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Migros-Magazin-08-2021-d-AA

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

migros.ch/magazin | MM8, 22.2.2021

VORSORGE

Pensionskassen und AHV wackeln: Sparen Sie selbst – und zwar frühzeitig Seite 20

Geschmacklos? Von wegen! Unsere besten Tofu-Rezepte Seite 28

Erschöpft, erledigt, k.o.: Was tun, wenn ich immer müde bin?

Luca lautlos Warum Luca Hänni und

1277 weitere Musiker an einem Festival auftreten, das es nicht gibt Seite 8

Bild: Thomas Buchwalder

Seite 24

Verkehrte Welt: Warum Nichtstun uns stresst

Seite 14

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: genossenschaftsregister@migrosaare.ch


2 | 22.2.2021 | MEINE MIGROS

Platz für Neues im Laden Die Migros verschlankt in den kommenden Monaten ihr ­Sor­timent: Sie wird einzelne Produkte aus den Verkaufsregalen nehmen, die anderen Artikeln sehr ähnlich sind. So entsteht mehr Übersicht, und es wird auch Platz für neue Angebote ge­schaffen – etwa für Abfüllstationen für Nudeln, Reis und Hülsenfrüchte oder auch für Shop-in-Shops wie sie zum B ­ eispiel die Apothekenkette «Zur Rose» schon heute in ­einzelnen ­Filialen betreibt.

Die Behälter dieser ­­ Abfüllstationen sind zu 100 Prozent aus Recycling-PET gemacht – sie bestehen also aus einem umweltfreundlichen ­Material. Wenn man Glas verwendet hätte, wären sie zu schwer geworden. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­kundendienst

Wie viel Künstliche Intelligenz (KI) steckt eigentlich schon in unserem Alltag? Darauf gibt der neue Podcast «Supernova» unterhaltsame Antworten: KI steuert zum Beispiel SBB-Durchsagen und komponiert sogar Musikstücke, die aber noch nicht besonders h ­ itverdächtig klingen. Das Migros-­Kulturprozent unterstützt die ­Serie. supernovapodcast.art

Mit Liebe gebacken Amelia Brito aus Aigle VD hat in einem Migros-Brot ein herzförmiges Loch entdeckt. Ob die Bäckerin oder der ­Bäcker verliebt war? Schicken auch Sie Ihr Migros-­ Bild. Wird das Foto ­ab­gedruckt, ­ge­winnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. ­ Teilnahme: www.migmag.ch/­blickfang

Bilder: iStock, Getty Images, zVg

?

Ich finde es gut, dass die Migros in einzelnen Filialen Abfüllstationen für Reis, Pasta und ­Hülsenfrüchte ein­ geführt hat und so Verpackungen einspart. Aber warum bestehen die durchsichtigen Behälter aus Plastik?

Wie clever ist Künstliche Intelligenz?


MEINE MIGROS | 22.2.2021 | 3

280 000

Während der «Migros All Stars»-Sammelaktion konnte man nicht nur für sich selber Murmeln sammeln, sondern auch für andere: In jeder Filiale stand eine Spendenbahn für die Murmeln. Mehr als 280 000 kleine Glaskugeln sind so zusammengekommen. In der vergangenen Woche wurden sie an die Heils­armee sowie die Organisationen «Helfen mit Herz und Hand» und «Weihnachtspäckli.ch» verteilt.

Die beste Zeit für Muscheln

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Immer in der Nähe Die Migros hat 745 Supermärkte. Wo immer man in d ­ er Schweiz gerade ist – ein L­ aden mit orangem M ist also fast immer in der Nähe. Auch das vereinfacht das ­Einkaufen. Alle Standorte: filialen.migros.ch An dieser Stelle bringen wir wöchentlich ­Bei­spiele d ­ afür, wie die Migros das L­ eben der Menschen in der Schweiz ein­facher macht.

Nur von September bis April – den Monaten mit «r» – sollte man frische Muscheln geniessen. Das war eine Regel, solange es keine Kühlmöglichkeiten gab. Heute bringen Fischer meist das ganze Jahr über Muscheln an Land. Inspirierende Muschel-Rezepte findet man auf migusto.ch.


4 | 22.2.2021 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 22.2.2021 | 5

13:56 Uhr

Auf einer Finca nahe Sevilla reifen Blondorangen, die unter anderem in der Migros in den Verkauf kommen. Es handelt sich um ein WWF-Projekt. Beim Anbau der Früchte wird zum Beispiel der Wasserverbrauch auf ein Minimum beschränkt.

Bild: Edeka

Migros-Moment in Andalusien


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INHALT | 22.2.2021 | 7

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Naschkatzen sind entzückt von dieser Idee: eine Monsterladung Cookies, akkurat ­gestapelt in einem drei Liter fassenden Vorratsglas.

Bilder: Jorma Müller, Raffael Waldner, Fotostudio MGB

INHALT 8  Fiktive Show statt Pleite Wie Musikfans die Schweizer Rock- und Popszene vor dem Ruin bewahren können 12  Gegen den Trend Vier Frauen überraschen mit einer Zeitschrift für Mädchen, die es so noch nie gab

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14  Einfach nur nichts tun Hirnforscher Bernd Hufnagls therapeutische Tipps gegen das chronische Multitasking

Zürcher «Tatort», Folge 2: Wer ist der Mörder? Oder war es eine Frau? Dieser Mann kennt die Antwort, denn er hat das Drehbuch verfasst: Stefan Brunner.

17  1, 2 oder 3? 19  Kundenpflege digital SportXX-Mitarbeiter Nik ­Sergolin steht ganztags vor der Kamera 20  Migros Bank Altersvorsorge: Ab Mitte 40 mit der Planung beginnen 24  Immer nur schlapp Chronische Müdigkeit kann viele Ursachen haben

Impressum

27 Wissensbissen

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 245 000 (WEMF, MACH Basic 2020-2) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

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Wenn sich die Patchworkfamilie Scheidegger-Burger-Schubert in Schale wirft, dann huldigt sie der Belle Époque. Bei jedem Wetter und sogar beim Skifahren.

28  Aber bitte mit Tofu! Trendige R ­ ezepte mit dem ­Allrounder aus der Sojabohne 32 Kinderfrage 36  Skispass wie anno 1900 Familiäre Marotten in ­historischen Klamotten 41  Der andere Blick Diese Woche: Sara Satir 43  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

52  Rätsel und Spiele 54  Meine Welt ­«Tatort»-Drehbuchautor Stefan Brunner


8 | 22.2.2021 | MUSIKBRANCHE

Damit die Musik nicht verstummt

Janine Cathrein, Leadsängerin der Folkband Black Sea Dahu

Ein Grossevent mit 295 Schweizer Acts, der gar nie stattfinden wird: Das verspricht das Ghost Festival. Es gibt Tickets und Fanartikel. Sieben Musikerinnen und Musiker sagen, wieso das Festival wichtig ist und wie Musizieren während Corona geht.

«Wenn das ‹Ghost Festival› real wäre, würden wir ­unsere allererste Single spielen – ‹In Case I Fall for You›. Da kennen viele Fans die Lyrics, könnten dann lauthals mitsingen, und so könnten wir alle zusammen die Musik feiern. In Wirklichkeit ist die Situation für uns schwierig: Wir gelten als Band zwar als Entdeckung. Doch wir sieben Musikerinnen und Musiker kommen im Moment nur durch, weil wir uns seit ­Jahren gewohnt sind, mit ganz wenig Geld zu über­leben. Es heitert mich etwas auf, wenn ich mir auf langen Spaziergängen im Sonnenschein Hörbücher und P ­ odcasts anhöre – zum Beispiel ‹Fake Doctors Real ­Friends› oder ‹Die drei Fragezeichen›.»

Text: Michael West, Lisa Stutz

Hat es so etwas je gegeben? Ein Mega­ event, der gross in der ganzen Schweiz angekündigt wird, aber gar nie statt­ finden soll? Das «Ghost Festival» macht genau das. Es ist eine fiktive Show, für die Musikfans trotzdem Tickets und Fanartikel kaufen können. Organisiert wird das Ganze von einem neu gegrün­ deten Klub von Musik- und Kulturfans. Der Erlös fliesst vollumfänglich an die 1278 Musikschaffenden, Techniker und Technikerinnen aus der ganzen Schweiz, die Teil des «Ghost Festivals» sind. Auf ghost-festival.ch kann man die Musiker und Musikerinnen unter­ stützen, indem man Festivaltickets oder Merchandising-Artikel kauft. Die Migros unterstützt das Projekt als Hauptsponsorin .

«Ich möchte die Musik feiern»

«Mir fehlt ein Ventil» Big Zis, Rapperin «Ich habe meine Rechnungen schon vor Corona mehr schlecht als recht von den Gagen für meine Live-Auftritte bezahlt. Entsprechend hart ist jetzt meine finanzielle Lage. Mir fehlt aber auch ein Ventil: Die Zeit auf der Bühne ist für mich Ekstase und auch harte körperliche Arbeit. Vom Publikum lerne ich jedes Mal – auch das vermisse ich. Über Langeweile kann ich mich allerdings nicht beklagen: Als alleinerziehende Mutter von drei Kindern sind meine Tage erfüllt von Verpflichtungen und Fürsorge.»


MUSIKBRANCHE | 22.2.2021 | 9

«StreamingKonzerte sind unheimlich»

Tickets kaufen und helfen!

Lo & Leduc, ­Mundart-Popmusiker Was würdet ihr spielen, wenn ihr jetzt vor ­Publikum auftreten könntet? Lo: Wahrscheinlich un­ sere Single Snooze. Im Song geht es um Schlaf und auch den allgemei­ nen Produktivitäts­ zwang. Im Refrain heisst es «Es louft ja glich, e ­ ifach nur nid bi mir». Passt ja gerade zu den Skiliften und Konzert­sälen.

ghost-festival.ch

Bilder: Nicole Somogyi, Paul Märki, Maximilian Lederer, Benedikt Schnermann

Mit eurem Hit «079» habt ihr alle Schweizer Chartrekorde gebrochen. Kann euch die Coronakrise also ­f­inanziell egal sein? Leduc: Nein, wir spüren diesen Ausnahme­ zustand. Denn wie bei ­allen Musikschaffenden stammt ein Grossteil unserer Einnahmen aus Live-Auftritten. Andere trifft es aber noch här­ ter. Auch in der Musik­ branche gilt: Wer schon vorher benachteiligt war, gerät in der Pande­ mie noch stärker unter die Räder. Was löst es für Gefühle aus, nicht auf der B ­ ühne stehen zu dürfen? Lo: Wir schreiben Lie­ der, weil wir auftreten wollen, und wir treten auf, weil wir Lieder schreiben. Daher fällt ein sehr wesentlicher Teil unseres Schaffens weg. Den direkten Kon­ takt mit dem Publikum vermisse ich auch. ­Streaming-Konzerte vor Kameras sind mir unheimlich.

«Musik ist nicht einfach da» Stefanie Heinzmann, Popsängerin «Ich mache gerade ­Promo für mein neues Album und bereite zwei Fernsehshows vor. Ich fühle mich privilegiert, weil ich so viel arbeiten darf. Es macht mich aber tief traurig, dass es so vielen anderen Musikern und freischaffenden Technikern schlecht geht. Das ist wie ein Stich ins Herz. Man muss jetzt helfen, denn die Schweizer Musikszene ist nicht ­einfach da. Sie kann ­verkümmern – dann gibt es auch keine tollen Konzerte mehr, und das Leben wird für alle ärmer.»


