? Seite 32

Wohnen auf 20 m2: Macht weniger Raum glücklicher? Seite 36

Bild und Styling: Veronika Studer

DAS LEBEN DANACH Wie CoronaGeimpfte mit ihrer neuen Freiheit umgehen Seite 10

Frische Kost dank Frost Ein Besuch im grössten Tiefkühllager der Migros Seite 24

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 561 53 23 / mitgliederdienst@gmz.migros.ch


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4 | 1.3.2021 | MEINE MIGROS

Tanz der Bilder Eine Boxerin prügelt in einer Bibliothek auf einen Sandsack ein, Polizisten schwingen im Takt der Musik Knüppel. Das Video zur Hymne «Power» der kenianischen Rapperin Muthoni Drummer Queen (im Bild) ist zugleich traumhaft und albtraumhaft. Die Lausanner Regisseurin Mei Fa Tan gewann damit den Jurypreis beim Wettbewerb «Best Swiss Video Clip» von M4Music, dem Popmusikfestival des Migros-Kulturprozents. Alle Gewinnervideos auf: www.migmag.ch/m4music

Run auf Kichererbsen Viele Menschen haben in der Schweiz am Veganuary teilgenommen, also im Januar eine rein pflanzenbasierte Ernährung ausprobiert. Das zeigt sich bis jetzt in den MigrosFilialen: Weiterhin sind Kichererbsen in der Dose oder im Beutel sehr ­gefragt und darum zeitweise ausverkauft. Die Migros organisiert Nachschub, sodass der Engpass im Lauf des März behoben sein wird.

Welches Gerät spart Strom? Beim Kauf eines Elektrogeräts kann man die Umwelt und den Geldbeutel schonen, wenn man auf die Energieeffizienz-Etikette achtet. Ab März ­kleben auf einem Teil der Geräte neue Etiketten: A ist dann die beste und G die schlechteste Bewertung. Diese neue Einteilung ist auf die EU ab­ gestimmt und für die Kundinnen und Kunden übersichtlicher als die alte Skala, die von A+++ bis D reichte.


MEINE MIGROS | 1.3.2021 | 5

Migros: Alles wieder zu haben T-Shirts, Spielzeug, Veloartikel: Ab heute Montag gibt es in den Migros-­ Filialen wieder das komplette Sortiment zu kaufen. Der Bundesrat hat die wegen Corona eingeführten Verkaufsbeschränkungen aufgehoben.

Rüebli statt Fisch Neu gibt es in der Migros eine Alternative zu Lachs, die auf der Basis von Rüebli ­her­gestellt wird. «Plant-Based Smokey Catch» schmeckt ­besonders fein auf einem Toast oder Bagel. Unter der ­Eigenmarke V-Love bietet die Migros eine stetig wachsende Auswahl an pflanzenbasierten Lebensmitteln an.

Bild: Peter Mutuma; Illustration: Chris Gilleard

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Warum haben manche Kochlöffel ein Loch? Das Loch im Löffel verringert den Widerstand, wenn man einen schweren Teig rühren muss. Das gilt zum Beispiel für Kuchenoder Spätzliteig. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist e ­ rreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­ kundendienst

EI N FA C H G U T L EB EN

JEDEM SEINE ZAHNPASTA Ob man sich natürlich weisse Zähne wünscht, Karies bekämpfen oder dem Zahnfleisch etwas Gutes tun will: In der Migros gibt es für jedes dieser ­Bedürfnisse das passende Produkt. 84 Mundpflege-Artikel der Eigenmarke Candida g­ ehören zum Sortiment, darunter 23 Zahnpasten. Wer Kinder hat, die nicht ­gerne die Zähne putzen, sollte es zum Beispiel mit der Candida-Zahnpasta «Kids Bubble Gum» versuchen. An dieser Stelle bringen wir wöchentlich Beispiele dafür, wie die Migros das Leben der Menschen in der Schweiz einfacher macht.


6 | 1.3.2021 | AUGENBLICK

21:43 Uhr

Luana Mesce vom Sportverein FSG Vevey-Ancienne trainiert im Kunstturnzentrum an der Reckstange. Coach Bastien Bovey gibt ihr Anweisungen. Kameramann David Merkofer filmt für die Förderaktion «Support your Sport», bei der die Migros Amateursportvereinen Wünsche erfüllt. Rund 7000 Vereine machen schon mit. Das Foto stammt vom 19. Oktober 2020. Migros-Moment in Vevey VD

Bild: Myriam Ramel

migros.ch/sport


AUGENBLICK | 1.3.2021 | 7


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Einfach gut leben


INHALT | 1.3.2021 | 9

42

INHALT 10  Endlich geimpft Wie erleben Heimbewohner den Alltag nach der Impfung? 15  Tauber Musiker Jonas Straumann hört kaum etwas und macht dennoch Musik 19  Einfrieren und Auftauen Tipps zum Aufbewahren und feine Rezepte mit Gefrorenem 24  Cooler Job Claudia Sollberger arbeitet im Migros-Tiefkühllager und gerät dabei schon mal ins Schwitzen

Welche Gesichts-­ pflegemaske passt? Eine Übersicht über die Produkte und ihre ­pflegende Wirkung Bild: Raffael Waldner; Illustration: Till Lauer

29  1, 2 oder 3?

36 Impressum

Auf kleinstem Wohnraum: Verena Tinner schildert, wie sie auf ein paar Quadrat­metern ihr Glück gefunden hat.

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 245 000 (WEMF, MACH Basic 2020-2) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

36  Reduziertes Wohnen Was ist dran am Leben auf kleinster Fläche? Vier Beispiele mit Minihaus oder -wohnung 42 Gesichtsmasken Maskerade für die Schönheit 44 Demeter-Schaufenster 45  Stadt, Land, Stutz

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

32  Eine Frage des Alters Wie offen Jung und Alt wirklich denken, zeigt eine Studie des Gottlieb Duttweiler Institut

46  Heikle Männersache Darum ist Blasenschwäche kein Grund zur Verzweiflung

32 In eine WG ziehen oder ein Tattoo ­stechen lassen: Sind wirklich nur die Jüngeren offen für Neues?

49  Migros Bank 50  Fasten nach Belieben Wählen Sie Ihre Methode, um überschüssige Pfunde ­loszuwerden 53  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 59  Rätsel und Spiele 62 Migros-Lovestory Sommerhalders Eheglück nahm mit einer Eiszeit ihren Lauf – exakt vor 60 Jahren


10 | 1.3.2021 | CORONA-IMPFUNG

Die neue Freiheit

Besuch im Zimmer und längere Spaziergänge: Nach einem Jahr Corona geniessen Geimpfte im Nidwaldner Alterszentrum Oeltrotte etwas Normalität im Alltag. Darauf hoffen auch Ärztinnen und Pflegerinnen im Zürcher Stadtspital. Text: Benita Vogel  Bilder: Franca Pedrazzetti

D Sandra Toth Gynäkologin Stadtspital Waid und Triemli, Zürich

Gertrud Kurmann g ­ eniesst den Spaziergang an der frischen Luft ohne Maske. Nach durch­gemachter ­Erkrankung hat sie genug Antikörper. Bild: zVg

«Ich spürte einzig ein leichtes Ziehen im Oberarm.»

as hätte Josef Zimmermann im vergangenen Frühling nicht ­erwartet. Dass er nach einem Jahr Pandemie wieder Besuch in seinem Zimmer empfangen darf. «Die Einschränkungen wegen Corona waren schon sehr speziell», sagt der 83-Jährige. Er wohnt im Alterszentrum Oeltrotte in Ennetbürgen NW und erzählt von der Ausnahmezeit. Die Kontrollen an den Türen. Spaziergänge nur im Oeltrotten-Park. Besuche ausschliesslich draussen oder im Gartenhüsli – das ist ein Holzchalet, das der Geschäftsleiter und ­Mitarbeitende für die Bewohnerinnen und Bewohner eigens aufgebaut haben, damit diese ihre Angehörigen treffen können. Aber für den rüstigen Senior Zimmermann sind die Einschränkungen nun vorbei. «Ich bin geimpft», sagt er. Vor knapp einem Monat bekam er die zweite Spritze. «Es war für mich immer klar, dass ich mich impfen lasse. Ich will gesund bleiben», erklärt er. Nebenwirkungen der Spritze spürte er ­keine. Auch wenn andere von Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen erzählten. «Da war rein gar nichts», sagt er. Jetzt müsse er sich wieder an die neuen Freiheiten gewöhnen, sagt der 83-Jährige. Bisher habe er noch keinen Spaziergang bis hinab ins Dorf Ennetbürgen gemacht.


CORONA-IMPFUNG | 1.3.2021 | 11

«Wir sind froh, dass es trotz des knappen Impfstoffs vorwärtsging.» Charly Pichler Leiter Alterszentrum Oeltrotte in Ennetbürgen NW

2 Prozent sind geimpft

Nidwalden gehört bisher zu den Kantonen, die am schnellsten impfen. Fast 5 Prozent der Bevölkerung hat die zweite Dosis er­ halten. Für die Schweiz beträgt dieser Anteil erst 2 Prozent. «Wir sind froh, dass es trotz des knappen Impfstoffs vorwärtsging», sagt Oeltrotte-Geschäftsleiter Charly Pichler, der auch den Nidwaldner Altersheimver­ band Curaviva präsidiert. Fünf von sieben Nidwaldner Alterszentren hatten in der zweiten Welle etliche Corona-Fälle zu be­ klagen. In der Oeltrotte war rund ein Drittel der 49 Bewohnerinnen und Bewohner be­ troffen. «Glücklicherweise gab es keine sehr schlimmen Verläufe», sagt Pichler. Auch Bewohnerin Gertrud Kurmann steckte sich an. Die zwölf Tage, die sie mit Fieber und Sauerstoff im Bett lag, hat sie nur vage präsent. Das erste Bild, das sie nach überwundener Krankheit vor Augen hatte, waren kochende Frauen aus der TV-Sen­ dung «Landfrauenküche». «Dabei ist gar kein Fernseher gelaufen», sagt sie. Die bald 93-Jährige ist noch nicht geimpft, weil sie noch immun ist. «Die neuen Freiheiten in der Oeltrotte geniesse ich sehr. Ich unter­ nehme wieder längere Spaziergänge ausser­ halb des Areals.» Habe sie keine Antikörper mehr, werde sie sich impfen lassen, sagt ­Gertrud Kurmann. Auf den nächsten Impftermin wartet auch Rosa Mathis. Sie wollte sich in der ­ersten Runde noch keine Spritze geben ­lassen. «Vor einigen Jahren habe ich auf eine Grippeimpfung derart stark reagiert, dass ich Zweifel hatte », erzählt die 90-Jäh­ rige. «Auch habe ich dem neuen Impfstoff nicht so getraut.» Jetzt, da sie sieht, wie ­einige ihrer geschützten Kolleginnen und Kollegen neue kleine Freiheiten geniessen, bereut sie ihren Entscheid ein wenig. «Dass ich noch keinen Besuch im Zimmer empfan­

«Die Einschränkungen wegen Corona waren schon sehr speziell.» Josef Zimmermann Bewohner Oeltrotte, Ennetbürgen NW


12 | 1.3.2021 | CORONA-IMPFUNG

Dank Spitalaufenthalt geimpft

Nicht im Altersheim, sondern im Spital konnte sich Josef Baumgartner impfen lassen. «Ich erhielt ­einen Anruf vom Triemli-Spital mit dem Impfangebot. Das hat mich überrascht, aber natürlich auch gefreut», erzählt der 77-Jäh­ rige. Er hatte im letzten Jahr einen leichten Schlaganfall und wurde dort behandelt. Da die Zürcher ­Spitäler Kontingente für Hoch­ risikopatienten erhielten, kam auch Baumgartner auf die Liste. Er musste nicht zweimal überlegen. «Für mich war sofort klar, dass ich mich impfen lasse.» Der gelernte Elektriker geht noch jeden Tag zur Arbeit. «In Rente zu gehen, kam für mich nie infrage.» Die Pandemie hat den umtriebigen 77-Jährigen eingeschränkt. «In unser Haus im Tessin sind meine Frau und ich in den letzten Monaten aus Sorge vor einer Ansteckung nicht mehr gefahren.» Die Impfung sei reibungslos verlaufen. «Auch später hatte ich keine Nebenwirkungen.» Grosse Verände­ rungen hat die Spritze in Baumgartners Leben noch nicht gebracht: «Hände waschen, Maske tragen, Abstand halten und Schuhe ausziehen vor der Wohnung, daran halte ich mich nach wie vor.» Auch weil seine Frau noch nicht geimpft sei.

