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Migros-Magazin-04-2021-d-BL

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Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631

migros.ch/magazin | MM4, 25.1.2021

Letzte Unruhe Unsere fremden Nachbarn: Wie Schweizer Jenische leben

Die wilde Reise einer Mumie von Ägypten bis nach St. Gallen Seite 14

Seite 31

Homeoffice: So klappts mit Organisation und Einrichtung

Bild: Patrice Schreyer

Seite 20

Elektrisierende Idee: Strom aus dem Kochsalz-Akku Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch

Seite 18


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Für den Wettbewerb «Demotape Clinic» des Migros-Kulturprozents haben diesmal 1113 Newcomer-Bands ihre besten Songs eingereicht – so viele wie noch nie zuvor. Wer gewinnt, wird sich am 25. und 26. März am Festival «m4music» in Zürich entscheiden.

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Wikipedia jubiliert Das grösste Online-Lexikon ist 20 Jahre alt. Wer Lust auf eine kleine Zeitreise hat, sollte dort den Artikel über Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler lesen. Der Aargauer Wikipedia-Autor Laurent Gannon (oben im Bild) hat den detailreichen Text geschrieben und damit letztes Jahr eine Aus­ zeichnung des Nachschlagewerks gewonnen.

Bilder: Roger Hofstetter, Getty Images, zVg

4 | 25.1.2021 | MEINE MIGROS


MEINE MIGROS | 25.1.2021 | 5

Beratung gehört dazu In der Migros gibt es nicht nur Käse-, Fisch- und Fleischspezialitäten für ­jeden Geschmack, sondern auch ­persönliche Beratung. 113 Filialen bieten bediente Theken. Deren Standorte finden Sie hier: filialen.migros.ch

ACH EINFU G TN LEBE

An dieser Stelle bringen wir­ wöchentlich Bei­spiele dafür, wie die Migros das Leben der ­Menschen in der Schweiz ein­facher macht.

Fondue im Schneehaus So wird den drei Buben garantiert nicht kalt: Die Söhne von Leserin Elisabeth Thomas aus Cottens FR ­haben ein Iglu gebaut und lassen sich darin nun ein Migros-Fondue schmecken. Schicken auch Sie Ihr M ­ igros-­Bild. ­ Wird das Foto ab­gedruckt, ­ gewinnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. ­ Teilnahme: www.migmag.ch/­blickfang

Preissturz auch im neuen Jahr

Im September 2020 begann die Migros damit, zahl­ reiche Produkte dauer­ haft zu vergünstigen. Inzwischen wurden bereits die Preise von über 900 Produkten gesenkt, und im ­ neuen Jahr rollt die Welle der Preisab­ schläge weiter. Kundin­ nen und Kunden können sich auf migros.ch/preissturz darüber informieren, welche Produkte günstiger geworden sind.

Denner setzt auf Solarenergie Die Migros-Tochter Denner realisiert mit den beiden Unternehmen Axpo und IWB die grösste Solaranlage der Schweizer Alpen: Sie wird im Sommer an der Muttsee-­ Staumauer im Kanton Glarus installiert und soll jährlich 3,1 Millionen ­Kilowattstunden Strom produzieren. Das entspricht dem Verbrauch von 700 durchschnittlichen Vier­personenhaushalten. Denner wird den Solarstrom während 20 Jahren zu einem ­fixen Preis abnehmen. alpinsolar.ch


6 | 25.1.2021 | AUGENBLICK

10:33 Uhr

Cindy Eberle, eine Mitarbeiterin der Mondaine-Group-Uhrenfabrik, richtet die Zeiger einer «M+Watch». Schon seit 1983 hat die Migros diese Uhrenmarke im Sortiment. Das Foto ist am 11. Januar 2021 entstanden.

Bild: Raffael Waldner

Migros-Moment in Solothurn


AUGENBLICK | 25.1.2021 | 7


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Nutzen Sie das Click & Collect-Angebot: Bestellen Sie online Ihr Produkt und holen Sie Ihre Bestellung in der gewünschten Filiale am Click & Collect-Schalter ab. Mit der Live-Videoberatung sind wir auch in unseren Online-Shops persönlich für Sie da.

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Die Do it + Garden und OBI Filialen sind weiterhin geöffnet.

