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Migros magazin 06 2018 d vs

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

Profitieren  Sie Nähmaschine Mio Star Sew Smart für 699 statt 899 Franken Seite 107

MM6, 5.2.2018 www.migrosmagazin.ch

Vegi-Kind: Darauf müssen Eltern achten Seite 91

Bild: Christian Schnur

Kopftuchstreit: So sehen es Muslimas Seite 26

Das Leben eines Topmodels

Ronja Furrer lässt sich nicht mehr alles bieten Seite 38

Lego-Jubiläum S. 8 | Valentins-Dessert S. 51 | Wellensittiche S. 103 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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M Editorial

Reden bildet

Man sagt, dass Reisen bilde. Das schwingt auch in den Worten der türkischstämmigen Melek K. mit, wenn sie zu unserer Journalistin sagt: «Vielleicht muss man zuerst in ein islamisches Land reisen, um unsere Religion und Kultur zu verstehen». ­Das mag durchaus sein. Nur: Kulturelle Begegnungen dürfen nicht erst – und vor allem nicht nur – in fernen Ländern statt­finden, sondern sollten zu Hause beginnen. Und welches ist die unmittelbarste Form des kulturellen Austauschs? Reden natürlich. Dies ist denn auch Anne-Sophie Kellers Ansatz bei ihrer Reportage zum umstrittenen Thema Kopftuch. Keller hat Melek K. und ihre türkischstämmige Familie aus der Ostschweiz getroffen. Obschon Melek K. gläubig ist, hat sich die 23-Jährige gegen das Kopftuch entschieden. Anders als ihre ältere Schwester Demet, die sich nicht vorstellen kann, ohne ­Bedeckung das Haus zu verlassen. Und zwischen den beiden Frauen steht ihre Mutter Emel: Auch sie Kopftuchträgerin, die es aber in bester aufklärerischer Manier ihren beiden Töchtern überlässt, nach eigener Façon selig zu werden. Lesen Sie den aufschlussreichen Text ab Seite 26.

Bilder: Jorma Müller, Monika Flückiger

Kopftuch ist übrigens nicht gleich Kopftuch. Damit Sie in künftigen Diskussionen die unterschiedlichen Arten von Bedeckungen und Ver­schleierungen sicher aus­ einander­halten können, haben wir für Sie eine Auslege­ordnung gemacht. Auf Seite 31. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre. Franz Ermel, Leiter Redaktionen franz.ermel@ migrosmedien.ch

MM6, 5.2.2018  5

Inhalt Menschen 8  Diese Woche

Die Lego-Steine werden 60

10  Topfites Frühchen

Maria Jakob wog bei ihrer Geburt nur ­eineinhalb Kilo. I­ nzwischen ist sie 95 – und kerngesund

10

17  Bänz Friedli 18  Ein Doc für Südkorea

Patrik Noack ist Chefarzt der Schweizer Olympioniken

81  Neues aus Ihrer Region

22  Tiny House

Leben

26 Kopftuchdebatte

Drei Muslimas zum Burkastreit

87 Kolumne «1, 2 oder 3?» 88 Fussreflexzonenmassage

32  Ein Herz für alte Menschen

91 Familie

Wohnen auf kleinstem Raum

Angela Hett und Roman Donà helfen Pensionierten in Kirgistan

38  Interview mit Ronja Furrer Das Schweizer Topmodel über perfekte Körpermasse, soziale Medien und Zickenkrieg

Migros-Welt 51  Dessertgenuss in Rot 71 Einbürgerungskurse 78 Wintervergnügen

Aktionen, Reportagen, News

Was tun, wenn das Kind Vegi ist?

93  Wilds Welt: Jerusalem 97  So planen Sie die Rente 98  Der neue Ford Fiesta 101  «Stadt, Land, Stutz» 103 Wellensittiche 111  Rätsel 115 Impressum 116 Cumulus 118  Meine Welt

Musikerin Veronica Fusaro

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MM6

Darauf freuen wir uns «Safer Internet Day» Am 6.2. rufen über 100 Länder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet auf. Grosse Retrospektive Das Fotomuseum Winterthur zeigt vom 10.2. bis 21.5. die Werke des Schweizer Künstlers und ­Fotografen Balthasar Burkhard.

Unnützes Wissen

Phänomene der Natur Mittwochs ist die Blitzwahrscheinlichkeit am höchsten.

«Es war die Woche des Affen: Erstens wurden die beiden Makaken Zhong Zhong und Hua Hua geklont. Das gelang chinesischen Wissen­ schaftlern zum ersten Mal. Zweitens wurde bekannt, dass deutsche Autokon­ zerne V ­ ersuche an Affen finanzierten, um die Auswirkungen von Abgasen auf die ­Atem­organe zu testen. Im ersten Fall werden Affen ins Leben geholt, im zweiten zumindest geschädigt. Beides zusammen zeigt unser ambivalentes Verhältnis zu Tieren. Wir lieben und verhätscheln sie, aber wir benutzen und töten sie auch. So, wie die beiden Tiere mit grossen Augen in die Welt schauen, werden wir vielleicht schon bald darüber staunen, dass auch der Mensch geklont wird.» Mein Bild der Woche

Bilder: saferinternetday.org, Xinhua/Keystone, Marco Zanoni

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Gina Kouri (37), Assistenz Psychologische Fakultät, Basel

a) «Only Time» von Enya b) «Hinter den Kulissen von Paris» von Mireille Mathieu c) «The Ocean Floor» von Philter

Auflösung: c) «Ich mag diese Art von Musik. Sie macht mich f­ röhlich, und sie lässt meine grosse Fantasie frei.»

Bettina Oberli (45) ist Regisseurin. Sie arbeitet derzeit am ­Kinofilm «Le vent tourne».

Aus der Wolle ­eines Schafs kann man im Schnitt 14 Pullover stricken. Heisses Wasser löscht Feuer ­besser als kaltes. Bäume haben am Morgen einen dickeren Stamm als am Abend.

Im Osten Englands wurde bis ins 19. Jahrhundert ­hinein versteiner­ ter menschlicher Kot als Munition verwendet. Der Luftstrahl bei einem heftigen Niesanfall kann eine Geschwin­ digkeit von bis zu 180 Kilometern pro Stunde erreichen. Quelle: Neon/Stern


8  MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

Legospielen fasziniert Kleine und Grosse nun schon seit mehreren Generationen.

Spielzeug

Bunter Bauspass im Kleinen

Zahlen und Fakten

100

Lego-Steine besitzt durchschnittlich jeder Mensch auf der Welt.

Millionen Steine wurden im grössten jemals gebauten Lego-Modell verbaut – einem «Star Wars»-X-Wing-Fighter, der im Mai 2013 auf dem Times Square in New York enthüllt wurde.

915

Millionen Baukombinationsmöglichkeiten gibt es für sechs einfarbige Legosteine mit je 2 × 4 Noppen. Lego-Steine werden in über 60 verschiedenen Farben hergestellt. Quelle: legonewsroom.de

Der Lego-Stein wird dieses Jahr 60. Das Produkt gehört auch

in der Schweiz zu den beliebtesten Spielwaren. Kritiker monieren Kooperationen wie mit «Star Wars», weil sie auf Kosten der Kreativität gingen. Text: Reto E. Wild

R

und 58 Millionen Kinder und auch ein paar Erwachsene (siehe Interview) bauen rund um die Welt Türme, Burgen oder Raumschiffe mit Lego-Steinen. In der Schweiz beträgt Legos Marktanteil bei Spielwaren satte 19,5 Prozent. Die Idee, Bauklötze mit Noppen und Röhren zu versehen, entstand vor 60 Jahren in Dänemark und machte Lego zu einer der einflussreichsten Spielzeugmarken der Welt. Der Name setzt sich übrigens aus den beiden

dänischen Wörtern «leg godt» («spiel gut!») zusammen. In der Schweiz gibt es für die bunten Bausteine seit wenigen Wochen sogar ein eigenes Museum: das Lebrickgo in Binningen BL zeigt Lego-Sets aller Art. Das Familienunternehmen mit Hauptsitz im dänischen Billund ist heute wieder erfolgreich, es erzielt bei einem Jahresumsatz von 5,9 Milliarden Franken einen Reingewinn von 1,5 Milliarden. Damit hat es die schwere Krise bewältigt, mit der Lego in den 1990er-Jahren kämpfte. Ein Grund für den erneu-

ten Erfolg sind die Kooperationen mit US-Unterhaltungsgiganten wie Disney: «In den letzten knapp 20 Jahren haben wir mehr als 190 Millionen Lego-‹Star Wars›-Sets weltweit verkauft», sagt Frédéric Lehmann, Generaldirektor von Lego Zentraleuropa. Genau diese Produkte ernten jedoch Kritik bei Fans und Eltern: So bleibe die Kreativität des freien Bauens auf der Strecke. Lehmann sagt dazu: «Alle Lego-Sets sind darauf ausgelegt, Kinder zu inspirieren und das kreative Bauen zu unterstützen.»

Bilder: Susanne Dittrich, zVg

5,3


MENSCHEN | MM6, 5.2.2018  9

Andreas Kunz

Strassenumfrage

«Ein Lego-Fan erwartet flexible Bausätze und keine Spielzeuge wie bei Playmobil» Was fasziniert Sie an Lego? Die grenzenlosen Möglichkeiten. Lego ist nicht auf eine Kreation fixiert – man kann mit den Steinen bauen, was einem gerade in den Sinn kommt. Die Fantasie ist gefordert. Das ist das Schöne bei diesem Spielzeug. Kritiker monieren, dass seit den jüngsten Kooperationen mit Disney oder «Star Wars» genau diese Kreativität auf der Strecke bleibt. Das sehe ich ähnlich. Als Lego-Fan sehne ich mich nach den 90er-­ Jahren zurück, als Lego noch keine Merchandisingartikel auf den Markt brachte. Doch Lego ist eine gewinnorientierte Firma. Da sich diese Artikel offenbar gut verkaufen, müssen wir diesen Schritt akzeptieren. 2004 stand Lego vor einer ungewissen Zukunft. Was hat sich seit diesem Turnaround geändert? Die Optik der Bausätze. Im Jahr 2000 versuchte es das Unternehmen mit grossen Bausteinen und einfachen Bausätzen. Ein Lego-Fan erwartet jedoch Bausätze mit vielen Möglichkeiten und nicht Spielzeuge, die an Playmobil erinnern. Das war ein fataler Fehler. Heute findet man wieder wesentlich schönere Bausätze und kniffligere Konstruktionsarten. Wie gross ist die Konkurrenz durch Onlinespiele? Es kommt nicht von ungefähr, dass Lego seit ein paar Jahren der grösste Spielwarenhersteller der Welt ist. Es gibt genügend Jugendliche, die davon fasziniert sind. Klar, Playstation ist eine Konkurrenz. Lego versucht, dem Rechnung zu tragen. Aber ich bin der Meinung, dass Lego Lego bleiben soll. Sie sind Präsident des Lego-Vereins. Wie muss man sich das vorstellen – sind das Erwachsene, die am Boden sitzend Schlösser bauen? Tatsächlich kommt es vor, dass wir 50 Erwachsene sind, die eine grosse Kiste verschiedenste Lego-Steine auf den Boden auskippen, um dann die­ jenigen Teile zusammenzusuchen,

die wir wieder für unsere Eigenkreationen verwenden können. Grundsätzlich geht es in unserem Verein darum, Kontakte zu anderen Fans zu knüpfen. Weltweit gibt es ja über 300 Lego-Clubs und -Organisationen. Wir treffen uns rund sechsmal pro Jahr, sitzen gemütlich zusammen, sprechen über Neuheiten, Probleme bei einzelnen Modellen oder sind auf der Suche nach einem Einzelteil. Wie viele Legos haben Sie zu Hause? Über 1,5 Tonnen oder mehrere Mil­ lionen Teile. Ich habe diese in meinem 120 Quadratmeter grossen Dachstock gelagert. Ein Teil davon sind originalverpackte Bausätze, ein Teil sind bunt zusammengewürfelte Steine wie im Kinderzimmer, und der Rest ist nach Farben und Formen sortiert. Alles ist sehr vielfältig und chaotisch. Wie kommen Sie dazu, Bausätze zu kaufen, aber nicht anzufassen? Das ist Kalkül. Angefangen hat es damit, dass ich keinen Platz mehr für die Lego-Artikel hatte und sie deshalb nicht mehr auspackte. Mit der Zeit habe ich gesehen, dass diese Bausätze eine Wertanlage sind. Einer, der sich nicht auskennt, weiss gar nicht, was er in den Händen hält. Ich habe beispielsweise einen Bausatz, der einst 170 Franken kostete und heute einen Wert von 2500 Franken hat.

Sind Sie ein Lego-Fan?

Andreas Kunz (33) ist Hochbauzeichner und seit Gründung 2007 Präsident des schweizerischen Lego-Vereins. Kunz wohnt in Guarda GR. www.swisslug.ch

Victoria Rüedi (18), Schülerin, Zürich «Ich habe, bis ich etwa 8 Jahre alt war, mit Lego gespielt. Heute mache ich das nicht mehr. Aber ich empfehle das Spielzeug kleinen Kindern. Sie können sich damit richtig entfalten.»

Avner Ramot (39), Unternehmer, Zürich «Ja, als Bub schätzte ich die Kreativität und Inspiration vom ein­fachen Block bis zur komplexen Konstruktion. Grenzen setzt nur die eigene Vorstellungskraft.»

Was geben Sie für Ihr Hobby aus? Allein für die Legosteine gehen schnell mal 500 Franken pro Monat weg. Wenn ich zu Ausstellungen reise, können es auch mal 1500 sein. Welches ist Ihr Lieblingsbauwerk? Als Sammler interessiere ich mich für seltene Bausätze. Jährlich erhalten die 17 000 Lego-Mitarbeitenden Weihnachtssets, die nicht auf den Markt kommen. Wir kennen Möglichkeiten, um an solche Sets zu gelangen. 2016 beispielsweise wurde 50 Jahre LegoEisenbahn gefeiert. Von diesem Originalset im Miniaturformat besitze ich ein originalverpacktes und eines habe ich im Regal aufgebaut. MM

Lina Cazzato (10), Schülerin, Zürich «Lego ist ein wirklich lässiges Spielzeug. Ich habe mich oft damit beschäftigt. Aber jetzt lese ich in meiner Freizeit vor allem Bücher und höre mir Musik an.»


10 | MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

Frühgeburt

Frühchen Maria hat es allen gezeigt Als Maria Jakob 1922 geboren wurde, wog sie nur eineinhalb Kilo und war knapp 40 Zentimeter gross. Weder ein Arzt noch ein Brutkasten sorgten für ihr Überleben – eine Hebamme musste genügen. Heute ist das Frühchen 95 Jahre alt, hat seine drei Geschwister überlebt und ist topfit. Text: Claudia Langenegger  Bilder: Monika Flueckiger

G

erade mal eineinhalb Kilo leicht war Maria Jakob, als sie 1922 an Mariä Himmelfahrt zur Welt kam. Ihre Mutter gebar zu Hause, die Wehen hatten zwei Monate zu früh ein­gesetzt. Heute wäre dies ein Fall für Intensivmassnahmen im Spital. Doch damals musste die Hilfe der örtlichen Hebamme reichen. Einen Arzt gab es erst im nächsten Dorf, und das Spital war unten im Tal, in Bozen (I) – mit Pferd und Wagen zweieinhalb Stunden entfernt. Die kleine Maria war nur knapp 40 Zentimeter gross und nicht mal halb so schwer wie ihre Schwester Dora, die ein Jahr zuvor zur Welt ge­ kommen war. «Die Eltern wussten nicht, ob ich überlebe», sagt Maria ­Jakob. Sie sitzt nun, fast 100 Jahre später, auf ihrem Balkon in Thun. «Ein so kleines Häufchen war ich», sagt sie und zeigt mit ihren Händen, wie klein sie damals war. In diesen Jahren lag die Über­ lebenswahrscheinlichkeit bei Früh­ geborenen, die so leicht waren, bei etwa 15 Prozent. Man hatte noch kaum Mittel, sie zu therapieren. Man konnte sie warm halten und hoffen, dass ihre unreife Lunge stark genug war. Als Grund fürs Sterben wurde denn auch oft «fehlender Lebensmut»

angegeben. In damaligen Fachbüchern der Kinderheilkunde wurde vor künst­­licher Ernährung gewarnt, sie sollte nur im äussersten Notfall angewendet werden, da sie «ein gewagtes Unter­ nehmen» darstellte. Frühgeborene sind aber oft erst ab der 34. Schwangerschaftswoche fähig, direkt von der Brust zu trinken. «Erst dann funktioniert normalerweise die Koordination von Saugen, gleich­zei­tigem Atmen und richtigem Schlucken», erklärt Neonatologe Matthias RothKleiner, Präsident der Schweizeri­ schen ­Gesellschaft für Neonato­lo­gie. Schon als Baby voller Energie

Es ist ein kleines Wunder, dass Maria Jakob überlebt hat. Nun sitzt sie auf ihrem Balkon, hinter ihr breitet sich das Thuner Alpenpanorama aus. Sie wohnt im siebten Stock, sie würde es auch zu Fuss in ihre Wohnung schaffen, so fit ist sie. Diese Lebens­ energie steckte schon als kleines Baby in ihr. Sind Kinder heute bei ­Geburt leichter als 1800 Gramm, ­werden sie in den Inkubator gelegt, wo feuchte Luft sie umgibt und die Temperatur so eingestellt ist, dass sie ihre Energie für die Entwicklung des K ­ örpers ver­ wenden können. Bei «Mitzi», so ihr Spitzname, gab es weder Brutkasten, Infusion,

Magen­sonde noch Beatmung. Ihre Mutter legte das kleine Bündel tags­ über neben den warmen Holzofen oder trug es nah am Körper. Heute wird bei Frühchen in Spitälern eine ähnliche Praxis angewendet – die Känguru­methode. Dabei wird das Kind nackt auf den nackten Ober­ körper von Vater oder Mutter gelegt und zugedeckt. «Heute kann im Inkubator nicht nur die Körpertemperatur der Kinder genau reguliert werden», erklärt ­Matthias Roth-Kleiner. «Auch die ­Ernährung wird auf die Bedürfnisse des Kleinen abgestimmt.» Bei Infek­ tionen kann man ebenfalls besser reagie­­ren: «Die intravenöse Antibio­ tikatherapie kann sensibel dosiert werden.» Bei Marias Familie war der wichtigste Akt der Gang zum Pfarrer. Die Angst der Eltern war gross, ihr Kleines sollte zumindest getauft sein. Doch sie gedieh, wuchs – und ist heute die Einzige der vier Geschwister, die noch lebt. Maria Jakob blättert in einem ­dicken Album und zeigt auf Schwarzweiss-Fotos aus den frühen Dreis­ sigerjahren. Sie steht inmitten ihrer Geschwister: gleich gross wie die zwei Jahre jüngere Schwester The­resia, genannt Resi. «Ich bin immer schmal


MENSCHEN | MM6, 5.2.2018 | 11

Hintergrund

Erhöhtes Risiko für arbeitende Frauen In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wur­ den Früh­geborene nicht nach Schwanger­schafts­ wochen, sondern nach Geburtsgewicht und -grösse registriert. In Studien differenzierte man häufig nach dem ­Zivilstand oder der beruf­lichenTätigkeit der Mutter. Dabei traten ­bemerkenswerte Unter­ schiede zutage. Demnach hatten ar­ beitende Frauen, zum ­Beispiel Fabrikarbeite­ rinnen und Dienstmäd­ chen, die meisten Früh­­ geburten. Man konnte davon ausgehen, dass sozialer Missstand das Risiko von Frühgeburten förderte und vermutete, dass es sich dabei zum Teil auch um missglückte Abtreibungsversuche handelte. Zudem litten Frauen aus unteren ­sozialen Schichten eher an Krankheiten oder hatten allgemein eine schwächere Konstitution.

Zwei Monate zu früh kam Maria Jakob zur Welt. Heute ist sie 95-jährig und topfit.

60 Prozent der ver­ storbenen Frühchen stammten aus unehe­ lichen Verhältnissen. Laut einer Geburten­ statistik der Jahre 1924 bis 1926 lag der Anteil von Kindern l­ ediger Mütter bei 36 Prozent. 13 Prozent davon kamen zeitgerecht zur Welt, bei 23 Prozent handelte es sich um Frühgeburten.


