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Migros magazin 05 2018 d lu

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

Sambia S. 76 | Heimweh S. 83 | Stadt, Land, Stutz S. 89

MM5, 29.1.2018 www.migrosmagazin.ch Kultur und Kommerz

Hundeschulen: Kantönligeist bei Fuss! Seite 8

Bild: Désirée Good

No Billag: Was Radio und TV zu verlieren haben Seite 26

Verrückt nach Einhörnern: Was steckt hinter dem Trend?

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch

Seite 10


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MM5, 29.1.2018  5

I Editorial

Heilige Kühe Immer wieder fühle ich mich dieser Tage fast dreissig Jahre zurückversetzt. Nicht dass ich in einen Jungbrunnen gestiegen wäre oder Panik­ attacken hätte, weil die nächste ­Prüfung bevorsteht. Nein, es ist der Kampf um die «No Billag»-Initiative, die mich zurückversetzt in den Herbst 1989. Mit harten Bandagen wurde damals der Abstim­ mungskampf um die Armeeabschaffungs-­Initiative ausgefochten. Linke Kreise wollten das angeblich aufgeblasene und kostspielige Massenheer, das sich die Schweiz seit dem Zweiten Weltkrieg leistete, abschaffen. Ohne Kompromiss, ohne Alternative. Wir wissen, wie die Geschichte weiterging: Eine Mehrheit des Volkes lehnte am 26. November 1989 das Begehren als zu extrem ab. Dennoch erzielte das Ja-Lager – zusätzlich beflügelt vom Fall der Berliner Mauer nur zwei Wochen zuvor – mit gut 35 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg. Diese waren mitverantwortlich, dass sich die Armee in den folgenden Jahrzehnten grundsätzlich re­ formierte. Heute leistet sich die Schweiz eine Streitmacht, die deutlich kleiner ist und noch 0,7 Prozent des BIP verschlingt (1,5 Prozent 1989).

Bilder: Jorma Müller, Beat Schweizer

Was das mit der «No Billag»-Initiative zu tun hat? Wie damals soll auch heute eine heilige Kuh zur Schlachtbank geführt werden. Die Messer werden diesmal vornehmlich im rechten Lager gewetzt. Als Opfer im V ­ isier haben sie den angeblich aufgeblasenen und kostspieligen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Gestalt der SRG. Ob für Schweizer Radio und Fernsehen ab 2019 Sendeschluss ist oder ob auch die SRG mit ­einem Denkzettel davon­ kommt und zur Schlank­ heitskur muss, entscheidet das Volk am 4. März. Sie finden unser Dossier dazu ab Seite 26.

Inhalt Menschen 8  Diese Woche

Obligatorische Hundekurse sollen endgültig abgeschafft werden

10  Fabelwesen Einhorn

Der Hype um ein Tier, das es gar nicht gibt, ist ungebrochen

26

17  Bänz Friedli 18  Marla Glen in der Schweiz

Eine Zürcher Confiseurin ist die beste Freundin der Bluessängerin

21 Leserforum 23  Kolumne Jaël 26  «No Billag» wäre das Aus Radiomacher mit Handicap ­bangen um ihre Sendung

30  Infografik «No Billag» 32  Interview zu «No Billag» Doris Leuthard erklärt, warum die SRG unverzichtbar ist

Migros-Welt 45 Migusto

Kaninchen in Kaffeemarinade

61 Blondorangen 62 Winter-Kartoffelbrot 66  Tschüss Liebeskummer

Franz Ermel, Leiter Redaktionen franz.ermel@migrosmedien.ch

69   Neues aus Ihrer Region

Aktionen, Reportagen, News

Leben 75  Kolumne «1, 2, oder 3?» 76 Sambia

Safari fernab der Touristenströme

83  Heimweh bei Kindern 85  Kalt-, Warmanwendung 87  Digital: Apple Watch 89  «Stadt, Land, Stutz» 90  Kinder: Breakdance 93 Glücksgriff Davoser Schlitten zu gewinnen

95  Rätsel & Spiele 99 Impressum 100 Cumulus 101  Meine Welt Pferd Clooney

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MM5

Darauf freuen wir uns Zauberei «Die kleine Hexe» ist zurück im Kino und stellt dort gleich die ganze Hexenwelt auf den Kopf. Ab 1. Februar. Verkleiden Beim BürgerwehrMaskenball in Einsiedeln SZ kann man sich am 2. Februar schon mal einstimmen auf die kommende Fasnachtszeit.

Unnützes Wissen

Der Winter lässt keinen kalt Der Eiffelturm schrumpft bei Kälte um 15 Zen­ timeter.

«Algorithmen, Big Data, Cloud: Bei solchen Begriffen wird mir immer leicht schwindlig, weil es so schwierig ist, sich etwas Konkretes darunter vorzustellen. Eine Ahnung davon, was die Digitalisierung zur Folge haben könnte, hat jeder, aber es passiert alles irgendwie in der Luft und unsichtbar. Da wirkt dieses Bild wie Balsam auf die verunsicherte Seele. Es zeigt eine Ansammlung von Drähten, die zwar chaotisch, aber doch irgendwie systematisch angeordnet sind. Hier fliessen die Daten durch! Hier werden sie vielleicht sogar gespeichert. Wie sagte doch die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher: ‹Ich bin immer noch verwirrt, jetzt aber auf einem viel höheren Niveau!›»

Bernard Thurnheer (68) berichtet auch nach seiner Pensionierung über Fussballspiele, schreibt Bücher und hält Vorträge.

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Wahidullah Safi (21), Student, Freiburg

a) «9th ATN award» von Pashto Naghma b) «Maida Maida» von Hamdard Bashir c) «Afshaari» von Farhad Shams & Ramin Atash

Auflösung: b) «Der Sänger stammt aus meiner Heimat Afghanistan. Ich mag seine Musik.»

Bilder: Urs Jaudas/Tages-Anzeiger, FOTOKNIPS/mauritius images/Keystone, Marco Zanoni

Mein Bild der Woche

Jeder zehnte Schweizer kann im Winter wegen kalter Füsse schlecht ein­ schlafen. Ab einer Tem­pe­ratur von –67,778 Grad Celsius gefriert der Atem in der Luft und sinkt zu Boden. Frauen frieren schneller als Männer. Ihre Haut ist im Schnitt 2,8 Grad kühler.

Im Winter sterben mehr Menschen an Herzinfarkten als im Sommer. Das kältere Wetter ist vermutlich schlechter für den Kreislauf. Quelle: Neon/Stern


8  MM5, 29.1.2018 | MENSCHEN

Des Menschen bester Freund kann bei schlechter Erziehung zur Gefahr werden.

Haustiere

543

Tausend Hunde waren Mitte 2017 in der Hunde­ datenbank Amicus regis­ triert, das entspricht rund zwölf Prozent aller Schweizer Haustiere. Nur Katzen sind noch beliebter (30 Prozent).

703

Hundebisse wurden 2016 im Kanton Zürich gemeldet, 2010 waren es 543.

350

Franken kostet der ob­ ligatorische Junghunde­ kurs im Kanton Zürich in etwa, für 10 × 1 Stunde. Quellen: Amicus, Veterinär­ amt des Kantons Zürich, Verband VHN

Grosser Flickenteppich bei Hundegesetzen Seit einem Jahr müssen Hundehalter mit ihrem Tier nicht mehr zwingend einen Kurs besuchen, stattdessen gelten je nach Kanton andere Regeln, was zu viel Verwirrung führt. Und nun will auch Zürich das kantonale Kurs-Obligatorium abschaffen. Text: Ralf Kaminski

D

er Hund ist bekanntlich des Menschen bester Freund – aber eben nur, wenn sein Halter gelernt hat, richtig mit ihm umzugehen, und ihn artgerecht hält. Sonst ­passieren Unfälle wie 2005 in Oberglatt ZH, als drei Pitbulls ­einen Sechsjährigen töteten. Die nachfolgende öffentliche Empörung führte zu einem national geltenden Hundekurs-Obligatorium, das jedoch Anfang 2017 von National- und Ständerat gegen den Willen des Bundesrats und ­diverser Tierschutzorganisationen

wieder abgeschafft wurde. Die ­Parlamentarier beriefen sich auf eine Evaluation, die ergab, dass ein Fünftel der Halter die Kurse eh schwänze und sich generell kein Verhaltensunterschied feststellen lasse zwischen Teilnehmenden und Nichtteilnehmenden. Befürworter des Obligatoriums hingegen verweisen auf Studien, nach denen sich die Kurse sehr wohl positiv auswirkten – aufs Tierwohl, aber auch auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Seit Anfang 2017 sind jedenfalls wieder die 26 unterschiedlichen

kantonalen Regeln massgebend, was bei Hundehaltern zu einiger Verwirrung führt (siehe Interview rechts). Im Kanton Zürich zum Beispiel gilt weiterhin ein KursObligatorium für «grosse oder massige Hunde»; eine Website des Veterinäramts erläutert, was das genau bedeutet. Nun jedoch hat das Kantons­ parlament mit den Stimmen der Bürgerlichen beschlossen, auch dieses abzuschaffen. Die entscheidende Schlussabstimmung findet in einigen Wochen statt, danach läuft eine Referendumsfrist.

Bilder: Stocksy, zVg

Zahlen und Fakten


MENSCHEN | MM5, 29.1.2018  9

Gieri Bolliger

Strassenumfrage

«Wenn dann wieder etwas passiert, beginnt erneut das grosse Wehklagen» Seit Anfang 2017 ist das nationale Hundekurs-Obligatorium ab­ geschafft. Wie hat sich das in der Praxis bemerkbar gemacht? Es ist noch zu früh, um dies seriös zu beurteilen. Wir befürchten allerdings, dass nun viele Leute diese Kurse nicht mehr besuchen. Somit werden ihnen wichtige Grundlagen zur ­Haltung und zu den Tieren im Allgemeinen fehlen. Diese Defizite werden sich auswirken, besonders auf die Hunde, die dann vermehrt nicht ­artgerecht gehalten werden – nicht böswillig, sondern aus Unkenntnis. Gesetzlich gilt nun ein Flickenteppich mit 26 unterschiedlichen kantonalen Regeln. Was bewirkt das? Den gab es schon vorher, er ist nun einfach ausgeprägter. Das abgeschaffte nationale Hundekurs-­Obligatorium galt als Tierschutz. Dieser wird national geregelt. Hundegesetze hingegen sind laut Verfassung Sache der Kan­ tone, eine nationale G ­ esetzgebung bräuchte eine Verfassungsänderung. Die Folge der heutigen Regelung ist eine grosse Verwirrung bei den Hundehalterinnen und -haltern. Zum Beispiel? Einige Kantone haben ein Hunde­ gesetz, andere nicht. Überall gilt etwas anderes, was in der kleinräu­ migen Schweiz problematisch ist. Wer mit seinem Hund von Basel ins Wallis in die Ferien fährt, muss theoretisch in jedem Kanton andere Gesetze kennen und befolgen. Im Wallis etwa sind zwölf Rassen komplett verboten, im Nachbar­ kanton Bern nicht. Wer mit einem solchen Hund die Kantonsgrenze überquert, bewegt sich plötzlich in der Illegalität. Und U ­ nwissen schützt nicht vor Strafe. Wir haben viele Anfragen dazu und auf unserer Website deshalb eine Übersicht aufgelistet. Das Obligatorium und die Verbotslisten entstanden aus dem Ent­ setzen über den Tod eines Jungen in Oberglatt ZH, der 2005 nach einer Hundeattacke starb. Hat die

Politik damals überreagiert? Die Kurse sind etwas sehr Sinnvolles. Tiere zu halten, bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, umso mehr, wenn sie sich wie Hunde auch im öffentlichen Raum aufhalten. Es ist entscheidend, dass man gelernt hat, mit ihnen richtig umzugehen. Die Verbotslisten hingegen sind eine Überreaktion. Weshalb? Untersuchungen belegen, dass man die Gefährlichkeit eines Hundes nicht an der Rasse festmachen kann. Schäferhunde und Dackel etwa beis­ sen häufiger zu als andere und stehen auf keiner dieser Listen. Andererseits werden auch sogenannte Kampf­h unde bei richtiger Erziehung zu friedlichen, ungefährlichen Tieren. Es wurde aber eben argumentiert, die Kurse bewirkten zu wenig. Nicht alle Kurse waren gleich hochwertig, klar. Aber sie nach so kurzer Zeit und ohne Not gleich wieder abzuschaffen, ist ein Fehler. Stattdessen hätte man sie qualitativ verbessern sollen. Umso mehr als die Kurse in der Bevölkerung gut akzeptiert sind. Letztlich ist das Ende des Obligato­ riums ein Rückschritt für eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung. Im Kanton Zürich dürfte das Obligatorium ebenfalls fallen, die Verbotsliste jedoch bleibt, und die restlichen Regeln des Hundege­ setzes seien streng genug, heisst es. Man kann hoffen, dass das reicht, aber ich bezweifle es. Und wenn dann wieder etwas passiert, sind wir gleich weit wie 2005 – und das grosse Wehklagen beginnt erneut. Inklusive Schuldzuweisung an die verantwortlichen Politiker? Ganz bestimmt. Schlecht erzogene Hunde sind eine Gefährdung für ihr Umfeld. Aber wenn etwas passiert, wird das vor allem zulasten der Tiere gehen. Dann gibts Regeln wie im ­Kanton Schwyz, wo alle Hunde im öffentlichen Raum immer an die Leine müssen, was nicht artgerecht ist. MM

Wie wichtig finden Sie die Hundekurse?

Gieri Bolliger (49) ist Rechtsanwalt und Geschäftsleiter der Stiftung für das Tier im Recht (TIR)

Sandra Macher (48), Berufsberaterin, Bäretswil ZH «Als Hundehalterin finde ich sie sehr wichtig. Viele Leute haben Angst vor Hunden – sie sollten vertrauen können, dass die Halter ihre Tiere kontrollieren können.»

Infos: tierimrecht.org —> Hunderecht

Lisette Delfosse (64), Globetrotter, Umiken AG «Ich vergöttere diese hochsensiblen Geschöpfe. Das Problem bei aggressiven Hunden sind ihre Halter. Genau deshalb sind diese Kurse auch so nötig.»

Christian Huggenberg (52), Unternehmer, Winterthur «Ich habe selbst einen Hund und finde, dass der Hundekurs allen guttut: dem Halter, dem Hund und allen Mitmenschen. Die Kurse sollten obligatorisch sein.»


10  MM5, 29.1.2018 | MENSCHEN

Fabelwesen

Einhörner erobern die Welt Sie sind bunt. Sie sind süss bis kitschig. Sie sind nicht real und doch überall, neuerdings sogar auf WC-Papier: Einhörner boomen, ein Ende ist nicht abzusehen. Doch was steckt hinter dem Mythos? Zwei Frauen erklären ihre Faszination für das magische Fabelwesen. Text: Dinah Leuenberger  Bilder: Désirée Good

A

uf Instagram gibt es fast 7,5 Millionen Fotos mit dem Hashtag «Unicorn», also Einhorn. Darauf zu ­sehen sind aufblasbare Einhörner und solche aus Plüsch. Einhorn-Lippenstifte, -WC-Papier, -Schokolade, -Kondome. Aber auch Menschen, die sich als ­Unicorn bezeichnen, wie etwa die ­Sängerin Erykah Badu. Oder ­Frauen, die ihre Haare im Farbton Unicorn tragen – von Pink über Violett zu Mintgrün oder Blau. Einhörner sind ein Hype, der nicht abzuflachen scheint. «Es ist ausser­ gewöhnlich, dass so viele Firmen auf diesen Zug aufgesprungen sind – auch namhafte», sagt Adrienne ­Suvada, Marketingexpertin der ­Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Normalerweise nehme ein solches Phänomen vor ­allem in den sozialen Me­dien seinen Lauf. Durch die vielen Produkte gewinne der Einhorn-Trend nun immer mehr Anhänger. «Dass die Medien darüber berichtet und Wissenschaftler hinzugezogen haben, hat dem Ganzen eine gewisse Relevanz verliehen», sagt Suvada. Damit ein Hype überhaupt ent­ stehen kann, braucht es laut Trend­ experte Daniel Levine drei Dinge:

­ romis müssen sich für das Thema P inte­ressieren, es auf den sozialen ­Medien teilen. Zudem muss ein kulturelles ­Interesse vorhanden sein, das sich mit dem Zeitgeist deckt. Und das Thema muss optisch ­ansprechend sein. Am Anfang stand der Auerochse

Um den Ursprung des Einhorn-­ Mythos zu ­finden, muss man zurück in die Antike reisen. Auf Bildern, die eigentlich einen Auerochsen im Profil zeigten, sah man nicht zwei Hörner, sondern nur eines: Das Einhorn war geboren. Zum Beispiel in einer Freskendarstellung auf dem Ischtar-Tor, das 600 Jahre vor Christus in Babylon entstand und sich heute im Berliner Pergamon-Museum befindet. Auch die Oryxantilope wurde ­gelegentlich verdächtigt, ein Einhorn zu sein. Und sogar in die Bibel hat es das ­Einhorn geschafft – dank eines Über-setzungs­fehlers: Als das Alte Testament ins Griechische übersetzt wurde, hiess das wilde, k ­ räftige Tier Re’em, also Auer­ochse, schliesslich Mono­keros, zu Deutsch Einhorn. Aufgrund dieses Auftritts in der ­Bibel glaubten die Menschen fortan an das Einhorn. Magische Kräfte, Edelmut

und Güte sagte man ihm allerdings erst im ­Mittelalter nach. Bereits damals ­betrieben ­Menschen Marketing: Sie verkauften Pulver, das vermeintlich vom Horn des Einhorns stammte und heilende Kräfte besitzen sollte. Auch ­deshalb verwenden einige Apotheken noch heute das ­Einhorn als Symbol. Seither wurde das Einhorn immer wieder in Fabeln erwähnt, man sagte ihm nach, dass es nur von reinen Jungfrauen gezähmt werden konnte. Einen ersten Einhorn-Trend löste der Film «The Last Unicorn» im Jahr 1982 aus. Seither wird das Fabeltier oft in ­Zusammenhang mit Individualität und Reinheit, aber auch Stärke gebracht. Heute sind vor allem erwachsene Frauen von Einhörnern fasziniert. Laut Adrienne Suvada könnte dahinter eine Art Flucht in eine Märchenwelt stecken. «Die weltweite Verun­sicherung, Terroranschläge und Katastrophen begünstigen das. Man assoziiert das Einhorn mit einer schönen, ­unbeschwerten Zeit.» Letztlich sei ein Einhorn ja auch einzigartig und ­individuell. «Wir Menschen sind ­Herdentiere. Trotzdem wollen wir uns differenzieren, wozu sich der Einhorn-­ Hype gut eignet.» MM


Gibt es Einhörner? Nein, das sind nur Fabelwesen.

MENSCHEN | MM5, 29.1.2018  11

Was ist das Tollste an ihnen? Die Vielfalt, jedes sieht anders aus. Und natürlich der Glitzer. Sammeln Sie Einhörner? Ja, ich bekomme viele geschenkt. Wie viele besitzen Sie? 25 Welches ist Ihr liebstes? Eine schwierige Frage. Ich glaube, mein erstes aus Plüsch, das ich von einer Freundin bekommen habe. Es heisst Colette. Sind Sie ein Einhorn? Ich empfinde es als Kompliment, wenn man mich so bezeichnet, tue es selbst aber nicht. Weil Einhörner unantastbar sind, und auf diese Ebene möchte ich mich nicht stellen.

