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Migros magazin 08 2017 d vs

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

MM8, 20.2.2017 | www.migrosmagazin.ch

Freizeitsport: Was bringen Leistungstests? Seite 92

Endlich Mama – und am Boden zerstört Seite 84

Bild: Kostas Maros ; Illustration: Patric Sandri

Dossier Globalisierung

Die Schweiz gewinnt, sagt der Ökonom Rolf Weder. Aber der Wohlstand muss fair verteilt werden Seite 30 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59

Globalisierung Der Gewinner, S. 20 Die Verlierer, S. 14, 26 Die Ängste, S. 12 Die Chancen, S. 16


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4 | MM8, 20.2.2017

14

H Editorial

Unser Land gewinnt

Heute Morgen bin ich auf einem Velo mit japanischer Schaltung zum Bahnhof gefahren. In die Pedalen trat ich mit Schuhen aus Italien, vor der Kälte schützten mich eine Jacke aus England, eine Jeans aus den USA und Hand­ schuhe aus Deutschland. Ich habe im kanadisch­ schweizerischen Zug einen Tee aus Asien getrunken und eine Zeitung gelesen aus Papier, das wohl aus Finnland stammt. Meine E­Mails habe ich auf einem Smartphone gecheckt, das eine amerikanische Firma in China herstellen liess. Die Musikberieselung lieferte eine schwe­ dische Firma. Den Tee habe ich bei einem Herrn, der dem Aussehen nach aus Tunesien stammt, bezahlt und dabei gleich noch die Rechnung für den Engländer vis­à­vis übernommen.

Die Globalisierung ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ist das gut? Ist das schlecht? Es ist. Wir können uns zwar die Frage stellen, ob die Globalisierung zu weit fortgeschritten ist. Ob sie unsere ethischen und wirtschaftlichen Wertvorstellungen unter­ gräbt. Aber wir werden sie nicht wegdiskutieren können. Ist der Senf einmal aus der Tube, kriegt man ihn schlecht wieder rein.

20

Ein Globalisierungseffekt ist sicher: Die Schweiz gehört zu den grossen Gewinnern. Kaum ein anderes Land hat derart von der Öffnung der Märkte profitiert. Wir haben mar­ genschwache Branchen ausgelagert und Arbeit für hochqualifizierte Menschen geschaffen. Diesen Firmen bieten wir eine einzigartige Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitnehmer, wenig Umweltprobleme und stabile politische Verhältnisse. Wir haben sogar gelernt, mit den negativen Auswirkungen unseres glo­ balen Erfolgs umzugehen: Die Aufwertung des Frankens um etwa 15 Prozent haben wir ohne grösseren Schluckauf verkraftet. Globalisierung – für die einen ein Problem. Für die Schweiz, ungeachtet aller Diskussionen, Grundlage ihres Wohlstands. Doch zugegeben: Wir könnten mehr tun, um den (wenigen) Verlierern hierzulande zu helfen. Dies ist auch Teil unseres Dossiers Globa­ lisierung, ab Seite 12. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@ migrosmedien.ch

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


MM8, 20.2.2017 | 5

Dossier Globalisierung 12 Universales Unbehagen

Brexit, Trump und Co. – Verlierer der Globalisierung proben den Widerstand 14 Konkurrenz aus Asien

Die letzte Spinnerei in der Schweiz stellt den Betrieb ein 16 Wie solls weitergehen?

Experten nehmen Stellung zu den drängenden Fragen

20 Auf der Erfolgswelle

Eric Grignon gibt Gas mit seiner Filmfirma Hollystar 26 Auf dem Abstellgleis Maschinenbauexperte (57)

53

sucht verzweifelt Arbeit

30 Interview: Rolf Weder

Der Wirtschaftsprofessor über die Auswirkungen der Globalisierung in der Schweiz

26

Menschen 8 Diese Woche Spielcasinos im Hosensack – neue Suchtgefahr im Netz

25 Bänz Friedli 39 Leserforum

Migros-Welt 49 Kochclub backstage

Dem Migusto-Team über die Schultern geschaut 53 Migusto

Delikatesse Thunfisch: auf vielerlei Art beliebt

68 Nahrhaft: Superfood 71 Gehaltvoll: Avocado 73 Win Win: voller Wagen 74 Alles fürs Schlittelgaudi

77 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 83 Kolumne «1, 2 oder 3?» Bilder: Paolo Dutto (3), Christine Benz; Illustration: Patric Sandri

Kapriolen beim Coiffeur 84 Familie

Postpartale Depression: Wenn nach der Geburt des Babys alles nur noch trist ist 91 Brave New Girl

99 Migros-Bank-Ratgeber 101 Zootierärztin

Tiger bekommt Tigerin 103 Kinder: Hausspatzen 107 Bitte melde dich! 109 Leseraktion

92 Gesundheit

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97 Reisen

111 Rätsel/Impressum 116 Cumulus 118 Meine Welt

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Menschen MM08

Darauf freuen wir uns Oscar-Verleihung Sonntagnacht (26. 2.) heissts wieder: «And the Oscar goes to …» Drei Filme aus der Schweiz sind nominiert! Fasnacht Die gesamte Innenstadt von Bellinzona ist vom 23. bis 28. Februar in den Händen der Narren. Höhepunkt des «Rabadan» ist der Umzug am Sonntag.

Unnützes Wissen

Auf den Zahn gefühlt Mein Bild der Woche «Mit Höhenflügen und Medaillenregen wurden wir Schweize­

Bild: swiss­image.ch/Ticino Turismo, Jean­Christophe Bott/Keystone , Marco Zanoni

Ständerätin des Kantons Aargau.

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Vera Schwarz (18), Zwischenjahr, Bern a) «DA» von PNL b) «Summer für immer» von Chlyklass c) «Likelikelike» von Sophie Hunger

Auflösung a): Es ist die Empfehlung eines Kollegen.

Pascale Bruderer Wyss (39) ist

rinnen und Schweizer verwöhnt. Mit Traumbildern unserer Berge, mit Juchzern und strahlenden Siegergesichtern. Sie konnten so richtig brillieren, unsere Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer, und sorgten für super Stimmung in St. Moritz. Wir gönnen es ihnen von Herzen – und irgendwie auch uns selber. Schliesslich sitzt auch uns der Schmerz früherer WM­Debakel noch in den Knochen. Und immerhin sind wir für solche Ski­alpin­Grossanlässe bereit, vieles zu opfern. Zum Beispiel Erziehungsprinzipien: Wann sonst isst die ganze Familie statt am Mittagstisch vor dem TV, fiebert mit und drückt die Daumen? Eben.»

Das Lächeln der Mona Lisa ist 4,4 cm breit. Milchzähne

werden locker, weil ihre Wurzeln von körper­ eigenen Zellen gezielt aufgelöst werden. Aus einer Tube Zahnpasta kom­ men im Schnitt 2,8 m Zahnpasta. Die pathologische Angst davor, aus­ gelacht zu werden, nennt man Gelotophobie. Abraham Lincoln erlitt beim Zähne­ ziehen einen Kieferbruch und entwickelte dar­ aufhin eine Zahnarztphobie. Quelle: Neon/Stern


8 | MM8, 20.2.2017 | MENSCHEN

Poker oder Sport: Sind Sie spielsuchtgefährdet? www.migmag.ch/ umfrage

Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:

Diese Woche

Dem Glücksspielmarkt ins Netz gegangen Ausländische Online-Geldspiele sollen in der Schweiz zugelassen bleiben. Doch gerade sie bieten oft keinen wirksamen Schutz vor problematischem Spielverhalten. Sechs Prozent der Bevölkerung gelten als süchtig. Text: Monica Müller

Verfolgen Sie die Oscar­Verleihungen?

4% Ja, ich bleibe die ganze Nacht auf und sehe mir sie live im Fernsehen an. 52% Es interessiert mich schon, aber mir genügen die Infos am nächsten Tag. 44% Oscar heisst aller­ höchstens mein Hund.

Zahlen und Fakten

1577

Millionen Franken verlieren Spieler jährlich beim Glücksspiel.

883,5 4,5

Millionen Franken fliessen in die Präven­ tion und Behandlung.

600

Millionen Franken be­ tragen die Sozialkosten als Folge von Spielsucht. Quelle: Suchtpanorama 2017

Dem Online-Glücksspiel verfallen: Besonders Männer gelten als suchtgefährdet.

T

ausende von Schweizerinnen und Schweizern spielen online um Geld. Der Plan, ausländische Websites für das Glücksspiel zu sperren, ist verworfen worden: Im Januar hat die Rechtskommission des Nationalrats mit 13 zu 12 Stimmen entschieden, dass ausländische Internetportale in der Schweiz nicht blockiert werden sollen. Netzsperren seien unverhältnismässig, leicht zu umgehen und technologiefeindlich, sagt Beat Flach (52), GLP-Nationalrat und

Mitglied der Rechtskommission. «Ginge es wirklich um Präven­ tion, müsste man auch Websites sperren, die illegale Medikamen­ te verkaufen», sagt Beat Flach. Detlef Brose (53), CEO des Grand Casino Baden, widerspricht: «Die Einführung von Netzsperren ist ein geeignetes Mittel.» Sie stellten sicher, dass die in der Schweiz umgesetzten Spielgelder auch hier versteuert und letztlich der AHV zugutekämen. Sie gewährleisteten die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Casinos. Ausserdem stellten die aus dem Ausland ope-

rierenden Anbieter keinen wirkungsvollen Schutz vor problematischem Spielverhalten sicher. Hier setzt Sucht Schweiz an: In ihrem eben publizierten Suchtpanorama widmen sich die Präventionsexperten den Herausforderungen des Geldspielmarkts im Netz. «Online-Geldspiele bergen besondere Risiken», sagt Silvia Steiner, die Leiterin des Bereichs Prävention bei Sucht Schweiz (siehe Interview). In der Frühjahrssession, ab 27. Februar, befindet der Nationalrat über das neue Geldspielgesetz. MM

Bilder: Sam Burt/Getty Images, zVg

Millionen Franken Abga­ ben zahlen Casinos und Lotterien für gemein­ nützige Zwecke, AHV, IV.


MENSCHEN | MM8, 20.2.2017 | 9

Strassenumfrage

Silvia Steiner

«Mit mobilen Geräten hat man quasi ein Casino im Hosensack» Was halten Sie von Online-Glücksspielen, die nicht reguliert werden? Wir befürchten, dass der Schwarzmarkt, also das illegale ausländische Angebot, ohne Netzsperren riesig sein wird. Bis heute gibt es mehrere Tausend Websites, auf denen mit realem Geld gespielt werden kann. Bei diesen Sites gibt es keine Spielerschutzmassnahmen, deshalb besteht ein grösseres Risiko. Wäre eine Sperre von ausländischen Websites nicht ohnehin illusorisch und leicht zu umgehen? Uns ist bewusst, dass sie nicht vollständig greifen würde. Doch die Erfahrung in anderen Ländern, die IP-Blocking nutzen, zeigt, dass es wirksam ist. Die Leute sind gewillt, die Angebote im eigenen Land zu nutzen, wenn sie attraktiv gestaltet sind. Viele schätzen es durchaus, wenn eine Website sicher ist und über Spielerschutzmassnahmen verfügt. Wie viele Menschen spielen hierzulande denn Glücksspiele im Netz? Die Zahl der Spielerinnen und Spieler ist nicht bekannt. Eine Studie der Uni Bern schätzt das Marktvolumen an illegalen Online-Casinospielen in der Schweiz auf 80 Millionen jährlich. Welche Spiele sind am beliebtesten? Poker und Sportwetten. Beim Sport ist der internationale Aspekt attraktiv, und auch beim Poker schätzen die Spieler es, sich mit Leuten auf der ganzen Welt zu messen. Weshalb gelten Online-Glücksspiele aus Sicht der Prävention als besonders riskant? Sie sind 24 Stunden lang verfügbar, mit mobilen Geräten hat man quasi ein Casino im Hosensack. Die sozialen Kontakte fehlen und mit ihnen die Kontrolle. Kein Freund sagt: «Hey, jetzt reichts!» Keine Casinoangestellte wird aufmerksam. Das Tempo ist hoch: Man kann gleichzeitig auf verschiedenen Plattformen spielen und den Gewinn augenblicklich neu setzen. Und weil man nie Geld in die Hand nimmt,

Was ist Ihre Sucht?

wird einem weniger bewusst, wie viel davon im Spiel ist. Online-Anbieter haben viele Informationen über die Spieler. Wie nutzen sie die? Wir sprechen vom gläsernen Spieler: Der Anbieter weiss, was jeder wann spielt, wie viel Geld er einsetzt. Man kann dieses Wissen zur Früherkennung einsetzen und reagieren, wenn gewisse Zeit- und Geldlimiten überschritten werden. Oder man nutzt das Wissen dazu, den Spieler mit gezielter Werbung anzulocken. Das heutige Gesetz verpflichtet Swisslos und die Loterie Romande – derzeit die einzigen legalen Anbieter in der Schweiz –, einen Spieler zu kontaktieren oder zu sperren, wenn es kritisch wird. Die ausländischen Anbieter dagegen kann man nicht in die Pflicht nehmen. Wer ist denn suchtgefährdet? 1,1 Prozent der Bevölkerung – das entspricht rund 75 000 Personen – gelten als spielsüchtig oder problematische Spieler. Experten gehen davon aus, dass es bei Geldspielen im Netz gar über 6 Prozent sind. Männer sind deutlich öfter betroffen, vor allem jüngere und solche mit tieferer Bildung und niedrigem Einkommen. Wie gefährlich ist Spielsucht verglichen mit problematischem Alkohol- und Tabakkonsum? 25 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer rauchen, der grösste Teil ist nikotinabhängig. 250 000 Männer und Frauen sind abhängig von Alkohol. Eine neue Studie aus Australien kommt zum Schluss, dass die gesundheitliche und soziale Schadenslast exzessiven Geldspiels für die Gesellschaft vergleichbar ist mit derjenigen von Alkoholsucht und Depressionen. Auch die persönlichen Kosten sind hoch: Die Spielsüchtigen, die im Zentrum für exzessives Glücksspiel in Lausanne therapiert werden, haben Schulden in der Höhe von durchschnittlich 64 000 Franken. Infos: www.suchtschweiz.ch/gluecksspiel

Silvia Steiner (43) ist Leiterin Prävention bei Sucht Schweiz.

Filip Rzanovic (17), Automechanikerlehrling, Winterthur: «Ich spiele

gern an Automaten in Bars, am liebsten Black Jack. Es macht Spass, vor allem, wenn ich gewinne. Online um Geld zu spielen, wäre mir zu riskant.»

Micheline Maire (33), Psychologin, Zürich: «Nagellack! Ich habe immer etwa 50 Farben zu Hause und kaufe

ständig neuen. Alle zwei Tage lackiere ich meine Nägel neu. So fühle ich mich auch ungeschminkt angezogen.»

Thomas Zumstein (39), Freischaffender, Zürich: «Seit ich nicht mehr

trinke, rauche ich zwei Päckchen am Tag. Aber ich bin topfit – und das, ohne sportsüchtig zu sein. Glücksspiele sind für mich des Teufels.»


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12 | MM8, 20.2.2017 | DOSSIER GLOBALISIERUNG


DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 13

Aufstand der Verzweifelten

Das globalisierte Unbehagen

Brexit, Trump, Masseneinwanderungsinitiative: Der Mittelstand ist unter Druck und sucht Ventile für seinen Frust. Viele sehen in der Globalisierung die Wurzel allen Übels. Zu Recht? Wir haben Verlierer und Gewinner besucht sowie Experten gefragt, wie den Folgen der entfesselten Weltwirtschaft begegnet werden kann. Text: Ralf Kaminski

D

Illustrationen: Patric Sandri

ie Verlierer schlagen zurück. So haben es viele empfunden, als im vergangenen Jahr eine Mehrheit der Briten für den Austritt aus der EU stimmte und der unflätige Immo­ bilienmogul Donald Trump zum US­Prä­ sidenten gewählt wurde. Nachwahlanalysen zeigten, dass tatsächlich viele Verzweifelte zu den siegreichen Koalitionen gehörten – Menschen, die unter prekären Bedingungen leben, sich nach jahrelangen schlechten Erfahrungen von einem als abgekartet empfundenen System keine Hilfe mehr erhoffen und deshalb nach jedem Stroh­ halm greifen. Aber viele stimmten dem Brexit und in der Schweiz der Masseneinwanderungs­ initiative auch deshalb zu, weil sie sich unter Druck fühlen, den Abstieg befürchten und Gegensteuer geben wollen. Sie erleben mit, wie Schweizer Arbeitslose über 50 nur noch schwierig einen Job finden, derweil mehr und mehr gute und günstigere Fachkräfte aus der EU angestellt werden. Und sie be­ obachten mit Sorge, wie der technologische Wandel und die Globalisierung ganze Branchen umpflügen und bald vielleicht auch ihre eigene Arbeitsstelle bedrohen. Besonders stark in Verruf geraten ist die Globalisierung. So hat der neue US­ Präsident Donald Trump bereits verkündet, dass die USA aus dem neu geplanten Frei­ handelsabkommen mit Asien aussteigen. Zudem will er die Einwanderung besser kont­ rollieren – ein Anliegen, das auch andernorts im Westen auf grosse Sympathien stösst. Der britische Historiker Harold James glaubt gar, dass die Welt an einem Wendepunkt steht:

Schon früher seien Globalisierungsphasen gestoppt und umgekehrt worden, oft gefolgt durch einen Krieg – etwa 1914 den Ersten Weltkrieg. Geschichte wiederhole sich nie exakt, aber es gebe allgemeine Tendenzen, so James: «Einer Epoche von grösserer internationaler Zusammenarbeit und Verbundenheit folgt eine Epoche von grös­ serer Abschottung und Distanz», sagte er im «Bulletin» der Credit Suisse. Sand im Getriebe der Globalisierung

Der Harvard­Ökonom Dani Rodrik stellte in seinem Buch «Das Globalisierungs­Paradox» fest, dass das durch den Freihandel gewon­ nene zusätzliche Volkseinkommen zu wenig dafür verwendet wird, die Verlierer der Globalisierung aufzufangen, umzuschulen und mit anderen Jobs zu versorgen. Er plä­ diert dafür, etwas Sand ins Getriebe der Globalisierung zu streuen, um den einzelnen Staaten wieder mehr Raum für die eigenen demokratischen Prozesse zu geben. Und Autor Daniel Binswanger brachte es im «Magazin» so auf den Punkt: «Ent­ weder kann die Globalisierung sozial­ politisch gestaltet werden, oder sie wird an ein unschönes Ende kommen. Gegen die Interessen der Mehrheit kann dauerhaft keine Politik gemacht werden.» Was also müsste getan werden, um den Verlierern und den Besorgten zu helfen? Um zu verhindern, dass auf globale Koope­ ration Abschottung oder gar Konflikte folgen? Wir haben dazu Experten befragt und mit Menschen gesprochen, die hier in der Schweiz den Kräften der Globalisierung direkt ausgesetzt sind. MM


14 | MM8, 20.2.2017 | DOSSIER GLOBALISIERUNG

Baumwolle war ihr Geschäft: Pius Breitenmoser, Martin Kägi und Liborio Trubia (v.l.)

Hermann Bühler AG

Ausgesponnen und abgewickelt

Nach 204 Jahren Firmengeschichte hat die letzte Spinnerei der Schweiz ihre Produktion eingestellt. Der starke Franken und die immer stärkere Konkurrenz aus Asien haben der Winterthurer Hermann Bühler AG den Garaus gemacht. Texte: Ralf Kaminski

Bild: Paolo Dutto


DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 15

S

till und verwaist stehen sie da, Reihe um Reihe: Die riesigen Spinnereimaschinen füllen mehrere grosse Hallen. Bis letzten Herbst spannen sie jeden Monat tonnenweise qualitativ hochwertiges Garn, das Textil­ hersteller vor allem im Ausland zur Pro­ duktion von Kleidung aller Art verwendeten. Nun warten die Maschinen darauf, verkauft und abgebaut zu werden. «Es tut schon weh», sagt Liborio Trubia (54), der seit 32 Jahren für die Hermann Bühler AG arbeitet. Blutjung war der Italie­ ner damals, als er als Lastwagenfahrer beim Winterthurer Familienbetrieb begann. Heute gehört er zu den letzten zwölf Mit­ arbeitern, die die Fabrik im Sennhof noch beleben und mit der Abwicklung des Unter­ nehmens beschäftigt sind. Und er ist der Einzige, der neben CEO Martin Kägi noch einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat. Gemeinsam werden sie sich ab Sommer um die Fabrikgebäude kümmern und versuchen, eine gute neue Nutzung für das Areal auf­ zugleisen. Trubia kennt die Immobilie wie kein anderer, weil er in all den Jahren in diversen Funktionen hier gearbeitet hat, zuletzt als Teamleiter technische Dienste. Alle anderen, die jetzt noch da sind und sich um letzte administrative Arbeiten küm­ mern, werden spätestens Ende Juni keinen Job mehr haben. Zum Beispiel Pius Breiten­ moser (62), der elf Jahre lang Verkaufsleiter für Südeuropa war, dort ein grosses Kunden­ netz betreut und seine Arbeit geliebt hat. «Einige meiner Kunden stehen noch immer unter Schock, dass wir den Betrieb einstel­ len», sagt Breitenmoser. «Eine Firma in Portugal sucht seither verzweifelt nach einem Ersatz für unser hochwertiges Garn – bis jetzt hat sie niemanden gefunden.» Ihn hat die Schliessung nicht überrascht. «Es war in den letzten Jahren immer ein Auf und Ab.» Trubia nickt. «Aber wir dach­ ten nicht, dass es plötzlich so schnell gehen würde», ergänz t er. Jetzt ist Breitenmoser auf Jobsuche. «Nicht ganz leicht mit 62.» Es war wie in einer grossen Familie

Eigentlich könnte er aufhören. Eine Sonder­ regelung ermöglicht es Angestellten in sei­ nem Alter, bis zur Pensionierung Arbeits­ losengeld zu beziehen. Er werde finanziell nicht in Not geraten, sagt er. «Aber ich möchte unbedingt weiterarbeiten, gerne bis 67 oder 68.» In der Textilbranche sei das kaum mehr möglich, also schaue er sich links und rechts um. «Notfalls werde ich Lagerist, Hauptsache, ich bekomme noch­ mals etwas zu tun.» Beide fühlen sich durch die Firma gut unterstützt, ältere Angestellte profitieren zusätzlich von einer Fürsorgestiftung, die die Hermann Bühler AG vor Jahrzehnten gegründet hat. «Es war hier wie in einer

grossen Familie», sagt Breitenmoser. «Die Bühlers sind alter Winterthurer Adel, sie ha­ ben sich immer auch für Kunst und Kultur in der Stadt eingesetzt, sind sozial engagiert. Hätten sie nur auf die Zahlen geschaut, wäre die Firma vermutlich schon seit Jahren zu.» Das räumt auch CEO Martin Kägi (51) ein, dessen Mutter eine geborene Bühler ist und damit Teil jener Familie, die das Unterneh­ men 1812 gründete. «Diese Firmenhistorie verpflichtet. Wir haben lange gedacht, dass wir vielleicht doch noch einen Weg finden.» Der erste grosse Einbruch kam, als 2008 in den USA die Finanzkrise begann. «Gerade als wir mit viel Herzblut halbwegs wieder auf dem Weg der Besserung waren, hob die Nationalbank Anfang 2015 die Franken­ untergrenze zum Euro auf, das war der Todesstoss.» Letzten Juni gab Kägi die Schliessung des Produktionsstandorts in Winterthur Sennhof offiziell bekannt, 139 Menschen verloren ihre Arbeit. Die Zukunft dieser Industrie liegt in Asien

Während in der Schweiz nur noch zwei Stel­ len im Immobilienbereich verbleiben, wird am 1996 eröffneten US­Standort der Firma in der Nähe von Atlanta (Georgia) weiter Garn produziert – die Zukunft jener rund 150 Stellen ist nicht gefährdet. «Die Lohn­ kosten dort sind etwa halb so hoch wie in der Schweiz. Hinzu kommen tiefere Sozialleis­ tungen und ein Freihandelsvertrag mit Zentralamerika, der gute Geschäfte ermög­ licht.» Die Politik des neuen US­Präsidenten Donald Trump sei zwar eine Wundertüte, sagt Kägi, die bisherigen Signale seien für die US­Textilindustrie jedoch vielversprechend. Dazu gehöre auch die Absage ans Trans­ pazifische Freihandelsabkommen, das dem aufstrebenden Textilgiganten Vietnam die Türen Richtung US­Markt geöffnet hätte. Überhaupt, die Asiaten: Bei ihnen liege heute das Herz der globalen Textilindustrie, sagt Kägi. «In Europa, dem Ursprung dieser Industrie, werden inzwischen weniger als ein Prozent der weltweiten Baumwollernte versponnen.» Nicht nur produzierten die Asiaten günstiger als die Europäer, auch die Qualität werde immer besser. «Wir waren auf höchstem Niveau spezialisiert, hatten aber nicht mehr genügend Nachfrage, um damit unsere Anlagen angemessen auszulasten und ge­ nügend Geld zu verdienen.» Da viele Kleiderproduzenten in Asien sitzen, beziehen sie auch das Garn vermehrt aus der Region. Den Branchenkollegen in Westeuropa, die günstiger produzieren und das Währungsproblem nicht haben, ergehe es nicht viel besser, sagt Kägi. «Die Zukunft dieser Industrie liegt in Asien.» Mit Hermann Bühler schloss letzten Herbst nicht nur die letzte Spinnerei ihrer Art in der Schweiz, sondern eine der letzten in ganz Europa.