Mehr Leichtigkeit im Spitalalltag Neben den Risikopatienten konnten sich im Stadtspital Waid und Triemli auch exponierte Mitarbeitende impfen lassen. Eine davon ist Franziska Leu. Die Fachberaterin Pflege im Zürcher Stadtspital plagte zwar keine Sorge, sich bei der täglichen Arbeit anzustecken. «Ich wollte mit der Impfung einen Beitrag ans System leisten», sagt die 36-Jährige. Nebenwirkungen der Spritze spürte sie kaum. «Bis auf geringe Schmerzen an der Einstichstelle und etwas Müdigkeit.» Auch wenn die Impfung das Leben der Pflegefachfrau derzeit nicht gross verändert, ist sie froh, geimpft zu sein: «Ich gehe mit etwas mehr Leichtigkeit durch den Tag.» Das sieht auch Sandra Toth so. Die Gynäkologin schiebt gerade Nachtschicht auf der Geburten­

abteilung des Triemli und erlebt immer wieder turbulente und emotionale Momente. Für sie war von Beginn weg klar, dass sie sich ­impfen lässt. «Die Daten, die wir haben, zeigen, dass die Impfung ­sicher und effektiv ist», sagt die 30-Jährige. Ihre Impfung sei ­problemlos verlaufen. «Man füllt die Formulare aus, wird über den Impfstoff aufgeklärt, bekommt die Spritze, dann sitzt man da und ­beobachtet sich etwa 15 Minuten lang.» Die eigentliche Injektion ähnle der Grippeschutzimpfung. «Ich spürte einzig ein leichtes ­Ziehen im Oberarm.» Toth fühlt sich geimpft bei der Arbeit besser geschützt und sicherer. Und die Gynäkologin blickt ­optimistisch in die Zukunft: «Ich habe grosse Hoffnung, dass uns die Impfung eine Rückkehr zur Normalität ermöglicht.» MM

Fragen zur Impfung Welcher Impfstoff bietet am meisten Schutz? Bisher überzeugen die neuartigen mRNAImpfstoffe wie jene von Pfizer/Biontech und Moderna mit einer sehr hohen Wirksamkeit von über 90 Prozent und kaum Nebenwirkungen. Der Bund setzt in seiner Strategie aber auch auf traditionelle Impfstofftechnologien: Vektorimpfstoffe wie derjenige von Astra­ Zeneca oder proteinbasierte Impfstoffe wie der von Novavax, die in der Schweiz noch nicht zugelassen sind. Kann ich den Impfstoff wählen? Nein. Jeder Impfstoff wird durch die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) sowie durch das BAG für eine bestimmte Zielgruppe empfohlen. Auch die Verfügbarkeit spielt eine Rolle. Ich hatte Corona, soll ich mich trotzdem impfen lassen? Ja, Erkrankte haben zwar einen Selbstschutz, es ist aber noch nicht klar, wie lange dieser ­anhält. Weil der Impfstoff zurzeit noch knapp ist, werden zuerst Menschen geimpft, die noch nicht an Covid-19 erkrankt sind.

«Ich wollte mit der Impfung einen Beitrag ans System leisten.» Franziska Leu Fachberaterin Pflege im Stadtspital Waid und Triemli, Zürich

Muss ich als Geimpfter in Quarantäne? Ja, weil noch unklar ist, ob die Impfung auch eine Übertragung des Virus auf andere verhindert.

Wieso kann man sich trotz einer ersten Impfung noch anstecken? Der Schutz der ersten Dosis beginnt erst zwei bis drei Wochen nach der ersten Impfung. Krankheitssymptome können in den Tagen vor der Impfung oder 14 bis 20 Tage danach auftreten. Zudem ist der Schutz der Impfungen von Pfizer und Moderna zwar hoch, aber nicht 100 Prozent. Kann ich zum Impfen gezwungen werden? Nein, die Impfung ist freiwillig und gratis.

Muss die Impfung wiederholt werden? Das ist aus heutiger Sicht schwierig zu sagen. Über die Wirkungsdauer der Covid-19-Impfungen ist noch wenig bekannt. Zudem ist die Entwicklung der Pandemie, zum Beispiel hinsichtlich Mutationen, schwierig abzuschätzen. Die Schweiz hat sich deshalb auch mit Ver­ trägen für Impfstofflieferungen im bevorstehenden Jahr abgesichert. Weitere Infos auf www.migmag.ch/bag-impfen und www.migmag.ch/impuls-impfen

Bild: zVg

gen darf, finde ich schon ein bisschen schade.» Deshalb hat sie sich das mit der Impfung nochmals überlegt.


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Bilder: Jonas Straumann, Getty Images

HÖREN | 1.3.2021 | 15

Gefühlte Klangwelt

Jonas Straumann ist Musiker und fast taub. Er komponiert und spielt auf dem Handpan ohne Noten, dafür mit Intuition. Text: Petra Koci

Wenn Jonas Straumann auf der ­Strasse musiziert und die Passanten mit seinen melodiösen HandpanKlangwelten in den Bann zieht, liegt neben ihm ein Schild auf dem Boden. Darauf steht geschrieben: «Ich fühle, was du hörst.» Der 26-jährige Musiker

ist seit seiner Geburt fast taub. Auf dem linken Ohr ist er komplett ­gehörlos, mit dem rechten hört er ohne technische U ­ nterstützung ­ungefähr zehn Prozent. Das Gerät hilft ihm wie ein Verstärker. So ­vermag er Schallwellen zwar wahr­


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HÖREN | 1.3.2021 | 17

zunehmen, jedoch mehr als indifferenten Klangbrei: «Alles ist verschwommen, irgendwie verzerrt, tief und dumpf.» Mit den Schlümpfen fing es an

Wer Jonas Straumann begegnet, sieht und hört seine Behinderung kaum. Seine Aussprache ist klar, nur manchmal klingen die Zischlaute etwas undeutlich. Er liest Lippen und interpretiert Mimik, Gestik, Körpersprache. Die Lautsprache hat er von klein auf gelernt und auch mit den ­Eltern so kommuniziert. Erst Jahre später hat er unter Gehörlosen die Gebärdensprache gelernt. Wegen seiner Behinderung sei er stets unterschätzt worden, sagt Straumann. Musik war und ist sein Zufluchtsort, sie ist das, was ihn glücklich macht. Sein erster musikalischer Kontakt? Das waren die Schallplatten der Schlümpfe: «Ich habe die Lautstärke voll aufgedreht und mich mit dem Rücken an die Boxen gelehnt. Das war ein sehr gutes Gefühl», erinnert er sich lachend. Im Rhythmusunterricht an der Schule hat Straumann als Neunjähriger mit Djembé-­Trommeln begonnen. Später nahm er zwei Jahre lang Schlagzeugunterricht. «Das Schlagzeug ist gut wahrnehmbar. Man spürt den Bass, den ‹Wumms› in der Hand und im Handgelenk, alles vibriert.» Gitarrespielen hat er sich selbst beigebracht. Während seiner KV-Ausbildung vernachlässigte er die Musik dann aber immer mehr. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es in der Wohngruppe, in der er damals lebte, kein Schlagzeug gab. Zudem beschäftigte er sich mehr mit Computern und Grafik. Anstatt sich nach der Lehre, stigmatisiert als IV-Bezüger, eine Stelle zu suchen, machte Strau-

«Die Songs fliessen aus dem Herzen heraus, aus meiner Gefühlslage.» mann sich selbständig. Er gründete ein Magazin für Gehörlose und Hörbehinderte. Dieses wurde später vom Schweizerischen Hörbehindertenverband Sonos übernommen. Und mit ihm ­Jonas Straumann, der eine Vollzeitanstellung im Bereich Kommunikation und Medien bekam. Straumann, der in Solothurn geboren wurde, ist ein Macher und will seinen eigenen Weg gehen. Den Wunsch, auf der Bühne zu musizieren, liess er sich allerdings von Menschen in seinem früheren Umfeld ausreden. Ein fast tauber Musiker? Das gehe doch nicht. Ein Klischee, wie er heute weiss. Es war vor zwei Jahren, als er sich entschloss, seinen Träumen zu folgen. Er gab den Job auf, verliess die Freundin – und kaufte sein erstes Handpan. Nächtelang durchgespielt

Straumann sitzt auf seinem Sofa daheim in Winterthur. Das Blechmusikinstrument auf dem Schoss, lässt er seine Hände und Finger darüber fliegen, klopft, stupst an, streicht sanft. «Nächtelang habe ich durchgespielt. Ich war völlig fasziniert.» Jedes Handpan hat sieben bis neun Klangfelder, die jeweils einer Tonleiter entsprechen. Töne nebeneinander geben einen Akkord. Straumann hat für sich herausgefunden, welche Töne ungefähr zusammenpassen. Von Harmonielehre verstehe er nur wenig. Lieder komponiere er nicht nach Noten, sondern

nach Emotionen: «Der Rhythmus ist in mir drin», sagt er, seine grünbraunen Augen blitzen auf. «Die Songs fliessen aus dem Herzen heraus, aus meiner ­Gefühlslage. Ich fange mit einer ­Improvisation an, und wenn Spielfluss und Gefühlslage übereinstimmen, dann fühlt es sich an wie ein Geschenk.» Dann fühlt er seine Musik. Medizinisch betrachtet, kann er die tiefen Grundtöne akustisch besser vernehmen. Sein Hörgerät ist dem Handpan angepasst. Obertöne kann er mit dem Ohr allerdings keine wahrnehmen. «Und dennoch habe ich das ­Gefühl, ich nehme alles wahr.» Unbewusste Wahrnehmung

Es ist schwierig zu erklären, auch Jonas selbst versteht es nicht ­genau. Klänge sind Schallwellen und verursachen Vibrationen. Es sei aber nicht so, dass er dasitze und die Vibrationen bewusst wahrnehme, erklärt er. Der Musiker vermutet, dass seine kognitiven Fähigkeiten sehr ausgeprägt sind. Er denkt sehr schnell, schreibt sehr schnell. «Möglicherweise versucht mein Gehirn, basierend auf allen Informationen, die ich über die Sinneskanäle wahrnehme, die oberen Töne zu rekonstruieren.»​ Vielleicht braucht es ja auch gar keine logische Erklärung. Straumann hat einfach ein ­Gespür für Musik. Er weiss, aus welchem Gefühl heraus er jedes einzelne Stück komponiert hat. Die Anmut seiner Melodien wird er nie mit seinem Hörorgan wahrnehmen. Wird nie erfahren, wie seine Musik wirklich ist. Doch wenn die Leute stehenbleiben und lauschen, manche sogar tanzen, fühlt er ihre Freude und weiss, dass es so schlecht nicht klingen kann. MM

Auch diese Musikerinnen und Musiker sind taub Die Amerikanerin Mandy Harvey verlor ihr Gehör mit 18 Jahren. Die Sängerin sagt, sie spüre die Vibrationen der Musik durch ihre Füsse, in ­ihrer Brust und durch ihre eigene Stimme im Hals. Evelyn Glennie ist Perkussionistin und Komponistin. Sie ist taub, seit sie zwölf ­Jahre alt ist. Die Doku «Touch the Sound» porträtiert die britische Musikerin.

Der Hamburger Gitarrist Mischa Gohlke hat eine an Taubheit grenzende ­Hörschädigung. Er spielt in Rockbands. Taub geboren wurde der ­Engländer Paul Whittaker. ­Dennoch machte er Karriere als Pianist und Organist und setzt sich dafür ein, dass gehörlose Menschen Musik geniessen können. Der berühmteste ertaubte Musiker aller Zeiten ist wohl Ludwig van Beethoven. Als er seine berühmte 9. Sinfonie komponierte, war er komplett gehörlos. Jonas Straumann hören: www.migmag.ch/handpan


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GENUSS | 1.3.2021 | 19

Ganz schön kühl Der 6. März ist der Tag der ­Tiefkühlkost. Darum kochen wir mit Tiefkühlprodukten, geben Tipps zum Einfrieren und liefern eine Anleitung fürs Enteisen. Text: Claudia Vogt Rezepte: Andrea Pistorus Bilder und Styling: Veronika Studer

D

er Siegeszug von Tiefkühlkost startet vor 100 Jahren. Ein Amerikaner studiert auf Forschungsreisen in Neufundland die Lebensweise der Inuit und bringt eine neue Küchentechnik mit nach Hause. Nach einem geglückten Versuch, Fisch unter dem Druck zweier Eisplatten einzufrieren, beginnt er mit Gemüse und Obst zu experimentieren. Rund zehn Jahre später, 1930, kommen die ersten Tiefkühlprodukte in die amerikanischen Supermärkte. In der Schweiz sind Tiefkühlprodukte seit Mitte des Zweiten Weltkriegs erhältlich, weil es zu dieser Zeit an Ressourcen für die Herstellung von Konserven mangelte. In der Nachkriegszeit gehörte Tiefkühlkost bald zum alltäglichen Repertoire in der Küche. Heute ist das Einfrieren von Lebensmitteln eine relativ einfache und schonende Methode, um Lebensmittel länger haltbar zu machen.


20 | 1.3.2021 | GENUSS

Broccoli-ErbsenSuppe mit Crostini Vorspeise für 4 Personen 100 g Brot, z. B. Baguette 1 Zwiebel 1l Gemüsebouillon 300 g tiefgekühlte Erbsen 300 g tiefgekühlter Broccoli 2 EL Olivenöl Salz, Pfeffer ½ Bund Kräuter, z. B. Pfefferminze, glattblättrige Petersilie

TIPP

Broccoli und Erbsen durch Blumenkohl oder Romanesco ersetzen.

Bilder: Migusto, iStock

Brot in dünne Scheiben schneiden. In einer Bratpfanne ohne Öl beidseitig goldbraun rösten. Zwiebel hacken. Bouillon aufkochen. Wenig Gemüse für die Garnitur in der Bouillon ca. 3 Minuten köcheln lassen. Herausheben und beiseitestellen. Öl erhitzen. Zwiebel ­darin dünsten. Restliche Erbsen und Broccoli beigeben, mit der Bouillon ablöschen. ­Suppe ca. 5 Minuten köcheln lassen. Zwei Scheiben Brot ­beigeben. Alles fein pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Suppe mit beiseitegestelltem Gemüse anrichten. Kräuter darüberzupfen. Crostini dazuservieren.

