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Migros-Magazin-05-2019-d-VS

Page 1

Ausgabe Wallis, AZA 1953 Sion Responce Zentral

MM5, 28.1.2019 migrosmagazin.ch

Junge Mütter kämpfen, krampfen und lächeln trotzdem Seite 12

Umweltschutz mit Treibhäusern Seite 38

REISEN Beilage des Migros-Magazins, 28. Januar 2019

Horte der Ruhe

«Che buono!»: Kulinarischer Ausflug nach Sizilien Seite 20

Weit ab vom Schuss: Entdeckungsreisen zu entlegenen Berghotels

Hin und weg in Israel: Eilat offenbart seine Schätze

Seite 10

Seite 28

Helsinki in zwei Tagen: Das sind die Highlights Seite 36

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Bild: David Birri; Illustration: Chris Gilleard/Die Illustratoren

Kevin Richardson hat ein Löwenherz

Seite 46

NEWS & TIPPS Seite 5 BÜCHER Seite 19 SCHIFFSTOUREN Seite 26 Anzeige

Seite 24

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MM5, 28.1.2019  5

E Editorial

Wohin gehts dieses Jahr?

Menschen

Es hat sich ja schon rumgesprochen: Ich gehe nicht gern zum Coiffeur. Es ist nicht in erster Linie das Färbemittel, das mir stinkt. Oder die Rumsitzerei. Sondern es ist die immer gleiche ­Frage, mit d ­ enen die Haarexperten das Eis zu ­brechen ver­suchen. «Schon Ferien geplant dieses Jahr?» Womöglich sehen Sie weniger ferienreif aus als ich. Aber mich fragt das ja jeder Coiffeur, den ich je ausprobiert habe.

8  Demonstranten unter 20

Was antworten Sie da? Zum ersten Mal nach Thailand? Wieder in die Toskana? Wir fliegen nach Tansania, dort solls schön sein? Und was ant­ wortet Ihr Coiffeur dann? Da war ich auch schon?

18  Annika und der Vogel

Mit Ferien halte ich es so: Ich fahre nie zweimal an denselben Ort. Und länger als zwei, drei Stun­ den hält es keiner von uns auf dem Liegestuhl aus. Und eigentlich geht es nur darum, mög­ lichst fein zu essen, draussen zu sein und nie in einen Bildschirm zu gucken. Wo? Spielt absolut keine Rolle. Habe ich zumindest gemeint, bis ich kurz vor Weihnachten ins stillste, ruhigste, abge­legenste, schönste Berghotel der Schweiz durfte. Diese und weitere Inspirationen für Ihre Ferien 2019 finden Sie auf Seite 36 und in der Reisebeilage dieser Ausgabe.

Bilder: Jorma Müller, Jeroen Hofman

Inhalt

PS: Meine neue Coiffeuse erkun­ digte sich nicht nach meinen Reiseplänen. Stattdessen habe ich uns unsere Horoskope aus allen Klatschheftli vorgelesen. Ich verrate Ihnen: Die Sterne ­sagen mir traumhafte Ferien in Portugal voraus!

Yvonne Samaritani, Redaktionsleiterin yvonne.samaritani@mgb.ch

Eine 16-jährige Schwedin mobilisiert ihre Generation, für die Einhaltung der Klimaziele zu demonstrieren – auch in der Schweiz

24

12  Mütter unter 20

Zwei alleinerziehende Frauen meistern Aus­bildung und Alltag ­ Annika Bütschis Haustier ist ein Bussard. Über eine ungewöhnliche Tierliebe mit Distanz

21  Bänz Friedli 24  Kevin und die Löwen

Kevin Richardson begleitete den Film «Mia und der weisse Löwe». Über die Nähe zu Raubtieren

Migros-Welt 36 Ferientrends 2019

Albanien, Lappland oder Kanada

38  Grüner wirds kaum

Klimaneutrale Gewächshäuser

41 Migusto Tomatenfondue

Schweiz und Italien in einem Topf

61  Neues aus Ihrer Region

Leben 67  «1, 2 oder 3?» 68 Familie «Fortnite»-Gamer 75  «Stadt, Land, Stutz» 79 Gesundheit Skiunfälle 80 Ausflug Winterwandern 81 Kinderfrage Enteiserspray 82 Digital Pause vom Handy 83 Tierarztfrage Kanari 85  Glücksgriff Francine Jordi, Tickets und signierte Alben

87  Rätsel und Spiele 92 Leseraktion Silence-Hotel Edelweiss im Lötschental

93 Cumulus 94  Meine Welt Sängerin Sina

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder +41 800 84 0848 (Ausland); migros.ch/kundendienst; migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland) cumulus@migros.ch; migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12 www.migmag.ch/leser * Normaltarif

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Menschen

Darauf freuen wir uns Man’s World Die Männer-Messe in Zürich lädt zum Bagger fahren, Darts spielen, Drohnen fliegen, Flippern, Kaffee trinken und ­Burger essen. Vom 31. 1. bis 3. 2.

MM5

Schlittenhunderennen Beim Winterspektakel in Studen SZ fühlen sich Hundefans wie im ­hohen Norden. Am 2. 2. und 3. 2.

Unnützes Wissen

Bilder: iStockphoto, René Groebli, Bauern mit Heuballen (Nr. D167H), Berner Oberland, Schweiz, 1956 /Galerie Bildhalle, Zürich, Dinah Leuenberger

Aus der Welt der Mode

Bild der Woche «Berner mit Heuballen» heisst die Fotografie – aufgenommen 1956 vom heute 91-jährigen René Groebli. Die Herren marschieren in der ­Scheidegg-Region hoch über Grindelwald durch den Schnee talwärts. Das Bild ist Teil der Fotogruppenausstellung «Winter», die die Galerie Bildhalle im Forum Paracelsus in St. Moritz bis 21. Februar zeigt.

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Solange Azangbe (24) Studentin, Zürich So informiere ich mich «Über die Mundpropaganda.» Dafür bin ich zu alt «Für eine Apple Watch.» Da bin ich analog «Ich habe noch ein Festnetztelefon.»

Liebste App: WhatsApp

Eine Birkin Bag von Hèrmes ist eine bessere Geldanlage als Gold. Während der Goldpreis seit 1980 jährlich um 1,5 Prozent sank, erhöhte sich der Wert der Hand­ taschen immerhin um 14,2 Prozent. Die Tennis- und Modelegende Fred Perry war Weltmeister im Tischtennis, bevor er acht GrandSlam-­Titel im ­Tennis gewann. Als Giorgio ­Armani sein Mode­label ­gründete, war er bereits 41 Jahre alt. Die Designerin Isabel Marant entwarf für ihre Winterkollektion eine Pudelmütze mit dem Aufdruck «Wuppertal». Quelle: Neon/Stern


8  MM5, 28.1.2019 | MENSCHEN

Inspiriert von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg (rechts) und bewegt vom Klimawandel: Schweizer Schülerinnen und Schüler demonstrieren in Zürich.

D Stimmung Diese Woche

für gutes Klima

Tausende Jugendliche in der ganzen Schweiz legen die Schulbücher zur Seite, greifen sich Plakate mit Parolen und gehen auf die Strasse. Diesmal wollen sie nicht die Welt verändern. Sie wollen sie retten – mit Klimastreiks. Text: Monica Müller

ie 16-jährige ­schwedische Klima­ aktivistin Greta Thunberg hat weltweit Jugendliche inspiriert. Sie gehen auf die Strasse und demonstrieren gegen die Untätigen. Ihr Funke hat auch in der Schweiz gezündet: 20 000 Schülerinnen und Schüler streikten am 18. Januar. Bereits mobilisieren sie für die nächste Demonstration am 2. Februar. Für den Politologen ­Michael Hermann sind die Klimastreiks bemerkenswert, weil die ganz Jungen auf­ stehen. Im Gegensatz zur 68er-­Bewegung oder zu den 80er-Unruhen bestünden ­keine verhärteten Fronten ­zwischen Jung und Alt. Die etablierten Parteien zeigten sich gesprächsbereit. «Gerade im Wahljahr ist es für Politiker attraktiv, sich mit Jugendlichen zu schmücken.» Öffentlicher Druck könne politische Wirkung zeigen, so Hermann. Als

Beispiele nennt er, dass der Bundesrat auf die geplante Lockerung für Waffenexporte verzichtet hat. Oder dass grosse Betriebe künftig prüfen müssten, ob sie Männern und Frauen gleich viel bezahlen. Von der Strasse auf die politische Agenda

Noch handelt es sich in den Augen des Experten aber nicht um eine Volksbewegung, da mehrheitlich links­ orientierte Gymnasiasten protestierten. «Trotz der Energie, die da ist, besteht die Gefahr, dass die Bewegung versandet.» Sobald weniger Menschen auf die Strasse ­gingen, nehme die öffentliche Aufmerksamkeit schnell ab. ­Michael Hermann rät den Jugendlichen, für ihr An­ liegen neue Wege zu gehen, beispielsweise eine Lobby-­ Organisation zu gründen. «So rücken ihre Forderungen stärker in den Fokus als die jungen Leute selber als ­Phänomen.» MM


MENSCHEN | MM5, 28.1.2019  9

«Wir können etwas bewirken»

Paula Günther (16) Gymnasiastin Bern

Was hat dein Engagement ausgelöst? Am ersten Klimastreik habe ich teilgenommen, weil ich auf Instagram und Snapchat den Aufruf ge­sehen habe. Der war auch Thema im Klassenchat und 13 Mitschüler aus meiner Klasse sind gegangen. ­Dafür sensibilisiert sind wir, weil wir im Geografie­unterricht den Klimawandel bearbeitet ­haben. Als ich durch Bern marschiert bin und mit ganz vielen anderen skandiert habe «system c­ hange, not climate change!», war ich berührt. Seither glaube ich: Wir können etwas bewirken. Wie bist du politisiert worden? Wir sprechen zu Hause viel über Politik.

Wie reagiert dein Umfeld auf die Demonstrationen? Die Schulleitung hat uns für den Klimastreik dispensiert, dafür müssen wir eine Lektion zum Thema bestreiten. Meine Eltern finden es eine gute Sache. An die nächste Demo möchten auch meine 14-jährige Schwester und mein 10-jähriger Bruder mit. Was machst du im Alltag fürs Klima? Ich esse kein Fleisch, ­ausser ich bin eingeladen. Ich konsumiere w ­ eniger andere tierische Produkte. Ich versuche, k ­ eine Kleider in Billigläden zu kaufen. Manchmal kann ich bei ­einem richtig coolen Stück nicht verzichten, dann bin ich aber ehrlich zu mir und gestehe mir bewusst eine

Ausnahme zu. Statt mich von den Eltern mit dem Auto irgendwo hinfahren zu lassen, nehme ich den öV. Wie geht es weiter? Ich werde mich an weiteren Streiks beteiligen und hoffe, dass die Leute mehr übers Klima reden und bewusster leben. Ziel ist, dass sich die Politik dem Thema annimmt. Dass ich erst mit 18 wählen und abstimmen darf, frustriert mich. Wo siehst du deine ­berufliche Zukunft? Ich möchte wahrscheinlich klassischen Gesang oder ­etwas in Richtung Naturwissenschaften studieren, vielleicht sogar Politikerin werden.

Bilder: Walter Bieri/Keystone, Valentin Flauraud/Keystone, zVg (2)

«Mit Parlamentariern in Kontakt» Was hat dein Engagement ausgelöst? Die Klimakrise beschäftigt mich schon länger, und der vergangene Hitzesommer hat mein Unbehagen noch verstärkt. Das Thema war für mich lange mit einem Gefühl der Ohnmacht verbunden. Der erste Klima­ streik am 14. Dezember in Zürich hat mir Mut gemacht: Leute aus meiner Schule haben ihn mitorga­ nisiert. Fast die ganze Klasse ist hingegangen.

Nadia Kuhn (18) Gymnasiastin Zürich

Wie bist du politisiert ­worden? Ich hatte immer schon ein starkes Gerechtigkeitsgefühl und mische mich ein, wenn jemand diskriminiert wird. Im Elternhaus diskutieren wir viel und sind uns oft nicht einig. Im Sommer

2015 brachten mich Meldungen über überfüllte Flüchtlingslager und im Mittelmeer ertrunkene Flücht­ linge dazu, der Juso beizutreten. Deshalb habe ich eine Zeit lang Flüchtlinge in Deutsch unterrichtet.

Wie reagiert dein Umfeld auf die Demonstrationen? Meine Eltern finden mein Engagement grundsätzlich gut, mit dem Schule schwänzen haben sie Mühe. Da ich volljährig bin, fällt der Entscheid, während der Schulzeit zu demonstrieren, aber in meine Verantwortung. Meinem 14-jährigen Bruder hingegen verbieten sie es. Die unentschuldigte Absenz wird im Zeugnis stehen. Was machst du im Alltag fürs Klima?

Seit neun Jahren bin ich Vegetarierin und verzichte weitgehend auf tierische Produkte. Ich fliege nicht und kaufe meine Kleider – ausser Unterwäsche – in ­Secondhandläden. Wie geht es weiter? Seit der Nationalrat das CO2-Gesetz zurückgewiesen hat, halten wir den Druck auf der Strasse aufrecht und versuchen, mit Parlamen­ tariern in Kontakt zu kommen. Die Juso hat das Umweltthema als Schwerpunkt definiert. Wo siehst du deine ­berufliche Zukunft? Nach der Matura im Sommer möchte ich studieren: Umweltwissenschaften, ­Soziologie, Volkswirtschaftslehre oder Geschichte.


10  MM5, 28.1.2019 | MENSCHEN

«Unser Recht auf Zukunft!»

Philippe Kramer (18) Gymnasiast Basel

Wie bist du politisiert worden? Ich war schon immer ­politisch interessiert. Als Chefredaktor eines ­Schülermagazins greife ich ­regelmässig politische ­Themen auf.

Das sind die Forderungen 1. Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen im Inland bis 2030 ohne Einplanung von Kompensationstech­ nologien. Heisst: Das Ziel ist, dass nicht mehr CO2 ausgestos­ sen wird, als die Natur (z. B. Bäume oder Moor) aufnehmen kann. Das in der Schweiz ausgestos­ sene CO2 darf dabei nicht im Ausland kom­ pensiert werden. Da derzeit noch keine Technologien für die Kompensation exis­ tieren, kann man sich nicht darauf stützen. 2. Nationale Aus­ rufung des Klima­ notstands: Die Schweiz anerkennt die Klimakatastrophe als zu bewältigende Krise: Sie hat auf die Krise zu reagieren und die Gesellschaft darü­ ber zu informieren. 3. Kann diesen Forde­ rungen im aktuellen System nicht nach­ gekommen werden, braucht es einen ­Systemwandel. Weitere Informationen unter klimademo.ch oder facebook.com/pg/ klimastreikschweiz/­events

Was hat dein Engagement ausgelöst? Der Gedanke, dass wir ­sofort und unbedingt eine griffige Klimapolitik brauchen, war schon länger in meinem Kopf. Mit Greta und dem Streik in Zürich ist bei mir der Funke gesprungen. Via Instagram habe ich mich informiert, wie man in Zürich vorgegangen ist und war dann Mitinitiator in Basel.

Wie reagiert dein Umfeld auf die Demonstrationen? Nur positiv. Einzig den Lehrpersonen sind die Hände gebunden. Und klar, für manche Schülerinnen und Schüler bedeutet Schule einfach: hinhocken und etwas vorgesetzt bekommen – und nicht handeln. Was machst du im Alltag fürs Klima? Ich habe viel zu tun für die Bewegung: Ich helfe, die nächsten Aktionen zu planen und schreibe ­Medienmitteilungen. Im Alltag ­bemühe ich mich, die Ressourcen zu schonen. Wenn es ums Klima geht, sind Einzelaktionen zwar wichtig, aber wir brauchen

die ganze Gesellschaft: ­Gemeinden, Städte und ­natürlich ­Nationen müssen jetzt schlaue ­Regeln entwickeln. Wie geht es weiter? Wir hören so schnell nicht auf. Beginnt man mal alles durchzudenken, wird klar: Es geht nicht nur ums Klima, es geht auch um unsere Wirtschaft und Gesundheit. Wir Jungen haben ein Recht auf eine Zukunft! Wo siehst du deine ­berufliche Zukunft? Im Sommer habe ich die Matura. Danach würde ich gerne journalistisch ­arbeiten oder Soziologie studieren.

«Wir halten den Druck aufrecht»

Dominic Truxius (16) Gymnasiast St. Gallen

Was hat dein Engagement ausgelöst? Die Ignoranz der Politiker weltweit. Und Gretas Mut. Die Streikenden in Zürich haben mich inspiriert, auch in der Ostschweiz Demos zu organisieren. Wie bist du politisiert worden? Das Gefälle von Arm und Reich und das Aufkommen des Faschismus in Europa beschäftigen mich seit zwei Jahren. Ich bewege mich in einem Freundeskreis, der sich Gedanken macht. Wie reagiert dein Umfeld auf die Demonstrationen?

Meine Familie stärkt mir den Rücken, meine Freunde loben und unterstützen mich. In der Schule sind die Meinungen gespalten: Manche Lehrpersonen schätzen, was wir machen, andere halten uns einfach für faul. Dass ich im Matura-Zeugnis unentschuldigte Absenzen haben werde, hält mich nicht von den Streiks ab. Was machst du im Alltag fürs Klima? Ich trage nur Kleider aus zweiter Hand, vieles vom Papa finde ich cool. Statt mit der Familie nach Mallorca zu fliegen, habe ich letzten Sommer Hütten­

ferien in der Schweiz ­gemacht. Wie geht es weiter? Wir werden den Druck auf die Politikerinnen und Politiker mit Streiks aufrechterhalten, bis sie Lösungen präsentieren. Die positive Dynamik möchten wir ausnutzen. Wo siehst du deine ­berufliche Zukunft? Nach der Matura möchte ich erst einmal ein, zwei Jahre arbeiten, gerne im sozialen Bereich.


MENSCHEN | MM5, 28.1.2019  11

«Meine Mutter findet es toll»

Kristina Schärer (16) Gymnasiastin Aarau

Was hat dein Engagement ausgelöst? Ich habe mich schon immer für Umweltfragen interessiert. Dann habe ich von Greta Thunberg gelesen, ihre Rede an der Uno-Klimakonferenz in Polen hat mich inspiriert. Wie bist du politisiert worden? Zuvor war ich noch nie politisch aktiv und auch nicht sonderlich gut ­informiert. Manche Themen habe ich zu Hause mitgekriegt, andere in der Schule.