Die meisten der hochqualifzierten Ange­ stellten wie Mechaniker, Elektriker oder Textilfachleute haben bereits einen neuen Job gefunden. «Einige konnten sogar aus­ suchen», sagt Kägi. Probleme haben vor allem die mehrere Dutzend angelernten Arbeiter, die die Maschinen bedient hatten, darunter viele südeuropäische Migranten. «Auch da gibt es positive Geschichten, aber für die meisten ist es schwierig.» Die Her­ mann Bühler AG finanziert eine enge Beglei­ tung jener Mitarbeiter, psychologisch, aber auch bei der Jobsuche, und zwar vorerst un­ befristet, also so lange wie eben nötig. «Sie und unsere Spinnerei sind tatsäch­ lich klassische Globalisierungsopfer», sagt Kägi, «da wirken Kräfte, gegen die man als Firma ziemlich machtlos ist.» Und auch als kleine Nation wie die Schweiz, betont der Unternehmer. «Uns bleibt nur sicherzu­ stellen, dass wir möglichst reibungslos mit unseren wichtigsten Partnern geschäften können, insbesondere mit der EU. Die bila­ teralen Verträge sind also lebenswichtig und dürfen auf keinen Fall gefährdet werden.» Abbremsen der Globalisierung wäre hilfreich

Mächtige Länder wie die USA dagegen könn­ ten die Globalisierung möglicherweise ein wenig bremsen, meint Kägi. «Ein Marschhalt wie ihn Donald Trump vorzuhaben scheint, wäre vermutlich gar nicht mal so schlecht.» Kägi sieht die Globalisierung als eine positive Kraft, solange es gelingt, wegfallen­ de Jobs in einen anderen Bereich mit besse­ rer Wertschöpfung zu transferieren. «Das schafft die Schweiz bisher noch recht gut, aber eben nicht mehr für alle Jobs. Und in der Industrie sind in den letzten Jahren be­ sonders viele Stellen verschwunden.» Die Schweiz als kleines, exportorientiertes Land könne dieser Entwicklung nur mit wettbe­ werbsfähigen Wechselkursen begegnen, sagt Kägi. Gegensteuer könnte allenfalls die EU geben, indem sie gewisse Industrien und Arbeitsplätze besser vor billigen Importen schützt. «Das würde sich positiv auf die Be­ schäftigung auswirken. Allerdings müssten wir alle bereit sein, für hier produzierte Pro­ dukte entsprechend mehr zu zahlen.» MM www.buhleryarn.com


16 | MM8, 20.2.2017 | DOSSIER GLOBALISIERUNG

Wie weiter?

Wie aus Verlierern Gewinner werden

«Wir können die Globalisierung nur beherrschen, wenn wir sie langsam und kontrolliert gestalten. Ansonsten überfordern wir uns mit der Komplexität.» die Bildung investiert werden, damit man sich Fähigkeiten aneignen kann. Es müssen Gelegenheiten geschaffen werden, damit aus diesen Fähigkeiten auch etwas von Wert entstehen kann. Ich denke da an einfach verfügbare Kredite, Start-up-Förderung und einfache Marktzugänge. Und schliesslich darf die Motivation nicht unterbunden werden, aus seinen Fähigkeiten etwas zu machen. Wer es von Anfang an als aussichtslos oder überflüssig erachtet, sich selber zu helfen, der wird es nämlich auch nicht versuchen.»

Christian Fichter (45)

Sozial- und Wirtschaftspsychologe, Leiter des Instituts für Wirtschaftspsychologie an der Kalaidos Fachhochschule, Zürich

Bilder: zVg (3), Ralf Luethy, Claudia Hoehne

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ie Globalisierung muss besser kontrolliert werden, und es müssen alle daran teilhaben können. Eigentlich ist sie ja ein ganz normaler Prozess. Die Globalisierung entspringt dem urmenschlichen Wunsch nach Austausch: von Gütern, Kultur, Anerkennung und Zuneigung. Unser gesamtes ökonomisches System ist darauf aufgebaut. Das Problem dabei ist aber, dass unsere psychologischen Fähigkeiten für den Austausch in einer lokalen Gruppe geschaffen wurden. Schon beim Austausch zwischen den Gruppen – etwa zwischen Gemeinden – braucht es komplexe Regeln. Das haben unsere Vorfahren zwar in den Griff bekommen, aber es hat seine Zeit gedauert. Daher die erste Schlussfolgerung: Wir können die Globalisierung nur beherrschen, wenn wir sie langsam und kontrolliert gestalten. Ansonsten überfordern wir uns mit der Komplexität. Zudem darf die Globalisierung kein Projekt der Eliten sein, sondern muss allen Menschen Chancen bieten. Es braucht dazu drei Dinge: Fähigkeit, Gelegenheit und Motivation. Deshalb muss in


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Weitere Analysen der Experten

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«Wir Konsumenten haben die grösste Macht: Eine Firma stellt umweltfreundlich und ohne Ausbeutung her? Dann kaufen wir ihre Produkte!»

Evi Hartmann (42) Deutsche Wirtschaftsingenieurin, Inhaberin des Lehrstuhls für Supply Chain Management an der Friedrich-AlexanderUniversität Erlangen-Nürnberg sowie Autorin des Buchs «Wie viele Sklaven halten Sie? Über Globalisierung und Moral»

«Die Unterstützung der Globalisierung ist mit der Übernahme von politischer Verantwortung verbunden.»

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er Globalisierung unterstützt, muss soziale Absicherung und gute Ausbildung fördern – das ist die politische Lackmus­ probe. Eine Globalisierungspropaganda, die mit dem Hinweis auf die harte Standort­ konkurrenz Sozial­ und Bildungsausgaben reduzieren möchte, ist meines Erachtens kurzsichtig und gefährlich. Eine gesellschaftlich funktionierende und ökologisch nachhaltige Globalisierung

braucht soziale Absicherungen (für diejeni­ gen, bei denen dann die Kosten anfallen) und den Aufbau von Fähigkeitskapital (um die notwendige Motivation und Anpassungs­ bereitschaft zu gewährleisten). Sie muss die grossen Problemkomplexe, die künftig die Ungleichheit gravierend verstärken könnten, im Auge behalten und dagegen kämpfen: Rationalisierungsschübe, die das Angebot an Erwerbsarbeit reduzieren; Umweltkata­ strophen; künftige Kriege; Rassismus und soziale Ausgrenzung, die zum politischen Mainstream werden könnten. Wichtig ist auch die angemessene Besteuerung von grenzüberschreitend aktiven Unternehmen. Das erfordert eine international koor­ dinierte Steuerpolitik. Die Unterstützung der Globalisierung ist mit der Übernahme von politischer Verantwortung verbunden.»

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ie Politik sollte nicht die Globalisierung, aber deren Auswüchse stärker reglemen­ tieren. Relativ milde, system­ konforme Möglichkeiten sind zum Beispiel eine Pflicht zu Audits für soziale und ökologische Nachhaltigkeit entlang der Zulieferkette, ein Social Footprint, vergleichbar mit dem Carbon Footprint, und das Fördern und Einfordern von staatlich vereinheitlichten Zertifikaten. Aber auch die Unternehmen selbst kön­ nen die Auswüchse wirksam bekämpfen: Manager können in Meetings taktisch klug zu erkennen geben, dass es neben Effizienzfragen auch Fragen der Moral gibt. Das ist eine Frage der Firmen­ und Führungskultur: Wenn man(ager) das oft genug vorbringt, bewegt sich mehr. Aber wir Konsumenten haben die grösste Macht: Eine Firma stellt weitgehend umweltfreundlich und ohne Ausbeutung her? Dann stimmen wir mit dem Porte­ monnaie ab: Wir kaufen ihre Produkte! Wer kauft, hat die Macht, die Welt zu einer besseren Welt zu machen.»

Jakob Tanner (66) Wirtschaftshistoriker, emeritierter Professor für Geschichte der Neuzeit an der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Uni Zürich


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«Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte Hilfe bringen – ein zwar radikaler, aber auch gangbarer liberaler Weg.»

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D Franz Josef Radermacher (66) Der deutsche Ökonom setzt sich seit 2003 für eine gerechtere Globalisierung ein.

ie Eliten weltweit realisieren mitt­ lerweile, dass die Globalisierung oft zulasten grösserer Teile der Bevöl­ kerung geht und dass dadurch die Zustimmung der Bürger zur bisherigen Poli­ tik massiv sinkt. Es droht ein Rückfall in den Nationalismus und vielleicht sogar ein Zerfall Europas. Wer das nicht will, muss jetzt endlich auf einen Kapitalismus setzen, der sich um die Umwelt und das Klima kümmert und jeden Menschen ‹mitnehmen› will, national und international. Bei Weltbank, Uno und OECD ist das schon seit einigen Jahren ein grosses Thema. Wobei die prozentual grösseren Verbesserungen bei denen passieren müs­ sen, die am wenigsten haben. Die Bemühun­ gen im Bereich Steuerprivilegien sowie grenzüberschreitende Wertschöpfungs­ prozesse und deren Besteuerung zeigen die Richtung auf, in der die grossen Staaten zu operieren versuchen. Die Schweiz hat in diesem Kontext ihr Geschäftsmodell bereits massiv verändert – eine Entwicklung in die richtige Richtung, aber davon gibt es immer noch zu wenig.»

«Die grössten Verbesserungen müssen bei denen passieren, die am wenigsten haben.»

iele gesellschaftliche Heraus­ forderungen müssen im Zeitalter der digitalisierten Globalisierung völlig neu diskutiert, verhandelt und gelöst werden. Das gilt vor allem für den Sozialstaat, der neu zu bauen ist. Die Digitalisierung wird die Polarisierung der Gesellschaft weiter vorantreiben, sie wird den Strukturwandel weiter beschleunigen. Wer mithalten kann, profitiert, die anderen werden zurückbleiben. Drohen könnten eine geteilte Nation oder gar eine Kündi­ gung des Generationenvertrags. Wohin die verstärkte Polarisierung führen kann, zeigt die Renationalisierung in Europa und in den USA. Hilfe bringen könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen – ein zwar radikaler, aber eben auch gangbarer libe­ raler Weg, um die eigendynamische Spirale des gesellschaftlichen Auseinanderlebens zu durchbrechen und auf die Heraus­ forderungen der Gesellschaft aktiv, offensiv und positiv zu reagieren.» Thomas Straubhaar (59)

Der Schweizer Ökonom, der eine Professur an der Universität Hamburg innehat, hat soeben ein neues Buch veröffentlicht: «Radikal gerecht: Wie das bedingungslose Grund­ einkommen den Sozialstaat revolutioniert» (Edition Körber­Stiftung Hamburg, 2017).


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Reisedaten 2017 06. – 13. Mai 21. – 28. Mai 16. – 23. September 1. Tag Schweiz – Portoroz Abwechslungsreiche Reise durch Oberitalien nach Portoroz.

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2. Tag Portoroz – Brela Sie folgen heute der Küste der Adria und haben immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die der Küste vorgelagerten Inseln Krk, Rab und Pag. Vorbei an Zadar gelangen Sie an die bekannte Makarska-Riviera, wo Sie die nächsten vier Nächte wohnen.

5. Tag Ausflug Trogir – Split (fakultativ) Der heutige Ausflug führt Sie zunächst nach Trogir. Mit einem vollständig erhaltenen mittelalterlichen Altstadtkern können verschiedene Städte in Dalmatien aufwarten, doch kaum einer ist so beeindruckend wie der von Trogir. Nach diesem schönen Aufenthalt fahren Sie nach Split, der nach Zagreb grössten Stadt Kroatiens und zugleich die wirtschaftliche und kulturelle Metropole Dalmatiens. Auf einer geführten Besichtigung lernen Sie die äusserst sehenswerte Altstadt, die sich in und um den ehemaligen Diokletianpalast gebildet hat, näher kennen. Am Nachmittag fahren Sie der Küste entlang wieder Richtung Süden. Vorbei am ehemaligen Seeräubernest Omis, das von den Ruinen der ehemaligen Festung Fortica überragt wird, kehren Sie ins Hotel in Brela zurück.

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3. Tag Ausflug Dubrovnik Eine Panoramafahrt entlang der einmaligen Küste und vorbei an den malerischen Bacinska-Seen und dem fruchtbaren Flussdelta der Neretva führt Sie nach Dubrovnik, von dem schon George Bernard Shaw vom «Paradies auf Erden» schwärmte. Die malerische Altstadt, die von gewal-

tigen Festungsmauern umgeben wird, zählt zum UNESCOWeltkulturerbe. Nebst einer geführten Besichtigung bleibt Ihnen auch genügend Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu entdecken. Im Verlaufe des Nachmittags kehren Sie dann wieder in Ihr Hotel in Brela zurück. 4. Tag Aufenthalt Makarska Riviera – Bootsausflug zur Insel Brac Geniessen Sie den heutigen Tag in dieser einmaligen Küstenlandschaft. Sie haben die Möglichkeit, an einer

6. Tag Brela – Plitvicer Seen Sie verlassen heute die Küste und fahren zu den Plitvicer Seen, einem der schönsten Naturschauspiele im Südosten Europas. Auf knapp 8 Kilometern reihen sich nicht weniger als 16 verschieden grosse Seen wie Perlen aneinander. Die Seen leuchten in kräftigem Grün und sind stellenweise glasklar. 7. Tag Plitvicer Seen – Slowenien – Osttirol Über Karlovac und Zagreb erreichen Sie Ljubljana, zwischen dem Flüsschen Ljubljanica und dem Burgberg, mit seinen herrlichen Barockhäusern, den vielen Strassencafés und schicken Läden. Am Nachmittag Weiterfahrt durch den Karawanken-Tunnel nach Österreich. Entlang der Drau erreichen Sie zur letzten Übernachtung das Osttirol. 8. Tag Osttirol – Schweiz Durch das Pustertal und über den Brennerpass führt Sie die Heimreise zurück in die Schweiz.

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20 | MM8, 20.2.2017 | DOSSIER GLOBALISIERUNG

Hollystar

Erfolgreich neben Netflix und Piraten

Bis 2011 verschickte Hollystar DVDs an die Kunden. Das tut CEO Eric Grignon heute kaum noch. Inzwischen ist das Neuenburger Unternehmen der erfolgreichste Streamingdienst der Schweiz und schreibt trotz einer grossen internationalen Konkurrenz schwarze Zahlen. Text: Ralf Kaminski

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Bilder: Paolo Dutto

as Geheimnis des Erfolgs? «Früh genug auf eine kommende Ent­ wicklung setzen und damit richtig liegen.» Eric Grignon (44) lacht. «Der zweite Teil hat natürlich auch mit Glück zu tun.» Aber Tatsache ist: Hollystar in Neuenburg gibt es noch, während andere Schweizer Konkurrenten mit einem ähn­ lichen Konzept untergegangen sind. «Ebenfalls geholfen hat, dass wir haus­ hälterisch mit unserem Geld umgegangen sind.» Während andere Anbieter für Millio­ nen gleich bei mehreren Verleihern die Rechte für Filme und Serien kauften, be­ gnügte Hollystar­CEO Grignon sich damit, jedes Jahr nur bei einem Verleih einzukau­ fen. «Die anderen spotteten und sagten, mit unserem kleinen Angebot hätten wir gegen sie keine Chance, aber am Ende hatten wir den längeren Atem. Sie hatten zwar mehr Auswahl, aber nicht genügend Kunden. Man braucht Masse für den finanziellen Erfolg.» Grignon baute derweil das Film­ und Serienangebot Jahr für Jahr weiter aus, und Jahr für Jahr stiegen die Nutzungszahlen. Das hat auch mit cleveren Kooperationen zu tun: Schaut man online bei «20 Minuten», Teleboy oder Ex Libris einen Film an, dann steht dahinter Hollystar. 2016 wurde eine Million Titel gestreamt, das Angebot

umfasst inzwischen 10 000 Filme und Serienepisoden, Tendenz steigend. «Paradoxerweise hat uns der Schweizer Markteintritt von Netflix eher geholfen – dadurch schrieben plötzlich alle Medien über das Streaming via Apps. Das hat diese Art des Filmkonsums popularisiert und auch uns neue Kunden beschert.» Hinzu kommt, dass Netflix zwar günstig ist, aber nur ältere Produktionen im Angebot hat. Hollystar hin­ gegen zeigt neue Folgen populärer TV­Serien einen Tag nach der US­Ausstrahlung, ent­ weder ohne Abo gegen Bezahlung oder mit Abo und Rabatt. «So gesehen, ergänzen wir uns eher, als dass wir uns konkurrenzieren.» Doch vor dem aktuellen Erfolg gab es erst einmal eine richtige Krise. Denn das Geschäftsmodell der 2003 gegründeten Firma sah früher ganz anders aus: Sie ver­ schickte DVDs per Post an ihre Kunden. Ab 2007 war sie in der Gewinnzone, 2011 erreichte sie den Höhepunkt, danach ging es abwärts. «Und zwar heftig, jedes Jahr etwas stärker.» Aber genau das war der Zeitpunkt, als Hollystar darauf wettete, dass die Zukunft der Branche im Streaming übers Internet liegen würde. Entsprechend inves­ tierte man riesige Summen in den Aufbau der dafür notwendigen Infrastruktur. «Und das mitten in der geschäftlichen Krise.»

Doch das Risiko hat sich gelohnt: 2015 erreichte Hollystar den Breakeven, seit vergangenem Jahr macht man Gewinn. Und aus einem Unternehmen, das von Logis­ tikern dominiert war, wurde eine Firma aus lauter IT­Spezialisten, denn das neue Geschäft bedingt leistungsstarke Server, korrekte Codierung und das pausenlose Anpassen an diverse, sich laufend ver­ ändernde Geräte und Onlineplattformen. «Wir mussten Leute entlassen, weil ihnen die notwendigen Kompetenzen fehlten.» Letzteres galt selbst für den CEO und Grün­ der des Unternehmens. Dieser realisierte, dass er über das Streaming zu wenig wusste, so kam Grignon zu Hollystar. «Auf der ande­ ren Seite ist gerade die Codierungsarbeit keine Hexerei. Wir haben auch Mitarbeiter umschulen lassen, das geht durchaus, wenn man ein bisschen IT­affin ist.» Expansion ins Ausland und Virtual Reality

Tatsächlich bestellen auch heute noch einige Kunden DVDs und Blurays per Post, sie machen etwa 15 Prozent des Geschäfts aus. Rund 150 000 Scheiben stehen in einem Lagerraum in Neuenburg bereit. «Aber ich weiss nicht, wie lange wir das noch machen, vielleicht noch ein oder zwei Jahre.» Haupt­ ursache für all die Veränderungen war der


DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 21

Hollystar-Chef Eric Grignon inmitten aller Geräte, auf denen sein Angebot verfügbar ist.


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DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 23

technologische Wandel. Aber mit ihm hat auch die Globalisierung Einzug gehalten. Waren einst lokale Videotheken die Kon­ kurrenten, sind es heute neben Swisscom und UPC globale Giganten wie Netflix, Amazon Prime oder die Internetpiraterie. «Sie ist unser grösster Konkurrent, nicht zuletzt weil die Gesetzgebung in der Schweiz diesbezüglich so liberal ist», sagt Grignon. Gleichzeitig plädiert er nicht für neue Gesetze oder härtere Strafen, sondern zielt darauf ab, den Netzpiraten mit vergleichbar gutem Angebot das Wasser abzugraben. «Es ist ja nicht nur, dass sie alles gratis anbieten, sondern dass die Leute die neusten Produk­ tionen blitzschnell und aus einer Hand bekommen.» Mit dieser Geschwindigkeit und Bequemlichkeit kann ein legaler An­ bieter allerdings nicht so leicht mithalten. Grignon denkt bereits wieder voraus. Seine nächste grosse Wette betrifft Virtual Reality (VR). «In weniger als zehn Jahren werden wir Filme und Serien nicht mehr einfach schauen, wir werden mithilfe von VR-Brillen mittendrin sein.» Erste Tests haben bei Hollystar bereits begonnen. Im Lauf dieses Jahres wird die Firma ihre Filme und Serien zudem in zwei weiteren europäischen Ländern anbieten und somit erstmals ins Ausland expandieren. «Was Net­ flix kann, können wir auch», sagt Grignon. So eröffnen sich dank Digitalisierung und Globa­ lisierung plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Für diejenigen, die sie zu nutzen wissen. MM

Eric Grignon im nur noch selten genutzten DVD-Lager

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DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 25

W Bänz Friedli

Fremde Welt, ganz nah «Wenn McDonald’s seine erste Filiale in Havanna eröffnet hat – will ich dann noch mal nach Kuba?», höre ich mich schon posaunen, «nein, danke!» Aber ich verkneife mir die Bemerkung noch gerade. Unsere Tochter will reisen, die Welt ent­ decken, wie alle jungen Menschen es wollen. Wozu ihr Ratschläge erteilen? À la: «Es sieht ja ohnehin überall gleich aus, dieselben standardisierten Cafés, Filialen des ewig gleichen Möbelhauses, dieselben Kleiderläden …»

nur hier hingen entlang der Überlandstrassen fromme Sprüche, gelb auf blauem Grund, im Weltformat: «Vertraue auf Gott. Die Bibel.»

In der Abenddämmerung desselben Tages dann taucht zwischen Worb und Gross­ höchstetten, kurz vor Schlosswil, das Schild «Willkommen im Emmental» auf. Dünner Schnee liegt auf brachen Äckern, Dunst­ schwaden steigen aus den Wäldern auf, und im «Regionaljournal» am Radio läuft ein neuer Song von Züri West, «Schatteboxe». Entrückt wie eine Schwarzweissfotografie ist die Szenerie, und doch anheimelnd. Dreimal dieses Land, dreimal anders, dreimal eigen.

Es war das unglaubliche Privileg unserer Generation, dass wir reisen konnten wie keine vor uns. Flugreisen wurden erschwing­ lich, Fernreisen in früher versagte Länder möglich. Wir waren unterwegs von Bangkok bis Bamako, beschnupperten fremde Kulturen, blieben aber Voyeure. Fremdenverkehr hiess, dass man fremd war und insgeheim ahnte, etwas Verkehrtes zu tun. Aber es hört sich gut an, heute: «Weisst du noch, in Vietnam? Als der Highway Nummer eins noch ein löchriger, sumpfiger Feldweg war …?»

