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Migros magazin 09 2018 d aa

Page 1

Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Kindheitshelden S. 10 | Kriminalpsychologie S. 26 | Diabetes S. 83

MM9, 26.2.2018 www.migrosmagazin.ch

Carsharing: Die Mobilität der Zukunft Seite 76

Behindertensport

Bild: Franziska Frutiger

Rollstuhlfechter Fred de Oliveira hat nur ein Ziel: Profi zu werden Seite 20

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MM9, 26.2.2018  5

H Editorial

Beobachten Haben Sie schon einmal daran gedacht, jemanden umzubringen? Wenn nicht, sind Sie verdächtig. Zumindest für Thomas Müller, einen international gefragten Kriminalpsychologen, den meine Kollegen Reto Wild und Monica Müller interviewt haben (ab Seite 26). Der frühere Tiroler Streifenpolizist und promovierte Psychologe beschäftigt sich mit dem Verhalten von Verbrechern.

Bilder: Susanne Oberli, Jorma Müller

Was geht in einem Menschen vor, der seine eigene Tochter über zwei Jahrzehnte lang im Keller einsperrt und sieben Kinder mit ihr zeugt? Um das herauszufinden, braucht es Distanz zum Geschehen. Das schafft längst nicht jeder. Manch einer möchte den Kerl lieber vor sich haben und ihm ganz persönlich eine Lektion erteilen. Das aber übernimmt die Justiz. Der Kriminalpsycho­loge interessiert sich für das komplexe Verhalten des Täters und interpretiert es. Er hilft damit nicht nur, Verdächtige zu überführen, sondern die Zahl künftiger Verbrechen zu minimieren. Die Arbeitsweise des Kriminalpsychologen könnte auch uns im Alltag weiterhelfen: Wenn wir einander mehr Aufmerksamkeit schenken und uns dafür interessieren, was der andere tut und warum, entwickeln wir mehr Verständnis und Empathie für­einander. Und vielleicht sind wir dann eher in der Lage, destruk­tive Handlungen zu vermeiden. Die von anderen genauso wie eigene. Wir rasten nämlich nicht von heute auf morgen und völlig grundlos aus. Es braucht eine Vorgeschichte, eine meist jahrelange Entwicklung, bei der es uns an Kommunikation und Austausch mangelt. Um nicht in einen Teufelskreis zu geraten, sollten wir laut Thomas Müller mehr Zeit zum Beobachten finden. Wenn er zum Winterbeginn mit dem Fahrrad die Donau entlangfährt, fällt ihm auf, dass die Vögel tiefer fliegen als im späten Winter, weil das Wasser dann noch wärmer ist. Wer beobachtet und sich die Zeit nimmt, lernt immer dazu. Daniel Sidler, Mitglied der Redaktionsleitung a.i. daniel.sidler@migrosmedien.ch

Inhalt Menschen 8  Diese Woche

Vor 70 Jahren eröffnete die ­Migros den ersten Selbst­ bedienungsladen in Europa

26

10 Kinderhelden

Was macht TV- und Kinofiguren unsterblich? Vier Kinder zu Biene Maja, Jim Knopf und Co.

16 Infografik

Fussball, Youtube, «Uufzgi» ­machen: So verbringen 6- bis 13-Jährige ihre Freizeit

19  Bänz Friedli 20 Behindertensport

Fred de Oliveira ist der einzige Rollstuhldegenfechter der Schweiz. Sein Ziel: Profi werden

23 Jaël 24 Leserforum 26  Interview

Kriminalpsychologe Thomas Müller über Schwerverbrecher und die Frage, wie viel Mörder in jedem von uns steckt

Migros-Welt

60  Das Total-Waschduell 63  Socken aus Bambus 65  Fruchtiges Sprudelwasser 66  Allerlei zum Entschlacken 69  Neues aus Ihrer Region  Aktionen, Reportagen, News

Leben 75  1,2 oder 3?

Von kleinen Morgenmuffeln

76  Mein Auto ist dein Auto

Autos teilen, Abos lösen – Zukunftsmodelle für Carsharing

81 Familie

So lernen Kinder, sinnvoll mit dem Smartphone umzugehen

39  Internationales Lob

Bestnoten für die Migros in Sachen Tierwohl und Nachhaltigkeit

83  Diabetes ab 40 85  Die neuesten Techtrends 86  Stadt, Land, Stutz 87  Partnerin für Wüstenfuchs 89  Emma (10) spielt Saxofon

40  Ice Tea goes global

93 Glücksgriff

Migros-­Produkte im Ausland

43  Im Einsatz für Blinde

Patrick Koch bildet Labrador Jake zum ­Blindenführhund aus

45 Migusto

Ganz ohne Ei: So gelingen ­vegane ­Zitronentartelettes

Hotelgutscheine fürs ­Lötschental zu gewinnen

95 Rätsel 99 Impressum 100 Cumulus 102  Meine Welt

Schauspieler Leonardo Nigro

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen

Darauf freuen wir uns Tag des Eisbären Der 27. Februar ist dem grössten Landraubtier der Welt gewidmet. Freuen wir uns, dass es den weissen Riesen trotz Bedrohung durch den Klima­wandel noch immer gibt!

MM9

Naturphänomen Am 3. März scheint der Mond durch das berühmte Martinsloch bei Elm GL.

Unnützes Wissen

Inside Hollywood In den Hügeln über Los Angeles stand seit 1923 in riesigen Buch­ staben das Wort Hollywoodland. Erst 1949 w ­ urden die letzten vier Buchstaben bei ­einer Renovierung entfernt.

Regula Bührer Fecker (39) ist ­Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommunikation und zwei­ fache Mutter. 2017 hat sie das Buch «Frauenarbeit» geschrieben.

Mein Bild der Woche «Es gibt immer wieder Schweizer Erfindungen, die mich be-

eindrucken, etwa dieser gigantische Staubsauger. Er steht im Zürcher Oberland auf dem Dach einer Kehrichtverbrennungsanlage und ist ein Projekt des Startups Climeworks. Rund 500 Franken kostet es, damit eine Tonne CO2 einzu­ saugen. Rund 5 bis 10 Tonnen CO2 verursacht ein Schweizer pro Jahr. Logisch, vor allem müssen wir diese Pro-Kopf-Menge runterbringen. Aber mir fehlt langsam die Geduld: abzuwarten, bis die Gewohnheiten sich ändern. Und ich wünsche mir, dass auch spätere Generationen noch eine schöne Erde erleben können. Deshalb bin ich froh, dass es Menschen gibt, die so verrückte Ideen umsetzen.»

Bilder: iStockphoto, Julia Dunlop/Climeworks, Marco Zanoni

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Corinne Scheidegger (23), Restaurationsfachfrau, Bern So informiere ich mich: «Nachrichten konsumiere ich über Zeitungs-Apps.» Dafür bin ich zu alt: «Ich kenne die neuesten Social-Media-Apps nicht mehr so gut.» Da bin ich analog: «Ich lese sehr viel Bücher, aktuell ‹Fifty Shades of Grey›.»

Liebste App: WhatsApp

Die Tickets zur ersten Oscar-­ Gala im Jahr 1929 kosteten nur fünf Dollar. Sylvester Stallone, der mit «Rocky» berühmt wurde, arbeitete als junger Mann im Central-Park-Zoo in New York, wo er Löwen- käfige ausmistete

Der Schauspieler Tom Hanks besitzt Hunderte von Schreib­maschinen. Er hat vor Kurzem ein Buch mit ­ Kurz­­geschich­ten ver­öffentlicht: In jeder kommt eine Schreib­maschine vor. Unter dem Namen «Hanx Writer» hat er ­ aus­serdem eine Schreib­ maschinen-App veröffentlicht. Quelle: Stern/Neon


8  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN

Diese Woche

Plötzlich durften die Kunden zugreifen Vor 70 Jahren eröffnete die Migros den ersten Selbstbedienungsladen Europas. Die neue Art des Einkaufens war auf Anhieb beliebt, sorgte aber auch für heftige Kontroversen. Und veränderte die Branche für immer. Text: Michael West

Zahlen und Fakten

321 700 Beschäftigte hatte der Schweizer Detailhandel im dritten Quartal 2017 unter Vertrag. Er ist die Branche mit den drittmeisten B ­ eschäftigten – hinter dem Gesundheitsund Erziehungswesen.

1959 wurden die ersten Einkaufswägeli der Schweiz in einer Migros-Filiale in Zürich Höngg getestet.

150 000 Einkaufswägeli setzt die Migros heute in der ganzen Schweiz ein. Quelle: MGB-Archiv, Bundesamt für Statistik

Kunden in einer ­Migros-Filiale der 50er-Jahre: Läden mit ­Selbstbedienung ­gehörten rasch zum Schweizer Alltag.

Bilder: Bildarchiv Migros Genossenschafts-Bund, zVg

A

n der Seidengasse in ­Zürich ereignete sich im März 1948 Unglaubliches: In einer MigrosFiliale griffen Kunden einfach in die Verkaufsregale, nahmen Waren heraus und trugen sie in Körbchen zu einer K ­ asse. Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler hatte als erster Detail­ändler ­Europas einen Selbst­ bedienungs­laden ­eröffnet. Zuvor gab es in Schweizer ­Lebensmittelläden stets eine Verkaufs­theke, die den Raum wie eine Barriere trennte. Dahinter wachte der Verkäufer über seine Waren. Der Kunde musste erst bezahlen, bevor er Produkte anfassen durfte. Der Laden an der Seidengasse löste sofort eine Kontroverse aus: In Zeitungen wurde er als anonym und unschweizerisch kritisiert. Eine Nachrichtenagentur meldete «amerikanische Methoden in ­Zürich». Bei den Kunden kam die Selbstbedienung jedoch an; sie bescherte der neuartigen Filiale Rekordumsätze. So setzte sich die Selbstbedienung im Schweizer Detailhandel schnell durch und wurde schon in den 50er-Jahren alltäglich. Ende dieses Jahrzehnts bekam der Warenkorb kleine Räder und wandelte sich zum «Einkaufswägeli». Denn in der WirtschaftswunderSchweiz kauften die Menschen so viel ein, dass das Schieben der ­Waren bequemer war. Heute wird der Detailhandel wieder revolutioniert – diesmal durch den Onlinehandel. Doch etwas bleibt: Es gibt auch in den Onlineshops Warenkörbe, wie im ersten Selbstbedienungsladen. Nur sind diese Körbe jetzt virtuell.


MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  9

Thomas Rudolph

Strassenumfrage

«In Zukunft empfängt Sie am Ladeneingang vielleicht ein intelligenter Einkaufswagen» Der erste Selbstbedienungsladen war vor 70 Jahren umstritten. ­Warum stiess diese neue Art des ­Einkaufens auch auf Ablehnung? Zweifellos machte die Lobby der ­Migros-Konkurrenten Stimmung ­gegen die Selbstbedienung. Für die ­alteingesessenen Dorf- und Quartierläden war Gottlieb Duttweilers Unternehmen sowieso ein unliebsamer Konkurrent. Mit der Selbstbedienung wurde die Migros noch effizienter und erfolgreicher. Ging mit dem Siegeszug der ­Selbstbedienung auch etwas ­verloren? Die Kritiker warfen dieser Verkaufsform zu Recht vor, sie sei weniger persönlich. In den kleinen Läden der Vergangenheit wurde man noch mit Namen begrüsst – was Vor- und Nachteile hatte. Ein guter Verkäufer kannte die Vorlieben s­ einer Stammkunden und ging perfekt darauf ein. Doch im Dorfladen wurden ärmere Familien nicht mit der gleichen Aufmerksamkeit behandelt. Nach anfänglichen Widerständen gehörte der Selbstbedienungsladen rasch zum Schweizer Alltag. Warum ging das so schnell? Die Vorteile der neuen Verkaufsform waren offensichtlich – für die Detailhändler wie auch für die Kunden. Die Händler konnten Personalkosten sparen und dafür ihre Verkaufs­ flächen und Sortimente stark aus­ bauen. Mit bedienten Läden wäre ­diese Expansion nicht möglich gewesen. Die Kunden genossen ihre neue ­Freiheit. Sie waren nun nicht mehr ­Bittsteller vor einer Theke. Sie konnten Waren in ­aller Ruhe ansehen und auswählen, ohne andere Kunden ­aufzuhalten. Die Selbstbedienungsläden wurden immer grösser. War das die einzige Entwicklung, oder haben sie sich grundsätzlich ­verändert? Die Supermärkte wurden mit der Zeit auch heller und attraktiver, und sie boten mehr Übersicht. Das Sortiment

und auch die Präsentation der Waren wurden immer präziser auf die Bedürfnisse der Kundschaft zugeschnitten. Es gab mehr Frischeprodukte, und auf den Verpackungen von Lebensmitteln erschien eine Konsumationsfrist. Die Läden der Vergangenheit waren verkäuferzentriert, die modernen Supermärkte sind dagegen ­absolut käuferzentriert. Das alles passt zum wachsenden Selbst­ bewusstsein der Kunden. Inzwischen ist eine neue Um­ wälzung im Gang: Onlineshops ­ergänzen und konkurrenzieren die Supermärkte. Erledigen wir in Zukunft alle Besorgungen im ­Internet? Das halte ich für unwahrscheinlich. Das Einkaufen von Lebensmitteln ist in einem physischen Laden schlicht das bessere Erlebnis. Hier kann man die Esswaren mit a­ llen ­Sinnen erleben, statt sie nur auf einer Website auf­gelistet zu ­sehen. Kunden unter Zeitdruck kaufen aber doch gern auch Lebensmittel online ein... Sicher, wenn es um die pure Zeit­ ersparnis geht, sind gut funktio­ nierende Onlineshops kaum zu ­schlagen. Dafür erledigt man Einkäufe im Internet meist für sich allein und hat dabei kein Gemein­ schafts­erlebnis. Es ist etwas ganz anderes, wenn eine Familie in einen Laden einkaufen geht. Werden der Onlinehandel und der herkömmliche Detailhandel also auch in Zukunft parallel existieren? Ich denke, dass sie sich immer stärker vernetzen: Das Internet wird im Supermarkt Einzug halten. Es wird seine Kunden kennen und auf deren persönliche Bedürfnisse ­ein­gehen, wie das früher ein guter Verkäufer in einem bedienten Laden getan hat. Vielleicht werden Sie dann am ­Ladeneingang von einer Kamera erkannt und von einem intelligenten ­Einkaufswagen empfangen, der Sie zu Ihren Lieblingsprodukten lotst.­ MM

Wie wäre das Einkaufen ohne Selbstbedienung?

Thomas Rudolph (55) ist Professor für Marketing und Internationales Handelsmanage­ ment an der Uni­ versität St. Gallen.

Laurin Reding (26), Verhandlungs­ fachmann, Aarau «Das ist für mich undenkbar. Ich bin mit der Freiheit der Selbstbedienung auf­gewachsen und möchte nicht darauf verzichten.»

Tabita Walther (27), Juniorbera­ terin, Basel «Schwer vorstellbar. Anders als beim Onlineshopping kann ich mir Produkte im Selbst­ bedienungsladen vor dem Kaufen in aller Ruhe ansehen. Das schätze ich.»

Beat Heimgartner (56), Kirchen­ musiker, Luzern «Das Einkaufen wäre ohne Selbstbedienungsläden sehr kompliziert. Ich mag es aber, wenn es dort auch bediente Theken gibt, wo man beraten wird.»