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MENSCHEN | MM6, 5.2.2018 | 13

Matthias Roth-Kleiner

«Die Geburt eines jeden Kindes ist ein Wunder»

Erinnerungen an die Zeit im Südtirol

geblieben und kleiner als Gleich­ altrige – war aber nicht häufiger krank als meine Geschwister», erinnert sie sich. Sie litt auch nie an Entwicklungsschwierigkeiten und überlebte sogar die Diphthe­ rie, eine höchst ansteckende und lebensgefähr­liche Infektions­ krank­heit, gegen die damals noch nicht breit geimpft wurde, auch in ihrem Südtiroler Dorf Montan nicht. Der Impfstoff war erst wenige Jahre zuvor entdeckt worden. «Ich blieb mehrere Wochen zu Hause im Bett.» Sie war zu­ nächst so schwach und abgema­ gert, dass sie kaum mehr g­ ehen konnte. Aber ihre Lebenskraft war ungebrochen: Sie erholte sich bald vollständig.

Bild: zVg

Mit Handy und Mailadresse

«Ihre Energie ist unglaublich», sagt Tochter Anna Borean-Jakob (59). Die aktuelle Wohnung in Thun hat ihre Mutter mit knapp 80 Jahren noch selbst gesucht und ausgewählt. Sie hat eine ­eigene E-Mail-Adresse, schaut im Internet Dinge nach, die sie interessieren, und sortiert stets die Fotos der Familienferien. Und natürlich weiss sie, wie ein Handy funktioniert. Mit ihrer Tochter tauscht sie täglich SMS aus: «So wissen wir immer von­ einander, was gerade los ist und wie es uns geht.» Mit 35 Jahren kam Mitzi in die Schweiz – der Liebe wegen. Zwei Jahre ­zuvor hatte sie auf ihrer ersten Auslandsreise am Münchner Oktoberfest bei Bier und Brezen den charmanten Hans Jakob aus dem Emmental kennengelernt. Er war zwar um 27 Jahre ­älter, eroberte ihr Herz aber im Nu. Zurück im Südtirol, bekam sie schöne Briefe in schwungvoller Füllfederschrift.

Der Anfang im Emmental war schwer, sie vermisste ihre Eltern und ihr Daheim. Mitzi tauchte in die Arbeitswelt ihres Ehemanns ein, der mit seinem Sohn aus erster Ehe einen Versandhandel für Wolle führte. Sie kümmerte sich um die italie­nische Korres­ pondenz und alles, was sonst noch anstand. Tochter Anna ­erinnert sich, dass die Mut­ter manchmal bis Mitternacht arbei­ ten musste. «Es war schwer, auf ­einen grünen Zweig zu kommen.» Schliesslich wurde sie Pro­kuristin und leitete den Betrieb mit. Erst mit 75 hörte sie auf zu ­arbeiten. «Keine Aufgabe zu ­haben, da verkümmert man.» Heute kocht sie jeden Donners­ tag für Tochter und Enkel, flickt und näht ­Kleider, bäckt ihren ­legendären Südtiroler Apfelstru­ del, trifft sich mit Nachbarn auf einen Tee oder Kaffee mit Ku­ chen und löst täglich mindestens ein Sudoku. Ihre grösste Freude aber ist ihre Familie: «Ich bin dankbar, dass ich meine Tochter mit ­Familie so nah bei mir habe.» Zum 95. Geburtstag hat Mitzi alle Kinder und Kindeskinder zu einer Donaureise nach Bu­ dapest eingeladen. Ihr Rezept für ein zufriedenes Leben? «Jeden Tag so nehmen, wie er kommt. Man muss in Kauf nehmen, was kommt», sagt ­Mitzi, die vor einem Jahr Urgrossmut­ ter wurde und einen Schlagan­ fall und eine Krebs­erkrankung überlebte. Würde sie etwas ­anders machen? «Naa, ich bin ­zufriedn mit dem, wos i hon», sagt sie und lächelt. Infos: www.baby-und-familie.de/ SchwangerschaftskalenderSchwangerschaftswochen

Infografik: Der Kampf ums Überleben S. 14/15

Vor 100 Jahren gab es für frühgeborene Kinder kaum Therapien. Wann hat sich das geändert? Die Neonatologie, so wie wir sie heute kennen, nahm ihren Anfang in den 1960er-Jahren. Sie hat sich seither technisch und bezüglich der therapeu­ tischen Zielsetzungen voll­ ständig gewandelt. Damals ­bestand die Herausforderung darin, Therapien zu ent­ wickeln, die für Neugebo­rene und frühgeborene Kinder überhaupt angewendet werden können. Dank der heutigen Technik können wir uns nun ganz darauf konzentrieren, diese möglichst ideal auf jedes Baby anzupassen.

der Situation zusammen mit den Eltern getroffen. In der Neonatologie stellt sich nicht nur die Frage der Überlebensfähigkeit, sondern auch die der zukünftigen Lebensqualität des Kindes. ­ Es ist also nicht nur die Frage nach der Machbarkeit.

Welches sind die technischen Errungenschaften? Zum einen modernste Überwa­ chungsgeräte: Lebens­wichtige Parameter wie Atmung, Sauer­ stoffgehalt im Blut, Herzfre­ quenz und Blutdruck werden auch bei kleinsten Frühgebo­ renen über Sensoren erfasst, die auf die Haut aufgeklebt werden und keine Schmerzen verursachen. Zum anderen viele scho­­nende Beatmungs­ techniken, die sich der Atem­ aktivität des Kindes anpassen.

Sprechen Mediziner heute noch von einem Wunder, wenn ein ganz kleines Kind überlebt? Die Geburt eines jeden Kindes ist ein Wunder. Der Übergang vom Leben als Fötus, in völliger Abhängigkeit vom mütter­ lichen Organismus, zu einem Leben nach der Geburt ist wohl der einschneidenste Moment im Leben eines jeden Men­ schen. Viele Organe müssen innerhalb von wenigen Augen­ blicken ihre Funktion umstel­ len oder gar zum ersten Mal aufnehmen, wie zum Beispiel das Atmungssystem. Die Lunge muss von einer Sekunde auf die andere die Sauerstoffversor­ gung des Neugeborenen über­ nehmen, ohne dies vorher jemals gemacht zu haben. MM

Wie werden die Eltern dabei einbezogen? Während sie früher von der Therapie ausgeschlossen ­waren und bestenfalls ihr Kind von Zeit zu Zeit durch eine Fensterscheibe sehen durften, werden Mutter und Vater ­heute vom Tag der Geburt an in die Betreuung ihres ­Neu­geborenen miteinbezogen. Ab welcher Woche können intensivmedizinische Massnahmen erwogen werden? In Einzelsituationen frühes­ tens ab der 23. Schwanger­ schaftswoche (SSW), meist ­jedoch werden sie ab der voll­ endeten 24. oder 25. SSW gene­ rell eingesetzt. Eine solche Entscheidung wird immer nach einer genauen Analyse

Wie läuft dieser Entscheidungsprozess ab? Nach der Analyse von Risiko­ faktoren für Mutter und Kind erfolgt eine ausgiebige Diskus­ sion von Neonatologen und ­Geburtshelfern mit den Eltern. Wünsche, Fragen und Vorstel­ lungen werden besprochen, um dann ein gemeinsames Vor­ gehen zu definieren.

Matthias RothKleiner (53) ist Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Neonatologie.


14 | MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

Brutkasten

Der Kampf ums Überleben Der medizinische Fortschritt macht es möglich, dass Babys überleben können, die bereits in der 24. Woche der Schwangerschaft zur Welt kommen. Entscheidend ist der Entwicklungsstand der Lunge. Text: Claudia Langenegger  Illustration: Nadja Baltensweiler

Atmung Heutige Beatmungsgeräte passen sich der Atemfrequenz und -stärke des Kindes an. Das invasive Beatmen ist grundsätzlich überlebensfördernd, aber gleichzeitig auch belastend. Das Einpressen von Luft in die Lungen kann Entzündungsreaktio­ nen auslösen, denn bei der natürlichen Atmung wird die Luft angesaugt und nicht reingepresst – auf zellulärer Ebene ein wesent­licher Unterschied. Heutige Beatmungs­geräte erzeugen auch beim Ausatmen des Säuglings leichten Druck und unterstützen so das natürliche Atmen.

Ernährung Vor rund 100 Jahren: Hatte das Kind zu wenig Saugkraft, um von der Brust zu trin­ ken, pumpte man Muttermilch ab und ­fütterte das Baby mit Pipette oder Löffel­ chen. Künstliche Ernährung – etwa mit Kuhbuttermilch und Trockeneiweiss – wandte man nur im Notfall an (Risiko: Durchfall, Erbrechen). Teilweise gab es ­Vitaminbeigaben. Heute: Über Magen­ sonden und/oder Infusionen werden ­ausgeklügelte Nährstoffmischungen und ­individuelle Medikamente verabreicht, bis die Frühchen selbst trinken können.

Ausreifung der Lunge Die Lunge ist das entscheidende Organ: Vom Grad ihrer Ausreifung hängen die Überlebenschancen eines Frühchens ab. Nach Durchtrennung der Nabelschnur muss innert kürzester Zeit der Gas­ austausch über die Lunge erfolgen. Bei Früh­geborenen besteht die Gefahr, dass die unreifen Membranen der Lun­ genbläschen (Alveolen) kollabieren und das Kind noch über zu wenig Atem­ kraft verfügt, um die Lungen aus eigenem ­Antrieb voll ­aufzublasen.


MENSCHEN | MM6, 5.2.2018 | 15

Überlebensgrenze Ab der 24. Schwangerschafts­ woche hat ein Kind Überlebens­ chancen. Da die Organe dann noch nicht ausgereift sind, wer­ den die Frühchen im Brutkasten künstlich beatmet.

Zahlen & Fakten

Die Chancen zu überleben sind stark gestiegen

7

Prozent der Neu­ geborenen in der Schweiz sind Frühgeburten.

28.

Woche: Die Überlebens­ rate liegt bei über 90%.

15

Prozent der zu früh ­geborenen Babys über­ lebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

72 Känguru-Methode

Warm halten/Brutkasten

Bei der Känguru-Methode wird das Neugeborene für eine Weile nackt auf den nackten Oberkörper von Mutter oder Vater gelegt und zugedeckt. Der medizinische Nutzen: Körpertemperatur, Herzschlag und Atemfrequenz werden verbessert, es steigt die Über­ lebenswahrscheinlichkeit, und die Kinder sind weniger anfällig für ­schwere Krankheiten.

Vor 100 Jahren beschränkten sich die ­Therapiemöglichkeiten darauf, das Kind konstant warm zu halten – oft mit Bett­ flaschen, was nicht ungefährlich war. Ist das Kind leichter als 1800 Gramm (ca. 34. Schwangerschaftswoche), wird es in den Brutkasten gelegt, wo es von warmer, feuchter Luft umgeben ist. Die Haut ist noch nicht ausgereift, Frühchen können ihre Körperwärme nicht aufrecht­ erhalten. Moderne Brutkästen reagieren auf die Körperwärme des Kindes.

Stunden: Die ersten 72 Stunden sind ent­ scheidend: In dieser ­Zeitspanne zeigt sich ­meistens, ob ein Kind ­überlebt oder nicht.

28

Prozent der in der 24. Schwangerschaftswoche Geborenen überlebten im Jahr 2000. 2012 waren es bereits 42 Prozent.

750

Gramm, 35 Zentimeter, ­geboren im 6. Schwanger­ schaftsmonat und über­ lebt: Das war vor 100 Jahren noch ein be­sonderer Aus­ nahmefall.


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MENSCHEN | MM6, 5.2.2018  17

Bänz Friedli

«Geeeil! Voll geil!» Curling? Ich weiss noch genau, wann ich das letzte Mal Curling geschaut habe: Vor vier Jahren wars, anlässlich der Olym­pischen ­Wintersp … Dabei hatte ich mir g­ e­schworen, ich würde Sotschi boykottieren! Nichts als eine Inszenierung des russischen R ­ egimes ­seien diese Spiele, ruchlos seien da Sport­an­lagen in Naturschutzgebiete be­toniert worden – nur, um den Glanz eines H ­ errschers zu mehren, Wladimir Putins, der mir zutiefst ­zuwider sei, hatte ich schwadroniert. Und schaltete dann doch morgens um halb acht den Fernseher für Sportarten wie R ­ odeln ein, die wir im Vierjahresrhythmus wahrnehmen: immer nur an Olympischen Spielen.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (52) wird ja doch wieder schwach …

Man weiss um die Monstrosität dieser Anlässe. Nicht erst Putin – der systematisch dopen liess – hat die Spiele missbraucht. Und nicht erst seit Sotschi ist Olympia­un­ap­pe­ titlich. Auch in Pyeongchang wurde auf die ­Natur kaum Rücksicht genommen. Auch dort werden einige wenige das grosse Geld machen, derweil die lokale Bevölkerung leer ausgeht. Sie kann sich nicht einmal die Eintrittskarten zu den Wettbewerben leisten. Und nun hat sich gar noch dieser Wicht Kim Jong-un aus dem an­deren Korea eingeschaltet, auch er will die Spiele für Propaganda in eigener Sache nutzen. Warum werde ich trotzdem mitfiebern? ­Warum «unserem» Beat Feuz die Daumen ­drücken, obgleich ich weiss, dass für die

Abfahrt am Gariwang-Berg ein heiliger Wald abgeholzt wurde? Warum gar auf ein Märchen hoffen? Dass Simon Ammann wider alle ­Prognosen das Unglaubliche schafft und ein letztes Mal «Geeeil! Voll geil!» schreien darf? Dass die Eishockeyanerinnen wieder eine ­Medaille holen? Und dass Iouri Podladtchikov das dreifache Wunder gelingt: überhaupt ­teilzunehmen nach seiner schweren Kniever­ letzung vor zehn Monaten und nach dem ­Nasenbeinbruch vorigen Sonntag; und dann seine Goldmedaille zu verteidigen? Für ihn würde ich die Nacht auf den 14. Februar durch­ wachen. Weil Snowboarder in der ­Halfpipe Künstler sind, weil Podladtchikovs letzter Run in Sotschi für mich nicht nur eine sportliche Höchstleistung, sondern ein vollendetes Kunstwerk war. Schon schwärme ich wieder, sehen Sie? Vielleicht, weil sich mir die Faszination Olympia eingebrannt hat, ehe ich in die erste Klasse kam. «Ogis Leute siegen heute!» ­Sapporo 1972 … Wir besassen noch keinen Fernseher, aber Vater schaltete frühmorgens den Radio ein, und wir feuerten Walter Tresch an, den Bobfahrer Edy Hubacher, die famose «Maite» Nadig, die Langlaufstaffel Kälin/ Giger/Kälin/Hauser – ich kann die Namen noch heute aufzählen. Ein Mythos. Er ist ­grösser als die Vernunft. MM Bänz Friedli live: 7. 2. Heerbrugg SG, 16. 2. Falera GR

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18  MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

Patrik Noack

«Doc Noc» im Olympia-Fieber Für Patrik Noack haben die Olympischen Winterspiele längst begonnen. In Südkorea tut der sportliche Chefarzt des Schweizer Teams alles, damit Goldhoffnungen wie Dario Cologna fit bleiben und auftrumpfen können. Text: Reto E. Wild  Bild: Daniel Ammann

D

ie Grippeimpfung nicht ­vergessen; nur das essen, was richtig gekocht ist; sich nicht ausserhalb des olympischen Dorfs verpflegen: Das sind die Tipps von Sportarzt Patrik Noack (44) für die rund 170 Schweizer Sportlerinnen und Sportler, die ab Freitag in Südkorea um Medaillen kämpfen werden. Bereits zum sechsten Mal nimmt Noack als Chefarzt an den Olympi­ schen Spielen teil. In Pyeongchang leitet er ein Team von acht Ärzten und zwei Dutzend Physiothera­peuten, die bei Verletzungen auf den Plan tre­ ten, aber auch generell auf die Gesund­ heit ihrer Schützlinge achten. «Die Luft ist kalt, die Schleimhäute sind

aus­getrocknet, und im Athletendorf in Pyeongchang wohnen 7000 Men­ schen», sagt Patrik Noack und betont: «Unsere Hauptaufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Sportler bis zum Wettkampf gesund bleiben.» Laut IOK-Statistik kann bis zu einem Drittel der Athleten wegen einer Verletzung oder eines Infekts nicht die optimale Leistung abrufen. So gehen sechs stattliche Alukisten mit Medikamenten und Verbands­ material mit auf die Reise nach Asien. «Die Spiele lösen Hühnerhaut aus»

Noacks Lohn für den Einsatz an den Spielen besteht darin, die Wett­ kämpfe live mitverfolgen zu können. «Ich habe schon während meines

Medizinstudiums gemerkt, dass der Operationssaal nichts für mich ist. Aber die Spiele lösen bei mir noch immer Hühnerhaut aus», sagt der Ostschweizer aus Tübach SG am Bodensee und bis 2022 gewählte Chef­mediziner, der gleichzeitig Leiter des Medbase-Zentrums für Medizin und Sport beim Hotel Säntispark in Abtwil SG ist. Noack steht jeweils mit einem gut aus­gestatteten Rucksack im Ziel­ bereich. Übernachten wird er in einem Raum, der sich gleich neben dem Sprechzimmer befindet. Ein Notfall­ telefon ist rund um die Uhr besetzt. Für «Doc Noc», wie die Schweizer Langläufer ihren Verbandsarzt nen­ nen, haben die Winterspiele aber

Patrik Noack packt in seiner Praxis in Abtwil alles Notwendige für die Olympischen Winterspiele ein.


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20  MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

Pyeongchang

23. Olympische Winterspiele

Blick auf die Pisten oberhalb von Pyeongchang

Zu den Medaillen­ hoffnungen im rund 170-köpfigen Schweizer Team zählen unter ande­ ren Beat Feuz (Abfahrt), Lara Gut (Super-G und Abfahrt), Wendy Holde­ ner (Slalom und Kombi­ nation), Dario Cologna (Langlauf), Michelle Gisin (Kombination), die Curler, Skicrosser Marc Bischofberger ­sowie der Snowboarder Pat Burgener in der Half­ pipe. Goldmedaillen­ gewinner Iouri Podladt­ chikov muss nach seinem Sturz in Aspen (USA) um seine Olym­pia­ teilnahme bangen: An den X-Games hat er sich die Nase gebrochen und eine Gehirnerschüt­ terung erlitten.