C l ic k and c o

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INHALT | 25.1.2021 | 9

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INHALT

Sicher auf die Piste: Nicht nur beim Skifahren, auch beim Schlitteln empfiehlt es sich, einen Helm zu tragen.

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10  Zu Hause einrücken Die Rekrutenschule beginnt für Mischa Schäfer im Homeoffice 14  Einblick ins Alte Ägypten Einst in Ägypten gestohlen, soll eine 2500 Jahre alte Mumie nun von einem Schweizer Team studiert und restauriert werden 18  Elektrisierende Neuerung Eine Zürcher Migros-Filiale speichert ihren Solarstrom mithilfe eines ­Akkus, der zu grössten Teilen Schweizer Kochsalz enthält

HAPPY BIRTHDAY Die Kultmarke M-Budget wird 25 Jahre alt. ­Rezepte, Favoriten und der neue Budget-Look

19  1, 2 oder 3? 20  Wohlfühlen im Homeoffice Mit ein paar Tricks und Kniffen ­gestalten Sie die Arbeit von zu Hause aus angenehmer 23 Wissensbissen 24  Gut und günstig Ein Kult in Grün: 25 Jahre M-Budget

Impressum

Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 245 000 (WEMF, MACH Basic 2020-2) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

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29 Knapp 30 Milliarden Umsatz So hat die Migros das Krisenjahr 2020 geschäftlich gemeistert 31  Irgendwie anders Wie leben Fahrende in der Schweiz? Zwei Jenische berichten 35  Stadt, Land, Stutz Bilder: iStock, zVg

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch

Schon als Teenager schwärmt Valerie Bosman für den ­etwas älteren Peter Stutz. Viele Jahre später laufen sie sich in einer Migros-Tiefgarage über den Weg. Mit glücklichen Folgen.

36  Ungetrübter Pistenplausch Tipps, wie man das Verletzungsrisiko beim Wintersport gering hält 39  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

44  Rätsel und Spiele 46 Migros-Lovestory Valerie Bosman und Peter Stutz

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10 | 25.1.2021 | REKRUT IM HOMEOFFICE

Zu Hause eingerückt

Vergangene Woche hat für Mischa Schäfer aus Rüschlikon die Rekrutenschule begonnen – in den eigenen vier Wänden. Die Kaserne wäre ihm lieber gewesen. Rekrut Schäfer hat für uns über seinen harzigen Start an der Homefront Tagebuch geführt. Text: Ralf Kaminski  Bilder: Christian Schnur

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igentlich wollte der 21-jährige Mischa Schäfer zu den Grenadieren. «Wenn schon Militär, dann richtig», findet der junge Mann. «Bei denen geht was ab, da macht man Dinge, die man sonst nie tut.» Doch nun ist er bei den Logistikern – und das vorerst auch noch im Homeoffice. Bei der Logistik landete Schäfer, weil er bei der Rekrutierung eine Fussverletzung hatte und deshalb nur eingeschränkt einsatzfähig war. Und weil ein guter Freund kurz vor ihm schon dort eingeteilt wurde und ihn fragte, ob er sich anschliessen wolle. Zivildienst statt RS sei keine Option gewesen, sagt Schäfer. «Das wäre der gemütlichere Weg, und ich gehe lieber den härteren. Ich glaube, dass es jedem guttut, so was mal durchzumachen, und sehe es als reizvolle Herausforderung.» Ausserdem habe er von seinem Vater und einigen Kollegen gehört, was für eine tolle Zeit sie in der RS hatten, «das möchte ich auch erleben». Er wäre am 18. Januar auch lieber gleich in seine Kaserne in Freiburg eingerückt, statt die ersten drei Wochen im Homeoffice zu verbringen. Und das obwohl der begeisterte Kampfsportler sehr auf seine Ernäh-

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Stunden Sport pro Woche sind Pflicht. Der begeisterte Thai-Boxer Mischa Schäfer wird diese Zahl locker übertreffen.

rung achtet und zu Hause natürlich besser kontrollieren kann, was er isst. «Es ist aber jetzt schon klar, dass ich eine Menge Fresspäckli von der Fa­milie kriegen werde.» Statt Uniform, Waffe und Gemeinschaftsschlag zu erleben, sitzt er nun also allein in seinem Zimmer am Schreibtisch und soll sich durch theoretische Module arbeiten, etwa über sein Sturmgewehr, die Abwehr von chemischen Kampfstoffen oder Selbst- und Kameradenhilfe. Das Wohnzimmer nebenan dient derweil seiner Mutter als Homeoffice, die eine Stabsstelle an der Fachhochschule ZHAW leitet. Für jeden Tag ist eine Runde Sport eingeplant, ab und zu mit dem Logistik-Kollegen draussen in der Natur oder auf einem Sportplatz.

