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Migros-Magazin-06-2019-d-VS

Page 1

Ausgabe Wallis, AZA 1953 Sion Responce Zentral

Rezept Kügelipastete S. 57 | Fasnachtsfakten S. 8

Wie Essen rundum guttut Seite 76

MM6, 4.2.2019 migrosmagazin.ch Adrian Alejandro Wittwer

Der Berner und das Eismeer Seite 10

Dossier Kesb • Was tut die Behörde eigentlich? Seite 16

Bild: Franziska Frutiger

• Familienbild: Der höchste Schweizer Beistand über Dichtung und Wahrheit Seite 18 • Kesb-Initiative – Pro und Contra Seite 33 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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MM6, 4.2.2019  5

D Editorial

Furcht mit vier Buchstaben Das Thema hatte sich irgendwie zwischen Salat und Hackbraten eingeschlichen. Wir sassen bei Freunden am langen Tisch und stiessen auf das ­Reiheneinfamilienhaus der Gastgeber an. Kurz war der Notar Thema – und schwupps, waren wir mitten in der Kesb-Diskussion.

Wie? Freunde ohne Reiheneinfamilienhaus erzählten uns, was sie beim Notar alles festzuhalten versuchen, damit ihnen nie jemand reinquatscht. Ins Leben, ins Sterben, in die Kindererziehung, ins Vererben ... Hätte ich den Wortführer in dem ­Moment wie beim Kreuzworträtseln gefragt: Furcht mit vier Buchstaben? Er hätte gerufen: Kesb!

Bilder: Jorma Müller, Franziska Frutiger

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde sorgt für Emotionen. Das tut sie schon von Amtes wegen. Aber muss man sich vor ihr fürchten? Wir haben den obersten Beistand der Schweiz getroffen, den Initianten und eine Gegnerin der Anti-Kesb-Initiative befragt, die Medien­berichterstattung rund um die Kesb untersucht und Fälle dokumentiert, die die weniger öffentliche ­Arbeit ­dieser Behörde zeigen. Mein Vater hat jahrelang im Laiengremium versucht zu helfen, wenn jemand in der Gemeinde Beistand brauchte. Er hat keine Entscheidung auf die leichte Schulter genommen, hat viel mit sich gerungen. Eine einfache Arbeit ist das nicht – ob einst im Laiengre­mium oder heute bei der unbelieb­ testen Behörde des Landes. Jetzt lasst uns den Hackbraten ­anschneiden. Yvonne Samaritani, Redaktionsleiterin yvonne.samaritani@mgb.ch

Inhalt Menschen 8  Fasnacht für Anfänger

Die fünfte Jahreszeit von A bis Z

10  Furchtloser Berner

Adrian Alejandro Wittwer wagt sich ins eiskalte Wasser

94

15  Bänz Friedli 16  Dossier Kesb

Wie geht die Behörde vor, und wie viele Betroffene gibt es?

57  Migusto: Fritschi-Pastete

18  Interview: Ignaz Heim

Leben

24  Positive Schlagzeilen

67  «1, 2 oder 3?» 69 Kinderfrage Internet 71 Ausflug Saanenland 75  «Stadt, Land, Stutz» 76 Gesundheit TCM 79  Migros Bank Steuerabzüge

Was macht die Arbeit der Kesb so heikel? Der oberste Beistand der Schweiz gibt Auskunft Fünf Beispiele von gelungenen Interventionen der Kesb

26  Dunkles Kapitel

Fremdplatziert: Diana Bach und Robi Minder leiden bis heute

81 Glücksgriff Aufenthalte in

33  Die «Kesb-Initiative»

85 Leseraktion Günstiger

Migros-Welt

Ski fahren im Oberengadin

42  Wellness daheim 43  Neues aus Ihrer Region

Finnland oder in Gstaad

87  Rätsel und Spiele 94  Meine Welt Hansjörg und Margrit Schneuwly

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder +41 800 84 0848 (Ausland); migros.ch/kundendienst; migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland); cumulus@migros.ch; migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12; www.migmag.ch/leser * Normaltarif

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Darauf freuen wir uns Schweizer Mode Das Beste, was die Branche zu bieten hat, wird am 4. Februar an der «Mode ­Suisse» im Migros-Museum für Gegenwartskunst gezeigt.

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Drachen Am 7. Februar kommt der dritte und letzte Teil von «How To Train Your Dragon» in die Schweizer Kinos.

Unnützes Wissen

Money, Money ...

Bild der Woche  Sie schwebt über das Eis, springt, dreht sich, landet ... Doch ­

Bilder: Universal Pictures, Vasily Fedosenko/Reuters, Dinah Leuenberger

die 17-jährige Alexia Paganini hätte ein noch anspruchsvolleres Programm ­ abliefern müssen, heisst es. Die in den USA lebende Schweizerin hat ­ vergangene Woche an der Eiskunstlauf-EM in Minsk trotz fehlerfreier Kür ­ das Podest verpasst: Nach dem Kurzprogramm lag sie zunächst auf Platz 3, dann aber fiel sie zurück auf Platz 6. Als Eiskunstlauflaie betrachtet man ­staunend die Bilder und Videoclips – und kommt zum Schluss: an Ästhetik nicht zu überbieten! Von uns hätte es Gold gegeben.

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Marco Costa (46) Devisenhändler, Männedorf ZH So informiere ich mich: «Mit Bloomberg» Dafür bin ich zu alt: «Games interessieren mich nicht. Ich weiss nicht einmal, wie sie heissen.» Da bin ich analog: «Ich bin total digital. Das ist viel ­einfacher. Jetzt warte ich auf die Blockchain-Revolution.»

Liebste App: WhatsApp

Die Banknote mit dem höchsten Nennwert wurde 1946 von der Ungarischen Nationalbank ­herausgegeben: Er belief sich auf 100 000 000 000 000 000 000 (hundert Trillionen!) Pengö. Eine Million USDollar in EinDollar-Scheinen wiegt etwa 14 Kilo. Kanada schaffte 2012 den Penny ab. Aufgrund der gestiegenen Metallpreise hatte es zuletzt 1,6 Cent ­gekostet, eine Centmünze zu produzieren. Auf nur acht ­Prozent aller Banknoten ist eine Frau ­abgebildet. Die Bezeichnung Dollar geht zurück auf das niederdeutsche Wort dāler für Taler. Quelle: Neon/Stern


8  MM6, 4.2.2019 | MENSCHEN

A

wie Aschermittwoch Ein unpassender Anfang, denn der Aschermittwoch ist das Ende der Fasnachtszeit – dieses Jahr fällt er auf den 6. März. Eine Ausnahme gibt es, und zwar eine grosse: Basel. Die wohl bekannteste Fasnacht des Landes beginnt am Montag nach Aschermittwoch – daher kommt auch die Redewendung: «Du kommst ja wie die alte Fasnacht!»

B

wie Basel In der Rheinstadt wird neben Luzern die grösste Fasnacht der Schweiz gefeiert. Etwas haben die Basler den Innerschweizern aber voraus: Ihre Fasnacht gehört seit 2017 zum Unesco-Welt­kultur­ erbe. Rund 12 000 Menschen nehmen in organisierten Gruppen daran teil.

C

wie Clique Cliquen sind Vereine, die sich der Fasnacht verschrieben haben. Viele Guggenmusiken (siehe «G») tragen den Begriff Clique im Namen, zum Beispiel Waelleschletzer­ Clique oder Sumpfgluggere-Clique.

E

wie Ehren-Födlebürger Seit 1972 wird an der St. Galler Fasnacht der Ehren-Födlebürger gewählt und dann auf ihn geschossen – mit einer Konfettikanone. Gewählt wird, wer im vergangenen Jahr «Födle, Herz und Humor» bewiesen hat. Auch wenn «Födlebürger» nicht gerade wie ein Kompliment klingt, ist der Titel durchaus positiv gemeint.

«Wer EhrenFödlebürger 2019 wird, ist zurzeit das am besten gehütete Geheimnis in St. Gallen.» Michael Hüppi, Kanzler der Ehren-Födlebürger

F

wie Fötzeliräge Einmal im Jahr regnen Papierschnitzel auf die Luzerner herab. Zum Urknall (siehe «U») gehören die wirbelnden Fötzeli dazu, wie Federn zum Indianerkostüm.

G

wie Guggenmusig Man hört sie von Weitem: Die sogenannten Guggen sind Blasmusikforma­ tionen, die an den Fasnachtsumzügen mitmarschieren oder an festen Stand­ orten auftreten. Der Begriff stand früher vielerorts für Tüten – solche trugen die Musikanten anfangs des 20. Jahr­ hunderts als einfache Masken.

Diese Woche

Das Abc der Narren

Bald pfeifen sie wieder und werfen Orangen. Damit niemand im Fasnachtstrubel zwischen Basel und Luzern untergeht, helfen wir mit Fakten von A wie Aschermittwoch bis Z wie Zwiebelwähe. Text: Lisa Stutz

H

K

wie Helfer Ohne fleissige Helferinnen und Helfer keine Fasnacht. Sie sind Freiwillige oder Vereinsmitglieder und sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Umzüge, Fasnachtspartys und Verkaufsstände.

wie Konfetti Wer lange Haare hat und schon einmal an einer Fasnacht war, erinnert sich an sie: Die kleinen, bunten Papierschnipsel bleiben gnadenlos hängen – ab und zu findet man sie noch beim Ostereiersuchen.

wie Inthronisation In vielen Fasnachtsgesellschaften wird vor dem Startschuss ein Ehrenmitglied gewählt, das bei den Anlässen einen besonderen Stellenwert einnimmt. Mit einer feierlichen Inthronisation tritt der oder die Auserwählte das neue Amt an.

wie Larve Die baseldeutsche Bezeichnung für Maske ist Larve. Die Guggen tragen jedes Jahr neue Larven, die mit viel Aufwand konzipiert und hergestellt werden. In Luzern heissen sie übrigens «Grinde».

I

J

wie Jahreszeit Während der Fasnacht liest man in Zeitungsartikeln von der «fünften Jahreszeit». Damit ist die Fasnacht gemeint, die mit ihren Eigenarten wie eine zusätzliche Jahreszeit daherkommt.

L

M

wie Morgestraich Die Basler Fasnacht beginnt mit dem Morgestraich morgens um vier Uhr. Die Lichter der Innenstadt werden gelöscht, und Tausende von Trommlern und Pfeifer spielen das gleichnamige Marschmusikstück «Morgestraich».


MENSCHEN | MM6, 4.2.2019  9

«Meine Prognose: Heuer werden der heisse Sommer, 50 Jahre Mondlandung, Plastik im Meer sowie lokale Themen behandelt.» Pia Inderbitzin, Obfrau des Fasnachts-Comité Basel

T

wie Tambourmajor Er führt eine Guggenmusig an und hat einen langen Stab bei sich. Mit diesem vollführt er weit ausholende Bewegun­ gen, während er den Trommlern voran­ schreitet und sie dirigiert.

U

wie Urknall Wie wohl alles Leben mit dem Urknall begann, startet dasjenige des Luzerner Fasnächtlers ebenfalls damit. Und zwar am Schmutzigen Donnerstag morgens um fünf Uhr. Hunderte von Guggenmu­ sikern blasen und schränzen aus Leibes­ kräften oder schlagen auf die Trommeln und Pauken. In allen Gassen beginnt es zu rumoren; die Fasnacht hat begonnen.

Bild: Stefan Bohrer/Keystone

B wie Basel: Während drei Tagen im Jahr ist die Fasnachtsstadt im Ausnahmezustand.

P

«Obwohl ich genau weiss, wie der Morgestraich abläuft, habe ich jedes Mal Hühnerhaut.»

wie Plakette Zu jeder grösseren Fasnacht gehört eine eigens dafür angefertigte Anstecknadel aus Metall. Sie kann als symbolischer Eintrittspreis gesehen werden. Es ist Ehrensache, die Plakette an der Jacke oder am Mantel zu tragen.

Pia Inderbitzin, Obfrau des Fasnachts-Comité Basel

wie rüüdig Als «rüüdiges Treiben» wird die Luzerner Fas­ nacht gern bezeichnet. Oder als «rüüdig schön!» Das Verstärkungswort steht für «sehr» und wird an der Luzerner Fasnacht inflationär verwendet.

O

wie Orangenauswerfen ­Traditionell werden an der ­Fasnacht in Luzern Orangen in die Menschenmenge geworfen. Ein Überbleibsel aus der Zeit, in der die Früchte als Luxusgut galten. Noch heute sind die ausgeworfenen Köstlichkeiten sehr beliebt.

R S

wie Schnitzelbank Der Schnitzel­ bank ist ein Spottlied, das in Ver­ sen vorgetragen wird. Es behan­ delt Themen, die weltweit oder regional aktuell sind. Oft enden die Schnitzel­ bänke in einer überraschenden Pointe.

V

wie Verhaltensregeln Als Fasnachtsbesucher sollte man: während eines Umzugs nicht durch die Formation laufen; seine Kinder im Auge behalten; Respekt haben vor der tagelangen Arbeit, die hinter gewis­ sen Masken und Kostümen steckt.

«Bei einem Umzug kann leicht jemand verletzt werden, da wir durch die Grinde nicht viel sehen.» Linus Jäck, Präsident «Die Vereinigte» Luzern

Z

wie Zwiebelwähe An der Basler Fasnacht ist die Zwiebelwähe Kult. Aus rund 1,5 Tonnen Zwie­ beln werden etwa 3000 Zwiebelwähen gemacht, die innert der «drey scheenschte Dääg» verputzt werden.

Z

zum Zweiten wie «Zzzzzzz» So tönt es aus den Schlafzimmern von Bern bis Basel, vom Wallis bis in den Aargau , wenn die Fasnacht vorbei ist. Gute Erholung!  MM


10  MM6, 4.2.2019 | MENSCHEN

Adrian Alejandro Wittwer

Eiskalte Leidenschaft Fünf Grad kaltes Wasser ist sein Element: Der Berner Adrian Alejandro Wittwer ­ wird im März als einziger Schweizer die Kilometerdistanz an der Weltmeisterschaft der Eisschwimmer ­­bestreiten. Was treibt den Mann zu dieser Extremleistung an? Text: Ralf Kaminski  Bilder: Franziska Frutiger

S

till und klar liegt er da, der Blausee. In winterlicher Einsamkeit. Einzig eine Forelle stört ab und zu die Ruhe der Wasseroberfläche. Und gleich wird das auch Adrian Alejandro Wittwer tun. Der 32-jährige Eisschwimmer hat sich den malerischen See im Berner Oberland zum Trainieren ausgesucht – im Hinblick auf den «Eisman» in Radolfzell am Bodensee (D) am 9. Februar und die Eisschwimmer-WM im russischen Murmansk vom 14. bis 18. März. Zwei asiatische Touristinnen in dicken Winterjacken schauen stau-

nend zu, wie Wittwer sich aus seiner warmen Kleidung schält, Schwimmkappe und -brille aufsetzt und nur mit Badehose und einer grossen roten Boje ins Wasser steigt. Das Thermometer hat zuvor 4,5 Grad Celsius angezeigt. Ideal, denn bei den offiziellen Wettkämpfen darf die Wassertemperatur maximal fünf Grad betragen. «Man sollte sich nicht hinter­ sinnen, sondern sich einfach reinstürzen», sagt Wittwer, «dann ist es gar nicht schlimm.» Doch was er beschreibt, klingt für Nichteisschwimmer wenig verlockend: Das eiskalte

Wasser lässt schon nach wenigen ­Minuten Hände und Füsse prickeln, dann schmerzen. Ebenso das Gesicht, das beim Schwimmen immer wieder eintaucht. Die Symptome veschwinden zwar wieder – aber nur, weil man seine Extremitäten dann gar nicht mehr spürt. Was bezüglich Bewegungs­ablauf beim Schwimmen natürlich eine Herausforderung ist. Vor Wettkämpfen stehen deshalb immer ein EKG sowie Fieber- und Blutdruckmessung an. Nur wer kerngesund und fit ist, darf seinen Körper solchen Strapazen aussetzen. Wittwer


MENSCHEN | MM6, 4.2.2019  11

«Ich möchte später mal sagen können, dass ich in meinem Leben etwas Besonderes erreicht habe.» Adrian Alejandro Wittwer Eisschwimmer

Lufttemperatur minus 1 Grad, Wasser 4,5 Grad: Adrian Alejandro Wittwer trainiert im winterlichen ­ lausee im Berner Oberland. B

ist derzeit der einzige Schweizer, der schnell genug ist, um sich für die ­Kilo­meterdisziplin an einer Eis­ schwimmer-­WM zu qualifizieren. Etwa 21 Minuten braucht er für die Distanz – drei Minuten mehr als im ­Hallenbad. ­«Das ist nicht schlecht, aber die Besten schaffen es in 13», sagt er. Und der Langsamste habe bei der ­letzten WM 30 Minuten gebraucht. Bei kürzeren Distanzen hat der Berner es auch schon aufs P ­ odest geschafft, aber sein grösster Stolz ist es, das Kilo­ meterschwimmen absolvieren zu ­dürfen. «Das können nur die Besten.»