Rio 2016: Patrik Noack im Gespräch mit der Schweizer Mountainbikerin Jolanda Neff

­ ereits im Herbst begonnen, als er die Wett­ b kampfstätten und olympischen Dörfer in­ spizierte. «Die Wettkampfanlagen haben mich beeindruckt. Sie sind hochmodern und mit Flutlicht ausgestattet», so Noack. «Das Angebot an L ­ ebensmitteln, vor allem in den kleineren Läden, hat meine Erwartungen übertroffen. Wir sind deshalb mit weniger Material als geplant nach Asien gereist.» Dennoch hat der Vertrauensarzt von Olympiasiegern wie Langläufer Dario ­Cologna glutenfreies Mehl, glutenfreie Teig­ waren und eine Brotbackmaschine nach ­Pyeongchang transportieren lassen. Fleisch bekomme man vor Ort, schwieriger aber sei die Beschaffung von gluten­freiem Brot für Allergiker. Der Schweizer Skiverband sorgt ausserdem dafür, dass die Athleten sich fernab der ­Heimat mit Rivella, Ovomaltine und Müesli verpflegen können. Ein sportlicher Sportarzt

Patrik Noack ist selbst durch und durch ein Sportler: Als Junior lief er 1500 Meter in 3 Minuten und 57 Sekunden, er absolvierte die Spitzensportler-RS, konzen­ trierte sich nach einer Verletzung dann aber auf das M ­ edizinstudium. Sein sportlicher Alltag ist heute klar strukturiert: montags um 6 Uhr schwimmen, einmal pro Woche Training auf dem Veloergometer in seiner Praxis in Abtwil, dreimal pro Woche Kraft­ übungen und zwei Joggingeinheiten. Die dreifache Belastung Familie, Med­ base mit Leitung eines 37-köpfigen Teams sowie der Job als Olympia-Chefarzt schafft

er nur dank Mit­arbeitenden und seiner Frau Andrea Noack Burri (41) – einer talentierten Triathletin, die am Ironman in Zürich eine Stunde schneller war als ihr Mann. Der hat an bisher fünf Olympischen Spie­ len so einiges erlebt. Die schönsten Erinne­ rungen verbindet «Doc Noc» mit Vancouver im Winter 2010 und mit London im Sommer 2012. «Die Kanadier und die Briten tragen die Sportkultur und -begeisterung mit – vom Busfahrer bis zur Putzfrau. Im russischen Sotschi hat sich die Bevölkerung überhaupt nicht für die Spiele interessiert.» Enttäuscht spricht Noack auch über die Sommerspiele 2016 in Rio: Das Athletendorf sei «in der Pampa gewesen, das dort servierte Fleisch hart wie Schuhsohle», sagt er und lacht. Da die Organisatoren beim Zeitplan auf die amerikanischen TV-Stationen achteten, seien die Athleten teilweise erst nach ein Uhr nachts ins olympische Dorf zurückgekehrt. An den Sommerspielen in London 2012, als «meine Form noch besser war», trai­ nierte er sogar zusammen mit Triathletin Nicola Spirig. Allerdings habe er sich nach den ersten 800 Metern wegen übersäuerter Muskeln verabschieden müssen. An den Winterspielen in Südkorea werde er nun immerhin noch gemeinsam mit den Athleten essen. Er versuche dabei, über das Training zu reden, den Fokus auf den Wettkampf zu legen und motivierend zu wirken. Grund­ sätzlich sei es ein Vorteil, dass er selber gern Sport treibe. «Mit den Erfahrungen aus dem Sport komme ich glaubwürdig und auf Augenhöhe rüber.» MM

Bilder: Peter Klaunzer/Keystone, PD

Vom 9. bis 25. Februar finden in der südkorea­ nischen Stadt Pyeong­ chang die 23. Olympi­ schen Winterspiele statt – nach Sapporo 1972 und Nagano 1998 zum dritten Mal in ­Ostasien. Das riesige Wintersportgebiet von ­Pyeongchang befindet sich 130 Kilometer ­östlich der Hauptstadt Seoul. Erwartet werden rund 6300 Athleten, die sich an 17 Wettkampf­ tagen in 15 Sportarten messen. Die Piste der Olympiaabfahrt hat ­Skilegende Bernhard Russi gebaut.


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22  MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

Tiny House

Viel Freiraum auf kleiner Fläche

Monika und Thomas Vins reichen 20 Quadratmeter Wohnfläche – in einem sogenannten Tiny House. Der ehemalige Zirkuswagen Marke Eigenbau bietet zwar keinen Luxus, dafür viel Nähe und Lebensqualität für das Paar mit Hund und Baby. Text: Biljana Jović  Bilder: Nicola Pitaro

W

enn man an dem moosgrünen Stoffvorhang zieht, hallt das Geräusch der Gleiter einen Moment lang nach. In dem Minihaus auf nicht mehr als 20 Quadratme­ tern, das früher mal ein Zirkuswagen war, gibt es genau e­ inen Raum und eine Tür. Bei einem Streit in ein anderes Zimmer stapfen und die Tür hinter sich zuschlagen – das geht hier nicht. Das Ehepaar Monika (37) und Thomas (30) Vins lebt seit eineinhalb Jahren mit Hund Barney auf einem Campingplatz am Eingang zum malerischen Surselvatal. Vergangenen Frühling ist Baby Romy dazu­ gekommen. Ihr Zuhause ist ein sogenanntes Tiny House – ein winziges Haus – auf Rädern und mit k ­ leiner Wohnfläche. Regeln, wie gross ein solches winziges Haus sein darf, gibt es nicht; im Schnitt sind es bis zu 40 Qua­dratmeter. Verglichen mit konven­ tionellen Immobilien, ermöglicht diese Wohnform ein mobileres, finan­ziell unab­ hängigeres, öko­logischeres und minimalis­ tischeres Leben. Von 100 auf 20 Quadratmeter

Monika Vins sitzt auf dem Sofa, das zum Gästebett umfunktioniert werden kann. Sie erzählt, wie sie Thomas kennen­gelernt hat: «Das erste Mal haben wir uns auf dem Berg als Saisonniers getroffen.» Er, der schnittige Skilehrer, sie, die blonde Bardame. Am Tresen treffen sich ihre Blicke. Er besucht sie immer öfter nach dem Unterricht. «So fing alles an – der Klassiker halt», sagt sie und lacht. Das Suvrettatal wird zum gemein­ samen Lebensmittelpunkt. Beide arbeiten, sie inzwischen als Primarlehrerin, er als Vermessungszeichner. Sie ziehen in eine 100 Quadratmeter grosse Wohnung, in die sie nach getaner Arbeit müde heimkehren.

Eines Tages schaut sich Thomas Vins genau­ er in der Wohnung um und beginnt die Ti­ sche zu zählen: Küchen-, Büro-, Esszimmer-, Balkon- und Gästezimmertisch. «Wozu brauche ich fünf Tische, wenn es mich nur ein Mal gibt?» Auf der Hochzeitsreise hat das Paar Zeit, sich solche Fragen zu stellen. Zwischen den rauen Klippen der Galapagos­ inseln und glitzerndem Wasser in Tahiti reift die Entscheidung: Beide wünschen sich ein Leben mit weniger Kram und Verpflichtun­ gen, dafür mehr Freiheit und Mobilität.

Den Bus vor dem Haus baut Thomas Vins zurzeit um zu einem K ­ inderzimmer für Romy.

In ihrem Tiny House gibt es keinen Wickel­ tisch und nur wenige Spielsachen. Weder Kinderwagen noch Kinderbettchen sind zu sehen. Wo schläft die Kleine? Romy ist ihren Eltern auch im Schlaf ganz nah: Neben deren Bett, das sich im Zwischenstock befin­ det sich eine herkömmliche Babymatratze mit Lattenrost. Zu ihrer Sicherheit kann der gesamte Bereich mit einem Netz bespannt werden. «Wenn sie schlafen will, sind wir einfach ein paar Minuten lang ruhig.» Ein Babyphone brauchen die Vins nicht. «Sie schreit sehr selten», sagt die Mutter. Ge­ wickelt wird Romy dort, wo es gerade passt. Die Vins sind pragmatisch. Sie b ­ enutzen zum Wickeln ein ­dickeres, wasserdichtes Tuch, das sich zusammenfalten und überall­ hin mitnehmen lässt. «Zwei Stück davon reichen.» Romy ist im Tragetuch, wenn ihre Eltern im Wald spazieren gehen. «Ein Kinderwagen würde auf ungeteerten Wegen stecken bleiben.» Aus­serdem geniesse sie es, ihre Tochter nah bei sich zu haben. «Und ich denke, ihr geht es genauso.» ­ Das Paar gönnt sich insgesamt rund ein Jahr Elternzeit. Beide wollen Romy auf­ wachsen sehen. Sie finan­zieren sich die Auszeit nach dem Mutterschaftsurlaub mit Erspartem und G ­ elegenheitsjobs. Die Ski­ saison ist ja in vollem Gang. Weniger Geld, mehr Zeit

In der Küche gibt es alles, was man braucht. Dahinter b ­ e­findet sich das Bad.

Die Sonne sieht man im Winter auf dem Campingplatz nur kurz. Das ist schlecht für die zahlreichen Solarpanels, die auf dem Tiny House montiert sind. «Wir haben mit Solarenergie eigentlich kaum Stromkosten», sagt Thomas Vins. Fast alles, was im Haus Strom braucht, ist an das Solarsystem ange­ schlossen. Kühlschrank, Warmwasserspei­ cher und Licht. Die Bodenheizung funktio­ niert mit warmem Wasser, das durch die


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Familie Vins und ihr kleines Glück: ein Tiny House auf einem Campingplatz eingangs des Surselvatals


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Solarthermie erhitzt wird. Der Herd ist gasbetrieben. Wenn Schnee liegt, wird mit Holz geheizt. Thomas Vins’ Fingernägel sind schmutzig. Er schraubt zurzeit am neuesten Projekt, an einem kleinen Oldtimerbus: Er soll einst Romys Kinderzimmer werden. Beim Tiny House hat das Paar vom Grundgerüst bis zur Verkleidung alles selbst ausgetüftelt. Nur Letztere hat ein Wagenbauer umgesetzt. Auf ihrem Blog Ökilogisch.ch teilen sie ihr Tiny-House-Wissen mit Interessierten. Bedeutet mehr Zeit automatisch mehr Glück? «Wenn man mit seiner Zeit etwas ­anzufangen weiss, dann schon.» Und das liebe Geld? Rund 1500 Franken pro Monat reichen der Familie. Das meiste gehe für Standmiete, Versicherungen und Essen drauf. Um die Zukunft machen sie sich keine Sorgen: «Wir ­planen nicht mehr als ein halbes Jahr im ­Voraus.» Seit neun Jahren sind Monika und Thomas Vins nun schon gemeinsam unterwegs. Und glücklich auf kleinem Raum. MM

Im veränderbaren Wohn­bereich empfangen die Vins auch gern Gäste. Eine Trenntoilette muss sein, damit kein übler Geruch entsteht.

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26  MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

Emel K.* (57, Mitte) überlässt es ­ihren Töchtern Demet (36, links) und Melek (23), ob sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht. ­


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Kopftuchdebatte

Gläubig, tolerant und emanzipiert

Über sie reden viele, mit ihnen wenige: muslimische Frauen in der Schweiz. Demet K., ihre Schwester Melek und ihre Mutter Emel erklären, welche Rolle das Kopftuch in ihrem Glauben spielt – und wie sie mit der aktuellen politischen Debatte umgehen. Text: Anne-Sophie Keller  Bild: Daniel Auf der Mauer

F

ür viele ist das Kopftuch ein Zeichen von weiblicher Unterdrückung, ein Leichentuch, ein Gefängnis aus Stoff. Über kein anderes Kleidungsstück wurde in der Schweiz jemals so emotional diskutiert. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander: Die einen reden von Bevormundung, die anderen von Glaubensfreiheit. Denn die Verschleierung ist für zahlreiche muslimische Frauen ein zentraler Aspekt des Islams. Auch in der türkischstämmigen Familie K. aus der Ostschweiz gibt es unterschiedliche Meinungen zum Kopftuch: M ­ utter Emel* (57) trägt seit ihrer Heirat ein Kopftuch; ob ihre Töchter es tragen wollen oder nicht, überlässt sie ihnen. Auch der Vater, Ismet (62), macht seinen Kindern keine Vorschriften. Tochter Demet ist anders: Die 36-Jäh­ rige ist strenggläubig und findet es schade, dass ihre jüngere Schwester Melek (23) keine Kopf­bedeckung trägt. Aufgewachsen sind Demet und Melek zusammen mit ihren Brüdern Yigit (39) und Yasin (33) in der Schweiz. «In meiner Klasse gab es viele Muslime, und auch die Nachbarschaft war multikulturell. Die Lehrer wussten beispielsweise, dass wir kein Schweinefleisch essen dürfen, und nahmen darauf Rücksicht», erzählt Demet. Damit zwei Kulturen nebeneinander leben können, brauche es Offenheit auf beiden Seiten: «Muslime handeln momentan zu wenig. Wir vertei­ digen uns zu wenig und sind in den Medien

untervertreten.» Sie befürchtet, dass die ­Gräben zwischen Muslimen und Christen künftig noch tiefer werden. «Ich bete dafür, dass alle den Glauben der anderen akzeptieren.» Die Familie spürt die kulturellen Unterschiede zwischen ihrem muslimischen ­Herkunftsland und der neuen, christlichen Heimat täglich. Demet arbeitet im Detailhandel und legt ab und zu hobbymässig als DJ bei türkischen Junggesellinnen­ abschieden auf, sogenannten Henna-Partys. Als sie 14 war, pilgerten ihre Eltern nach Mekka. Zu dieser Zeit setzte auch sie sich vermehrt mit dem Islam auseinander und besuchte regelmässig die Moschee. Seither ist ihr klar: Der Islam gibt ihr einen Grund zum Leben: «Ich glaube an das Leben nach dem Tod. Das jetzige ­Leben ist für mich wie ein Hotel, das ich ­irgendwann verlasse.» Ohne Kopftuch kommt sie sich nackt vor

Laut ihrem Glauben wird sie nach dem Tod Rechenschaft über ihr Leben ablegen ­müssen. Darauf bereitet sie sich schon heute vor: Sie betet fünfmal täglich, trägt keine auf­­ reizenden Kleider, verzichtet auf Schweinefleisch und Alkohol, fastet, liest den Koran. Das Kopftuch ist für sie eine Selbstverständlichkeit und bedeutet neben einer Form des Gebets auch Schutz vor Übergriffen und ­Anmache. Somit verhindere es auch, dass Familien durch Fremdgehen in die Brüche ­gehen. Eine Burka würde sie nicht tragen –

auch weil diese nirgends im Koran gefordert wird. Doch sie respektiert Frauen, die sie tragen – in der Schweiz hat sie noch nie eine gesehen. Zudem fühle sie sich mit offenen Haaren nicht wohl. «Ohne Kopftuch komme ich mir nackt vor.» Ihr Arbeitgeber verbietet ihr das Tragen des Kopftuchs während der Arbeit. Für ­Demet eine schwierige Situation: «Ich fühle mich schuldig und bitte Gott beim Gebet um Verzeihung.» Denn im Koran stehe zwar ­keine Burkapflicht, aber sehr wohl, dass sich eine Frau bedecken soll. Auch für Männer gibt es Kleidervorschriften. So müssen sie sich – wie die Frauen – vom Bauchnabel bis zu den Knien verdecken und dürfen keine enganliegenden Kleider tragen. Das Argument, Verschleierung sei diskriminierend, lässt Demet nicht gelten: «Wenn in der Schweiz eine Frau halbnackt umherläuft, sagt man ja auch nichts. Doch diesen Fall könnte man genauso gut so auslegen, dass sie aus kulturellen Gründen unterdrückt sei.» Demet lebt ein gläubiges und gleichzeitig emanzipiertes Leben; so reichte sie bereits einmal die Scheidung ein. Aus religiöser Sicht sei das kein Problem, da sich auch der Prophet Mohammed hatte scheiden lassen. Eine neue Ehe könnte sich Demet durchaus vorstellen. Aber nur mit einem muslimischen Mann: «Der Glaube ist das Fundament einer Beziehung.» * Alle Namen von der Redaktion g­ eändert


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Elif Shafak

Demets jüngere Schwester Melek sieht das genauso. Vor dreieinhalb Jahren hat sie in der Türkei ihren Ehemann Ali (28) ­kennengelernt. «Ich könnte mir nicht vor­ stellen, einen Nichtmuslim zu heiraten. Ali kennt meine Kultur und kann somit auch mich besser verstehen», ist sie überzeugt. Nachdem sie die Ausbildung zur Kindergärt­ nerin beendet hatte, wurde an Weihnachten 2016 geheiratet. In der Familie K. ist Melek das Nest­ häkchen – sie kam zehn Jahre nach ihrem Bruder Yasin zur Welt. Ihr anderer Bruder Yigit (39) hatte sie immer beschützt. «Ich durfte nicht an Partys gehen, was ich damals ­unmöglich fand», sagt Melek. Auf der ande­ ren Seite habe sie es geschätzt, dass jemand auf sie aufpasste. «Bevor Ali in die Schweiz kam, lebte ich drei Monate allein in unserer neuen Wohnung. Das hat sich eigenartig ­angefühlt, etwas einsam und auch unsicher – gerade abends.»

Bild: Katharina Lütscher

Zwischen Tradition und Anpassung

Melek lebt eine Mischform ihrer zwei Kultu­ ren. Sie isst kein Schweinefleisch, trinkt kei­ nen Alkohol und fastet. Die täglichen Gebete führt sie jedoch nicht durch, und das Kopf­ tuch hat sie nie getragen. Ihre gelockten, schwarzen Haare fallen auf ihren Pullover; die Mandelaugen sind mit Kajal umrandet. Dass sie nicht bete, habe auch zeitliche ­Gründe. «Ich kann ja nicht 20 Kinder allein im Raum lassen und verschwinden. Zudem ­hätten wohl viele Eltern ein Problem damit, wenn ich ein Kopftuch tragen würde.» Dass ihre Familie ihre Kleidungswahl ­akzeptiert, bedeute ihr viel. Ismet, ihren Va­ ter, der mit dem kräftigen Körperbau und der autoritären Ausstrahlung auf viele etwas bedrohlich wirke, habe sie sowieso längst um den Finger gewickelt. Er könne ihr nicht viel abschlagen. Es bedrückt sie jedoch, dass Frauen aufgrund ihrer Kleidung verurteilt werden: «Eine Freundin von mir trägt das Kopftuch. Wenn wir unterwegs sind, wird sie oft nicht begrüsst oder angeschaut. Diese Ungerechtigkeit halte ich fast nicht aus.» Im Gegensatz zu ihrer Schwester fühlt sich Melek ohne Kopftuch nicht verletzlich. «Einmal musste ich spätabends am Bahnhof an einer Gruppe betrunkener Männer vor­ bei. Ich habe innerlich ein Gebet gesprochen und mich dadurch beschützt gefühlt. Ich verstehe aber, dass Demet das Kopftuch ­tragen möchte. Man muss das machen, was ­einem richtig erscheint.» In einem Punkt sind sich die Schwestern einig: Viele setzten sich gar nicht mit dem Hintergrund des Kopftuchtragens auseinan­ der. «Viele christliche Menschen können sich nichts unter unserem Glauben vorstel­ len, weil sie nicht mit uns reden. Es gibt uns ­gegenüber viele Vorurteile, aber nur wenige Menschen, die sich mit diesen auseinan­

«In meiner idealen Welt würden Frauen ihren Kopf nicht bedecken» Frauen stellen die interessantesten Fragen zu Glauben, ­Reformen und Gleichberechtigung, haben Sie mal gesagt. Was meinen Sie damit? Für uns Frauen sind das nicht nur theoretische oder theo­­­lo­gische Fragen, sie betreffen ganz direkt unseren Alltag. Trägst du ein Kopftuch? Was ist die Länge deines Minirocks? Trägst du Make-up? Politik wird oft über den Frauenkörper ausgetragen. In der Türkei ­haben wir männliche Politiker, die uns sagen, was wir anziehen sollen, wie wir Mutter sein und wie viele Kinder wir a­ ustragen sollen. Ich weigere mich, dies zu akzeptieren. Politik ver­ ändert das private Leben der Frauen massgeblich – doch Rechte haben sie wenige. Ihre Romanfigur Mona im Buch «Der Geruch des Paradieses» ist Feministin. Wie funktioniert Feminismus in einer patriarchalen Kultur? Ich habe viele Frauen wie Mona getroffen – in der Türkei und überall in Europa. Sie sind gläubig, beten, verdecken ihr Haar und glauben gleichzeitig an Menschen- und Frauen­ rechte. Das ist kein Wider­ spruch. Diese Frauen ver­ suchen, verschiedene Diskurse zusammenzubringen und wer­ den in ihren Gemeinschaften oft dafür verurteilt. Sie verdie­ nen unsere Unterstützung.

Monas Freundin Shirin ­verachtet das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung. Wie sehen Sie das? Viele Frauen wählen das Kopf­ tuch aufgrund persönlicher ­Erlebnisse. Wenn wir sie aus­ schliessen, werden die Dinge schlimmer; Verbote erzeugen Druck. Man sollte die Frauen nicht demütigen und sie zum Haushalten verbannen. Wir brauchen Frauen im öffent­lichen Raum. Ich verstehe Frauen, die das Kopftuch ­tragen. Doch in meiner idealen Welt würden Frauen ihren Kopf nicht bedecken. Was halten Sie davon, wenn westliche Feministinnen die muslimischen Frauen ­be­freien wollen? Es ist ungesund, wie wir über die Befreiung der muslimi­ schen Frau diskutieren. Die Herangehensweise führt bei ihnen zu grossem Widerstand. Viele empfinden westliche ­Feministinnen als herablas­ send und besserwisserisch. Sie fragen sich, was den Westlerin­ nen das Recht dazu gibt. Es braucht Frauen, die Frauen in anderen Ländern helfen wol­ len. Aber es muss auf Augen­ höhe geschehen und mit einer beidseitigen Offenheit für die andere Kultur. «Der Geruch des Paradieses», Elif Shafak, Verlag Kein & Aber, 2016; Fr. 27.10 bei www.exlibris.ch

Zur Person

Türkische Starautorin Elif Shafak (46) gehört zu den meistgelesenen Autorinnen in der Türkei. Sie studierte Internationale Beziehungen in Ankara und machte einen Master in «Gender and Women’s Studies». Sie lebt mit ihrem Mann, dem türkischen Journalisten Eyüp Can Saglik, und den beiden gemeinsamen Kindern in Istanbul und London. In ihrem aktuellen Buch «Der Geruch des Paradieses» erzählt sie die Geschichte dreier muslimischer Frauen zwischen zwei Kulturen – in Anspielung auf die Identitätskrise der Türkei.


