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Migros-Magazin-08-2019-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1953 Sion Responce Zentral

migrosmagazin.ch | 18.2.2019

Gegen den Strom: Familie Hewer lebt jetzt im Bergdorf Seite 8

Wenn Erfahrung nicht schützt: Betrogen im Alter Seite 26 Fünf Jahre Alnatura in der Migros: Interview mit dem Gründer Bild: Roger Hofstetter

Seite 16

Bioquiz S. 14 | Schlittschuhlaufen S. 25 | Gewinnen: Live ins TV-Studio S. 2 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


2 | 18.2.2019 | MIGROS-WELT

KULTURPROZENT Erzähl mir aus deinem Leben! Lust ­ auf eine ganz neue Erfahrung? Einander ­erzählen, einander zuhören, ohne ins ­Debattieren zu geraten – und das unter wildfremden Menschen. Darum geht es ­ in den moderierten Erzählcafés überall ­ in der Schweiz. Alle sind eingeladen, ­ eine Anmeldung nicht nötig. Alle Erzählcafé-Termine: netzwerk-erzählcafé.ch

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Personen haben sich diesen Winter schon für einen der 17 Famigros-­­ Ski­tage angemeldet. Für 110 Franken ist die ganze Familie dabei – inbegriffen sind T ­ ageskarten, Mittagessen und Plauschrennen. Auf die Piste, fertig, los!

Tickets zu gewinnen TWEET DER WOCHE Stefan Lienhard @lienu · Feb 10: Klar ist am Sonntag in der @migros-Filiale am #Hauptbahnhof in #Zürich immer so viel los, wenn sogar die #Tauben zum Einkauf hierherkommen.

Migros antwortet Stefan:

Die sucht doch ihre beste Freundin. D Senftuube

Seien Sie dabei, wenn die «Helden des Alltags» gekürt werden. migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Superhelden gibt es nicht? Quatsch! Fast drei Millionen Menschen leisten in der Schweiz Freiwilligenarbeit. Damit auch die leisen Helfer mal bejubelt werden, küren SRF und das Migros-Magazin die Heldin oder den Helden des Alltags. Am 1. März steigt die Preisverleihung in Zürich – wir verlosen 5 × 2 Tickets.


MIGROS-WELT | 18.2.2019 | 3

FRAGE DER WOCHE Die Autorin von «Zwingli» ist Klubschulfan

Bilder: Nicole Gerber, Kathrin Schulthess, SRF, Getty Images, zVg

Simone Schmid (39), Drehbuchautorin des Filmhits «Zwingli», hat ihr Handwerk teils an der Klubschule Migros gelernt. Seither ist sie «ein grosser Fan dieser sehr demokratischen Einrichtung». Schon im Herbst kommt Schmids nächster Film ins Kino: Es geht um einen Manager, der am eigenen Ehrgeiz zerbricht.

Wozu dient Pökelsalz, und hat die Migros auch Wurstwaren ­ und Aufschnitt ohne ­diesen Zusatz im ­Angebot? Im Migros-Sortiment findet sich Parma­ schinken, der kein ­Pökelsalz enthält. ­Dieser Zusatz gehört ­jedoch traditionell zur Rezeptur von sogenannter Kochpökel­ ware wie Cervelats, Wienerli und Kochschinken oder von Rohpökelware wie S ­ alami und Rohschinken. ­Pökelsalz ist wichtig f­ ür den Geschmack, die Farbe und die Haltbarkeit dieser Produkte.

Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/ kundendienst

Wie oft kaufen Sie Bioprodukte? Diese Frage hat die Migros via Twitter gestellt. 377 Personen haben geantwortet – das Ergebnis unterstreicht den ­hohen Stellenwert biologischer Produkte in der Schweiz. Haben Sie gewusst, dass kein anderes Land pro Kopf mehr für Bio ausgibt?

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4 | 18.2.2019 | AUGENBLICK

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Migros-Moment in Basel Zehnkämpfer Finley Gaio (19) trainiert im Fitnesspark Heuwaage. «Migros Fitness» ­ unterstützt den Nachwuchssportler im Rahmen der Partnerschaft mit Swiss Olympic bei seinem grossen Ziel: der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio 2020.


Bild: Jorma Müller

AUGENBLICK | 18.2.2019 | 5


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INHALT 8  Dem Lockruf gefolgt Familie Hewer über ihren ­ersten Winter im Walliser ­Bergdorf Albinen 13  Bänz Friedli 26  Im Alter abgezockt Fünf Betroffene erzählen, wie sie betrogen wurden

INHALT | 18.2.2019 | 7

Sie ist eine der ­schillerndsten Figuren der Schweizer ­Mode­­szene. Abseits ­­ des Laufstegs mag es die Zürcher ­Designerin Ida Gut ­gemütlich: ­ Sie lebt in e ­ inem Bauernhaus in Appenzell, wo ihr Quartier­ kater Arnold öfter mal im Nacken sitzt.

32 Interview Hollywoodstar Christian Bale über seine Verwandlung in US-Vizepräsident Dick Cheney 37 Migusto Spritzige Hefeteigrollen 75  Kampf dem Husten Tollkühne Salti, waghalsige Sprünge: Für ihr Hobby Skiakrobatik braucht die 13-jährige Lina viel Mut.

76  Liebe trotz Hindernissen Fanny Bräunings rührendes Filmdokument über ihre Eltern

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Bilder: zVg, Gabi Vogt; Illustration: Getty Images

83 Glücksgriff

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8 | 18.2.2019 | NEUANFANG

Der erste Winter als Bergler O Mit Sack und Pack hat Familie Hewer vor vier Monaten den Aargau verlassen. Die Unterländer sind dem Lockruf des Walliser Bergdorfs Albinen gefolgt: Wer dort ein Haus kauft, bekommt Geld. Wie gefällt es den Hewers in ihrem neuen Zuhause?

Text: Manuela Enggist  Bilder: Roger Hofstetter

hne drei Dinge kann ­Fa­milie Hewer seit diesem ­Winter nicht mehr leben: Schneeketten für ihre ­beiden Autos. Die rote Schneefräse, die es beim Hauskauf gleich dazugab. Und Luftbefeuchter für die Schlafzimmer, die der trockenen Berg­luft Feuchtigkeit verleihen. Es sind ­Erkenntnisse einer Familie aus dem Unterland, die als erste Zuzüger dem Lockruf von Albinen gefolgt sind, in der Gemeinde ein Haus gekauft ­haben und nun ihren ersten Winter als Bergler bestreiten. Rückblende: Im Herbst 2017 sorgt Albinen VS bis nach Argentinien und China für Schlagzeilen. Die kleine ­Gemeinde ob Leuk, die damals 273 Einwohner zählt, greift zu ungewöhnlichen Mitteln, um die Abwanderung aufzuhalten. Sie bietet Einheimischen wie Zuzügern Geld für den ­Umbau des Eigenheims oder einen Hauskauf: 25 000 Franken pro Erwachsenen, 10 000 pro Kind. Daran sind allerdings einige Bedingungen geknüpft, eine davon: Die Familien verpflichten sich, mindestens zehn Jahre im Dorf zu bleiben oder ansonsten das Geld zurückzuzahlen. Nicole (41) und Pascal Hewer (40) sitzen mit den Töchtern Emelie (4) und Cilia (6 Monate) am Esstisch


NEUANFANG | 18.2.2019 | 9

Leben, wo andere Ferien machen: Nicole und Pascal Hewer mit ihren Töchtern Emelie (links) und Cilia.

i­ hres Einfamilienhauses. Vor dem Znacht spielen sie das Kinderspiel Lotti Karotti. Nicole Hewer ist eben von der Arbeit nach Hause gekommen. Draussen dämmert es. Die schneebedeckten Leeshörner heben sich vom rotblauen Himmel ab – eine fast schon kitschige Postkartenidylle. Pascal Hewer seufzt, als er die Abendstimmung bemerkt: «Ich glaube nicht, dass dieser Anblick für mich je gewöhnlich werden wird. Diese Ruhe

und dieses Bergpanorama. Das ist das wahre Leben.» Ein Wink des Schicksals

Schon gute zwei Jahre hatten sich die Hewers überlegt, in die Berge zu ziehen. Das Leben in der Aargauer 4000-Seelen-Gemeinde Seengen war trotz der Nähe zum Hallwilersee nicht das, was sie für ihre Zukunft wollten. Ihr Mietshaus lag nahe der stark befahrenen Hauptstrasse, im

Dorf vermissten sie das Gefühl der Gemeinschaft, und im Winter versank alles im Nebel. «Der schlug uns schon aufs Gemüt», erinnert sich ­Nicole Hewer. Als sie in der Zeitung von der Suchaktion der Gemeinde Albinen lesen, erinnern sie sich: Genau dort hatte Pascal im Internet schon nach Häusern geschaut. «Es war der bekannte Wink des Schicksals.» Denn mit dem Wallis fühlen sie sich verbunden.


Baltische Staaten und Masuren

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12 Tage ab Fr. ✔✔ 2 Abendessen in lokalen Restaurants geniessen ✔✔ Frei wählbares Ausflugspaket 1. Tag: Hinflug Zürich–Warschau. Individuelle Anreise zum Flughafen Zürich und Flug mit Swiss nach Warschau. Stadtführung in Warschau. 2. Tag: Warschau–Masurische Seenplatte. Besichtigung des Freilichtmuseums in Olsztynek. 3. Tag: Masurische Seenplatte. Den heutigen Tag widmen wir der Masurischen Seenplatte. Wir besuchen Mikolaiken, das Kloster in Swieta Lipka sowie das ostpreussische Heimatmuseum in Zonder und fahren mit einem Stakenboot auf dem Fluss Krutynia. 4. Tag: Masurische Seenplatte–Vilnius. Besuch der gotischen Inselburg Trakai, die einzige erhaltene Wasserburg in Osteuropa.

5. Tag: Vilnius–Riga. Geführte Stadtbesichtigung in Vilnius. 6. Tag: Riga. Stadtbesichtigung in Riga inkl. Besuch des Bauernmarktes. Freie Zeit am Nachmittag. 7. Tag: Riga, fak. Ausflug Gauja Nationalpark.** Heute haben wir die Möglichkeit, den Nationalpark Gauja zu erkunden. Besuch der Burgruinen Turaida und Cēsis. 8. Tag: Riga–Rundale–Šiauliai–Palanga– Klaipeda. Wir statten dem Schloss Rundale einen Besuch ab. Weiterfahrt mit einem Halt am Berg der Kreuze, ein katholisch geprägter Wallfahrtsort. Besichtigung des Bernsteinmuseums in Palanga. 9. Tag: Klaipeda und fak. Ausflug Kurische Nehrung.** Geführter Spaziergang durch die Altstadt von Klaipeda. Anschliessend fak. Ausflug ins Naturschutz- und Erholungsgebiet der Kurischen Nehrung. 10. Tag: Klaipeda–Kaunas. Stadtführung in Kaunas, der zweitgrössten Stadt Litauens. 11. Tag: Kaunas–Warschau. Fahrt über die Grenze nach Warschau. 12. Tag: Warschau – Rückflug nach Zürich. Nachmittags Rückflug nach Zürich. Individuelle Heimreise.

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NEUANFANG | 18.2.2019 | 11

Schon als junges Mädchen machte Nicole mit ihrer Familie Ferien im Gomsertal, mit Pascal und dem eige­ nen Nachwuchs zog es sie später auf die Bettmeralp. Die Hewers überle­ gen nicht lange, fahren nach Albinen, um das Dorf und potenzielle Häuser zu besichtigen. Sie sind begeistert, bewerben sich und werden angenom­ men. Den Kaufpreis für das Einfami­ lienhaus wollen sie für sich behalten. «Aber ohne die 70 000 Franken von der Gemeinde wäre es finanziell kaum zu stemmen gewesen», erklärt Nicole Hewer. Seit vier Monaten lebt die Familie nun im Wallis. Der Alltag hat sich schon gut eingependelt. Pascal Hewer betreut die Kinder und kümmert sich um den Haushalt, Nicole arbeitet als Krankenpflegerin im 15 Minuten ­Autofahrt entfernten Leukerbad. Vor dem Fahren auf schneebedeckten Strassen hat sie noch Respekt. Einmal musste sie das Auto unten im Dorf stehen lassen, weil sie die Schnee­ ketten vergessen hatte und die steile Strasse nicht mehr hochkam. «Das Montieren der Schneeketten muss ich noch üben. Früher hatte ich nicht mal welche.» So ist dies auch eine der ­wenigen Anschaffungen, welche die Hewers beim Umzug vergessen hat­ ten. «Sonst waren wir relativ gut vor­ bereitet», sagt Pascal. Die Schneefräse oder «mein Männerspielzeug», wie er es nennt, gab es beim Hauskauf dazu. «Ohne die wäre ich aufgeschmissen und nur noch am Schneeschaufeln.» Ende Monat bleibt etwas mehr

Alles in allem ist die finanzielle Situa­ tion für die Familie hier oben in etwa die gleiche wie im Unterland. «Ten­ denziell wird es uns sogar eine Spur besser gehen», sagt Nicole. Der Hypo­ thekarzins, den sie für das Haus ­abzahlen, ist niedriger als die Miete in Seengen. Zudem sind die Kinder­-­ zu­lagen im Wallis höher und Nicole verdient ein wenig besser als bei ih­ rem früheren Arbeitgeber im Aargau. Der vierjährigen Emelie ist das Einleben schnell gelungen. Es sind die Eltern, die sich daran gewöhnen müssen, dass sie ihre Tochter hier ­bedenkenlos ziehen lassen können. «Ich habe noch heute immer ein

Schlitteln im schönsten Sonnenschein: Die Hewers trauern den Wintern im nebelverhangenen Aargau nicht nach.

«Diese Ruhe und dieses Bergpanorama. Das ist das wahre Leben.» Pascal Hewer Neo-Bergler

­ albes Ohr und ein halbes Auge h draussen. Ich bin mir das einfach noch nicht g­ ewohnt», sagt Nicole ­Hewer und e­ rinnert sich an eine ­Szene am Sami­chlaustag. Emelie ­verschwand mit e­ iner Gruppe Kinder und einem Erwachsenen in einer Gasse, um sich e­ twas anzuschauen. «Da habe ich zu meinem Mann ge­ sagt: Wären wir jetzt nicht in Albinen, hätte ich ein mulmiges Gefühl.» Mittlerweile ist es draussen dunkel geworden. Die weissen Bergspitzen heben sich kaum mehr vom Himmel

ab. Pascal Hewer tritt auf den Balkon und blickt zum Sternenhimmel. Für ihn sei mit dem Umzug in die Berge ein Traum in Erfüllung gegan­ gen. «Wenn wir keine Kinder hätten, ­wären wir wohl noch weiter in die ­Abgeschiedenheit gezogen.» Dem gelernten Gipser gefällt die ­direkte Art der Walliser. «Man weiss, woran man ist. Es gibt kein Geschwätz hinter dem Rücken.» Sie seien herzlich empfangen worden. «Die Albiner sind freundlich und interessiert. Das hat mir in Seengen gefehlt. Da war ­alles sehr anonym.» Ihr neuer Nachbar hat ihnen schon nach wenigen ­Tagen den Schlüssel zu seinem Haus anvertraut. «So habe ich mir das Leben in einer Gemeinschaft vorgestellt.» Die Hewers wissen: Ein Winter in den Bergen macht noch keine ­Walliser aus ihnen. «Einige haben uns gesagt, dieser Winter sei noch gar nichts. Wir sind gespannt, was noch kommt.» Eins ist sicher: Die Schnee­ ketten haben nun ihren festen Platz im Kofferraum. MM


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3. Tag – Ein herrlicher Tag inmitten der grossartigen Seenlandschaft der Masuren mit romantischer Schifffahrt, Besichtigung von Allenstein sowie der weltbekannten Wallfahrtskirche Heilige Linde. 4. Tag – Durch schöne Landschaften & unendliche Weiten erreichen wir die litauische Hafenstadt Klaipeda. 5. Tag – Unterwegs im fantastischen Naturparadies Kurische Nehrung mit den karibischen Traumstränden. Im Anschluss Stadtführung Klapeida. 6. Tag – Weiterfahrt nach Riga mit Halt beim berühmten Berg der Kreuze. Nachmittags eindrückliche Führung in der Hauptstadt Lettlands mit Verkostung von Spezialitäten am Zentralmarkt. 7. Tag – Über Pärnu & die nördlichen Wälder Estlands erreichen wir das bildschöne Tallinn, das uns zur Stadtführung erwartet. 8. Tag – Wir passieren die Grenze zwischen Estland und Russland und erreichen am Abend das grossartige St. Petersburg. 9. Tag – Am Vormittag eindrucksvolle Führung durch die Zarenstadt. Nachmittags Besichtigung

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BÄNZ FRIEDLI | 18.2.2019 | 13

Wer ist hier gaga? Wer den Radiosender eingeschaltet hat? Keine Ahnung. Aber im Fitnessstudio meines Vertrauens läuft seit Jahren immer derselbe. Zu hören sind Geplapper, Flachwitze und austauschbare Musik – was halt so läuft im Radio heutzutage. Doch als ich ver­gangene Woche meine Kniebeugen auf d ­ em Balancebrett machte, erklang plötzlich «­ Radio Ga Ga» von Queen, und während Freddy Mercury so ­voller Verachtung «Alles, was wir hören, ist nur noch Radio Gaga, R ­ adio Gugus, Radio ­Blabla» sang, dachte ich bei mir: Recht hat er.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (53) geht mit sich ins Gericht.