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MUSIKBRANCHE | 22.2.2021 | 11

«Trotz Corona neue Songs aufgenommen» Andreas Christen (rechts im Bild), DJ und Co-Leader der Popband Dabu F ­ antastic «Wir waren trotz Corona im Studio und haben neue Songs eingespielt – um die Distanz einzuhalten, verteilten wir uns als sechsköpfige Band auf fünf R ­ äume. Und doch haben wir endlich wieder zusammen Musik gemacht. Das war toll, ein richtiger Flash! Wenn die Pandemie einmal vorbei ist, wird sich die ­ganze angestaute Energie Bahn brechen. Es wird die tollsten Festivals geben, und alle werden tanzen.»  MM

Wann bist du zuletzt auf einer grossen B ­ ühne gestanden? Das war bei der ZDF-­ Silvestershow vor dem Brandenburger Tor in ­Berlin. Die Bühne war bombastisch, leider fehlte natürlich auch hier das Live-Publikum. Ich ­finde es aber mega schön, dass so ein Event überhaupt durchgeführt ­werden konnte.

Bilder: Thomas Buchwalder, Steve Wenger

Wie sieht dein Alltag ­momentan aus? Im Moment wohne ich ­gerade in Köln und arbeite fleissig an neuer Musik, das geht auch von zu ­Hause aus. Körperlich ­halte ich mich mit Trainings in der Wohnung fit oder benutze den ­Vita-Parcours draussen. Ich koche sehr gerne und nutze die Zeit, um viele neue Rezepte auszuprobieren.

«Ich könnte auch mit Maske singen.» Luca Hänni, Pop­musiker

Wo möchtest du nach der Pandemie am ­liebsten dein erstes ­Konzert geben? Im Hallenstadion – da hätte es genügend Platz. Im Ernst: Starten würde ich am liebsten mit ­einem Open Air oder Stadtfest, um wieder die Stimmung der Fans zu spüren, sie zum Tanzen zu bringen, damit sie einfach wieder mal unbeschwert ein Konzert geniessen können. Das wünsche ich mir! Geht Singen eigentlich auch mit Maske? Es geht alles, wenn man muss. Es tönt allerdings schon etwas dumpf und ungewohnt. Und ich wäre bald ausser Atem, wenn ich dazu noch tanzen müsste.

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12 | 22.2.2021 | MÄDCHENMAGAZIN

Garantiert ohne Schminktipps Ein Heft für Mädchen, das ohne Kitsch, Klischees und Werbung auskommt? Genau das will Laura Simon. Sie hat mit drei anderen Frauen ein neues Mädchenmagazin gegründet. Text: Michael West  Bild: Kostas Maros

Mädchen eine Stimme geben

Vor allem aber unterscheiden sich die Artikel von den Texten in der klas­ sischen Teeniepresse. «Wir wollen den Mädchen zum Beispiel nicht sagen, welchen Idealen ihr Körper genügen muss, sondern wie er funktioniert», betont Simon. In der ersten Ausgabe geht es zum Beispiel um die menschli­ che ­Stimme, aber auch um den langen Weg zum Frauenstimmrecht. Und es gibt eine Bastel­anleitung für ein Mega­ fon, mit dem die jungen Leserinnen ihre Stimme lauter machen können. Andererseits soll das neue Magazin auch kein krampfhaftes Gegenpro­ gramm zu herkömmlichen Teenie­ heften bieten. «Wir wollen nieman­ dem die Freude an Pferden und Stars vermiesen», sagt S ­ imon. «Aber wir möchten zeigen, dass Mädchen ganz verschiedene Interessen haben und dass sie im Leben viele verschiedene

Wege einschlagen können.» In der zwei­ten Ausgabe vom März wird zum Beispiel eine Gamedesignerin vorgestellt. Ab dann wird das Magazin übrigens neu «Kaleio» heissen (siehe Box rechts). Laura Simon hat als Lektorin schon viele Buchprojekte betreut. Im vergan­ genen Frühling packte die 32-Jährige mit drei anderen F ­ rauen das ehrgeizige Projekt an, ein Mäd­chen­magazin zu gründen, wie es im deutschen Sprach­ raum noch nicht existierte. Zum Quar­ tett gehören die Radio­journalistin ­Martina Polek (32), die Buchhändlerin Cyrielle Cordt-­Moller (28) und die ­Verlagsfrau Marta Kosińska (42), die einzige Mutter im Team. Sie hat zwei Töchter im Teeniealter, für die sie sich dringend ein ­gutes Magazin wünschte. Für Simon spielten Erinnerungen an die eigenen Teenagerjahre eine wichtige Rolle: «Ich habe damals die gängigen Mädchenmagazine verschlungen. Erst als Erwachsene merkte ich, dass mich all die Geschlechterklischees in ein Korsett gezwängt hatten.» Im ersten Lockdown arbeiteten die vier Frauen intensiv am Konzept. Oft unterhielten sie sich nur via Skype,

«Auch Buben würde ein Magazin ohne Klischees guttun.» Laura Simon Mitgründerin von «Kosmos»/«Kaleio»

manchmal trafen sie sich zu einem Picknick unter blühenden Apfel­ bäumen oder in Simons Wohnung, die ganz in der Nähe des Basler ­Hauptbahnhofs liegt. Ihre ­Räume sind an­genehm luftig und unverstellt, sie ­lassen buchstäblich Platz für Ideen und Kreativität. Starke Starthilfe

Finanziert wurde das Projekt über ein sehr erfolgreiches Crowdfunding. Aber auch das ­Migros-Kulturprozent und ­diverse Stiftungen unterstützten die Entstehung des Magazins. Die vier ­Macherinnen waren berührt von den vielen positiven Reaktionen. Sie kamen oft nicht nur von Mädchen, sondern auch von deren Eltern. «Viele Mütter und Väter sehen mit Graus, dass sich die Teeniepresse seit ihrer ­eigenen ­Jugend nicht grundsätzlich verändert hat», erzählt Simon. «Es geht heute zwar um andere Stars, doch das Strick­ muster ist noch immer gleich. Dabei hat sich die Gesellschaft seither doch stark verändert.» Die vier Frauen arbeiten nun daran, die Auflage bis Ende Jahr von gegen­ wärtig rund 5000 auf 10 000 zu stei­ gern. Ausserdem soll die Zahl der Abos wachsen. Sie sind für das junge Maga­ zin wichtig, weil die Macherinnen ­keine Inserate im Heft wollen und so auf eine wichtige Einnahmequelle verzichten. Langfristig könnte sich Simon vorstel­ len, dass es ein so unkonventionelles Magazin auch für B ­ uben gibt. «Denn sie werden ebenfalls von Geschlechter­ klischees eingeengt.» Dass sie schon jetzt als Leser willkommen sind, macht der Untertitel von «Kosmos» respektive «Kaleio» klar: «Das Magazin für Mäd­ chen (und den Rest der Welt).» MM

Bild: zVg

P

onys, Prinzen, Popstars – und viele Tipps, wie Mädchen schöner und beliebter werden können. Das sind die typischen Themen in Heften wie «Bravo Girl», die oft in Rosa g­ e­taucht und mit Glit­ zer garniert sind. Das Papier ist dünn und sieht schon nach dem zweiten Durchblättern leicht z­ erfleddert aus. Das neue Schweizer Mädchenmaga­ zin ­«Kos­mos» macht einen ganz ande­ ren Eindruck: Es ist über 70 ­Seiten dick und besteht aus robustem Recycling­ papier. Die Ecken sind abgerundet, ­damit sich nicht so schnell Eselsohren bilden. Das runde Logo ist zwar auch pink. «Doch es ist kein blasses Puder­ dosenrosa, ­sondern der Farbton Magenta», erklärt Laura Simon. «Die­ ses dunkle Pink wirkt kräftig und vital.»


MÄDCHENMAGAZIN | 22.2.2021 | 13

Wohnzimmer statt Redaktion: Laura ­Simon hat mit ihren drei Kolleginnen die neue Zeitschrift im Homeoffice ­entwickelt.

Aus «Kosmos» wird «Kaleio» Die zweite Ausgabe des neuen Mädchenmagazins – sie erscheint Anfang März – wird nicht mehr «­Kosmos» heissen, sondern «Kaleio». Der Grund: Um die Verwendung des ­Namens ­«Kosmos» ist ein Streit entbrannt, weil er eine eingetragene Marke des Kosmos-­Verlags in Stutt­ ­gart ist. «Kaleio» erscheint jeden zweiten M ­ onat und kostet pro Ausgabe 19 Franken. Das Jahresabo gibt es für 99 Franken. Die Zeit­ schrift richtet sich an 8 ­ - bis 13-jährige ­Mädchen. Infos: kosmosmag.ch ; ab März: kaleiomag.ch


14 | 22.2.2021 | NICHTSTUN

«Planen Sie Pausen ein» Wir müssen dringend wieder lernen, im Alltag und bei der Arbeit auch mal nichts zu tun, sagt der Hirnforscher Bernd Hufnagl. Dies reduziere Stress und steigere Kreativität, Gesundheit und Lebensglück. Text: Lisa Stutz, Ralf Kaminski Illustration: Michael Meister


NICHTSTUN | 22.2.2021 | 15

viel sind. Inzwischen hat das noch zugenommen. Dabei ist die Aufgabe ganz simpel: Man sitzt am Fenster, schaut hinaus und hat eine Aufgabe: Nichtstun. Man hat aber auch nichts, mit dem man sich ablenken oder beschäftigen könnte. Weshalb stresst das die Leute so viel ­stärker als 2004? 2007 begann mit dem ersten iPhone die Pandemie der Smartphones. Diese haben ohne Frage enorm viele Vorteile, erhöhten jedoch massiv die Unfähigkeit, nichts zu tun. Kaum jemand erträgt es mehr, fünf ­Minuten einfach aus einem Zugsfenster zu schauen oder auf einer Bank zu sitzen und die Natur zu betrachten. Denn er hat ja das Smartphone in der Tasche, mit dem diese «leere Zeit» gefüllt werden kann. Es gibt aber auch fünf Prozent der Leute, denen das Nichtstun nicht schwerfällt. ­Inwiefern ticken sie anders?

«Kaum jemand erträgt es mehr, fünf Minuten einfach nur die Natur zu betrachten.»

ernd Hufnagl, sollten wir alle mehr dasitzen und aus dem ­Fenster schauen? Ja, aber Achtung: Bei 95 Prozent der Leute führt dies zu Stresssymp­tomen statt zu Entspannung. Ich führe seit 2004 das Experiment durch, bei dem ich Menschen fünf Minuten lang einfach nur zum Fenster hinausschauen lasse.

Ein Grund scheint genetisch zu sein. ­Einige Menschen sind einfach gelassener und haben eine gewisse innere Ruhe. ­Hinzu kommen kulturelle Unterschiede von ­Gesellschaften. Auf dem Land sind die meisten Leute langsamer und entspannter unterwegs als in der Stadt. Wer sich geniessend in der Natur bewegt, kommt besser mit Nichtstun klar. Ein weiterer Aspekt ist die Erziehung: Wer in jungen Jahren angstgetrieben erzogen wird, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch später im Leben getrieben sein.