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Kopftuchdebatte

Verschiedene Arten der Verschleierung Schaila: Schal, der locker um Kopf und Schul­ tern ­geschlungen wird. Getragen im Iran und den Golfstaaten.

Nikab: ­verdeckt Nase, Mund, Kinn und je nach Variante auch die Stirn. Wird in den Golfstaaten ­getragen.

Hidschab: Schal, der am Hals ­geknotet oder mit Nadeln ­fixiert wird. Wird vielerorts ­getragen.

Burka: bedeckt den ganzen ­Körper, auch die Augen. Wird in Af­ghanistan und Pakistan ­getragen.

Abaja: dünner Mantel, wird über der Kleidung ­getragen. Verhüllt den Kopf nicht. Wird in den Golf­ staaten getragen.

Amira: besteht aus einer engen, elastischen Kappe und einem weiteren schlauchartigen Über­ zug. Bedeckt auch die Schultern. Verschie­ dene Farben.

Chimar: lockerer Überwurf mit Aussparung fürs Gesicht. Reicht bis zur Taille. Wird in Asien getragen.

Tschador: halbkreis­ förmiges Gewand, verhüllt den ganzen Körper, nicht aber das Gesicht. Wird vor allem im Iran ­getragen.

dersetzen», stellt Demet fest. Sie möchte als Mensch und nicht als Muslimin wahr­ genommen werden. «Vielleicht muss man zuerst in ein islamisches Land reisen, um unsere Religion und Kultur zu verstehen.»

Illustrationen: Reuters; Text Grafik: Dinah Leuenberger

Die Sorgen einer Mutter

Spricht man Emel K. auf ihre Heimat an, wird sie wehmütig. Sie musste die Türkei 1974 im Alter von 15 Jahren verlassen, um in der Schweiz Geld zu verdienen. Ihre fünf kleinen Geschwister blieben mit der Mutter in der Provinz Adapazari/Sakarya, während ihr Vater sie in die Schweiz brachte. In ­einem­Basler Hotel fand sie eine Stelle. Mit ihrem Einkommen musste sie die Familie unterstützen. Zwei Jahre später folgte ihr Ismet in die Schweiz, die beiden heirateten; kennengelernt hatten sie sich bereits in der Türkei. Das Paar arbeitete im Schichtbetrieb und zog die vier Kinder gemeinsam gross – ein modernes Familienmodell, denn in der Türkei bleiben Mütter meist zu Hause. «Ich wollte die Kinder so erziehen, dass Religion in ihrem Leben eine Rolle spielt. Es ist meine Aufgabe als Mutter, ihnen diesen Zugang mitzugeben. Was sie später daraus machen und ob sie ein Kopftuch tragen oder

nicht, müssen sie selber entscheiden», sagt Emel. Der Islam bedeute ihr alles. «Unsere Aufgaben im Leben auf der Welt sind: essen, sich schön anziehen, ­arbeiten, Geld verdie­ nen, Kinder aufziehen, menschlich sein, nichts falsch machen. Das richtige Leben kommt nach dem Tod.» Als Kind besuchte sie lediglich die Koranschule. Lesen und Schreiben lernte sie erst in der Schweiz. Frauen, die die Burka tragen, respektiert sie. Das Kopftuch war für sie nie etwas, für das sie sich rechtfertigen musste. «Nachbarn haben mich und meinen Glauben einfach akzeptiert und nicht auf das Äussere geschaut.» Eine Haltung, die sich nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 ­geändert habe. «Das Klima ist aggressiv ­geworden», sagt Emel, «es gibt Nachbarn, die seither nicht mehr mit uns reden, das verletzt mich sehr.» Aus diesem Grund sorgt sie sich um ihre Kinder: «Hier im islamischen Glauben zu ­leben, ist schwierig. Ich habe Angst, dass sie unter Druck gesetzt werden, sich anzupas­ sen.» Sie wünscht sich, dass ihre Kinder so sorgenfrei leben können wie sie damals. «Ich möchte, dass sie niemandem schaden und dass ihnen kein Schaden zugefügt wird.» MM

Politik

Die Debatte Sollen sich musli­mi­ sche Frauen in der Schweiz verschleiern dürfen? Diese Frage wird hierzulande seit über zehn Jahren dis­ kutiert. Zwischen 2006 und 2011 reichten etwa Christophe Darbellay (46, CVP) sowie Oskar Freysinger (57) und Hans Fehr (71) von der SVP Vorstösse zu einem Burka- oder Verhül­ lungsverbot ein. Der Bundesrat hielt damals jedoch fest, dass diese gegen die Glaubens­ freiheit verstossen. Im März 2016 lancierte das «Egerkinger Komi­ tee» um SVP-National­ rat Walter Wobmann (59) die Initiative für ein Verhüllungsverbot, das neben der Burka auch Vermummungen straf­ bar machen soll. Die Ini­ tiative kommt 2019 vors Volk. Seit 1. Juli 2016 gilt das Burkaverbot im Tes­ sin, nach einer kanto­ nalen Volksabstimmung. Auch international wird über ein Burkaverbot diskutiert; Österreich hat es im Oktober 2017 eingeführt. Worum geht es? In der Schweiz sieht man die Burka kaum. 2010 ging der Bundesrat von etwa 100 Trägerinnen aus. Vom Burka- oder Vermummungsverbot wäre auch der Nikab be­ troffen (siehe Grafik). In der Debatte geht es aber um sehr viel mehr: für die Trägerinnen um Tradi­tion, Kultur, Glaube und Schutz; für die Geg­ ner um Symbolik und die Angst vor Verfrem­ dung. Befürworter eines Verbots fordern, dass Menschen ihr Gesicht in der Öffentlichkeit zei­ gen. Zudem sehen sie in ­jeg­licher Verschleierung der Frau eine Form der Unterdrückung.


32  MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

Auslandshilfe

15 Franken für ein wenig Würde Angela Hett und Roman Donà unterstützen Pensionierte in Kirgistan. Das Paar aus Aarau hat vor Ort gesehen, wie alte Menschen leiden, wenn Staat und die Familie versagen.

A

lt ist relativ. In Kirgistan etwa liegt die Lebenserwartung für Männer bei 65 Jahren, für Frauen bei 73 – global gesehen nicht gerade allzu hoch. Und viele dieser Leben verlaufen nicht so, wie es sich die Alten ein­ mal vorgestellt haben, das wissen Angela Hett (51) und Roman Donà (47) ganz genau. Denn das Ehepaar aus Aarau unterstützt Lubov, Taisiya, Evdokiya und Jamil, vier kirgisische Pensionierte, jeden Monat mit 15 Franken pro Person. Vermittelt hat dies das kleine Hilfswerk «Babushka Adoption» in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, das 1999 mit der Unterstützung der schweizerischen Direk­ tion für Entwicklung und Zusammen­arbeit (DEZA) gegründet worden ist. Angela Hett und Roman Donà zählen zu einigen Dutzend Schweizerinnen und Schweizern, die eine Pensionierte oder einen Pensio­ nierten in Kirgistan adoptiert haben. Babuschka heisst auf Russisch Gross­ mütterchen. Die Stiftung unterstützt rund 1000 Menschen im Kampf gegen die finan­zielle Not, aber auch gegen die weit­ver­breitete Einsamkeit: Sie organisiert Selbsthilfe­gruppen, ermöglicht den sozialen Austausch. Zwischen den einstigen Hoffnungen und der heutigen Realität der Hilfsbedürftigen

liegen ein in seine Einzelteile zerfallenes Riesenreich namens Sowjetunion, eine Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahr 1991 und zwei Volksaufstände. Viele ­Kirgisinnen und Kirgisen im Rentenalter haben früher in Kolchosen gelebt und ­gearbeitet, auf genossenschaftlich orga­ nisierten ­Grossbetrieben. Sie gingen davon aus, dass sie auch im Alter in der Gemein­ schaft bleiben und man nach i­ hnen schauen würde. Heute leben sie in anonymen Plattenbauten, sind einsam und arm. Jamil gehört zu den Pensionierten, die mit weniger als 50 Franken Rente im Monat nicht mehr über die Runden kamen. Eine Nachbarin hatte gesehen, wie er zusehends verwahrloste, und meldete ihn bei «Babush­ ka Adoption» an. Als der kaufmän­nische Angestellte Roman Donà 2014 für die Stiftung in Bischkek arbeitete, während seine Frau dort eine Sprachschule besuchte, lernte er Jamil kennen. Acht Wochen lang kümmerte er sich um ihn – heute nennt der Kirgise den Schweizer seinen Freund. Zweimal wöchentlich schaute Roman Donà bei Jamil vorbei, putzte, wusch, unter­ hielt sich mit ihm. Bis zum Zerfall der UdSSR hatte Jamil für das staatliche Fernsehen gear­ beitet. Als es das Land plötzlich nicht mehr gab, von dem er einen Pass und eine Pensi­ onskasse erhalten hatte, war auch seine Frau

weg. Sie ging zurück nach Russland, wo sie und Jamil ursprünglich herkamen. Jamil braucht wegen seines Asthmas teure Medi­ kamente. Was solle sie mit einem alten ­Kranken, habe sie gesagt, noch dazu mit ei­ nem, der am liebsten über Gravitation redet, über Lichtgeschwindigkeit und Frequenzen? Im Herzen Nomaden geblieben

Roman Donà muss noch heute darüber ­lachen, wenn er an die Gespräche zurückdenkt, die er mit Jamil in rudimentärem Englisch geführt hat. Er klickt sich durch die Bilder von der Reise nach Zen­tralasien: gemeinsam mit Angela Hett auf dem Velo von Aarau nach Istanbul. Dann mit den öf­

Bilder: Archiv Babushka Adoption (2), Roman Donà (1)

Text: Erika Burri  Bild: Gabi Vogt


MENSCHEN | MM6, 5.2.2018  33

Links: Angela Hett und Roman Donà in ihrem Heim in Aarau Unten: Das harte Leben kirgisischer ­Babuschkas

fentlichen Verkehrsmitteln die Seiden­ strasse entlang, bis sie im Herbst in Kirgistan ankamen. «Wir haben uns auf Anhieb in dieses Land verliebt», erzählt Angela Hett, in diese unend­liche Bergwelt, in die Leute. «In Kirgistan fragt dich niemand, woher du kommst oder wohin du gehst», ergänzt Roman Donà. Kirgisen sind im Herzen No­ maden geblieben. Eine Matte für Gäste und fertiges Essen trafen Donà und Hett in jedem Haus an, das sie betraten. Deshalb entschie­ den sie sich, ihre Reise zu unterbrechen und eine Zeit lang in Kirgistan zu bleiben. Doch trotz der Grosszügigkeit, die sie antrafen, war nicht zu übersehen, wie wenig gewisse ältere Menschen zum Leben haben.

Sie habe Frauen gesehen, die in der Warte­ schlange vor dem kleinen Hilfswerk weinten – aus Hilflosigkeit und auch ein wenig aus Scham, erzählt Hett . Vor allem russischstämmige Pensionierte sind von extremer Armut betroffen. Leute wie Jamil, die im ­Gegensatz zu den Kirgisen keine Familie im Land haben. Da bleibt nur noch die magere Pension von Väterchen Staat. Kommt hinzu, dass alte Menschen in Kirgistan, wo das Durchschnittsalter nicht mal 27 Jahre be­ trägt (in der Schweiz: 42 Jahre), keine Lobby haben. Wer Altersarmut so hautnah erlebt hat wie Angela Hett und Roman Donà, macht sich unweigerlich auch Gedanken über das

Alter im Allgemeinen und das eigene im Speziellen. Hett, die als Hausärztin auch oft mit älteren Menschen zu tun hat, fragt sich, was Würde im Alter bedeutet. Ist es Geld? Im Fall ihrer kirgisischen Schützlinge schon, findet sie. Genug zum Leben zu haben, da­ rauf hätten ältere Menschen ein Anrecht. Luxusgüter hingegen bedeuten ihr nichts, denn der grösste Luxus sei, Zeit zu haben. Angela Hett hat bereits zwei Enkelkinder und will, dass auch sie ein gutes Leben führen können, wenn sie alt sind. Und sie hofft, dass sie und ihr Mann bis ins hohe Alter reisen können, immer ihrer Nase nach. Und irgendwann, wünscht sich Angela Hett, «falle ich dann einfach um». MM


Holland

1. Tag Schweiz – Köln Fahrt entlang dem romantischen Rhein nach Köln. 2. Tag Köln – Friesland – Abschlussdeich Am Vormittag Besuch im malerischen Giethoorn, dem «Venedig des Nordens». Danach Fahrt über den Abschlussdeich, dem Meisterwerk der Ingenieurskunst, zwischen Ijsselmeer und Nordsee. 3. Tag Ausflug Amsterdam – Volendam Auf einer interessanten Grachtenrundfahrt lernen Sie Amsterdam näher kennen. Auf dem Rückweg ins Hotel besuchen Sie das alte Fischerstädtchen Volendam an der Zuidersee. 4. Tag Egmond aan Zee – Keukenhof – Rotterdam – Brüssel Am Vormittag besuchen Sie den Keukenhof, die grösste FreilandBlumenschau der Welt. Danach fahren Sie nach Rotterdam. Auf einer Bootsrundfahrt durch den grössten Hafen der Welt werden Ihnen die riesigen Dimensionen dieser Anlagen gezeigt. Danach Weiterreise in die belgische Hauptstadt Brüssel. 5. Tag Brüssel – Schweiz Heimreise über Luxembourg und durch das Elsass in die Schweiz.

Spanien Portugal

1. Tag Schweiz – Montpellier 2. Tag Montpellier – Barcelona – Peniscola Fahrt entlang der Costa Brava und über Barcelona nach Peniscola. 3.Tag Peniscola – Granada Weiterfahrt über Alicante und Murcia nach Granada. 4. Tag Granada – Alhambra – Andalusien – Sevilla Nach dem Besuch der Alhambra in Granada Weiterfahrt durch Andalusien mit den unendlichen Olivenhainen nach Sevilla. 5. Tag Algarve – Lissabon Weiterreise an die Algarve nach Faro und danach durch den Alentejo, der Kornkammer Portugals, nach Lissabon. 6. Tag Lissabon Stadtbesichtigung und freier Aufenthalt in Lissabon. 7. Tag Lissabon – Batlha – Coimbra – Porto Am Vormittag Besuch im weltbekannten Batalha. Über Coimbra, der ehemaligen Hauptstadt Portugals, erreichen Sie Porto. 8. Tag Porto Stadtrundfahrt in Porto und Besuch einer Portwein-Kellerei. 9. Tag Porto – Salamanca Durch eine abwechslungsreiche Landschaft führt Sie die Reise nach Salamanca, einer der schönsten Städte Spaniens. 10. Tag Salamanca – San Sebastian Reise durch Kastilien nach San Sebastian am Golf von Biskaya. 11. Tag San Sebastian – Montpellier Fahrt entlang der Pyrenäen über Carcassonne nach Montpellier. 12. Tag Montpellier – Schweiz

Albanien

Montenegro

1. Tag Schweiz – Golf von Triest 2. Tag Golf von Triest – Pag – Zadar Aussichtsreiche Fahrt entlang der kroatischen Küste nach Zadar. 3. Tag Zadar – Dubrovnik – Kotor – Budva Fantastische Panoramafahrt entlang der Makarska-Riviera nach Montenegro mit Besuchen in Dubrovnik und Kotor, einer alten venezianischen Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. 4. Tag Budva – Shkodra – Kruja – Tirana Weiterreise zum Skadersee dem grössten See des Balkans und nach Kruje mit dem grossen albanischen Nationalheiligtum. 5. Tag Tirana Besichtigung und freier Aufenthalt in der albanischen Hauptstadt. 6. Tag Tirana – Durres – Berat Besuch von Durres, dem grössten Seehafen des Landes, mit dem berühmten römischen Amphitheater. Danach Weiterreise nach Berat, der Stadt der Tausend Fenster. 7. Tag Berat – Apollonia – Saranda Sie besuchen zuerst die Ausgrabungen von Apollonia. Auf der anschliessenden Panoramafahrt eröffnen sich unglaubliche Ausblicke auf das Ionische Meer und auf die Insel Korfu. 8. Tag Saranda – Butrint – Gjirokaster – Igoumenitsa Nach einem Besuch in Butrint, einem kleinen Paradies inmitten uralter Bäume fahren Sie nach Gjirokaster, einer der erstaunlichsten Städte Albaniens. Sie wird «Stadt der Tausend Stufen» genannt. Danach Fahrt nach Igoumenitsa zur Einschiffung. 9. Tag Ancona – Adria Erholungstag auf See und am Abend kurze Fahrt nach Rimini. 10. Tag Adria – Schweiz

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Auf Wunsch:

• Einzelzimmerzuschlag Fr. 350.– • Aussenkabine Fr. 40.– • Annullationsschutz Fr. 36.– Abfahrtsorte Zürich, Olten, Bern, Basel, Luzern


MENSCHEN | MM6, 5.2.2018  35

Leserforum MM5: Fabelwesen Einhörner erobern die Welt

«Unser Einhorn wird sogar von einer Elfe geritten» Einhorn mit Elfe: ein Bild aus dem Reitlager «Pferdeträume»

Leserbeitrag Natürlich gibt es Ein­hörner. Unseres wird sogar von einer Elfe geritten! Das Foto ist im Reit­lager «Pferdeträume» ent­ standen, angeboten von Plusport, Behin­ dertensport Schweiz. Sind sie nicht traum­ haft schön?

Bild: zVg

Katrin Tschirky, Hauptleiterin Reitlager, via E-Mail

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Sie sind schon eher etwas für kleine Mädchen. Ziemlich schräg, wenn erwachsene Frauen sich im Einhornkostüm präsentieren. Passt ja im Moment wenigstens in die Fasnachtszeit. Ich verbringe viel lieber Zeit mit meinem Pferd in der realen Welt. Mit seinem Winterpelz ist «Pete», 17 Jahre, Quarter Horse Wallach, auch ganz flauschig. Beatrice Stampfli, via E-Mail Einhörner stehen für reine, urteilsfreie Herzenergie, für die sogenannte bedingungslose Liebe. Und die können wir in unserer Welt gerade gut gebrauchen – auch wenn es immer wieder herausfordernd ist ... Beata M., via www.migrosmagazin.ch


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MENSCHEN | MM6, 5.2.2018  37

MM5: Dossier «No Billag»

«Der Koloss SRG lässt sich leider nicht anders bewegen» Die «No Billag»-Initiative geht mir auch zu weit. Aber der Ko­ loss SRG lässt sich leider nicht anders bewegen, da die meisten Politiker und Politikerinnen so­ wie andere, von der SRG abhän­ gige Personen und Institutionen sich hüten, es sich mit der SRG zu verderben, um nicht von ihr abgestraft zu werden. Was ist in dieser Situation das Vernünf­ tigste? «No Billag» annehmen, um dem Parlament Beine zu ma­ chen, einen neuen Verfassungs­ artikel «Medien» vorzulegen,

der eine abgespeckte SRG und das Überleben privater Quali­ tätsmedien ermöglicht. Alex Schneider, Küttigen AG

Viele Menschen fürchten sich vor gewissen Hunderassen – wenn der Halter sein Tier richtig erzieht, nimmt er damit auch den Mitmenschen die Angst. Christoph Stadelmann, Arlesheim BL

Nein zur Initiative und später eine Finanzierung, etwa 0,1 Pro­ zent Mehrwertsteuer. Solida­ risch im Sinne der SRG ist, wenn jeder bezahlen soll. Karl Vogel, via E-Mail

MM5: Bänz Friedli Teure Löcher

«Wunderbar, weiter so!»