Einzig neckisch, dass der Song just von ­einem Sender gespielt wurde, den er anprangert: einem Gaga-Radio. War dies nun ein Widerspruch oder vielmehr der Beweis, dass solcherlei Stationen derart arg- und achtlos drauflossenden, dass sie nicht mal mehr merken, wenn sie eine Kritik am ­eigenen Tun ausstrahlen? Schwer zu sagen. Vermutlich ist es ja schon ein Widerspruch, dass ich mich mit dem Tram ins Fitness ­begeben habe. Sommers, klar, fahre ich mit dem Velo hin – aber bei dieser Kälte? Immer noch besser, tröste ich mich, als die Mitt­ fünfzigerin, die regelmässig am selben Ort trainiert und in einer Riesenkarosse mit Schwyzer Kennzeichen angebraust kommt, für die in unserer Stadt kaum ein Parkplatz gross genug ist. Mit dem Auto zig Kilometer zurücklegen, um sich körperlich zu ertüch­ tigen? Absurder ist nur noch, den Hund ­

an den Waldrand zu chauffieren, wo man ihn dann kurz Gassi führt. Aber wer ist schon frei von Widersprüchen? Wir essen Biogerste aus Übersee. K ­ aufen das gebleichte T-Shirt, auf dem ein Memento des Pfadigründers Robert Baden-Powell gegen Hass und Naturzerstörung prangt: «Try to leave this world a little better than you found it» – man möge die Erde ­besser hinterlassen, als man sie vorgefunden habe. Das Shirt einer amerikanischen Marke trägt nicht wirklich zu einer besseren Welt bei, denn es ist made in Bangladesh unter menschenunwürdigen und umweltschädlichen Bedingungen. Und was habe ich letzthin während einer Trauerfeier getan? Einer meiner liebsten Sänger, der Songwriter Trummer, sang ­ gerade eins meiner liebsten Lieder – und mich juckte es, im Liveticker nachzuschauen, wie Wendy Holdener in der Kombination der ­Ski-WM abschnitt. Keiner hätte es bemerkt, ich sass i­ n der hintersten Kirchenbank. ­ Schon fin­gerte ich im Hosensack nach meinem ­Handy. ­In ­einem Augenblick, da alles vermeintlich Dringende jegliche Wichtigkeit verliert, ­wollte ich wegen irgendeiner irdischen ­Aktualität das Smartphone zücken? Ich habe den Impuls gerade noch unterdrückt. Hat Holdener gewonnen? Ehrlich gesagt, es interessiert mich gar nicht besonders. MM

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14 | 18.2.2019 | QUIZ

Wie viele Anteile eines Produkts müssen bio sein, damit es als Bioprodukt gilt? A 50 Prozent Beispiel: Die Milch im Biokäse muss zu 50 Prozent Bioqualität haben. B mindestens 90 Prozent Beispiel: Die Erdbeeren im Bio-Erdbeerjoghurt müssen nicht bio sein. C 100 Prozent, in Ausnahmefällen 95 Prozent Beispiel: Das in der Migros-BioGemüsebouillon enthaltene Meersalz ist nicht biologischer Herkunft.

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Kennen Sie sich aus mit Bio? In der Migros gibt es seit 1995 Bioprodukte, seit 2010 unter dem eigenen Label «Migros-Bio». Was ist drin, wenn «Bio» draufsteht? Und welche Richtlinien gelten? Testen Sie Ihr Wissen mit dem Bio-Quiz. Text: Dinah Leuenberger

Wie lange erhalten Kühe im Sommer Auslauf, damit die Bio-­ Richtlinien erfüllt sind? A 15 Tage pro Monat B jeden Tag C 26 Tage pro Monat

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In der Bio-Landwirtschaft dürfen nur die dafür zugelassenen Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Wie bekämpfen Biolandwirte Schädlinge wie Läuse oder Olivenfliegen? A Die Schädlinge werden nicht bekämpft. B Gegen die Schädlinge werden natürliche Feinde, Marienkäfer und Schlupfwespen eingesetzt. C Die Schädlinge werden mit organischem Dünger bekämpft.

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Sämtliche geschnittene bio-zertifizierte Charcuterieprodukte werden heute in FSC-Kartonschalen verkauft. Um wie viel Prozent konnte dadurch der Kunststoffverbrauch reduziert werden? A um 20 Prozent B um 35 Prozent C um 60 Prozent

Illustration: Getty Images

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QUIZ | 18.2.2019 | 15

Wie viele Masthühner dürfen in einem Biostall maximal gehalten werden? A 50 B 500 C 5000

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Wie viele Bioprodukte gibt es in der Migros? A 6100 B 2490 C 580

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Welches MigrosKultprodukt gibt es neu in Bioqualität? A Kult Ice Tea B Handy-Geschirrspülmittel C Generoso-Cake

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Wie viele Biobauern gibt es in der Schweiz? A 982 B 6638 C 10 613

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Woher kommt die Milch für den Biokäse? A zu 100 Prozent von Biokühen B zu 95 Prozent von Biokühen C zu 90 Prozent von Biokühen

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Warum ist Biosalat teurer als herkömmlicher Salat? A Weil nur Biosaatgut verwendet werden darf und weil die Produktionsverfahren dafür aufwendiger sind B Weil der Bauer das Wachstum von Biosalat regelmässiger überprüfen muss C Weil auf der gleichen Fläche nur halb so viel Biosalat gesät werden darf

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Woher kommt das Futter für Tiere auf einem Biobauernhof? A Von verschiedenen Biohöfen in der Schweiz B Wann immer möglich vom eigenen Biohof, damit der Nährstoffkreislauf geschlossen wird C Von Biohöfen und herkömmlichen Bauernhöfen

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Lösung: 1 Antwort C. Nur im Ausnahmefall, wenn Zutaten überhaupt nicht in ökologischer Qualität verfügbar sind, dürfen Biohersteller maximal 5 Prozent konventionelle Zutaten ­verwenden. 2 Antwort B 3 Antwort C 4 Antwort C 5 Antwort A 6 Antwort A 7 Antwort B 8 Antwort A. Per Ende 2018, aufgeteilt in 4700 Biolebensmittel und 1400 Bio-Nicht-Lebens­mittel. 9 Antwort B. Zum Vergleich: In einem herkömmlichen Stall leben bis zu 18 000 Hühner. 10 Antwort B. Das sind fast 13 Prozent aller Bauernbetriebe in der Schweiz. (Quelle: BFS, 20­17) 11 Antwort A. Die Bioproduktion ist intensiver in puncto Pflege und insgesamt aufwendiger. Zudem ist das Bioangebot nicht gleich gross wie bei konventioneller Ware.


16 | 18.2.2019 | ALNATURA

Wegbereiter der Biobewegung Der studierte Volkswirt Götz Rehn (68) ist der Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Alnatura mit Sitz im deutschen Bundesland Hessen. Alnatura beschäftigte im vergangenen Jahr 3150 ­Mitarbeiter und machte 2018 einen Umsatz von 822 Millionen Euro. 475 Alnatura-Bioartikel ­gehören zum nationalen Migros-Sortiment. Dazu zählen zum Beispiel ­Brotaufstriche, Müesli, ­Cerealien, Schokolade und salzige Snacks. Die ­Alnatura-Produkte er­ gänzen das breite Angebot an Lebensmitteln aus ­Schweizer Bioproduktion, das die Migros ihren ­Kundinnen und Kunden anbietet.

«Bio darf kein Luxus sein» Alnatura-Gründer Götz Rehn ist ein grüner Pionier: Er hat Bioprodukte in Deutschland populär gemacht. Ein G ­ espräch über die Partnerschaft mit der Migros und den neuen Alnatura-Unternehmenssitz aus Lehm. Text: Michael West Bilder: Tim Thiel

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er neue Firmensitz von ­Alnatura liegt bei Darmstadt im deutschen Bundesland Hessen auf e­ inem ehema­ligen Gelände der US-­Armee. Nun wurden die betonierten Flächen dort abgetragen; sie sollen zu Wiesen und Biogemüse­gärten werden. In der Mitte des Areals steht die F ­ irmenzentrale, ein imposanter Giebelbau. Bevor er errichtet wurde, liess Alnatura extra eine ­Eidechsenkolonie umsiedeln. Solche Details sind typisch für Firmengründer Götz Rehn und seinen Respekt vor der Natur. Seit fünf Jahren verkauft die Migros schweizweit seine Bio­produkte. Dazu ein Interview.


ALNATURA | 18.2.2019 | 17

Götz Rehn, Ihre neue Firmen­ zentrale besteht zu einem ­grossen Teil aus gestampftem Lehm. Warum dieser unge­ wöhnliche Baustoff? Lehm hat sich als nachhaltiges Baumaterial über Jahrtausende bewährt. Wenn es Alnatura ­ir­gendwann nicht mehr gibt, können die Lehmwände einfach ­zerfallen und wieder zu Boden werden. Wir können nicht Bioprodukte entwickeln, aber unseren Firmensitz in einem Büroklotz aus Beton unterbringen. Die Idee der Nachhaltigkeit muss das ganze Unternehmen durchdringen. Woher stammt der viele Lehm, der für den Bau nötig war? Einerseits aus den nahen ­Regionen Odenwald und Eifel. Wir haben aber auch einen Teil des Aushubs verwertet, der bei dem r­ iesigen Bauprojekt «Stuttgart 21» der Deutschen Bahn anfällt. So haben wir dieser stark umstrittenen Baustelle etwas Gutes abgewonnen.

Bild: zVg

Götz Rehn in seiner neuen Unternehmens­ zentrale bei Darmstadt und 1986 im e­ rsten ­Alnatura-Supermarkt in Mannheim (rechts).

«Die Migros und Alnatura waren von Anfang an dem Gemeinwohl verpflichtet.» Götz Rehn, Alnatura-Gründer

Bio ist heute ein weitver­ breiteter Begriff. Was versteht ­Alnatura darunter? Unsere Produkte bestehen zu 100 Prozent aus Rohstoffen von zertifizierten Biobauern, etwa von deutschen Demeter-Betrieben. Bio bedeutet für uns aber auch einfache Rezepturen, also wenige und dafür natürliche Zutaten. Manche Alnatura-­Konfi­ türen haben zum Beispiel einen Frucht­anteil von 70 ­Prozent.

Trotzdem zählen Alnatura-­ Lebensmittel in der Schweiz zu den günstigen Bioprodukten. Wie ist das möglich? Wir sparen nicht bei den Zutaten, dafür aber bei der Werbung. Und es geht uns auch nicht darum, möglicht viel Gewinn anzuhäufen. Alnatura erzielt nur eine ­bescheidene Umsatzrendite von einem Prozent. An der Börse hätte unser Unternehmen also keine Chance. Seit fünf Jahren gehören ­Alnatura-Produkte zum ­nationalen Sortiment der ­Migros. Warum passen die ­beiden Unternehmen als ­Partner ­zusammen? Die Migros und Alnatura waren beide von Anfang an dem Gemeinwohl verpflichtet, sie stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Ich bewundere den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler ­dafür, dass er sein Unternehmen in eine Genossenschaft umwandelte und so an die Schweizer Bevölkerung verschenkte. Er hat in der Nachkriegszeit viele Produkte für ä­ rmere Familien erschwinglich gemacht. Ich bin meinerseits der Überzeugung, dass Bio kein ­Luxus sein darf. War das also Ihr Plan, als Sie Alnatura im Jahr 1984 gründeten: Wollten Sie Bio­ produkte populär und günstig machen? So einfach war das nicht. Am ­Anfang stand für mich lediglich der Vorsatz, etwas Sinnvolles für Mensch und Erde zu tun. Ich wollte ein Unternehmen gründen, das nicht gegen die Natur wirtschaftet, sondern mit ihr. So kam ich auf die Biolandwirtschaft, die eine Wohltat für B ­ oden, Wasser und Luft ist und ­deren Erzeugnisse gut schmecken. Ich wollte Bio­lebensmittel in Supermärkten günstig an­bieten. Doch es gab noch gar nicht ­genügend Bio­produkte, um die Verkaufs­ regale eines ­grossen ­Ladens zu füllen. So kam ­Alnatura not­gedrungen dazu, ­eigene Bioprodukte zu entwickeln.


18 | 18.2.2019 | ALNATURA

Als Sie Alnatura gründeten, war Bio noch eine N ­ ischenerscheinung. Wurde Ihnen von Ihrem Plan ­abgeraten? Ich wurde von allen Seiten ­gewarnt, dass daraus nichts wer­ den könne. Doch erfolgreiche Unternehmer setzen oft alles auf eine Idee, deren Zeit erst später kommen wird. 2018 ist Alnatura gemäss einer grossen Umfrage des ­Instituts Forsa die belieb­ teste Lebensmittelmarke Deutschlands – und das bereits zum ­dritten Mal in Folge. Waren Sie denn sicher, dass die ­Alnatura-Produkte auch bei den ­Migros-Kunden gut ­ankommen würden? Ich war zuversichtlich, weil die Schweizer meiner Erfahrung nach Wert auf solide Qualität ­legen und ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein haben. Am Anfang musste unser Sortiment aber natürlich in der Schweiz getestet werden. Wir wollten herausfinden, was die Schweizer mögen. Unsere Brotaufstriche aus Gemüse waren zuerst eher ungewohnt, doch dann k ­ amen die Migros-Kunden auf den ­Geschmack. Hat sich umgekehrt auch Ihr Sortiment durch die Präsenz in der Schweiz ­verändert? Ja, insgesamt 30 Alnatura-Pro­ dukte werden inzwischen in der Schweiz hergestellt. Ein Beispiel ist die Basilikum-Tomatensauce, die von der Migros-Eigenindu­ strie hergestellt wird – bei der ­Bischofszell Nahrungsmittel AG. Weitere Schweizer Alnatura-­ Lebensmittel sollen folgen. Biolebensmittel sind heute in der Schweiz und in Deutschland längst keine Nischen­ produkte mehr, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Kann die Nachfrage überhaupt noch weiter ­zunehmen? Ihre Einschätzung teile ich lei­ der nicht: Der Marktanteil von Bioprodukten in der Schweiz be­ trägt 9 Prozent, in Deutschland sogar nur 5,2 Prozent. Über Bio­ produkte wird in den Medien zwar viel berichtet, weil Ernäh­ rungsthemen heute viel Auf­ merksamkeit wecken. Aber die

Götz Rehn mit einer kleinen­ ­Auswahl aus den 475 Al­naturaProdukten der Migros.