Was beobachten Sie? Am Anfang zeigten unsere EKG-Messungen bei 70 Prozent der 2000 Teilnehmenden Stress – und wir waren irritiert, dass es so

Spielt das Alter eine Rolle? Ganz klar. Teenager und junge Erwach­ sene sind chronische Multitasker. Als ­Digital Natives sind sie damit auf­

B

gewachsen, vieles gleichzeitig zu machen. Und es stresst sie auch nicht. Ganz anders ist das bei älteren Erwachsenen, die durch die Arbeitswelt dazu gezwungen werden – sie zeigen massive Stresssymptome. Es gibt aber auch bei den Jugendlichen einen Haken: Sie mögen zwar durch das Multitasking nicht gestresst sein, aber sie sind zunehmend oberflächlich, ungenau und machen dadurch immer wieder Fehler. Was sind weitere Folgen dieser Unfähig­ keit zum Entspannen und Nichtstun? Viele sind nicht mehr in der Lage, in einer Zeitung zwei Seiten Text zu lesen oder im Radio oder auf Youtube einem 20-minütigen Gespräch zu folgen. Es dauert ihnen zu lange, sich auf eine solche Vertiefung einzulassen. Auch die Wahrnehmung leidet, sie bekommen nicht mehr richtig mit, wie etwas schmeckt, riecht oder aussieht, weil sie sich die Zeit nicht geben, sich darauf wirklich einzulassen. Arbeitstätigen raten Sie zu «hirnge­ rechtem» Arbeiten. Was ist das genau? Wir müssen Rücksicht nehmen auf unser biologisches Erbe, das zum Teil Millionen Jahre alt und sehr trivial gestrickt ist. Auf Stress reagiert unser Gehirn gerne mit Gegenwehr oder Ohnmachtsgefühlen. Dieses Erbe gibt uns bestimmte Rahmenbedin­ gungen vor, die man in der Arbeitswelt ­berücksichtigen sollte. Zum Beispiel? Man tyrannisiert sich oft unnötig gegen­sei­ tig. Es gibt zum Beispiel Leute, die versenden E-Mails und rufen dann beim Empfänger an, um mitzuteilen, dass sie gerade eine E-Mail geschickt haben. Das passiert in der Regel ohne triftigen Grund und ist Ausdruck der eigenen Ungeduld und Getriebenheit. Der Druck des E-Mail-Schreibers löst auch beim Empfänger Druck aus, er wird quasi an­ gesteckt. Das Risiko besteht, dass dieser ebenfalls Druck weitergibt. Es müssten die Führungskräfte sein, die etwas anderes zulassen oder gar vorleben. Ansonsten wird es schwierig, nicht? Das wäre auf jeden Fall hilfreich. Aber es geht um die ganze Unternehmenskultur, also auch um jeden Einzelnen. Gefragt ist ein achtsamer, wertschätzender zwischenmenschlicher Umgang miteinander. Die wichtigste Grundvoraussetzung dafür ist­ ­Interesse am anderen Menschen – nicht nur an seiner Funktion oder seinem Output,


16 | 22.2.2021 | NICHTSTUN

s­ ondern an ihm selbst, daran, was er wirklich denkt und fühlt. Das zu lernen, ist für Men­ schen ohne Empathie leider fast unmöglich, entweder man hat welche oder nicht. Und es kommt leider immer wieder vor, dass Führungskräfte lediglich an der Performance ­einer Person interessiert sind, nicht an ihr selbst. Solche Chefs sind nie achtsam und hören nie zu, sie bauen nur den Druck auf, möglichst viel Leistung zu bringen.

kommen. Ideen, die Ihnen weiterhelfen. An­ sätze, an die Sie vorher nicht gedacht haben. Wie viele Sitzungen muss man auf der Bank absolvieren, bis das eintritt? Das hängt davon ab, wie fest man schon drinsteckt in diesem Leben als To-do-Liste. Leben als To-do-Liste? Ja, Menschen sind oft zu lebenden To-doListen mutiert. Sie haken nur noch einen Punkt nach dem anderen ab. Wenn man da zu tief drinsteckt, sollte man mit bewussten Einzelaufgaben beginnen. Schrauben, ­bohren, feilen, gärtnern – die Geschirr­ spülmaschine ausräumen. Irgendwas, bei dem man zeitnah ein Ergebnis sieht. Im ­ersten Schritt lernen wir, uns nur auf etwas zu ­konzentrieren, im zweiten folgt der ­Leerlauf, der echte Versuch der Musse.

Wie bekommen wir das Tagträumen ­wieder in unseren Alltag? Sollen wir es in den Terminkalender eintragen – oder ist das schon wieder kontraproduktiv? Zu Beginn ist es tatsächlich gut, Freiraum einzuplanen, sonst findet er nicht statt. ­Reservieren Sie sich zweimal zehn M ­ inuten digitalfreie Zeit pro Tag. Darf man während diesen zehn Minuten die Geschirrspülmaschine ausräumen? Da macht man ja trotzdem etwas, das ­getan werden muss. Das stimmt, aber Sie haben eine handwerk­ liche Tätigkeit gemacht und sehen sofort Ursache und Wirkung Ihrer Handlung. Da­ mit sprechen Sie Ihr Belohnungsnetzwerk im Gehirn an. Die Wirkung unserer Ener­gie­ investition in der digitalen Welt ist hinge­ gen oft vernebelt. Am Ende des Tages sind die Leute erschöpft, wissen aber nicht mehr, warum. Ganz im Gegensatz zu einem Hand­ werker oder zu jemandem, der gerade den Geschirrspüler ausgeräumt hat. Es muss also gar nicht Nichtstun sein? Das sollte das Ziel sein. Wenn man sich wie­ der problemlos längere Zeit auf eine Tätig­ keit konzentrieren kann, könnte man einen Schritt weitergehen. Etwa, sich irgendwo auf eine Bank setzen, einen Baum betrachten und den Vögeln zuhören. Und sich dabei be­ obachten: Wie geht es mir damit? Worum kreisen meine Gedanken? Sie werden sehen, dass plötzlich kreative Gedankenblitze

Hirnforscher und Managementberater Bernd Hufnagl (51) ist ur­ sprünglich Neurobiologe und Hirnforscher. 2002 gründete der Österreicher ein Beratungs­ unternehmen, das sich für die Verbesserung der Gesundheit in der Arbeitswelt einsetzt. ­Zudem schreibt er Bücher und hält Vorträge. Hufnagl ist mit ­einer Historikerin verheiratet, hat eine 17-jährige Tochter und lebt in Wien. Weitere Infos: berndhufnagl.com, benefit.cc

Man kann das also lernen? Absolut, aber man muss sich Spielregeln aufstellen. Sich etwa einen zweiten Bild­ schirm verbieten – also entweder Netflix schauen oder Facebook-Timeline checken. Oder die Pop-ups bei den Mails ausschalten, um dadurch nicht dauernd bei der Arbeit unterbrochen zu werden. Vor 100 000 Jah­ ren wären wir aus einem Biotop geflüchtet, in dem dauernd Unterbrechungen lauern. Doch heute haben wir die Störung immer in der Hosentasche – und nehmen sie sogar ins Schlafzimmer mit. Wie ist Ihre Prognose: Wird es wieder besser oder noch schlimmer? Ich bin Optimist. Ich glaube daran, dass es besser wird. Historisch gesehen hat jede technologische Welle eine Gegenwelle aus­ gelöst. Ich sehe das bei meiner Tochter, da sagen inzwischen Teenager untereinander: «Ich finde das nicht nett, du bist auf einer Party und hängst nur am Handy.» Und wie läuft das mit dem Nichtstun bei Ihnen zu Hause? Gut. Meine Familie weiss um den Wert des Sinnierens, der Musse, des nicht zielgerich­ teten Denkens. Wir haben dafür ein paar Spielregeln, etwa, dass wir uns nur mit einem beschäftigen, also Netflix oder Facebook. ­Unsere 17-jährige Tocher ist als Musikerin aber ohnehin gewohnt, nur auf etwas zu ­fokussieren, das hilft. Dennoch dient sie mir natürlich auch als Anschauung für die Folgen der Digitalisierung. ( lacht) Danke für das Gespräch! Was tun Sie denn heute noch? Jetzt gleich habe ich noch einen Online-­ Termin. Anschliessend fahre ich mit meiner Familie eine Woche in die Ferien. Und wissen Sie, was: Dort bin ich dann ganz schwer erreichbar. MM

Bild: Jeff Mangione

Auch in der Freizeit ist das Nichtstun fast verschwunden. Viele Menschen tun sich schon schwer mit einem un­ verplanten Wochenende – sie fürchten sich vor Langeweile oder Alleinsein. Wir haben heute die technische Möglich­ keit, Langweile zu bekämpfen. Es ist für uns schwierig, am Strand oder auf dem Berg­ gipfel plötzlich Ruhe zu empfinden. Also ­zücken wir das Smartphone. Andernfalls könnte man auf sich selbst treffen – und das ist nicht immer schön: Es fallen einem Dinge ein, um die man sich schon längst hätte kümmern sollen. Oder man merkt: Ich bin mit dem falschen Menschen ver­ heiratet. Oder habe den völlig falschen Job. Wenn man einfach mal nichts tut, läuft man ­Gefahr, dass einem das bewusst wird.


KOLUMNE | 22.2.2021 | 17

Der Krankenbruder

1, 2 ODER 3 ? Als der Grosse (10) kleiner war, machte er alle möglichen Krankheiten durch: hundskommune Windpocken, eher seltene Ringelröteln, die sehr un­angenehme Hand-Fuss-MundKrankheit. Mit dem Resultat, dass er ein bombiges Immunsystem hat – und profunde Medi­zinkenntnisse. Ist der Kleine krank, ­reagiert er jeweils total routiniert. Vor ein paar Nächten hat der ­ Kleine (5) eine üble Hustenattacke und japst nach Luft. «Pseudokrupp!», ­diagnostiziert der Grosse verschlafen, reisst die Balkontür auf, hüllt den ­Kleinen in eine Decke und setzt ihm eine Mütze auf. Während ich schlaf­ trunken daneben stehe, lässt er heisses Wasser in die Badewanne ein. Er erinnert sich, dass es beides braucht. In der folgenden Nacht wiederholen sich die Geräusche – Husten, Balkontür, flies­ sendes Wasser –, und ich bleibe liegen. Am nächsten Morgen ist der Kleine munter, der Grosse aber sieht total ­mitgenommen aus. – Und jetzt? MM 1 Ich habe ein schlechtes Gewissen. 2 Zum Glück habe ich so gut geschlafen,

Illustration: Lisa Rock

denke ich. 3 Ich bereite dem Grossen eine heisse Schokolade zum Zmorge zu.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1, 2 und 3: Alles trifft zu. Insgeheim freue ich mich über meine gute Nacht, dennoch ist da das schlechte Gewissen. Und ich möchte dem Grossen etwas Gutes tun. Nächstes Mal stehe ich auf. Versprochen! Anzeige

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MEINE MIGROS | 22.2.2021 | 19

Laden zu und trotzdem offen: Die SportXX-­ Filiale in Biel ist aufgrund der Corona-Regeln geschlossen. Virtuell können die Kunden mit Live-Beratern dennoch ins Geschäft. Auch Micasa, M-Electronics, Do it + Garden und Bike World setzen auf Video-Beratung.

Nik Sergolin (18), Videoberater: Vor der Kamera ist der gelernte Sportartikelverkäufer Voll­profi: Er arbeitet bei SportXX auch als Online-­Berater, wenn die Läden offen haben.

Bei Anruf Shopping Da keine Kundschaft in den Laden kann, bringen uns die Berater von SportXX die Produkte per Live-Video ins Wohnzimmer, erklären und bestellen sie. Wir haben einen im Centre Brügg bei Biel besucht. Text: Jeanette Kuster  Bilder: Annika Zehnder, Jana Figliuolo Kamera an! Oft ­sehen die Berater nur sich selbst, denn wer anruft, muss die Kamera ja nicht ­einschalten. «Ältere Kunden zeigen sich eher im Bild, weil sie finden, das gehöre sich so.» Wer spät anruft, ist vielleicht schon im Pyjama und aktiviert deshalb die Kamera nicht.

Erst erklären, dann bestellen: Nachdem Nik Sergolin der Kundin drei Rucksäcke vorgestellt hat, wählt sie ihren Favoriten. Darauf erfasst der ­Videoberater die ­Bestellung direkt am Tablet (links), ­damit das Produkt möglichst schnell versandt wird.

Welcher Ski soll es sein? «Manche denken, ich hätte ­einen Kameramann dabei, aber dank des an der Rollstange befestigten Tablets kann ich mich in der ganzen Filiale frei bewegen und mich dabei selbst filmen.»