Bänz Friedli (51) war unterwegs.

Wie wollte ich den Abgeklärten geben, meiner Tochter erzählen, die Welt sei ohnehin ein grosses Einerlei geworden, sie brauche nirgends mehr hinzureisen? Unsinn. Sie wird Vielfalt erleben. Sie soll reisen, die Welt entdecken, ihre Welt. Die wird nirgends mehr so aussehen, wie wir sie vor dreissig, fünfunddreissig Jahren vorgefunden haben, aber immer noch voller Eigenheiten sein.

Vorige Woche ging ich durch ein winter­ liches Dorf, wie ich es noch nie gesehen hatte, mystisch und farbenleer auf einer Anhöhe thronend, und mir kam es nicht vor, als wäre ich eine Fahrstunde von zu Hause entfernt, sondern Welten. Doch ich war in Trogen, Appenzell­Ausserrhoden. Einmalig. Andern­ tags, unterwegs im St. Galler Rheintal. Über­ all im Land hingen Abstimmungsparolen,

Selber wieder mal nach Kuba? Das wäre schon eine Idee. Aber wenn es im Emmental hinter Schlosswil in die Höger hinaufgeht, und aus den Wäldern steigen leise Nebelchen auf, das ist auch schön. Sehr sogar. MM Bänz Friedli live: 27. Februar, Basel, Kulturhaus Bider & Tanner (CD-Taufe)

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26 | MM8, 20.2.2017 | DOSSIER GLOBALISIERUNG

Auf Jobsuche

«Ich fühle mich im Stich gelassen» Er ist 57 Jahre alt, gut qualifiziert und seit bald drei Jahren auf Jobsuche – ohne Erfolg. Wie Martin Hugentobler geht es vielen in der Schweiz. Die Globalisierung sei ein Grund für die Misere, meint der Maschinenbau-Experte. Aber er kritisiert auch die Personenfreizügigkeit. Text: Ralf Kaminski

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artin Hugentobler* hat einen einfachen Wunsch: «Ich will meine Berufszeit in Würde beenden.» Er wird im Sommer 58 und würde gern wenigstens noch bis 62 oder 63 arbei­ ten. Doch er ist nun schon seit April 2014 auf Jobsuche – erfolglos. Seit Frühling 2016 ist er ausge­ steuert; damals gab er seine Wohnung auf und zog zu seiner 87­jährigen Mut­ ter ins Haus seiner Kindheit im Kan­ ton Schaffhausen. «Ich wollte Geld sparen, und wir haben uns immer gut verstanden. Sie hat sich auch echt gefreut.» Als sie kurz darauf zu krän­ keln begann, war er für sie da und konnte sie unterstützen. Hugentobler hat ein vielfältiges und erfolgreiches Berufsleben hinter sich. Er machte eine Lehre als Maschi­ nenschlosser bei der SIG, wanderte mit 23 nach Südamerika aus und arbeitete dort für Schweizer Firmen. Er bildete sich weiter zum Betrieb­ sökonomen, heiratete eine Südame­ rikanerin, mit der er – wieder zurück in der Schweiz – drei Kinder grosszog. Er arbeitete als Key­Account­Leiter, Projekt­, Verkaufs­ und Filialleiter und im Market Development für diverse global tätige Unternehmen der Maschinenindustrie. Schon als er mit 49 das letzte Mal eine neue Stelle suchen musste, dauerte es etwas, bis er einen Job als Verkaufsleiter fand. Das amerikani­ sche Unternehmen, das mit Schweizer Know­how in der Schweiz hoch­

Bild: Paolo Dutto

spezialisierte Maschinen für die deut­ sche Autoindustrie herstellte, hatte jedoch ein grosses Klumpenrisiko: «Da war ein Kunde, der uns 80 Prozent unserer Produktion abnahm», sagt Hugentobler. Er versuchte, die Unter­ nehmensleitung zu überzeugen, die Kundenbasis zu verbreitern. «Aber das hätte weitere Investitionen bedeutet, wozu sie nicht bereit waren.» Wirtschaftliche Turbulenzen und der starke Franken führten 2014 dazu, dass der Grosskunde sich entschied, die Maschinen künftig bei einem ande­ ren Unternehmen aus Deutschland zu beziehen, das günstiger produzierte. Viele Angestellte wurden entlassen, unter ihnen auch Martin Hugentobler. Viele erfolglose Bewerbungen

Seither sucht er, intensiv und enga­ giert. Die Bemühungen des RAV emp­ fand er als nicht sehr hilfreich, aber er konnte an einem Programm für quali­ fizierte Erwerbslose teilnehmen, das persönliche Weiterbildungen und Kurse anbietet. «Dort hat man meine Situation genau analysiert.» Und tatsächlich führten einige sei­ ner Bewerbungen auch zu Vorstel­ lungsgesprächen, er kam sogar mehr­ mals in zweite oder gar dritte Runden. Nur die Stelle erhielt er nie. «Entweder fand sich plötzlich eine interne Lösung, oder jemand anderes passte besser.» Hugentobler fokussierte auf die Maschinenindustrie, auf Jobs, die seinem bisherigen Level entsprachen oder sogar höher waren. «Dafür ist

mein Alter nicht unbedingt ein Nachteil, aber irgendwie eben doch. Vermutlich würde es helfen, wenn ich erst 52 wäre.» Hinzu kommt, dass die Maschinenindustrie den Kräften der Globalisierung besonders stark ausgesetzt ist; auch der starke Franken hilft nicht. Anders als vor ein paar Jahren stellt sie derzeit nur zurück­ haltend neue Leute ein. «Sie ent­ wickelt sich immer in Zyklen, und im Moment herrscht eher Stagnation.» Hugentobler hat es anfänglich auch in anderen Branchen oder mit Bewer­ bungen auf weniger anspruchsvolle Jobs versucht, aber dort wurde er nie je auch nur zu einem Gespräch einge­ laden. Es hiess immer: überqualifiziert. «In der Schweiz ist es hoffnungslos, eine Stelle zu bekommen, wenn man nicht geradezu perfekt passt. Und Taxifahrer zu werden, ist für mich keine Option.» Trotz allem gibt er sich grosse Mühe, Mut und Motivation nicht zu verlieren. Seine Mutter ist mittlerweile krankheitsbedingt in ein Altersheim umgezogen, wo er sie regelmässig be­ sucht. Einmal pro Woche bildet er sich in Wirtschaftsvorlesungen an der Uni Zürich weiter. Zudem ist er in regelmässigem Kontakt mit seinen beiden Söhnen, die in Deutschland studieren, und seiner Tochter, die in Südamerika bei der inzwischen von ihm geschiedenen Frau lebt und kurz vor der Matura steht. Hugentobler betont, dass er die Ausbildung seiner Kinder ohne staatliche Hilfe selbst

Um Geld zu sparen, ist Hugentobler wieder zu seiner Mutter gezogen, ins Haus seiner Kindheit.


DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 27

finanziert hat – dank tiefer Studien­ gebühren in Deutschland. Weil er nie besonders luxuriös gelebt und immer gespart hat, geht es ihm finanziell noch immer einigermassen gut. Er kann es sich auch leisten, Alimente zu bezah­ len und seine Kinder weiterhin ein bisschen finanziell zu unterstützen. «Aber ich würde meiner Tochter gern ein Studium finanzieren, das dürfte ohne neuen Job schwierig werden.» Enttäuscht über die MEI-Umsetzung

Obwohl Hugentobler politisch eher den Positionen der SP nahesteht, hat er die Masseneinwanderungsinitiative (MEI) der SVP vor drei Jahren unter­ stützt. Und ist nun enttäuscht, dass sie nicht wortgetreu umgesetzt wird. «Was jetzt geplant ist, wird für Leute in meiner Situation nicht viel ändern. Es wäre wichtig, dass wir die Einwande­ rung wieder stärker selbst steuern.» Auch wenn das für seine Jobsuche in der Maschinenindustrie nicht viel

ändern würde: «Die leidet vor allem unter dem starken Franken.» Doch vom unkontrollierten Per­ sonenwachstum würden nur die Rei­ chen profitieren, sagt er: «Der Grossteil der Bevölkerung dagegen wird in die Armut abgedrängt und den extremen und populistischen Parteien zugetrieben. So wird der soziale Frieden zerstört.» Auch würde er sich einen verbes­ serten Arbeitnehmerschutz für Ältere wünschen. «Aber da ist gar nichts in Sicht. Ich fühle mich betrogen und von meiner Regierung im Stich gelassen, insbesondere von Wirtschaftsminister Johann Schneider­Ammann.» Auch die meisten Parlamentarier verträten vor allem die Interessen mächtiger Wirtschaftsgruppen, findet er. «Und die SP­Politiker setzen sich zu wenig für die arbeitende Bevölkerung ein.» Auch deshalb ist Hugentobler Mitglied beim Verband Avenir50plus, der sich für Arbeitslose über 50 enga­

giert. «Wir gehen auch regelmässig demonstrieren. Ich denke, es bleibt nichts anderes übrig, als mehr Druck aufzusetzen, damit wir endlich gehört werden.» Ansonsten drohe auch ihm die Altersarmut, befürchtet Hugen­ tobler. Wegen seiner vielen Jahre im Ausland hat er nicht viel Geld in der Pensionskasse – er müsste von seiner schmalen AHV leben. Ursprünglich hatte er sich vorge­ nommen, nur bis 2016 nach einer neuen Stelle zu suchen. Jetzt ist 2017, und er versucht es noch immer. «Aber ich überlege mir schon, meine Bemühungen zu reduzieren. Eigent­ lich würde ich gern mit einem Camper ein paar Monate durch Europa oder Südamerika reisen, vielleicht mache ich das dann einfach.» Es klingt weder trotzig noch resigniert, sondern vor allem unternehmungslustig. MM *Name der Redaktion bekannt www.avenir50plus.ch


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30 | MM8, 20.2.2017 | DOSSIER GLOBALISIERUNG

Rolf Weder

«Bei uns gibt es nur vereinzelte Globalisierungsverlierer» Die Schweiz gehöre zu den grössten Profiteuren der Globalisierung, sagt der Basler Wirtschaftsprofessor Rolf Weder. Aber die Verunsicherung habe auch hier zugenommen. Er plädiert für eine stärkere Einschränkung der Migration, Altersvolontariate und ein flexibleres Rentenalter, um jenen zu helfen, die durch die Globalisierung unter Druck geraten. Text: Ralf Kaminski

Bilder: Kostas Maros


DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 31

Rolf Weder glaubt nicht, dass die Globalisierung gestoppt oder umgekehrt werden kann: «Die Alternative wären wohl Handelskriege.»


32 | MM8, 20.2.2017 | DOSSIER GLOBALISIERUNG

Das war die erste grosse Globalisierungs­ phase? Genau. Der internationale Güterhandel unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg war so intensiv wie dann erst wieder in den 1960er­ und ­70er­Jahren. So lange hat es gedauert, die Folgen der zwei Weltkriege und des zunehmenden Protektionismus zu überwinden. In den 80er­Jahren begann dann die Globalisierung in neuer Dimension. Wodurch wurde sie ermöglicht? Durch die Liberalisierung. Staaten bauten Zölle ab, Transportkosten reduzierten sich dramatisch und der Herstellungsprozess veränderte sich stark. Ein Produkt wird heute nicht mehr als Ganzes am gleichen Ort hergestellt, stattdessen werden Einzelteile an diversen Standorten produziert und schliesslich zusammengesetzt. Das hat auch weniger hochentwickelten Ländern ermög­ licht, nützliche Dinge herzustellen und zu exportieren. Diese Aufsplittung der Wert­ schöpfungskette hat in den letzten 20, 30 Jahren entscheidend zur starken Globali­ sierung der Welt beigetragen. Das Internet hat zusätzlichen Schub gegeben und Handels­ und Transportkosten weiter reduziert. Es heisst immer, dass langfristig praktisch alle von der Globalisierung profitieren – selbst diejenigen, die es vielleicht kurz­ fristig nicht tun. Ist das so? Nicht unbedingt. Fokussieren wir mal auf den Güterhandel: Sicher profitieren sämt­ liche Länder davon – der durchschnittliche Wohlstand jeder Nation nimmt durch den internationalen Handel zu. Aber innerhalb der einzelnen Länder gibt es Umverteilun­ gen, die auch langfristig wirken. Wer seinen Job verliert, weil das Gleiche in China billiger gemacht werden kann, findet in der Regel wieder eine neue Stelle – und meist in einer besseren, produktiveren Branche oder Firma. Aber in einem Land wie der Schweiz, die zunehmend auf hochqualifizierte Arbeit­ nehmer setzt und niedrigqualifizierte Ar­ beiten im Ausland erledigen lässt, kann es durchaus passieren, dass die verbleiben­ den Niedrigqualifizierten auch langfristig

Zahlen und Fakten

Die Folgen der Globalisierung Einkommensgewinne pro Einwohner von 1990 bis 2014 Die Menschen in der Schweiz haben finanziell von der Globalisierung profitiert. Zwischen 1990 und 2014 hatte jeder Einwohner dank der Globalisierung pro Jahr im Schnitt 1632 Franken

mehr in der Tasche. Insgesamt kommen so über diesen ganzen Zeitraum 39 240 Franken pro Person zusammen. Mehr profitiert haben nur die Japaner.

Rang

Land

Durchschnittlicher jährlicher Einkommens­ gewinn je Einwohner ab dem Jahr 1990 in Franken*

Kumulierter Einkommensgewinn je Einwohner ab dem Jahr 1990 in Franken*

1

Japan

1764

42 360

2

Schweiz

1632

39 240

3

Finnland

1608

38 520

4

Dänemark

1452

34 920

5

Irland

1356

32 520

6

Deutschland

1356

32 520

7

Israel

1248

29 880

8

Österreich

1056

25 320

9

Griechenland

1056

25 320

10

Schweden

1020

24 480

11

Südkorea

996

23 760

12

Italien

936

22 560

13

Australien

924

22 080

14

Portugal

924

22 080

15

Slowenien

852

20 400

16

Neuseeland

840

20 280

17

Niederlande

828

19 800

18

Grossbritannien

816

19 440

19

Frankreich

780

18 720

20

Kanada

780

18 720

* Angaben in Schweizer Franken gemäss Umrechnungskurs CHF/EUR vom 31. 12. 2014

verlieren. Verlierer kann es also geben, aber das Land als Ganzes profitiert. Die Schweiz offenbar besonders stark. Wieso gerade sie? Generell profitieren kleine Länder von der Globalisierung am meisten. Die Schweiz hat sich auf einige Bereiche spezialisiert – etwa Banken, Pharma, Feinmechanik – und ist dort so gut, dass ihre Produkte international sehr gefragt sind. Gleichzeitig hat sie dank der Globalisierung Zugang zu einer Vielzahl von Zwischenprodukten und Talenten, mit denen sie ihre Spezialisierung weiter verbes­ sern kann. Und an die sie als kleines Land

sonst niemals rankäme. Dank ihrer gefragten teuren Exportgüter kann sie sich auch viele günstige Importwaren leisten. Das macht letztlich ihren Wohlstand aus. Was wäre ohne Globalisierung anders? Wir hätten viele Dinge nicht mehr oder müssten sie selbst herstellen. In Basel gab es zum Beispiel früher mal den kleinen Auto­ mobilhersteller Monteverdi. Die Fahrzeuge waren zwar schön, aber auch sehr teuer, und hatten auf die Dauer keine Chance. Generell wären alle Güter teurer, und wir hätten eine viel geringere Auswahl, was Wohlstand und Lebensstandard stark reduzieren würde.

Quelle: Bertelsmann-Stiftung

Rolf Weder, wann hat die Globalisierung begonnen? Schon im alten Ägypten. Die Schifffahrt hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. Durch sie war es möglich, grosse Distanzen günstig zu überwinden, und so begann der inter­ nationale Austausch von Gütern. Für die europäischen Länder wirtschaftlich relevant wurde dieser Austausch im Zuge der Indust­ riellen Revolution in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals begannen viele Nationen, Industriegüter zu produzieren, die man dann austauschte. Bis zum Ersten Weltkrieg 1914 hat das stark zugenommen.


Stagnierender Welthandel

Ausmass der Globalisierung

Entwicklung der weltweiten Warenexporte seit 1950. Nach kräftigem Wachstum bis 2011 nahmen die Exporte trotz Globalisierung 2015 ab.

Die Schweiz gehört zu den globalisiertesten Ländern der Welt. Der Index der ETH zeigt den Grad der internationalen Vernetzung auf.

Exporte in Milliarden US-Dollar

Rang aller Länder, 2013

20 000

15 000

1. Holland

91.70

2. Irland

91.64

3. Belgien

90.51 89.83

4. Österreich

87.01

5. Schweiz

10 000

20. England

81.97

27. Deutschland 5000

78.24

34. USA 48. Japan 73. China

195 0 196 0 197 0 198 0 199 0 200 0 200 5 201 0 201 1 201 2 201 3 201 4 201 5

0

75.71 67.86 60.73

100 = maximal globalisiert

Quellen, Grafik links: WTO; Grafik rechts: ETH-Konjunkturforschungsstelle

DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 33

Der westliche Mittelstand hat weniger profitiert als andere Die Grafik zeigt, welche globalen Einkommensklassen zwischen 1988 und 2011 wie stark bzw. wenig von der Globalisierung profitiert

haben. Ärmere und Superreiche haben prozentual am meisten profitiert, während der westliche Mittelstand eher leer ausging.

Einkommenssteigerung in Prozent, 1988–2011

1 Global am stärksten profitiert haben ärmere Haushalte, vor allem in den Entwicklungsländern. Ihr Einkommen hat sich zwischen 1988 und 2011 um bis zu 120 Prozent erhöht.

140 120

1

100 80 60 3

40 20

2

0 0

10

20

30

40

50

60

70

80

90

100

3 Deutlich mehr profitiert haben die Superreichen in aller Welt. Zwar sind ihre Einkommen prozentual weniger stark gestiegen als jene der ärmeren Haushalte, dafür aber auf viel höherem Niveau.

Grafik: Branko Milanovic

2 Hier ist der Mittelstand der westlichen Welt angesiedelt. Er hat von den Einkommenszuwächsen durch die Globalisierung wenig bis gar nicht profitiert.

Globale Einkommensverteilung: 0 = sehr arm, 100 = sehr reich

Globalisierung ist aber heute viel mehr als Güterhandel und Dienstleistung. Absolut, der Austausch von Personal und Kapital gehört ebenfalls dazu. Und auch beim Handel wird immer mehr in die Auto­ nomie von Ländern eingegriffen, was ja heute auch viele kritisieren: zum Beispiel Vor­ schriften, dass Industrien nicht subventio­ niert werden. Oder einheitliche Umwelt­, Produktions­ und Produktestandards. Ganz grundsätzlich: Wer profitiert und wer leidet unter der Globalisierung? Rund 160 Länder sind in der Welthandels­ organisation WTO dabei, und die haben als

Ganzes alle profitiert. Innovative Länder mit gut ausgebildeten Menschen wie die Schweiz besonders – und hier wiederum am meisten jene gut ausgebildeten Menschen, die in attraktiven Exportbranchen tätig sind. Bei genauerer Betrachtung der Daten sieht man, dass zum Beispiel in den USA in den letzten 25 Jahren eine Lohnschere entstanden ist: Die Löhne der Hochqualifizierten haben deutlich mehr zugelegt als jene der Niedrig­ qualifizierten. In der Schweiz hingegen gab es keine solche Lohnschere. Das bedeutet einerseits, dass es den Tiefqualifizierten hier besser gelungen sein könnte, andere, an­ spruchsvollere Jobs zu finden als in den USA.

Andererseits sind die Löhne der Hochquali­ fizierten hier weniger stark gestiegen als anderswo, wohl auch, weil wegen der starken Einwanderung immer genügend gutes Personal zur Verfügung stand. Die Einwanderung hat also grossen Einfluss auf die Entwicklung. Oh ja. Im Vergleich zur Zahl der Beschäftig­ ten ist sie in der Schweiz relativ hoch. Und sie hat sich in den letzten 15, 20 Jahren stark verändert. Während man zuvor vor allem die Immigration von Niedrigqualifizierten förderte, ist die Schweiz nun speziell für Hochqualifizierte attraktiv. Das ist natürlich eine positive Entwicklung: Hochqualifizierte haben ein viel kleineres Risiko, arbeitslos zu werden, und sind gute Steuerzahler. Aber es hat sicher auch die Löhne gedrückt. Wer spürt sonst noch negative Effekte? Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist zwar vergleichsweise tief, aber unter den Niedrigqualifizierten hat sie in den letzten 20 Jahren relativ stark zugenommen. Unsere Analysen haben allerdings gezeigt, dass dies nicht auf den Importdruck der Globalisierung zurückzuführen ist, obwohl wir das eigentlich erwartet hatten. Einzelne Beispiele lassen sich natürlich immer finden, aber letztlich können wir nicht belegen, dass zum Beispiel Importe aus Billiglohnländern dafür verantwortlich sind. Aber vielleicht die Einwanderung? Arbeitgeber können sich ihr Personal in ganz Europa suchen. Es wäre möglich, dass unter den Niedrig­ qualifizierten dadurch ein gewisser Verdrän­ gungseffekt stattfindet. Das müsste man sich genauer ansehen. Dann gibt es in der Schweiz eigentlich nur Einzelfälle, die man als Globalisierungsverlierer bezeichnen kann? So ist es. Dank unserer diversifizierten Wirt­ schaft und unserem flexiblen Arbeitsmarkt. Trotzdem gibt es auch hier Menschen, deren Job ins Ausland verlagert wurde und die keinen neuen mehr finden. Es gibt Firmen, die schliessen mussten, weil man im Ausland günstiger produziert. Wer davon betroffen ist, muss bereit sein, sich zu ver­ ändern, um wieder etwas Neues zu finden. Dann gelingt das meist auch. Könnte man sagen: Negative Effekte spüren alle, die sich nicht flexibel genug an die neuste Entwicklung der Globalisierung anpassen können oder wollen? Das hat schon was, den stärkeren Wettbewerb spüren fast alle. Manchmal muss man den Wohnort wechseln, um einen neuen Job zu finden. Und selbst wenn der vielleicht attraktiver ist als der alte, fühlen sich die


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SONDERAUSGABE GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 35

Betroffenen nicht gut, weil es ihnen am früheren Wohnort besser gefallen hat – und sie zudem fürchten, dass ihnen in ein paar Jahren dasselbe wieder passieren könnte. Bei vielen Menschen ist deshalb das Gefühl der Unsicherheit stark gestiegen. Die Globalisierung bringt mehr Ertrag, birgt aber eben auch mehr Risiken. Und da kann es schon sein, dass die Verunsicherten dann bei einer Wahl für den Kandidaten stimmen, der mehr Stabilität und Kontrolle verspricht, wie Donald Trump das getan hat. Nach Trumps Sieg scheinen nun auch die diversen regionalen Freihandelsabkommen keine Chance mehr zu haben. Bei diesen Abkommen geht es nicht nur darum, grenzüberschreitenden Handel zu ermöglichen. Sie sollen auch Produktvorschriften harmonisieren, Dienstleistungen neu regulieren oder es Firmen ermöglichen, Länder zu verklagen. Das geht also sehr viel weiter. Und die Kritiker wollen vor allem, dass ihr Land wieder eigenständiger über solche Dinge entscheiden kann. Das hat wohl auch den Brexit motiviert: Man wollte wieder mehr selbst entscheiden. Ist es wirtschaftlich ein Verlust, wenn diese Abkommen nicht zustande kommen? Ich finde nicht. Sie würden zu Verzerrungen im Handel führen, weil sie Sonderregelungen für gewisse Regionen schaffen und Dritte diskriminieren. Der Handel ist bereits gut über die WTO-Abkommen geregelt. Ich bin nicht der Ansicht, dass es nötig ist, alles zu öffnen. Wenn ein Land gute Gründe hat, bestimmte für die Umwelt, Sicherheit oder Gesundheit sensible Bereiche zu schützen, dann ist das in Ordnung. Problematisch ist nur, wenn es Produkte nicht ins Land lässt, um damit bei sich eine Branche zu schützen, die vergleichsweise ineffizient ist. Wie bedeutend sind die Globalisierungsverlierer und -skeptiker in den Koalitionen, die Politiker wie Donald Trump oder Massnahmen wie den Brexit unterstützen? Die Frage ist, wo der Kern der Kritik liegt: Geht es um grenzüberschreitenden Handel von Gütern und Dienstleistungen? Migration? Entscheide von supranationalen Organisationen, an die sich ein Land halten muss, ob es will oder nicht? Nimmt man all das zusammen, machen diese Kritiker sicherlich einen substanziellen Teil dieser Koalition aus. In den USA ist die Industrie durch den Handel mit China stärker unter Druck geraten als in anderen Ländern, entsprechend gibt es mehr Menschen, die dem die Schuld an ihrer Misere geben. Ich bezweifle zwar, dass sie wahlentscheidend waren, aber sie hatten sicher einen gewissen Anteil in der Koalition der Trump-Wähler. Für entscheidender halte ich aber das Thema Migration.