Gewusst, wie Dass nicht nur Früchte und Gemüse im Tiefkühler für lange Zeit geniessbar bleiben, ist kein Geheimnis. Weniger ­geläufig sind aber so manche Methoden, wie das Einfrieren bestimmer Lebensmittel gelingt. Text: Dinah Leuenberger,Philipp Wagner Illustrationen: Veronica Dall’Antonia

Mit Backpapier Tortillas bleiben im Tiefkühler in einem Zip-Beutel haltbar. Dazwischen ein Blatt Backpapier legen, damit sie nicht zusammenkleben. Kräuterbutter als Rolle einfrieren. Sobald sie halb gefroren ist, portionieren und erneut einfrieren. Selbstgemachte Kräuterbutter: migusto.migros.ch/de/rezepte/ basilikum-zitronen-butter


GENUSS | 1.3.2021 | 21

One-Pot-Pasta mit Gemüse

Ratatouille mit Eiern Mit der tiefgekühlten Gemüsemischung ist ein Ratatouille schnell und einfach zubereitet. Lässt man Eier darin stocken, wird es zu einem feinen Hauptgericht. Rezept auf migusto.ch

Hauptgericht für 4 Personen 1 Zwiebel 2 EL Olivenöl 300 g Teigwaren, z.B. Fusilli 7 dl Gemüsebouillon 200 g tiefgekühlter Blattspinat 250 g tiefgekühlte Romanesco Gemüsemischung 200 g tiefgekühlte Kefen 2 dl Halbrahm 1 EL Maisstärke Salz, Pfeffer ½ Bund Basilikum geriebener Parmesan 1. Zwiebel klein schneiden. Öl in

einer weiten Bratpfanne erhitzen, Zwiebel andünsten. Teigwaren kurz mitdünsten, mit Bouillon ­ablöschen. Spinat beigeben. Alles bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren ca. 5 Minuten ­köcheln lassen. Restliches Gemüse beigeben und köcheln lassen, bis die Teigwaren al dente sind. 2. Rahm und Maisstärke ver-

rühren und zu den Teigwaren ­mischen. Aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Basilikum darüberzupfen. Parmesan dazuservieren.

In gefrierfesten Kunststoffbehältern Überreife Früchte, zum Beispiel Bananen, Beeren oder Kiwis, in Stücke schneiden und tiefkühlen. Sie werden später zu Smoothies. Suppen, Saucen und Pasta: Bleibt nach dem Essen noch was übrig, lassen sich Suppen und Saucen problemlos einfrieren – so werden sie an einem anderen Tag zum schnellen Essen. Der Single-Tipp: Packungen haben gewöhnlich ein Volumen, das für mehrere Personen ausgelegt ist. Wer nichts wegwerfen und gleichzeitig auf nichts verzichten möchte, kocht Suppen, Gulasch, Currys etc. in doppelter oder dreifacher Menge und friert alles Überschüssige im Einzelportionsbehälter ein.

Als Eiswürfeli Kaffee, mit oder ohne Zucker, wird im Sommer mit Milch zum ­Eiskaffee, der nicht verwässert. Kräuter: Basilikum, Petersilie usw. waschen, hacken und mit etwas Öl vermengen. Dadurch werden die Kräuter nicht braun. Portionenweise in die Form füllen. Eiweiss, wenn nur Eigelb verwendet wird. Und umgekehrt.

Aquafaba (das Kochwasser von Kichererbsen), falls nur die ­Kichererbsen verwendet werden. Das Kochwasser ist eine vegane ­Eiweissalternative. Orangen- und Zitronensaft: Falls eine Frucht sehr reif ist oder man nur die Schale verwendet. Diese Würfel machen sich auch gut in Getränken. Babybrei, der so im Nu parat ist.

Gewürzmischungen, zum Beispiel für Currys. Dazu die gewünschten Gewürze zerhacken oder zermalen und gemischt einfrieren.

Weinreste, die im Kühlschrank vergessen wurden, wandern als Eiswürfel in den Tiefkühler und dienen als Saucen-Veredler.


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GENUSS | 1.3.2021 | 23

Süsser Brotauflauf mit Kirschen Der süsse Brotauflauf mit Kirschen schmeckt Gross und Klein zum Brunch, an der Party oder einfach so. Serviert wird er mit Puderzucker und Kirschensauce. Rezept auf migusto.ch

So geht richtiges Enteisen Mit der Zeit kann sich an den Innenwänden des Tiefkühlers Eis bilden. Das nimmt Platz weg und vermindert die Kühlleistung. Idealerweise enteist man ihn darum ein- bis zweimal pro Jahr. Richtiges Enteisen ist keine Hexerei, sondern in sechs Schritten erledigt: 1. Stichtag frühzeitig bestimmen (idealerweise im Winter), bis dahin den Inhalt reduzieren. (Wie wärs mit Rahmspinat zum Znacht und danach eine Glace?) 2. Restlichen Inhalt leeren, entweder in Kühlboxen oder – bei Minustemperaturen – draussen lagern.

Aprikosen-ThymianTarte mit Honig

Bilder: Migusto, iStock

Die Kombination von Zwetschgen und Aprikosen mit Thymian machen die aromatische Besonderheit dieser Tarte aus. Wir krönen sie mit etwas Honig. Rezept auf migusto.ch

Im Zip-Beutel Angefangene Packungen mit ­Tiefkühlgemüse können schnell ein Chaos verursachen – jeder kennt das Problem frei herumtollender Erbsli. Stattdessen den Inhalt in einen Zip-Beutel füllen und sauber verschlossen in der Kälte parken.

Flüssige Reste in grösseren ­Mengen, zum Beispiel Kokosmilch, Kalbsfond, Tomatensauce … Käseresten an der Raffel zerreiben und im Beutel lose einfrieren. Paniermehl: Harte Brotresten kurz rösten, daraus Paniermehl machen und in einem Zip-Beutel im Tiefkühler sammeln. Durch ein Gemisch aus verschiedenen Broten erhalten Schnitzel, Kro-

ketten und Co. eine besonders ­feine Panade. Vakuumieren bietet sich an, um Vitamine und Geschmack des ­Gefrierguts zu schützen. Ohne ­Vakuumiermaschine nimmt man einen Zip-Beutel, gibt das Gefriergut hinein, verschliesst ihn bis auf eine kleine Öffnung und gibt dort ein Trinkröhrli hinein. Damit saugt man die überschüssige Luft aus dem Beutel, entfernt das Röhrli und verschliesst ihn ganz.

3. Tiefkühler ausschalten, Schubladen entfernen und zuunterst ein Backblech platzieren. Dieses fängt das Tauwasser auf. 4. Warten, bis sämtliches Eis geschmolzen ist. Für ungeduldige: Entweder den Föhn zur Hand nehmen (dabei auf einen Mindestabstand von 30 cm achten) oder Schüsseln mit kochendem und dampfendem Wasser hineinstellen (in diesem Fall die Tür des Tiefkühlers schliessen). 5. Tiefkühler mit einem sanften Putzmittel ­reinigen, alle Elemente trocken reiben. 6. Tiefkühler einräumen und einschalten.


24 | 1.3.2021 | IM TIEFKÜHLLAGER

Arbeiten bei –26° Claudia Sollberger arbeitet unter dem Gefrierpunkt. Im Tiefkühllager des MigrosVerteilbetriebs Neuendorf sorgt sie dafür, dass sämtliche Tiefkühlprodukte an den richtigen Ort gelangen. Und kommt dabei hin und wieder ganz schön ins Schwitzen. Text: Dinah Leuenberger

K

älte mag sie nicht ­besonders. Darin ­unterscheidet sich ­Claudia Sollberger nicht sonderlich von den meisten Menschen. Ihr Arbeitsklima hingegen tut das deutlich: Die 54-Jährige arbeitet in der Tiefkühllogistik des Migros-Verteilbetriebs in Neuendorf SO, wo alle Tiefkühlprodukte der Migros lagern. Dort herrschen Temperaturen zwischen minus 24 und minus 28 Grad. Vor Schichtbeginn zieht Sollberger deshalb Thermounterwäsche, Skisocken und zwei Mützen sowie eine spezielle Schutzkleidung, be­stehend aus Hosen, Stiefel und Mantel, an. Auch zwei Paar Handschuhe trägt sie, und um den Hals normalerweise einen wärmenden Schlauch aus Vlies. Dieser weicht jetzt – in Pandemiezeiten – dem obligatorischen Mund-und-­ Nasen-Schutz, denn auch im Tiefkühler gilt die Maskenpflicht. Fertig angezogen steht Sollberger im Vorraum des Lagers. Schichtwechsel. Ihre Kollegen kommen durch die dampfende

Ab in die Arktis: Wenn Claudia Sollberger ihren Arbeitsplatz betritt, ist sie dick eingepackt.


IM TIEFKÜHLLAGER | 1.3.2021 | 25

1

2

3

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Schiebetür heraus und bespre­ chen mit ihr und ihren Schicht­ gspändli, was ansteht. Dann heisst es: Helm auf und hinein durch die dampfende Tür. Das Innere der etwa elf Meter hohen Halle beleuchten helle ­Neonlampen. Auf einer Fläche von knapp 60 000 Quadratmetern reihen sich schier unzählige ­deckenhohe Regale aneinander, bestückt mit Kartons in allen möglichen Grössen. Um die ­Regale herum sind Pakete und Paletten auf Förderbändern ­unterwegs. Die Halle ist erfüllt von dem Geruch, den jeder kennt, der daheim schon einmal schwungvoll seine Tiefkühltruhe geöffnet hat. «Aber auch hier drin kann es nach Essen ­duften», sagt Sollberger. Wenn zum Bei­ spiel Pakete mit Curry-Bowls oder Blumenkohl vorbeisausen, «dann riechst du das sofort».

Bilder: Michael Sieber

Glace sorgt für Hochbetrieb

Der fortwährende Transport der Kartons und Paletten generiert ordentlich Lärm und Fahrtwind. Weniger unangenehm ist die Kälte. «Weil sie trocken ist. So spürt man sie auch nur langsam», sagt Sollberger und erkundigt sich bei der Schreiberin fürsorg­ lich nach dem Befinden ihrer Finger. Sie sind, in dicke Hand­ schuhe gepackt, noch warm. Soll­ berger nickt zufrieden und setzt den Rundgang fort. Über eine

Schonende Art der Konservierung Bei einer Temperatur ab minus 18 Grad wird das Wachstum von Keimen in ­Lebensmitteln aufgehalten. Das Wasser in den Lebensmitteln gefriert, und es ­bilden sich Eiskristalle. Schockgefrieren Je schneller der Einfrierprozess, desto kleiner die Eiskristalle und desto besser die Qualität des Produkts: Grosse Eiskristalle zerstören die Zellstruktur des Lebensmittels, wodurch Wasser austritt. So werden die Speisen matschig oder trocken. Vom Feld in die Gefriertruhe Obst und Gemüse verlieren durch verschiedene Umwelteinflüsse Frische und wertvolle Inhaltsstoffe. Licht, Wärme und Sauerstoff fördern den Abbau von Vitaminen sowie der Farbe und ­haben einen Einfluss auf die K ­ onsistenz. So kann der Verlust von Vitamin C bei Blattspinat nach nur drei Tagen Lagerung bereits 75 Prozent betragen. Die Lösung: erntefrisches ­Gemüse und Obst schockgefrieren. Haltbarkeit im Tiefkühler Tiefkühlprodukte tragen ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Dieses ist als ­Empfehlung zu verstehen. Vor Ablauf des MHD ist eine optimale Qualität des Produkts gewährleistet. Bei längerer Aufbewahrung muss in Bezug auf Aussehen, Geschmack und Konsistenz mit Qualitätseinbussen gerechnet werden. Aus gesundheitlicher Sicht ist der Verzehr von Lebensmitteln auch nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit in der Regel ­unbedenklich. Im Zweifelsfall gilt: das ­Produkt fortwerfen. Empfohlene Frist für die Lagerung im Tiefkühler beim Einfrieren zu Hause (bei mindestens –18 °C)

Fleisch 3–12 Monate Je nach Fettgehalt. Fettarmes Fleisch ist länger haltbar. Fisch 2–4 Monate Gemüse 6–12 Monate Früchte 8–12 Monate Beeren 6–10 Monate


26 | 1.3.2021 | IM TIEFKÜHLLAGER

Claudia Sollberger kann die e­ isige Kälte im Tiefkühllager nach fünf Jahren nichts mehr anhaben. ­

Treppe geht es hoch in die Abteilung Kommissionierung. Dort steht eine mächtige, vollautomatische Anlage, die die ­angelieferte Ware sortiert und die Ablage in die Regale steuert. Gleichzeitig arbeitet sie – ebenfalls automatisch – Bestellungen aus den Filialen ab. Seit Sommer 2020 ist die Anlage in Betrieb, täglich befüllt sie etwa 1700 Paletten, erklärt Michael Odermatt, der in Neuendorf den Bereich Automation und Projekte leitet. Still steht sie jeweils nur am ­Wochenende für knapp einen Tag. «Wenn allerdings nach ­Ostern die Temperaturen schnell steigen, ist bei uns High Noon. Dann wollen alle Glace, und die Anlage läuft rund um die Uhr.» Der Job von Claudia Sollberger und ihren knapp 40 Kollegen besteht darin, die Anlage zu überwachen und bei Störungen einzugreifen. «Liegt zum Beispiel in einer Lieferung das kleinste Paket an erster Stelle auf dem Förderband, zeigt die Maschine eine Warnung an, wir stoppen das Band, und platzieren das ­Paket von Hand an die richtige Stelle», erklärt sie, während sie ebendies tut. Richtig sortiert, rauschen die Pakete den bereitstehenden Paletten entgegen, ­eines für die Filiale Ipsach, eines für Mett, eines für Bötzingen. Als auch die Lieferung für Biel durchgerauscht und auf der ­Palette gebüschelt ist, geht Sollberger weiter, eine Treppe hoch zur nächsten Station. Ein fragender Blick zurück zur Schreiberin: Was machen die Hände? Inzwischen eisig, nach wenigen Minuten nur. «Hochzeit» bei minus 28 Grad