20 | 22.2.2021 | FINANZEN

«Sparen Sie!»

Die Vorsorgewerke sind in finanzieller Schieflage. Reformen kommen nicht vom Fleck, und die Coronakrise verschärft die Situation. Jeannette Schaller, Finanzplanungsexpertin der Migros Bank, klärt auf und sagt, worauf man bei der Altersvorsorge selbst achten kann. Interview: Benita Vogel Illustration: Stephan Schmitz

Jeanette Schaller, wie stark betroffen sind die Vor­sorgewerke durch die Pandemie? Vieles ist noch offen. Sicher ist, dass die bestehenden Finanzierungspro­ bleme verschärft werden. Vor allem bei der AHV. Sie wird durch Lohn­ beiträge finanziert. Sinken die Löhne wegen der Kurzarbeit oder steigender Arbeitslosigkeit, wie wir das aktuell feststellen, sinken auch die Einzah­ lungen. Und weil Konsumentinnen und Konsumenten krisenbedingt wohl auch weniger Geld ausgeben, ­gehen die Einnahmen der Mehrwert­ steuer zurück. Diese fliessen teilweise ja ebenfalls in die AHV. Ist die Situation bei der zweiten Säule auch so dramatisch? Die Pensionskassen stehen etwas ­besser da. Sie sind verpflichtet, für Krisensituationen Schwankungs­ reserven zu bilden, um etwa Verluste an den Börsen abzufedern. 2020 war ein gutes Anlagejahr. Die Kurzarbeit hat für Pensionskassen weniger ­gravierende Auswirkungen – weil die Beiträge trotzdem voll bezahlt werden. Aber man muss schon sehen: Auch in der zweiten Säule ­haben wir massive Finanzierungs­ probleme. Das Geld, das Pensionierte während des Erwerbslebens an­ gespart haben, reicht nicht, um ihre Renten zu decken. Bereits fliessen in der zweiten Säule jedes Jahr 7 Milliarden Franken von Erwerbs­ tätigen zu den Rentnern. Aktuell stehen in der AHV die ­Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65 und in der zweiten Säule eine weitere Senkung des ­Umwandlungssatzes zur Debatte. Gehen diese Reformen weit genug? Nein, sie greifen sogar viel zu kurz. Was diskutiert wird, sichert bloss kurz­fristig die Finanzierung.

Das wäre schon vor langer Zeit nötig ­gewesen. Jetzt muss sich das System grundlegend ändern. Aber für um­ wälzende Neuerungen fehlt der ­politische Konsens und wohl auch der Mut. Es sitzen ja pikanterweise diejenigen am Steuerhebel, die bald selber in Pension gehen. Die beiden geplanten Massnahmen würden bereits zu tieferen Renten führen. Und Sie sagen, die Anpassungen greifen viel zu kurz? Ja, diese Massnahmen sind längst überfällig, weil bei der AHV die Mittel nur noch für einige Jahre reichen und bald die Generation der Babyboomer in Pension geht, was dann wirklich kostet. Viele Pensionskassen haben auf den Beiträgen, die über dem ­gesetzlichen Obligatorium liegen, den Umwandlungssatz für die Renten ­übrigens bereits gesenkt.


FINANZEN | 22.2.2021 | 21

Damit treffen die Reformen doch Kleinverdiener, die lediglich im ­Obligatorium versichert sind, und Frauen, die im System sonst schon benachteiligt werden. Ja, das ist schmerzhaft. Es sind aber für beide Fälle Ausgleichszahlungen beziehungsweise Massnahmen zur Abfederung vorgesehen. Und wenn wir von Gerechtigkeit gegenüber den Frauen sprechen, sehe ich den Hebel an einem anderen Ort: Man muss für gleiche Löhne und gleiche Karrierechancen während des ­Erwerbslebens sorgen. Die Jüngeren wären für grund­ legendere Reformen. Etwa dafür, dass nicht erst mit 25 Jahren in die zweite Säule einbezahlt wird und dass Teilzeit- und Projektarbeit besser abgedeckt werden. Das geht in die richtige Richtung. Die ganze Gesellschaft hat sich gewandelt. Das Modell des Haupternährers, auf das die Sozialwerke angelegt sind, ist längst überholt. Welche strukturellen Reformen braucht es noch? Helfen würde zum Beispiel, wenn der Umwandlungssatz, der in der zweiten Säule die Rentenhöhe bestimmt, nicht starr vom Gesetz vorgeschrie­ ben würde, sondern flexibel der ­Lebenserwartung angepasst werden könnte. Damit würden auch die ­Pensionierten, deren Renten im ­heutigen System nicht ­angetastet werden, ­einen Beitrag leisten.

Darüber hinaus wird heute über eine vierte Säule diskutiert. Was ist damit genau gemeint? Dabei geht es um Zeitguthaben, das man in jungen und auch älteren ­Jahren mit Freiwilligenarbeit auf­ baut, indem man etwa für die ältere Nachbarin kocht oder ihr bei Admi­ nistrativem zur Hand geht. Einmal selber in Pension, kann man das ­Guthaben einlösen, indem man selbst Dienstleistungen bezieht. Das ist ein sehr spannender Ansatz.

Was raten Sie Ihren Kundinnen und Kunden beim Vorsorgegespräch? Vielen kommt es erst etwa Mitte 50 in den Sinn, sich mit der Pensionie­ rung zu beschäftigen. Das ist oft zu spät, um die Lücken in der Vorsorge richtig zu schliessen. Es ist wichtig, sich ab Mitte 40 mit der Planung ­auseinanderzusetzen. Die wichtigen Fragen zu beantworten: Welchen ­Lebensstandard will ich im Alter? Bin ich allenfalls gewillt, mit weniger auszukommen?

Ändert das etwas an der finanziel­ len Misere der ­Sozialwerke? Nicht im grossen Stil. Aber Pflegende oder Familienangehörige würden entlastet, und die Solidarität unter den Generationen gefördert. Nehmen wir das Beispiel einer betagten Frau, die geistig noch fit ist, allerdings bei bestimmten Tätigkeiten auf fremde Hilfe angewiesen ist. Dank Unter­ stützung einer Nachbarin bei den ­Alltagsarbeiten kann die Frau einen vorzeitigen Eintritt in ein teures ­Pflegeheim aufschieben. Dies ent­ lastet nicht nur unser Gesundheits­ wesen, sondern verringert die Wahr­ scheinlichkeit einer Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen.

Also in Eigenregie vorsorgen? Absolut. Viele Leute haben wenig bis keine Ahnung von Vorsorgethemen. Ich wünschte mir, das Thema würde schon in der Schule behandelt, Junge würden stärker dafür sensibilisiert.

Was können künftige Rentnerinnen und Rentner selber tun, um ihre ­Situation zu verbessern? Sie sollten nichts dem Zufall über­ lassen. Das Versprechen, dass mit der ersten und zweiten Säule 60 Prozent des letzten Einkommens gesichert ist, kann nicht mehr eingehalten ­werden. Selbstvorsorge ist deshalb unumgänglich. Sparen Sie! Mit einer Säule 3a oder individuell – auch wenn es jeweils nur kleine Beträge sind.

Ist ein solches System, bei dem am Ende eigentlich doch jeder selbst für sein Alter sparen muss, denn noch sozial? Bei all den Schwierigkeiten darf man nicht vergessen: Unser System ist gut und sehr wertvoll. Die Solidarität funktioniert nach wie vor. Der Aus­ gleich findet statt, beispielsweise ­indem Grossverdiener in der AHV für Arbeitnehmende einzahlen, die weniger verdienen. Zudem sind die Risiken wie Invalidität und Todesfall ebenfalls versichert. Die AHV bezahlt zudem Ergänzungsleistungen und Hilflosenentschädigung. Auch die ­Erziehungsgutschriften für Kinder sind ein Stück Solidarität. Der Aus­ gleich findet auf vielen Ebenen statt. Zu einem solchen Vorsorgesystem müssen wir Sorge tragen. MM

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Jeannette Schaller ist Leiterin Finanz­ planung bei der Migros Bank.


22 | 22.2.2021 | MEINE MIGROS

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Man kann nicht zu viel oder zu wenig Spülmittel in den Geschirrspüler geben. Die Caps sind einfach und praktisch zu dosieren.

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Die Komponenten in den Flüssig- und Pulverkammern werden freigesetzt, wenn sie im Waschvorgang benötigt werden. Erst lösen Reinigungsverstärker selbst hartnäckigen Schmutz und Eingebranntes, danach sorgt eine Formel für extra Glanz, Sauberkeit und Hygiene.

ANTI-KALK

Kalk schadet sowohl dem ­Geschirr als auch der Maschine. Er kann unappetitliche Schleier auf Tellern und Gläsern hinterlassen und sich in der Spülmaschine festsetzen – was die Reinigungsleistung auf ­Dauer beeinträchtigt. Die Caps lösen Kalkablagerungen und tragen dazu bei, neue zu verhindern.

SCHNELL TROCKEN

Schluss mit lästigem Nachreiben und -trocknen: Die Schnell-­ Trocken-Formel der Caps ­vermindert Wasserflecken auf ­Gläsern und sogar auf Plastik.

Bild: Yves Roth; Styling: Mirjam Käser

Die Maschine wird bei jedem Waschgang gepflegt. Ansammlungen von Fett-, Öl- und Kalkablagerungen – speziell im Filter – werden durch die effektive Formel gelöst.


KOLUMNE | 22.2.2021 | 23

Illustration: Rinah Lang

Keine Glitzersteine mehr

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Wenn ich etwas im ­ eben bereue, dann Piercings. Ich hätte viel L früher in meinem Leben einsehen müssen, dass meine Haut nicht durchlöchert werden will. Meine einzige positive Piercing-Erfahrung sind die Ohrlöcher, die ich als Kind gestochen bekam. Danach gings nur noch bergab. In der 5. Klasse liess ich mir ein zweites Ohrloch stechen, es entzündete sich sofort. Weil damals noch meine Mutter für mich zuständig war, bekamen wir die Entzündung schnell in den Griff. Ich lernte nichts daraus. Mit etwa 16 hatte ich den Peak meiner pubertären Blödheit erreicht: Ich liess mir einen «Dermal Anker» stechen. Fortan lief ich mit einem implantierten Glitzersteinchen am ­Dekolleté herum. Heute schäme ich mich auf mehreren Ebenen dafür. Wobei man das ­Glitzersteinchen eigentlich die meiste Zeit nicht sah – vor lauter rosarot-eitriger Entzündung rundherum. Doch ich wollte nicht ein-

sehen, dass Piercings mehr für andere Leute sind und weniger für mich. Schliesslich liess ich mich in der Mitte der linken Ohraussenseite piercen. Überraschung: keine gute Idee. Mein Ohr war über mehrere Wochen stark entzündet. Ein Lymphknoten am Hals schwoll derart an, dass ich meinen Kopf nicht mehr richtig bewegen konnte und einen Arzt aufsuchen musste. Weil alles so entzündet war, schaffte er es nicht, das Piercing zu entfernen. So musste er den Ring an meinem Ohr mit ­einer grossen Zange durchschneiden. Ich habe die Aktion in schmerzhafter Erinnerung. ­Danach musste ich eine Woche lang Antibiotika schlucken. Seither bin ich abstinent. Gerade ist mir ein bisschen langweilig. Lockdown, nix los, kein Abenteuer weit und breit. Fast überlege ich mir, es doch nochmal zu versuchen. Nicht, weil ich es für eine schlaue Idee halte. Aber immerhin wäre dann wenigstens am Ohr etwas Nervenkitzel. MM

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24 | 22.2.2021 | ERSCHÖPFUNG

Das grosse Gähnen Energieräuber

Eisenmangel

Die wohl häufigste Ursache für ­Müdigkeit heutzutage ist: Das Gleich­ gewicht zwischen dem, was einem Energie gibt, und dem, was Energie raubt, ist aus dem Lot geraten. Allein­ erziehende Eltern, die an allen Fronten zugleich gefordert sind, finanzielle Probleme, Prüfungsstress bei Studen­ ten – solche Lebensphasen bringen oft auch Müdigkeit mit sich, weil die Erholung zu kurz kommt. Tipp: Sorgen Sie dafür, dass Ihre «Energie­ räuber» und das, was Ihnen Elan gibt, sich die Waage halten. Beseitigen Sie – wo möglich – die Faktoren, die Ihre ­Erholung stören, also zum Beispiel ­Unmengen an Kaffee, Bildschirmarbeit bis spät in die Nacht oder ständige Über­ stunden. Denn ständig «auf der Über­ holspur» zu leben, erschöpft auf Dauer die Kräfte.