10  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN TV und Kino

Unverwüstliche Kinderhelden

Biene Maja, Jim Knopf, die kleine Hexe: Es gibt Figuren im Kino und auf dem TV-Bildschirm,

die seit Jahrzehnten immer neue Generationen von Kindern begeistern. Wir haben eine Expertin gefragt, weshalb – und mit Kindern über ihre Lieblingshelden gesprochen. Text: Ralf Kaminski, Monica Müller  Bilder: René Ruis

W

er in den 70er-Jahren aufgewachsen ist, verfolgte im Fernsehen die Abenteuer der Biene Maja und ihres besten Freunds Willy, hatte Hörspielkassetten von den Abenteuern Jim Knopfs und fieberte am Bildschirm mit der freund­ lichen kleinen Hexe mit. Wer heute Kind ist, findet die gleichen Figuren im Kino wieder: «Die kleine Hexe» läuft seit Anfang Februar, «Die Biene Maja – Die Honigspiele» startet ­diese Woche, «Jim Knopf und Lukas der Lokomo­tivführer» Ende März. Und natürlich gibt es noch mehr: Heidi, Peter Pan, Pippi Langstrumpf, Wickie, Mowgli – sie alle kommen immer wieder in neuen Versionen ins Kino oder Fernsehen und gehören seit Jahrzehnten zu den Heldinnen und Helden von immer neuen Kindergenerationen. Andere hingegen sind verschwunden. Erinnert sich noch jemand an Captain Future? Oder Pan Tau? Weshalb sind einige dieser Kindheitshelden unsterblich und andere längst vergessen? «Es gibt immer wieder andere Medien, in denen diese Klassiker neu inszeniert werden können», sagt Ingrid Tomkowiak (61), Professorin für Populäre Literaturen und Medien an der Universität Zürich. «So werden sie im kulturellen Gedächtnis immer wieder aufgefrischt – und dabei natürlich auch modernisiert und dem Zeitgeist angepasst. Mancher Charakterzug wird weggelassen, anderes kommt neu dazu, so werden sie kompatibel mit der jeweils aktuellen Kindergeneration.» Zudem gibt es ein paar inhaltliche Gemeinsamkeiten: «Diese Figuren machen Identifikationsangebote an

Ingrid Tomkowiak (61) ist Professorin für Populäre Medien.

die Kinder. Mit der Biene Maja kann man Abenteuer im Wald erleben, mit Jim Knopf reist man durch die Welt, zu den Drachen nach China, zu den Piraten aufs Meer», sagt Tomkowiak. «Ausserdem nimmt man teil am Wachsen der Hauptfigur. Diese Erzählungen sind praktisch alle Entwicklungsgeschichten, ihre Haupt­figuren machen eine Heldenreise und werden dabei reifer.» Dies sei wichtig für die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. «Mindestens in

Maja und Willy mit ihrem Team in «Die Biene Maja – Die Honigspiele»

Die freund­ liche Hexe mit ihrem Raben Abraxas in «Die kleine Hexe»

Abenteuer­ lustig: Jim Knopf und Lukas der Lokomotiv­ führer

der Fantasie sollten sie solche Heldenreisen machen können.» Natürlich spielen auch die Eltern eine Rolle: «Sie sind es, die die Bücher kaufen und dabei in eigenen Kindheitserinnerungen schwelgen», sagt Tomkowiak. Sie denkt auch, dass TV-Serien und Kinofilme durchaus einen Einfluss auf die Einstellungen des jungen Publikums haben könnten: «Aber nicht für sich allein. Ein Kind hat nicht nur deshalb eine entspannte Haltung zu Schwulen und Lesben, weil es eine entsprechende TV-Serie gesehen hat. Dazu gibt es zu viele andere Einflüsse, denen Kinder ausgesetzt sind: die Familie, Freunde, die Schule, ihre eigenen ­Erlebnisse.» Unter den neuen Kindheits­ helden sieht Tomkowiak nur einen, dem sie zutraut, eine ähnliche langlebige Karriere hinzulegen wie den Klassikern: Harry Potter. «Da wurden von Anfang an alle Bestsellerstrategien berücksichtigt. Und Autorin J. K. Rowling ist ja noch aktiv und sorgt für neue Abenteuer aus dieser Welt.» Es sei aber auch gar nicht so einfach, in einer von global agierenden Konzernen beherrschten Welt solche Figuren zu kreieren, sagt die Professorin. «Es gäbe vielleicht schon Autorinnen und Autoren, die das Talent dazu hätten, aber wenn die nicht mit den richtigen Leuten vernetzt sind, schaffen ihre Figuren es gar nie ans Licht der Öffentlichkeit.» MM Im Kino: «Die kleine Hexe» (läuft bereits), «Die Biene Maja – Die Honigspiele» (ab 1.3.), «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» (ab 29.3.)


MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  11

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Maël (8) alias Batman

«Er hat viele Autos, ein Boot und sogar ein Flugzeug» «Ich finds cool, dass er ein Superheld ist, der in der Nacht unterwegs ist, das passt zu ihm, weil sein Zeichen eine Fledermaus ist. Toll finde ich auch, dass er so viele Autos hat, ein Boot und sogar ein Flugzeug. Ich habe die Lego-Filme gesehen, für die anderen bin ich noch zu jung. Wenn ich die schauen würde, könnte ich wahrscheinlich danach nicht so

gut schlafen. Aber in ein paar Jahren will ich sie schon auch sehen.» Kritik zum neuen «Biene Maja»Film: «Er ist sehr cool und spannend, ich würde ihn weiterempfehlen. Ich dachte erst, er sei für richtig kleine Kinder, aber für die wäre er zu gefährlich. Besonders hat mir gefallen, dass sie am Schluss alle Freunde werden.»


12  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN

Mina (8) alias das doppelte Lottchen

«Sie getrauen sich so viel»

«Ich mag, dass die Zwillinge wie beste Freundinnen sind und sich so viel ge­ trauen, mehr als ich normalerweise. Zum Beispiel stecken sie einer gemeinen Frau eine Eidechse in die Haare. Und ein anderes Mal gehen sie zusammen zelten, und als diese doofe Frau auf der Luftmatratze einschläft, schieben sie sie auf den See – als sie aufwacht, ist sie mitten auf dem Wasser.» Kritik zum neuen «Biene Maja»-Film: «Ich fand ihn lustig, würde ihn aber nicht weiterempfehlen. Am besten hat mir die letzte Wettkampfrunde gefallen.»


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«Er kann fliegen und rettet immer wieder Leute» «Ich wäre auch gern wie Peter Pan. Er kann fliegen und fechten und rettet immer wieder Leute. Ich sehe ihn sicher jede Woche mal am TV in ‹Peter Pan – Neue Abenteuer›. Aber ich freue mich schon, wenn ich älter bin und dann auch Spider-Man, Superman und Batman schauen darf. Ich glaube, die werde ich noch besser

finden. Peter Pan ist ja eher was für Kleine.» Kritik zum «Biene Maja»-Film: «Ich würde ihn weiterempfehlen. Ich hätte nicht gedacht, dass er so viel Action hat, von mir aus hätte es sogar noch mehr geben können. Besonders gut war die Szene, wo der singende Käfer die Spinne zum Einschlafen gebracht hat.»

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14  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN

Tomkowiak über Kinderhelden: www.migmag.ch/ helden

Valerie (8) alias Wendy

«Rössli sind meine Lieblingstiere» «Ich mag Wendy so sehr, weil Rössli meine Lieblingstiere sind. Aber ich finde auch die Geschichten gut. In einem Film sind Wendy und Vanessa am Ende fast in einem Sumpf versunken, aber dann kam Wendys Pferd Dixie, und sie konnten sich an seinem Schweif herausziehen.» Kritik zum neuen «Biene Maja»-Film: «Ich fand ihn gut, er ist sogar besser als der erste Maja-Film, den ich im Kino gesehen habe. Besonders gefallen hat mir, dass sich am Schluss alle versöhnen.»


16  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN In der Freizeit

Ein Kinderspiel! Ob abmachen, auf Youtube surfen oder Fussball spielen – so verbringen 6- bis 13-Jährige ihre Freizeit. Und ja, auch Hausaufgaben gehören dazu.

80%

hören mindestens ein Mal in der Woche Musik oder schauen fern.

Text: Lisa Stutz  Infografik: Quickhoney

2

3

6 bis 13 Jahre

79% der Kinder gehen wöchentlich einer Sportart nach.

4

pro 7r0eif% en e g

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79%

machen jede Woche mit ihren Freunden ab.

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en. am

6

1

spielen in ihrer Freizeit mindestens ein Mal wöchentlich drinnen oder draussen.


MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  17

Das Smartphone

Ein Tag

Spass und Pflicht

Obwohl viele Kinder noch keines besitzen, ist es ihr Lieblingsmedium. 69% nutzen mindestens ab und zu ein Handy. 52% haben ein eigenes Handy. z 13% nutzen es mindestens ein Mal pro Woche auch dann, wenn sie eigentlich schlafen sollten. Bei den 12- und 13-Jährigen sind es 33%.

47%

zz

hören täglich oder fast täglich Musik.

täglich oder 42% sehen fast täglich fern.

37% 25% 21% 0

10

lesen täglich oder fast täglich Bücher.

gamen täglich oder fast täglich.

nutzen täglich oder fast täglich ein Handy.

20

30

40

50

80% erledigen jeden Tag ihre Hausaufgaben.

Youtube ist noch vor Whatsapp und Instagram die beliebteste App.

Der Fernseher

Quelle: MIKE-Studie 2015, repräsentative Studie über 6- bis 13-Jährige in der Schweiz

Freude und Angst

67%

der Kinder nutzen mindestens ab und zu das Internet. Bei den 12- und 13-Jährigen sind es

9%

der Kinder haben sich online schon einmal belästigt gefühlt.

97%

Internet

93%

der Kinder haben schon Dinge im Fernsehen gesehen, die sie fröhlich gestimmt haben.

60%

wurden beim Fernsehen schon einmal verängstigt.

4%

der Kinder in der Schweiz schauen nie fern.


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Salzburg

Ö Murau

IT

Semmering

Graz

SL Graz

Bundesgestüt Piber

1. Tag, Mittwoch - Anreise ins Salzburgerland Fahrt mit dem komfortablen Extrabus ins Salzburgerland. Nachtessen im Hotel. 2. Tag, Donnerstag – Murtalbahn – mit Volldampf in die Steiermark Am Vormittag besichtigen wir das sagenumwobene Schloss Moosham. Nach der Besichtigung fahren wir nach Tamsweg, wo der legendäre Dampfzug der Murtalbahn bereitsteht. Schnaubend, dampfend und fauchend schlängelt sich die Dampflok entlang der malerischen Mur in die Steiermark. Von Murau fahren wir mit dem Bus bis nach Graz in unser Hotel. 3. Tag, Freitag – Von edlen Pferden, schwarzem Gold & uriger Stimmung Heute fahren wir ins nahe gelegene Piber - hier verbringen die edlen Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule Wiens ihre Sommerfrische. Erleben Sie die schönen Tiere im Rahmen einer Führung in den Stallungen. Später stärken wir uns mit einer feinen Eierspeisjause ehe wir bei einer Führung in der Labbuger Kernölpresse allerhand über die Herstellung von Kürbiskernöl erfahren. Am Abend laden wir Sie in ein steirisches Spezialitätenrestaurant zum gemütlichen Nachtessen ein. 4 . Tag, Samstag – Feistritztalbahn, Schokolade & Essig Wir starten den Tag mit der Besichtigung der Wallfahrtskirche „Weizberg“. Im Anschluss dampfen wir mit der Feistritztalbahn gemüt-

lich von Weiz nach Birkfeld. In Birkfeld erwartet uns eine interessante Führung durch die bekannte Schokoladenmanufaktur Felber. Zum Abschluss des Tages besuchen wir einen regionalen Familienbetrieb, wo mit viel Hingabe feinster Essig produziert wird. Nachtessen im Hotel. 5. Tag, Sonntag – Weltkulturerbe Semmeringbahn & Steirische Blumenstrasse Im grünen Herz Österreichs erleben wir heute Vormittag bei einer Panoramafahrt die Steirische Blumenstrasse. Im Anschluss stärken wir uns in einer traditionsreichen Buchtelbar. Am Nachmittag steht uns ein weiterer Bahnhöhepunkt bevor: die Fahrt mit dem Linienzug über die weltbekannte Semmering-Gebirgsstrecke. 6. Tag, Montag – Graz & das Schilcherland Die wunderschöne Altstadt von Graz bietet uns im Vorbeigehen Anschauungsunterricht in Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Historismus und Jugendstil – sie ist Weltkulturerbe der UNESCO. Gegen Mittag werden wir im Stainzer Weinkeller zu einer Weinverkostung mit dem berühmten steirischen Wein, den Schilcher, erwartet. Danach folgt die Fahrt mit dem nostalgischen Flascherlzug entlang der steirischen Ölspur. 7. Tag, Dienstag – Heimreise Heute treten wir die Heimreise an.

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MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  19

D Bänz Friedli

Schnee am Pazifikstrand Der Tag war zu Ende, und ich war zufrieden mit mir. Da ging ich, weil ich nicht schlafen konnte, noch aus auf ein Glas Bier. «Am liebsten ein hiesiges», sagte ich mir, ging hinaus in die Bündner Nacht und freute mich auf ein «Blutzcher». Es wird in der Surselva seit ­einigen Jahren gebraut und gehört zu meinen Ferien wie das Wurzelbrot aus der örtlichen Bäckerei und der würzige Bergkäse von der Alp Mughels. Für Fachleute ist das «Blutzcher» ein untergäriges Bier aus dunklem Malz, für Laien wie mich einfach saufein. Ist es nicht wunderbar, dass es überall auf der Welt kleine Brauereien gibt? Zum Beispiel in Lagunitas, einem Nest in Kalifornien. Dort wird das «Lagunitas IPA» hergestellt. Ich lernte es kennen, als ich unlängst in Kalifornien war, und verbinde seinen leicht bitteren Geschmack seither mit Pazifikstränden, milden Temperaturen und Highways entlang schroffer Klippen. Wie ich das Snowboarden in der Surselva mit dem «Blutzcher» verbinde.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (52) rieb sich die Augen.

Doch es gibt kein «Blutzcher» in der Beiz um die Ecke. Schon am Nachmittag im ­Dorfladen hat es gefehlt. Was mich noch nicht beunruhigt. Nehme ich halt den Weg in die Brauerei auf mich, die zugleich ein Restaurant ist. Dort erst der leise Schock: «Zu ­verkaufen», steht an dem Gebäude. Die kleine Brauerei ist nicht mehr, mit ihr ist auch das «Blutzcher» verschwunden. Ich trotte in die

nächstbeste Bar, einen angesagten Schuppen, frequentiert von jungen Freestylern. Und was wird ausgeschenkt? Ich reibe mir die ­Augen: «Lagunitas IPA» vom anderen Ende der Welt. Na, Prost! Heute wäre mir mein «Blutzcher» lieber gewesen und die Illusion, dass noch nicht alle lokalen Eigenheiten ­wegglobalisiert sind. Der Ortsbus fährt mich zurück, draussen schwirren Föhren und Lärchen schattenhaft vorbei, der Schnee türmt sich meterhoch. Eine Landschaft, so anders als daheim in der Stadt. Doch ein Bildschirm vorn im Bus ­bindet meinen Blick und verkündet mir, dass einem Spieler namens Chris Paul in der ­nordamerikanischen Basketballliga soeben eine besonders hohe Punktzahl geglückt sei. Und diese Gleichzeitigkeit verwirrt mich ein wenig, ich wäre jetzt gern einfach in der Surselva. Sie haben es also bemerkt, eingangs? Dass ich aus «Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst» zitiert habe? Dann sind Sie schon etwas älter. Als launige Wortspielerei hatte ich Juliane Werdings Lied von 1975 in Erinnerung. Als ich es mir dann aber spätnachts in der Ferienwohnung wieder anhörte, war es eine mutige Kampfansage ans Mackertum. Aktueller denn je. MM Bänz Friedli live: 28. 2. Horw LU, 2. 3. Utzenstorf BE

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20  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN

Fred de Oliveira

Der Samurai Fred de Oliveira (19) ist der erste Schweizer Rollstuhlfechter. Der Japan-Fan aus Bern nimmt erfolgreich an internationalen Turnieren teil und will einmal als Profi von seinem Sport leben können. Am 9. März tritt er am World Cup in Pisa an. Text: Claudia Langenegger  Bilder: Franziska Frutiger

A

ls Allererstes ist da der riesige Lockenkopf. Un­ übersehbar und wild. So wild und energiegeladen wie Fred de Oliveira selbst. Vor 19 Jahren kam er mit einer Zerebral­ parese und Klumpfüssen zur Welt. Beides schränkt seine Motorik ein. Heute ist der Berner der einzige ­Rollstuhlfechter der Schweiz – und erfolgreich. An seinem ersten inter­ nationalen Turnier (2015) gewann er gleich Silber und an den Deutschen Meisterschaften 2016 Bronze. Gerade noch hat er in seinem Zimmer auf der elektrischen Gitarre laut und intensiv Songs seiner Lieb­ lingsband Muse gespielt, nun sitzt er in der Küche neben seiner Mutter Kathrin Siegrist, einer Frau mit lan­ gem blonden Haar und fröhlichen Augen. Die 42-Jährige sieht so jung aus, dass man sie für seine ältere Schwester halten könnte. «Ich bin gemacht für den Sport», sagt Fred de Oliveira . «Ich habe ein kämpferisches Gemüt und liebe alles, was mit Kampfkunst zu tun hat: ­Samurais, Ninja, Kungfu.» Das Fecht­ fieber hat ihn im Juni 2011 gepackt. Während eines Wochenendes konnten Kinder im Paraplegiker-Zentrum in Nottwil LU verschiedene Sportarten ausprobieren. Eine davon war Fech­ ten. Schnell war klar: Der Junge wollte regelmässig ins Training. Seine Mutter wusste zuerst nicht, wie sie dies finanzieren sollte. Der Sport geht ins Geld. «Man braucht einen speziellen Rollstuhl und eine

Platte, auf die man ihn beim Fechten befestigt, damit er nicht verrutscht oder kippt», sagt sie. «Dazu kommt die ganze Bekleidung: Maske, Degen und Säbel.» Doch ihr Sohn liess nicht locker. Bald nahm er seine erste Lektion im Berner Fechtclub bei Maître Gabriel Nielaba (60), den er in Nottwil ken­ nengelernt hat. Sportler mit und ohne ­Rollstuhl trainieren in diesem Verein gemeinsam. Im Stuhl duelliert man sich über eine feste Distanz. Dafür muss man technisch sehr präzise sein. Dank Unterstützung von ver­ schiedenen Seiten lässt sich die teure Leidenschaft finanzieren. «Ohne all diese Menschen wäre das nicht möglich ­gewesen», sagt Kathrin Sieg­ rist. Sie ist seit 15 Jahren geschieden und seither alleinerziehend. Den Lebensunterhalt verdient sie als Be­ wusstseins- und Körper­therapeutin und Projektmitarbeiterin von Inte­gra­ tionsprogrammen. Selbständig dank kräftiger Arme

Das nächste Ziel des jungen Fechters ist der World Cup am 9. März im ita­ lienischen Pisa. Sein grosser Traum ist ein Kampf in Japan: die Para­lym­ pics 2020 in Tokio. «Japan ist das Land der Samurai, Ninjas und Man­ gas», schwärmt der Teenager. «Und es gibt das beste Essen: Ramen-­Suppe.» Die japanische Nudelsuppe bereitet er auch gern zu Hause zu, das macht er allein. Trotz seiner körper­lichen Beeinträchtigung kann Fred de Oli­ veira ziemlich vieles selbständig tun:

Er hat kräftige Arme und bewegt sich ohne Hilfe durch die Wohnung. Oft kriecht er, auf Stühle hievt er sich hoch. Er duscht ohne Hilfe, spielt ­Gitarre und Schlagzeug und kann sich sogar eine Krawatte binden. Was nicht geht: Schuhe binden, Haare kämmen, Schnitten streichen oder Fleisch auf dem Teller schneiden. Die grösste Herausforderung ist, Trainingspartner zu finden. Als ­bisher einziger Rollstuhlfechter der Schweiz muss Fred de Oliveira für Turniere immer ins Ausland reisen. Im vergangenen Frühling hat seine Mutter ein Trainingslager organisiert. Sie lud zwei Engländer mit Begleitung nach Bern ein. Eine Woche pferchten sie sich in ihre Wohnung. Es war eng, aber «eine super Woche», schwärmt er. Zusammen bauten sie Websites für ihn und den Schweizer Rollstuhl­ sport und stellen Jahresberichte zu­ sammen, um Sponsoren zu finden und den Sport bekannter zu machen. Erst kürzlich hat ein Bekannter von Fred de Oliveira mit Roll­stuhl­fechten an­ gefangen – sie hoffen nun beide, dass er die abenteuer­lichen Reisen zu den Turnieren im Ausland mitma­ chen kann. Oder auch einfach zum Trainieren da ist. De Oliveiras grosser Traum ist, Fechtprofi zu werden. Doch vorerst geht er noch zur Schule. Ab Sommer beginnt er die kaufmännische Berufs­ fachschule, ein leistungssportfreundli­ ches Angebot, unterstützt von Swiss­ olympics. Es wird dann einfacher sein, für Turniere schulfrei zu kriegen. MM


MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  21

Entschlossen und energiegeladen: Rollstuhlfechter Fred de Oliveira in Aktion

Paralympics

Rollstuhlfechten Seit 1960 ist Rollstuhlfechten eine ­Disziplin bei den Paralympics, ­Turniere gibt es ­jedoch nur im ­Ausland. International ­führend sind England, Russland, Italien, Frankreich und China.

