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Migros-Magazin-05-2021-d-ZH

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Ausgabe ZĂźrich, AZA 1953 Sion Response Zentral

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migros.ch/magazin | MM5, 1.2.2021

Nicht mehr jung:

Wie fühlt es sich an, alt zu werden?

Seite 36

Gleichstellung

50 Jahre Frauenstimmrecht: Wo stehen wir heute? Seite 12

Bild: Dennis Kunkel Microscopy/Science Photo Library

Ungebetene Gäste Wanzen im Bett, Milben im Teppich – wie wird man die Tierchen wieder los? Seite 18

Ein schneller Zmittag fürs Homeoffice

Seite 23


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6 | 1.2.2021 | MEINE MIGROS

Eine App informiert über Warenrückrufe Die neue Web-App RecallSwiss weist auf ­Produkte hin, die im Schweizer Detailhandel aus dem ­Verkauf genommen werden. Es geht um mangelhafte Waren, die ein Risiko darstellen. Auf recallswiss.admin.ch/ alert ­können Nutzerinnen und ­Nutzer einen Warnservice per SMS oder E-Mail abonnieren. Zudem können sie über diese App des Bundes auch selbst gefährliche Produkte melden.

Weltneuheit im Becher

Bildschöner Ice Tea Eleni Bähler aus Bülach ZH ist eine talentierte Zeichnerin. Diesmal ist ihr der Kult Ice Tea der Migros Modell gestanden. Schicken auch Sie Ihr Migros-­Bild. ­ Wird das Foto ab­gedruckt, ­ gewinnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/­ blickfang

Die V-Love-Kichererb­sen-Vegurts der Migros ­schmecken wie Joghurts, sind aber vegan. Die cremige ­Spezialität gibt es in den ­Sorten Vanille, Erdbeere und Aprikose. Neu sind die Vegurts in der ganzen Schweiz ­erhältlich. Her­gestellt werden sie vom ­ Migros-Unternehmen Elsa.

Es geht auch ohne Verpackung Reis, Pasta und Hülsenfrüchte in wiederverwendbare Stoffbeutel abfüllen – das ist seit November in der Migros Baden AG, Bern Breitenrain und Rolle VD möglich. Neu gibt es dieses Angebot auch in den Filialen ­Surseepark Luzern und Zürich Limmatplatz. Bei den Kundinnen und Kunden kommen die Abfüllstationen gut an – sie haben dort insgesamt schon drei Tonnen ­Lebensmittel in Beutel rieseln lassen.


MEINE MIGROS | 1.2.2021 | 7

Nachhaltig­ keit für jedes Budget In der neuesten Ausgabe des Podcasts «Chrut und Rüebli» geht es darum, wie nachhaltig das Migros-Sortiment ist: Nicht nur die vielen Bio- und noch ­zahlreicheren «TerraSuisse»Lebens­mittel werden umweltfreundlich ­pro­duziert. Auch in der Tiefpreis-Produktlinie M-Budget steckt viel Nachhaltigkeit. Unter diesem L ­ abel werden zum Beispiel übergrosse Karotten angeboten, die früher nicht in den Verkauf gekommen wären. Der Podcast erscheint neu zweimal pro Monat: generation-m.ch/­podcast

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Alles für die besten Freunde

Ob Futter für den Hund, Streu für die Katze oder Heu für das Meerschweinchen – in der Migros gibt es über 300 Produkte für den Tierbedarf. Besitzerinnen und Besitzer von Haustieren können praktischer­weise im gleichen Laden für sich selber und auch gleich für die kleinen Lieblinge einkaufen. An dieser Stelle bringen wir ­wöchentlich Bei­spiele dafür, wie die Migros das Leben der ­Menschen in der Schweiz ein­facher macht.

Bilder: zVg, Jorma Müller, Thomas Kunz, iStock

HandyShopping boomt Immer mehr Kundinnen und Kunden von Digitec Galaxus tätigen ihre Einkäufe per Smartphone – in­ zwischen sind es schon 40 Prozent, bei den Frauen sogar schon 51 Prozent. Der erste Lockdown im vergangenen Frühling hat den Trend zum ­Handy-Shopping nur kurz gebremst.


8 | 1.2.2021 | AUGENBLICK

18:43

Migros-Moment in Neuenburg In der Migros-Filiale im Marin-Centre ist das Sparschweinchen Miggy allgegenwärtig. Kein Wunder: Seit vergangenem September hat die Migros die Preise von über 900 Produkten dauerhaft gesenkt, und im neuen Jahr rollen die Wellen der Preisabschläge weiter. Das Foto stammt vom 19. Januar.


Bild: Matthieu Spohn

AUGENBLICK | 1.2.2021 | 9


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INHALT | 1.2.2021 | 11

Der Jö-Faktor ist nicht alles: Was Sie über das Einrichten des Babyzimmers wissen sollten.

Bilder: Migusto, Marco Zanoni, PD

INHALT

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12  Eine Frage der Macht 50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz: Wo stehen wir heute? 18  Das Horrorkabinett Wanzen, Flöhe, Milben: Diese Tiere will keiner zu Hause haben 20  1, 2 oder 3?

Es muss nicht immer Sandwich sein: Besser e ­ ssen im Homeoffice dank unserer B ­ litzrezepte

22 Wissensbissen 23  Schneller Zmittag 26  Ganz ohne Tierisches Vegan leben ist ein Lifestyle wie jeder andere, sagt Laura Lombardini von der Veganen Gesellschaft Schweiz 29  Zu schade für die Tonne Ein Jahr Too Good To Go in der Migros: eine Zwischenbilanz 30  Sportvereine im Glück

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 245 000 (WEMF, MACH Basic 2020-2) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

34  Tipps fürs Babyzimmer

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Ein neuer Rasenmäher für die Hornusser Huttwil: Mit der ­Aktion «Support Your Sport» lässt die Migros die Wünsche von Amateurvereinen wahr werden.

36  Wenn das Ende naht Was bedeutet es, alt zu sein? Praktische und philosophische Betrachtungen 42  Der andere Blick Diese Woche: Thomas Meyer 44  Original aus dem Aargau Zahlen und Fakten über die Zahnpasten von Candida 45  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

51  Rätsel und Spiele 54 Migros-Lovestory Heidi und Samuel Christen sind sich sofort sympathisch. Doch bis es klick macht, dauert es ein bisschen


12 | 1.2.2021 | FRAUENSTIMMRECHT

Wir stimmen! Seit 50 Jahren dürfen Frauen in der Schweiz abstimmen und wählen. Warum kam dieses Recht so spät? Das beantwortet uns eine Historikerin. Zudem erzählen vier junge Frauen, welche politischen Themen ihnen besonders am Herzen liegen.

«Bei uns zu Hause lief um 19.30 Uhr

Bilder: Photopress-Archiv/Keystone (2)

Text: Lisa Stutz und Rahel Schmucki Bilder: Mali Lazell

Am 1. März 1969 demonstrierten Tausende in Bern für die Einführung des Frauen­ stimmrechts.

5 Ich stimme a b!

immer die ‹Tagesschau›. So habe ich schon früh politische ­Themen mitbekommen. Ich will auf jeden Fall abstimmen ­gehen, sobald ich kann. Ich finde es schade, dass sich viele junge Leute nicht dafür interessieren. Die Diskussionen um die Ehe für alle habe ich intensiv verfolgt, da in meinem Freundeskreis einige davon betroffen sind. Auch die Gleich­ berech­tigung von Mann und Frau oder die Black-Lives-­ Matter-­Bewegung interessieren mich. Nur die trockenen ­Themen liegen mir noch nicht so.» Tabea Sandmayr aus Zürich Alter: 17, wird im Juli 18 Job: Lehre als Kauffrau bei der Migros


50

FRAUENSTIMMRECHT | 1.2.2021 | 13

«Meine Eltern

haben beide einen ausländi­ schen Pass, ich lasse mich gerade einbürgern und werde hoffentlich im Sommer Schweizer Staatsbürgerin sein. Dann kann ich wählen und abstimmen. Mein Stimmrecht werde ich sicher wahrnehmen und mich für Themen wie die Gleichstellung zwischen Mann und Frau und für mehr Mitspracherecht für Auslände­ rinnen und Ausländer einsetzen. Politisch bin ich nicht aktiv, lese aber viele ­Beiträge und setze mich auf Social Media für diese Themen ein.» Zamira Timmermans aus Pfungen ZH Alter: 17, wird im Oktober 18 Job: Lehre als Mediamatikerin bei der Migros

Zwei Frauen 1947 vor einer Telefon­ kabine mit einem Plakat für die Ableh­ nung des Frauen­ stimmrechts.

«Ich wohne im Kan­

ton Appenzell Ausserrhoden, hier wurde das Frauen­stimm­ recht sogar erst 1989 einge­ führt. Das ist noch nicht lange her – aber ehrlich gesagt sind auch 50 Jahre keine lange Zeit. Das finde ich schon ein biss­ chen frech. Ich freue mich auf das Abstimmen und Wählen. Mit Freunden, die bereits voll­ jährig sind, rede ich oft darüber, wie sie abstimmen. Mir liegen die Themen Klima und Umwelt besonders am Herzen. Auch Bildungsthemen interessieren mich: Nach der Kanti werde ich ein Praktikum an einer Schule machen.» Ladina Gähler aus Wald AR Alter: 17, wird im März 18 Job: Gymnasiastin im letzten Jahr

Der Europavergleich

1906 Finnland 1913 Norwegen 1915 Dänemark, Island 1917 Russland,

Niederlande (passives Wahlrecht), Estland

1918 Deutschland,

Österreich, Vereinigtes Königreich, Polen, Luxemburg

1919 Niederlande (aktives Wahlrecht)

1920 Tschechien 1921 Schweden 1931 Spanien 1944 Frankreich 1945 Bulgarien, Ungarn, Slowenien

1946 Italien 1948 Belgien 1952 Griechenland 1971 Schweiz 1974 Portugal 1984 Liechtenstein


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FRAUENSTIMMRECHT | 1.2.2021 | 15

der Männer sagten 1971 Ja zum Frauenstimmrecht.

Buchtipps

«Die Frauen haben den Gripen versenkt»

Catherine Bosshart, was haben Sie am 7. Februar 1971 gemacht? Ich war damals in einem Auslandsemester in Deutschland und habe für meine Prüfungen gelernt und natürlich mitgefiebert. Dann hat meine Mutter angerufen, und ich habe gejubelt.

«Gruss aus der Küche – Texte zum Frausein» Herausgegeben von Heidi Kronenberg und Rita Jost, Fr. 21.60 bei exlibris.ch

«50 Jahre Frauenstimmrecht – 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung» Herausgegeben von Isabel Rohner und Irène Schäppi, Fr. 28.– bei exlibris.ch

«50 Jahre Frauenstimmrecht – für Kinder, Jugendliche … Junggebliebene» Suzanne Gaede, Fr. 9.20 bei exlibris.ch

Bilder: zVg

«Auf die Wartebank geschoben – der Kampf um die politische Gleichstellung der Frauen in der Schweiz seit 1900» Werner Seitz, Fr. 31.20 bei exlibris.ch

1971 waren sie bereits 23. Wie haben Sie sich in den Jahren ge­ fühlt, in denen Sie nicht abstim­ men durften? Das war frustrierend. Ich bin in einem Haushalt gross geworden, in dem meine Mutter viel Verantwortung übernommen hat und sehr selbständig war. Deshalb war es für uns nicht nachvoll­ziehbar, wieso Frauen sich nicht politisch beteiligen sollten. Wieso kam das Frauenstimm­ recht in der Schweiz so spät? Es wurde ja schon 1886 gefordert. Weil in der Schweiz die Stimmbürger, also die Mehrheit der Männer, dafür stimmen musste. In unseren Nachbarländern konnte das Parlament ein Stimm-

und Wahlrecht für die Frauen durchdrücken. Wovor hatten die Männer Angst? Es war ganz klar eine Machtfrage. Aber die Diskussionen um das Frauenstimmrecht fanden auch vor dem Hintergrund des Kalten Krieges statt. Viele Männer befürchteten, Frauen könnten sozia­ listischer eingestellt sein und so die Politik der Schweiz in diese Richtung lenken. Wie gross war der Druck aus dem Ausland? Als die Schweiz in den 60er-Jahren der Europäischen Menschenrechtskonvention beitreten wollte, wurde diese politische Ungleichheit zwischen Männern und Frauen ein Problem. Denn ein Teil dieser Menschenrechts­ konvention ist das Frauenstimmrecht. Insofern kann man schon sagen, dass der Druck aus dem Ausland eine w ­ ichtige Rolle ­gespielt hat und die Frauen in der Schweiz zumindest in ihrem Kampf ermutigt hat. Es gab auch Frauen, die dagegen waren. Warum? Viele argumentierten mit der ­traditionellen Rollenverteilung: Die Frau gehört in die Küche und ins Haus. Einige von ihnen sagten aber auch, dass ein Stimmund Wahlrecht allein sie nicht vor Gewalt zu Hause oder vor ­Unterdrückung am Arbeitsplatz schützen könne.