Adrian Wittwer schwamm schon als Jugendlicher gerne und gut, durchquerte mit einem Kollegen ­ einmal den Thunersee und versuchte 2013, den Bodensee in der Länge zu bewältigen. Die 64 Kilometer schaffte er zwar nicht, dafür hörte er dort zum ersten Mal von der ­Sportart Eisschwimmen, die erst seit ein paar Jahren professionell für Wettbewerbe betrieben wird. Die Intensität des Gefühls

Da Wittwer es schon immer liebte, seine sportlichen Grenzen auszulo­

ten, stürzte er sich gleich mit Begeis­ terung ins eisige Nass. «Sonst bin ich eigentlich ein vorsichtiger Mensch; ich fahre mit dem Auto nie zu schnell, ich gehe nirgends unnötige Risiken ein.» Aber beim Sport liebt er die ­Intensität des Gefühls, wenn das Ziel erreicht ist. «Das verschafft einfach einen tollen Kick. Ich möchte später einmal sagen können, dass ich in mei­ nem Leben etwas ganz Besonderes ­erreicht habe.» Beim Eisschwimmen zähle neben der guten körperlichen Konstitution und dem Spass am Schwimmen vor


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MENSCHEN | MM6, 4.2.2019  13

Vorbereitung für den Kraftakt im eiskalten Nass: Laut den offiziellen Regeln dürfen die Schwimmer nichts als Hose, Brille und Kappe tragen.

allem eins: «Mentale Stärke. Man muss sich überwinden und die Effekte auf den Körper aushalten können.» Er glaubt, dass er auch deshalb zu den Jüngeren gehört, die diese Sportart auf Wettbewerbslevel betreiben. Die meisten sind 40 oder älter. Wittwer ist überzeugt, dass die nötige mentale Stärke für diesen Sport sich erst mit dem Alter entwickelt. Und dank des intensiven Trainings fühlt er sich gut auf die Meisterschaften vorbereitet. Feuerwehr und grüne Politik

Sein Umfeld kann mit seiner Leidenschaft allerdings wenig anfangen. «Ich fände es cool, das mit jemandem zusammen zu machen, aber bisher hat sich noch niemand gefunden, der öfter als zwei-, dreimal mitgekommen wäre.» Meist trainiert er in der

Mittagspause in der Aare beim Haus vom Kanu-Klub Bern, unweit vom Schweizerischen Roten Kreuz, wo er derzeit ein Praktikum als Projekt­ leiter in der Administration von ­Redog macht – mit dem Ziel, bald eine neue Stelle zu finden. Daneben engagiert sich der Single bei der freiwilligen Feuerwehr und bei den Grünliberalen. Für die Partei hat er sich schon bei Kantonsratswahlen aufstellen lassen, wurde aber nicht gewählt. Umwelt­themen sind ihm wichtig. Und draussen in der ­Natur zu sein, ist für ihn ein zusätz­ licher Reiz beim Eisschwimmen. Knapp 20 Minuten verbringt ­Adrian Wittwer im Blausee. Idealerweise steht ihm nach einem solchen Training eine warme Dusche oder eine Sauna zur Verfügung; das erleich-

tert und beschleunigt das ­Aufwärmen. Hier kann er nur das geheizte ­Restaurant nutzen, in dem er anschliessend stark zitternd ­dasitzt. «Das ist ganz normal», erklärt Wittwer. «Auf diese Weise wärmt sich der ­Körper auf.» Zudem habe er sich nach dem Schwimmen problemlos die ­Kleidung wieder anziehen können. «Das geht längst nicht immer, weil die Finger manchmal so steif sind, dass sie sich nicht kontrollieren lassen.» Nach etwa 30 Minuten norma­ lisiert sich sein Körper wieder, das Zittern verschwindet. Und als die ­Fotografin fragt, ob er bereit wäre, ­­für eine zweite Fotorunde bei Abendlicht nochmals ins Wasser zu steigen, ­zögert er keine Sekunde. MM Infos: internationaliceswimming.com


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herrlichen Rundfahrt werden wir die schönen Uferlandschaften, die malerischen Fischerdörfchen aber auch das zauberhafte Franciacorta-Gebiet kennenlernen. Das Gebiet ist insbesonders für seinen guten Schaumwein weltbekannt, der hier schon seit Jahrtausenden angebaut wird. Davon überzeugen wir uns im örtlichen Weinkeller. Selbstverständlich dürfen wir dabei die guten Tropfen auch verkosten. Später fahren wir zu einem typischen italienischen Agriturismo, eine Art Bauernhof. Hier wird uns ein rustikales Mittagessen mit Spezialitäten aus der Region und natürlich Wein serviert. Freuen Sie sich auf einen schönen Nachmittag in herrlicher Umgebung und bester Gesellschaft. Am Abend Rückfahrt ins Hotel und Nachtessen. 4. Tag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.

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D

MENSCHEN | MM6, 4.2.2019  15

Bänz Friedli

Skolstrejk för Klimatet Dauernd war Helikopterlärm über unserem Haus, Tag und Nacht: Kloten–Davos, ­ Davos–Kloten. Während des Weltwirtschaftsforums, vorige Woche, habe ich kaum ein Auge zugetan. Dauernd mussten wichtige Männer in die Bündner Berge pilotiert werden, damit sie dort rasch das Klima retten konnten.

Bild: Vera Hartmann

Nur eine nahm den Zug: die schwedische Schülerin mit dem Pappkarton, Aufschrift «Skolstrejk för Klimatet». Greta Thunberg, 16-jährig, Initiantin der weltweiten Schülerinnen- und Schülerstreiks, reiste mit der Eisenbahn an, zweiunddreissigeinhalb Stunden hin, zweiunddreissigeinhalb Stunden zurück. ­Greta ist die einzige WEF-Teilnehmerin, die ich so richtig ernst nehmen konnte. Ansonsten wurde zwar viel übers Klima parliert, in den Hinterzimmern aber ging es um schranken­ losen Handel und klimaschädliche Deals. Unappetitliche Regimes wie China und SaudiArabien hatten ihren grossen Auftritt. Und wurden von der offiziellen Schweiz genauso hofiert wie der neue brasilianische Präsident, der Hitler für einen «grossen Strategen» hält.

Bänz Friedli (53) bricht eine Lanze für die Jugend.

Doch bereits sind sie zur Stelle, all die­ jenigen, die vorschnell wissen, dass diese Greta sowieso nicht selber denkt. Ebenso ­wenig wie all die Jugendlichen, die es ihr ­­ an Demonstrationszügen gleichtun. Eine ­gewisse Vroni aus Rümlang ist sich sicher, dass «dieses Mädchen instrumentalisiert

wird». Ein Ruedi aus Zürich spricht von ­«Klimahysterie» und behauptet, die Kinder würden dafür «eingespannt». Er verkennt, dass Kinder selber denken können. Und Peter aus Feldkirch wettet, «dass 90 Prozent dieser streikenden Kinder selber keine ­Massnahmen treffen für den Klimaschutz, weiter Strom verbrauchen, Plastiktüten und Flaschen wegwerfen». Erstaunlich, wie hurtig sie in Leserbriefund Kommentarspalten Urteile fällen. Es sind Vorurteile. Wer sie hegt, hat vermutlich noch mit keinem dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesprochen. Diese ­Klimaaktivisten, ich weiss es aus eigener ­Erfahrung, diskutieren mit ihren Eltern, ­sie hinterfragen, woran wir Älteren uns ­so wohlig gewöhnt haben: rasch hier- und d ­ orthin ­zu jetten, per Billigflug übers Wochen­ende; BioAvocados aus Übersee zu konsumieren; im T-Shirt in der überheizten ­Wohnung zu ­hocken. Und was tun sie, diese Jugendlichen? Sie nehmen den Nachtzug nach Kopenhagen, planen Pfadilager mit d ­ em Ziel, null Abfall zu produzieren und sämtliche Verpflegung von Bauern vor Ort zu beziehen, buchen Interrail, statt Auto zu fahren. Engagiert, aufrichtig, konsequent. Sie werden nicht lockerlassen, diese «Kinder». Wir sollten uns an ihnen ein Beispiel nehmen. MM Bänz Friedli live: 9.2., Rorschach SG; 15.2., Seon AG

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14/01/2019 11:33


16  MM6, 4.2.2019 | DOSSIER KESB

Wer steht mir bei?

MASSNAHMEN IM KINDESSCHUTZ

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ist umstritten. Wie funktioniert sie, was kann sie bewirken? Ein Blick auf das berühmteste Verwaltungsorgan des Landes.

Die mit Abstand am häufigsten an­geordnete Massnahme ­im gesetzlichen Kindesschutz ist die Beistandschaft (77 Prozent­­, 32 376 Massnahmen*) zwecks Unterstützung der Eltern in Erziehungsfragen, zur Regelung von Besuchsrechtsstreitig­ keiten oder Unterhaltsfragen. Ende 2017 lebten 4329 Kin­ der und Jugendliche fremd­ platziert, angeordnet von der Kesb. Das heisst, die Behörde ­ hat den Eltern das Aufenthalts­ bestimmungsrecht entzogen und das Kind an einem geeig­ neten Ort untergebracht, etwa ­ in einer Pflege­familie oder in einem Heim. Den Eltern von 290 Kindern ist die elterliche Sorge ganz entzogen worden.

Text: Lisa Stutz, Monica Müller-Poffa

142 In der Schweiz gibt es rund 142 Kesb-Stellen und etwa 1700 Beistände.

1700

DIE BETROFFENEN *

2,8 % aller Kinder

41 902 total

1,3 % aller Erwachsenen

90 719 total

Quellen: Kokes-Statistik 2017, KESCHA, Kesb, geschichtedersozialensicherheit.ch; Bild: Marco Zanoni

DIE ZAHLEN


DOSSIER KESB | MM6, 4.2.2019  17

DIE GESCHICHTE

16. Jahrhundert

Bis ins 16. Jahrhundert ist eine Vormundschaft die alleinige ­Angelegenheit der Familie. Das ändert sich im Spätmittelalter: Das Vormundschaftswesen wird rechtlich stärker reguliert, den Gemeindebehörden wird die ­Verantwortung übertragen.

19. Jahrhundert

Die Vormundschaft in der Schweiz wird kantonal geregelt. Die Zahl der behördlichen Eingriffe in Familien nimmt zu.

DIE MELDUNG

DER BEISTAND Die Anordnungen der Kesb wer­ den umgesetzt. Das geschieht in der Regel durch einen Beistand, der bei einem Kindes- und Er­ wachsenenschutzdienst (Kesd) angestellt ist. Eine angeordnete Massnahme dauert so lange, ­ wie für notwendig befunden; die Kesb hat sie zu überwachen. ­Zudem muss die Kesb die ­Berichte und A ­ brechnungen ­ des Beistands genehmigen ­­und regelmässig prüfen, ob d ­ ie Mass­ nahme noch angebracht ist.

Am Anfang steht eine Gefähr­ dungsmeldung. Lehrer, ­Nachbarn oder Betroffene ­melden der Behörde, dass ­ eine Person eventuell Unter­ stützung braucht. Die Kesb ­ ist verpflichtet, einer Gefähr­ dungsmeldung nachzugehen.

SO GEHT DIE KESB VOR

DIE BESCHWERDE Wenn man Beschwerde ein­ reicht, überprüft ein Gericht ­ den Entscheid. Dieses Verfah­ ren kann einge Zeit dauern. Deshalb kann die Kesb anord­ nen, dass die Massnahmen be­ reits vorsorglich umgesetzt werden, bis d ­ as ­Gericht einen ­definitiven Entscheid gefällt hat.

DER ENTSCHEID Die Kesb trifft eine Entschei­ dung und teilt sie den Betrof­ fenen per Schreiben mit. Es ­enthält eine Begründung und ­einen Hinweis, wie man Be­ schwerde einreichen kann. Das Entscheidverfahren ist damit beendet. Es folgt die Umset­ zung des Entscheids und/oder ein Be­schwerdeverfahren. * aktuellste Zahlen; Stand Ende 2017

1907 DIE ABKLÄRUNG In der Abklärungsphase unter­ sucht die Kesb, ob tatsächlich eine Gefährdung vorliegt und eine Massnahme notwendig ist. Da sie sich dafür alle erforderli­ chen Informationen beschaffen muss, kann diese Phase lange dauern. Deshalb kann die ­Behörde schon während der Abklärung sogenannte vorsorg­ liche Massnahmen anordnen.

DAS GEHÖR Hat die Kesb alle Abklärungen getroffen, erhalten Betrof­f ene das sogenannte rechtliche ­Gehör: Die Behörde erklärt, ­­ was die Abklärungen e ­ rgeben haben, und man kann sich zu diesen Ergebnissen ä­ ussern und Lösungsvorschläge einbringen; man hat die Möglichkeit, Aus­ sagen in den A ­ kten zu berichti­ gen und ergänzen zu lassen oder Fragen zu stellen u ­ nd die eigene Sicht der Dinge darzulegen.

Das Schweizerische Zivilgesetzbuch (ZGB) vereinheitlicht das Vormundschaftswesen im eidgenössischen Familienrecht. Mit der Ausführung sind aber die Gemeinden betraut – das ZGB wird je nach Kanton, ­Behörde und Personal unterschiedlich umgesetzt.

2006

Das Vormundschaftsrecht von 1907 entspricht nicht mehr den gesellschaftlichen Vorstellungen. Vielerorts sind die üblichen Laienbehörden mit der ­Behandlung von komplexen Fällen wie Kindesentführungen, Ausbeutungen und anderen Missbräuchen überfordert. Der damalige SVP-Bundesrat Christoph Blocher lanciert eine Revision des Gesetzes, die eine Professionalisierung vorsieht.

2013

Das neue Kindes- und Erwachsenenschutzgesetz tritt in Kraft. Es führt etwa 150 einheitlich o ­ rganisierte und professionalisierte Kindes- und Erwachsenen­schutz­behörden (Kesb) ein. In den ländlichen Regionen werden damit Laienbehörden durch professionelle Gremien ersetzt. In städ­tischen Zentren, in denen die Behörden schon länger professio­nalisiert sind, wirken sich die Änderungen weniger einschneidend aus.