«Das Lernsystem lädt so langsam, dass sich damit nicht arbeiten lässt. Ich gehe erst mal zum Coiffeur.» Mischa Schäfer Rekrut aus Rüschlikon ZH


REKRUT IM HOMEOFFICE | 25.1.2021 | 11

Die virtuelle RS Rund 5000 von knapp 12 000 Rekruten starteten vergangene Woche zu ­Hause in ihre Winter-RS. Erst am 8. Februar rücken auch sie in die Kasernen ein.

Dies sei auch für die Schulkommandanten eine Premiere, sagt Guy Strickler von der Kaserne La Poya in Freiburg, in die Mischa Schäfer einrücken wird. «Allerdings werden Rekruten und Kader schon seit Jahren mit dieser Ausbildungsplattform geschult.» Diese biete einen genauen Überblick über die Zahl der Teilnehmer, ihren Entwicklungsstand bei den Lektionen sowie die erzielten Ergebnisse. Und bei Problemen stehe eine Hotline zur Verfügung. Die Armee erwartet, dass die Rekruten im Schnitt sechs Stunden pro Tag an ihrem theoretischen Basiswissen arbeiten und vier Stunden Sport pro Woche treiben. «Sobald sie ihren Dienst in Freiburg antreten, wird ihr Wissen und ihre körperliche Fitness überprüft», sagt Strickler. Notfalls werde nachgeschult. Die Inhalte der Ausbildung sind insgesamt die gleichen, nur das Timing ist anders. Zu Hause liegt der Fokus auf der Theorie.

Kontrollbesuche, um zu ­sehen, ob die Rekruten auch tatsächlich lernten, seien nicht geplant, sagt Strickler. «Wir betrachten sie als ­verantwortungsbewusste Erwachsene und vertrauen ihnen.» Erfahrungen zeigten, dass dies meist gerechtfertigt sei. «Ausnahmen lassen sich dabei allerdings nicht vermeiden.»


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REKRUT IM HOMEOFFICE | 25.1.2021 | 13

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Mischa Schäfer gibt nicht auf: Der Zugriff aufs E-Learning will und will nicht klappen.

Mischa Schäfer könnte sich sogar vorstellen, in der Armee weiterzu­ machen, etwa in Form eines Aus­ landsjahrs im Kosovo; weniger hin­ gegen, um Offizier zu werden. Für die Zeit danach plant der Single, der vor einem halben Jahr das KV abge­ schlossen hat, die Berufsmaturitäts­ schule und ein Studium, Wirtschafts­ recht oder Recht. Sonntag, 17.1., letzter Tag im Zivilleben

«Es ist eigentlich ein Sonntag wie ­jeder andere – das wäre sicher anders, wenn ich morgen in die Kaserne ein­ rücken könnte. Ein bisschen Vor­ freude ist aber schon da. Ich logge mich schon mal ins Lernsystem ein, was problemlos funktioniert. Und ich ­räume auch ein wenig auf, d ­ amit ich dann gut arbeiten kann und nicht ­abgelenkt werde. Abends koche ich mir Gemüsegnocchi mit einer Käse­ rahmsauce und schaue später auf Netflix ein paar Folgen der Anwalts­ serie ‹Suits›.» Montag, 18.1., Start ins RS-Homeoffice

«Ich bin um 8 Uhr aufgestanden, habe Toast mit Lachs gefrühstückt und

Stunden Theorie pro Tag sollen die Rekruten mindestens durcharbeiten. Später in der Kaserne wird dann ihr Wissensstand getestet.

will um 8.30 im Lernsystem loslegen, aber es lädt so langsam, dass sich ­damit nicht arbeiten lässt. Auch nicht auf dem Handy. Da es nicht besser wird, gehe ich erst mal zum Coiffeur, aber danach ist die Site gar nicht mehr erreichbar. So bleibt es bis am Abend – schon etwas speziell. Ich ­arbeite stattdessen online an einem Innenarchitektur-Lehrgang weiter und mache eine knappe Stunde Sport. Abends bestellen wir Pizzas, und vor dem Schlafengehen gibts nochmals ein paar Folgen ‹Suits›.» Dienstag, 19.1.