«Es war ganz klar eine Machtfrage.» Catherine Bosshart (73) Historikerin

Ein nachvollziehbares Argument? Nein. Mit einem Stimmrecht ­können Frauen ja auch bei den Gesetzen zu ihrem Schutz mit­ bestimmen. Was haben sich die Frauen durch dieses Stimmrecht erhofft? Sie wollten im Ehe- und im Erb­ recht mitbestimmen. In den 60er-Jahren waren Frauen schon unabhängiger als in den Jahrzehnten zuvor. Die Gesetze hatten sich dieser Entwicklung aber noch nicht angepasst. Ehefrauen durften etwa nur mit Erlaubnis ihres Mannes arbeiten oder ein eigenes Bankkonto eröffnen. Sind diese Hoffnungen ein­ getroffen? Zum Teil. Die Frauenrechte haben sich mit dem Frauenstimmrecht verbessert. Aber es gibt immer noch viel zu tun. Es geht alles viel zu langsam ­vorwärts. Zum Beispiel? Es gibt immer noch viel weniger Frauen, die in hohen Positionen in der Wirtschaft oder in Ver­ waltungsräten sitzen. Und von ­einer Lohngleichheit sind wir ­leider immer noch weit entfernt. Stimmen Frauen anders ab als Männer? In gewissen Bereichen. Wenn es zum Beispiel um Familienpolitik oder um Einwanderung geht, stehen Frauen viel mehr links und ­arbeiten auch über die Parteien hinaus zusammen. Auch für den Umweltschutz setzen sie sich mehr ein als die Männer. Gibt es Abstimmungen, die ohne Frauen anders ausgegangen wären? Ja, eine ganze Reihe. In der jüngsten Zeit war das zum Beispiel das Referendum zum Kauf des neuen Kampfjets Gripen im Jahr 2014. Da setzten sich die Frauen mit ­ihren Stimmen klar durch und ­haben damit den Gripen versenkt.


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FRAUENSTIMMRECHT | 1.2.2021 | 17

der Nationalratsmitglieder sind heute weiblich. Im Ständerat sind es nur 26,1 Prozent.

Bilder: zVg, Plakatsammlung, Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK; Plakate: Wollt Ihr solche Frauen? – Frauenstimmrecht Nein/1920/Otto Baumberger, © 2021, ProLitteris, Zurich; Frauenstimmrecht ja – My Babbe Stimmt jo/1946/ Beatrice Afflerbach

So engagiert sich die Migros für die Frauen

Schon Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler setzte sich für Frauen ein und forderte als Politiker das Frauenstimmrecht. Auch heute noch unterstützt das Migros-­ Kulturprozent die Frauen, unter anderem mit B ­ eiträgen an diesen Projekten:

Mit diesen Plakaten wurde vor 50 Jahren gegen und für das Frauenstimmrecht geworben.

Ab ins Bundeshaus ist ein Leiterlispiel. Mit einem Augenzwinkern macht das Spiel auf das Jubiläum des Frauenstimmrechts aufmerksam. Es gibt weibliche Spielfiguren, Ereigniskarten, Rutschen und Leiterli. Alle Spielzüge basieren auf historischen Tatsachen. Erhältlich für Fr. 30.– bei galaxus.ch

Die Plattform SheKnows von ­Alliance F bietet einen Schweizer-­ Expertinnen-Pool. Das Ziel ist, dass Frauen in der Medienberichterstattung und auf Veranstaltungen repräsentiert sind und ihnen die gleiche Sprechzeit eingeräumt wird wie Männern. www.sheknows.ch

Helvetiarockt ist eine Koordinationsstelle und Vernetzungsplattform für Musikerinnen. Der Verein macht sich für eine Er­höhung des Frauenanteils in der Schweizer Musikbranche stark. www.helvetiarockt.ch

Grossmütter Revolution ist ein Netzwerk für alle Frauen der älteren Generation, egal, ob sie biologische Grossmütter sind oder nicht. Sie verstehen sich als soziale Bewegung, die Themen und Anliegen zum Alter, Frausein und Generationen aufnimmt. www.grossmuetter.ch

«Ich bin in der Juso und

freue mich schon darauf, endlich auch ­abstimmen und wählen zu dürfen. ­Hoffentlich habe ich die Chance, noch für unsere 99%-Initiative abzustimmen. Ich finde es immer schade, wenn Leute sagen, ihre Stimme bewirke sowieso nichts. Vor allem möchte ich mich für die Gleichstellung der Menschen, ­Frauenrechte und für Flüchtlinge ­einsetzen, und ich ­könnte mir gut vor­ stellen, später selber in die Politik zu gehen. Vielleicht irgendwann als Nationalrätin für die SP?» Emily Pfeil aus Rüschlikon ZH Alter: 17, wird im August 18 Job: Lehre zur Fitness­trainerin

Ich ti s m me a b!


6 18 | 1.2.2021 | GESUNDHEIT

Bettwanzen Wo eine Wanze ist, sind meistens viele. Tagsüber verstecken sie sich unter Matratzen, in Ritzen, Möbeln oder Bilderrahmen. Im Dunkeln krabbeln die bis zu sieben Millimeter grossen, bräunlichen Tierchen heraus und stechen zu. Wanzen können ohne Nahrung monatelang überleben. Abhilfe schafft nur der Einsatz eines professionellen Kammerjägers. Vorbeugen: Bettwanzen sind auf Reisen häufig ­anzutreffen. Am besten kontrolliert man im Hotel die einschlägigen Verstecke. Getragene ­Wäsche sollte in einem verschlossenen Plastiksack verstaut werden und Koffer nicht offen stehen ­lassen! Auch beim Kauf von gebrauchten Möbeln ist ein Kontrollblick in die Ritzen ratsam.

unbeliebte Haustierchen Sie beissen, saugen und stechen, sobald sie uns nahekommen. Wie Zecken, Milben und die ü ­ brigen ­ Promis unter den Parasiten unsere Gesundheit ­ gefährden und was wir gegen sie tun können. Text: Martina Frei

Milben Milben sind überaus artenreich, im Allgemeinen aber eher ungefährlich, was die Übertragung von Krankheitserregern betrifft. Manche von ihnen beissen, andere stechen und können damit starken Juckreiz auslösen. Hausstaubmilben, die gern in Matratzen und Teppichen leben, tun weder das eine noch das andere, jedoch kann ihr Kot allergisches Asthma hervorrufen. Von der ­Wüstenrennmaus über das Kaninchen bis zum Vogel kann fast jedes Haustier Milben beherbergen. Herbstmilben ­besiedeln Grashalme und warten dort darauf, abgestreift zu w ­ erden. Auch im Heu oder Stroh kommen Milben vor. Behandeln: Gegen Juckreiz helfen handelsübliche Arzneimittel. Stammen die ­Verursacher vom Haustier, sollte man den Tierarzt um Rat fragen.

Flöhe Flöhe suchen sich am Körper zuerst eine ­ assende Stelle, um Blut zu saugen. Deshalb p ­findet man meist mehrere Stiche in unmittelbarer Nachbarschaft. Die kleinen roten, juckenden Knötchen stammen selten vom Menschenfloh, sondern meist von Hunde- oder Katzenflöhen, die sich das falsche Opfer ausgesucht haben. Behandeln: Es gibt Wärme- und Lichtfallen, an denen Flöhe kleben bleiben. Stammen sie vom Haustier, sollte man dieses behandeln. Aber aufgepasst: Permethrin, ein Wirkstoff, der bei Hunden hilft, ist für Katzen hochgiftig!


GESUNDHEIT | 1.2.2021 | 19

Zecken Kaum steigen die Temperaturen über zehn Grad, erklimmen sie wieder Büsche und Grashalme. Die Zecken rund um den Globus können viele Krankheiten übertragen. In der Schweiz sind vor allem die Borreliose und die FSME (Hirn- und Hirnhautentzündung) gefürchtet. Behandeln: Festgebissene Zecken rasch entfernen. Kommt es in den Tagen oder Wochen danach zu einer Hautrötung, Kopf- oder Gelenkschmerzen oder grippeähnlichen Beschwerden, sollte man zum Arzt gehen. Gegen ­Borreliose helfen Antibiotika. Vorbeugen: Vor dem Querfeldeinspazieren Kleidung, Schuhe und Haut mit einem Anti-Zecken-Spray imprägnieren und sich danach auf Zecken absuchen. Zecken bevorzugen die Leisten, Beine, Achseln, Gürtellinie, Hals, Nacken und bei Kindern auch die Kopfhaut. Wer sich gegen FSME impfen lassen will: Mindestens einen Monat vor Beginn der Zeckensaison daran denken – also jetzt! Denn selbst ein schnelles Impfschema verleih t allerfrühestens nach 21 Tagen einen gewissen Schutz.

Bandwürmer Typische Zeichen sind Bauchschmerzen, Durchfall oder Verdauungsprobleme ähnlich wie beim Reizdarm. Manche Wurmweibchen legen ihre Eier nachts rings um den After ab, das juckt. Andere Würmer entdeckt man zufällig beim Gang aufs WC. Anstecken kann man sich durch die Aufnahme von Wurmeiern mit verschmutzter Nahrung, beim Kontakt mit Tieren oder beim Genuss von rohem Fisch. Behandeln: Je nach Diagnose kommen diverse Wirkstoffe zum Einsatz. Danach unbedingt Bett- und Körperwäsche wechseln.

Kopfläuse «Läuse bekommen nicht die unhygienischen Kinder, sondern diejenigen, die sehr sozial sind und ihre Köpfe zusammenstecken», sagt Sabine Schmid, Leitende Schulärztin Stadt Zürich. Dann krabbeln die Läuse von einem Haarschopf zum nächsten. Überspringen können sie nicht. Sie saugen alle paar Stunden etwas Blut und ­verursachen dabei kleine rote, juckende Stiche. Die Weibchen legen helle Eier und kleben sie an den ­Haaren fest. Ohne Kontakt zu einem Menschen überleben Läuse meist nur ein paar Stunden.

Vorbeugen: Wichtig ist sorgfältige Händehygiene vor jedem Essen (inklusive Fingernägel). Hunde und Katzen sollte man regelmässig entwurmen.

In der Apotheke sind Produkte mit verschiedenen ­Wirkstoffen erhältlich. Vorsicht: Manche sind entzündlich, sodass man die Haare nach der Anwendung keinesfalls heiss föhnen darf! Bettgspänli sollten ebenfalls behandelt werden, Plüschtiere und Bettwäsche dagegen nicht. Mehr dazu auf lausinfo.ch

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Bild: Science Photo Library

Behandeln: Um Kopfläuse zu finden, kämmt man die ­nassen Haare und gibt viel Conditioner aufs Haar, der die ungebetenen Gäste lähmt. Anschliessend kämmt man die Haare mit einem speziellen Läusekamm.

Auch grössere Tiere können Krankheiten übertragen Haustiere haben eine wohltuende Wirkung auf die Menschen. Aber auch Katzen, Hunde oder Vögel können Krankheiten übertragen. Weitere Infos und Empfehlungen für Schutzmassnahmen auf migros-impuls.ch/tiere


Polarforscher

1, 2 ODER 3 ? Die Wasserbecken bei uns im Innenhof sind grösstenteils vereist. Natürlich gehören der Grosse (10) und der Kleine (5) zu den Forschern, die die Eisschollen erkunden. Der Kleine ist noch etwas schüchtern und stochert am liebsten mit einem Stecken auf der ­eisigen Oberfläche herum. Der Grosse hingegen ist seit einigen Saisons mit der Materie vertraut und kennt keine Zurückhaltung. Auf dem Heimweg von der Schule macht er jeweils einen Abstecher aufs immer dünner werdende Eis und watschelt dann tropfnass nach Hause. Weil ich es langsam satthabe, neben einer Wäscherei auch eine Trocknerei zu betreiben, muss der Grosse jetzt auf dem Glatteis Gummistiefel tragen. Die saugen sich immerhin nicht mit Wasser voll. Nun hat er gehört, dass ein Nachbarsjunge seine Gummistiefel nach ­einem intensiven Tauchgang wegen eines Vakuums nicht mehr ausziehen konnte. Das erklärte Ziel des Grossen: auch so ein Vakuum erleben! – Und jetzt? MM 1 Ich besorge ihm ein Paar Fischerstiefel.

Da kommt kein Wasser rein.

2 Ich unterstütze fast alle Experimente

in der Natur. Soll er doch. So erkältet er sich noch oder wird 3 krank. Schluss damit!