Präsident Jungfreisinn Andri Silberschmidt (24) «Ich begrüsse es sehr, wenn sich Junge für politische Themen einsetzen. Der Klimastreik zeigt, dass sie sich themenbasiert durchaus für ihre Anliegen stark­machen. Natürlich ist es nicht zielführend, wenn es zur Mode wird, während der Schul­ zeit wegen der Politik zu strei­ ken. Im Anfangsstadium aber scheint mir das nebensächlich. Wichtig ist die Bereitschaft der Jugendlichen, ihren Kampfwillen darüber hinaus in politischen Gremien oder bei NGOs einzu­ bringen. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass man oft mona­ telang ehrenamtlich arbeiten muss, um etwas zu bewegen. Ich hoffe, die Schülerinnen und Schüler verlieren ihren Drive nicht, wenn ihnen das bewusst wird. Ich wünsche mir, dass sie sich auch bei anderen Themen engagieren, die sie besonders betreffen. Wie bei der Rente.»

Bilder: zVg(3), Mirco Rederlechner/easypictures, Claudio de Capitani

Wie reagiert dein Umfeld auf die ­Demonstrationen? Mein Vater findet sie okay, meine ­Mutter toll. Für den ersten Streik hat uns die Schule die Absenzen bewilligt, bei ­weiteren wird es wahrscheinlich Kon­sequenzen geben. Aber das kümmert mich nicht. Was machst du im Alltag fürs Klima? Ich bin seit vier Jahren nicht mehr geflogen. Letzten Sommer habe ich meine Familie überredet, mit dem Zug nach London zu reisen. Ich habe das GA und bin mit dem öV unterwegs. Meinen Fleischkonsum habe ich reduziert, und ich ­v­ersuche, so wenig Plastik wie möglich zu verwenden. Aber ich denke: Mit ­Einzelaktionen kommen wir nicht weit: Die Politik ist gefragt.

Präsidentin Juso Tamara Funiciello (28) «Super, läuft etwas! Mir gefällt, dass sich die Schülerinnen so lautstark und klar äussern. Sozi­ ale Bewegungen bringen immer etwas. Dank der Frauenbewe­ gung der letzten Jahre sind zwei Bundesrätinnen gewählt wor­ den. Ich bin zuversichtlich, dass der Druck, den die Jugendlichen aktuell ausüben, anhalten wird. Vielleicht suchen sie sich andere Wege als Demonstrationen, gründen Vereine, neue Parteien oder schliessen sich bestehen­ den an. Sie haben jedenfalls jetzt schon etwas bewirkt: Wir alle reden über etwas, das lange kein Thema war: In der Klima­ politik versucht man, eine Schusswunde mit Pflästerli zu versorgen. Die Antworten auf die Frage, wie man der Klima­ krise begegnen kann, sind so gross, dass die meisten Politi­ kerinnen und Politiker die Frage scheuen. Ich bin stolz auf die Schülerinnen und Schüler, dass sie sich auch nicht von ihrem Engagement abschrecken ­lassen, wenn ihnen für das Fernbleiben in der Schule Sank­ tionen drohen.»

Andri Silberschmidt schätzt den Kampfwillen der Schülerinnen und Schüler im Klimastreik.

Wie geht es weiter? Weitere Streiks und Demos sind geplant, wir sind noch in der Aufbauphase. Aber: Es wird weitergehen! Wo siehst du deine berufliche ­Zukunft? Ich mache erst in drei Jahren die Matura. Vielleicht möchte ich Ärztin werden oder Umweltwissenschaften studieren.

Tamara Funiciello ist stolz auf den Mut der Jugendlichen.


12  MM5, 28.1.2019 | MENSCHEN

Junge Mütter

Alleinerziehend und stark Sie waren noch keine 20 Jahre alt, als sie ihre Kinder zur Welt brachten. Das stellt sie vor Probleme, mit denen andere Mütter nicht zu kämpfen haben. Zwei junge Frauen erzählen, wie sie ihr Leben meistern. Text: Sabine Lüthi  Bilder: Vera Hartmann

T

ania war 19, als sie Mutter wurde. Mit ihrem Freund Django war sie ein Jahr zu­ sammen. Gefunkt hatte es in einem Basler Club. «Ich war so jung, Liebe war für mich das Wichtigste auf der Welt.» Django, so sein Spitzname, ist sechs Jahre älter als Tania, stammt aus Kamerun, arbeitet nicht und hat kein festes Zuhause. Er sei immer für einen Spass zu haben gewesen, das habe ihr damals gefallen. «Er machte immer den Clown.» Sie, heute 24, wurde in der Schweiz geboren, ihre Eltern stammen aus Togo, liessen sich scheiden, als Tania drei Jahre alt war. Sie hat vier Halbgeschwister. Heute lebt die alleinerziehende Mutter mit Celio (6) in Basel in einer Dreizimmerwohnung, ist abhängig von der Sozialhilfe, erhält Alimenten­ bevorschussung und Stipendien für ihre zweijährige Lehre als Beklei­ dungsnäherin. 350 Franken ver­dient sie im zweiten Lehrjahr. «Mit diesem Betrag komme ich nicht bis zum Monats­ende aus», sagt sie; Miete, ausserschulische Betreuung und Krankenkassenkosten werden über­ nommen. Ihre Mutter stecke ihr immer wieder 50 Franken zu, obwohl auch sie wenig Geld habe. Im ver­ gangenen Sommer sei sie zum ersten Mal in den Ferien gewesen. Tania zeigte ihrem Sohn Paris. Wohnen konnten sie bei einem Verwandten.

«Wir nahmen den Flixbus, und das dauerte ewig.» Tania hatte eigentlich gerade mit Django Schluss gemacht, als sie erfuhr, dass sie schwanger war. Sie hatte genug vom Auf und Ab, von seinen Ausfällen, von den «Clashs», die sie immer wieder durchmachten. Sie versuchten es nochmals zusam­ men, aber als Celio auf die Welt kam, war Django nicht dabei. Ihre Mutter begleitete sie während der 30 Stun­ den Wehen, bei der Geburt war Tania mit dem Spitalpersonal alleine. Celio kam fünf Wochen zu früh, er wog nur 2225 Gramm. «Ich hatte Stress mit dem Vater, glaubte, alles selber schaffen zu können.» Das sei wohl zu viel gewesen. «Celio war munzig.» Jeden Morgen ein Wettlauf mit der Zeit

Tania brach ihre Lehre in Zürich ab, jobbte später in mehreren Callcentern. Doch das Geld reichte nicht. Der Verein Amie in Basel half ihr wieder auf die Beine, sie speckte 15 Kilo ab, und ihr wurde klar, dass sie die Lehre als Näherin wieder in Angriff nehmen wollte. «Ohne Amie hätte ich es nicht geschafft.» Doch der Alltag ist hart. Jeden Morgen um 6.30 Uhr bringt Tania ihren Sohn in die Kita, den Auffangort, bevor der Kindergarten um 8.30 Uhr öffnet. Um 6.50 Uhr nimmt sie den Zug von Basel nach Rhein­felden AG, und um 7.50 Uhr

muss sie pünktlich an ihrem Arbeits­ platz im Berufsbekleidungszentrum Fricktal sein. Um 18 Uhr holt sie Celio in der Kita ab. Das ist die Theorie. Die Praxis sieht häufig anders aus. Als Tania im November mehr arbeiten und Über­ stunden leisten musste, schaffte sie es nicht, ihren Sohn abends um sechs zum Laternenumzug zu begleiten. Erst um acht Uhr abends war sie wie­ der zu Hause. «Alle Kinder hatten einen Elternteil oder ein Grosi mit dabei, nur Celio nicht. Er tat mir so leid. Eine andere Mutter kümmerte sich um ihn.» Der Druck, nach allen Seiten genügen zu müssen, mache sie immer wieder fertig. Tania und Celio gehen früh ins Bett. «Das muss sein, sonst reicht meine Energie nicht.» Ausgang? Freunde treffen? «Nein, eher selten.» Einen neuen Freund? «Daran denke ich zuletzt. Ich wüsste nicht, wann und wie ich jemanden kennenlernen, wie ich einen Mann in unser Leben einbauen sollte.» Django sei zwar ein fürsorglicher, aber kein zuverlässiger Papa. Immer wieder nehme er seine Pflichten nicht wahr. Jedes zweite Wochenende soll­ te er sich um seinen Sohn kümmern. Er lasse aber spontan immer wieder ein Wochenende ausfallen. Wenn Celio bei seinem Vater ist, hat Tania nicht immer ein gutes Gefühl. Es seien Dinge vorgefallen, auch


MENSCHEN | MM5, 28.1.2019  13

Tania Amouzouvi (24) geniesst die Zeit mit ihrem Sohn Celio. In der Wohnung in Basel hat Celio eine Künstlerwand.

Gewaltszenen, von denen Celio ihr erzählt habe und die sie Celio eigentlich nicht zumuten möchte. «Django und ich haben das geteilte Sorgerecht; es ist sein Recht, ihn zu sehen.» Das mangelnde Verantwortungsbewusstsein des Vaters mache ihr zu schaffen. «Es ist ein dauernder Kampf.» Auf ihrer Seite hat sie ihre Mutter. Donnerstags schaut sie zu Celio und hilft auch sonst, wo sie kann. «Ohne sie würde es nicht gehen.» Der Kinderwunsch ist da Die 24-Jährige wünscht sich unbe-

dingt noch mehr Kinder. «Ich möchte nicht, dass Celio ein Einzelkind bleibt.» Das nächste Mal mache sie es jedoch besser. Aber sich einfach einen auf der Strasse schnappen, das gehe ja nun auch nicht. «Ich hoffe, Celio wird später nicht zu mir sagen: Mama, du warst nie da, du warst immer am Arbeiten. Ich hoffe, er sieht, dass ich alles gebe, damit es uns gut geht.»


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Grill Mi Crevettenspiesse mariniert Lemonpepper Zucht aus Ecuador, per 100 g, gültig bis 4.2.2019


MENSCHEN | MM5, 28.1.2019  15

Ramona Serio lebt mir ihren Söhnen in Zürich. Ihren ­Vater sehen Levis (links) und Lian ­jedes zweite ­Wochenende.

Ramona Serio mit Levis und Lian

Der Traum von einer Familie Ramona mag Tiere sehr. Ihrem sechsjährigen Sohn Levis hat sie gerade ein Aquarium samt Fischen und Futter gekauft. «Für 100 Franken!» Die Besitzer hätten sich ganz auf ihr Neugeborenes konzentrieren wollen, Fische hatten da keinen Platz mehr. Die 28-Jährige schafft es locker, neben zwei Söhnen und zwei ihrer drei Schwestern, auch noch Mäuse, Hamster und Fische im 5-Zimmer-Hausteil einer Genossenschaftssiedlung in Zürich Seebach unterzubringen. Ihr Freund, den sie vor vier Jahren auf Facebook kennengelernt hatte, brachte Muffin, eine französische Bulldogge, in die Familie. Am liebsten würde Ramona Muffin «adoptieren», doch das geht nicht: In der Genossenschaftssiedlung sind Hunde nicht erlaubt. Im Frühling hatte die Genossenschaft einen Antrag von Ramona mit 140 zu 30 Stimmen abgelehnt. So bleiben Muffin und Ramonas Freund «Besucher», zusammenziehen ist ­vorerst nicht möglich.

Die zweifache Mutter hat so viel Energie, dass sie sich gut vorstellen kann, «zwei, drei weitere Kinder» zu bekommen. Ihr Freund sei 26, die weitere Familienplanung habe zwar noch Zeit. «Aber eine richtige Familie sein, mit Vater, alle unter einem Dach vereint, viel Zeit für die Kinder haben – das ist schon mein Traum.» Ihre Eltern trennten sich, als sie ein Teenager war. Der Vater stürzte ab, die Mutter verliebte sich neu. Die Töchter blieben auf der Strecke. Ramona kam mit einer ihrer Schwestern in ein betreutes Wohnheim. Heute halten die vier Schwestern zusammen. Auch die älteste wohnt mit ihrer Familie in der Siedlung. Der Freund wollte chillen Mit 19 wurde Ramona zum ersten

Mal Mutter. «Ich wusste schon mit 14, dass ich eine Familie wollte.» Ihr damals 21-jähriger Freund habe auch Kinder gewollt. Sechs Jahre seien sie zusammen gewesen, bereuen tue

sie nichts. Sie habe sich voll auf das Muttersein eingelassen, er hingegen sei ein Jugendlicher geblieben, Party, Freiheit, Chillen. «Ich sagte ihm, er müsse reifer werden, sich mehr für die Kinder interessieren.» Es half nichts. Bei Besuchen in seinem Elternhaus habe er sich von seiner Mutter bedienen lassen. «Und bei uns daheim fühlte ich mich, als wäre ich seine Putzfrau. Ich möchte nicht, dass meine Buben so werden.» Beide wüssten schon heute, was putzen, waschen, auf­räumen bedeutet. Levis und der neunjährige Lian waren zwei und vier, als sich ihre Eltern trennten. Lian frage noch heute, warum Papa nicht im selben Haus wohne. Manchmal, wenn alles wieder hochkomme, müsse er weinen. Ihre Ausbildung im Werbedienst eines Medienunternehmens hat Ramona im vergangenen Sommer abgeschlossen. Die drei Jahre waren hart für sie, obwohl der Vater der Buben regelmässig Alimente bezahlt und sie drei Stipendien erhalten hatte.


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MENSCHEN | MM5, 28.1.2019  17

Überfordert habe sie sich aber nie gefühlt, auch Geldpro­bleme habe sie nie gehabt. «Ich bin sehr sparsam.» Um 6.30 Uhr war sie während der Lehre am Arbeitsplatz. Damit die Buben zu Hause weder Cornflakes zu essen noch Znüni einzupacken vergassen, fragte sie per Facetime jeden Morgen vor 8 Uhr nach, ob alles in Ordnung sei. Ihre Schwestern wären im Notfall da gewesen, das zu wissen, war für Ramona be­ ruhigend. Dank eines verständnisvollen Chefs konnte sie ihre Arbeitszeit flexibel einteilen und war um 15 Uhr zu Hause. «Die Buben hatten so noch etwas von ihrem Mami.» Jedes zweite Wochen­ende, wenn die Kinder beim Vater waren, servierte sie in einem Club – von 22 Uhr bis 4 Uhr morgens. «Am Wochen­ ende ging ich um 5 Uhr ins Bett, werktags stand ich um 5 auf.» Gamen mit dem Papa

Heute arbeitet Ramona 60 Prozent in der Administration eines Krippenvereins. Das Verhältnis zum Vater der Kinder ist so weit entspannt, dass er auch immer wieder in Seebach auf die Söhne aufpasst. Bei ihrem Vater in Schlieren – er wohnt wieder im Elternhaus –, dürften sie gamen, so viel sie wollten. Ramona hätte es lieber anders, diskutieren bringe aber nichts. Und sie sieht auch die Vorteile eines freien Wochenendes mit Freund oder Freundinnen.

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Lalitha Chamakalayil

«Isolation tut nicht gut» Lalitha Chamakalayil, junge Mutterschaft, wie Tania und Ramona sie erleben, gibt es in der Schweiz selten. Wie häufig kommt sie vor? Laut Bundesamt für Statistik lag 2016 der Anteil der Geburten von Müttern unter 18 bei 1 von 1000 Geburten und von Müttern unter 20 bei 5 von 1000 Geburten. Dies ist sehr wenig – vor allem im Vergleich zu den USA, dort entfallen 52 von 1000 Geburten auf unter 20-Jährige, aber auch im Vergleich zum EU-Durchschnitt, 2014 lag dieser bei 23 von 1000 Geburten.

alleinerziehenden Mütter auf Sozialhilfe angewiesen, hatten also keine wirtschaftliche Sicherheit. Das ist eine Tatsache, die auch für die Frauen selbst nicht einfach zu akzeptieren ist. Oft bleibt ihnen aber keine andere Wahl: Damit sie eine Aus­ bildung machen können, brauchen viele Unterstützung durch die Sozialhilfe. Um Lalitha Chamakalayil (42), Arbeitslosigkeit vorzubeugen, Diplompsychologin, Wisselbständig zu werden, unabsenschaftlerin am Institut hängig zu leben, geht es nicht Kinder- und Jugendhilfe ohne Ausbildung. Sie fordert der Hochschule für Soziale den jungen Frauen aber auch Arbeit, Fachhochschule viel ab: 100 Prozent arbeiten, Nordwestschweiz pünktlich sein, immer wieder Das Durchschnittsalter, auch Überstunden leisten – wann Frauen heute Mutter werden, dies mit einem kleinen Kind zu vereinbaren, steigt stetig an. Dies macht es für junge das krank werden kann, das manchmal am Mütter nicht einfacher, oder? Morgen nicht so schnell ist, wie es sein Richtig. In der Schweiz liegt das Durchmüsste, ist sehr schwierig. schnittsalter inzwischen bei 30,7 Jahren. Kein Wunder, dass junge Mütter nun in der Leisten junge alleinerziehende Mütter in öffentlichen Wahrnehmung ganz besonders Ausbildung schier Übermenschliches? jung erscheinen. Für junge Mütter kommt Es zeigt sich immer wieder, wie viel Motivadazu, dass ihre Peers in einer anderen Welt, tion junge Frauen aus ihrer Mutterschaft in einem anderen Lebensabschnitt unterziehen können. Sie wollen das für ihr Kind wegs sind, die können oft nicht nachfühlen, schaffen, finanziell unabhängig sein, dem wie es jungen Eltern geht, es gibt wenig, Kind ein gutes Leben bieten, sie möchten, worüber man sich austauschen kann, ausser dass es stolz auf sie ist. Aus diesen Leitsätdarüber, dass das Kleine ganz süss ist. zen kann ein sehr kräftiger Motor entstehen. Man braucht aber Austausch und Unterstützung: zu Kindern, ihrer Erziehung, Immer wieder gerät hingegen der Motor über Sorgen und Nöte, zu Zweifeln, aber der jungen Väter ins Stocken, und sie stehauch über die schönen Dinge. Isolation len sich aus ihrer Verantwortung. Warum? tut niemandem gut. Ein Verein wie Amie Sobald eine Frau schwanger ist, wird besonleistet wertvolle Arbeit. ders von unterstützenden Stellen oft nur auf sie und das Kind fokussiert. Der junge Warum entscheiden sich so junge Mann wird seltener involviert. Häufig Frauen für ein Kind? denken wir: Das wird nichts. Man muss mit Die geringen Fallzahlen machen es schwiejungen Männern darüber reden, dass in rig, das Warum zu beantworten. Internatioeiner Liebesbeziehung sein und Vater sein nale Studien zeigen, dass es eine Rolle spielt, zwei unterschiedliche Dinge sein können. wenn junge Frauen kaum Zukunftsperspek- Wir leben in einer Welt, die schon lange tiven haben. Wenn sich also die Übergänge nicht mehr aus Mutter, Vater und zwei Kinvon der Schule in den Beruf herausfordernd dern besteht – es gibt Patchworkfamilien, gestalten, ist Elternschaft zumindest für Regenbogenfamilien. Und auch Entwürfe einige Jugendliche eine Option, über die von Männlichkeit sind vielfältiger geworden sie nachdenken – aber selten sprechen. und bestehen nicht mehr nur darin, der Des­wegen ist es umso wichtiger, das Thema Versorger der Familie zu sein. Die jungen Kinder- und Familienwünsche offen mit Männer sollen und dürfen immer noch ihnen zu thematisieren. feiern gehen – wie junge Mütter auch –, aber das darf sie nicht davon abhalten, Vater zu Laut «Städteinitiative Sozialpolitik» sein. Eine Beziehung zum Kind ist etwas waren 2017 über 80 Prozent der jungen Wertvolles, für Vater und Kind. MM