Je nach Behinderungsgrad gibt es drei Kategorien: Klasse A: intakte Rückenund Bauchmuskulatur. Klasse B: beschränkte Beweglichkeit/Ko­ordi­nation von Rücken- und Bauchmuskulatur. Klasse C: zusätzlich stark eingeschränkte Funktion von Armen und Händen. Es gelten die normalen Regeln, einziger Unterschied: der ­Abstand zwischen den Kontrahenten ist fest, die Stühle sind fixiert. Gefochten wird mit Säbel, Degen und Florett. Im Fechtclub Bern ist Rollstuhlfechten Teil des Angebots; Sportler mit und ohne Rollstuhl können gemeinsam trainieren. www.freddeoliveira.ch www.rollstuhlfechten.ch www.fechtclub-bern.com


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Zypern – die sonnenverwöhnte Schatztruhe Auf der Götterinsel Zypern – am Schnittpunkt dreier Kontinente, erzählen beeindruckende Zeugen aus der Antike von einer bewegten Vergangenheit. Ebenso faszinierend ist die Landschaft mit ihren goldenen Stränden, wilden Felsküsten und dem mächtigen, bis 2000m hohen Troodos-Gebirge.

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Zypern – wildromantische Küsten und historische Leckerbissen zypriotischen Teilstaat. Sie schlendern durch die verwinkelten Altstadtgassen der letzten geteilten Hauptstadt der Welt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten u.a. das Arabahmet Viertel, die venezianische Befestigungsanlage, die Selimiye Moschee und der Besuch von zwei alten Karawansereien aus dem 17Jahrhundert erfüllen einen spannenden Ausflugstag. Sie haben die Möglichkeit landestypische Produkte wie Schmuck und Souvenirs einzukaufen. 5. Tag / Kyrenia: Der heutige Ausflug führt Sie zu dem grandiosen mittelalterlichen Gebirgskastell St. Hilarion. An atemberaubender Lage, auf einem steilen Kalkfelsen gelegen, werden Sie hier mit dem wohl schönsten Ausblick Zyperns beschenkt. Anschliessend lassen Sie sich von den majestätischen Ruinen der Abtei Bellapais – ein wahres Meisterwerk gotischer Baukunst – in den Bann ziehen. Dieses Juwel, harmonisch eingebettet in Olivenhainen, bietet ein grandioses Erlebnis für Herz und Augen. Fahrt zum Hafen und Besichtigung der Festung. Am Ende des Tages Einkaufsmöglichkeit für Lederwaren. 6. Tag / Tag zur freien Verfügung: Geniessen Sie einen Tag am Strand oder reservieren Sie weitere

Montag bis Freitag 08h bis 18h

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fakultative Ausflüge bei Ihrem Reiseleiter. Er informiert Sie gerne über weitere Ausflugsziele. 7. Tag / Fakultativer Ausflug Paphos: Geniessen Sie einen freien Tag oder nehmen Sie am fakultativen Ausflug nach Paphos teil. In Paphos – dem Geburtsort der Aphrodite – beeindrucken kulturhistorische Höhepunkte. In römischer Zeit war Paphos die Hauptstadt von Zypern. Aus dieser Zeit stammen die Ruinen der Palastanlagen mit seinen Königsgräbern und wunderbaren Mosaiken – Zeugen des einstigen Reichtums. Der Distrikt von Paphos hat so viele geschichtsträchtige Orte, dass UNESCO den Ort und seine gesamte Umgebung auf die Liste der Weltkulturerben setzte. Freie Zeit am malerischen Hafen. Am späten Nachmittag Rückfahrt nach Kyrenia. Diesen Ausflug können Sie direkt vor Ort bei Ihrem Reiseleiter buchen (79 Euro pro Pers. inkl. Mittagessen mit landestypischen Spezialitäten). Reisepass notwendig. 8. Tag / Rückreise: Transfer zum Flughafen von Nikosia und Rückflug nach Zürich (kurze Zwischenlandung ohne Umsteigen). Änderungen der Reihenfolge der Ausflüge bleiben vorbehalten.

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W

MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  23

Jaël

Neue Gefühle Während der vergangenen Wochen wurde Buebli von Bauchweh geplagt. Das war für ihn anstrengend. Auch für mich. Ich versuchte alles, was mir geraten wurde und mein Mutter­ instinkt als gute Idee empfand. Er tat mir schrecklich leid. Irgendwann kam ich an mei­ ne Belastungsgrenze. Dann tat auch ich mir ein wenig leid. Das T ­ eufelchen auf meiner Schul­ ter flüsterte: «Du kannst nicht mal dein Kind trösten! Du hast es nicht, das Muttergen!»

Bild: Ruben Wyttenbach

Ich habe den Hauch einer Ahnung gekriegt, wie es passieren kann, dass verzweifelte E ­ ltern ihre Kinder schütteln. Man dringt in bisher unbekannte Gefühlslagen vor, wenn das ­eigene Kind stundenlang schreit. Und die ­Vorzeigemütter, die so tun, als sei das alles kein Ding, helfen nicht. Eine Bekannte schrieb mir: «Ich hoffe, du geniesst die erste Zeit mit deinem Sohn. Und wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm!» Ich war ihr dafür dankbar.

Sängerin Jaël (38) ist seit Silvester Mutter von Eliah. Sie leben in Bern.

Als Hochsensible reagierte ich schon immer mit Schweissausbrüchen und Übelkeit auf weinende Babys. Auch deswegen hatte ich ­Respekt vor dem Mamawerden. Man sagte mir: «Wenn es dein eigenes Kind ist, dann ist es ­anders!» Anders? Ja. Aber nicht leichter. Und man kann nicht weglaufen. Die Koliken schei­ nen mittlerweile überstanden, und Eliah hat sein Lächeln wiedergefunden. Halleluja! Und was für ein bezauberndes Lächeln! Walt Disney

«Ich schaute in sein zu einem negativen Smiley verzogenes Gesichtlein.»

hätte es nicht besser zeichnen können, hätte er ein Paradebeispiel für ein glückliches Baby ­gebraucht! Welch ein Geschenk, morgens bei erfreutem Glucksen und Brabbeln aufzuwa­ chen und Blicke voller Liebe auszutauschen, nachdem vorher durch einen hindurchgeschaut wurde – und sich das einzige vermeintliche ­Lächeln als Zeichen von Blähungen entpuppte. Mit dem ersten Lächeln kamen allerdings auch die ersten Tränen. Niemand hat mir gesagt, dass Babys in den ersten Lebens­ wochen tränenlos weinen, und es fiel mir seltsamerweise eine Zeit lang auch nicht auf. Umso grösser war der Schreck, als mein Sohn auf einmal Krokodilstränen vergoss. Ich schaute in sein zu einem negativen Smiley ­ver­zogenes Gesichtlein, und als seine Tränen ­flossen, flossen auch meine. Empathie in Ehren, aber dass ich jedes Mal Bauchweh habe, wenn er es hat, und mitheule, wenn er es tut – daran muss ich längerfristig wohl noch arbeiten. MM

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24  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN Leserforum MM8: Familie Märchen unter V ­ erdacht

«Märchen machen Kindern Mut, auch grosse Schwierigkeiten zu überwinden»

Es gibt eine Grenze. Die ist nun erreicht. Märchen sind alte ­Erzählungen aus vergangenen Zeiten, wo andere Frau-Mann-­ Gesellschafts-Beziehungen ­gelebt wurden. Darf es heute nur noch politisch korrekte und seichte Literatur geben? Dann bitte auch Krimis und so weiter auf den Index. Und der erste, ­unschuldige, schüchterne Kuss von Teenagern ist wohl auch «nicht einvernehmlich», weil ein Part sein Ok vorgängig nicht gegeben hat? Romantik ade. In was für einer Welt leben wir denn? Nicht im aufgeklärten 21. Jahrhundert, sondern im tiefsten Mittelalter. Maja Huber, via Migrosmagazin.ch Darf heute wirklich kein Stein mehr auf dem anderen liegen von dem, was unsere Vorfahren uns überliefert haben? Sind ­moderne Märchen besser, wenn eine heile Welt dargestellt wird und Kinder die Wirklichkeit erst später erfahren müssen? Warum stossen sich Organisationen nicht an Gewaltdarstellungen in Krimis, die sonntags und dienstags um 20 Uhr im Fern­ sehen gesendet werden? Bitte mehr Menschenverstand zeigen! Hansruedi Hirschi, Wynigen BE

Meine fünfjährige Enkelin, der ich stundenlang Märchen vorlesen muss, eröffnete mir, dass sie später mal Prinzessin werden möchte. Ich sagte: «Dann brauchst du aber einen Prinzen.» Sie antwortete prompt: «Nein, das mach ich dänk selbst!» Also geschadet hat es ihr nicht. Sie denkt und handelt als Mädchen, das sich gern schön anzieht, sehr selbstwusst. Erika Suter, per E-Mail

Geht es hier wirklich nur um das Stimmgeheimnis, das der Datenschützer gefährdet sieht, oder setzen wir ­vielleicht die ­Demokratie leichtsinnig aufs Spiel? In Amerika beklagen die Demokraten, dass die Russen die Wahlen gehackt hätten. Mt E-Voting­öffnen wir Tür und Tor für solche Hackerangriffe. Thomas Rudolf, Thun BE

MM7: E-Voting Wie sicher ist ­Abstimmen per Mausklick?

«Ein alter Zopf, der abgeschnitten gehört»

«E-Voting öffnet Tür und Tor für Hackerangriffe» E-Voting ist wohl die subtilste und effizienteste Art, die ­direkte Demokratie abzuschaffen. Wenn man den Resultaten nicht mehr trauen kann, dann ist Schluss. Und dass Auslandschweizer grössere Hürden ­haben, an Abstimmungen ­t­­eil­zunehmen, ist ­sinnvoll, denn sehr viele haben gar keinen ­Bezug mehr zu dem, was hier läuft und laufen sollte. Remo Baumgartner, per E-Mail

MM8: Diese Woche Ist der Vater auch wirklich der Erzeuger?

Selbstverständlich dürfen ­Väter (oder angebliche Väter) einen Vaterschaftstest ohne ­Einwilligung der Mütter ­machen. Wenn man schon ­immer von Gleichberechtigung oder Gleichstellung spricht, muss das auch in so einem Fall möglich sein. Hat die Mutter nichts zu befürchten, ist sie nicht dagegen. Andernfalls ist es klar, dass der vermeintliche ­Vater nicht der Erzeuger ist. Ich frage mich schon lange, ­warum sich die Mütter immer

Eveline Stenzel, Märchenerzählerin, Jegenstorf BE

wieder querstellen, wenn es um die Rechte der Väter geht. Etwas weniger Ego und mehr Selbst­bewusstsein täte den Frauen sehr gut. Dass man das Ein­verständnis der Mutter für einen Test braucht, ist ein ­alter Zopf und gehört schon lange abgeschnitten. Rita Frey, Rohr AG Wenn ein Ehepaar ein Kind ­bekommt, hat der Mann sicher das Anrecht darauf, sich zu ­vergewissern, ob er wirklich der Erzeuger des Kindes ist – ohne dass er das Einverständnis der

Viele Männer plagt die Frage, ob sie die biologischen Väter ihrer Kinder sind.

Bilder: Clyde Geronimi/Walt Disney/Collection Christophel/Alamy, Getty Images

Eine Märchenszene am Sexismuspranger: ­Dornröschen wird vom Prinzen wachgeküsst.

­ ärchen bilden keine heile M Welt ab, sondern erzählen von den ewig währenden ­Themen der Menschen wie Armut, Neid, Tod, Erwachsenwerden und Liebe. Sie berühren auf einer anderen Ebene, die Kindern besser zugänglich ist als uns Erwachsenen. ­Kinder finden in den Märchen Antworten auf ihren Kummer, ihre Ängste. Märchen machen Mut und geben Zuversicht, auch grosse Schwierigkeiten zu überwinden. Deshalb: Ja, bitte Kindern unbedingt weiterhin Märchen vorlesen!


MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  25

Mutter braucht. Wenn das Paar noch nicht lange zusammen ist, kann es ja sein, dass das Kind von einem anderen Mann stammt, mit dem die Frau vor­ her ein Verhältnis gehabt hat. Umso mehr freut sich doch der Mann, wenn er wirklich der ­biologische Vater des Kindes ist. Remo Meier, Uster ZH Wo bleibt hier die berühmte und viel diskutierte Gleich­ berechtigung? Es werden keine anderen Rechte tangiert. Die Mutter weiss es, meistens jeden­ falls, und der potenzielle Vater ist im Zweifelsfall auf den Good­ will seiner «Sexpartnerin» ange­ wiesen. Die Bundesrichter lie­ gen voll daneben und sollten sich schämen – ausser, es gäbe

einen Verfassungsartikel hierzu. Ist dies der Fall, braucht es ­sofort eine Änderung desselben, damit auch hier das 21. Jahr­ hundert erreicht wird. Mark Gasche, Kilchberg ZH MM8: Schwule im Fussball ­Coming-out auf dem Rasen

«Wir schreiben das Jahr 2018!» Super, dass das Thema auf­ genommen wird. Es kann doch nicht sein, dass sich im Jahr 2018 homo­sexuelle Fussballer nicht outen können! Marco Tossi, via Migrosmagazin.ch

MM7: Spoofing ­Bei Anruf Betrug

«Banken stehen in der Sorgfaltspflicht» Dass alte Menschen um ihr Geld geprellt werden, müsste nicht sein, wenn die Banken ­ihrer ­Sorgfaltspflicht nachkom­ men würden. Wenn ältere Leute am Schalter mehrere T ­ ausend Franken abheben w ­ ollen, müssen die Angestellten reagieren, die Leute beiseite-­nehmen, ein Ge­ spräch führen und eventuell An­ gehörige und Polizei informieren. Moritz Mühlhauser, Freiburg Man hört immer wieder von dieser Betrugsmasche und wie vor allem ältere Leute d ­ arauf

­ ereinfallen. Nur schon ein h ­Telefonanruf in diese Richtung macht unsicher, das erfahre ich auch oft bei meinem betagten ­Vater. Ich habe ihm den Tipp ­gegeben, bei solchen Telefonaten zu sagen «Ich brauche nichts und will nichts, auf Wiedersehen» – und aufzuhängen. Irene Eberle, Kreuzlingen TG

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder via E-Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen bzw. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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26  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN

«Menschen, die noch nie daran dachten, einen anderen umzubringen, sind mir suspekt» Thomas Müller

Der Tiroler Thomas Müller ist der Star unter den europäischen Kriminalpsychologen. Er hat Tausende von Tatortfotos analysiert, Dutzende von Mördern im Gefängnis besucht und wurde auch beim Mordfall von Emmen um seine Meinung gebeten. Text: Reto E. Wild, Monica Müller Bilder: Jorma Müller


MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  27

International gefragter Kriminal­psychologe: der Österreicher Thomas Müller


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MENSCHEN | MM9, 26.2.2018  29

Thomas Müller, Sie beschäftigen sich seit rund 30 Jahren mit Schwerverbrechern. Wie hat Sie das verändert? Es hat mich bescheidener gemacht. Wenn Sie mit jemandem sprechen, der vom eige­ nen Vater 28 Jahre im Keller eingesperrt wurde, wundern Sie sich, über welche ­Nebensächlichkeiten sich die Leute heute manchmal aufregen können. Und ich bin überzeugt, dass jeder Mensch zwei Seiten hat, eine konstruktive und eine destruktive – gerade deshalb bin ich nach wie vor ein Menschenfreund. Was mich interessiert: Wo ist der Scheideweg zwischen konstruktiv und destruktiv? Hat jeder das Potenzial zum Mörder, zur Mörderin zu werden? Menschen, die noch nie daran dachten, ­einen anderen umzubringen, sind mir suspekt. Aber vom blossen Gedanken des Hasses bis zur Planung und Durchführung einer Tat ist es ein längerer Weg. Gibt es etwas, das allen gemeinsam ist, die ein Tötungsdelikt verübt haben? Nur dass sie einen anderen getötet haben. Die Motive dafür sind sehr unterschiedlich. Die Aggression kann nur ein paar Minuten alt sein, wenn etwa zwei Freunde betrunken sind und der eine dem anderen die Zigarette auf dem neuen Stiefel ausdrückt. Oder eine Ehefrau sagt sich nach 40 Jahren: Heute ­koche ich für den Gatten Pilze … Wie klassifizieren Kriminalpsycho­logen denn die Tötungsdelikte? Es gibt persönliche Tötungsdelikte, um ­einen materiellen Vorteil zu erlangen, sexuelle Tötungsdelikte oder ideologische Taten, etwa, wenn Menschen einen An­ schlag auf Flüchtlinge verüben. Neben die­ sen Hauptkategorien gibt es zwischen vier und zwölf Unterkategorien von Fällen, die sich wiede­rum unterschiedlich entwickeln. Sie finden beispielsweise bei Tötungen mit sexuellem Hintergrund keine zwei Fälle, die gleich ausschauen. Ein Berufskollege aus Schottland berichtete unlängst von einer älteren Frau, die in ihrer Wohnung erwürgt wurde. Der Täter hatte zusätzlich mit einem Messer in beide Augäpfel gestochen. Es gibt wohl 1000 Fälle von älteren Frauen, die in ihrem Zuhause ermordet wurden, aber ein solches Verhalten ist einzigartig. Was können Sie als Kriminalpsychologe in einem solchen Fall erreichen? Wir klären keine Verbrechen, lösen keine Fälle. Wir sind nur ein zusätzliches Hilfs­ mittel, so wie der Schreiner Holz, Leim oder Nägel benötigt, um daraus einen Tisch oder einen Sarg zu fertigen. Wir benötigen ebenfalls Material – in unserem Fall sind dies Entscheidungen, die jemand gefällt hat.