Illustration: Lisa Rock

20 | 1.2.2021 | KOLUMNE

Monica Müller (45) hat zwei B ­ uben, ­einen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 2: Er erlebt das Vakuum. Nur blöd, dass ich nicht zu Hause bin, als er mit eisigen Füssen in den Stiefeln stecken bleibt. Denn das Einverständnis zum Experiment hat der Papi nicht gegeben. Entsprechend kühl ist der Empfang, als ich durch das geflutete Treppenhaus heimkomme. Anzeige

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22 | 1.2.2021 | GENUSS

Wissensbissen Wer sich vegan ernähren möchte, findet viele Ersatz­produkte. Die österreichische Autorin Katharina ­Seiser findet: In vielen Ländern gibt es ein t­ olles Repertoire an Gerichten, die immer schon ­vegan waren – ohne Ersatz­ produkte. Die H ­ ighlights hat sie mit interessanten Anekdoten zu ein­zelnen Gerichten in i­ hrem Buch «Immer wieder vegan» zusammengestellt. Bei exlibris.ch Fr. 31.90

Pfannenhilfe Für das klassische Müesli oder hippe Porridge sind H ­ aferflocken unverzichtbar. Damit aus Haferkörnern Flocken ­werden, müssen sie gedämpft, getrocknet und gepresst werden. Im ­Warentest des Konsumentenmagazins «K-Tipp» (Ausgabe 16/20) wurden die «Bio Vollkornhaferflöckli fein» der Migros mit der Note «sehr gut» bewertet.

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Zunächst einmal muss das Verhältnis von Aquafaba (das ist nichts anderes als Kochwasser von Kicher­erbsen) zum Zucker stimmen: Auf 100 Gramm Aquafaba kommen 200 Gramm Zucker. Eine Prise Salz und ein Spritzer Zitronensaft runden den ­Geschmack ab und sorgen für Stabilität. Zusätzlich kann man zwei Teelöffel Speisestärke h ­ inzufügen. Wie bei Meringues aus Eiweiss muss die Rührschüssel absolut fettfrei sein. Zudem muss so lange gerührt werden, bis sich der Zucker aufgelöst hat, die Masse glänzt und sich stabile Spitzen bilden, wenn man das Rührgerät aus der Schüssel nimmt.

6000 Kompostwürmer tummeln sich in einem Komposthaufen von 250 Litern mit organischen ­­ Abfällen etwa – wenn für genügend Luft und Feuchtigkeit gesorgt ist.

Illustration: Felice Bruno; Bild: PD

Vollkornhaferflocken

Wenn ich Meringues mit dem ­Eiweissersatz Aquafaba zubereite, werden sie mir zu weich. Wie werden sie fester?


GENUSS | 1.2.2021 | 23

PLANEN

Ein Menüplan für mindestens drei Tage hilft, Zeit und Geld zu sparen.

Poulet-Schawarma

15 M I N .

Hauptgericht für 2 Personen 180 g Pouletgeschnetzeltes Salz, Pfeffer Gewürzmischung «Garam Masala» 3 rote Zwiebeln 1 Zitrone 3 EL Tahini (Sesampaste) 4 Cornichons 1 EL Olivenöl 2 Fladenbrote oder Vollkorntortillas ½ Bund glattblättrige Petersilie Zubereitung 1. Backofen auf 200 °C vor­­-

Bilder: Migusto

hei­zen. Poulet mit Salz, Pfeffer und «Garam Masala»-Mix ­würzen. Zwiebeln halbieren und in ­feine Scheiben schneiden. ­Zitrone auspressen. Die ­Zwiebeln mit etwas Zitronensaft mischen. Tahini mit rest­ lichem Zitronensaft mischen und mit Salz würzen. Cornichons in Scheiben schneiden. 2. Poulet im Öl rundum scharf anbraten. Zwiebeln dazugeben und Poulet ca. 4 Minuten durchbraten. Fladenbrote oder Tortillas ca. 1 Minute im Ofen rösten. Fladenbrot mit Tahini beträufeln. Poulet, Cornichons und Zwiebeln auf dem Brot ­anrichten. Petersilie darüberzupfen und Schawarma auf­ rollen.­Mit Sauerrahm füllen.

Schnell und lecker

Im Homeoffice jonglieren, aber gut und abwechslungsreich essen? Ein paar einfache Rezepte und Tipps, damit die Mahlzeit in 5 bis 15 Minuten auf dem Tisch steht. Text: Dinah Leuenberger


24 | 1.2.2021 | GENUSS

15 M I N .

CurryLinsen-Suppe Die vegane, mit Curry gewürzte Linsensuppe ist in nur 5 Minuten zubereitet. Das schnelle Mittagessen benötigt nur wenige Zutaten. Rezept: migusto.ch

5 MIN.

Blitz-Polenta mit Wirz und Gorgonzola Hauptgericht für 4 Personen 8 dl Bouillon 4 dl Milchdrink 250 g feiner Maisgriess, 2 Minuten (Polenta) 200 g Gorgonzola Salz, Pfeffer 300 g Wirz 1 Zwiebel 2 EL Olivenöl Zubereitung

Bouillon mit Milch aufkochen. Maisgriess unter Rühren ein­ rieseln lassen. Unter stän­ digem Rühren ca. 4 Minuten ­köcheln lassen. Pfanne vom Herd ziehen. Gorgonzola in Stücke schneiden. Die Hälfte unter die Polenta mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zugedeckt ca. 5 Minuten quel­ len lassen. Wirz und Zwiebel in Streifen schneiden. Zwiebel im Öl dünsten. Wirzstreifen beigeben. Kurz braten, sodass sie noch knackig sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Polenta und dem restlichen Gorgonzola servieren.

PASTASAUCE

Mit Kräuterbutter oder Pesto – beides portionenweise eingefroren – pimpen Sie jede Pasta oder Salatsauce auf.

Pasta soll auf den Tisch, aber keine Zeit mittags?

Dann kochen Sie die Teigwaren am Vorabend vor. In der Mikrowelle oder in einer Pfanne mit geschlossenem Deckel und wenig Wasser sind sie im Nu aufgewärmt.

Schnell und frisch gehts damit: Anna�s Best Fettuccine, 300 g Fr. 2.95


GENUSS | 1.2.2021 | 25

10 M I N . 10 M I N .

Knuspriger Gurken-LachsSalat Hauptgericht für 1 Person 5 Knusperbrötchen 5 Snackgurken ½ Bund Dill 90 g griechisches Joghurt nature ¼ Limette Kräutersalz 70 g Flammlachs

Avocado-Kichererbsen-­ Salat mit Tofu Der Salat aus Kichererbsen, Avocado und Tofu ist in nur 5 Minuten gemacht: ein schnelles, veganes Mittagessen.

Zubereitung

Brötchen in kleine Stücke ­brechen. Gurken längs halbieren und in Scheiben schneiden. Dill zum Joghurt zupfen. Den Limettensaft dazupressen, mit Kräutersalz würzen und verrühren. Brötchen, Gurken und Joghurtsauce mischen. Mit Lachs servieren.

Rezept: migusto.ch

ZUM SALAT

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Bilder: Migusto

5 MIN.

Weisse Bohnen an Tomatensauce Ein veganer Lunch mit fünf Zutaten: SoissonsBohnen werden in Tomatensauce erhitzt, Kräuter dazugeschnitten, alles mit Olivenöl beträufelt und mit Proteinbrot serviert. Rezept: migusto.ch

Die Salatsauce ­bereitet man am besten gleich für eine ganze Woche zu. So steht der ­Salat am Mittag im Nu auf dem Tisch.

MEHR SUPPE

Kochen Sie stets grössere Mengen an Suppen vor und frieren Sie d ­ iese ein. Auch Flädli oder blanchiertes Gemüse lässt sich bestens einfrieren – gleich in Portionen.

Weitere Tipps: migros-impuls.ch/lunchbox


26 | 1.2.2021 | VEGAN LEBEN

«Vegane Schinkengipfeli fände ich toll» Im Januar auf ­tierische Produkte verzichten: Dazu motiviert der Veganuary. Ist nun im Februar der vegane Hype ­vorbei? Absolut nicht, sagt Laura ­Lombardini (35), ­Geschäftsleiterin der Veganen ­Gesellschaft Schweiz. Vegan zu leben, werde in ein paar Jahren völlig normal sein. Text: Monica Müller Bilder: Roger Hofstetter

Laura Lombardini, was ­vermissen Sie als Veganerin kulinarisch? Convenience- und Tiefkühl­ produkte. Ich freue mich auf die vegane Pizza Margherita, die es bei der Migros bald zu kaufen gibt. Vegane Schinkengipfeli ­fände ich auch toll. Zuerst hatte ich auch Mühe, ohne Käse zu ­leben. Nach etwas Entwöhnung änderte sich das aber schnell. ­Inzwischen habe ich mit New Roots eine wunderbare Alternative aus Cashewnüssen gefunden. Statt mit Parmesan würze ich mit Hefeflocken. Trotzdem wünsche ich mir noch weitere Käse-Ersatzprodukte. Warum ausgerechnet Schinken­ gipfeli? Bevor ich Veganerin geworden bin, habe ich das auch nie verstanden. Aber heute mag ich ­kreative Küche und Kopien. ­Früher liebte ich Salami, Schinken, Speck und Käse. An diese Geschmackserlebnisse werde ich mich immer erinnern, damit bin ich aufgewachsen. Das ist ein Wohlfühlding. Mit veganen Schinkengipfeli kann ich meine Werte leben, ohne anderen ­unnötigen Schaden zuzufügen. Wie sind Sie Veganerin ge­ worden? Bei einem Yoga-Workshop mit veganem Essen dachte ich noch: Das schmeckt super, aber ich könnte nie so leben. Dann ­begann ich zu recherchieren und realisierte, wie einfach ich zu

Kalzium, Eisen und Proteinen kommen kann und welchen ­Beitrag ich damit zur Schonung der Umwelt und der Tiere leiste. Das war vor sechs Jahren. Heute kann ich mir keine andere ­Lebensweise mehr vorstellen. Was bereitete Ihnen beim ­Umstellen der Ernährung am meisten Mühe? Erst wollte ich zu Hause vegan essen und auswärts flexibel bleiben. Aber ich merkte rasch, dass mir das nicht entsprach, weil ich immer mitbestimmen wollte, was ich konsumiere. Veganerin zu werden, bedeutete für mich überraschenderweise auch, kreativer zu werden in der Küche. Hatte ich zuvor immer dieselben Gerichte auf meinem Menüplan,

«Ich mag Kopien. Ich bin mit ­Salami und Käse aufgewachsen. Das ist ein Wohlfühlding.»

wie Spaghetti Carbonara oder Käsepizza, entdeckte ich nun ganz viele Gemüsesorten wie Schwarz­wurzel, Topinambur, ­Federkohl oder rohe Randen und Hülsenfrüchte neu. Sie sind also als Veganerin die bessere Köchin geworden? Das ist tatsächlich so! Ich esse wahnsinnig gern. Gerösteter Blumenkohl mit Tahini-Sauce, selbstgemachte Gnocchi oder Pancakes gelingen mir mittlerweile wunderbar. Anfangs ­dachte ich, auf viel verzichten zu müssen. Jetzt sehe ich eher, was ich alles dazugewonnen habe. Wie reagierte Ihr Umfeld, als Sie begannen, vegan zu leben? Sehr unterschiedlich. Ausgeflippt ist niemand. Aber meine Mutter war traurig, weil sie dachte, sie könnte mich nicht mehr bekochen. Und mein Vater befürchtete, meine Ernährungsumstellung könnte zu einer Art


VEGAN LEBEN | 1.2.2021 | 27

«Es ist ein ­Lebensstil wie jeder andere. Wir sind lebensfroh, essen gerne gesund und ­gerne auch mal Junk.» Kommt dann jemand und hält den Finger auf die wunde Stelle, löst er einen Abwehrreflex aus. ­Zudem sind im virtuellen Raum die Hemmungen kleiner, sich ­abzureagieren.