«Auch heute geht leider gar nichts. Ich versuche es immer wieder, aber komme nicht ins System. Auf ein Mail an die Hotline kommt auch keine Antwort. Ich frage mich, ob wir diese verlorenen Tage dann am Schluss noch ranhängen müssen. Immerhin habe ich wieder genügend Zeit für

Sport. Als ich es um 22 Uhr nochmals versuche, komme ich plötzlich doch noch rein, bin aber zu müde, um noch gross was zu tun. Immerhin gibt es Hoffnung für den nächsten Tag.» Mittwoch, 20.1.

«Heute Morgen ist es mir gelungen, ein Info-Video meines Schulkom­ mandanten anzuschauen und ein paar Basisinformationen zu erhalten. Aber als ich in konkrete Aufgaben einsteigen will, kommen nur Fehler­ meldungen. Meinem Logistik-Kolle­ gen geht es genauso. Mails bleiben ­erneut unbeantwortet, im System heisst es nur, es gebe Probleme und man arbeite daran. Mein Kollege und ich absolvieren nachmittags einen ­Vita-Parcours, holen uns Take-out bei einem Türken und versuchen es abends nochmals, aber ohne Erfolg. Ich hoffe, es klappt diese Woche dann doch noch irgendwann.» Donnerstag, 21.1.

«Sie ahnen es. Auch heute klappt der Zugriff aufs E-Learning-System nicht. Ich tröste mich damit, dass es morgen vielleicht besser wird...» MM


14 | 25.1.2021 | ARCHÄOLOGIE

Neues Leben für eine Mumie

Sie sind über 2500 Jahre alt, wurden aus Ägypten gestohlen und lange schlecht gelagert: Nun sollen die Überreste von Ta-Scherit-en-Imen nach aufwendiger Analyse und Restaurierung ihr endgültiges Zuhause in St. Gallen finden. Text: Alain Portner  Bilder: Patrice Schreyer, Guillaume Perret

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er Aufzug fährt ins Innere der Haute École Arc de Neuchâtel. Auf Ebene –2 öffnet sich die Lifttür zu einem langen, kalten, grauen Korridor, der von einer Reihe von Neonröhren beleuchtet wird. Professor Valentin Boissonnas bleibt vor einer ­Metalltür stehen. Der Schlüssel dreht sich leise im Schloss. Er drückt einen Schalter. Der klimatisierte Raum wird beleuchtet. «Da ist die Mumie, da ist Ta-Scheriten-Imen!» Zum Vorschein kommt ein Sar­kophag. Er liegt in einer grossen Holz­ kiste unter einem Glasdeckel. Die Augen der Mumie, die mit Kajalstrich umrandet sind, fallen sofort auf und überschatten für einen Moment den bedauernswerten Zustand des fast 3000 Jahre alten Papp­ sarges. Denn der hat im Laufe der Zeit und durch mehrere Umzüge sein schön buntes Aussehen verloren. Valentin Boissonnas hat den kulturellen Wert des Sarkophags erkannt und ein ehrgeiziges Forschungsprojekt in die Wege geleitet, das 2021 in die Um­ setzungsphase eintritt. «Unser Ziel ist es, die Überreste zu sichern und zu ­bewahren. Indem wir diese Mumie ­studieren, gehen wir in der Zeit zurück, Schicht für Schicht. Wir versuchen ihre Geschichte besser zu verstehen, vor und nach ihrer Einbalsamierung.»

Die Tochter von Amun Dank der Inschriften auf dem Sarkophag und der Carbon-14-Datierung – einer Kohlenstoffanalyse, die vor etwa 15 Jahren an einem Stück Stoff durchgeführt wurde –, ist bekannt, dass die Mumie aus der Zeit zwischen 800 und 520 vor Christus stammt. Sie ist weiblich und trug den Namen Ta-Scherit-en-Imen. Gemeint ist die Tochter des Gottes Amun. «Es ist ein ungewöhnlicher Name. Mög­ licherweise war sie in einem Tempel angestellt, aber das ist nur eine Hypothese», sagt Professor Boissonnas. Auf jeden Fall muss sie eine Person von hohem sozialem Rang gewesen sein. Drauf deutet auch ihr mit Blattgold veredeltes Gesicht hin. Und der Stil der Dekorationen auf ihrem Sarg legt nahe, dass sie in der Nähe von Theben, der Hauptstadt des alten Ägyptens, gelebt hatte.