«Wer einmal Biolebensmittel für sich entdeckt hat, wird zum Biobotschafter.» Götz Rehn, Alnatura-Gründer

reale Verbreitung von Bio­ produkten muss in Zukunft noch stark zunehmen. Und wie möchten Sie das ­erreichen? Ich zähle hier auf die Überzeu­ gungskraft der Konsumenten. Wer einmal Biolebensmittel für sich entdeckt hat, erzählt mit Begeisterung anderen Men­ schen davon und wird so zum Botschafter. Wichtig ist die Einsicht, wie viel Gutes die Biolandwirtschaft bewirkt – für gesunden Boden, sauberes Grund­wasser, die Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Biobauern leisten auch ­einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Offenbar sind Bioprodukte für Sie immer die erste Wahl. Wie entscheiden Sie sich aber beispielsweise zwischen einheimischem Rapsöl aus konventioneller Produktion und importiertem Biorapsöl aus Kroatien? Ich versuche immer, das Gesamt­­ bild zu betrachten: Das I­ deal ist für uns bei Alnatura natürlich

das Produkt aus Roh­stoffen der regionalen Biolandwirtschaft. Wenn ein Bioprodukt ­importiert wird, gilt es alle ­Vor- und Nach­ teile sorgfältig abzuwägen. Der längere Transportweg spricht dagegen. Doch ein Biobetrieb in einem anderen Land kann dort der ­Natur ­nützen und womög­ lich zu fairen Arbeitsbedingun­ gen beitragen. Die Natur ist ein wichtiger Teil Ihrer Arbeit. An welchen Orten finden Sie in Ihrer Freizeit ­Erholung? Zum Beispiel beim Segeln auf der Nordsee, wo ich den Silber­ glanz des Meeres unter der tief stehenden Sonne besonders ­liebe. Ich gehe aber auch gerne im Odenwald spazieren, der sich von Frankfurt bis nach Heidelberg herunterzieht. Hier ist man am Wochenende oft völlig allein. Ich staune immer wieder, dass die Deutschen den Sonntags­spaziergang im Wald nicht ­mögen – sehr im Unter­ schied zu den Schweizern und Öster­reichern.­ MM


Das Engagement unseres Medienpartners macht dieses Inserat möglich.

Berghilfe-Projekt Nr.2369: Solaranlage bringt Licht auf die Alp

Mit der Unterstützung der Schweizer Berghilfe konnte auf der Alp Gre in Obersaxen im Kanton Graubünden eine kleine Solaranlage installiert werden. Jetzt kommt der Strom auch auf 2154 Meter über Meer aus der Steckdose, und Mirja Kauer und Lorenz Casanova müssen abends nicht mehr mit der Stirnlampe kochen. Eine kleine Veränderung, die eine grosse Erleichterung im strengen Älpleralltag bringt. Mit einer Spende an die Schweizer Berghilfe können auch Sie helfen, die Zukunft der Menschen in den Berggebieten zu sichern. www.berghilfe.ch, Spenden-Postkonto 80-32443-2


20 | 18.2.2019 | EINKAUFEN

Für Klassiker und Trends Die natürlichen Produkte von Alnatura erfüllen den Wunsch nach einer ausgewogenen und modernen Ernährung. Mit ihnen lassen sich Trendgerichte ebenso zubereiten wie geliebte Klassiker. Alnatura bietet viele Produkte an, die eine fleischlose oder glutenfreie Ernährung einfach machen.

Tofu-Sticks mit Mandeldip Zutaten für 4 Personen 400 g Basilikum-Tofu Salz 60 g Panko-Paniermehl 30 g gepuffter Quinoa ½ TL scharfer Paprika 2 EL Olivenöl 4 EL Maisstärke 1 dl Reis-Drink Calc ium 1 Zitrone 100 g weisses Mandelmus 4 EL Wasser 2 EL Sojasauce 2 EL Sweet-Chili-Sauce Zubereitung

1. Backofen auf 180 °C vorheizen. Tofu längs in dünne Stangen (Sticks) schneiden. Salzen. Panko, Quinoa und Paprika mischen. Öl dazugeben und gut vermischen. Tofu nacheinander in Maisstärke und Reisdrink wenden. Dann im Panko-QuinoaGemisch panieren und die Panade gut andrücken. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. In der Ofenmitte ca. 20 Minuten knusprig backen. 2. Zitrone halbieren und auspressen. Mandelmus mit Wasser, Zitronensaft und Sojasauce zu einer cremigen Sauce verrühren. Sweet-Chili-Sauce darunterrühren. Tofu-Sticks mit Mandeldip servieren.

Alnatura Dattel Sirup, 250 g* Fr. 3.50

Alnatura Kichererbsen Spirelli, 250 g* Fr. 3.40

Alnatura Quinoa gepufft,125 g* Fr. 3.85

Alnatura Weisser Tee mit Rosenblüten, 20 × 1,5 g* Fr. 2.70

Alnatura Rote Bete Cracker, 75 g* Fr. 2.35


EINKAUFEN | 18.2.2019 | 21

Aktion: 20-fache Cumulus-Punkte auf das gesamte Alnatura-Sortiment

One-PotKichererbsenPasta

bis 25. Februar

Zutaten für 4 Personen 100 g Shiitakepilze 1 Bund Frühlingszwiebeln 1 Broccoli 2 Limetten 5 dl Bouillon 250 g Kichererbsen-Spirelli 100 g tiefgekühlte, geschälte Edamame 4 EL Sojasauce 2 EL Dattelsirup 1 Bund Koriander ½ TL grob gemahlener Cayennepfeffer Zubereitung

1. Pilze putzen und in dünne Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Broccoli in Röschen teilen. Limetten halbieren und auspressen. Bouillon aufkochen. Spirelli dazugeben. 2 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Umrühren. Gerüstetes Gemüse und Edamame dazugeben. Alles gut vermischen. Zugedeckt bei kleiner Hitze weitere 6 Minuten garen. Gelegentlich umrühren. 2. Limettensaft, Sojasauce und Dattelsirup verrühren. Zur ­Pasta geben, etwas einköcheln lassen. Koriander grob hacken. One-Pot-Pasta mit Koriander und Cayennepfeffer servieren.

Bild und Styling: Claudia Linsi

5-Jahr-Jubiläum

Alnatura Basilikum Tofu, 200 g* Fr. 3.20

Alnatura Kichererbse-­ Ingwer Aufstrich, 120 g* Fr. 1.95

Alnatura Reis Drink Calcium, 1 Liter Fr. 2.20

* in grösseren Filialen

2014 gab es ­erste Alnatura-­ Produkte in der Migros. Seitdem ist die Anzahl an Produkten der Marke stetig ­gestiegen.

Alnatura steht für zeitgemässen Biogenuss mit Sinn. Hochwertige Zutaten und nur die nötigsten ­Inhaltsstoffe ­stecken drin.


22 | 18.2.2019 | HOBBY

«Jeder Sprung ist pures Adrenalin» Die 13-jährige Lina ist Skiakrobatin. Vor dem allerersten Sprung der Saison hat sie immer Angst. Aber wenn sie erst einmal in der Luft ist, kann sie nicht mehr aufhören. Zurzeit übt sie den Rückwärtssalto. Text: Nora Zukker  Bilder: Gabi Vogt

Mein Hobby «Skiakrobatik nennt man Aerials. Es ist seit 1994 eine olympische Disziplin. Die Akrobat­ Innen tragen Ski und springen damit bis zu 15 Meter hoch über eine vier Meter hohe Schanze. Dabei machen sie Saltos und Schrau­ ben in der Luft. Beim Wettkampf werden der Absprung, die Aus­ führung in der Luft und die Landung bewertet.»

Mein Klub «Im Moment gehöre ich zum Kader des Zürcher Skiverbands ZSV. Ich bin auch im Sich­ tungskader, sehr wahr­ scheinlich werde ich bald zur Junioren-­Nati wech­ seln können. Zwei Mal in der Woche trainiere ich auf dem Trampolin. Dazu kommen Bodenturnen und Krafttraining. Weitere Infos über ­Aerials findest du auf swissski.ch.»

«Ich bin gerade in Airolo TI im Trainingswochenende. Heute war ich von 10 bis 16 Uhr auf den Skiern. Am Vormittag sind wir auf der Buckelpiste Ski gefahren, und den ganzen Nachmittag waren wir auf der Sprungschanze. Im Moment bin ich neben 15 Jungs das einzige Mädchen im Training. Für die Sprünge braucht man schon sehr viel Mut.»

Das brauchts: «Die Ski sind gleich lang wie Alpinski. Im Winter trage ich für mehr Bewegungsfreiheit eine leichte Windstopperjacke. Nur wenn es­ richtig kalt ist, wechsle ich zur Skijacke.» «Wir trainieren im Winter im Schnee und im Sommer auf einer Wasser­ schanze. Dann trage ich einen Neopren­ anzug, Skischuhe und einen Helm. Im Schnee ist der Landehang immer eine Herausforderung. Nachdem ich mir ­einmal den Fuss gebrochen hatte, war ich ängstlich, aber zum Glück konnte ich wieder auf der Wasserschanze üben und hatte danach keine Angst mehr.» «Als Allererstes konnte ich den Strecksprung, dann die Grätsche, also den Sprung mit gespreizten Beinen in der Luft. Auf der Wasserschanze habe ich den Heli, eine 360-Grad-Drehung, gemacht und den Vorwärtssalto. Im Moment übe ich den gebückten Salto rückwärts. Im Päckli kann ich ihn schon.» Tipp: Auf Facebook zeigen die Junioren der Swiss Ski Aerials ihr Können in Videos – etwa vom Training auf der Wasserschanze. www.migmag.ch/aerials

Bald b in ich in der Junio ren-N ati.


HOBBY | 18.2.2019 | 23

«Jedes Mal, wenn ich an der Schanze stehe, ­spanne ich den ganzen Körper an. In der Luft habe ich die Augen offen, aber mit der Zeit hat man ein Gefühl dafür, wie man sich in der Luft bewegt. Ich habe mit acht Jahren mit Skiakrobatik an­ gefangen. Wenn ich erst mit 13 angefangen hätte, würde ich mich nicht mehr getrauen, ich hätte wohl mehr Angst und würde sicher viel mehr darüber nachden­ ken, was alles passieren könnte. Es ist schon ein gefährlicher Sport. Meine Mutter kann nur hin­ schauen, wenn ich in der Luft bin, bei der Landung schaut sie immer weg.»

Lina ( 1 3 ) « n Me i i c n w ht e M h e u i n t n t s n e c r h i c a h u ka n e l n a n n , d e . »

«Es braucht viel Mut»


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Tag

Hafen

(Seetage nicht erwähnt)

Mo - Fr: 09.00 - 18.00 Uhr

Tag

Ankunft / Abfahrt

10.08. Flug Zürich - Hamburg. Einschiffung auf die MSC Orchestra. 18:00 12.08. Invergordon (Schottland) 08:00 19:00 14.08. Seydisfjord (Island) 08:00 17:00 15.08. Akureyri (Island) 09:00 19:00 19.08. Nuk (Grönland) 06:00 16:00 20.08.- 21.08. Ilulissat (Grönland) 16:00 18:00 23.08. Qaqortoq (Grönland) 09:00 21:00 26.08. Isafjord (Island) 07:00 19:00 27.08. Reykjavik (Island) 07:00 19:00 29.08 Kirkwall (Schottland) 09:00 19:00 31.08. Hamburg (Deutschland) 08:00 Transfer zum Flughafen. Rückflug nach Zürich.

Von Hamburg nach New York

Von Hamburg nach New York (Reise 2)

044 289 81 81

Hafen

Ankunft / Abfahrt

21.09. Flug Zürich - Hamburg. Einschiffung auf die MSC Meraviglia. 19:00 22.09. Kopenhagen (Dänemark) 08:00 16:00 24.09. Southampton (England) 10:00 22:00 26.09. Belfast (Nordirland) 07:00 16:00 28.09.- 29.09. Reykjavik (Island) 13:00 18:00 04.10. St. John (Kanada) 09:00 17:00 05.10. Halifax (Kanada) 11:00 18:00 07.10. New York (USA) 07:00 08.10. New York (USA) 09.10. New York (USA) 10.10. New York (USA) Transfer zum Flughafen. Rückflug nach Zürich. 11.10. Ankunft in Zürich. (Seetage nicht erwähnt)

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Inbegriffene Leistungen

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Island & Grönland (Reise 1)

An-/Rückreise ab Fr.

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Flüge Zürich - Hamburg - Zürich in Economy Class Kreuzfahrt mit Vollpension Getränkepaket „Tischgetränke zu den Mahlzeiten“ Coop-Gutschein im Wert von Fr. 200.- pro Kabine 21 Nächte an Bord Stadtrundfahrt in Hamburg

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Innenkabine IB ausgeb. Innenkabine IF 3‘890.Aussenkabine OB 4‘290.Aussenkabine OF 4‘490.Balkonkabine BB 5‘240.Balkonkabine BF 5‘440.Yacht Club YC1 ausgeb.

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Bordguthaben: 500.- (Kat. S2) pro Kabine www.cruisetour.ch Bus ab/bis Schweiz 240.-

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General-Wille-Str. 10, 8002 Zürich info@cruisetour.ch

Nicht inbegriffen: Getränke, persönliche Ausgaben, Serviceentgelt von 15% auf Dienstleistungen an Bord, Visumgebühr für USA (ESTA 60.- CHF p.P.), Trinkgelder an Bord (ca. 10 EURO p. P. / Nacht), Annullationskostenvers., fakultative Landausflüge während der Kreuzfahrt, Auftragspauschale CHF 20.- p. P. (max. CHF 40.- pro Dossier).