Müller spricht regelmässig mit Schwerverbrechern. Der US-Serienkiller Jeffrey Dahmer war einer von ihnen.

­ ieses Handeln müssen wir messen und D vergleichen. Der entscheidende Punkt: Heu­ te haben wir eine viel grössere Zahl von ver­ gleichbaren Fällen als in der Vergangenheit. Wie gehen Sie beim Messen vor? Indem wir vergleichen und uns das Verhal­ ten von den «Spezialisten» erklären lassen, nämlich von denen in den Hochsicherheits­ gefängnissen. Dort befragen wir Täter, um Verhalten beurteilen zu können. Wenn Sie nur eine Aussage zu einem Fall haben, ist das fast wertlos. Wenn Sie aber 15 Menschen ­getroffen haben, und alle geben die gleiche Erklärung für ihr Verhalten ab, dann kann das bei der Aufdeckung des 16. Falls helfen. Woher kommt das Interesse dieser ­Verbrecher, mit Ihnen zu reden? Stellen Sie sich vor, Sie haben als Journalist zuletzt vor zehn Jahren einen guten Artikel publiziert, und seither interessiert sich ­niemand mehr für Sie. Sie würden sich sehr freuen, wenn jemand Sie nach so langer Zeit sprechen möchte. Genauso wie Sie brauchen auch Schwerverbrecher Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Es ist nicht entschei­

Zur Person

FBI-geschulter Kriminalpsychologe Der Österreicher Thomas Müller (53) hat sich vom Streifenpolizisten in Innsbruck über ein Psychologiestudium und eine FBI-Schulung zu einem weltweit gesuchten Berater hochgearbeitet. Er hat den Kriminal­psychologischen Dienst in Wien geleitet und mehrere Bücher geschrieben. Heute ist er teilweise selbständig. Für Vorträge und Beratungen kommt er mehrmals pro Jahr in der Schweiz. Müller lebt in Wien, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

dend, was jemand sagt, sondern was er tut. Ein Verbrecher kann viel erzählen, wenn er aber entscheidet, kann er nicht lügen. Wie meinen Sie das? Wenn ich Ihre Redaktion besuche, gibt es dort vielleicht 50 Schreibtische. Der eine hat eine Kinderzeichnung aufgestellt, der andere einen kleinen hässlichen Kaktus und der nächste einen Gummibaum. Die Entschei­ dungen, die ein Mensch gefällt hat, um sich wohlzufühlen, sagt etwas darüber aus, was er wirklich fühlt. Ob das im Wohnzimmer ist oder am Tatort, den er verlassen hat, ist voll­ kommen egal. Weshalb gehören diese Gespräche für Sie zum interessantesten Teil Ihrer Arbeit – im Angesicht des Bösen? Wenn Sie auf der Landkarte des destruk­ tiven Verhaltens weisse Flecken suchen ­wollen, müssen Sie sich mit solchen ­Menschen auseinandersetzen. Ich erinnere mich an eine Begegnung mit einer Frau in einem Frauengefängnis in Berlin. Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, sie habe in einem Altersheim Dutzende Menschen in ihrer medizinisch finalen Phase mit einem Kreislaufmittel getötet. Interessant war, ­warum sie damit begonnen hat. Erzählen Sie. Sie müssen die Geschichte ihres ersten Delikts kennen: Die Frau war auf der Station und versorgte die todkranken Menschen medizinisch – im Wissen, dass sie ohnehin bald sterben werden. Da gab es eine Patien­ tin Mitte 40 mit einem schweren Krebs­ leiden. Ihr berufstätiger Ehemann wollte unbedingt bei ihr sein, wenn sie stirbt. Doch er war immer in Eile wegen der Kinder, für die er auch sorgte. Die Angestellte hat dann mit einer einfachen Injektion nachgeholfen, was rein rechtlich Mord ist. Aber Sie sehen, es gibt immer Ursache und Wirkung.


30  MM9, 26.2.2018 | MENSCHEN

Wir verurteilen manchmal vorschnell? In der Kriminalpsychologie verurteilen wir nicht, wir beurteilen. Nehmen Sie die Lebens­geschichte von Josef Fritzl, der seine Tochter 28 Jahre im Keller einsperrte. Als er sechs Jahre alt war, sagte seine Mutter, sie gehe schnell einkaufen – und kam erst 15 Tage später zurück. Ich will das nicht werten, sondern Schlussfolgerungen ziehen, was vor­ her war, um ungefähr zu verstehen, wen ich vor mir habe. So können wir den Krimina­ listen sagen, welches die entscheidenden Entwicklungen eines Menschen waren. Welche dieser Gespräche haben Sie ­besonders beschäftigt? Die mit dem US-Amerikaner Jeffrey Dahmer, der in Milwaukee 17 junge Männer umge­ bracht und deren Leichenteile in seiner Woh­ nung platziert hatte. Er ging in Schwulenbars, lockte die Opfer in seine Wohnung, wo er sie betäubte und als Sexsklaven halten wollte. Er hatte eine manipulierende Stimme, wie ich sie sonst noch nie gehört habe.

Können Sie sie uns beschreiben? Die Stimme klang einfühlsam, einnehmend und verständnisvoll, und er hatte eine sub­tile Art, die nächsten Gedanken seines ­Gegenübers vorwegzunehmen. Das zweite aussergewöhnliche Gespräch war mit Josef Fritzl. Er war in der Lage, das Grauen in wenigen Minuten zu erklären, sodass Sie das Gefühl haben: Ja, das kann ich nachvollzie­ hen. Er verstand es, die Zusammenhänge so darzustellen, dass nicht er, sondern eben andere die Ursache für sein Verhalten waren. Sie haben beim FBI eine Spezialausbildung absolviert. Lassen sich die Erkenntnisse der Amerikaner eins zu eins auf die Verbrecherjagd in Europa übertragen? Die Kultur ist nur ein Filter im mensch­lichen Verhalten. Die entscheidende Frage lautet: Ist die Dynamik einer Vergewaltigung in den USA die gleiche wie beispielsweise im Kanton Aargau? Im Prinzip ja. Wir können unsere Kenntnisse je nach Kulturkreis auch transkontinental anwenden.

Sie sind auch regelmässig in der Schweiz im Einsatz – weshalb? Die psychologische Arbeitsplatzsicherheit ist in der Schweiz ein wichtiges Thema ­geworden. Denken Sie an das Zuger Attentat am 27. September 2001 oder an den 5. Juli 2004, als ein Kadermann der Zürcher ­Kantonalbank zwei Mitarbeiter tötete. Die Arbeitsplatzsicherheit interessiert die Ent­ scheidungsträger in den Firmen und auch die breite Bevölkerung. Daher führe ich auch Seminare mit Führungskräften durch, um sie für diese Problematik zu sensibilisieren. Weshalb kann der Arbeitsplatz zum Tatort werden? Menschen beginnen über destruktive ­Handlungen nachzudenken, wenn drei ­ Dinge z­ usammenkommen: länger an­ dauernde Stresssituationen, fehlende ­Identifizierung mit dem Arbeitgeber und ein privater S ­ chicksalsschlag. Führungskräfte können sehr viel wettmachen, wenn sie ihren An­gestellten Wertschätzung zeigen.

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MENSCHENW | MM9, 26.2.2018  31

Was gefällt Ihnen an den Schweizern? Ihr seid so locker. Denn in der Schweiz, ­spüre ich, lässt man die Menschen in ihrem ­Bereich so, wie sie sind. Diese Individualität und die demokratischen Prinzipien schätze ich. 2004 gab es noch 26 verschiedene kantonale Strafverordnungen. Das ist super! (lacht) Heute sind es nur noch drei. Und ich mag die Natur und die Sprache. Vor zweieinhalb Jahren erhielten 372 Männer von der Luzerner Staatsanwaltschaft eine Einladung zum Mundabstrich. Grund war ein Verbrechen in Emmen LU, bei dem ein Unbekannter an der Reuss eine Frau vom Velo riss und sie vergewaltigte. Wie legitim ist es, Unschuldige ­einem solchen Prozedere zu unterziehen? Solche Tests dienen der Sicherheit von uns allen. Und wer beim Test mitmachen musste, wurde auf einen Schlag entkriminalisiert. Was den Inhalt betrifft, verstehen Sie bitte, dass mein Wissen und Ihr Interesse nicht immer kompatibel sind.

Sie sind seit 30 Jahren am Werk. Wie hat sich Ihre Arbeit in dieser Zeit verändert? Es hat sich viel getan. Noch vor zehn Jahren hatten wir einen Tisch, auf dem wir 50 Tat­ ortbilder ausbreiteten. Heute sind diese g­escannt auf dem Bildschirm. Kritiker werfen Ihnen Narzissmus vor, weil Sie auch in Talkshows, Seminaren und auf Theaterbühnen auftreten. Ich bin zweifelsohne ein Narzisst, wenn es um die Qualität meiner Arbeit geht, um ­meinen Job als Kriminalpsychologe. Bei der Wahl meiner Schuhe oder meines Autos bin ich – so nehme ich an – alles andere als narzisstisch veranlagt. Aber mit dieser Kritik kann ich gut leben. Die «Süddeutsche» beschreibt Sie als Einzelgänger, der fast etwas «Unheimliches» ausstrahlt. Teilen Sie diese Einschätzung? Österreich ist ein kleines Land. Da war der kriminalpsychologische Dienst über Jahrzehnte eine One-Man-Show. Ich wurde

gebeten, Vorträge zu halten und ein paar Leute auszubilden. Und schon wird man als Einzelgänger tituliert. Aber ich bin ganz ehrlich: Es gab nie eine Analyse, die ich nicht interdisziplinär mit anderen Kollegen durch­ führte. Solche Beschreibungen zu meiner Person sollte man nicht allzu ernst nehmen. Kriminalfilme oder -serien sind nicht Ihre ­Sache. Weshalb eigentlich? Wenn ich von der Arbeit nach Hause kom­ me, mache ich lieber was ganz anderes. Was denn? Mit Verlaub, mein Privatleben gehört mir. Nur so viel: Ich halte mich in der Natur auf und gehe gern entlang der Donau Fahrrad fahren. Da fällt mir auf, wie die Vögel im ­November viel tiefer fliegen als im Winter, weil das Wasser noch wärmer ist. Wer beobachtet, kann immer was lernen. MM Vortrag: Am 15. Mai hält Thomas Müller einen Gast­ vortrag an der Uni Zürich. 19.30 bis 20.45 Uhr, Rämistr. 71, Hörsaalangabe beim Haupteingang, Eintritt: Fr. 30.–

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Die Migros-Pensionskasse erzielte im Geschäftsjahr 2017 dank boomender Anlagemärkte eine aus­ gezeichnete Netto­­ren­dite von 9 Prozent und übertraf damit die eigene Messlatte von 7,5 Prozent deutlich. Insbesondere die Ak­tienanlagen ent­ wickelten sich mit zweistelligen Zuwachsraten sehr erfreulich. Der Deckungsgrad erhöhte sich auf 119,4 Prozent (+7,9 Prozentpunkte) und überschritt damit den Sollbedarf um 0,4 Prozentpunkte. Das Geschäftsjahr schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 1,6 Milliarden Franken, wovon 1,5 Milliarden für die Aufstockung der Wertschwankungs­ reserve verwendet werden. Nach Reserve­ zuweisung verbleiben freie Mittel von 73,6 Millionen Franken. Der Versichertenbestand der nach dem Leistungsprimat aufgebauten Kasse betrug Ende 2017 81 200 Personen, davon waren 28 400 Rentner.


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MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  39

Frage der Woche

Während meiner Ferien in der Türkei habe ich Supermärkte mit orangem M gesehen. Gehören diese Läden der Schweizer Migros?

Bernhard Kammer: «Die Migros setzt bei Milchprodukten, Fleisch und Eiern auf Schweizer Herkunft.» Tierwohl

«Wir ruhen uns nie aus»

Umweltorganisationen haben untersucht, wie sich 110 Unternehmen für das Tierwohl einsetzen. Die Migros bekam dabei Bestnoten. Dazu Bernhard Kammer, Nachhaltigkeitsexperte bei der Detailhändlerin. Interview: Michael West

Bilder: Getty Images, zVg

Die neue Studie «Business Benchmark on Animal Welfare» lobt das Engagement der Migros für Nutztiere. Was bedeutet diese Bewertung für Sie? Das ist eine wichtige Anerkennung von un­ abhängiger Stelle. Hinter der Bewertung ­stehen die weltweit tätigen Tierschutzorga­ nisationen Compassion in World Farming und World S ­ ociety for the P ­ rotection of ­Animals. Sie ­haben 110 Unternehmen unter die Lupe ­genommen, die mit Lebensmitteln Handel treiben. Die Migros kam dabei an die Spitze; nur vier andere Firmen wurden ähnlich gut ­bewertet. Wie hat sich die Migros denn diese guten Noten verdient? Wir setzen bei Fleisch, Milchprodukten und Eiern auf Schweizer Herkunft, denn die ­einheimische Landwirtschaft erfüllt beim Tierwohl strenge Anforderungen. Mit unseren Nachhaltigkeitslabels TerraSuisse und Migros-­Bio entsprechen wir noch strikteren Standards. Bei den ­Importen spielen wir eine Pionier­rolle: Tierische Produkte aus dem Ausland sollen bis ins Jahr 2020 den ein­ heimischen Standards genügen. Bei Poulet-,

Truten und Kaninchenfleisch sowie bei Schweinefleisch-Charcuterie haben wir dieses ehr­geizige Ziel jetzt schon erreicht. Die Schweiz ist aber ein relativ kleiner Markt. Was bringt es also, wenn auslän­ dische ­Migros-Lieferanten den Schweizer Tierwohl-­Standards genügen? Mindestens ein Teil dieser Lieferanten ver­ bessert wegen unseres Engagements generell die Haltungs­bedingungen. So profitieren noch mehr Nutztiere von artgerechten Stall­systemen, Tageslicht, Frischluft und anderen Vorteilen. Mit ihrem Vorbild beeinflussen unsere Partner im Ausland zudem andere Landwirtschaftsbetriebe. Der Effekt ist also grösser, als es scheinen mag. Was sind nun die nächsten Ziele der Migros beim Tierwohl? Wir ruhen uns nie auf unseren Lorbeeren aus. Stattdessen arbeiten weiter daran, dass bis 2020 alle unsere Importprodukte den heimi­ schen Standards genügen. So wollen wir zum Beispiel bald schon bei unseren ­italienischen Büffelmilchlieferanten die Einhaltung von Schweizer Vorgaben erreichen.­ MM

Sie haben Filialen der Migros Türk gesehen, der grössten ­Supermarktkette des Landes. Tatsächlich wurde dieses Unternehmen 1954 als Tochter des Migros-Genossenschafts-­ Bundes gegründet. 1974 ging es jedoch an die türkische Holding Koç, und seit 2008 gehört es der britischen Beteiligungs­ gesellschaft BC Partners. Obwohl keine Verbindung mehr zur Schweizer Detailhändlerin besteht, entspricht das Logo der türkischen Supermarktkette noch immer dem Schweizer Migros-M der 80er-Jahre. MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.


40  MM9, 26.2.2018 | MIGROS WELT

M-Industrie

Ein M globaler Über 10 000 M-Industrie-Produkte stehen hierzulande in den Regalen der Migros-Filialen. Aber auch im nahen und fernen Ausland sind Café Royal, Ice Tea und Co. immer gefragter.

Walter Huber ist seit 2008 Leiter der M-Industrie.