Der Sammler Zanoli Lange nach Einbalsamierung und Grablegung wurde der Sarkophag wahrscheinlich von Grabräubern ­entwendet. Das war in Ägypten ­ge­rade im 19. Jahrhundert nichts ­Ungewöhnliches. Die Mumie landete auf einem Markt in Kairo. Da erwarb sie 1887 wahrscheinlich Zaccharia ­Zanoli, ein italienischer Hotelbe­ sitzer, für ein paar ägyptische Pfund.

Er nahm das sperrige «Souvenir» mit zurück nach Brissago TI, wo er es in seine persönliche Sammlung aufnahm. Anfang des 20. Jahrhunderts schnitt er, von Neugierde ­gepackt, den Sarkophag auf, um zu ­sehen, was sich darin befand.

Die Füsse verloren 1912 schenkte Zanoli der Gemeinde Brissago alle Kuriositäten, die er auf seinen Reisen erworben hatte. Mit der Absicht, ein Museum einzurichten. Die Mumie wurde denn auch eine Weile ausgestellt. Nach Schliessung des Museums brachte man sie in ein behelfsmässiges Lager. Bei diesem Umzug gingen wohl ihre Füsse ver­ loren. Im Lager geriet sie schliesslich in Vergessenheit, bis die Gemeinde sie wiederentdeckte und Kontakt mit einer Restaurierungswerkstatt in ­Zürich aufnahm. Diese sollte das Stück wieder im alten Glanz erstrahlen lassen. Doch der Aufwand für die Restaurierung war der Gemeinde am Lago Maggiore zu teuer. Und da sich Schweizer Museen weigerten, das ­archäologische Objekt im jetzigen ­Zustand zu beherbergen, lancierte Boissonnas das Forschungsprojekt.

Mit 3-D-Gesicht Nun wartet die Mumie Ta-Scheriten-Imen in einem Lagerraum sechs


ARCHÄOLOGIE | 25.1.2021 | 15

Filigrane Arbeit: Die Analyse und Restauration der Mumie wird drei Jahre dauern.


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ARCHÄOLOGIE | 25.1.2021 | 17

Meter unter der Erde, nur einen Steinwurf vom Bahnhof Neuen­ burg entfernt, darauf, von allen ­Seiten untersucht zu werden. Man will möglichst viel über sie heraus­ finden, bevor sie restauriert und langfristig konserviert wird. Am Projekt sind mehrere Partner be­ teiligt: die Hochschule Arc Neuen­ burg, die Hochschule der Künste Bern, das Museum für Geschichte und Ethnographie in St. Gallen und das Institut für Evolutions­medizin der Universität Zürich. Gemeinsam werden sie ver­ suchen, die Geschichte der Frau aus der Zeit der Pharaonen mit Analysen von Überresten, Ein­balsamierungstechniken, Bandagen und des Pappsargs zu beleuchten. «Diese Untersuchungen werden wertvolle Hinweise auf ihr Alter, den sozialen Status und die Ernäh­ rung geben. Und wir werden heraus­ finden, ob sie Kinder hatte und an welchen Krankheiten sie litt», sagt der Experte. Ihr Gesicht soll zudem in 3-D rekonstruiert werden.

Mit der Analyse von Kohlenstoff aus einem Gewebefragment der Mumie haben Forschende das Alter bestimmt: Das Grab von Ta-Scherit-en-Imen stammt aus dem 9. bis 6. Jahrhundert vor Christus.

z­ urückkehren. Ihre letzte Ruhe wird die Mumie im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gal­ len finden. Dort bereitet Ägypto­ login und Kuratorin Alexandra ­Küffer eine Sonder­ausstel­lung vor. Neben dem Sarkophag und den Fakten dazu soll auch die Erwerbs­ geschichte der Mumie sichtbar werden. «Besucherinnen und Be­ sucher sollen erfahren, wie solche Objekte früher nach Europa ge­ kommen sind», erklärt Küffer. Die Ausstellung soll einen Ab­ stecher nach Brissago machen, an den Ort, wo die Mumie früher ausgestellt war. Und dann wird TaScherit-en-Imen in die Sammlung in St. Gallen aufgenommen. «Es ist uns wichtig, dass Sarg und Mumie in Zukunft einen festen Ausstel­ lungsplatz erhalten», sagt Küffer.