«So, jetzt wird geheiratet», verkündet Sollberger, ganz oben ­angekommen. Wie bitte? Unter der Hallendecke, dort, wo die Lüftungsrohre die kälteste Luft hineinblasen, bei minus 28 Grad, bekommt jeder braune Karton

eine Unterlage, damit er leichter durch die Anlage läuft. «Dem ­sagen wir die Hochzeit, weil aus zwei Einzelteilen ein Paar wird», sagt Sollberger lachend. Und was ist eigentlich drin, in den braunen Kartons? Kollege Odermatt erklärt: «Etwa 40 Prozent der Produkte sind Brote, ­allen voran das Tessinerli. Aber wir lagern eben auch alle anderen Tiefkühlprodukte, die es in der Migros zu kaufen gibt. Natürlich auch die Seehundglace.» Bis über die Schmerzgrenze

In der Anlage ist es um einiges kälter als die für die Tiefkühlung notwendigen minus 18 Grad. Das dient der Sicherheit der Ware. «Würde die Ware mal eine Stunde lang bei 0 bis plus 5 Grad draussen liegen bleiben, würde ihre Kerntemperatur immer noch bei minus 20 Grad liegen.» Kälter ginge für die Produkte immer, sagt Odermatt. «Aber die Menschen – und auch die Anlage – sind froh um jedes Minusgrad weniger. Bei der Anlage sind vor allem das Öl und die Kabel speziell auf die Kälte ausgerichtet.» Erneut erkundigt Sollberger sich bei ihrer Besucherin nach den Fingern. Und siehe da: ­Plötzlich sind sie wieder warm. Sie ist erfreut. «Jetzt hast du die Schmerzgrenze überschritten und die Kälte überwunden. Wenn du das nicht schaffst, ist dieser Job unmöglich.» Ganz gewöhne man sich dennoch nie an die Kälte, man lerne höchstens, mit ihr umzugehen. Sollberger erinnert sich: «Nach der ersten Testwoche war ich mir sicher, dass dies nicht mein nächster Job sein wird.» Sie habe sich gewünscht, wieder ins «normale» Verteilzentrum nebenan zurück­zukehren, wo die gelernte Hotelfachassistentin zuvor bereits während zehn Jahren gearbeitet hat. «Aber irgendwie konnte ich dann doch nicht so schnell aufgeben und habe es noch einmal probiert.»

Inzwischen arbeitet Sollberger seit fünf Jahren unter dem ­Gefrierpunkt. Nach etwa zwei Monaten sei sie akklimatisiert gewesen und habe gemerkt, dass man auch bei minus 26 Grad ins Schwitzen kommen kann: «Wenn gleichzeitig mehrere Warnlampen blinken und ich die Treppen hastig nehme, geht das schnell.» Härter als die Kälte seien eigentlich die Kollegen ­gewesen: Der Job im Tiefkühler sei eine Männerdomäne. Eine Frau könne das nicht, habe es geheissen. Sollberger war eine der ersten. «Es hat eine Weile gedauert, bis die Kollegen mich akzeptiert haben. Aber irgendwann sind sie aufgetaut.» Trotz der eisigen Temperaturen. Im Moment arbeiten neben Sollberger nur zwei weitere Frauen in der Anlage. Das liege nicht primär an der Kälte, denn entgegen dem Vorurteil kämen

Frauen damit besser klar als Männer. «Eher liegt es an der Schichtarbeit, die nicht immer einfach zu organisieren ist, besonders wenn man Kinder hat», vermutet die dreifache Grossmutter. Nachdem Sollberger sichergestellt hat, dass bei der «Hochzeit» alles rundläuft, geht es wieder nach unten. Dort tauscht sie

«Es hat eine Weile gedauert, bis die Kollegen aufgetaut sind.» Claudia Sollberger Kommissionsmitarbeiterin Tiefkühllogistik


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sich kurz mit den Kollegen aus und macht sich dann auf den Weg Richtung Eingang, zur dampfenden Tür. Das freut auch die Schreiberin. Denn ihre Hände sind zwar wieder warm, aber das Gefühl in den Zehen hat sich definitiv verabschiedet. Eine Schicht im Tiefkühler dauert acht Stunden, aber alle 90 Minuten sind 15 Minuten Wärmepause obligatorisch. Das reicht, um sich aufzuwärmen, auch im tiefsten Winter. Obwohl die Temperaturschwankungen zur Aussenwelt im Winter kleiner sind, arbeitet Claudia Sollberger viel lieber im Sommer. «Wenn ich da nach der Arbeit ins überhitzte Auto steige, schwitze ich nicht. Ich bin dann quasi eine menschliche Klimaanlage. Das ist sehr praktisch.» Und sowieso: Kalt hat sie im Winter draussen nach wie vor. Mögen tut sie es nicht. MM

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KOLUMNE | 1.3.2021 | 29

Der Wackelkandidat

1, 2 ODER 3 ? Der Kleine (6) hat einen Wackelzahn. Seinen allerersten. Das ­beschäftigt ihn rund um die Uhr. Beim Aufwachen, beim Essen, beim Spielen wandert ständig ein Fingerchen zur unteren Zahnreihe. Auch in der Skischule interessiert ihn das Beisserchen auf dem Absprung mehr als Aufsteigen in Treppenschritten oder Bremsen im Pflug. Als ich ihn am dritten Kurstag abhole, könnte der Kleine nicht glücklicher sein. Sein Zahn ist herausgefallen! Bevor er am Abend ins Bett kriecht, verstaut er seinen in ein blutiges Taschentuch gewickelten Schatz unters Kissen und hofft auf die Zahnfee. Am folgenden Morgen ist der Zahn tatsächlich weg. Stattdessen liegt da ein Eisbärchen aus Stoff! Der Kleine tauft es Kuschel-Schneeflöckli – sehr zum Schrecken des Grossen (10). Der flauschige Freund bindet die Aufmerksamkeit des Kleinen wie zuvor der ­Wackelzahn. In der Skischule hat er ihn ständig im Arm. Auch beim Rennen tritt er mit ihm an. – Und jetzt? MM 1 Ich entreisse ihm das Tierchen in letzter

Sekunde, damit er fokussiert fährt.

2 Ich kreische «Hopp, KUSCHELIllustration: Lisa Rock

SCHNEEFLÖCKLI, hopp!»

3 Ich freue mich, dass die Zahnfee seinen

Geschmack so wundersam getroffen hat.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 2: Ich ziehe einige schräge Blicke auf mich. Doch der Gesichtsausdruck des Grossen ist es wert. Team Eisbär holt zwar nicht Gold, meistert den Slalom aber überraschend gut. Anzeige

Das Richtige tun

Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Sidra und ihre Familie: caritas.ch/sidra

Sidra (10), Syrien, ist so alt wie der Krieg in ihrem Land. Sie will Ärztin werden, um das Leid anderer zu lindern.


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32 | 1.3.2021 | TRENDFORSCHUNG

Wer ist zu alt für Neues? Text: Lisa Stutz  Illustrationen: Till Lauer

Wann sind Menschen sexuell am experimentierfreudigsten? In welchem Alter zeigen sie sich besonders offen für fremde Kulturen? Und sind es eher Jüngere oder Ältere, die in den Ferien so richtig entspannen wollen? Für solche Fragen ­interessiert sich das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI). Deshalb hat das Trendforschungsinstitut eine Umfrage ­unter je 1000 Personen zwischen 16 und 74 Jahren aus der Schweiz und Deutschland durchgeführt – und dabei ­untersucht, wie die Offenheit für Neues mit dem Alter zusammenhängt. Daraus hat das GDI eine «Offenheitsbiografie» abgeleitet. Diese zeigt, wann und in welchen Bereichen die Menschen am ehesten bereit für Veränderungen sind. Und einige hier vorgestellte Ergebnisse warten mit Überraschungen auf. Weitere Antworten in der Offenheitsbiografie: www.migmag.ch/offenheit

Alter mit Ja-Mehrheit Alter mit höchstem Ja-Anteil

Ich habe in den letzten zwölf Monaten meinen Stil (Kleidung/Frisur) verändert. 16–20 21–25

26–75

Wenn ich in die Ferien fahre, möchte ich mich vor allem entspannen. 16–20

21–30

31–55

56–60 61–65 66–70 71–75


TRENDFORSCHUNG | 1.3.2021 | 33

Ich habe mir in den letzten zwölf Monaten ein Tattoo stechen lassen. 16–25

26–30

31–40

41–45 46–50

51–75

Ich habe das Bedürfnis, sexuell experimentierfreudiger zu sein. 16–20

21–50

51–75

Ich nutze Tinder. 16–20 21–25 26–30

31–75

Es wäre an der Zeit, gesellschaftliche Macht- und Besitzverhältnisse gründlich auf den Kopf zu stellen. 16–20

21–35

36–70

51-55

Ich interessiere mich für Sportresultate.

Ich empfinde fremde Kulturen als Bereicherung in unserem Land. 16–20

26–30

71–75

16–20 21–25

26–75

56-70

71-75


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TRENDFORSCHUNG | 1.3.2021 | 35 Alter mit Ja-Mehrheit Alter mit höchstem Ja-Anteil

Ich nutze Fitness-Tracker. 16–25

26–30

21–30

31–35 36–40

16–55

41–75

26–40

41–45 46–50

51–75

16–20 21–25

Ich bin bereit, in ein fremdes Land umzuziehen, wenn sich eine gute Gelegenheit bietet. 16–25

26–30

26–30

31–50

31–40

41–45

51–75

46–55

71–75

56–65

26–35

36–50

51–55

56–65

66–70 71–75

Viele Menschen, die mir heute nahestehen, kannte ich vor fünf Jahren noch gar nicht so gut. 16–20

21–30

31–75

Ich kann mir gut vorstellen, mit Menschen zu wohnen, die ich noch nicht kenne.

Ich nutze Car-Sharing-Dienste. 16–25

56–70

Ich befürworte das bedingungslose Grundeinkommen für alle Schweizerinnen und Schweizer respektive Deutschen.

Ich habe ein Lebensziel.

16–20 21–25

46–75

Ich interessiere mich für politische und wirtschaftliche Entwicklungen.

Ich kann mir gut vorstellen, mit Drogen zu experimentieren. 16–20

31–45

66–75

16–25

26–35

36–55

56–60

61–70

71–75


36 | 1.3.2021 | WOHNEN

Weniger ist mehr

Wohnen auf 20 Quadratmetern? Minihäuser und -wohnungen werden populär. Eine junge Familie und drei Singlefrauen erzählen, wieso weniger Platz für sie mehr Freiheit bedeutet. Text: Manuela Enggist  Bilder: Raffael Waldner

W

ie streiten, wenn man keine Tür zuknallen kann? Wie Freunde ein­ laden, wenn das Kinder­ bett fast den Esstisch berührt und die kleine Tochter um acht schlafen geht? Lea (25) und Pierre (27) Biege sitzen in ihrem Minihäuschen oder Tiny House. Sie auf der einzigen Stufe zum «Wohn­ zimmer», er auf der Bettkante, wäh­ rend Tochter Juno (1) am Boden mit einem Buch spielt. Allzu viele Fragen

27 m2

stellte sich das Ehepaar gar nicht, als es im vergangenen Herbst ihr Tiny House in Albinen VS hinstellen liess. 27 Quadratmeter für eine dreiköpfige Familie, die ab Herbst zu viert sein wird. «Wir machen uns generell keine Sorgen auf Vorrat», sagt Pierre Biege, seit Kurzem Geschäftsführer eines Modelabels. Sie hätten nur gewusst: je kleiner, desto besser. Unvorbereitet waren sie trotzdem nicht, als sie vor mehr als zwei Jahren

ihr Eigenheim für 186 000 Euro kauf­ ten, wie Lea Biege erzählt: «Wir haben uns an das Wohnen auf kleinem Raum herangetastet». 2017 lebten sie noch in einer 80 Quadratmeter grossen Woh­ nung nahe Thun BE und hatten in der Ikea unzählige Möbel gekauft. «Ein­ fach um den Raum zu füllen», sagt Lea Biege. Viereinhalb Zimmer für zwei. Manchmal hatten sie ein schlechtes Gewissen, weil sie bei Weitem nicht die gesamte Wohnfläche nutzten. Eines


WOHNEN | 1.3.2021 | 37

Lea und Pierre Biege leben mit Juno in einem 27 Quadratmeter grossen Minihaus des deutschen Anbieters Wohnwagen in Albinen VS.