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EISLAUFEN | 18.2.2019 | 25

TIPPS

Schlittschuhlaufen

Die höchste Natureisbahn Europas Sie liegt auf fast 2000 Metern

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Höhe und bietet ein wunder­ schönes Alpenpanorama: die Natur­eisbahn auf der Alp R ­ aguta oberhalb von Feldis GR. Anfangs ­hielten es viele für eine Spinne­ rei. Der für den sanften Touris­ mus am Berg so wichtige ­ Sessel- und Skilift sollte erneuert ­werden, und es fehlte an Geld und Attraktionen. Familie Attin­ ger, eine Curling-­Dynastie, trieb die Umsetzung des Eisfelds ­voran. Mit Erfolg: Seit 2003 glänzt auf einer Fläche von 15 auf 40 Meter jede Saison ein Eis­ parkett ganz nahe am Himmel. ­Runden drehen, Pirouetten tan­ zen, Pucks nachjagen, Eisstock­ werfen, Curlen – und dann in der Berghütte sich aufwärmen. Anreise Mit dem Postauto von Chur nach Rhäzüns, mit der Luftseilbahn nach Feldis und mit dem Motta-Sessellift zur Alp Raguta. Mehr Infos: alpraguta.ch

Bilder: iStock, Remo Naegeli, Heinz Unger (2), Andrea Badrutt

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Das grösste künstliche Eisfeld der Schweiz

Die Seegfrörni im Winter 1928/29 sorgte für einen Eis­ laufboom in der Stadt Zürich und liess den Wunsch nach einem Eisfeld aufkommen. Im Dezember 1930 war es so weit: Mit der Dolder-Eisbahn eröff­ nete auf dem Zürichberg die erste Kunsteisbahn der Schweiz. Die Lage mitten im Wald ist wunderschön, der Flirtfaktor besonders nach Sonnenunter­ gang hoch: Paare aller Genera­ tionen haben sich auf dem

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Dolder kennengelernt. In der Weihnachtszeit sorgt ein riesi­ ger Tannenbaum inmitten des Eisfelds für Stimmung, im Rest der Saison tauchen farbige Scheinwerfer die 6000 Quadrat­ meter grosse Eisfläche in buntes Licht. Und immer wieder ist ­Disco ... Anreise Mit den Trams 3 oder 8 bis zur Station Römerhof, mit der Dolderbahn bis zur Bergstation. Mehr Infos: doldersports.com

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Der erste Eisweg der Schweiz

Wer irgendwann genug Runden auf dem Eis gedreht hat, wird bestimmt auf der Skateline Albula glücklich. Im Winter ver­ wandelt sich der drei Kilometer lange Fussweg von Alvaneu GR nach Surava in eine spekta­kuläre Eisbahn durch den verschneiten Wald der Albula entlang. Da der Weg leicht abfällt, kann man ­einfach nur sausen lassen. Ein

ehemaliger Eishockeyprofi ist die Strecke in rekordverdächti­ gen sechs Minuten hinunter ­gedüst, Plausch­fahrer gleiten etwa eine Stunde durch den ­Märchenwald. Schlittschuhe, Helm, Ellenbogen- und Knieschoner kann man beim Startpunkt ­mieten. Um das Natur­eis in Schuss zu halten, spritzen Mitglieder des Vereins Abend für Abend 12 000 Liter Wasser auf den E ­ isweg – mit ­einem umfunktionierten Gülle­ transporter. ­Danach putzt und glättet eine Eismaschine die Piste für den nächsten Tag. Auf gehts!  Anreise Mit dem ÖV nach Surava, von da aus mit dem Shuttlebus nach Alvaneu. Mehr Infos: skateline.ch Zusammengestellt von Monica Müller

Wann kommt es zu einer Seegfrörni? Die sogenannte Kältesumme erklärt, was es braucht, damit ein See zufriert, so dass man darauf spazieren und schlittschuhlaufen darf. Sie bezeichnet die Summe aller negativen Tagesmitteltemperatu3 Monate ren. Ist es beispielsweise 10 Tage lang -3 Grad kalt, beträgt lang die Kältesumme 30 Grad. Damit der Zürichsee zufriert, ist -3 Grad eine Kältesumme von rund 300 Grad nötig. Die Temperatur müsste also während gut dreier Monate im Durchschnitt immer -3 Grad betragen.  MM Quelle: SRF Meteo  Gut zu wissen


26 | 18.2.2019 | KRIMINALITÄT


KRIMINALITÄT | 18.2.2019 | 27

Alt und ausgetrickst Ältere Menschen sind oft Opfer von Betrügern, die ihnen Dinge oder Dienstleistungen andrehen, sie bestehlen oder überlisten. Fünf exemplarische Fälle machen deutlich, wo Gefahren lauern. Text: Monica Müller  Illustrationen: Till Lauer

Die häufigsten Betrugsarten in der Schweiz Verkauf nicht erwünschter Dienstleistungen (z. B. Abos, Haushaltsarbeiten, Versicherungen) 1 400 000*

1

Phishing (Täter versuchen mit falschen E-Mails oder gefälschten Websites an vertrauliche Kartenin­ formationen und Login-­ Daten zu gelangen) 590 000

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Verkauf von Waren zu überhöhten Preisen 520 000

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Verkauf nutzloser Dienstleistungen (z. B. Zahnbehandlung, Hör­geräte, Notruf­ systeme) 480 000

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ie Zahlen geben zu denken: Jede ­vierte Person ab 55 Jahren wurde schon Opfer von Betrügern. Jede fünfte verlor tatsächlich Geld. In den vergangenen fünf Jahren entstand dabei pro Jahr ein Schaden von 400 Millionen Franken. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die Pro Senectute zusammen mit dem Institut zur Bekämpfung von Wirtschafts­ kriminalität der Fachhochschule Neuenburg erstmals durchgeführt und 2018 publiziert hat. Zu den häufigsten Betrugsmaschen gehören unseriöse Geschäftspraktiken, welche die ­Gutgläubigkeit von älteren Menschen ausnut­ zen (siehe Liste rechts). Die Betrüger zielen ­darauf ab, dass das Gedächtnis der Älteren nicht mehr gut funktioniert oder sie verwirrt sind. Dabei be­wegen sich die Täter oft in einer Grau­ zone, wie der Fall von Ursula Hofstetters Eltern zeigt. Sie hatten einem Unbekannten an der Haustür mehrere gefälschte Perserteppiche ­ab­gekauft. So kam der Betrug zutage: Lange merkte Ursula Hofstetter nicht, wie es um ihre Eltern stand. Auf den ersten Blick funktionierten die 80-Jährigen noch im Alltag. Sie assen um 12 Uhr zu Mittag, spazierten jeden Tag dieselbe Runde, gingen einkaufen. Doch eines Tages bekam der Eindruck Risse. Ihre Mutter erklärte, sie müsse keine Steuererklärung mehr ausfüllen, die wüssten ja, wie viel AHV sie bekäme. Daraufhin überredete

Verlangen eines Vorschusses mit Aussicht auf Gewinn (z. B. Erbe, Lotterie) 390 000

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Ursula Hofstetter ihre Eltern, ihr eine Bank­ vollmacht zu geben. Ihr fielen mehrere Bargeld­ bezüge in der Höhe von je 1500 Franken auf, die ihre Eltern nicht erklären konnten. Da sie nicht mehr in die Ferien gingen und bescheiden lebten, wurde die Tochter misstrauisch. Sie entdeckte, dass in der Wohnung der Eltern neuerdings Perserteppiche lagen. Als sie fragte, woher diese stammten, erzählten ihre Eltern von einem Mann, der wiederholt vorbeigekom­ men sei, um ihnen Teppiche zu verkaufen. Bald stellte sich heraus, dass sie ihm ausser Geld auch eine Goldkette im Wert von mehreren Tausend Franken gegeben hatten, und sie kannten weder den Namen noch die Nummer dieses Verkäufers. Der Gesundheitszustand ihrer Eltern ­verschlechterte sich rapide. Sie vergassen, ­ein­zukaufen, zu essen, zu spazieren. Schon bald musste Ursula Hofstetter die alten Leute in eine Demenzabteilung überweisen. Während sie die elterliche Wohnung räumte, hoffte sie, der ominöse Hausierer würde nochmals vor­ beikommen. Doch er liess sich nie mehr blicken. Die Teppiche hat sie schliesslich entsorgt. Mehr als die Hälfte der Betroffenen, 61 Prozent, sprechen mit niemanden über solche Vorfälle. Aus Scham. Auch zwei von den fünf Personen, die dem Migros-­ Magazin erzählen, was ihnen widerfahren ­ ist, möchten anonym bleiben.

Trickdiebstahl an einem öffent­ lichen Ort 270 000

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Unbekannter in Not (z. B. Portemonnaie/Schlüssel verloren) bittet um Geld 230 000

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Erhalt nicht bestellter Waren mit einer Rechnung 210 000

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Betrügerischer Anlagevorschlag 200 000

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Falsche Zahlungsaufforderung oder gefälschte Einzahlungsscheine 180 000

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* Fälle versuchten Betrugs. Es handelt sich bei den Zahlen um Hochrechnungen. Studie «Finanzieller Missbrauch» (2018)


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KRIMINALITÄT | 18.2.2019 | 29

Überfall am Bankomaten Der Räuber mit dem weissen Blatt Theres Fischer * (55) suchte die nächste ­Poststelle auf, um Geld abzuheben. Es war ein Feiertag, und die Schalter waren geschlossen. Sie nahm wahr, wie eine Frau hinter ihr zu den Schliess­fächern ging. In dem Moment, als sie ­ihren Code eingetippt hatte, hielt ihr ein Mann von hinten ein Blatt vor die Tastatur und sprach auf Polnisch auf sie ein. Sie sagte «Go away!». Im Nu hatte er den Betrag 1000 Franken an­ gewählt und das Geld eingepackt. «Ich stand da wie ein begossener Pudel», erinnert sie sich. Auf dem Polizeiposten in Bremgarten AG erstattete Theres Fischer Anzeige gegen Unbekannt. Das flaue Gefühl, im öffentlichen Raum nicht sicher zu sein, beschlich sie danach immer wieder. Es dauerte Monate, bis sie sich wieder getraute, an einem Bankomaten Geld abzuheben.

Ein halbes Jahr nach dem Überfall wurden der Mann und seine Komplizin in Polen festgenommen. Das verschaffte Theres Fischer eine gewisse Genugtuung. Die Postfinance montierte zudem eine Sicherheitskamera in der Zweigstelle und erstattete ihr aus Kulanz 500 Franken. Noch immer beschäftigt es die Bestohlene, dass sie mit ihren grau melierten Haaren ins Beuteschema der Betrüger fällt. Im Alltag versucht sie, Risiken zu vermeiden. Wenn möglich hebt sie Geld am Schalter ab. Muss sie einen Bankomaten aufsuchen, achtet sie genau auf dessen Lage. Auch wenn Theres Fischer die verlorenen 500 Franken schmerzen, ist sie froh, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. «Hätte ich mich gewehrt, wäre alles schlimmer ausgegangen.»

* Name geändert

Manipuliertes Bankcouvert Der Fälscher am Postbriefkasten 20 Jahre lang beglich André Falconnet (75) aus Versoix GE seine Rechnungen auf die ­gleiche Art. Er bündelte die Einzahlungsscheine, rechnete den Betrag der fälligen Zahlungen aus und trug ihn in ein Formular ein. Dann unterschrieb er und warf das Couvert in einen Briefkasten der nächsten Postfiliale.

Im vergangenen Sommer rief ihn seine Bank an und fragte, ob er einer Drittperson einen ­grösseren Betrag überwiesen habe. Er verneinte. Ein Betrüger hatte das Couvert aus dem Brief­ kasten gefischt, die Dokumente manipuliert und sich 40 000 Franken auf sein eigenes Konto überweisen lassen. 5000 Franken hob er direkt ab und gab sie aus. Als er die weiteren 35 000 Franken in einer Filiale abheben wollte, wurde die Angestellte am Schalter misstrauisch. Nach der Rück-

sprache mit dem Ehepaar Falconnet avisierte sie die Polizei, und der Täter wurde vor Ort verhaftet. Der Betrüger gehörte einer Bande an, die nach diesem Prinzip bereits etlichen Opfern Geld abgeknöpft hatte. Die 35 000 Franken sind mittlerweile wieder auf dem Konto der Falconnets. Doch die 5000 Franken, die der Betrüger verprasste, ­fehlen bis heute. Weder die Bank noch die Polizei fühle sich zuständig, klagt André Falconnet. Er hofft, dass er doch noch zu seinem Geld kommt. Denn: Dieses Jahr feiern er und seine Frau den 50. Hochzeitstag. Und er möchte mit dem Betrag ein Fest für die ganze Familie ausrichten. Die Rechnungen bezahlt Falconnet seit dem Vorfall per E-Banking. Ein mulmiges Gefühl bleibt. «Wir hatten ja nichts falsch gemacht.»


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KRIMINALITÄT | 18.2.2019 | 31

Online-Betrug Die Vermieterin ohne Wohnung Als Nadine Kellers* Eltern (60) für sie online zwei Wohnungsmieten à 700 Franken über­ wiesen, waren sie etwas skeptisch. Sie fanden es heikel, dass die 18-Jährige ihr WG-Zimmer in Genf nicht besichtigt und mit der Vermieterin nur auf Skype gechattet hatte. Doch Nadine hatte sich so gut wie möglich abgesichert. Sie hatte die Ver­ mieterin um eine Kopie ihres Passes und Unter­ lagen zur Wohnung gebeten und diese erhalten. Zudem lief ihr die Zeit davon. Sie hatte sich bereits sechs Monate zuvor um eine Unterkunft in einem Studentenwohnheim beworben. Als sie von ihrem humanitären Einsatz in Mosambik heimkehrte, fehlte ihr aber noch immer eine Bleibe in Genf, wo sie in Kürze ihr Studium aufnehmen sollte. Sie durchforstete Angebote online und besichtigte einige WG-Zimmer vor Ort. Als sie realisierte, dass auch bei überteuer­

ten Zimmern 100 Mitbewerber im Rennen waren, wurde sie nervös. Sie schöpfte Hoffnung, als eine deutsche Studentin, die ihre Wohnung untervermieten wollte, gleich auf ihre Anfrage antwortete. Eines der bei­ den Zimmer war noch zu haben! Da Nadine Keller in Zürich wohnte und jobbte, lag es nicht drin, kurzfristig nach Genf zu fahren. Aber die Lage der Wohnung war gut, die Miete bezahlbar. Leider bestätigte sich die Vorahnung der Eltern. Nach der Überweisung bat die Vermieterin um eine weitere Zahlung für eine fällige Reparatur. Nadine wurde misstrauisch und fragte nach. Plötzlich meldete sich die Studentin nicht mehr; ihr Profil verschwand auf Skype. Auch die Polizei konnte ihr nicht weiterhelfen. Diese Erfahrung hat Nadine vorsichtiger werden lassen.

* Name geändert

Betrugsfällen vorbeugen

Trickdiebstahl Die Passantin ohne Orientierung Franco Müller (73) war in Lugano unterwegs, als ihn eine junge Frau nach einer Wegbeschrei­ bung fragte. Sie sprach sehr gut Italienisch und war elegant gekleidet. Dem Tessiner war bald klar, dass es die Piazetta, nach der die Frau suchte, nicht gab. Sie bat ihn, auf einem Papier ihren jetzigen Standort zu notieren, damit sie diesen der Person, die sie treffen wollte, durch­ geben könnte. Franco Müller schrieb die Adresse auf, worauf sie seine Hand umfasste und sich überschwänglich bedankte. Beim Coiffeur bemerkte Franco Müller kurz darauf, dass seine Rolex an seinem Hand-­­ gelenk fehlte. Er rief sofort die Polizei an und rannte zu der Stelle zurück, wo er mit der Frau ge­sprochen hatte – umsonst. Als er später bei der Kantons­polizei Anzeige erstattete, traf er auf weitere fünf Betrogene – alle in

seinem Alter und Opfer derselben Betrugs­ masche. 5000 Franken hatte die Uhr gekostet, ihr Wert war über die Jahre auf 15 000 Franken gestiegen. Die Versicherung zahlte zwar den versicherten Betrag, doch ein schlechtes Gefühl blieb zurück. In den kommenden Monaten sagte Franco Müller Nein, wenn ihn jemand «Darf ich Sie kurz stören?» fragte. Heute reagiert er wieder zuvor­ kommend, wenn auch vorsichtiger. Statt einer Rolex trägt er nun eine Mickey-Mouse-Uhr.