Partner in Ägypten Die Analyse- und Restaurierungs­ arbeiten an der Mumie werden drei Jahre dauern. Die Kosten belaufen sich auf rund 280 000 Franken. Das Bundesamt für Kultur (BAK) un­ terstützt das Vorhaben mit einem namhaften Betrag. ­Zudem ist eine Partnerschaft mit Ägypten geplant. Man wolle sich austauschen und mehr über die Konservierung und Restaurierung von Mumien von­ einander lernen, sagt Boissonnas. Derzeit fehlen aber immer noch etwa 150 000 Franken, um das ­Budget des Forschungs­projekts zu decken.

Letzte Ruhestätte Wenn sie wiederhergestellt ist, wird Ta-Scherit-en-Imen nicht in ihre ursprüngliche Heimat

Der Fluch der Mumie

«Könnte die Mumie sprechen, würde sie sagen, wie gut sie hier behandelt wird.» Valentin Boissonnas, Professor an der Haute Ecole de Conservation-Restauration Arc, Neuchâtel

Hat Professor Boissonnas eigent­ lich Angst vor dem berühmten Fluch der Mumien? Er lacht. «Nein, nicht wirklich. Zaccharia Zanoli lebte ein langes Leben, und es gab keine Fälle von verdächtigen Todesfällen in seinem Umfeld. Ich denke, wenn sie sprechen könnte, würde Ta-Scherit-en-Imen sagen, wie glücklich sie ist, so gut behan­ delt zu werden. Wir werden ihr eine zweite Jugend schenken und ihr erlauben, ihre ewige Reise in ­einem wiederhergestellten Körper fortzusetzen.» MM


18 | 25.1.2021 | SOLARENERGIE

Aus Salz wird Strom

Mit einer speziellen Ökobatterie speichert eine Migros-Filiale in Schlieren ZH Solarstrom. Der riesige Akku enthält keine exotischen Rohstoffe, sondern vor allem Schweizer Kochsalz. Text: Michael West

Wozu braucht ein Supermarkt eine solche Riesenbatterie?

Hat der Salzakku auch Nachteile?

«Es handelt sich um eine träge ­Batterie», sagt der Unternehmer Max ­Ursin (57), dessen Firma Inno­v­energy in Meiringen BE die Anlage für die Migros konstruiert hat. «Es dauert also etwas länger als bei anderen ­Akkus, bis sie geladen und entladen ist.»

Die Migros-Filiale Rietbach in ­Schlieren ZH verfügt über ein ganzes Arsenal aus Sonnenkollektoren. Die schwarzen Paneele bedecken das ­Gebäudedach und den Autounterstand. Die Filiale betreibt mit dem Strom ihre Kühlregale, Tiefkühl­ truhen und Lampen. Die Solaranlage produziert sogar zehn Prozent mehr Energie, als benötigt wird. «Diesen Überschuss möchten wir gern speichern. Das gelingt dank der neuen Ökobatterie im Keller», sagt Andreas Frölich (59), Energiespezialist der Genossenschaft Migros Zürich.

Wie lässt sich die Batterie entsorgen?

«Das ist ökologisch kein Problem», versichert Ursin. Wenn sie später ­ausgedient hat, lässt sich das M ­ etall herausschmelzen und rezyklieren. Aus den restlichen Rohstoffen entsteht eine Schlacke, die man beim Strassenbau verwenden kann.

Was macht diesen Stromspeicher so besonders?

Wie verbreitet sind denn solche Strom­speicher?

Warum sind die Rohstoffe der Batterie wichtig?

In vielen modernen Hochleistungs­ akkus stecken problematische Roh­ stoffe – zum Beispiel Kobalt, das in der Republik Kongo in Minen auch von Kindern abgebaut wird. Das ­häufig verwendete Lithium stammt vor ­allem aus Argentinien, Bolivien und Chile. Bei der Gewinnung dieses ­Metalls werden riesige Mengen an Wasser verbraucht.