Text: Thomas Tobler  Illustration: Daniel Röttele

Walter Huber

«Die Schweiz bleibt der wichtigste Markt» Die M-Indus­trie ist vor allem im Ausland gewachsen. Wie wichtig ist der Heimmarkt? Obwohl wir im Inland nur leicht zulegen konnten, bleibt die Schweiz unser wichtigster Markt und der Migros-Detailhandel unser Anker. Denn dank der Migros sind wir nahe am Markt und beim Kunden. Seit vergangenem Herbst sind Migros-Produkte auch in China erhältlich. Wie läuft das Geschäft? Wir sind zufrieden. China hat ein grosses Bedürfnis nach hochwertigen und sicheren Produkten, und das decken wir mit unseren Sortimenten bestens ab. Die hohe Qualität der Migros-Produkte schafft Vertrauen bei unseren chinesischen Kunden.

Kanada Die 2009 gegründete «M-Industry Canada» dient als Basis für den Export von Schokolade, Biskuits und Kosmetika ins Land des Ahornblatts. Die Migros-Verkaufsschlager in Kanada sind allerdings Wasch- und Reinigungsmittel, die von der Mibelle Group hergestellt werden.

Welche Märkte sind im Ausland am erfolgreichsten? Unsere zentralen euro­ päischen Märkte bleiben Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien. In China, Japan oder Nordamerika sind wir mit unseren Vertriebsplatt­ formen ver­treten.

Bild: Severin Nowacki

Wie sieht es für 2018 aus? Im Auslandsgeschäft haben wir die Pfeiler gesetzt, wir konzentrieren uns stark auf den Kaffee- und Gesundheitsmarkt. Und in den Werkplatz Schweiz investieren wir im laufenden Jahr über 200 Millionen Franken.  MM

USA Mit der Vertriebsplattform «M-Industry USA» und dem Produktionsbetrieb «SweetWorks» hat die M-Industrie eigene Tochtergesellschaften in den USA. «SweetWorks» verarbeitet Schweizer Frey-­Schokolade zu Produkten für den US-Markt. Ausserdem steht bei den Amerikanern Gruyère-­ Käse hoch im Kurs, der mit weiteren Produkten über die Plattform «M-Industry USA» vertrieben wird.


MIGROS WELT | MM9, 26.2.2018  41

China Unter der Marke «Orange Garten» bietet die M-Indus­trie seit 2017 Migros-Produkte bei zwei chinesischen Online­ händlern an. Die Auswahl bei Kaola und Tmall reicht von Pflegeprodukten über Wasch­ mittel bis zu aus­gewählten Lebensmitteln. Besonders beliebt im Land der Teetrinker sind «Les Pralinés Noir» von der Chocolat Frey.

Zahlen 2017

6,52

Milliarden Franken erwirtschafteten die Unternehmen der M-Industrie im vergangenen Jahr. Der Umsatz stieg um 132 Millionen Franken.

5,62

Milliarden Franken setzte die M-Industrie 2017 im Schweizer Markt um – 20 Millionen mehr als im Vorjahr. Mitverantwortlich für das leichte Wachstum waren auch gezielte Übernahmen wie die der Tessiner Fisch­manufaktur Tipesca oder der Bäckerei Hug.

112

Millionen Franken betrug das Wachstum des internationalen Geschäfts. Die Export­ umsätze erhöhten sich insbesondere dank der Zunahmen bei Kaffeekapseln, Käse und Kosmetika um 10,1 Prozent.

230

Japan Frankreich In Frankreich läuft der Vertrieb von M-Industrie-Produkten über die 2017 gegründete Handelsplattform «M-Industry France». Be­sonders beliebt in unserem Nach­barland sind Café Royal, der vom M-Indus­ triebetrieb Delica her­gestellt wird, und die Waschmittelmarke Wingo von der Mibelle Group.

Seit 2013 stehen in diversen Supermärkten der japanischen Hauptstadt Tokio Migros-Lebensmittel im Regal. Dazu gehören Kaffee, Schokolade, Biskuits, Konfitüre und der Migros-Liebling der Japaner, die Rösti.

Millionen Franken investierte die M-Industrie im Jahr 2017 in den Werkplatz Schweiz. Dazu zählt auch die moderne Bäckerei der Jowa in Gränichen AG mit einem Investitionsvolumen von 60 Millionen Franken. Dort werden die neu entwickelten Steinofenbrote der Migros gebacken.

14 031

Mitarbeitende waren Ende 2017 bei den Unternehmen der M-Industrie beschäftigt. Das sind 640 Personen mehr als im Vorjahr. Die M-Indus­ trie hat im letzten Jahr 556 Lerndende in mehr als 30 verschiedenen Berufen ausgebildet.


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MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  43

Blindenführhund

Ein Helfer in Ausbildung Migros-Mitarbeiter Patrick Koch ist Blindenführhund-Pate. Er investiert viel Zeit und Arbeit, um seinen Labrador Retriever Jake auf die Aufgabe als Blindenführhund vorzubereiten. Text: Andreas Dürrenberger  Bild: Paolo Dutto

P

atrick Koch (46) und Jake sind ein eingespieltes Team. Auf dem Weg in die Migros-Filiale am Zürcher Limmatplatz läuft der Labrador Retriever dicht neben seinem Herrchen, schaut immer wieder aufmerksam zu ihm hoch. Von Fussgängern, Velofahrern und Autos lässt er sich nicht ablenken. Denn Jake ist ein Profi, zumindest fast: Er ist ein Blindenführhund in Ausbildung. Und Patrick Koch ist sein Götti. «Als Blindenführhund-Pate bin ich für ­Jakes Kinderstube verantwortlich», sagt er. «Jake ist im Dezember 2016 von der Blindenhundeschule in Allschwil BL zu uns gekommen und gehört inzwischen zur Familie.» Die Blindenhundeschule gibt genau vor, wie der Hund erzogen werden soll. Regelmässig besucht Koch mit Jake Kurse in Allschwil und absolviert verschiedene Prüfungen mit ihm. Zweimal wöchentlich nimmt er ihn mit an seinen Arbeitsplatz beim Migros-Genossenschafts-Bund in Zürich. «Jake muss mit allen Alltagssituationen zurechtkommen. Schliesslich soll er einer blinden oder gehandicapten Person Sicherheit geben.» Normalerweise verlässt ein Blindenführhund seine Paten­familie nach 18 Monaten. Weil Jake ­seine Ausbildung jedoch so erfolgreich meistert, wird er künftig als Zuchtrüde eingesetzt – und darf deshalb bei Patrick Koch und ­seiner Familie bleiben. MM Infos: www.swisshelpdogs.ch, www.blindenhundeschule.ch

Assistenzhunde

Zutritt in Migros-Filialen gestattet

Ob Einkauf oder lärmige Strasse: Patrick Koch bereitet Blindenführhund Jake auf alle möglichen Alltagssituationen vor.

Hunde dürfen ihre Halter normalerweise nicht in eine Migros-Filiale begleiten, sondern müssen draussen warten. Eine Ausnahme sind Assistenzhunde – ob fertig ausgebildet oder noch in der «Lehre». Dazu zählen beispielsweise Blindenführhunde, Autismusbegleit­hunde, Roll­stuhl­­assistenz­hunde oder Sozialhunde. Erkennbar sind sie am Führgeschirr oder an einem speziellen Umhang, der sie als Assistenzhunde kennzeichnet. Zusätzlich tragen sie eine Erkennungsmarke um den Hals, und der Halter verfügt, abhängig vom Ausbildungsort des Hundes, über ein Nutzhunde-GA.

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Bild: Paolo Dutto

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MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  45

Häubchen ohne Ei Migusto

Süsse Tartelettes lassen sich auch vegan zubereiten. Selbst das Baiser enthält kein Ei. Die Variante mit frischen Zitronen und Soja-Schlagcreme schmeckt nicht nur Veganern.

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Text: Andrea Pistorius, Melanie Michael Bilder: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

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Aquafaba ist ein veganer Eiweissersatz. Er besteht aus Einweichwasser von Hülsenfrüchten wie etwa Kichererbsen.


46  MM9, 26.2.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step

Vegane Zitronen-Tartelettes mit Aquafaba-Baiser    1

Backofen auf 180 °C vorheizen. Förmchen mit Margarine einfetten. Aus dem Teig 8 Rondellen à ca. 12 cm Ø ausstechen. Förmchen damit ­auslegen. Teigränder gut andrücken, Böden mehrmals einstechen.

5

Für die Baiserhaube Kichererbsen durch ein Sieb abgiessen. Kichererbsenwasser (Aquafaba) auffangen. Mit Zitronensaft in eine Schüssel ­geben und mit dem Handrührgerät ca. 5 Minuten auf höchster Stufe steif schlagen (für optimales Ergebnis 10 Minuten).

2

Teigböden mit je 1 Stück Backpapier belegen, dieses mit Hülsenfrüchten beschweren. In der Ofenmitte 20–25 Minuten blind backen. Hülsen­ früchte samt Backpapier entfernen. ­Böden ­auskühlen lassen. Ofen ausschalten.

6

Puderzucker und Backpulver dazugeben und ca. 5 Minuten weiterschlagen. Masse in ­einen Spritzsack mit Sterntülle füllen und ­rosettenartig auf die Tartelettes verteilen. Mit einem Bunsenbrenner leicht bräunen und sofort servieren.

3

Von den Zitronen die Schale abreiben, die Früchte auspressen. Die Hälfte der ­Schlag­creme mit der Maisstärke, Agar-Agar, dem ­Vanille- und dem Rohzucker sowie ­Kurkuma in einer Schüssel verrühren.


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Brot und Milchprodukte

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MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  59

Profi-Tipp

Es geht auch ohne Ei    4

Restliche Schlagcreme aufkochen, zur ­Mischung geben. Zitronensaft und -schale unter Rühren dazugeben. Unter Rühren köcheln lassen, bis die Creme eindickt. In die Tartelettesförmchen giessen.

Zutaten für 8 Stück: vegane Margarine zum Einfetten der Förmchen 1 rechteckig ausgewallter Kuchenteig XL à 520 g (vegan) Hülsenfrüchte zum Blindbacken 2 Zitronen 5 dl Soja-Schlagcreme 35 g Maisstärke 1 TL Agar-Agar 1 Pack Vanillezucker 120 g gemahlener Rohzucker ½ TL Kurkuma Aquafaba-Baiser: 1 Dose Kichererbsen à 400 g (nur Flüssigkeit) 1 TL Zitronensaft 200 g Puderzucker ½ TL Weinstein Backpulver

Wer keinen Bunsen­ brenner hat: Backofen auf Grillstufe auf 240 °C vor­heizen, Baiser unter ­Aufsicht in der oberen ­Ofenhälfte ca. 2 Minuten überbacken. Nicht benötigte ­Kicher­­erbsen für Humus oder Kichererbsensalat ­verwenden.

Andrea Pistorius, Rezeptautorin

Haben Sie sich schon einmal ­gefragt, wie Veganer Desserts zubereiten, die eigentlich Eier enthalten? In unserem R ­ ezept finden Sie gleich zwei Möglich­ keiten, Eier ohne Geschmacks­ einbusse zu ersetzen. Weder der Zitronenpudding noch das Baiser dieser Tarte­lettes ent­ halten tierische Z ­ utaten. Vegane Meringues

Aus der Aquafaba-Baiser-Masse können Sie auch Meringues her­ stellen. Masse auf ein mit Back­ papier ausgelegtes Blech spritzen und während gut zwei Stunden bei 80 Grad im Back­ofen trock­ nen lassen. Dazu den Backofen mithilfe einer Kelle leicht geöffnet lassen. Sie können der Masse vor dem Trocknen auch etwas Kakao­ pulver oder Kokos­flocken bei­ fügen; so erhalten Sie Schoko­ schümli oder Kokos­makronen. Im ­Gegensatz zu Eischnee ist das Aquafaba-­Baiser gut 24 Stun­ den im Kühlschrank haltbar. MM

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60  MM9, 26.2.2018 | MIGROS-WELT Total

Das Waschduell beginnt Wer gewinnt den Total-Wettkampf? Ein Jahr lang messen sich die Familien Lanzrein und Good in verschiedenen Waschdisziplinen. Los ging es bereits mit einem Wissensquiz über die Marke des meistgekauften Waschmittels der Schweiz. Text: Thomas Tobler  Bild: Paolo Dutto  Styling: Mirjam Käser

Susanne (41) und Adrian (53) Lanzrein mit Giulio (2) aus Arbon TG schafften im Total-Wissensquiz 8 von 15 Punkten.

Total Express White, 1,32 l Fr. 7.95* statt 15.90

Total Pulver, 2,475 kg Fr. 7.95* statt 15.90

Total Color, 2,475 kg Fr. 7.95* statt 15.90

Total Liquid, 2 l Fr. 7.95* statt 15.90

Total Color, 2 l Fr. 7.95* statt 15.90


MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  61

Zwischenstand

Familie Good legt vor * Aktion 50% auf alle Waschmittel von Total beim Kauf ab 2 Produkten Gültig bis 5. März

In der ersten Disziplin siegte die F ­ amilie Good mit Stephanie (41) und Jürg (46) sowie Fabio (9), Olivia (8) und Sophia (6). Sie haben 10 von 15 Fragen korrekt ­beantwortet.

Nach dem ersten Duell liegt die Familie Good aus Unter­entfel­den AG mit 1:0 in Führung. Sie schaffte zehn von 15 Punkten. Be­ gleitet wird der Familien-­ Wettkampf von den Migros-­ Mitarbeiterinnen Sonja Markwalder (Produkt­ verantwortliche Waschen, ­Papier und Reinigen), Marina Frei (Projektleiterin) und Heidi Bacchilega-Schätti, Projektleiterin bei den ­Migros-Medien (von links).

Wollen Sie miträtseln?

Das Total-Quiz gibt es auf www.migros.ch/total

Waschmittel

Qualität, die sich gewaschen hat Die Vorgänger des TotalWaschmittels standen be­ reits 1936 im Migros-Regal. Heute ist Total die Marke des meist­gekauften Wasch­ mittels der Schweiz. Sie ist in 61 verschiedenen Sorten erhältlich und wirksam ­gegen Flecken aller Art. Die Re­zep­turen werden laufend weiterentwickelt und sor­ gen nicht nur für saubere Wäsche und leuchtende Textilien bereits bei tiefen Temperaturen, sondern schonen dank biologisch gut abbau­barer Inhalt­sstoffe auch die Umwelt.

Total Aloe Vera, 2 l Fr. 7.95* statt 15.90

Total Sensitive, 2 l Fr. 7.95* statt 15.90

Total 1 for All, 2 l Fr. 7.95* statt 15.90

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Waschmittel von Total.


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1. Tag 2. Tag

Flug von Zürich nach Singapur Singapur, Transfer zum Hafen und Einschiffung 3. Tag Port Klang/Kuala Lumpur, Malaysia 4. Tag Langkawi, Malaysia 5.-6. Tag Phuket, Thailand 7. Tag Penang, Malaysia 8. Tag Malacca, Malaysia 9. Tag Singapur 11. Tag Koh Samui, Thailand 12.-13. Tag Laem Chabang/Bangkok, Thailand 14. Tag Sihanoukville, Kambodscha 16. Tag Singapur, Transfer zum Flughafen, Rückflug 17. Tag Ankunft in Zürich

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MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  63

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MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  65

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66  MM9, 26.2.2018 | MIGROS-WELT Fit für den Frühling

Altlasten loswerden

Haben Fasnachtschüechli, winterlicher Bewegungsmangel und Après-Ski Spuren ­hinterlassen? Höchste Zeit, dem Körper Gutes zu tun, um schon jetzt frisch in den Frühling zu starten.

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MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  67

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MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  69

Produkt der Woche

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stahlquirle helfen mit, einen per­ fekten Teig und leckere Desserts in Minutenschnelle zu kreieren. Der Mixer kostet Fr. 69.80 statt Fr. 99.80. Angebot gültig bis 26. März, erhältlich in den Melectronics-Filialen.

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Aare

Klubschule

Ab ins Kids Camp Während der Schulferien haben Eltern oder alleinerziehende Personen oft Mühe, ein «Hüeti» für die Kleinen zu finden. Die Klubschule Migros hilft in den Sommer- und Herbstferien. Text: Caroline Ritz

Angebot

Da wird der Nachbar neidisch

Langweilig wird es im Kids Camp nie.

Infos und Anmeldung: Sommer-Kids-Camp: 9.–13. Juli, Bern Herbst-Kids-Camp: 8.–12. Oktober, Bern

Bild: zVg

Klubschule Migros, Bern, Welle 7 Tel. 0844 844 900, www.klubschule.ch, Suchwort: «Kids Camp»; www.migrosaare.ch/ jubi

E

ltern haben zwar auch Ferien, aber nicht so viele wie Kinder. Der Klubschule Migros ist es ein Anliegen, Müttern und Vätern bei Betreuungslücken unter die Arme zu greifen. Zwar decken die zwei Kids Camps nicht die komplette Zeitspanne der Sommer- und Herbstferien ab, zumindest aber je eine Woche pro Ferienblock. Da die Migros Aare 2018 ihr 20-jähriges Bestehen feiert, erhalten die Eltern eine Vergünstigung von 20 Franken pro Kind – Buchung mit Rabattcode «20 Jahre». Zudem gibts einen Geschwisterrabatt von 20 Franken.