Das Spurenelement Eisen ist für den roten Blutfarbstoff wichtig. Ohne kommt es zur Blutarmut. Dann kön­ nen die roten Blutkörperchen nicht mehr genügend Sauerstoff zu den ­Organen und zum Gehirn transpor­ tieren. Die Folge: Körper und Geist machen schlapp. Ein Grund für den Eisenmangel kann eine ungenügende Aufnahme sein, etwa wegen einer Darmerkrankung oder bei falscher Ernährung. Ein anderer Grund ist ein zu hoher Verlust von Eisen, zum Bei­ spiel wegen starker Menstruation. Tipp: Achten Sie auf eine ausreichende Eisen­zufuhr: mit rotem Fleisch, Broccoli, Hülsenfrüchten, dunklen Blattgemüsen, allenfalls auch mit Medikamenten. Vita­ min C verbessert die Eisenaufnahme. Meiden sollte man Nahrungsmittel, die die Eisenzufuhr hemmen, wie Koffein, tanninhaltige Getränke wie Rotwein und Schwarztee. Bei Verdacht auf Eisen­ mangel schafft ein Bluttest Klarheit.

Schlechter Schlaf Mancher Betroffene weiss nichts da­ von, aber der Bettnachbar oder die Bettnachbarin hört es: kurze Atem­ aussetzer während des Schlafs. Das sogenannte Apnoe-Syndrom ist nicht nur oft ein Grund für Tagesmüdigkeit, sondern auch für Bluthochdruck. ­Andere Ursachen sind zu kurzer Schlaf, unregelmässige Schlafzeiten oder nächtlicher Lärm, der (unbe­ wusst) den Schlaf stört. Tipp: «Regelmässig und ausreichend schlafen» lautet die Devise. Wer am ­Wochenende immer Schlaf «nachholen» muss, gönnt sich unter der Woche zu wenig davon. Versuchen Sie, früher ins Bett zu gehen, fixe Aufstehzeiten ein­ zuhalten und Nachtarbeit zu vermeiden. Ein Apnoe-Syndrom sollte ärztlich ­behandelt werden, weil damit auch ein ­höheres Risiko für Unfälle und andere Erkrankungen einhergehen.

Depression Antriebslos, niedergeschlagen, müde, Schlafstörungen – diese Kombination weckt den Verdacht auf eine Depres­ sion. Oft gesellen sich Konzentrations­ störungen hinzu, der Appetit kann sich verändern, man fühlt sich wert­ los oder sogar schuldig. Tipp: Unbedingt Hilfe suchen und zum Arzt gehen. Eine Depression ist eine sehr ernsthafte Erkrankung, die unbehandelt tödlich enden kann.

Nährstoffmangel Wer über längere Zeit beim Essen nicht gut genug zu sich schaut, ­riskiert einen Mangel an wichtigen Nährstoffen, Vitaminen oder Spuren­ elementen. Oft betrifft das allein­

Man steht morgens schon erledigt auf, schleppt sich durch den Tag und ist abends froh, wenn man sich endlich wieder hinlegen kann. Woher kommt diese chronische Müdigkeit? Und was kann man dagegen tun? Text: Roberto Llano

stehende Senioren und Seniorinnen, die aus Einsamkeit oder weil ihnen das Einkaufen und Kochen schwer­ fällt, zu wenig oder zu einseitig essen. Ein Mangel an wichtigen Mikronähr­ stoffen muss nicht mit Untergewicht einhergehen, es kann auch bei Über­ gewicht vorkommen. Tipp: Mit der Hilfe von Nachbarn oder zum Beispiel über die Amigos-App (amigos.ch) lässt sich ein Einkaufsdienst organisieren. Um der Einsamkeit zu ent­ gehen, «trifft» man sich in Zeiten von ­Corona via Internet mit seinen Liebsten zum Essen. Eine japanische Studie zeigt, dass zur Not sogar ein Spiegel auf dem Tisch helfen kann, in dem man sich selbst sieht, um mehr Appetit zu bekom­ men. Der Hausarzt oder eine Ernäh­ rungstherapeutin kann bei Ernährungs­ fragen helfen.

Äussere Umstände Dunkle Wintertage, Corona-Lock­ down, Langeweile, Einsamkeit,


ERSCHÖPFUNG | 22.2.2021 | 25

«Herr Doktor, ich bin so müde.» Rund eine oder einer von acht Patientinnen und Patienten kennen dieses Gefühl. Müdigkeit an sich ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.

aber auch ein Zuviel an Geselligkeit in «normalen» Zeiten können als Neben­wirkung ermüden. Tipp: Licht und Bewegung sind Munter­ macher. Nutzen Sie diese. Manchen Menschen hilft auch eine Phototherapie mit Lampen, die sehr helles, weisses Licht mit möglichst geringem UV-Anteil abstrahlen.

Chronische Krankheiten

Illustration: iStockphoto; Bild: zVg

Viele Krankheiten verursachen Müdigkeit, zum Beispiel eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion. Auch rheumatische Erkrankungen,

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Roberto Llano Facharzt für ­Allgemeine Innere Medizin FMH, Sportmedi­ zin SGSM, Leiter Medizin Medbase Bern Westside

Herz- oder Nierenschwäche, Leber­ erkrankungen, Schmerzen und ­Tumore führen oft zu Müdigkeit, weil sie Energie rauben. Tipp: Wenn die Leistungsfähigkeit län­ gere Zeit reduziert ist, wenn die Müdig­ keit sehr lange anhält oder wenn sie ein Ausmass annimmt, das einen ver­ unsichert, sollte man zum Arzt gehen. Andere Warnzeichen sind: Unbeabsich­ tigter Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent innert sechs Monaten, nächtliches Schwitzen und/oder wieder­ kehrendes Fieber.

Medikamente oder Genussmittel Manche Medikamente gegen Aller­ gien, Schmerzen, Bluthochdruck oder andere Erkrankungen können als ­Nebenwirkung müde machen. Und viel Koffein bringt den Schlaf­ rhythmus ebenso durcheinander wie zu viel Alkohol. Tipp: Koffein und Alkohol bewusst und nicht vor dem Schlafen geniessen. Medi­ kamente sollte man nicht eigenmächtig absetzen, sondern mit dem Arzt bespre­ chen, was sinnvoll ist oder ob es andere Möglichkeiten gibt. MM

Der Live-Chat zum Thema Haben Sie Fragen zum Schlafen? Stellen Sie sie – am besten schon vor dem Chat – unseren Experten und nehmen Sie am 23. Februar von 14 bis 15 Uhr teil. migros-impuls.ch/live-chat


PUBLIREPORTAGE

t s i r e k c Zu r e z i e w Sch

3

. r e g i t l a h h c a n 0%

In Schweizer Zucker steckt nur Süsse aus der Natur. Darüber hinaus ist er deutlich nachhaltiger als Zucker aus der EU. Das überzeugt natürlich. Nachhaltige Wurzeln Vom Rübenanbau bis zum genussfertigen Produkt ist Zucker aus und mit Schweizer Wurzeln 30 Prozent nachhaltiger als jener aus der EU. Die starke Ökobilanz hat viele Gründe: gute Ernten dank idealen Klimabedingungen, kurze Transportwege zu den Verarbeitungswerken und die komplette Verwertung der Schweizer Zuckerrüben. Aus ihnen entstehen in Aarberg und Frauenfeld neben Zucker auch wertvolle Rohstoffe wie Viehfutter, Biogas und natürliche Düngemittel. Der Natur zuliebe. Saubere Energie aus altem Holz Ab Frühling 2021 werden zudem über 60 Prozent der benötigten Energie für das Zuckerwerk Aarberg aus Altholz gewonnen. Dafür wurde auf dem Werkareal ein topmodernes und zukunftsweisendes Holzkraftwerk gebaut – das grösste der Schweiz. Es liefert Ökostrom für die Verarbeitung der Zuckerrüben und heissen Dampf als Wärmeenergie zur Eindickung des entstehenden Zuckersirups. Die CO2-Emissionen werden so um rund 14 000 Tonnen pro Jahr reduziert. Mehr Infos zur nachhaltigen Zuckergewinnung gibts auf zucker.ch


GENUSS | 22.2.2021 | 27

Wissensbissen

Wirz So viele Namen er hat, so vielseitig ist er in der Küche verwendbar: Der Wirz, ­Wirsing, Köhli – in manchen Regionen auch Savoyerkohl genannt – hat krause Blätter und ist eine Variante des Gemüsekohls. Er hat praktisch das ganze Jahr über Saison und schmeckt gedämpft zu Fisch, knackig angebraten auf der Polenta, in Streifen g­ eschnitten mit ­Linsen in einer Tortilla oder weich ge­ backen als Mantel für Capuns.

500

…

Prozent beträgt die Steigerungsrate, die Google 2020 bei den Suchanfragen für den Begriff «Sauerteig» registriert hat. ­Corona scheint uns alle zu Hobby-­ Brotbäckern gemacht zu haben.

Illustration: Felice Bruno; Bilder: Getty Images, Keystone

FOODTREND Snackification … … bezeichnet den Trend «vom Wandel von einer traditionellen zu einer modernen Esskultur, in der nicht mehr die drei Hauptmahlzeiten den Alltag strukturieren». So ­erklärt die bekannte österreichische Ernährungswissenschaftlerin und Autorin Hanni Rützler den ­Begriff in ihrem «Food Report 2020».

Die Ur-Food-Influencer 2011 wurden 111 Pfahlbauten um die Alpen in die Unesco­Welterbeliste eingetragen. Zum 10-Jahre-Jubiläum hat ein Team von Archäologinnen und Archäologen die Homepage palafitfood.com lanciert. Dort findet man jede Menge Hintergrundinformationen zur Ernährungsweise der Pfahlbauer im Alpenraum und laufend neue Rezeptinspirationen ausschliesslich mit Zutaten, die es schon vor Tausenden von Jahren gab.

Pfannenhilfe

Was versteht man unter Blindbacken?

Das ist der Fachbegriff für das Backen eines Kuchenbodens ohne Belag, damit er knusprig wird und trotz Füllung später nicht durchweicht. Damit der Teig keine Blasen wirft, muss man ihn mehrmals mit einer Gabel einstechen und anschliessend mit Backpapier belegen. Darauf verteilt man getrocknete Bohnen, Erbsen, Kirschen- oder Aprikosensteine, damit der Teigboden flach bleibt. Kurz vor Ende der Backzeit muss man die Steine sowie das Backpapier entfernen, sodass der Boden Farbe annimmt. Die aus­ gekühlten Steine oder Hülsenfrüchte können mehrmals verwendet werden.