«In Zukunft wird man solche Stromspeicher häufiger in Häuser einbauen.» Andreas Frölich Energiespezialist der Migros Zürich

Erfunden wurden sie zwar schon in den 1980er-Jahren, doch auf ­breiter Front haben sie sich noch nicht durchgesetzt. In der Schweiz kon­struiert nur die Firma Inno­ venergy s­ olche Batteriesysteme. «Wir glauben trotzdem an dieses umweltfreund­liche System», sagt Frölich. «In Zukunft wird man solche Stromspeicher häufiger in ­Häuser einbauen.» Könnten auch Elektroautos ­Salz­batterien haben?

Es gibt zwar E-Lieferwagen und -­Busse mit Salzakkus, bei kleineren Autos haben sie sich aber nicht durchgesetzt. Ursin hat sich aus ­lauter Begeisterung trotzdem eine solche Batterie in sein Mini-Elektroauto der Marke Think einbauen ­lassen. Im Idealfall kommt er damit jedoch nur 150 Kilometer weit. MM

Bild: Getty Images

Die Anlage im Keller sieht imposant aus: Sie ist 8,5 Meter breit und 2 ­Meter hoch; sie bringt stolze 6 Tonnen auf die Waage. Das Be­ sondere ist aber, dass die 24 Batterieblöcke aus lauter unbedenklichen Roh­stoffen angefertigt wurden, die in der Natur reichlich vorhanden sind: Nickel, E ­ isen, Keramik und vor allem Kochsalz, das aus den Rheinsalinen im Kanton Baselland stammt.


KOLUMNE | 25.1.2021 | 19

Theorie und Praxis

1, 2 ODER 3 ? Seit ich Kinder habe, wird mir die Ernährungspyramide um die ­Ohren gehauen. Bereits als der Grosse (10) in der Kita war, zierte dieses Dreieck Garderobe und Küche. Mit jeder neuen Betreuung fand die Pyramide wieder zu uns. Als Regeln für Znüni oder Kinder­ geburtstage (Kuchen verboten, Trauben geduldet, Nüsse erwünscht). In der 2. Klasse befragte die Schul­ ärztin den Grossen zu seinen Ess­ gewohnheiten – und er punktete mit ­fundiertem Wissen. Er behauptete sogar, nur Wasser schmecke ihm. Na ja. Nun hat er das Thema in der 4. Klasse erneut be­handelt und in der Prüfung brillant ­abgeschnitten. Er kann Ernährungspyramide, denke ich erfreut. Tags darauf geht er mit Freunden Schlittschuh laufen und nimmt eine Zehnernote aus seinem Sparschwein mit. Als ich ihn abends frage, was er damit gekauft hat, sagt er: ein Pack Chips, eine Tafel Schokolade und eine Tüte M&Ms. – Und jetzt? MM 1 Die Lücke zwischen Theorie und Praxis

Illustration: Lisa Rock

müssen wir schliessen! Ich gehe mit ihm die Ernährungspyramide erneut durch. 2 Der Grosse darf nur noch fünf Franken ­Taschengeld auf einmal ausgeben. 3 Ich lache in mich hinein und schwelge in Erinnerungen an meinen liebsten Kiosk.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 3: Nun ja, gesund war das nicht. Aber irgendwie soll der Grosse sein Taschengeld ja auch verputzen dürfen. Und häufig kann er sich das nicht leisten. Anzeige

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20 | 25.1.2021 | ZU HAUSE ARBEITEN

So macht Homeoffice sogar Spass Mit ein paar Tricks und wenig Material gestalten Sie den Arbeitsplatz daheim so, dass Sie sich ganz gern dransetzen – und ihn abends mit gutem Gefühl verlassen. Text: Lisa Stutz

Musik abspielen Teilt man das Homeoffice nicht gerade mit Kindern, ist es manchmal ganz schön still. Über längere Zeit kann das ziemlich auf die Moral ­schlagen. Platzieren Sie im Raum eine Lautsprecherbox, über die Sie Ihren Lieblingsradiosender hören oder eine neue Spotify-Playlist. So kriegen Sie wie von selbst beste Laune. Bluetooth-Lautsprecher Philips TAVS300/00 Fr. 72.20  bei galaxus.ch

Tageslicht kontrollieren Verschieben Sie unbedingt ­Ihren Bürotisch oder wechseln Sie am Esstisch den Platz, wenn das Tageslicht von hinten auf Ihren Arbeitsplatz fällt. Für die Augen ist es unan­genehm, wenn sich Licht im Bildschirm spiegelt. Am besten richten Sie den Arbeitsplatz gleich zum Fenster hin aus – oder mindestens seitlich dazu, wenn es blendet.