Langweilig wird es im Kids Camp nicht: Geschulte Betreuer haben ein vielseitiges Programm für Sechsbis bis Zwölfjährige zusammengestellt. Beim gemeinsamen Kochen fürs Mittag­essen, beim Zeichnen der Comic-Lieblings­figuren oder beim Japanischlernen können sich Kinder vielseitig be­tätigen. Das Kinderyoga und der Tanz-­Workshop vermitteln den Kleinen mehr Körpergefühl. Die Eltern k ­ önnen stressfrei zur Arbeit und die Kinder nach Herzenslust kreativ sein, spielen und geniessen: die ideale Win-winSituation. MM

Tipps und Tricks für die Rasenpflege Wenn das Gras der Nachbarn immer grüner aussieht als das im eigenen Garten, helfen nur noch Expertentipps. Vom Säen und Ver­­l­egen bis zur Schädlingsbekämpfung und Bewässerung – in der Klubschule erfährt man Wissenswertes rund ums grüne Wunder. 6 Lektionen kosten Fr. 132.–


70  MM9, 26.2.2018 | MIGROS-WELT

Film über die neue Berufsbekleidung auf: http://bit.ly/berufs­ bekleidung

Supermarkt/Gastronomie

Die Migros zeigt sich im neuen Kleid

Nach mehr als zehn Jahren gibt es ab dem 1. März eine neue, zeitgemässe und qualitativ hochwertige Bekleidung für die Mitarbeitenden im Supermarkt und in der Gastronomie. Die Entwürfe stammen von der Schweizer Designerin Ida Gut. Text: Andrea Bauer

teilt: Das Migros-­Orange ist in der neuen, grafischen Rapportpartie geblieben, die Grundfarbe jedoch in Granatrot über­ gegangen. Ausserdem wurden die Krägen neu gestaltet. Material aus dem grenznahen Ausland

Bereits im März letzten Jahres konnten die Mitarbeitenden jeweils acht Teile frei aus­ wählen. Das war deshalb möglich, weil die Masse gleich blieben. Vor gut zwei Wochen bekam jeder ein Päckli mit seinen Kleidern in die Filiale geliefert. Denn ab dem 1. März 2018 dürfen in der Migros Aare nur noch

die neuen Berufskleider getragen werden. Bei der Produktion hat die Migros darauf geachtet, dass die Materialien mehrheit­lich aus dem grenznahen Ausland stam­ men. Konfektioniert wurden die Beklei­ dungsteile in Mazedonien in zertifizierten Betrieben. Ausrangierte Kleidung wird rezykliert

In der Schweiz sind in den vergangenen Jahrzehnten praktisch alle Konfektionäre verschwunden. Heute werden bei uns nur noch Kleinserien und Masskonfektion hergestellt. Grosse Bekleidungsprojekte,

Bilder: MGB

W

ichtig für die Migros war, dass sich die Mitarbeitenden in der neuen Berufsbeklei­ dung wohlfühlen, die Stoffe von guter und dauerhafter Qualität und ausserdem hochwertig verarbeitet sind. Das drückt auch eine Wertschätzung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitar­beitern aus, sind sie doch die Visitenkarte des Unternehmens. Ausser­ dem sollte sich das neue Designkonzept in den Marken­auftritt der Migros einfügen. Die bisherigen Faden­farben wurden bei­ behalten, jedoch propor­tional anders ver­


MIGROS-WELT | MM9, 26.2.2018  71

wie beispielsweise die Neueinkleidung der Migros mit mehreren 100 000 Bekleidungs­ teilen, können deshalb schon aus Kapazi­ tätsgründen nicht mehr in der Schweiz produziert werden. Auch werden hierzu­ lande keine Industrienähfachkräfte mehr ausgebildet. Es fehlen also Infrastruktur und Personal. Die ausrangierten Teile der Migros-­ Berufsbekleidung werden einer wohl­ tätigen Organisation gespendet, damit sie wieder als Bekleidung oder für anderes (Putzlappen, Taschen etc.) in zerlegter Form ein­gesetzt werden können. MM

Fürs nationale Foto­ shooting konnten einige Mitarbeitende der Migros Buchs schon mal in die neuen Uniformen schlüpfen. Und der erste Eindruck war durchaus positiv. Die Mitarbeitenden zeigten sich zufrieden mit der Farbe und dem Tragekomfort der neuen Berufskleidung.

Konfektioniert wurden die Bekleidungsteile in Mazedonien in zer­ tifizierten Betrieben.


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Leben MM9

Umfrage

Selbergemacht oder gekauft, was ist Ihnen lieber? Wir basteln liebend gern, aber gekauft wird bei uns auch.

57 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Wir sind alle Morgenmuffel: Ich werde erst unter der ­Dusche zum Menschen. Der Kleine (2) ist vor dem ersten Schoppen grantig. Und der Grosse (7), der sonst gern temporeich unterwegs ist, schleicht morgens verloren durch die Wohnung. Der Gang zur Toilette ist weit. Der Löffel, der die Cornflakes zum Mund führt, schwer. Immer wieder probieren wir neue Ansätze. Wir wecken ihn früher, damit er mehr Zeit hat. Wir lassen ihn länger schlafen, damit er ausgeruhter ist. Ohne Erfolg. Eines Morgens schält sich der Grosse verschlafen aus dem Bett – bereits angezogen. Er sei nachts auf dem WC gewesen und habe sich gleich angekleidet, damit er am Morgen weniger Stress habe. Und jetzt? 1   Endlich ein konstruktiver Ansatz. Ich ermuntere ihn, das immer so zu handhaben. 2   Die Idee lässt sich gut weiterdrehen: Am besten geht er bereits abends mit

frischen Kleidern ins Bett. So sparen wir Zeit und Pyjamas. 3   Ich versichere dem Grossen, dass er gut durchschlafen kann und es immer noch rechtzeitig in die Schule schafft.

22 % Basteln und kreieren macht schon Spass, doch woher die Zeit nehmen?

13 % Mal ehrlich: Selbergemachtes sieht meist nach Gebastel aus. Die gekaufte, saubere Version ist mir meist lieber.

9 % 93 Abstimmende Eine Umfrage von

Antwort 3: Schlafen in Alltagskleidern stelle ich mir unbequem vor. Der Grosse soll nachts im flauschigen Pyjama entspannen. Irgendwie schaffen wir das schon.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Morgenmuffel

Kleider, Kostüme, Dekor, Essen: Was immer wir können, machen wir selber!


76  MM9, 26.2.2018 | LEBEN

Autopapst Ferdinand Dudenhöffer Auto

«Carsharing wird zur Konkurrenz des ÖV» Warum investieren Auto­ hersteller in eigene Car­sharing-Angebote? Um den Anschluss nicht zu verpassen. Neben Carsharing-­ Anbietern revolutionieren Fahrdienste wie Uber die Autobranche. Wegen dieser aggressiven Konkurrenz ist es für die Hersteller zentral, mit dem Fahrer in Kontakt zu bleiben. Sonst werden sie zu Zulieferern fertiger Autos an Uber und Co. degradiert. Die Hersteller müssen aber vom klassischen Autobauer zum Mobilitätsanbieter werden. Gefährden die Hersteller damit nicht ihr eigenes Kerngeschäft, da weniger Autos verkauft werden? Nein. Das Auto wird durch Carsharing eher interessan­ ter – gerade in Grossstädten. Für den Nutzer komfortabler und preisgünstiger wird es, da er keinen Parkplatz mehr braucht. Und wenn Autos erst einmal autonom fahren, wird Carsharing zur Konkurrenz für den öffentlichen Verkehr. Welches sind die Nachteile von Carsharing? Die Städte befürchten zu Recht eine stärkere Verkehrsbelastung. Einerseits ­erhalten mehr Menschen Zugang zum Auto. Andererseits müssen auch geteilte Autos irgendwo geparkt werden. Und ist die Auslastung zu tief, stehen die Fahrzeuge nur herum. Doch das Problem wird mit den Roboterautos behoben sein. Diese sollten eigentlich

Im Abo Auto fahren

Carsharing ist heute nicht mehr wegzudenken. Aber es kommt noch besser: In Zukunft teilen wir nicht nur Autos, wir bauen Fahrzeugnetzwerke und lösen Abonnemente. Text: Martin A. Bartholdi  Illustration: Christina Baeriswyl

S

ie möchten morgens zur Arbeit fahren, und das Auto steht nicht in der Garage – denn Sie teilen es mit ­Ihrem Nachbarn, und der ist noch nicht von seinem Ausflug zurück. Solche Szenarien dürften wohl viele Autofahrer vom Carsharing abschrecken. Dennoch ist das Teilen von Autos bereits fester Bestandteil der ­Mobilität geworden. Deshalb entwickeln die Anbieter das Konzept weiter und machen es noch nutzerfreundlicher. Bei den meisten Carsharing-Angeboten stellt heute ein Dienstleister die Autos zur Verfügung und sucht Nutzer – wie zum Beispiel Mobility, mit 2950 Fahrzeugen grösster Schweizer Anbieter. Sharing-Anbieter Sharoo, entstanden aus einer Initiative der Migros, geht noch einen Schritt weiter und vernetzt Mieter mit privaten Autobesitzern, die ihre Fahrzeuge zur Verfügung stellen. So muss Sharoo weder Abstellplätze noch einen Wagenpark unterhalten. Mieter und Vermieter bewerten einander

Für ihr neues Modell musste Sharoo allerdings gleichzeitig eine Nachfrage schaffen und das entsprechende Angebot finden. Mit Erfolg: Nach vier Jahren können nun 70 000 User 1600 Privatautos mieten. Die Schlüsselübergabe funktioniert digital: In j­ edem angebotenen Auto befindet sich eine sogenannte

Sharoo-Box. Der autorisierte Mieter steuert die Box über sein Smartphone an und entriegelt so den Wagen. Um Szena­rien wie das fehlende Auto zu vermeiden, fordert Sharoo Mieter und Vermieter nach jeder Fahrt auf, sich gegenseitig zu bewerten. So zeigen sich beide von der besten Seite: Wer will sein Auto schon einem unzuverlässigen Kunden anvertrauen, und wer entscheidet sich freiwillig für einen l­ iederlichen Besitzer? Noch wird Sharoo vor allem in Grossstädten genutzt. Die Vision des Start-ups ist aber, irgendwann alle 4,5 Millionen in der Schweiz zugelassenen Fahrzeuge zugänglich zu machen. Einen interessanten Versuch im Carsharing führt derzeit Autohersteller Nissan im Grossraum Paris durch. Analog zur Partnervermittlung sucht das Unternehmen auf einer Onlineplattform zueinander passende Mitbesitzer für seinen Kleinwagen Micra. Dabei geht es nicht um Gemeinsam­ keiten, sondern um gegensätzliche Fahr­ gewohn­heiten. Denn wenn verschiedene Besitzer zu unterschiedlichen Zeiten fahren, ist das Auto besser ausgelastet und die Unterhaltskosten sinken. In der Schweiz sind es im Schnitt 895 Franken, die von den Nutzern geteilt werden könnten. Für uns noch Z ­ ukunftsmusik ist eine Art Auto-Abo, das ähnlich wie das Handy-Abo funktioniert (siehe Box Seite 79).

Bild: PD

Das sagt der Experte


LEBEN | MM9, 26.2.2018  77

Unterschiedliche Gewohnheiten sind optimal beim Teilen: Die eine braucht den Wagen tagsüber, der andere nachts.

Gegenseitige Bewertung führt dazu, dass Mieter und Anbieter sich bemühen, die Abmachungen einzuhalten.

Aufschliessen per App: Sharoo-Autos enthalten eine Box, die über das Smartphone angesteuert wird.

Immer das neueste Modell: Wer ein Auto-Abo löst, hat regel­ mässig Anrecht auf einen Neuwagen.


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LEBEN | MM9, 26.2.2018  79

Zukunftsmusik

stets in Bewegung sein, da sie nur dahin fahren, wo sie gebraucht werden.

Smartphone auf Rädern

Ist Carsharing beliebt? Die Nutzerzahlen steigen jährlich. Allerdings ist die ­Registrierung meist kostenlos und mit einem Werbegeschenk verbunden. Das ergibt eine hohe Zahl an Nutzern, aber davon fahren bloss wenige. Überhaupt sind etwa 17 200 Car­sharingFahrzeuge bei 45,8 Millionen eingelösten Autos in Deutschland extrem wenig. Es gibt aber ­regionale Unterschiede: In Grossstädten ist Carsharing stark verbreitet, in dünn besiedelten Gebieten praktisch inexistent. Wie sieht die Verbreitung in fünf bis zehn Jahren aus? Bei einem jungen Konzept wie Carsharing gibt es viel Wachstumspotenzial. Die Menschen entdecken dank des Smartphones erst die Möglichkeiten des Teilens. Im Moment sind einige Angebote noch lokal begrenzt und vor allem zu vielfältig: Es gibt stationäre Angebote wie

Da Da Da steht Dein Auto: Stephan Remmler bringt im Spot den Vorteil von Sharoo auf den Punkt.

Mobility & Sharoo:

Wählen, statt sich zu quälen

Bilder: Timo Birnschein/DFKI GmbH, PD

Der Prototyp für das smarte Elektroauto EO2 Birnschein

Mobility oder stationslose wie Catch a Car. Dann Private, die wie bei Sharoo Autos teilen, Fahrdienste wie Uber oder Anbieter von Mitfahrgelegenheiten wie BlaBlaCar. In den nächsten Jahren werden sich zwei bis drei Systeme herauskristallisieren und flächendeckend zum Einsatz kommen – selbstverständlich mit Roboterautos. Ferdinand Dudenhöffer (65) ist Wirtschaftsprofessor an der Uni Duisburg-­ Essen (D) und Fachautor («Wer kriegt die Kurve?»). Er gilt europaweit als der Autopapst schlechthin.

Mobility Um die roten Mobility-Autos zu nutzen, muss man sich auf www.mobility.ch ­anmelden. Folgende Angebote stehen zur Auswahl: • Genossenschafter einmalig: Fr. 250.– • Jahresabo: Fr. 129.– • Testabo für 4 Monate: Fr. 43.– • Click & Drive, ab 3 Stunden: keine Abogebühr, ab Fr. 3.–/Stunde & Fr. 0.65 /km

Das Auto kann im Internet, per App oder per Telefon reserviert werden. Für jede Miete ent-stehen zusätzliche Kosten, abhängig von der Grösse des Autos, der Mietdauer und der gefahrenen Strecke. Beispiel: Ein Kombi kostet für drei Stunden und 70 Kilometer Fr. 65.10. Im Mietpreis sind Treibstoff und Versicherung (Haftpflicht und Vollkasko) sowie weitere Zusatzkosten wie Steuern, Reinigung, Service inbegriffen.

Sharoo Mieter müssen die Sharoo-App (für iOs und Android) herunterladen und ein Konto erstellen. Über die App können sie ein Auto mieten, aufschliessen und die Miete begleichen – oder auch ein Auto vermieten. Es gibt keine Abo-Gebühr, der Vermieter kann den Preis selber festlegen. Sharoo schlägt folgende Tarife vor: • Fr. 6.– pro Stunde • Fr. 60.– pro Tag • Fr. 300.– pro Woche • Fr. 0.40/km

So würde eine dreistündige Fahrt über 70 Kilometer 28 Franken kosten. Vermieter müssen die Sharoo-Box im Auto einbauen, was einige Tage dauert. Danach legen sie fest, zu ­welchem Preis und zu welchen Zeiten ihr Auto verfügbar ist. Weitere Infos: www.sharoo.com

Der chinesische Hersteller Geely versucht das iPhone-­Prinzip aufs Auto zu übertragen und bindet Carsharing quasi im Neuwagen mit ein. Die Idee: Man kauft das Auto nicht, ­sondern löst ein Abo, wie das Handy-Abo beim Telekomanbieter. Wenn man den Vertrag verlängert, kann man, analog zum Handy, beim Auto günstig auf das neueste ­Modell umsteigen – ohne Optionen allerdings, da alle Wagen schon über Extras wie Radar­ tempomat oder Dauerinternet verfügen. Der Clou: Am nächsten Morgen steht das neue Auto vor der Tür des Nutzers. ­Benötigt man es nicht, kann man das über die Car­ sharing-App seine Freunde wissen lassen – etwa, dass es bis 17 Uhr verfügbar ist. Unter der neuen Marke Lynk & Co. wird das Konzept von Geely seit vergangenem November in China angeboten, zunächst mit einem 4,53 Meter langen KompaktSUV in diversen Ausführungen. Wie Smartphones können auch die Modelle von Lynk & Co. ohne Abo gekauft werden. Das Angebot soll Ende 2019 nach Europa kommen.


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LEBEN | MM9, 26.2.2018  81

Tipps für Eltern Die Medienpädagogin Eveline Hipeli rät den Eltern, sich folgende Fragen zu stellen, bevor sie dem Kind ein eigenes Gerät überlassen:

Verbote sind out: Schüler sollen unter Anleitung zum Smartphone ­greifen dürfen.

• Kann mein Kind mit dem Smartphone sorgsam umgehen? • Weiss es Bescheid über entstehende Kosten?