Influencerin

«Ich will nicht erwachsen werden» Nives Arrigoni (26), Journalistin

«Ich hatte schon immer bunte Haare. Irgendwann haben mich meine Follower auf Instagram mit dem Einhorn verglichen. So hat alles angefangen. Inzwischen heisst es auch in meinem Freundeskreis ‹Nives, unser Unicorn›. Ich bin eine sehr verspielte Person und habe das Peter-Pan-Syndrom, will also nicht erwachsen werden. Für mich sind Einhörner sehr majestätisch. Es sind ja Fabelwesen, und sie nehmen mich mit in eine heile Welt. Es geht mir nicht darum, aus der ­realen Welt zu flüchten. Aber den grauen Alltag oder Schlimmes, das auf der Welt passiert, können sie schon verblassen lassen, weil sie so herzig, farbig und glitzernd sind. Das fasziniert mich und zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht. Mit Pferden habe ich sonst eigentlich gar nichts am Hut. Aber Einhörner sind anmutig, stark und kämpferisch, weil sie von den Pferden abstammen. Ich glaube nicht, dass Einhörner tatsächlich mal existiert haben, und ich ­würde mich auch nicht als spirituell bezeichnen. Aber ich denke, sie haben den Menschen geholfen, Geschichten plastischer zu erzählen.»


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MENSCHEN | MM5, 29.1.2018  13

Orakel

«Ich spinne ein bisschen, aber das ist völlig ok» Alexandra Kruse (39), Stylistin

«So richtig mit den Einhörnern an­ gefangen hat es kurz vor der Geburt ­unseres Sohnes Kosmo 2012. Ich habe schon vor meiner Schwangerschaft spontan ein Plüsch-Einhorn gekauft. Seither begleiten mich die Einhörner, haben quasi das Kind mit auf die Welt gebracht. Und sie haben mir ­geholfen, auf meine Intuition zu hören. Ein-­ hörner stehen für ein buntes Leben, bringen mir Freude und sind etwas extrem Positives. Mich fasziniert vor allem das Horn. Es verleiht eine ganz spezielle Kraft. Ich sehe es nicht als Phallussymbol, denn Einhörner sind für mich unisex. Aber das Fabelwesen gibt mir Kraft, es ist ein Krafttier. Und ich habe eine ganze Herde davon immer dabei – nicht physisch, aber in Gedanken. Mir ­haben die Einhörner geholfen, mich nicht mehr fehl am Platz zu fühlen. Durch sie weiss ich, dass es okay ist, anders zu sein. Being crazy is fine. Darum sind die Ein­hörner jetzt auch kommerziell so ein Erfolg, darum gibt es dann halt auch Einhorn-Prosecco. Damit habe ich kein Problem. Obwohl ich ­spirituell tätig bin, liebe ich schöne, materielle Dinge. Dabei glaube ich, dass es heute ein viel grösseres und auch moderneres Verständnis für ­Spiritualität gibt als je zuvor. Und es geht nicht darum, ob man wirklich an Einhörner glaubt, sondern viel eher um deren Symbolkraft. So direkt sagen es mir die Leute nicht, dass ich spinne. Aber auch wenn sie das hinter meinem Rücken, par­ don: meinen Flügeln, tun, ist mir das egal. Klar ist es schwierig, das einzige Einhorn auf dem Ponyhof zu sein, sich als Erwachsene hinzustellen, zu sagen: Ja, ich glaube an Einhörner. Aber ich stehe dahinter. Ja, vielleicht spinne ich ein bisschen. So what.» Eine Auswahl an Einhorn-­ Produkten finden Sie auf Seite 15

Gibt es Einhörner? Ja Was ist das Tollste an ihnen? Dass sie immer da sind, seit Neuestem auch auf Klopapier. Sammeln Sie Einhörner? Nein, ich habe nur ein einziges, das grosse Plüschtier von Steiff. Einhörner sind für mich nicht materielle, sondern spirituelle Begleiter. Sind Sie ein Einhorn? Na ja, sie wirken durch mich. Aber ob mich das zum Einhorn macht?


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MENSCHEN | MM5, 29.1.2018  15

Produkte

Und täglich grüsst das Einhorn Kondome, Schlarpen, Luftbefeuchter – eine Auswahl der schrägsten und schönsten Artikel im Überblick. Text: Dinah Leuenberger

Wegweiser Licht ins Dunkel bringen diese Finken mit zwei ­Funktionen: Sie halten die ­Füsse warm und weisen mit den LED-Lichtern den Weg.

Schutzschild Auf dieser Schwimminsel ist man vor negativen Einflüssen und bösen Gedanken geschützt und kann sich gemütlich treiben lassen.

Bilder: einhorn.my, Migros-Genossenschafts-Bund (2), Geschenkidee (2), Amazon, Etsy, Sigg, smokonow.com

Röuele, röuele, röuele Diese Einhörner sind zwischenmenschlich aktiv und sorgen dafür, dass wir beim Sex ­geschützt sind. Die Kondome sind vegan.

Pimp your hair! Die Verwandlung zum Einhorn ­gelingt mit dieser Tönung. Für e ­ inen tollen Effekt kann man ­mehrere Farben kom­binieren.

Trinkfest Als treuer Begleiter durch den Tag spendet diese Trinkflasche nicht nur ­Flüssigkeit, sondern auch gute Laune.

Ich bin auch ein Einhorn Echte Einhörner sind schwer zu finden. Abhilfe schafft dieses aufblasbare Horn für ­Katzen. Miau?

Achtung, Kuschelgefahr! Mit der richtigen Einstellung können Sie ein Einhorn sein – dank dieses Anzugs auch äusserlich. Aber ­Vorsicht: Man wird sich an Ihr flauschiges Fell kuscheln wollen.

Hautzart Für sanfte und süss duftende Haut sorgt dieses Duschpeeling.

Schlagfertig Piñatas – häufig in Form von Ein­ hörnern – werden in Lateinamerika an Kindergeburtstagen mit Früchten und Süssigkeiten gefüllt und dann aufgeschlagen.

Feuchtfröhlich Luftbefeuchter haben in der Regel eine ziemlich langweilige Form. Nicht so dieser Unicorn-­ Diffuser: Er sorgt für eine feuchtfröhliche Stimmung. Bezugsquellen: migmag.ch/einhorn


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Die schönste Seereise der Welt zum scharf kalkulierten Aktionspreis!

Hurtigruten & Polarlichter Eine unvergessliche Winter-Reise der Superlative! Die Reise mit dem legendären Postdampferschiff entlang der norwegischen Traumküste wird als schönste Seereise der Welt bezeichnet. Während 12 Tagen gleiten wir von Höhepunkt zu Höhepunkt – erst 1000 Seemeilen nordwärts bis nach Kirkenes an der russischen Grenze und dann wieder 1000 Seemeilen südwärts bis nach Bergen. Wenn sich mit etwas Glück am Himmel das Polarlicht entfacht, sitzen Sie in der ersten Reihe!

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Hurtigruten: Hurtigruten: Sie gilt als die schönste Seereise der Welt, die Fahrt auf dem Postschiff der Hurtigruten (schnelle Route) entlang der norwegischen Traumküste. Bereits das erste Hurtigruten Schiff war Postdampfer, Frachter und Passagierschiff zu gleich. Das hat sich bis heute nich geändert. Eines dieser legendären Schiffe wird während dieser Reise für 12 Tagen Ihr Zuhause. Sie gleiten über 2000 Seemeilen der sich ständig verändernden Küstenlandschaft Norwegens entlang, halten zweimal in 33 Häfen, von denen 22 nördlich des Polarkreises liegen. Neben der Unterhaltung an Bord erwartet Sie in den meisten der angelaufenen Häfen tolle Ausflugsmöglichkeiten (Ausflüge sind alle fakultativ und an Bord buch- und bezahlbar).

✓ Linienflüge mit KLM (Zürich-Bergen-Zürich / jeweils via Amsterdam) ✓ Sämtliche Flugnebengebühren wie Taxen, Steuern & Kerosinzuschlag (Im Wert von Euro 124.-/Stand: 1/2018) ✓ Transfers Flughafen-Hurtigruten Terminal-Flughafen ✓ Interessante Stadtführung in Bergen ✓12-tägige Hurtigruten-Fahrt Bergen-Kirkenes-Bergen mit der MS Finnmarken inkl. 11 Übernachtungen und Vollpension (2 Bettkabine innen) ✓ Bei Buchung bis zum 19.2.2018: Bordguthaben pro Buchung: NOK 2500.- (entspricht ca. CHF 290.- / Stand 1/2018) ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise

Ihr tolles Reiseprogramm vom 22.11. - 3.12.2018: 1. Tag: Flug ab Zürich via Amsterdam nach Bergen. Kurze Stadtführung in der wohl schönsten Stadt Norwegens. Abends checken wir auf unser Hurtigruten Schiff, die MS Finnmarken, ein. 2. Tag: Heute halten wir unter anderem in Aalesund, der Stadt des Jugendstils und in Molde, der Stadt der Rosen. 3. Tag: In Trondheim können Sie heute den Nidarosdom, das grösste sakrale Bauwerk Skandinaviens, bewundern. Am Nachmittag fahren wir durch den schmalen Stokksund. 4. Tag: Früh am Morgen Überquerung des Polarkreises. Durch bildschöne Schärenlandschaften kommen wir nach Bodö und erreichen am Abend die grossartigen Insellandschaften der Lofoten. 5. Tag: Heutiger Höhepunkt ist Tromsö, die Hauptstadt der Arktis. Wie wäre es mit einem Ausflug auf den Spuren arktischer Jäger und Entdecker?

Ihr Postdampferschiff – die MS Finnmarken: Die MS Finnmarken gehört zu den grössten und schönsten Schiffen der Hurtigruten Flotte. Das 2002 erbaute Schiff hat eine Länge von 139 Meter und verfügt über 280 Kabinen, die alle über Dusche/WC & Föhn verfügen. Die weitere Ausstattung umfasst: Restaurant, à la carte Restaurant, Café Shop, Bibliothek, Spielzimmer, Konferenzräume, Swimming Pool, Whirlpool, Fitnessraum, Sauna, Panorama-Salon, Babettes Café und vieles mehr. Harstadt

Bergen

6. Tag: Von Honningsvag können Sie einen tollen Ausflug zum sagenumwobenen Nordkap, dem „Ende der Welt“ unternehmen. 7. Tag: Heute erreichen wir mit Kirkenes den Wendepunkt der Hurtigruten – hier an der Grenze zu Russland sind wir östlicher als Istanbul oder St. Petersburg.

22. November - 3. Dezember 2018

Preis pro Person in der Doppelkabine Innen

Frühbuchpreis: Fr. 1899.Der Frühbuchpreis gültig solange Vorrat

Nicht inbegriffen – zusätzlich wählbar: Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person Kabinenzuschläge Hurtigruten: 2 Bett Kabine aussen

9. Tag: Von Harstadt aus können Sie heute die atemberaubenden Vesteralen erkunden. Die Weiterfahrt führt uns später durch den fantastischen Raftsund zum majestätischen Trollfjord.

2 Bett Kabine aussen Superior: Fr. 899.-

10. Tag: Wir überqueren heute den Polarkreis in südlicher Richtung und sehen fantastische Gebirgslandschaften – unter anderem den Berg Torghatten mit dem Loch in der Mitte und die berühmte Gebirgskette „7 Schwestern“.

Einzelkabine Innen: Fr. 899.-

12. Tag: Bevor wir unsere Hurtigruten Schifffahrt heute beenden, erwarten uns noch faszinierende Seemeilen mit dem malerischen Nordfjord oder die Mündung des mächtigen Sognefjords. Schliesslich erreichen wir wieder Bergen, von wo aus wir die Heimreise antreten. Ankunft in Zürich am Abend.

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Ihr Reisedatum:

8. Tag: Mitten in der Nacht docken wir in Hehamn an, wo Sie zum Beispiel einen unvergesslichen Trip mit dem Schneemobil unternehmen können. In Hammerfest erinnert die Meridiansäule an die erste exakte Vermessung der Erdkugel.

11. Tag: Mit Kristiansund halten wir heute in der Hauptstadt des getrockneten Kabeljaus. Buchen Sie später einen Ausflug zur atemberaubenden Atlantikstrasse.

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1899.-

Tel. 0848 00 77 88 Organisation: Holiday Partner, 8852 Altendorf

(teilw. eingeschr. Sicht): Fr. 299.2 Bett Kabine aussen: Fr. 429.-

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MENSCHEN | MM5, 29.1.2018  17

Bänz Friedli

Teure Löcher «Wann ist man zu alt für zerrissene Jeans?», wurde unlängst in einer dieser Beratungs­ spalten gefragt. Ich frage mich jeweils etwas anderes, wenn mir im Tram jemand sein blankes Knie unter die Nase hält: Was hat sich wohl die mies bezahlte Arbeiterin in ­Indien, Bangladesch, China gedacht, die die neue, fertig genähte Hose zerstören musste? Mit Drahtbürste, Stein und Messer. In einer unklimatisierten Fabrikhalle, wo es nach ­giftigen Chemikalien und Vogelkot riecht. Was für ein Bild hat diese Person – oft sind es Kinder, die schuften, statt zur Schule gehen zu können – von unserer westlichen Luxus­ welt? Träumt sie gar selber davon, eine solch zerfetzte Hose zu tragen?

Bild: Vera Hartmann

Und dann frage ich mich zuweilen noch, was der jugendliche Träger, die jugendliche Trägerin solch künstlich schmuddeliger Jeans mir sagen will. «Ich sch…sse auf euren Wohlstand»? Wohl kaum, denn die Hose war teuer. Will er oder sie mit der Fleisch­ schau meinem Auge schmeicheln? Soll es gar verführerisch wirken, sexy? Die Antwort ist vermutlich banal. Man trägt die kaputten Jeans, weil alle anderen es auch tun.

Bänz Friedli (52) macht nicht mehr jede Mode mit.

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Und wann ist man nun zu alt für so etwas? Im habe im Verlauf der Jahre eine einfache Formel gefunden: Wer eine Mode schon mal mitgemacht hat, sollte davon absehen, wenn diese wieder aufkommt. Gut, ganz von selbst

bin ich nicht daraufgekommen. Es brauchte den Moment am Schulbesuchstag, vor ­einigen Jahren, da meine Tochter mich in der grossen Pause beiseitenahm und mir ein «Weisch wi piinlech!» zuzischte. Kapuzen­ pulli, schlabberige Cargohose im HipHopper­-Stil – sie hatte recht, ich war zu alt dafür. Ich sollte nicht wie ihre Kameraden daherkommen. Und das mit den absichtlich zerrissenen Jeans? Habe ich erlebt. Schon zweimal. ­Anfänglich, in den Seventies, hofften wir, dass unsere Jeans durch häufiges Waschen bald verwaschen aussähen und möglichst ­kaputtgingen, zuweilen halfen wir mit Javel­ wasser nach. In den 1980er-Jahren dann räkelten sich Popstars wie Madonna und ­George Michael erstmals in mutwillig zer­ störten Jeans, und die Armutspose dieser Jungmillionäre war schon damals eher ab­ surd. Doch der «used look» sollte rebellisch wirken, und er löste eine Modewelle aus. Von der Kollege Ken erfassst wurde. Wie stolz er war, sich von seinem ersten Stiftenlohn so richtig zerschränzte Bluejeans zu leisten! Dann übernachtete er bei seiner Grossmutter. Beim Frühstück – er noch im Pyjama – be­ merkte das Grosi ganz nebenbei: «Ich hab dir dann deine Hosen geflickt! Die waren ja furchtbar löchrig! Sah schlimm aus.» MM Bänz Friedli live: 3. 2. Aesch ZH, 7. 2. Heerbrugg SG, 16. 2. Falera GR


18  MM5, 29.1.2018 | MENSCHEN

Freundschaft

Kirschen essen mit Marla

Als die US-Sängerin Marla Glen auf dem Tiefpunkt ihrer Karriere angelangt war, half ihr die Zürcherin Claudia Bossert auf die Beine. Seither geht es wieder bergauf – und die beiden Frauen verbindet eine herzliche Freundschaft. Text: Claudia Langenegger  Bild: Daniel Winkler

K

ann man etwas tun für dich?», ­schrieb Claudia Schmid vor drei Jahren auf F ­ acebook. Die Frage der Confiseurin aus Zürich galt der US-amerikanischen S ­ ängerin Marla Glen (58): Die hatte gerade ihrem Frust über ihr Leben, über fehlende Auftritte und das Musik­business Ausdruck gegeben. Claudia (inzwischen hat sie geheiratet und heisst Bossert) ging das Elend des Stars nahe. «Marla war als Teenager mein ­grosses Idol», sagt die 40-Jährige. «Ich fand, wenn ich etwas für diese grossartige Sängerin tun kann, mache ich das.» Auf den Online-Chat folgte bald ein erstes Treffen: Marla stieg in Köln, wo sie damals wohnte, in den Zug und fuhr in die Schweiz. Beide wussten nicht, was sie erwartete – in Affoltern am Albis ZH stieg dann eine Party, die bis in die frühen Morgenstunden dauerte. Danach engagierte die Zürcher Confi­ seurin die Sängerin sogleich als Act für die Feier des einjährigen Bestehens ihrer Chocola­terie «CDG Schmid – Leckereien aus Meisterhand». «Ich vertraue schnell», sagt Marla Glen mit ihrer unverkennbar rauchig-tiefen Stimme. Sie sitzt an einem langen Holztisch backstage in der Mühle Hunziken in Rubigen BE, schwarzer Hut, golden schimmernder Anzug, Schlangenlederschuhe, und zieht an einer Zigarette. Ihre Gesichtszüge sind androgyn, ihr ­Lachen ist kehlig, ihr Witz trocken und schnell. Ihre Aura hat etwas Unwirkliches. Es scheint, als wäre sie dem glamourösen C ­ hicago der 1930er-Jahre entstiegen. Doch die Szene ist ganz real: Freudig begrüsst und herzt sie Claudia Bossert und ihren Mann Beat (43) bei deren Ankunft.

Man spürt: Die Zürcherin ist viel mehr als ein treuer Fan. Sie ist mittlerweile Teil der Band. Die beiden Frauen chatten und tele­ fonieren ­regelmässig, sie haben einander mehrmals besucht, und Claudia kümmert sich um die administrativen Angelegen­ heiten der Sängerin, sorgt immer wieder für Auftrittsmöglichkeiten. Sie begleitet sie an Konzerte, auch um sich mit den Ver­anstaltern auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Wieder von guten Menschen umgeben

Vor 25 Jahren, 1993, brachte es Marla Glen mit ihrem ersten Album «This is Marla Glen» und Songs wie «The Cost of Freedom» zu Weltruhm. Doch sie sah nicht viel von dem Geld, das ihre Arbeit einbrachte: Immer wieder wurde sie um ihre Gagen, Tantiemen und Rechte geprellt. Denn sich um Papierkram zu kümmern, war noch nie ihr Ding gewesen. Ihr Ding ist die Musik, die Bühne. Sie will die Leute begeistern, sie mit ihrer Musik mitten ins Herz treffen. Bald folgten psychische Probleme. Marla Glen genehmigte sich gern ein Glas zu viel, und sie gab ein paar schwache Konzerte. Ihr Ruf war ramponiert – schliesslich verschwand sie in der Versenkung. Heute ist alles anders. Marla Glen hat neue Songs, ein aktuelles Album ist in Produktion. «Seit ich Claudia kenne, habe ich wieder gute Menschen um mich», schwärmt die Sängerin, die heute in Oppenheim (D) lebt. «Claudia ist loyal und meint auch wirklich, was sie sagt. Sie ist keine von denen, die es auf mein Geld abgesehen haben», sagt sie, um mit ihrem typischen Lachen sogleich anzufügen: «Geld, das ich gar nicht habe!»