18  MM6, 4.2.2019 | DOSSIER KESB

«Früher nannte man sie Dorftrottel» Ignaz Heim

Die Kesb entscheidet, ob eine Familie einen Beistand bekommt. Ignaz Heim, der oberste Beistand der Schweiz, wird nur selten mit offenen Armen empfangen. Was er über medienwirksame Fälle und falsche Entscheide zu sagen hat. Text: Lisa Stutz, Monica Müller Bilder: Marco Zanoni

Ignaz Heim, wie erklären Sie bei einem Apéro Ihren Job? Ich erzähle, dass es Menschen gibt, die nicht mehr selbstbestimmt und mit Würde leben können. Früher nannte man sie Dorftrottel, und alle lachten sie aus. Heute haben diese Menschen laut Gesetz ein Anrecht auf professionelle Unterstützung zum Schutz ihrer Würde. Für sie ist der professionalisierte Kindes- und Erwachsenenschutz da. Wie viele fallen in diese Kategorie? Etwa 1,5 Prozent der Erwachsenen und etwa 2,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Nenne ich dann beim Apéro Beispiele, wird der Sinn und Zweck der Kesb nicht mehr hinterfragt. Zum Beispiel der Fall des achtjährigen Mädchens, das nicht mehr schul­fähig ist. Hintergrund ist ein Streit der Eltern, den sie über ihre Tochter austragen. Dadurch wird sie verhaltensauffällig und suizidgefährdet. Wie akzeptiert scheint Ihnen die Kesb? Das ist sehr unterschiedlich. Manche sagen: «Das brauchts unbedingt.» Andere finden: «Unbedingt abschaffen.» Leider haben wir in den vergangenen sechs Jahren noch nicht genügend Akzeptanz erreicht. Die Öffentlichkeit muss auf einer sachlichen Ebene besser über die wichtige Arbeit informiert werden.

Das schlechte Image hat auch mit dem «Fall Flaach» zu tun. Am Neujahrstag 2015 erstickte eine 27-jährige Mutter ihre zwei kleinen Kinder, die ihr von der Kesb erneut entzogen werden sollten. Was ist in diesem Fall schiefgelaufen? Die Situation der Familie war dramatisch: viele Wohnungswechsel, grosse finanzielle Probleme, Strafanzeigen. Die Kinder waren bereits fremdplatziert gewesen. Das sind Lebensumstände, die Eltern kaum ohne schwere psychische Folgen durchstehen. Bei der Aufarbeitung des Falles wurde klar, dass die Kommunikation zwischen Familie und Behörden problematisch war. Man «verliert» die betreuten Menschen, wenn in eine solche Lebenssituation nur mit Gesetzesartikeln eingegriffen wird. Das darf nicht passieren. Was wäre ein idealer Ablauf, wenn die Kesb auf den Plan gerufen wird? Die Kesb erhält eine sogenannte Gefährdungsmeldung und prüft sie. Behörden­ vertreter melden sich bei der betroffenen Person und führen mit ihr und Angehörigen Gespräche, um sich ein erstes Bild der Situation zu machen. Ziel der Abklärungsphase sollte sein, dass der Sozialarbeiter, die Psychologin oder Juristin den betroffenen Menschen davon überzeugen können, dass


DOSSIER KESB | MM6, 4.2.2019  19

In seinem Beruf hat es Ignaz Heim oft ­ mit verschachtelten Familienverhältnissen zu tun.


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DOSSIER KESB | MM6, 4.2.2019  21

Zur Person

Oberster Beistand sie nicht da sind, um ihm das Leben noch schwerer zu machen. Sie lassen ihn erzählen und stellen Fragen wie: «Wie erleben Sie Ihre Situation?», «Welche Unterstützung brauchen Sie?» Die Kesb definiert die Beistandschaft anschliessend zusammen mit den Betroffenen. Stösst die Kesb in den meisten Fällen erst auf Widerstand? Das kommt vor. Die Leute sind nicht von heute auf morgen in die Situation geraten, in der sie den Boden unter den Füssen verloren haben. Sie haben sich zum Beispiel daran ­gewöhnt, schwarzzufahren, 2000 Franken Busse zu schulden oder Post zu erhalten, worin ihnen eine Haftstrafe angedroht wird. Sie leben mit einer Sucht, sind aggressiv oder komplett zurückgezogen. Und jetzt kommt da jemand und sagt: «Ich will genau wissen, was da läuft …».

Ignaz Heim (55) ist der Präsident der Schweizerischen Vereinigung der Berufs­ beiständinnen und Berufsbeistände (SVBB). Ursprünglich schloss er eine land­ wirtschaftliche Lehre ab, studierte Agro­ nomie und doktorierte schliesslich an der ETH Zürich. Als Führungskraft in inter­na­tionalen Unternehmen wohnte und arbeitete er in Asien und den USA, wo er auch ein Studium in Betriebswirtschaft absolvierte. Seit 2002 lebt er mit seiner Familie wieder in der Schweiz, im Aargau. Er hat fünf Kinder – drei eigene und zwei adoptierte.

… und sich einmischt. Das ist ein massiver Eingriff in die persönli­ che Autonomie, den man nicht beschönigen darf. Oft reagieren Betroffene ablehnend. Als Mitglied der Kesb oder als Beistand darf ich dann nicht ebenso abweisend reagieren und mich über die renitente Person auf­ regen. Man muss ihr einfühlsam begegnen und vermitteln, dass man da ist, um zu ­unterstützen und zu schützen.

Erklärt das auch die Gründung des Vereins Kesb-Schutz, der Betroffene berät? Ich erkläre mir dies damit, dass die Aufgabe der Kesb nicht genug verstanden wird und viele Fälle einseitig dargestellt werden. Hilfreicher ist die Ombudsstelle Kescha. Sie stellen fest, dass bei der Kesb auch Fehler gemacht werden. Wie können sich die Betroffenen wehren? In den meisten Fällen wird ausreichend abgeklärt und eine sinnvolle Massnahme ­getroffen. Wenn nötig, kann der Beistand oder die betroffene Person aber jederzeit bei der Kesb einen Antrag für eine Anpassung

Welches sind die häufigsten Fälle, bei denen die Kesb involviert wird? Drei Viertel der Massnahmen betreffen ­Erwachsene, Ende 2017 waren es rund 90 000 – das sind die aktuellsten Zahlen. D ­ ie Hälfte betrifft Menschen zwischen 18 und ­ 65 Jahren, also im erwerbsfähigen Alter. Sie können meist ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst erarbeiten. Bei den Pensionier­ ten ist es häufig so, dass sie aus gesundheitli­ chen Gründen nicht mehr für sich sorgen können und es keine Verwandten gibt, die helfen können. Von ihnen wenden sich viele von sich aus an die Kesb. Ein Viertel schliesslich betrifft Kinder und Jugendliche. Diese Fälle sind meist akut, und das Kinds­ wohl ist schwer gefährdet. Wie häufig wird ein Kind gegen den Willen der Eltern fremdplatziert? Schweizweit leben über 20 000 Kinder nicht bei ihren Eltern, die grosse Mehrheit mit ­deren Einverständnis. Nur etwa ein Fünftel wurde durch die Kesb platziert – Ende 2017 waren es rund 4300 Kinder. Innerhalb eines Jahrs werden etwa 1000 Kinder neu- oder umplatziert. Es kehren aber fast so viele Kinder auch wieder zu den Eltern zurück oder leben fortan selbständig.

«Von Versagen darf man nie sprechen. Eltern wollen ­ immer das Beste ­ für ihr Kind.» Das ist bestimmt kein einfacher Prozess. Oft hinterfragen Betroffene ihre eigene Situation nicht kritisch oder sehen sich als Opfer. Oder sie beklagen sich, dass ihnen die Kesb das Kind weggenommen hat oder sie monatlich nur noch über ein paar wenige Hundert Franken verfügen dürfen.

Das sind für mich verpasste Chancen, die unnötig Energie und Geld kosten. Es geht immer darum, einer Familie, einem Kind oder einem Erwachsenen in einer schwie­ rigen Phase Schutz und Unterstützung zu geben. Vergessen wir dabei aber nicht, dass auch Mitglieder der Kesb sowie Berufs­ beistände Menschen sind. Es ist deshalb sehr wichtig, dass sie in einem professionell organisierten Umfeld arbeiten können, wo sie sich selbst Rat holen können, wenn es einmal schwierig wird.

der Beistandschaft stellen. Dann führt die Kesb ein Verfahren durch. Gegen jeden Ent­ scheid der Kesb kann Beschwerde erhoben werden. Die Statistik zeigt: Nur gegen ein Prozent der Beschlüsse wird Beschwerde geführt. Wieso sind diese so medienwirksam? Vielleicht, weil sie Emotionen ansprechen? Dagegen bestätigt die Statistik, dass die Massnahmen der Kesb von den Betroffenen überwiegend als Unterstützung angesehen werden. Dennoch ist es richtig, dass ein Ent­ scheid auch infrage gestellt und korrigiert werden kann. Eine Beschwerde ist vielleicht auch ein Hinweis, dass die Fachpersonen es nicht schafften, den Betroffenen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Was löst das in Ihnen aus, wenn sie von solchen Fällen hören?

Haben Eltern versagt, wenn ihre Kinder einen Beistand brauchen? Auf keinen Fall. Von Versagen darf man nie sprechen. Eltern wollen immer das Beste für ihr Kind. Ich behaupte: Ein Elternteil, der sein Kind schlägt, will das eigentlich nicht tun. Es ist seine Reaktion auf Umstände, aus denen er aber nicht selbst hinausfindet. Da braucht es Unterstützung von aussen. Die Kesb kann über eine Person, deren Wohnort, deren Vermögen und deren ­Kinder verfügen. Hat sie zu viel Macht? Nein. Denn jeder kann sich gegen eine Ver­ fügung bei der nächsten Instanz wehren. ­Jedoch muss die Kesb die Kompetenz ­haben, schwer gefährdete Kinder und ­Erwachsene sofort zu schützen. Die Betroffenen können sich nicht um sich selbst kümmern. Sind sie denn fähig, sich «bei der nächsten Instanz» zu wehren?


22  MM6, 4.2.2019 | DOSSIER KESB

Es reicht sogar bereits eine handschriftliche Notiz an die Kesb aus, damit ein Aufhebungs- oder Beschwerdeverfahren eröffnet wird. Für diejenigen, die das nicht können, muss es der Beistand tun. Der Beistand ist nicht der verlängerte Arm der Kesb. Er muss immer die Interessen seiner Klienten vertreten. Trotzdem ist die Kesb mächtig. Es ist dann ein Akt von Macht, wenn die Massnahme der Kesb nicht fördert, was der Betroffene noch gut kann. Ein Beispiel: Eine Betroffene kann mit dem gesamten Lohnbetrag nicht haushälterisch umgehen, es reicht nicht mehr für die Krankenkassenprämie. Sie kann aber einen reduzierten Betrag gut einteilen und selbst Rechnungen bezahlen. Dann soll ihr dieser Betrag zur Verfügung stehen. Den Rest kann der Beistand regeln. Das wäre eine massgeschneiderte Lösung, wie das Gesetz es will. Oder: Eine psychisch erkrankte Person nimmt eine Aussage ganz anders als beabsichtigt wahr. Wenn man dies im Gespräch nicht berücksichtigt, weil die Fachkompetenz dazu fehlt, wird sie ver­ ängstigt und zieht sich zurück. Sie wird sich fremdbestimmt und vielleicht sogar ohnmächtig fühlen. Die Anti-Kesb-Initiative fordert, dass sich Familienmitglieder um betroffene Kinder oder Erwachsene kümmern. Das hat oberste Priorität. Was ist falsch daran? Hier müssen wir zwischen Kindes- und Erwachsenenschutz unterscheiden. Bei Letzterem funktioniert das heute schon sehr gut. Die Kesb fragt standardmässig im Umfeld eines Betroffenen nach, ob jemand die Beistandschaft oder einen Teil der Aufgaben übernehmen möchte. Das ist leider nicht immer der Fall.

«Es gibt viele Kinder und Erwachsene, die schwer gefährdet sind. Nur für sie ist die Kesb zuständig.» Wie ist die Situation im Kindesschutz? Schwieriger. Kommt die Kesb auf den Plan, sind schon viele Versuche gescheitert. Oft findet sie eine dysfunktionale Familie vor. Angehörige, die das Kind betreuen, sind ­befangen, können gar selbst Täter sein. Sie schützen nicht das Kindswohl, sondern das Familiensystem oder sich selbst. Die Initianten gehen von einem heilen Familienbild aus, das an der Wirklichkeit der betroffenen Familien vorbeizielt. Es gibt zu viele Kinder

und Erwachsene, die schwer gefährdet sind. Nur für sie ist die Kesb zuständig. Können Sie ein Beispiel nennen? Ich denke an ein neunjähriges Mädchen. Eines Tages besucht der Onkel die Familie. Er wurde wegen sexueller Vergehen verurteilt und ist im Hafturlaub. Die Eltern unternehmen Besorgungen. Sie überlassen dem Onkel deshalb ihre Tochter zur Aufsicht. Er nimmt das Kind in den Wald «zum Spielen» mit. Sie ziehen sich nackt aus, und er fotografiert sich mit dem Mädchen. Da sich das Mädchen nicht beklagt, finden die Eltern den Übergriff nicht schlimm. Deshalb setzt die Kesb einen Beistand für das Mädchen ein. Er vertritt es im Prozess gegen den Onkel und erreicht eine Genugtuung – damit ist sichergestellt, dass die Opferhilfe Mittel spricht, die später für eine Therapiebegleitung eingesetzt werden können. Bei der Annahme der Kesb-Initiative würde nur nach langwierigem Verfahren ein Beistand eingesetzt. Die schwere Gefährdung des Kindes würde einfach weiter bestehen. Welche Chancen geben Sie der Initiative? Ein aufsehenerregender Fall würde sicher Unterschriften bringen. Aber im Moment ist es ruhig um die Initiative. Persönlich finde ich, dass sie eine gute Gelegenheit ist, den staatlichen Kindes- und Erwachsenenschutz, wie er heute besteht, der Öffentlichkeit näherzubringen. Die Kesb entscheidet, die Beistände setzen um. Wie gehen sie vor? Sie müssen respektvoll und zurückhaltend sein und herausfinden, in welcher Verfassung sich ihr Klient befindet. Zudem müssen sie transparent agieren und darlegen, was ihre Aufgabe ist, und wie sie diese mit den Betroffenen zusammen angehen möchten. Dann hat man je nach Beistand Glück gehabt – oder eben nicht. In den meisten Fällen passt der Beistand. Wenn nicht, klappt es vielleicht auf der persönlichen Ebene nicht, oder die Erwartungen sind zu hoch. Fachlich muss ein ­Beistand vielseitig kompetent sein. So soll er psychische Erkrankungen verstehen, aber auch ein Haus verkaufen oder Millionen verwalten können, eine kinderpsychologische Abklärung anregen, eine Einschulung ­begleiten, einen Lehrbetrieb finden können. Wie kann ein Beistand all diesen Aufgaben gerecht werden? Nur im Team ist das möglich, wenn Kollegen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen sich gegenseitig unterstützen. Wie lange begleiten Beistände einen Fall, eine Familie durchschnittlich?

In der Regel mehrere Jahre. Es gibt allerdings verschiedene Beistandschaften: solche, die nur eine Vaterschaft abklären, einen Unterhaltsvertrag erarbeiten oder einen Prozess begleiten. Ist das erledigt, braucht es den Beistand nicht mehr. Er­ ziehungsbeistandschaften hingegen laufen über mehrere Jahre. Können Eltern für das Kind beim Eintritt in die Schule, während der Pubertät und der Berufsbildung nicht ausreichend sorgen, braucht es den Beistand, bis das Kind als Heranwachsender oder nach Volljährigkeit in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen.

«Die Initianten gehen von einem heilen Familienbild aus, das an der Wirklichkeit der betroffenen Familien vorbeizielt.» Wie messen Sie Erfolg? Im Erfolgsfall kann der Betroffene selbst­ bestimmter leben und braucht die Bei­ ständin weniger oder gar nicht mehr. Sie selber haben Ihre Mutter mit 14 Jahren überraschend verloren. Hätten Sie damals gerne einen Beistand gehabt? Ich hatte einen. Es war ein Freund meines Vaters, und er schenkte mir nichts zu Weihnachten. (schmunzelt) Er kümmerte sich darum, dass der Erbgang korrekt ablief, mehr nicht. Mein Vater war beruflich viel unterwegs und erzieherisch wenig präsent. Wir Geschwister mussten sehr selbständig sein. Hat diese Erfahrung Sie dazu bewogen, den Job als «oberster Helfer» anzu­ nehmen? Nein. Nach einer spannenden Karriere in der Privatwirtschaft war ich hungrig nach mehr Sinn im Beruf statt dem Streben nach mehr Profit. Ich wollte meine Fähigkeiten lieber für Menschen einsetzen. Das tönt jetzt etwas romantisch verklärt, ist es aber nicht. Es ist eine fordernde, anspruchsvolle und befriedigende Arbeit, Tag für Tag. Sie haben oft mit schlimmen Schicksalen zu tun, kriegen sie hautnah mit. Wie gelingt es Ihnen, sich abzugrenzen? Meine Haltung ist: nicht einen Schuldigen für die oft schlimme Not zu suchen, sondern einen Weg, um die Situation für die Betrof­f enen zu entspannen. Das ent­ lastet mich enorm.­ MM


Das Engagement unseres Medienpartners macht dieses Inserat möglich.