18  MM5, 28.1.2019 | MENSCHEN

Freizeit

Annika hat einen Vogel Während andere auf den Skiern stehen oder schlitteln, hat Annika Bütschi ein ganz anderes Winterhobby: Sie lässt ihren Bussard fliegen. Ein Winterspaziergang mit der Falknerin. Text: Karin Aeschlimann

K

ylar kuschelt nicht, und er mag es auch nicht, gestreichelt oder auch nur angefasst zu werden. Dabei möchte man nichts lieber als die Hand über sein glänzendes Gefieder gleiten lassen und sanft den Finger in die dichten Federn an seinem weichen Bauch bohren. Der sechsjährige Rotschwanz­ bussard zieht alle Blicke auf sich, wenn er auf dem Arm von Falk­ nerin Annika Bütschi sitzt. «Kylar sucht keine Nähe. Ich bin für ihn Futterlieferant und gebe ihm Sicherheit», sagt die 27-Jährige. Umgekehrt ist es an­ ders: «Er ist meine Leidenschaft, ich habe ihn halt schon fest gern, den Schlufi», sagt Annika Bütschi und muss selber lachen. Seit sie als Zwölfjährige zum ersten Mal in der Schule mit dem Thema zu tun hatte, weiss sie: «Ich will

einen Greifvogel haben.» Dieses Ziel verfolgte sie beharrlich. Um Falknerin zu werden, muss­ te sie sowohl die Jagd- als auch eine theoretische und praktische Falknerprüfung bestehen, und um Kylar optimale Bedingungen zu bieten, «arrangiert sie unser aller Leben um den Vogel herum», sagt ihr Partner Sandro Heusler (29) lachend. Für ihn kein Problem: «Ich finde Kylar faszinierend.» Auch Annikas Vater hilft tatkräftig bei der Vogelpflege mit. Früh Feierabend für Kylar

Im Sommer ist Kylar in der Mauser und hat Flugpause, aber von Anfang September bis Ende April hat er täglich Training. Deshalb arbeitet Annika, sie ist gelernte Fotografin und verdient ihr Geld zurzeit als Content Ma­ nagerin, von sechs Uhr morgens

bis halb vier. Dann eilt sie nach Hause, holt den Vogel aus seiner grossen Voliere im Garten und wiegt ihn: Heute bringt der Bussard knapp ein Kilo auf die Waage, das ist perfekt und be­ deutet, dass er einerseits fit und anderseits hungrig genug ist, um für den Flug motiviert zu sein. Futter in Form von toten Küken gibt es nämlich unterwegs auf dem Spaziergang. Bevor Kylar direkt aus dem heimischen Garten in Richtung Rupperswiler Wald abheben darf, bekommt er einen kleinen Sender und ein Glöckchen ums Bein gebunden, was er ungedul­ dig über sich ergehen lässt, sich

von einer Seite auf die andere wiegend und mit den Flügeln schlagend. Dank des Glöckchens weiss Annika zumindest un­ gefähr, auf welchem Ast ihr «Schlufi» gerade gelandet ist; der Sender ist für Notfälle gedacht und kommt selten zum Einsatz. Kylar kehrt fast immer lieber mit ihr nach Hause zu­ rück, als sich nachts in einem Baum zu verstecken. Sie lockt ihn mit Pfiffen Rund 25 Jahre alt kann ein Bus­

sard werden. Mit seinen sechs Lenzen ist Kylar im besten Alter, und es ist atemberaubend, wie wendig der grosse Vogel durch


MENSCHEN | MM5, 28.1.2019  19

Annika Bütschi lässt Kylar fliegen. Der Halbkreis seiner rostbraunen, weiss gesäumten Steuerfedern ­leuchtet dabei.

Bilder: Piotr Pasierbek, Annika Bütschi

Der Rotschwanzbussard aus einer deutschen Zucht ist am 12. April 2012 geschlüpft.

den Wald pfeilt. Sobald er auf einem Baum sitzt, verschmilzt er optisch mit der winterlichen Umgebung, im Flug leuchtet der perfekte Halbkreis seiner weiss gesäumten, rostbraunen Steuerfedern. Wenn Annika stehen bleibt, den Arm ausstreckt, mit leisen Pfiffen lockt und in ihrer behandschuhten Hand ein Stückchen Fleisch zeigt, fliegt Kylar aus den Tiefen des Waldes auf den Handschuh, schnappt sich gierig das Fleisch und verschlingt es in Sekunden. Nach dem anderthalbstündigen Spaziergang ist sein Kropf angeschwollen, der Bussard ist satt. Obwohl er gefüttert wird, jagt er:

«Mit dem Vogel unterwegs sein und ihn richtig jagen lassen – da wird die Bindung zum Tier nochmals eine ganz andere.» Annika Bütschi, Greifvogelfan

«Er ist und bleibt ein Wildtier», sagt Annika. Manchmal schafft er es, beim Spaziergang eine Maus zu erwischen. Amseln reizen ihn ebenfalls als potenzielle Beute, sind für ihn aber meist zu schnell. Für die sogenannte Beizjagd, bei der ein Jäger mithilfe eines Vogels grössere Beute fängt, müsste das Tier eigens trainiert werden. In der Schweiz jagen Falkner mit ihren Vögeln fast ausschliesslich Krähen, rund zwanzig Männer und Frauen machen das regelmässig, schätzt die Schweizer Falkner-Vereinigung. «Mit dem Vogel unterwegs sein und ihn richtig jagen lassen – da wird die Bindung zum Tier

nochmals eine ganz andere», schwärmt Annika Bütschi. Das wäre aber zeitlich noch aufwendiger und ist mit ihrem Beruf vorläufig nicht vereinbar. Stattdessen freut sich die Falknerin über Kylars Fortschritte. «Er hat beispielsweise erst in der ver­ gangenen Saison begriffen, dass er im Wind kreisen und sich in die Höhe tragen lassen kann», sagt sie lachend, «und nach dem Training putzt er nun seinen Schnabel am Handschuh, schüttelt sich und plustert sich kräftig auf.» Das zeigt, dass Kylar sich bei Annika wohlfühlt, und bedeutet in der Bussardsprache doch fast eine Liebeserklärung. MM


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Bänz Friedli

Fummeln mit Lizza Elisabeth war ihr Name, aber sie liess sich lässig «Lizza» rufen. Blond, Brillenträgerin, kurzärmlige Bluse, helle Jeansschlaghose – ich sehe sie vor mir. Sie würde sich wundern, dass ich sie nicht vergessen habe, denn unsere Begegnung war flüchtig und liegt bald drei Jahrzehnte zurück. Doch sogar der Name der Bar hat sich mir eingeprägt: «Carrollton ­Station». Es muss nach Mitternacht gewesen sein, ich hielt eine Flasche «Abita» in der ­einen Hand und fingerte mit der anderen, wie ich dies schon vorher stets getan hatte und heute ­immer noch tue, an der Etikette des Biers h ­ erum, riss kleine Fetzchen davon ab und zerrieb sie zwischen Daumen und ­Zeigefinger zu Kügelchen. «Dass du die Etikette abreisst, bedeutet, dass du sexuell ­frustiert bist», brüllte Lizza gegen den Lärm an. Und lachte.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (53) hat so ­seine Ticks.

Nun ist das mit der Etikette ganz einfach ein Tick von mir, einer von vielen. Ich kann keine Etikette unbefummelt lassen. Die Wissenschaft spricht von Zwangsstörungen, und mich tröstet einzig, dass offenbar kein Mensch ganz frei davon ist. Die einen ziehen immer zuerst den linken, dann den rechten Socken an. Andere schauen jedes Mal, bevor sie aus dem Haus gehen, ob noch eine Herdplatte eingeschaltet ist, manche kehren deshalb sogar noch einmal um, wenn sie schon aus dem Haus sind. Wieder andere ­polieren mehrmals täglich die Wasserhähne

im Badezimmer. Okay, zu denen gehöre ich auch. Meine Tochter hat mal eine Liste erstellt, scherzhaft «Vatis Neurosen» betitelt. Die Liste war lang. Sie reichte vom Tick, ­immer Schuhe derselben Marke zu tragen (Fussball-, Schlitt- und Snowboardschuhe ­inbegriffen, also 365 Tage im Jahr), bis zu meiner Unart, Bonbons zu zerkauen. Die zerriebenen Etikettenkügelchen? Werfe ich nie zu Boden, nie! Ich sammle sie in der Hand oder einer Jackentasche, bis ich an einem Kehrichteimer vorbeikomme. Ein weiterer Tick von mir, wenigstens mal ein guter: Ich kann nichts zu Boden werfen. Mehr noch, ich sammle in unserer Strasse Zigarettenpackungen, Getränkebüchsen und Papiertaschentücher auf und entsorge sie dann ordnungsgemäss. Diese Angewohnheit belegte auf der Liste meiner Tochter, glaube ich, Rang 13. Lizza fuhr mich später noch zurück zum Hotel. Vermutlich hatte sie das mit «sexuell frustriert» frei erfunden. Wenn ich «Etiketten abreissen – sexuell frustriert» google, stosse ich jedenfalls nirgends auf diese Theorie. Und womöglich winkte sie mir ja bloss mit dem Zaunpfahl, war dies ihre Art von Anmache. Merkte ich damals aber nicht. Sondern sagte artig Gute Nacht und stieg aus. Nicht ahnend, dass ich nie mehr ein Bier würde trinken können, ohne an sie zu denken. MM

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Text: Ruth Ciesinger


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MENSCHEN | MM5, 28.1.2019  27

Kevin Richardson, wie bringt man Eltern dazu, ihr Kind drei Jahre lang mit einem Löwen trainieren und in einem Film mitwirken zu lassen? Anfangs machten wir uns Sorgen, ob über­ haupt jemand bereit sein würde, sein Kind bei so einem Projekt mitmachen zu lassen. Dann waren es Hunderte! Meine Rolle war dabei erst mal gar nicht so gross – Regisseur Gilles de Maistre castete die Kinder. Wir suchten ja nicht nur das Mädchen Mia, son­ dern auch ihren Filmbruder. Ich kam erst ins Spiel, als es um die letzte Auswahl ging.

«Löwen sind meine Freunde. Trotzdem gibt es mehrere Dinge im Film, die ich nie tun würde.» Und warum fiel die Wahl für die Rolle der Mia auf Daniah de Villiers? Die verbliebenen 20 Kinder besuchten meine Löwen. Dabei sollten sie einfach so sein ­wie immer, während ich sie beobachtete. Die meisten wollten beweisen, wie gut sie schau­ spielern, und versuchten, mich mordsmässig zu beeindrucken. Daniah jedoch war die Ruhe selbst. Da war diese Wesensverwandt­ schaft mit den Tieren, die man nicht lernen kann und die ich auch keinem beibringen könnte. Genau so jemanden wollte ich: ent­ spannt, ohne Erfahrung mit Löwen und ab­ solut bereit, meine Anleitung anzunehmen. Was war Ihr wichtigster Rat an Daniah? Mein Ratschlag lautete: Überschätze dich nicht. Die Kinder sollten nicht denken: ­ Hey, ich arbeite mit Löwen, ich bin etwas Besonderes. Sie sollten demütig bleiben und gleichzeitig dem Tier gegenüber ruhig und bestimmt auftreten.

Ich würde sagen, ich war ein orientierungs­ loser Rabauke. Mia hat das Gefühl, nicht in ihre Familie und nach Südafrika zu passen. Sie will es auch gar nicht versuchen. Über den Löwen bekommt ihr Leben eine neue Bedeutung, obwohl sie am Anfang mit die­ sem Tierbaby gar nichts zu tun haben will. Ich lernte mit Anfang 20 «meine» ersten beiden Löwen, Napoleon und Tau, kennen, und sie waren für mich der entscheidende Anstoss, mein Leben zu ändern. Wie Mia wusste auch ich nichts über das «canned hunting», und wie sie fühlte ich mich ziem­ lich betrogen, als ich mehr darüber erfuhr. Bevor wir über die Trophäenjagd sprechen: Warum hat der Dreh drei Jahre gedauert? Als Gilles und ich zum ersten Mal darüber sprachen, wie man einen solchen Film ange­ hen könnte, war meine spontane Reaktion: Das geht gar nicht. Er liess aber nicht locker und wollte wissen, was ich bräuchte, um ein solches Projekt verwirklichen zu können. Ich sagte ihm, dass der Löwe zunächst gemein­ sam mit den Kindern aufwachsen müsse. Es ist einfach unmöglich, einen Schauspieler zu nehmen, ihn mit einem erwachsenen Löwen zusammenzubringen und zu erwarten, dass sie eine Beziehung entwickeln. Gilles fragte, wie viel Zeit man einrechnen müsse. Ich ­erklärte ihm, dass es mindestens drei Jahre dauert, bis ein Löwe heranwächst. Und Gilles sagte: Gut, dann machen wir es so. Einen computeranimierten Film zu ­drehen, kam nicht infrage? Wir haben darüber nachgedacht. Aber die Technik schafft es nicht, diese echte Nähe zwischen dem Löwen und der Protagonistin spürbar werden zu lassen. Bei der Bildmon­ tage passt immer irgendetwas nicht – der Löwe blickt in die falsche Richtung, oder das Grössenverhältnis stimmt nicht. Der Film ist gerade deshalb so überwältigend, weil Daniah diese emotionale Beziehung zum ­Löwen entwickeln konnte, weil sie alles ­erlebt und selbst erfahren hat. Im Grunde ­ hat sie drei Jahre lang für den Zeitpunkt trainiert, wenn der Löwe ausgewachsen ist.

In einer Szene liest Mia ihre Autobiografie «Part of the Pride», unter ihrer Bettdecke liegt Löwe Charlie. Machen Sie das auch? Nein. Ich würde auch davon abraten. (grinst) Löwen sind meine Freunde. Trotzdem gibt es mehrere Dinge im Film, die ­ich nie tun würde. Aber wir brauchten eine fesselnde Geschichte, die den Zuschauer in den Bann zieht. Ich habe da mit meinem Realitäts­ check einige Male den Kürzeren g­ ezogen, das war für mich gar nicht so ­einfach. Des­ halb bin ich eben auch der ­Löwenmann und nicht der Geschichten­erzähler. (lacht)

In Ihrer Biografie schreiben Sie, die Löwen hätten Ihnen viel beigebracht. ­ Was zum Beispiel? Demut. Das ist das Wichtigste. Neben dem Respekt, den wir der Natur und den Tieren erweisen sollten. Da sind diese majestä­ tischen Tiere, die mit ihrer Kraft einen ­Elefanten töten können, und ich kleiner Mann darf zwischen ihnen sitzen und w ­ erde von ihnen akzeptiert. Das macht mich immer wieder demütig.

Als Jugendlicher waren Sie ziemlich wild. Erkennen Sie sich in Mia wieder, wenn sie sich prügelt und unverstanden fühlt?