Ihr Verein hat den Veganuary in die Schweiz ­gebracht: Laura Lombardini von der Veganen Gesellschaft Schweiz

Illustration: iStockphoto; Bild: Roger Hofstetter

Religion werden. Eine Freundin sagte: Mal schauen, wie lange du das durchhältst! Ich war die ­Erste in meinem Umfeld und eckte auch an. Warum? Ich war ziemlich erschüttert, als ich begriff, was für Auswirkungen der Konsum von tierischen Produkten hat. Ich hatte das ­Bedürfnis, darüber zu reden und andere nach ihrer Haltung zu fragen. Schnell merkte ich: Viele wollen das nicht. Das habe ich akzeptiert. Heute versuche ich eher, andere zu inspirieren, ­Alternativen auszuprobieren – wie einen Cappuccino mit Haferstatt Kuhmilch zu trinken. Sind Flexitarier in Ihren Augen Rosinenpicker oder gar Weicheier?

positiv über den veganen Lebensstil. Und es ist ein Lebensstil wie jeder andere: Wir sind lebensfroh, essen gerne gesund und gerne auch mal Junk. Absolut nicht! Ich möchte den Schaden reduzieren, den wir durch unsere Essgewohnheiten der Umwelt, den Tieren und auch uns selbst zufügen. Würde eine breite Masse weniger tierische Produkte konsumieren und Alternativen ausprobieren, wäre schon viel erreicht. Veganer galten lange als spassbefreit. Nun wandelt sich ihr Image. Wie erleben Sie das? Vor zehn Jahren waren Veganer eine Randerscheinung und ­galten als lustlos, freudlos und ­farblos. Nun ist das Thema viel präsenter geworden und die ­Medien berichten mehrheitlich

Und doch provozieren Sie ­damit viele. Werden Sie häufig angefeindet? Leider immer wieder. Ich war vor einem Jahr in einer Talkrunde bei «Tele-Züri», zusammen mit einem Milchbauern und einer Ernährungsberaterin. Danach hagelte es primitive Kommen­ tare, auch auf meinen privaten ­Kanälen. Das tut weh. Wie ordnen Sie das ein? Es handelt sich um ein emotionales Thema. Unser Umgang mit der Natur und Tieren funktioniert, weil wir gewisse Dinge wie Massentierhaltung ausblenden. Niemand will Tiere quälen.

Könnten Sie sich in jemanden verlieben, der Fleisch isst? Das habe ich mich auch schon gefragt. Verlieben wohl schon. Aber ob es auch längerfristig klappen würde? Ich lebe vegan, weil es meinen Werten entspricht. Findet man sich da nicht, stimmt wohl vieles nicht. Der zweite Veganuary ist eben zu Ende gegangen. Welche ­Bilanz ziehen Sie? Verglichen mit dem ersten Veganuary hatte das Thema sehr viel mehr Aufmerksamkeit. Alle ­Detailhändler waren mit von der Partie, manche haben neue vegane Produkte lanciert. Die Kampagne der Migros für ihre V-Love-Produkte beispielsweise hat uns enorm gefreut. Mit ­Slogans wie «Auch wenn dein Veganuary nur einen Tag dauert: V-love you» schafft die Migros Sympathie für unser Anliegen. Und das zählt. Schliesslich möchten wir, dass möglichst viele dem Thema offen begegnen. Aktuell ernähren sich gerade mal 2,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung vegan. Werden die Veganer einst die Welt erobern? Ich bin zuversichtlich, dass der vegane Lebenstil in einigen ­Jahren so alltäglich sein wird wie der vegetarische. MM


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MEINE MIGROS | 1.2.2021 | 29

Kein Fall für den Abfall Seit einem Jahr arbeitet die Migros im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung mit Too Good To Go zusammen. Mit den Überraschungspäckli wurden über 600 Tonnen an Treibhausgasen eingespart. Text: Benita Vogel

Überraschungspäckli mit übrig gebliebenen Lebensmitteln wie Frische- und Milchprodukte wurden 2020 über Too Good To Go in der Migros abgeholt.

658

In so vielen Migros-­Filialen, -Restaurants und -Take-aways der ganzen Schweiz können mit der App Too Good To Go Überraschungspäckli mit übrig gebliebenen Lebensmitteln reserviert und kurz vor ­Ladenschluss vor Ort ­abgeholt werden.

Bild: PD; Illustration: Getty Images

4 625000

Kilos an CO2 konnten 2020 eingespart werden. Das entspricht 620 Flügen von Zürich nach New York, oder 38 Jahre lang am Stück heiss duschen.

250 000

Vier Überraschungspäckli voller einwandfreier Lebensmittel kann man bei der Migros retten: ein ­gemischtes Päckli mit Backwaren, Milchprodukten, ­Charcuterie und Salat, ein reines Früchte- und ­Gemüsepäckli, eins mit übrig gebliebenen Restaurant-­Menüs und eins mit Take-away-Produkten.

7

Zur Vermeidung von Food Waste arbeitet die Migros auch mit sozialen Institutionen, etwa Tischlein deck dich und die Schweizer Tafel, zusammen. 2019 haben die Super- und ­­ Verbrauchermärkte und die Migros-Industrie sieben Millionen Mahlzeiten mit Früchten, ­Gemüse, Brot, Teigwaren und Kühlprodukten gespendet.

1 000 000 Über eine Million Menschen haben die App in der Schweiz bereits heruntergeladen.


30 | 1.2.2021 | VEREINSFÖRDERUNG

Das wünschen sich Vereine

Wer bei der Migros einkauft, kann seinen LieblingsAmateur-­Sportverein unterstützen. Bereits 2000 Vereine sind bei «Support your Sport» dabei, um sich Wünsche zu erfüllen. Text: Lisa Stutz, Benita Vogel Bilder: Marco Zanoni Illustrationen: Illumueller

Mit einer Wur fmaschine noch häufiger den Korb treffen. Marin Basket Club, Wunsch: Wurfmaschine

Der Schuss in den Korb muss passen. «Wurfübungen sind etwas vom Wichtigsten in unserem Training», sagt Ling Imer, Verwalterin beim Marin Basketball Club im Kanton Neuenburg. Aber leider sei es auch sehr mechanisch, repetitiv und langweilig. Die Basketballerinnen und -baller

wünschen sich deshalb bereits seit Langem eine Basketball-Wurfmaschine. Diese wirft ihnen automatisch Bälle in verschiedenen Positionen zu und zeigt ihnen ­anschliessend auf einem Bildschirm, wie schnell und genau ihre Schüsse sind. «Man kann die Fortschritte eins zu eins sehen», sagt Ling Imer. Die Maschine

­ ostet rund 9500 Franken. Die Clubverk walterin ist auf der Suche nach Sponsoren. In Zeiten von Corona sei das nicht einfach. «Wir freuen uns sehr, wenn wir von Migros-Kunden unterstützt werden.» Der Marin Basketball Club existiert seit 30 Jahren und hat elf Mannschaften mit ­Spielerinnen und Spielern ab fünf Jahren.


VEREINSFÖRDERUNG | 1.2.2021 | 31

Hornusser Huttwil, Wunsch: Neuer Rasenmäher Gut 10 000 Quadratmeter. So

gross ist das Spielfeld, auf dem Reto Scheidegger und seine Teamkameraden ihr Hobby ausüben. «Das Spielfeld muss alle ein bis zwei Wochen ge­ mäht werden», erklärt der Vereins­präsident. Denn bei zu hohem Gras findet man den Nouss nicht mehr. «Leider ist unser Rasenmäher kaputt­ gegangen. Es lohnt sich nicht,

Mithilfe eines Aufsitz-Rasenmähers nie mehr lange nach dem Nouss suchen.

ihn zu reparieren.» In der Ver­ gangenheit hätte man für eine solche Anschaffung wohl einen Sponsor gefunden, «doch den Firmen geht es aufgrund der Pandemie zurzeit nicht rosig». Gerade wurde auch der jähr­ liche Lotto-Match des Vereins abgesagt, der normalerweise eine wichtige Einnahmequelle für die Hornusser Huttwil ist. «Ein guter Aufsitz-Rasen­ mäher kostet schon 17 500 Franken», sagt Scheidegger.

Er ist gelernter Landmaschi­ nenmechaniker. Mit dem ­Mähen haben sich bis anhin drei Teammitglieder ab­ gewechselt. Dreieinhalb Stun­ den dauerte es jeweils, bis das ganze Spielfeld gemäht war. «Mit dem gewünschten Rasen­ mäher wären wir in einer Stunde durch.» Der Verein zählt 27 aktive Mitglieder. Sie alle ­hoffen, dass die Saison wie gewohnt im März starten kann – inklusive Rasenmäher.

Drei Millionen für Vereine Die Migros unterstützt mit der Aktion «Support your Sport» Amateur-­ Sportvereine, um deren Wünsche wahr werden zu lassen. Dafür steht ein Fördertopf von drei Millionen Franken zur Verfügung. Die ­Aktion beginnt am ­ 2. Februar und läuft bis 12. April. So funktioniert es: Sie wollen Ihren Lieblings-Amateur-Verein unterstützen: Beim Einkauf in jeder Migros-Filiale, bei shop.migros.ch oder bei sportxx.ch erhalten Sie pro 20 Franken Einkaufssumme ­einen Vereinsbon. Der Bon enthält einen Code, den Sie per Smartphone oder auf migros.ch/sport Ihrem Lieblingsverein zuweisen können. Je mehr Vereinsbons ein Verein erhält, desto grösser wird sein Anteil am Fördertopf. Zusätzlich können Sie Ihren Lieblingsverein mit e ­ iner ­Direktspende über ­migros.ch/spende unterstützen. Durch eine Fairness-Klausel sorgt die Migros dafür, dass nur Vereine mit e ­ iner vergleichbaren Grösse miteinander konkurrieren. Dafür werden die teilnehmenden Vereine in drei Kategorien unterteilt: kleine, mittlere und grosse.

Sie wollen sich als ­Verein mit Ihrem Wunsch für «Support your Sport» anmelden? Alle AmateurSport­vereine können das bis 12. April 2021 tun. Weitere Infos auf ­migros.ch/sport


32 | 1.2.2021 | VEREINSFÖRDERUNG

Nachgefragt

«Vereine sind kein Auslaufmodell» Cornelia Hürzeler, wie sehr leiden Vereine u ­ nter Corona? Die Pandemie trifft Vereine mitten ins Mark. Ihr Sinn und Zweck besteht darin, sich mit Gleichgesinnten zu treffen – das fällt nun weg. Die Pan­ demie nimmt Vereinen ihre ­Lebensgrundlage. Was ist die grösste Heraus­ forderung? Einige Vereine sind auch in Geldnöten, wie ein KMU. Sie können nicht funktionieren, haben aber trotzdem Fix­ kosten. Daneben müssen sie ihren Verein am Laufen ­halten und den Kontakt mit den Mitgliedern pflegen. Vereinsvorstände arbeiten meist ehrenamtlich, haben daneben einen Job und Familie. Was können Vereine in Schwierigkeiten tun? Die Vereine können sich an ihre kantonalen und nationalen Verbände wenden. Es gibt auch Gemeinden, die ihre ­lokalen Vereine unterstützen. Wetzikon etwa hat eine digitale Plattform eingerichtet, mit der sich Vereine gegen­seitig vernetzen und helfen können. Und auch wir bei «vitamin B» ­beantworten Fragen und ­bieten Unterstützung an. Sind Vereine ein Auslauf­ modell? Überhaupt nicht. Die Pan­ demie zeigt, wie aktuell und flexibel diese Rechtsform ist. Vereine sind cool und ­haben ihr verstaubtes Image längst abgelegt.

Von einem amerikanischen Profi das «Batting» lernen. Baseball-Club Wil Devils, Wunsch: Ein amerikanischer Coach

«Die Amerikaner haben Baseball einfach mehr im Blut», sagt Aktuarin Natalie Milsom. Deshalb wünscht sich der Verein einen amerikanischen Coach. Idealerweise lebt dieser bereits in der Schweiz und hat Lust, die Wiler zu trainieren. Doch bis jetzt ist kein Budget dafür vorhanden. «Wie viel wir genau brauchen, wissen wir nicht», so Milsom, deren Sohn und Tochter im Verein

spielen. Sobald man ein Budget habe, sei es einfacher, jemand Geeignetes zu finden. Je nach ­finanziellen Möglichkeiten gibt der Coach regelmässige Trainings, oder ein- bis zweimalig einen Intensiv-Workshop an einem Samstagmorgen. Vor allem das Schlagen – das «Batting» – müsse geübt werden. Beim Baseball hänge viel von der Technik ab. «Ein ausgebildeter amerikanischer Coach könnte unseren Spielern viel intuitiver Tipps geben», sagt Milsom.

Cornelia Hürzeler, Projektleiterin Soziales beim Migros-­ Kulturprozent. Sie leitet die Fachstelle vitaminb.ch.


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34 | 1.2.2021 | EINRICHTEN

UNSER ERSTES

BABY-ZIMMER Was ist absolut notwendig, und was ist einfach nett? Wir zeigen die fünf wichtigsten Möbel und Accessoires und verraten, worauf es speziell zu achten gilt. Dazu stellen wir die besten Apps für frischgebackene Eltern vor. Text: Monica Müller, Philipp Rüegg

Mobile Ein Mobile ist ein schönes ­Dekorationselement, das dem Baby visuelle Reize bietet und es ablenkt. Über dem Wickeltisch wirkt ein Mobile beruhigend, über dem Kinderbett kann es beim Einschlafen ­helfen. Bei der Auswahl ist wichtig, dass die Objekte und Formen in der Untersicht gut wirken, schliesslich liegt das «Zielpublikum» darunter. Beim Aufhängen eines Spiegels oder von Bildern sollten Eltern ­darauf achten, diese auf ­Kinderhöhe zu montieren.