Nachforschungen der Polizei haben ergeben, dass die Betrügerin Franco Müller bereits in einem Café beobachtet hatte und ihm anschlies­ send gefolgt war. Monate nach dem Diebstahl wurde sie gefasst. An den Vernehmungen gab sie vor, kein Italienisch zu sprechen. MM

Seien Sie zu Hause, im Internet und unterwegs aufmerksam. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und reagieren Sie, wenn Ihnen ­etwas seltsam vorkommt (Telefon abhängen, Nein sagen, Mails ­löschen etc.). Sprechen Sie über Betrügereien: in der Familie, mit Freunden und Kolleginnen, aber auch auf der Arbeit. Je mehr wir alle über die verschiedenen Betrugsmaschen wissen, desto besser sind wir gewarnt. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen. Betrug kommt überall und in jeder Altersgruppe vor. Niemand ist davor gefeit. Quelle: Pro Senectute Infos: prosenectute.ch/ finanzmissbrauch; skppsc.ch/de/themen/­internet; telefonbetrug.ch


32 | 18.2.2019 | INTERVIEW

«Ich wurde Schauspieler, weil wir das Geld brauchten» Hollywoodstar Christian Bale ist kaum wiederzuerkennen als US-Vizepräsident Dick Cheney in der oscarnominierten Filmbiografie «Vice». Der Darsteller über seine Rolle, seine Verwandlungen und den ursprünglichen Widerwillen gegen die Schauspielerei. Text: Marlène von Arx Bilder: Jens Koch­

C

hristian Bale, für «Vice» haben Sie sich in Dick Cheney ver­ wandelt, George W. Bushs ­umstrittenen Vizepräsidenten. ­ Was hat Sie an der Rolle gereizt? Er war sicherlich der einflussreichste Vize­ präsident, den die USA je hatten, und er ist nach wie vor relevant. Denn mit den Konse­ quenzen seiner Handlungen leben wir heute noch, hier und im Nahen Osten. Er hat die extreme politische Spaltung in den USA mitorchestriert. Als man mich anfragte, dachte ich schon: Ausgerechnet ich soll ihn spielen? Aber die Möglichkeit, im grossen Stil auf die Nase zu fallen, reizt mich immer. Wie haben Sie sich dem Politiker ­ange­nähert, der am selben Tag Geburtstag hat wie Sie? Ich habe Bücher von ihm und über ihn ge­ lesen, und hier (klaubt sein Smartphone aus der Hosentasche) ist eine absurd grosse Zahl von Cheney-Videos drauf. Aber so was ist nur der Anfang. Es gibt Leute, die Cheney besser nachmachen können als ich, aber ich wollte tiefer gehen, ihn nicht nur imitieren. Und ich spiele gerne Personen aus dem

«Ich bin wohl gern das ­Versuchskaninchen»: Christian Bale über­ seine Wandlungsfähigkeit als Schauspieler


INTERVIEW | 18.2.2019 | 33


34 | 18.2.2019 | INTERVIEW

Britischer Hollywoodstar Christian Bale (45) wurde in Wales geboren und wuchs in England auf. ­Seine Mutter war Zirkusartistin, sein Vater Lebenskünstler, bevor er begann, seinen Sohn zu managen. Bereits mit zehn Jahren stand Christian erstmals im Londoner West End auf der Theaterbühne. Drei Jahre später schaffte er den Sprung nach Hollywood, als Steven Spielberg ihn unter 4000 Jungen für «Empire of the Sun» auswählte. Bales Rollen als Serienkiller in «American Psycho» (2000) und als Batman in der «Dark Knight»-Trilogie (2005–2012) machten ihn zum internationalen Star. Er ist seit 19 Jahren mit Sibi Blazic, der Ex-Assistentin von Schauspielerin Winona Ryder, verheiratet. Das Paar hat eine Tochter (13) und einen Sohn (4).

«Die Möglichkeit, ­ im grossen Stil auf die Nase ­zu fallen, reizt mich immer.»

wirklichen Leben – das ist befreiend. Bei ­erfundenen Figuren weiss ich nie recht, ob mein Ego ihnen nicht zu sehr in die ­Quere kommt, was ich natürlich vermeiden will. Wenn hingegen eine reale Person etwas ­Exzentrisches tut, dann ist das ja so. Haben Sie Cheney getroffen? Ich habe es versucht. Oder sagen wir es so: Ich stand in Kontakt mit einem seiner Freunde, der mir Fragen über Cheney ­beantwortete, weil ein Treffen geplant war. Cheney ist sehr gescheit und detailliert; ­ ich wollte also für ein allfälliges Meeting wirklich sehr gut vorbereitet sein, weil ich wusste, dass er mich testen würde. Als ich ­so weit war und ins Flugzeug steigen wollte, pfiffen mich die Anwälte unserer Produk­tionsfirma zurück.

Film sehen. Ich habe diese Rolle wahnsinnig gern gespielt, und wenn ich heute ein Bild von ihm sehe, würde ich «meinem Dick» am liebsten einfach in die Wangen kneifen. Es gab nämlich auch Momente mit der Familie, die mich zu Tränen rührten, weil er sich wie ein verdammt guter Vater verhielt. Seine Frau Lynne scheint ihn besonders angetrieben zu haben. Oder wie sehen Sie das? Ja, er hat selber gewitzelt, dass jeder Mann an Lynnes Seite Vizepräsident hätte werden können. Sie war akademisch erfolgreicher, und ehemalige Mitschüler fanden seine ­Erfolge überraschender als die seiner Frau. Seine Taten könnte man auch als die Schattenseite der Liebe eines armen Kerls zu ­einer Frau betrachten.

Warum? Ich weiss es nicht genau. Cheney hätte den Film nicht stoppen können, aber vermutlich verzögern. Es war wirklich schade, denn ich hatte die Leute, die ich spielte, ­bisher immer getroffen, wenn sie noch am Leben waren. Das ist für mich nicht nur sehr hilfreich, sondern auch selbstverständlicher Anstand. Doch mir wurde sehr deutlich m ­ itgeteilt, dass ich das Treffen ruhig organisieren ­dürfe, wenn ich wolle, dass dann j­ edoch alle, die am Film arbeiteten, den Job verlieren würden.

Sie sind Brite und leben in den USA. Sehen Sie sich als Systemkritiker? Waren wir denn je zufrieden? Die Unzu­ friedenheit mit dem politischen System ist nichts Neues. Schon als ich ein Kind war, waren meine Eltern nie zufrieden damit. ­ Bei Dick Cheney äussert sich das in der ­Ungeduld gegenüber der Demokratie. «Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem Durchschnittswähler» – dieses Zitat von Winston Churchill würde Cheney vermutlich auch unterschreiben.

Was war die grösste Herausforderung ­ bei der Rolle? Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, wie es ist, dieses Ausmass an Macht zu ­haben. Ich selbst würde vor so viel Macht ­sicher ­davonrennen. Wie wacht man mit der Bürde einer solchen Verantwortung auf? Es gibt den Typus Mensch, der mit viel Macht ein Lachen ins Gesicht anderer zaubern und die Welt verbessern will. Es gibt Menschen, die ihre Macht nutzen, um vergangenes ­Unrecht zu rächen. Cheney jedoch hat seine Macht anders genutzt. Aber Monster erscheinen ­in der Regel nicht wie Charles Manson mit einem Swastika-Tattoo auf der Stirn.

Es heisst, dass Sie immer vollkommen ­ in Ihren Rollen verschwinden. Sehen Sie das auch so? Gibt es keinen Christian Bale, wenn Sie drehen? Doch, den gibt es. Die Leute glauben manchmal, ich sei ein Method-Schauspieler nach dem System von Stanislawsky, aber dafür müsste ich das ja studiert haben, und das habe ich nicht. Ich habe überhaupt nichts studiert. Ich frage mich einfach bei jeder ­Figur, was sie braucht. Und ich schulde es mir und der ganzen Crew, nicht faul zu sein und die erforderliche Arbeit zu leisten.

Halten Sie Cheney für ein Monster? Ach, das wäre zu vorhersehbar gewesen: der typische Hollywood-Liberale, der Cheney verteufelt. Niemand ist nur gut oder böse. ­ Es gibt Leute, die Cheney kennen und be­ teuern, dass er kein Dämon ist. Ich will auch nicht, dass die Zuschauer über meine politische Einstellung nachdenken, wenn sie den

Sind Sie bei «Vice» zufrieden mit dem ­Resultat? Für mich ist der Film ein Meisterwerk. Ich hatte soeben ein paar Wochen Zeit, mir über diese Aussage Gedanken zu machen, und ich bleibe dabei. Ich habe mir den Film auch mehrmals angesehen. Beim ersten Mal sehe ich nämlich immer nur, was rausgeschnitten und in der Geschichte herumgeschoben wurde. Erst danach kann ich mich auf den


INTERVIEW | 18.2.2019 | 35

«Ich habe gelacht, geweint, mich geärgert. Derart intensive Gefühle hatte ich noch nie bei einem Film.»

Bild: Annapurna Pictures /Courtesy Everett Collection/Keystone

Christian Bale als Dick Cheney in der Filmbio­ grafie «Vice» mit Amy Adams als Ehefrau Lynne

eigentlichen Film konzentrieren. Und in diesem Fall habe ich alle Emotionen durchlaufen: Ich habe gelacht, geweint, mich ­geärgert. Derart intensive Gefühle hatte ich noch nie bei einem Film. Wie haben Sie Ihrer Familie als dicker Dick Cheney gefallen? Meine Frau fand es toll, denn je fetter ich werde, desto schlanker sieht sie aus. Für meinen Sohn war ich einfach wie Bär Balu aus dem «Dschungelbuch», auf dessen Bauch man herumhopsen kann. Ob ich ­ dick oder dünn, langhaarig oder kahl, ­ rasiert oder bärtig bin, ist ihm völlig egal. ­Jeder hat einen Kommentar abgegeben – er nicht. Entweder spürt er einfach meinen Vibe, oder er erkennt meine Augen. Sie haben für eine Rolle schon mehrmals extreme Gewichtsveränderungen durchgemacht. Verändert sich dadurch auch Ihre Persönlichkeit? Und ist das gesundheitlich nicht gefährlich? Ich bin wohl gerne das Versuchskaninchen. Dabei habe ich schon mehrfach gesagt, dass ich so was nicht mehr machen werde ( lacht). Denn es verändert die Persönlichkeit tatsächlich. Ich fühlte mich stark, obwohl ich mehr Fett als Muskeln zugelegt hatte. Ich wurde aber auch nervöser. Umgekehrt – wenn man stark an Gewicht verliert – hat man das Gefühl, die Kontrolle über sich zu haben, und wird umso glücklicher. Beim ­Abnehmen hatte ich den Eindruck, mich körperlich zu reinigen und den emotionalen und mentalen Ballast loszuwerden. Noch unkenntlicher als in «Vice» sind ­ Sie als Panter Bagheera in «Mowgli», der «Dschungelbuch»-Adaption auf Netflix. Eigentlich vermeiden Sie seit einiger Zeit Mainstream-Produktionen – ist das nicht Unterhaltung für die Masse? Ja, aber ganz anders gemacht als bei «Dark Knight». Klar, auch bei «Mowgli» gibt es Spezialeffekte, und das Produktionsbudget ist beachtlich. Für mich waren es jedoch ­ drei Tage, an denen ich im Motion-CaptureVerfahren mit Regisseur Andy Serkis allein in einem Raum herumalberte. Als Batman war mir der ungeheure Produktionsmoloch um mich herum die ganze Zeit bewusst. Sie haben in Hollywood gleich gross ­angefangen – mit 13 Jahren in der Hauptrolle des Spielberg-Streifens «Empire ­ of the Sun» ...

Ach, meine Erinnerungen daran sind stark verblasst. Damals hatte ich eine ganz andere Einstellung zur Schauspielerei. Aber Steven Spielberg hat mich vor ein paar Jahren Zhang Yimou für den Film «The Flowers of War» empfohlen. Also vielen Dank, Steven! Was heisst, Ihre Einstellung sei damals ­anders gewesen? Zu Beginn gefiel mir die Schauspielerei nicht. Meine ältere Schwester war die Schauspielerin und Theaterinteressierte, ich bin da eher reingerutscht. Dass ich Schauspieler blieb, war ein wirtschaftlicher Entscheid, denn jemand musste Geld verdienen in der Familie. Ich war der, der einen Lohn nach Hause brachte. Aber es machte mich wütend, in meinem Alter schauspielern zu müssen, weil wir das Geld brauchten. Dennoch überzeugten Sie und wurden zum Star. Da ich keine Wahl hatte, wollte ich wenigstens versuchen, etwas zu erreichen, auf das ich stolz sein konnte. Gary Oldman war ­meine Inspiration – ich wollte so gut werden wie er. Mit ihm konnte ich mich so gut ­identifizieren, weil er in der Nähe meiner Familie aufgewachsen war. Ich habe ihm erst vor Kurzem gestanden, wie wichtig er für mein Schauspielerleben war. MM

«Vice» Der Film erzählt die Lebens­ geschichte des ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Drehbuchautor und Regisseur Adam McKay ­ ist bekannt für seine satirische Umsetzung schwieriger Stoffe wie etwa der Finanzkrise in «The Big Short» (2015), ­ in der Christian Bale ebenfalls die Hauptrolle spielte. «Vice» ist ernst und humoristisch zugleich, wobei einem immer wieder mal das Lachen im Hals stecken bleibt. Bales Verwandlung ­ in den wortkargen Drahtzieher und Architekten der US-Reaktion im Nachgang der Anschläge auf das World ­Trade Center 2001 ist eine erstaunliche Leistung – er zählt zu den Favoriten bei der diesjährigen Oscar-Verleihung am 24. Februar. «Vice» ist für insgesamt acht Oscars nominiert. «Vice» läuft ab dem 21. Februar in den Schweizer Kinos.


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KOCHEN | 18.2.2019 | 37

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Mehl, Salz, Zucker und Vanillezucker in ­einer Schüssel mischen, in der Mitte eine ­Mulde bilden. Milch und Hefe hineingeben. Kurz g­ ehen lassen, bis sich Bläschen bilden. Butter und Eier beifügen und alles zu einem ge­ schmeidigen Teig kneten. Bei Zimmertempera­ tur zugedeckt ca. eine Stunde aufgehen lassen.

3

Fertige Rollen auf ein mit Backpapier ­belegtes Blech legen und ca. 15 Minuten gehen lassen. Inzwischen Backofen ­ auf 180 °C vorheizen. Rollen ca. 15 Minuten ­ in der Ofenmitte goldbraun backen. Rollen ­auskühlen l­ assen und die Schaumrollenformen ­vorsichtig aus dem Gebäck ziehen.

2

Teig ca. 4 mm dick ausrollen und in 12 Streifen à ca. 2 cm auf 35 cm schneiden. Je einen Teigstrang leicht überlappend um die Schaumrollenformen wickeln und gut ­andrücken. Butter schmelzen. Die Teigrollen rundum mit Butter bestreichen und im Zucker wenden.

4

Für die Schaumfüllung Limetteschale ­­ fein abreiben, Limette auspressen. ­ Eiweiss in ­einer Schüssel mit 2 EL Zucker ganz steif schlagen, Limettenschale unterheben. ­Inzwischen Wasser mit Saft und restlichem ­Zucker aufkochen und ca. 3 Minuten köcheln lassen – bis die Temperatur ca. 120 °C beträgt.

5

Nun das heisse Zuckerwasser langsam zum Eischnee giessen. Dabei weiterschlagen, bis der Eischnee abgekühlt ist und eine glänzende, schnittfeste Masse entstanden ist. Die Masse mit einem Spritzsack ohne Tülle in die Rollen füllen.


KOCHEN | 18.2.2019 | 39

Aus meiner Heimat

Andrea Pistorius Rezeptautorin

Falls Sie schon einmal Prag ­besucht haben, kennen Sie bestimmt den Duft aus süsslicher Vanille und aus Holzkohle. In ­belebten Vierteln der Stadt verströmen die Trdelníki diesen Duft: frische Teigröllchen, die oft mit Zucker oder Mandeln bestreut ­werden. Der Teig für die Rollen wird um Holzstiele gewickelt und über dem offenem Feuer ­gebacken. Eine für Einheimische wie für Touristen willkommene Leckerei, die auch in anderen Ländern mit böhmischem Einfluss Tradition hat. Soll es etwas Besonderes sein, fülle ich die Teigrollen mit einer feinen Meringue-Creme, wie im Rezept links. Im Winter eignen sich Zitrusfrüchte zum Aroma­tisieren der Creme, im Sommer dient Glace als Füllung. Abkürzung erlaubt

In Tschechien werden die Rollen aus Hefeteig gebacken. Sie lassen sich aber auch wunderbar aus ­bereits fertig ausgewalltem ­Blätterteig herstellen. MM

Zutaten für ca. 12 Stück 500 g Mehl 1 Prise Salz 2 EL Zucker 1 Beutel Vanillezucker 1,5 dl lauwarme Milch 1 Beutel Trockenhefe 50 g weiche Butter 2 Eier Limettenschaum 1 Limette ca. 90 g frisches Eiweiss (von ca. 3 Eiern) 250 g Zucker 4 EL Wasser Zum Bestreuen 30 g Butter 100 g Zucker

TIPP Anstelle des selbst­ gemachten Hefeteigs ­ausgewallten Blätterteig ­verwenden.