Sie haben sich nicht daran gewöhnt? Die Leute fragen mich ab und zu, ob ich mein Leben mit den Löwen inzwischen

nicht langweilig fände. Aber das ist nicht so. Das Zusammensein mit diesen Tieren ver­ bindet mich mit dem wirklich Essenziellen im Leben. Eins unserer grössten Probleme heute ist doch, dass wir in Städten leben, bombardiert von Informationen, sozialen Medien und neuen Technologien. Dabei sind wir komplett abgekoppelt von der Natur, zu der wir gehören. Also zurück zu Mutter Natur, zurück zu den Wurzeln? Ich meine das ernst. Wir sind ein Teil der Natur, auch wenn wir Menschen uns selbst gerne als überlegen fühlen und als diejenigen betrachten, die die Kontrolle haben. Aber so ist das nicht. Je schneller wir das ­ begreifen, desto besser. Zum Glück ver­ breitet sich dieses Bewusstsein allmählich. Warum sind gerade Löwen etwas so Besonderes für Sie? Tiere waren für mich schon immer wichtig. Als Kind spielte ich im Abwasserkanal mit Eidechsen und Fröschen; ich hatte Tauben und andere Vögel. Noch am Tag, bevor ich ­ in einem Wildpark auf Tau und Napoleon, ­meine Löwen, traf, hatte ich keine Vorstel­ lung davon, dass ausgerechnet diese Tiere mein Leben werden würden. Hätte ich die beiden nicht kennengelernt, würde ich mich heute vielleicht für eine andere Tierart ein­ setzen – vielleicht für Schweine, wer weiss? Aber ­natürlich fand ich Löwen schon als kleiner Junge toll. Mal ehrlich, kennen Sie jemanden, dem das nicht so geht? Eben. Trotzdem unterscheiden Menschen s­ tark zwischen Tierarten. Sie waren s­ elbst einmal auf einer Löwenfarm, waren ange-

«Keiner sagt Ihnen, dass das Löwenbaby, das Sie im Park gerade streicheln, später erschossen wird.» widert und dachten: Seltsam, mit einer Rinderfarm hätte ich kein Problem. Woran liegt das? Ich wünschte, ich könnte darauf eine klarere Antwort geben. Vielleicht geht es hier um eine persönliche moralische Grenze. Die kann sich allerdings verändern. Bei mir war das so: Ich denke heute anders über die Art und Weise, wie man mit Tieren umgehen sollte, als vor 20 Jahren. Aber auf einer be­ stimmten Ebene ist es tatsächlich schwer nachvollziehbar, eine Schweinefarm als ­etwas Normales hinzunehmen, eine Löwen­


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MENSCHEN | MM5, 28.1.2019  29

Ein Leben für und mit Löwen Kevin Richardson (44) engagiert sich ­ mit seiner Stiftung in Südafrika für den ­Erhalt und Ausbau des natürlichen Lebensraums grosser Raubtiere in Afrika. Seinem aussergewöhnlich engen Umgang mit ­Löwen verdankt er den Spitznamen ­ «der Löwenflüsterer». Er ist v­ erheiratet und hat zwei Kinder.

farm hingegen nicht. Und trotzdem geht es da um zwei verschiedene Dinge. Inwiefern? Bei der Schweine- oder Rinderfarm geht es um Fleisch und Ernährung. Die Art, wie wir unsere Zuchttiere halten, lässt viel zu wünschen übrig. Das müsste komplett überdacht werden, und zwar vor dem Hintergrund der Armut vieler Menschen und der Kosten, die es verursacht, wenn wir Tiere halten, die zum Essen weiterverarbeitet werden. Bei den Löwen dagegen geht es um die Jagd­ industrie und den Tourismus. Hier werden die Tiere letztlich für das «canned hunting» gezüchtet, für die Gatterjagd und den leichten Abschuss durch Trophäenjäger.

kevinrichardsonfoundation.org

Beim Filmprojekt «Mia und der weisse Löwe» war er von Anfang an dabei, ­ermöglichte es, dass sämtliche Szenen mit echten Löwen gedreht werden k­ onnten. Erzählt wird die Geschichte e ­ ines Mädchens, dessen Leben aus den Fugen gerät, als ihre Familie beschliesst, ­in ­Südafrika eine Löwenzuchtfarm zu übernehmen. Dort entwickelt sich zwischen ihr und einem Löwenbaby eine unzertrennliche Freundschaft, die auch dann bestehen bleibt, als das Tier z­ u einer prächtigen Raubkatze herangewachsen ist.

Also sind die Löwenfarmer schlechter als die Schweinebauern? Nein. Wenn wir so denken, haben wir keine Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ich habe Löwenfarmer kennengelernt, die mehrere Hundert Tiere hatten. Das sind freundliche Menschen – so wie Mias Vater im Film – und keine Bösewichte. Ich könnte mir sogar vorstellen, ein Glas Wein mit ihnen zu trinken und über das Leben zu philosophieren. Meine Toleranz ist über die Jahre in diesem Geschäft gestiegen. Wenn ich ­einen Menschen kritisiere für das, was er ist, komme ich nicht weiter. Wenn ich einem Löwenfarmer sage, er sei ein schlechter Mensch, wird er sich extrem angegriffen fühlen und versuchen, sich zu rechtfertigen.

Bild: Jeroen Hofman

Was halten Sie vom Argument, die Farmen verhinderten, dass Löwen aussterben? Da muss ich widersprechen. Dann könnte man auch Orcas weiter in der «Sea World» halten, denn im Ozean schwimmen sie ja bald nicht mehr. In Südafrika werden 8000 bis ­ 12 000 Löwen in solchen Farmen gehalten. Ich könnte jetzt stundenlang über diverse Aspekte sprechen, die zeigen, was daran falsch ist, aber am schlimmsten finde ich den Betrug. Wer wird denn betrogen? Sie etwa, wenn Sie als Touristin nach Süd­ afrika reisen. Keiner sagt Ihnen, dass das süsse Löwenbaby, das Sie gerade im Löwenpark streicheln und fotografieren, später

man lieber nicht darüber sprach. Dann entstanden die Löwenparks, diese Mischformen aus Zoo und Vergnügungspark, mit Löwenbabys für Touristen. Die meisten der Tiere landen letztlich bei den Trophäenjägern, weil in den Parks kein Platz mehr für sie ist. Sollte die südafrikanische Regierung mehr für den Schutz der Löwen tun? Im Vergleich zu unseren Nachbarn stehen wir gar nicht so schlecht da. Die Zahl unserer wild lebenden Löwen ist stabil – in Westund Zentralafrika zum Beispiel werden sie bald ausgerottet sein. Die Regierung in Pretoria lässt die Jagd auf Löwen zu, solange sie nachhaltig ist. In diesem Zusammenhang duldet sie aber auch die Zucht von Löwen, die man streicheln und schiessen kann. Es geht da um Jobs und Touristen, die Geld ins Land bringen. Das Landwirtschafts- und das Umweltministerium werfen sich das Thema hin und her wie eine heisse Kartoffel. Sie werden für den engen und körper­ lichen Umgang mit Ihren Löwen auch ­kritisiert. Verstehen Sie das? Ja, klar. Leider ist trotz Einladung bisher kein Kritiker zu mir und den 28 Löwen ins Wildtierasyl gekommen, um zu sehen, wie ich arbeite. Die Feedbacks zu meinen You­ tube-Videos über Social Media oder E-Mails zeigt mir: 95 Prozent der Menschen ver­ stehen, wofür ich mich einsetze. Die fünf Prozent, die mir vorwerfen, ich würde den Bedarf an Streichelzoos anheizen, wenn ich mit meinen Löwen schmuse, wissen schlicht nicht, was sie mit mir anfangen sollen.

e­ rschossen wird und als Trophäe endet. Im Gegenteil: Man sagt Ihnen, es käme später ­ ­in einen Wildpark. Die Löwenfarmen und Tourismusattraktionen benutzen jede Lüge, damit ­die Touristen glücklich sind. Schliesslich geht es um ihr Einkommen. Viele Menschen wollen ein Löwenjunges streicheln, aber offenbar wollen viele auch einen ausgewachsenen Löwen erschiessen. Wie bringt man das zusammen? Die Zucht für die Gatterjagd gibt es schon lange. Das war nur nicht so bekannt, weil

Warum? Was ich mache, weicht von allem anderen ab. Ich bin weder Jagdfreund noch radikaler Tierschutzaktivist. Die Kritiker ärgern sich darüber, dass sie mich nicht zuordnen können. Dieselben Puristen greifen mich jetzt wegen des Films an. Aber manchmal sind Kompromisse nötig, damit die wichtigen Botschaften verstanden werden. Um etwas verändern zu können, muss man den Leuten auf die Füsse treten. Und das tue ich. MM «Mia und der weisse Löwe»: ab 31. Januar in den Schweizer Kinos

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MIGROS-WELT | MM5, 28.1.2019  33

Jahreszahlen 2018

Migros Bank wächst weiter Die Migros Bank ist 2018 weiter gewachsen. Ihr Gewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent auf 228 Mil­ lionen Franken. Be­ sonders erfreulich war die Entwicklung im Hypothekargeschäft: Die Hypothekarforde­ rungen beliefen sich auf 37 Milliarden Franken, ein Plus von 4,3 Prozent. Die Migros Bank gehört zu den fünf grössten Hypothekarbanken der Schweiz. Sie beschäftigt auf Vollzeitbasis 1300 Mitarbeitende. Migros-Kulturprozent

Die Migros Bank unter­ stützt jährlich den För­ derfonds Engagement Migros, der Pionier­ projekte im gesellschaft­ lichen Wandel ermög­ licht. 2018 steigerte die Migros Bank ihren Beitrag auf 7,5 Millio­ nen Franken, das sind 2,2 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

Blickfang

S(chn)eemann «Auch der Schneemann Seppele kauft die Ersatzkarotten in der Migros.» Sara Bürkli, Meilen ZH

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Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Die Migros muss die Preise von Parmesan und Grana Padano

erhöhen. Der Grund sind höhere Beschaffungspreise. Ausgewählte Produkte

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2.60

2.55

–1,9

M-Budget Kartoffelsalat, 525 g

3.90

3.40

–12,8

Natura Cat Rind Ragout, 85 g

1.95

1.50

–23,1

Alnatura Cashewkerne, 150 g

4.40

4.20

–4,5

Alnatura Cashew Cranberry Mix, 150 g

5.00

4.50

–10,0

Alnatura Pflaumen, 200 g

4.70

3.95

–16,0

Grana Padano, 250 g, per kg

20.00

21.00

5,0

Parmigiano Reggiano Keil, per kg

28.50

29.50

3,5

1.15

1.20

4,3

Grana Padano gerieben, 50 g * in Franken

Mit der Kamera durch Island In der Filmreihe «Exploration du Monde» reisen Filmschaffende an verschiedene Ecken der Welt und dokumentieren ihre Reise mit der Kamera. Die Regisseure Annie und Pierre Régior zeigen die wilde, unberührte Natur Islands und ihre Bewohner. Ein Jahr lang bereiste das Paar die Insel, von den Gletschern über die Fjorde und Wiesen bis zu den schwarzen Sandstränden. Die Filmemacher sprachen mit Fischern, Landwirten und Züchtern über das nicht einfache Leben in die­ ser rauen, faszinierenden Natur. Der Film läuft vom 9. bis 26. Februar in ver­ schiedenen Städten der Kantone Wallis und Waadt. Die ganze Filmreihe «Exploration du Monde» wird vom Migros-Kultur­ prozent unterstützt. Infos: explorationdumonde.ch


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MIGROS-WELT | MM5, 28.1.2019  37

Noch mehr Reisen Beachten Sie die ­Beilage in dieser Ausgabe des Migros-Magazins.

Heliskiing in ­Kanada ist etwas für Abenteuer­lustige. Geschäftsjahr in Zahlen

Hotelplan Group auf Erfolgskurs

Junge ­Touristen suchen oft sport­ lichen ­Nervenkitzel.

Die Hotelplan-Gruppe ­besteht aus verschiedenen Geschäftsfeldern: Hotelplan Suisse umfasst unter anderem die Marken Hotelplan, Migros Ferien, Travelhouse und Globus Reisen. Der Ferienwohnungsvermittler-­ bereich besteht aus Interhome und Inter Chalet. Hinzu kommen Hotelplan UK, der Geschäfts­reise­ bereich und «bedfinder», die zusammen mit Google entwickelte Internetplattform.

Aktivferien

1,452

Im Trend sind Reisen in kleinen Gruppen, deren Mitglieder eine gemeinsame Leidenschaft verbindet. «Solche Kunden wünschen sich Erlebnisse ausserhalb der Norm», erklärt Stirnimann. «Sie wollen zum Beispiel in den kanadischen Rocky Mountains mit ­einem Helikopter auf einem Berg ­landen und jenseits der Pisten über Schneeflächen brettern – vielleicht sogar zusammen mit Skiass Didier Cuche.»

Milliarden Franken betrug der verrechnete Umsatz der Hotelplan-Gruppe im Geschäftsjahr 2017/2018. Dies bedeutet eine Zunahme von 5,2 Prozent.

1,816

Gerade junge Touristen möchten in den Ferien sportlich aktiv sein. «Die Schweizer reisen gerne zu berühmten Marathon-Wettkämpfen», sagt Stirnimann.

Millionen Reisende nahmen Dienstleistungen der Hotelplan-Gruppe in Anspruch – eine Zunahme von 2,4 Prozent.

25

Klassiker

Länder haben Zugriff auf die Reservationsplattform «bedfinder», darunter die USA, ­Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Schweiz wird wieder zum Magneten für ausländische Feriengäste. Besucher aus Deutschland und Frankreich mieten hierzulande öfter ­Ferienwohnungen. «Der Frankenschock ist überwunden», versichert Stirnimann. «Die Schweiz ist zwar weiterhin keine günstige Destination. Aber sie bietet atemberaubende Landschaften und ein hohes Mass an Sicherheit.» Bilder: Getty Images, zVg

Ägypten ist wieder ein beliebtes Ziel.

Auch Ägypten und Tunesien erleben ein Comeback. «Das Rote Meer lockt Taucher an, ist aber auch für Familien mit kleinem Budget attraktiv», so ­Stirnimann.

60 000

Ferienwohnungen und -­häuser im In- und Aus­land werden von I­ nterhome und Inter Chalet v­ erwaltet. Im vergangenen ­Geschäftsjahr haben die ­Reser­vationen um 4,2 Prozent auf 334 000 Mietv­erträge ­zugenommen.


38  MM5, 28.1.2019 | MIGROS-WELT

Nachhaltiger Anbau

Grünerer Salat Klimaneutrale Heizung

Bis 2025 wird die Migros nur noch Schweizer Gemüse und Früchte aus Gewächshäusern anbieten, die mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Patrick Forster betreibt so ein Gewächshaus und spart beim Anbau viel Platz, Wasser und CO2 ein. Text: Andreas Dürrenberger  Bilder: Paolo Dutto

Während draussen die Tem­ peraturen knapp über null Grad liegen, ist es im Gewächshaus angenehme zwölf Grad warm – die Heizung wird dabei klimaneutral durch Abwärme aus der nahen Kehricht­verbrennungsanlage be­ trieben. Zum Einsatz kommt die Heizung in den kalten, sonnen­ armen Mo­naten Oktober bis März. Im ­Vergleich zu konventionellen ­Lösungen mit fossilen Brennstof­ fen wie Öl entsteht so kein CO₂.

1

Tiefer Wasserverbrauch Bei der Hydroproduktion wachsen die Salate nicht in der Erde, sondern in mobilen Rinnen, durch die Wasser fliesst. Dadurch sinkt der Verbrauch im Vergleich zum herkömmlichen An­ bau um bis zu 70 Prozent, da das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert. Die Salate neh­ men sich, so viel sie brauchen. Ist die Wassermenge zu tief, füllt das computergesteuerte System nach. Dabei kommt ausschliesslich Re­ genwasser zum Einsatz, das über das 17 000 Quadratmeter grosse Dach gesammelt und in ein Becken neben dem Gewächshaus geleitet wird. Es fasst 1800 Kubikmeter, was der Füllmenge von 12 000 Bade­ wannen entspricht.

2

Damit der Salat wachsen kann, braucht er Nährstoffe. Diese erhält er über das Wasser. Dabei kommt der Dünger wie im Freilandanbau zum Einsatz, aller­ dings in flüssiger Form. Das senkt den Verbrauch um rund 50 Pro­ zent. Auf 1000 Liter Wasser braucht es gerade einmal einen Liter.

3

3

«Die Migros hat das Projekt von Anfang an voll unterstützt und ist eine verlässliche Partnerin und Abnehmerin meiner Produkte.» Patrick Forster Gemüsegärtner in Oftringen AG

Bild: Michèle Büschi; Getty Images

Weniger Dünger

2


MIGROS-WELT| MM5, 28.1.2019  39

5

Grosse Investition

Jedes Jahr eine Million Franken

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Innovative Hydrokultur: Patrick Forsters Salatgewächshaus in ­Oftringen AG

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Mehr Ertrag

Weniger Insektizide

In Forsters Gewächshaus ist der Salat mo­ bil. Er wächst in weissen, mit quadratischen Öffnungen versehenen, beweglichen Kanälen. Die Setzlinge benö­tigen zu Beginn wenig Platz. Ent­ sprechend haben die Kanäle für die jungen Salate mehr Öffnungen, die Pflanzen stehen dichter zu­ sammen. Wenn sie wachsen, kommen die Salat­ köpfe samt Wurzel in einen neuen Kanal mit we­ niger Öffnungen und mehr Platz. Dieses System wirft einen Ertrag pro Quadratmeter ab, der acht Mal höher ist als beim herkömmlichen Anbau.

Sind die Lüftungsklappen des Ge­ wächshauses geschlossen, gelangen keine Schädlinge und Krankheitserreger hinein. Meistens kann Forster deshalb nahezu komplett auf Insektizide und Fungizide ver­ zichten. Er braucht so 95 Prozent weniger In­ sektizide als im herkömmlichen Anbau. In den warmen Monaten, wenn die Temperaturen hoch und die Dachluken geöffnet sind, muss er von Zeit zu Zeit spritzen. Denn ein Laus­ befall könnte seine ganze Ernte vernichten.

4

5

Die Migros wird bis 2025 nur noch Schweizer ­Gemüse und Früchte anbieten, die aus Ge­ wächshäusern stam­ men, die mit erneuer­ barer Energie beheizt werden. Das wird pro Jahr bis zu 75 000 Ton­ nen CO2 ­einsparen, was über 15 000 Flügen von Zürich nach Hawaii entspricht. Schweizer Produzenten beheizen Gewächshäuser vor al­ lem zu Beginn und am Ende der Gemüsesai­ son, um länger inländi­ sche Ware anbieten zu können. So fallen weni­ ger Importe aus südli­ chen Ländern (mit ent­ sprechend längeren Transportwegen) an. Künftig soll jeder Be­ trieb den für seinen Standort optimalen Mix an erneuerbaren Ener­ gieträgern einsetzen, beispiels­weise Holz­ heizungen, Wärme­ pumpen oder Biogas. Der Zeitplan für die ­Umstellung auf den CO₂-neutralen Betrieb der Gewächshäuser bis 2025 ist ehrgeizig. Die Migros arbeitet deshalb eng mit den Produzen­ ten zusammen. Jährlich investiert sie eine ­Million Franken in das Projekt und unterstützt damit Produzenten bei der Umstellung finanzi­ ell. Im Weiteren erhalten die Produzenten dank klarer Bekenntnisse der Migros zum künftigen Lieferumfang Planungs­ sicherheit.


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MIGROS-WELT | MM5, 28.1.2019  41

Migusto

Wenn die Tomate mit dem Käse ... Was entsteht, wenn die berühmtesten Zutaten der Schweiz und Italiens verschmelzen? Ein Tomatenfondue. Text: Claudia Schmidt Bilder/Styling: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

Das Kochmagazin der Migros Für Clubmitglieder gratis per Post. Jetzt anmelden: migusto.ch

SO KLAPPTS MIT DEM FONDUE: Videotipps zum fondue auf migusto.ch/fondue-retten Passierte Tomaten ergeben einen leicht fruchtigen G ­ eschmack. Reichlich Käse sorgt für die gewünschte Cremigkeit.