Berghilfe-Projekt Nr.2927: Neuer Laden stärkt die lokale Wirtschaft

Mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe konnten im Unterwallis 40 Bauern und Handwerker einen Laden bauen. Im «La Cavagne» bieten die Genossenschafter nebst hochwertigen Milch- und Fleischprodukten, Konfitüren und Weinen auch Kleidung, Kosmetik und Kunsthandwerk an. Der gemeinsame Direktverkauf kommt bei Einheimischen und Touristen gleich gut an, sichert den Produzenten wichtige Einkünfte und schafft neue Arbeitsplätze. Mit einer Spende an die Schweizer Berghilfe können auch Sie helfen, die Zukunft der Menschen in den Berggebieten zu sichern. www.berghilfe.ch, Spenden-Postkonto 80-32443-2


24  MM6, 4.2.2019 | DOSSIER KESB

Unerhört

Die negativen Schlagzeilen über die Kesb kennt jeder. Über all die gelungenen Interventionen liest man kaum etwas. Dabei sind diese Geschichten es wert, erzählt zu werden. Hier sind fünf davon. Herbert S.* Matthias P.*

Familienvater im Koma Rosa Z.*

Gerechtigkeit erfahren 300 Millionen Franken hat das Schweizer Parlament für Wiedergutmachungszahlun­ gen gesprochen. Für Menschen, die in der Vergangenheit Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen waren. Nur: Die meis­ ten Betroffenen, wie Rosa Z.* haben w ­ eder Unterlagen dazu noch sind sie in der Lage, die Vergangenheit zu thematisieren oder die Antragsformulare auszufüllen. Berufs­ beistände haben in unzähligen Fällen diese Arbeit für die Betroffenen übernommen, erfolgreich die Anträge gestellt und bereits Auszahlungen erwirken können. Auch Rosa Z. ist zu ihrem Geld gekommen. Lesen Sie auch die Geschichte von Diana Bach und Robi Minder ab Seite 14.

Der junge Familienvater und Einzelunter­ nehmer Matthias P.* wird mit dem Motorrad von einem Auto angefahren. Die Verletzun­ gen sind so schwer, dass er mehrere Wochen im Koma liegt und im Verlauf von wenigen ­Monaten zwei Dutzend Operatio­ nen über sich ergehen lassen muss. Die Kesb errichtet nach dem Unfall notfall­ mässig innnert Stunden eine umfassende Beistandschaft. Der Berufsbeistand vertritt den Verunfallten in allen Angelegenheiten. Es stellt sich heraus, dass das Unternehmen akute finanzielle Probleme hat. Die Ehefrau weiss nichts davon. Der Beistand arbeitet sich mit grossem Aufwand durch die Unterlagen des Unternehmens und ver­ anlasst die nötigen Schritte zu dessen vor­ läufigem Weiterbestehen. Er stellt s­ icher, dass die Familie die notwendige Unter­ stützung erhält und die Bank Mittel für den Lebensunterhalt freigibt. Nach vielen Monaten kann Matthias P. bereits während seines Aufenthalts in der Reha-Klinik wieder Aufgaben übernehmen. Auf Antrag des Beistands gibt die Kesb dem Betroffenen die Handlungsfähigkeit zurück und hebt die Beistandschaft nach fast zwölf Monaten auf.

Die Pistole griffbereit Der gebildete, aber gebrochene Herbert S.* lebt in seinem grossen, heruntergekomme­ nen Haus an bester Lage mit Seeanstoss. Rechnungen und Hypothekarzinsen sind schon lange nicht mehr bezahlt. Die Bank droht mit der Zwangsverwertung des Hauses. Herbert S. trinkt. Er hat einen Strick an die ­Deckenbalken seines Wohnzimmer gehängt und eine Pistole griffbereit bei sich. Es geht ihm physisch und psychisch schlecht. Aufgrund einer Gefährdungs­ meldung seiner Ex-Frau errichtet die Kesb eine Beistandschaft mit Per­sonensorge und Vermögensverwaltung. Doch Herbert S. misstraut allen Besuchern und droht mit Suizid, sollte man ihn in ein Heim schicken. Der Beiständin gelingt es mit grossem Ein­ fühlungsvermögen und vielen Gesprächen, das Vertrauen des Betroffenen zu gewin­ nen. Er willigt schliesslich ein, in ein Pflege­ heim umzuziehen. Die Bank hält auf Inter­ vention der Beiständin monatelang still, bis das Haus verkauft wird. Es gelingt der Beiständin, das Haus zu einem sehr hohen Preis zu verkaufen. Mit dem Erlös können alle Schulden bezahlt werden. Der Betrof­ fene lebt heute in einer Pflege­institution, er hat sich psychisch stabilisiert.


DOSSIER KESB | MM6, 4.2.2019  25

Wer prägt ­­ die öffentliche Debatte?

Christoph* und Jan*

Valerie*

Jungsportlerin verliert ihre Mutter Durch ein Unglück verliert die Zehnjährige ­Valerie ihre Mutter. Das Mädchen ist eine ­talentierte Nachwuchssportlerin in Leicht­ athletik. Der Vater ist nicht in der Lage, sich um seine Tochter zu kümmern, besteht aber auf dem Sorgerecht. Die Verwandten leben im Ausland. Die Kesb errichtet eine Kindes­ schutzmassnahme. Die Berufsbeiständin stellt vorerst sicher, dass das Mädchen bei Freunden der Familie untergebracht werden kann. Nach intensiver Suche findet die Beiständin eine Pflegefamilie, die es ­ermöglicht, dass das Mädchen Schule und Training weiterhin besuchen kann. So ver­ liert es nach dem Schicksalsschlag nicht auch noch das gewohnte Umfeld. Die Bei­ ständin bleibt für Valerie ein Anker, begleitet die Pflegefamilie im Aufbau ihrer Beziehung und stellt den regelmässigen Kontakt zum Vater sicher.

Keine Eltern mehr – und jetzt? Die Eltern der beiden Jugendlichen Jan* und Christoph* versterben innerhalb weniger Monate. Sie hinterlassen ihren Söhnen eine Eigentumswohnung. Die Kesb errichtet eine Vormundschaft für die Jugendlichen und ernennt eine Berufsbeiständin. Sie kümmert sich persönlich um das Wohl­ ergehen der Heranwachsenden – gerade während der Trauerzeit – und organisiert die notwendige Unterstützung, damit ihre Lehrstellen nicht gefährdet sind. Mit Ein­ verständnis der Jugendlichen und der Kesb verkauft die Beiständin die Wohnung zu ­einem guten Preis und verwaltet die Mittel aus dem Verkauf umsichtig. Vor allem auch im Hinblick darauf, dass Jan und Christoph in ein paar Jahren selbständig leben und eine Ausbildung machen können. Sie findet einen Dauerpflegeplatz, wo die beiden in familiärer Umgebung w ­ ieder Fuss fassen können.

* Namen geändert

Die Kesb ist in den Medien sehr präsent. 1890 Mal berichteten gemäss der Schweizer Mediendatenbank die wichtigsten Medien­ titel der Schweiz 2018 über die Kesb. Am prä­ sentesten sind folgen­ de kritischen Stimmen: SVP-Nationalrat Pirmin Schwander und seine Partei­kollegin Barbara Keller-­ Inhelder, die b ­ eiden ­Initianten der Anti-­ Kesb-Initiative ­(siehe auch den A ­ rtikel auf S. 27). Dazu der Ex-Chefre­daktor der «Obersee Nachrich­ ten» Bruno Hug, SVP-Urgestein Chris­ toph Blocher und Frauenrechtlerin Julia Onken. Die Befürwor­ ter der Behörde sind im Vergleich stumm. Keine Partei war in der medialen Kesb-­ Debatte so gut vertre­ ten wie die SVP. FDP, SP und CVP kommen gemeinsam auf weni­ ger Aufmerksamkeit als die SVP allein. Nicht etwa der «Blick», wie man vermuten könnte, hat 2018 am häufigsten über die Kesb berich­ tet. Spitzenreiter ist die «Zürichsee-Zeitung» mit 78 Artikeln. Mit ein Grund: Bruno Hug und seine «Obersee Nach­ richten», die im ähn­ lichen Einzugsgebiet gelesen werden. Der Verleger und Chefre­ daktor räumte seinen Posten, nachdem er und sein Blatt wegen einer persönlichkeits­ verletzenden Kam­ pagne gegen die Stadt Rapperswil-Jona und den Präsidenten der Kesb Linth, verurteilt worden waren.


26  MM6, 4.2.2019 | DOSSIER KESB

Schicksal

Haltlos ins Leben entlassen

Diana Bach und Robi Minder haben einander gesucht. Um ihr Schicksal aufzuarbeiten und sich Gehör zu verschaffen für ein gemeinsames Anliegen: ­ späte Genugtuung für Heimkinder – wie sie es waren. Text: Karin Aeschlimann  Bild: Mara Truog


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Blicken auf ein dunkles Kapitel ihres Lebens zurück: Robi Minder und Diana Bach

G

ut 50 Jahre nachdem sie sich in der Ostschweiz zum letzten Mal gesehen haben, treffen sich Diana Bach und Robi Minder im Sommer 2013 wieder. Er wohnt inzwischen im Raum Basel, sie im Kanton Aargau. Zwischen ihnen springt der Funke sofort, entspinnt sich ein Briefwechsel – 600 E-Mails gehen zwischen dem sanften Mann und der zierlichen Frau mit den freundlichen braunen Augen hin und her. Eine späte Romanze? Nein. Was die beiden bis heute verbindet und für so viel Diskussionsstoff sorgt, sind traumatische Erinnerungen an eine einsame, von Gewalt und Ablehnung geprägte Kindheit, die ihren weiteren Lebensweg bestimmt hat: Diana und Robi wuchsen beide nicht zu Hause auf, sondern bei Pflegefamilien und schliesslich im selben Ostschweizer Heim. Sie wurden abgegeben – «fremdplatziert». Robi Minder (heute 70) und ­Diana Bach (71) finden sich nach all den Jahren wieder, als beide nach vormundschaftlichen Akten über ihre Vergangenheit suchen. Ein aufmerksamer Mitarbeiter des Staatsarchivs St. Gallen hat die beiden ­zusammengeführt. Denn als die Tore des Heims sich endlich hinter ihnen geschlossen hatten, trennten sich ihre Wege: Robi flüchtete mit 13 als Knechtlein zu einem Bauern, Diana zog als 16-Jährige zu einer Tante. Doch die traumatischen Erlebnisse trugen beide ein Leben lang mit sich: «Seit je balanciere ich auf einem Drahtseil. Mir fehlen das ­Urvertrauen und die Zuversicht von Menschen, die eine behütete Kindheit hatten», sagt Robi Minder ­heute. Und Diana Bach beklagt: «Mir wurde das Selbstbewusstsein als Kind völlig ausgetrieben. Statt-


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«Seit je balanciere ich auf einem Drahtseil. Mir fehlen das Urvertrauen und die Zuversicht.» Robi Minder ehemaliges Heimkind

dessen lebte ich in enormer Angst. Und auch als Erwachsene versuche ich noch, mich unsichtbar zu machen. Ich hänge im Nirgendwo, ohne Halt.» Ein Stempel namens «ill.»

Das Kinderheim Villa Wiesen­ grund* orientierte sich, wie viele andere Heime in der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg, am päda­ gogischen Konzept einer Gross­ familie, der ein Heimleiterpaar mit christlichen Werten und fester Hand vorsteht. Gedacht war es für «Kinder, denen ein warmes Eltern­ haus fehlt», die «milieu- oder ­erbgeschädigt» sind: Robis Eltern liessen sich scheiden, bei Diana steht in der Vormundschaftsakte unter Zivilstand der Vermerk «ill.» für illegitim, also unehelich – in den 1950er-Jahren reichte das, um im Kinderheim zu landen, wenn die alleinerziehende, alleinge­ * Name geändert

lassene Mutter mit der Situation überfordert war. Es gab Häuser mit pädagogisch geschultem, professionellem Per­ sonal – sie waren indes teurer und somit für Kinder wie Diana «uner­ schwinglich». Das vermerkt auch ihre Vormundschaftsakte, als auf Empfehlung eines Psychologen ein anderer Pflegeplatz vorgeschlagen wird. Das Mädchen hat ständig Bauchweh und Fieber. Schliesslich wird der Blinddarm herausope­ riert, aber sie muss bleiben – bei einer Heimmutter, die Diana Bach heute als Sadistin bezeichnet. Und die Heimeltern sind fest entschlos­ sen, ihren Zöglingen «von schlim­ mer Abstammung» das Böse mit allen Mitteln auszutreiben. Dass die Kinder verschimmel­ ten Brei essen mussten, blutig ­geprügelt und an den Haaren ge­ rissen wurden, noch im späten Herbst barfuss zur Schule gingen, keinen Kontakt zu den Dorfkin­ dern pflegen durften – man wusste

es im Dorf. «Am meisten Liebe habe ich vom Hund in der Hunde­ hütte bekommen», sagt Robi, «es kam ja nie jemand, der einen in den Arm nahm und tröstete.» – «Es gab keinen Tag, an dem wir etwas zu lachen hatten», sagt Diana Bach. Auch unter den Kindern gab es keine Solidarität, wurden sie doch dazu angehalten, sich gegenseitig zu «vertäfele». «Man hoffte, durch Denunzieren weniger dranzukom­ men», sagt Robi Minder und deutet an, wie die Heimmutter zuschlug: immer mit dem Handrücken. Von seiner jüngeren Schwester Elisa­ beth sah er wenig; Mädchen und Buben wurden getrennt. Sie waren doch so gottesfürchtig

Einmal schickten Nachbarn wegen der Zustände und der Gewalt im «Wiesengrund» eine Karte an das Justizdepartement St. Gallen. Es geschah nichts. In den Akten wird mitleidlos vermerkt, wie der Haus­ vater Robi «durchprügelte», weil er

Buchtipp

Berührendes Zeitzeugnis Ein 600 E-Mails umfassender Briefverkehr zwischen Diana Bach und Robi Minder, mehrere Kilo Akten und ­lange Gespräche waren die Basis für das Buch «Lebenslänglich – Briefwechsel zweier Heimkinder», verfasst von Journalistin Lisbeth Herger. Die Autorin bettet die Lebenserfahrungen der beiden ehemaligen Heimkinder in die Schweizer Sozial- und Zeitgeschichte ein ­ und kommentiert sie historisch. Ein packendes und berührendes Zeugnis einer Zeit, ­deren Zeugen noch heute unter uns leben. Lisbeth Herger: «Lebenslänglich – Briefwechsel zweier Heimkinder», Verlag Hier und Jetzt, 2018; Fr. 28.– bei exlibris.ch

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Politikum

«Mir wurde das Selbstbewusstsein völlig ausgetrieben. Stattdessen lebte ich in enormer Angst.» Diana Bach ehemaliges Heimkind

einen Kameraden nicht verraten wollte. Am Ende habe der Bub dann gestanden. Der Lehrer sagte später, das Heimleiterpaar sei doch so ­gottesfürchtig gewesen, deshalb habe sich niemand für die Kinder ein­gesetzt. Auch nicht die Vor­ mundschaftsbehörde. «Was in den Heim­akten über mich geschrieben und meistens gelogen wurde, das ­ zu verdauen war wirklich schmerz­ hafte Arbeit», schreibt Diana Bach über 50 Jahre später an ihren ­Leidensgenossen, «dass man uns damals nicht fragte und uns auch nicht glaubte, war ein gewichtiger Grund für das Elend von uns fremdplatzierten Kindern.» Der Schatten der Vergangenheit