Claudia bleibt realistisch. Um etwas be­ wirken zu können, ist sie auf die Hilfe von Fachleuten aus der Musikwelt angewiesen. «Aber es ist natürlich aufregend, auf diese Weise in die Musikwelt abzutauchen.» In ihrem eigenen Geschäft ist die Zürcherin hingegen ein Profi. Sie gehört zu den ­besten Konditoren der Schweiz. 2011 hat sie den «Swiss Chocolate Master» gewonnen, an den «World Chocolate Masters» in Paris erreichte sie als erste Schweizerin die Top Ten, und sie hat zahlreiche renommierte Branchenauszeichnungen eingeheimst. Seit drei Jahren produziert sie in ihrer eigenen Chocolaterie Feines für Delikatessengeschäfte, etwa für Globus. Auch für Marla Glen hat sie schon Törtchen angefertigt – mit dem Konterfei der Sängerin. Die beiden Frauen waren sogar zusammen in der Manufaktur aktiv, ganz privat: Sie assen in Alkohol eingelegte Kirschen, die sie vorher in flüssige Schokolade getunkt hatten. «Das war sehr amüsant», sagt Claudia. «Ich war nach drei Kirschen total betrunken!», bekennt Marla Glen laut und lacht. Schon als Kind war Marla Glen wild, unzähmbar und zu Spässen bereit. Und schon als Kind hielt man sie oft für einen Jungen. Fühlt sich die Sängerin denn als Mann oder als Frau? «Als Marla Glen», lautet ihre Antwort. Und was meint Claudia Bossert? «Ich frage nicht danach. Ich nehme sie einfach so, wie sie ist. Ich glaube, das schätzt sie.» Die Postkarten an Claudias Bosserts Töchterchen jedenfalls unterschreibt die Sängerin mit «Uncle Glen». MM Marla Glen in Concert: 3. 2., Chesselhuus, Pfäffikon ZH; www.chesselhuus.ch/events/marla-glen www.marlaglen.net


MENSCHEN | MM5, 29.1.2018  19

Zürcher Confiseurin coacht US-Sängerin: Claudia Bossert und Marla Glen sind Freundinnen – und stets für ein Späss­chen zu haben.


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MENSCHEN | MM5, 29.1.2018  21

Leserforum MM4: Extra Reisen Juist – Im Inselrhythmus entschleunigen

«Wir hatten trotzdem schöne Ferien und sind viel gewandert» Vor zwei Jahren haben wir auf der Insel Juist eine Woche Ferien verbracht. Mit dem Pferdefuhr­ werk sind wir vom Flugplatz nach ca. einer Stunde im Haupt­ ort angekommen. Die Fuhrfrau erklärte uns, dass sie nicht wei­ ter nach Loog fahren werde, da sie jetzt Mittagspause habe. Eine Alternative gab es nicht. Ich telefonierte unserem Woh­ nungsvermieter. Er gab mir die Nummer des Fahrradanhängers, der beim Fährhafen deponiert war. Anschliessend spazierten wir mit dem Anhänger und den Koffern darin der Küste entlang

zur Wohnung. Unsere Reklama­ tion beim Tourismusdirektor wurde lächelnd zur Kenntnis ge­ nommen. Wir hatten trotzdem ­schöne Ferien und sind viel ­gewandert. Hans Guggisberg, 3624 Goldiwil BE MM3: Exorzismus Im Kampf gegen Dämonen

«Eine gute und nötige Arbeit» Ich wehre mich gegen die Ver­ spottung von Heilsarmeeoffizier

Beat Schulthess. Er macht eine gute und nötige Arbeit. Ich ­erlebte selber wie in meinem Ferien­betrieb 1998 ein Gast mit­ tels Voodoo getötet wurde. Vier ­wurden krank, andere wurden vertrieben und alle im gleichen Zimmer. Ein Baptistenleiterpaar aus Karlsruhe campierte in der Nähe und bat Gott, ihnen einen Bruder zu zeigen, der ihre Hilfe braucht. Sie wurden zu mir ge­ führt und erkannten sofort, dass ein Fluch auf diesem Zimmer lastete. Durch unser Gebet wurde es befreit. Hansruedi Bolliger, via E-Mail

Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihren Mut und die Offenheit, über dieses Thema zu informie­ ren. Leider erlebte ich, dass das Böse (sprich der Teufel) in un­ serer Welt real ist und dass er die Menschen mit seiner grossen Macht beeinflussen und negativ verändern will. Besten Dank für ihre positive Arbeit. Luise Betschart, 6434 Illgau SZ

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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MENSCHEN | MM5, 29.1.2018  23

Jaël

Still und laut Die Tage ziehen dahin, und der Purzel ist bald einen Monat alt. Wir haben drei funktionie­ rende Stillpositionen und einen Vierstunden­ rhythmus gefunden. Es gibt Momente voller Liebe und Glück, wenn er seine allerliebsten Meerschweinchengeräusche macht oder mit grossen Augen das Licht bestaunt. Wenn er schläft, sieht er aus wie ein Engel, und ich vergesse zu schlafen, weil ich nicht aufhören kann, ihn anzusehen. Wenn er dann noch einen Lachanfall kriegt, schmelze ich dahin und male mir aus, was er gerade träumt.

Bilder: Ruben Wyttenbach, zVg

Es gibt aber auch Momente der krebsroten Köpfe und der ratlosen Mama. Heisst dieser verzweifelte Ruf meines Lieblings: a) Ich hab Hunger, b) Die Windeln sind voll, c) Die Windeln sind nicht voll, aber mach sie bitte weg, damit ich Freiluftpipi machen kann, d) Ich bin müde, e) Ich hab Bauchweh, f ) Mir ist kalt, g­­ ) Mir ist heiss, h) Das Pyschi juckt oder i) Heute bin ich einfach untröstlich?

Sängerin Jaël (38) ist am frühen Silvestermorgen Mutter geworden.

Letzteres fordert einen am meisten. Man schaukelt, streichelt, puckt, wippt auf dem Sitzball, dreht Runden durchs Wohnzimmer, Fliegerposition, Wickeltuch, Finger, Nuggi … Alles Fehlanzeige. Jeder Schrei, den man nicht wegtrösten kann, schmerzt – im Mama­ herzen weit mehr als im Mamaohr. Mit Singen hab ich es auch probiert. In der Hitze des ­Gefechts fiel mir lustigerweise kein einziger meiner eigenen Songs ein, und Buebli musste

«Man schaukelt, streichelt, wippt auf dem Sitzball ...»

sich mit Beatles-Klassikern und anderen ­Liedern aus meiner Jugend zufriedengeben. Bei «We Are The World» artete es in einen Wettbewerb aus, wer lauter ist, und so gab ich auf und entschied, seine Laune stumm mit ihm aus­zuhalten. Es gibt ja auch viel zu verarbeiten. Ein Neu­ geborenenalltag ist voller Premieren: das erste Mal Tram, Bus und Auto fahren, das erste Mal Grossmami und Grosspapi besuchen, im Trag­ tuch und Kinderwagen herumkutschiert wer­ den, das erste Mal baden oder in einem Restaurant gestillt werden … Auch für mich sind das alles Feuertaufen, und ich bin erleichtert, wenn sie mit Bravour überstanden sind. Wenn der Chef de Service und die Tischnachbarn verzückt den kleinen Knopf bestaunen, der still drei Stunden lang im Restaurant weilt und so tut, als ob das alles ein Kinderspiel wäre, dann bin ich die stol­ zeste Mama der Welt. Weiter im Takt. MM

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Flussreisen Selection Reisebüro Mittelthurgau

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2018 mit neuem Schiff

Flussreise Portugal

Porto und das Tal des Douro Ihr Reiseprogramm durch den Norden Portugals, bis er in der zauberhaften Hafenstadt Porto das Meer erreicht. Rebterrassen reihen sich über- und nebeneinander. Hier gedeihen beste Weine. Der berühmteste aber ist und bleibt der Portwein. Wir freuen uns, Sie in eine der schönsten Flusslandschaften Europas zu begleiten.

Liebe Flussfahrt-Freunde

Eine fantastische Flussregion. Die Reise 2018 ist jetzt zum Frühbucher-Bestpreis für Sie buchbar!

Dieser Fluss hat Kultur, Kunst und Küche an seinen Uferlandschaften geprägt. Viele unserer Reisegäste haben den Douro ins Herz geschlossen. Mit der neuen Miguel Torga setzen wir auf dem Douro einen neuen Qualitätsstandard – auf zwei Decks, mit französischem Balkon und mit exklusivem Mittelthurgau-Ausflugsprogramm. Die Hügel am Flussufer des Douro sind von umwerfender Schönheit – von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. In unzähligen Windungen fliesst dieser einzigartige Fluss

REISEN AUF 18 DEM FLUSS 20 lität an Bord Schweizer Qua

Herzliche Grüsse, Ihr

Stephan Frei Geschäftsleiter

Tag 1 Zürich–Porto Flug von Zürich nach Porto und Transfer zu Ihrem Schiff. Tag 2 Porto Panoramarundfahrt* durch die schöne Hafenstadt am Atlantik. Altertümliche Baudenkmäler oder die Gassen am Hafen vereinen sich harmonisch mit zeitgenössischen Bauten. Tag 3 Porto–Guimarães–Régua Ausflug* in die Geburtsstadt Portugals. Der Tag klingt aus bei einem Abendessen auf einem herrschaftlichen Weingut bei Lamego. Tag 4 Régua–Barca d’Alva Im Douro-Museum* in Régua erfahren Sie viel über die Weinbautradition am Douro. Der berühmteste Tropfen ist der Portwein. Tag 5 Barca d’Alva–(Salamanca) Ganztagesausflug (Fr. 75) in die altberühmte spanische Universitätsstadt Salamanca. Das Zentrum bildet die arkadengesäumte Plaza Mayor, wo Sie bei einem Kaffee oder einem Glas Vinho Verde das geschäftige Treiben der Stadt beobachten können. Tag 6 Barca d’Alva–Pinhão Morgens Fahrt nach Castelo Rodrigo*, eines von Portugals 12 historischen Dörfern. Weiterfahrt durch das Herz des Naturparks Douro Internacional.

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Tag 7 Pinhão–Porto Ausflug* nach Lamego. Die Barockkirche Nossa Senhora dos Remédios ist der Stolz der kleinen Bischofsstadt. Tag 8 Porto–Zürich Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen und Rückflug in die Schweiz. * Ausflugspaket inklusive

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26  MM5, 29.1.2018 | DOSSIER « NO BILLAG »

Redaktion Happy Radio

Radio, das glücklich macht

Jeden Freitag treffen sich beim Kanal K in Aarau Menschen mit Handicap und arbeiten an ihrer eigenen Radiosendung. Nun sind sie besorgt, dass das Integrationsprojekt Happy Radio wegen der «No Billag»-Initiative in Gefahr gerät. Text: Ralf Kaminski  Bild: Beat Schweizer

M

it kritischem Gesichtsausdruck hört sich Dölf Keller (53) an, was er eben gerade ins Mikrofon ­gesprochen hat – einen Modera­ tionsbeitrag für eine neue Sendung der ­Redaktion Happy Radio über die Heraus­ forderungen für beeinträchtigte Menschen im öffentlichen Verkehr. «Das müssen wir nochmals machen», sagt er schliesslich, ­unzufrieden mit mehreren Passagen. Keller hat seit Geburt eine Zerebral­parese, eine Hirnschädigung, die das Zusammenspiel zwischen Hirn und Muskeln erschwert. Der frühere kaufmännische Angestellte aus Wet­ tingen AG braucht Krücken zum Gehen und spricht ein wenig undeutlich. Sein Aufnah­ meleiter Peter Estermann (50), der ihm ge­ genübersitzt, leidet an derselben Krankheit, allerdings mit anderen Auswirkungen: Er bewegt sich gut, tut sich dafür schwer, ­seine Gedanken in klare Worte zu fassen. Estermann bedient den Computer, unter­ stützt vom Sozialpädagogen Samuel Häberli (33), der die aktuell fünf Redaktorinnen und Redaktoren von Happy Radio seit den An­ fängen des Projekts 2015 begleitet. In einem

anderen Raum sitzt Kurt Hofer (52), der we­ gen einer Muskelkrankheit einen Rollstuhl braucht und gerade gemeinsam mit Radio­ redaktorin Lena Glanzmann (25) sein Inter­ view mit einem Postautochauffeur schneidet: Aus zwölf müssen fünf Minuten werden. Möglichst selbständig Radio machen

Immer am Freitagnachmittag ist der dritte Stock des Aarauer Alternativsenders Kanal K in fester Hand der Happy-Radio-Redak­tion. An jedem letzten Samstag im Monat um 18 Uhr wird ihre einstündige Sendung aus­ gestrahlt, mal mit einem übergeordneten Thema, mal bunt gemischt. Feste Gefässe sind unter anderem eine Filmkritik von Hofer, ein Literaturquiz von Keller und eine Auswahl von Oldie-Songs von Estermann. Die Redaktoren mit Handicap konzipie­ ren die Inhalte der Sendung selbst, werden aber von Häberli und Glanzmann bei der Umsetzung unterstützt. «Letztlich sollen sie alles möglichst selbständig machen», sagt die Radiofrau, «aber die Redaktionssitzun­ gen organisieren wir, und bei der IT und der Radiotechnik müssen wir je nach Person

Glücklich über ihre Arbeit im Redaktionsteam von

mehr oder weniger stark helfen.» Dass aus diesem Integrationsprojekt der Radioschule Klipp+Klang eine reale Radiosendung für die Öffentlichkeit wurde, ist alles andere als selbstverständlich. Zu verdanken ist sie der Leidenschaft der handicapierten Radio­ macher, der grossen Erfahrung der Radio­ schule, diversen Stiftungen sowie Kanal K, der rund 140 Radioschaffenden aus allen möglichen Bereichen seine Infrastruktur zur Verfügung stellt. Diese Plattform wird verschwinden, falls das Volk am 4. März der «No Billag»-Initia­ tive zustimmt. «Zwei Drittel unseres Bud­ gets machen die Gebührengelder aus, die wir vom Bund erhalten», sagt Rolf Schöner (51),


DOSSIER « NO BILLAG » | MM5, 29.1.2018  27

Happy Radio in den Studios von Kanal K: Kurt Hofer, Dölf Keller und Peter Estermann (von links)

Programmleiter von Kanal K. «Ohne dieses Geld sind wir erledigt.» Damit fiele die andere Stimme in der Region Aargau und Solothurn weg, «ein wichtiger Kanal für gesellschaft­ liche Minderheiten, lokale Musiker und Kulturschaffende, aber auch für die R ­ adio-­ Nachwuchsförderung». Kommerziell wäre das Angebot von Kanal K nicht zu finan­ zieren, sagt Schöner. Pro Tag schalten rund 35 000 Hörerinnen und Hörer ein. Preisgekröntes Integrationsprojekt

Das Alternativradio setzt sich intensiv für eine Ablehnung der Initiative ein und wird im Februar sogar an Ständen auf der Strasse für ein Nein weibeln. «Wir sind nervös,

hoffen aber auf die Vernunft des Stimm­ volks», sagt der Programmleiter. Auch Kurt Hofer trägt Nein-Ansteckplaketten am Pullover, und Dölf Keller sagt, es wäre ein schwerer Schlag für ihn, wenn es die Redak­ tion Happy Radio nicht mehr gäbe. «Ich würde meine Arbeit hier sehr vermissen und werbe auch in meinem Umfeld für ein Nein.» Happy Radio heisst so, «weil Radio­ machen glücklich macht», sagen die drei Handi­capierten. Es gibt ihnen immer wieder die Gelegenheit, spannende Menschen zu treffen und zu interviewen, kürzlich zum Beispiel Franz Hohler für die Talksendung «Der flotte Dreier». Den Erfolg des Projekts bezeugt nicht zuletzt der 3. Platz des 2016er-­

Wettbewerbs von «Mein Gleichgewicht», ­einem Gesundheitsprojekt des Migros-­ Kulturprozents. Mit dem Preis werden Orga­ nisationen und Projekte ausgezeichnet, die sich der Gesundheitsförderung von beein­ trächtigten Menschen widmen. Der riesige, symbolische Check über 3000 Franken hängt nun im Kanal-K-Eingangsbereich – gleich neben dem Argumentarium, weshalb man am 4. März Nein stimmen sollte. MM Mehr Infos und Sendungen zum Nachhören: www.redaktionhappyradio.ch, www.kanalk.ch

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DOSSIER « NO BILLAG » | MM5, 29.1.2018  29

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Abstimmung

«No Billag»Initiative Umfrage

Fünf Generationen und ihre TV-Gewohnheiten Claude Sigg (49), Jurist, Zürich «Nach 22 Uhr zappe ich gern durch die Kanäle, bis ich ­irgendwo hängen bleibe, manchmal auch bei SRF. Was wir als Familie fast immer schauen, ist ‹SRF bi de Lüt›, ganz klassisch vor dem TV am Freitagabend. Auch Sport schaue ich bei SRF ab und zu live. Das Allermeiste, was ich sonst sehe, wie Filme oder Serien, kaufe ich online und sehe es auf dem Laptop an. Ich schaue weniger als 25 Prozent bei SRF. Aber ich höre relativ viel Radio, im Auto, beim Kochen – und das ist zu 80 bis 90 Prozent SRF. Bei der Abstimmung bin ich noch unentschlossen, tendiere aber zu einem Ja. Ich finde, dass es schon extrem viel Geld ist, um das Bewirtschaften von Minderheiteninteressen zu garantieren. Halb so viel würde es auch tun.»

Sonia Barbosa (28), ­Gesundheitswissen schaftlerin, Bern «Das einzige, was ich auf SRF bzw. RTS schaue, ist ‹Game of Thrones›, jedoch immer zeitversetzt. Ausserdem habe ich Netflix, aber mehr als 30 Minuten pro Tag schaue ich das nicht. Radio höre ich online das amerikanische NPR sowie Podcasts. Zur Schweiz informiere ich mich über die Zeitung. Ich werde Ja stimmen bei ‹No Billag›. Ich finde, die Kosten sind zu hoch für ein veraltetes ­System. Und es stört mich, dass auch ärmere Leute zahlen müssen, selbst wenn sie SRF nicht wichtig finden. Zudem finde ich, dass jede Generation das bestehende System hinterfragen sollte. Diese Initiative tut das, auch wenn sie vielleicht etwas zu weit geht.»