die Wohnsituation zu unserer neuen Lebensphilosophie passen muss.» Also beginnt das Paar zu üben. Sie sperren Zimmer ab, leben nur noch in der Küche und ihrem Wohnzimmer. Später folgt der Umzug in eine 39 Qua­ dratmeter grosse Wohnung in Visp, danach in ein 16 Quadratmeter grosses Studio. Dort suchen sie schon nach ­einem Minihaus und werden beim ­Anbieter Wohnwagen fündig. Die Flit­ terwochen verbringen sie mit Probe­ leben im Kleinhaus, erzählt Pier­re Bie­ ge. «Wir haben gespürt, dass wir nicht mehr zum Leben brauchen als das.» Am liebsten hätten sie ihr neues Zu­ hause an einen einsamen See im Wald gestellt. Doch nicht jede Schweizer Ge­ meinde will ein Tiny House auf ihrem Gebiet. Albinen, Pierres Heimatdorf, ist aber offen für solche Projekte. Das Land mit bester Aussicht ins Rhonetal kostet 44 000 Franken. Nur mussten sie wegen der Hanglage einen gemau­ erten Keller darunter bauen. «Eigent­ lich wollten wir so flexibel wie möglich bleiben und das Haus nirgends befes­ tigen», sagt Biege. «Aber der Keller ist auch ganz praktisch. Wir haben da nun Arbeitsplätze eingerichtet, damit wir auch zu Hause arbeiten können.» Was ihnen in der Corona-Pandemie zugute­ kommt: «Wenn wir auf dem begrenz­ ten Raum noch arbeiten müssten, wäre es wohl tatsächlich ein wenig eng.» Bei den Pferden leben

Abends schaut sich das Paar auf Net­ flix die Dokumentation «Minimalism. A documentary about the important things in life» an, unter anderem wird darin über das Leben in Tiny Houses berichtet. Die beiden waren begeistert. «Das hat in uns etwas ausgelöst. Wir haben gespürt, dass der Trend vom ­reduzierten, nachhaltigen Leben auch zu uns passt», sagt die 25-Jährige. Zu­ gleich wurden sie Veganer. «Es kristal­ lisierte sich immer mehr heraus, dass

Jetzt seien sie in ihrem wirklichen ­Leben angekommen, sagt Lea Biege. «Die Wertschätzung für das wenige Hab und Gut, das wir noch haben, ist dadurch gestiegen.» Das Paar gibt ­vielen Gegenständen sogar einen Na­ men. So hört das Haus auf «Holger», den Holzkorb nennen sie «Jacques». Wie sie es machen werden, wenn die Kinder grösser sind und mehr Platz wollen oder brauchen, wissen sie nicht. «Damit beschäftigen wir uns, wenn es so weit ist.» Fest steht: Streitgespräche führen sie draussen, und die Freunde haben sie so weit erzogen, dass sie flüsternd reden und leise lachen. Mehr als Notlösung kam Michèle ­Helfenstein auf die Idee, in einem umgebauten Bauwagen zu leben. Die 41­Jährige arbeitete früher auf einem Hof, produzierte Stutenmilch und wollte möglichst nahe bei den Pferden leben. Also kaufte sich die gebürtige Aargau­ erin für 4600 Franken den 16 Quadrat­ meter grossen Bauwagen und reno­ vier­te ihn gleich selbst. Hof und Milch­ produktion sind Geschichte, Bauwagen aber nicht. Mittlerweile lebt Helfen­-

«Ich bin froh, dass ich Dusche und WC vom Camping nutzen kann.» Michèle Helfenstein (41) zurzeit am Ägerisee ZG

16 m2 Hat ihren günstig gekauften Bauwagen komplett selbst renoviert: Michèle Helfenstein könnte sich noch immer eine grosse Wohnung leisten, kann sich aber nicht mehr vorstellen, in einer zu leben.


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WOHNEN | 1.3.2021 | 39

Verena Tinner hat ihr Glück m Jurtendorf am Fuss des Napfs gefunden.

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«Heute passt ein kleines, individuelles Reich besser zu mir.» Verena Tinner (56) Luthern Bad LU

stein, die wieder in ihrem alten Beruf als Goldschmiedin arbeitet, seit gut vier Jahren darin: «Ich könnte mir pro­b­ lemlos eine grosse Wohnung leisten. Aber ich kann mir nicht mehr vorstel­ len, so zu leben.» Derzeit steht sie mit ihrem Zuhause für einige Monate auf einem Campingplatz am Ägerisee ZG. Es sei schwierig, feste Standplätze zu finden. Wobei sie mit dem derzeitigen Ort nicht unzufrieden ist. Helfenstein hat in ihrem Bauwagen weder Dusche noch WC. «Da bin ich froh, dass ich diese vom Camping nutzen kann.» Fertig mit den Arbeiten an ihrem Wagen ist sie aber noch immer nicht: «Mir fehlt noch fliessendes Was­ser.» Derzeit füllt sie es in PET-Flaschen ab und trägt diese vom Campingbad zum Wagen. «Ich würde aber gerne einen Tank einbauen, damit dies weniger kompliziert ist.» Auch eine kleine ­Toilette soll irgendwann Platz finden. «Es gibt schon Dinge, die ich anfangs unterschätzt habe. Das WC ist eine davon.» Wenn man mal länger jede

Nacht bei jedem Wetter, rausmüsse, nerve dies mit der Zeit. Als Übergangs­ lösung hat sie sich ein Chemie-WC ­gekauft, das sie für das Geschäft in der Nacht nutzt. Der Trend zur Individualisierung

Der Trend zum Wohnen auf kleinem Raum hat die Schweiz vor gut fünf Jahren erfasst, erklärt Researcher Stefan Breit. Der Wissenschaftler hat für das Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) vor zwei Jahren zum Thema Kleinwohnformen die Studie «­ Micro­living» verfasst. Der Erfolg reduzierter Wohnform sei dem Megatrend der ­Individualisierung geschuldet: «Un­ sere Lebensstile differenzieren sich immer mehr aus und verändern sich stark. Die Wohnform passt sich an. Menschen beginnen ihr Zuhause als Erweiterung ihrer Lebensphilosophie zu sehen, gar als Teil ihrer Identität. Viele wollen nicht mehr in 4-Zim­ mer-Wohnungen wohnen. Sie wollen alleine genau so wie zu zehnt wohnen.

Und dafür braucht es die passenden Wohnungen.» Zudem wür­den Klein­ wohnformen vielen etwas Attraktives versprechen. «Wir leben in einer Welt, die ständig nach mehr schreit und mit Superlativen um sich wirft. Und dann kommt eine Wohnform, die das Gegen­ teil behauptet. Die sagt, dass Wohnen auch reduziert funktionieren kann», sagt Breit. «Wer reduziert lebt, muss sich automatisch die Frage stellen: Was brauche ich, um glücklich zu sein?» Spannend sei auch, dass der Trend nicht nur bei Jungen gut ankomme. «Wir haben festgestellt, dass sich auch die Generationen über 50 davon ange­ sprochen fühlen. Vielen wird die alte Wohnform zu gross, wenn die Kinder ausgezogen sind und sie kaum wissen, was sie mit dem Platz anfangen sollen. So erging es Verena Tinner. Sie hat vor einem Jahr entschieden, ihre 2,5Zimmer-Wohnung in Ilanz GR aufzu­ geben, um in eine 20 Quadratmeter grosse Jurte in Luthern Bad LU zu ­ziehen. Ein gutes Jahr zuvor besuchte


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WOHNEN | 1.3.2021 | 41

die 56-Jährige, die als Gärtnerin in Ilanz arbeitete, das Jurtendorf, um sich eine Auszeit zu gönnen. «Ich fühlte mich sofort wohl», erinnert sie sich. Die Zonen einer Jurte

Tinner steht vor ihrer Jurte auf der kleinen Veranda und blickt in die verschneite Landschaft. «Als meine vier Kinder aus dem Haus waren, habe ich mir eine kleine Wohnung gesucht. Aber selbst zweieinhalb Zimmer waren mir zu gross.»Nach einem anderen Wohnmodell habe sie sich gesehnt, mehr Freiheit und weniger Konventionen. Hier, im Luzerner Hinterland, leben derzeit fünf Menschen in verschieden grossen Jurten. Die Küche und die einfachen sanitären Einrichtungen teilen sie sich gemeinschaftlich. Die meisten arbeiten wie Tinner auf dem Betrieb mit. Denn einige Jurten werden auch an Gäste vermietet, die hier ein paar Ferientage verbringen wollen. Die Bündnerin hat die Wohnfläche in Zonen unterteilt. Neben dem Schlafzimmer («das Bett in der Mitte») gibts noch ein Büro («der kleine Schreibtisch»), ein Badezimmer («der Tisch mit der Wasserschale, für die Katzenwäsche und um die Zähne zu putzen»). Die meisten ihrer Habseligkeiten hat sie weggegeben. Nur wenige Utensilien sind bei Freunden eingelagert. Diese Reduktion auf das Wesentliche hat für die 56-Jährige nur Vorteile. «Früher war das Wohnen im Haus wegen der Kinder praktisch. Die Wohnform hat zum damaligen Leben gepasst. Heute, da ich älter bin, passt eine kleines, ­individuelles Reich besser zu mir.» Auch Marisol Martinez aus Basel hat ihre Wohnform ihrem neuen Le­­ bensabschnitt angepasst. Seit Januar ist die 65-­jährige Krankenpflegerin pensioniert, seit wenigen Wochen lebt sie in einem 34 Quadratmeter grossen Mikroapartment im Basler Claraturm. Dafür bezahlt sie 1190 Franken im ­Monat. Bei der Erstvermietung sind die Wohnungen nach einem Raumkonzept namens Movement gestaltet: Die Einrichtung ist mit elektronisch verschiebbaren Modulen versehen. Martinez kann ein Regal und ihr Bett nach Bedarf per Knopfdruck verschieben. Ein Mikroapartment fürs Alter

Die Rentnerin lebte zuvor mit ihrem Sohn in einer 80 Quadratmeter grossen Wohnung ausserhalb der Stadt. Beiden war seit Längerem klar, dass sie sich keine Wohnung mehr teilen wollten. Der Neffe schickte ihnen die Wohnungsanzeige des Mikroapart-

34 m2

Marisol Martinez geniesst im hochmodernen ­Mikroapartment im Basler Claraturm, dass sie nicht mehr so viel putzen muss.

«Ich komme mir vor, als würde ich in der Zukunft leben. Und das fühlt sich sehr gut an.» Marisol Martinez (65) Basel

ments und dachte an den Sohn. «Doch ihm war sie zu klein», sagt Martinez. So bewirbt sie sich kurzerhand selbst. «Für mich alleine genügt der Platz, und mir war es wichtig, dass ich nicht mehr so viel putzen muss. Weniger Platz zum Wohnen heisst auch, weniger Platz für Schmutz.» Man wisse ja nie, wie sich die körperliche Fitness im Alter entwickle. «Mein Ziel ist es, dass ich in dieser Wohnung so lange lebe, wie es geht.» Deswegen hat sie auch darauf geachtet, dass zur Not auch alles rollstuhlgängig wäre.

Befürchtungen, sie komme mit der Technik nicht zurecht, hatte sie keine. «Mein Sohn hat mir alles erklärt. Ich muss nicht viel mehr als einen Knopf drücken.» Ein weiterer Pluspunkt: Eine App, über die alle Mieter miteinander kommunizieren können. Zudem kann Martinez damit auch diverse Dienstleistungen buchen, etwa einen Concierge-Service, der ihre Pflanzen giesst, wenn sie in den Ferien ist. «Ich komme mir vor, als würde ich in der Zukunft leben. Und das fühlt sich sehr gut an.» MM


42 | 1.3.2021 | BEAUTY

Gepflegt maskiert Die Auswahl an Masken zur ­Gesichtspflege ist gross. Diese Übersicht hilft, die passende zu finden. Text: Petra Koci

Crememaske Der Klassiker für alle Haut­ typen. Sie kann reinigen und klären, beruhigen und befeuchten, straffen, feine Fältchen glätten oder ­aufpolstern. Die Creme wird als dicke Schicht auf­ getragen und einmassiert. Nach der Einwirkzeit kann man sie einziehen lassen wie eine Tagescreme, mit einem Kosmetiktuch ab­wischen oder mit ­Wasser abwaschen. 1 Zoé Expert Goji Mousse Maske Fr. 7.50

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Peel-Off-Maske Die gelartige Maske wird gleichmässig aufgetragen. Während der Einwirkzeit trocknet sie an. Danach kann man sie einfach abziehen. Lose Hautschüppchen, Mitesser und überschüssiger Talg werden gleich mitentfernt. Die Haut fühlt sich weich und ebenmässig an. Vor ­allem geeignet bei fettiger und zu Unreinheiten ­neigender Haut.