MM5: Diese Woche «Grosser Flickenteppich bei Hundegesetzen»

Besser als Bänz Friedli bringt es keiner auf den Punkt! Meine Kolleginnen wissen bereits im Voraus, was ich von mir gebe, wenn uns jemand ab 40 Jahren mit viel zu jungem Outfit begeg­ net: «Wieder einer/eine, der/die sich weigert, erwachsen zu wer­ den …» Wunderbar, weiter so! Christine Lauber, via E-Mail

«Viele fürchten sich vor gewissen Hunderassen» Hundekurse sollten obligatorisch bleiben, schweizweit und vor allem für bestimmte Rassen.

Bänz Friedli spricht mir aus dem Herzen. Diese Gedanken überkommen mich immer beim Anblick solcher «Lumpen­ hosen». Für mich ist die Vor­ behandlung der «zeitgemässen» Beinkleider noch krasser, weil ich gut 20 Jahre älter bin als Bänz und damals stolz auf jede makellose Hose war. Werner Späni, via E-Mail

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder via E-Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen bzw. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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38  MM6, 5.2.2018 | MENSCHEN

«Ich lasse mir nicht mehr alles bieten» Ronja Furrer

Ronja Furrer zählt zu den erfolgreichsten Schweizer Models – derzeit bereitet sie sich auf die begehrte «Fashion Week» in New York vor. Die Solothurnerin über perfekte Körpermasse, Nachwuchsförderung, soziale Medien und Zickenkrieg. Text: Reto E. Wild, Yvette Hettinger Bilder: Christian Schnur


MENSCHEN | MM6, 5.2.2018  39

«Ich bin erwachsen geworden»: Ronja Furrer beim Shooting in Zürich


Das Engagement unseres Medienpartners macht dieses Inserat möglich.

Feiern Sie mit uns 75 Jahre Zuversicht Dank Ihrer Unterstützung ist die Schweizer Berghilfe in der Lage, Menschen in den Bergen die Existenz zu sichern. Und das seit 75 Jahren. So konnte der Familienbetrieb von Deborah und Michael Koller aus dem appenzellischen Gonten eine Werkstatt einrichten. Nun führen sie Kundenarbeiten aus und verkaufen Kunsthandwerk aus Metall. Wir freuen uns, wenn Sie mit Ihrer Spende an die Schweizer Berghilfe auch weiterhin helfen, die Zukunft unserer Bergbevölkerung zu sichern. www.berghilfe.ch, Spenden-Postkonto 80-32443-2

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MENSCHEN | MM6, 5.2.2018  41

Es ist Winter, die Schweiz isst Käsefondue, Raclette und Fasnachtsgebäck. Was essen Sie, Ronja Furrer? Ich esse alles, übertreibe aber nicht. Worauf können Sie nicht verzichten? Auf Nutella. Und auf Aromat – das muss ich immer ins Ausland mitnehmen. Wie werden Sie die Kalorien wieder los? Ich verbrenne die Kalorien mit Boxen, Kardiotraining und Yoga. Wenn ich mich auf eine Show vorbereiten muss, kommen schon mal drei Stunden Sport pro Tag zusammen. Da ich Rückenprobleme habe, darf ich es nicht übertreiben. Aber Sport ist ein Muss, quasi mein zweiter Beruf. Was gefällt Ihnen am Boxen? Damit kann ich Frust abbauen (lacht). Boxen ist abwechslungsreich und gibt mir Selbstvertrauen. Das brauche ich, wenn ich allein unterwegs bin. Sie haben Ihren Beruf auch schon als Hochleistungssport bezeichnet, weil Sie vor den Shows in Topform sein müssen. Dennoch mussten Sie sich auch schon anhören, Sie seien zu dick. Heute macht mir das nicht mehr so viel aus wie früher. Ich habe gelernt, dass ich solche Kommentare nicht persönlich nehmen darf. Wichtig ist, dass ich mit mir selbst zufrieden bin. Dann kann ich so etwas ignorieren. Und – sind Sie zufrieden? Unsicherheiten haben alle, auch Models. Und auch ich bin mal mehr und mal weniger mit mir zufrieden. Am wenigsten gefallen mir meine Füsse. Dort zeigen sich die elf Jahre Modelbusiness: Ich trage eigentlich Schuhgrösse 40, aber die Schuhe für Shows und Shootings haben meist Grösse 38. Da leiden die Füsse. Ihre frühere Agentur meinte, Sie müssten noch abnehmen. Ja. Für die Shows wird ein Hüftumfang von weniger als 87 Zentimeter verlangt. Deshalb habe ich einen Personaltrainer engagiert. Kommt hinzu, dass ich von Natur aus nicht gerade kleine Brüste habe. Das finden die Ent­scheidungsträger in diesem Business nicht attraktiv, viele sind schwul und stehen eher auf knabenhafte Körper. Heute fühle ich mich gut so, wie ich bin. Sie sind pausenlos unterwegs ... Ja, bin ich. Mein Lebensmittelpunkt ist New York. Und wenn ich in Europa bin, versuche ich stets auch, in die Schweiz zu reisen. Ich bin ein extremer Familienmensch: Mir ist es wichtig, meine vier Schwestern, meinen Bruder und meine ­Eltern regelmässig zu besuchen.

Sind Ihre Geschwister stolz auf Sie? Ich mache diesen Job seit elf Jahren. Meine Geschwister «chrampfen» genauso hart wie ich. Weil mein Beruf spezieller ist, heisst das nicht, dass ich besser bin als andere. Aber klar, meine Geschwister sind stolz auf mich – genau so, wie ich auf sie stolz bin. Beim Casting «New Face by Ronja Furrer» haben Sie gemeinsam mit «20 Minuten Friday» Ende 2017 Nachwuchsmodels gesucht. Weshalb? Ich möchte diese Mädchen unterstützen, als eine Art Coach. Niemand kennt diesen Job so gut wie ein Model. Agenten können sich in viele Situationen hineinversetzen, aber vor Ort ist man allein – zum Beispiel, wenn man im Hotelzimmer ankommt. Ich kam mit 14 Jahren nach Paris, mutterseelen­allein. Ich musste sehr rasch selbständig werden und hätte mir gewünscht, jemanden zum Reden zu haben. Was raten Sie dem Nachwuchs? Sich selbst zu bleiben, sich nicht ausnutzen oder krank machen zu lassen. Und wenn dir jemand sagt, deine Nase sei zu gross, ignoriere es und geh weiter deinen Weg. Wie betreuen Sie die Gewinnerin? Ich habe die 16-jährige Anja Blagojevic nach Paris zu einer Agentur begleitet, die Inter­ esse an ihr zeigte. Allerdings hat Anja noch nicht so viele Möglichkeiten, als Model zu arbeiten, weil sie erst in eineinhalb Jahren das Gymnasium beenden wird. Was halten Sie von Castingserien wie «Germany’s Next Topmodel»? Sie zeigen nicht die Realität. Ich habe in meiner Karriere beispielsweise noch keinen ein-

Zur Person

Von Lüterkofen nach New York Ronja Furrer (26) ist eins der erfolgreichsten Schweizer Models. Bis vor Kurzem war sie das Gesicht des Modeunternehmens Ralph Lauren. Sie arbeitet für Chanel, Jean-Paul Gaultier oder Tommy Hilfiger – oft mit Starfotografen wie Peter Lindbergh, Steven Meisel und Camilla Akrans – und wurde schon von den ­Modezeitschriften «Elle», «Vogue», «Annabelle» und «Marie Claire» gebucht. Furrer startete ihre Modelkarriere mit 14, als sie am «Elite Model Look» teilnahm und den zweiten Platz erreichte. Heute pendelt die Solothurnerin zwischen dem New Yorker Stadtteil Chelsea, Paris, London und Zollikerberg ZH. Seit fünf Jahren ist sie mit dem Schweizer Rapper Stress (40) liiert.

zigen Zickenkrieg erlebt. Im Gegenteil: Wir Schweizerinnen in New York – Manuela Frei, Tanja Leuenberger und ich – unter­stützen uns gegenseitig, gehen gemeinsam ins Kino und kochen zusammen. Und wir finden es schön, wenn wir wieder einmal Schweizerdeutsch reden können. Falsch ist auch der Eindruck, für Models werde der rote Teppich ausgerollt oder sie wohnten nur in den teuersten Hotels. Als ich 15 Jahre alt war, teilte ich mal eine Unterkunft mit zehn anderen Girls – in einem Appartement, das eigentlich für fünf Personen eingerichtet war. Würden Sie nach diesen Erfahrungen ­später Ihren eigenen Kindern empfehlen, eine Modelkarriere einzuschlagen? Ja. Meine Kinder sollen machen können, was sie wollen. Was hat Sie damals bewogen, mit 14 Jahren am «Elite Model Look» teilzunehmen? Mein Grossvater meldete mich damals zum Contest an. Ich wusste nichts d ­ avon. Bis dahin war ich noch nie aus ­Solothurn rausgekommen. Ich war nur schon nervös, weil ich nach Zürich reisen musste. Was gefällt Ihnen am Modelberuf? Das Reisen. Ich lerne viele Orte und kreative Leute kennen – das sind Privilegien. Die Menschen, denen ich begegne, haben viel ­erreicht. Ich kann von ihnen immer wieder lernen. Vom Designer Ralph Lauren etwa habe ich G ­ eduld gelernt. Ihn bewundere ich auch, weil er seit so vielen Jahren konstant auf höchstem Niveau arbeitet. Trotzdem ist er bodenständig geblieben und fair zu allen. Was gefällt Ihnen weniger an Ihrem Job? Die sozialen Medien haben unsere Branche komplett verändert. Ich finde sie nicht nur positiv, sie zeigen oft nicht die R ­ ea­lität. Ich versuche, mein P ­ rivatleben nur gefiltert abzubilden. ­Dennoch muss ich auf Social Media präsent sein, das ist Teil des Model­ business. Es ist zusätzliche Werbung für die Labels, die ich repräsentiere. Steigert eine hohe Anzahl Follower die Gage oder die Chancen, gebucht zu werden? Ja, es gibt Models, die deswegen gebucht werden. Allerdings gibt es immer mehr eingekaufte Followers oder falsche Accounts. Auch darauf achten die Kunden vermehrt. Mit einer weltweit laufenden Kampagne wie der von Ralph Lauren verdienen Sie 40 000 bis 80 000 Franken. Wie lange arbeiten Sie für einen solchen Auftrag? Das ist sehr unterschiedlich, mal einen Tag, mal drei Tage. Mit einer Fashionshow ­verdient man vielleicht 100 Franken. Wegen des Geldes macht das niemand.


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17.11. La Romana (Dominikanische Republik) 4.11. New York (USA). 08.00. Ausschiffung und Transfer zum FlugStadtrundfahrt und Ausflug zur Freiheitsstahafen inklusive Ausflug. Rückflug mit Edeltue. New York ist eine Stadt der Superlative, die an Highlights kaum zu übertreffen ist. Ab- und bewundern Sie die hübschen Villen und weiss Air nach Zürich. blühenden Gärten. fahrt um 18.00. 18.11. Ankunft in Zürich. New York

9.11. Erholung auf See. 10.11. Port Canaveral (USA) 07.00 - 18.00. Port Canaveral bietet für jeden Besucher etwas. Der Hafen gehört zu den grössten Kreuzfahrthäfen der Welt. An Land gibt es schöne Strände zur Erholung, im Süden liegt Cocoa mit einem traumhaften Strand und einem historischem Dorf.

11.11. Miami (USA) 08.00 - 17.00. Tauchen Sie ein in die dyna5.11. Erholung auf See. mischste und coolste amerikanische Metropole, zwischen den Wolkenkratzern in Down6.11. Baltimore (USA) 08.00 - 18.00. Baltimore ist die grösste Stadt town und dem kilometerlangen Strand von im US-Bundesstaat Maryland und ist einer Miami Beach. der bedeutendsten Seehäfen in den Verei12.11. Nassau (Bahamas) nigten Staaten. 08.00 - 16.00. Auf der benachbarten Insel Paradise Island befindet sich das grösste 7.11. Erholung auf See. Freiluft-Aquarium der Welt, das Atlantis Wa8.11. Charleston (USA) terscape, das mehr als 100 verschiedene 08.00 - 23.58. In der einstigen Südstaaten- tropische Fische beheimatet. Es lohnt sich metropole ist der Zauber vergangener Tage aber auch das historische Zentrum von Nasbis heute lebendig. Besichtigen Sie die Ko- sau besser kennenzulernen und die Häuser lonialarchitektur des historischen Viertels bei im Kolonialstil mit zahlreichen, preiswerten einer gemütlichen Fahrt in der Pferdekutsche Boutiquen und köstlichen Restaurants zu entdecken. 13.11. Erholung auf See. 14.11. Ocho Rios (Jamaika) 13.00 - 19.00. Die Küste ist überzogen mit üppiger Vegetation aus Palmenwäldern und tropischen Pflanzen. Im Landesinneren stösst man auf riesige Plantagen und in den Regenwäldern auf versteckte Wasserfälle.

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MENSCHEN | MM6, 5.2.2018  43

Nicht, wie lange ich kann, aber wie lange ich noch will. Derzeit macht mir der Beruf noch viel Spass. Ich kann Geld für meine Zukunft sparen. Ich möchte selbständig bleiben und habe viele Projekte wie eben «New Face». Ich werde wohl noch ein, zwei Jahre in New York wohnen. Dann ist sicher auch die Familien­ planung ein Thema. Ich möchte Kinder – hei­ raten muss aber nicht unbedingt sein. Mir wäre es hingegen wichtig, dass meine Kinder in der Schweiz aufwachsen. Deshalb könnte ich mir vorstellen, in ein, zwei Jahren zurück in die Schweiz zu kommen.

Ronja Furrer: «In der Schweiz wird unser Beruf nicht als seriös anerkannt und gefördert.»

Dennoch sind die Shows bei Models sehr ­begehrt. Warum? Weil sie gut für das Image sind. An den Shows sehen einen wichtige Leute, damit bleibt man im Gespräch und hat die Chance auf weitere Aufträge. Auch mit einem Auf­ tritt in der «Vogue» verdient man nichts. Manchmal muss ich für solche Shootings sogar die ­Anreise und das Hotel selbst be­ zahlen. Was wirklich Geld bringt, sind En­ gagements für Kampagnen und Kataloge. Sie haben auf Instagram mal den Hashtag «fromsolothurntonewyork» gepostet. Drückt das auch das Erstaunen über Ihre Karriere aus? Absolut. Eigentlich müsste es ja «fromlüter­ kofentonewyork» heissen. Nur kennt keiner den Ort. Mein Weg zeigt aber, dass es in vielen Gegenden brachliegendes Model­ potenzial gibt – manchmal auch im hinters­ ten Dorf. In der Schweiz wird unser Beruf ­jedoch nicht als seriös anerkannt und ge­ fördert. Vielmehr bringt man ihn hier mit Magersucht, Drogen und Dramen in Ver­ bindung – total realitätsfremd. Das versuche ich zu ändern, deshalb auch das Coaching für junge Models. Wie haben Sie sich in den elf Jahren ­Modebusiness verändert? Ich bin erwachsen geworden (lacht). Ich kam damals als kleines Landmeitli, das nur das Dorf kannte, nach Paris. Ich bin quasi über Nacht erwachsen geworden. Heute bin

ich härter – nicht als Mensch, sondern im Ge­ schäft. Ich lasse mir nicht mehr alles bieten. Zum Beispiel? Ich entscheide selbst, welche Jobs ich an­ nehme. Einmal wurden wir Models für ein Casting bei Calvin Klein und Balenciaga auf 21 Uhr bestellt. Die Verantwortlichen liessen uns in einem engen, heissen Raum stundenlang warten, ohne Essen und Trinken. Kurz vor Mitternacht ging ich – selbst­verständlich bekam ich danach keinen Platz in der Show. Das war der Preis, den ich dafür bezahlte. Können Sie sich das leisten? Eigentlich nicht. Wenn jedoch alle Kandi­ datinnen in so einem Moment weg­laufen würden, hätte das eine Signalwirkung. Ich wünschte mir deshalb, die Models wären ­solidarischer. Ich verstehe aber auch, wenn die ganz jungen dort bleiben. Mit 14 hätte ich auch noch ausgeharrt. Ihre Kollegin Binx Walton sagte, Models würden wie Wegwerfware behandelt. Ja, teilweise. Das Geschäft ist extrem schnelllebig. Heute gibt es einen Hype um dich, morgen bist du schon wieder weg vom Fenster. Noch nie gab es so viele Mo­ dels wie heute. Wenn sich eine gute Chance bietet, muss man zugreifen und alles geben. Überlegen Sie bereits, wie lange Sie in dieser Branche noch arbeiten können?

Sie sind seit fünf Jahren mit dem Rapper Stress liiert. Was verbindet sie? Wir verstehen uns blind. Er motiviert mich in meinem Beruf, ich ihn in seinem. Wir sind beide ehrgeizig. Immer wieder wird gesagt, Fernbeziehungen funktionierten nicht. Bei uns ist es das Gegenteil: Jedes Mal, wenn wir uns sehen, fühle ich mich wie frisch verliebt. Ich bin noch immer nervös und freue mich sehr auf das Wiedersehen. Wir versuchen, uns etwa alle drei Wochen zu sehen. Andres lebt mehr in der Schweiz, besucht mich ab und zu auch in New York. In meinem Job ist es aber schwierig, Treffen zu planen. Mögen Sie seine Musik? Mega! Beim Workout höre ich aber gern Heavy Metal. Meine Eltern hatten eine Metal-Band, und so war das die Musik meiner Kindheit. Anstatt Kinderlieder zu hören, sassen wir alle vier am Sonntag head­ bangend auf dem Sofa. Ich mag auch HipHop und je nach Stimmung Klassik. Wie sieht eine typische Modelwoche aus? Im Schnitt habe ich zwei bis drei Shootings pro Woche – sie können von 8 bis 24 Uhr dauern, aber auch von 9 bis 17 Uhr. Der Rest besteht aus Castings. Es kann jederzeit sein, dass ein Agent anruft und sagt: Heute Abend fliegst du nach Südafrika. Man muss stets parat sein. Das musste ich lernen, und an­ fangs hatte ich auch Heimweh. Im Moment ist viel Training angesagt – zwei Stunden Sport pro Tag. Denn am 8. Februar beginnt in New York die Fashion Week, und ich möchte dort laufen. Ob ich es dann wirklich in die Show schaffe, erfahre ich aber viel­ leicht erst einen Tag vor dem Anlass. Sie haben mehrere Tätowierungen ... Ja. Auf der Innenseite meiner Unterlippe steht in bläulichen Buchstaben «Faith», un­ terhalb des Nackens habe ich ein Tattoo, das meine Mutter designt hat; sie hat das gleiche, es steht für Liebe. Dann trage ich die Initia­ len meiner Geschwister und eine Feder, die ich mit 17 in Paris stechen liess. Sie ist ein Symbol für Freiheit. Und am linken Arm steht in indischen Buchstaben: «loslassen, vorwärtsschauen und weitergehen». MM


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MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  47

Videoclips Ab sofort kann sich jeder an der Wahl des besten Schweizer Videoclips beteiligen. Nominiert sind fünf Kurzfilme der Schweizer Künstler Crimer, Min King, None of Them, Igorrr und Scarlett’s Fall. Die Clips sind originell, faszinierend und bisweilen auch irritierend. Ein gutes Beispiel ist das Video zum Song «Little Pig» von Scarlett’s Fall (im Bild): Begleitet von sanften Elektroklängen, ist ein Paar zu sehen, das in einem kitschigen Hotelzimmer mit Retrotelefonen und einem Spulentonbandgerät hantiert. Geschickt wird die para­noide Stimmung von Agentenfilmen aus den 70er-Jahren heraufbeschworen.