Die Initiative zur Abschaffung der Radiound TV-Gebühren stammt aus den Reihen der Jungen SVP und der Jungfreisinnigen und stösst insbesondere bei libertär denkenden Menschen auf positive Resonanz. Sie sind der Ansicht, dass der Staat sich so wenig wie möglich in das Leben der Bürgerinnen und Bürger einmischen sollte. Die Initianten argumentieren, die Billag sei eine Zwangsgebühr, mit der die Menschen bevormundet würden. Schaffe man sie ab, entstünde ein freier, fairer Wettbewerb um die Gunst der Kunden, was zu grösserer Medienvielfalt und zur Ankurbelung der Wirtschaft führen würde. Es gehe auch nicht darum, die SRG abzuschaffen, «diese müsste sich in Zukunft lediglich selbst ­finanzieren, wie die meisten anderen Unternehmen auch».

Bilder: zVg (5)

Die Parolen

Simon Boge (17), Schüler, Oberwil-Lieli AG «Etwa zweimal pro Woche zappe ich am TV durch die Kanäle, bis ich meistens bei irgendeiner Sitcom hängen bleibe. Serien oder Filme, die ich wirklich sehen will, streame ich online auf dafür spezialisierten Portalen, das ist bequemer: Man kann schauen, wenn man Zeit und Lust hat. Auf SRF schaue ich e ­ igentlich fast nur Fussball, das dann auch live am TV. Am allermeisten aber nutze ich Youtube. Radio höre ich gar nicht, für Nachrichten habe ich eine App auf dem Handy. Worum es bei der ‹No Billag›-Abstimmung geht, weiss ich nicht genau, aber ich darf ja sowieso noch nicht abstimmen.»

Regula Knecht (62), Primar­ lehrerin, Illnau-Effretikon ZH «Ich schaue regelmässig ‹10 vor 10› oder ‹Rundschau›, dazu Kultursendungen und Dok-Filme. Normalerweise sehe ich sie live am TV. Radio SRF begleitet mich ebenfalls regelmässig – zu Hause, im Auto und beim Vorbereiten in der Schule. Ich höre gern die Musik der werbe­ freien SRF-Spartensender und ­Informationssendungen. Hier hat das SRF eine Kompetenz, an die kein Privat­radio herankommt. Ich werde bei der Abstimmung sicher Nein stimmen. SRF trägt zur Einheit und Balance dieses Landes bei. Mir käme es ja auch nicht in den Sinn, die Arbeits­losenversicherung oder das Krankenkassen-Obligatorium abzuschaffen, nur weil ich beides bisher nicht in Anspruch nehmen musste.»

Max Leimgruber (85), pensionierter Verkaufsleiter, Suhr AG «Ich schaue fast täglich die ‹Tagesschau› und ‹10 vor 10›, regelmässig auch die ‹Arena›, Naturfilme und Musiksendungen – alles immer live, zeitversetzt mag ich nicht, da kann ich auch am nächsten Tag die Zeitung lesen. Überwiegend schaue ich SRF-Sendungen, auch deren Radiokanäle laufen praktisch den ganzen Tag, vor allem die Musikwelle. Ab und zu höre ich auch ­Radio Argovia, aber höchstens zu fünf Prozent. Streamen und downloaden tue ich nicht, ich habe ja nicht mal einen Computer. Für mich ist völlig klar, dass ich Nein stimmen werde, aus staatspolitischen Gründen. Wenn die Initiative durchkäme, würde v­ ieles kaputtgehen, das nicht ­kaputtgehen sollte.»  MM

Am 4. März stimmt das Volk über die Abschaffung der Radiound Fernsehgebühren ab, die von der Billag erhoben werden. Zudem wird dem Bund explizit verboten, Radio- oder TV-Sender zu subventionieren. Für ein Ja: Junge SVP, Junge FDP sowie vereinzelte Kantonalparteien und der Schweizerische Gewerbeverband Für ein Nein: Bundesrat und Parlament, SP, Grüne, FDP, CVP, Grünliberale, BDP, EVP, Opera­tion Libero, Economiesuisse, Travail Suisse, Syndicom, Unia und b ­ eide Landeskirchen

Der SVP-Entscheid fiel erst nach Redaktionsschluss für diese Ausgabe.


30  MM5, 29.1.2018 | DOSSIER « NO BILLAG » Zahlen und Fakten

So nutzen wir Radio und TV Ältere sitzen mehr als doppelt so lang vor dem Fernseher wie Junge, zeitversetztes Schauen nimmt stark zu. Und während beim TV auch ausländische Sender beliebt sind, dominieren im Radio die Schweizer Kanäle. Text: Ralf Kaminski  Infografik: Daniel Röttele

Entwicklung der Gebühren Ab 2019 werden die Gebühren für Private auf 365 Franken sinken. Für Firmen wird die ­Gebühr nach Jahresumsatz berechnet. Mit einem Umsatz von unter einer halben Million Franken sind sie von der Abgabe ganz befreit – das gilt für drei Viertel aller Unternehmen. 597.50 600

TV-Marktanteile: Auslandsender sind beliebt 70%

400

61,6%

TV- und Radiogebüren, in Franken für Firmen für Private

200 100 1990

2004

50%

90,6% SRG

30,3% SRG SSR

20%

0%

CH-Privatsender 2003

2010

2% rätoromanische Schweiz

nach Sprachregion, Jahr 2016

ARD SAT.1 CH VOX CH

8,1%

2017

ProSieben CH

9,4% 5,8%

Top Ten TVMarktanteile 2017 4,9% öffentlich-recht­liche 4% CH-Sender 3,2% CH-Privatsender 3,2% und Auslandsender 5,1%

3+

2,7%

RTL II CH

2,3%

Radio-Marktanteile: SRF unbestritten populär Marktanteile in der Deutschschweiz, in Prozent 4,9% Billag, Bakom

64,5%

70% 60%

33% französischsprachige Schweiz

40% 30%

CH-Privatsender

22% italienischsprachige Schweiz

10% 0%

2003

2010

31,2% 15,5%

SRF Musikwelle 7,3% 30,8%

20% Auslandsender

SRF 1 SRF 3

SRG SSR

50% 43% Deutschschweiz

18,8%

1,37 Mrd. Franken

nach Nutzer, Jahr 2016

4,5% Verschiedene Lokalradios* und Regionalfernsehen

ZDF

30%

10%

So werden die BillagGelder verteilt

RTL CH

Auslandsender

40%

2018

SRF 1 SRF Zwei

60%

300

0

Marktanteile in der Deutschschweiz, in Prozent

451.10

500

4,7% 2017

SRF 2 Kultur

3,3%

Radio Swiss Pop

2,7%

Energy Zürich

2,4%

FM1

2,4%

Argovia

2,2%

Central

2,2%

Zürisee

2,2%

Top Ten Radio-­ Marktanteile 2017 öffentlich-recht­liche CH-Sender CH-Privatsender


DOSSIER « NO BILLAG » | MM5, 29.1.2018  31

94 %

4% 2%

Smartphone

1%

Noch dominiert beim Fernsehen das klassische TV-Gerät Anteil konsumierter Videoinhalte nach Gerät, 2015/16

Infos, Filme, Kultur: Das läuft im Schweizer Fernsehen

Je älter man ist, desto mehr sitzt man vor dem TV

Anteil Sendezeit an allen Sendungen auf SRF 1, SRF 2 und SRF Info, 2016

Verweildauer am TV während eines ­durch­ schnittlichen Tages, unterteilt nach Alter

34% Aktualität und Information

3–14 Jahre

95 min

15–19 Jahre

110 min

11% anderes 4% Kinderprogramm

4% Unterhaltung

20–29 Jahre

133 min

13% Kultur, Bildung

30–39 Jahre

173 min

40–49 Jahre

183 min

12% Sport

50–59 Jahre

212 min

Anteil Sendezeit an allen Sendungen auf SRG-Programmen, 2016

Anteil zeitversetzter TV-Nutzung an der gesamten Nutzung während 24 Stunden

11%

Schlussgang am Eidg. Schwingfest 2013

8% andere

7 201

6 201

5

4

201

201

3

«Tatort»: «Schmutziger Donnerstag»

201

* Lokalradios in Randregionen und nicht gewinnorientierte L okalradios Quellen: SRG SSR, Mediapulse, Bakom

«Meteo» vom 18.1.2015

«Der Bestatter»: «Offene Wunden»

7%

5% Kultur

6%

8% Moderation

Schweizer Film: «Gotthard» (Teil 1)

13%

Zeitversetztes Fernsehen nimmt stark zu

13% Aktualität und Information

EM 2014: Deutschland–Argentinien

257 min

≥ 60 Jahre

Musik, Infos, Moderation: Das läuft im Schweizer Radio

66% Musik

Auswahl aus den Top-100-Sendungen nach Anzahl Zuschauern, Januar 2013 bis Juni 2017

EM 2016: Schweiz–Frankreich

17%

22% Filme, Serien

Sport, Dokus, Information, Serien: Diese SRF-Sendungen stossen auf Interesse

«Kassensturz» vom 4.2.2014

«Die grössten Schweizer Talente», Nr. 1


32  MM5, 29.1.2018 | DOSSIER « NO BILLAG »

«Der öffentliche Rundfunk ist so wichtig wie Strom und Wasser» Doris Leuthard

Bundesrätin Doris Leuthard kämpft an vorderster Front für eine Ablehnung der «No Billag»-Initiative. Ein Gespräch über notwendige ­Grundversorgung, Plan-B-Fantasien, die Zukunft der elektronischen Medien und die TV-Serie, für die sie nach dem Rücktritt endlich Zeit haben wird. Text: Ralf Kaminski, Franz Ermel Bilder: Beat Schweizer


DOSSIER « NO BILLAG » | MM5, 29.1.2018  33

Ist derzeit auf allen Kanälen präsent: Bundesrätin Doris Leuthard


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DOSSIER « NO BILLAG » | MM5, 29.1.2018  35

Doris Leuthard, welche Schweizer TVund Radiosendungen verpassen Sie nie? Ich verpasse viel, weil ich eine ziemlich volle Agenda habe. Aber ab und zu schaue ich ­zeitversetzt Informationssendungen, Konsumenten- und Wirtschaftsmagazine wie «Kassensturz» oder «Eco», bei RTS «Infrarouge» und bei RSI das «Telegiornale». Zudem auch mal Musik oder Sport. Für Filme und Serien fehlt mir die Zeit, da lese ich ­lieber ein Buch. Radio höre ich morgens beim Aufstehen und im Auto, das kann auch ein Privatsender sein. Aber vor allem Musik, zum Beispiel Radio Swiss Pop – je weniger morgens geredet wird, desto besser. (lacht)

«Völlig unrealistisch» findet Doris Leuthard den Plan B des Gewerbeverbands­ präsidenten.

Streamen oder downloaden Sie manchmal auch? Haben Sie ein Netflix-Abo? Nein, nichts in der Richtung. Viele Leute, besonders jüngere, nutzen das SRF-Angebot inzwischen kaum noch. Können Sie nachvollziehen, dass sie die Billag-Gebühr als Zwang empfinden und den Betrag lieber in Netflix oder Hulu ­investieren würden? Ein bisschen verstehen kann ich das schon, und wir zwingen niemanden, SRF zu schauen. Die Finanzierung der SRG ist jedoch eine gemeinschaftliche Aufgabe, gute Sendungen sind kostspielig. Einige würden gerne fürs Radio zahlen, aber nicht fürs TV. Warum kann man das nicht trennen? Wegen des technologischen Fortschritts: Mit den heutigen Geräten kann man TV, ­Radio und Internet nutzen. Eine saubere Trennung nach tatsächlicher Nutzung wäre nur mit unverhältnismässigem Aufwand zu kontrollieren. Dennoch empfinden viele die Billag-­ Gebühr als Zwang und stimmen der Initiative aus Prinzip zu, weil sie sich dagegen wehren wollen. Sind Sie sicher? Der Staat hat viele Aufgaben, die von der Bevölkerung finanziert werden, unabhängig davon, wie stark der Einzelne die Angebote nutzt. Wir zahlen für die ­Armee, die Landwirtschaft, Schulen, Wasser, Strom. Ich zum Beispiel habe keine Kinder, werde also das Schulangebot selbst nicht mehr brauchen, obwohl ich es mitbezahle. Aber so funktioniert unser System. Gemeinschaft­ liche Aufgaben werden auf alle Schultern verteilt, um sie zu finanzieren. Der ­öffentliche Rundfunk gehört genauso zur Basisversorgung der Bevölkerung wie Elektrizität und sauberes Leitungswasser. Es ist eine Grundaufgabe für das Gemeinwesen. Wäre es dann nicht sinnvoll, auch die SRG über die regulären Steuern zu finanzieren, statt eine separate Gebühr zu erheben?

Das hat man geprüft. Es gäbe wohl weniger Diskussionen, wenn dies über den allgemeinen Staatshaushalt laufen würde. Letztlich tun wir das aber nicht, um die Unabhängigkeit des öffentlichen Rundfunks sicher­ zustellen. Würde dieser über das reguläre ­Budget finanziert, wäre politische Einflussnahme auf das Programm möglich.

prüft und allenfalls eingreift. Deren Ent-­ scheide sind rechtlich verbindlich und können durch das Bundesgericht überprüft ­werden. Bei Annahme der Initiative und rein kommerziellen Medien gäbe es das nicht. Bei denen muss vorab die Kasse stimmen. SRG-Kritiker halten das alles für einen Klüngel: Politik, SRF und Beschwerde­ instanz. Die gebe es doch nur pro forma. Das ist schlicht falsch. Aber nehmen wir mal an, es gäbe die SRG nicht mehr: Wer würde die ausgewogene Berichterstattung liefern?

Sind öffentlich-rechtliche Medien wirklich so wichtig wie Strom und Wasser? Davon bin ich fest überzeugt. Medien sind ein Machtfaktor, die vierte Gewalt im Staat. Die Bürgerinnen und Bürger sind ange­ wiesen auf gute, ausgewogene Information, ­insbesondere in einer direkten Demokratie, wo wir alle paar Monate aufgerufen sind, ­wichtige Entscheide an der Urne zu treffen. Rein kommerziell finanzierte Radio- und TV-Stationen haben nicht die Pflicht zur Ausgewogenheit und sind nicht gleich ­unabhängig wie öffentliche Medien, sie können einseitig berichten oder auch schlicht lügen – und man könnte kaum etwas dagegen unternehmen. Denken Sie etwa an Fox News in den USA. Auch die konzes­sionierten elektronischen Privat­ medien, die durch das Gebührensplitting mitfinanziert werden, haben die Auflage, ausgewogen zu berichten. Die Gebühren­ finanzierung ­garantiert, dass wir in unserer Demokratie genügend Anbieter haben, die dieser Pflicht nachkommen müssen und sanktioniert werden, wenn sie sich nicht daran halten. Auch in anderen europäischen Staaten, wo die Leute deutlich weniger oft an die Urne ge­rufen werden, sieht man das so und leistet sich öffentlich-rechtliche Medien.

Dennoch: Informieren nicht die Zeitungen gut und umfassend? Und können dabei auch tiefer gehen als eine «Tagesschau»? Das reicht doch. Die Zeitungen erfüllen eine zentrale Auf­ gabe. Das Radio- und TV-Angebot ist aber eine wichtige Ergänzung dazu. Die SRG verwendet die Hälfte der Gebühren für Informa­tion, die werden also stark gewichtet. Und gerade viele Jüngere lesen kaum noch Zeitung …

Viele Befürworter der Initiative beklagen allerdings, die SRG sei zu links, zu wenig regierungs- und behördenkritisch. Wer das findet, kann sich heute an die Unabhängige Beschwerdeinstanz wenden, die das

… die schauen aber auch kein SRF. Wieder mehr als auch schon, bei SRF 1 ­haben wir steigende Zahlen. Viele Leute lesen keine abonnierte Zeitung mehr. Das Jahresabo einer Qualitätszeitung kostet schnell mal

Die vielen Tages-, Wochen- und Regionalzeitungen zum Beispiel. Die Zeitungen spielen in der Tat eine wich­ tige Rolle, aber es geht bei der Abstimmung ja um Radio und Fernsehen. Wir bräuchten Sender, die in die Bresche springen und in allen Landessprachen ausgewogen berichten. Nur lässt sich das rein kommerziell eben nicht rentabel finanzieren, deshalb macht es schon jetzt kaum jemand, sondern man fokussiert auf Unterhaltung und ein bisschen Sport.


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DOSSIER « NO BILLAG » | MM5, 29.1.2018  37

mehr als die Billag-Gebühr von künftig 365 Franken. Zeitungen sind sicher wichtig, aber kein ­Ersatz für die gebührenfinan­ zierten Radios und Fernsehen. Aber Spielraum für Sparmassnahmen gäbe es schon. Als Journalist erlebt man an grossen Medienanlässen gelegentlich eine ganze Armada des SRF: Radio- und TV-Leute aus allen Sprachregionen, die denselben Anlass separat abdecken. Da gibt es tatsächlich Spielraum, es hat sich inzwischen aber bereits einiges gebessert. Radio und Fernsehen müssen heute publizistisch und über die Sprachregionen hinweg stärker zusammenarbeiten. Bereits 2019 muss die SRG auch wegen der Senkung der Gebühren auf 365 Franken pro Jahr fast 50 Millionen Franken einsparen. Das soll sie zum Beispiel tun, indem sie solche Doppel­ spurigkeiten reduziert. Viele glauben, dass die SRG-Sender sich auch bei einem Ja zu No Billag schon ­irgendwie erhalten lassen. Zu Recht? Nein, die SRG, so wie wir sie heute kennen, wird ein Ja nicht überleben. Der von den ­Initianten formulierte Verfassungstext lässt keinen Spielraum für Interpretation: Er verlangt ein Verbot von Gebühren und Subventionen für Radio- und TV-Stationen und die Versteigerung von Konzessionen. Und ein Verbot ist ein Verbot. Selbst wenn es eine Übergangsfrist von ein, zwei Jahren gäbe, wären die Folgen für die SRG dramatisch, weil die Werbung rasch einbrechen würde und sich entsprechend schnell Liquiditätsprobleme ergäben. Was ist mit dem Plan B des Schweize­ rischen Gewerbeverbands, die SRG mit ­einer Mischung aus Pay-TV, mehr ­Werbung und Subventionierung ein­zelner Sendungen weiterzuführen? Der ist völlig unrealistisch. Subventionierung ist ausdrücklich verboten. Es verwundert daher, über eine Hintertür trotzdem wieder staatliche Fördergelder einführen zu wollen. Die Werbung würde noch mehr an die Schweizer Werbefenster ausländischer Sender und ins Internet abwandern, weil nur ein Sender mit landesweiter Ausstrahlung für die Werber attraktiv ist – und der liesse sich dann eben nicht mehr finanzieren. Auch viele kantonale Gewerbeverbände, ­darunter der Aargauer, halten diesen Plan B für Mumpitz und werben für ein Nein. Umso mehr als drei Viertel aller Unternehmen gar nichts bezahlen müssen, darunter viele Gewerbler und KMU. Welche TV- und Radioinhalte gäbe es künftig aus Ihrer Sicht in der Schweiz, falls die Initiative durchkäme? Auch die privaten Radio- und TV-Sender

würden grösstenteils verschwinden, weil für viele die Gebührenunterstützung existenziell ist. Das sagen die Betreiber selbst. Ein paar wenige wie TeleZüri gäbe es weiter, weil ihr Einzugsgebiet gross genug ist, um sich über Werbung und Pay-TV zu finanzieren. Es käme insgesamt zu einer enormen Ver­ armung der Medienlandschaft.