Teppich

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Wickelkommode Die meisten jungen Eltern unterschätzen, wie viel Zeit sie mit Wickeln verbringen werden. Liegt ihr Baby auf einer angenehmen Höhe, können Mama und Papa die vielen schönen gemeinsamen Momente besser geniessen. Für Babys ist ­Wickeln nämlich eine sehr sinnliche Sache. Empfehlenswert sind Kommoden mit einem Wickelaufsatz, der nach der Wickelphase abgeschraubt werden kann. Zurück bleibt eine praktische Kommode für Kleider oder Spielsachen. 2 Wickelkommode Lily Fr. 349.–

In den ersten Monaten verbringen Babys die meiste Zeit auf dem ­Boden. Hier können sie strampeln, sich drehen und irgendwann loskrabbeln. Auf einem weichen ­Teppich oder einer Krabbeldecke fühlen sie sich besonders wohl. Auch Eltern sitzen oder liegen dort bequemer als auf dem nackten Fussboden. 3 Teppich Iven Fr. 49.95


EINRICHTEN | 1.2.2021 | 35

Famigros verlost eine Micasa-Geschenkkarte im Wert von Fr. 1000.–. ­ Infos zur Verlosung: famigros.ch/­ wettbewerbe

Praktische Apps für junge Eltern Rundum überwacht Für besorgte Eltern gibt es als Alternative zu herkömmlichen Geräten die App ­«Babyphone 3G». Die App wird auf zwei Smartphones oder Tablets installiert. Sie bietet auch Funktionen zum Abhören und für die Videoüber­wachung. «Babyphone 3G»: ca. Fr. 5.– www.migmag.ch/babyphone-iOS  www.migmag.ch/babyphone-android

WC-Finder Zum Wickeln, später zum Pipimachen: Die WC-Finder-App «Flush» zeigt die nächstgelegene öffentliche Toilette an. «Flush»: gratis, aber mit Werbung www.migmag.ch/flush-iOS www.migmag.ch/flush-android

Stillmöglichkeiten Wichtig sind ruhige Orte zum Stillen. ­Dafür gibt es «­ Mamamap», die auch ­In­formationen zur Ausstattung, etwa Platz für Kinderwagen, Lavabo etc., liefert. Mit Bewertungen von anderen Usern.

Bett Für Mai Blum, Einkäuferin für ­Kindermöbel und -accessoires bei Micasa, ist das Babybett besonders individuell. Übernachtet ein Baby fürs Erste im Familienbett, braucht es noch kein Bettchen. Manche ­Eltern bevorzugen ein Beistellbett oder einen Stubenwagen, andere möchten ihr Kind schon früh im ­eigenen Bettchen in den Schlaf ­wiegen. Sind die B ­ edürfnisse noch nicht ganz klar, lohnt es sich, mit der ­Anschaffung noch abzuwarten. 4 Babybett Lily Fr. 349.– Alle Produkte sind erhältlich bei micasa.ch

«Mamamap»: gratis www.migmag.ch/mamamap-iOS www.migmag.ch/mamamap-android

Verdunkelungsvorhang Vorhänge sind wieder im Trend. Für ein Kinderzimmer eignen sich Verdunkelungsvorhänge. Sie lassen in den hellen Monaten kein Licht durchschimmern, wenn Schlafenszeit ist. Möchte man Kinder an einen Tag-undNacht-Rhythmus heranführen, kann das helfen. Zudem hübschen Vorhänge ein Zimmer auf und sorgen für Gemütlichkeit. Empfehlenswert sind dezente Uni-Farben, da sie zeitlos sind und Ruhe in bunte Zimmer bringen. 5 Fertigvorhang Elora Fr. 59.95

Gesundheitstipps «MediKid» informiert über Kinderkrankheiten und Symptome. Die App enthält Rezepte für Hausmittel und erklärt, was bei Notfällen zu tun ist. Sie wurde zwar von einem Arzt geschrieben, ersetzt den Arztbesuch aber nicht. «MediKid»: ca. Fr. 2.– www.migmag.ch/medikid-iOS www.migmag.ch/medikid-android

Entwicklungsfortschritte «Sprout Baby» ist eine Begleit-App. Sie enthält Tipps für den Umgang mit Neu­geborenen, deren Bedürfnisse und ­Entwicklungsschritte. Man kann damit auch Still-, Abpump- oder Schlafphasen ­aufzeichnen. Auch Arzttermine, Wachstumskontrollen oder Impfungen können in der App eingetragen werden. «Sprout Baby»: gratis, mit In-App-Käufen www.migmag.ch/sprout-iOS www.migmag.ch/sprout-android


36 | 1.2.2021 | ALTERN

Warum Jungbleiben auch keine Lösung ist In ihrem neuen Buch diskutieren der Psychoanalytiker P ­ eter Schneider und die Autorin Andrea Schafroth mit leisem Humor über das Altern. Das Migros-Magazin präsentiert Auszüge aus ihren Gesprächen. Illustration: Benjamin Güdel


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Über die Begrenztheit des Lebens Andrea Schafroth: Sich mit der Begrenztheit der Zukunft arrangieren zu müssen, liegt nicht in unserer Natur, da mag der Tod noch so natürlich sein. Schon der 15-Jährige, der kein Fussballstar mehr werden kann, oder die Dreissigjährige, die zu alt ist für eine Modelkarriere, ­haben Mühe damit. Aber was ist, wenn uns die Zukunft buch­ stäblich zwischen den steifer werdenden Fingern zerrinnt? Das Alter bedroht unsere ­Existenz – die unserer Eltern, Lebensgefährten, Freunde. Wie sollen wir dem mit Gelassenheit begegnen? Peter Schneider: Was soll ich ­sagen? Ich bin auch dagegen. Tatsächlich ist nichts so doof wie die Versicherung, dass der Tod doch etwas ganz Natürliches sei. Schafroth: Dann stimmt nicht, was wir unseren Kindern sagen, wenn sie sich vor dem Tod fürchten? Dass dieser unser Leben auch lebenswert macht, dass wir anders fühlen, handeln, denken würden, wenn wir wüssten, dass wir ewig leben könnten. Was halten Sie von der Aussage, dass es den Tod braucht, damit wir Glück empfinden können? Schneider: Das mag nicht ­un­bedingt falsch sein, aber die ­Aussage wäre für mich glaubwürdiger, wenn wir beide Va­ rianten ausprobieren könnten. Schafroth: Was alte Menschen tagtäglich leisten, verdient ­jedenfalls grossen Respekt: Sie sind oft gesundheitlich eingeschränkt – ohne Hoffnung auf Besserung; sie leben ohne Zukunftsträume, denn vor ihnen liegt der Tod. Sie verlieren die Menschen, die ihnen am nächsten stehen. Es ist krass, was man im Alter leisten und ertragen muss, ohne dafür gesellschaft­ liche Anerkennung zu erhalten.

Über den Umgang mit dem Älterwerden Schneider: Für das Altern gibt es ein Zuwachs- und ein Verlustmodell. Kinder beschreiben ihr Älterwerden meistens nach dem Zuwachsmodell: Sie können zu einem gewissen Zeitpunkt ­etwas, was sie vorher noch nicht konnten. Der Übergang zum Verlustmodell des Alterns kann zuweilen sehr früh beginnen: mit dem Bedauern, dass man dieses oder jenes verpasst hat. Später kommt dann die Klage über die Abnahme des Gedächtnisses oder der körperlichen Kräfte dazu. Aber zugleich wird man möglicherweise auch zufriedener und erfahrener. Schafroth: Die Ü-Partys enden mit vierzig, ab fünfzig schlittern wir in die Plus-Generation. ­Wobei wir uns dieser Alters­­ka­ tegorie frühestens mit sechzig ­zugehörig fühlen. Überhaupt fühlen wir uns von Altersangeboten erst angesprochen, wenn die Zielgruppen dafür jünger dar­gestellt werden, als wir es sind: Alterswohnungen werden für Menschen ab sechzig angepriesen, aber vor achtzig interessiert sich kaum jemand dafür. Schneider: Das grosse Alterswunder besteht darin, dass niemand sich so alt fühlt, wie er ist, weil ihm die durchschnittlichen Gleichaltrigen so viel älter erscheinen. Wir beurteilen als Sechzigjährige Achtzigjährige aus der Perspektive eines Vierzigjährigen, als den wir uns oft immer noch fühlen. Und Letz­ teres nicht einmal zu Unrecht, denn die geistige Alterung hält

durchaus nicht mit der Alterung in Jahren Schritt. Wir sind heute als Sechzigjährige keineswegs so altmodisch, wie es Sechzigjährige in den Fünfzigerjahren waren. Schafroth: Irgendwann wird es aber doch still um die Alten. Punktuell Beachtung finden ­allenfalls die glücklichen Einzelfälle: Man staunt über den Achtzigjährigen, der noch um die Welt reist, oder über die Neunzigjährige, die allein für sich ­sorgen kann. Alle anderen verschwinden von der Bildfläche. Endgültig alt sind wir spätestens, wenn wir marktwirtschaftlich nicht mehr relevant sind.

«Wir sind heute als 60-Jährige nicht so alt-­ modisch wie 60-Jährige in den 50er-­ Jahren.» Peter Schneider Psychoanalytiker

Über die schwindende Gesundheit Schafroth: In der Ersten Welt wird Gesundheit als eine Art Grundrecht aufgefasst: Man hat sie, oder man stellt sie schnell wieder her. Natürlich gibt es auch bei uns Menschen, die ­unheilbar krank werden oder chronische Leiden haben – das erschüttert uns auch und macht uns Angst. Aber in der allge­ meinen Wahrnehmung sind das die tragischen Ausnahmen. Die Grenzen dieser Auffassung werden den meisten erst langsam bewusst, wenn sie älter werden: nicht vollständig gesund zu sein, wird zum Normalfall. Schneider: Die meisten alten Menschen, die ich kenne, haben sich mit ihren Einschränkungen einerseits abgefunden, andererseits möchten sie so viele wie möglich davon wieder loswerden. Solange die «objektiven» Gesundheitswerte einigermassen okay sind, ist man «gesund» beziehungsweise versucht man, mit weniger Rauchen, Trinken, Fett und Zucker wieder in den Normalbereich zu kommen; mit den eher subjektiven Beschwerden, den steiferen Gelenken und

Gespräche übers Älterwerden Altersheime, Todesanzeigen, Kosten: In ihrem neuen Buch lassen Andrea Schafroth und Peter Schneider kaum ein Thema rund ums Altern aus – und sprechen dabei auch aus eigener Erfahrung. Andrea Schafroth und Peter Schneider: «Jungbleiben ist auch keine Lösung», Zytglogge Verlag 2020, bei exlibris.ch für Fr. 26.40


38 | 1.2.2021 | ALTERN

Andrea Schafroth Autorin

den schmerzenden Muskeln ­findet man sich irgendwie ab. Schafroth: Gesundheit ist auf einmal nicht mehr etwas, das man hat, sondern etwas, das man sich erhalten muss. Irgend­ wann stellt man dann fest, dass Gesundheit vor allem etwas ist, das man verliert. Wir nennen es Altersbeschwerden, aber im Grunde ist es ein Sterben in Raten. Und wir halten das aus, obwohl wir wissen: Es wird nie mehr wirklich besser, aber sicher noch schlimmer. Schneider: Es ist eine gnädige Täuschung der Natur, die uns dieses Sterben in Raten aushal­ ten lässt. Es geht ja meist nicht steil und schnell bergab, sondern langsam. Es gibt hin und wieder auch Besserungen. Es ist nicht so, dass wir Monat für Monat ein Stück unseres Körpers verlieren.

Über die Kosten des Alters Schneider: Manche sehen Alt­ werden als Attacke auf die ­Solidargemeinschaft der Ver­ sicherten – so wie Rauchen oder ungesunde Ernährung. Und ­legen damit ein interessantes Zeugnis dafür ab, wie man ­Solidarität umdeuten kann: als Kampf gegen die Schwächeren, die auch leben wollen und damit Kosten verursachen.