Rolf Weder: «Bei vielen Menschen ist das Gefühl der Unsicherheit stark gestiegen.»

Was müssen Politik und Gesellschaft tun, um den Gruppen zu helfen, die unter der Globalisierung leiden? Es braucht stabile Sozialsysteme. Durch die Globalisierung werden immer irgendwo Arbeitsplätze verloren gehen; die Betroffenen müssen sich neu orientieren und qualifizieren, und sie brauchen ein gutes Auffangnetz, um in der Zwischenzeit ihren Lebensstandard halten zu können. Zudem braucht es ein Steuersystem, das angemessen umver-

Zur Person

Ökonom und Globalisierungsexperte Rolf Weder (56) ist Professor für Aussen-

wirtschaft und Europäische Integration an der Universität Basel. Er hat mehrere Studien zu den Effekten der Globalisierung verfasst. Weder ist im Appenzellerland aufgewachsen, verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Arlesheim BL.

teilt, sodass die Gewinner der Globalisierung einen Teil ihres Profits abgeben. Beides, Auffangnetz und Steuersystem, funktioniert in den USA zu wenig gut, deshalb ist die Kritik dort lauter als bei uns. Die Schweiz ist da besser aufgestellt? Ich finde schon. Es gibt eine ziemlich starke Umverteilung und stabile Auffangnetze. Entscheidend ist, dass wir das trotz Spardruck so erhalten können. Umso wichtiger ist es, sicherzustellen, dass die Sozialsysteme nicht missbraucht werden. Sonst verlieren sie politisch an Unterstützung. Aber denen, die leiden, reicht das nicht. Was könnte man noch tun? Eine stärkere Einschränkung der in einigen Ländern hohen Migration wäre sicherlich hilfreich. Wenn es weniger leicht ist, junge Talente aus dem Ausland anzustellen, steigt die Nachfrage für gute Mitarbeiter im Inland. So haben auch ältere Leute wieder bessere Chancen. Es braucht gewisse Grenzen bei der Migration – mehr als beim Güter- und Dienstleistungshandel. Dass die EU sich so da-


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DOSSIER GLOBALISIERUNG | MM8, 20.2.2017 | 37

gegen sperrt, kann ich nicht verstehen. Damit gefährdet sie das ganze Integrationsprojekt. Wirtschaftlich entscheidend ist, wie diejenigen Einwanderer ausgewählt werden, die willkommen sind. Es sollten die kommen, die einen möglichst hohen Mehrwert generieren. Man könnte eine Art Punktesystem für Einwanderer einführen, wie es Kanada hat, oder eine Auktion. Aber auch dann bleibt das Risiko, bei Umstrukturierungen den Job zu verlieren und nichts Neues mehr zu finden. Besonders hoch ist das Risiko für Leute über 50, die lange im gleichen Job für die gleiche Firma gearbeitet haben und sich nun plötzlich umorientieren müssen. Für diese Menschen müssen wir mehr tun, es zum Beispiel erleichtern, dass sie neue Ausbildungen machen können. Fast noch wichtiger wären mehr Möglichkeiten fürs Learning-by-doing, also die Chance, am Arbeitsplatz zu lernen. Ein Problem dabei sind oft die hohen Löhne und Lohnnebenkosten in diesem Alter, das

sollten wir flexibilisieren. Auch die Bereitschaft, im Alter etwas weniger zu verdienen, würde helfen.

Sorgen machen. Umso mehr, als die Pläne von Populisten wie Trump die genannten Probleme wohl nicht lösen können.

Es bräuchte quasi Altersvolontariate? Ja, vielleicht. Und wenn wir schon dabei sind: Wir sollten die fixe Pensionierungsgrenze von 65 aufheben. Welche Firma bildet einen 57-Jährigen neu aus im Wissen, dass er in acht Jahren ohnehin pensioniert wird? Würde er hingegen bis 75 arbeiten und dabei nur 70 Prozent von einem 40-Jährigen kosten, wird er plötzlich attraktiv.

Liesse sich die Globalisierung überhaupt stoppen oder gar umkehren? Trump hat sich ja bereits ein wenig gemässigt. Er unterstützt zwar das TPP nicht, aber ein Austritt aus der WTO ist kein Thema – das hätte dann enorme Konsequenzen. Werden diese Kräfte noch stärker, gäbe es vermutlich keinen weiteren Ausbau des Handels mehr. Ziemlich sicher würde die Einwanderung eingeschränkt. Aber dass die Globalisierung an sich gestoppt oder umgekehrt werden könnte, scheint mir unwahrscheinlich. Die Alternative zu den WTO-Abkommen wären wohl Handelskriege: Die einen würden Zölle erhöhen, die anderen nachziehen, Exporteure würden leiden, Waren teurer werden, der Wohlstand sinken. Die Länder würden sehr schnell merken, dass sie sich ins eigene Fleisch schneiden und das aktuelle System deutlich besser ist. MM

Um all dies durchzusetzen, müsste sich politisch aber einiges bewegen. Tatsächlich. Aber umso mehr sollten wir diese Dinge nun angehen. Da sind vor allem die vernünftigen Parteien der Mitte gefordert. Eigentlich sind sie das Problem, denn ihre Politik, ihre unzureichenden Lösungen, haben die extremeren Polparteien erst stark werden lassen. Wenn sich das nicht bessert, muss man sich in der Tat

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MENSCHEN | MM8, 20.2.2017 | 39

Leserforum MM7: Elternnotruf Angst vor dem eigenen Kind

«Trägt man als Eltern eine Mitschuld, wenn das Kind abstürzt?» Ich stelle mir immer wieder die Frage: Was kann in der Pubertät toleriert werden und was nicht? Wie viel Freiheit brauchen Jugendliche? Gilt auch hier: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser? Müssen Jugendliche nicht auch negative Erfahrungen sammeln? Oder soll man sie davor schützen? Trägt man als Eltern eine Mitschuld, wenn das Kind abstürzt? Fragen über Fragen, die – je nach Jugendlichem – individuell beantwortet werden müssen.

Pubertierende legen oft ein Verhalten an den Tag, das ihre Eltern verzweifeln lässt. Manchmal hilft nur noch der Elternnotruf.

Jeany Mama, via www.migrosmagazin.ch

Bild: iStockphoto, Nomad Cruise

Erziehung fängt nicht erst in der Pubertät an. Bis die Kinder vier Jahre alt sind, findet man alles süss, was sie tun – das ist schon der erste Fehler. Dann kommen Kindergarten und Schule, und plötzlich müssen sie in ein Schema passen, das sie nicht kennen. Die Probleme nehmen ihren Gang, und die Eltern, schon mit sich selbst überfordert, wissen nicht mehr weiter. Gespräche sind ein Muss in der Erziehung. So kann man den Jungen vertrauen und die Grenzen nach und nach erweitern. Das braucht Zeit, Kraft und Mut. Und: Eine hundertprozentige Garantie gibt es auch in der Erziehung nicht. Rita Frey, via www.migrosmagazin.ch Wenn ich als Elternteil Angst vor meinem eigenen Kind habe, ist in der Erziehung einiges falsch gelaufen. Kinder, die sich von zu Hause abkapseln, sind meistens solche, die gut begütert aufgewachsen sind und denen Reit- und Klavierstunden oder Ähnliches bezahlt wurde. Aber wie wärs, die Kinder zu fragen, ob sie dies überhaupt wollen? Daniel Zollinger, via www.migrosmedien.ch

MM7: Digitale Nomaden Ihr Büro ist die ganze Welt

«Wer so arbeitet, verliert den Bezug zur Realität» Die Erkenntnis, dass man zum Arbeiten nicht jeden Tag ins Büro fahren muss, ist mittlerweile mindestens 30 Jahre alt und macht sehr wohl Sinn, um das umweltschädigende und zeitraubende Pendeln ein-

zudämmen. Aber die Idee, sein Büro auf ein Kreuzfahrtschiff zu verlegen oder regelmässig auf permanenten Weltreisen zu arbeiten, ist eher kontraproduktiv. Würden alle so arbeiten, wäre dies mindestens so umweltschädlich wie das Pendeln. Abgesehen davon können sich nur wenige ein dermassen teures Büro leisten. Und die Gefahr ist gross, dass, wer so arbeitet, bald den Bezug zur Realität verliert. Selten wird deshalb auch die ganze Woche «gehomeworkt». Hansjörg Menzi, via www.migrosmagazin.ch MM6: Hausarztmangel Nachwuchs dringend gesucht

«Diese Hausärzte sind die wahren Helden»

Arbeiten, wo andere Ferien machen: digitale Nomaden auf hoher See

Ich möchte diesen – eigentlich – pensionierten Ärzten und allen noch praktizierenden Hausärzten ein riesiges Lob aussprechen. Sie alle sind für mich die wahren Helden, die Alleskönner,

die Zuhörer, die Persönlichen. Für das, was sie leisten, sind sie total unterbezahlt. Oder kurz gesagt: Diese Ärzte, diese Menschen mit dieser «alten» Grundhaltung sind eigentlich unbezahlbar. Bernadette Ansinger, via www.migrosmagazin.ch Ein guter Artikel. Unser Dorf ist auch davon betroffen. Nachdem der bisherige Hausarzt lange über seine Pensionierung hinaus gearbeitet hatte, musste er Ende letzten Jahres gesundheitshalber aufören. Trotz zahlreicher Bemühungen seinerseits und von der Gemeinde ist es nicht gelungen, einen Nachfolger zu finden. Die Patienten müssen jetzt mit dem Auto oder Postauto in den nächsten grösseren Ort (10 bis 15 Kilometer) zum Arzt fahren. Markus Wälti, via www.migrosmagazin.ch Arzt studieren kann mancher, aber ein guter Arzt sein, das ist etwas anderes. Der Hausarzt ist für mich die wichtigste Ansprechperson, die mich ernst nimmt. Vor ihm habe ich eine Riesenachtung, und er verdient


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MENSCHEN | MM8, 20.2.2017 | 41

meinen grossen Respekt. Heute ist wohl nur noch der Intellekt und nicht die Empathie ein Aus­ wahlkriterium. Die Regierung muss unbedingt handeln! Für alles und jedes gibt es Gesetze. Da sollte es doch möglich sein, dass man beim Arztstudium auch bestimmte Auflagen für Hausarztpraxen einführt. Ein grosser Appell an unseren Gesundheitsminister: So wür­ den auch die Gesundheitskosten gesenkt werden können. Gabriela Dierauer, via www.migrosmagazin.ch Grosse Hochachtung vor den Hausärzten in diesem Artikel! Leider gibt es auch noch eine andere Sorte, bei denen der schnelle Verdienst im Vorder­ grund steht. Da geht man mit

einer Erkältung rein, drei Minu­ ten später verlässt man nach kurzem Abhören und einem Blick in den Rachen die Praxis wieder – mit einem Säckchen mit fünf Medikamenten, von denen die meisten sinnlos sind. Jan Müller, via www.migrosmagazin.ch Ich habe mich sehr geärgert über die Äusserungen von Matthias Maurer bezüglich Krankenkassenprämien. Die älteren, chronisch kranken Men­ schen sollen noch mehr Selbst­ beteiligung zahlen. Ist es nicht traurig genug, krank zu sein? Als ob jemand aus Freude zum Arzt geht! Was die Medikamente be­ trifft, habe ich keine Verbilligung bemerkt. Wir Rentner haben seit Jahren keinen Teuerungs­

ausgleich erhalten. Und die Preise schiessen derweil nach oben. Die reiche Schweiz ist reich, aber nur für Begüterte. Maja Schelker, Köniz BE MM6: Milena Moser

Zu Hause angekommen

«Die Schweiz ist mir auch zu anstrengend» Die Schweiz sei ihr zu anstrengend, sagt Milena Moser in diesem Artikel. Ich kann das gut nachfühlen und würde am liebs­ ten auch auswandern. Doch was passiert nun unter Trumps Re­ gierung – muss Milena die Koffer

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Migros-Welt MM08

Zahl der Woche

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307 609 Kubikmeter Volumen hat das neue Tiefkühllager im Migros-Verteilbetrieb Neuendorf. Über 380 durchschnittliche Einfamilienhäuser hätten darin Platz.

Migros-Lehrberufe

Fröhliche Betreuerin Rahel Bäbler (18) absolviert das zweite Lehrjahr als Fachfrau Kinderbetreuung EFZ bei der Genossenschaft Migros Zürich. In der Kinderkrippe am Hauptsitz des Unternehmens umsorgt sie Kinder von Migros-Mitarbeitenden und von anderen berufstätigen Eltern.

Bild: Daniel Kellenberger

«Ob ein Bäbi zum Spielen oder auch nur eine frische Windel – die Kinder zeigen mir jeden Tag, wie wenig man braucht, um zufrieden und glücklich zu sein. Die Arbeit mit ihnen gibt mir viel.»


44 | MM8, 20.2.2017 | MIGROS­WELT

Kinder erklären die Kinderrechte

Buchtipp

Kinder reden Klartext

Jonas findet zum Beispiel, dass alle Kinder auf der Welt in die Schule gehen müssen. Er unterstreicht seine Forderung mit sechs Ausrufezeichen. Sara betont, dass allen Kindern mit einer Behinderung besonderer Schutz zusteht. Kinderzeichnungen

illustrieren die kurzen Texte. Das Buch mit dem Titel «Kinder kennen ihre Rechte» entstand mit Hilfe des Migros-Kulturprozents. Es kann auf der Website der Kinderlobby bestellt werden. www.kinderlobby.ch

Michelle Gisin

Wendy Holdener

Grand Prix Migros Grosser Jubel an der Ski-WM in St. Moritz: In der Superkombination

der Frauen gewinnt Wendy Holdener Gold, Michelle Gisin holt die Silbermedaille. Die beiden Freundinnen standen nicht zum ersten Mal zusammen auf dem Podest. Vor 14 Jahren nahmen die beiden als 10-Jährige am Grand Prix Migros teil, Europas grösstem Skirennen für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren. Gewonnen hat damals Michelle Gisin, Wendy Holdener belegte den dritten Platz. Seit diesem Ereignis verbindet die beiden eine enge Freundschaft. Talentförderung

Zwischen Tanz und Theater Mit insgesamt 72 000 Franken unterstützt das Migros-Kulturprozent Jungtalente im Bereich Bewegungstheater. Die fünf Hauptgewinner im Alter von 21 bis 24 Jahren erhalten je einen Betrag von 14 400 Franken. Die Künstlerinnen und Künstler überzeugten eine internationale Jury mit ihren Darbietungen. Experten bewerteten die Bühnenpräsenz sowie die Persönlichkeit der Schauspieler. Das Bewegungs­

theater durchbricht Grenzen

zwischen verschiedenen Kunstgattungen: Mit den Mitteln von Tanz, Pantomime und Schauspiel werden auf der Bühne Geschichten erzählt, die oft geheimnisvoll bleiben und das Publikum dennoch berühren.

BIlder: Swiss-Ski, SM/APA/Keystone, Miriam Elias, Andreas von Gunten

Wann müssen Erwachsene besonders Rücksicht auf Kinder nehmen? Wie kommen Mädchen und Buben zu ihrem Recht? Um solche Fragen dreht sich ein neues Bilderbuch, das die Kinderlobby Schweiz herausgegeben hat. Das Werk enthält keine juristischen Abhandlungen; stattdessen haben Kinder in Worte gefasst, was ihnen zusteht.


MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 45

Klipp und klar

«Generation M hat kein Ablaufdatum»

Engagement Migros

Gut vernetzt ins Jubiläumsjahr Vor fünf Jahren wurde der Förderfonds Engagement Migros ins Leben gerufen. Ziel dieses freiwilligen Engagements der Migros-Gruppe ist es, Pionierprojekte in Bereichen wie Mobilität, Ernährung, digitale Transformation oder der Kreativwirtschaft finanziell, aber auch mit persönlichen Beratungen zu unterstützen und die Menschen hinter den Projekten miteinander zu vernetzen.

Cornelia Diethelm, Leiterin

Nachhaltigkeit & Issue Management bei der Migros.

1

Vor exakt fünf Jahren hat die Migros ihr Nachhaltigkeitsprogramm Generation M lanciert. Wurden alle Ziele erreicht? Die meisten Ziele haben wir erreicht oder sogar übertroffen. Bei einigen Projekten be­ nötigen wir mehr Zeit oder haben die Komple­ xität schlicht unter­ schätzt. Wo wir nicht auf Kurs sind, machen wir es transparent.

Insgesamt 30 Millionen Franken

hat Engagement Migros so bisher aufgewendet. Gefördert wurden damit 51 verschiedene Projekte – weitere 45 befinden sich in der Umsetzung.

Mehr Infos: www.engagement-migros.ch

Ein gefördertes Projekt: Die Lastenradinitiative Carvelo fördert das Testen, Mieten und Teilen von Cargo-Bikes.

Blickfang

Heimat in der Ferne «Dieses Foto entstand im Frühling 2016 in einem kleinen Ort in Albanien, nahe der Grenze zum Kosovo. Beim Erkunden des Dörfchens stiessen ich und meine Freundin auf den alten Migros- Beck-Container. Auch wenn wir beide die Migros-Beck-Generation nie erlebt haben, fühlten wir uns an diesem völlig fernen Fleckchen Erde schon fast wie daheim.» Schicken Sie uns Ihr MigrosBild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www.migmag.ch/blickfang

Isabelle Vögelin

2

Gibt es neue Ziele? Im Moment konzen­ trieren wir uns auf Ziele, die besonders anspruchsvoll sind. Dazu gehören umwelt­ freundlichere Ver­ packungen und die Umsetzung der hohen Schweizer Tierwohl­ standards bei Produ­ zenten im Ausland.

3

Gibt es Generation M in fünf Jahren immer noch? Die Philosophie von Generation M hat zum Glück kein Ablauf­ datum. Als Genossen­ schaft suchen wir bei allem, was wir tun, nach wirtschaftlich, sozial und ökologisch ausgewogenen Lösun­ gen. Dieses voraus­ schauende Handeln ist in der Kultur und Strategie der Migros fest verankert.


46 | MM8, 20.2.2017 | MIGROS-WELT

Haben Sie eine Frage?

Frage der Woche

M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Ich habe in der Migros getrocknete Feigen gekauft, die eine ungewöhnlich dunkle Farbe haben. Sind sie trotzdem noch geniessbar?

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr.

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Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

Bisweilen können getrocknete Feigen auch einen feinen, weissen Film aufweisen. Dabei handelt es sich um kristallisierten Fruchtzucker. Ein solcher Belag kann bei Temperaturschwan­ kungen und längerer Lagerung entstehen. Auch dieser Belag hat auf die Qualität des Produkts keinerlei Einfluss. MM

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MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 47

1995 Serie: Migros-Pioniere

Schon seit über zwanzig Jahren setzt die Genossenschaft Migros Zürich Kompogas-Lastwagen ein.

Bild: Gabi Vogt

Dietmar Horvath (51) ist viel auf Achse: Mit einem mächtigen Kühllastwagen beliefert er die Supermärkte der Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) mit Molkereiartikeln, frischem Gemüse und vielen anderen Lebensmitteln. Der LKW kann sechs Tonnen Ware befördern. Doch das Besondere ist der Treibstoff: Das Fahrzeug läuft mit klimafreundlichem Kompogas, das aus Speiseresten, nicht verkauftem Gemüse oder Schnittblumen gewonnen wird. Sechs Kompogas-Lastwagen der GMZ sind zurzeit im Einsatz. Bereits seit 1995 setzt die Migros Zürich solche Öko-Brummer ein. Das passt zur Philosophie der ganzen Migros: Alle Waren werden möglichst umweltfreundlich befördert. MM

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1. Tag: Direkt mit Swiss Zürich-Hamburg. Fahrt nach Kiel und Einschiffung. Übernachtung an Bord der Color Line. 2. Tag: Ausschiffung in Oslo. Stadtbesichtigung. Fahrt nach Hamar am Mjosasee. 3. Tag: Aufenthalt im Olympiaort Lillehammer. Panoramafahrt entlang dem Rondane Nationalpark, dem Raumatal und über die Trollstigen an den Geirangerfjord (Unesco-Weltnaturerbe). 4. Tag: Vormittags fak. Geiranger-Schifffahrt (Vorausbuchung notwendig). Vorbei am Jostedalsbreen-Nationalpark in die Region des Sognefjords. 5. Tag: Überquerung des Sognefjord. In Vik Besuch der Hopperstad-Stabkirche. Nachmittags Besichtigung der Hafen- und Hansestadt Bergen. 6. Tag: Freier Vormittag. Mittags Einschiffung auf Fjord Line. Rest des Tages und Übernachtung an Bord. 7. Tag: Ausschiffung in Hirtshals und Reise über die dänisch-deutsche Grenze nach Hamburg. 8. Tag: Stadtbesichtigung der Hansestadt Hamburg mit lokalem Komfortklassebus und lokaler Reiseleitung. Danach Rückflug mit Swiss nach Zürich. Mini-Kreuzfahrt Mit Schiffspassage Kiel–Oslo mit Color Line und Bergen–Hirtshals mit Fjord Line (je eine Nacht), in beiden Fällen mit modernen Kreuzfahrt-Fähren. Internet-Buchungscode

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MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 49

Migusto

Willkommen im Club Migusto ist das neue Kochportal der Migros. Mit Videoanleitungen und kurzen Animationsfilmen werden auch Anfänger für die Küche fit gemacht. Das Migros-Magazin hat einen Blick hinter die Produktion geworfen. Text: Claudia Schmidt

Bilder: Tina Sturzenegger

Der neue Migusto-Kochclub läuft auf allen Endgeräten, egal ob auf dem Computer, dem Smartphone oder dem Tablet.

Aktion 10-fache Cumulus-Punkte für die Registrierung als Mitglied auf migusto.ch

So wird man Clubmitglied

Um sich bei Migusto registrieren zu können, muss man im Besitz einer Cumulus-Karte und eines Migros-Logins sein. Nach der Anmeldung mit dem Migros-Login sind drei Fragen zu den eigenen Kochkünsten, den kulinarischen Vorlieben sowie zu Unverträglichkeiten von Laktose oder Gluten zu beantworten. Mit einem weiteren Klick kann man die Registrierung abschliessen. Welche Vorteile der Kochclub bietet, erfahren Sie im Interview auf Seite 51.


50 | MM8, 20.2.2017 | MIGROS-WELT

Migusto

Hinter den Kulissen Um Rezept-, How-to- und Animationsvideos für den Migusto-Kochclub kümmert sich ein Team von Spezialisten vor und hinter den Kameras. Jedem Detail wird grösste Aufmerksamkeit gewidmet, damit auch bei den Mitgliedern daheim alles gut gelingt.