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STADT, LAND, STUTZ | 18.2.2019 | 41

Und was kritzeln Sie?

Illustration: Rinah Lang

Ich tue es an Sitzungen und beim Telefonieren. Früher habe ich es in der Schule getan. Gern gesehen war es nie, gemacht habe ich es doch: nebenbei etwas aufs Papier kritzeln, Auch «mölele» genannt. Herzchen, Blumen, Wolken, «Rundumeli», Menschenköpfe, Schachbrettmuster. Je weniger konzentriert ich beim Zuhören werde, desto mehr küsst mich die Muse. Besonders ausgeprägt war das früher in Mathe. Herr Strebel sagte einmal auf die Frage meiner Eltern, wie ich mich so schlage: «Also im ‹Mölele› ist sie sehr gut.» Die beiden waren nicht erfreut. Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Neulich bin ich über einen Artikel gestolpert, in dem stand, dass die gekritzelten ­Symbole viel über den Schöpfer aussagen. Das ist wie beim Traumdeuten. Offenbar ­helfen uns die Malereien, Erlebtes oder Wün­ sche zu verarbeiten. Laut Artikel werden am häufigsten Herzen gezeichnet. Wer sie malt,

gehört zu den Gefühlsmenschen. Ihnen ist die emotionale Ebene wichtig. Wer hingegen Augen oder Wimpern zeichnet, steht unter Stress und neigt zur Selbstkritik. Beliebte Motive sind auch Gesichter, Tiere oder Figu­ ren. Ihnen wird Humor zugeordnet. Zudem sind diese Kritzler gute Kameraden und ­gelten als Teamplayer. Vorsicht übrigens vor Menschen, die ihren Namen malen: Sie sind selbstverliebt und rücksichtslos. Wer Blumen zeichnet, gilt als aufgeschlossen und harmo­ nieliebend. Und Quadrate oder ausgemalte Buchstaben entlarven kopfgesteuerte Leute, bei denen Emotionen zu kurz kommen. Wenn ich meine vollgekritzelten Blätter so anschaue, mache ich mir Sorgen. Ich bin eine emotionale Person ohne Emotionen. Gestresst und humorvoll, rücksichtslos und Team­ playerin. Kein Wunder, kann ich mich nicht zwischen Stadt und Land entscheiden. MM

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EINKAUFEN | 18.2.2019 | 55

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56 | 18.2.2019 | EINKAUFEN

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Von Bodylotion über Protein-Butter bis zum digitalen Schwangerschaftstest: einige Neuheiten im Sortiment der Migros

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Die trockene Winterluft entzieht der Haut viel Feuchtigkeit. Dagegen hilft die neue Creme-Öl-Bodylotion von «I am». Sie pflegt die Haut und gibt ihr die nötige Feuchtigkeit zurück. I am Natural Cosmetics Crème-Öl Bodylotion, 200 ml Fr. 7.50 Tipp Die Creme sollte an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Idealerweise aber nicht im Kühlschrank, denn bei zu kalten Temperaturen trennt sich bei der B ­ odylotion nämlich das Fett vom Wasser.

Bekömmliche und schmackhafte Milchalternative für Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz. Bio aha! Quinoa Drink, 1 l Fr. 3.30


EINKAUFEN | 18.2.2019 | 57

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Die Neuheit aus den Produktionsstätten des ­M-Industrie­­betriebs Mifa. Der Butterersatz hat einen hohen Proteingehalt von 2­­ 1 Prozent, aber 60 Prozent weniger Fett als herkömmliche Butter. Oh! High Protein Butter, 200 g Fr. 3.95

Die modischen und preiswerten Dessous überzeugen durch hohen Trage­komfort. Den BH gibt es in den Grössen A, B, C und D – mit Bügel und gepolstert. Büstenhalter*, 1 Stück Fr. 24.95 Duo Panty*, 1 Stück Fr. 19.95 Tipp Der Klassiker der Waschtipps für Damenunterwäsche: Was nicht – wie der BH – von Hand gewaschen wird, sollte immer im Wäschesäckchen in die Maschine.

Zuverlässig und ­preiswert. Das Testergebnis wird nach fünf Minuten ­angezeigt. M-Budget Schwangerschaftsteststreifen, 5 Stück Fr. 19.90

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EINKAUFEN | 18.2.2019 | 59

Kampf gegen Blutsauger Ist der Winter vorbei, werden Parasiten wie Zecken, Milben und Flöhe wieder aktiv. Wie kann man seine Haustiere schützen? Und wie entfernt man eine Zecke richtig?

stentin beim Direktionsassi Sue Ragg (54), , mit Bicho (19) nschafts-Bund se os en G sro Mig

Das Phlegma und die Leopardin «Bicho und Chispa sind schon sehr ­betagt, sie sind 19 und 18 Jahre alt. Sie tragen spanische Namen, weil ich ­lange in Spanien gelebt habe. Bicho bedeutet soviel wie grosses Viech, Chispa hingegen ein Fünkchen. Und die Namen beschreiben die ­beiden sehr gut.

Bild: zVg

Bicho ist gross und ein Phlegma, ­wirklich ein fauler Sack (lacht). Chispa dagegen ist wie ein Leopard, immer in Bewegung, ein richtiges Raubtier. Aber das war früher, heute sind beide nicht mehr sonderlich fit. Bicho ist wohl etwas dement. Er steht manchmal verwirrt in der Stube und miaut laut. Chispa ist taub und blind. Aber sie geht immer noch raus in den Garten und läuft ihre übliche Route ab. Die kennt sie auswendig. Die beiden waren immer Freigänger­ katzen. Wir haben einen grossen ­Garten. Da wir nahe an einer Haupt­ strasse wohnen, haben wir ihn kom­ plett eingezäunt und uns mit dem ­Katzenzaun die Aussicht verbaut. Wir ­haben uns für die Katzen wirklich ver­ bogen. Aber für Familienmitglieder will man ja nur das Beste – und als ­solche sollen sie einen schönen ­Abschluss ihres Lebens haben.» MM

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So schützt man sein Haustier Zecken können Krank­ heiten übertragen, die für Mensch und Tier gefähr­ lich sind. Einem Befall beugt man am besten mit Ungezieferhalsbändern oder Drop-on-­Präpa­raten vor, die auf die Haut auf­ getragen werden.

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Die Zecken­ kontrolle Besonders Hunde sollte man nach ­jedem Spaziergang kontrollieren, da sie für Krankheiten anfällig sind, die von Zecken über­ tragen werden kön­ nen. Zecken mögen warme, dünne Hautstellen. Beson­ deres Augenmerk gilt deshalb Hals, Kopf und Ohren des Hundes.

Biozide sicher verwenden: Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformationen lesen. * in grösseren Filialen

Zecken entfernen Zecken entfernt man ­ mit einer Pinzette oder der Zeckenzange. Starker Druck auf den voll­­­ge­so­genen Körper sollte man vermeiden. Mit gleichmässigem Zug, ­ mit oder ohne leichter Drehung, vermeidet man, dass die Saugwerkzeuge oder der Kopf der Zecke in der Haut ­stecken bleiben.

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60 | 18.2.2019 | FINANZEN Contentpartnerschaft

Die Migros Bank sieht Gold im Aufwärtstrend Gold legt wieder an Wert zu und wird seinem Ruf als Krisen­anlage ge­ recht. Nachdem das gelbe Edelmetall im ersten Halbjahr 2018 ein schwieri­ ges Semester verzeichnet hat, z­ iehen die Goldnotierungen seit vergange­ nem Herbst kontinuierlich an. Der Preisanstieg ist vor allem der zeit­ weise kräftigen Kurskorrektur und der entsprechend höheren Volatilität an den weltweiten Aktienmärkten ­zuzuschreiben. Zudem profitiert der Goldpreis vom zuletzt wieder rück­ läufigen Zinsniveau in den USA. Die Sorgen um die sich abschwächende Weltwirtschaft und den weiter ­andauernden Handelsstreit unter­ stützten die Aufwärts­bewegung.

Thomas Pentsy, Markt- und ­Pro­duktanalyst der Migros Bank

Ob sich der Goldpreis nachhaltig über 1250 Dollar je Unze halten kann, hängt auch von der US-Wäh­ rung ab. Zwischen Gold und dem Dollar besteht ein negativer Zusam­ menhang: Steigt der Dollar, fällt meist der Goldpreis – und umgekehrt. Ein anhaltend starker Dollar limitiert das Aufwärtspotenzial des Edelmetalls, weil er Gold für Anleger ausserhalb des Dollarraums verteuert. Die Migros Bank geht davon aus, dass sich der Dollar 2019 ­gegenüber

Entwicklung des Goldpreises in den letzten zwei Jahren Seit Herbst 2018 hat der Wert der Unze Gold (in US-Dollar) kräftig zugelegt: 1400 1350 1300 1250 1200 1150 1100 01.2017

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10.2018

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* Quelle: Bloomberg

dem Euro und dem Schweizer ­Franken leicht abschwächen wird. Denn zum einen lässt die Dynamik der US-Wirtschaft nach. Zum ande­ ren neigt sich die Zinserhöhungs­ politik der US-Notenbank ihrem Ende zu. Im Sog des etwas schwächer tendierenden Dollars hat Gold im 1500 Jahresverlauf das Potenzial, sich in der Bandbreite zwischen 1300 und 1350 Dollar je Feinunze festzusetzen.

In ihrer Vermögensallokation hat die Migros Bank im Dezember ­deshalb die Goldquote zulasten der ­Rohstoffquote leicht erhöht. Wir empfehlen, in Portfolios eine kleine Goldquote als Beimischung zu halten. Erstens, weil dies die ­Diversifizierung erhöht. Zweitens aber auch, um sich in allfällig un­ ruhigen Börsenzeiten etwas ­abzusichern. MM

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1, 2 ODER 3? | 18.2.2019 | 61

Monica Müller (44) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Kleine (3) liebt es, wenn der Grosse (8) Freunde zu Besuch hat, und spricht dann immer gleich von «meinen Brüdern». Der Grosse findet das nicht ganz so toll. Und so hat der Kleine gelernt, Nischen zu finden: Spielt der Grosse mit seinem Kumpel Knie-Hockey, ist der Kleine DJ («I-Tschei») und lässt Songs nach Wunsch ­laufen. Bauen die Grossen Lego-Welten, hockt er still auf dem Bett, blättert in ­Comics und schaut zu. Kürzlich hat er als I-Tschei so gepunktet, dass die Brüder ­fanden: «Wir nehmen den Kleinen mit raus.» Ich bin unschlüssig, wie viel Verantwortung ich ihnen übertragen kann, und folge ihnen in die Kälte. Sie stehen am Rand eines künstlichen Teichs und feuern den Kleinen an, nach ihnen über die dünne Eisschicht zu rutschen, die erste Risse zeigt. – Und jetzt? 1   Ich schreite gerade noch rechtzeitig ein und bringe den Kleinen in Sicherheit. 2   Ich wühle in der Handtasche, nehme den Schlüssel in die Hand und rüste mich fürs Unvermeidliche. 3   Ich beobachte amüsiert aus der Ferne, wie das Eis erst federt – und dann nachgibt …

Antwort 2: Es kommt, wie es kommen musste: Das Eis bricht ein, der Kleine taucht ab und die «Brüder» mit ihm. Alle stehen im Wasser und schreien. Nach dem warmen Bad gehört der Kleine etwas mehr dazu – und der Grosse ist stolz auf ihn.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

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Bizarre Mondlandschaft auf Teneriffa, mystische Nebelwälder auf la Gomera, prachtvolles Las Palmas auf Gran Canaria und gemütliches Strandleben auf Fuerteventura. Auf allen vier Inseln finden wir die schönsten Plätze und lüften die Geheimnisse einer spannenden Inselwelt. 1. tag: Flug zürich – adeje 2. tag: adeje 3. tag: auSFlug icod, garachico und maSca Garachico, ein Dorf, dass bei einem Vulkanausbruch zerstört wurde. Fahrt nach Masca, ein kleines Bergdorf das sich an der Schlucht entlang schlängelt. 4. tag: auSFlug la gomera Auf der Insel herrscht noch Geruhsamkeit. Das Ökosystem des Nationalparks Garajonay besteht aus subtropischen Lorbeerwäldern und dem immergrünen Nebelwald. 5. tag: auSFlug la laguna und teide Entdecken Sie die faszinierende Landschaft rund um das Anaga-Gebirge. Anschliessend Weiterfahrt zum grössten Nationalpark der kanarischen Inseln.

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PHISHING | 18.2.2019 | 63

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Was hilft gegen ­ den Daten-Fischzug? Phishing beunruhigt viele Internetnutzer. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern «Password», «Harvesting» (Deutsch: ernten) und«Fishing» zusammen. Er bezeichnet den betrügerischen Versuch, mit gefälschten E-Mails, SMS oder Anrufen an vertrauliche Daten von Fremden zu ­gelangen. Besonders interessiert sind die

Täter an LoginDaten für E-Mail-­ Konten und soziale Netzwerke sowie für die von Bankkonten und Kreditkarten. In E-Mails, die oft täuschend echt von einem bekannten Absender zu stammen scheinen, werden ­Opfer etwa darüber informiert, dass ihre Kontoinformationen oder Zugangsdaten nicht mehr sicher

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… beruhigt mich das Knirschen von Schnee unter den Füssen.» Ein Tipp von Elvira P., hörsehbehindert

Wir Blinden helfen gerne, wenn wir können. Bitte helfen Sie uns auch. www.szb.ch Spenden: PK 90-1170-7

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«Wenn ich mich rastlos fühle …


MIGROS-NEWS | 18.2.2019 | 65

Migros ruft das Bike «Diamant 247» zurück

Bilder: zVg

Der Lieferant Trek hat die Migros informiert, dass beim Damenund Herren-Bike «Diamant 247» (Produktnummer: 4901.794 und 4901.793, der Verkaufspreis beträgt Fr. 1249.–), das in den «SportXX»und «Bike World»-­Filialen erhältlich ist, bei der Fahrt der Riemen reissen kann. Die Migros bittet alle Kundinnen und Kunden, die Riemen ihrer «Diamant 247»-Bikes zu prüfen. Sollte der Riemen von der Marke «Gates» stammen, können Sie das Bike bedenkenlos weiter benutzen. Sollte der Riemen von der Marke «Continental» sein, können die Kundinnen und Kunden das Bike in eine Filiale von «SportXX» oder

Bike World zurückbringen. Der Riemen wird kostenlos ersetzt. Auch im Zweifelsfall können sich Kundinnen und Kunden an eine «SportXX»- oder «Bike World»Filiale wenden. Eine Anleitung,

wie Sie die Marke des Riemens eruieren können, finden Sie auf: media.migros.ch Für weitere Auskünfte kontaktieren Sie die Service-Hotline von Trek unter der Telefon­nummer 044 824 85 00.

Bei den Damen- und Herrenmodellen des Bikes «Diamant 274» kann der Riemen reissen, sofern er von der Marke «Con­ tinental» stammt.

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68 | 18.2.2019 | MEINE MIGROS

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Versuchsstrecke Migros Naters Kaum 20-jährig und schon eine Führungsfunktion: Mélanie Aldeia Ribeiro leitete drei Wochen lang mit 16 Lernenden eine Filiale – fast ohne Notfälle.