Notwendigkeit, hochwertige ausgewogene Information in allen Sprachregionen zu bieten. Und um das sicherzustellen, braucht es einen Leistungsauftrag, der entsprechend ­finanziert wird. Das Bedürfnis nach glaubwürdigen, journalistisch kompetent aufbereiteten Nachrichten wird im Zeitalter von Fake News eher noch zunehmen.

Aber irgendwas könnte auch neu entstehen, Werbegelder wären ja immer noch da. Es gibt weltweit kein Pay-Angebot, mit dem Information rein privat und kommerziell ­finanziert wird.

Diese kanalunabhängige Sicht würde dann sicherlich auch Online umfassen – wird das nicht zu weiteren Widerständen bei den Verlegern führen? Ich verstehe die Sorgen der Verleger. Deshalb ist es uns auch wichtig, dass die SRG zwar online publizistisch tätig ist, aber ­weiterhin werbefrei bleibt. Das bleibt die Domäne der Privaten.

Aber in den USA zum Beispiel gibt es mit NPR ein exzellentes, über Stiftungen und mittels Spenden finanziertes nicht-­ kommerzielles Informationsradio. Aber auch dort, in einem grossen Markt mit Stiftungstradition, geht es nicht ohne Staatsgeld. Das Budget von rund 200 Millionen Dollar sieht nach viel aus – gemessen am Riesenmarkt mit einer Bevölkerung von 325 Millionen Einwohnern wäre es bei uns aber ein kleiner Regionalsender. Und doch machen sie damit gutes, informatives, auf einzelne Bundesstaaten ­ausgerichtetes Radio – könnte so was nicht auch in der Schweiz funktionieren? Radio lässt sich tatsächlich günstiger machen, deshalb haben wir viele Stationen, die teilweise aber auch auf öffentliche Gelder angewiesen sind. Ich könnte mir schon vorstellen, dass pro Landesteil ein Sender auf diese Weise überleben könnte. Beim Fern­sehen hingegen sind die Fixkosten für Information und Sport so enorm, dass das nicht realistisch ist. Die Art, wie wir elektronische Medien­ inhalte konsumieren, verändert sich rasant. Wird mit Billag und SRG nicht künstlich ­etwas am Leben erhalten, das früher oder später ohnehin verschwinden wird? Wegen dieser Entwicklung erarbeiten wir ein neues Gesetz über die elektronischen Medien, das im Sommer in die Vernehm­ lassung gehen wird. Über welchen Kanal das Publikum Inhalte konsumiert, wird zunehmend unwichtiger. Was aber bleibt, ist die

Zur Person

Die Medienministerin Doris Leuthard (54) ist Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Ver­ kehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Die Rechtsanwältin sitzt seit 2006 für die CVP im Bundesrat und ist somit das amts­ älteste Mitglied. Leuthard ist verheiratet und lebt in Merenschwand AG.

Die Debatten sind hitzig. Weshalb löst ­diese Initiative bei so vielen Leuten derart starke Emotionen aus? Täglich nutzen mehr als eine Million Menschen SRF-Sender. Es kann also quasi jeder mitreden, jede ist persönlich betroffen. Und offenbar hat die Billag wirklich einen sehr schlechten Ruf. Aber selbst falls No Billag abgelehnt wird, ist die Halbierungs-Initiative schon so gut wie aufgegleist. Und die hat dann wahrscheinlich gute Chancen, nicht? Die SVP wird sicher weiterhin im Medien­ bereich tätig bleiben und das nicht ohne Grund. In dieser Partei gibt es Personen, die sich das leisten können. Aber nochmals: Es geht bei dieser Abstimmung nicht um die Höhe der Gebühren, sondern um alles oder nichts. Und falls die Menge der zahlenden Haushalte in den nächsten Jahren steigt, können wir die Gebühren weiter senken. Themawechsel: Sie haben angekündigt, dass spätestens 2019 Schluss für Sie im Bundesrat ist, andere Medien haben Ihnen bereits Amtsmüdigkeit attestiert. Naht der Rücktrittstermin? ( lacht) Es wird nun viel spekuliert, aber ich bin weiterhin mit viel Freude an der Arbeit. Welche Sendungen und Serien werden Sie häufiger schauen, wenn Sie nach dem Rücktritt wieder mehr Zeit haben? Ich weiss gar nicht, ob ich dann so viel mehr Zeit habe, ich werde sicher nicht nur zu Hause auf dem Sofa sitzen. Aber klar, ich werde breiter konsumieren als heute, eher mal auf eine «Arena» verzichten und dafür eine Kultur- oder Wissenssendung mehr schauen. Und ich komme dann auch endlich dazu, die dänische Politserie «Borgen» ­weiterzuschauen. Die wurde mir empfohlen, und ich kannte die damalige dänische ­Premierministerin. Ich habe auch eine Folge ­gesehen, hatte aber nie Zeit für mehr. MM


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Besuch einer Ananasplantage 4. Tag: Horta – Pico – Horta Fährüberfahrt zur Nachbarinsel Pico. Sie erfahren während des Tages alles über die Geschichte der ehemaligen Walfänger sowie auch über die lokale Weinproduktion. Am frühen Abend nehmen Sie die Fähre zurück nach Horta. 5. Tag: Horta – Ponta Delgada (São Miguel) Heute verlassen Sie die Insel Faial. Transfer zum Flughafen und Inlandflug auf die grösste Insel der Azoren, nach São Miguel. Der Rest des Tages steht Ihnen zur freien Verfügung. 6. Tag: Ponta Delgada – Sete Cidades – Ponta Delgada Fahrt zu einem der schönsten Aussichtspunkte der Inseln mit atemberaubenden Ausblick auf die beiden Kraterseen Lagoa Azul und Lagoa Verde. Auf dem Weg zurück nach Ponta Delgada besichtigen Sie eine Ananasplantage. 7. Tag: Ponta Delgada – Lagoa do Fogo – Ponta Delgada Im Vale das Furnas befindet sich der grösste und älteste Vulkankrater der Insel. Geniessen Sie ein traditionelles Mittagessen, welches gemächlich durch die Aktivität des Vulkans im Boden gekocht wird. Unterwegs machen Sie einen Halt bei einer

Teeplantage und erhalten einen Einblick in die lokale Produktion. 8. Tag: Ponta Delgada oder fakultativer Ausflug Walbeobachtung Tag zur freien Verfügung. Sie können jedoch auch am fakultativen Halbtagesausflug teilnehmen, wo Sie bei einer Walbeobachtung die Chance haben, verschiede Wal- und Delfinarten vom Boot aus zu erblicken (bis 5 Wochen vor Abreise buchbar). 9. Tag: Ponta Delgada – Lissabon Nach dem Transfer zum Flughafen, fliegen Sie heute von São Miguel zurück nach Lissabon. 10. Tag: Lissabon – Zürich Bevor es zurück nach Zürich geht, entdecken Sie den Park der Nationen, das ehemalige Gelände der Expo 98. Danach Transfer zum Flughafen Lissabon und Rückflug nach Zürich.

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40  MM5, 29.1.2018 | MIGROS-WELT

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Zur Rose

Mehr Apotheken in der Migros Seit einem halben Jahr gibt es in der Migros-­ Filiale in der Berner Marktgasse eine Apotheke direkt im Laden. Geführt wird diese vom Ostschweizer Unternehmen Zur Rose, der grössten Versand­apotheke Europas. Die Zusammenarbeit läuft erfolgreich und wird nun ausgebaut. Mitte 2018 wird Zur Rose eine Apotheke in der ­Migros Claramarkt in Basel sowie (nach dem Filialumbau) am Zürcher Limmatplatz eröffnen. Weitere Standorte sind derzeit in Prüfung.

«meingleichgewicht»

Offener Umgang mit Tabuthema Gängige Gesundheitsförderungsprojekte sind für Menschen mit geistiger, psychischer oder körperlicher Behinderung nicht ohne Weiteres geeignet. Deshalb hat das Migros-Kulturprozent 2011 das Projekt «meingleichgewicht» lanciert. Seither werden jährlich Institutionen ausgezeichnet, die gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannung und Begegnungen von Menschen mit ­Behinderung fördern. Den mit 10 000 Franken dotierten Hauptpreis verlieh die elfköpfige Fachjury dieses Jahr der Stiftung

Aarhus aus Gümligen BE. Robert Sempach, Projektleiter Gesundheit beim Migros-Kulturprozent und Präsident der Jury, begründet die Wahl: «Die Stiftung Aarhus arbeitet im Projekt ‹Erklär mir Liebe ...› sehr achtsam und professionell mit den Themen Beziehungen und Sexualität, was vielen Menschen mit Mehrfachbehinderungen zu einem neuen Selbstverständnis verhilft. Das Projekt bricht ein Tabuthema und fördert nach­ haltig die Inklusion und Gesundheit von Menschen mit Behinderungen.» Insgesamt wurden 33 Projekte eingereicht. Nebst der Stiftung

Aarhus erhalten das Foyer de Porrentruy 7000 Franken und die Fondation Domus aus Ardon VS 3000 Franken. Fünf Institutionen erhalten Anerkennungspreise von je 1000 Franken. Auch im laufenden Jahr können Organisationen Projekte einreichen. Es werden erneut Preise im Gesamtwert von 25 000 Franken vergeben. Weitere Infos auf www.meingleichgewicht.ch

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! Frage der Woche

In den Nährwerttabellen von Fruchtsäften ist Salz erwähnt. Warum wird den Säften Salz beigemengt? Den Säften wird kein Kochsalz zugesetzt. Vielmehr enthalten sämtliche Früchte von Natur aus Spuren von Natrium. Dieser Mineralstoff ist ein Bestandteil von Kochsalz und wird in der Nährwert­ tabelle als Salz aufgeführt. MM

M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

Bilder: Ruth Küng, zVg (2)

Gute Nachrichten für die Mitglieder des Migros-Kochclubs Migusto: Ab sofort erhalten sie das Migusto-­ Magazin per Post nach Hause geschickt. Bislang konnten sie das Magazin mit den entsprechenden Cumulus-Coupons gratis in den Migros-­Filialen beziehen. Dort ist das Heft auch weiterhin für Nichtmitglieder zum Preis von 3 Franken erhältlich.


MIGROS-WELT | MM5, 29.1.2018  41

Blickfang

In China ist ein Migros-Sack «In unseren Ferien in Schanghai sind wir bei einem Spaziergang an diesem Wagen vorbeigekommen, da musste ich einfach ein Foto machen. Die Migros-Tasche haben wir erst auf den zweiten Blick gesehen.» Michael Meier, Zug

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Die Kaninchenfilets werden mit zerstossenen Kaffeebohnen mariniert. Der Kaffee aromatisiert später auch die Sauce.


46  MM5, 29.1.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step

Kaninchen mit Kaffeesauce und Pastinakenpüree    1

Kaffeebohnen im Mörser fein zerstossen. Die Hälfte des Kaffees mit Öl mischen. Kanin­ chenfilets damit rundum bestreichen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Ca. 20 Minuten marinieren. Anissamen zum restlichen Kaffee in den Mör­ ser geben, zerstossen und beiseitestellen.

5

Kaffee-Anis-Mischung in einer Pfanne rösten, restliche Butter dazugeben. Mit Kalbsfond ablöschen, ca. 5 Minuten köcheln lassen. Sauce absieben und zurück in die Pfanne geben. Maisstärke mit wenig Wasser verrühren. In die Sauce geben und unter Rühren nochmals aufkochen.

2

Pastinaken klein schneiden. Zucker cara­melisieren, die Hälfte der Butter und Pasti­naken dazugeben und umrühren. Mit Gemüsebouillon ablöschen. Thymian­ blättchen zu zwei Dritteln abzupfen und dazu­geben. Ca. 10 Minuten köcheln lassen.

6

Kaninchen diagonal in Stücke schneiden. Pastinakenpüree, Kaninchenstücke und Sauce auf Teller anrichten. Mit dem restlichen Thymian sowie Salz und Pfeffer bestreut servieren.

3

Zitronenschale zu den Pastinaken reiben, Zitrone auspressen und Saft dazugeben. Rahm dazurühren. Alles nochmals kurz auf­ kochen. Mit einem Stabmixer fein pürieren und warm stellen.


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MIGROS-WELT | MM5, 29.1.2018  59

Profi-Tipp

Röstaroma erwünscht Zutaten für 4 Personen

4

2 EL 2 EL 600 g 1 TL 500 g 2 EL 40 g 2 dl 3 ½ 0,5 dl 2 dl 1 TL

Kaffeebohnen Olivenöl Kaninchenfilets Salz, Pfeffer Anissamen Pastinaken Rohzucker Butter Gemüsebouillon Zweige Thymian Zitrone Rahm Kalbsfond Maisstärke

Eine ofenfeste Form in den Backofen stellen, Ofen auf 100 °C vorheizen. Eine beschichtete Bratpfanne erhitzen, Kaninchen­ filets rundum kurz anbraten, in die Form legen und ca. 10 Minuten in der Ofenmitte braten.

Andrea Pistorius, Rezeptautorin

Kein Tiramisù ohne Espresso! Und auch in anderen süssen Kombinationen, etwa mit Scho­ kolade oder Vanilleglace oder als Likör mit Rahm, ist Kaffee ein Gedicht. Doch die würzige Bohne kann noch ganz anders: Versuchen Sie mal, ein BBQRub mit frisch gemahlenem Kaffee aufzupeppen. Auch zu Fisch passt Kaffee hervor­ ragend, beispielsweise als Öl. Ich stelle es wie folgt her: 3 EL grob zerstossene Kaffee­ bohnen in 1 dl gutem Olivenöl auf etwa 80 Grad erhitzen und eine Stunde lang auskühlen ­lassen; durch ein Sieb giessen und dunkel und luftdicht ver­ schlossen aufbewahren. Es eignet sich zum Beträufeln von gebra­ tenen Fisch- oder Fleischsorten, Jakobs­muscheln und Crevetten. Ob herzhaft, süss oder pikant in Kombination mit Chili: Kaffee ist nicht nur ein belebendes ­Getränk, sondern auch ein (leider noch verkanntes) Gewürz, das vielen Speisen eine erdige Röst­ note verleiht. MM

Anstelle von Pastinaken kann man auch Petersilie­ wurzeln oder Rüebli verwenden.

Viele weitere kochtipps ZU KAFFEE

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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Diano Marina. Busfahrt nach Aosta in Italien und individuelle Mittagspause. Anschliessend Weiterreise nach Diano Marina. 2. Tag: Genua, Portofino und Sta. Margherita Ligure. Heute besuchen wir Genua und am Nachmittag den kleinen Fischerort Portofino. Ein Bummel hinaus zum alten Leuchtturm ist ein ganz besonderes Erlebnis. Schöne Schifffahrt ab Sta. Margherita nach Portofino und zurück. 3. Tag: Fak. Ausflug Monaco. Möglichkeit zur Teilnahme am fakultativen Ausflug entlang der wohl berühmtesten Küste Europas, der Côte d’Azur. Panoramafahrten entlang der berühmten Corniches, über die Höhenstrassen entlang der Küste, mit atemberaubenden Ausblicken. 4. Tag: Nizza und Cannes. Fahrt zu den bekanntesten Orten der Côte d’Azur. Die Städte Nizza und Cannes, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Nizza, die quirlige, lebendige Stadt und Cannes, der mondäne, elegante Ort. 5. Tag: Diano Marina–Schweiz. Rückreise über Mailand, Tessin und Gotthard zurück zu den Einsteigeorten.

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Abfahrtsorte: Burgdorf, Basel, Pratteln, Aarau, Baden-Rütihof, Zürich-Flughafen, Winterthur, Wil, Arth Goldau (nur Einstieg bei kgard) Auftragspauschale von Fr. 20.– entfällt bei Online-Buchung. Nicht inbegriffen: Annullationsschutz & Assistance-Versicherung Fr. 29.–. *KATALOG-PREIS: Zuschlag 10% auf den Sofort-Preis, bei starker Nachfrage und 1 Monat vor Abreise.

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MIGROS-WELT | MM5, 29.1.2018  61

Blondorangen

Natürlich unbehandelt Das leicht herbe Aroma von Zitrusfrüchten steckt vor allem in der Schale. Die Migros bietet seit November 2017 nur noch spanische Blondorangen an, die nach der Ernte mit natür­ lichen Wachsen – zum Beispiel Bienenwachs – behandelt wurden. ­Damit kann die Schale der Früchte ­bedenkenlos verwendet werden. Gleiches ist für Halbblutorangen s­ owie Blut­ orangen für die nächste Saison g­ eplant. ­Gut zu wissen: Preislich ändert sich nichts. Dass sämtliche Biofrüchte nach der Ernte eben­ falls nur mit natürlichen Wachsen behandelt werden, versteht sich von selbst.

Attraktive Rezepte mit Orangen finden Sie auf migusto.ch

Blondorangen, Netz, 2 kg Als Abrieb verfeinert die Schale von Orangen und Zitronen D ­ esserts und Saucen.

Extra Blondorangen, im Offenverkauf

Bild und Styling: Claudia Linsi

Getrockneter Zitronen­ abrieb kann für einen selbstgemachten Zitro­ nenpfeffer verwendet werden. Er verleiht ­Fischgerichten eine scharfe Kräuternote mit Zitrusaroma.

Die Schale aroma­ tisiert auch Zucker. Dazu mischt man ­etwas Abrieb mit ­Zucker und lässt die Mischung in einem ­verschlossenen Glas ­ziehen.

Ein Stück Orangen­ schale verfeinert das Aroma von Milch­ reis. Dazu wird die Schale ­mitgekocht und vor dem Ser­vieren ­entfernt.

Ebenfalls nach der Ernte unbehandelt:

Zitronen, pro Stück

Cocktail Limetten, Schale, 300 g Regional erhältlich


62  MM5, 29.1.2018 | MIGROS-WELT

Brot der Saison

Vielseitiges Winterbrot Aussen goldbraun und knusprig, innen weich und leicht süsslich: Das ist das Winter-Kartoffelbrot, das es nun in ausgewählten Filialen gibt. Es passt zum Frühstück und auch als Begleiter durch den Tag. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Veronika Studer, Gaetan Bally

Seine besondere Knusprigkeit erhält das Winter-­ Kartoffelbrot durch zusätzlich aufgestreuten Griess. Das Brotinnere ist feinporig und weich. Dafür sorgen die Kartoffeln im Brot. Sie garantieren auch, dass das Brot lange frisch bleibt und fügen dem Weizenmischbrot ein leicht süss­liches Aroma hinzu. Und weil viele Gerichte von einer süsslichen Note profitieren, eignet sich das Winter-Kartoffelbrot ebenso fürs Frühstück wie für Sand­wiches auf der Piste als auch zum Fondue in der Skihütte. Das kommt bei den Kunden gut an, wie Florine Gisler, Rayon-­ Leiterin in der Filiale Schönbühl LU, weiss: «Sie mögen das Saisonbrot, weil sie gern etwas Neues ausprobieren – ganz besonders, wenn es wie das Kartoffelbrot gut zum Fondue im Winter passt.»

Winter Kartoffelbrot, 340 g Fr. 3.70


MIGROS-WELT | MM5, 29.1.2018  63

Mehr zum Thema Brot: www.migros.ch/ brot

Serie Spezialitäten aus den MigrosBäckereien Aktuell: ­WinterKartoffelbrot Florine Gisler (26) ist F ­ achleiterin Brot in der Migros-Filiale Schönbühl in Luzern.