1 3

1 Das Filmteam bei

der Besprechung der nächsten Filmsequenz. Hier entsteht gerade ein Rezeptvideo. 2 Rezeptautorin Anja Steiner bereitet vor der Kamera eine Focaccia zu. 3 Die Kamera hält alle Schritte im Bild fest (hier das Beträufeln mit Öl).

Bild: Roger Hofstetter; zVg

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MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 51

Miriam Benz ist Leiterin des Migusto-Kochclubs. Miriam Benz

«Täglich Spass am Kochen» Welche Idee steckt hinter Migusto? Migusto ist der neue Kochclub der Schweiz. Herzstück bildet die Internetplattform migusto.ch. Sie vereint eine grosse Rezeptdatenbank inklusive Videos und Glossar mit täglich neuen Geschichten und Reportagen aus der Welt der Küche. Vor allem geht es bei Migusto um eines: den täglichen Spass am Kochen und die Freude an genussvoller Ernährung.

4

5 6

4 Was gedreht wird,

wird vorher im Storyboard festgelegt. Regisseurin Aurelia Schmid achtet beim Dreh darauf, dass der Ablauf stimmt. 5 Zu jeder Szene gibt es eine Klappe, auf der vermerkt wird, um welche Sequenz es sich handelt. 6 Bildredaktoren und Kulinarik-Profis, Digital Producer und Administratoren, Projektleiter und Technikspezialisten: Das Migusto-Team freut sich über den erfolgreichen Start ihres Kochclubs.

Welche Vorteile habe ich als Clubmitglied? Nebst Inspirationen und Rezepten erhalten alle, die sich gratis als Clubmitglied registrieren, auch Vorteile: Sie profitieren von exklusiven Cumulus-Angeboten oder Rabatten auf Produkte oder Dienstleistungen aus der ganzen Migros. Weiter können sie Onlineangebote nutzen, etwa, indem sie sich online eine Rezeptsammlung anlegen oder die Zutaten direkt in der digitalen Einkaufsliste speichern. Zudem erhalten sie auch das neue Printmagazin «Migusto» gratis, das in den nächsten Monaten die «Saisonküche» ablösen wird. Mit welchen Produkten wird gekocht? Es gibt auf migusto.ch einen engen Bezug zum MigrosSortiment. Die Zutaten der Rezepte stammen grundsätzlich aus unserem Sortiment und lassen sich mit einem Mausklick in die Einkaufsliste übertragen. MM


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Mit gezielter Ernährungs- und Stoffwechseltherapie zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Vitalität. Gesundheit stärken und erhalten bis ins hohe Alter, ursächlich etwas gegen chronische Erkrankungen selber und aktiv tun. Wir zeigen Ihnen was und wie es geht, mit 25-jähriger Erfahrung, nachhaltig und erfolgreich.

Ursächliche Behandlung von Stoffwechselstörungen

Dr. med. Padia Rasch Leitende Ärztin Fachkurhaus Seeblick

Ein gut funktionierender Stoffwechsel ist die Grundlage für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Umgekehrt gilt: Jede Krankheit hat ihre Ursache in einer Störung des Stoffwechsels. Substanzen können dann nicht mehr abgebaut und ausgeschieden werden, sie reichern sich an und können den Körper vergiften. Die Symptome sind vielfältig: Schlafstörungen, zu hohe Zucker-, Fett- und Leberwerte, Verdauungsprobleme, Müdigkeits- und Erschöpfungszustände oder rheumatische Beschwerden sind nur ein paar Beispiele. Im Fachkurhaus Seeblick nehmen wir uns viel Zeit für Sie.

Sie lernen bei unseren Fachvorträgen, wie Sie Ihre Ernährung so optimieren, dass Sie langfristige und nachhaltige Erfolge erzielen.

Vorbeugen ist besser als heilen Um die Gesundheit zu erhalten, hilft es, dem Körper mal eine Auszeit zu gönnen. Mit unserem EPD®-Ernährungsprogramm regen Sie Ihren Stoffwechsel an und bringen ihn wieder in Balance. Wir ermitteln Ihren individuellen Bedarf an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Ballast- und Aufbaustoffen und gleichen Defizite mit unseren massgeschneiderten HCK®-Mikronährstoffrezepturen gezielt aus. So bekommt Ihr Körper genau das was er braucht. Schon nach kurzer Zeit spüren Sie die positive Wirkung. «Erfolglos habe ich mich von Diät zu Diät gehungert» Dies ist die Aussage von vielen Hilfesuchenden. Schuld hat der sogenannte Jo-Jo-Effekt, also die unerwünschte schnelle Gewichtszunahme nach einer Reduktionsdiät. Oft leidet dann die Motivation. Während einer Intensiv-Kur(s)woche wird Ihnen gezeigt, wie Sie dank der EPD®-Ernährungstherapie diesen Teufelskreis beenden. Ziele des Aufenthaltes im Fachkurhaus Seeblick • Rasch und gesund Depotfett abbauen • Cholesterinwerte und Blutdruck reduzieren • Körper entgiften und vitalisieren • Körpereigene Abwehrkräfte gezielt stärken • Tiefgreifend entgiften Spezialangebot: 1 Woche im Doppelzimmer pro Person ab CHF 998.– statt CHF 1242.– 1 Woche im Einzelzimmer ab CHF 1218.– statt CHF 1400.– Im Preis inbegriffen sind: 6 Übernachtungen (Sa–Fr), Kurse und Vorträge, komplette Verpflegung (EPD®-Ernährungsprogramm) inkl. Getränke, Benutzung Whirlpool und Tepidarium, Morgengymnastik, Fitness-Center Kronenhof.

«Ich fühle mich nun viel vitaler, konzentrierter und zufriedener» Petra Held: «Ich bin hier schon zum zweiten Mal. Diese Kur verbinde ich gleich mit Ferien. Ursprünglich war ich wegen meinem Burnout hier. Beim zweiten Mal wollte ich wieder neue Inputs erhalten, da ich merkte, dass sich alte Gewohnheiten und schlechte Ernährungsverhalten eingeschlichen haben. Nach dem Aufenthalt fühlte ich mich viel vitaler, konzentrierter und zufriedener. Ich konnte mein Gewicht reduzieren und mit den HCK®-Mikronährstoffen fühlte ich mich viel fitter.» Ich interessiere mich für eine Intensiv-Kur(s)woche Sa. 04.03. – Fr. 10.03.2017 Sa. 11.03. – Fr. 17.03.2017 Sa. 18.03. – Fr. 24.03.2017 Sa. 25.03. – Fr. 31.03.2017 Sa. 01.04. – Fr. 07.04.2017 Sa. 08.04. – Fr. 14.04.2017 Wunschtermin

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MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 53

Migusto

Wertvolle Delikatesse Hauptakteur bei Sushi, edler Solodarsteller oder allzeit bereites Multitalent aus der Dose: Thunfisch spielt eine wichtige Rolle in der KĂźche. Migusto hat Infos, Tipps und Kochideen rund um den beliebten Speisefisch zusammengetragen.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz Rezept: Annina Ciocco

WISSENSWERTES Ă&#x153;BER DEN THUNFISCH. UND VIELE REZEPTE auf migusto.ch

In Sachen Zubereitung ist Thunfisch eine der vielseitigsten Fischarten. Sein rotes Fleisch ist butterzart und aromatisch.


54 | MM8, 20.2.2017 | MIGROS-WELT

Glossar

Thunfisch auf vielerlei Art Seine Beliebtheit als Speisefisch macht Thunfisch zunehmend auch zu einer Rarität in den Meeren. Die bekanntesten Arten auf einen Blick.

Weisser Thunfisch Im Vergleich zu den anderen Vertretern seiner Familie erreicht der Weisse Thun nur eine maximale Länge von 1,40 Metern und ein Gewicht von 60 Kilo. Er hält sich in tropischen Regionen auf und in den gemässigten Zonen der Ozeane.

Thunfisch in der Küche Insbesondere frischer Thunfisch ist eine Delikatesse. Sein festes rotes Fleisch ist für viele Zubereitungsarten geeignet, hauptsächlich zum Braten. Ideale Begleiter dazu sind Pfeffer, Zitrone und Kräuter. Das grätenarme Thunfischfilet findet auch roh Verwendung: in vielen Sushi- und Sashimi-Varianten oder in peruanischer Ceviche. Dabei wird der rohe Fisch nur durch die Beigabe von Limettensaft «gegart».

SchwarzflossenThunfisch Der Fisch bildet oft Schwärme mit dem Echten Bonito, der auch etwa die gleiche Grösse hat. Wie alle Thunfischarten lebt der Schwarzflossen-Thunfisch als Jäger und ernährt sich von kleinen Fischen, Krebsen und Tintenfischen.

Roter Thunfisch Mit einer Länge von bis zu 4,5 Metern und 650 Kilo Gewicht zählt der Rote Thunfisch zu den grössten Knochenfischen überhaupt. Im Durchschnitt sind die Fische, auch als Blauflossen-Thunfische bezeichnet, rund drei Meter lang und 300 Kilo schwer. Den Roten Thunfisch findet man im Atlantik und in der Karibik, ausserdem im Mittelmeer – wo er inzwischen vom Aussterben bedroht ist.

Wissen

Gelbflossen-Thunfisch Exemplare dieser Art werden bis zu 2,40 Meter lang und bringen bis zu 200 Kilo auf die Waage. Der Fisch ist in allen tropischen Ozeanregionen zu Hause. Im Mittelmeer hingegen sucht man ihn vergebens. Gefangen wird der GelbflossenThunfisch mit der Angel. Mengenmässig ist er im Fischfang, zusammen mit dem Echten Bonito, der bedeutendste Vertreter innerhalb der Gattung der Thunfische.

Echter Bonito Der auch als Skipjack bezeichnete Fisch zählt eigentlich zu einer separaten Gattung innerhalb der Familie der Makrelen und Thunfische. Er wird etwa einen Meter lang und wiegt dann ungefähr 20 Kilo. Auch bei dem in Dosen erhältlichen «rosa Thunfisch» in der Migros handelt es sich um Bonito. Der Fisch wird mittlerweile nach der von Umweltverbänden wie Greenpeace unterstützten Pole-and-Line-Methode – Fischen mit der Angel – gefangen.


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MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 67

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Thunfisch-Tagliata Zutaten für 4 Personen 1 EL dreifarbige Pfefferkörner 1 TL Fenchelsamen ½ Zitrone 4 Thunfischsteaks à ca. 120 g 2 EL Olivenöl 60 g Rucola Fleur de Sel Topping 100 g getrocknete weisse Bohnen 1 kleine Zwiebel 70 g mit Peperoni gefüllte Oliven ½ Bund gemischte Kräuter, z.B. Petersilie, Schnittlauch und Oregano 6 EL Olivenöl 40 g Parmesan am Stück Salz, Pfeffer Zubereitung

1. Für das Topping am Vortag Bohnen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen.

Illustrationen: Shutterstock, Pigliapochi/Process

2. Am Zubereitungstag Bohnen abgiessen, kalt abspülen und abtropfen lassen. Ca. 50 Minuten lang bissfest garen. Zwiebeln klein hacken. Oliven in Ringe schneiden. Kräuter hacken und mit den Oliven unter die Zwiebeln mischen. Bohnen grob hacken und beigeben. Alles mit Öl vermischen. Parmesan dazuhobeln. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, ziehen lassen. 3. Pfeffer und Fenchelsamen in einen Mörser geben. Zitronenschale fein dazureiben und alles zerstossen. Saft der Zitrone auspressen und beiseitestellen. Thunfisch mit der Gewürzmischung würzen. Im restlichen Öl bei mittlerer Hitze während ca. 6 Minuten beidseits braten. Kurz ziehen lassen und in Tranchen schneiden. Mit Rucola und Topping anrichten. Mit wenig Fleur de Sel und etwas Zitronensaft verfeinern. Zubereitungszeit ca. 25 Minuten + ca. 50 Minuten garen

+ über Nacht einweichen

Es gibt Dinge, die man immer vorrätig haben sollte. Dazu zählt auchThunfisch in Dosen. Denn Fisch in der Dose ist nicht nur lange haltbar, sondern auch auf die Schnelle vielseitig einsetzbar. Mit Zwiebeln, Mais, Mayonnaise und Brot etwa zaubert man ein Thunfischsandwich. Kombiniert mit Eiern, Sardellenfilets, Bohnen, Tomaten und Eiern ergibt sich ganz fix ein Nizza-Salat. Mein persönlicher Favorit, wenn es schnell gehen soll, der Kühlschrank aber nicht viel hergibt: Thunfisch-Pasta. Dazu werden Zwiebeln im Olivenöl gedünstet. Hinzu kommen Thunfisch und Kapern. Das Ganze wird mit Crème fraîche verrührt, mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit gekochten Teigwaren gemischt. Auch ein eiweisshaltiger Aufstrich erfordert nicht viel Zeit. Dazu püriert man den Thon mit etwas Crème fraîche und würzt mit Salz und Pfeffer. Eine kleine Dose, viele Ideen: So geht Fast Food – aber selbstgemacht.

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68 | MM8, 20.2.2017 | MIGROS-WELT

Superfood

Mit voller Kraft voraus

Das sogenannte Superfood, etwa Quinoa, Kurkuma oder Gojibeeren, enthält eine geballte Ladung wertvoller Inhaltsstoffe, die sich positiv auf das Befinden auswirken können. Eine exakte wissenschaftliche Definition dafür gibt es aber nicht. Text: Sonja Leissing Bilder: Yves Roth

Styling: Mirjam Käser

Federkohl liefert eine Fülle an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballast­ stoffen. Zudem enthält das Gemüse Kalzium und Kalium. Tipp: Federkohl schmeckt süsser, wenn er schon einmal einen Frost erlebt hat. Er lässt sich wie Spinat zubereiten.

Verglichen mit Reis hat Quinoa den dop­ pelten Gehalt an Eiweiss und ist somit nicht nur für Veganer und Vege­ tarier interessant. Tipp: Das Inkakorn ist glutenfrei und schmeckt als Salat oder Beilage köstlich. Migros­Bio aha! Quinoa weiss, 400 g Fr. 4.95

In Tibet nennt man Gojibeeren auch Glücksbeeren. Sie sind reich an Ballaststoffen und eine gute Quelle für Kalzium und Eisen. Tipp: In Wasser eingeweicht, kann man die Beeren wie Rosinen verwenden. Goji Beeren, 100 g* Fr. 6.50

Der im Kohl natürlicherweise enthaltene Zucker wird zu wert­ voller Milchsäure vergoren. Tipp: Sauerkraut passt als Belag auf einen Flammkuchen. Migros­Bio Sauerkraut gekocht, 500 g Fr. 2.90


MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 69

Mandeln liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Die Kerne sind auch eine gute Eiweissquelle. Tipp: In pikanten Gerichten sorgen sie für Abwechslung. M­Classic Mandeln, 200 g Fr. 3.–

Wissenswertes

Weitere Super(food)stars

Hanfsamen sind reich an Ballast­ stoffen und hoch­ wertigem pflanz­ lichem Protein. Sie tragen zur Zufuhr lebensnotwendi­ ger Mineralstoffe und Vitamine so­ wie ungesättigter Fettsäuren bei. Tipp: Die Samen schmecken sehr gut im Müesli. Migros­Bio Hanfsamen geschält, 200 g Fr. 5.60

Auch Kurkuma wird als Super­ food gefeiert. Tipp: Beson­ ders in Currys ist das Pulver unverzichtbar und gibt Ge­ richten Farbe. Migros­Bio Max Havelaar Kurkuma gemahlen, 30 g Fr. 1.35

Unter den einheimischen Gemüsesorten zählen neben dem Federkohl auch alle anderen Kohlsorten sowie Spinat, Mangold und Brunnenkresse zum Superfood. Die Inhalts­ stoffe dienen dem Zell­ schutz und unterstützen das Immunsystem. Auch Wurzelgemüse wie Rüebli mit dem Pflanzenfarbstoff Betacarotin und Topinam­ bur mit wertvollen Inhalts­ stoffen wie Kalium und Eisen, sind Superstars. Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des roten Blut­ farbstoffs Hämoglobin und trägt zur Verringerung von Müdigkeit bei. In Hülsenfrüchten wie Linsen, Kichererbsen, Gelb­ erbsen oder getrockneten Bohnen steckt neben Eiweiss eine ganze Menge Ballast­ und Mineralstoffe. Bei den Früchten spielen Beeren wie Heidel­, Him­, Johannis­ und Brombeeren ganz oben mit.

Broccoli enthält die Vitamine C, Beta­ carotin (Provitamin A) und Folsäure. Tipp: Damit die Inhalts­ stoffe erhalten bleiben, sollte Broccoli nur leicht gedünstet werden.

Nüsse und Samen Ob Leinsamen, Sonnen­ blumenkerne oder Wal­ nusskerne: Mit ihren wert­ vollen Fettsäuren sind sie alle zuverlässige Energie­ lieferanten.

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Reisedaten April Mai Juni Juli August September Oktober November

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MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 71

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Bild: Christine Benz; Styling: Vera Guala

Tipp

Avocados enthalten viele wertvolle Nährstoffe und ungesättigte Fettsäuren. Man verwendet sie bevorzugt für die Zubereitung von Guacamole, Smoothies und Salaten. In Südamerika und Asien hat die birnenförmige Beere auch in der süssen Küche einen Stammplatz. Diesen verdankt sie ihrem milden, neutralen Geschmack, der gut mit Früchten, Honig oder Schokolade harmoniert. M-Classic bietet neu tiefgekühlte Avocadowürfel aus reifen, aber nicht überreifen Früchten an. Nach der Ernte werden sie in Würfel geschnitten und mit etwas Zitronensaft beträufelt, damit sie nach dem Auftauen nicht braun werden.

Die tiefgekühlten Avocadowürfel taut man am besten schonend im Kühlschrank auf.

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MIGROS­WELT | MM8, 20.2.2017 | 73

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Familie Cougoureux und ihr vollgepackter Einkaufswagen mit Migros-Produkten im Wert von 2065.40 Franken Françoise (50) und Gilles (50) mit Tochter Cécile (12)

Bild: Kaspar Isler

«Wir hatten noch nie gewonnen»,

freuten sich Gilles, Elektroingenieur, und Françoise, Apothekerin, über ihren Gewinn. Den zehnminütigen Gratiseinkauf hatten sie im Vorfeld gut geplant: «Uns war klar: Wir wollten mit dem Einkauf unseren Töch-

tern eine Freunde machen.» Marie (17) überraschten sie mit praktischen Haushaltsartikeln wie Besteck, Pfannen und Töpfen für ihre neue Studentenwohnung. Cécile hat sich Spielsachen gewünscht. «Wir schmiedeten einen Plan. Eine Stun-

de vor Start absolvierten wir einen Testlauf und stoppten sogar die Zeit. Auch das Beladen des Einkaufswagens haben wir nicht dem Zufall überlassen. Unser Plan ging auf. Jetzt sind wir einfach nur glücklich, dass es geklappt hat.» MM

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74 | MM8, 20.2.2017 | MIGROS-WELT

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Auf die Kufen – fertig – los!

Die Schweiz hat zig Schlittelbahnen. Wen wunderts: Die längste Europas ist auch dabei! «Big Pintenfritz» erstreckt sich oberhalb von Grindelwald und begeistert mit ihrer 13 Kilometer langen Strecke Schlittelfans jeden Alters. Mit passender Kleidung und Ausrüstung ist die Pistengaudi perfekt.

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Die kunterbunte Skijacke schützt vor Kälte und Nässe und bietet genügend Bewegungsfreiheit, um den Schlitten sicher ins Tal zu steuern. Trevolution Mädchen­Skijacke, Gr. 92–116* Fr. 89.90

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Nach dem Schlitteln geht der Spass an der Schneebar weiter. Dafür den Helm mit der farbenfrohen Mütze tauschen: Sie hält schön warm und sieht gut aus. Trevolution Damen­Mütze* Fr. 24.90

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MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 75

Auch beim Schlitteln gilt: Kluge Köpfe schützen sich! Immer dabei: Skihase Snowli, der kleine Freund aller Kinder Kinderskihelm Giro Snowli inkl. Brille, Gr. 48,5–52* Fr. 119.–

Die wasser- und windabweisende Skihose ist nicht nur funktional, sondern auch bequem. Die Hosenträger lassen sich einfach abnehmen. Trevolution Mädchen-Skihose, Gr. 92–116* Fr. 69.90

Fäustlinge schützen die Hände und halten trocken und warm. Faustregel beim Kauf: unbedingt anprobieren und lieber eine Nummer grösser wählen! Ziener Damen-Skihandschuhe Kem Lady Mitten, Gr. 70–85* Fr. 49.90

Sorgt selbst im grössten Schneegestöber für den Durchblick und garantiert perfekte Sicht bis ans Ziel: Uvex Schneesportbrille Downhill 2000 für Erwachsene* Fr. 148.–


76 | MM8, 20.2.2017 | MIGROS-WELT

Jean-Pierre Pralong

«Wir sind eine Art Touristenbüro für Kultur»

Der Verein Kultur Wallis kümmert sich um die verschiedenen Kulturschaffenden des Kantons. Jean-Pierre Pralong blickt auf sein erstes Jahr als Direktor zurück. Text: Mélanie Zuber

B

laskapellen, Chöre oder Theater­ gruppen im Kanton Wallis haben stattliche Mitgliederzahlen. Für viele Walliserinnen und Walliser sind diese kulturellen Aktivitäten ein Hobby. Andere beschliessen, die Kunst zu ihrem Beruf zu machen. Der Verein Kultur Wallis unterstützt sie dabei. Jean­Pierre Pralong steht der Einrichtung seit einem Jahr vor. Ein Inter­ view über deren Ziele und Mittel.

Jean-Pierre Pralong, was ist «Kultur Wallis»? Kultur Wallis ist ein Verein, der 2010 auf die Initiative des Kantons Wallis und der Vereinigung der Walliser Städte entstand. Man kann sagen, dass wir eine Art Tou­ ristenbüro für Kultur sind. Wir fördern Kunst und Kultur und bieten eine ganze Serie konkreter Dienstleistungen für das Publikum, die Künstler und die verschie­ denen Kulturschaffenden. In der Schweiz ist das einmalig. Können Sie uns ein Beispiel einer konkreten Dienstleistung geben? Das Sichtbarste auf unserer Internetsite ist sicher die Kulturagenda. Wir erstellen sie zur Förderung und Bekanntmachung der Kunstschaffenden sowie von Veranstal­ tungen und Einrichtungen. Die Agenda um­ fasst das kulturelle Angebot des Kantons. Das Wallis ist diesbezüglich sehr vielfältig, unsere Agenda umfasst jedes Jahr etwa 3000 Vorschläge. Die Kunstschaffenden finden so also zu ihrem Publikum ... ... und das Publikum findet die Veranstaltun­ gen. Wir verhelfen den Kunstschaffenden

aber auch zu Kontakten mit ansässigen und auswärtigen Profis – vor allem dank eines Katalogs mit einer Best­of­Auswahl des Walliser Kulturschaffens. Wir verteilen ihn an die Veranstalter. Er ist eine echte Hilfe bei der Verbreitung der Kultur. Der Katalog betrifft aber nur die Bühnenkunst. Ja, richtig. Für andere Kunstrichtungen haben wir andere Mittel. Um Walliser Schriftstellerinnen und Schriftstellern zu mehr Beachtung zu verhelfen, nehmen wir zum Beispiel an der Messe für Buch und Presse Ende April teil. Wir bieten auch Weiterbildungen und Beratung zu verschie­ denen Themen an: Zum Beispiel zeigen wir Interessenten, wie man ein Projekt erstellt. Oder wie man eine Veranstaltung verkauft und wie die Kommunikation über soziale Netzwerke funktioniert. Welchen Stellenwert hat die Kultur in der Walliser Gesellschaft? Wir arbeiten daran, dass sie einen fest etab­ lierten Platz erhält. Für uns ist es wichtig, die Kultur, die Wirtschaft und die Medien zu vernetzen. Wir engagieren uns für Projekte, die das Wallis in touristischer und kulturel­ ler Hinsicht aufwerten. Kultur ist attraktiv für den Tourismus. Aber nicht immer kommen die Touristen nur deswegen. Die Kundensegmentierung hat sich entwickelt, und Touristen wollen verschiedene Aktivi­ täten miteinander verbinden. Man muss auf die Natur und andere Attraktionen des Kantons aufmerksam machen und ihnen eine kulturelle Ebene hinzufügen. Nehmen Sie zum Beispiel «L’Electroclette». Das Konzept funktioniert sehr gut.