Man weiss: Wenn Menschen als Kinder psychische oder physische Gewalt erlebten oder vernach­ lässigt wurden, ist das ein hoher ­Risikofaktor für posttraumatische Belastungsstörungen. Die beiden intelligenten Kinder gingen auf ihre Weise mit dem Erlittenen um: Der sensible Robi – er arbeitet auch nach der Pensionierung als Haus­ meister – lernte vorwegzunehmen, was das Gegenüber von ihm ver­ langte, flüchtete sich wie ein Schau­ spieler in Rollen, die ihm Halt und Sicherheit gaben. Das konnte ihn ­allerdings nicht vor Panikattacken

«Schattenwesen», zu dem sie sich in den Jahren im Heim entwickelt hat: scharf beobachtend, aber ­isoliert, von den anderen und auch von sich selbst. Ein Zeugnis der Zeit

Diana Bach am Konfirmationstag – kurz vor dem Heimaustritt im Jahr 1964

schützen, die ihn über Jahre immer wieder heimsuchten. Die empfind­ same Diana brachte zwar Leistung – sie schloss als Werkstudentin ein Pädagogik­studium ab und wurde Lehrerin –, blieb aber zeitlebens die Aussen­seiterin, die man oft mobbte. Wie Schneewittchen

Immer war der Kraftaufwand, um sich einzufügen und zu funktionie­ ren, immens. Während Robi Min­ der das Glück hatte, in einer liebe­ vollen Partnerschaft eine Stütze und ­Zuflucht zu finden, war das Diana Bach nicht vergönnt. Sie fühlt sich auch mit 71 wie «Schnee­ wittchen im Glassarg» oder wie ein

Dass ihre Lebensgeschichte jetzt ­ in einem Buch aufgearbeitet und ­in einen zeitgeschichtlichen Kontext gestellt wurde (siehe Buchtipp Seite 28), ist für die beiden «Lei­ sen», die sich als Heimkinder ­gegenüber Verdingkindern manch­ mal in der Diskussion übergangen fühlen, ein Akt der Selbstermächti­ gung, ein Schritt aus der Opferrolle und auch ein Beitrag an die politi­ sche Diskus­sion. «Heimkinder kommen in ­der Debatte e­ infach zu kurz», sagt Robi Minder. Dabei ­waren Tausende kleiner K ­ inder be­ troffen (siehe rechte Spalte). Die 25 000 Franken, die sie dank der Wiedergutmachungsinitiative erhalten, schätzen die beiden als Geste der Anerkennung des erlit­ tenen Unrechts und als Geschenk. Für die Zukunft wünscht sich Robi Minder, dass er weiterhin in seiner Familie mit drei Enkeln Harmonie erleben darf. Diana Bach hofft, ­ dass sie ver­trauensvoller leben kann. «Und dass ich die Dank­ barkeit spüre, dass ich es überlebt habe.» MM

Entschädigung bis Ende 2019 Die Auszahlung eines Solidaritätsbeitrags in der Höhe von je 25 000 Franken an ehemalige Verding­ kinder, Heimkinder und andere Opfer für­ sorgerischer Zwangs­ massnahmen ist im Gang. Rund 9000 ­Personen haben ein ­Gesuch gestellt – mehr als 2000 haben den Beitrag bereits erhal­ ten. Bis Ende 2019 ­sollen sämtliche An­ fragen behandelt sein. Das Bundesgesetz über die Aufarbeitung fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierun­ gen trat am ­­1. April 2017 in Kraft. Der Bund stellt in diesem Rahmen bis zu 300 Millionen Fran­ ken zur Verfügung. Das ist der ­Gegenvorschlag des Bundesrats zur «Wiedergutmachungs­ initiative» des Unter­ nehmers Guido Fluri. Fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen wurden in der Schweiz bis 1981 be­ hördlich angeordnet. Zehntausende von Kindern und Jugend­ lichen wurden an ­Bauernhöfe verdingt, in Pflegefamilien oder in Heimen platziert, weil ihre oder die ­Lebensweise ihrer ­Eltern nicht den ­Vorstellungen der ­Behörden entsprach. Eine unabhängige Expertenkommission kümmert sich zudem seit ­Anfang 2015 um die wissenschaftliche ­Aufarbeitung der ­Vergangenheit. Man erwartet sich auch ­Daten über die Anzahl Betroffener.


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DOSSIER KESB | MM6, 4.2.2019  33

Initiative gegen die Kesb Aktuell läuft die Unterschriftensammlung für die «Kesb-Initiative». Sie will die Kompetenzen der Behörde stark einschränken – um Hilfebedürftige sollen sich in erster Linie Familienangehörige kümmern. Text: Lisa Stutz

PRO

KONTRA

Bilder: Marco Zanoni, PD, Boerje Mueller

Pirmin Schwander SVP-Nationalrat, Lachen SZ

Er ist der vehementeste Kesb-Kritiker des Landes und Mit­­­­­­­­­­ initiator der «Kesb-Initiative». 100 000 Unterschriften müssen bis ­November gesammelt werden, damit das Volk darüber abstimmen kann. «Wir gehen davon aus, dass wir die Unterschriften schaffen», hält Schwander fest. Seine Argumente gegen die Behörde: «Die Kesb entscheidet oft vom Schreibtisch aus, ohne die Betroffenen und ihr Umfeld wirklich zu kennen. Sie kann so über eine Person, ihren Aufenthaltsort und über ihr Vermögen bestimmen.» Eine Gefährdungsmeldung, die jeder anonym und kostenlos einreichen könne, genüge, um die Kesb auf den Plan zu rufen. Ein weiteres Problem: «Die Beweislast liegt bei den Betroffenen. Nicht die Kesb muss ihnen beweisen, dass sie ins Heim müssen oder ihnen das Kind weggenommen werden muss, ­sondern sie müssen das Gegenteil beweisen.» Die Kesb habe zu viel Macht. «Weit mehr Macht als alle anderen Behörden in diesem Land. Selbst ein Bundesrat hat nicht so viel Macht.»

Silvia Schenker SP-Nationalrätin, Basel

«In meinen Augen ist diese Initiative hochproblematisch», sagt ­Silvia Schenker. Statt dass sie Hilfebedürftige vor Missbrauch schütze, unterstütze sie die Verwandten. Die SP-Nationalrätin ist seit 2011 selber bei ­einer Kesb in der Abklärung des Erwachsenenschutzes tätig und findet: «Die Initianten haben ein falsches Bild von dem, was in der Realität abläuft.» Denn da komme es oft vor, dass Verwandte nicht ausreichend für die Betroffenen sorgen können oder sie gar finanziell ausnutzen. «In vielen Fällen ist eine Beistandschaft innerhalb der Familie richtig und wichtig. Wir greifen schon heute nur dort ein, wo das nicht möglich ist.» Massnahmen würden ausschliesslich dann verfügt, wenn die private Hilfe nicht funktioniere. Sie wolle damit nicht sagen, dass stets alle Entscheide richtig seien. Als Kesb-Mitarbeitende müsse man i­ mmer reflektieren und sich fragen, ob man einen Fehler gemacht habe. Alles in allem leiste die Kesb aber gute Arbeit. «Ein Ja zu der Initiative verhindert, dass Menschen vor Missbrauch geschützt werden.»

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Kammermusik-Wettbewerb  Am 30. Januar fand in Zürich das öffentliche Finale des

Kammermusik-Wettbewerbs des Migros-Kulturprozents statt. 17 Ensembles hatten sich beworben, drei von ihnen standen im Final. Der Abräumer des Abends war das Colores Trio (im Bild) aus Zürich, bestehend aus Matthias Kessler, Luca Staffelbach und Fabian Ziegler. Sie gewannen nicht nur den mit 10 000 Franken dotierten Jurypreis, sondern auch den Publikumspreis, der ihnen 3000 Franken zusätzlich bescherte. Zusätzlich zum Preisgeld erhalten sie eine umfassende Förderung wie zum Beispiel Audio- und Videoaufnahmen. Das Migros-Kulturprozent nimmt zudem alle Finalisten in seine Konzertvermittlung auf, die den jungen Talenten Auftritte in der ganzen Schweiz verschafft.

3,1 Zahl der Woche

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Millionen Gewinnerinnen und Gewinner gab es beim Migros-Glücksradspiel im Januar. Exakt waren es sogar 3 180 670 glückliche Kunden, die an den Glücks­ rädern in den Migros-Filia­ len ent­weder Cumulus-­ Punkte oder Geldbeträge gewannen. Basierend auf den Erfahrungswerten der Migros war ungefähr jeder fünfte Kassenbon ein Treffer.

CH-Dokfilm-Wettbewerb

Das letzte Tabu Lila Ribi ist die Gewinnerin des 9. «CH-Dokfilm-Wettbewerbs» des Migros-Kulturprozents, bei dem es um die menschliche Identität geht. Die Lausanner Regisseurin mit ­Tessiner Wurzeln will sich in ihrem Filmprojekt «(Im)mortels» mit dem letzten Tabu unserer Gesellschaft beschäftigen: dem Tod. Sie geht der Frage nach, was am Ende des Lebens geschieht und warum dieses Thema so stark verdrängt wird. Die Reali­ sierung des Gewinner­projekts wird mit 400 000 Franken sowie mit einer zusätzlichen Zuwendung der SRG SSR von 80 000 Franken finanziert. Für den zehnten und letzten «CH-Dokfilm-Wettbewerb» überlässt das Kulturprozent den Teilnehmern die Wahl des Themas.

Lila Ribi wagt sich mit ihrem Filmprojekt an das Thema Tod.

Klassik

Ein italienischer Abend Als unbestrittener Spezialist für Alte Musik gibt das Orchester Concerto Köln am 26. Februar auf Ein­ ladung der Migros-Kultur­ prozent-Classics ein Konzert in der Victoria Hall in Genf. Unter der Leitung des ita­ lienischen Geigers Giuliano Carmignola, einem Kenner des barocken und klassi­ schen Repertoires, spielt das Ensemble drei Violin­ kon­zerte von Johann Sebastian Bach (BWV 1041, 1042 und 1043). In Form eines italienischen Konzerts in drei Sätzen komponiert, tragen diese drei Werke die Hand­ schrift des Leipziger Meis­ ters. Italien wird für den Rest des Programms mit einem Stück von Pietro Locatelli, einem der grossen italienischen Geiger des 18. Jahrhunderts, und Charles Avison, einem Briten, der von der Schön­ heit der Halbinsel fasziniert ist, im Mittelpunkt stehen. Infos: migros-kulturprozent-classics.ch


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MIGROS-WELT | MM6, 4.2.2019  57

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Die Fritschi-Pastete ist ein typisches Gericht der Luzerner Fasnacht. In der restlichen Schweiz kennt man sie als Chügelipastete. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie man das ­imposante Blätterteighaus konstruiert und das Ragout perfekt gelingt. Text: Andrea Pistorius, Claudia Schmidt Bilder: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

STEP-BY-STEP ZUM KOCH-PROFI WERDEN! Tolle Kochvideos auf migusto.ch Ohne sie gehts nicht: Blätterteig, Kalbfleisch, Brätchügeli, Rosinen und Champignons sind die wichtigsten Zutaten für die Fritschi-Pastete.

Das Kochmagazin der Migros Für Clubmitglieder gratis per Post. Jetzt anmelden: migusto.ch


58  MM6, 4.2.2019 | MIGROS-WELT Step-by-step

Fritschi-Pastete    1

Backofen auf 180°C vorheizen. Ei trennen. Eine Schüssel von 15 cm Durchmesser mit e ­ inem grossen Backpapier auslegen. Mit verknüllten Stücken Seidenpapier dicht füllen. Backpapier darüber verschliessen. Aus dem Blätterteig je 1 Rondelle à 20 und 26 cm Durchmesser aus­ schneiden. Kleine Rondelle auf ein mit Back­ papier belegtes Backblech legen. Die Papier­ halbkugel (ohne Schüssel) mittig darauf legen. Teigrand mit Eiweiss bestreichen.

4

Inzwischen Rosinen in Cognac einlegen. Fleisch in ca. 2 cm grosse Würfel schneiden, mit Mehl bestäuben. Zwiebeln hacken. Cham­pi­gnons putzen, grössere halbieren. Fleisch in heisser Bratbutter scharf anbraten. Alle ­Gewürze, Zwiebeln beigeben und mitdünsten. Champignons, Wein und Fond dazugeben. ­Ragout bei kleiner Hitze ca. 30 Minuten schmo­ ren, bis das Fleisch gar ist.

2

Grössere Rondelle über die Papierkugel ­legen. Rand mit einer Gabel gut andrücken. Damit die Pastete nach dem Backen nicht zu­ sammenfällt, muss sie mit Teig verstärkt w ­ erden. Dazu einen 2 cm breiten Ring à ca. 1­ 2 cm Durch­ messer, einige ca. 2 × 10 cm grosse ­Streifen und kleine Dekoblüten ausschneiden. P ­ astete mit Eiweiss bestreichen. Teigring mittig d ­ arauf­setzen, Streifen längs anbringen, mit Blüten verzieren. Pastete mit Eigelb bestreichen.

5

Brät in einen Spritzsack füllen, Spitze wegschneiden. Brät in siedendes Salzwasser sprit­ zen, dabei mit einer Schere, die man immer wieder ins Wasser taucht, Brätchügeli abschnei­ den. Ca. 5 Minuten im siedenden Wasser garen. Herausheben.

3

Pastete in der Ofenmitte ca. 30 Minuten ­backen, herausnehmen. Aus dem Verstär­ kungsring einen Deckel ausschneiden, ab­ heben. Backpapier aufschneiden. Papier mit­ hilfe von Schere und Pinzette sorgfältig aus der Pastete herausziehen. Pastete ca. 8 Minuten fertig backen.

6

Maisstärke mit wenig Wasser verrühren. Stärke zum Ragout geben. Brätchügeli, Rosinen mitsamt Cognac unterheben. Füllung 5 Minuten köcheln und abschmecken. Vorsichtig in die Pastete einfüllen und sofort servieren. Dazu passen gedünstete Erbsen und Karotten.