28 | 22.2.2021 | GENUSS

Buntes Curry mit Tofu Hauptgericht für 4 Personen 600 g Tofu 140 g Vegane Würzpaste z. B. Tom-Yum-Paste 80 g Langkornreis 300 g Kürbis, gerüstet gewogen, z. B. Butter nuss oder Knirps 300 g Broccoli 2 rote Peperoni 400 g Rotkohl 4 Frühlingszwiebeln 4 EL HOLL-Rapsöl 1,2 l Wasser ½ Bund Asiatische Kräuter, z. B. Thai-Basilikum und Koriander Zubereitung 1. Tofu in Scheiben schneiden

und mit wenig Currypaste bestreichen. Reis nach Anleitung auf der Packung kochen und warm halten. Kürbis in feine Streifen schneiden. Broccoli in Röschen teilen. Peperoni halbieren, entkernen und in Streifen schneiden. Rotkohl fein hobeln. Zwiebeln in Ringe schneiden, den grünen Teil beiseitestellen. 2. Tofu in der Hälfte des Öls rundum anbraten. Gemüse und Zwiebeln im restlichen Öl andünsten. Currypaste kurz mitdünsten, mit Wasser ablöschen. Alles zugedeckt ca. 5 Minuten bissfest garen. Tofu hineinlegen. Zwiebelgrün fein schneiden. Curry in tiefen Schalen anrichten, Zwiebelgrün und restliche Kräuter darüberstreuen. Reis dazu servieren.

Tofu total Den aus Sojabohnen hergestellten «Bohnenquark» gab es in China bereits vor Beginn unserer Z ­ eitrechnung. Heute findet er als Tofu in einer ­Vielzahl ­unterschiedlicher Gerichte Verwendung. Text: Claudia Schmidt Rezepte: Andrea Pistorius, Annina Ciocco, Daniel Tinembart


GENUSS | 22.2.2021 | 29

ZUFALL ODER ABSICHT? In China wird Tofu seit über 2000 Jahren hergestellt. Ob die Herstellung zufällig ­entdeckt wurde, als man ­warmes Sojapüree mit Salzwasser würzte, oder ob man die bereits bekannte Technik der Käse- oder Joghurtzubereitung kopierte, ist bis heute nicht endgültig geklärt.

Gebratener Tofu mit Pinienkernenkruste Hauptgericht für 4 Personen 500 g Tofu 1 Zitrone 2 EL Olivenöl Salz, Pfeffer 50 g Paniermehl 30 g Pinienkerne ½ Bund Koriander 1 Knoblauchzehe

Vietnamesisches Sandwich mit Tofu Aromatischer vegetarischer Sandwichklassiker aus der vietnamesischen Küche. Eignet sich als kleine Mahlzeit und als Fingerfood auf Partys.

Zubereitung 1. Tofu in dünne Scheiben

Rezept auf migusto.ch

schneiden. Die Hälfte der Zitronenschale fein dazureiben. Die Hälfte des Öls, Salz und Pfeffer dazumischen. Kurz marinieren. 2. Backofen auf 220 °C vorheizen. Restliche Zitronenschale fein reiben. Mit Paniermehl, Pinienkernen, Koriander, Knoblauch und restlichem Öl in einem Cutter fein hacken. Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken. Tofuscheiben auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Masse auf dem Tofu verteilen und nach Belieben etwas andrücken. In der Ofenmitte ca. 7 Minuten backen, bis die Pinienkernenkruste leicht Farbe annimmt. Dazu passt Blattsalat.

Bilder: Migusto/Veronika Studer

2

1

PE R FE C T M AT C H

3

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1 Bio Seidentofu, 250 g Fr. 4. 50 2 Demeter Tofu Nature, 200 g Fr. 4. 20 3 Huy Fong Sriracha Hot Chili Sauce, 435 ml Fr. 4.95 4 Koriander, 20 g Tagespreis 5 Chop Stick Shirataki Noodles, 200 g Fr. 2. 50


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GENUSS | 22.2.2021 | 31

MARINIEREN Tofu erhält durchs Marinieren erst die richtige Würze. Dazu den Tofu gut trockentupfen und eventuell leicht ausdrücken. So nimmt der Tofu die Marinade besonders gut auf.

Sriracha-Nudeln mit Knusper-Tofu Hauptgericht für 4 Personen 230 g Tofu 8 EL Sojasauce 1 Ei 3 EL Mehl 6 EL Panko (japanisches Paniermehl) 4 EL Erdnussöl 600 g Shirataki Noodles 1 EL Misopaste 2 EL Sriracha 4 Zweige Thai-Basilikum oder Koriander

SO ENTSTEHT SEIDENTOFU Seidentofu wird wie normaler Tofu nur aus Sojabohnen, Wasser und einem Gerinnungsmittel hergestellt. Im Unterschied zum festen Tofu enthält Seidentofu mehr Flüssigkeit und ist besonders cremig. Er eignet sich besonders gut für Desserts.

Zubereitung 1. Tofu waagrecht halbieren

und mit der Hälfte der S ­ ojasauce marinieren. Ei in einem Suppenteller verquirlen. Mehl und Panko je in einen Suppenteller geben. Tofu zuerst im Mehl wenden, dann durchs Ei ziehen. In Panko wenden und gut andrücken. Öl in einer beschichteten Bratpfanne erhitzen. Tofu beidseitig bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten knusprig braten. 2. Inzwischen ShiratakiNudeln mit kaltem Wasser gut abspülen und tropfnass mit der Misopaste in einer Pfanne erhitzen. Nudeln mit Tofu anrichten. Sriracha und restliche Sojasauce über den Noodles verteilen. Basilikum darüberzupfen und servieren.

MangoTofu-cotta Mit Seidentofu lässt sich eine leichte vegane Variante des Dessertklassikers Panna cotta machen. Mango, Datteln und Orangen liefern dazu fruchtige Süsse. Rezept auf migusto.ch

Bilder: Migusto/Veronika Studer

EINMAL TOFU UND NIE MEHR INS GEFÄNGNIS Wer in Südkorea aus der Haft entlassen wird, bekommt von Verwandten und Freunden Tofu. Ein alter Brauch, der aus der Zeit der japanischen Besetzung stammt. Damals waren die Gefängnisinsassen ziemlich schlecht ernährt. ­Wurden sie dann entlassen, schlangen sie Fleisch und fettiges Essen in solchen Mengen in sich hinein, dass viele von ihnen infolge

Verdauungsstörungen starben. Eine andere Deutung nimmt Bezug auf die Farbe des Tofu: Weiss steht für den Wunsch nach einem Neubeginn. Und weil Tofu nicht in Bohnen zurückverwandelt werden kann, symbolisiert er für ehemalige Straftäter, dass es kein Zurück in die dunkle Vergangenheit geben wird.   Quelle: Koreanisches Kulturzentrum


32 | 22.2.2021 | KINDER

«Darf man Mandarinlischalen in den Kompost werfen?»

Liebe Anna Du findest, dass Mandarinlischalen aussehen wie aus Plastik. Tatsächlich sind es harte, glänzende Schalen, und daran ist erkennbar: Nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen passen auf ihre «Jungen» auf. Denn Mandarinen und andere Zitruspflanzen bilden eine ­besonders dicke Schale, um ihre Samen zu schützen. Auf der Schale hat es eine natürliche Wachsschicht. Darum glänzt ihre Oberfläche. Der Mensch gibt manchmal noch ein weiteres Gemisch aus Wachs und künstlichen Stoffen auf die Schale, damit die Früchte länger essbar bleiben. Zitrusfrüchte aus biologischem Anbau kommen ohne diese zweite Schutzschicht aus. Du kannst die Schale deiner Mandarinli ohne Probleme in den Kompostkübel werfen und der Sammlung mitgeben, egal, ob bio oder nicht. Damit tust du etwas Gutes für die Umwelt. Aber: Auf den Kompost gehört kein Plastik. Achte deshalb darauf, dass du Klebeetiketten vorher ablöst und in den Abfall wirfst. Auf den ­eigenen Komposthaufen im Garten gibst du besser nur Biofruchtschalen. Diese solltest du in möglichst kleine Stückchen zerreissen, mit anderem, zerkleinertem, kompostierbarem Material (zum ­Beispiel anderen Rüstabfällen) mischen und diesen Mix locker in den oberen Teil des Haufens einbuddeln. MM Diese Frage beantwortet Christian Henle (32) vom Kompostforum Schweiz. www.kompost.ch

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Das Migros-Magazin beantwortet Kinderfragen. Diesmal fragt Anna (9) aus Luzern:


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36 | 22.2.2021 | NOSTALGIE

Aus der

Ella Burger und Elisabeth Scheidegger nutzen auch in historischen Kostümen gern die Annehmlichkeiten der modernen Welt.


NOSTALGIE | 22.2.2021 | 37

Zeit gefallen Die Patchworkfamilie Scheidegger-Burger-Schubert kleidet sich gerne im Belle-Époque-Stil. Bei jedem Wetter und sogar beim Skifahren. Wie die Familie zum ausgefallenen und aufwendigen Hobby gekommen ist. Text: Manuela Enggist  Bilder: Raffael Waldner

M

enschen bleiben stehen, stellen die Skier hin und deuten in Richtung der vier Gestalten, die gerade das Skiterminal in Grindelwald BE ­betreten. Zögerlich zücken einige ihre Handys, manch einer fragt, ob er ein Foto machen darf. Elisabeth Scheidegger (53), ihr Partner Daniel Burger (53) und dessen Töchter Pascalle (14) und Ella (10) Schubert nicken, bleiben ­stehen und posieren mit ihrem Hund Paco für die Handykameras. Der Grund für den kleinen Aufruhr: Die Patchwork-Familie ist «auf Zeitreise», wie sie es nennt, und heute im Stil der Belle Époque gekleidet. Diese Epoche beschreibt die Zeit des Aufschwungs, Ende des 19. Jahrhunderts bis zum ­Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. Von der Taschenuhr bis zu den ­Hüten stammt also alles aus einer längst vergangenen Zeit. Einzig die Masken, die wegen der Covid-19-­ Pandemie in Innenräumen getragen ­werden müssen, sorgen dafür, dass ­Betrachter beim Anblick der Familie noch einen Gegenwartsbezug erahnen können. «Wer sich nicht gerne fotografieren lässt, der sollte das mit dem Zeitreisen wohl besser bleiben lassen», sagt Elisabeth Scheidegger, während sie ­gerade für ein Selfie mit e­ inem Snowboarder posiert. «Egal, wohin wir in dieser Aufmachung gehen, wir ­stehen immer im Mittelpunkt.» Begeisterung für alte Zeiten

Trotz des schlechten Wetters wollen die vier mit dem Eiger-Express hoch auf den Eigergletscher, um eine Ab-

fahrt im Neuschnee zu wagen. «Früher gingen die Leute ja auch bei jedem Wetter auf den Berg. Warum sollte es bei uns also anders sein?», sagt Daniel Burger. Der gebürtige Freiburger, der beim Schweizer Schiesssportverband für den Spitzensport und die Nachwuchsförderung zuständig ist, hatte bis vor vier Jahren «wenig bis gar nichts» mit der Belle Époque zu tun. Er interessierte sich zwar immer schon für die Technik früherer Zeiten, aber mit dem Verkleiden hatte er es weniger. Als er im Januar 2017 Elisabeth Scheidegger über eine Dating-­App kennenlernt, befindet sie sich g­ erade in Kandersteg BE. Dort findet zu diesem Zeitpunkt die Belle-Époque-Woche statt. Ein Anlass, zu dem Liebhaber dieser Epoche zusammenkommen und die vergangenen Zeiten wieder aufleben lassen. «Sie hatte mir auch gleich zu Beginn Bilder geschickt. Ich wusste also recht früh, was mich erwartet», sagt Burger. Er lacht. Elisabeth Scheidegger kommt 2014 das erste Mal «live und hautnah» mit dieser Zeit in Kontakt. Sie hält sich

«Egal, wo wir in dieser Aufmachung hingehen, wir stehen immer im Mittelpunkt.» Elisabeth Scheidegger