Familie

Lernen mit dem Handy Das totale Handyverbot an Schulen ist Vergangenheit. Vielmehr sollen Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht den sinnvollen Umgang mit Smartphones vermitteln. Text: Nora Zukker

Bild: Cultura Exclusive/Getty Images

H

andys in der Schule: Vor ein paar Wochen sorgten sie wieder für rote Köpfe, nachdem die Kantonsschule Reussbühl LU ihren Gebrauch in der Mensa und auf den Gängen verboten hat. Anders sieht es in immer mehr Schweizer Schulzimmern aus: Dort sollen Schüler jetzt den sinnvollen Einsatz mit den Geräten lernen. Daher wird seit dem vergangenen Sommer in einigen Schulen, etwa in St. Gallen und Bern, das totale Verbot zumindest infrage gestellt. In Luzern will man einen sinnvollen Handyeinsatz in der Hausordnung verankern, wie «20 Minuten» berichtete. Zur Recherche nutzen

In der Stadt Zürich hat man bereits begonnen, Smartphones im Unterricht als Rechercheinstrument einzusetzen. Die Neuerung erklärt Christian Hugi, Präsident des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrer-

verbands: «Der Einsatz der Geräte bleibt auf schulische Aufträge beschränkt und geschieht unter Aufsicht. Ausserhalb des Unterrichts, etwa in der Pause, müssen Handys ausgeschaltet werden.» Die Medienpädagogin Eveline Hipeli begrüsst diese Tendenz: «Durch das Üben im Unterricht können Kompetenzen im Handygebrauch gefördert werden.» Sie erklärt: «Mit den digitalen Geräten im Unterricht verändert sich aber die Rolle der Lehrperson. Vom reinen Vermittler von Sachverhalten und Prüfer ebendieser wird sie immer mehr auch zum Lerncoach.» Dieser unterstütze die Schüler im Umgang mit Smartphones und helfe ihnen, Absichten und Wirkungen von Medien zu verstehen. Bleibt die Frage, ob die Smartphones im Klassenzimmer nicht doch vom Wesentlichen ablenken. «Die Konzentration bei den Schülerinnen und Schülern auf-

rechtzuerhalten, einzufordern oder auf das gewünschte Thema zu lenken, war, ist und bleibt eine stete Herausforderung für die Lehrpersonen», sagt Christian Hugi. Daran ändere weder die Existenz noch der Einsatz von Handys etwas.

• Haben wir für den Einsatz des Geräts klare Regeln definiert? • Was weiss das Kind über die sozialen Medien? Letztlich entscheidet das Bauchgefühl, ob ein Kind reif ist für ein eigenes Handy. Eltern müssen ihr Kind nicht von null auf hundert mit dem Smartphone in die Welt entlassen. Zu Beginn kann man zum Beispiel die Nutzung auf einzelne Apps beschränken.

Verantwortung bei den Eltern

Wichtig zu wissen: Die Verant­ wortung über die Handynutzung der Kinder bleibe letztlich bei den Eltern. Es sei ihre Aufgabe, mit dem Nachwuchs über Chancen und Gefahren der Smartphones zu sprechen. Gemäss seiner Erfahrung bekommt eine Mehrheit der Kinder irgendwann zwischen der 4. und der 6. Klasse ihr erstes eigenes Gerät. Hugi rät unter anderem zu Prepaid-Angeboten. Diese seien sinnvoller als Abos, weil Kinder dabei schneller lernen können, mit den anfallenden Kosten umzugehen.  MM

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LEBEN | MM9, 26.2.2018  83

Tipps

Dieser junge Mann tut sich nichts Gutes: Ein ­ungesunder Lebensstil kann Diabetes Typ 2 begünstigen.

Typ-2-Diabetes vermeiden 3 × 3 – die gesunde ­Ernährungsweise: • Drei Haupt- und drei Zwischenmahlzeiten • Drei verschiedene Nahrungsmittelsorten pro Mahlzeit • Drei Stunden Abstand zwischen den Hauptmahlzeiten

1

Zucker vermeiden Wenn immer möglich, sollten naturbelassene Nahrungsmittel verwendet werden und ­keine Halb- oder Fertigprodukte.

2

Gesundheit

Diabetes mit 40 Immer mehr junge Menschen sind von Diabetes Typ 2 betroffen. Die Früherkennung ist wichtig, um die heimtückische Krankheit zu therapieren und Folgeschäden zu vermeiden. Text: Thomas Herrmann

Bilder: Tara Moore/Getty Images, zVg

I Dr. med. Thomas Herrmann, ­praktischer Arzt FMH, Medbase Genève Gare Cornavin

In Zusammenarbeit mit

n der Schweiz leiden 500 000 Menschen an Diabetes. 10 Prozent ­davon sind Typ-1-­ Diabetiker. Bei diesen ­Personen zerstört das ­Immunsystem das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Diese Form bricht in jungen ­J­ahren aus und muss mit täglichen Insulinspritzen ­behandelt werden. Doch vor allem die an­ dere Form, der Typ-2-Diabetes, verbreitet sich heute wie eine Epidemie. Die ­Ursache liegt hier nicht in einer Funktionsstörung des Organismus, sondern in ­unserem Lebenswandel. Bei Typ-2-Diabetikern produziert die Bauchspei-

cheldrüse nicht genug ­In­sulin, da die Zellen ­«erschöpft» sind. Durch ­diesen Insulinmangel ­gelangt immer mehr Glu­ kose ins Blut, was unseren Organismus schädigt. Krank, ohne es zu wissen

Die Ursache für diese ­«Erschöpfung» der Zellen der Bauchspeicheldrüse ist in erster Linie unser ­Ver­halten. Die meisten Typ-2-Diabetiker haben während vieler Jahre zu viel gegessen. Auch Bewegungsmangel sowie andere Fak­­toren wie genetische Veranlagung, Übergewicht – insbesondere in Form von Bauchfett – oder Stress spielen eine Rolle.

Die grösste Gefahr beim Typ-2-Diabetes ist, wie man über lange Zeit nicht spürt, dass man daran ­leidet. Ist die Krankheit ausge­brochen, mani­festiert sie sich durch Symp­tome wie Harndrang, Blasen­ infek­tionen, Haut- und ­Augenprobleme. Nicht selten wird die Erkrankung eher zufällig entdeckt – bei der Behandlung einer Folge­erkrankung oder bei einem Gesundheitscheck. Es ist entscheidend, ­Diabetes frühzeitig zu ­erkennen. Denn durch eine Änderung der Lebensweise kann man die Krankheit stabilisieren und in ­manchen Fällen sogar zum Verschwinden bringen. MM

In B ­ ewegung bleiben Neben einer gesunden Ernährung ist Bewegung das beste Mittel gegen Diabetes, da körperliche Aktivität den Blutzucker sinken lässt. Die einfachsten Aktivitäten sind dabei am wirksamsten: Wandern, Laufen, Velofahren und Schwimmen.

3

Stressmanagement Bei Stress schnellt der Adrenalinspiegel in die Höhe, dies wirkt sich ­negativ auf das Hormon Insulin aus, das den Blutzuckerspiegel reguliert.

4

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LEBEN | MM9, 26.2.2018  85

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Apps der Woche

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Digital

Die Tech-Trends 2018 Welche digitalen Errungenschaften werden dieses Jahr prägen? Ein paar nützliche, ein paar unterhaltsame und eine risikobehaftete. Text: Philipp Rüegg  Illustration: Supertotto/2Agenten

D

ie Tech-Branche forscht ständig am nächsten Durchbruch. Auch in den nächsten Monaten stehen interessante Entwicklungen an, wenn auch nicht alle den Alltag erleichtern dürften. 1   5G-Internet fürs Handy

5G heisst die fünfte Mobilfunkgeneration, die einen deutlichen Geschwindigkeitsschub mit sich bringen wird. Bei einem Test von Sunrise und Huawei im vergangenen Dezember wurden in der Schweiz Spitzengeschwindigkeiten von 3,28 Gigabite pro Sekunde ­erreicht. Das ist schneller als eine Glasfaserverbindung zu Hause. Wo Glasfaser noch nicht verfügbar ist, könnte 5G ein separates Internet- Abo überflüssig machen. Dieses Jahr werden auf der ganzen Welt Vorbereitungen getroffen, ­damit es 2019 losgehen kann. Hierzulande rechnet man allerdings erst 2020 mit 5G.

2   Biegsame Mainstream-Handys

Biegsame Handys wurden schon oft vorgestellt. Dieses Jahr soll endlich ein marktfähiges Smartphone mit einem solchen Display ausgestattet werden. In Aussicht gestellt hat das unter anderem Koh Dong-Jin, Präsident der MobileSparte bei Samsung. Gerüchten ­zufolge könnte das Galaxy X biegbar werden. Man darf skeptisch bleiben. Einige Experten sehen das Smartphone der Zukunft eher als klappbares Gerät – im Stil eines Nintendo 3DS, nur dünner. 3   Flut von smarten Lautsprechern

Google Home und Amazon Echo haben es vorgemacht: Internetverbundene Lautsprecher, die mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet sind. Dieses Jahr dürfte eine Flut von neuen Geräten verfügbar werden, die wahlweise auf den Google Assistant, Alexa oder Siri von Apple setzen. Viele davon besitzen auch ein Touchdisplay.

Einem Schweizer Start-up ist die App «Teamup» zu verdanken. Damit lässt sich ein Kalender bequem für meh­rere Personen verwalten. Ideal für kleinere Teams, aber auch grössere Firmen. Auf­gaben und Projekte lassen sich einfach zu­ teilen, und man braucht keine Angst vor Doppel­ buchungen zu haben. https://www.teamup.com

Remindee Damit kann man nicht nur per Stimme mit Geräten interagieren – etwa, um das Wetter abzufragen oder Musik abzuspielen –, sondern beispielsweise auch in der Küche eine Kochanleitung anschauen. 4   Das Krypto-Schicksalsjahr

Kryptowährungen wie Bitcoin sind im vergangenen Jahr durch die Decke geschossen. Noch sind sie immensen Schwankungen unterworfen und nur eingeschränkt als Zahlungsmittel verwendbar. In diesem Jahr werden sie sich beweisen müssen. Entweder gelingt der Durchbruch, oder es kommt zum Kollaps. Für Ersteres spricht, dass sogar Bundesrat Johann Schneider-Ammann der Meinung ist, die Schweiz solle zur KryptoNation werden. Dagegen spricht, dass vielen Menschen der Glaube an die virtuelle Währung oder das technische Verständnis dafür abgeht und die Spekulationsblase deshalb bald platzen könnte. MM

Mal wieder etwas ­vergessen? Mit der App «Remindee» dürfte das nicht mehr passieren. Drücken Sie in einer beliebigen App den «Teilen»-Button, und schon lässt sich eine passende Erinnerung erstellen. Funktioniert auch mit Bildern oder Videos. www.migmag.ch/remindee

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was ­ die digitale Welt bewegt.


N

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Kolumne

Welcher Virus darfs sein?

Lisa Stutz (24), sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Nach dem ersten Mal zog ich mich wärmer an. Knöpfte den Mantel brav zu, sobald ich draussen war. Schal, Mütze, Handschuhe; alles hatte ich immer an. Nach dem zweiten Mal fuhr ich gröberes Geschütz auf. Ich schluckte jeden Morgen eine Vitamin- und eine Zinktablette, um mein Immunsystem zu stärken. Zusätzlich legte ich mir ein Des­ infektionsgel zu, mit dem ich jeden Morgen im Büro meine Hände einrieb. Auch schickte ich sofort ein Stossgebet gen Himmel, wenn mein Gegenüber im Zug nieste/hustete/

schnäuzte. Mögen die Bazillen einen Bogen um mich machen! Gebracht hat das alles: nichts. Nun liege ich platt im Bett. Ich gebe aber nicht dem Winter die Schuld. Der kann nichts dafür: Kalt war er immer und kalt wird er hoffentlich noch lange sein. Schuld ist das Pendeln. Pro Tag verbringe ich fast zwei Stunden im Zug. Eingepfercht zwischen Leuten, die meinem Körper wohl eine so grosse Auswahl an Viren bieten wie Victoria’s Secret an Spitzenunterwäsche. Und die Luft erst. Schon beim ersten Atemzug spüre ich es in meinem Hals zwicken. In diesen Momenten wünschte ich mir, dass das Land nicht so weit von der Stadt entfernt wäre. Oder einen persönlichen Chauffeur. Oder dass jemand endlich das Beamen er­findet. Oder einen fliegenden Teppich. Ich glaube, ich habe wieder Fieber. MM

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Nicht schon wieder!, denke ich, während ich mit weit aufgesperrtem Mund ganz nah am Spiegel stehe. Von meinem warmen Atem ist er schon beschlagen. Aber ich habe bereits gesehen, was ich wollte. Oder eben nicht wollte. Meine Mandeln sind zündrot. Und genauso fühlen sie sich auch an. Zum dritten Mal in diesem Winter bin ich krank.


LEBEN | MM9, 26.2.2018  87

Bevor das Fennekweibchen zu seinem Auserwählten darf, wird es auf Herz und Nieren geprüft.

Zootierärztin

Die arrangierte Fuchsehe Wir wünschen uns Nachwuchs bei den Wüstenfüchsen. Deshalb kommt aus Polen eine Partnerin für das Fennekmännchen. Vor dem ersten Date erhält sie eine Staupeimpfung. Text: Karin Federer  Bilder: Walter Zoo

P Karin Federer (31) ist Tier­ärztin und berichtet regelmäs­ sig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

artnervermittlung gibt es sogar für Wüstenfüchse, ­jedenfalls für diejenigen im Zoo. Für den ­Wüstenfuchs – auch Fennek genannt –, der seit ­vergangenem Sommer in unserem Savannen­haus lebt, haben die Verant­ wortlichen des Europäi­ schen Erhaltungszucht­ programms (EEP) nun ein Weibchen gefunden. Es kommt aus einem Zoo in Krakau (Polen) und ist wie das Männchen fünf Jahre alt. Drei Wochen Quarantäne

Als das Fennekweibchen aus Krakau eintrifft, ­durchläuft es das übliche Eintrittsprozedere, damit wir die anderen Zootiere vor allfälligen Krankheiten

schützen können. Ich mache einen gründlichen Gesundheitscheck, danach lebt das Weibchen drei Wochen lang in ­Quaran­täne. Dann ist es so weit: Wir tragen das Tier in einer Transport­­box in die Fennek­anlage. Bei ­dieser ­Gelegenheit ­impfe ich es gleich noch ­gegen Hundekrank­­heiten wie etwa ­Staupe – der ­Wüstenfuchs ist ja die kleinste Wildhundart. In Krakau brauchte das Weibchen diesen Impf­ schutz nicht, da es dort nur drinnen lebte. Bei uns aber könnten F ­ üchse oder Hunde ans Gitter der ­Aussenanlage kommen und Krankheiten übertragen. Jetzt fallen die ohnehin schon prägnanten Ohren der Fenneks noch mehr auf.

Denn die beiden Tiere kom­ munizieren durch regen Einsatz ihrer Ohren, des Schwanzes und überhaupt über die Körperhaltung. Warten auf die Ranzzeit

Die erste Begegnung ­ver­läuft ohne Probleme, das weitere Zusammen­ leben auch. Noch sind sie nicht ein Herz und eine Seele, aber das dürfte sich spätestens in der ­sogenannten Ranzzeit ­ändern – wenn die beiden paarungsbereit sind. Dann wird das Fennek­ weibchen das Interesse des -männchens bestimmt ­wecken. Kommt es dann zur Paarung, könnten nach rund 50 Tagen bis zu sechs ­Fennekwelpen zur Welt kommen. Wir sind gespannt. MM

Informationen

Staupe Auch unser Rotfuchs hat mit dieser ansteckenden Krankheit zu kämpfen. Im Jahr 2009 hat sich die Fuchsstaupe rasant in der Ostschweiz aus­ gebreitet. Vor allem in Städten mit höherer Fuchsdichte sind bis zu 80 Prozent der Bestände dezimiert worden. Die Staupe wird durch ein Virus übertragen, das dem Masernvirus ­ähnelt. Die Übertragung geschieht durch Kontakt mit Speichel, Urin, Kot und Augensekret von ­erkrankten Tieren. Für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr, ­jedoch für Haushunde. Sie überleben bei ent­ sprechender Behand­ lung, meist aber mit blei­ benden Schäden. Umso wichtiger ist es, dass die ­Tiere geimpft werden.


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ungskanälen der Insel. Wanderung vorbei an duftenden Eukalyptuswäldern, blühenden Wiesen und Obstplantagen. 5. Tag: Freier Tag oder fakultativer Ausflug Sie haben die Möglichkeit am fakultativen Halbtagesausflug «Gärten von Madeira» teilzunehmen. In Funchal werden Sie zwei beeindruckende Gärten besuchen und können sich von der Flora verzaubern lassen. 6. Tag: Madeiras Osten Bei der ganztägigen Inselrundfahrt besuchen Sie unter anderem den Pico do Ari-

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3. Tag: Madeiras Westen Nach dem Frühstück lernen Sie den Westen der Insel kennen. Stopp bei der Cabo Girao, eine der höchsten Steilklippen Europas und Fahrt in den Nordwesten nach Porto Moniz. 4. Tag: Levadas Die heutige Halbtagestour steht ganz im Zeichen der «Levadas», den Bewässer-

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LEBEN | MM9, 26.2.2018  89

«Ich heisse Emma und bin zehn Jahre alt. Ich habe zwei Jahre lang Blockflöte gespielt und mich dann fürs Saxofon entschieden. Inzwischen spiele ich es mehr als drei Jahre. Am Anfang hatte ich ein gebogenes Sopran­ saxofon, weil meine ­Hände zu klein waren fürs Alt­saxofon. So konnte ich die Tasten besser errei­ chen. Seit letztem Sommer ­spiele ich ein Altsaxofon und finde, es hat einen viel schöneren Klang.»

Kinder

«Ich liebe es, wenns richtig fetzt»

Emma (10) spielt Saxofon, weil sie findet, es passe zu jeder Musikrichtung. Moderne, schnelle Stücke mag sie am liebsten. Und besonders gern übt sie für ein Konzert mit dem Blasmusikensemble. Text: Nora Zukker Bilder: Gabi Vogt

«Einmal die Woche gehe ich in die Saxofonstunde, und jeden zweiten ­Donnerstag in die Probe mit dem Ensemble. Ich mag den Klang des ­Saxofons, weil es nicht immer rein klingt. Als mein Saxofon kürzlich ­plötzlich quietschte, war ich dann aber doch froh, dass es am I­ nstrument lag und nicht an mir. Nach der Reparatur war alles wieder gut.»