42  MM5, 28.1.2019 | MIGROS-WELT Topfgeschichte

Die Mischung machts Wer es sich einfach macht, wählt eine fixfertige Mischung fürs Fondue. Oder er nimmt eine Käsemischung und kombiniert diese selbst mit d ­ en übrigen Zutaten. Blanchiertes Gemüse und Raclette-Kartoffeln bieten Abwechslung zum Brot. Wir haben Zutaten aufgelistet, die entweder notwendig sind oder den Fondueplausch noch besser machen.

14

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1    2

4    3

5    7

6

In den Cacquelon 1 Gruyère 2 Vacherin de Fribourg 3 Rezenter Alpkäse 4 Knoblauch zum Ausreiben 6 Muskatnuss 8 Maissstärke zum Binden 10 Pfeffer 11 Kräuter 13 Kirsch 14 Weisswein (oder alkohol freier Moscato, Apfelsaft)

Auf den Teller 5 Broccoli, blanchiert 7 Fonduebrot 9 Speck für Kartoffeln zum Umwickeln und Braten 12 Raclette-Kartoffeln


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Kurz angebratenes Entrecôte zusammen mit selbst gemachter Kräuter-Nuss-Butter auf knusprigem Baguette servieren.

Das Rezept Entrecôte auf Röstbrot finden Sie auf migusto.ch/tipps

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Duo-Pack

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Aktionen für mehr Gemütlichkeit. Duo-Pack

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6.95 statt 8.70 Bündnerfleisch geschnitten in Sonderpackung Schweiz, 100 g

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14.70 statt 18.40 Raccard Nature-Scheiben im Duo-Pack 2 x 400 g

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2.55 statt 4.30 Kartoffeln Raclette Schweiz, Tragtasche, 2.5 kg


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3.40 statt 3.90 Anna’s Best Königssalat 150 g

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20% Alle Tulpen erhältlich in diversen Farben, z.B. Bund, 10 Stück, 5.50 statt 6.90

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3.90 statt 5.60 Nüsslisalat Schweiz, Schale, 150 g

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Genossenschaft Migros Wallis ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 29.1. BIS 4.2.2019, SOLANGE VORRAT

25%

1.80 statt 2.40 Avocado Chile/Spanien, pro Stück

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2.90 statt 4.50 Äpfel Antares «Aus der Region.» per kg

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3.80 statt 5.70 Orangen Tarocco Italien, Netz, 2 kg

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2.– statt 2.50

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AOP Walliser Raclettekäse «Aus der Region.» Ober-, Unter- oder Zentralwallis, 1/1, 1/2 oder 1/4 Laib, per 100 g

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2.– statt 2.50 TerraSuisse Tessinerli 400 g

Duo-Pack

20% Anna’s Best Gnocchi im Duo-Pack z.B. nature, 2 x 500 g, 5.40 statt 6.80

AOP Vacherin Mont d’Or mit Gratis-Messer, Schweiz, ca. 600 g, per 100 g


Das grosse Sparver 6er-Pack

20% M-Classic- und Saison-Joghurt im 6er-Pack z.B. M-Classic Apfel/Mango, Erdbeere und Heidelbeere, 6 x 180 g, 2.60 statt 3.30

20%

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Cake Creations z.B. Chocolat and Sweets, 210 g, 3.95 statt 4.95

Hit

2.90

Dessert Preussen in Sonderpackung 360 g + 40% mehr Inhalt, 504 g

Valflora-Saucen-, -Saurer-Halbrahm und -M-Dessert z.B. Saurer Halbrahm, 180 ml, 1.– statt 1.30

20% Alle Mini-Torten z.B. Sélection Truffes Torte, Ø 10 cm , 250 g, 6.20 statt 7.80

ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 29.1. BIS 4.2.2019, SOLANGE VORRAT

20% Alle M-Classic Kleinbrote abgepackt z.B. Sandwich, TerraSuisse, 4 x 65 g, 1.60 statt 2.–


rgnügen. Duo-Pack

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3.65 statt 4.60 Philadelphia im Duo-Pack z.B. Kräuter, 2 x 200 g

20% Gesamtes Trockenfrüchte- und NüsseSortiment (ohne Alnatura, Sélection, Premium Nuts und Offenverkauf), z.B. Bio-Pinienkerne, 100 g, 5.50 statt 6.90

50% Ice Tea PET im 6er-Pack, 6 x 1.5 Liter z.B. mit Zitronenaroma, 4.05 statt 8.10

50% M-Classic Pommes Chips in Sonderpackung Paprika und Nature, z.B. Paprika, 400 g, 3.– statt 6.–

4er-Pack

20%

30%

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4.10 statt 5.90 Alle Evian in Mehrfachpackungen z.B. 6 x 1.5 Liter

M-Classic Apfelmus im 4er-Pack 4 x 445 g

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9.60 statt 14.40 Rivella im 6er-Pack, 6 x 1,5 Liter z.B. rot


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Gesamtes Condy-Essiggemüse- und -AntipastiSortiment Alle Pelican-Filets Gourmet und -Fischstäbchen z.B. Gewürzgurken, 270 g, 1.30 statt 1.90 tiefgekühlt, ab 2 Stück, 30% günstiger

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Duo-Pack

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5.10 statt 6.40 Baby Kisss im Duo-Pack, UTZ Milk oder Noir, z.B. Milk, 2 x 15 Stück

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Gesamtes Thai Kitchen-, Namaste India- und Delicious Pommes Duchesse in Sonderpackung Al Fez-Sortiment tiefgekühlt, 1 kg z.B. Thai Kitchen Kokosmilch, 250 ml, 2.– statt 2.50

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Duo-Pack

30% M-Classic Plätzli im Duo-Pack Käse, Pilz oder Spinat, tiefgekühlt, z.B. Käse, 2 x 10 Stück, 2 x 600 g, 8.95 statt 12.80

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10.20 statt 14.60 M-Classic Chäs-Chüechli im Duo-Pack tiefgekühlt, 2 x 12 Stück, 1680 g

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Cucina & Tavola Einhorn-Tasse erhältlich in diversen Farben und Sujets, z.B. blau, pro Stück, gültig bis 11.2.2019

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Alle M-Classic Reis, 1 kg ab 2 Stück, jedes –.80 günstiger

3.45 statt 4.95 Café Royal Kapseln im 16er-Pack geeignet für das Twïn- und Nescafé®* Dolce Gusto®*-System, z.B. Caffè Lungo, 16 Kapseln, *Diese Marke gehört Dritten, die keinerlei Verbindung zur Delica AG haben.

Hit

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Cucina & Tavola Bambus-Schüssel mit Einhorn-Sujet Ø 25 cm, erhältlich in Blau, Grün oder Rosa, z.B. blau, pro Stück, gültig bis 11.2.2019

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MIGROS-WELT | MM5, 28.1.2019  55

Profi-Tipp

Zu dünn? Kein Problem  12

Spritzige Alternative

Walliser Tomatenfondue Zutaten für 4 Personen 1 kg kleine festkochende Kartoffeln, z. B. Raclette 200 g Greyerzer 200 g Emmentaler 300 g Raclettekäse 4 Knoblauchzehen 1 Zwiebel 1 EL Bratbutter 2 dl Rotwein, z. B. Dôle du Valais 400 g passierte Tomaten 2 EL Maisstärke frisch geriebene Muskatnuss schwarzer Pfeffer edelsüsser Paprika 2 Zweige Oregano

11

Zubereitung

1. Kartoffeln samt Schale weich­ kochen, abgiessen, warm halten.

9  10

8

2. Inzwischen Käse durch die Rösti­ raffel reiben. Knoblauch und ­Zwiebel fein hacken. Bratbutter im Caquelon erhitzen, Knoblauch und Zwiebeln dünsten. Mit der Hälfte des Weins und den passierten Tomaten ablöschen und aufkochen. Käse dazugeben und in der Toma­ tenmischung unter Rühren schmel­ zen lassen. Köcheln, bis sich eine homogene Masse bildet. Maisstärke im restlichen Wein auflösen, unter Rühren dazugeben und nochmals aufkochen, bis das Fondue bindet. Mit reichlich Muskat, Pfeffer und Paprika würzen. Mit Salz abschme­ cken. Oreganoblättchen vom Stiel zupfen, grössere fein hacken. 3. Kartoffeln auf Teller verteilen, nach Belieben längs halbieren oder vierteln. Das Tomatenfondue mit Oregano bestreuen und am Tisch mit einer kleinen Kelle über die Kartoffeln giessen.

Claudia Schmidt, Foodjournalistin

Seit ich in der Schweiz lebe, ­gelte ich in meiner norddeut­ schen Heimat als Botschafterin für das gemütliche Traditions­ essen. Meine Familie wünscht, dass ich drei bis vier Mal pro Jahr ein Fondue zubereite. Ehren­ sache, dass ich die Zutaten in der Schweiz besorge! Als Backup habe ich stets eine Käsemischung Moitié-Moitié dabei – für den Fall, dass spontan mehr Personen teilnehmen möchten als geplant. Was ich zudem immer als ­Not­helfer ­bereithalte: jeweils ein Gläschen Weisswein ­be­ziehungsweise Zitronensaft, der bereits mit Maisstärke ­angerührt ist. Mit Wein und Stärke rücke ich zu dünnem Fondue zuleibe; die Zitronensaftmischung käme zum Einsatz, wenn sich die ­Mischung im Caquelon scheidet. Mit diesem Backup kann gern etwas passieren, ohne dass ich nervös werde. Beim Käse bevor­ zuge ich die Moitié-Moitié-­ Variante, mische aber meist noch rezenten Alpkäse hinein. MM

Viele weitere tipps Zum Fondue jetzt auf

migusto.ch Fondue Grundrezept: migusto.ch/fondue-rezept Fondue vom Stanser Fladen: migusto.ch/fondue-stanserfladen Käsereste verarbeiten (Video): migusto.ch/kaesereste


56  MM5, 28.1.2019 | MIGROS-WELT

Farm Fries

Schick in Schale Text: Claudia Schmidt  Bilder: Veronika Studer

Das rustikale Aussehen ist ihr Markenzeichen: Die dickgeschnittenen Farm Fries werden aus un­geschälten Schweizer Kartoffeln hergestellt. ­Daraus resultiert ­ein intensives Kartoffelaroma. Produzent C ­ hristoph Frei aus Aesch ZH erklärt im Interview, worauf es bei den Knollen für die rustikalen Pommes frites ankommt.

Farm Fries aus dem Backofen mit einer ­rassigen Tomaten-­ Salsa und einem Avocado-Dip

TIPP

Salsa-Dip

Zwiebel und Knoblauch fein schneiden. Gelbe und grüne Peperoni in kleine Würfel schneiden. Alles in Öl andünsten. Tomatenpüree mitrösten. Gehackte Tomaten (Dose), Rohrzucker und Aceto balsamico, Paprika sowie Cayennepfeffer dazugeben, einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.


MIGROS-WELT | MM5, 28.1.2019  57

TIPP

Avocado-Dip

Eine Avocado zerdrücken, mit Joghurt oder Crème fraîche, Limettensaft, gehacktem Koriander, fein geschnittenen Frühlingszwiebeln, speziellen Gewürzen (zum Beispiel für Guacamole) sowie Salz und Pfeffer mischen. Das Joghurt kann man durch pürierte Kichererbsen oder Tahini bzw. Cashewmus ersetzen.

Christoph Frei

«Die besten Partien werden zu Farm Fries» Christoph Frei, seit wann bauen Sie Kartoffeln an? Bei uns werden seit drei ­Generationen Kartoffeln ­angebaut. Ich übernahm den ­Betrieb 2003 und liefere ­seither Kartoffeln an die ­Bischofszell Nahrungsmittel AG. Insgesamt sind es zehn Hektare, auf denen ich ­Kartoffeln anbaue.

Bild und Styling: Veronika Studer; Kulinarik: Katrin Klaus

Wie müssen Kartoffeln für perfekte Farm Fries ­beschaffen sein? Da die Farm Fries besonders dick geschnitten werden, müssen die Kartoffeln möglichst gross sein. Hier muss ich aber erwähnen, dass das Sprichwort «Die dümmsten Bauern haben die grössten Kartoffeln» nicht zutrifft. Aber Spass beiseite: Auch die Schale muss schön glatt sein, weil sie mitverarbeitet wird. Die Farm Fries stellen aber vor allem an die innere Qualität hohe Anforderungen. Da muss etwa ein Mindeststärkegehalt erreicht werden. Lässt sich diese Eigenschaft beeinflussen? Das wird durch den Witterungsverlauf bestimmt. Deshalb ist man als Produzent stark gefordert, diesen Witterungseinflüssen mit geeig­ neten Kulturmassnahmen ­entgegenzuwirken.

Farm Fries Nature, tiefgekühlt, 600 g Fr. 4.20

Farm Fries Rosmarin, tiefgekühlt,600 g* Fr. 4.50

Was essen Sie selbst gern zu den Farm Fries? Ein schönes Stück Schweizer Rindfleisch. MM * in grösseren Filialen


58  MM5, 28.1.2019 | MIGROS-WELT Wintersortiment

Bereit für den Schnee

Von morgens bis abends die Ski laufen lassen und sich anschliessend ein feines Raclette mit Kartoffeln munden lassen. So oder ähnlich kann man im Winter sogar die kältesten Tage geniessen. Passende Produkte gibt es in der Migros.

Power für die Piste: Weil sie so gut wie kein Fett enthält, dafür aber Vitamine sowie Ballast- und Mineralstoffe, ist die Kartoffel als zuverlässiger Energie­lieferant beliebt – und als traditionelle B ­ eilage zum Raclette unverzichtbar. Schweizer Kartoffeln Raclette, 2,5 kg Fr. 2.55 statt 4.30

Sicherer Halt ohne Druckstellen: Der Damenskischuh Vector RS von Head überzeugt mit ­optimaler Funktionalität und hohem Tragekomfort. Damen Skischuh Vector RS 90 Fr. 349.–

Luftgetrocknetes Bündnerfleisch ist eine weltbekannte Delikatesse. Es ist reich an Vitaminen und enthält ­wertvolle Mineralstoffe. Bündnerfleisch geschnitten in ­Sonderpackung, Schweiz, 100 g Fr. 6.95* statt 8.70 * 29. Januar bis 4. Februar In grösseren Filialen

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MIGROS-WELT | MM5, 28.1.2019  61

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Aus jeder Ecke etwas Gutes Die Plattformen sind jetzt in Französisch geschaltet: facebook.com/migrosvalais und instagram.com/migrosvalais (deutsche Versionen in Arbeit)

Technologie

Auf Eroberungszug in den sozialen Medien Die Migros Wallis hat auf Facebook und Instagram eine eigene Seite ­ eröffnet – ein Aufruf an alle, Teil der Community zu werden. Text: Fabien Lafarge  Bilder: David Le Rochais

E

s ist vollbracht: Nach mehrwöchigen Vorbereitungen hat die Migros Wallis im Herbst ihren Auftritt auf Facebook und Instagram lanciert. Seit 2004, als Facebook in den USA gegründet wurde – ursprünglich, um ehemaligen ­Studenten der Harvard-­ Universität die Möglichkeit zu bieten, miteinander in Kontakt zu bleiben –, wird das soziale Netzwerk auf der ganzen Welt genutzt. Es steht allen offen; auch Unternehmen, Marken und Medien nutzen die Platt­ form als Kommunikations­ kanal. Für den Nutzer hat Facebook die Form e­ ines Newsfeeds – einer Art Nachrichtenstrom, auf dem man Bilder, Videos oder ­Artikel über allerhand mögliche

und unmög­liche Themen ent­ decken kann. Bilder teilen und entdecken

Wenn es um Fotos geht, ist Insta­ gram der Favorit: Die Plattform dient ausschliesslich zum Teilen von Bildern. Sie wurde vor allem für Mobilgeräte entwickelt, lässt sich aber auch am Computer ­nutzen. Auch Instagram ist in Form eines Newsfeeds aufgebaut. Die Nutzer können Seiten abonnieren und erhalten bei ­Bedarf eine Benachrichtgung bei jedem Post aus dem Abonnentenkreis. Seit einiger Zeit bietet Instagram zudem die Möglichkeit, Bilder und Videos zu posten, die nur 24 Stunden lang sichtbar sind. Ein kleiner Bonus: Man kann verschiedene Filter nutzen,

um die Posts zu personalisieren. Krea­tive Köpfe dürfen sich also nach Lust und Laune austoben. Teil der Gemeinde werden

Auf der Facebook-Seite der Migros Wallis kann man als ­Follower ­regelmässig an Wettbewerben teilnehmen, neue Videos entdecken und bei Fragen oder Bemerkungen die Genossenschaft kontaktieren. Auch auf ­Instagram gibt es Preise zu gewinnen, zudem präsentiert die Genos­­sen­schaft Partnerschaften mit Prominenz aus Sport und Unterhaltung, und historisch ­Interessierte finden regelmässig Archivfotos. Kurz: Die zwei ­neuen Kanäle sind die unverzichtbaren Tools, wenn man auf dem Laufenden sein will. MM

Auch in dieser Woche ­ ist die Schweiz der Star in den Migros-Restaurants. D ­ ie zweite «Swiss Chalet»-Woche beginnt am Montag im Kanton Aargau. Auf dem Menü steht Schweinsbraten mit Zwetschgen. Danach ist der Nachbarkanton Freiburg mit Pot-au-feu (Eintopf) an der Reihe. Am Mittwoch hat die Deutschschweiz die Ehre: Serviert wird ­ St. Galler Kalbsbratwurst an Zwiebelsauce. Natürlich darf auch ­ der Kanton Wallis nicht fehlen: Am Donnerstag kommt ein Schweinsschnitzel nach Walliser Art auf den Tisch. Am Ende der Woche gibts ein bisschen Ferienund See-Feeling – dann kommen Fischliebhaber in den Genuss eines ­Forellenfilets nach ­Zuger Art. Die ganze Woche über sind auch die feinen ­Älplermagronen zu empfehlen, die mit dem Minimax-Menü ange­ boten werden (Salat oder Suppe, Hauptgang und Getränk). Bei den Take-aways heisst es immer noch «Schweiz à gogo» mit süsser Cremeschnitte inklusive Schweizer Fähnli und knusprigen Röstisnacks.