­ amals zufällig während der Belle-­ d Époque-Woche in Kandersteg auf, sieht viele Menschen in den histo­ rischen Kostümen und ist begeistert. Obwohl sie von klein auf ein Faible für historische Romane hatte und später Historienserien wie «Downtown Abbey» liebte, wäre sie nie auf die Idee gekommen, sich in Kostümen dieser Zeit zu kleiden. «Als ich die Leute sah, hat mich das sehr inspiriert. Es hat ­sicher geholfen zu wissen, dass es noch andere gibt, die solche Dinge toll fi ­ nden.» Und so schneidert sich die Berner Oberländerin ihr erstes Kleid gleich selber. Aus Vorhangstoff. Weil sich Scarlett O’Hara im Film «Vom Winde verweht» ebenfalls aus diesem Material ein Kleid nähte. «So hat es mir den Ärmel so richtig reingezogen», sagt Scheidegger, die als Bildungs­ verantwortliche im Gesundheitswesen tätig ist und bei sich zu Hause in ­Frutigen BE mittlerweile ein ganzes Zimmer mit Kostümen und Accessoires aus dieser Epoche füllt. Mit Wanderschuhen auf die Ski

Auf dem Eigergletscher herrscht dichter Nebel, als sich das Paar auf seine Holzskier stellt. «Früher trugen die ­Leute einfache Bergschuhe, die sie sich auf die Skier gebunden haben», ­erklärt B ­ urger, als er seine Wanderschuhe auf der Riemenbindung be­ festigt. Ihre Exemplare sind Fund­ stücke aus einem Brockenhaus. Obwohl die Skier nicht ganz stilecht sind, da sie aus den 1920er-Jahren stammen, passen sie trotzdem in das Kostümkonzept der Familie. «Wir sind


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NOSTALGIE | 22.2.2021 | 39

da nicht so streng. Es soll ja in erster Linie Spass machen», sagt Scheid­ egger. «Sonst kann ein solches Hobby auch schnell sektiererisch wirken.» Der Neuschnee, der über Nacht ­ge­fallen ist, hilft den beiden sich ­fortzubewegen. Solche Bretter seien nicht für eine präparierte Piste ge­ macht, sagt Burger. «Die gab es früher ja auch gar nicht.» Deswegen haben ihre Holzskier auch keine Kanten. «Aber wenn ich sie ordentlich wachse, dann kommen wir schon den Hang ­hinunter. Irgendwie.»

«Es soll Spass machen, sonst wirkt ein solches Hobby auch schnell sektiererisch.» Elisabeth Scheiddegger

Zeitaufwendiges Hobby

Es sei kein teures Hobby, sagt Scheid­ egger. «Aber ein sehr zeitaufwen­ diges.» Die Gewänder, die die Frauen am heutigen Tag tragen, hat sie selber ­genäht. Auch die Accessoires sucht sie selber zusammen. Allein die Suche nach einer passenden Taschenuhr für Daniel verschlang Monate, auch Schuhe sind schwer aufzutreiben. Burger hat es bei den Outfits ein wenig einfacher. Noch heute sind ­Teile des Looks aus früheren Zeiten in den Männerabteilungen zu finden. Schiebermützen zum Beispiel. Den Anzug, den er heute trägt, hat er in England bestellt. «Ich bin wirklich auf den Geschmack gekommen.» Er geniesse es, wenn er sich einem Anlass entsprechend anziehen könne. «Ich finde es schade, dass unsere ­Gesellschaft sich heute weniger um Dresscodes kümmert. Wenn ich mit Elisabeth an ein Rockkonzert gehe, ziehen wir uns auch dementspre­ chend Jeans und Lederjacken an.» Ausflüge wie diesen Skitag im ­Berner Oberland, inklusive Zeitreise, macht die Familie mehrere pro Jahr. Manchmal sind sie mit Freunden des Vereins Plaisir d’Histoire unterwegs, die dem gleichen Hobby nachgehen. Sie gehen baden in historischen ­Freibädern oder zu Tanzveranstal­ tungen im Ballsaal eines historischen Hotels. Manchmal sind bei den Aus­ flügen auch weitere Mitlieder ihrer Patchworkfamilie dabei. «Für uns hat das auch immer etwas mit Entschleunigung zu tun. Wir brauchen alleine schon fast eine Stunde, bis wir uns die Haare hoch­ gesteckt haben, die Korsetts ge­ schnürt sind und alles andere auch perfekt sitzt», sagt Scheidegger. ­«Diese Kleider v­ ersetzen einen auf eine ganz natür­liche Art und Weise in einen lang­samen Modus. An Rennen ist mit solchen Röcken ja wirklich nicht zu denken.»  MM

Herausgeputzt im Belle-Époque-Stil: Daniel Burger (rechts) mit seiner Partnerin Esliabeth Scheidegger (Mitte hinten), seinen beiden Töchtern Pascalle (links) und Ella (auf dem Schlitten) und Hund Paco.


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KOLUMNE | 22.2.2021 | 41

Wer hat hier eine Behinderung? DER ANDERE BLICK Die Pinguine im Zoo mochte mein Sohn eine Zeit lang besonders ­gerne. Da stand er dann vor der Glasscheibe und beobachtete die lebhaf­ ten Tiere dahinter. Eines Tages gesellte sich ein klei­ nes Mädchen zu ihm, das seine Begeis­terung für die Tiere ­teilte. Ich beobachtete das ­ungleiche Paar, das Mädchen war ungefähr drei ­Jahre alt und mein Sohn damals acht und wie schon immer sehr gross für sein Alter. Ein Pinguin sprang ins W ­ asser, und mein Sohn jauchzte vor Freude, das Mädchen tat es ihm gleich.

Die Mutter des Mädchens trat zwischen die zwei und schob ihr Kind etwas weiter weg. Die Kleine sprang aber schnell wieder zu meinem Sohn und zeigte auf einen zweiten Pinguin, der nun auch ins Wasser hüpfte. Wieder ­jauchzte er, und wie immer, wenn er sich sehr freut, begann er auf und ab zu h ­ üpfen und mit den Armen zu wedeln. Das Mädchen war be­ geistert von seiner Bewegung und ahmte ihn nach.

Sara Satir (41) wünschte sich früh eine Familie. Ihr erster Sohn Cem (15) kam mit einer Behinderung zur Welt – alles wurde ­anders als im Traum.

Da standen sie nun, hüpften und wedelten mit den Armen. Ich freute mich über den g­ lücklichen Mo­ ment und lächelte der Mutter zu. Doch sie erwiderte mein Lächeln nicht, sondern schaute meinen Sohn angewidert an. Ich folgte ihrem Blick und sah, wie ihm Speichel über sein Kinn floss. Sein schwacher Muskeltonus ­erschwerte ihm die Kontrolle darüber, besonders wenn er lachte und ausgelassen war. Auch mit acht Jahren trug er noch ein Dreieckstuch, um die Spucke aufzufangen. Schnell ging ich zu ihm, putzte ihn sauber und sagte lächelnd zu der Frau: «Entschuldigen Sie, das passiert ihm häufig, wenn er sich so freut.» Doch sie antwortete nicht, mit einem abweisenden Blick zog sie ihr Kind wieder zu sich und kehrte mir den Rücken zu.

Die Begeisterung meines Sohnes zog das Mädchen schnell wieder zu ihm, und auch ich liess mich von den beiden anstecken. Nochmals versuchte ich die Mutter mit Blickkontakt in diese Szene einzubeziehen und durch ein Gespräch Vorurteile abzu­ bauen. Etwas, was ich häufig tue, wenn ich bei ­Personen eine ablehnende Haltung spüre. Doch ihr kalter Blick liess mich stumm bleiben. Sie verzog ­abschätzig das Gesicht, hörte nicht auf, ihre Tochter zum Gehen aufzufordern und von meinem Sohn weg­zuziehen. Es war eindeutig: Die Frau war von der ­Behinderung meines Sohnes ange­ekelt und wollte nicht, dass ihre Tochter mit ihm Kontakt hatte. An Tagen, an denen es mir nicht gut ging, wäre dies Grund genug gewesen, dass ich mit meinem Sohn nach Hause ging. Doch heute war ein guter Tag. Als die Frau zum x-ten Mal versuchte den ­Kontakt zwischen unseren Kindern zu verhindern, begann auch ich zu hüpfen und wedelte mit den Händen. Dabei verzog ich mein Gesicht so fest ich nur konnte und gab fremd­artige Laute von mir. Die Frau schaute mich ­irritiert an und wandte sich dann schnell ab. Wir drei schauten noch eine Weile hüpfend den ­Pinguinen zu, die Mutter hielt sich im Hintergrund. Noch heute denke ich daran, wie sie wahrscheinlich versuchte, sich einen Reim zu machen und über­ legte, wer hier eine Behinderung hatte, Mutter oder Sohn? Oder hat mein paradoxes Verhalten vielleicht ­bewirkt, dass sie erkennt, wie sehr ihre Vorurteile sie und andere im Leben behindern? MM

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22.2.2021 | 45

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r ig re M Aa

Rapelli ist seit fast hundert Jahren für feinste Salamispezialitäten bekannt.

Scheibe für Scheibe ein Genuss Salami, Luganighe und Hinterschinken werden seit 1929 von der Traditionsfirma Rapelli im Tessin produziert. Auch in den Migros-Supermärkten sind die Köstlichkeiten erhältlich. Sie eignen sich für den Apéro, als Pizzabelag oder Pastazutat. Und manche Spezialitäten können sogar grilliert werden.  Text: Christian Bärtschi

E

s soll Menschen geben, denen beim Anblick des Tessiner Kantonswappens das Wasser im Mund zusammenläuft. Grund sind die rot-blauen Packungen der Firma Rapelli mit würzigen Salamispezialitäten, feinem Hinterschinken und Rohschinken. Beginnen wir von vorn: Als Mario Rapelli 1929 im Tessiner Dorf Stabio eine Salumeria eröffnete, hätte er nicht gedacht, dass sein Name fast hundert Jahre später

in der ganzen Schweiz für beste Salami stehen würde. Mario Rapelli wurde zum Meister der Salami und später ­sogar Bürgermeister. Bis heute werden die feinen Spezialitäten nach seinen Rezepten hergestellt. Apéro, Pasta oder Grill?

Bekannt wurde der Name Rapelli vor allem durch verschiedene ­Salamisorten, die auch in Migros-­ Supermärkten erhältlich sind. Die dünn geschnittene Salami

­ apellino Classico kennt wohl R fast jedes Kind in der Schweiz. Ähnlich begehrt sind die Salametti Milano und der Hinterschinken namens Prosciutto ­Cotto Puccini. Ein Leckerbissen ist auch der Rohschinken, der ideal zu Melone passt. Die Firma Rapelli produziert zudem klas­ sische Mortadella und würzige ­Luganighe. Letztere eignet sich sogar zum Grillieren. Und, sie lässt sich im Nu in einen feinen Hamburger verwandeln.  MM

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BÄCKEREI

Wie wärs mit einem feinen Tessinerbrot? Das luftige Tessinerbrot ist ein Klassiker. Das gut portionierbare Weissbrot passt ausgezeichnet zu Honig und Konfitüre, ist aber

auch ein toller Begleiter zu Käse und Charcuterie. Für willkommene Abwechslung sorgt das herzhafte Laugentessinerbrot.