1 Drei Wochen Filialleiterin in Naters: Mélanie Aldeia Ribeiro meistert die Auf­gabe im dritten Lehrjahr. 2 Was ist bloss ab morgen in der Aktion? Mélanie Aldeia Ribeiro (links) und die Metzgereiverantwortliche versuchen der Lösung selber auf die Spur zu kommen. 3 Beratung mit dem tempo­ rär entmachteten Filial­leiter Martin Schnidrig (Mitte): Er greift nur im Notfall ein.

Text und Bilder: Denise Jeitziner

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etzt wäre so ein Moment, in dem man kurz die Nerven verlieren oder zumin­ dest nervös werden könnte. Am nächsten Morgen sollten die Aktionsregale mit Produkten gefüllt sein, und es ist bereits spä­ ter Nachmittag. Der Metzgerei­verantwort­ lichen ist aufgefallen, dass der Aktionsplan für die Woche nicht vorliegt. «Was sollen wir tun?», fragt sie die Filial­leiterin Mélanie Aldeia Ribeiro, die kurz innehält, nachdenkt und dabei so entspannt wirkt wie vorhin, als sie aus der Pause kam. Die 20-Jährige trägt seit einer Woche die Verantwortung für die Migros in Naters, ob­ wohl sie erst im dritten Lehrjahr ist. Gemein­ sam mit 16 anderen Lernenden führt sie drei Wochen lang die Filiale ganz allein. Auf den ersten Blick ist hier aber alles wie sonst. Ein Mitarbeiter ordnet flink Salate, weiter hinten füllt ein anderer Regale auf, und die Kassiererin fragt nach der Cumulus-Karte.

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Mitarbeitenden alle Anfang 20 ist. Lehrreiches Projekt: nicht nur für die Jungen

Einzig der temporär entmachtete Filialleiter Martin Schnidrig, sein Stellvertreter und ein dritter Mitarbeiter stehen für Notfälle bereit. Ist jetzt so ein Notfall? Ribeiro und ihre Kolle­ gin prüfen ein Papier; noch immer ist die Ler­ nende ruhig. Martin Schnidrig wirkt ange­ spannt, aber er darf nicht eingreifen. Schliess­ lich geht es darum, den jungen Leuten die Chance zu geben, sich zu ent­wickeln. «Wenn ich sehe, dass jemand ein Problem hat, möchte ich gern helfen. Diesen Reflex muss ich nun aber unterdrücken, sagt Schnidrig: «Das fällt mir schwer.» Als die junge Frau schliesslich sagt: «Ich muss Herrn Schnidrig fragen», scheint er darüber nicht unglücklich zu sein. Er kann die Verwirrung klären: Aktionen werden in Naters anders gehandhabt als im

Simplon-­Center, wo Ribeiro ihre Lehre macht. Es ist eine zusätzliche Schwierigkeit des Projekts, für das die Lernenden ihre ange­ stammten Filialen verlassen, wo sie teilweise andere Aufgaben haben. Nach dem kleinen Schock kam die Freude

«Für mich ist der Unterschied gross», sagt Ribeiro. Das Sortiment in Glis sei breiter, die Kundschaft zahlreicher als in Naters. Dass ausgerechnet sie Filialleiterin werden soll, sei für sie «ein positiver Schock» gewesen. «Ich bin glücklich, weil ich viel lernen kann.» Andere zu führen beispielsweise. Vor drei Jahren hätte sie sich das kaum zugetraut. Sie könne sich schnell Sachen merken und habe ein Gespür im Umgang mit den Kollegen und Kolleginnen. Plötzlich deren Chefin zu sein, sei leicht. Keine Frage: Ihr Traum, nach der Lehre eines Tages eine Rayonleitung zu über­ nehmen, ist greifbar.  MM


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70 | 18.2.2019 | MEINE MIGROS

«Eringer symbolisieren das Wallis» Der Gutsbetrieb des Barges in Vouvry zieht für die Migros Stiere der Eringerrasse auf. Gutsleiter Maurice Coppex erklärt die Besonderheiten des Betriebs. Text: Mélanie Zuber Bilder: Zuber/Bérard

D

er Gutsbetrieb des Barges liegt idyllisch inmitten weitreichender Felder. Das grosse Gut aus dem Jahr 1938 strahlt viel Charme aus. Seine Pensions­ gäste hingegen, mehr als 200 Eringer-­ stiere, beeindrucken vor allem durch ihre massive Statur. Ihr Fleisch ist für die Supermärkte der Migros Wallis bestimmt. Es ist dunkler als traditionel­ les Rindfleisch und beliebt, weil es auch noch aus dem Wallis kommt. Maurice Coppex, Koordinator der Betriebs­ zweiggemeinschaft des Betriebs des Barges, öffnete dem Migros-Magazin die Tore zum Gut. Maurice Coppex, wo sind wir hier? Sie befinden sich auf einem 150 Hektar grossen Grundstück des Kantons Wallis, das in Partnerschaft mit sieben Bauern und dem Unternehmen Syn­ genta betrieben wird. Jeder Betreiber bearbeitet einen Teil der Flächen, ent­ sprechend seiner Spezialisierung und mit seinen Maschinen und Geräten. Ich bin verantwortlich für den Standort, und der Einzige, der keinen eigenen Betrieb hat. Auf den zur Verfügung ge­ stellten Flächen bauen wir Zuckerrü­ ben, Getreide und Mais an und bewirt­ schaften Wiesen für unsere Tiere. Wir haben einen Maststall mit 220 Stieren, die wir der Migros Wallis auf Vertrags­ basis nach einem strengen Pflichten­ heft verkaufen. Ein landwirtschaft­

licher Arbeiter, den wir eingestellt haben, kümmert sich um die Stiere. Haben Sie denn nur Stiere? Warum? Im Wallis interessieren sich die Erin­ gerzüchter vor allem für die Kühe, die sie für die Kämpfe behalten. Wir kaufen daher nur Stiere. Bei uns werden sie nicht kastriert, weil das ihr Wachstum bremsen würde. Was macht Eringer so besonders? Ist es nicht eine Rasse wie jede andere? Nein, ganz und gar nicht. Im Wallis waren die Erfahrungen mit der Erin­ germast nicht immer überzeugend. Bei einer traditionellen Schweizer Rasse und mit guter Fütterung erreicht man einen täglichen Zuwachs von etwa 1,3 Kilo. Bei den Eringern ist ein Kilo schon gut. Bei dieser Rasse geht es nicht um möglichst viel Performance, sondern um das Optimum. Die Tiere sind nicht einfach zu mästen, das heisst, dass sie extensiver gefüttert werden müssen. Das Futter besteht aus Gras- und Mais­ silage und Sojaschrot, damit sie eine Fettschicht entwickeln. Und welchen Charakter haben sie? Es sind robuste und kämpferische Tiere, viel gefährlicher als die Vertreter anderer Rassen. Manchmal greifen sie an, ohne dass man weiss, warum. Wenn eine Kuh am Kopf berührt wird, rennt sie davon. Wenn eine Eringerkuh am

Maurice Coppex ver­ waltet die Betriebszweig­ gemeinschaft des Guts­ betriebs des Barges.

«Wir ziehen nur Kälber auf, deren Väter und Mütter Walliser sind.» Maurice Coppex Gutsverwalter


MEINE MIGROS | 18.2.2019 | 71

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Kopf berührt wird, bringt sie das zum Kämpfen. Es ist eine besondere Rasse mit einem ganz speziellen Verhalten. Woher stammen die Kälber? Wir ziehen nur Kälber auf, deren Väter und Mütter Walliser sind. Sie kommen im Alter von eineinhalb Monaten über Händler auf das Gut. Ihre Geburt erfolgt periodisch: Die meisten Kälber kommen zwischen dem 15. November und dem 15. Januar zur Welt. Die Züchter achten darauf, dass die Kühe für die Saison der Ringkuhkämpfe in Topform sind. Wie verläuft die Aufzucht der Kälber auf dem Gut? Sie verbringen zuerst drei Monate in unserer «Nursery», danach einen Monat in der Entwöhnungsbox. An-

schliessend leben sie in Offenstallhaltung in Gruppen von 20 bis 22 Tieren. Ein Drittel ihres Bereichs befindet sich draussen. 90 Prozent ihres Futters stammt vom Gut. Es besteht zu drei Vierteln aus Mais und zu einem Viertel aus Grassilage. Wir setzen dem Futter noch Sojaschrot für die Proteine und Salz hinzu. Ab zwölfeinhalb Monaten werden die Tiere je nach ihrer Konstitution zum Schlachthof in Marmy gebracht, der sich knapp eine Fahrstunde von uns befindet. Das Fleisch wird anschliessend in der Fleischwarenfabrik der Micarna in Courtepin verarbeitet. Und wo kann man es kaufen? Es ist in allen Migros-Supermärkten des Kantons erhältlich. Rumpsteak und Filet kann man hingegen nur in den Filialen mit Metzgerei kaufen. MM

Jedes Jahr werden mehr als 250 Eringerstiere auf dem Gut aufgezogen.

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HUSTEN | 18.2.2019 | 75

Kräutertees mit Honig helfen gegen lästigen Husten.

Möglichst keine Medis für Kinder

Still, Husten, still! Im Winter werden viele Leute von Husten geplagt. Das unangenehme Symptom ist jedoch meistens harmlos und lässt sich oft mit einfachen Methoden lindern. Text: Ioan Ciubotariu

Bilder: iStockphoto, zVg

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Dr. med. Ioan Ciubotariu Allgemeinarzt FMH, Medbase Gesundheitszentrum Vevey In Zusammenarbeit mit

erade in der kalten Jahreszeit kommt Husten bei Erwachsenen häufig vor und kann zahlreiche Ursachen haben. Man unterscheidet in der Regel zwischen zwei Arten von Husten: produktivem Husten und trockenem Husten. Produktiver ­Husten ist von Auswurf (Schleim) begleitet, während sich bei trockenem Husten kein Sekret bildet – dafür entsteht eine manchmal schmerzhafte Reizung. In den meisten Fällen ist eine Virusinfektion (Schnupfen, Grippe oder gar Bronchitis) die Verursacherin des Symptoms. ­Ge­wisse chronische Ent­zündungen der Schleimhäute (Stirn­höhlenkatarrh) ­können ebenfalls damit verbunden sein. In diesem Fall klingt der Husten nach ­einigen Tagen wieder ab. In seltenen Fällen kann trockener Husten auch auf eine ernsthaftere Erkrankung hinweisen: Asthma, COPD (auch Raucherhusten genannt), ­verschiedene Lungenerkrankungen, Tuberkulose oder einen Lungentumor. Mehrere Umweltfaktoren können ebenfalls chronischen Husten verursachen. Dazu gehören Luftverschmutzung, Passivrauchen oder Kälte, welche die

Schleimhäute austrocknet und die ­Freisetzung von Entzündungsstoffen ­begünstigt. Schliesslich können gewisse Hustenarten auch eine psychologische Ursache haben, zum Beispiel Stress. Den Schmerz lindern

Trockener Husten, der bisweilen schmerzhaft und ermüdend ist, kann mit natürlichen Mitteln gelindert werden. Sehr wirksam sind Pflanzen wie Thymian (hustenstillend, antibakteriell und ­antiviral), Eibischwurzel oder Malve. Thymian kann in Form von Tee oder ätherischem Öl eingenommen werden, um Schleim zu lösen und den Husten zu lindern. Auch ätherische Öle von Myrte (hustenstillend und abschwellend), Eukalyptus oder Zypresse können helfen. Honig wird seit langer Zeit wegen seiner antiseptischen und heilenden Wirkung geschätzt und eignet sich deshalb hervorragend zum Süssen von Kräutertees. Hustensirup oder Tabletten – oft mit Codein – können ebenfalls helfen. Da Husten ein Symptom und keine Krankheit ist, wird die geeignete Behandlung vom Arzt verordnet, nachdem dieser die Ursache festgestellt hat. MM

Wie bei Erwachsenen kommt Husten auch bei Kindern vor allem in der Winterzeit häufig vor. Es gibt jedoch keine wirksame spezifische Hustenbehandlung bei Kindern. Gewisse Medikamente können sogar unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. Bei Kindern unter zwei Jahren ist davon unbedingt abzuraten. Dies ist der Fall bei codeinhal­tigem Sirup (kontra­indiziert bei Kindern ­unter 12 Jahren), schleimlösenden Mitteln und Hustenzäpfchen. Verschlimmert sich der Husten nicht, empfiehlt es sich, die Nase des Kindes mit physiologischer Kochsalzlösung oder einem Meerwasserspray zu reinigen. Auch Kräutertee darf verabreicht werden. Von Honig wird bei Kindern unter einem Jahr wegen der Gefahr von Botulismus (Lebensmittelvergiftung) abgeraten.

Husten bis zum Erbrechen

Was Sie tun können:

• Discover in der Migros App öffnen • diese Seite scannen • Artikel lesen migros-impuls.ch/ keuchhusten

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.


76 | 18.2.2019 | DOKUMENTARFILM

Stationen einer (Film-)Reise: Für «Immer und ewig» war Regisseurin ­Fanny Bräuning mit ihren Eltern Annette und Niggi unterwegs.

Niggi Bräuning, Ehemann von Annette Bräuning

Bilder: Frenetic Films (3)

«Mich darauf vorzubereiten, was kommen mag, bringt doch nichts.»


DOKUMENTARFILM | 18.2.2019 | 77

Eine bewegende Liebe Sie ist an den Rollstuhl gebunden, er weicht nicht von ihrer Seite: Für den preisgekrönten Dokumentarfilm «Immer und ewig» hat Regisseurin Fanny Bräuning ihre Eltern begleitet. Eine Begegnung. Text: Andrea Tedeschi

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in Dienstagmittag im Januar. Ein chinesisches Restaurant im ­Basler St.-Johann-Quartier. Niggi ­Bräu­ning (71) belädt die Gabel ­ mit Gemüse und hält sie seiner Frau hin. Denn Annette Bräuning (70) ist seit bald ­ 20 Jahren vom Hals abwärts gelähmt, das Sprechen bereitet ihr Mühe. Man sieht ­Annette Bräuning nicht an, wie frei, wie ­ beweglich sie ist. Man ahnt nicht, dass sie ­ in Korfu im Meer badet, sich in Cornwall ­ am Strand sonnt oder in Catania auf dem Parkplatz übernachtet. Man erwartet nicht, dass sie ins Theater nach Hamburg, Bochum oder Zürich reist. Die jüngere Tochter Julie, eine Schauspielerin, war der Grund, weshalb Niggi Bräuning damals einen Bus kaufte: «Ohne den Bus hätte meine Frau sie nie auf der Bühne erlebt», sagt Niggi Bräuning. Ein Jahr zuvor war Annette Bräuning, die seit jungen Jahren an Multipler Sklerose leidet, für ­sieben Tage in ein Koma gefallen: toxischer Schock. Das erforderliche Pflegebett, das es in normalen Hotels nicht gibt, konnte er im Bus einbauen. Die Ärzte rieten zwar ab und sagten, sie müsse in ein Heim, werde nie mehr schlucken, essen und sprechen können. Doch das war keine Option. «Damit sie Tag für Tag regungslos an eine Decke starren kann?», fragt Niggi Bräuning rhetorisch. Und Annette Bräuning ergänzt: «Ich dachte: Nicht mit mir!» Fanny Bräuning, die ältere Tochter, hat ihre Eltern in den vergangenen Jahren auf

fünf Reisen begleitet. Im Dokumentarfilm «Immer und ewig» zeigt sie, wie ihre Mutter, eine Grafikerin, zuerst am Stock geht, dann im Rollstuhl sitzt und immer weniger zeichnen kann. Wie ihr Vater seinen Beruf als ­Fotograf aufgibt. Wie sich daheim zahlreiche Pflegekräfte, Haushaltshilfen und Therapeuten um ihre Mutter kümmern. Wie ihr Vater diese Aufgaben unterwegs übernimmt, den Katheter wechselt, seine Frau wäscht, anzieht, bettet – und ihnen damit die Freiheit bewahrt, gemeinsam anderes zu ent­ decken. Dabei stehen auch Fragen im Raum: Was wäre ohne diese Krankheit aus ihnen geworden? Was hält sie als Paar zusammen? Ohne sie ziemlich verloren

Niggi Bräuning will darüber gar nicht nachdenken. «Ohne Annette würde ich es nicht aushalten. Ich wäre ziemlich verloren.» ­Niemand sonst sei so geduldig mit ihm. Sagt es, isst die beiden Enden der Frühlingsrolle und lächelt: Zu viel Teig sei nicht gut für sie. «Du solltest eigentlich deinen Fisch essen», gibt Annette Bräuning zurück. Am meisten vermisst sie ihre Hände; ohne sie ist sie ­abhängig. Und je älter ihr Mann wird, desto pragmatischer entscheidet er für beide. Manchmal schmerzt seine linke Hand. Doch er nimmt einen Tag nach dem anderen. «Mich darauf vorzubereiten, was kommen mag, bringt doch nichts.» Für die Weltpremiere des Dokumentarfilms fuhren sie mit dem Bus nach Leipzig. Es ist ihm nicht recht, dass einige jetzt


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s­ agen, es sei verrückt, was er leiste. «Wir sind einfach ein normales Paar», sagt er und wechselt das Thema, spricht über den Bus und die erste gemeinsame Reise mit seiner Frau, über Hamburg nach Schweden, damals mit Anfang 20. Annette Bräuning hatte ihn bei der Aufnahmeprüfung an die Kunstge­werbeschule gesehen und sich sofort in ihn verliebt. Sie sagt, er sei so selbstbewusst gewesen, sie hingegen schüchtern. Ihre ­Eltern waren streng, setzten ihr Grenzen. «Er war anders und freier. Das hat auch mich freier gemacht.» Annette Bräuning will gehen, zu Hause wartet der n ­ ächste Therapeut. Ihr Ehemann packt d ­ ie Essensreste ein, schiebt seine Frau im Rollstuhl in den Bus. In zwei Tagen ­werden sie zum Mittagessen wieder ins c­ hinesische Restaurant zurückkehren. MM «Immer und ewig»: Fanny Bräuning hat für ihre Dokumentation den Prix de Soleure erhalten. Der höchstdotierte Filmpreis der Schweiz wird im Rahmen der Solothurner Filmtage verliehen. «Immer und ewig» läuft derzeit im Kino.