Was ist «L’Electroclette»? Das ist eine Veranstaltung, die schon seit mehreren Jahren vom Festival Palp orga­ nisiert wird: Walliser Raclette AOP und Walliser Wein zu elektronischer Musik. Solche gemischten Projekte wurden nicht in unserem Kanton erfunden, aber sie kom­ men hier sehr gut an. Ende Sommer findet zudem die Triennale für zeitgenössische Kunst im Hospiz des Grossen St. Bernhard statt. Die Leute halten dort an, um eine Pause zu machen, einen Kaffee zu trinken oder ein Souvenir zu kaufen, und begegnen gleichzeitig der Kunst. Es ergibt keinen Sinn, die Kultur an Orten zu verstecken, wo ausser Kennern niemand hingeht. Für viele ist Kunst elitär. Wie reagieren Sie auf solche Berührungsängste?


MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 77

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Bild: Aline Fournier, Iakov Filimonov | 123rf.com, Ufuk Uyanik | 123rf.com

«Es ergibt keinen Sinn, Kultur an Orten zu verstecken, wo ausser Kennern niemand hingeht.» Jean-Pierre Pralong, Direktor Kultur Wallis, mit Nathalie Benelli (links), der Verantwortlichen für Kulturpromotion, und Sophie Michaud, Verantwortliche Administration.

Man muss die Menschen proaktiv an Kunst und Kultur heranführen. Das Ziel ist nicht, Kunst zu verstehen, sondern zu fühlen. Das versuche ich auch meiner neunjährigen Tochter zu vermitteln. Man kann von einem Werk sagen, dass es schön ist. Man kann seine künstlerischen Qualitäten anerkennen, man kann über seine Botschaft nachdenken. Es gibt verschiedene Wege, Zugang zu Kunst und Kultur zu finden. Man kann sie auch gut als eine einfache Form der Unterhaltung betrachten. Kultur Wallis will Menschen dazu bewegen, Kunst gegenüber experimentierfreudiger zu sein. Was wir ganz und gar nicht wollen, ist eine Kultur für die Elite. Was kennzeichnet die Kultur im Wallis? Das Wallis hat kein besonders dominantes Kulturzentrum wie andere Kantone mit einer oder zwei Einrichtungen, die

das Monopol über Sichtbarkeit und Mittel haben. Für uns ist das eine Chance. Das Angebot ist sehr dezentral, und die Städte und Regionen konkurrieren nicht miteinander. Ein weiteres Merkmal ist der Unterschied zwischen dem Ober- und dem Unterwallis. Wie unterscheiden sich die beiden Regionen kulturell? Die Interessen und Praktiken sind unterschiedlich. Es sind zwei Sprachkulturen, die nicht in dieselbe Richtung schauen: Das Oberwallis wendet sich Bern, Zürich und Deutschland zu, während sich das französischsprachige Wallis an Lausanne, Genf oder Paris orientiert. Wir nehmen diese Unterschiede ernst und wollen nah an den Bedürfnissen der Region sein. Wir sind überzeugt, dass die Kultur als Brücke zwischen den zwei Kantonsteilen dienen kann. MM

Kultur Wallis

Ein Trio für die Walliser Kultur Kultur Wallis beschäftigt drei festangestellte Mitarbeitende (2,5 Vollzeitstellen) und einen Praktikanten. Das Büro befindet sich in den ehemaligen Zeughäusern («Les Arsenaux») in Sion. Info: www.kulturwallis.ch


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MIGROS-WELT | MM8, 20.2.2017 | 79

Umbau

Endspurt beim Umbau der Migros Savièse In der Migros-Filiale in Savièse wurde zwei Wochen lang gebohrt und gehämmert. Jetzt wird der Supermarkt teilweise wieder eröffnet. Veränderung liegt in der Luft!

Bild: Alena Saklakova | 123rf.com

Text: Mélanie Zuber

D

ie Einwohnerinnen und Einwohner der Region Savièse müssen sich noch ein wenig gedulden, bis sie die komplett umgebaute Migros kennenlernen können. Ab Freitag ist es jedoch möglich, sich ein Bild zu machen: Ein Teil der Filiale ist nach der kurzen Schliessung wieder zugänglich. Der Umbau des grössten Teils der Verkaufsfläche benötigte

weniger als 20 Tage. Die Bereiche Kolonialwaren und Non Food bekamen als Erste einen komplett neuen Look verpasst. Das Mobiliar wurde ersetzt, die Einkaufsgänge verbreitert, zwei Massnahmen, die den Einkaufskomfort deutlich erhöhen. Neu mit Subito-Selfscanning

Eine Umgestaltung erfuhr auch der Kassenbereich: Neu können die Kun-

dinnen und Kunden ihre Einkäufe an Subito-Stationen selber einscannen und bezahlen. Bis zum 30. März muss nun noch eine kleine Fläche umgebaut werden. Hier entsteht eine neue Frischeabteilung. Das Sortiment erfährt eine wesentliche Erweiterung und eine attraktive Inszenierung. Die Migros Savièse beweist, dass in kurzer Zeit Grosses geleistet werden kann. MM

Die Umbauarbeiten in Savièse dauern noch bis 30. März. Ein Teil der Filiale wurde schon eröffnet.


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1. Tag, Schweiz - Lille: Fahrt vom Einsteigeort nach Lille, nahe der belgischen Grenze. Halbpension. 2. Tag, Eurotunnel - London: Auf der Fahrt von Calais nach Folkestone können Sie ein technisches Wunderwerk bestaunen: Nach nur 35 Minuten erreichen Sie durch den Eurotunnel die englische Küste und gelangen in kurzer Fahrt nach Canterbury. Besuch der Kathedrale, Englands religiösem Mittelpunkt. Später erreichen Sie London. Frühstück. 3. Tag, London: Auf einer geführten Stadtrundfahrt werden Ihnen die wichtigsten Sehenswürdig-

© samott - Fotolia

Der Süden Englands, das ist die englische Riviera, jene Halbinsel, die weit in den Atlantik hineinragt und als Erholungsgebiet der Engländer gilt. Hier gibt es schöne Strände und schroffe Klippen, kleine, unberührte Fischerdörfer und pittoreske Städtchen, das malerische Cornwall und natürlich Land’s End, den westlichsten Punkt Englands. Die von sanften grünen Hügelketten durchzogene Gegend empfängt Sie auch mit einer bemerkenswerten Vielfalt an architektonisch interessanten Städten.

ren weissen Gemäuern und den blauen Fensterläden sowie das gegen die wilde, kahle Steilküste brandende Meer ziehen alle Besucher in ihren Bann. Cornwall ist aber auch bekannt für sein mildes Klima: Tropische Gärten voller Palmen und exotischer Blumen gedeihen hier. Sie erreichen den westlichsten Punkt Englands Land's End. Anschliessend sehen Sie sich in St. Ives hübsche Fischerhäuser an. Halbpension. 6. Tag, Salisbury - Stonehenge Brighton: Inmitten der grünen englischen Landschaft erreichen Sie Salisbury. Besonders sehenswert ist die Kathedrale mit dem 123 m hohen Kirchturm. Anschliessend besuchen Sie die mächtigen, geheimnisvollen Steinkreise von Stonehenge. Gegen Abend gelangen Sie nach Brighton. Halbpension. 7. Tag, Fährüberfahrt - Reims: Mit der Fähre überqueren Sie den Ärmelkanal und verlassen England. Via Arras erreichen Sie Reims, wo Sie die berühmte Kathedrale besichtigen können. Halbpension. 8. Tag, Reims - Rückkehr: Heimreise in die Schweiz. <wm>10CAsNsjY0MDQx0TUxNDQwMQYArnRT2w8AAAA=</wm>

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keiten dieser Weltstadt nähergebracht: Piccadilly Circus, Buckingham Palace, Westminster Abbey, Tower Bridge und vieles mehr. Der Rest des Tages steht Ihnen zur freien Verfügung, um London besser kennen zu lernen. Tauchen Sie ein in die Atmosphäre von Eleganz, Royality und Extravaganz. Möchten Sie einkaufen? Bei einem Besuch bei Harrods könnten sich alle Ihre Einkaufswünsche erfüllen. Frühstück. 4. Tag, Bath - Plymouth: Bath gehört zu den schönsten Städten Europas. Entdecken Sie auf einem geführten Stadtrundgang dieses architektonische Meisterwerk des 18. Jahrhunderts, eine Sinfonie aus creme- und honigfarbenen Bauwerken. Am Nachmittag fahren Sie via Wells nach Exeter und weiter durch die neblige Heidelandschaft des Dartmoors nach Plymouth an der Südküste. Halbpension. 5. Tag, Ausflug Land’s End: Dieser Tag wird der sagenumwitterten Region von Cornwall gewidmet. Die kleinen Fischerhäfen mit ih-

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Familienumfrage Putzen Sie gerne? 1 Wir putzen mehrmals pro Woche. 47% 2 Ich lebe zwar nicht gern im Dreck,

aber ein paar Krümel und Kleckse stören mich nicht gross. 38% 3 Oje! Putzen ist so ein Thema – das kommt bei uns definitiv zu kurz. 9% 4 Sehr gründlich. Bei uns wird täglich ausgiebig geputzt, sonst fühle ich mich nicht wohl. 6%

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hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

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Ich biete dem freundlichen Herrn auf dem Stuhl daneben eine Viertelstunde Action mit Kleinkind an – und komme doch noch zu meiner gewohnten Frisur. Der Kleine soll die Heftli neu ordnen, die etwas beliebig aufgereiht sind. Darin hat er grosse Erfahrung. Ich bitte den Coiffeur, auch gleich noch die Haare des Kleinen etwas zu trimmen.

Antwort 3: Diese Zwei-für-eins-Chance lasse ich mir nicht entgehen. So wird der Kleine seine VokuhilaFrisur doch noch los, und wir ähneln uns noch mehr. Bald wird es nicht mehr so sein, dass er sich meine – etwas scheppse – Frisur verpassen lässt.

Illustration: Lisa Rock, Bild: Alice Kolb

Monica Müller (42)

Der Kleine (1) hat meine letzten Wellness-Oasen erstürmt. Er schwingt sich auf meinen Schoss, wenn ich die Zähne putze, und er drängt sich unter die Dusche, wenn ich mich vom Wasserstrahl beleben lasse. Nun hat er mich auch zum Coiffeur begleitet. Er schnappt sich einen Trolley voller Lockenwickler, Rasierer und Scheren und fräst durch den Laden. Ich packe ihn und halte ihn, während der Coiffeur meine Haare schneidet. Da der Kleine an mir rumturnt, ist mein Kopf ständig in Bewegung. Entsprechend abenteuerlich wird die Frisur. Und jetzt, wie weiter? 1, 2 oder 3?

Dank der Website www.recycling-map.ch findet man einfach und schnell die nächstliegende Sammelstelle. Man muss nur das zu entsorgende Gut auswählen und die Postleitzahl der Ortschaft angeben, in der man entsorgen möchte – und schon zeigt das Onlinetool die passenden Sammelstellen in der Umgebung an. Ausserdem liefert die Website Infos über die korrekte Entsorgung verschiedenster Güter. Die Map gibt es auch als App für iOS und Android. So wird die Entsorgung von unterwegs noch leichter. Darum gilt: Die Recycling-Map als App aufs Handy laden

oder im Browser ein Lesezeichen setzen. schneller und unkomplizierter kann man sich kaum über Recyclingstationen in der Umgebung informieren.

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84 | MM8, 20.2.2017 | LEBEN

Familie

Baby da, Freude weg

Jede siebte Frau erkrankt nach der Geburt ihres Kindes an postpartaler Depression. Statt Mutterglück beherrschen Trauer, Leere und Todessehnsucht das Leben der Betroffenen. In schweren Fällen wird eine Behandlung nötig. Zwei Patientinnen berichten. Text: Claudia Langenegger

Gut zu wissen

Postpartal oder postnatal? Postpartal heisst «nach dem Gebären»

und bezieht sich auf die Mutter, «postnatal» bedeutet «nach der Geburt» und beschreibt die nachgeburtliche Zeit des neugeborenen Kinds. Obwohl «post­ partale Depression» der korrekte Ausdruck ist, ist umgangssprachlich «postnatale Depres­ sion» stärker verbreitet. Der Babyblues ist keine Depression: Etwa 80 Prozent der

Frauen haben den «Babyblues». Das Stim­ mungstief tritt wenige Tage nach der Geburt auf und verschwindet innerhalb von Stunden oder Tagen wieder, ohne dass eine Behandlung nötig wäre. Die Sympto­ me gleichen denen der postpartalen Depres­ sion, dauern aber maxi­ mal zwei Wochen an.

E

Bilder: Vera Hartmann

s war ein Wunschkind», sagt Andrea Borzatta (37). Die Frau mit den filigranen Gesichtszügen wohnt mit ihrem Mann und den beiden Buben Alessio (5), und Ennio (2) in Thalwil ZH. Von ihrem weitläufigen Wohnzimmer hat sie Sicht auf den See. Borzatta ist gut ausgebildet, finanziell weich gebettet, lebt in einer zufriedenen Beziehung mit ihrem Mann und hat einen schönen Freundeskreis. Auf den ersten Blick kein Risikofaktor für postpartale Depression. Doch die Ökonomin musste ganz tief abtauchen, bevor sie unbeschwertes Mutterglück empfinden konnte. Ihre erste Schwangerschaft endete einen Monat vor dem Termin mit einer Schwangerschaftsvergiftung – einer Präeklampsie. Andrea Borzatta musste notfallmässig entbinden, ihr Kleiner kam im Kinderspital Zürich an die Beatmungsmaschine. Erst am vierten Tag konnte sie Alessio besuchen und in die Arme nehmen. «Ich spürte viel Liebe und Gefühle», erinnert sie sich. Gleichzeitig kamen auch die Sorgen. Er war klein, leicht und zu schwach fürs Stillen. Sie musste alle drei Stunden Milch abpumpen und ihn regelmässig wägen. Wieder zu Hause, war die Mutter panisch, wenn er wenig trank, hatte Angst, dass er stirbt. Konstante Unruhe machte sich breit. Sie fühlte sich getrieben. Irgendwann konnte sie nicht mehr schlafen. «Ich war gefangen in meiner Angst und Sorge um ihn.» Andrea Borzatta getraute sich nicht einmal mehr, einkaufen zu gehen. Was, wenn er

unterwegs Hunger hat? Allein der Gedanke daran versetzte sie in Panik. Sie liebte ihren Alessio, die Situation war aber belastend und oft einfach zum Heulen. Manchmal wusste sie nicht, wie sie den Tag überstehen sollte. «Ich spürte keine Freude und war nicht stolz auf mein Kind. Nur die Angst, dass ich es nicht schaffe, dass ich versage», erinnert sie sich. Abgesehen von ihrem Mann, ertrug sie keine Menschen mehr. «Soziale Aktivitäten waren riesige Kraftakte, wenn wir wieder allein waren, brach ich jeweils total zusammen.» Antriebslos, ängstlich, überfordert

Ihr Ehemann zeigte viel Verständnis und unterstützte sie stark. Wenn er aufmunternd meinte: «Nimms mal easy», fühlte sie sich verletzt. Denn sie konnte es nicht leicht nehmen. Und wenn ihre Mutter sagte: «Das ist schon etwas Schönes, so ein Kind!», empfand sie dies als stillen Vorwurf. Die postpartale Depression tritt jeweils im ersten Jahr nach der Geburt auf, oft in den ersten Wochen. «Sie zeichnet sich durch Gefühle der inneren Leere, die Unmöglichkeit, sich über das Baby zu freuen, chronische Erschöpfung, Antriebslosigkeit, das Erleben von starker Überforderung und starke Gefühle von Angst, Schuld und Wertlosigkeit aus. Zudem tauchen oft Appetit- und Schlafveränderungen auf», erklärt Helen Hürlimann Welstead (63), Psychotherapeutin und Vorstandsmitglied des Vereins Postnatale Depression Schweiz. «Die Symptome unterscheiden sich nicht grundsätzlich von anderen Depressionen»,

Die Depression passte so gar nicht zu ihr: Andrea Borzatta mit ihren beiden Buben.


LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 85

sagt sie. «Es gibt aber Besonderheiten: Die Inhalte des depressiven Grübelns und der Schuldgefühle beziehen sich meist auf das Kind und das Muttersein.» Andrea Borzattas Symptome waren eindeutig, aber: «Ich dachte, ich sei einfach nur schwach», sagt sie. Ein paar Monate später wurde sie in der Mütterberatung gefragt, ob Antidepressiva ein Thema wären. Da ging ihr nur durch den Kopf: «Ich bin doch kein Psycho!» Die Frage der Beraterin rüttelte sie aber auf: «Mir wurde endlich

bewusst, dass mein Zustand alles andere als normal ist und ich Hilfe brauchte.» Sie liess sich Medikamente verschreiben und nahm Kontakt mit dem Verein Postnatale Depression auf. Der Besuch der Selbsthilfegruppe war für Andrea Borzatta wie eine Erlösung: «Eine Frau schilderte ihre Erlebnisse. Das war, als gäbe sie meine Geschichte wieder. Ich weinte und war gleichzeitig glücklich, dass jemand diese Gefühle kannte.» Ihr Zustand verbesserte sich stetig. Nach einem Jahr setzte sie die Medikamente

wieder ab. Als sie mit dem zweiten Kind schwanger war, glaubte sie, nun sei sie gegen Depressionen gefeit. Doch sechs Wochen nach der Geburt, die nun problemlos verlaufen war, wollte ihr Ennio nicht mehr trinken. Es kam zum Milchstau. «Da brach alles wie eine Lawine über mich herein. Ich wollte nur noch im Bett unter der Decke bleiben.» Sie stillte ab, doch damit wurde es noch schlimmer: «Ich habe mir dann unendlich Vorwürfe gemacht, dass ich Ennio die Milch


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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 87

Wie haben Sie die Zeit nach der Schwangerschaft erlebt? www.migmag.ch/ schwanger

vorenthielt.» Wieder hatte sie das Gefühl, versagt zu haben. Wieder begannen irrationale Ängste sie zu beherrschen. Von einer unternehmungs­ lustigen, ambitionierten Frau mit einer tadellosen Karriere war Andrea Borzatta zu einem Menschen geworden, den sie nicht mehr wiedererkannte. Sie wusste oft nicht, wie sie die Tage überstehen sollte, brach wegen Kleinigkeiten in Panik aus und schrie ihr Klein­ kind manchmal grundlos an. Es musste etwas geschehen: Der Aufenthalt in einer Klinik half fürs Erste. Sie lernte, in Ruhe durchzuatmen. Danach begann der Heilungsprozess: Verhaltenstherapie, Medika­ mente, Austausch in der Selbst­ hilfegruppe und tägliches Üben, nicht so streng zu sich zu sein, sich selbst mehr zu lieben. All das war nur möglich, weil ihr Mann und ihre Eltern sie unterstützten. «Ohne mei­ nen Mann hätte ich das alles nie geschafft.» Sie ist enorm dank­ bar: «Im Nachhinein denke ich

manchmal, es ist ein Wunder, dass er bei mir blieb.» Heute sind Panikattacken oder Herzrasen selten. Wenn sie trotzdem auftauchen, weiss sie wie reagieren. Und endlich kann die junge Mutter auch gelassen sein und die Zeit mit ihren Buben geniessen. Mittlerweile kann sie auch wieder Freunde treffen und freudig an Familien­ feiern gehen. Dabei fühlt sie sich wohl und nicht mehr wie im falschen Film. In der Schweiz erkrankt jede siebte Frau nach der Geburt ihres Kindes an postpartaler Depression. Die Prognose ist in den allermeisten Fällen gut, fast alle Frauen genesen wieder. Doch nur bei leichten bis mitt­ leren Depressionen hilft die Unterstützung durch Familie und Umfeld. In schweren Fällen muss professionelle Hilfe hin­ zugezogen werden. Heute fühlt sich Andrea Borzatta nicht mehr wie im falschen Film.

Lesen Sie auch, wie es Annette erging Seite 89

Helen Hürlimann Welstead

«Geplagt von Selbstvorwürfen und Versagensängsten»

Helen Hürlimann Welstead (63) ist

Fachpsychologin für Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychologie sowie Vorstandsmitglied im Verein Postnatale Depression Schweiz.

Kann jede Frau an einer postpartalen Depression (PPD) erkranken? Ja. Doch es gibt Risikofakto­ ren wie frühere depressive Krisen nach Beziehungs­ verlusten, genetische Ver­ anlagung oder psychosoziale Faktoren wie fehlende Un­ terstützung aus dem Um­ feld, Paarkonflikte oder sozi­ ale Isolation. Notfallmässige Kaiserschnitte oder trau­ matisch erlebte Geburten, die sehr lange dauerten oder während derer sich die Frauen nicht gut betreut fühlten, können das Risiko für die Entwicklung einer PPD erhöhen. Erschöpfte Mütter mit zu wenig Schlaf haben zudem mehr depres­ sive Symptome als diejeni­

gen, die genügend zur Ruhe kommen. Welche Rolle spielen weibliche Hormone? Der starke Hormonabfall nach der Geburt sowie der Milcheinschuss zwischen dem dritten und fünften Tag sind vermutlich ein Mitauslöser für die Stimmungslabilität in den Tagen nach der Geburt. Empfinden Frauen mit PPD weniger für ihre Kinder? Viele erkrankte Mütter leiden unter fehlender oder ambivalenter gefühls­ mässiger Bindung zu ihrem neugeborenen Kind, was wiederum zu Selbstvorwür­

fen und Versagensgefühlen führt. Der Kindsvater ist dann eine wichtige Stütze für die erkrankte Frau, er kann sie entlasten, ergänzen und dem Kind liebevolle Fürsorge schen­ ken. Nicht selten fühlt sich dieser jedoch selbst über­ fordert und allein gelassen. Hat die PPD mit der Leistungsgesellschaft und Ansprüchen an die Mutterrolle zu tun? Die Mehrfachbelastung und neuen Herausforderungen im Familienalltag können starken Erwartungsdruck auslösen. Die Frau von heute soll nicht nur eine einfühlsame und kompetente Mutter sein,

sie soll zudem eigenständig und belastbar sein und möglichst bald wieder er­ folgreich in den Beruf ein­ steigen. Und dazu problem­ los stillen können und den Haushalt perfekt führen. Haben die Mütter zu hohe Ansprüche an sich? Die hochentwickelten medizinischen Möglich­ keiten können dazu führen, dass Frauen denken, auch nach der Geburt sei alles machbar und kontrollier­ bar. Der Wettbewerb unter Müttern bezüglich Durch­ schlafen, Sitzen, Krabbeln, Sprechen kann starken Druck und Unsicherheiten auslösen und Einsamkeits­ gefühle verstärken. MM


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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 89

Annette

«Ich wollte nur noch sterben» Nach der Geburt geriet Annette in eine Abwärtsspirale, die sie mit Medikamenten und Therapie in den Griff bekam.