46 | 22.2.2021 | MIGROS AARE

Voi Cube – ein begehbarer Warenautomat In Grenchen SO testet die Migros Aare ihren ersten begehbaren Automaten. Gleich neben dem Migros-Supermarkt entstand in einem Container eine neue 7/24-Einkaufsmöglichkeit. Text: Andrea Bauer  Bilder: Michèle Büschi

D

ie Leute möchten immer seltener ihren Alltag an Ladenöffnungszeiten ausrichten und verlangen vermehrt nach der Flexibilität, die sie bereits aus dem Onlinehandel kennen. Voi Cube ist auf genau diese Kundinnen und Kunden ausgerichtet. Die Verkaufsfläche von 18 Quadratmetern bietet Platz für das Nötigste und soll in ­keinem Fall bestehende Filialen ersetzen. Das Sortiment umfasst etwa 500 Artikel und enthält auch einen Teil Frische. Dies ist vor allem für Standorte gedacht, an denen es heute noch wenig bis keine Gelegenheit zum ­Einkaufen ausserhalb regulärer ­Öffnungszeiten, an Sonn- oder Feiertagen gibt. Voi Cube ist sowohl in Aussenquartieren und Dörfern als Mikro-­Supermarkt einsetzbar, als auch in urbanen Gebieten für den Einkauf «im Vorbeigehen». Positive Reaktionen

Seit dem 1. Februar ist Voi Cube nun in Betrieb und findet Anklang. Die Reaktionen sind grösstenteils positiv und zeigen, dass ein Kundenbedürfnis durchaus vorhanden ist. Die Migros Aare möchte nun erste Erfahrungen zur angewendeten Technologie und Funk­ tionsweise gewinnen. Mit diesen Erkenntnissen und dem Feedback der Kunden wird der Voi Cube konstant verbessert. MM


22.2.2021 | 47

os

r ig re M Aa

Im Voi Cube gibt es rund 500 Artikel, aber kein Verkaufs­ personal. Der ­Zutritt ist nur mit einem QR-Code möglich. Bezahlt wird an einer SelfCheckout-Kasse. Betreut wird der Voi Cube von den Mitarbeitenden der Migros-Filiale Grenchen.

Was ist Voi Cube? Voi Cube ist ein personalloser Container mit einem ausgewählten Sortiment, zu dem der Kunde über eine eigene App selbständig Zugang erhält. Voi Cube funktioniert somit wie ein begehbarer Warenautomat: Die Kundinnen und Kunden können dort ihren Einkauf wie gewohnt tätigen und zahlen über eine Self-­Checkout-Station, die man b ­ ereits aus den Migros-­ Filialen kennt. Voi Cube stellt den Kunden die Produkte rund um die Uhr zur Verfügung, auch an Feiertagen. Damit soll das Bedürfnis nach flexibleren Öffnungszeiten abgedeckt werden und als Ergänzung zu den Öffnungszeiten des Supermarkts dienen. Auch werden die Preise zu jeder Zeit die gleichen wie in einem «normalen» Voi sein.

Wie funktioniert der Voi Cube? Der Kunde lädt die Voi-CubeApp auf sein Smartphone und registriert sich. Zutritt zum ­Automaten bekommt er über ­einen persönlichen QR-Code, den ihm die App generiert. Den ­Einkauf zahlt der Kunde an der Self-Checkout-Kasse, die man bereits aus den Migros-­Filialen kennt. Über einen Hand­sensor innerhalb des Voi Cube wird die Schiebetür zum Ausgang wieder geöffnet.


Neues Coronavirus

Aktualisiert am 28.10.2020

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Einfach gut leben


PUBLIREPORTAGE

MORE THAN SHAMPOO T ROC K EN E S H A A R Trockenes Haar braucht eine ­intensive Pflege. Mit Elseve More Than Shampoo Öl Extraordinaire wird es schonend gereinigt und gleichzeitig intensiv gepflegt. Die besondere Technologie vereinigt die Reinigung mit den pflegenden Eigenschaften einer Maske, ohne das Haar zu beschweren. Das Haar fühlt sich geschmeidig, leicht und weich an.

L ANGES HA AR Langes, geschädigtes Haar benötigt Schutz. ­Elseve More Than Shampoo Dream Long verleiht ihm mehr Kraft, Glanz und Geschmeidigkeit. Das Erfolgsrezept «2 in 1» sorgt ­dafür, dass das Shampoo reinigt, aber wie eine Maske wirkt. Dank der reichhaltigen Textur wird langes, geschädigtes Haar repariert, ohne dass es schwer wird. Die ­besondere Formel ist reich an ­pflegenden Lipiden, die sofort von den beanspruchten Partien der Haar­faser aufgenommen werden. Dadurch wird das Haar weich und ist ­leichter frisierbar.

KO LO R I ERT E S H A A R Zwei Mal mehr Glanz und 48 Stunden gepflegt: Koloriertes und gesträhntes Haar erstrahlt mit dem Elseve More Than Shampoo ColorVive in einer neuen Leuchtkraft. Das gefärbte und beanspruchte Haar bekommt eine Extra-Portion Pflege und wird durch die kon­zentrierte Formel mit pflegenden Lipiden sichtbar revitalisiert.

GESCHMEIDIG SCHÖNE HAARE Die neuen Elseve-Shampoos von L’Oréal Paris vereinen zum ersten Mal die Reinigung mit der Pflege einer Maske.


Mehr als ein Shampoo: Die Produkte ­enthalten mehr pflegende Lipide als herkömmliche Shampoos und pflegen so ­intensiv wie eine Maske – ohne zu beschweren.

More Than Shampoo Öl Extraordinaire 200 ml Fr. 5.95 More Than Shampoo Dream Long 200 ml Fr. 5.95 More Than Shampoo Color Vive 200 ml Fr. 5.95

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52 | 22.2.2021 | RÄTSEL

Migros-Geschenkkarten zu gewinnen! Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von 2 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken. Für die grüne Zusatzlösung winken 2 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 50 Franken.

Was

koche ich heute? migusto.ch

So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.2.2021, 24 Uhr Gewinner Nr. 6 Hauptpreis: Esther Reich-Roos, Gossau SG; Roy Millwater, Kollbrunn ZH Zusatzpreis: Judith Pacelli-Kläger, Jona SG; Heinz Winkler, Wallisellen ZH Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, welche das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.2.2021, 24 Uhr


RÄTSEL | 22.2.2021 | 53

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Wenn man jemandem stark schmeichelt, raspelt man … Z Schokolade

S Erdnüsse

M Süssholz

Wie heisst ein Nebenfluss der Thur? A Sitter

I

E Ritter

Gitter

Wie hiess früher der Februar? L Hornung

T Hellbling

N Nachtung

E Diaspora

Pandora

1 1

O Valpiora

Wie wird im Tennis ein ungültiger Aufschlag bezeichnet? R Let

S Set

D Het

Wer oder was ist «Jan Mayen»? A Fussballer

H Maler

I

Insel

Was wurde von den Byzantinern als «Waffe» eingesetzt? S Persische Lohe 1

2

3

R Osmanische Glut N Griechisches Feuer 4

5

6

4 1 2

E

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

3 5 5

2 2

3 3

4 4

5 5

Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.2.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Sudoku Lösung Nr. 7

R U F T G E P O E M A G N E Paroli Lösung Nr. 7

ERN TE

Was

migusto.ch

2

So nehmen Sie teil:

Bimaru Lösung Nr. 7

koche ich heute?

E 1

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.2.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 7

3

4

Lösung: Lösung:

Wie nennt man eine ausserhalb ihrer Heimat lebende Gemeinschaft? I

ALLERLE I EDELROST ANF L EHEN E LDORADO BORUSS I A ERNENNEN BOTSUANA OLTER GEP D E Z I MA L E NOL I E M AI G E SKANAL N EG RN M UE EL MI LE A R ERTELN MO SENFGLAS FTOENE RU T E ENAGER T E RM I N U S URKANTON VER I RREN

E L D O R A D O

M O E R T E L N

V E R M I N U S E R L R O S T I E N N E N E Quiz R Lösung Nr. 7 E N UNKRAUT

Sudoku Gewinner Nr. 6

Paroli Gewinner Nr. 6

Quiz Gewinner Nr. 6

Walter Messmer-Metzger, Roggwil BE; Philippe Rossel, Les Moulins VD

Urs Wetzstein, Lachen SZ; Elfriede Belleville Wiss, Birsfelden BL

Verena Stübi, Toffen BE; Andri Kalberer, Dinhard ZH


54 | 22.2.2021 | MEINE WELT

Mein Sammelstück: «Die Taschenuhr habe ich von meinem Urgrossvater geerbt und ich hüte sie wie einen Schatz. Eines Tages will ich sie ­meinen Kindern ­weitergeben.»

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«Vor der Ausstrahlung werde ich nervös»

Am Sonntag um 20.05 Uhr ermittelt das Zürcher «Tatort»-Team auf SRF 1 in ­seinem zweiten Fall «Schoggiläbe». Drehbuchautor Stefan Brunner ist glücklich mit seinen beiden Kommissarinnen Tessa Ott und Isabelle Grandjean. Text: Manuela Enggist Bilder: Jorma Müller

1


MEINE WELT | 22.2.2021 | 55

1 Meine Lektüre: «Comics lese ich seit Jahrzehnten. Noch heute sind sie eine grosse Quelle der Inspiration für mich. Anders als im Film, wo man auf Budgets achten muss, ist in Comics alles möglich.» 2 Mein Talisman: «Unsere Tochter hat mir den Schutzengel geschenkt, als ich zur Pressetour für den ersten Zürcher ‹Tatort› ‹Züri brännt› aufgebrochen bin. Sie spürte, dass ich nervös war. Seither bewahre ich ihn im Portemonnaie auf.» 3 Meine Seelenverwandte: «Zoé und ich sind mit 18 Jahren ein Paar geworden. Wir kamen beide nicht aus Künstler­ familien, wollten es im Filmbusiness und in der bildenden Kunst aber unbedingt

3

Name Stefan Brunner (44) Wohnort Bern Das läuft bei mir «Mit Co-Autor ­Lorenz Langenegger habe ich die Drehbücher für die ersten beiden ­Zürcher ‹Tatort›-Folgen geschrieben. Auch wenn der ‹Tatort› viel zu reden gibt, empfinde ich beim Schreiben ­keinen Druck. Erst kurz vor Ausstrah­ lung – wie jetzt bei ‹Schoggiläbe› – wer­ de ich nervös. Ich bin glücklich mit den Haupt­figuren Isabelle Grandjean und Tessa Ott. Wir wollten, dass die Prota­ gonistinnen mit ihrem Leben auch im ­Zentrum stehen, nicht nur der jeweilige Fall. Derzeit schreibe ich an einem neu­ en Projekt, der Arbeitstitel: ‹Wien 1814›. Zusammen mit meiner Frau habe ich 16 Jahre dort gelebt und fühle mich der Stadt verbunden. 1814 versammelten sich für den Wiener Kongress nicht nur Staatsmänner, sondern auch viele Spione. Es reizt mich, aus diesem Stoff eine Serie zu schreiben.» 5

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schaffen. Diese gemeinsame Sehnsucht hat uns zusammengeschweisst.» 4 Mein Arbeitsort: «Ich teile mir ein Büro mit meiner Frau. Wir geniessen es, dass wir zu Hause arbeiten können. Ich schliesse die Tür nie. Die Kinder dürfen jederzeit hereinkommen. Über die Jahre habe ich gelernt, mich von einem Moment auf den anderen neu zu konzentrieren.» 5 Mein Zeitvertreib: «Ich spiele Schach, seit ich fünf Jahre alt bin. Ich habe in der Jugend an einigen Turnieren teilgenom­ men. Jetzt bringe ich es der Tochter bei.» Mein MigrosLieblingsprodukt: «Der Kult Ice Tea Zitrone, der mich bei jedem Schluck an meine ­Kindheit erinnert.»

6 Mein Ruhepol: «Meine Frau Zoé Byland ist Malerin. Ich sehe bei uns über Monate ihre Gemälde entstehen und vermisse manche, wenn sie verkauft sind. Dieses Werk strahlt für mich eine tiefe Ruhe aus, und ich wollte es un­ bedingt behalten.»  MM


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