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BEAUTY | 1.3.2021 | 43

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KOLUMNE | 1.3.2021 | 45

Illustration: Rinah Lang

Das Coronaleugnerpärchen STADT, LAND, STUTZ Sie gehen Hand in Hand. Beide tragen weisse Schutzanzüge, als kämen sie gerade aus der Intensivstation. Aber da wäre das Paar bestimmt nicht wegen Corona gewesen, denn dieses Virus gibt es seiner Meinung nach nicht. Oder es ist kein so grosses Problem, wie Alain Berset behauptet. Wir sind in Wohlen AG – ich, weil ich eine Freundin besuche, und sie, weil sie sich diese ganzen Lügen und Regeln nicht mehr gefallen lassen. Dafür werden sie heute mit Hunderten von Gleichgesinnten demonstrieren. Die beiden tragen keine Masken, dafür Schilder. Wie ist es wohl, ein Coronaleugnerpärchen zu sein? Redet man sich jeden Abend gemeinsam in Rage, bis einer von beiden ­beatmet werden muss? Verschickt man statt Weihnachtskarten Freundschaftskündigungs-­ briefe, weil Karl und Rosmarie einfach nicht einsehen wollen, dass die gesamte Menschheit gerade hinters Licht geführt wird? Guckt

man zusammen noch die «Tagesschau» um halb acht, oder ist sie längst den YoutubeFilmchen gewichen? Immerhin ist es sich offensichtlich einig, das Pärchen, das am Samstagnachmittag bei schönstem Wetter zu dieser Demo spaziert. Es scheint seinen Frieden zu haben. Zwar nicht mit der Welt, und schon gar nicht mit der Schweiz und ihrer Regierung, aber immer­ hin mit sich selbst. Es geht Hand in Hand. Es muss schlimmer sein, als Paar beim Thema Corona nicht einer Meinung zu sein. Wenn der eine Maske trägt und der andere in den weissen Schutzanzug steigt. Wenn der eine Solidarität zeigt und der andere den Mittelfinger Richtung Bern. Was tut man: Trennung auf Zeit, bis alles vorbei ist? Oder zählt Corona bereits zu den Top-3-Scheidungsgründen? Ich jedenfalls kann verstehen, wenn man lieber geschieden ist als die Hälfte eines Coronaleugnerpärchens. MM

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

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46 | 1.3.2021 | BLASENSCHWÄCHE

Mann spricht nicht darüber. Mann schämt sich. Oder Mann denkt, eine Harninkontinenz ­gehöre eben zum Älterwerden. Aber das stimmt nicht. Denn ­unkontrolliert Urin zu verlieren, ist in keinem Alter normal. Etwa einer von zehn älteren Männern hat eine Harninkontinenz, aber nur 20 Prozent der Betroffenen vertrauen sich einem Arzt an.

Welche Arten von ­Inkontinenz gibt es?

Wann sollte Mann Hilfe suchen?

Möglichst frühzeitig. Viele Män­ ner entscheiden sich, erst dann zum Arzt zu gehen, wenn sie das Problem nicht mehr verheimlichen können. Es sollte ihnen bewusst sein, dass jeder Zeitverlust zu einem erhöhten ­Behandlungsaufwand führen kann. Sprechen Sie also lieber zu früh als zu spät mit Ihrer Haus­ ärztin oder Ihrem Hausarzt.

Wie kommt es zur Harninkontinenz?

Eine vergrösserte Prostata, die den Urinfluss behindert, ist der häufigste Grund für die Drang­ inkontinenz. Dann staut sich Urin in der Blase, diese dehnt sich immer mehr aus, und plötz­ lich setzt der Harndrang ein. Durch Krankheiten wie Diabe­ tes, Parkinson, einen Schlagan­ fall oder auch Multiple Sklerose können Nerven geschädigt wer­ den, die sonst die Blasenmuskeln steuern. Auch bei einer Quer­ schnittslähmung oder anderen Nervenschäden am Rückenmark kann die Blasenentleerung ge­

TABUTHEMA INKONTINENZ Etwa jeder zehnte Mann kennt das Problem. ­Dennoch schweigen die meisten – und bringen sich so um erprobte B ­ ehandlungsmöglichkeiten. Text: Martina Frei

stört sein. Dann kommt es bis­ weilen zur «überaktiven» Blase: Dabei besteht ein Ungleichge­ wicht zwischen Muskelkräften, die für die Blasenentleerung sorgen, und denen, die den Urin zurückhalten können. Auch manche Medikamente können als Nebenwirkung eine Harn­ inkontinenz begünstigen.

Kann Harninkontinenz die Folge einer Prostata­ operation sein?

Ja, aber dieses Problem wird oft überschätzt. Nach der klas­ sischen Operation einer ver­ grösserten Prostata betrifft das maximal 3 von 100 Männern. Umfragen zeigen, dass diese mit ihrer Lebensqualität trotzdem zufrieden sind. Oft lag schon vorher eine Harninkontinenz vor, die dann zu Unrecht der Operation angelastet wird. Es

kann jedoch sein, dass sich eine Überlaufinkontinenz nach dem Eingriff merkbar verstärkt. Meist kann sie jedoch gut ­behandelt werden. Bei Prostata­ krebs ist nach einer Operation das Risiko der Harninkontinenz höher. Wie hoch, hängt mit der Tumorgrösse zusammen, aber auch mit dem Können und der Erfahrung des Operateurs. Im ersten Jahr nach dem Eingriff lässt sich eine Inkontinenz oft durch eine intensive ­Physio­therapie beheben – oder zu­mindest abschwächen.

­ eckenbodens zu trainieren. B ­Allerdings müssen viele Männer erst ein Gespür für den Becken­ boden entwickeln. Anfangs lässt man sich am besten von einem Physiotherapeuten anleiten, ­dann brauchts Eigeninitiative – «dranbleiben und täglich üben» lautet die Devise. Das kann man zum Beispiel auch während des Fernsehens tun. Biofeedback und Elektrostimulation unter­ stützen dieses Training.

Welche einfachen Behandlungsmög­ lichkeiten gibt es?

Eine weitere Option, um die Blasenmuskeln zu unterstützen, sind Medikamente. Sie werden oft kombiniert mit der Einfüh­ rung von möglichst fixen Zeiten beim Wasserlösen. Bei sehr schwerer Inkontinenz kann eine Operation oder ein künst­ licher Schliessmuskel helfen.

Bei mehr als 90 Prozent der ­Betroffenen kann die Harn­ inkontinenz geheilt oder die ­Situation verbessert werden. Oft hilft es, die Muskeln des

Und wenn das nicht genügend hilft?

Illustrationen: Getty Images

Die Überlaufinkontinenz ist die häufigste Form der Blasen­ schwäche bei Männern. Anders als die übrigen Inkontinenz­ formen beruht sie nicht auf einer ­Störung der Harnspeicherung, sondern auf einer Störung der Blasenentleerung. Sie tritt häufig als Folge einer zunehmenden ­Verengung der Harnröhre (zum Beispiel bei altersbedingter ­Prostatavergrösserung) auf, die schliesslich zu einem Urinstau in der Harnblase führt.


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NÜTZLICHE TIPPS Ein Toiletten- und Trink­ protokoll hilft dem Arzt

­ erauszufinden, um welche h Form von Inkontinenz es sich h ­ andelt. So kann er zum ­einen der Ursache auf die Spur kommen und zum ­anderen eine individuelle und erfolgsversprechende Therapie festlegen. Beim Trink- und Toiletten­ tagebuch (auch Miktions­ protokoll genannt) notiert der Betroffene einige Tage lang, wann er Wasser lassen musste, wie stark der Harn­ drang war und ob es zu einem ­unwillkürlichen Harnabgang kam. Ausserdem vermerkt er die Menge der zu sich ­genommenen Flüssigkeiten. Das Risiko einer Inkontinenz steigt mit dem Lebensalter. Nebst Verletzungen und Opera­tionen können gerade bei jüngeren Patienten auch Medikamente mit Neben­ wirkungen eine Inkontinenz fördern. Als weitere Auslöser gelten körperliche Störungen wie etwa eine vergrösserte Prostata oder eine Nervenschädigung. Bei einer durch Belastungen hervorgerufenen Inkontinenz kann ein regelmässiges Beckenbodentraining helfen. Dieses kann zudem bereits vorbeugende Wirkung haben. Auch Übergewicht kann eine

Blasenschwäche fördern, in diesem Fall ist eine Gewichtsreduktion angesagt. In manchen Fällen bewährt sich ein Blasentraining. Dazu gehören die angepasste Trinkmenge, eine geeignete Getränkeauswahl und fixe «Toilettenzeiten». Bei der Ernährung kann man versuchen, möglichst keine Stoffe zu sich zu nehmen, die die Blase reizen könnten – etwa scharfe Gewürze oder Kaffee. Auch sollte man auf Nikotin verzichten. Generell sollten Betroffene für eine ­geregelte Verdauung sorgen. Hat eine Überlaufinkontinenz seelische (Mit-)Auslöser, tragen oftmals Entspannungsmethoden wie ­autogenes Training zur Besserung bei. Weitere auslösende Faktoren wie anhaltender Husten, wiederkehrende Harn­wegs­infekte oder schweres Tragen können nur durch entsprechende Therapien beziehungsweise Verhaltensänderungen bekämpft werden. Daneben gibt es diverse

­Medikamente, die Linderung

bringen oder Abhilfe schaffen können. Operative Eingriffe empfehlen sich nur dann, wenn sich sämtliche anderen ­Therapieansätze bereits als ­erfolglos erwiesen haben. MM


48 | 1.3.2021 | MEINE MIGROS

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Mit Weichkäse und Honig-Senf Senf und Honig mischen. Brotscheiben damit bestreichen und mit Käsescheiben belegen. Mit Kresse bestreuen und mit Pfeffer würzen.

ZUM BROT PASST

Rohschinken Geräucherter Rohschinken oder ein milder Weichkäse passt bestens zum hellen Kartoffel-Nuss-Brot.

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KARTOFFEL-NUSS-BROT

Dem aromatischen Halbweissbrot mit Roggen verleihen Baumnüsse einen unverkennbaren Geschmack. Kartoffelflocken sorgen für die leicht süssliche Note – und halten das Brot dazu noch länger frisch.

Bild und Styling: Veronika Studer (Food); Getty Images

D I E B AU M N USS

Schon immer ein Genuss Die Baumnuss zählt zu den ältesten bekannten Nahrungsmitteln überhaupt. Bereits in der Steinzeit diente sie als genussreiche Kost. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Baumnuss ­ursprünglich aus Syrien und der Türkei stammt. Heute wird sie hauptsächlich in China, Italien, der Türkei und in den USA angebaut.


FINANZEN | 1.3.2021 | 49 Contentpartnerschaft

Kehrt jetzt die Inflation zurück? Ohne die volatilen Nahrungsmittelund Energiepreise stagnierten die Preise gar. Die Jahresrate der Kern­ inflation betrug im Januar ebenfalls 1,4 Prozent, verglichen mit noch 1,6 Prozent im Vormonat. Für das zweite Jahresviertel sind in den USA jedoch höhere Inflationsraten absehbar. Dies vor allem, weil die Coronakrise die Wirtschaft im zweiten Quartal 2020 am härtes-

ten getroffen hat. Jahresvergleiche werden wegen der Basiseffekte und Preiserholungen infolge einer sich belebenden Konjunktur wohl ein trügerisches Inflationsbild vermitteln. Der Arbeitsmarkt wiederum wird sich weniger rasch erholen als die Wirtschaftsaktivität. Einen längerfristig destabilisierenden Inflationsschub erwartet die Migros Bank nicht. MM

Bislang geringer Inflationsdruck in den USA (Veränderung zum Vorjahr) 6 % 5 % 4 % 3 % 2 % 1 % 0 %

Quelle: Datastream

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Thomas Pentsy ist Marktanalyst bei der Migros Bank.

Die US-Notenbank hat auf den ­ usbruch der Corona-Pandemie A mit ­einer beispiellosen Ausweitung der Geldmenge reagiert. Nicht ohne Risiko: In der Vergangenheit hat eine ultraexpansive Geldpolitik oftmals zu hohen Inflationsraten geführt. Derweil setzt die US-Wirtschaft im Zuge der anrollenden Impfkampagne ihren Erholungskurs fort, die Roh­ stoffpreise steigen, und der neue ­Präsident Joe Biden hat ein weiteres billionenschweres Fiskalpaket vor­ gestellt. Wenig überraschend sind ­daher an den Finanzmärkten die ­Inflationserwartungen gestiegen. Teuerung lässt sich auf mehrere Arten messen. Am häufigsten wird sie über den Konsumentenpreisindex betrachtet. Dieser Indikator stellt die Preisveränderungen für einen breiten Korb von Waren und Dienstleistungen dar. Der US-Inflationsbericht für Januar zeigt einen schwächeren Preisdruck als erwartet. Die Teuerung liegt deutlich unter 2 Prozent, dem durchschnittlichen Inflationsziel der US-Notenbank. Um 0,3 Prozent gegenüber Dezember und um 1,4 Prozent im Jahresvergleich stieg der Konsumentenpreisindex. Der ­Anstieg ist vor allem den höheren Benzinpreisen zuzuschreiben.


50 | 1.3.2021 | FASTEN

Welcher Fastentyp sind Sie?

Jetzt ist Fastenzeit – das ist die Gelegenheit, um ein paar Corona-Pfunde loszuwerden. Wählen Sie die Methode, die am besten zu Ihnen passt. Text: Martina Frei  Illustration: Sebastian Schwamm

Für Schleckmäuler Ohne Süsses gehts nicht? Dann könnte die Saftkur das Richtige sein. Sie besteht aus Fruchtund Gemüsesäften. Am besten schmecken diese frisch zubereitet. Wer den Fruchtsaft mit Wasser verdünnt, zehrt länger davon.

Für Einsteiger Wer nur ein bisschen fasten möchte, wählt Suppe: Eine Hauptmahlzeit durch eine Suppe ersetzen. Das spart Kalorien ein. Noch mehr bringt ein «Suppentag» oder eine ganze ­«Suppenwoche». Wichtig: Die Suppen sollten weder viele Kohlenhydrate enthalten noch Kalorienbomben wie Rahm oder Käse. Die ideale Fastensuppe besteht entweder aus einer frisch zubereiteten Bouillon oder einer pürierten Gemüsesuppe.

Für Snacker Ein paar Pommes Chips, einige Nüsschen, ein Stückchen Käse oder Schoggi. Wer hier ein Häppchen nimmt und dort eines, fühlt sich nie richtig satt, nimmt über den Tag verteilt aber trotzdem eine Menge Kalorien zu sich. Beim Intervallfasten lernt der Snacker, dass es auch ein paar Stunden ohne Essen geht. Beginnen Sie mit einer drei- bis vierstündigen Essenspause ­zwischen den Mahlzeiten. Sie können diese Essenspausen beliebig verlängern. Wichtig: Die Essenspause allein bringt keine Gewichtsabnahme. Das Abnehmen klappt nur, wenn man insgesamt weniger Kalorien als benötigt isst und sich mehr bewegt.