Mein Hobby

Mein Klub Seit zwei Jahren gehe ich ins Jugendensemble des Musikvereins ­Neerach ZH. Wenn man mindestens ein Jahr ein Blasinstrument gespielt hat, kann man zu uns ins Ensemble kommen. Man lernt, aufeinander zu hören und der Dirigentin zu folgen. Jeden zweiten Donnerstag im Monat proben wir. Wir spielen alles Mögliche: von Märschen über Klezmer bis zu Bossa Nova. www.mvneerach.ch

«Wir sind im Moment sechs Bläser im Ensemble. Wir motivieren uns gegen­ seitig, weil es schöner ist, zusammen Musik zu machen. Vor einem K ­ onzert übe ich viel, sonst nicht ­täglich. Ronja, mein Gspänli aus dem Ensemble, spielt Klarinette, und Jasmin Flü­ gel­horn. Mit Jasmin spiele ich auch noch Korbball.»

«Notenlesen konnte ich bereits vor dem Mitmachen bei der Blas­ musik. Das hat es mir natürlich ­leichter ­gemacht. Am allerliebsten spiele ich moderne Musik, denn schnelle und fetzige Stücke mag ich sehr. Bei Vortragsübungen habe ich aber auch schon den Hit ‹Yesterday› von den Beatles gespielt, und einmal etwas aus dem Ballett ‹Schwanensee› mit der Musik von Tschaikowski.»  MM

Das Ensemble Wenn du gern mit ­anderen Kindern Musik machst und Lust hast, bei Konzerten auf­zu­ treten, könnte ein ­Ensemble etwas für dich sein. Der Schweizer Blasmusikverband ­liefert Adressen in ­deiner Nähe. www.windband.ch


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Das Föhn­ experiment & die Kugelbahn: www.migmag.ch/ pingpong

Sabrina (9) aus Bachs ZH

Ein Pingpongball muss ganz schön viel aushalten: Die besten Tischtennisspieler der Welt schmettern die Bälle so hart, dass diese bis zu 170 Stundenkilometer schnell werden – schneller als ein Auto auf der Autobahn. Beim ­Aufschlag wird der Ball ganz kurz sehr heftig verformt und muss dann sofort wieder rund werden. Zudem muss er für Wettkämpfe auch einigen Vorschriften ent­ sprechen: Sein Durchmesser (40 Millimeter) und sein Gewicht (2,7 Gramm) sind vorgegeben.

Das hat einen Einfluss auf die Art, wie er springt. Auch dafür gibt es eine Regel: Wenn du ihn aus einer Höhe von 30,5 Zentimetern fallen lässt, so soll er mindestens 24 Zentimeter und höchstens 26 Zentimeter hoch hüpfen. Damit er das kann, muss er absolut rund und leer sein. Und er besteht aus einem idealen, leichten Material: Früher war dies Zelluloid, weil das eine griffige Oberfläche hat.

ren Lagerung und Transport von Zelluloidbällen früher echt gefähr­ lich. Heute sind die meisten Bälle aus Plastik. Mit ihnen kann man toll Tischtennis spielen und andere lustige Spiele oder Experimente machen, etwa eigene Kugelbahn­ spiele bauen. Bloss Rauchbomben kann man damit nicht mehr basteln (Psst! Solche Dinge taten wir als Kinder, als die Bälle noch alle aus Zelluloid bestanden). MM

Zelluloid ist aber leicht brennbar und kann explodieren. Darum wa­

* Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (50) beantwortet ­Kinderfragen.

WAS HAT PLATZ?

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Drei Figuren stehen vor einem Bett aus Würfeln. Nur eine Figur findet darin Platz. Welche das ist, erkennst du an ihrer Form. Weisst du, welche Figur reinpasst?

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Hugo verbringt oft halbe Nächte damit, im Bett heimlich zu lesen. Nina konnte ihn bisher nicht dabei ertappen, da jedes Mal das Licht aus war, wenn sie in Hugos Zimmer kam. Doch dann hatte sie eines Abends eine Idee. Sie betrat das dunkle Zimmer und überführte Hugo. Wie hat sie das gemacht?

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Das hügelige, wild-romantische Connemara ist für seine Steinmauern und Reet gedeckten Hütten bekannt. 7. Tag: Galway–Cliffs of Moher–County Clare. Durch das Burren Gebiet zu den Cliffs of Moher. Mit Wetterglück sehen wir die Aran Inseln und die Connemara-Berge. 8. Tag: County Clare–Dingle–Tralee. Ausflug auf die Dingle Halbinsel mit ihren farbenfrohen Dörfern und der grossartigen Landschaft. 9. Tag: Tralee, Ring of Kerry (fak.). Die Panoramafahrt Ring of Kerry entlang der Küsten und durch den Killarney Nationalpark ist ein Höhepunkt unserer Reise (fakultativ, Durchführung mit lokalem Bus). Siamsa Tire Theater (fak.): Darbietung des National Folk Theatre of Ireland (fak., Vorausbuchung notwendig). 10. Tag: Tralee–Kilkenny–Dublin. Wir besuchen das direkt am Fluss erbaute Kilkenny Castle. 11. Tag: Dublin und fak. Guiness Storehouse. Stadtrundfahrt in Dublin. Fakultativ: Besuch der original Guiness-Fabrik inkl. eine frische Pint Guiness und Pub-Lunch. 12. Tag: Dublin–Holyhead – Einschiffung. Schiffspassage nach Holyhead und Busfahrt nach Hull. Abends Einschiffung in Hull und Übernachtung an Bord. 13. Tag: Rotterdam–Schweiz. Ihre Hotels Hotel

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LEBEN | MM9, 26.2.2018  93

Freier Blick auf die Bergwelt: Die Balkone des Hotels Edelweiss bieten einen wunderschönen Ausblick auf das Lötschental.

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Preisfrage Welche ist die hinterste Ortschaft des Lötschen­ tals?

So machen Sie mit

Das Migros-Magazin und die Hotels Edelweiss und Breithorn verlosen drei Hotelgutscheine im Wert von je 1000 Franken.

Bilder: Pascal Gertschen

Klein, aber fein: Das neu renovierte Hotel Breithorn am Dorfeingang von Blatten VS.

Glücksgriff

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Lötschentaler Gastfreundschaft Das 3-Sterne-Silencehotel Edelweiss liegt am östlichen Dorfrand von Blatten VS, am Zusammenfluss zweier Bergbäche. Im heimeligen Restaurant geniessen die Gäste herzhafte, regionale Spezialitäten. Das neu renovierte Haus ist mit bestem Komfort und alpinem Charme eingerichtet. Viele Zimmer verfügen über einen Balkon mit wunderschöner Aussicht auf die Lötschentaler Bergwelt. Das Hotel hat einen Wohlfühlbereich mit Aussenliegen. Das Hotel Breithorn, ein typi­ sches Walliser Holzhaus, steht unübersehbar am Dorfeingang von Blatten. Mit viel Liebe zum Detail haben die Gastgeberinnen neuen Wind in das kleine, feine Haus ­gebracht. Im Restaurant werden bodenständige Gerichte aus dem

Wallis serviert. Auf der Garten­ terrasse gibt es die Walliser Sonne und das Rauschen der schäumen­ den Lonza gratis dazu. Blatten ist die hinterste Ortschaft des Lötschentals. Das mystische Tal mit seiner beeindru­ ckenden Landschaft, den idyllischen Dörfern und warmherzigen Men­ schen lädt im Sommer wie im Win­ ter zu sportlichen Aktivitäten ein. Beide Hotels gehören zur Ko­ operation «Die Lötschentaler», die aus drei Hotels und einem Campingplatz besteht. Dadurch profitieren Gäste von gemein­ samen Angeboten wie Dorf­ führungen, Frühstück am Bach oder dem beliebten Dine-around. www.hoteledelweiss.ch www.hotelbreithorn.ch

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./ Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Na­ men und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Num­ mer 920 (1 Fr./SMS).­ Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Bei­ spiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt. • Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-­ Magazin, «Lötschental», Postfach, 8099 Zürich. • Online: Gratis auf www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 4.3.2018 Die Gewinner werden schrift­ lich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-­Medien sind von der Teil­nahme ausgeschlossen. ­Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM9, 26.2.2018  95

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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1 gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP -Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.3.2018, 24 Uhr

Auflösung Nr. 8

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LEKTION

Gewinner Nr. 7 Hauptpreis: Silvia Herzog-Graf, Ebikon LU; Dominik Steiner, Au SG; Yvonne Campestrini-Egger, Kloten ZH; Cornelia de Vries, Turbenthal ZH; Ruth Zürcher-Bichsel, Eggiwil BE Zusatzpreis: Hans Tanner, Allschwil BL; Rosmarie Dietrich, Uetendorf BE; Christa Mies, Mels SG; Marc Hof, Münchenstein BL; Anita Maron, Rhäzüns GR

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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So. 14.10.18 Nachtfahrt nach Venedig. Ankunft, Einschiffen, Auslaufen um 17.00 Uhr Mo. 15.10.18 Brindisi, Italien Di. 17.10.18 Heraklion/Kreta, Griechenland Mi – Do. Durchquerung des 18.–19.10.18 Suezkanals Fr. 20.10.18 Eilat, Israel Sa. 21.10.18 Akaba/Petra, Jordanien So. 29.10.18 Victoria/Mahé, Seychellen Do – Fr. Port Louis, 01.–02.11.18 Mauritius Sa. 03.11.18 La Possession, La Reunion Mi. 07.11.18 Durban, Südafrika, grosse Stadtrundfahrt, Rückflug mit Emirates

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Ankunft am Mittag in Zürich

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Mi. Do. Fr. Sa. So.

07.11.18 08.11.18 09.11.18 10.11.18 11.11.18

Stadtrundfahrt Durban Ithala Reservat Tag in Swaziland Krüger Nationalpark Fahrt entlang der Panoramaroute Mo. 12.11.18 Pretoria und Johannesburg, Rückflug Di. 13.11.18 Am Mittag Ankunft in Zürich Mindestteilnehmer 15 Personen 6 Tage/5 Nächte 5x Frühstück, 4x Abendessen Im Doppelzimmer nur CHF 945.- pro Person

Baujahr 2006 – Länge 294 Meter – Breite 32 Meter – 16 Decks – 1275 Kabinen – 2 Pools – 4 Whirlpools – Wellness- & Spa Bereich – Fitnessraum - Casino – Theater – 8 Restaurants – 16 Bars/Lounges – 4 Restaurants.

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LEBEN | MM9, 26.2.2018  97

Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

Quiz & Paroli

Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort.

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Tel: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Welches dieser Nomen hat am meisten Selbstlaute? H Madonna

U Bioeier

E

Paradigma

2. Wie nennt man ein Unternehmen, das eine führende Marktstellung hat? O Schweinshirsch

S

Rothirsch

N Platzhirsch

L

Bügelwampe

R Hängewanst

3. Was ist ein Sixpack? T

Waschbrettbauch

4. Nicht zu den sieben einwohnerstärksten Städten der Schweiz gehört … O Winterthur

E

St. Gallen

Z

Lausanne

I

Tartes torture

Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.3.2018, 24 Uhr

5. Wie heisst ein Dessert, das aus dem Kanton Jura stammt? W Centfeuilles

R Striflates

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

6. Was bedeutet das Wort pinguis, aus dem der Pinguin abgeleitet wird? A fett

U nass

S

schwarz

7. Wie nennt sich ein seemännischer Ausdruck für das Kartoffelschälen? T

I

Erdäpfelstillen

Patatenstiften

R Potackendrehen

Auflösung Nr. 8: REPORTER

K Fiers

Gewinner Nr. 7: Nicole Hirschi, Därstetten BE;

8. Wie nannte man früher einen eitlen Modenarr? M Fant

N Stunt

Ruth Müller, Safenwil AG; Beatrix Tuchschmid, Schaffhausen

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

ABENDROT BESK I DEN EE S S die H A U Sie CFüllen H A U Sin A S TWörter Gzehn EROES E NRätselgitter Gdas HELE I E CDas Hein. EPALESE NLösungswort aus K TOC E B S sich Rergibt den Buchstaben ST ERNLOS KORB A G Feldern TinR den 1 bis 5:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

2 3 4 1

E

Lösungswort: Lösung: 1

2 1

2

3 3

4 4

Auflösung Nr. 8: RAUPE

5 5

5

ABENDROT BESK I DEN CHAUSSEE GASTHAUS GENEROES HECHELE I NEPALESE REBSTOCK ST ERNLOS TRAGKORB

Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer 2 Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf 4 Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich 1 Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe E 5

Lösung:

Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.3.2018, 24 Uhr

2 3 4 1 Gewinner Nr. 7: Martha Utz, Basel; Christiane Waldmann,

St. Gallen; Ursula Brunner, Bergdietikon AG

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

5

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

3


Ruf Lanz

Chinesisches Schriftzeichen für Leere.

Gesichtsausdrücke sind für Menschen mit Autismus so schwierig zu verstehen wie eine Fremdsprache.

Die Mimik, Gestik und Gefühle anderer Leute richtig einzuordnen, fällt Menschen mit Autismus schwer. Sie müssen es mühevoll lernen. Deshalb sind sie auf Verständnis und Unterstützung angewiesen. Für tiefer gehende Informationen: autismusforumschweiz.ch. Für Spenden: PC-Konto 60-666655-0.


LEBEN | MM9, 26.2.2018  99

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

So nehmen Sie teil:

Auflösung Nr. 8: 196

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Sudoku

Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 7: Christine Lardon, Pleigne JU; Emilia

Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.3.2018, 24 Uhr

Spahn, Erlenbach ZH; Regina Jäggi, Birsfelden BL; Judith Vaney, Posat FR; Hedwig Spillmann, Volketswil ZH

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 3 2 3 Schluss sollen alle Inseln 3 miteinander verbunden 1 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 2 2 2 4 mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 8:

4

3

3

1 2

2

1

2

1 4

3 3 2

2

2 2

3

2

3 3

3

1

Auflösung Nr. 8: 3 2

4

1

3

3

4 3 1

4

2

2

3

1 3 2 1

3 2 2 3 4

3 3 3 2

3

3 2 3

1 3

3 2 2 3

2 2 3 2 3 11010002616

Conceptis Puzzles

11010002617

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Publizistische Leitung Monica Glisenti Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Sabine Lüthi a.i., Daniel Sidler a.i., Reto Vogt a.i. Leitung Ressort Health & Beauty Roberto Zimmermann a.i. Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


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102  MM9, 26.2.2018 | LEBEN

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Mein Lieblingsprodukt «Ich liebe Paprika-Chips. Trotzdem habe ich nie einen Vorrat, denn ­immer wenn ich eine P ­ ackung ­kaufe, esse ich sie sofort auf.» 1

«Heute kann ich mir die Rollen aussuchen» In der neuen TV-Serie «Seitentriebe» beschäftigt sich der Schauspieler Leonardo Nigro mit den Problemen von Langzeitbeziehungen – und beweist, dass er nicht nur Rollen mit mediterranem Hintergrund spielen kann. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Michael Sieber

Bilder: Nikkol Rot, zVg, Migros Genossenschafts-Bund

Meine Welt


LEBEN | MM9, 26.2.2018  103

1 Mein Wasser «Am liebsten trinke ich Hahnenwasser. Ich mag Kohlensäure nicht, und Getränke aus dem Kühlschrank sind mir schlicht zu kalt.» 2 Meine Erinnerung «Als ich in Italien den ‹Urbino-Krimi› drehte, hing dort dieses Holzbild an der Wand. Ich durfte es nach Hause mitnehmen. Der Transport im Flugzeug war weniger lustig.» 3 Mein Poster «Es zeigt die italienische Fussballnati von 1982. Während einer WM oder EM hängt es neben dem TV-Gerät. Dieses Jahr bleibt es l­ eider im Zimmer unseres Sohns Leano (5).»

3

Name Leonardo Nigro (44) Sternzeichen Wassermann Lebenslauf «Ich wurde Schauspieler, weil ich keine Ahnung hatte, was ich sonst werden könnte. Ich weiss bis heute nicht, ob es etwas gibt, das mich so erfüllt wie die Schauspielerei. Mit fünf habe ich in der italienischen Kirche in Z ­ ürich mit Theater begonnen. Das Gefühl, auf der Bühne zu stehen und die Leute zu unterhalten, hat mich nie wieder losgelassen. Der Klassenclown war ich allerdings nie, und auch jetzt bin ich privat eher zurückhaltend. Heute kann ich mir die Rollen aussuchen, das war früher nicht so. Als nächstes spiele ich in ‹Seitentriebe› (Bild) von Güzin Kar, ­einer Serie über die täglichen Prob­ leme von langjährigen Beziehungen. Die erste Doppelfolge läuft am 26. Februar um 20 Uhr auf SRF 2.» 4

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4 Mein Preis «Für die Rolle im ‹Schellen-­ ursli› habe ich 2016 den Prix Walo gewonnen. Ich spielte einen Bauern mit Bündner ­Dialekt. Eine Herausforderung –­völlig losgelöst vom Secondo-Klischee.» 5 Meine Madonna «Diese Figuren aus Lourdes enthalten gesegnetes Wasser. So ein Fläschchen habe ich als Kind mal ausgetrunken. Meine Mutter hat mir dann ein neues geschenkt.»

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6 Mein Kinderteller «Diesen Mickey-­ Teller habe ich mit etwa acht Jahren von meinem Schulschätzeli erhalten. ­Zuerst ass ich daraus, heute benutzt ihn Leano.» 7 Mein Kraftort «Seit Jahren verbringen meine Freundin Mayumi (37) und ich ­unsere Ferien auf der Bettmeralp VS. Wir ­lieben den Ort, denn er ist ­überschaubar, autofrei und sehr kinderfreundlich.»  MM


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