Hinter der Kür des «Best Swiss Video Clip» steht das Popmusikfestival M4Music des Migros-Kulturprozents, die Solothurner Filmtage und die Fondation Suisa. Voting auf: mx3.ch/m4music

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Weniger Handy, mehr Cumulus-Punkte M-Budget Mobile hat ein neues Angebot lanciert. Wer das Datenvolumen seines Handy-Abos nicht aufbraucht, erhält CumulusPunkte. Pro zehn Megabyte gibt es bei den Abos «Mini» und «Maxi» einen Cumulus-Punkt. Damit schafft M-Budget Mobile einen Anreiz, das Handy auch mal wegzulegen. Rund zwei Stunden täglich beschäftigen sich die Menschen mit ihren Smart­ phones. Richtig glücklich sind sie mit dieser intensiven Nutzung nicht. Das zeigt eine Studie von M-Budget Mobile. 55 Prozent der Befragten stört es, dass alle ständig aufs Handy starren. Rund ein Drittel findet auch, selbst zu oft auf den Bildschirm zu schauen.

«Wenn der Opa mit seinen Enkeln bastelt, verwendet er dafür oft Ware von der Migros, zum Beispiel die leere Handy-Flasche.»

Tipps zur massvollen Handynutzung und alle Angebote: www.m-budget-mobile.ch

Walter Vogelsanger, Turgi AG

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MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  49

Strand von Side in der Südtürkei: Bei Hotelplan glänzt die Region mit einem Plus von 180 Prozent. Hotelplan-Gruppe

Südtürkei und Ägypten wieder gefragt Die Migros-Tochter Hotelplan-­ Gruppe erzielte im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 1379 Millionen Franken. Das ­entspricht einem Rückgang von 3,9 Prozent. Der Grund dafür ist der Verkauf von Hotelplan Italia und das markant schwächere englische Pfund. Dennoch ist das operative E ­ rgebnis um 16,7 Millio­nen Franken besser als im Vorjahr und wieder in den schwarzen Zahlen. Die Rede ist von einem Plus von fünf Millionen Franken.

Thomas Stirnimann, CEO der Hotelplan-Gruppe, zeigt sich zuversichtlich, weil das laufende Geschäftsjahr gut begonnen hat. Er spricht von ­einer Renaissance der Reiseziele ­Ägypten und Südtürkei, deren ­Buchungsstände sich gegenüber der Vorjahresperiode um über 100 Prozent steigerten. Tunesien weist ein Plus von 70 Prozent aus. «Mit dem stärkeren Euro werden ­Ferien in diesem Sommer nun erstmals seit zehn Jahren wieder teurer.

Migros-Kulturprozent

Biler: Mauritius Images, iStock, zVg (3)

Unterstützung für Dokumentarfilm Marie-Eve Hildbrand (im Bild) heisst die Siegerin des 8. MigrosKulturprozent-CH-Dokfilm-Wett­ bewerbs. Für die Realisierung ihres Filmprojekts «Les Guérisseurs» durfte sie an den Solothurner Filmtagen den Betrag von 480 000 Franken entgegennehmen. Die Regisseurin aus Lausanne beschäftigt sich in ihrem Werk mit den Entwicklungen im Schweizer Gesundheitssystem – in dem die Schulmedizin laufend Fortschritte erzielt, aber auch alternative Heilmethoden

immer gefragter sind und das Angebot an Behandlungsmöglichkeiten so zusehends unübersichtlicher wird. 2018 schreibt das Migros-Kultur­ prozent seinen CH-Dokfilm-Wett­ bewerb zum zweitletzten Mal aus, dieses Jahr zum Thema «Identität». Mehr Infos: www.migros-kulturprozent.ch/ ch-dokfilm-wettbewerb

Die Türkei, Tunesien und Ägypten haben aber auch 2018 sehr attraktive Preise, die teilweise tiefer als 2017 sind», so Stirnimann. Besonders stolz ist er auf die jüngste Geschäftseinheit von Hotelplan: Die Buchungsplattform bedfinder.com bietet über 250 000 Hotels an – ab drei Dollar pro Nacht und Person. Sie erzielte im vergan­genen Geschäftsjahr einen Umsatz von 13,7 Millionen Franken. Zu den Partnern gehört Tripadvisor.

Tiefkühlsortiment

Kefen in gewohnter Qualität zurück Ab sofort liegt die ­Kefenernte 2017 in den Migros-Tiefkühlregalen. Erwähnenswert ist das deshalb, weil die längliche Erbsensorte eine eher schwierige Zeit hinter sich hat.

Die Qualität der Hülsenfrüchte entsprach in jüngster Vergangenheit nicht immer ganz den Kundenansprüchen. ­«Einige Kefen hatten ­Fäden, die beim Essen natürlich störten», sagt Roland B ­ ösiger, Produktverantwortlicher für Tiefkühlgemüse bei der Migros. Grund dafür war das sehr trockene und heis­se Wetter im Frühling 2016: Witterungs­ ver­hält­nisse, die sich ­negativ auf die Qualität der entsprechenden ­Kefenernte auswirkten. «Ab Anfang dieses ­Jahres haben wir nun aber die neue Kefen­ ernte an Lager, die in der Qualität deutlich besser ist», sagt Bösiger.


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MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  51

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Für viele ist der Valentinstag eine Herzensangelegenheit. Wir zeigen, wie man ein romantisches Dinner süss ausklingen lässt.

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Klischee hin oder her: Die Farbe Rot symbolisiert nicht nur die Liebe, sondern wird auch geliebt – vor a ­ llem in Form von Himbeeren.


52  MM6, 5.2.2018 | MIGROS-WELT Topfgeschichte

Alles zum Rotwerden Himbeeren und Wein Nicht nur wegen ihrer Farbe, sondern auch wegen ihres Geschmacks werden die kleinen Früchte geliebt. ­Aufgrund des süssen und fruchtigen ­Aromas ­eignen sie sich besonders gut für ­Desserts – und natürlich auch als ­Farbtupfer. Dafür nimmt man ­aus­serhalb der Saison am besten ­tiefgekühlte Beeren. Mit Rotwein s­ ollte man vorsichtig sein: Stark t­ anninhaltige Weine ­ können das Aroma von Speisen nachhaltig ­ verändern.

Paprika und ­Lebensmittelfarbe Stark im Geschmack, eignet sich Paprikapulver als Farbe nur für währschafte Gerichte, denn das Pulver bringt sein eigenes, präg­ nantes Aroma mit. Wer auf der ­Suche nach etwas Neutralem ist, kann auf Lebensmittelfarbe ­zurückgreifen. Die ist garantiert nicht herauszuschmecken.

Randen und Granatäpfel Sowohl Randen als auch die k­ leinen saftigen Kerne des Granat­apfels sind berüchtigt für ihre F ­ arbechtheit, und manchmal verwünscht, wenn sie ­hartnäckige Flecken auf Kleidern hinterlassen. Bewusst eingesetzt, ­geben Randen und Granatäpfel ihre Farbe prima an Desserts w ­ eiter. ­Randen liefern zudem eine erdige Note, Granat­apfelkerne sind süss mit einem Schuss er­frischender Säure.


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Brot und Milchprodukte

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MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  69

Profi-Tipp

Tête-à-Tête am Herd

Claudia Schmidt, Foodjournalistin

Verführerisch

Parfait mit Pistazienkrokant und Himbeercoulis Zutaten für 2 Silikon-Muffinförmchen in Herzform 25 g gehackte Pistazien 1 EL Wasser 25 g Zucker 1 Eigelb 35 g Puderzucker 1,4 dl Vollrahm ½ Beutel Vanillezucker Himbeercoulis: 200 g tiefgekühlte Himbeeren, aufgetaut 30 g Puderzucker 1 EL Zitronensaft

Der Weg zum Herzen eines Menschen führt bekanntlich durch den M ­ agen. Doch wer gleich zu ­Beginn alle Register ziehen möchte, sei gewarnt: Für ein verführerisches Essen sollte man seine Ambitionen nicht zu hoch ansetzen und sich nicht aus Kochbüchern für Sterne­köche einen Fünfgänger zusammenbasteln. Sterne-­ köche haben dafür eine ganze Brigade an Helfern. Zeit, sich tief in die A ­ ugen zu schauen, bleibt wahrscheinlich nicht, wenn Gang nach Gang aufgetischt werden soll. In einer solchen Situation würde ich zum gemein­samen Kochen ein­ laden. Dazu stellt man den Champagner oder ­Küchenwein am Vorabend kühl. Ich färbe Speisen ganz selten, nur um Farbe in ein G ­ ericht zu bringen. Für diesen Effekt verwende ich lieber saisonales Gemüse. Mit ­Randen ist schnell eine ­feine Suppe oder ein Carpaccio zubereitet. Es empfiehlt sich, Handschuhe anzuziehen, sonst werden auch die Hände rot. MM

Zubereitung

1. Am Vortag Pistazien in einer Bratpfanne ohne Fett rösten. Wasser und Zucker in einer kleinen unbeschichteten Bratpfanne aufkochen und ­caramelisieren. Pistazien dazumischen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech verteilen und auskühlen lassen. Krokant auf ein Brett stürzen und fein hacken. 2. Eigelb und die Hälfte des Puderzuckers in ­einer Chromstahlschüssel ca. 3 Minuten mit dem Hand­ rührgerät schaumig schlagen. Masse über einem heissen Wasserbad weiterrühren, bis sie leicht ­cremig wird. Schüssel in kaltes Wasser stellen und die Masse kurz weiterschlagen. 3. Rahm mit restlichem Puderzucker und Vanille­ zucker steif schlagen. Wenig vom Krokant bei­seite­­ stellen, Rest mit der Eigelbmasse unter den Rahm heben. Masse in die Förmchen giessen und zuge­ deckt mindestens 6 Stunden tiefkühlen. 4. Am Zubereitungstag für die Himbeercoulis Himbeeren, Puderzucker und Zitronensaft kurz aufkochen und mit dem Stabmixer pürieren. Durch ein feines Sieb streichen. Zum Servieren Parfait 10 Minuten bei Zimmertemperatur ­an­tauen lassen. Auf Teller stürzen und mit der ­Himbeersauce servieren.

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05.02.18 / 2007

JAPAN – REISE INS LAND DER AUFGEHENDEN SONNE Das Kreuzfahrtenportal

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MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  71

Möchten Schweizer Bürger werden: Lulzim Aliu und Natalia ­Ismael in der Klubschule «Welle 7» in Bern.

Hintergrund

Wer kann sich einbürgern lassen?

Einbürgerung

Wissen öffnet Türen Die Klubschule Migros bietet Kurse an, die auf die Einbürgerung vorbereiten.

Zwei Teilnehmer erzählen, was sie dabei gelernt haben. Text: Michael West  Bild: Paolo Dutto

Z

wei junge Leute sitzen vor einer Bücherwand auf roten Polstermöbeln und unterhalten sich in breitem Berndeutsch. Wir befin­ den uns in den Räumen der Klubschule ­Migros im Zentrum Welle 7 direkt beim Hauptbahn­ hof Bern. Natalia Ismael (19) und ­Lulzim Aliu (22) warten darauf, dass eine weitere Lektion ihres Kurses anfängt. Die Veranstal­ tung bereitet die beiden auf die Einbürgerung vor. Wer die zwei Kursteilnehmer reden hört, hat keinen Zweifel ­daran, dass sie in der Schweiz ­daheim sind. Natalia Isamel ist schon als vierjähriges Kind mit ihren ­Eltern aus ­Syrien in unser Land gekommen; der aus Maze­ donien stammende Lulzim Aliu ist in Bern geboren und hat sein ganzes Leben hier verbracht. Auf dem Papier sind die beiden jedoch Ausländer. Das möchten sie unbedingt ändern. «Ich habe hier meine Familie, meine Kol­ legen und meine Stelle», sagt der ­gelernte Spengler Aliu, der

i­ nzwischen im Aussendienst ­einer Firma arbeitet, die Alarm­ anlagen verkauft und installiert. «Ich möchte jetzt auch o ­ ffiziell dazugehören, wählen und ab­ stimmen dürfen.» Und Ismael er­ gänzt: «In der Schweiz kann eine Frau selbstbestimmt leben und beruflich etwas aus sich machen. Ich sehe meine Zukunft hier und nirgendwo sonst.» Sie macht eine KV-Lehre und möchte später ­vielleicht als Immobilien­mak­ lerin arbeiten. Schweiz als Land der Vielfalt

Der Kurs vermittelt unter ­anderem Kenntnisse zum Brauchtum, zu Geografie und Geschichte, zu den Rechten und Pflichten und zum politischen System. «Es sind Fakten, die auch vielen Schweizern weniger geläufig sind, als sie vielleicht glauben», sagt Kursleiterin Karin Guggenheim (50). «Nicht jeder könnte auf Anhieb den Unter­ schied zwischen Initiative und Referendum, P ­ roporz- und Majorzwahlrecht erklären.»

Die ­Lehrerin will den Teilneh­ mern allerdings auch vor Augen führen, dass sie aus dem Alltag schon viel über das System Schweiz wissen. Das bestätigt ­Ismael: «Manches ist mir aus mei­ nem Leben längst vertraut. Ich lasse mir aber gern erklären, wie der Staat funktioniert und wie die Institutionen korrekt h ­ eissen.» Aliu ist froh, dass er im Kurs sein Wissen über historische Ereig­ nisse auf­frischen kann. So sind die beiden gut auf die P ­ rüfung vor­ bereitet, die im K ­ anton Bern zum Einbürgerungsprozesses gehört. Die insgesamt zehn Teilnehmer des Kurses stammen aus den un­ terschiedlichsten Weltregionen, zum Beispiel aus Deutschland, Ita­ lien, den USA oder Thailand. Auch wenn man sich während der vier Kursabende nicht so gut kennen­ lernt, begegnen sich doch alle mit gegenseitiger Toleranz. Das passt zu Guggen­heims Haupt­botschaft: Sie präsentiert die Schweiz als Land der Vielfalt, in dem ver­ schiedenste kulturelle Gruppen friedlich zusammenleben. MM

Laut Gesetz können sich in der Schweiz Personen einbürgern lassen, die folgende Anforderun­ gen erfüllen: Sie ver­ fügen über eine Nieder­ lassungsbewilligung, ­leben seit mindestens zehn Jahren im Land, ­haben in den drei Jahren vor dem Gesuch keine Sozialhilfe bezogen und sind in der Schweiz inte­ griert. Als integriert gilt, wer sich in einer Landes­ sprache ausdrücken kann, die Werte der Bundesverfassung ­achtet und am Wirt­ schaftsleben teilnimmt. Ausserdem müssen ­Einbürgerungswillige mit den hiesigen ­Lebensverhältnissen vertraut sein. Hier kommen die Ein­ bürgerungskurse der Klubschule Migros ins Spiel, denn sie vermit­ teln Wissen zu den ­Institutionen, zu Kultur und Geschichte der Schweiz. Die Kurse ­werden an einzelnen Klubschul-Standorten in den Genossen­ schaften Aare, Z ­ ürich, Ostschweiz und Waadt a ­ ngeboten. Weitere Infos auf www.klubschule.ch


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74  MM6, 5.2.2018 | MIGROS-WELT M-Industrie

Made in Switzerland

Von uns. Von hier.

Muito bom! Nur Schweizer Milch verwendet der Migros-­ Industriebetrieb Elsa für die Milch­produkte, die in den Migros-­ Regalen zu finden sind.

Das Excellence-Caramel-Joghurt aus dem Freiburger Migros-Molkereibetrieb Elsa ist weit über die Landesgrenze hinaus beliebt. Im Gepäck von Migros-Magazin-Mitarbeiter Pablo Tys reist das Joghurt regelmässig bis nach Brasilien. Text: Melanie Michael

628 Mitarbeitende, darunter 30 Lernende, sorgen für die Herstellung der verschiedenen Milchprodukte.

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Elza Tys geniesst in ihrem Zuhause in Brasilien ihr Lieblingsjoghurt, das Excellence-Caramel-Joghurt der Migros. Damit verbindet sie etwas ganz Besonderes: ihre erste Reise in die Schweiz, der neuen Heimat ihres Sohns Pablo.

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Mehr als fünf Fussballfelder, nämlich genau 37 670 Quadratmeter, umfasst die gesamte ­Lager- und Produktionsfläche der Elsa.

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Über 265 Millionen ­Kilogramm Milch ­werden in der Produk­ tionsstätte in Estavayer-­ le-Lac am Neuenburgersee jährlich verarbeitet.

Zu 100 Prozent nachhaltige Rohstoffe ­sollen bis 2040 in der ­Elsa-Milchverarbeitung verwendet werden. Dies ist eines der Ziele der Nachhaltigkeits­ strategie «Vision 2040» der Migros-Industrie­ betriebe.

Rio de Janeiro

Bilder: Pablo Tys Illustration: Getty Images

Ca. 1 Million Joghurts in verschiedenen Grös­ sen und Geschmacksrichtungen durchlaufen die Abfülllinien der Elsa pro Tag.


MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  75

Star des Monats

Eine exzellente Idee Zürich

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Pablo Tys packt in Zürich für sein Mami jeweils zwei Doppelpacks Excellence-Joghurt ein und bringt diese gut gekühlt nach Brasilien. Nicht zu verhindern ist, dass sich auf der langen Reise die untere ­Caramel- oder Fruchtschicht mit der Joghurtschicht mischt. «Das macht nichts, denn meine Mutter würde diese sowieso vor dem ­Essen ­mischen.»

E

rstmals entdeckt habe ich Mischjoghurt vor Jahren in einem Supermarkt in Bel­ gien», erinnert sich Pablo Tys, Editorial Designer beim ­Migros-Magazin. Der gebür­ tige Brasilianer lebte bis vor dreieinhalb Jahren in Antwer­ pen, dann zog er nach Z ­ ürich und fand sein geliebtes Joghurt «zum Glück» unter dem ­Namen Excellence in der ­Migros wieder. Als sein Mami Elza Tys ihn zum ersten Mal in der Schweiz besuchte, liess er sie das Joghurt probieren.

«Auch sie fand es muito bom – sehr fein – und kaufte gleich sechs Doppelpacks.» Zweimal pro Jahr besucht Pablo sein Mami in Rio de ­Janeiro. Seit ihrem Besuch in der Schweiz 2013 ist klar, was jeweils in sein G ­ epäck muss: mindestens vier ­Excellence-Joghurts! Zusätzlich zur Lieblings­ sorte Caramel bringt er ihr ab und zu eine beerige oder sai­ sonale Variante mit. Die fi ­ nde sie zwar auch fein, b ­ etont aber: «Nächstes Mal gern wie­ der nur Caramel». MM

Im Jahr 2000 wurden die edel verpackten Excellence-Joghurts auf den Markt gebracht. Die Idee dahinter: ein hochwertiges Rahm­ joghurt mit cremiger Textur und feiner ­Geschmacksnote. Mittlerweile gibt es acht ­Sorten, ­darunter jeweils eine l­ imitierte Winteroder Sommer­edition. Der Star des Monats ist das Caramel-Joghurt. Dank seiner cremigen Caramelschicht und dem leicht säuerlichen Rahmjoghurt ist es nicht nur ein Zmorgeliebling, sondern bietet sich auch als Dessert an. Wettbewerb Wie viele Joghurts stellt der Migros-­ Industriebetrieb Elsa täglich her?

Beantworten Sie die Frage auf vonuns-vonhier.ch und g­ ewinnen Sie eine ­Migros-Geschenkkarte. Es werden Geschenkkarten im Gesamtwert von Fr. 500.– verlost.

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Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch das Caramel-­ Joghurt Excellence.


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MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  77

Anna’s Best

Eine faire Sache Neu tragen die Pink-Grapefruit- und Orangensäfte von Anna’s Best das Fairtrade-Label Max Havelaar. Das Label steht für eine n ­ achhaltige Produktionsweise ­sowie für faire und sichere Löhne der Produzenten. Zudem wird die Herkunft der Rohstoffe transparent: Die saftigen Orangen und die süss-säuerlichen Pink ­Grapefruits können bis zum Produzenten im Ursprungs­ land zurückverfolgt werden. Da es sich um reine Fruchtsäfte ohne Konzentrat h ­ andelt, schmecken sie wie selbst gepresst. Somit sind sie nicht nur zu 100 Prozent fair ­gehandelt, s­ ondern auch zu 100 Prozent fruchtig und fein.

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... pink?

Der Pflanzenfarbstoff Lykopin sorgt für die pinke Farbe der Grapefruitsorte. Derselbe Farbstoff ist auch für die rote Färbung der Tomate verantwortlich. Lykopin zählt zu den Carotinoiden. Etwas bekannter ist wohl sein ­Genosse, das Beta-Carotin, das für das Orange der Rüebli sorgt.