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2. Tag - In der Altstadt von Colmar werden wir das Gefühl nicht los, dass wir uns inmitten einer lebensgrossen, wunderschönen Postkarte befinden. Nach der Besichtigung folgen wir der idyllischen elsässischen Weinstrasse. Wir besichtigen ein Weingut und verkosten edle Tropfen sowie Kougelhoupf. Nachtessen in einem elsässischen Restaurant. 3. Tag - Heute morgen sind wir zu Gast im «Haus der Mirabellen» in Rozelieurs und geniessen kleine Köstlichkeiten. Danach erwartet uns das bildschöne Nancy mit seiner ganzen Pracht. Nach der Stadtführung steht der Nachmittag zur freien Verfügung. Nachtessen im bekannte Jugendstilrestaurants «Brasserie Flo». 4. Tag – Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

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2. Tag - Am Morgen lernen wir Beaune, die Hauptstadt der Burgunderweine kennen. Wir zeigen Ihnen das weltbekannte Hospiz (HôtelDieu) und die zauberhafte Altstadt. Anschliessend Fahrt entlang der Weinstrasse „Route des Grands Crus“ nach Dijon, eine der wichtigsten Kunststädte Frankreichs. Freuen Sie sich auf eine spannende Stadtführung und im Anschluss auf eine herrliche Weinverkostung. Am Abend wird uns in einem typischen Restaurant ein Menü mit burgundischen Spezialitäten serviert.

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3. Tag - Heute steht Ihnen der Vormittag zur freien Verfügung. Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Bummel durch Beaune. Am Nachmittag erwartet uns eine schöne Schifffahrt auf der Saône. Während der ca. 3-stündigen Fahrt wird uns ein leckeres Abendessen serviert und Sie können in aller Ruhe die herrliche Landschaft geniessen. 4. Tag - Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

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Ihre Reisedaten:

1. Tag - Fahrt mit dem komfortablen Extrabus nach Tours. Nachtessen im Hotel.

24. - 28. Juni 2019

Reise a:

19. - 23. Mai 2019

Reise b:

8. - 12. September 2019

2. Tag – Am Vormittag interessante Stadtführung in Tours. Am Nachmittag Besichtigung des fantastischen Wasserschloss Chenonceaux (Eintritt inkl.). Das «Schloss der Frauen» ist das ungewöhnlichste und beliebteste Schloss an der Loire. Danach schöne Schifffahrt auf der Cher und Weinverkostung mit edlen Tropfen der Region.

im guten Mittelklassehotel Fr. 969.-

1. Tag – Fahrt im komfortablen Extrabus nach Aix-les-Bains, dem bekannten Thermalkurort am geheimnisvollen Lac du Bourget. Nachtessen im Hotel. 2. Tag – Am Vormittag unternehmen wir einen spannenden Rundgang in Aix-les-Bains und sehen Zeitzeugen der Belle Époque sowie die prachtvollen Thermen. Nachmittags romantische Schifffahrt und Besichtigung der Abtei «de Hautecombe», Grabstätte der Prinzen aus dem Hause Savoyen. Auf der Rückfahrt Besuch Weingut in der Region der Chautagne inkl. Weinprobe. Nachtessen im Hotel.

im Hotel Ibis Styles ***, Aix-les-Bains Fr. 899.-

3. Tag – Am Morgen sind wir zu Gast auf Schloss Azay-le-Rideau (Eintritt inkl.), einem der elegantesten Loire-Schlösse. Später besichtigen wir die weltberühmten Renaissance-Gärten von Schloss Villandry (Eintritt inkl.). Der Nachmittag führt uns nach Saumur. Aus dem weichen Kalkstein wurden hier einige der erstaunlichsten Höhlenbehausungen Frankreichs gehauen. Zum Abschluss des Tages besuchen wir eine bekannte Champignonzucht.

Nicht inbegriffen/zusätzlich wählbar: Einzelzimmerzuschlag: Fr. 280.Buchungsgebühr: Fr. 20.- pro Person Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, Thun, St. Gallen, Sargans, Winterthur, Zürich

4. Tag - Vorbei am Schloss Chaumont erreichen wir die Bischofsstadt Blois mit dem prächtigen Königsschloss (Eintritt inkl.) Im Anschluss passieren wir das grösste der Loireschlösser: Schloss Chambord (Aussenbesichtigung) und bewundern Schloss Cheverny (Eintritt inkl.). Am Abend geniessen wir ein Spezialitätenessen mit Wein in einem in Tuffstein gebauten Felsenrestaurant – ein schöner Abschluss in guter Gesellschaft! 5. Tag – Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

3. Tag – Heute besichtigen wir das malerische Annecy, das Venedig der Alpen, das uns mit seinen Laubengängen und blumengeschmückten Brücken verzaubert. Am Nachmittag fahren wir über eine der schönsten Passstrassen der Alpen nach Mégève, wo wir mit verschiedenen Käsen und einem Glas Wein verwöhnt werden! Nachtessen im Hotel.

Nicht inbegriffen/zusätzlich wählbar: Einzelzimmerzuschlag: Fr. 246.Buchungsgebühr: Fr. 20.- pro Person Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, Thun, St. Gallen, Sargans, Winterthur, Zürich

4. Tag - Heute morgen fahren wir durch schöne Landschaften an den Genfersee. Wir flanieren durch das bildhübsche Fischerdöfchen Yvoire, verkosten Spitzenweine auf Schloss Ripaille und lassen es uns in bester Gesellschaft gut gehen. Anschliessend Rückfahrt ins Hotel & Nachtessen. 5. Tag – Mit vielen unvergesslichen Erinnerungen im Gepäck treten wir heute die Heimreise an.

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LESERANGEBOT | 18.2.2019 | 85

Das Migros-Magazin und das Verwöhn­ hotel Bismarck in Bad Hofgastein (A) offerieren Wellness und Therme mit ­attraktiven Vergünstigungen ab fünf Nächten.

Gesundheit tanken, sich wohlfühlen Seit Jahren berichten Gäste, wie gut die Gasteiner Kur im Heilstollen Schmerzen lindert, etwa bei Rheuma, Arthrose, Fibromyalgie oder bei Erkrankungen von Atemwegen oder Haut. Dass die Wirkung sogar schulmedizinisch belegt ist, lässt sich in einer Studie* nachlesen. Das Beste daran: Der Gesundheitskick lässt sich mit einem luxuriösen ­Ferienerlebnis im Vier-Sterne-­ Superior-Verwöhnhotel Bismarck in Bad Hofgastein kombinieren.

Im von den Besitzern mit viel Herzlichkeit geführten Haus fühlen sich Wellnessgäste, Paare, Familien und Alleinreisende glei-

Im Verwöhnhotel Bismarck in Bad Hofgastein verbringen die Gäste entspannte Tage fernab vom Alltag.

chermassen wohl. Die Kurgäste erwartet die hohe Qualität der Bismarck-Superior-Kur-Gastein. Einmalig sind auch die vier Thermal-Pools mit 33 Grad, je zwei in- und outdoor, die ideal in Ruhe- und Family-Therme ­unterteilt sind. Dazu kommt ein 1700 Quadratmeter grosses Wellnessparadies. Ein weiteres Highlight ist die Gourmet-Vital-Küche mit interna­tionaler und regionaler Kulinarik. So fühlt man sich nicht wie im klassischen Kur-, sondern wie im Verwöhnurlaub. MM *gasteiner-heilstollen.com/de/med/ downloads-medizin

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86 | 18.2.2019 | RÄTSEL

Migros-Geschenkkarten zu gewinnen! Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken. Für die grüne Zusatzlösung winken 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken.

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KAPITOL

Gewinner Nr. 6: Hauptpreis: Helene Kohler, Wangen b. Olten SO; Marianne Sitzler, Therwil BL; Peter Bilgeri, Romanshorn TG; Erika Lustenberger-Widmer, Lützelflüh-Goldach BE; Michael Schweizer, Brunnadern SG Zusatzpreis: Sonja Schmid, Zürich; Margrit Ott, Neuhausen am Rheinfall SH; Peter Walther, Bern; Andreas Bosshard, Luterbach SO; Rosemarie Moser, Winterthur ZH

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RÄTSEL | 18.2.2019 | 89

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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. P Baden

G Basel

2. Wie hiess ein Herrschertitel in der Republik Venedig? E Dogge

U Doge

O Loge

3. Wie heisst ein Grenzort ganz im Osten der Schweiz? C Martina

D Patricia

I

Birgitta

Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.2.2019, 24 Uhr

4. Welches ist das erste Element im Periodensystem? A Kohlenstoff

H Aluminium

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Was kann aus den Buchstaben von SALBE gebildet werden? S Balgach

3 × 100 Franken zu gewinnen

K Wasserstoff

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Nach welchem Touristenort ist ein Harry-Potter-Bösewicht benannt? N Kandersteg

L

Grindelwald

E

Tschlin

6. Wann entstand der Tanzstil Lindy Hop? O 1930er-Jahre

S

1950er-Jahre

R 1980er-Jahre

Auflösung Nr. 7:

7. Welcher dieser europäischen Berge hat die grösste «Dominanz»? C Mont Blanc

A Zugspitze

T

Matterhorn

8. Wie wird ein kleines Werk in der Instrumentalmusik bezeichnet? N Conducta

H Bagatelle

K Couplet

OPTIMIST Gewinner Nr. 6: Suzanne Fröhle, Zürich; Jason Mebert, Kloten ZH; Margrit Preisig, Basel

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

3 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.2.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 7: LESER

Gewinner Nr. 6: Alois Leutwyler, Adetswil ZH; Rösli ArnoldScheuber, Bätterkinden BE; Hugo Huwyler, Bremgarten AG


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RÄTSEL | 18.2.2019 | 91

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 2 2 3 3 3 mehr als zwei Linien

3 Auflösung Nr. 7:

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 371 000 (WEMF, MACH Basic 2018-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Layout

Leitung Redaktionen Franz Ermel

Leitung Ressort Health & Beauty

Redaktionsleitung Migros-Magazin Yvonne Samaritani

Leitung Ressort Food

Leitung Bild Olivier Paky

Leitung Produktion

Pablo Tys

Leitung Business Thomas Brügger

Rüdi Steiner Roberto Zimmermann Remo Leupin

Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00

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94 | 18.2.2019 | MEINE WELT 1

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«Das Kleid habe ich speziell für Sina entworfen» Ida Gut zählt zu den erfolgreichsten Modedesignerinnen der Schweiz. Sie entwirft Mode für den roten Teppich, den Alltag und für die Migros. Text: Sabine Lüthi Bilder: Franz Rindlisbacher Mein Lieblingsprodukt «Sélection Mamma mia – eine Geschmacks- und ­Sinnesexplosion aus ­ der ­Piquanté-Frucht ­Peppadew, Frischkäse ­ und Pinienkernen.»


MEINE WELT | 18.2.2019 | 95

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1 Mein aktuellstes Teil «Das Kleid, das Sina letzten Samstag an den Swiss M ­ usic Awards trug, habe ich ­speziell für sie entworfen. Ein Produkt made in Switzerland, ­designt von uns, gedruckt von Jakob Schläpfer in St. Gallen, genäht im Tessin.» 2 Meine Scheren «Scheren sind etwas Persönliches, wie Federhalter. Rechts ein Geschenk meiner Grossmutter.» 3 Mein Atelier «Der Ort ist Atelier, Laden, Lager und Mittagstisch zugleich. Wir arbeiten manchmal auch nachts.» 4

4 Mein Migros-Auftrag «Ich bin ein ­Migros-Kind. Zwei Mal durfte ich für die

Bilder: zVg (2), MGB (1)

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NAME Ida Gut (54) WOHNORT Zürich und Appenzell LEBENSLAUF «Ich bin als Lehrer­tochter und jüngstes von fünf Kindern in Niederglatt ZH auf­ gewachsen. ­Meine Grossmütter ­waren auch Schneiderinnen. Ich machte die Lehre in einer Schneiderei in Seebach. Ich wollte zuerst Hand­ arbeitslehrerin werden, entschied mich aber für die Kunstgewerbeschule. Anschliessend ­absolvierte ich eine ­Stage in Paris. ­Wieder zurück in Zürich, arbeitete ich im Stoffladen­ ‹À Propos›. ­Damals lernte ich meinen Lebenspartner Ricco kennen. 1993 entwarf ich die erste Kollek­ tion und machte mich selbständig, zuerst im ­Atelier an der Brauer­ strasse, dann an der ­Ankerstrasse. Hier ­arbeite ich mit sechs Mitarbeitern. Am wichtigsten sind mir die Kundinnen – Preise wie der ‹Gwand Fashion Award› sind gut fürs Selbstbewusstsein.»

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Migros-Mitarbeitenden die Kleidung entwerfen. Die Zusammenarbeit war top.» 5 Mein Velo «Ich fahre im Sommer und im Winter – auch auf Eis. Ich habe es auf dem Flohmarkt für 100 Stutz gekauft.» 6 Meine Leidenschaft «Schon als Kind ging ich Pilze sammeln. Werde ich fündig, erlebe ich jedes Mal einen Adrenalinkick.» 7 Meine Katze «Arnold lebt in Appenzell und ist unser Quartierkater. Er springt vom Boden auf meine Schulter.» 8 Mein Zuhause «Ricco Bilger (62) und ich wohnen am Gehrenberg bei Appenzell in einem Bauernhaus mit Kachel­ofen. Die Aussicht ist wunderschön.»

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9 Mein Mann «Ricco gehört der ­Buch­laden ‹sec52› in Zürich. Er kauft zu viele Bücher, ich kaufe zu viele Stoffe.»


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