Schafroth: Die Schweiz müsse sich der Kosten-Nutzen-Rech­ nung in der Altersmedizin stel­ len, teasert ein «Tagesschau»Beitrag. Politiker fordern ­ Altersobergrenzen für gewisse Ope­rationen. Ein Gesundheits­ ökonom möchte Behandlungen aus der Grundversicherung streichen, bei denen das Kosten-­ Nutzen-Verhältnis ungünstig ist. Ein «qualitätsbereinigtes ­Lebens­jahr» – so nennt man in Fachkreisen ein zusätz­liches Jahr mit guter Lebens­ qualität – dürfe nicht mehr als 150 000 Franken kosten. Schneider: Vielleicht werden wie bei der IV irgendwann eben­ falls Gutachterinnen und Gut­ achter über Behandlungen von alten Menschen entscheiden; vielleicht ist das aber auch nur eine paranoide Befürchtung. Ich weiss nur, dass man im hohen Alter nicht gerade in einer star­ ken Position ist, um für seine ­Interessen ­einzutreten. Schafroth: Einerseits malen wir den Teufel an die Wand, wie uns die Überalterung volkswirt­ schaftlich in den Ruin treibe, andererseits sind die Alten eine Goldgrube: Immobilienfirmen spezialisieren sich aufs Alters­ wohnen mit Pflegedienstleistun­ gen, auch die Reisebranche lebt zu einem guten Teil von Pensio­ nierten. Als verlässlicher Wachs­ tumsmarkt kurbelt das Alter unsere Wirtschaft an. Schneider: Gleichzeitig schürt man die Wut auf die Pensionier­ ten, die ihr Geld zu früh verpras­ sen und dann Ergänzungsleis­ tungen beantragen, also dem Staat zur Last fallen. Die Alten sollen konsumieren, aber nicht aufhören zu sparen. Wir sollten auch von dieser dummen Be­ hauptung wegkommen, die ­Jungen würden bestraft, wenn sie die Altersvorsorge finanzie­ ren müssen – als ob die Jungen nicht auch älter würden.

Über Altersheime Schafroth: Wenn ich meine Grossmutter oder später meine Schwiegermutter im Altersheim besuchte, hatte ich jeweils das Gefühl, in eine Zwischenwelt ­geraten zu sein. Ich kam mir vor wie in einem Warteraum, in dem die Leute auf ihren Termin mit dem Tod warten. Der Alltag war strukturiert wie in einer Kita – mit dem Unterschied, dass die Bewohnerinnen nicht an diesem Alltag teilnahmen, sondern ihn über sich ergehen liessen. Schneider: Darum graut es auch den meisten Menschen zu Recht vor dem Altersheim. Wie immer man es gestaltet, es bleibt eine Aufbewahrungsanstalt für die Noch-nicht-Toten, die ab und zu von den Lebenden ­besucht werden. Schafroth: Dabei geben sich viele Altersheime betont lebens­ bejahende Namen wie Abendrot, Lebensgarten oder Sonnenplatz. Ich frage mich, ob die Verant­ wortlichen tatsächlich glauben, dass solche Namen positive Gefühle wecken. Mich beelenden sie jedenfalls stärker als prag­ matische Bezeichnungen wie ­Alterszentrum Trotte.

Schneider: Man spürt die Absicht und ist verstimmt. Ich möchte aber auch in kein ­«Zentrum». Zentrales Altern kann nur ein Graus sein. Schafroth: Und wollen die meisten alten Leute tatsächlich malen, Kinderclowns sehen oder einem Landfrauenchor ­zuhören? Können sie nur noch das? Oder finden sie sich man­ gels Alter­nativen einfach mit den Angeboten ab, die ihnen in Altersheimen serviert wer­ den, weil Fachpersonen sie als ­altersgerecht einstufen? Schneider: Was so furchtbar ist: Alle reden zwar von Individuali­ sierung, aber letztlich behandelt man die Alten trotzdem als eine homogene Masse. Ähnlich er­ geht es den Kindern: Sie wollen Hüpfburgen, Fussballspielen und Clowns. Ich wollte das als Kind nicht. Darum war ich ein seltsames Kind. Schafroth: Wer weiss, vielleicht reden wir uns nur ein, dass wir

Bild: zVg

«Gesundheit ist plötzlich ­etwas, das man verliert, quasi ein Sterben in Raten.»


ALTERN | 1.2.2021 | 39

Über die Annäherung ans Ende Schneider: Mit zunehmendem Alter rücken allfällige Vorteile in den Hintergrund angesichts der Nachteile. Wenn Schmerzen ein Dauerzustand werden, wenn

Peter Schneider

Schafroth: Auf Ratgeberseiten wird suggeriert, wer seinen Tod nicht regle, sei asozial, weil er die Angehörigen in einer schwie­ rigen Zeit zusätzlich belaste. Mir kommt es eher vor, als müsste man den Nachkommen helfen, unseren Tod so effizient wie möglich abzuwickeln.

Über den idealen Tod Über die Vorbereitung aufs eigene Ableben Schafroth: Ziemlich schräg finde ich folgende Empfehlung eines Ratgebers: «Für die Vor­ bereitung von Todesanzeige und Trauerfeier kann es hilfreich sein, wenn Sie bereits selbst einen Lebenslauf oder eine Lebensgeschichte verfassen mit den Stationen, die Ihnen wichtig sind.» Nichts gegen Tagebücher oder Menschen, die gern ihr ­Leben aufschreiben. Aber die Vorstellung, einen Lebenslauf im Hinblick auf meine Beer­ digung zu schreiben, finde ich ­absurd. Oder haben Sie so was in der Schublade? Schneider: Ich würde schon zu Lebzeiten vor Peinlichkeit im Grab versinken und mich ­anschliessend dort umdrehen. Schafroth: Zu guter Letzt, heisst es im Ratgeber, müssten wir ­sicherstellen, dass alle Vor­ kehrungen, die wir getroffen ­haben, nicht vergessen gehen, wenn es – ohne uns – an deren Umsetzung geht. Wichtige ­Dokumente seien zum Beispiel am besten beim Bezirksgericht aufgehoben. Für alles Weitere wird ein sorgfältig beschrifteter Ordner empfohlen, der immer griffbereit ist. Schneider: Ich bin ja jetzt schon mit meinem Papierkram hoff­ nungslos überfordert. Was aber überhaupt nicht heisst, dass ich es Unfug finde, seinen Erben das Erben leichter zu machen.

Schafroth: Theoretisch wäre der ideale Tod freiwillig und schmerzfrei, nach «einem lan­ gen und erfüllten Leben» – eine beliebte Floskel in Todesanzei­ gen. Wir fürchten uns davor, krank zu sein, zu leiden, erst ab­ geschoben und dann im Alters­ heim «aktiviert» zu werden. Viele möchten am liebsten ein­ fach tot umfallen oder zu Hause im eigenen Bett friedlich ein­ schlafen. Ich teile die mit einem mühseligen leidvollen Sterben verbundenen Ängste, aber der überraschende Tod ist mir auch nicht geheuer. Schneider: Ich fürchte, ich finde Sterben auch in allen möglichen Formen beunruhigend. Ich habe

Bild: zVg

so was nie möchten, weil wir uns heute in dieser Vorstellung nicht gefallen. Es ist gewiss lustiger, am Frauenstamm im Altersheim teilzunehmen, als jahrelang still und einsam vor sich hin­ zudümpeln. Viele in meinem Umfeld sagen zum Beispiel, dass sie später in eine Alters-WG mit Freunden oder in ein Gene­ rationenhaus ziehen möchten. Schneider: Entscheidend scheint mir, dass die Alters­ planer sich auf die Diversität der Wünsche alter Menschen einstellen. Alles andere ist ­Bevormundung. Es sollte nicht nur ein Modell, sondern viele von Alterswohnen geben.

man vom Arzt gelobt wird, dass man tapfer ist und das alles sehr, sehr gut macht, dann weiss man, nun ist man in dem Stadium ­angelangt, wo einem die ganze gewonnene Klugheit nichts mehr nützt. Schafroth: Plötzlich stellt man fest, wie absurd die Vorstellung des Vorwärtskommens ist, die unser Leben und unseren Alltag prägt. Angesichts der Tatsache, dass das Leben zum Tod führt, merkt man, wie viel Energie man in Pläne gesteckt hat, die im Grunde gar keine Relevanz ­haben. Spielt es angesichts der Pensionierung eine Rolle, ob ich eine Karrierestufe mehr oder weniger genommen habe? Schneider: Ich empfinde es in­ zwischen als befreiend, wie sich der Gedanke des Vorwärtskom­ mens relativiert; aber es wäre traurig, alles immer schon auf den Tod zu beziehen. Das wäre, als würde man beim Essen nur noch an den Stuhlgang denken. Schafroth: Helfen Ruhm und Ehre, wenn man den Tod vor sich hat? Schneider: Der Gedanke, dass sich jemand an einen erinnert, dass etwas von einem bleibt, erleichtert einem zumindest die Vorstellung der eigenen Sterblichkeit. Schafroth: Die Vorstellung, dass die anonyme Masse der Mensch­ heit in 500 Jahren noch von mir redet, finde ich eher gruselig; das hat ja dann auch herzlich wenig mit mir zu tun. Sie den­ ken, man muss etwas erreicht haben, um glücklich zu sterben? Ich behaupte, um am Ende glücklich zu sein, muss man sich von dieser Vorstellung lö­ sen. Ich glaube nicht, dass man beim Sterben an den Nobelpreis, den Schönheitstitel oder die ­gewonnene Schlacht denkt – stattdessen sind die Menschen wichtig, die einem nahestehen oder gestanden sind.

«Alters­planer ­sollten die Diver­sität der ­Wünsche beachten.»

Andrea Schafroth (53) hat lange Zeit als Journalistin gearbeitet und ist seit 2010 Mitinhaberin einer Kommunikationsagentur für Quartierentwicklung. Sie lebt mit ihrem Partner in Zürich und hat drei Kinder.


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Über das, was im Alter besser wird Schafroth: Ich malte mir aus, im Alter werde alles einfacher, weil man dann dermassen lebens­ erfahren und weise wäre, dass einen die Garstigkeiten des Lebens nicht mehr umhauen. Inzwischen habe ich festgestellt, dass die Zeit der absoluten Leichtigkeit nie kommen wird. Manches wird zwar tatsächlich leichter. Aber jedes Mal, wenn ich glaube, durchatmen zu ­können, kommen zwei neue ­Herausforderungen Schneider: Ich stelle beides an mir fest: die gewachsene Gelas­ senheit, aber auch eine wach­ sende Genervtheit über Dinge, bei denen ich eben denke: Ich bin zu alt für so einen Scheiss. Schafroth: Freud und Leid ver­ schieben sich, und das hat auch seine angenehmen Seiten:

Andrea Schafroth

­ rüher beschäftigte es mich, was F beruflich noch aus mir werden könnte oder sollte. Nun löst sich meine berufliche Zukunft lang­ sam in Luft auf, was ich nicht als bedrohlich, sondern eher als Erleichterung empfinde. Ich mag meine Arbeit, aber der Druck, was weiss ich zu werden oder zu erreichen, ist weg. Schneider: Ich bin ja noch näher am Berufsende als Sie, und ich sehe dem auch mit Erleich­ terung entgegen. Schafroth: Auch in meiner Beziehung zu meinem Mann bin ich entspannter. Das, was uns verbindet, ist wichtiger und prä­ senter geworden als das, was uns trennt. Allerdings entwickeln sich nicht alle Beziehungen so. Möglicherweise zeigt sich im ­Alter auch einfach deutlicher, ob die Beziehung funktioniert oder nicht, weil man mehr Zeit miteinander verbringt.

Über den Sinn des Lebens Schneider: Es gibt keinen, da­rum kann man sich so wundervoll ­darüber den Kopf zerbrechen – oder an der Sinnlosigkeit ver­ zweifeln. Was es aber schon gibt, ist die Bedeutung, die mein ­Leben für andere hat und die das Leben anderer für mich hat. Man muss den Sinn des Lebens also weder suchen noch finden, sondern nur anerkennen, dass wir in einem sozialen Sinn­ geflecht eingebunden sind. Schafroth: Für mich ist der Sinn des Lebens das Leben an sich; dass ich es so gut wie möglich lebe, soweit ich das beeinflussen kann. Mir ist bewusst, dass ich bis jetzt viel Glück hatte, dass die Mehrheit weniger privilegiert ist und dass für viele Menschen darum ganz andere Dinge im ­Leben relevant sind. MM

Bild: Dominique Meienberg

keinen Respekt vor dem Sterben, sondern Angst. Schafroth: Ein verbreitetes Thema ist auch der richtige ­Zeitpunkt. Man möchte natür­ lich nicht jung sterben, aber auch nicht so alt werden, dass man Aktivierungsfachleute braucht und sich über Senioren­ nachmittage mit Kasperli­ theater freuen muss. Schneider: Es ist vielleicht wie mit dem Ausfüllen der Steuer­ erklärung – das Sterben kommt immer ungelegen, muss aber irgendwann sein. Schafroth: Mein Vater hat mich immer in Aufruhr gebracht mit seiner Aussage, er wolle keines­ falls älter als siebzig werden. Als es dann so weit war, lebte er ein­ fach weiter, wurde immer ge­ brechlicher und stiller und erlitt vieles von dem, was er unbedingt hatte vermeiden wollen. Ich bin froh darüber, dass er diese weiteren elf Jahre gelebt hat, und ich glaube, er war es auch – in dem beschränkten Masse, wie man froh sein kann, wenn man erlebt, wie einem das Leben nach und nach entgleitet.

«Im Alter zeigt sich, ob eine ­Beziehung funktioniert oder nicht.»

Peter Schneider (63) ist Psychoanalytiker, Kolumnist, Autor zahlreicher Bücher und lehrt an der Universität Zürich. Er ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.