MIGROS-WELT | MM6, 4.2.2019  59

Profi-Tipp

Knifflige Küchenkunst Zutaten für 6 Personen 1 Ei 2 rechteckig ausge- wallte Blätterteige à 320 g 100 g Rosinen 0,5 dl Cognac 500 g Kalbsschulter 2 EL Mehl 2 Zwiebeln 300 g kleine Champignons 2 EL Bratbutter 1 Lorbeerblatt 2 Gewürznelken ½ TL edelsüsser Paprika ½ TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle 2 dl Rotwein 4 dl Kalbsfond 400 g Kalbsbrät Salz 2 EL Maisstärke

Andrea Pistorius, Rezeptautorin

Die Fritschi-Pastete wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts erstmals schriftlich erwähnt. Traditionell wird der Blätter­teig dafür aufwendig zu einem halb­ runden, grossen Pastetenhaus geformt. Ich muss zugeben: Es herzustellen, erfordert viel ­Geduld und Geschicklichkeit. Nicht umsonst isst man die ­Luzerner Fasnachtsspezia­lität gern auswärts. In Luzern kann das Pastetenhaus bei ­einigen Bäckereien auch bereits fertig gebacken ­gekauft werden. Man­ che Hobbybäcker aber können der ­Herausforderung nicht wi­ derstehen. Alle an­deren können selbstverständlich auch die ­fertigen Pastetchen aus der ­Migros verwenden. Eine andere, weit einfachere Art, die Kombination von knusp­rigem Blätterteig und ­feinem Ragout zu geniessen: Man ­serviert das Ragout zu selbst ­gebackenen Blätterteig­ stangen. Die Füllung der Pas­tete ist nämlich ganz einfach zuzu­ bereiten.  MM

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MIGROS-WELT | MM6, 4.2.2019  61

Wohntrends

Der Frühling wird blau-grau

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Geht es nach den Micasa-Einrichtungsprofis, kündigt sich der Frühling ­ bereits an – mit einem klaren Farbbekenntnis: Die Trendfarben ­ Blau und Grau ­bringen Entspannung in die Räume. Text und Bild: Fabien Lafarge Sponsorenanlass

Das Galadinner des FC Sion steht bevor

Ganz im Zeichen der neuen Farben: Wohnzimmerdesign bei Micasa

F

ür die Micasa-Einrichtungsspezialisten steht fest: Der Frühling wird in Blau- und Grautönen daherkommen. Die Primärfarbe Blau symbolisiert Weisheit und gilt als beruhigend und entspan­ nungs­fördernd. Grau aber hat einen eher schlechten Ruf – kein Wunder: Ein winter­ grauer Himmel ist nicht ­ge­rade Balsam für die Seele. Im therapeutischen Bereich wird dieser Farbe jedoch eine sanfte und ausgleichende Wirkung zu­geschrieben – Räume in Grau sollen die Entspan-

Es ist ein fast unumgänglicher Event im Wallis: Einmal pro Jahr heisst es: Herzlich will-­ kommen zum Galadinner des FC Sion. Dann trifft sich die ­Politik- und Wirtschaftsszene zu einem gemeinsamen Essen – und zum Networken.

nung ebenso fördern wie ­solche in Blau. Kurz: Der kommende Frühling verspricht jede Menge innere Ruhe. Mit den Trendfarben in den Tag

Das gesamte neue Angebot an Möbeln und Wohnaccessoires in Blau- und Grautönen gibt ­ es jetzt in der Micasa-Filiale ­ in Martigny zu entdecken. Dazu zählen auch viele Spezial­ aktionen: etwa auf Bettwäsche aus ­Baumwollperkal oder ­ Satin – für einen tiefen, er­ holsamen Schlaf. Und wenn es danach um ­einen ­guten Start in den Tag

geht: Wie wäre es mit einem im ­nordischen Stil und Blau­ tönen eingerichteten Badezimmer? Auch in diesem ­Bereich darf sich die Kundschaft auf zahlreiche Angebote freuen, beispielsweise auf ­Badetücher ­aus Biobaumwolle. Wer es nicht nach Martigny schafft, hat die Möglichkeit, das Gewünschte bequem ­ im Internet zu bestellen und ­ es sich kostenlos direkt nach Hause oder an eine der ­ 524 «pickMup»-Stellen liefern zu lassen. MM Infos: micasa.ch und pickmup.ch

Die 15. Auflage des mondänen Anlasses findet am Samstag, 9. Februar, im CERM in Martigny statt. Wie immer werden rund 7500 Personen zum traditio­ nellen Sauerkrautessen zusammenkommen. 2019 soll das Jahr der Träume werden, da der­ Klub mit den 1­ 3 Cuptiteln sein 110-jähriges Bestehen feiert. Klubpräsident Christian Constantin ist bekannt dafür, dass er sich mit viel Pomp in Szene setzt und Per­sönlichkeiten jeglicher Couleur auf die Bühne holt – man kann sich also auf eine grosse Show freuen. Die Migros Wallis hat mit den Rot-Weissen ein spezielles Band geknüpft; die Genossenschaft verkauft in den SportXX-­ Filialen Artikel in den Farben des Fussballklubs. U ­ nd nicht ­zuletzt sorgen die ­Küchenchefs der Migros im Tourbillon für die kulinarische Verwöhnung der VIP-Gäste.


62  MM6, 4.2.2019 | MIGROS-WELT

Freizeit

Schlitteln? Aber sicher!

Ab auf die Kufen: Das Wallis hat Schlittelpisten an ­traumhaft schönen Skiorten zu bieten. Und mit den Tipps v ­ on Famigros sind Familien auf der sicheren Seite. Text: Fabien Lafarge

S

l­ ange Piste, die die Lauchernalp mit Wiler verbindet. Das dazugehörige Panorama mit seinen über 40 ehrwürdigen Gipfeln ist schlicht ­atemberaubend.

Wallis – Kanton der Rekorde

Famigros formuliert sechs Regeln, damit beim grossen Spass im Schnee die Sicherheit der Kleinen nicht zu kurz kommt: Kleine Kinder dürfen erst alleine schlitteln, wenn sie eigenständig lenken und bremsen können. Schnee­ overall, Skihosen und -jacke sowie Skihelm, Handschuhe und gefütterte Winterstiefel schützen vor Kälte und bei Stürzen. Vereiste Schlittelbahnen sind gefährlich, da der Schlitten schnell eine sehr hohe Geschwindigkeit ­erreicht – besser ist Neu- oder Pulverschnee. Volle Schlittelpisten oder -wege sind nichts für kleine Kinder. Beim Kauf eines Schlittens oder Bobs sollte man auf das TÜV-Siegel oder das GS-Zeichen für «Geprüfte Sicherheit» ­achten. Und: Haben Kinder Hunger, führt das zu ­Unkonzentriertheit und einer tieferen ­Frus­trationstoleranz; man sollte darum stets ­einen kleinen Snack in den Rucksack packen.

Seit einigen Jahren verfügen viele ­Skiorte über Schlittelpisten. Im französischsprachigen Teil des Wallis bieten Champex-Lac und Les Marécottes zehn Kilometer lange ­Pisten an. Echte Schlittelcracks treffen sich in La Tzoumaz: ­ Der Ort rühmt sich, d ­ ie ­lä ­ ngste Piste in der ­Romandie anzubieten, und mit zehn Kilo­ metern und 834 Höhenmetern verspricht sie ­tatsächlich ein rekordverdächtiges Vergnügen. Im Oberwallis sind die Möglichkeiten noch zahlreicher. Dazu zählt etwa die Schlittelstrecke am Gornergrat: Hier saust man die höchst­ gelegene Piste der Schweiz hinunter. Mit Aussicht auf das Matterhorn wird in Rotenboden (2813 Meter ü. M.) gestartet – das Ziel in Riffelberg liegt 234 Meter tiefer. Eine weitere tolle Wahl ist die als schwierig eingestufte Schlittelpiste, die in Fleschen beginnt und in Bellwald endet. Sie liegt im wunderschönen JungfrauAletsch-Bietschhorn-Gebiet, das zum Welt­ kulturerbe der Unesco gehört. Für ganz viel Herzschlag sorgt auch die sechs Kilometer

Die Sicherheit geht vor

Gutes Material ist das A und O In den SportXX-Filialen und auf der Website

des Fachmarkts finden Schlittelfans eine grosse Auswahl an Schlitten und Bobs für jedes Alter ­sowie trendige Wintersportbekleidung, Winter­ stiefel, Helme und Handschuhe. MM

Detaillierte Übersicht über die Schlittel­möglichkeiten in den Ausflugsgebieten: wallis.ch Tipps rund um die Sicherheit ­auf der Schlittelpiste: famigros.migros.ch

Bilder: 123rf – nicoelnino

obald der erste Schnee gefallen ist, g­ eht es los: Die Kinder funktionieren jede Böschung und jeden noch so kleinen Hang zur Schlittelpiste um. Vergleicht man Schlitteln mit Ski oder Eislaufen, bietet die Freizeitaktivität auf Kufen den unleugbaren Vorteil, dass sie viel niederschwelliger ­ ist. Schlitteln ist schnell gelernt. Wer den tradi­tionellen Davoser Holzschlitten wählt, setzt sich einfach drauf, fährt los und steuert mit den ­Füssen. Die moderne Variante des Bobs ­bietet in der Regel ein Steuerrad oder beidseitige Bremsen, damit sich die Rutsch­partie ­kontrollieren lässt.


MIGROS-WELT | MM6, 4.2.2019  63

Vergnügen auf Kufen: Schlitteln hat einen hohen Spassfaktor.


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Leben MM6

Umfrage

Wie oft treiben Sie Sport? Ein- bis zweimal pro Woche bewege ich mich so richtig.

43%

1, 2 oder 3?

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Grosse (8) hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. ­Streiten sich zwei, fühlt er sich berufen zu schlichten oder sich für den Schwächeren einzusetzen. Ist er selbst betroffen, ist er nicht mehr ganz der professionelle Mediator. Beim Eishockey etwa, wo er ­immer alles gibt, geht es für ihn auch um alles. Je nach Gegner muss er mit seinem Team aber auch mal 15 Tore einstecken. ­Kürzlich gleitet er nach einem niederschmetternden Turnier mit ­hängendem Kopf vom Eisfeld. Alle haben alles falsch gemacht: Der Schiedsrichter hat unfair gepfiffen, der Goalie geschlafen, die Mitspieler haben gepatzt. Ich versuche, die Sache etwas objektiver darzustellen. Zu Hause zieht er sich zurück und malt. Einen Hockey­ match, mit allem Drum und Dran. Schön, denke ich. Bis ich auf der Anzeigetafel lese: «ZSC: 30. Scheissgast: 0.» – Und jetzt? 1   Ich wiederhole meinen Vortrag über faire Selbst- und Fremdbeurteilung.

26%

Nicht regelmässig. Andere Dinge liegen mir mehr.

24%

Praktisch täglich. Ich brauche Sport wie die Luft zum Atmen.

7%

2   Ich freue mich über die kreative Verarbeitung der Niederlage.

2003 Abstimmende

3   Wir malen zusammen ein weiteres Bild – ohne Beleidigung des Gastes.

famigros.ch Eine Umfrage von

Antwort 2: Ich finde, auf einer Zeichnung darf man durchaus seine weniger netten Gefühle ausdrücken. Und für das Erreichen der absoluten Gelassenheit hat er noch ein Leben lang Zeit.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Niederlagen

Zwei- bis viermal pro Woche. Ein super Ausgleich!


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Ausgehend von unserem schönen Hotel an der Versiliaküste begeben wir uns auf eine fantastische Entdeckungstour. Am Anfang steht das wunderbare San Gimignano, das Manhattan der Toskana, welches uns mit seinem Charme und einem herrlichen Weingut verzaubern wird. Am nächsten Tag begrüsst uns die Insel Elba mit unglaublich schönen Naturlandschaften und einer bewegten Geschichte. Den Abschluss machen dann die Cinque Terre. Die fünf kleinen Dörfer sind nur per Bahn, per Schiff oder zu Fuss zu erreichen. Lassen Sie sich von pastellfarbenen Häuschen, kleinen Wallfahrtsstätten, Weinterrassen und in der Sonne trocknenden Fischernetzen begeistern.

Ihr tolles Reiseprogramm:

cher Nachmittag in bester Gesellschaft!

1. Tag – Anreise an die Versiliaküste Fahrt mit dem komfortablen Extrabus an die schöne Versiliaküste, wo wir im Hotel mit dem Nachtessen erwartet werden.

3. Tag – Insel Elba, die Perle des Mittelmeers Durch schöne Landschaften fahren wir in südlicher Richtung bis nach Piombino, wo unser Fährschiff für die kurze Überfahrt nach Elba bereitsteht. Bei einer beeindruckenden Insel-Rundfahrt zeigen wir Ihnen dann die Vielfältigkeit des kleinen Juwels im Mittelmeer. Erfahren Sie dabei allerlei aus der bewegten Geschichte und freuen Sie sich auf ein wunderschönes Naturparadies mit farbenprächtigen Blumen und Pflanzen, glasklarem Wasser, bizarren Felsenklippen und wildromantische Buchten. Am Abend Fährüberfahrt zurück aufs Festland und Rückfahrt ins Hotel.

2. Tag – San Gimignano & der Wein Das fantastische San Gimignano – das «Manhattan der Toskana» – erwartet uns heute Vormittag mit seiner vollen Pracht. Die pittoreske Stadt mit den charakteristischen Geschlechtertürmen begeistert jeden Besucher. Die Türme waren Wohntürme für Adel und Kaufleute sowie gleichzeitig Prestigeobjekte. Freuen Sie sich auf einen interessanten Rundgang, welchen wir in einer bekannten Eisdiele mit einem feinen Gelato beenden. Am Nachmittag kehren wir auf einem wunderschönen Weingut im Raum San Gimignano ein und geniessen bei einer Degustation einige köstliche toskanische Weine. Ein gemütli-

4. Tag – Cinque Terre Die fünf pastellfarbenen Dörfchen des Unesco-Weltkulturerbes Cinque Terre kleben wie kleine Schwalbennester hoch über dem Meer.

Limitierte Plätze! Sofort buchen & profitieren!

Wir fahren heute über die herrliche Panoramastrasse nach Manarola, einem typischen Fischerdorf der Cinque Terre. Nach der Besichtigung erwartet uns eine Bahnfahrt bis nach Vernazza, von wo aus wir mit dem Schiff nach Monterosso al Mare übersetzen. Geniessen Sie die herrliche Szenerie, die sich uns von Wasser aus bietet. Am Nachmittag geht es wiederum mit dem Schiff zurück nach La Spezia. Nachtessen im Hotel. 5. Tag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute morgen die Heimreise an.

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✓ ✓ Interessante Stadtführung in 7 x Frühstücksbuffet im Hotel San Gimignano ✓ 7 x Nachtessen im Hotel ✓ Besuch einer Eisdiele inkl. Eisverkostung ✓ 1 x Mittagessen in einer typischen ✓ Besuch auf in einem schönen Weingut inkl. Cantina Frascati Weinprobe (4 Weine) und Imbiss (Brot, ✓ 1 x Mittagessen auf einem Weingut Salami, Pecorino etc.) beim Ätna inkl. Bruschetta, Pastage✓ Fährüberfahrt Piombino-Portoferraioricht, Dessert und Wein Piombino ✓ 1 x Pizzamittagessen in Neapel ✓ Inselrundfahrt auf Elba mit kundiger inkl. 1/4l Wein & 1/2l Wasser Führung ✓ Besichtigung von Pompeji inkl. Eintritt ✓ Ganztagesausflug „Cinque Terre“ inkl. & Führung Eintritt, Bahn- & Schifffahrt Tagesausflug Insel Capri,während inkl. ✓ ✓ Eigene Schweizerzur Reiseleitung derSchiffüberfahrt, ganzen Reise Minibus auf Capri & Rundgang ✓ Eintritt Augustus Gärten Insel Capri Wählen Sie Ihr Reisedatum ✓ Fantastischer Tagesausflug Amalfiküste

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LEBEN | MM6, 4.2.2019  69

o WInternet? Kinder fragen

ist das

Zum Internet gehören einerseits alle Geräte, die wir zum Surfen, Chatten und Mailen benutzen: Personalcomputer, Laptops, Smartphones und Tablets. Diese Geräte sind per Kabel oder WiFi – also p ­ er Funk – mit den Heim­ routern in u ­ nseren Wohnungen verbunden. Ein Router ist ein ­spezieller Computer. Wer Internet nutzt, ­hat ­auch ein solches Gerät. Der Router gibt die empfan­ genen Daten weiter, und zwar ­ an einen Internetanbieter, etwa

Emilio (8), Zürich

Swisscom, Sunrise, Salt oder UPC. Dafür ist der Heimrouter mit den Routern der Anbieter verbunden, entweder über ein Kabel oder über einen sogenannten Licht­ wellenleiter, auch Glasfaser­ genannt. Diese Leitungen zählen ebenfalls zum Internet.

und die Netze der verschiedenen ­An­bieter sind auch miteinander ­verbunden. So entsteht ein ­riesiges Netz, ­Internet genannt. Und damit erklärt sich auch ­sein Name: «Net» stammt aus ­dem Englischen und heisst auf Deutsch Netz.

Die Router der Internet­anbieter stehen in speziellen abgesicher­ ten Räumen, in denen es genug Platz, Strom und Kühlung gibt. Diese Router sind spinnennetz­ artig miteinander verbunden,

Die Daten von Anbieter zu ­Anbieter fliessen in der Regel über Lichtwellenleiter. Und ­ sie verlaufen oft entlang der ­Strassen, Zugstrecken oder Stromleitungen. MM

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Diese Frage be­antwortet Torsten Braun, Dozent für Informatik an der Kinderuni Bern. kinderuni.unibe.ch

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LEBEN | MM6, 4.2.2019  71

Liebliches Wintertal für Familienspass: ­ das Saanenland im Berner Oberland

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Ausflug

Mal Hotspot Saanenland Text: Yvonne Samaritani

Madonna verbringt hier ihren Urlaub. Und Valentino. Aber das Saanenland zieht nicht nur ­ Popikonen und Modezaren an – auch Familien kommen ­auf ihre Kosten. Tipps für ein Wochenende im Berner Oberländer Schnee.