Florine Gisler

«Für mich gehört es zu jeder Mahlzeit» Mit dem Winter-Kartoffelbrot gibt es ein saisonales Brot. Was ist das Besondere an den Saisonbroten? Die Brote tragen häufig ­Namen, die auf die Saison ­verweisen, wie etwa die Sommer-Foccacia oder eben das Winter-Kartoffelbrot. Sie ­ergänzen unser Standard­ sortiment mit Broten, die ganz besonders gut zur Jahreszeit passen. Ein Saisonbrot im Sommer passt beispielsweise gut zum Grillplausch. Wie kommen die Saisonbrote bei den Kunden an? Sie mögen die Saisonbrote, weil sie gern etwas Neues ausprobieren – ganz besonders, wenn es wie das Kartoffelbrot gerade gut zum Fondue im Winter passt. Welche Brote sind in der ­Migros Schönbühl beliebt? Der Butterzopf, das Alpen- und das Tessinerbrot sind die Klassiker in unserem Sortiment und dementsprechend beliebt. Die Kunden haben aber auch das Kartoffelbrot mit Nüssen sehr gern.

Generell mögen die Leute frisches, warmes Brot. Wie sorgen Sie für warmes, frisches Brot? Ich backe stündlich frisch, ­damit die Brote im Gestell ­immer warm sind. Welches Brot mögen Sie selbst am liebsten? Mein absoluter Favorit ist das Knusperbrot von Pain Création. Wie der Name schon sagt, ist es sehr knusprig und schmeckt mir sehr gut. Backen Sie auch selbst Brot? Ja, gelegentlich probiere ich neue Brotrezepte aus. Was ist für Sie bei einem Brot wichtig? Es muss knusprig sein, natürlich frisch und am liebsten warm. Brot ist für Sie unverzichtbar, weil … … ich täglich Brot esse. Ob morgens, mittags oder abends: Für mich gehört es zu jeder Mahlzeit. Es sättigt mich, s­ odass ich immer viel Energie habe. MM


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MIGROS-WELT | MM5, 29.1.2018  65

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MIGROS-WELT | MM5, 29.1.2018  67

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MIGROS-WELT | MM5, 29.1.2018  69

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Ob man sie täglich einsetzt oder nur bei Sonnenschein: Fahrräder gilt es regelmässig zu warten. Mit dem SportXXVeloservice fährt man auf der sicheren Seite.

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Text und Bild: Antonia Reinhard

B

esonders bei Velos, die auch über Winter im Einsatz sind, ist eine gute Reinigung wichtig. Schnee und Salz lösen das Öl von der Kette, und sie wird anfälliger für Rost. Reinigen lässt sich das Zweirad mit einem nassen Schwamm. Dabei sollte nicht zu viel Wasser verwendet werden, da dies in die Kettenlager eindringen und sie beschädigen könnte. Wenn das

Velo im Winter nicht zum Einsatz kommt, lohnt es sich, das Zweirad im Frühling zu überprüfen und einem Service zu unterziehen. Das Augen­merk gilt dabei der Funktionalität von Licht, Schaltung und Bremsen. Wer sein Fahrrad nicht selber fit machen will, kann diese Aufgabe in die Hände eines Fachmanns legen und den Veloservice von SportXX nutzen. MM

Neues Hobby im neuen Jahr Malen, Nähen, Holzhauen, Schmuck­ gestaltung, vegetarisches Kochen und vieles mehr: In den 1×1-Kursen der Klub­ schule Migros Luzern lernt man – wie der Name schon sagt – das Einmaleins verschiedener Handwerke. Die Kurse dauern einen Monat und kosten 260 Franken. Perfekt also, um ein schönes Hobby zu entdecken, Leute kennen­zulernen oder einfach mal wieder in eine kreative Welt ein­zutauchen. Infos und Anmeldung: www.klubschule.ch Stichwort Suche: 1 × 1 Beratung: Tel. 041 418 66 66


70  MM5, 29.1.2018 | MIGROS-WELT

Basteltipps

und Last-Minute-­Ideen: migrosluzern.ch Narrenzeit

Volle Fahrt in Richtung Fasnacht

Spontan und ausgelassen ist gut, ein gewisses Mass an Vorbereitung noch besser. Das gilt auch für die fünfte Jahreszeit – wenn der Alltag kopf- und die Fasnacht vor der Tür steht. Text und Bild: Christoph Riebli

D

ie eingefleischten Fasnächtler haben lange vor der Luzerner «Tagwach» viele Arbeitsstunden in ihre Grinde und sonstigen Maskeraden gesteckt. Wem das passende Kostüm oder sogar noch die Idee dafür fehlt, findet in den grösseren Filialen der Migros Luzern mit Fasnachtsartikeln für Babys,

Kleinkinder, Jugendliche oder Erwachsene das Richtige – von Ganzkörperkostümen und verschiedenen Hüten über Make-up, Perücken, farbige Haarsprays bis hin zu Masken, Schwertern und vielen weiteren Accessoires. Inspiration und Materialien für spontane Fasnachtsideen findet man zudem im Do it + Garden.

Auch während der aus­gelassenen sechs Tage, vom früh­morgendlichen Urknall am Schmutzigen Donnerstag (8. Februar) bis Güdisdienstag (13. Februar), hat die die Migros Luzern den Fasnächtlern etwas zu bieten, etwa im Migros-­Daily im Bahnhof Luzern mit einem «Katerzmorge», einer heissen Tasse Kaffee oder Konfettinach-


MIGROS-WELT | MM5, 29.1.2018  71

Wer kennt ihn nicht, den prüfenden Blick auf das Halt­bar­keitsdatum?

Nachhaltigkeit

Aus Food Waste wird Food Taste Wenn es mit den Fasnachtsvorbereitungen schnell gehen muss: Konfetti, Haarspray und Schminke gibts in allen Migros-Filialen.

schub aus der Migros-Filiale im Unter­ geschoss (aus­serordentliche MigrosÖffnungs­zeiten im Bahnhof Luzern: SchmuDo: 4–22 Uhr; 12. Februar: 5–22 Uhr). Für eine Stärkung zwischendurch bietet auch der Take-­away der Migros Schweizerhof in der Altstadt so einiges (SchmuDo: 6–18.30 Uhr). «Schränzer» und Schminker

Doch Achtung: Fasnacht wird in der ganzen Zentralschweiz gefeiert, nicht nur in der Stadt Luzern. Auch im Seetal-Center Hochdorf (8. bis 12. Februar), im Länderpark Stans (8. bis 13. Feb­ruar), im Surseepark I und III (9./10. Feb­ruar, jeweils ab Mittag) und auf dem Vorplatz des Sarnen-Centers (10. Februar, 13–17 Uhr, mit Gratis-Kinderschminken) «schränzen» die Guggen, was das Zeug hält. Schminkprofis verwandeln die Kinder im Handumdrehen in Schmetterlinge, Delfine oder Tiger (kostenlos) und stehen ebenfalls im Urnertor Bürglen (8./12. Februar, jeweils 9–13 Uhr), im Länderpark Stans (8. bis 13. Februar) und im Seetalcenter Hochdorf (10. Februar) im Einsatz. MM

Ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel landen im Abfall der Haushalte. Die Klubschule Migros Luzern will Abhilfe schaffen. Text: Jacqueline Achermann

E

s heisst «mindestens haltbar bis» und nicht «sofort tödlich ab». Dieser Spruch geistert derzeit durch das Internet. Denn ein überschrittenes Haltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt nicht mehr geniessbar ist. Dieser Glaube führt zu unnötiger Lebensmittelverschwendung – ein Problem, das Frau und Herr Schweizer nur allzu gut kennen. Fast eine ganze Mahlzeit wird hierzulande pro Tag und Person weggeworfen. Das sind jährlich Lebensmittel im Wert von 500 bis 1000 Franken pro Haushalt. Dazu zählen die Joghurts, die wir wegschmeissen, weil sie «gestern» abgelaufen sind, die Pommes frites, die wir stehen lassen, weil die Augen wieder mal hungriger waren als der Magen, oder der Broccoli, weil er vor sich hinwelkt. Natürlich sind auch der Detailhandel und die Industrie in der Pflicht, Lebensmittelverlus-

te einzudämmen. Doch gemäss einer Studie des WWF Schweiz sind es erstaunlicherweise die privaten Haushalte, die weitaus am meisten Essen wegwerfen, nämlich 45 Prozent. Beim Detailhandel sind es 5 Prozent. Köche verraten ihre Geheimnisse

«Food Waste ist eine unnötige Verschwendung von Ressourcen, Energie und Geld», sagt Sandra Villiger von der Klubschule Migros Luzern. «Dem wollen und sollten wir nicht länger tatenlos zusehen.» Der sorgsame Umgang mit Essen scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Neu bietet die Klub­schule deshalb kurzweilige Food-­WasteKurse an. «Aus altem Brot kann man einen tollen Panzanella und aus überreifen Früchten eine feine Konfi zubereiten», sagt ­Villiger. Wie das geht und warum es sich lohnt, vermitteln erfah­ rene Köche, die ihre Küchen­ geheimnisse in den Food-­WasteKursen verraten. MM

Klubschule

Die nächsten Kurse in Luzern Samstag, 3. Februar, 10.30–13.30 Uhr Dienstag, 27. Februar, 19–22 Uhr Migros Schweizerhof, 2. Stock Mehr Daten und Anmeldung: klubschule.ch, Suche: Food Waste


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3. Tag – Freizeit & Möwenküste Den heutigen Tag gehen wir gemütlich an – nutzen Sie die tolle Infrastruktur des Hotels oder unternehmen Sie einen Spaziergang am Strand. Am Nachmittag laden wir Sie zu einer schönen Bootsfahrt entlang der Möwenküste ein – lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie, wie sich kleine Strände und Buchten mit steilen pittoresken Felsen abwechseln. 4. Tag – Der Osten und der Wein Zum Auftakt unseres heutigen Tagesausflugs erleben wir das reizvolle Bergdorf Capoliveri mit seinen schmalen, verwinkelten Gassen und die herrliche Altstadt von Porto Azzuro mit dem traumhaften Blick auf die malerische Bucht. Später werden wir zu einer tollen Weindegustation erwartet. Neben den typischen Weinen verkosten wir auch den „besoffenen Kuchen“, eine Spezialität der Insel. Zum Abschluss statten wir der Sommerresidenz Napoleons mit ihren wunderbaren Wand- und

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Leben MM5

Umfrage

Sind Sie sparsam? Ziemlich. Ich überlege mir gründlich, ob sich die jeweiligen Ausgaben lohnen.

58 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Wir sind selten zu viert unterwegs, da die Bedürfnisse der Buben so unterschiedlich sind. Der Grosse (7) will immer nur Unihockey oder Eishockey spielen, der Kleine (2) sich im Sandkasten so ­dreckig wie möglich machen oder in schwindelerregende Höhen schaukeln. Hie und da möchte ich aber doch gern in der ganzen Formation etwas unternehmen. Wie beispielsweise einen Sonntagsspaziergang im Wald. Der Grosse findet das unglaublich ­unattraktiv und stänkert. Er sei müde, habe keine Lust, und freie Tage seien doch dazu da, etwas zu machen, das einem gefalle. «Muss ich mitkommen?», fragt er, und ich sehe schon jetzt den Null-Bock-Teenager vor mir, zu dem er heranwachsen wird. Und jetzt?

21 % Solange das Familienbudget nicht in die roten Zahlen rutscht, mache ich mir über die Ausgaben nicht ­allzu viele Gedanken.

18 % Nein, eher das Gegenteil. Geld ausgeben macht mir nun mal grossen Spass.

1   Der Grosse darf zum ersten Mal allein zu Hause bleiben. Ich diktiere ihm

für alle Fälle meine Handynummer und hoffe, dass ihm dabei mulmig wird. 2   Ich beharre auf dem Familienspaziergang. Er darf aber seinen Unihockey­schläger und einen Ball mitnehmen. 3   Wir lassen die 4er-Formation bleiben. Ich gehe auf den Spielplatz mit dem ­Kleinen, der Papi geht «chneble» mit dem Grossen.

3 % 239 Abstimmende

Eine Umfrage von

Antwort 1: Der Grosse findet die Idee erst toll. Er notiert die Nummer und lernt sie gleich noch auswendig, sollte er den Zettel nicht mehr finden. Mein Plan geht schliesslich doch auf: Als wir die Schuhe schon anhaben, kommt er angerannt und sagt: «Ich habe es mir anders überlegt, ich komme auch mit!»

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Spaziergang

Oh ja. Wohl oder übel. Das Leben mit Kindern ist schliesslich enorm teuer.


76  MM5, 29.1.2018 | LEBEN

Reisen

Grosses Kino in freier Wildbahn

Hautnahe Begegnungen mit Elefanten und Löwen gehören in Sambia zum Alltag. Im Luangwa-Nationalpark findet Safaritourismus fernab ausgetretener Pfade statt. Text und Bilder: Jacqueline Vinzelberg

U

m fünf Uhr morgens höre ich die Trommeln, den Weckruf im Nkwali-Camp im Lungwa-Nationalpark. Es dämmert im Osten Sambias. Ein blumiger Duft hängt in der Luft. Elefanten schreiten majestätisch durch das flache, fast ausgetrocknete Flussbett des Luangwa, das zu unseren Füssen liegt. Shannon, die 21-jährige Hostess, röstet zum Frühstück Toast über einem Kübel mit Glut, auf dem Feuer daneben köchelt ein Topf mit Porridge. Kiki, der Campmanager,

der eigentlich Keyala Phiri heisst, verteilt Wasserflaschen. Es ist Zeit für den Game­drive, wie die Pirschfahrten zur Tierbeobachtung genannt werden. Sie finden jeweils am frühen Morgen und späten Nachmittag statt, wenn die Wildtiere aktiv sind. Morgengruss der Löwen

Gegen 6.30 Uhr fahren wir los. Zehn Minuten später stoppt Kiki den Jeep abrupt und deutet auf den sandigen Weg. Er freut sich: «Die Löwen sind in der Nähe. Hier hat einer gelegen.»

Dann lenkt er den Wagen ins Gestrüpp, hält an und stellt den Motor ab. Keine drei Meter von uns entfernt liegen kaum sichtbar fünf Löwen im hohen Gras. Im goldenen Leuchten der Morgensonne verschmelzen sie fast mit ihrer Umgebung. Zwei Prachtexem­ plare heben den Kopf, blinzeln und drehen sich gemächlich um. Grillen zirpen, Vögel zwitschern. Wir sitzen einfach nur stumm nebeneinander und staunen. Eine behagliche und friedliche Ruhe breitet sich aus. Da ­erhebt sich eine ­Löwin und stolziert


LEBEN | MM5, 29.1.2018  77

1 Die Löwen lassen sich von den Menschen nicht aus der Ruhe bringen. 2/3 Flusspferde sind weitaus gefährlicher als Leoparden oder andere Grosskatzen. Ihnen sollte man nicht zu nahe kommen.

1

4 Die Häuser im Nkwali-­ Camp sind zum Fluss hin offen und bieten eine schöne Aussicht.

2

3

Elefanten und Giraffen sind im nahezu ausgetrock­neten Flussbett des Luangwa ­River allgegenwärtig.

4

geschätzte vier Armlängen an unse-­ rem tür­losen Jeep vorbei. Sie schaut mir kurz in die Augen und trottet ­weiter, um es sich unter dem nächstbesten Baum wieder bequem zu machen. Die anderen Wildkatzen folgen ihr. Mir stockt der Atem. Kiki grinst. «Die interessieren sich nicht für uns», erklärt er, «und solange wir im Wagen sitzen, sind wir für sie ein Teil des Jeeps.» Auf der Weiterfahrt begegnen wir einigen Frauen, die Holz sammeln, mehreren Elefantenherden, Zebras, Giraffen, Flusspferden, Impa-

las, exotischen Vögeln und Warzenschweinen. Sambia ist mit 19 Ein­ wohnern pro Quadratkilometer nur ­spärlich besiedelt, zählt aber zu den tierreichsten Gebieten Afrikas. Massentourismus kennt man hier nicht. Tiere, fast zum Greifen nah

Vor dem Mittagessen bleibt Zeit für eine Abkühlung im Pool des Camps. Am Beckenrand tollen Äffchen herum und schauen den Badenden zu. Später gönnen sich manche Gäste ein Mittagsschläfchen oder geniessen auf der

Terrasse über dem Flussbett den Ausblick auf vorüberziehende Giraffen. Das Camp ist nicht eingezäunt. Neugierige Elefanten statten ihm häufig einen Besuch ab und nähern sich dann bis auf wenige Meter. Um halb vier wird Tee serviert, danach gehts erneut auf Tour. Unterwegs versinkt eine riesengrosse Sonne rotglühend am Horizont. Ein gigantisches Schauspiel. Am nächsten Morgen reisen wir weiter. Die familiäre Atmosphäre und die freundlichen Gast­geber machen uns den Abschied nicht leicht.


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LEBEN | MM5, 29.1.2018  79

Sambia

Auch das Camp Nsefu liegt am Ufer des Luangwa, in Süden des gleich­ namigen Nationalparks. Seine sechs modern und komfortabel aus­ gestatteten Rundhäuser sind Original­ bauten des Safaripioniers Norman Carr, der das Camp 1951 errichten liess. Heute ist Nsefu das Reich von km BE. Ruth Westrick aus 3000 Spiez

Tipps

LuangwaNationalpark

Safari erleben Anreise Von Zürich mit Swiss oder South African Airways via Johannesburg oder mit Emirates via Dubai nach Lusaka. Von dort mit Proflight Zambia nach Mfuwe.

SAMBIA Lusaka Livingstone

Traumjob im Busch

«Der Wildwechsel führt direkt am Camp vorbei, und ein Besuch von Ele­ fanten, Löwen und Leoparden gehört hier zur Tagesordnung, erklärt die 44-jährige Schweizerin. Sie ist seit Mai 2016 Campmanagerin in Nsefu. Westrick hat bei einem Reiseunter­ nehmen in der Schweiz gearbeitet, 54 Länder bereist und zeitweise in Manila, der Hauptstadt der Philippi­ nen, gelebt. «Als ich 2010 das erste Mal am Ufer des Luangwa stand, hatte ich sofort ein Zuhausegefühl», sagt sie. «Das hat mich nicht mehr ­losgelassen.» Nach einem Studium in Betriebsökonomie vor drei Jahren und der Trennung von ihrem Mann gab es deshalb nur ein Ziel: Sambia. Ruth Westrick bewarb sich blind um einen Job und hatte Glück, als die Stelle des Campmanagers frei wurde. «Es ist ein Traumberuf, aber kein Schoggi-Job», sagt sie heute. Natur und Tiere seien genau ihr Ding, schon als Kind war sie am liebsten nur draussen. «Hier im Busch, in einem Nationalpark mit Wildtieren zu leben, ist für mich ein unglaubliches Privileg.»

SIMBABWE 100 km

Zwischenstopp in ­Johannesburg Wegen der langen Anreise bietet sich eine Übernachtung in Johannesburg an. Sehr schön ausgestattet und nah am Flughafen gelegen, ist das Hotel Peermont D’Oreale Grande. Von hier aus lässt sich mit einer ­geführten Halbtagstour auch die Stadt erkunden.

1 Giraffen schmusen gern. Im Luangwa-Nationalpark kann man sie fast überall dabei beobachten. 2 Die Rundhütten im Nsefu-­ Camp sind noch Originale von 1951, aber mit viel Komfort. 3 Zum Frühstück in der Wildnis gibts Spiegeleier.