Wichtig: Fruchtsaft enthält viel Frucht­zucker, das kann die L­ eber belasten. Deshalb maximal drei Deziliter Fruchtsaft (ohne Zucker- oder Fructosezusätze) pro Tag trinken und den Rest mit Gemüsesaft und/oder Wasser ergänzen. Wer einen empfind­ lichen Magen hat, sollte aufpassen: Die Säure im Fruchtsaft kann den Magen reizen.


FASTEN | 1.3.2021 | 51

Für Wochenendkämpfer

Tipps

Unter der Woche brauchen Sie volle Konzentration und Kraft? Vielleicht ist dann das 5:2-Intervallfasten die passende Methode, also fünf Tage pro Woche normal essen und an einem oder zwei Tagen in der Woche jeweils 500 Kilokalorien täglich.

Fasten führt nur dann langfristig zur Gewichtsabnahme, wenn man seinen ­Lebensstil ändert. Setzen Sie sich ein kleines Ziel. Es ist besser, «nur» zwei Kilo abzunehmen und dieses Gewicht dauerhaft zu halten, als fünf Kilo ab- und bald darauf wieder zuzunehmen.

Wichtig: Menschen mit Diabetes sollten sich beim Fasten von einem Arzt oder einer Ärztin begleiten lassen. Durch die Stoffwechselumstellung kann es sein, dass die Medikamentendosis angepasst werden muss.

Es ist schwierig, das Fasten durch­ zuhalten, wenn die Lebensumstände ­gerade sehr ­be­lastend sind. Essen Sie genussvoll und langsam. Achten Sie beim Essen auf das Sättigungsgefühl.

Für wild Entschlossene Für Vielbeschäftigte

Spüren Sie bei Essensgelüsten in sich hinein: Steckt wirklich Hunger dahinter oder ein anderes Gefühl, zum Beispiel Frust, Langeweile, Wut …? Gegen solche Ge­fühle «anzuessen» hilft nicht wirklich.

Keine Zeit zum Essen? Wie wäre es in dem Fall mit 16:8? Das heisst, ­ während 16 Stunden wird gefastet. In dieser Zeit gibt es nur Wasser, un­ gesüssten Tee oder Kaffee. Gegessen wird nur in den restlichen 8 Stunden. Bei diesem Intervallfasten stellt sich der Stoffwechsel während der ­Essenspause um. Das kann sich positiv auswirken bei Diabetes, Blut­ hochdruck und Übergewicht.

Wer es bei Über­ gewicht schafft, fünf Prozent seines Gewichts abzunehmen, darf stolz auf sich sein. Er tut seiner Gesundheit damit einen grossen Gefallen.

Wichtig: Am einfachsten beginnt man an Tagen, an denen man keine sozialen ­Ver­pflichtungen hat. So kann die Tageszeit von Frühstück und A ­ bendessen individuell angepasst werden. Zunächst hält man eine z­ wölfstündige ­Essenspause ein und verlängert diese Zeitspanne allmählich.

Kinder und Jugend­ liche, schwangere Frauen, Menschen mit einer Krebs-, ­Leber- oder Nierenerkrankung oder in hö­herem Alter sollten auf das Fasten verzichten oder zumindest vorher sich von einer Fachperson ­beraten lassen.

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Erst ein Vorbereitungstag mit rund 1000 Kilokalorien, danach bis zu zehn Tage lang nur Bouillon, Gemüsesaft, Wasser und Tee – beim Heilfasten purzeln die Pfunde. Denn pro Tag gibts nur wenige Kalorien. Langfristig klappt das Abnehmen aber nur, wenn nach der Fastenzeit der Lebens­ stil verändert wird. Das Heilfasten wird auch praktiziert, um Körper und Geist zu «reinigen». Wichtig: Wer sich zum Heilfasten entschliesst, sollte sich ärztlich begleiten lassen. Am besten gelingt das Heilfasten bei einem Kuraufenthalt zusammen mit Gleichgesinnten.

14 Tricks fürs Minifasten Wie gelingt das Minifasten und wie purzeln die Kilos am besten? Mehr auf migros-impuls.ch/fasten


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1.3.2021 | 53

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Zü

Arbeitete sich die Karriereleiter hoch: die Kenianerin Agnes Chebii

SAYFLOWERS

Karrierechance für Frauen

Blumenstrauss zum Frauentag

Dass Agnes Chebii auf der Rosenfarm in Kenia Teamleiterin wurde, ist alles andere als selbstverständlich. Ihren Aufstieg hat erst die Fairtrade-Zertifizierung ihres Arbeitgebers ermöglicht. Text: Fabian Weidmann

Bild: Fairtrade Max Havelaar/Christoph Köstlin

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or 20 Jahren begann Agnes Chebii auf der Rosenfarm ­Karen Roses als einfache ­Angestellte. Heute leitet die 41-jährige Mutter von vier Kindern ein Team mit 30 Mitarbeitenden und ist verantwortlich für mehrere Gewächshäuser. Dass sie auf der Karriereleiter überhaupt so weit aufsteigen konnte, verdankt sie dem Fairtrade-Gütesiegel von Max Havelaar. «Vor der Zertifi­ zierung der Farm wäre das für eine Frau undenkbar gewesen», sagt Chebii. Heute schreibt das Unternehmen freie Stellen aus. Damit erhalten alle Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich dafür zu bewerben. So begann auch die Karriere von Agnes Chebii. Finanziert durch Gelder der Fairtrade-Prämie, absolvierte sie regelmässig Weiterbildungen. Neben Kursen zu Arbeitsschutz

und Management besuchte sie auch Fortbildungen zum Thema Geschlechtergerechtigkeit. Dies eröffnete ihr den nächsten Schritt: Sie wurde Vorsitzende des sogenannten Gender-Komitees im Unternehmen, das sich um die Rechte der Frauen kümmert. Neues Selbstbewusstsein

Agnes Chebii hat selber erlebt, welchen Unterschied Fairtrade macht: «Das ­Leben der Frauen auf der Rosenfarm hat sich spürbar verändert. Sie stehen immer selbstbewusster für ihre Rechte ein», sagt sie. Die Frauen der Gemeinschaft hätten verstanden, dass auch sie alles tun können, was Männer tun. «Sehen Sie mich an: Früher war ich eine einfache Arbeiterin, heute bin ich gut ausgebildet und arbeite in einer ­führenden Position.» MM

Partner der Migros Zürich Die Migros Zürich und Fairtrade Max Havelaar spannen seit Jahren im Be­ streben zusammen, die Rechte von ­Frauen rund um den Globus zu stärken. Deshalb ist in allen Blumenabteilungen der Migros Zürich ein breites Sortiment an Fairtrade-Rosen von Max Havelaar erhältlich – sowohl zum internationalen Tag der Frau, aber auch im ganzen Jahr.

Den Blumenstrauss «Marla» gibt es bei Sayfowers exklusiv zum Tag der Frau am 8. März. Ab 26. Feb­ ruar bis zum 12. März ist er bestellbar; so­ lange der Vorrat reicht. Der Strauss besteht aus gelben Mimosas und roten Rosen. ­Traditionell werden beispielsweise in ­Italien zum Frauentag gelbe Mimosas ver­ schenkt. Die roten ­Rosen gelten als ein Zeichen der Liebe. Im Onlineshop gibt es 20 % Rabatt auf den ­Marla-Strauss. Bestellen auf sayflowers.ch


54 | 1.3.2021 | MIGROS ZÜRICH

Perfekt im Einklang Die Limmat-Nixen Zürich, einer der führenden Vereine im Synchronschwimmen, hat in seiner 60-jährigen Geschichte schon so manche Aufs und Abs gemeistert. So lassen sich die Mädchen der aktuellen Besetzung auch von der Pandemie nicht unterkriegen und trainieren fleissig für die Jubiläumsgala. Text: Gabriel Zwicky

S

ie schrauben sich aus dem Wasser, schnellen empor, gleiten wieder zurück, drehen sich, werfen Arme und Beine, dann wieder den Kopf in Position, stets im Takt der Musik und im Einklang mit den anderen Schwimmerinnen. Das ist Synchronschwimmen, das sind die Limmat-Nixen in Aktion. Dass ihr Spektakel an keinem Bildschirm stattfindet, sondern live in Zürich Leimbach, rufen hin und wieder kleine Wasserspritzer und die Temperaturen im gut geheizten Hallenbad in Erinnerung. Ansonsten: Staunen wie in der Manege, eintauchen in eine andere Welt. Von Anstrengung keine Spur. Die Zuschauer nehmen allein Charme, Grazie und ein Lachen auf den Gesichtern der Sportlerinnen wahr. Letzteres wird an den Wettkämpfen gar mitbewertet. Bekannt über die Landesgrenze

Synchronschwimmen taucht erstmals Ende 19. Jahrhundert unter dem Namen Wasserballett auf. Doch bereits in der Antike habe eine Art Reigenschwimmen existiert, erklärt Alison King, ­zuständig für Marketing und Kommunikation im Vorstand der Nixen. Damals sei es eine ­Männersportart gewesen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts sei

Synchronschwimmen oder Artis­ tic Swimming zum Mädchenund Frauensport geworden. Der Traditionsverein LimmatNixen Zürich wurde 1961 gegründet. Ursprünglich als Teil des Schwimmvereins Limmat ­Zürich sind die Limmat-Nixen seit 1998 ein eigenständiger ­Verein. Mit spektakulären Gala-shows, dem Engagement von Toptrainerinnen und der Teilnahme an internationalen Wettkämpfen von Europameisterschaften bis zu Olympischen Spielen hat sich der Verein weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Seit der Gründung konnte er ­total 40 Schweizer-Meister-Titel ­holen. Neben den Wettkämpfen gehören zahlreiche Showauf­ tritte zum Vereinsalltag. «Was sich unter Wasser alles abspielt, fasziniert mich immer wieder», sagt Alison King, die auch Mutter einer langjährig ­aktiven Limmat-Nixe ist. Die Schwimmerinnen kommen dort zusammen und bringen sich für eine Figur in Position, immer mit einer gut gefüllten Lunge. Unterwasserlautsprecher, aber auch das individuelle Mitzählen der Kür sowie Zeichen und Laute helfen unter der Oberfläche im Rhythmus zu bleiben. Was braucht es eigentlich, um bei den Limmat-Nixen mitzumachen? Kings Tochter etwa

sei als Siebenjährige zum Verein gestossen. Sie liebte Musik und Wasser. Freude am Teamsport, Flexibilität, Anmut und Beweglichkeit sind weitere Qualitäten, die gute Synchronschwimme­ rinnen mitbringen. Während der Weg an die Spitze mit viel Training und Anstrengung verbunden ist, stehen im Breitensport das gemeinsame Training und Teilnahmen an regionalen Wettkämpfen und Shows im Vordergrund, dies ganz ohne Druck. Immer wieder unternimmt der Verein Anläufe, auch Buben für den Sport zu gewinnen. Die Grundlagen wären geschaffen:

Vor ein paar Jahren hat der Welt­ schwimmverband (Fina) so­ genannte Mixed-Duette erlaubt, bei denen eine weibliche und eine männliche Person vortragen. Sich über Wasser halten

Die Corona-Pandemie hat bei den Limmat-Nixen laut King nach anfänglichem Schock zu guten Innovationen geführt. Während des ersten Lockdowns waren die Hallenbäder geschlossen. Da habe man von den Kleinen bis zur Elite für sämtliche Teams auf virtuelles Training umgestellt, mit Kondition- und Kraftübungen und Repetition


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GENOSSENSCHAFTSRAT

Aus- und Rückblick

Bildeer: Stephan Tuor, zVg

Perfekt abgestimmt: Die Limmat-Nixen können fast wie gewohnt ­trainieren, da die meisten unter 16 Jahre alt oder Kadermitglied sind.

der Kür an Land. Das gehörte ­eigentlich schon immer zum Programm, neu war einfach die digitale Form. Da die grosse Mehrheit der Schwimmerinnen unter 16 Jahre alt oder Mitglied des Kaders ist, war es im zweiten Lockdown möglich, fast ohne Einschränkung normal zu trai­ nieren. «Nach dem Frühling 2020 haben wir aber eine Reihe von Ideen für alternative Trainings, Herausforderungen und Team­ bildung griffbereit – via Live­ streaming mit Zoom, Videos auf Youtube und Whatsapp-Chats», erläutert King. Im April 2020 haben die Limmat-Nixen gar ein

mehrtägiges virtuelles Trainings­ lager organisiert und Kolleginnen der Schwimmclubs Dübendorf und Limmattal dazu eingeladen. Die grosse Jubiläumsgala

Zum runden Geburtstag planen die Limmat-Nixen Zürich im November eine Jubiläumsgala. «Im Moment sind wir guten ­Mutes, dass es klappt», so King. Die Galashows sind sehr wichtig für die Vereinskasse der LimmatNixen Zürich. Denn auch ohne Pandemie ist der Traditions­ verein auf zahlreiche Sponsoren und Gönner angewiesen. Ein langjähriger Partner ist das

­ igros Kulturprozent. Mit ihrem M breiten Angebot zur Förderung des Artistic Swimming auf sämt­ lichen Leistungsstufen schlagen die Limmat-Nixen eine Brücke zwischen Breiten- und Spitzen­ sport. Regelmässig führt der Klub Schnupper- und Anfänger­ kurse durch und bildet Schwim­ mer und Schwimmerinnen jeden Alters auf allen Teststufen des Artistic Swimming aus. MM Info: limmat-nixen.ch

Erneut hat die Corona-Lage den Genossenschaftsrat gezwungen, die Zusammenkunft in den digitalen Raum zu verlegen. Die Agenda, die das Büro des Genossenschaftsrats für die 317. Sitzung vorgesehen hatte, war umfangreich. Neben dem jährlichen Tätigkeitsbericht der Verwaltung stellte Jörg Blunschi, Geschäftsleiter der Genossenschaft ­Migros Zürich (GMZ), den Halbjahresbericht der Geschäftsleitung vor. Als grösste Herausforderung der letzten Monate beschrieb er die unterschiedlichen Entwicklungen der Sparten. Genossenschaftsratspräsident Daniel Schindler prä­ sentierte die vom Büro ­erarbeiteten Ziele für die aktuelle Amtsperiode 2020–2024. Nachdem der Rat im Dezember der Aktualisierung der Grundsätze zur guten Unternehmensführung ­zugestimmt hatte, präsentierte der Präsident der Verwaltung die rechtliche Umsetzung der Anpas­ sungen von Statuten und Wahl­reglement.