Bilder: Christof Sonderegger, Mark Nolan (3)

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Spitzhorn: mehrfach ausgezeichnetets Familienhotel

Dass Gstaad mit seinen mondänen Luxushotels Aufsehen erregt, wissen wir bereits. Seit Kurzem macht auch ein Haus mit weniger Sternen Furore: Das «Spitzhorn» räumt als Familienhotel alle Auszeichnungen ab, gilt als beste ­Drei­sterneherberge der Schweiz. Dabei sind dem Hotelierpaar Wichman Sterne ziemlich schnuppe. «Die gehören an den Himmel», sagt Michel Wichman. «Ob Sie sich wohlfühlen, hängt doch nicht von den Sternen ab!» Die Gastgeber wollen das schenken, was heute gesucht sei: Zeit und Raum.

Das Raumgefühl erlebt man bereits, wenn man den ersten Schritt in die Lobby macht: Da ­stehen keine Sessel vor dem ­Kamin, sondern Sofas, auf denen Grossfamilien sich ausbreiten ­können. Zimmer, Bade­zimmer, ­Balkon: Im Chalet ist es nirgends eng. Selbst im Pool könnte man ­­ ein paar Längen schwimmen, ­ wenn die Verlockung nicht so gross wäre, einfach den Whirlpoolknopf zu drücken und im Wasser zu ­liegen. Erst mal an- und zur Ruhe gekommen, macht sich das bemerkbar, wofür die Wichmans so

­ eliebt sind: Sie kommen auf ­ b die Gäste zu, trinken e ­ inen Tee mit, machen ihr Hotel zu einer Stube für Freunde und erzählen, warum gleich ­neben der Rezeption ein Gummibärli­-Buffet steht. Sie ­verstehen sich darauf, ihre Gäste im richtigen Moment zu unter­ halten. Und das tun sie entwaffnend authentisch. Mit oder ohne Gummibären. Info Preise: Familienzimmer ­ ab Fr. ­­330.–, Doppel­zimmer ab ­ Fr. 190.– pro Nacht spitzhorn.ch 4 weitere Tipps auf Seite 73


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LEBEN | MM6, 4.2.2019  73

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Kufenspass mal drei

Rauf mit der neuen Gondelbahn Saanersloch – runter in drei ­Varianten! Seit Neuestem bietet das Gebiet drei neue Abfahrten ­ für Schlittelfans. Sie bieten nicht nur verschiedene Möglichkeiten zum Einkehrschwung, sondern ­unterscheiden sich auch in Sachen Adre­nalinkick: Der «Hornberg Run» ist die einfachste Strecke für Fami-

lien, der «Horneggli Run» ist etwas für Hornberg-Geübte, und der «Saanersloch Run» ist die längste und steilste Abfahrt. Mit den neuen Strecken stehen im Gebiet nun sechs Schlittelrouten zur Wahl.

Info Schlitteltageskarte ­­ inklusive Schlittenmiete: ­­ Fr. 40.– für ­Erwachsene, ­ Fr. 20.– für ­Kinder (6–15 Jahre) gstaad.ch/winter

Bühne frei!

Das Skigebiet SchönriedSaa­nenmöser wird sich ­ vom 7. bis 10. März so richtig in Szene setzen – mit dem «Ride on Music»-Festival. ­ Das bedeutet: 16 Bands, ­ 3000 Besucher und daneben eine Skiarena mit 120 Pistenkilometern. Dieses Jahr ­treten unter anderem Steff ­ la Cheffe, Brassmaster Flash und die Delilahs auf. Diverse DJs sorgen mit heissen Rhythmen dafür, dass der Schnee schmilzt. Info Tickets: ab Fr. 35.–

Bilder: Gstaad Saanenland Tourismus (4), Sportzenturm Gstaad AG (2)

rideonmusic.ch

Vom Schnee direkt ins 34 Grad warme Wasser und abtauchen: Im neuen Aussenpool des Gstaader Sportzentrums lässt man es gern bei Abenddämmerung ­ sprudeln, während die grösseren Kinder dank der neuen Rutschbahn im Hallenbad beschäftigt sind. Die Gstaader, weltbekannt für ihre Holzbaufertigkeiten, haben es geschafft, auch ihr Sportzentrum inklusive Wellnesszone in ein modernes Chalet zu packen. 4

Planschabend

Info Samstag/Sonntag bis 19, wochentags bis 21 Uhr; Erwachsene Fr. 13.–, Kinder (6–15 Jahre) Fr. 7.50, sportzentrum-gstaad.ch


Grosse Skandinavien-Rundreise Norwegen, Nordkap, Lofoten und Lappland

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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Hannover. Fahrt via Basel, Freiburg, Frankfurt nach Hannover. 2. Tag: Hannover–Kiel – Einschiffung. Weiterfahrt nach Kiel und Einschiffung auf ein modernes Schiff der Color Line. Übernachtung an Bord. 3. Tag: Ankunft in Oslo–Hamar. Ankunft in Oslo und Stadtführung. Wir sehen u.a. das königliche Schloss, das Rathaus, die Oper (alle von aussen) und den Vigeland-Park. Unser Tagesziel ist Hamar.

4. Tag: Hamar–Lillehammer–Verdal. Besuch der Olympiastadt Lillehammer. Weiterfahrt durch das Gudbrandsdalen und via Trondheim nach Verdal. Führung durch ein Wikingerhaus inkl. Bierdegustation (fak.). 5. Tag: Verdal–Polarkreis–Bodø. Heute überqueren wir den Polarkreis. Anschliessend erreichen wir über Fauske die Küstenstadt Bodø. 6. Tag: Bodø–Lofoten. Fährpassage von Bodø auf die Lofoten. Besichtigungstour der eindrücklichen Inselkette. Besuch im Wikingmuseum. 7. Tag: Lofoten–Vesteralen–Nordkjosbotn. Panoramafahrt über die kargen Lofoten und Vesteralen, in den hohen Norden nach Nordkjosbotn. 8. Tag: Sörkjosen–Alta–Nordkap. Besuch des Alta-Museums mit Steinmetzarbeiten. Entlang der Küste erreichen wir das Nordkap. Ausflug zur Mitternachtssonne mit Ausblick auf das Nördliche Eismeer. 9. Tag: Nordkap–Inari–Saariselkä. Besuch im Sami-Museum beim Inarisee. Tagesziel ist Saariselkä. Abendessen in einer Kota, einer finnischen Holzhütte. 10. Tag: Saariselkä–Oulu. Wieder überqueren wir den Polarkreis. Tagesziel ist Oulu. 11. Tag: Oulu–Helsinki. Fahrt durch die mittelfinnische Seenplatte nach Helsinki. 12. Tag: Helsinki – Einschiffung. Stadtbesichtigung in Helsinki und freie Zeit. Einschiffung auf ein Fährschiff der Finnlines. Übernachtung an Bord. 13. Tag: Auf See. Travemünde–Hamburg. 14. Tag: Hamburg–Schweiz. Ihre Hotels Elf Übernachtungen in guten Mittelklasshotels T-U U U+, u.a. der Hotelgruppen Clarion, Scandic und H4. Dazu je eine Übernachtung an Bord der Color Line und Finnlines.

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LEBEN | MM6, 4.2.2019  75

Stadt, Land, Stutz

Mein Dilemma

Lisa Stutz (25) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Ich fühle mich irgendwo dazwischen. ­Gehöre zu beiden. Oder zu beiden nicht. Am besten kann mich meine beste Freundin ­Jenny verstehen. Sie ist halb Inderin, halb Schweizerin. Hierzulande wissen die Leute aufgrund ihrer dunklen Haare und Augen ­sofort, dass sie nicht «nur» Schweizerin ist.

Sie wird als ­Ausländerin wahrgenommen. In Indien aber wissen ebenfalls alle sofort, dass sie nicht «nur» aus Indien kommt. Zu hell ihre Haut, zu westlich ihre Kleidung, zu deutlich ihr ­Akzent. Sie ist auch dort Ausländerin. «Ich gehöre an beiden Orten nicht ganz dazu!», klagte sie schon oft. Ich kann sie jetzt verstehen. Fürs Land bin ich zu auffällig, manchmal zu open-minded. Für die Stadt bin ich zu landei-ig, manchmal überfordert. Es ist zum Davonlaufen. Aber w ­ ohin? Zu ­verschlafen kommt mir das Dorf vor, zu eigen­ brötlerisch, zu wenig hip. Doch auch die Stadt bietet mir nicht das optimale Asyl. Zu reizüberflutend ist sie, zu «wir-sind-ach-sooffen», zu szenig und trendy. Alles K ­ lischees? Vielleicht. Oft aber auch nicht. Jenny und ich, wir sind Suchende. Irgendwann finden wir unseren Wohlfühlort. V ­ ielleicht bin ich ja ein Agglomädchen? MM

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«Du Stadtmädchen!», sagt er mit einem ­belustigten Blick auf meine Schuhe. Es ist bitterkalt, und meine Schuhe sind, naja, hübsch. Irgendwie fühle ich mich beleidigt, irgendwie geehrt – vor allem, weil er selber ein Städter ist. «Hast du gehört, er hat Stadtmädchen zu dir gesagt», raunt mir meine ­Kollegin anerkennend zu. Ich freue mich noch immer nicht so ganz. Es ist ein Dilemma, das ich schon länger kenne: Als Stadtmädchen will ich nicht gelten (weil es schlicht nicht stimmt). Aber als Landmädchen will ich auch nicht ­gesehen werden (obwohl es stimmt).

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76  MM6, 4.2.2019 | LEBEN

Gesundheit

Essen im Zeichen von Yin und Yang

Ente oder Trockenfleisch? Gurke oder Rosenkohl? Geht es ­ nach der traditionellen chinesischen Ernährungslehre, wirken sich Speisen energetisch gegensätzlich aus: Sie können unseren Körper kühlen oder erwärmen. Ausgewogen essen heisst demnach, die Pole ins Gleichgewicht zu bringen. Text: Nicole Ochsenbein

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ür Westler ist im Reich der Mitte in kulinarischer Hinsicht vieles erst einmal gewöhnungbedürftig. Man findet Hühnerfüsse in der Suppe, wird mit übel riechenden fermentierten ­Eiern konfrontiert und fragt sich im Gym, was mit dem Wasserdispenser nicht stimmt, weil er ausschliesslich brühend heisses Wasser ausspuckt. Nicht minder irritiert sind auch die Chinesen, wenn wir zum Frühstück ihren Reis mit Pickles dankend ablehnen und stattdessen eine Smoothie-Bowle bestellen – Müsli, Joghurt, Früchte? Komplett unbekömmlich – und zu viel Yin! Bekömmlichkeit versus Inhaltsstoffe

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werden, fängt man in China mit enzym­ haltigen Beilagen wie Pickles, getrockneten Pflaumen («Huamei») oder Sojasauce auf. Energetische Wirkung – Essen als Medizin

Für die Chinesen haben Nahrungsmittel ­zudem eine energetische Wirkung, die ­unsere Gesundheit beeinflussen kann. Im komplexen System der über 3000 Jahre ­alten traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden Nahrungsmittel unter ­anderem nach ihrem Anteil an Yin und Yang klassifiziert: Hat ein Nahrungsmittel einen

Illustrationen: Vectorstock (4)

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Während wir im Westen besonders darauf achten, was in der Nahrung steckt – Vita­ mine, Ballaststoffe, Proteine, Kohlen­ hydrate, Fett –, geht es in der chinesischen Ernährungslehre in erster Linie um die ­Bekömmlichkeit der Speisen: darum, wie der Organismus die Nahrung aufnimmt ­ und ­verdaut. In China zieht man ­ gekochte Speisen der Rohkost vor, ­ da unser ­Verdauungssystem weniger Energie f­ ür ihre Verwertung braucht. Ganz fremd ist uns diese Theorie nicht: «Sie entspricht den Grundlagen der west­ lichen Ernährung vor der ‹Vitaminrevo­ lution› zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als hauptsächlich saisonale, gekochte Speisen wie Eintöpfe auf dem Speiseplan standen», sagt Christine Dam, Dozentin für chine­ sische Medizin und Ernährungslehre an ­ der Chiway-Akademie in Winterhur. Den Verlust an verdauungsfördernden Enzymen, die durch langes Kochen zerstört


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Warm oder kalt? So sehen es die Chinesen

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hohen Yin-Anteil, wirkt es kühlend auf ­unseren Organismus. Ein hoher Yang-­Anteil hingegen sorgt für Wärme. Es geht darum, wie sich ein Nahrungsmittel in unserem Körper auswirkt, ob es Hitze ­erzeugt oder ­ ob es sie ausleitet. Man spricht dabei von ­seiner thermischen Wirkung. Weil etwa ­heisses Wasser als «yin» (kühlend) gilt, wird es in China selbst bei Gluthitze getrunken. Mittels Nahrung können wir also unser ­körpereigenes Yin und Yang gezielt beeinflussen: Sind beide Pole im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund. MM

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Erfrischende bis kühle Nahrungsmittel Hoher Yin-Anteil Gemüse, Salate: Tomate, Gurke, Sojaprodukte, Sauerkraut, Aubergine, Blumenkohl, Broccoli, Mangold, Peperoni, Spargel, Spinat, Zucchini, Artischocke, Chicorée, Kopfsalat, Löwenzahn, Rucola, Radieschen, Champignons, Oliven Früchte: die meisten Früchte (Ausnahmen: ­siehe unten) Fleisch, Fisch, Schalentiere: Ente, Krabbe, Austern, Tintenfisch, Zuchtkaninchen

Wärmende bis heisse Lebensmittel Hoher Yang-Anteil Gemüse, Salate: Rosenkohl, Fenchel, Süsskartoffel, Kürbis, Zwiebeln, Meerrettich, Frühlingszwiebeln, Lauch Früchte: Granatapfel, Kumquat, Aprikosen, ­Kirschen, Pfirsich, Rosinen Fleisch, Fisch, Schalentiere: das meiste, auch alles Geräucherte, Getrocknete und Gepökelte (Ausnahmen: siehe oben)

Neutrale Lebensmittel Ausgeglichener Yin- und Yang-Anteil Gemüse, Salate: Rote Beete, Eisbergsalat, Endivie, Feldsalat, grüne Bohnen, Erbsen, Rüebli, Kartoffel, Kohlrabi, Weisskohl, Wirsing, Pilze Früchte: getrocknete Datteln und Pflaumen, Feigen (getrocknet und frisch), Brombeere, ­Himbeere Fleisch, Fisch, Schalentiere: Rind, Gans, ­Kaninchen (wild), Poulet, Schweinefleisch, Wachtel, Barsch, Forelle, Heilbutt, Lachs, Eier


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Da es im Sommer sehr heiss wird, sind die Frühlingsmonate mit Temperaturen um 20-23 Grad geradezu ideal. Artemis Tempel, eines der 7 Weltwunder der Antike 6. Tag / Pamukkale – Hierapolis – Antalya: Am Vormittag besuchen Sie Hierapolis. Diese antike, römische Stadt entstand vor über 2000 Jahren gleich neben den Thermalquellen. Anschliessend Fahrt nach Antalya. Unterwegs erhalten Sie, bei einem Besuch im Teppichgeschäft, einen Einblick in das Kunsthandwerk.

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LEBEN | MM6, 4.2.2019  79

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Die Steuerabzüge für das Privatvermögen Nach den berufsbedingten Abzügen (Ausgabe 4/2019) hier vier Tipps zur Berechnung Ihrer Vermögenswerte: 1. Vorsorge: Von der Einkommenssteuer dürfen Sie die Beiträge in die Säule 3a, Einkäufe in die Pensionskasse und die Nachzahlung fehlender AHV-Beiträge für die letzten fünf Jahre abziehen. Als weitere Abzüge sind Krankenkassenprämien (ohne Prämienverbilligung), Versicherungs­ prämien und Sparzinsen möglich – bis zu mehreren Tausend Franken.