42 | 1.2.2021 | KOLUMNE

Das JudenHandbuch

DER ANDERE BLICK Ich höre immer wieder von nichtjüdischen Menschen, dass sie nicht wüssten, wie sie mit jüdischen Menschen umgehen sollten. Die einen finden, «man darf ja nichts sagen», andere können vor lauter Hilflosigkeit nicht mal das Wort «Jude» in den Mund nehmen. Hier einige Tipps.

1. Wie formuliert man am ­besten, dass jemand jüdisch ist? Das Wort «Jude» ist zuge­ge­benermassen nicht ganz ­unbelastet. Es stand sogar mal auf einem sternförmigen Stück Filz, das Juden zu tragen ­hatten. Überhaupt löst der Holocaust – zu Recht – noch immer so viel Entsetzen aus, dass die Kom-

munikation grotesk gehemmt ist, «Sie sind ja, äh, also, Sie ­haben ja eine jüüüdische Herkunft …». Jüdisch zu sein ist keine Krankheit. Sie brauchen nicht sprachlich darum herumzutanzen. Je unaufgeregter Sie damit umgehen, desto besser. Bleiben sie einfach ganz cool. 2. Darf ich Fragen zum ­Judentum stellen? Fragen Sie ruhig. Allerdings ist «das Judentum» eine ziemlich vielseitige Angelegenheit, und wenn Sie etwas Spezifisches über das orthodoxe Judentum wissen möchten, informieren Sie sich besser im Internet als bei jemandem, der zwar jüdisch ist, aber nicht fromm. Oder könnten Sie die zwölf Jünger beim Namen nennen?

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KOLUMNE | 1.2.2021 | 43

3. Darf ich fragen, ob die ­Klischees über die Juden wahr sind? Stimmt es, dass ihr beim Sex ein Laken mit einem Loch benutzt? Stimmt es, dass ihr alle gut seid im Handeln? Stimmt es, dass jeder von euch 100 Gramm Gold besitzt? Die Antwort ist dreimal nein, und es wäre nett, wenn Sie den Auskünften, die Sie von Juden über Juden erhalten, Glauben schenken. Passiert allerdings leider selten. Der Grund ist klar: Niemand will hören, dass er einem dummen Lügen­ märchen aufgesessen ist. ­Fragen Sie also nur, wenn Sie die Antwort aushalten. 4. Darf ich Israel kritisieren? Natürlich, aber bitte bei der ­israelischen Botschaft. Oder

beschwere ich mich bei Ihnen über meine Mutter, bloss, weil Sie auch eine sind? 5. Darf ich Witze über Geld, Geiz etc. machen? Bitte nicht. Finden wir nicht lustig. Ist diskriminierend und verletzend. Wir selber hingegen dürfen. Dann ist es sogar sehr lustig. Seltsame Logik? Stimmt. Trotzdem wahr. 6. Darf ich fragen, ob Sie ­beziehungsweise Ihr Sohn ­beschnitten sind? Na ja, es ist ein bisschen selt­ sam, fremde Leute nach deren Pimmel zu befragen, aber wieso nicht? Vielleicht erzählen Sie uns dafür auch ein bisschen was über Ihre Genitalien. Ist Ihnen zu intim? Sehen Sie. MM

Thomas Meyer (46) Als Jude gehört der Schriftsteller Thomas Meyer zu den 0,2 Prozent der Bevölkerung, zu denen die übrigen 99,8 Prozent manchmal ein etwas merkwürdiges ­Verhältnis haben.

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44 | 1.2.2021 | MEINE MIGROS

Was Sie schon immer über Candida wissen wollten

R DA 5 0 RDA ist die Abkürzung für Relative Dentin Abrasion. Mit dem RDA-Wert wird der Peelingeffekt (Abrasivität) auf den Zahn gemessen. ­Candida Fresh Gel hat einen RDA-Wert von 50, also eine mittlere Abrasivität, und ist daher für die tägliche Zahnreinigung geeignet.

SO L A N G E R EI C H T EI N E T U B E Eine Tube enthält 125 Milliliter Candida Fresh Gel. Das reicht für rund 120 Mal Zähneputzen. Oder für zwei Monate – bei zwei ­Anwendungen täglich, je nachdem wie viel Zahnpasta pro Anwendung verwendet wird.

SEH R GU T, SEH R GÜ N S T I G

Candida-Zahnpasta wird von der Migros-Tochter Mibelle Group im aargauischen Buchs ­produziert. Von der Sorte Fresh Gel rund eine Million Tuben im Verlauf eines Jahres.

G ROSSFA M I L I E Ü B ER 70 Candida-Zahnpasta gibt es bereits seit über 70 Jahren in der Migros.

Neben der Fresh Gel umfasst die CandidaFamilie über 20 weitere Zahnpasten sowie andere Produkte zur Zahnpflege, darunter Zahnbürsten und Mundspülungen sowie Zahnseide.

DA S I S T D R I N 17 Inhaltsstoffe mit ziemlich technischen Namen stecken in jeder Tube Candida Fresh Gel. Klingt nach viel, aber jeder ­einzelne erfüllt eine ganz ­bestimmte Funktion. Natriumfluorophosphat (Sodium ­Monofluorophosphate) etwa ist ein Wirkstoff zur Kariesprophylaxe. Oder Dicalciumphosphat, das als Kalziumquelle zur Unterstützung der Remineralisation der Zähne dient.

N O M EN E S T O M EN Der Name Candida kommt aus dem ­Lateinischen und bedeutet weiss, strahlend, glänzend.

Bild: Yves Roth; Styling: Mirjam Käser

EI N A A RG AU ER ­O R I G I N A L

14 verschiedene Zahnpasten testete das Konsumentenmagazin «K-Tipp» im September 2020. Drei Produkte bestanden mit «sehr gut», darunter auch die Candida Fresh Gel, die mit Fr. 2.75 pro Tube erst noch die preisgünstigste war.


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Einfach gut leben


46 | 1.2.2021 | MIGROS ZÜRICH

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«Im Moment sein»

Kurse für einen stressfreien Alltag

In Krisenzeiten möchten alle gelassen auf Herausforderungen und Stress reagieren. Die Klubschule Migros hilft dabei, Resilienz zu lernen. Und Kursleiterin Juliana Kernen weiss, was die Widerstandskraft stärkt. Text: Gabriel Zwicky

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pricht die Fachwelt von Resilienz, ist der indi­ viduelle Umgang einer Person mit Druck oder Frustration gemeint. Wie re­ agiert sie in bestimmten Situa­ tionen, wie meistert sie Heraus­ forderungen? Während die einen einen Rück­schlag besser wegste­ cken, lassen sich andere schnell aus der Bahn bringen. Die gute Nachricht: Psychische Wider­ standskraft lässt sich trainieren und stärken. Die Klubschule ­Migros hat ein umfangreiches Angebot an Kursen, die den Teil­ nehmenden mögliche Wege auf­ zeigen, um entspannter und ge­ las­sener durchs Leben zu gehen. Durch diverse Kurse führt die diplomierte Mental- und Ent­ spannungstrainerin Juliana Ker­ nen. In ihrer Lauf­bahn erhielt sie in aufsteigenden Posi­tionen als Projektleiterin immer mehr Verantwortung. Sie spürte sich in der Hektik und im Stress ­immer weniger, worauf sie sich um­schu­len liess. Seit Jahren fin­ det Kernen darin Erfüllung, an­ deren Menschen auf ihrem Weg eine Unterstützung zu sein: «Das Wachsen und die Weiterentwick­ lung der Kursteilnehmenden zu beobachten, bestätigt und erfüllt mich in meinem Tun und Han­ deln als Personal Coach.»

Bilder: Stock, zVg

Finden Sie mit den Kurstipps Ihre innere Mitte. Die Kurse finden aktuell online statt – so können Sie in den eigenen vier Wänden entspannen. Tipp 1: Achtsamkeit Achtsamkeitstraining hat sich als alltagsnaher Weg für mehr Präsenz, Gelassenheit, Kon­ zentration und weniger Stress etabliert. Das ganzheitliche Trainingsprogramm schliesst buddhistische, neurowissen­ schaftliche und psycholo­ gische Erkenntnisse ein. Ziel ist es, eine achtsame Haltung in den Alltag zu über­tragen und gelassener mit Stress ­ und belastenden G ­ edanken umzugehen. Tipp 2: Meditation In den Meditationskursen be­ ge­ben sich Teilnehmende mit ihrem ganzen Körper auf eine Reise durch Körper und Geist und tanken Ruhe, Kraft und Stärke. Sie kommen im Hier und Jetzt an, mit fokussiertem Geist. Im dynamischen Alltag bewahrt man innere Ruhe und Klarheit. Die Einheit Körper-­ Seele-Geist steigert Lebens­ freude und Wohlbefinden. Tipp 3: Hatha-Yoga Yoga ist eine indische Lehre, die geistige und körperliche Übungen umfasst. In unserem Sprachgebrauch heisst die eher körperbetonte Yoga-­Praxis Hatha-Yoga. Dazu gehö­­ren ­bewusste Körperstellungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama), Entspannungsund Konzentrationsübungen. Das Zusammenspiel von Kör­ per, Geist und Bewusstsein erhöht die Ausgeglichenheit und Leistungsfähigkeit. Tipp 4: Achtsames Schreiben Auch schreibend kann man Wege zu mehr Achtsamkeit und Ruhe im Alltag finden. Mit allen Sinnen beginnen Sie, sich und die Umwelt bewusst wahrzunehmen, und entwickeln ­innere Sicherheit. Beim Schrei­ ben entsteht wie von selbst ein Fluss positiver Gedanken.

Juliana Kernen, Sie geben unter anderem Kurse in Achtsamkeit. Wie achtsam sind wir eigentlich im Alltag? Das Unterbewusstsein ist unvor­ stellbar gross,nimmt viel mehr Platz ein als bewusstes Erleben und Agieren. Wir erleben nur wenig bewusst, der grosse Rest läuft nach festen Mustern auto­ matisiert ab. Auf ein Längen­ mass betrachtet, ­wären wir bei 11 Kilometern ­unbewuss­tem und 15 Millimetern bewuss­tem Wahrnehmen und Handeln.

Wo setzt Achtsamkeit an? Die Essenz von Achtsamkeit ist bewusstes Wahrnehmen und ­Erleben. Achtsamkeit erlaubt es uns, nicht nach einem Schema F zu reagieren oder zu rotieren, sondern durch Bewusstseins­ schärfung ganz im Moment zu sein. Achtsamkeitsübungen setzen dabei an, uns aus der ­Situation zu nehmen und inner­ lich etwas Abstand zu gewinnen. Wir lernen, wie wir bestimmten Situationen mit weniger Ego und Eigenperspektive oder Affekt be­ gegnen. Wir lernen Muster erken­ nen und durchbrechen, Alltägli­ ches reflektieren, veraltete Glau­ benssätze und Automatismen. Und was ist das Ziel? Mehr Bewusstsein, mehr Gelas­ senheit und mehr Liebe zu sich selbst und der Welt. Ein Ziel liegt auch darin, wacher und gesünder zu leben. Das ermöglicht es uns, sich von alten Gedankenmustern sowie ungesunden oder schädli­ chen Automatismen zu befreien, die wir uns im Lauf des Lebens angeeignet haben. Achtsamkeits­ techniken sind eine Möglichkeit. Wir trainieren auch die eigene Körperwahrnehmung, ein eben­ so wichtiger Bestandteil. Welche Rolle spielt die Atmung? «Das bitzeli Schnuufe» bekomme ich immer wieder mal zu hören. Doch sobald Kursteilnehmende verschiedene Atemtechniken kennenlernen, werden sie sich bewusst, wie stark allein die ­Atmung ihre Lebensqualität ­beeinflussen kann. Atmen heisst leben. Unabhängig von einer be­ stimmten Atemtechnik rate ich, einfach mal tief durchzuatmen: bis zu den Füssen hinab und über den Mund langsam wieder aus­ atmen. Das kann im Moment entschleunigen, beruhigen und nachhaltige Auswirkungen haben.