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4 Das «Project Luangwa» gibt Frauen und Mädchen eine berufliche Per­spektive. Sie lernen nähen und führen ­einen eigenen Laden.

Reisezeit Die meisten Camps sind nur während der trockenen Monate von Mai bis Oktober ­geöffnet. Vielfalt erleben Jedes Camp ist einzig­ artig in Ausstattung und Lage und bietet so unterschiedliche Erlebnisse. Daher ist eine Rundreise zu mehreren Camps unbedingt zu empfehlen.

Ein Leben in der Abgeschiedenheit

Doch das hat seinen Preis. Ruth ­Westricks Arbeitstag beginnt um fünf Uhr morgens und endet spätabends. Sie ist für die Betreuung und Unter­ haltung der Gäste, die Organisation von Spezialtouren, Buschfrühstück und Walking-Safaris zuständig. Sie kümmert sich um die Bestellung von Lebensmitteln und Diesel, um Mate­ rial für kaputte Solaranlagen, defekte Wasserpumpen oder platte Auto­ reifen. Es gibt weder Handyempfang noch Internet. Kommuniziert mit den anderen Camps wird ausschliesslich per Funk. Es ist ein Leben in der Ab­ geschiedenheit, ohne Kontakt zur Aussenwelt. Dafür muss man geboren sein. Ruth Westrick ist es offenbar. Sie leitet ein Team von 16 Mitarbeitern, alles einheimische Männer. Das sei anfänglich nicht einfach gewesen, sagt die Campmanagerin, weil man ihr als weisser Frau skeptisch und miss­ trauisch gegenüberstand.

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Wandersafari Zu Fuss durch den Busch zu wandern, ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Touren werden von erfahrenen Guides und einem bewaffneten Ranger begleitet. Besuch im Dorf Vom Nsefu Camp bietet sich ein Tagesausflug zum Dorf Kawaza an. Die Einheimischen freuen sich über Besuch. Sie empfangen und bewirten die Gäste in ihren Rundhütten.


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Ein Ausflug zu den ­Victoriafällen:

SAMBIA UND MALAWI. 1 Im Projekt «Tribal Textiles» finden Ein­ heimische Arbeit und kreative Förderung. Sie stellen traditio­ nelle, handbemalte Stoffe her und verar­ beiten sie zu Kissen­ bezügen, Kleidern und Accessoires.

RUNDREISE

V OM SPEZIALISTEN.

2 Zwischenhalt beim morgendlichen ­Gamedrive mit Tee, Kaffee und Kuchen

1

3 Campmanagerin Ruth Westrick liebt das Leben in der Wildnis von Sambia.

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2

Aber mit Geduld, einer gewissen Strenge und Respekt den Män­ nern gegenüber habe sie Ver­ trauen aufgebaut. «Heute sind wir ein wunder­bares Team», schwärmt sie. Und als Gast spürt man das. Denn nicht nur Komfort und Sicherheit stehen im Camp an oberster Stelle. Wer hierherkommt, wird von früh bis spät umsorgt und mit unvergess­lichen Momenten ­belohnt.

Bild: zVg

Tourismus hilft Einheimischen

«Safaritourismus gibt vielen Arbeit. Mit einem Job ernährt jeder hier durchschnittlich neun Leute», so Ruth. Die Dis­ krepanz zwischen dem beschei­ denen Leben der Einheimi­ schen und dem Luxus der Gäste, die in Nsefu unter Moskito­ netzen mit Kühlung schlafen

und in der Wildnis kulinarisch verwöhnt werden, ist gross. Doch sie wird relativiert, wenn man weiss, dass die Camps im Luangwatal gemeinschaftlich verschiedenste Community-­ Projekte unterstützen. So sind schon mehrere Schulen und Krankenhäuser entstanden. Beim «Project Luangwa» lernen Frauen bei­ spielsweise nähen. Bei «Tribal Textiles», einem anderen Gemeinschaftsprojekt werden traditionelle, handbemalte Stoffe hergestellt. Was Ausbil­ dung und wirtschaftliche Ent­ wicklung angeht, ist Sambia seinem Nachbarn Malawi ­mindestens zehn Jahre voraus. Davon ist Kanga überzeugt, der junge Guide, der mit uns zu Abend isst. Die Tafel ist unter zwei grossen Bäumen am

3

Fluss­ufer gedeckt. Frischer Salat, gegrilltes Fleisch, warme Kürbistarte und Wein aus Süd­ afrika stehen darauf. «Woher kommst du?», fragt mich Dave, ein australischer Gast. «Aus Zürich» sage ich. Er schüttelt den Kopf. «In welchem Camp warst du vorher?», hakt er nach. Hier ist nur inte­ ressant, in welchem Camp man war und was man gesehen hat? Es ist der Afrika-­Virus, mit dem alle am Tisch infiziert sind. Er hat auch mich befallen. Nach vier Tagen im Busch bin ich völlig entspannt. Ich habe gelernt, Spuren zu lesen, die Laute der Tiere zu erkennen, und das Leben habe ich so in­ tensiv und naturnah empfunden wie selten zuvor. MM Die Reise wurde unterstützt von Hotelplan und Nikon Schweiz.

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genwart von Kelten, Römern, Deutschen, Magyaren, Juden und Slowaken geprägt wurde.

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Tag 7 Dürnstein. Dürnstein liegt inmitten von Weinbergen der Wachau. Rundgang* im Städtchen. Mittags Weiterfahrt Richtung Passau.

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Auf der elegant-luxuriösen Excellence Melodia erwartet Sie ein erholsames und besonders ruhiges Reisevergnügen dank innovativer Schiffstechnologie. Geräumige Decks, gute Küche im behaglichen Panoramarestaurant, Lounge mit Bar, Cigar-Lounge und der Wellnessbereich mit Whirlpool und Sauna bieten Ihnen alles für Ihr Wohlbefinden. Die grosszügigen Kabinen Standard 12m² mit Sofabett und Deluxe 15m² mit trennbarem Doppelbett bieten viel Komfort. Mittel- und Oberdeck-Kabinen sind mit französischem Balkon ausgestattet, die Kabinen auf Hauptdeck mit nicht zu öffnendem Fenster. Alle Kabinen mit WC/Dusche, Klimaanlage, Föhn, Safe, Stromanschluss 220 V. Willkommen an Bord!

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Tipps

Vor dem Lager • Die Lagerleitung ­informieren, wenn ein Kind zu Heimweh neigt. Massnahmen absprechen. • Dem Kind einen Kraftgegenstand mitgeben: Jüngeren ein Stofftier oder ein parfümiertes Stoff­ taschentuch, Älteren ­einen Kraftstein oder ein Glücksamulett. Das Lagerleben ist für einige Kinder purer Spass. Andere leiden, meistens abends im Bett.

• Ein Fresspäckli, ein essbarer Kalender oder auch die Aus­ sicht auf ein Wunsch­ menü nach der ­Heimkehr trösten.

Im Lager Familie

Heimweh, bleib daheim! Die Sehnsucht nach dem Daheim kann Kindern den Appetit verderben, den Schlaf rauben und gar die Freude am Skilager nehmen. Was tun gegen Heimweh? Text: Claudia Weiss

S

Bild: Getty Images

kilager – für viele ­Kinder und Jugendliche ­bedeutet das schlicht Schnee, Sport und Spass. Für einige jedoch sind diese Tage überschattet von ­einem grossen Kummer: ­Heimweh. «Es ist ein Gefühl, das alle Menschen kennen», sagt ­Philipp Ramming (61), Präsident der Schweizerischen ­Ver­einigung für Kinder- und ­Jugendpsychologie. «Heimweh ist eine Sehnsucht nach dem Vertrauten, nach Sicherheit und Geborgenheit.» Ob ein Kind Heimweh hat oder nicht, hängt ein Stück weit ab vom Alter, aber auch vom Entwicklungsstand, der Selbstsicherheit und der Fähigkeit, neugierig zu sein. Meistens hilft Ablenkung

Diese Sehnsucht vergeht nicht einfach im Alter von beispielsweise punkt zehn Jahren, aber

in der Regel schwächt sie sich im Lauf der Zeit ab, weil die Neugier auf andere Welten wächst. Schon in der vierten Klasse sind sehr viel weniger Kinder be­troffen als in der ersten. ­Allerdings können auch grös­sere ­Kinder plötzlich vom Heimweh gepackt werden, wenn sie Ver­ lustängste entwickeln – etwa durch einen Entwicklungsschritt oder durch die Scheidung der Eltern­. Leidenden Kindern aller ­Altersstufen hilft es, wenn sie spannende, ausgefüllte Lager­ tage erleben. So können schon recht kleine Kinder gut mit ihrer Sehnsucht nach dem vertrauten Daheim umgehen. Umso mehr, wenn die Eltern in ihnen früh die Entdeckerlust fördern. Doch auch Eltern müssen erst einmal lernen, ihre Kinder in die Welt hinausziehen zu l­ assen. Kinderpsychologe

­ amming weiss: «Es hilft KinR dern, mutig in die Welt hinauszuziehen, wenn sie spüren, dass ihre Eltern auf ihre Fähigkeiten und Kompetenzen vertrauen.» Auch 15-Jährige können noch von einer Heimwehwoge erfasst werden, beispielsweise ­während eines dreiwöchigen Sprach­aufenthalts in Frankreich. «Das ist ganz ­normal», sagt ­Ramming, «im Ausland und in ­einem anderen Sprachraum sind Fremdheit und Distanz zum ­Elternhaus ­wesentlich grösser.» In der Regel können 15-Jährige jedoch damit umgehen, auch wenn sie sich halt zwischendurch einmal in den Schlaf weinen. «Schwierig wird es erst, wenn ein Kind nicht mit dem Heimweh fertig wird, auch mit einem Ablenkungsprogramm nicht», sagt der Psychologe. «Dann bleibt nur ein ­Abbruch des Aufenthalts.» MM

• Lagerleiter oder ­Lehrerinnen sollen «menschlich» ­reagieren und ein schluchzendes Kind auch mal in den Arm nehmen und trösten. • Ein gemeinsames Spiel oder eine Vorleserunde können den Kummer ver­ gessen machen und die Freude am Zu­ sammensein wecken. • Nicht hilfreich ist es, einem Kind zu sagen, es solle sich gefälligst zusammennehmen. • Auch abendliche ­Telefonate mit den Eltern machen den Unterschied von Vertrautem und Fremdem noch besser spürbar und sind ­daher nicht empfehlenswert. • Kann ein Kind nicht mehr essen oder schlafen und lässt sich durch nichts ­ablenken, sollten die Eltern es abholen. Das Kind kann es ja beim nächsten Lager wieder versuchen.


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Vom Berner Oberland bis ans Mittelmeer GoldenPass Panoramic Express, Mont-Blanc-Express & Tenda-Bahn Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag – Anreise nach Zweisimmen & GoldenPass Panoramic Express Fahrt im komfortablen Extrabus nach Zweisimmen, unserem Ausgangspunkt für die Fahrt mit dem legendären GoldenPass Panoramic-Express. Vorbei an Gstaad und Château-d’Oex erreichen wir Montreux und damit die wunderschöne Waadtländer Riviera mit ihren Weinbergen. Zeit zur freien Verfügung. 2. Tag – Mont-Blanc-Express, Lac d‘Emosson & Chamonix In Martigny erwartet uns heute morgen der Mont-Blanc-Express. Auf kühner Streckenführung durchquert der Zug die wilde Trientschlucht und klettert über eine eindrückliche Steigung, vorbei an tosenden Wassern und tiefen Schluchten. In Châtelard geht es mit total 3 Bahnen bis hoch zur beeindruckenden Krone des

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Staudamms von Emosson – grossartige Blicke auf den Mont-Blanc inklusive. Nach der französischen Grenze erreichen wir wieder mit dem Bus den bekannten Wintersportort Chamonix. Nach etwas Freizeit fahren wir weiter ins Piemont. 3. Tag – Langhe, Alba & Barolo Heute lernen wir mit der Langhe- Region das Piemont von seiner allerschönsten Seite kennen. Wir zeigen Ihnen das herrlich Alba, die „Stadt der hundert Türme“. Weiter geht es durch das weltbekannte Barolo Weinanbaugebiet – hier gedeihen die königlichsten Weine Italiens. Wir besuchen eine renommierte Weinkellerei und erfahren bei einer Führung alles über die Herstellung der edlen Tropfen.

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5. Tag – Monaco & San Remo Den heutigen Tag beginnen wir mit einem Besuch im Fürstentum Monaco. Entdecken Sie dabei die pittoreske Altstadt und tauchen Sie in eine Welt voller Glamour und Lebensgefühl ein. Am Nachmittag erwartet uns San Remo – die Hauptstadt der Blumenriviera liegt majestätisch eingebettet zwischen azurblauen Meer und dem malerischen, saftiggrünen Hinterland.

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6. Tag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute die Heimreise an.

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LEBEN | MM5, 29.1.2018  85

Bei einer akuten Verstauchung kann eine Kaltkrompresse die Schmerzen lindern und eine Schwellung ­verhindern.

Gesundheit

Ein Coolpack ist nicht immer hilfreich Droht eine Gewebsentzündung, empfiehlt sich eine Kältebehandlung. Aber Achtung: Kälte ist kein Allheilmittel. Und manchmal ist sogar Wärme das bessere Mittel – zum Beispiel bei muskulären Verspannungen. Text: Eva Engler

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s geht oft ganz schnell: Ein Fehl­ tritt oder einfach ein Stolpern auf der Treppe, und kurz d ­ arauf schwillt der Fuss an. ­Unmittelbar nach dem Unfall empfiehlt sich die An­ wendung von Eis oder einem Kältespray, damit sich die geschädigten kleinen Ge­ fässe möglichst rasch zusammenziehen. Das verhindert, dass Flüssigkeit ins Ge­ webe gelangt und eine grosse Schwellung oder ein Bluterguss auftritt. Zudem lin­ dert Kälte akute Schmerzen. Kälte bekämpft Entzündungsprozess

Die Behandlung mit Kälte führt zu einer Verengung der Blutgefässe, vermindert den Zellstoffwechsel und bekämpft eine vorhandene oder entstehende Gewebs­ entzündung. Die Nervenleitgeschwindig­ keit wird reduziert, das mindert auch den Schmerz­. Zudem wird die Muskel­ spannung kurzfristig erhöht. Falls bereits eine Schwellung vorhanden ist, sollten

kühle Umschläge, Quarkwickel oder ein Kirschkernkissen aus dem Tiefkühlfach eingesetzt werden, um den Abtransport der Flüssigkeit zu unterstützen. Eis ist dann nicht zu empfehlen. Eine weitere bewährte Therapieme­ thode ist die systematische Anwendung von Kälte in Bädern oder in der Kälte­ kammer (–110 °C). Sie wirkt entzün­ dungshemmend und lindert chronische Schmerzen wie Fibromyalgie und ent­ zündliche rheumatische Erkrankungen. Den gegenteiligen Effekt hat Wärme. Sie regt den Stoffwechsel an, und der Muskeltonus nimmt ab, was zu einer Entspannung und Schmerzlinderung bei muskulärer Verspannung führt. Zudem wirkt sich Wärme positiv auf chronische Arthrosebeschwerden aus – solange ­keine Entzündung aktiv ist. Sobald dies der Fall ist, sollte Wärme nicht eingesetzt werden, genauso bei lokaler Rötung, ­Entzündung oder Fieber. MM

Gut zu wissen

So wirken Wärme und Kälte • Kälte ist ideal bei frischen ­Verstauchungen, Prellungen, Blut­ ergüssen und Entzündungen • Kälte kann Schmerzen wie Kopfschmerzen lindern • Wärme hilft Verspannungen zu lösen • Wärme kann bei Bauchschmerzen entkrampfend wirken Vorsicht! Wärme sollte nicht bei akuten Entzün­ dungen angewen­ det werden. Und im Zweifelsfall sollte immer auf den eigenen ­Körper gehört werden. Sowohl eine Kälte- als auch eine Wärme­ therapie muss ­immer als ange­ nehm empfunden werden.

Dr. med. Eva ­Engler, Fachärztin FMH für Allgemeine ­Innere Medizin, Phy­ sika­lische ­Medizin und Rehabilitation, ­Sportmedizin SGSM, Medbase Thun

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Digital

Die neue ­ pple Watch A im Videotest: www.migmag.ch/ applewatch

Völlig losgelöst Die Apple Watch der dritten Generation emanzipiert sich immer mehr vom iPhone. So tickt die Series 3 mit eigenem Mobilfunkanschluss. Text: Reto Vogt

Funktionell, formschön, teuer: die Modelle der neuen ­Apple Watch Series 3

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chliessen Sie die Augen und reisen Sie gedanklich ins Jahr 2008 zu­ rück. Denken Sie an den Computer, der damals auf oder unter ihrem Schreibtisch stand. Die Technik, die vor einem Jahrzehnt in den Geräten steckte, ist heute in ein rund 30 Gramm schweres Gehäuse gepackt und lässt sich problemlos ums Handgelenk schnallen. Die Uhr informiert also neben ihrer herkömm­ lichen Aufgabe über neue E-Mails, anstehende Ter­ mine, Wetterumschwünge oder die Abfahrtszeiten von Tram und Bus an der Haltestelle ums Eck. Wer sich bereits mit «smarten» Uhren ­aus­einandergesetzt hat, weiss: Das ist nichts ­Neues. Verglichen mit dem Vorgängermodell

Apple Watch Series 3

Das kostet der Spass

gibts neben dem beacht­ lichen Tempozuwachs und der Integration von Sprachassistentin «Siri» eigentlich nur einen ­entscheidenden Unter­ schied: Die neue Apple Watch funktioniert auch los­gelöst vom iPhone und kann bei entspre­ chendem Mobilfunkver­ trag die genannten In­ formationen auch liefern, wenn das Telefon nicht in unmittelbarer Nähe ist. Wer jetzt erwartet, dass die Uhr das Handy kom­ plett ersetzt, liegt falsch. Denn ihr fehlen immer

noch Apps wie Spotify oder WhatsApp, und ihre Akkulaufzeit ist der Killer, wenn sie bei intensiver Nutzung länger als drei Stunden ohne gekoppeltes iPhone auskommen soll. Beim Joggen in Hochform

Aber eigentlich macht das nichts. Im Alltag stört das Handy nur noch in bestimmten Situatio­ nen: auf ­einer Jogging­ runde etwa, in der S ­ auna oder in einem Geschäfts­ meeting. Und genau in diesen Situationen spielt die Uhr ihre Trumpfkarte

und liefert zuverlässig (Mobilfunkempfang ­vorausgesetzt), was die Besitzer wissen wollen, versorgt sie mit Musik oder ermöglicht kontakt­ loses Bezahlen. So weit die guten Nach­ richten. Die Schatten-­ seite allerdings ist, dass nur ­davon profitiert, wer sich zur Firma Apple und ­ihren Diensten und ­Gerätschaften bekennt. Mindestens das iPhone 6 ist nämlich Vorausset­ zung, dass die Apple Watch überhaupt anzeigt, wie spät es ist. MM

Die Apple Watch Series 3 gibts in verschiedenen Variationen und Preisklassen. Die günstigste ohne eigenen Mobil-­ funkchip kostet 368 Franken. Wer dieses ­Extra will, zahlt 80 Franken mehr. In diesem Fall ist das Monatsabo bei Sunrise oder ­Swisscom monatlich 9 respektive 10 Franken ­teurer. So kosten zum Beispiel «Sunrise Freedom Classic» 59 Franken und «Swisscom inOne Mobile S» 80 Franken im Monat. Je nach Nutzung und gewähltem Abo weicht die Gebühr ab. Erhältlich im Melectronics


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Stirling Castle und der Gartenanlage des Drummond Castle. 5. Tag: Crieff, fak. Ausflug Royal Deeside. Fahrt nach Braemar und ins Tal «Royal Deeside». Wir sehen das Balmoral Castle (bei Anwesenheit der Königsfamilie Besuch des Crathes Castle). 6. Tag: Crieff–Pitlochry–Blair Atholl– Region Inverness. Fahrt nach Pitlochry, wo wir Schottlands kleinste Whisky-Destillerie Edradour besuchen. Individuelle Schlossbesichtigung im Blair Castle. 7. Tag: Region Inverness–Loch Ness–Glen Coe– Region Glasgow. Fahrt auf einer der schönsten Uferstrassen Schottlands entlang dem Loch Ness. Halt beim Urquhart Castle. Landschaftlicher Höhepunkt ist das Glen Coe. 8. Tag: Region Glasgow–Gretna Green– Region Lake District. Bevor wir Schottland Richtung Süden verlassen, besuchen wir die Heiratsschmiede in Gretna Green. Fahrt via Keswick durch den idyllischen Lake District. 9. Tag: Region Lake District–Chester–Solihull. Stadtführung in Chester. 10. Tag: Solihull, Ausflug Warwick Castle– Stratford-upon-Avon. Besuch des Warwick Castle und des Shakespeare Museums in Stratford-upon-Avon. 11. Tag: Solihull–Region Lens. 12. Tag: Region Lens–Rückfahrt in die Schweiz. Ihre Hotels Sieben Nächte in Mittelklass- und guten Mittelklasshotels T-U U U/T-U U U+ und drei Nächte im guten Mittelklasshotel Crieff Hydro T-U U U+ (off. Kat. ****) im Herzen Schottlands.