Coronavirus

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Knoblauch-

Ein „Wundermittel der Natur”?

Warum soll man seinem Körper möglichst viel Knoblauch zuführen dert das Wachstum von Tumoren und beugt Brustkrebs vor. Sie ist dem Penizillin und anderen Medikamenten gegen antibiotikaresistente Bakterienarten in der Wirkung überlegen. Sie beugt Herz-Gefäss-Erkrankungen vor und schützt Herzinfarktpatienten vor einem zweiten Anfall! Knoblauch enthält mehr als 200 Vitamine und Mineralien - darunter Kalzium, Magnesium, Kalium, Zink, Eisen und Selen, das eine krebsbekämpfende Wirkung hat. In dem «Buch vom Knoblauch» hat die bekannte Autorin Emily Thacker Hunderte von Rezepten und Heilmitteln auf der Grundlage von Knoblauch aufgeführt. Sie erfahren darin, wie Sie Knoblauch in Verbindung mit Honig, Essig und anderen natürlichen Zutaten verwenden können, um Rheuma und Arthritis zu bekämpfen, den Appetit zu zügeln, Stress-Symptome zu mindern, den Cholesterinspiegel zu senken, den Blutkreislauf anzuregen und Muskelschmerzen zu lindern. Mit diesen bewährten Heilmitteln können Sie auch Bluthochdruck senken, Warzen entfernen, Zahn- und Ohrenschmerzen lindern, Magengeschwüren vorbeugen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen bekämpfen, der Müdigkeit ein Schnippchen schlagen, Hämorrhoiden heilen, Schnupfen und Grippe behandeln und vieles andere mehr. Sie erfahren auch, wie Sie den typischen Knoblauchgeruch neutralisieren können und welche Auswirkungen das Kochen, Rösten oder Braten auf die therapeutischen Eigenschaften der

ie Forscher in der ganzen Welt sind sich einig: Zimt steckt voller gesundheitsfördernder Eigenschaften! Von Amerika bis zum Mittleren Osten, von China bis zum anderen Ende der Welt nutzen Menschen den Zimt zur Behandlung von Diabetes, starkem Überwicht, Arthritis, zur Senkung des Gehaltes an schlechtem Cholesterin im Blut sowie zur Behandlung zahlreicher weiterer Krankheiten. Nach dem schwarzen Pfeffer ist Zimt das meistverwendete Gewürz weltweit.

Zimt – ein Alleskönner für die Gesundheit. Wer hätte das gedacht? Entdecken Sie jetzt mehr als 350 Heilmittel und Schönheitsrezepte in dem Buch, das aus der Feder von Emily Thacker stammt, die sich mit ihren Büchern über Naturheilmittel einen Namen gemacht hat. Zimt, der einst noch begehrter war als Gold, wird seit Jahrhunderten in China verwandt, um den Blutzuckerspiegel in Schach zu halten. In einer in Pakistan durchgeführten Studie senkte Zimt den Blutzuckerspiegel bei Patienten mit Altersdiabetes um bis 29%. Schon seit Jahrhunderten wird Zimt genutzt, um arthritisbedingte Schmerzen zu lindern. Eine kürzlich an der Universität von Kopenhagen durchgeführte Studie hat ergeben, dass die kombinierte Gabe von Zimt und Honig nach nur einer Woche für eine deutliche Linderung der Beschwerden von Arthritispatienten sorgte. Was für eine wunderbare Neuigkeit! Eine deutsche Studie belegt, dass Zimt Bakterien vollständig abtöten kann, die für Harnwegsinfektionen verantwortlich sind.

Und offensichtlich stoppt er auch die durch Pilze der Gattung Candida verursachten CandidaInfektionen. In Japan fand man heraus, dass Zimt den Magen beruhigt und Magengeschwüren vorbeugt. Zimt enthält mehr als 80 Nährstoffe, ist aber frei von Fett, Zucker, Cholesterin oder Natrium. Ein Teelöffel Zimt hat gerade mal 6 Kalorien. Das Buch vom Zimt verblüfft mit 350 Heilwirkungen und überraschenden Anwendungsbereichen von Zimt. Zimt kann: • Bauchfett abbauen • das Gedächtnis anregen • den Blutdruck regulieren • Pilzinfektionen vorbeugen • Arthritis verbessern • den Blutzuckerspiegel regulieren • Magenschmerzen beruhigen • Blutgerinnseln entgegenwirken • entzündliche Krankheiten eindämmen • chronische Darmleiden behandeln • Magengeschwüre abklingen lassen • den Appetit zügeln, um das Gewicht zu reduzieren • Husten abklingen lassen • Schnupfen stoppen • Grippe behandeln • Entzündungen eindämmen • Müdigkeit entgegenwirken • Krämpfe lösen • den Blutkreislauf ankurbeln • Infektionen vorbeugen • Übelkeit beseitigen • Durchfall bekämpfen • Energie verleihen • die Nerven beruhigen • die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern • Ekzeme abheilen lassen • und noch vieles mehr! Sie können ihn streuen, kauen, mischen, einreiben, trinken…

In welcher Form auch immer Sie den Zimt verwenden, ob als Pulver, als Essenz, als Stange oder als Kapsel, er steckt in jedem Fall voller wertvoller Inhaltsstoffe und trägt dazu bei, dass Sie sich gesünder, jünger und einfach besser fühlen. Zimt wirkt antibakteriell, pilzabtötend, antiseptisch und entzündungshemmend und stellt somit eine effektive natürliche Alternative zur Behandlung zahlreicher Krankheiten dar. In diesem einzigartigen Werk erwarten Sie mehr als 350 erprobte und bewährte Rezepte und Heilmittel. Sie finden dieses Buch in keiner Buchhandlung, denn es wird ausschliesslich per Versandhandel von der Firma Body Best vertrieben. Und denken Sie daran, wir gewähren Ihnen die Garantie, das Buch 30 Tage lang vollkommen unverbindlich zu testen. UNSER EXTRA FÜR SIE! Wenn Sie Ihre Bestellung innerhalb von 72 Stunden aufgeben, erhalten Sie ausserdem «Die Geheimnisse für mehr Schwung, Kraft und Lebensfreude… in jedem Alter»: Dieser Ratgeber gibt Ihnen jede Menge Tipps, wie Sie Stress und Anspannung abbauen und Müdigkeit überwinden. Selbst wenn Sie uns Ihr Buch zurücksenden, dürfen Sie dieses Geschenk in jedem Fall behalten. Beeilen Sie sich! Die Vorräte sind begrenzt. Handeln Sie jetzt!

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RÄTSEL | 1.3.2021 | 59

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Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 7.3.2021, 24 Uhr


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RÄTSEL | 1.3.2021 | 61

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Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

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Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Glücklich ist, wer Geld wie … hat. K Papier

W Heu

M Hafer

Was kann man bei Maschinen finden? A Kegelnester

E Würfelbasen

I

Kugellager

Kein Vorlegebesteck ist … S der Schaumlöffel N die Gebäckzange R das Zuckermesser In welchem Märchen kommt ein Müller vor? K Rumpelstilzchen

T Schneewittchen

G Jupiter

A Froschkönig

N Saturn

Was bekommt man, wenn man «Bouche de Betizac» kauft? R Orangen

N Esskastanien

S Kartoffeln

Wie heisst der aktuelle (2019) Cupsieger bei den Frauen im Basketball? G BC Winterthur 1

2

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T Hélios Basketball L Sierre Basket 4

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Hinweis: der letzten Ausgabe des MigrosinMagazins wurde Die LösungInergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5.fälschlicherweise nochmals das gleiche Paroli publiziert wie in Nr. 7. Für diesen Fehler möchten wir uns in aller Form entschuldigen.

ALLERLE I H N ET N EH LA FR NA AM R E E A M A R A BORUSS I A S LA RS EO UAN T ST M B S OLE RA F EL U Z OI M D EL SA EN BA H E AI SL K A GL TN P LI A OS HU EM R EN N O I T A N S SENFGLA E E EL R OG SA R EN EP TA R E I R A T O R URK NTON SE I LBAHN

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

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Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 7.3.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Sudoku Lösung Nr. 8

R U F T G E P O E M A G N E Paroli Lösung Nr. 8

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Was

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So nehmen Sie teil:

Bimaru Lösung Nr. 8

koche ich heute?

1

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Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 7.3.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 8

4

A

Lösung: Lösung:

Welches ist der kälteste Planet unseres Sonnensystems? U Neptun

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein.

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. Die Lösung ergibt aus den Buchstaben den Feldern 1-5. Füllen Sie die zehnsich Wörter in das Rätselgitterinein.

E L D O R A D O

M O E R T E L N

V E R M I N U S E R L R O S T I E N N E N E Quiz R Lösung Nr. 8 E N MALERIN

Sudoku Gewinner Nr. 7

Paroli Gewinner Nr. 7

Quiz Gewinner Nr. 7

Beatrice Morger, Wetzikon ZH; Renée Berthouzoz, Erde VS

Monika Muheim, Altdorf; Barbara Scharmer, Niederlenz AG

Margrit Dahinden-Wigger, Schüpfheim LU; Uli Peter, Luzern


62 | 1.3.2021 | MILOVE

Flammende Herzen in frostiger Umgebung

Hedwig und Kurt Sommerhalder lernten sich vor 60 Jahren in der Glace-Fabrik der Migros kennen. Ihre Clique war ­damals ständig zusammen. So führte das eine zum anderen. erhalder traf en

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Text: Manuela Enggist

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ir schreiben das Jahr 1958. Dwight D. Eisenhower ist Präsident der Vereinigten ­Staaten, und Elvis Presley absolviert ­ge­rade seinen Wehrdienst in Deutschland, als sich die 23-jährige Hedwig Pfeiffer und der 19-jährige Kurt ­Sommerhalder kennenlernen. Sie arbeiten beide in der Glace-Fabrik der M ­ igros in

Meilen ZH in der gleichen Schicht und sind sich auf Anhieb sym­pathisch. «Ich fand Kurt von Anfang an einen tollen Mann», sagt Hedwig heute, «und er hatte so ein einnehmendes Lachen.» Kurt erinnert sich: «Hedy war eine sehr hübsche Frau. Und sie wusste immer, was sie wollte. Das hat mir gepasst.» Die beiden wachsen in denselben Freundeskreis hinein und

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«Kurt hatte schwarze Haare, ich hellbraune bis blonde. Wir waren nicht nur äusserlich gegensätzlich, sondern auch von unserer Art her. Wir haben aber trotzdem gut zusammengepasst. Und irgendwann war einfach eine tiefe Liebe zwischen uns da.»

Bilder: zVg

Sie über ihn


MILOVE | 1.3.2021 | 63

ch Haben au im b ie e Sie Ihre L ersum iv n ­Migros-U ailen Sie M ­ ? n ­gefunde hichte an Ihre Gesc gb.ch. m aufruf@ n uns Wir freue   darauf!

Kurt (81) und Hedwig Sommerhalder (85) leben in Buchs AG und geniessen ihre Zweisamkeit in vollen Zügen. Am liebsten pflegen und bewirtschaften sie ihren Garten und konstruieren auch gern mal gemeinsam ein exklusives Puzzle wie dieses.

Er über sie

«Hedy ist eine temperamentvolle Frau mit sehr viel Energie. Sie wusste immer, wie sie sich durchsetzen muss, und hatte wohl deswegen auch den Haushalt mit all den Kindern immer im Griff. Diese Power hat sie sich bis heute bewahrt.»

verbringen ihre gesamte Freizeit ­zusammen. Nach der Arbeit geht die Clique von acht Freunden oft noch in einem Meilemer Restaurant töggelen, oder man trifft sich auf dem Bachtel. Immer öfter sind die beiden auch alleine unterwegs und fahren mit Kurts Vespa ins Grüne hinaus. «Und irgendwann führte das eine zum anderen», blickt Kurt zurück.

«Ich habe sie dann gefragt, ob wir heiraten wollen, und sie war zum Glück damit einverstanden.» Das Paar gab sich am 11. Februar 1961 in Egg ZH das Jawort. Es folgten fünf Kinder, da­runter Drillinge, acht Enkelkinder und ein Umzug nach Buchs AG, wo Kurt bis zu seiner Pensionierung am Hauptsitz der Chocolat Frey AG arbeitete. MM

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