Wie leben Sie selbst Acht­ samkeit in Ihrem Alltag? Vielleicht lässt es sich mit Fahr­ radfahren vergleichen. Man kann es, und trotzdem ist jede Fahrt anders, wegen der wech­ selnden Bedingungen, ändern­ den ­Befindlichkeiten und der stetigen Weiterentwicklung. ­Obwohl ich die Technik schon seit zehn Jahren anwende, ­er­lebe auch ich immer wieder ­Momente, in denen ich mich einfach leiten lasse und nicht an die Achtsamkeit denke. Aber auch das ist in ­Ordnung. MM


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Juliana Kernen: So gelingt Entspannen und Runter­kommen Eine einfache und effiziente Atemübung bei Angst oder Stress: 4 Sekunden durch die Nase einatmen, 3 Sekunden den Atem halten und 5 Sekunden über den Mund wieder ausatmen. Eine Wiederholung dieser Übung hilft, den Puls und das vegetative ­Nervensystem zu entschleunigen. Stets eins nach dem anderen zu machen, ist gar nicht so einfach: das nächste Mal beim Kochen die Zwiebeln schneiden, ohne schon an das Rüsten des Gemüses zu denken. Es erfordert einiges an Konzentration, sich nur auf das einzulassen, was man gerade tut, ohne daran zu denken, was denn gestern gekocht wurde oder morgen auf den Tisch soll. Wir sind zwar multitaskingfähig, doch die Leistungsfähigkeit und die Wahrnehmung ist bei achtsamem Tun höher. Bewusst wahrnehmen kann man sich in unserem Alltag ganz unterschiedlich. Zum Beispiel bewusst essen ,ohne TV, ohne Radio oder eine andere Ablenkung, ist eine Möglichkeit. Zusätzlich kann man die Augen schliessen und so die Wahrnehmung für Geschmack oder Konsistenz des Essens schärfen. Wie fühlt es sich auf der Zunge oder Lippe an? Wie schmeckt es heute? So lässt sich auch bei Alt-­­ bekanntem immer wieder etwas Neues entdecken.

75-JAHR-JUBILÄUM

Migros Enge feiert runden Geburtstag Seit 1946 versorgt die Filiale Enge ihre Kundinnen und Kunden mit frischen Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Dreh- und Angelpunkt ist damals wie heute das auffällige Bahnhofsgebäude aus Tessiner Granit, das ­bereits 1927 in Betrieb ­genommen wurde. Die Herkunft des Gesteins gab ­übrigens dem davor­ liegenden Tessinerplatz den Namen. Aufgrund der Pandemie geht das Jubiläum ohne grosse Feierlichkeiten über die Bühne. Am Freitag und Samstag, 5. und 6. Februar, erhält man in der Migros Enge bei einem Einkauf ab 40 Franken eine Geschenkkarte im Wert von 5 Franken.

Das Pauschalabo Online

Mit gezieltem Training kann Juliana Kernen bewusst abschalten.

Sie möchten aktuell nicht auf Bewegung und Ent­span­ nung verzichten und suchen gut betreute «Live Online-­ kurse»? Unser neues Pauschalabo Online ermöglicht ­Ihnen beides. Sie wählen während drei ­Wochen ihre Lieblingslektionen aus und trainieren so viel, wie Sie möchten. Mit diesem Abo erhalten Sie un­limitiert Zugang zu allen Live Online Fitness- & Entspannungskursen der Klubschule Migros Zürich und erreichen dadurch ­Ihre gesundheitlichen Ziele noch schneller. Kosten: Fr. 85.– für 3 Wochen (unlimitierte Lektionen) Startdatum: frei wählbar Infos und Anmeldung: 044 278 62 62; klubschule.ch

Der Bahnhof Enge und die Migros-Filiale: eine überzeugende Symbiose


Von Geigenfeige bis Monstera: Wir verwandeln unser Wohnzimmer in einen Urban Jungle.

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Unsere Do it + Garden Migros-Filialen: Bülach Süd Center Feldstrasse 85, 8180 Bülach Brunaupark Giesshübelstrasse 65, 8045 Zürich

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FACHMÄRKTE

Vor Ort abholen

Das Online-Angebot der Zauberlaterne sorgt für Kinofeeling auch zu Hause.

Grosses Kino auf kleinem Bildschirm Bis zur Rückkehr in die Säle erweitert die Zauberlaterne ihr Online-Angebot. Etliche Filmperlen warten auf die kleinen Filmfans. Text: Anne-Cathérine Schürmann

Bild: zVg

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ie Zauberlaterne ist der Filmklub für die 6- bis 12-Jährigen. ­Gewöhnlich können die Kinder jeden ­Monat einen ­neuen Film im Kino entdecken. Da die Säle aber zurzeit geschlossen sind, bietet die Zauber­laterne ein abwechslungsreiches Online-­ programm an. Bis zum 9. Februar können die im Klub a­ ngemeldeten Kinder den Film «Die Winzlinge – Abenteuer in der Karibik» anschauen. Danach wird ein neuer Kinoklassiker für die Kleinen aufgeschaltet. Als Hilfsmittel zum Verständnis und Nachdenken über den Film wird

eine illustrierte Klubzeitschrift nach Hause geschickt. Eine Katze mit Ambitionen

Neu auf der Website finden Mitglieder den interaktiven Anima­ tionsfilm «Die Katze, die ­einen Film machen wollte». In 35 interaktiven Miniepisoden wird die ­Geschichte einer Katze ­erzählt, die ihren ersten Film d ­ rehen will. Das lässt Zuschauende sämtliche Etappen einer Filmproduktion kennenlernen – von der Idee bis zum K ­ inostart. Die Kinder können ­dabei in die Rollen der Tiere schlüpfen und die Katze auf ­dem ganzen Weg begleiten.

Die Zauberlaterne ermöglicht es Kindern, durch das breite Online-­ Angebot Kinofilme zu Hause zu entdecken. Für dieses Engagement gegenüber der Öffentlichkeit ­unterstützt sie das Migros-Kulturprozent mit einem Beitrag. «Wir sind jedoch nach wie vor überzeugt, dass die Filmentdeckung im Kino nichts ersetzen kann, und freuen uns deshalb sehr, so bald wie möglich zu den Filmprojek­ tionen auf der grossen Leinwand zurückzukehren», sagt Lorenzo Berardelli, der Klubkoordinator der Zauberlaterne. MM Das komplette Online-Angebot (stets aktuell) gibt es hier: zauberlaterne.org

Die Migros musste ­erneut diverse Fach­ märkte aufgrund des Lockdowns schlies­ sen. G ­ emäss dem Prinzip von Click & Collect stehen aber alle Produkte und Dienstleistungen von Micasa, SportXX, Melectronics und Bike World by SportXX weiterhin zur Ver­ fügung. Neben der bekannten Onlinebestellung gibt es die Möglichkeit, ­Artikel über den Webshop oder per Telefon in der Filiale zu reservieren und vor Ort abzuholen. Sobald der Artikel abholbereit ist, wird der Besteller per E-Mail oder SMS in­ formiert. Die Kund­ schaft begibt sich zum Click-&-Collect-­ Abholpunkt in der ­gewünschten Filiale und bezahlt dort. Weiterhin funktionie­ ren übrigens auch alle Dienstleistungen der Fachmärkte.


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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 7.2.2021, 24 Uhr Gewinner Nr. 3 Hauptpreis: Arnold Kausch, Oberwil BL; Hugo Schenker, Olten SO Zusatzpreis: Zeljko Toromanovic, Niederuzwil SG; Jean Charles-Mangeon, Laufenburg AG Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, welche das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 7.2.2021, 24 Uhr


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Quiz

Paroli

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2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Kein echter Verwandter ist … L der Grossneffe

B der Trinkbruder

T die Grosstante

Welche Zahlen stehen für eine Nachrichtensendung? E 9 vor 12

I

A 10 vor 10

20 nach 8

Wo liegt der Lauerzersee? T Bern

H Schwyz

R St. Gallen

Wer wurde im gleichen Jahr wie Julia Roberts geboren? N Pamela Anderson S Heidi Klum

E 6

I

12

Wo befindet sich der «Schnüerliweg»? S Tödi

O Churfirsten

L Glärnisch

1

2

T Barry Balzli 3

4

5

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

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5 4

2 2

3 3

4 4

5 5

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Bimaru Lösung Nr. 4

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I N F I B A L G H M I S T S Paroli Lösung Nr. 4

RIESE

Was

koche ich heute?

T 2

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Kreuzworträtsel Lösung Nr. 4

E 1

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

N Gery Buhler 6

3 3

2 5

Bimaru

Wie hiess einer der Begründer des legendären Pen-&Paper-Rollenspiels «Dungeons & Dragons»? F Gary Gygax

4 1

Lösung: Lösung:

D Martina Hingis

Wie viele Mannschaften spielten von 1970 bis 1990 in der Eishockey-Oberliga der DDR? H 2

ALLERLE I EUL ENART ANF L EHEN GESAENGE BORUSS I A G L A T TWA L BOTSUANA GUTTURAL D E Z I MA L E AU GA TN K L SE KT A L E I R EG BN G LE A R A ET M RU T E TRAPAK SENFGLAS ETREU UNG T E ENAGER VERAL TET URKANTON WE L T RANG

S E E B E B E N

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S K I R L O H N E I L F R O H E T E T T E V Quiz A Lösung Nr. 4 N Z PINGUIN

Sudoku Gewinner Nr. 3

Paroli Gewinner Nr. 3

Quiz Gewinner Nr. 3

Patrick Ackermann, Tafers FR; Catherine Moreau, La Chaux-de-Fonds NE

Dora Ritz, Spiez BE; Thomas Ochsenbein, St. Gallen

Max Leuenberger-Studer, Birsfelden BL; Anton Borer, Breitenbach SO


54 | 1.2.2021 | MILOVE

«Wir passen zusammen wie Moped und Blumenvase»

uch Haben a e im b ie L Sie Ihre ersum iv n U ­Migros ­Mailen Sie n? ­gefunde hichte an sc e G e Ihr . mgb.ch aufruf@ n uns e Wir freu   darauf!

Heidi und Samuel Christen könnten fast nicht ­unterschiedlicher sein, doch die Arbeit in einer ­Berner Migros-Filiale hat sie zusammengebracht. Nur wurde das Heidi viel schneller klar.

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tgasse – lange Mark sag e l te ilia F er er

s beginnt mit einem Hände­ druck. Die 19-jährige Heidi Leiser hat am 16. April 1986 ihren ersten Arbeitstag im Hobbyzentrum der Migros Markt­ gasse in Bern. Die Sportartikelver­ käuferin wird herumgeführt und reicht dem 28-jährigen Samuel Christen aus der Blumenabteilung die Hand. Sie erinnert sich: «Ich war nervös. Alles war neu. Aber Samuel war mir gleich sympathisch.» Samstags gehen einige Kollegen nach Feierabend zusammen auf

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Samuels Arbeitspla tz i nd

Text: Manuela Enggist

Sie über ihn «Im Sternzeichen bin ich Jungfrau, mein Mann ­Widder. In einem Horoskop habe ich gelesen, wir passen zusammen wie ein Moped und eine Blumenvase. ­Unsere starken Gegensätze harmonieren. Ich bin froh, dass mein Mann so kreativ ist, auch organisatorisch ­alles im Griff hat.»

ein Bier. Immer mit dabei: ­Heidi und Samuel. «Wir haben uns ­ jedes­Mal gut unterhalten, sassen oft nahe beieinander», sagt die Ber­nerin. Die Zuneigung bleibt auch den Kollegen nicht verborgen. Und so sitzen die beiden eines Abends kurz vor Weihnachten allein am Stammtisch, wie Samuel be­ richtet: «Alle hatten auf einmal ­etwas anderes vor.» Beide sind ­leidenschaftliche Skifahrer, sie verabreden sich für einen Tag auf

den Pisten in Saanenmöser BE. Dieser 28. Dezember wird beiden als «ausserordentlich herrlich» in Erinnerung bleiben. Zwar verbringen sie stets mehr Zeit gemeinsam, doch ­Samuel bleibt unsicher. «Ich hatte mir ge­ schworen, dass ich keine Partnerin aus dem gleichen Unternehmen haben werde.» Die Wochen und Monate vergehen, und die Treffen ­flauen nicht ab. Heidi sagt: «Ich war mir wohl zuerst sicher, dass ich Samuel gern hatte. Doch ich

Heidi (53) und Samuel Christen (62) leben mit Tochter Céline (21) in Seedorf BE. Samuel arbeitet mittlerweile in der Hausdruckerei der Migros-Genossen­ schaft Aare, Heidi im Gartencenter Obi in Schönbühl BE. Noch immer ist Skifahren das gemeinsame ­Hobby der Christens.


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MILOVE | 1.2.2021 | 55

Frau Follador Mit 152 Männern im Knast

Er über sie «Meine Frau ist im Gegensatz zu mir technisch und praktisch begabt. Sie repariert zu Hause alles Mög­ liche, wechselt ­Autoreifen, verlegt Laminatböden. Das schätze ich sehr. Wir ergänzen uns sehr gut.»

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spürte auch, dass er mich mochte.» Schliesslich wird dann ebenfalls dem Gärtner klar, dass er mehr als nur freundschaftliche Gefühle für ­Heidi hegt – trotz des gleichen Arbeits­ortes: «Sie ist eine toughe Frau. Sie hat gewusst, was sie wollte. Das hat mich sehr angezogen.» Im September 1987 verbringen sie auf Sizilien die ersten gemeinsamen Campingferien. Sechs Jahre später folgt die Hochzeit und nochmals sechs Jahre später kommt Tochter Céline zur Welt. MM

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