Fairtrade Max Havelaar zeichnet Produkte aus, die nachhaltig pro­duziert und fair gehandelt werden. Ein Teil von

Eine bunte Portion Vitamine: Die 100 Prozent natürlichen Fruchtsäfte sorgen für einen guten Start in den Tag.

Die Migros ist mit ­ihrem ­Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


78  MM6, 5.2.2018 | MIGROS-WELT Skiferien

Auf ins Wintervergnügen! Die Ausrüstung ist verstaut, der Proviant liegt bereit, für Unterhaltung ist gesorgt – die Familienferien im Skiparadies können beginnen.

Für warme Beine Wenn in den Skiferien auch mal das Minikleid zum Einsatz kommen soll, ist die Wollstrumpfhose eine dankbare Begleiterin. Ellen Amber Strumpfhose Wolle, S–XL Fr. 14.80 In grösseren Filialen

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MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  79

Für gesellige Stunden An verschneiten Abenden ist Gemütlichkeit Trumpf. Schnell die Spielkarten ­hervorholen und eine Partie «chlöpfe».

Für unterwegs Die regenerierende Zahnfleisch­pflege im handlichen­ Kleinformat ist stets griffbereit. Candida Parodin Professional, Dental Fluid 100 ml Fr. 1.55

Jasskarten Fr. 1.50

Für sicheren Transport Selten hat man so viel Ausrüstung dabei wie in den Skiferien. Mit der Dachbox sind Ski und Snowboard fix verstaut.

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80  MM6, 5.2.2018 | MIGROS-WELT

Aktion! diese Woche auf diverse Raclettekäse und Fondue­ mischungen in der Migros Wallis

In Ihrer Migros

Zeit für fröhliche Tischrunden In der Winterzeit sind Raclette und Fondue beliebte Spezialitäten auf den Walliser Tischen. Zur Freude aller Käsegeniesser organisiert die Migros diese Woche eine Raclette- und Fondue-Aktion. Text: Mélanie Zuber

Typisch für den Kanton

Raclette ist nicht nur eine Spezialität, die dem Wallis lieb und teuer ist. Es ist auch eine Kunst. Sie beginnt mit der Auswahl einer aromatischen Milch von Kühen, die auf einer Weide mit üppiger Flora gegrast haben. Darauf folgt die Verarbeitung der Milch zu Käse

nach lokalem Know-how und mit viel Feingefühl. Das letzte Kunststück ist das Anrichten. Hierzu benötigt man alle Sinne, um den Käse im richtigen Moment mit einer entschiedenen Geste vom Halblaib abzuschaben. Natürlich kann man auf diese Tradition verzichten und einen Raclette-­ Ofen mit Pfännchen verwenden. Puristen würden an dieser Stelle protestieren – doch der Genuss ist fast der gleiche. Die Migros Wallis bietet in ihren Supermärkten mehrere Raclettesorten an, die aus verschiedenen Regionen des Kantons stammen, zum Beispiel Simplon, Vallée d’Iliez, Bagnes oder Nendaz. Damit jedes Genies­ serherz auf seine Kosten kommt, sind sie in verschiedenen Formaten abgepackt, vom Laib bis zu vorgeschnittenen Scheiben.

Fondue hingegen hat keine Walliser Herkunft. Das hindert die Bewohner des Kantons nicht, die Käse­ spezia­lität ebenfalls mit Genuss zu verzehren. Mehrere Molkereien im Kanton stellen Käsemischungen mit Milch «Aus der Region.» her. Die Migros Wallis führt traditionell zwei Fondue­sorten in ihrem Sortiment: das Walliser Fondue von Valdor und das Aletsch-­Fondue. Käsemischung für FC-Sion-Fans

Diese Woche kommt eine neue Mischung in die Läden: Das Fondue der FC-Sion-Fans besteht aus Walliser Raclette AOP, Greyerzer und Vacherin fribourgeois. Fussballfans werden es im Regal rasch erkennen: Die Verpackung erinnert an das Trikot der Spieler. Das ideale Festessen, um die Exploits des Walliser Top-Teams mit Freunden zu feiern! MM

Bilder: margouillat | 123rf.com, Didier Bérard

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eselligkeit ist im Kanton Wallis eine Tradition. Authentizität und Einfachheit hat einen grossen Stellenwert. Freunde und Familienmitglieder setzen sich an einen grossen Tisch, lachen zusammen, diskutieren über Gott und die Welt und teilen dabei ein gutes Essen. Für solche Momente sind Raclette oder Fondue hervorragend geeignet. Diese Gerichte sind ideal für eine gesellige Runde und zugleich simpel und köstlich.


MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  81

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Raclette bringt den Geschmack der Walliser Flora auf die Zunge. Für eine gesellige Tischrunde ist Fondue das Gericht par excellence.


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MIGROS-WELT | MM6, 5.2.2018  83

Blüten fürs Wohlbefinden: Azaleen haben im trüben Winter einen ausgleichenden Einfluss auf die Psyche.

Blumen

Azaleen tun der Seele gut Jetzt in der Migros Wallis: Azaleen – eine Art von Medizin gegen trübe Wintertage.

Bild: Hiroshi Tanaka | 123rf.com

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aszinierende Blüten in unterschiedlichen Farben, lange Blühdauer, interessante Formen: Das sind die Eigenschaften, die Azaleen als Topfpflanzen im Winter so beliebt machen, seit über 100 Jahren. In China und Japan ist die immergrüne Pflanze Symbol für ein langes Leben. Ihr wird ein regenerierender Einfluss auf die Psyche und eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden des Menschen nachgesagt. Bei Freilandpflanzen öffnen sich die fünf bis sieben Zentimeter brei-

ten, trichterförmigen Blüten im Mai, sie leuchten rosa- bis dunkelrot. Durch Züchtung ist mittler­ weile eine Vielzahl von Sorten entstanden. Farbtupfer im Winter

Die Blütezeit der Zimmerazaleen dauert von September bis April. Damit gehören sie zu den wenigen Blühpflanzen, die über die Herbstund Wintermonate Farbtupfer ins Zimmer bringen. Das Farbspektrum der Blüten umfasst verschiedene Rot­töne, Rosa, Violett, Lachs und

Weiss. Azaleen werden nicht nur wegen ihrer Farbenpracht, sondern auch wegen der verschiedenen Formen geschätzt. Sie sind anspruchslose Zimmerpflanzen: Wer einige wenige Pflegehinweise beachtet, wird sich lange an den schönen Blüten erfreuen können. Die Mit­ arbeitenden der bedienten Blumenabteilungen der Migros Wallis beraten gerne. Die Azaleen werden vorwiegend in der Schweiz produziert und täglich frisch in die Blumenabteilungen der Migros Wallis geliefert. MM


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Leben MM6

Umfrage

Haben Sie trotz Kindern genug Zeit für Freunde? Ich nehme mir Zeit für meine Freunde. Meist reichts aber nur für Apéro oder Nachtessen.

40 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Kleine (2) lässt sich ungern wickeln. Kürzlich ist er weinend ­davongerannt, und der Grosse (7) hat ihn getröstet: «Komm, wir ­gehen zusammen aufs WC!» Ich hole das Töpfli aus dem Keller, und wir erklären dem Kleinen, dass das sein persönliches WC ist. Er ist begeistert, setzt sich darauf und will nicht mehr weg. Der Grosse versorgt ihn mit Bilderbüchern und leistet ihm Gesellschaft. Nichts tut sich. Tags darauf ist die Nonna da. Sie bleibt so lange mit dem Kleinen im Bad sitzen, bis ein kleines Würstchen den Weg ins Töpfchen findet. Die Nonna freut sich so sehr über den Zufallstreffer, dass der Kleine nur noch eins will im Leben: mehr Würstchen ins Töpfchen bringen. Das wäre an sich nicht schlecht, nur will er nun die Wohnung nicht mehr verlassen. Und jetzt?

34 % Zurzeit leider nein. Manchmal vermisse ich meine Freunde und die Gespräche mit ihnen sehr.

22 % Ich sehe meine Freunde ständig.

4 % 1   Ich nehme die Töpfchen-Challenge an und bleibe mit den Kindern zu Hause,

bis sich die Euphorie gelegt hat.

2   Das Töpfchen ist handlich, und so nehmen wir es einfach überallhin mit.

3053 Abstimmende

3   Ich lasse das Töpfchen bei einer guten Gelegenheit einfach wieder verschwinden. Eine Umfrage von

Antwort 3: Ich mag weder mit wandelndem WC durch die Welt tingeln noch stundenlang zu Hause auf Würstchen warten. Das Töpfchen wird in einigen Wochen wieder auftauchen – vielleicht ist der Kleine dann ja auch parat dafür.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Auf dem Töpfli

Manchmal merke ich gar nicht, wie selten ich meine Freunde sehe. Aber das kommt wieder.


88  MM6, 5.2.2018 | LEBEN Gesundheit

Zehn Griffe, die den Schmerz vertreiben

«Heile, heile Säge», sagen Mütter und Väter, während sie Kindern über die schmerzenden Stellen streichen. Körperberührungen helfen oft: Wir fassen uns instinktiv ans Bein, wenn wir uns angeschlagen haben. Auch Akupressur und Fussreflexzonenmassage arbeiten mit Berührungen. Text: Susanne Wagner  Illustrationen: Bruno Muff

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2

Faszienmassage

Fühlen Sie sich verspannt? Dann ist es Zeit, die Faszien zu lockern. Entspannen Sie das Bindegewebe mit einer Massage, das macht beweglich und gibt Stabilität. So gehts: www.migros-impuls. ch/­faszien

iMpuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.

1

Kopfschmerzen Massieren Sie den grossen Zeh auf der unteren Seite. ­Wiederholen Sie die Massage am anderen Fuss.

Müdigkeit und Erschöpfung Kreisen Sie mit dem Zeigefinger auf dem Punkt genau in der Mitte zwischen den Augenbrauen.

3

Husten Streichen Sie auf der Fusssohle den Punkt gleich unterhalb des Fussballens halbkreisförmig. Wiederholen Sie die Massage am anderen Fuss.


LEBEN | MM6, 5.2.2018  89

4

Selbsthilfe

Kombination aus zwei Therapien

Erkältung, Stirn­ höhlenentzündung, Schnupfen Massieren Sie den ganzen grossen Zeh: Fahren Sie mit dem Daumen über dem Rand des Zehen­ nagels ­­und bis ­hinunter ans Gelenk. Wiederholen Sie die Massage am ­anderen Zeh.

5

Schmerzen ­allgemein Drücken Sie mit Daumen und Zeige­ finger kreisend den Punkt zwischen dem Daumen und Zeige­ fingergelenk der an­ deren Hand. Bleiben Sie etwas länger auf dem Punkt.

6 Nervosität und Unruhe Drücken Sie auf der Arminnenseite den Punkt, der zwei ­Daumen breit hinter dem Handgelenk liegt. Wiederholen Sie dasselbe auf der ­anderen Seite.

8

Menstruations­ beschwerden An den Fersen die Flächen links und rechts neben der Achillessehne kreis­ förmig ­massieren.

10

7 Hitzestau Drücken Sie mit Daumen und Zeige­ finger den Rand links und rechts des Fingernagels ein. ­Wiederholen Sie dies an allen Fingerund Fussnägeln.

9

Völlegefühl und ­Blähungen Streichen Sie ­unterhalb des ­Fussballens ­halbkreisförmig hin und her.

Einschlafprobleme Malen Sie auf der Handfläche oder Fusssohle mit der Fingerspitze eine stehende Acht. Wichtig: Streichen Sie so langsam wie nur möglich, um Körper und Geist zu beruhigen.

Die Handgriffe lehnen sich an die Methoden der Akupressur und der Fussreflexzonen­ therapie an. Die Aku­ pressur gehört zur tradi­ tionellen chinesischen Medizin und geht davon aus, dass sich auf dem ganzen Körper feine Energielinien (Meri­ diane) befinden. Durch die Druckpunktmassage lassen sich Blockaden lösen, die den Schmerz verursacht haben. Die Reflexzonenthera­ pie ist eine Methode, die die Selbstheilungs­ kräfte des Menschen stärkt. Grundlage ist die Vorstellung, dass sich der ganze Körper jeweils in den einzelnen Körperteilen spiegelt, zum Beispiel in den Füs­ sen oder Händen. Auch die Fussreflexzonen­ massage soll die Selbst­ heilungskräfte anregen. Bei Schwangerschaft, Fieber, Migräne oder einer Krebserkrankung sollte man die Eigen­ behandlung nicht durchführen. Fachliche Mitarbeit: Cornelia Bürgin (Bild oben), Fuss­reflexzonentherapeutin und ­Dozentin an der Migros ­Klubschule


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Familie

Mein Bub, der Vegetarier Fleischlos essen ist im Trend, besonders bei jungen Menschen. Wenn ein Kind sich plötzlich vegetarisch oder vegan ernähren möchte, sollten die Eltern ein paar Dinge beachten.

Tipps

Was tun, wenn das Kind kein Fleisch mehr essen will?

Text: Claudia Langenegger

Auch wenn Sie dagegen sind: Versuchen Sie nicht, das Kind um­zustimmen, sondern warten Sie ab. Es kann eine Phase sein. Fleisch durch eiweiss­reiche Produkte wie Eier, Milch oder Tofu ersetzen.

Bitte keine tierischen Produkte: eigentlich kein Problem. Aber dann brauchen Kinder Ersatzprodukte.

Bild: iStockphoto

D

ie Bolognese-Sauce steht dampfend auf dem Tisch. Doch Luca (8) rümpft nur die Nase: «Ist da Fleisch drin?», fragt er und fügt an: «Dann will ich keine.» Seine Mutter ist verwirrt. Luca isst die Spaghetti – mit Käse. Immer mehr Schweizer ernähren sich fleischlos. Elf Prozent leben vegetarisch, drei Prozent sind vegan, verzichten also gänzlich auf tierische Produkte. Besonders bei den Jüngeren ist tierfrei im Trend: 13 Prozent der 15- bis 34-Jährigen leben vegetarisch. Auch wenn es zu Kindern keine entsprechenden Zahlen gibt, ist doch klar: Irgendwann machen sie Bekanntschaft mit fleischlosen Menüvarianten. Dem achtjährigen Luca schmeckten auf dem Geburtstagsfest eines Schulkameraden die Vegiwürstli viel besser als die herkömmlichen Wienerli. Und von anderen Kindern hörte er, dass es nicht gut sei, Tiere zu essen.

Öffentliche Institutionen der Schweiz fördern vegetarische Ernährung. Die Berner Kitas, Tagesschulen und -heime tischen dreibis viermal pro Woche fleischlose Gerichte auf. Für die Stadtkinder in den Kitas von Zürich und Lau­ sanne gibt es fleischlose Tage. Und einige private Kitas sind sogar rein vegetarisch: die Kita Sonne in Winterthur etwa oder das «Chinderland» in Biberist SO. Kinder brauchen Eiweiss Martin Ruegge (37) von der Ernäh-

rungsberatung Monbijou in Bern begrüsst diese Tendenz: «Man hat lange viel zu oft und viel zu viel Fleisch verzehrt», sagt er. «Fami­lien können abends und am Wochen­ ende noch genug Fleisch auf­ tischen.» Allerdings rät er von Extremen ab: «Eine komplett vegane Ernährung ist für Kinder nicht empfehlenswert», sagt er. Halbwüchsige haben einen weitaus höheren Nährstoffbedarf.

Ein Verzicht auf Fleisch ist dann unproblematisch, wenn auf dem Speiseplan der Kinder genug Eier und Milch stehen. «Dann sind sie mit wichtigen Mineralstoffen wie Eisen, Kalzium oder Vitamin B 12 gut eingedeckt.» Auch der Experte beobachtet, dass Kinder sich vermehrt vege­ tarisch ernähren wollen. Den Grund sieht er vor allem in Vorbildern wie Eltern, Schulkollegen, Sportlern oder Prominenten – wie Letztere sich ernähren, ist in Zeiten von Social Media oft hinlänglich bekannt. «Will ein Kind kein Fleisch mehr konsumieren, sollte man diesen Wunsch ernst nehmen», sagt Martin Ruegge. Wichtig sei, Fleisch durch einen anderen Proteinlieferanten zu ersetzen und bei Unsicherheiten eine Fachperson beizuziehen. Für Luca ist der Vegetarismus inzwischen wieder Vergangenheit: Er mag Chicken Nuggets einfach zu sehr. MM

Wenn die Vegi­ phase andauert: Ernährungsberatung aufsuchen. Sie kann helfen, den Familien­ ernährungsplan ohne grossen Aufwand um­ zustellen. Bei länger dauern­ der vegetarischer oder veganer Ernährung: regelmässig Blut­werte kontrollieren lassen. Für vegane Ernährung: Fachperson konsultieren, da Nährstoff­ mangel droht. Der Nährstoff­ bedarf variiert und ist primär ­abhängig von Wachstums­ schüben. Buchtipp: Sara Ask und Lisa Björbo: «Das VeggieFamilienkochbuch». Schnelle vegetarische und vegane Rezepte für den Familienalltag. Bei www.exlibris.ch, Fr. 21.20


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Der Ölberg bietet eine spektakuläre auf die Altstadt von Jerusalem und ihre Gräber. Wilds Welt

Auf historischem Boden Jerusalem zählt zu den kulturgeschichtlich interessantesten Orten der Welt. Eine Reise in die 3000 Jahre alte Metropole lohnt sich – auch jetzt.

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Bild: Reto E. Wild

Aussicht vom Ölberg: Um die Dimensionen der Stadt Jerusalem mit ihren rund 860 000 Einwohnern zu erfassen, fährt man am besten vor 9 Uhr mit einem Taxi auf den Ölberg (englisch: Mount of Olives). Von dort erblickt man Tausende von jüdischen Gräbern, im Hintergrund die Altstadt mit der rund 500 Jahre alten Stadtmauer. Dahinter befindet sich der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel (eins der Heiligtümer des Islams), darunter die den Juden heilige Klagemauer. Die Grabeskirche, eins der wichtigsten Heiligtümer des Christentums, steht ebenfalls in der Altstadt mit den labyrinthähnlich angelegten Marktständen. Tipp: Zu Fuss vom Ölberg zum Garten Gethsemane wandern und via Lion’s Gate in die vom jüdischen König David gegründete Altstadt eintauchen.

2

Altstadt: Die Stände des Basars bieten viel Ramsch und Souvenirs für christliche Pilger an, vor allem entlang der Via Dolorosa, dem Leidensweg von Jesus Christus. Tipp: Wer gut zu

Fuss unterwegs ist, sollte auf der Stadtmauer ­spazieren. Besonders attraktiv ist der Abschnitt beim Jaffator; Tickets gibt es gleich daneben in einem Büro (nach dem «Ramparts Walk» fragen). Ebenfalls beim Jaffator befindet sich das Museum ­Tower of David, das die Geschichte der ­Stadt zeigt. Abends findet dort eine spektakuläre Ton- und Licht­ bild­show statt («Night Spectacular»). Billette unbedingt im Vorfeld kaufen auf: www.tod.org.il/en

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Der Westen Jerusalems: Viele Besucher vergessen, die Attraktionen ausserhalb der Altstadt zu besuchen. In der Nähe des Jaffators befindet sich die neue «Mamilla Mall» mit 140 Läden, Restaurants und Cafés. Tipp: Im «Mamilla» die Multimediashow «Time ­elevator» besuchen, die die wechsel­volle Geschichte der Stadt beleuchtet. Danach Spaziergang zur Jaffastrasse und zum Mahane Yehuda, zum grössten israelischen Markt mit 200 000 Besuchern täglich (ausser samstags). Von dort fährt das moderne

Tram zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Eintritt kostenlos, von ­Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen geschlossen). Apropos: Der Alltag in ­Jerusalem, 50 Minuten von Tel Aviv ent­ fernt, bewegt sich in gewohnten B ­ ahnen – trotz der medialen Schlagzeilen.

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Restaurants: Rund um den Markt haben in den vergangenen Jahren zahlreiche trendige Lokale eröffnet. Mein ­Favorit heisst «Machneyuda»: wie auf einem Marktplatz laut und etwas verrückt, mit offener Küche und guten Gerichten – es ist wochenlang im Voraus ausgebucht. An der King George Street 41 befindet sich mit dem «Chakra» eine weitere Topadresse.