62  MM5, 28.1.2019 | MIGROS-WELT

Käsespezialitäten

Zeit für fröhliche Tischrunden Raclette und Fondue sind überaus beliebte Spezialitäten auf Walliser Tischen. Zur Freude aller Käsefans bietet die Migros zwei Raclette- und Fondue-Aktionswochen an. Text: Fabien Lafarge  Bilder: Migros Wallis

D

as Wallis ist ein geselliger Kanton: Man sitzt gerne mit Familie oder Freunden am Tisch und geniesst lo­ kale Produkte. Die kulinarischen Hits an kalten Winterabenden sind Rac­lette und Fondue – wobei echte Fans der Meinung sind, man könne die Ge­ richte das ganze Jahr über geniessen. Typisch für den Kanton

Raclette ist für die Walliser nicht nur ein Gericht, sondern auch eine Kunst, die sich vor allem in der Käseherstel­

lung ausdrückt. Besonders wichtig ist dabei die M ­ ilch: Ihr Aroma variiert je nach A ­ ufenthaltsort respektive Nah­ rungsgrundlage der Kühe. Im Winter, wenn die Kühe eingelagertes Futter­ mittel erhalten, sind die Käsearomen deshalb anders als im Sommer. Die Milch wird nach e­ iner speziellen ­lokalen Methode zu Käse verarbeitet und veredelt, damit ihr Charakter sich vollständig entwickeln kann. Früher erhitzten die Hirten einen halben Käselaib am offenen Feuer und schabten den geschmolzenen Käse auf

eine Brotscheibe. Heute kommen ­anstelle des Feuers elektrische Öfen oder Gasöfen zum Einsatz und statt Brot Kartoffeln, dazu Beilagen wie ­Essiggurken, Silberzwiebeln oder ­Essigchampignons. Für kleinere Tischgesellschaften gibt es die ange­ passte Variante mit Käsetranchen, die man in kleinen Pfännchen auf dem Racletteofen schmelzen lässt. Vergnügen rund ums Caquelon

Zugegeben, Fondue ist keine ­Spezialität aus dem Wallis. Mit all


MIGROS-WELT | MM5, 28.1.2019  63

Die traditionelle Zubereitungsart: Raclette direkt vom halben Käselaib geschabt Fussballfans ­aufgepasst: Das Fondue der FC-­ Sion-Fans gibt es zum Aktionspreis.

s­ einen Trümpfen hat es das Herz der Walliserinnen und Walliser aber längst erobert. Was gibt es Schöneres, als den Tag – etwa nach v­ ielen Stunden auf der Skipiste, aber auch ohne besonderen Anlass – mit Freunden oder Familie bei einem feinen Fondue ausklingen zu lassen? Eine besondere Fonduekreation

Um dieses Käsegericht gebührend ­ zu feiern, bieten die Walliser MigrosFilialen jetzt eine überaus gelungene Ver­bindung aus Walliser und Frei­

burger Know-how an: Das Restaurant ­Maison Chomel in Martigny hat sich mit dem Greyerzer Käsermeister William Wyssmüller zusammen­getan und das «Tomaten Fondue Création Wyssmüller» entwickelt. ­ Es heisst, das Tomatenfondue beruhe auf einem W ­ alliser Rezept – ein Grund mehr, es zu geniessen. Rabatt auf ausgewählte Produkte

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✓ Fahrt mit dem Dampfzug der Zillertalbahn

Schnaufend bahnt sich die Achensee-Dampf-Zahnradbahn mit grandiosen Panoramablicken ihren Weg nach Seespitz. Die Pinzgauer Lokalbahn bringt uns durch die reizvolle Landschaft mitten hinein in den Nationalpark Hohe Tauern zu den Krimmler Wasserfällen und im nostalgischen Dampfzug der Zillertalbahn mit Musik und einem Schnapserl erobern wir das alpine Städtchen Mayrhofen. Dazwischen lassen wir es uns bei einer Brettljause mit Traumaussicht oder bei einem Tiroler Schmankerlabend so richtig gutgehen.

von Fügen nach Mayrhofen inkl. musikalische Unterhaltung und Schnapserl während der Zugfahrt ✓ Fahrt mit dem Dampfzug der Pinzgauer Lokalbahn von Mittersill nach Krimml ✓ Herrliche Panoramaschifffahrt auf dem

Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag, Mittwoch – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus ins schöne Tirol, wo uns der Hotelier mit einem feinen Nachtessen erwartet. 2. Tag, Donnerstag – Mit der Schmalspurbahn in den Nationalpark Hohe Tauern & Krimmler Wasserfälle Mit der Pinzgauer Lokalbahn, einer der attraktivsten Schmalspurbahnen Österreichs, fahren wir heute durch reizvolle Alpenlandschaften. Die Strecke führt uns von Mittersill entlang der Salzach in den Nationalpark Hohe Tauern bis nach Krimml. Die Krimmler Wasserfälle zählen mit ihrer beeindruckenden Fallhöhe von 380 m zu den bekanntesten Wasserfällen der Welt und zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Ein Wanderweg führt direkt an dieses atemberaubende Naturschauspiel heran – erleben Sie den erfrischenden Sprühregen und die imposante Kraft des Wassers inmitten der traumhaften Kulisse des Nationalparks Hohe Tauern. Noch mehr sparen bis 100% REKA-Checks!

3. Tag, Freitag – Reisen wie zu Kaisers Zeiten – die Achensee-Dampf-Zahnradbahn Nach dem Frühstück fahren wir nach Jenbach. Hier steht die Achensee-Dampf-Zahnradbahn bereits zum Einsteigen für Sie bereit. Die Fahrt durch die wildromantische Landschaft, steil bergauf mit einem herrlichen Blick über das Inntal und die umliegende Bergwelt bis zu den Stubaier Alpen und dem Wilden Kaiser, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Von Jenbach ausgehend erleben Sie eine angenehme Zeitreise ins vergangene Jahrhundert und treffen mit voller Fahrt in Seespitz ein. Im Alpengenusshof Gramai laden wir Sie dann zu einer zünftigen Brettljause ein. Nehmen Sie Platz in der gemütlichen Stube oder auf der Sonnenterrasse mit Ausblick auf das umliegende Karwendelgebirge und lassen Sie sich nach Herzenslust verwöhnen. Im Anschluss haben wir eine idyllische Panoramaschifffahrt auf dem Achensee für Sie reserviert. Geniessen Sie die wildromantische Landschaft des glitzernden Juwels, das majestätisch zwischen zwei gewaltigen Gebirgszügen liegt, bevor es zurück ins Hotel und einem gemütlichen Tiroler Schmankerlabend geht.

4. Tag, Samstag – Zillertal-Bahn & bei den Glasbläsern Mit dem nostalgischen Dampfzug der Zillertalbahn fahren wir bei stimmungsvoller Musik und einem guten Schnapserl von Fügen bis nach Mayrhofen. Das alpine Städtchen lädt zu einem Spaziergang ein. Am Nachmittag erwartet uns Rattenberg, die kleinste Stadt Österreichs. Enge Gassen, bunte Fassaden, hohe Türme und eine mittelalterliche Burg vermitteln einen malerischen, gut erhaltenen Eindruck des historischen Städtchens. Rattenberg erlangte vorallem durch die glasveredelnden Betriebe Bekanntheit. Das Mysterium Glas wird Ihnen bei einer fesselnden Vorführung des jahrhundertealten Handwerks näher gebracht. Erleben Sie hautnah die urtümliche Kraft im rotglühenden, dampfenden Strom des flüssigen Glases. 5. Tag, Sonntag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir die Heimreise an.

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Wie hält Ihre Familie es mit Süssigkeiten? Da ein kleines Dessert, dort eine Glace: Massvoll genossen, gehört es bei uns dazu.

57%

1, 2 oder 3?

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Grosse (8) und der Kleine (3) haben einen südländischen Biorhythmus. Sobald der Alltag sie nicht mehr taktet, schlafen sie erst nach 22 Uhr ein und gehen es am Morgen entsprechend gemütlich an. Leider besteht das Leben nicht nur aus Ferien, und so haben wir den undankbaren Job, sie morgens aus ihren warmen Betten ­ zu treiben. Das kommt sehr schlecht an. Deshalb haben wir dem ­Grossen einen Super-Mario-Wecker geschenkt. Die Videospiel­figur des kleinen, schnauzbärtigen italienischen Klempners findet er grossartig. Super Mario hat unsere Erwartungen übertroffen: Der Grosse liebt es nun, geweckt zu werden. Und zwar so sehr, dass er den Wecker regelmässig auf einen Zeitpunkt mitten in ­ der Nacht stellt und alle aus dem Schlaf reisst. Und jetzt?

19%

Wir sind Nasch­katzen und verputzen viel Süsses.

14 %

Wir beschränken es auf ein absolutes Minimum.

10% 1   Super Mario muss weg – und zwar sofort. 2   Wir programmieren den Wecker abends immer heimlich um. 3   Schön, dass Gewecktwerden nun positiv besetzt ist. Da nehmen wir

gern ­­in Kauf, auch mal nachts von Super Mario wachgerüttelt zu werden.

1407 Abstimmende famigros.ch Eine Umfrage von

Antwort 2: Zu unseren abendlichen Pendenzen kommt nun eine weitere dazu: Wir kontrollieren ­ Super Mario, bevor wir schlafen gehen. Und sollte der Grosse auch nur ein Mal nachts seinen Wecker umprogrammieren, wird der kleine Italiener weggesperrt. Ciao!

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Super Mario

Eigentlich gibt es ­Süsses nur zu besonderen Anlässen, aber schon ab und zu.


68  MM5, 28.1.2019 | LEBEN

Computerspiel

Ein Game bringt Eltern an ihre Grenzen Das Spiel Fortnite ist bei Schweizer Teenagern derzeit die Nummer eins. Viele investieren ungezählte Stunden in die virtuelle Welt – und manchmal auch viel Geld. Text: Andreas Bättig  Bilder: René Ruis


LEBEN | MM5, 28.1.2019  69

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er noch nie etwas von «Fort­ nite» gehört hat, hat vermut­ lich keine Kinder zwischen 7 und 16 Jahren. Das Com­ puterspiel ist in Sachen Popularität ein ­Phänomen: Es wurde weltweit über 140 Mil­ lionen Mal heruntergeladen. Dabei hebt es sich auf den ersten Blick nicht von anderen Games ab, die man auf der Playstation, dem Computer und auf dem Smartphone spielen kann. Anfangs loggt man sich ein, erhält eine Spiel­figur und trifft sich bald mit anderen Spielern. Das Hauptziel besteht darin, mög­ lichst lange zu überleben und die Gegner mit den unterschiedlichstenWaffen auszuschal­ ten. Das klingt etwas brutal, doch«Fort­nite» ist kein blutrünstiges Ballergame mit realis­ tischer Grafik. Es ähnelt einem Comic. Mittlerweile weist das Game weltweit 125 Millionen registrierte Spieler auf. Beim Livestream einer Spielsequenz schauten einmal ganze 630 000 User zu – ein Rekord! In die virtuelle Welt taucht man mit Freunden und mit Fremden ein. Stets geht es darum, Punkte zu sammeln, um den eige­ nen Game-Charakter zu verbessern. Genau ­darin liegt oft das Problem: «Fortnite» hat grosses Suchtpotenzial. Denn je mehr Zeit man damit verbringt, desto erfolgreicher wird die Spielfigur, desto besser wird der Ruf bei den anderen Spielern – oder auch bei den Schulkollegen im echten Leben.

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Welches Ausmass das Ganze annehmen kann, zeigte sich bei Familie Schneiter aus Illnau ZH. Seit ein paar Monaten gehört auch der elfjährige Sohn Alejandro zur Game-Fan­gemeinde. «Mir macht es Spass, mit Freunden in dieser Onlinewelt spielen zu kön­ nen», sagt er. Mit seinem Fortnite-Charakter ver­ bringt er viele Stun­ den mit Gamen. «Die Noten in der Schule wurden nach den letz­ten Sommer­ ferien plötzlich schlech­ter», sagt Mutter ­Maria Schneiter. «Er woll­ te ständig spielen, in jeder ­freien Minute. Manchmal ­vergass er nicht nur die Zeit, sondern auch Hunger und Durst.» Deshalb zog die 49-Jährige die Notbremse und stellte Regeln auf. Seit einiger Zeit darf Ale­ jandro während der Woche maximal eine Stunde pro Tag spielen. Dies auch nur, wenn er gute Noten nach Hause bringt. Am Wochenende stehen ihm täglich zwei Stunden Spiel­

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LEBEN | MM5, 28.1.2019  73

zeit zur Verfügung. «Seit der Abmachung ­haben sich seine Leistungen in der Schule deutlich verbessert», sagt Maria Schneiter. Doch nicht nur die Probleme in der Schule haben sie zum Handeln veranlasst, sondern auch Alejandros Verhalten beim Spielen selbst. «Manchmal wurde er richtig aggressiv und hat herumgeschrien. Da war für mich klar, dass es so nicht w ­ eiter­gehen kann.» Alejandro akzeptierte die Regeln. «Zuerst fand ich sie gemein», gesteht er, «und ich hatte Angst, dass die Eltern meinen Zugang sperren würden. Bald fand er es aber nicht mehr so schlimm, zumal er nach den Hausaufgaben immer noch gamen darf. Hingegen erhält er kein Geld, um sich Zusatzgadgets im Spiel zu kaufen. Solche «In-App-Käufe» können sich pro Spieler schnell auf einen Betrag von mehreren hun­dert Franken ­summieren. «Man will sein Kind nicht isolieren »

Dass Alejandros Hobby Gamen ist, stört die Mutter grundsätzlich nicht sehr. Auch nicht, dass er als 11-Jähriger nun mehrheitlich ein Ballergame spielt. «Wir schauen aber sehr genau, welche Spiele mit welcher Altersempfehlung er wählt», sagt sie, «bei ‹Fort­ nite› fliesst kein Blut, es ist alles harmlos dar­gestellt, also haben wir es ihm erlaubt.» Allerdings haben sich Alejandro und ­seine Freunde sehr schnell in der Onlinewelt abgeschottet, sie seien im echten Leben kaum mehr zusammen draussen gewesen. «Soziale Kontakte sind für Kinder wichtig. Klar treffen sie sich online im Spiel, aber das ist doch nicht das Gleiche wie im echten Leben», erklärt Schneiter. Deshalb habe sie auch mit den Eltern der Kollegen von Ale­ jandro geredet, damit das Durchsetzen der Regeln besser funktioniert. «Man will sein Kind ja auch nicht isolieren und es aussen vor lassen», sagt sie. Die anderen Eltern ­berichteten von ähnlichen Problemen mit «Fortnite» und begannen, vergleichbare ­Regeln aufzustellen wie die Schneiters.

Bilder: PD, Pro Juventute

Ein motivierendes Spielkonzept

Warum «Fortnite» bei Kindern und Jugend­ lichen ein grosses Thema ist, weiss Medienpädagoge und Lehrer Steve Bass, der auch an seiner Schule ein grosses Interesse am Spiel beobachtet. Er erklärt: «Die Grafik ist sehr gut, das Game hat einen gewissen Spielwitz und nimmt sich dadurch nicht allzu ernst. Zudem ist es kostenlos.» Auch motiviere das Game-Konzept dazu, immer weiterzuspielen, und erschwere dadurch das Auf­hören. Und: Die einzelnen Spiele seien kurz. «Man kann immer schnell ins nächste Spiel einsteigen.» Das erhöhe ebenfalls den Sucht­­faktor. Dass über «Fortnite» in den Medien, auch den sozialen, intensiv berichtet wird, habe den Hype zusätzlich verstärkt.

Grundsätzlich hält Bass das Spiel nicht für problematisch. «Da die Darstellung des ­Inhalts mehr mit einem Comic als mit der Realität zu tun hat, wird sie von den Jugendlichen als fiktiv empfunden. Ähnlich wie beim Betrachten eines Tom-und-Jerry-­ Zeichentrickfilms. Die sind ja grundsätzlich auch gewalttätig.» Dennoch, das Spiel­ prinzip zeige eine heikle Form der Konfliktlösung: alle anderen abschiessen. Das Spiel wird ab 12 Jahren empfohlen. «Ob jüngere Kinder ‹Fortnite› spielen dürfen, müssen die Eltern entscheiden», meint Bass. Regeln konsequent durchziehen

Problematisch wird es laut Bass , wenn – wie bei der Familie Schneiter – andere Bereiche wie die Schule oder Hobbys vernachlässigt werden. «Bei Spielen wie ‹Fortnite› verlieren manche die Selbstkontrolle und füllen ihre Zeit zu sehr mit dem Spiel aus», sagt Bass. Hier dürfen und müssen Eltern einschreiten. «Zuerst sollte man aber wissen, worum es überhaupt geht. Es empfiehlt sich, einige Videos auf Youtube anzuschauen.» Generell sollte es laut Bass zwischen den Eltern und den Kindern stets Regeln zum Medien­konsum geben. «Meistens haben die Eltern die Geräte gekauft, auf denen die Kinder spielen. Also können sie auch Be­ dingungen für deren Benutzung aufstellen. Kinder müssen lernen, dass der Medien­ konsum etwas Besonderes und nichts Selbstverständliches ist.» Wer Regeln ­formuliert, müsse sie jedoch auch kon­ sequent durchziehen. «Sonst werden sie nicht ernst genommen.» Bass plädiert aber auch dafür, für die ­Faszination von Games bei den Kindern Verständnis aufzubringen. «Meistens ist es nur eine Phase. Geht sie nicht zulasten der Schule, der Ernährung oder der Pflege des Freundeskreises, ist das auch mal ­tolerierbar.» Wie lange «Fort­­nite» bei Alejandro noch ein Thema sein wird, wird sich zeigen. Seine Spielfigur hat in den vergangenen Monaten das Level 9 erreicht. Sein vorläufiges Ziel: ­Level 50 – von ins­ gesamt 100. «Dafür muss man schon viel suchten», sagt Alejandro. Damit meint er: viel ­gamen. MM

Tipps vom Experten: Daniel ­Betschart (31) ist Programm­ mitarbeiter ­Medienkompetenz bei der S ­ tiftung Pro Juventute.