A

nnette (36) freute sich sehr auf die Geburt ihrer Tochter Lia* (5). Doch es wurde eine sehr lange, strenge Niederkunft. «Ich war danach total aufgekratzt, konnte weder essen noch schlafen.» Sie beruhigte sich nicht, daheim ging die Abwärtsspirale weiter: Sie schlief schlecht, hatte keinen Appetit, war antriebs- und kraftlos, fühlte sich stets erschöpfter. «Die kleinste Handlung war eine Riesenanstrengung. Ich dachte, das Leben ist vorbei.» Statt Muttergefühle empfand sie totale Leere. Alles war ihr zu viel. «Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, schaffte es nicht mal mehr, einen Brief zu lesen.» Wie ein Rollladen, der runtergezogen worden war. «Ich wollte nur noch liegen bleiben, schlafen, sterben.» Das Umfeld verstand sie nicht. Ihr Mann, ein Südamerikaner, war total überfordert. So etwas kannte er nicht, so etwas gäbe es nicht bei ihm, fand er. Das Gegenteil ist der Fall: Die postpartale Depression ist weltweit verbreitet und kommt in Südamerika ebenso häufig vor wie in der Schweiz. Gleich ist wohl weltweit: Man spricht kaum darüber. Der Leidensdruck wurde zu gross

Zu Hause ging es nicht mehr, Annette ging mit ihrem Töchterchen in eine Mutter-Kind-Klinik. Dort sagten sie ihr, sie leide nur an Erschöpfung, trotz eindeutiger Symptome. Sie war kurz daheim – bis ihr Vater sie in die Notfallpsychiatrie brachte, wo sie endlich Medikamente erhielt. «Ich habe die Antidepressiva nicht leichtfertig genommen. Aber ich hatte keine Wahl. Der Leidensdruck war zu gross», sagt Annette. «Dadurch wurde ich überhaupt wieder handlungsfähig.» Für ihre kleine Tochter empfand sie nur wenig. «Das belastete mich. Ich wusste, dass sie Nähe und Liebe braucht, die ich ihr nicht geben konnte.» Sie ertrug es nicht, wenn die Kleine im gleichen Zimmer schlief. «Ich erwachte bei jedem Mucks, war die ganze Nacht wie auf Nadeln.» Gleichzeitig brachte sie es nicht übers Herz, das Baby abzugeben: «Ich habe angefangen zu heulen, wenn das Gotti mit Lia spielte.»

Beim zweiten Kind war vieles besser: Annette mit Tochter und Sohn.

Dank Therapie und Medikamenten ging es ihr von Woche zu Woche besser. Als Annette wieder schwanger wurde, bereitete sie sich vor: «Ich gebar in einem Geburtshaus, nahm mir mehr Zeit, suchte im Vorfeld eine spezialisierte Psychiaterin.» Das half nur bedingt, wieder durchlief sie eine kleine Irrfahrt durch Spitäler bis zur psychiatrischen Uniklinik. Noch ist das Betreuungsangebot in der Schweiz mager. «Spezielle Kliniken, Kriseninterventionszentren oder psychiatrische Abteilungen bieten Plätze an», weiss Helen Hürlimann Welstead. «Leider gibt es aber noch immer viel zu wenige passende Angebote.» Denn diese müssen sich sowohl um die Bedürfnisse des Kindes

als auch um die Krankheit der Mutter kümmern können. Beim zweiten Kind Leo (2) war trotz Depression vieles anders und besser: «Ich hatte von Anfang an viel Körperkontakt mit dem Kind, bekam Unterstützung vom Umfeld.» Die Beziehung mit ihrem Mann ging in die Brüche. Schuld gibt sie aber nicht der Depression – das Verhältnis sei schon immer schwierig gewesen. Heute ist Annette alleinerziehend, arbeitet 50 Prozent als Journalistin. Nun ist sie eines dieser Mamis, die sie vor nicht allzu langer Zeit noch bewunderte. Und nie geglaubt hätte, selber je so glücklich zu sein zu. MM * Name der Redaktion bekannt


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1. Tag: Hinflug Schweiz–Warschau. Flug mit Swiss nach Warschau. Stadtrundfahrt und Übernachtung in der Hauptstadt Polens. 2. Tag: Warschau–Masurische Seenplatte. Besichtigung im Freilichtmuseum in Olsztynek mit seinen Wasser- und Windmühlen, Bauernhäuser und Holzkirche. Fahrt zur Masurischen Seenplatte. 3. Tag: Masurische Seenplatte. Panoramafahrt durch die Masurische Seenplatte mit ihren grünen Wälder, blaue Seen – ein Land von unglaublicher Schönheit und Faszination. Schifffahrt und Besichtigung der Wolfsschanze in Gierloz und des Klosters Swieta Lipka. 4. Tag: Masurische Seenplatte–Vilnius. Fahrt über die Grenze nach Trakai. Besuch der gotischen Inselburg. Weiterfahrt in die litauische Hauptstadt Vilnius.

5. Tag: Vilnius–Sigulda. Beeindruckende Kirchen und Strassen mit Kopfsteinpflaster bestimmen das Stadtbild von Vilnius. Geführte Stadtbesichtigung. Weiterfahrt über die Grenze nach Lettland zum Nationalpark Gauja, dem ältesten und grössten Nationalpark in Lettland. Übernachtung in Sigulda. 6. Tag: Sigulda–Gauja Nationalpark–Riga. Heute erkundigen wir den Nationalpark Gauja mit seinen malerischen Landschaften und einzigartigen Natur- und Kulturdenkmäler. Besuch der Burgruine Turaida und Cēsis. 7. Tag: Riga. Interessante Stadtbesichtigung in Riga. Freie Zeit am Nachmittag. 8. Tag: Riga–Rundale–Šiauliai–Palanga– Klaipeda. Besuch des Schlosses Rundale. Weiterfahrt über Šiauliai mit Halt am Berg der Kreuze, ein katholisch geprägter Wallfahrtsort, zum Schloss des Grafen Tyszkiewicz, dem heutigen Bernsteinmuseum. Fahrt nach Palanga an die Küste. Am Abend erreichen wir die Hafenstadt Klaipeda. 9. Tag: Klaipeda und fak. Ausflug Kurische Nehrung. Geführter Spazierung durch die Altstadt von Klaipeda. Anschliessend fak. Ausflug ins Naturschutz- und Erholungsgebiet der Kurischen Nehrung. Weite Sandflächen, die höchsten Dünen Europas, endlose Strände und kleine Fischerdörfer bestimmen das Bild. In Nida Besuch im Haus des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Thomas Mann. 10. Tag: Klaipeda–Kaunas. Fahrt entlang der malerischen Memelstrasse bis nach Kaunas. Auf einer Stadtführung durch die Altstadt erfahren wir Interessantes über die zweitgrösste Stadt Litauens. 11. Tag: Kaunas–Pultusk. Fahrt über die Grenze nach Polen zur Ortschaft Pultusk. 12. Tag: Pultusk–Warschau – Rückflug in die Schweiz. Nachmittags Rückflug nach Zürich. Individuelle Heimreise.

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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 91

Brave New Girl

Vom Küssen

T

Tom Brady ist so einer, der alles hat: Der 39-jährige American-Football-Spieler ist ein erfolgreicher Quarterback und wird von Millionen von Fans angehimmelt. Am 5. Februar gewann sein Team, die New England Patriots, den legendären Super Bowl. Daneben ist Brady mit dem brasilianische Topmodel Gisele Bündchen (36) verheiratet. Der «amerikanische Traum» in Perfektion.

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

Nach dem Sieg seines Teams hatte Brady also allen Grund zu feiern. Zu seinem Feierritual gehörte auch ein Kuss auf den Mund seines Vaters, Tom Brady Sr. Süss, nicht? Nein. In den sozialen Medien brach ein regelrechter Sturm der Entrüstung aus. Als «widerlich», «schräg» oder auch «ab­ artig» wurde die Geste zwischen Vater und Sohn bezeichnet, und zwar nicht nur im konservativen Amerika. Zwei erwachsene

Männer, die sich küssen, war für viele Anlass, total durchzudrehen. Und einmal mehr offenbarte sich ein totaler Widerspruch unserer Gesellschaft: Einerseits ist Körperlichkeit allgegenwärtig, andererseits wird sie in vielen Bereichen (so auch beim Stillen) tabuisiert. Neulich besuchte ich meine Grossmutter im Altersheim. Sie ist die einzige Person in meiner Familie, die ich auf den Mund küsse. Warum gerade sie? So genau kann ich das auch nicht sagen. Ich denke, weil wir uns sehr ähnlich sind und eine tiefe Verbundenheit haben. Ihre Mitbewohnerinnen kamen einmal auf mich zu und sagten, wie schön sie den Kuss fanden. Früher sei das noch gängiger gewesen. Ich finde das Küssen auf den Mund von Familienmitgliedern auf jeden Fall eine liebenswerte Form der Zärtlichkeit. MM

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92 | MM8, 20.2.2017 | LEBEN

Gesundheit

Guter Start für Hobbysportler

Messungen der Körperleistung sind nicht nur für Sportprofis sinnvoll. Auch Hobbysportler, Anfänger und Neueinsteiger profitieren von einer Leistungsdiagnose. Denn wer seine Leistungsfähigkeit kennt, trainiert erfolgreicher und mit mehr Spass. Text: Michael Schwarz

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Für Hobbysportler sinnvoll

Eine Leistungsdiagnostik ist nicht nur für Wettkämpfer sinnvoll. Hobbysportler, Sportanfänger oder Wiedereinsteiger trainieren oft mit falschen Intensitäten. Oder sie überfordern sich, weil zum Beispiel die vor Jahren abgespeicherten Kilos beim Bankdrücken, oder das frühere Lauftempo beim Joggen nicht mehr stimmen. So sinkt die Motivation, und das Trainingspens­ um nimmt nach dem anfänglichen Hoch schnell wieder ab. Wer aber die richtigen Intensi­ täten kennt, gestaltet sein Training effektiv und freut sich über konti­ nuierliche Trainingserfolge. Beim Laufen lässt sich die Intensität bei­ spielsweise über den Puls oder die

Laufgeschwindigkeit steuern. Sportuhren mit Herzfrequenz­ und GPS­Messung sind mittlerweile unter 200 Franken zu finden. Im Breitensport hat sich die Leistungsdiagnostik vor allem im Ausdauerbereich durchgesetzt. Hier stehen zwei etablierte Verfah­ ren zur Verfügung. Zum einen die Spiroergometrie, bei der mittels Atemgasanalyse die Energiever­ sorgung unter Belastung erfasst wird, und zum anderen der Laktatstufen­ test, der anhand des Stoffwechsel­ metabolits Laktat eine Bewertung der Ausdauerleistung zulässt. Der Sportart angepasste Tests

Leistungsdiagnostische Tests werden in fast jeder Sportart ge­ macht: Sprungkraftmessungen bei Volleyballern, Reaktionszeitmes­ sungen bei Eishockeytorhütern, Laufzeitmessungen bei Leichtathle­ ten, Krafttests bei Schwerathleten, Bewegungsanalysen bei Spielsport­ arten. Dabei gilt der Grundsatz, so sportartspezifisch wie möglich zu testen. Das heisst, ein Läufer muss auf der Bahn oder auf dem Lauf­ band getestet werden, ein Velofah­ rer auf dem Radergometer. Da bei Leistungstests in der Regel bis zum persönlichen Maxi­ mum belastet wird, kann eine sportärztliche Untersuchung vorab sinnvoll sein, vor allem nach län­ gerer Trainingspause. Der Sport­ mediziner überprüft, ob Herz, Kreislauf und der Bewegungsappa­ rat in Schuss sind und das Training beziehungsweise der Leistungstest gestartet werden kann. MM

Tipps

So bereiten Sie sich auf den Test vor • Eventuell vorgängige Vorstellung beim Sportmediziner • Erholt zum Test kommen (genügend Schlaf, kein intensives Training am Vortag) • Keine feste Mahlzeit zwei bis drei Stunden vor dem Test, keine Energydrinks, -riegel oder -gels • Die Tests sind in der Regel kurz und intensiv, daher kann eine regenerative Trainingseinheit am darauffolgenden Tag nützlich sein.

Dr. rer. nat. Michael Schwarz,

Sportwissenschaftler, Medbase – Sports Medical Center, Zürich

In Zusammenarbeit mit

Bilder: Fotolia, Boris Baldinger, zVg

D

ie Motivation und wie man sich auf einen Sport­ event vorbereitet, ist von Sportler zu Sportler verschieden. Von einer leistungs­ diagnostischen Abklärung können aber alle profitieren. Hier wird die sportliche Leistung durch stan­ dardisierte Tests gemessen. Dabei werden physikalische und physische Parameter bestimmt und bewertet: zum Beispiel die Geschwindigkeit auf dem Laufband, die geleisteten Watt auf dem Velo­ ergometer oder die Herzfrequenz und Sauerstoffaufnahme. Anhand der Daten gibt der Leistungsdiag­ nostiker Tipps fürs Training. Fort­ schritt, Stagnation oder Rückschritt können bei regelmässiger Wieder­ holung dokumentiert und Trainingspläne präzisiert werden.


Wie oft treiben Sie Sport?

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Um die Ausdauerleistung zu testen, wird unter Belastung eine Atemgasanalyse gemacht.

LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 93

Erzählen Sie uns, was Ihnen geholfen hat: gesundheit@ migrosmedien.ch

Mein Rezept

«Jede Woche Tai-Chi»

Bernard Erb (90) schwört

auf Thymiantee und Tai-Chi.

«Dass ich topfit bin, ist kein Zufall», erzählt Bernard Erb. Seit 17 Jahren praktiziert der Waadtländer Tai-Chi. «Ich hatte eine schwere Jugend und ging jahrzehntelang leicht gebückt. So als würde die Verzweiflung dieser Jahre auf meinem Rücken lasten.» Nach Tai-Chi-Kursen, in denen er neue Bewegungsmuster lernte, spürte Erb, dass sich seine Haltung verbessert hatte: «Es war nicht einfach für mich, die 13 Positionen zu erlernen, aber ich gab nicht auf. Für das Gleichgewicht und in mentaler Hinsicht ist Tai-Chi genial. Ich bin 90 Jahre alt und auf Wolke sieben.» Jede Woche besucht er die Tai-Chi-Kurse von Pro Senectute: «Wenn ich Anfänger sehe, denke ich, dass sie grosses Glück haben, noch so viele Jahre vor sich zu haben, um diese Technik zu lernen.» Véronique Kipfer Schicken Sie uns Ihre Tipps! Kennen Sie eine Strategie, die für mehr Wohlbefinden sorgt? Ein Rezept aus Grossmutters Zeiten, das bei kleinen Beschwerden hilft? Verraten Sie uns Ihr Geheimnis, das Sie mit anderen teilen möchten: gesundheit@migrosmedien.ch


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Mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe konnte Heinz Tschiemer im alten Dorfladen seiner Heimatgemeinde Habkern im Berner Oberland eine Alphornwerkstatt einrichten. Der neue Handwerksbetrieb hält das Zentrum lebendig, zieht neue Besucher an und schafft wichtige Arbeitsplätze im kleinen Bergdorf. Denn vom Holz bis zum fertigen Instrument kommt alles von hier. Mit einer Spende an die Schweizer Berghilfe können auch Sie helfen, die Zukunft der Menschen in den Berggebieten zu sichern. www.berghilfe.ch, Spenden-Postkonto 80-32443-2


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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 97

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Les Crosets VS ist eines der zwölf idyllischen Dörfer der Portes du Soleil.

Wilds Welt

Grenzenlos Ski fahren

200 Liftanlagen, 600 Pistenkilometer: Portes du Soleil an der Grenze zwischen dem Wallis und Frankreich gilt als grösstes Skigebiet der Welt. Und nirgendwo in Europa fährt man günstiger.

1

Portes du Soleil besteht aus zwölf Dörfern rund um Champéry VS, die

zum Teil in Frankreich liegen, und umfasst 200 Liftanlagen sowie 300 Pisten mit 600 Pistenkilometern. Die Tageskarte kostet 57 Franken. Nirgendwo in Europa zahlt man für so viele Kilometer weniger. Tipps: Die acht Kilometer lange Piste «Abricotine» mit Start in der Schweiz und Ziel in Frankreich oder die Piste von Tovassière in Morgins VS, die sich fernab von Liftanlagen durch ein Hochtal schlängelt. In Morgins kann man in diesem Winter erstmals Tourenski fahren. Aufallend wenig Skifahrer sind auf den Pisten unterwegs, weil sich die Sportler in diesem riesigen Gebiet verteilen.

Bild: Reto E. Wild

2

Schneeschuhwandern als Alter-

7 Franken); Rundwanderung der Krete entlang via Champoussin und zurück zum Ausgangspunkt.

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Weitere Alternativen zum Ski-

fahren sind Eisklettern oder Curling im multifunktionalen Sportzentrum Palladium in Champéry, das auf 1050 Meter über Meer liegt. Neben einem Beizli sind dort auch drei Sandtennisplätze sowie ein Hallen- und ein Freibad untergebracht. Ex-Weltmeister Stéphane Lambiel, der in Champéry wohnt, trainiert in der Halle Nachwuchseiskunstläufer.

4

Die Therme von Val-d’Illiez

lädt nach einem aktiven Tag zum Erholen ein (Eintritt: 22 Franken, Familie mit zwei Kindern: 66 Franken).

native zum Skifahren: Zur Auswahl stehen 200 Kilometer ausgeschilderte Wege und 30 Varianten.

Tipp: Im natürlichen Thermalfluss bei 30 Grad gegen den Strom schwimmen.

Tipps: Schneeschuhe mieten bei Michel Sports in Les Crosets (Miete für Erwachsene: 12 Franken pro Tag, für Kinder:

Dorfkern von Champéry (Reservation unter Tel. 024 479 11 26) bestellen Fonduefans Moitié-Moitié und dazu eine

5

Gastronomie: Im «Le Nord» im

Flasche Fendant Balavaud Grand Cru von Jean-René Germanier. Geheimtipps: Das «Le Communal» in Val-d’Illiez (Tel. 024 477 29 31) punktet mit seiner authentischen Gourmetküche und lokalen Zutaten. Hausherr ist der Schwede Per-Henrik Mansson, ein ehemaliger Weinjournalist. Entsprechend gross ist die Auswahl edler Weine. Sogar mehr als 200 Walliser Sorten bietet die Karte des Restaurants Coquoz auf der Piste «Planachaux».

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Unterkunft: Das Vier-Sterne-Hotel

National Resort & Spa in Champéry hat nur 16 Zimmer (ab 280 Franken), die alle Ende 2015 komplett renoviert wurden. Tipp: Zimmer 305 mit Dachschräge

7

Unterhaltung: Vom 19. bis 25. März

findet zum siebten Mal das Musikfestival «Rock The Pistes» statt. Schauplätze der Konzerte, die jeweils am frühen Nachmittag beginnen, sind diverse Skipisten. Der Eintritt ist frei. MM

Reto E. Wild (48) ist Tourismusexperte und Redaktor beim Migros-Magazin.


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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 99

Migros-Bank-Ratgeber

Der Weg zum Anlageerfolg führt über eine kluge und langfristige persönliche Anlagestrategie

Studien zeigen, dass gegen 90 Prozent des langfristigen Anlageergebnisses durch die Wahl der richtigen Vermögensaufteilung bestimmt wird. Vergleichsweise unbedeutend sind die Titelselektion und das Timing. Das Herauspicken vermeintlich erfolg­ versprechender Einzeltitel und die Suche nach dem richtigen Investi­ tionszeitpunkt tragen also nur wenig zum Anlageerfolg bei.

Sacha Marienberg (39)

ist Leiter Investment Center bei der Migros Bank.

Zentral für eine kluge Anlagestrategie ist die Bestimmung der langfristig optimalen Vermögensallokation und damit die Aufteilung des Ersparten auf verschiedene Anlageklassen wie Obligationen und Aktien, aber auch die Berücksichtigung verschiedener Regionen und Währungen. Dieses Vorgehen ist generell sinnvoll, weil es das Risiko reduziert und das Depot robuster gegen Schocks macht.

Anlagestrategien für verschiedene Risikobudgets Je höher der Aktienanteil, desto höher sind die Rendite- und Risikoerwartungen. Die Rendite (Re) zeigt die durchschnittliche jährliche Entwicklung. Als Risikomass (Ri) dient die Volatilität, die die Schwankungsbreite auf jährlicher Basis misst. hoch

Re: 4,6% Ri: 9,2%

konservativ Re: 4,0% Ri: 6,6%

Einkommen Re: 3,3% Ri: 4,2%

Legende n Aktien n Obligationen n Liquidität n alternative Anlagen

Re: 2,6% Ri: 2,9%

tief

Risiko (Ri)

hoch

Daten: MB. Die historische Performance (2003–2016) ist keine Garantie für die zukünftige Entwicklung.

Neben der Streuung des Vermögens ist für die Definition der Anlagestra­ tegie das Verhältnis von Aktien und Obligationen relevant. Aktien sind risikoreicher als Obligationen, haben langfristig jedoch auch mehr Wert­ steigerungspotenzial. Doch wo liegt die optimale Aktienquote? Die optimale Aktienquote gibt es nicht. Die Quoten unterscheiden sich von Anleger zu Anleger und werden mittels Fragebogen bestimmt. Das An­

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legerprofil beurteilt die Fähigkeit und die Bereitschaft, Risiken an Finanz­ märkten einzugehen, und definiert das Risikobudget des Anlegers. Daraus er­ gibt sich die individuelle Aktienquote. Ihre Bank hilft Ihnen dabei, Ihr persönliches Anlegerprofil zu erstel­ len und die für Sie richtige Anlage­ strategie zu bestimmen. Sprechen Sie sie darauf an. Es lohnt sich! MM Infos und konkrete Umsetzungsvorschläge: blog.migrosbank.ch


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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 101

Tipps

Einzelgänger und Rudeltiere Unsere Haustiere – egal ob Hunde, Katzen, Kaninchen, Fische, Vögel oder Reptilien – haben alle ihren eigenen Lebensstil. Viele Tiere brauchen einen oder mehrere Partner, aber nicht jedes Tier fühlt sich in der permanenten Anwesen­ heit eines anderen wohl. Dies ist bei der Vergesellschaftung von Tieren immer zu berücksichtigen.

Erster Spaziergang im Walter Zoo: Tigerdame Julinka ist in Gossau eingetroffen. Zootierärztin

Verkuppelt in London Für Tiger Viktor haben wir eine Herzensdame gesucht. Julinka ist die Auserwählte. Ihre Paarung ist auch wichtig für die Arterhaltung, denn Sibirische Tiger sind vom Aussterben bedroht. Text: Karin Federer

Bilder: Walter Zoo

M Karin Federer (30) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

it einer Kopf– Rumpf-Länge von 190 bis 220 Zentimetern ist der Sibirische Tiger die grösste Katze der Welt. Doch es gibt nicht mehr viele: In der Wildnis – im Osten Russlands, in Nordkorea und China – leben nach Schätzungen nur noch etwa 400 Sibirische Tiger. Der Kahlschlag von Wäldern zerstört ihren natürlichen Lebensraum, Wilderer machen Jagd auf ihre Beutetiere wie Hirsche, Wildschweine und Rehe – und auf die Tiger selbst. Für Tigerknochen werden auf dem chinesischen Markt horrende Preise bezahlt, Tigerschädel und -felle sind begehrte Trophäen. Internationale Erhaltungsprogramme sollen dem Tiger

nun wieder auf die Sprünge helfen. Das europäische Erhaltungsprogramm für den Sibirischen Tiger wird im Londoner Zoo koordiniert. Dort hatten wir Ende 2015 gemeldet, dass wir eine neue Partnerin für Viktor suchen, nachdem wir Nikkie leider einschläfern mussten. Gene und Alter passen

Nun hat es geklappt. Eine Tigerin ist gefunden, die hinsichtlich Gene und Alter zu unserem Viktor passt: Julinka vom Zoo Olomouc in Tschechien. Wir besuchten sie, anschliessend wurde sie für den Transport nach Gossau vorbereitet. Das heisst: untersucht, entwurmt und geimpft. Dann ging sie von allein in die Transportkiste. Als sie später im Transporter in

Gossau ankommt, stellen wir die Kiste dicht an den Eingang zum Tigergehege, öffnen den Schieber, und schon nach wenigen Sekunden kommt Julinka raus. Viktor kann sie aus der Distanz beobachten, sie dagegen sieht ihn nicht. Und das wird für die folgenden Tage so bleiben. Zunächst soll sich Julinka allein in der Tigerhöhle einleben und gut vor Besuchern verstecken können. Wenn sie sich entspannt und sicher fühlt, ermöglichen wir den Blickkontakt mit Viktor und, in einem weiteren Schritt, die direkte Begegnung. Das kann noch ein paar Wochen dauern. Wir lassen uns und vor allem den Tigern Zeit. Und hoffen, dass sich Julinka gut bei uns einlebt. MM

Dabei spielt die Biologie eine zentrale Rolle. So zeigen unsere Haustiere häufig das gleiche Ver­ halten wie ihre wilden Verwandten. Zum Bei­ spiel sind Hauskatzen grundsätzlich eher Einzelgänger, Hunde jedoch häufig sehr gern im Rudel. Es kann aber auch vorkommen, dass durch mangelnden Feinddruck und gutes Nahrungsangebot die innerartliche Konkur­ renz oder die gegen­ seitige Abhängigkeit sehr klein ist, wodurch in der Natur etablierte Lebensweisen bei Haustieren nicht mehr gleich ausgeprägt sind. Auch die Haltungsfor­ men und unterschied­ liche individuelle Präferenzen spielen eine Rolle. So können Hauskatzen bei einigen Haltern im Rudel leben, andere wiederum vermeiden jeglichen Kontakt zu Artgenossen. Daher ist es in jedem Fall wichtig, dass der Tierhalter seine Schützlinge gut beob­ achtet und Signale richtig deutet, denn eine erfolglose Ver­ gesellschaftung kann schnell zu einem Besuch beim Tierarzt führen.