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Übernachten: Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis sorgt das Boutiquehotel Harmony, gut zehn Minuten zu Fuss von der Altstadt entfernt (Doppelzimmer ab 160 Franken). Das Frühstücksbuffet ist – wie für israelische Verhältnisse üblich – sehr vielfältig.  MM

Reto E. Wild (49) ist Tourismus­ experte und ­Redaktor beim Migros-­Magazin. Er hat Jerusalem über 20-mal besucht, zuletzt im Januar 2018.


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Migros Bank

Pensionierungsplanung (Teil 2): Mit 55 den Ausstieg aus dem Berufsleben planen Mit 55 haben Sie idealerweise Massnahmen eingeleitet, um dereinst ­keine Einkommenslücke zu haben. Jetzt ist es an der Zeit, den Abschied aus dem Erwerbsleben zu planen. Mitte 50 sind diese Themen zentral: 1. Zeitpunkt überlegen Wollen Sie sich mit 64 (Frauen) ­beziehungsweise 65 Jahren (Männer) ordentlich pensionieren lassen? Vielleicht steigen Sie schon früher aus – eine Frühpensionierung ist ab 58 möglich. Oder wollen Sie länger ­arbeiten? Sofern Ihr Pensionskassen­ reglement es zulässt, können Sie die Pensionierung bis 70 hinaus­ schieben. Legen Sie diese Eckdaten Ihres Abschieds aus dem Erwerbs­ leben jetzt fest.

Jeannette Schaller ist Leiterin Finanz­ planung bei der Migros Bank.

2. Einkommenslücken verhindern Reichen die Renten aus der ersten und zweiten Säule nicht aus, um der­ einst Ihr Budget als Rentner zu de­ cken, steht Ihnen eine Einkommens­ lücke bevor. Diese muss mit privaten Ersparnissen gedeckt werden. Wie hoch diese sein sollten, lässt sich mit einer Faustregel ausrechnen: Jähr­ liche Einkommenslücke mal 20. Die Annahme dahinter ist eine Lebens­erwartung von 85 Jahren, also etwa im Alter von 65 weitere 20 Jahre. Bei einem jährlich benötigten

Wie sich der finanzielle Bedarf für das Alter berrechnet 80 Prozent des letzten Bruttoeinkommes eines Ehepaars entsprechen erfahrungsgemäss seinem jährlichen Bedarf nach der Pensionierung.

Lücke 11 000 p.a. Budget nach Pensionierung 72 000 p.a.

(bei einem Bruttoeinkommen von 90 000)

Kernfragen: Werden Sie bis zur Pensionierung 220 000 Franken auf der Seite haben?

BVG 19 500 p.a.

Oder können Sie Ihr Altersbudget herunterfahren?

AHV 41 500 p.a.

Quelle: Migros Bank, alle Angaben in Franken

Betrag von 72 000 Franken und einer erwarteten Rente von 61 000 Franken fehlen somit jedes Jahr 11 000 Fran­ ken. Das bedeutet eine Einkommens­ lücke von total 220 000 Franken. Bis zur Pensionierung bleiben zwei Möglichkeiten: zusätzliches Kapital ansparen oder das Pensionsbudget kürzen. 3. Die Art des Bezugs Wie wollen Sie Ihre Guthaben ­nutzen? Die Möglichkeiten:

a) Bezug der AHV-Renten in dem gesetzlich vorgesehenen Zeit rahmen, also ab 64 respektive 65. b) Vorbezug der AHV um maximal zwei Jahre, bei einer Kürzung von 6,5 Prozent pro Jahr. c) Bezug der Kapitalleistungen aus der Pensionskasse, auf mehrere Jahre verteilt. Dadurch resultieren deutliche Steuereinsparungen. Mehr zum Thema: blog.migrosbank.ch (inkl. Onlinetest)

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98  MM6, 5.2.2018 | LEBEN

Auto

Der Antrieb «Wir staunen, wie flott der Fiesta mit dem Dreizylindermotor sogar vollbeladen ­bergauf fährt. Nicht ganz leise, aber ­angenehm. Der Testverbrauch liegt im Schnitt bei über sechs Liter.»  Marcel Siegenthaler

Der ideale Zweitwagen Mit viel Assistenz und Infotainment will der neue Ford Fiesta punkten. Leserfamilie Siegenthaler aus Kirchberg BE, die derzeit auf der Suche nach einem Zweitauto ist, hat den Kleinwagen auf Herz und Nieren getestet. Text: Timothy Pfannkuchen  Bild: Tomas Wüthrich

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inter dem ersten Fiesta steckte ein Schweizer! Als Ford 1976 den ersten Fiesta lancierte, ging das auch auf Robert «Bob» Lutz (heute 85), damals Ford-Europa-Chef, ­zurück. An sich gabs längst viele ähnliche Kleinwagen, sodass manch ein Experte am Erfolg dieses Nachzüglers zweifelte. Doch der Fiesta startete durch und stellte gar Verkaufsrekorde auf. Ob die achte Generation auch bei Familie Siegenthaler aus Kirchberg BE Erfolg hat? Auf Anklang stossen bei Marcel Siegenthaler (32) Design («sportlich-elegant») und im Alltag viel Laderaum (292 bis 1093 Liter), der Fond jedoch gefällt dem Betriebsöko­ nomen weniger.

98 g/km CO2 Grenzwert 2018: 112 g/km

Assistenzsysteme überzeugen

Super findet Delia Siegenthaler (31) die für einen Kleinwagen zahlreichen Assistenz­ systeme. «Der Spurhalter ist gewöhnungs­ bedürftig», sagt die Pflegefachfrau, «aber ­Radartempomat und Fernlichtautomatik werde ich in unserem Skoda Octavia Combi vermissen. Was mir am Fiesta fehlt, sind ­vordere Parksensoren. Dafür steckt er voller praktischer Details: Der integrierte Tank­ deckel etwa erspart das Aufschrauben, beim Türöffnen fährt ein Kantenschutz aus.» «Die Lenkung ist sehr sensibel, und der Fiesta liegt sicher und sehr sportlich», lobt Marcel Siegenthaler auch das Fahr­ gefühl. «Wir fühlen uns richtig wohl!» Am Ende steht die Frage, ob der 4,04 Meter kurze Fiesta für die vierköpfige Familie infrage käme. «Jein», sagt Delia Siegenthaler: «Wir benötigen nur für den Arbeitsweg ­einen Zweitwagen, und dafür reicht uns als junger Familie ein noch günstigeres Auto.» Marcel Siegenthaler ergänzt: «Sonst wäre der Ford ideal, zumal sein Preis echt stimmt. Und bald gibts ihn ja als Occasion …» MM

Das Cockpit «Im Fiesta ist alles sehr hübsch, hochwertig, modern – und trotzdem leicht zu bedienen. Gefallen haben uns die sportlich angehauchte Ausstattung und die gute Rundumsicht.»  Marcel Siegenthaler


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Haben mit dem neuen Ford Fiesta in einer Woche über 300 Kilometer ­zurückgelegt: Marcel (32) und Delia S ­ iegenthaler (31) mit Elin (2) und Laurin (8 Monate) Das Infotainment «Das Multimediasystem ist ausgezeichnet. Die Verbindung zum Smartphone geht wie von selbst, der DAB+-Radio-Sound ist exzellent und das Navi per Sprachbefehl leicht zu ­bedienen.»  Delia Siegenthaler

Testfamilie gesucht

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Der Fond «Grundsätzlich reicht der Platz, und die Kindersitzmontage zum Beispiel für Laurin ist leicht. Aber sitzt mein Mann mit 1,87 Metern vorne, wirds dahinter für Elin knapp.»  Delia Siegenthaler

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Lisa Stutz

Super Mario und Broccoli

Illustration: Rinah Lang

Diese Woche ist «Schmutziger Donnerstag». Er steht für den Start der Fasnacht, doch wieso er schmutzig ist, habe ich nie ganz verstanden. Ich fand das aber immer passend, darum habe ich mich nie beschützend vor den Wochentag gestellt und etwas geschrien à la «Hey, ihr könnt diesen unschul­digen Donnschtig doch nicht einfach als dreckig ­bezeichnen!». Denn er läutet eine Zeit ein, die tatsächlich eher schmutzig ist.

Lisa Stutz (24), sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Jedenfalls bei uns auf dem Land. Die ­ asnacht mag vielleicht in Luzern und Basel F ­etwas Glanzvolles sein. Auf dem Land ist sie hingegen die einzige Gelegenheit, auch mal in der Nähe so richtig die Sau rauszulassen. Fasnachtspartys spriessen bei uns aus dem Boden wie halluzinogene Pilze. Und wie auf solchen kommst du dir vor, wenn du vor der Mehrzweckhalle im Nachbardorf anstehst.

Um 20 Uhr übergibt sich bereits ein Einhorn neben dir auf den Boden, ein Super Mario prügelt sich mit einem Broccoli, und Darth Vader will dir seine Nummer auf den Arm kritzeln. Leider habe ich meinen fasnachtsbegeisterten Freundinnen versprochen, immerhin ein Mal pro fünfte Jahreszeit eine dieser ­Partys mit ihnen zu besuchen. Und so wate ich irgendwann nach diesem schmutzigsten aller Donnerstage durch den Konfetti-­Wodka-­ Erbrochenen-Mix auf dem Turnhallenboden und habe eine waschechte Sinnkrise. Sie löst sich erst am Morgen um 3 Uhr. Dann, wenn wir uns – atemlos vom vielen HeleneFischer-Mitsingen – in den Armen ­liegen, das Einhorn längst im Bett ist und Super Mario und Broccoli sich einen Versöhnungsshot an der Bar gönnen. Dann lächle ich selig, weil ich weiss: Ein bisschen Schmutz ist gesund. MM

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LEBEN | MM6, 5.2.2018  103

Kinder

Gelehrige Minipapageien Die verspielten, klugen Wellensittiche sind beliebte Haustiere. Wenn sie regelmässig fliegen und spielen dürfen, bereiten die putzigen Vögel im bunten Federkleid dem Menschen lange Freude. Text: Andrea Fischer-Schulthess  Illustration: bunterhund.ch

Feinde

Bunt gefiederte Hausgenossen: In Gesellschaft fühlen sich Wellensittiche am wohlsten.

Katzen: Es gibt zwar ­immer wieder Wellen­ sittiche und Katzen, ­ die sich anfreunden, aber meist ist das Zu­ sammenleben für beide ­Seiten ein grosser Stress. Kabel: Wellensittiche knabbern an allem, was ihnen in den Schnabel kommt. Kabel sollte man darum gut im Auge behalten oder am ­besten ver­stecken.

Pflanzen: Einige Pflan­ zen sind für Wellen­­sit­tiche giftig, zum Bei­ spiel Efeu, Hyazinthen und Amaryllis. Manche Menschen finden Wellensittiche langweilig. Aber damit wird man den kleinen australischen Schwarmvögeln nicht gerecht: Sie sind sehr klug und aufgeweckt. Sie können bis zu zehn Jahre alt wer­ den – wenn sie gute Pflege erfahren. Dazu zählen vor allem die Gesell­ schaft ­anderer Wellensittiche und viel Platz zum Fliegen. Am besten ist

es, wenn sie ­jeden Tag möglichst lange frei unterwegs sein können. Da heisst es: Fenster sichern! Zudem brauchen die neugierigen Mini­ papageien viel Abwechslung: frische Zweige, Kräuter, ­Korkstücke, ein Bad, Schaukeln oder Schnüre aus Natur­ material. Wellensittiche können so­ gar sprechen lernen. Dabei plappern sie einfach den Menschen nach,

oder sie imitieren die Geräusche, die sie oft hören. Mit etwas Geduld werden viele der bunten Tierchen so zutraulich, dass sie einem auf die Hand oder auf die Schulter sitzen. Das Zauberwort heisst Fut­ ter: Als Samenfresser sind Wellen­ sittiche ganz verrückt nach Lecke­ reien wie Kolbenhirse oder Sonnen­ blumenkernen.  MM

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LEBEN | MM6, 5.2.2018  105

Wie Franz von Assisi zu den Tieren sprach: www.migmag.ch/ assisi

Leana (11), Hitzkirch LU

Wie gern wüsste ich, was dem ­Kater an meiner Seite so durch den Kopf geht. Und wie schön wäre es, von den Vögeln etwas über ihre Freiheit zu erfahren. Hast du auch ein Haustier und redest zuweilen mit ihm? Eine Antwort in Men­ schensprache bekommst du nicht. Denn die Menschen gehören einer anderen Sprachgemeinschaft an.

densprache und gewissen Hand­ lungen etwas ­«sagen»: Dass das Wedeln des Hundes F ­ reude aus­ drückt, verstehen wir alle. Und wenn sich eine Schlange vor uns aufbäumt, wissen wir, dass sie ihre letzte Warnung spricht. In Märchen und Legenden ­können Tiere untereinander und auch mit Menschen reden. Franz von Assisi soll einst eine Predigt für Vögel gehalten haben. Ist da was Wahres dran? Wie kann man Tiere verstehen? Es gibt auch

Die Sprachen der Menschen sind komplexe Systeme mit ­vielen ­Regeln. Tiere wiederum können unter anderem mit Zeichen­, Gebär­

­ urse für Tierkommunikation. K Da lernt man, sich auf Botschaften von Tieren einzustellen. Wir konn­ ten damit unserem Kater helfen, schwere Ängste loszuwerden. Wir Menschen missachten oft, dass Tiere gleichwertige Wesen sind wie wir. Alles Lebendige auf dieser Welt ist miteinander ver­ bunden. Spürst du das manchmal? In solchen Momenten öffnet sich der Verbindungskanal zum Tier – dein Herz. Und plötzlich verstehst du viel mehr. MM

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (50) beantwortet ­Kinderfragen.

O je, jemand hat dem Schneemann seine Nase, seinen Zylinder und seine Fliege gestohlen und die drei Sachen versteckt. Kannst du alles finden und den Schneemann wieder glücklich machen?

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1. Wenn man sich stark freut, freut man sich wie …? K ein Schneehase

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2. Wo wird über das Buch mit den sieben Siegeln berichtet? O Thora

A Bibel

3. Wo kommt der «homo oeconomicus» vor? F

H Wirtschaftswissenschaft

Ethnologie

4. Welches Wintersportgebiet «entstand» 2013/2014? N Arosa Lenzerheide

M Davos Flims

V Zermatt Gstaad

Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.2.2018, 24 Uhr

5. Zum wievielten Mal finden jetzt die Olympischen Winterspiele in Ostasien statt? O 1

A 3

E

5

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

6. Welche dieser Ortschaften liegt nicht im Rhonetal? Q Brig

L

R Monthey

Sitten

7. Welcher Buchstabe stellt den «Allgemeinen Faktor der Intelligenz» dar? I

E

f

Z

i

Auflösung Nr. 5: FORMULAR

g

8. Welcher Wettkampf wird in Japan beim «Yukigassen» durchgeführt? T

K Skispringen

Schneeballschlacht

L

Gewinner Nr. 4:

Eistauchen

Henriette Recker, Gstaad BE; Regula Schmid, Goldach SG; Ursula Michel-Zurbuchen, Worb BE

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

BL ENDEND ERTRAGEN LL R E die E N E Sie GFüllen L I D Ein N V AWörter I zehn DENGE A NRätselgitter Ldas BARZT E I Das Lein. AULESEL MLösungswort aus D REN T O E sich Sergibt den Buchstaben STRE I FEN EREN T I Feldern ZinI den 1 bis 5:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

1 5 2 3 4

Lösungswort: Lösung: 1

2 1

2

3 3

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Auflösung Nr. 5: GRIPS

5 5

E

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Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer 1 Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. 5Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, 2 Paroli, Postfach, 8074 Zürich 3 Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe E 4

Lösung:

Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.2.2018, 24 Uhr

2 3 4 Gewinner Nr. 4: Lisa Rubi, Grindelwald BE;1 Sylvia Nydegger,

Nürensdorf ZH; Hans Bachofner, Oberentfelden AG

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

5

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite


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LEBEN | MM6, 5.2.2018  115

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

So nehmen Sie teil:

Auflösung Nr. 5: 683

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Sudoku

Gewinner Nr. 4:

Thomas Weideli, Adlikon b. Regensdorf ZH; Michel Muscionico, Vésenaz GE; Walter Geiger, Basel; Pascal Iten, Baar ZG; Antoinette Zwahlen, CossonayVille VD

Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.2.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 2 Schluss sollen alle Inseln 1 3 3 miteinander verbunden 1 3 3 sein. Verboten: Kreuzungen, 3 diagonale Brücken und 2 3 mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 5:

4 4 2

1 1 4

3 2

2

4

2

3 3

3 2

2

2

3

4

Auflösung Nr. 5: 1

2

3 3

3

4

2

3

2

3

3 3 3

1

1

3

3

2

2 4

3 1

1 2

3 2 3 3

3 1 4 2 2

4

2

1 2 2

2 4

1

4 2 11010002613

Conceptis Puzzles

11010002614

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Publizistische Leitung Monica Glisenti Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Sabine Lüthi a.i., Daniel Sidler a.i., Reto Vogt a.i. Leitung Ressort Health & Beauty Roberto Zimmermann a.i. Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: NZZ Media Services AG, Tagblatt Print


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1

118  MM6, 5.2.2018 | LEBEN

Mein Lieblingsprodukt «Ich bin ein Migros-Kind und mag darum viele Produkte aus der Migros. Aber nichts schlägt die M-Budget-Milchschoggi!»

4

Meine Welt

«Die Ruhe habe ich von Mam»

Nachwuchstalent Veronica Fusaro tritt am Freitag an den Swiss Music Awards auf. Zu Hause in Thun trinkt sie gern Cappuccino und lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Marco Zanoni


LEBEN | MM6, 5.2.2018  119

1 Meine Gitarre «In der vierten Klasse nahm ich klassischen Unterricht, mit Stuhl und Geradesitzen. Das ist mir bald verleidet, und ich habe darum ohne ­Lehrer weitergelernt.» 2 Meine Notizbücher «Darin schreibe ich meine Songs. Mich inspirieren Erleb­ nisse, die kleinsten Details können sich in einen Song verwandeln. Als Tick klebe ich auf alles ein schwarzes X wie Ed Sheeran. Ich könnte jetzt behaupten, dass er mir das abgeguckt hat.» (lacht) 2

3 Meine Mutter «Die Stimme habe ich nicht vom Mam geerbt, aber wohl die

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Name Veronica Fusaro (20) Sternzeichen Stier Lebenslauf «Ich lebe gemeinsam mit meinen Eltern und meinem Bruder in Thun. Singen war schon immer mei­ ne Leidenschaft. 2016 gewann ich am Popmusikfestival ‹m4music› den Nachwuchspreis ‹Demo of the Year›. Danach ging es richtig los. Für meine Eltern war es schon eine Verän­ derung, als mein Hobby zum Beruf ­wurde. Aber sie sind megastolz auf mich und unterstützen mich sehr. Mein Ziel ist es, von der Musik leben zu können. Trotzdem studiere ich noch Soziologie, im 4. Semester. Das hilft mir auch für die Musik: Um echte Storys erzählen zu können, braucht es ein Allgemeinwissen. Als Nächstes stehen bei mir ein ­Auftritt an den Swiss Music Awards und eine Tour in Deutschland an.» 5

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Ruhe. Wir rasten beide selten aus. Und wir überlegen zweimal, wenn eine ­wichtige Entscheidung ansteht.»

Bilder: Manuel Lopez, Migros-Genossenschafts-Bund

4 Mein Mini-Keyboard «Auf Reisen ist es immer dabei, damit kann ich gut Songs schreiben. Besonders in meiner zweiten Heimat Italien und am Meer.»

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5 Meine Bühne «Hier bin ich vor allem im Sommer gern. Im März 2015 hatte ich im ‹Mundwerk› in Thun mein erstes ­Konzert mit eigenen Songs.» 6 Meine Lieblings-CD «Amy Wine­ house höre ich am liebsten. Und Vasco Rossi, mit seiner Musik bin ich auf­ gewachsen. Am 9. Februar kommt ­meine neue Scheibe ‹Ice Cold› dazu.» 7 Mein Cappuccino «Nur bis 12 Uhr, wie in Italien. Aber wenn keiner schaut, nehme ich auch später noch eine Tasse.» MM


Die Zeit ist reif: für Zitrusfrüchte.

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Migros magazin 06 2018 d vs by Migros-Genossenschafts-Bund - Issuu