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LEBEN | MM5, 29.1.2018  89

Lisa Stutz

Ich schlängle mich durch

Illustration: Rinah Lang

Wenn ich etwas hasse, dann sind es Schlangen. Diese ekligen, wendigen, schuppigen, schleichenden, züngelnden Tiere. Mir läuft es kalt den Rücken hinunter, wenn ich nur schon an sie denke. Es gibt lediglich eine Art von Schlangen, die ich akzeptieren kann. Und zwar die vor Restaurants, Kinos, Clubs, Opernhäusern, Ladenkassen.

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Diese besondere Schlangenart kenne ich besser, seit ich des Öfteren in der Stadt ­verkehre. Ihr Vorkommen verhält sich pro­ por­tional zur Grösse der Stadt. Und es ist ein ­gutes Zeichen für das von ihnen besiedelte Territorium: Da gibt es etwas, das viele wollen. Auf einige Leute wirkt sogar diese Schlangenart abschreckend. «Ui nei, lueg mal die Schlange! Schnäll irgendwo andersch here!», höre ich mein Mami sagen, Landei durch und durch. Für andere hingegen ist ihre Anwesen­

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heit anlockend: «Do muess es ja öbbis Obercrazybrutalcools gäh! Ab id Schlange, ich will nüt verpasse!» Mit einer Phobie gegen diese Spezies kommt man in der Stadt nicht weit. Oder halt eben nicht zum gewünschten Glace/ Kinoeintritt/Kaschmirpulli. Deshalb habe auch ich mich daran gewöhnt. Mehr noch: Ich finde langsam, aber sicher Gefallen an dieser Schlangenart. Erst einmal Teil davon, bewegt man sich gemütlich vorwärts. Währenddes­ sen beobachtet man unauffällig die anderen Mitglieder des Gebildes. Man hinterfragt nochmals seine Beute. Man entschleunigt, wartet, freut sich. Und irgendwann ist man am Ziel. Ganz ­vorne. Als Kopf der Schlange. Dort, wo einem alle Türen offen stehen. Das gefällt dann ­sogar meinem Mami. MM


90  MM5, 29.1.2018 | LEBEN

«Ich heisse Yanis und bin elf Jahre alt. Einmal die Woche gehe ich ins Breakdance. Früher war ich im Kunstturnen, aber irgendwann wollte ich ­etwas Cooleres machen und habe mich für Breakdance entschieden. Den Salto rückwärts kann ich sehr gut, sogar aus dem Stand heraus. Mein Trainer Mark hält den ­Guinness-Weltrekord mit den meisten Drehungen auf einem Ellenbogen. Ich träume davon, dass ich das auch mal schaffe.»

Kinder

«Ohne Rhythmusgefühl geht es nicht» Yanis (11) ist Breakdancer. Er mag Hip-Hop und kann sich Choreografien schnell merken. Aber bis es leicht, cool und lässig aussieht beim Breaken, muss er hart trainieren. Text: Nora Zukker Bilder: Gabi Vogt

Mein Hobby

Mein Klub Ich gehe in die Breakdanceschule Dirty Hands in Baar ZG. Hier können Kinder ab ­sieben Jahren trainieren. Ausser bequemen ­Trainerhosen, Turnschuhen und einem T-Shirt braucht man nichts fürs Training. Vor dem ­Spiegel üben wir ­Choreografien und auf dem Riesentrampolin den Salto vorwärts und rückwärts.

«Bevor wir Choreografien einüben, wärmen wir uns auf. Wir müssen gut ­dehnen, machen den Hand- und den Kopfstand. Die Choreografien sind aber das Wichtigste im Breakdance. Und man muss natürlich ein Gefühl für Musik und Rhythmus haben und sich die Abläufe gut merken können – das ist eine Übungssache und braucht Geduld.»

www.dirtyhands.ch

Der Sport Ist Breakdance auch ­etwas für dich? Wenn du Hip-Hop-Musik magst, gern Akrobatik machst und tanzst, bringst du alles für ­diesen Sport mit. Und wenn du davon träumst, später mit anderen bei einer Breakdanceshow mitzutanzen, findest du hier eine Schule: www.migmag.ch/breakdance

«Mein Trainer Jan erklärt mir hier gerade den ‹Babyfreeze›. Der Freeze ist eine akrobatische Pose, bei der man sozusagen einfriert. So setzt man im Break­dance Akzente. Der Name kommt von ­einer Tänzerin, die sich Baby Love nennt. Hier zeigt mir Jan eine ­Variante mit dem Kopf in der Luft.»

«Fürs Training ziehe ich Trainerhosen, ein T-Shirt und Turnschuhe an. Die Schuhe müssen leicht und rutschfest sein. Schuhe und Füsse sind sehr wichtig beim Breakdance, denn es gibt viel sogenanntes Footwork, das bedeutet Fussarbeit. Dazu ­gehören alle Tanzschritte, bei denen man sich mit den Händen abstützt, in der Hocke ist oder in einer Posi­ tion wie der Liegestütze. Dabei führt man mit den Füssen alle Tanzschritte aus.» MM


LEBEN | MM5, 29.1.2018  91

Fabio (5), Lungern OW

Wenn der Löffel aus Metall ist, wirkt er wie ein Spiegel. Er ist aber nicht flach wie ein normaler Spiegel, sondern gebogen. ­ Wegen dieser Wölbung zeigt er dir eine verkehrte Welt. Du siehst dich kopfüber, seitenverkehrt und verzerrt. Es gibt eine Wissenschaft, die heisst Physik. Sie untersucht die Rätsel der Natur. Das hat sie über dein Löffelgeheimnis ­herausgefunden: Wenn Licht auf einen Spiegel fällt, wirft der

das Licht zurück. Das macht er auch mit jedem Bild, das auf ihn trifft, zum Beispiel mit deinem ­Gesicht. Er schickt es dir zurück – ähnlich wie eine Wand, die dir ­einen Ball zurückspielt, den du zu ihr geworfen hast. Wäre die Wand aber gebogen – so wie der Löffel gewölbt ist – würde sie den Ball in ungewohnte Richtungen schicken. Auch der gewölbte Löffel wirft das Bild (die Lichtstrahlen) in eine andere Richtung. Er lenkt es von oben nach unten und von unten nach oben um. Halte mal deinen

Finger ganz nah vor den Löffel. Bei diesem kleinen Abstand ­passiert etwas anderes: Der Löffel ­vergrössert deinen Finger und stellt ihn nicht auf den Kopf. Hat dein Mami einen Kosmetikspiegel im Bad? Darin kannst du den «Löffel-Effekt» noch besser beobachten. Im Rückspiegel eines Autos wiederum wird alles verkleinert. Darum kann der Rückspiegel mehr als ein normaler Spiegel ­zeigen, genau so wie übrigens die Rückseite eines Löffels auch. MM

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (50) beantwortet ­Kinderfragen.

VERSCHNE ITE BERUFE

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Nina hat einige Schneemänner gebaut. Welcher Schneemann hat welchen Beruf?

WER SITZT WO?

Hugo sitzt nicht neben Tobi. Nina sitzt nicht direkt neben einem Hocker. Hugo sitzt auf etwas Violettem. Die Elfe sitzt auf etwas Violettem. Tobi sitzt am weitesten entfernt von Nina. Tipp: Nina, Tobi und Hugo wollen alle neben der schönen Elfe sitzen. Doch neben ihr sind nur zwei Plätze frei.

Lösung: Von links nach rechts: Nina, Hugo, Elfe, Tobi

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Das macht Spass! Bau doch auch mal einen Schneemann.

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LEBEN | MM5, 29.1.2018  93

Glücksgriff

Eine Winterlandschaft, wie gemacht für eine zünftige Schlittenfahrt

Verlosung

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und das Online-Warenhaus Galaxus verlosen 15 Davoser Schlitten im Wert von je 229 Franken.

Preisfrage:

Wie heisst die Berg­ station in Davos, von der aus die Schlittelpiste startet?

So machen Sie mit: • Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse.

Der Davoser Schlitten ist der Inbegriff der Schweizer Schlittenbaukunst. Das Migros-­ Magazin und Galaxus ver­losen 15 Davoser Schlitten im Wert von je 229 Franken.

Glücksgriff

«Davoser», der Klassiker unter den Schlitten Bis heute gehört der gute alte Holz­ schlitten zur winterlichen Grund­ ausstattung vieler Schweizer Fami­ lien. Seinen Ursprung hat der tradi­ tionelle Renner im 19. Jahrhundert: Er wurde als leichter Holzschlitten aus Norwegen in die Schweiz importiert und mit einheimischen Materialien zur heutigen Form wei­ terentwickelt. Der Name «Davoser Schlitten» taucht erstmals 1883 im Rahmen des ersten historisch belegten Schlittenrennens von der Schatzalp nach Davos auf.

Bild: Depositphotos

• Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, der Lösung, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösung, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt

Hohe Langlebigkeit Schon damals wurde der Davoser Schlitten aus Eschenholz gefertigt. Auch heute wird er nach über­ lieferten Plänen von Hand herge­ stellt. Das Original aus Eschenholz

ist 110 Zentimeter lang und besteht aus Zugriemen, Karabiner und Hologramm mit fortlaufender Produktionsnummer. Inzwischen gibt es auch längere und kürzere Versionen. Der originale Davoser Schlitten ist nicht billig, hält aber im Gegensatz zu Kopien – die aus weniger zähem Buchenholz ge­ fertigt sind – mehrere Jahrzehnte. Zubehörtipp Für Kleinkinder gibt es aufschraub­ bare Sitze, damit die kleinen ­Fahrgäste nicht vom Schlitten fallen. Darin findet auch ein wärmen­des Kissen oder ein Schaffell Platz, das wilde Fahrten in der Kälte gemüt­ licher macht. MM www.galaxus.ch/davoser

• Per Postkarte: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Davoser», P ­ ostfach, 8099 Zürich • Online: www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 4. 2.  2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korres­ pondenz geführt. Die Mitarbei­ tenden der Migros-­Medien sind von der Teilnahme ausgeschlos­ sen. Mehrfach­teilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei ­Mo­nate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen w ­ erden, verfallen ersatzlos.­


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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1 gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP -Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.2.2018, 24 Uhr

Auflösung Nr. 4:

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Gewinner Nr. 3: Hauptpreis: Josefine Müller, Zuckenriet SG; Kurt Gnos, Hergiswil NW; Susanne Maurer, Zuchwil SO; Anita Züger, Uster ZH; Martina Fehlmann, Aarau Zusatzpreis: Viktoria Leupi, Diepoldsau SG; Werner Arnold, Altdorf; Ruth Steiner, Dietikon ZH; Susanne Meyer, Zürich; Klaire Gruner, Liestal

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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LEBEN | MM5, 29.1.2018  97

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Quiz & Paroli

Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort.

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Tel: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Was bewirkt Frau Holle mit dem Schütteln der Kissen? A donnern

F

S

schneien

regnen

2. Was bezeichnet einen altersbedingten Gelbstich? O Gilb

E

N Gries

Grab

3. Wie viele Wörter enthält das Wappen des Kantons Waadt? L

R drei

keines

T

fünf

4. Welcher Theologe stammt aus Wildhaus? E

I

Heinrich Bullinger

M Huldrych Zwingli

Johannes Calvin

Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.2.2018, 24 Uhr

5. Wer hat nur eine einzige gemeinsame Grenze mit einem anderen Land? U Portugal

A Slowakei

S

Algerien

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

6. Der Lötschbergtunnel verbindet Kandersteg mit …? R Walenstadt

L

O Realp

Goppenstein

7. Was bedeutet der Vorname Barack? A der Gesegnete

B der Kraftvolle

Auflösung Nr. 4: MOLEKUEL

P der Gesalbte

8. Wo wurde 1967 in der Schweiz der erste Bankomat in Betrieb genommen? S

N Genf

Basel

Gewinner Nr. 3:

R Zürich

Markus Andermatt, Rothenthurm SZ; Elsbeth Sieber, Unterägeri ZG; Gerhard Blesi, Netstal GL

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

AALGLATT ABTRETER ER S S die N L A Sie AFüllen R E E Pin A L LWörter Fzehn OER I G E HRätselgitter Gdas L I ERT S ODas I ein. I SEREOR MLösungswort ergibt E I B R aus R E I S sich ETENT E P Buchstaben Rden ER I N E H Feldern SinT den 1 bis 5:

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

1 3 5 2

R

Lösungswort: Lösung: 1

2 1

2

3 3

4 4

Auflösung Nr. 4: RUNDE

5 5

4

AALGLATT ABTRETER ANLASSER FALLREEP GEHOER I G I SOL I ERT MI SEREOR RE I SBRE I REPETENT STEHER I N

Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer 1 Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post):5 Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich 2 Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe R 4

Lösung:

Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.2.2018, 24 Uhr

1 2 3 Gewinner Nr. 3: Daniel Oertli, Winterthur ZH; Marianne Zeltner, Oensingen SO; Nicole Klaus, Aarau

4

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

5

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

3


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So nehmen Sie teil:

Auflösung Nr. 4: 271

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Sudoku

Gewinner Nr. 3:

Walter Dürr, Gams SG; Susan Locher, Burgdorf BE; Susan Maksymov, Meggen LU; Monique Staempfeli, Charmey FR; Nelly Belser, Uetikon am See ZH

Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.2.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 4 2 miteinander verbunden 2 sein. Verboten: Kreuzungen, 4 3 diagonale Brücken und 1 3 1 1 mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 4:

3

1

2

3

2

4

1

4

Auflösung Nr. 4: 2

3 3

2 4

3 1

1 2

3 3

2 2

2 2

4

1

2

2

2

4

3

2

3 3

1 2

1 3

4 2

2 3 4 4

3 1

4 3 3

2 3

3

3 1 2 1 2

3 2 2 2

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Leitung Direktion Migros-Medien Lorenz Bruegger Publizistische Leitung Monica Glisenti Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Sabine Lüthi a.i., Daniel Sidler a.i., Reto Vogt a.i. Leitung Ressort Health & Beauty Roberto Zimmermann a.i. Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Rolf Hauser Leitung Beratung & Verkauf Thomas Brügger Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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Meine Welt

«Ich bin sehr neugierig und verfressen»

Der Wallach Clooney hat im vergangenen Jahr von allen Schweizer Springpferden die höchste Preissumme erzielt. Zu Hause in Wängi TG entspannt sich der Goldjunge unter den Fittichen seines Pflegers Sean, der ihn unter anderem mit Bananen verwöhnt. Text: Andrea Freiermuth Bilder: René Ruis


LEBEN | MM5, 29.1.2018  103

1 Mein Zuhause «Seit zwei Jahren stehe ich mit rund zwei Dutzend Kollegen in Wängi TG. Wir haben hier acht Sand­ paddocks und 14 Grasweiden.» 2 Meine Sammlung «Bei Turnieren gibt es oft ein Andenken. Martin und Sean haben stets grosse Freude daran. Mir wäre etwas Fressbares lieber. Die far­ bigen Bändel habe ich zwar schon pro­ biert, aber sie schmecken nicht wirklich.»

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3 Meine Wellness «Nach harter Arbeit ­erhalte ich jeweils eine Packung Lehm auf alle vier Beine. Ich stehe dann immer ganz artig still, weil das so schön kühlt.»

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Name Clooney 51 (12) Sternzeichen Fische Lebenslauf «Ich bin in Westfalen (D) geboren und aufgewachsen. Meine Erstausbildung genoss ich bei der deutschen Springreiterin Jana War­ gers. Mit ihr sprang ich 2013 an der Weltmeisterschaft der Siebenjähri­ gen auf den sechsten Platz. An die­ sem Event warf Martin Fuchs ein Auge auf mich. Ich gehöre aber nicht meinem Reiter, sondern dem Auto­ händler Luigi Baleri aus Meilen ZH. Zählt man alle Preise des vergange­ nen Jahrs zusammen, habe ich von allen Schweizer Springpferden am meisten Geld verdient: 1,1 Millionen. Auch 2018 hat gut begonnen: Am CSI Basel habe ich den Hauptpreis ab­ geräumt (Bild). Wie viel ich wert bin, weiss niemand so genau. Mein Besit­ zer sagt, ich sei unverkäuflich.» 7

4 Meine Trense «Ich mag es eher sanft. Darum reitet mich Martin meist mit ­einem Mundstück aus Kautschuk.» 5 Mein Ding «Das Stofftier ist ein ­Geschenk meines Pflegers. Bin ich an einem fremden Ort, legt er die Kuh ­immer in die Box, damit ich etwas habe, das vertraut riecht.»

Bild: Christian Merz/Keystone

6 Mein Pfleger «Sean Vard (26) ist vor allem auf Reisen ständig an meiner Seite. Er scheint unglaublich viel Spass daran zu haben, mich zu duschen, zu striegeln und zu kämmen.»

Mein Lieblingsprodukt «Ich bin sehr neugierig und verfressen. Im Gegen­ satz zu vielen Kollegen mag ich sogar Bananen.»

7 Mein Reiter «Zu Beginn dachte ich, das käme nicht gut mit Martin Fuchs (25) und mir. Bei unserem ersten Ausritt vor vier Jahren hatte ich einen kleinen Panikschub, bin in die Luft gestiegen, und er ist hin­ untergefallen. Inzwischen habe ich aber grosses Vertrauen in Martin.» MM


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