Tipps für Eltern

So meistern Sie die «Fortnite»-Challenge • Zeigen Sie Interesse und ­gehen Sie die Sache unvorein­ genommen an. Für einen be­ wussten Umgang mit digitalen Medien brauchen Kinder Hilfe. • Lassen Sie sich das Spiel ­erklären, spielen Sie einmal mit. Sagen Sie, was Sie beun­ ruhigt oder was Sie toll finden. • Definieren Sie gemeinsam Spielzeiten und -dauer. • Leiden Schule, Freunde oder Hobbys? Greifen Sie ein, wenn sich die Situation verschärft. • Das Spiel ist grundsätzlich ­kostenlos. Man kann jedoch viel Geld ausgeben: ­Für zu­ sätzliche Gadgets und eine ­gepimpte Figur. Stellen Sie ein beschränktes Guthaben zur Verfügung, etwa auf einer ­Geschenkkarte, oder legen Sie beim Telekomanbieter ein Prepaid-Guthaben fest. Am einfachsten ist die radikale ­Methode: Deaktivieren Sie die «In-App-Käufe» auf dem Handy ganz. • Holen Sie sich bei Überforde­ rung professionelle Hilfe. • Das Spiel ist für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet, da das Spielprinzip «Battle Royale» gewalttätige Szenen bein­hal­ tet und überdies ein hohes Mass an Frustrationstoleranz nötig ist. Weitere Infos dazu auf spieleratgeber-nrw.de Pro Juventute zum Umgang mit G ­ ames: www.migmag.ch/games


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LEBEN | MM5, 28.1.2019  75

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Zopf im Kopf

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Warum, weiss ich nicht mehr. Aber plötzlich schoss mir eines Nachmittags durch den Kopf, dass ich einen Zopf backen könnte. Ich hatte bisher noch nie selber einen Zopf gemacht – den kaufe ich jeweils am Sonntagmorgen in der Dorfbäckerei. Für einmal aber wollte ich mich wie eine richtige Landfrau fühlen.

Lisa Stutz (25) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Ich hastete also in den Laden, kaufte vorfreudig alle Zutaten und ging nach Hause. Nachdem ich Mehl, Milch und Co. abgewogen und in eine Schüssel gegeben hatte, kam das erste Problem: Die Butterstücke waren nicht weich genug. Also entschied ich mich, den Teig nicht von Anfang an mit den Händen zu kneten, sondern den Mixer zu benutzen. Tun Sie das nie! Aber das wissen Sie ja bereits und mit ­Ihnen jedes Kind. Lange Rede, kurzer Sinn: Aus dem Mixer drang eine Rauchschwade, die fürchterlich stank. Seither ist er kaputt. Nun sollte der Teig innert anderthalb Stunden aufs

Doppelte aufgehen. Nervös guckte ich alle fünf Minuten nach. Online las ich, dass es mit Wärme noch besser klappen würde. Ich entschied, dass der Radiator im Schlafzimmer der wärmste sei, und stellte die Schüssel darunter. Neben Bett und Sockenschublade gedieh mein Baby wunderbar, und bald schon konnte ich es zöpfeln. Was sich als nicht so einfach erwies wie bei den Haaren! Irgendwie bekam ich es hin. Die Zeit im Ofen meisterten wir ohne Komplikationen. Als ich den Zopf herauszog, war ich stolz. Obwohl er lang und dünn und ein bisschen angebrannt war. Das erste Stück zerging warm und wohlig auf der Zunge. Ich schickte meinem Mami ein Foto meines Erstlings – und erwartete Lob. Zurück kam eine Horde Emojis, die Tränen lachten. Form und Farbe hatten sie erheitert! Ich war empört. Dreimal dürfen Sie raten, wer keinen Bissen probieren durfte. MM

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Excellence Pearl Flussreisen 2019 – Weser, Ems, Neckar, Rhein, Saar, Mosel schen unserer Reisegäste in Einklang. Weil wir unsere Schiffe selbst konzipieren, bauen und betreiben. Gelebte Schweizer Qualität an Bord unserer neun kleinen Schweizer Grandhotels – dafür setzen wir uns beständig ein. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund unserer Firmentradition, die bis ins Jahr 1892 zurückreicht. Vorne in Qualität, Vielfalt und Preis – mit einer grossen Palette an überzeugenden Reiseideen zu einem verlässlich attraktiven Preis und höchsten Qualitätsstandards. Und nicht zuletzt: mit einer fantastischen Küche. Das ist, was Sie von uns erwarten dürfen. Es ist uns eine Freude, Sie mit der herzlichen Gastfreundschaft von Excellence durch Europa zu geleiten. Ihr

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Reise 1: Excellence Pearl – Weser, Ems Hannover–Amsterdam: 06.06.–13.06., 06.07.–13.07. Amsterdam–Hannover: 29.06.–06.07., 13.07.–20.07. Reise 2: Excellence Pearl – Neckar, Rhein, Mosel, Saar Ludwigsburg–Saarbrücken: 31.08.–07.09., 28.09.–05.10. Saarbrücken–Ludwigsburg: 24.08.–31.08., 21.09.–28.09. Reise 3: Excellence Pearl – Saar, Mosel Saarbrücken–Nancy, 07.09.–14.09., 05.10.–12.10. Nancy–Saarbrücken, 14.09.–21.09. Preise pro Person

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Route 1 Ludwigsburg – Saarbrücken

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Tag 1 Schweiz > Ludwigsburg. Busanreise nach Ludwigsburg. Besuch Schloss Ludwigsburg. Um 17 Uhr legt die Excellence Pearl ab. Tag 2 Flusstag > Heidelberg. Geniessen Sie einen geruhsamen Tag durch die Uferlandschaften des Neckar an Bord der Excellence Pearl. Tag 3 Heidelberg > Rüdesheim. Rundgang* in Heidelberg. Die Stadt mit der ältesten Universität Deutschlands. Tag 4 Rüdesheim > Cochem. Ausflug zum idyllischen Schloss Vollrads*. Romantische Fahrt, vorbei an der Loreley, nach Cochem. Tag 5 Cochem > Bernkastel. Stadtrundfahrt/-gang* in Cochem – der «Perle an der Mosel» und Besichtigung der Reichsburg*. Tag 6 Bernkastel > Trier. Bernkastel besitzt einen stimmungsvollen Marktplatz, verwinkelte Gassen und bunt bemalte Fachwerkhäuser. Panoramatour duch die Moselberge*. Tag 7 Trier > Merzig. Stadtrundgang in Trier*. Die älteste Stadt Deutschlands führt Sie in eine Zeitreise durch zwei Jahrtausende. Tag 8 Saarbrücken > Schweiz. Nach dem Frühstück Ausschiffung und Busrückreise. Unterwegs machen Sie Halt beim Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Tag 1 Schweiz > Saarbrücken. Busanreise nach Saarbrücken. Unterwegs machen Sie Halt beim Weltkulturerbe Völklinger Hütte, einem ehemaligen Eisenwerk. Um 17 Uhr legt die Excellence Pearl ab. Tag 2 Merzig > (Mettlach) > Bernkastel. Kein Wahrzeichen steht mehr für das Saarland, als die Saarschleife*. Vom Aussichtspunkt «Cloef» geniessen Sie den atemberaubenden Blick auf das kleine Naturwunder. Tag 3 Bernkastel > Koblenz. Panoramatour durch die Moselberge mit Weindegustation*. Tag 4 Koblenz > Cochem. Am Morgen Rundgang mit Besichtigung der Festung Ehrenbreitstein* in Koblenz. Tag 5 Cochem > Trier. Stadtrundgang* in Cochem mit Besichtigung der märchenhaften Reichsburg. Tag 6 Trier > Thionville. Stadtrundgang* in Trier. Die älteste Stadt Deutschlands führt Sie in eine Zeitreise durch zwei Jahrtausende. Tag 7 Thionville > Metz. Stadtrundfahrt/-gang* in der alten Römerstadt Metz und Verkostung Quiche Lorraine am Marché Couvert. Tag 8 Nancy > Schweiz. Nach dem Frühstück Ausschiffung. Sie entdecken Nancy mit dem Bummelzug. Busrückreise zu Ihrem Abreiseort.

Route 2 Saarbrücken – Ludwigsburg Reise in umgekehrter Richtung. Detailprogramm auf Anfrage.

Route 2 Nancy – Saarbrücken

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Die Excellence Pearl ist die kleine Perle der Excellence Gruppe. Die strahlend-hellen Räume im Entrée, in der Lounge, dem Restaurant und den Kabinen erwarten Sie mit einer Ambiance aus edlen Materialien in Weiss, Perlmutt und Pastell. Die 41 Aussenkabinen bieten einen angenehmen Aufenthalt und sind mit Dusche/WC, Safe, Föhn, individuell regulierbarer Klimaanlage und SAT-TV ausgestattet. Die grossen Panoramafenster in der Lounge erlauben wunderbare Ausblicke auf die vorbeiziehenden Landschaften. Nichtraucherrestaurant, Sonnendeck – teils überdacht.

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LEBEN | MM5, 28.1.2019  79

Gesundheit

Gut zu wissen

Erste Hilfe auf der Piste

Die PECH-Regel Bei Prellungen und ­Verstauchungen gilt die PECH-Regel: Pausieren, bis man nicht mehr hinkt E is oder Schnee zum Kühlen auflegen (nie ­ auf die Haut – wegen Erfrierungsgefahr), alle zwei bis drei Stunden rund 15 Minuten Compression in Form eines Verbands mit ­elastischer Bandage; Verband weglassen, wenn die Schmerzen ­zunehmen H ochlagern des Körper­ teils mit betrof­fenem Gelenk, möglichst über Herzhöhe

Eine kleine Wärmedecke in der Jackentasche kann im Notfall Gold wert sein. Wie hilft man einem Verletzten, und worauf kommt es nach Unfällen besonders an? Text: Raphael Huber

Auch an einem wunderbaren Schneetag sind Unfälle schnell passiert.

Eine gefährliche Eisfläche, ein von hinten heranbrausender Raser oder einfach überkreuzte Ski: Der schönste Skitag kann in Sekundenbruchteilen im Desaster enden. Prellungen, Gehirnerschütterungen, Verstauchungen, ausgekugelte ­Gelenke oder gar Knochenbrüche sind auf Skipisten leider an der Tagesordnung. Nach Unfällen ist gefordert, wer ­zu­fällig vorbeikommt. Besonders wichtig: Was unternimmt man zuerst?

Bilder: iStockphoto, zVg

In Zusammenarbeit mit

4. Erste Hilfe leisten: Stellt man

sichtbar machen. Kann der Verletzte sich noch bewegen und hat weder Kopf-, ­Nacken- oder Rückenverletzungen, hilft man ihm am Pistenrand. Dazu ein Paar Ski oder Stöcke fünf bis zehn Meter oberhalb des Verunfallten überkreuzt in den Schnee stecken.

keine Lebenszeichen fest, gilt es sogleich die Reanimation anzugehen, also 100- bis 120-mal pro Minute den Brustkorb fünf bis sechs Zentimeter tief eindrücken. Wenn der Verletzte atmet, aber bewusstlos ist, sollte er in die stabile Seiten­lage gebracht werden. Dann alle ein bis zwei Minuten prüfen, ob Atemgeräusche hörbar sind. Bei Ausbleiben sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Ist der Verletzte wach, legt er sich hin, wie es ihm wohl ist. Wichtig ist, ihn vor Unterkühlung zu schützen, mit einem Kissen unter dem Kopf und einer Wärmedecke (oder der ­eigenen Jacke). Enge Kleidung öffnen.

2. Lebenszeichen prüfen:

5. Rettung vorbereiten:

1. Unfallstelle sichern und gut

Raphael Huber, MSc. Bewegungs- und Sportwissenschaften, MAS Nutrition & Health

eine zweite Person dorthin, wo sie Empfang hat, oder zur nächsten Skihütte, ­zu einer Liftstation oder Ähnlichem.

­ tmet der Verletzte noch? Antwortet er? A Reagiert er, wenn man ihn zwickt? Der Puls am Handgelenk oder seitlich am Hals ist für Laien oft schwierig zu erspüren, versuchen sollte man es aber dennoch.

3. Hilfe rufen: Bei schweren Ver­

letzungen die Notrufnummer 144 wählen. Wer im Funkloch ist, schickt am besten

­ achen Sie sich mit Licht, leuchtender M Rettungsdecke oder anderem bemerkbar. Bitten Sie Umstehende, den Rettern den Weg zu weisen oder für die Rega eine Landefläche frei zu halten.  MM Alpines Notsignal: Eine Minute lang alle zehn ­Sekunden ein Lichtsignal geben, eine Minute Pause, dann wieder von vorne beginnen.

Ausserdem gilt: Verletzte nur dann ­alleine lassen, wenn ihr Zustand stabil ist und keine Hilfe herbeigerufen werden kann. Blutende Wunden mit sauberem Tuch abdecken. Ist die Blutung stark, Druckverband auf der Wunde anlegen und hochlagern. Für Laien gilt: Hände weg bei Knochen­ brüchen oder aus­ gerenkten Gelenken. ­Offene, blutende ­Brüche mit sauberem Tuch abdecken, bei ­starker Blutung das ­Gefäss vor dem Bruch komprimieren.

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Gut geschützt auf die Skipiste So erfahren Sie es:

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iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.


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80  MM5, 28.1.2019 | LEBEN

Tipps für spannende Streifzüge mit Kindern von Reto Vogt

Das Hörnli

Das Tösstal, das ganz im Osten des Kantons Zürich liegt, ist Ausgangspunkt für eine familientaugliche Wanderung aufs Hörnli. Weil die vielen Wege auf den Gipfel (1133 m. ü. M.) – abgesehen von den Autos der Anwohner – verkehrsfrei sind, ist das Hörnli auch ideal zum Schlittenfahren. Starten kann man die Wanderung beispielsweise in Steg (Gehdauer rund 1 ½ Stunden), Gfell (rund 50 Minuten, aber sehr steiler Aufstieg) oder Bauma (2 ¼ Stunden). So oder so sind gute Schuhe empfehlenswert, da der Aufstieg teils rutschig ist. Oben angekommen, wartet das Berggasthaus Hörnli mit Speis und Trank zu fairen Preisen. Auch im Winter kann man draussen auf der Terrasse essen und dabei die Sonne und die Aussicht geniessen.

1

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Infos Anreise aus dem Tösstal, zu Fuss je nach Ausdauer wahlweise von Steg, Gfell, Hulftegg, Allen­ winden, Fischingen oder Bauma. Die Wege sind ausser für Anwoh­ ner autofrei. Gut fürs Schlitteln geeignet. berggasthaus-hoernli.ch

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Der Üetliberg

Stadtzürcherinnen und -zürchern muss man nicht erklären, was der Planetenweg ist. Doch auch sie wissen vielleicht nicht, dass die Wanderung vom Üetliberg bis zur Felsenegg (oder umgekehrt) gerade im Winter eine wahre Freude ist.

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Denn während es unten in der Stadt trüb und grau ist, herrscht auf dem Zürcher Hausberg (870 m. ü. M.) oft eitel Sonnenschein. Der Planetenweg ist ­unserem Sonnensystem im Massstab 1:1 Milliarde nachempfunden. Ein Schritt bzw. 1 Meter entspricht einer Million Kilometer und führt von der Sonne (Station Üetliberg) zum Pluto (Luftseilbahnstation Adliswil– Felsenegg). Auf der rund zweistündigen Wanderung kann man nebst den Planetenmodellen eine imposante Aussicht auf die Stadt Zürich, den See und die Alpen bestaunen. Einkehren lässt sich wahlweise im «Uto Kulm» oder am anderen Ende der Wanderung, im charmanten Restaurant Felsenegg.

Auf der Lauchernalp (1969 m. ü. M.), hoch über dem Walliser L ­ ötschental, wartet in der ­Wintersaison ein Erlebnis­ rundweg für die ganze F ­ a­milie. Der Weg beginnt gegenüber des Skischulbüros, dort stellt Maskottchen «Goori» die Strecke vor. Während zwei Stunden entdecken Kinder auf der flachen Strecke an zwölf Informations- und Erlebnisstationen unter anderem, wie Lawinen entstehen, wie Schneekristalle aussehen, wie sich Tierfelle anfühlen oder warum Schnee weiss ist. Auch Spass und Bewegung kommen nicht zu kurz: Immer wieder werden Ideen für coole Spiele im Schnee geliefert. Die letzte Station des Rundwegs zeigt abschliessend, wo die Familie eine wärmende Tasse Tee oder einen stärkenden Imbiss geniessen kann.

Infos Anreise vom Hauptbahn­ hof Zürich mit der S10 auf den Üetliberg (20 Minuten Fahrt). ­Anreise zur Felsenegg mit der Gondelbahn ab Adliswil ZH (5 Minuten Fahrt, Seilbahn­ station 10 Minuten zu Fuss vom Bahnhof entfernt).

Infos Anreise von Goppenstein VS nach «Wiler, Talstation» mit dem Postauto (10 Minuten Fahrt), von dort gehts mit der Seilbahn auf die Lauchernalp. Der 5 Kilometer lange Erlebnis­ rundweg dreht sich ganz ums Thema «Lötschental im Winter».

uetliberg.ch

loetschental.ch

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Die Lauchernalp

Bilder: Reto Vogt (3), Lötschental Laucheralp

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Winterwanderung


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LEBEN | MM5, 28.1.2019  81

Kinder fragen

Wie funktioniert ein

Enteiserspray?