Bild: Getty Images

2. Vermögensverwaltung: Auch der private Vermögensaufbau dient der Selbstvorsorge. Steuerlich abzugs­ fähig sind Depot-, Kontoführungsund Tresorgebühren und die Kosten für ein Steuerverzeichnis. Mehrere Kantone erlauben einen Pauschal­ abzug von 0,5 bis 3 Promille des Ver­ mögens – bis zu einer Maximalhöhe.

Jeannette Schaller ist Leiterin Finanz­ planung bei der Migros Bank.

3. Schuldzinsen: Von der Einkommenssteuer dürfen Kredit- und Verzugszinsen abgezogen werden, nicht aber Leasingzinsen und -raten. Auch nicht abzugsfähig sind die Baukreditund Baurechtszinsen – beim Bund und bei den meisten Kantonen.

Wer die eigene ­Liegenschaft ­bewohnt, kann ­einige Kosten vom Einkommen abziehen.

4. Wohneigentum: Wer seine Immobilie selbst bewohnt, muss dies als ­Eigenmietwert beim steuerbaren Einkommen angeben. Im Gegenzug sind Hypothekarzinsen, U ­ nterhalt, Gebäudeversicherungsprämien und die Kosten für die Verwaltung durch Dritte abziehbar. ­Geltend machen können Sie entweder die tatsächlich anfallenden Kosten oder eine Pau-

schale – je nachdem, welche Variante vorteilhafter ist. Achtung: Für die nächsten Jahre zeichnen sich die Abschaffung des Eigenmietwert und die Einschränkung der Unterhaltsabzüge ab. Es empfiehlt sich also, nötige Renovations- und Umbauarbeiten schon bald zu tätigen, um noch von den aktuellen Abzugsmöglichkeiten zu profitieren. MM

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15.11. Erholung auf See. 16.11. Heraklion / Kreta (Griechenland) 13.30 - 18.30. Kreta begeistert mit wunderschönen Lagunen, azurblauem Wasser und schneeweissen Sandstränden.

28.11. Doha (Katar) 07.00 - 16.00. Supermoderne Wolkenkratzer prägen die atemberaubende Skyline der futuristischen Hauptstadt des Landes. Im historischen Zentrum von Doha finden Sie einen klassischen arabischen Souk sowie die Al Khoot-Festung, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

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LEBEN | MM6, 4.2.2019  81

Glücksgriff

Verlosung

Preisfrage

In welchem Land liegt der Koli-Nationalpark?

So machen Sie mit:

Der Naturfilm «Ailos Reise» begleitet das Rentier Ailo ein Jahr lang auf seiner Wanderung.

Das Migros-Magazin, Ascot Elite und Kontiki Reisen verlosen zum Filmstart von «Ailos Reise» Blockhausferien in Finnland, der Heimat der Rentiere.

Glücksgriff

Ein Filmstar zum Knuddeln! «Ailos Reise» zeigt die so noch nie gefilmte Reise eines Rentierjungen und seiner Herde durch unberührte Landschaften: Für ein kleines Rentier wie Ailo ist die Welt ein grosses Abenteuer! Geboren in der wilden und majestätischen Natur Lapplands, muss Ailo zusammen mit seiner Herde eine gefährliche Reise durch die gefrorene Taiga antreten, vorbei an imposanten Fjorden und unwegsamen Bergen. Jeder neue Tag dieser ein Jahr dauernden Reise bringt für Ailo Überraschungen, aber auch Gefahren: Er trifft auf Polarfüchse, Lemminge, Adler, Wölfe, Eichhörnchen und Hermeline. An der Seite seiner Mutter lernt er zu überleben und wächst während der Wanderung zu einem grossen Rentier heran.

Regisseur Guillaume Maidatchevsky und sein Team folgten während zwei Jahren mehrere Monate lang der «Finse»-Herde, einer der letzten vier wilden Rentierherden Lapplands, meist unter extremen Bedingungen. Die herzerwärmende Geschichte von Ailo und seinen Freunden wird von der deutschen Schauspielerin Anke Engelke mit Humor erzählt. Der Preis beinhaltet einmal eine Woche Blockhausferien für vier Personen in der finnischen Seenplatte im Zeitraum vom 29. Juni bis 10. August 2019. Inbegriffen sind Flug, Mietauto und eine geführte Wanderung im Koli-Nationalpark im Wert von 5560 Franken. MM «Ailos Reise» startet am 14. 2. im Kino.

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 591 912 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GLÜCK, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. /  SMS). Beispiel: GLÜCK, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Ailo», Postfach, 8099 Zürich • Online: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 10. Februar 2019 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM6, 4.2.2019  83

Gut besuchtes Klassikkonzert der Cellistin Sol Gabetta in der Kirche Saanen – eine der Spielstätten des Gstaad Menuhin Festivals

Verlosung

Preisfrage Unter welchem Motto steht das Gstaad Menuhin Festival 2019?

So machen Sie mit:

Kultur und Glamour: Das Migros-Magazin, das Gstaad Menuhin Festival & Academy und das Ermitage Wellness- & Spa-Hotel verlosen einen luxuriösen Festival­ aufenthalt.

Glücksgriff Glücksgriff

Klassikstars im Bergidyll Fasziniert von der Urkraft der Berge, gründete der Violinvirtuose und Humanist Yehudi Menuhin 1957 das Gstaad Menuhin Festival & Academy, heute eins der berühmtesten Musikfestivals weltweit. Die Weltstars der Klassikszene treffen sich hier in entspanntem Rahmen, die Besucher geniessen Konzerte in prachtvollen Kirchen oder im Festi­ valzelt Gstaad sowie Wanderungen im Saanenland. Vom 18. Juli bis 6. September ­huldigt das Gstaad Menuhin Festival & Academy dem Motto «Paris». Dabei sind u. a. die Pianistinnen Yuja Wang und Khatia Buniatishvili, die Sänger Cecilia Bartoli und Klaus Florian Vogt, die Geigerinnen Vilde Frang und Hilary Hahn sowie die Cellisten Sol Gabetta und Gautier Capuçon.

Das 5-Sterne-Ermitage-Wellnessund-Spa-Hotel in Gstaad-Schönried ist einziger Festivalpartner und zudem Spielstätte der Barockaka­demie mit Maurice Steger. Im Schein von einer Million Swarovski-Kristallen kann man in der «One Million Stars Bar» auf Klassikweltstars treffen. Hinzu kommt die mit 3500 Quadratmetern wohl schönste Wellness-Landschaft im Berner Oberland. Zu gewinnen sind drei Nächte in einer Junior-Suite für zwei Personen vom 16. bis 19. August 2019 inklusive 3/4-Geniesser-Pension, einer Vitalmassage à 50 Minuten pro Person in der Wellnessoase sowie vier Konzerte (u. a. Piano-Recital Khatia Buniatishvili und Sinfoniekonzert mit Tschaikowskys «Pathétique»). MM ermitage.ch; gstaadmenuhinfestival.ch

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem ­Lösungswort, ­Ihrem Namen und Ihrer A ­ dresse an die ­Nummer 920 (Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, ­«Klassikstars», ­ Postfach, 8099 Zürich • Online: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 10. Februar 2019 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM6, 4.2.2019  85

Das Migros-Magazin und das Hotel Schweizerhof offerieren vier Übernachtungen zum Preis von drei.

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Gastfreundschaft im Skiparadies Oberengadin Das malerische Bergdorf Sils Maria ist eine Perle im Skiparadies Oberengadin. Eingebettet zwischen verschneiten Tannen und dem idyllischen Fexbach, liegt das Hotel Schweizerhof mit viel Charme, grosser Gastfreundschaft und ausgezeichneter saisonaler Küche.

Erleben Sie die weisse Pracht des Oberengadins bei abenteuerlichen Skiabfahrten, beim Schneeschuhwandern oder Langlauf. Lassen Sie den Tag gemütlich im Wellnessbereich mit Solbad (33 Grad), Fasssauna und Aussenbad (26 Grad) ausklingen. Ein besonderes Highlight ist eine Kutsch-

Leserangebot

fahrt durch die verträumte Winterlandschaft des Fextals. Das Hotel Schweizerhof schenkt Ihnen bei einer Buchung von mindestens vier Nächten eine Übernachtung inklusive Frühstück und Eintritt in den Wellnessbereich. Zusätzlich erhalten Sie ab zwei Übernachtungen den Hotelskipass für die Dauer Ihres Aufenthalts zu einem Spezialpreis. Geniessen Sie 350 hochklassig präparierte Pistenkilometer, drei Snowparks und 57 Bergbahnanlagen sowie die öffentlichen Verkehrsmittel des Oberengadins.  MM Infos: hotel-schweizerhof-sils.ch

Schneevergnügen, Wellness und gutes Essen: das Hotel Schweizerhof in Sils Maria

So profitieren Sie vom Angebot Inbegriffen Bei einer Buchung von mindestens vier Nächten für den Zeitraum vom 4. bis 16. Februar sowie 23. März bis 7. April 2019 profitieren Sie von einer kostenlosen Übernachtung (1 Zimmer, max. zwei erwachsene Personen) inkl. Frühstück.

Bilder: Gian Andri Giovanoli (3)

Angebot gültig auf die Standardrate und nach Verfügbarkeit; Barauszahlung ausgeschlossen, nicht kumulierbar; mögliche Anreisetage: Sonntag und Montag Buchung direkt im Hotel Schweizerhof, Sils Maria, E-Mail: info@hotelschweizerhof-sils.ch, Tel.: 081 838 58 58 Nennen Sie den Code «Migros Magazin».


Ich bin das Zelt, das Erdbebenopfern Obdach gibt.

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LEBEN | MM6, 4.2.2019  87

Migros-Geschenkkarten zu gewinnen! Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken. Für die grüne Zusatzlösung winken 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken.

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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel.: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/ MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.2.2019, 24 Uhr

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Gewinner Nr. 4: Hauptpreis: Karl Moser, Frauenfeld; Hedda Molnar, Dänikon ZH; Sara Zimmermann, Tagelswangen ZH; Arthur Hasenfratz, Frauenfeld; Daniel Maggi, Amriswil TG Zusatzpreis: Franz Obrist, Aarwangen BE; André Zwicker, Amriswil TG; Beatrice Bantli, Biel BE; Agnes Kälin, Kloten ZH; Ursula Kälin, Heerbrugg SG

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Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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LEBEN | MM6, 4.2.2019  89

Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Jemand, der zu Albernheiten neigt, gilt als … M Salatkopf

E

T

Holzkopf

Kindskopf

2. In welcher Form kann sich eine Neuigkeit verbreiten? A Lauffeuer

U Flugfeuer

H Herdfeuer

3. Wie lautet im Politjargon der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU? L Breakout

S

N Brexit

Bixit

D Lombardei

E

Aostatal

T

Piz Zol

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.2.2019, 24 Uhr

4. Welche italienische Region grenzt an die Schweiz und an Österreich? Z Trentino-Südtirol

3 × 100 Franken zu gewinnen

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Wie wurde der Pizol früher genannt? W Piz Ole

K Piz Sol

6. In wie vielen Sprachversionen gibt es Wikipedia? A 83

E

U 303

128

Auflösung Nr. 5:

7. Was bezeichnet einen musikalischen Effekt? R Mannheimer Seufzer

N Kölner Triole

T

Kieler Schrei

8. Wo sollte der nicht verwirklichte Maloja-Inn-Kanal ursprünglich durchfliessen? D Gotthard

S

K Rhonetal

Engadin

Lösungswort : 1

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4

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7

PORTUGAL Gewinner Nr. 4: Lisbeth Beerli, Baden AG; Barbara Ruckstuhl, Gais AR; Kaya Amman-Frehner, Küssnacht am Rigi SZ

8

Paroli

3 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.2.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

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3

4

5

Auflösung Nr. 5: GESTE

Gewinner Nr. 4: Sergio Filli, Wil SG; Roland Gruber, Obernau LU; Brigitte Albisser, Rothenburg LU


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LEBEN | MM6, 4.2.2019  91

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

×5

5 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 5: 582

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 4: Rosmarie Stauffer, Lyss BE; Abdellah Garguite, Biel BE; Christine Massy, Aigle VD; Marie-Louise Juilland, Saxon VS; Peter Schmid, Alvaneu Dorf GR

Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.2.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 2 1 3 5 1 mehr als zwei Linien

Auflösung Nr. 5:

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Auflösung Nr. 5:

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© raetsel.ch 1331

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 371 000 (WEMF, MACH Basic 2018-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Samaritani

Leitung Business Thomas Brügger

Leitung Ressort Health & Beauty Rüdi Steiner Leitung Redaktionen Franz Ermel

Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00

Druck: NZZ Media Services AG, Tagblatt Print


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Hansjörg und Margrit Schneuwly entdecken als Paar in der SRF-Satiresendung «Experiment Schneuwly» das Leben neu. Social Media oder Politik treibt sie aus der Komfortzone, in der dritten Staffel kommt sogar ihre abgekühlte Beziehung wieder in Fahrt. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Franziska Frutiger

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Bild: Lomotion AG, Filmproduktion

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1 Ihr Lieblingskafi «Beim Eichenber­ger in Bern kehren wir oft ein. Das Ver­mi­ celles ist speziell ‹chüschtig›, die Am­ biance an­genehm und das Team flott.» 2 Sein Manfred «Dieses Krokodil hat mir mein Bruder Stöffu geschenkt. Keine Ahnung, woher er es hat, aber bei ihm fragt man lieber nicht nach. Eigentlich mag ich keine ausgestopften Tiere, aber Manfred ist okay.»

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3 Sein bester Freund «Hämpu war zu­ erst mein Mitarbeiter im Gartencenter, jetzt sind wir Freunde. Wir verpassen kein Heimspiel der SCL Tigers.»

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Name Hansjörg (49) und Margrit (44) Schneuwly Sternzeichen Schütze bzw. Jungfrau Wohnort Grosshöchstetten BE Lebenslauf «Das ‹Experiment Schneuwly› läuft jetzt schon seit drei Staffeln auf SRF. Wir stellen uns ­he­rausfordernden Experimenten. Zum Beispiel entdeckten wir Social Media oder haben gelernt, wie man für den Bundesrat kandidiert. Inzwischen werden wir auch auf der Strasse a­ ngesprochen. Wir sind gross in Grosshöchstetten! Trotzdem sind wir uns selbst geblieben. Verändert hat sich nur unsere Beziehung. Die dritte Staffel wurde sogar an den S ­ olothurner Filmtagen gezeigt. Auch für eine vierte Staffel hätten wir sicher noch genug zu erzählen.» Infos: srf.ch/schneuwly

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4 Ihr Lieblingstier «Sicher einmal im Monat fahren wir nach Bern in den Tier­ park Dählhölzli, an Weihnachten zwei­ mal. Ich komme für die modische ­Inspiration. Und wegen der Flamingos. Hansjörg meint, ich eifere der Grazie der rosa V ­ iecher nach. Erreichen will ich dies im Fitnesscenter: oben üppig, unten lange, fettlose Beine ohne Cellulite.» 5 Sein Sofa «So kennen uns die Zu­ schauer von den SRF-Aufnahmen. Es ist natürlich mein Lieblingsplatz. Wenn mich Margrit sucht, muss sie hier vorbei­ kommen. Wir haben unsere Sitzplätze, bei mir ist das Sofa schon richtig schön eingesessen, trotz guter Federung.» Sein Landjäger «Den kann man so gäbig im Vorbeigehen essen. Manch­ mal finde ich einen im Sofa – ein Glücks­moment.»

Ihr Vanille-Joghurt «Es dünkt mich noch gut. Aber nur das mit den schwarzen Tüpfli. Ich mag das Sämige, Vanillige.»

6 Ihr Lieblingsspiel «Ich habe immer ein Kartenset in meinem roten Lieblings­ handtäschli. Wir spielen oft ‹Tschau Sepp› zusammen. Aber Hansjörg ver­ gisst ­immer wieder die Regeln.»  MM


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