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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 103

Kinder

Treuer, süsser Fratz Eigentlich ist der Hausspatz der Promi unter den Vögeln. Obwohl er winzig und unscheinbar ist, kennt und liebt fast jeder den kleinen Piepmatz. Und die Zuneigung ist gegenseitig. Text: Andrea Fischer

Illustration: bunterhund.ch

Wissenswertes

Feinde des Hausspatzes Katzen:

Wie für fast alle Sing­ vögel sind Katzen auch für Spatzen ein gefährlicher Feind. Naschen ist schön: Spatzen holen sich gern «Brösmeli» und Essensreste von Tellern. Marder:

Diese kleinen Raubtiere haben es ebenfalls auf die Spatzen abgesehen.

Turmfalken:

Die geschickten Jäger gibt es sogar in den Städten.

Kein Wunder, ist der kleine Vogel so beliebt: Er ist am liebsten mit

anderen seiner Art zusammen und kann in der Gruppe ganz schön laut und lustig sein. Spatzen sind seit Jahrtausenden gern in der Nähe von Menschen. Die sind auch schuld daran, dass man sie fast überall dort antrifft, wo wir leben – ausser in den Tropen oder in ganz kalten Gebieten.

Wie bei vielen Vögeln ist das Spatzen­ weibchen weniger prächtig als das Männchen. Beide baden gern im Wasser und im Sand. Daher kommt auch der Ausdruck «Dreckspatz». Spatzen sind aber nicht dreckig. Im Sand werden sie nämlich das Un­ geziefer zwischen ihren Federn los. Wenn sie grad nicht baden oder ihr typisches Tschilp­Konzert veranstal­

ten, fressen die Vögelchen Samen, aber auch Blattläuse, Falter und Spinnen – oder stibitzen Brösmeli oder Grösseres. Das tun sie ebenfalls am liebsten in der Gruppe. Obwohl sie gern eng mit anderen zusam­ menleben, sind die meisten Spatzen einem einzelnen Partner treu. Mit diesem haben sie dann bis zu vier Junge pro Sommer. MM

Mensch:

Er braucht immer mehr Platz und baut neue Häuser ohne Nischen, in denen Spatzen ihre Nester bauen können.


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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 105

Fragen und gewinnen! Schreibt uns. Für jede

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Anna Mara (9), Brugg

Die Zeit läuft vorwärts. So jedenfalls erleben wir Menschen sie. Wir können in ihr nicht vorausund nicht zurückreisen. Wir «gehen mit der Zeit», folgen dem «Fortschritt» und leben «zeitgemäss»: Das sind nur andere Ausdrücke für den Begriff «modern». Das Leben muss letztlich immer moderner werden, weil es dem Lauf der Dinge folgt. Wie empfindest du dieses ständig Neue? Ist es bedrohlich, unsinnig, befreiend, erfrischend? Die einen

freuen sich daran, andere verlieren sich darin, wieder andere kämpfen dagegen an. Jeder Mensch geht damit anders um. Daher muss sich die Gesellschaft auch immer wieder neu einigen, ob und wie sie den Fortschritt annehmen will. Was kann uns dabei als Orientierung dienen? Die Weisheiten, die über der Zeit stehen. Das Zeitlose, ein Urwissen, das nie vergeht. Du findest es unter anderem in Märchen und Mythen. Es gibt auch ein Gleichnis, das hilft. Bernhard von

Chartres, ein weiser Mann, hat es vor 900 Jahren aufgestellt: Stell dir vor, die klugen Menschen von früher wären wie ein Riese. Auf der Schulter des Riesen sitzen Zwerge. Sie sehen mehr als der Riese, weil sie höher oben sind. Wir heutigen Menschen sind wie diese Zwerge. Wir sind «modern», haben mehr Wissen als unsere Vorfahren – aber nur, weil uns die Grösse der Riesen in die Höhe hebt. MM

Eine Mutter erklärt die Welt:

Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

*Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Die Lilibiggs wollen an den Fasnachtsumzug. Hilf ihnen beim Verkleiden, und stelle die Kostüme richtig zusammen.

Rä tsels pass

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Mmmh, Salat. Hugo möchte einen Teller für sich und einen für Nina nehmen. Er möchte aber zwei identische Teller haben. Welche beiden Salatteller sind gleich?

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Lösung: Die Teller oben links und unten rechts sind identisch.

Entdecke die fantastische Welt der Lilibiggs

Lösung: 1 + 6 + 8 + 11, 2 + 9 + 14, 3 + 5 + 10 + 12, 4 + 7 + 13

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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 107

Bitte melde dich!

Wo steckt der Kamerad? Wolfbachschulhaus, Zürich, 1962–1967

Gesucht werden Klassenkameraden und -kameradinnen. Bitte meldet euch bei Ingrid Kuster: ingrid@kuster.sh

Schulfreundin Vreni, Bern, 1973–1975

Wir haben zusammen die Schule besucht und gingen auch mal in die Disco am Bahnhof Bern. Leider weiss ich nicht mehr, ob sie Schmid oder Schneider hiess. Ich habe sie 1983 zum letzten Mal gesehen. In diesem Jahr wurde sie wie ich Mutter. otbe2@bluewin.ch

Tante Anna Rosina und Cousine

Gesucht wird Kurt Schmid, Jahrgang 1946 oder 1947, Basadingen. Kurt Schmid (Bild: Dritter von rechts) hat mit mir/uns den Leutnantgrad abverdient, danach war er vermutlich AC-Schutz-Offizier. Wir trafen uns monatlich in der «Kronenhalle» in Zürich. Nach dem Tod des Kadi verliefen diese Treffen im Sande, und wir verloren uns aus den Augen. Kurt Schmid heiratete und zog nach Luzern (Musegg), wo er am Technikum studierte. Bis heute konnte ich vier der fünf Zugführer für eine Zusammenkunft ausfindig machen. niklaus.staehli@gmail.com

Gesucht: Heidi Läng (lediger Name), Obergerlafingen SO.

Meine Tante, Anna Rosina Eiter, geborene Trenker, wurde 1918 in Markdorf (D) geboren und lebte zuletzt in Piller, Gemeinde Fliess, Tirol. Im Jahr 1932 oder etwas später ging sie in die Schweiz, wo sie auch heiratete. Den ehelichen Namen kenne ich nicht, eventuell lautet er Raffedoni oder ähnlich. Sie hatte mindestens eine Tochter, die um 1937/38 geboren wurde und Annelies (?) hiess. Seit Februar 1950 haben wir von beiden nichts mehr gehört. Damals erwog die Tante auszuwandern. helmutpieler@gmail.com

Heidi Läng (Bild, v. r.: Heidi, Marlene Würsch, Heidis Mutter) machte in den Jahren 1959 bis 1962 Landdienst bei mir, Marlene Würsch in Killwangen AG. Sie wurde vom Antoniushaus Solothurn vermittelt. Ich möchte Kontakt mit ihr aufnehmen. Wer kann mir weiterhelfen?

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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 109

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äglich andere fremde Städte und Inseln ent­ decken, ohne die Koffer zu packen? Dank Costa­ Kreuzfahrten und Hotelplan können Leserinnen und Leser des Migros­Magazins diese Form des Reisens zum Sonderpreis ent­ decken. Beim Buchen einer Kreuz­ fahrt bezahlen sie nichts für die Hin­ und Rückfahrt im komfor­ tablen Reisecar (Details siehe Box). Zur Auswahl stehen zwei Schiffe mit unterschiedlichen Routen. Im westlichen Mittelmeer geht es mit dem neusten Schiff der Flotte, der «Costa Diadema», ab Savona auf eine achttägige Kreuz­

fahrt. Die «Costa Diadema» legt in der katalanischen Metropole Barcelona sowie in den Städten Marseille und Civitaveccia an und bringt ihre Gäste nach Mallorca, La Spezia oder Sardinien. Schönste Inseln des Mittelmeers

Wen es eher ins östliche Mittel­ meer zieht, bucht eine achttägige Reise auf der «Costa Luminosa» ab Venedig. Neben historischen Städten wie Triest und Dubrovnik stehen einige der schönsten Inseln Griechenlands auf dem Programm: Mykonos etwa oder das üppige Korfu. Während des Aufenthalts in Katakolon haben Passagiere die

Gelegenheit, das antike Olympia zu besichtigen. Die genauen Routen beider Schiffe hängen jeweils vom Buchungsdatum ab. An Bord der Costa-Schiffe gibts ein breites Unterhaltungsangebot für Jung und Alt: Live­ musik in diversen Lounges, Shows im Theater und natürlich ein viel­ seitiges Angebot für Jugendliche und Kinder; vom 4­D­Kino bis zum Formel­1­Simulator. Entspannung findet man in den grossen Wellnessbereichen, in den Restaurants bei einem feinen Es­ sen – oder man geniesst einfach die Pools, die teilweise über ein aus­ fahrbares Glasdach verfügen. MM

westliches Mittelmeer, ab/bis Savona: 17.6., 16.9., 7. 10., 21. 10., 11. 11., 18. 11. «Costa Luminosa», östliches Mittelmeer, ab/bis Venedig: 1.7., 29.7., 26.8., 9.9., 16.9., 28. 10., 4. 11., 11. 11. Preisbeispiele: pro Person, inklusive Hin- und Rückreise, in einer Kabine zur 2er-Belegung: Innen, Aussen, Balkon Tiefsaison («Diadema», 11. 11.): ab Fr. 499, Fr. 749, Fr. 849 Zwischensaison («Luminosa», 9.9.): ab Fr. 999, Fr. 1099, Fr. 1199 Hochsaison («Luminosa» 29.7.): ab Fr. 1199, Fr. 1349, Fr. 1499 Alle Preise und Termine: www.hotelplan.ch/

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18.6.2017 - 2.7.2017

18.6. Zürich – Amsterdam. Fluganreise. Transfer zum Hafen. Einschiffung und Abfahrt um 17.00. 19.6. Erholung auf See. 20.6. Molde (Norwegen) 13.00 – 19.00. Molde wird gerne als „Rosenstadt“ bezeichnet – eine romantische Kuriosität, die umso aussergewöhnlicher erscheint, als Molde auf dem 62. Breitengrad liegt. Für Sie lohnt sich ein Besuch des Romsdal-Museums. Lofoten

wie nirgendwo sonst auf der Welt. Neben nur wenigen Menschen sind auf Spitzbergen Rentiere und der schneeweisse Polarfuchs zu Hause, und nicht selten können Sie sogar einen Eisbären beobachten. 25.6. Erholung auf See. 26.6. Tromso (Norwegen) 08.00 – 18.00. Zwischen dem strahlenden Weiss des Schnees und den erhabenen Gletschern werden Sie von der Warmherzigkeit der aufrichtigen Norweger sowie von der Lebendigkeit der dortigen Kultur überrascht sein.

den unberührten Fjord per Kajak erkunden oder zum Storsæter-Wasserfall wandern. Kraftvoll stürzt er ins Becken und Sie laufen direkt darunter hindurch. Atemberaubend! 29.6. Haugesund (Norwegen) 09.00 – 17.00. Die kulturell lebendige Stadt Haugesund, in der jedes Jahr das norwegische Filmfestival stattfindet, verkörpert das Wesen Norwegens, da sie von unberührter Natur umgeben ist und direkt an der Nordsee liegt. 30.6. Erholung auf See. 1.7. Bremerhaven (Deutschland) 08.00 – 14.00. Bremerhaven liegt ca. 50 km nördlich von Bremen an der deutschen Nordseeküste. Die Stadt hat, teilweise auch dank ihres interessanten Hafens, eine faszinierende Ausstrahlung. Als junge Stadt verfügt Bremerhaven über viele Attraktionen, einschliesslich eines herrlichen Zoos mit Blick auf das Meer. Amsterdam

27.6. Erholung auf See. 21.6. Erholung auf See. 22.6. Leknes / Lofoten (Norwegen) 07.00 – 14.00. Der bevölkerungsreichste Teil der Lofoten, nördlich des arktischen Polarkreises, empfängt Sie zwischen idyllischer und städtischer Umgebung sowie grossartigen Naturszenerien. Über allem liegt das mystische Licht des Nordens mit seinen leuchtenden Farben, welches Künstler und Fotografen aus aller Welt auf die entlegene Inselgruppe zieht. Auch für Naturfreunde sind die Lofoten ein echtes Paradies, denn ihre grandiose und abwechslungsreiche Landschaft ist die Heimat vieler Tierarten. Hier trifft man auf Elche, Rentiere, Wale und Seehunde sowie auf zahllose Seevögel, die an der schroffen Felsenküste ihre Nistplätze finden.

28.6. Hellesylt (Norwegen) 08.00 – 09.00. 28.6. Geiranger (Norwegen) 11.00 – 18.00. Das Leben ist in der gastfreundlichen Ortschaft am Ende des gleichnamigen Fjordes entspannt. Dem Fjord wird nachgesagt, der schönste der Welt zu sein: Seine majestätischen, schneebedeckten Gipfel, wilde Wasserfälle und die grüne Landschaft des Geirangerfjords wirken sagenhaft verwunschen. Hier steht die Natur im Mittelpunkt, ganz gleich ob Sie Käse auf einer Ziegenalm am Herdalssee verkosten,

Mo - Fr: 09.00 - 18.00 Uhr

2.7. Amsterdam (Niederlande) 08.00. Ausschiffung und Transfer zum Flughafen inklusive Stadtrundfahrt. Rückflug nach Zürich.

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Baujahr 2004 • Deutschsprachige Bordhostess • 272 Meter lang / 36 Meter breit • 17 Decks • 1‘358 Kabinen • 12 Bars • 4 Restaurants • 4 Swimmingpools • 5 Whirlpools • Wellness- & Spa-Bereich • Casino • Theater

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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 111

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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 113

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was trinkt man, gemäss Redewendung, wenn man abwartet? H Tee

R Bier

S

Milch

I

Messer

2. Welches Bauteil gehört zu einem Velo? E

Löffel

O Gabel

3. Welcher Käse kommt neben dem Vacherin in einem Fondue Moité-Moité vor? S

Tilsiter

L

Gruyère

N Sbrinz

So nehmen Sie teil

4. Welche Ortschaft liegt hoch über dem Walensee? U Mels

M Maienfeld

Z

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.2.2017, 24 Uhr

Amden

5. In welchem Bereich kommt Roaming vor? R Hotelgewerbe

B Energiemessung

W Mobilfunk

6. Wie lange erstreckt sich ungefähr die belgische Küste? I

ca. 22 km

U ca. 65 km

V ca. 230 km

7. Wie heisst ein sagenhafter Kontinent, der angeblich im Meer untergegangen ist? R Mu

L

Pu

A Bu

8. Wie nennt sich ein bei den Römern im Februar begangenes Reinigungsfest? D Saturnalien

T

Carnaria

M Lupercalien

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 7: RAUBTIER

Gewinner Nr. 6: Cäcilia Goldener, Gams SG; Renate Frei, Kreuzlingen TG; Nelly Kupferschmied, Weissenburg BE

Lösungswort: 1

2

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5

6

7

8

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1 5

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Auflösung Nr. 7: NOTEN Gewinner Nr. 6: Werner Scheidegger, Frauenfeld; Susanne Müller, Hittnau ZH; Josef Huber, St. Gallen

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Hauptteil ON / OFF Ohrstöpsel (inkl. 5 verschieden grosse SilikonOhrstöpsel) CE-geprüfte Hörhilfe mit TÜV geprüftem VDE-Adapter. 328-218

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LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 115

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

8 1 2

9

5

7

4

8

9

3 6

3

2 9 7

6 3

7

7

5

2

Auflösung Nr. 7: 375

4 2 3

8 9 7

2 1 3 9 8 6 7 5 4

5 8 6 4 1 7 9 2 3

4 9 7 5 2 3 6 1 8

6 7 4 1 3 8 2 9 5

8 2 5 6 7 9 3 4 1

1 3 9 2 5 4 8 7 6

9 6 2 8 4 1 5 3 7

3 4 8 7 9 5 1 6 2

7 5 1 3 6 2 4 8 9

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.2.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 6: Nicolas Favre, Isérables VS; Marcelle Girard, Glovelier JU; Myriam Gall, Chur; Anton Rovina, Brig-Glis VS; Dieter Sacker, Basel

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 2 3 2 miteinander verbunden 4 1 3 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 3 1 2 1 und mehr als zwei Linien.

0 5 2 4 1 2

Auflösung Nr. 7:

0

2

3 3

3

0 3

3

0

1

1

2

5

1

2

4

2

1 2 2

4 1 2

2 3 4

3 4 2

1 1 3

3 5 2

3 3 3

3

3

Auflösung Nr. 7:

3 2

3 3 3 2

2

2 3 3

2

4

4

5

2

3

1

3 3

3 1 2

4 1 3 3

2 1 2 4 1

2 4 2 1 2

2 3 2 3 2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

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Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Bildredaktion: Heinz Stocker (Korrektor) Olivier Paky (Leitung), Ressort Menschen: Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Sabine Lüthi (Leitung), Susanne Oberli, Helen van Pernis Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Layout: Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller Doris Oberneder (Creative Director), (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Online: Werner Gämperli, Saskia Goslings, Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser

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118 | MM8, 20.2.2017 | LEBEN

Meine Welt

«Ich schreibe meine Bücher in der Skylounge» Adel Abdel-Latif ist Unternehmer, Arzt, Ex-Mister-Schweiz, Kickbox-Weltmeister, Vater und Autor. In seinem neuen Buch «Die Karrieresau» verrät der 45-Jährige, wie man es nach ganz oben schafft. Bilder: Jorma Müller

Meine Vergangenheit

«Für mich war das Jahr als Mister Schweiz eine sehr wertvolle Zeit. Dadurch habe ich Zeit­ management und den Umgang mit verschie­ denen Leuten gelernt.»

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Bilder: Geri Born/RDB, Ennio Leanza/Keystone

Text: Anne-Sophie Keller


LEBEN | MM8, 20.2.2017 | 119

Drei goldene Verhandlungstipps: www.migmag.ch/ abdel-latif

1 Meine Schreibstube «In der Skylounge Zug schreibe ich meine Bücher. In ‹Die Karrieresau – Erfolg ist kein Zufall› weihe ich die Leserinnen und Leser in meine eigens kreierten zwölf Erfolgsprinzipien ein.» 2 Mein Zuhause «Seit bald zwei Jahren wohne

ich mit meiner Familie im neuen Zuhause im Aargau. Es ist eine Traumvilla mit 400 Quadratmetern Wohnfläche und 2000 Quadratmetern Land.»

Mein Lieblingsprodukt

«Der zuckerfreie EnergyDrink gehört zu meinem Morgenritual. Ich stehe jeden Tag um halb fünf auf und trainiere eine Stunde. Danach bin ich zwischen 18 und 20 Stunden auf Draht.»

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3 Mein Team «In der ‹Dr. Abdel-Latif Negotiation Academy› arbeiten viele verschiedene Charaktere. Als Chef bin ich sehr fordernd; Loyalität ist mir wichtig.» Name Adel Abdel-Latif (45) Sternzeichen:Waage Lebenslauf «Ich wurde 1971 in Zürich geboren. 1996 wurde ich zum Mister Schweiz gekürt. Mit 32 war ich der jüngste Radiologie-Ober-

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arzt im Kantonsspital Bruderholz und mit 42 der älteste Kickbox-Weltmeister überhaupt. Ich berate an meiner ‹Dr. Abdel-Latif Negotiation Academy› globale Unternehmen und Politiker bei schwierigen Verhandlungen. An der Universität St. Gallen bin ich als Lehrbeauftragter für Verhandlungsführung tätig. Zudem habe ich zwei Bücher geschrieben, zuletzt ‹Die Karrieresau – Erfolg ist kein Zufall›, das am 23. Februar erscheinen wird. Mit meiner Frau Alif Simone (38), unserer Tochter Soraya (5) sowie den Zwillingen Rubina und Omar (3 Monate) wohne ich im Kanton Aargau.»

4 Mein Ausgleich «Ich bin weltweit in Verhand-

lungsprozesse involviert, die meistens in Hotels oder dunklen Sitzungsräumen stattfinden. Heimkommen und die Natur geniessen sind enorm wichtig für mich. Mein Hund Mimo begleitet mich gerne.»

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5 Mein Sport «Das Kickboxen ist seit 30 Jahren Teil meines Lebens. Der Sport fasziniert mich, weil ich durch ihn gelernt habe, die absolute Kontrolle über Geist und Körper zu haben.» 6 Mein Reich «Mit dem eigenen Fitnessraum

in meinem Haus habe ich mir einen Wunschtraum erfüllt. Ich trainiere fünf Mal pro Woche, was eher wenig ist. Früher waren es zwei Mal pro Tag.»

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7 Mein Markenzeichen «Ich habe ein Faible für Totenkopfschmuck. Viele meiner Designerringe wurden extra für mich hergestellt.»


Mediterrane Küche: Schmeckt nach Ferien.

Chifferotti mit Zucchetti-Thon-Ragout Für 4 Personen

Zutaten: 400 g Teigwaren, z.B. Chifferotti, Salz, 2 Dosen rosa Thunfisch à 155 g, 4 kleine Zucchetti à ca. 150 g, 2 EL Olivenöl, 2 Knoblauchzehen, 6 dl Halbrahm, Pfeffer, 1 Bund Basilikum Zubereitung: Teigwaren in siedendem Salzwasser al dente kochen. Abgiessen und abtropfen lassen. Thon abtropfen lassen. Zucchetti längs vierteln und in Würfel schneiden. Im Öl bei mittlerer Hitze rundum anbraten. Knoblauch dazupressen und kurz mitbraten. Rahm beigeben und einkochen lassen. Thon in Stücke teilen und zum Zucchettiragout mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zucchetti-Thon-Ragout mit den Teigwaren mischen. Basilikumblätter darüberzupfen. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

8er-Pack

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M-Classic Thon im 8er-Pack in Öl und Wasser, z.B. in Öl, 8 x 155 g Bei diesem Angebot sind bereits reduzierte Artikel ausgenommen. ANGEBOT GILT NUR VOM 21.2. BIS 27.2.2017, SOLANGE VORRAT

Pro Person ca. 42 g Eiweiss, 50 g Fett, 79 g Kohlenhydrate, 4000 kJ/960 kcal Mehr Tipps und Rezepte auf migusto.ch Der neue Kochclub der Schweiz.


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