Nino (9), Amsoldingen BE

Ein Enteiserspray enthält zwei Alkoholstoffe: Isopropanol und ­Gly­cerin. Sie haben besondere Wirkungen: Glycerin sorgt zum Beispiel in der Zahnpasta dafür, dass sie nicht austrocknet, denn es bindet Wasser stark. Und es ­gefriert erst bei viel tieferen ­Temperaturen a­ ls Wasser. Das Gleiche gilt für Isopropanol. Und was hat das mit dem Ent­ eisen zu tun? Eis ist zwar fest, ­ an seiner Oberfläche befindet sich aber immer eine dünne flüssige

Schicht, also Wasser. Ein Teil ­davon gefriert wieder, wenn es kälter wird. Nun kommt der ­Enteiserspray mit dem Alkohol: Er vermischt sich mit der Wasserschicht, egal, wie dünn sie ist. Dadurch kann das Wasser nicht mehr gefrieren, weil die Mischung mit dem Alkohol einen tieferen Gefrierpunkt hat als reines Wasser. So taut immer mehr Eis auf, wobei das Wasser vom A ­ lkohol «gefangen» wird und nicht mehr gefrieren kann. Irgendwann ist das gesamte Wasser flüssig und

Hast du auch eine Frage? Schreib an: kinderfragen@ migrosmedien.ch

mit Alkohol durchmischt – es bleibt kein festes Eis übrig. Auch Salz lässt Eis schmelzen, aber es hinterlässt eine weisse Kruste. Isopropanol verdunstet ohne Rückstände, schützt allein aber nicht vor eneutem Vereisen. Glycerin wiederum verdunstet nicht und bildet eine fast unsichtbare Schicht, die vor Vereisen schützt, aber es ist zu zähflüssig. Damit der Enteiserspray wirkt, braucht es die Mischung aus ­Isopropanol und Glycerin. MM

Diese Frage beantwortet Klemens Koch (54), Dozent für Chemie, Pädagogische Hochschule Bern.

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82  MM5, 28.1.2019 | LEBEN

App-Tipps Digital

Pistenspass

Hände weg vom Handy Im Zug, im Restaurant, im Auto oder auf dem WC: Es gibt kaum einen Ort, an dem das Smartphone nicht gezückt wird. Die folgenden Tipps helfen, sich selbst zu überlisten und seine Bildschirmzeit zu reduzieren.

Eine Art «Pokémon Go» für die Piste bietet die Skadi-FIS-App. Mit ihr kann man in über 60 Skigebieten weltweit ­magische Kreaturen aufspüren und dafür Kristalle sammeln. Letztere lassen sich in der realen Welt gegen kleine Geschenke eintauschen. Zudem arbeitet einem die App ans eigene ­Können angepasste Skirouten aus. Gratis für iOS und Android.

Text: Philipp Rüegg

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Stummschalten

Damit ist nicht der Vibrationsalarm gemeint, sondern der komplett lautlose Zustand ohne Vibration – oder gleich der Flugmodus. Damit dürfte man deutlich weniger zum Handy greifen, da es nicht ständig blinkt, klingelt oder vibriert. Und mal ehrlich: Verpasst man wirklich etwas, wenn man bei einem WhatsApp nicht sofort zurückschreibt oder eine

E-Mail erst nach ein paar Stunden beantwortet? Auch Pushnachrichten von Newsportalen sind selten wirklich dringend.

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Telefonieren statt Chatten

Weil Chatten nichts kostet, kann eine einfache Frage wie «Wo treffen wir uns?» in eine ellenlange Unterhaltung ausarten. Darum ist ein Telefongespräch oft schneller. Und ohnehin persönlicher.

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Handy weglegen

Surfen, chatten und Bilder liken oder posten muss man nicht unbedingt dann, wenn man mit der Familie oder mit Freunden unterwegs ist. Das kann warten. Ausnahmen: Es gibt wichtige Nachrichten zu versenden – zum Beispiel Informationen an den Babysitter –, oder man ­erwartet ­dringende Anrufe, etwa wegen eines Jobangebots. Ansonsten bleibt das Telefon in der Tasche. Dann hat man mehr von seiner Gesellschaft – und umgekehrt.

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Keine Geräte im Bett

Selbst wenn man das Nachtlicht aktiviert (eine Option, die das Display

www.migmag.ch/skadi-ios

Heilsamer Schock? Mit dem neuen Betriebssystem von Apple kann man verfolgen, wie lange man ­täglich online ist.

Es mag widersprüchlich erscheinen, noch mehr Apps zu ­installieren, aber diese könnten ­helfen: ­Apps wie «Digital Wellbeing», «Moment» oder «Hold» haben das Ziel, den H ­ andykonsum zu reduzieren. ­Entweder spielerisch, mit ­Zeit­beschränkungen oder indem sie dem Display einfach die Farben entziehen. morgens und abends in wärmere Farben taucht), sorgt das Displayleuchten bei vielen Menschen dafür, dass sie schlechter in den Schlaf finden. Also Handy oder Tablet früh genug weglegen und stattdessen ein Buch zur Hand nehmen – das darf durchaus auch ein E-Reader sein, dessen Display wirkt viel weniger störend. MM

www.migmag.ch/ skadi-android

Star Walk Kids

Das Sonnensystem kennenlernen? Geht mit dieser App spielerisch. Es gibt zahlreiche Kurz-Games und eine spezielle Funktion: Hält man das Smart­ phone oder das Tablet gegen den Himmel, ­erfährt man, was es dort zu s­ ehen gibt. ­Gratis für Android, 3 Franken für iOS. www.migmag.ch/ starwalk-ios www.migmag.ch/ starwalk-android

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.

Bild: PD

Z

unächst sollte man sich ein Bild davon machen, wie lange man überhaupt täglich an den Bildschirmen klebt. Das sieht man mit dem neuesten Betriebssystem iOS 12 auf dem iPhone und dem iPad unter dem Menüpunkt Einstellungen/Bildschirmzeit. Bei Android besitzen nur die ­Pixel-Smartphones von Google mit «Digital Wellbeing» eine entsprechend vorinstallierte App. Im Play Store gibt es aber gute Alternativen wie «Moment» oder «Hold». Wer angesichts seiner aktuellen Instagram-, Surf- oder Chatzeit in ­Zukunft weniger zu den Geräten greifen möchte, kann wie folgt vorgehen:


LEBEN | MM5, 28.1.2019  83

Fragen Sie den Tierarzt!

Rat von der Tierärztin

Warum singt der Vogel nicht? Frage «Mein Kanarien­ vogel-Männchen singt seit einiger Zeit nicht mehr. Was kann ich tun?»

Illustration: illumueller.ch; Bild: zVg

Kevin Kleiner, Ostermundigen BE

Antwort Es gibt mehrere Gründe, warum ein Kanarienvogel aufhört zu singen. Zu den häufigsten zählen die Mauser (Federwechsel), die ­Umwelt und Krankheiten. Wichtig zu wissen: Nur die männlichen Kana­ rienvögel zeichnen sich durch harmonischen Gesang aus. Die Weibchen singen selten, und ihre Melodien sind nicht so schön wie die der Männchen.

Es ist normal, wenn ein Männchen während der Mauser, die gegen Ende

des Sommers stattfindet, nicht mehr singt. Der Federwechsel dauert etwa zwei Monate und zehrt an den Kräften des Tier­ chens. Es muss seine Vitamin- und Kalziumreserven anzapfen. Es ermü­ det und verliert die Lust am Singen.

milben etwa befallen oft die Atemwege. Sie dringen in die Luft­röhre, die Lungen und die Luftsäcke ein. Der Vogel wird geschwächt und hört auf zu singen.

Haben Sie auch eine tierische Frage? Kontaktieren Sie uns: tierarzt@mgb.ch

Auch Entzündungen der Luftröhre kommen bei den gefiederten Freun­ den oft vor,  verursacht durch schäd­ liche Substanzen in der Luft – zum Beispiel Rauch –, durch Bakterien oder Pilze. Da der Gesang des Vogels in der Luftröhre entsteht, leidet bei einer solchen Entzündung auch der Gesang. In jedem Fall sollte man einen Tierarzt aufsuchen, um die Gründe für das Verstummen abzuklären.  MM

Aber auch aus Langeweile oder Stress kann ein Kanarienvogel auf­ hören zu singen, zum Beispiel durch einen nicht artgerechten Käfig. Eben­ so wenn sich die Umgebung ändert oder sich nicht optimal gestaltet. Wichtig auch: die Ernährung. Ein Nährstoffmangel kann den Vogel zum Verstummen bringen. Anzeichen einer Krankheit sind da, wenn der Kanarienvogel Gewicht verliert oder sein Gesang sich verändert. Vogel­

Die Antwort gibt Dr. Sandra Wenger. Sie ist Kleintierärztin und auf  Vögel und ­Reptilien spezialisiert.

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Ein neues Album voller Leben: Francine Jordi liefert mit «Noch lange nicht genug» ein weiteres Highlight ihres musika­ lischen Schaffens.

Verlosung

Glücksgriff

Preisfrage Wie heisst das neue Album von Francine Jordi?

So machen Sie mit:

Bild: Rolf Reist

Das Migros-Magazin, Phonag Records und das «VolksSchlager OpenAir» verlosen 10 signierte Alben von Francine Jordi sowie 10×2 Tickets für ihren Auftritt am 8. August in Zofingen.

Glücksgriff

Francine Jordis neues Album feiert das Leben Ab ins Leben! Francine Jordi ­startet mit ihrem neuen Album die nächste Etappe ihres viel­fältigen musikalischen Schaffens. Mit «Noch lange nicht genug» feiert die Bernerin das Leben – mit kraftvollen Songs zum Mit­ singen, Tanzen und Träumen.

Auf dem 18 Songs umfassenden Album zeigt die ausgebildete klassische Sängerin und Pianistin ihre Vielfalt: mal tanzbarer Disco-Pop («Die perfekte Nacht»), mal überschwängliche Liebe («Romeo und Julia»). Dann lädt ein feuriger Beat zur Strandparty («Sommer»), bis zur beschwingten Tarantella ein Dudelsack erklingt («Küssen kann man nie genug»). «Lovesong» wie-

derum kommt ganz schlicht daher, nur Cello und Gitarre begleiten die Sängerin. Das neue Album «Noch lange nicht genug» von Francine Jordi ist ab sofort als «CH Edition» mit drei exklusiven Mundarttiteln auf CD, als Download und via ­Streaming überall erhältlich. Am 8. August präsentiert Francine Jordi ihre Songs am «VolksSchlager OpenAir» auf dem Heitere in Zofingen. Mit von der Partie sind neben anderen ­Matthias Reim, Semino Rossi und «Die jungen Zillertaler».  MM galfri.ch/volksschlager francinejordi.ch

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Francine Jordi», ­Postfach, 8099 Zürich • Online: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 3. Februar 2019 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was kann man mit einem Erbe? S einschlagen

P ausschlagen

B durchschlagen

2. Wenn jemand eine Kapazität für ein bestimmtes Fachgebiet ist, ist er eine … E Kondukte

A Konifere

O Koryphäe

3. Wie heisst ein soziales Netzwerk, das mit virtuellen Pinnwänden arbeitet? N Pineapple

R Pinterest

L

Pinbook

E

Käsefleisch

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 3.2.2019, 24 Uhr

4. Wie wird in Deutschland der Fleischkäse genannt? T Leberkäse

3 × 100 Franken zu gewinnen

O Fleischpatzerl

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Wie lautet die Abkürzung für die US-Notenbank? U Fed

N Fad

W Fox

6. Paul Austers 2017 erschienenes «Opus Magnum» heisst … R 8888

S

G 4321

007

Auflösung Nr. 4:

7. Was bezeichnet eine der ältesten bekannten Weizenart? I

E

Triticale

A Einkorn

Kamut

8. Wo ist Johann L. Burckhardt, der Entdecker der Stadt Petra in Jordanien, geboren? R Olten

L

Lausanne

N Grenchen

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

OELFARBE Gewinner Nr. 3: Hans Scheidegger, Alchenflüh BE; Rosa Freuler, Glarus; Ruth Müller, Niederönz BE

8

Paroli

3 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 3.2.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 4: NABEL

Gewinner Nr. 3: Yvonne Schär, Wittwil AG; Therese Hostettmann, Ipsach BE; Franz Rohrer, Büren NW


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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 4: 637

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 3: Anton Rovina, Glis VS; Beatrice Westphal, Kiental BE; Gwenola Thouanel, Ecoteaux VD; Josiane Schaub, Niederdorf BL; Margrit Schönholzer, Worblaufen BE

Teilnahmeschluss: Sonntag, 3.2.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 1 5 4 1 mehr als zwei Linien

3 Auflösung Nr. 4:

5 6 3

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3 4

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Auflösung Nr. 4:

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© raetsel.ch 1329

© raetsel.ch 1330

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 371 000 (WEMF, MACH Basic 2018-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Samaritani

Leitung Business Thomas Brügger

Leitung Ressort Health & Beauty Rüdi Steiner Leitung Redaktionen Franz Ermel

Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00

Druck: NZZ Media Services AG, Tagblatt Print


92  MM5, 28.1.2019 | LEBEN

Das Migros-Magazin und das Silencehotel Edelweiss im Walliser Bergort Blatten offerieren neben weiteren Leistungen 25 Prozent Rabatt auf drei Über­ nachtungen.

Leseraktion

Walliser Gastfreundschaft im Lötschental Im Silencehotel Edelweiss in Blatten VS finden Sie echte Walliser Gastfreundschaft. Das 2016 komplett renovierte Hotel hat viel ­alpinen Charme, Holz dominiert in den Zimmern. Viele verfügen über einen Balkon mit Aussicht auf die Lötschentaler Bergwelt und auf die Bergbäche am Dorfrand. Besten Drei-Sterne-­Komfort geniessen Sie auch im ­Restaurant mit herzhafter Walliser Küche. Nach aktiven Tagen im Schnee gelingt im Wohlfühlbereich die verdiente Erholung. Im winterlichen Lötschental ­liegen zahlreiche Winterwanderwege. Sie führen an stillen ­Bächen entlang und vorbei an urchigen Weilern. Auf dem Win­

Ob Skitour oder Winterwanderung: Das Silencehotel Edelweiss bietet nach einem Tag im Schnee die verdiente Entspannung.

terhöhenweg am Hockenhorn ­präsentiert sich eine einmalige Aussicht: 42 Viertausender lassen sich dort oben bewundern – ein Abstecher in die hochalpine Bergwelt des Tals. Das Skigebiet der Lauchernalp bietet ein vielfältiges Pistenangebot und ist bester ­Ausgangspunkt für Skitouren. Das Hotel Edelweiss gehört zur Kooperation «Die Lötschentaler», die drei Hotels und ein Campingplatz umfasst. Gäste profitieren von gemeinsamen Angeboten wie Dorfführungen, Dine Around oder Frühstück am Bach im Sommer. MM Weitere Infos: hoteledelweiss.ch

Leserangebot

So profitieren Sie vom Angebot Inbegriffen • Drei Übernachtungen im Doppelzimmer mit Balkon inkl. Frühstücksbuffet und Taxen • freie Benützung des Wohlfühlbereichs • Teilnahme am Gästeprogramm der ­ Hotelkooperation «Die Lötschentaler» • freie Bahnfahrt zum Winterhöhenweg am Hockenhorngrat auf 3100 m ü. M. Preis pro Person im Doppelzimmer mit 25 % Leser-­ Rabatt bis 12. 3. 2019: Fr. 263.– vom 16. 3. bis 22. 4. 2019: Fr. 229.– Angebot gültig bis 22.  4. 2019 ­jeweils von Sonntag bis Donnerstag • an Wochenenden: ­jeweils Fr. 25.– Zuschlag pro P ­ erson und Nacht; • Zuschlag Einzelzimmer: Fr. 80.– pro Nacht; auf Wunsch mit Halbpension, Zuschlag für drei Nächte: Fr. 105.– Buchung Mit einer E-Mail an info@hoteledelweiss.ch Telefon: 027 939 13 63


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94  MM5, 28.1.2019 | LEBEN Meine Welt

«Ich bin jeden Tag am Hallwilersee» Sängerin Sina geniesst die Ruhe vor dem Sturm: Im Februar veröffentlicht sie ihr neues Album «Emma», nimmt einen ­Sonderpreis entgegen und startet ihre Schweiz-Tournee. Text: Lisa Stutz Bilder: Sava Hlavacek 2

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Mein Lieblingsprodukt «Den Rahmspinat mochte ich schon als Kind. Und er ist noch immer weit oben auf meiner Gemüse-Hitparade.»

Bild: Manuel Lopez/liveit.ch

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LEBEN | MM5, 28.1.2019  95

1 Mein Ort «In der Natur finde ich Ruhe. Jeden Tag sieht man mich am Hallwiler­ see. Bewegung ist mir wichtig. Wenn Schnee liegt, wird meine Begleitung in eine Schneeballschlacht verwickelt.» 2 Meine Nichte «Daria (23) ist die Toch­ ter eines Bruders meines Mannes. Eine Weile haben wir im gleichen Haus ge­ wohnt, ich habe sie aufwachsen sehen. Früher war ich ihre Märchen­erzählerin. Ich schätze es sehr, wenn wir uns heute noch treffen – sie studiert in St. Gallen.» 3

3 Meine Begleiter «Ich bin viel mit dem Zug unterwegs. Da diese Kopfhörer die Name Sina (bürgerlich Ursula Bellwald, 52) Sternzeichen Zwilling Wohnort Fahrwangen AG Lebenslauf «Ich bin im Wallis aufge­ wachsen und habe schon früh meine Leidenschaft für die Musik entdeckt. 1994 veröffentlichte ich mit ‹Sina› mein erstes Mundartalbum. Mein neuestes, das am 1. Februar er­ scheint, trägt ebenfalls einen Frauen­ namen: ‹Emma›. Es ist eine Hommage an das Leben und an meine Gross­ mutter. Sie hat mich sehr geprägt, auch in meinem Frauenbild. Am 16. Februar werde ich an den Swiss Music Awards als erste Frau mit dem ‹Outstanding Achievement Award› ausgezeichnet. Ich freue mich da­ rüber und sehe es als Anerkennung für die letzten 25 Jahre, die ich nun schon auf der Bühne stehe.»

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Umgebungsgeräusche komplett aus­ blenden können, muss ich mir nicht den ruhigsten Wagen suchen.» 4 Mein Hobby «Nach einem Malkurs habe ich meine Leidenschaft für intuitive Malerei entdeckt. Das Gefühl, mit dem dicken Pinsel über die Leinwand zu fah­ ren, finde ich sehr befreiend. Hier habe ich mein neues Coverfoto bemalt.» 5 Mein Badehäuschen «Momentan ist es mir zu kalt, aber ab etwa 16 Grad liebe ich es, im See zu schwimmen. Startpunkt ist oft dieses hölzerne Bade­ häuschen, von dem aus man direkt über eine ­Treppe ins Wasser steigen kann.» 6 Meine Gedanken «In meiner Hand­ tasche habe ich immer ein Notizbuch. Darin schreibe ich alles auf, was mir durch den Kopf geht. Und das ist ganz schön viel.»  MM


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