Rituale schaffen Mit dem Arbeitsweg geht auch ein Ritual verloren. Schaffen Sie stattdessen daheim kleine Rituale für den Start in den Tag. Legen Sie etwa einen Bildband auf den Arbeitstisch und blättern Sie jeden ­Morgen auf eine neue Seite. Das Bild begleitet Sie den ganzen Tag. Das Gleiche können Sie auch mit einem Tageskalender machen. Bildband «Sunday ­Sketching» von Christoph Niemann, Fr. 39.10 bei exlibris.ch

Blumen aufstellen Der Frühling kommt. Frische Schnittblumen in ­Ihrer Lieblingsvase verbessern die Stimmung bei jedem Hingucken. Fürs Homeoffice eignen sich übrigens vor allem blaue Blumen – denn die Farbe fördert die Konzentration. Aktuell haben etwa blaue Tulpen Saison. Vase Nele Fr. 22.90  bei micasa.ch


ZU HAUSE ARBEITEN | 25.1.2021 | 21

NICHT VERGE SSEN

Pausen

Im Büro entstehen automatisch kleine Pausen, etwa beim ­Schwatz am Drucker. Stellen Sie sich im Homeoffice notfalls den Wecker, um sich einen Tee zu kochen oder auf dem Balkon Luft zu schnappen.

Den Raum trennen Die Anschaffung eines Paravents lohnt sich vor allem in Wohnungen ohne separates Büro. Die Trennwand sorgt dafür, dass Sie sich während des Arbeitens nicht nur im Kopf von Couch und Fernseher abgrenzen können. Vielleicht können Sie Mitbewohner gar dazu ­erziehen, zuerst am Paravent anzuklopfen, bevor sie Sie mit einer Frage stören. Mutoni Casual Paravent Harper grün Fr. 115.– bei galaxus.ch

Bilder: iStock, Knesebeck Verlag, PD; Illustration: iStockphoto

Stuhl + Tisch = Stehtisch

UND SO SITZEN SIE RICHTIG Der Bildschirm sollte sich auf Augenhöhe befinden und genau parallel zu den Augen ausgerichtet sein. So, als hielten Sie sich ein Blatt Papier gerade vors Gesicht. Eine Armlänge Abstand ist richtig.

In vielen Unternehmen ­haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schreibtische, die sie in der Höhe nach ­Bedarf verstellen können – es ist gesund, im Stehen zu arbeiten. Zwar haben die meisten zu Hause kein ­Stehpult, es gibt aber einen einfachen Trick: Sie stellen einen ganz normalen Stuhl einfach auf den Arbeitstisch. Auf der Sitzfläche des Stuhls platzieren Sie Ihr Notebook, so befindet es sich nun auf der richtigen Höhe.

Sie sollten den Rücken nicht krümmen müssen. Arbeiten Sie nicht am Laptop, indem Sie d ­ arauf hinunterblicken. Auch im Home­of ­fi ce ist es wichtig, sich nicht zu­ verkrampfen. Nur so bringt man die ­Arbeit locker hinter sich. Am ­besten legen Sie sich einen sepa­ raten Bildschirm zu, den Sie ans Notebook ­anschliessen, oder stellen Sie ihren Laptop erhöht hin und bedie­nen ihn mit einer drahtlosen Tastatur.

Den Papierstapel verstauen Endlich Feierabend! Doch wenn Sie vom Sofa aus unsortierte ­ apierstapel im Regal anschauen müssen, graut es Ihnen bereits P vor dem nächsten Arbeitstag. Noch schlimmer wird es, wenn der Stapel beim Znacht noch neben dem Teller liegt. Darum: Verstauen Sie alles hinter blickdichten Wänden, was an Arbeit erinnert. Praktisch sind zum Beispiel diese «Legos» in Übergrösse. Room Copenhagen, Storage Brick ab Fr. 34.10 bei galaxus.ch

Stellen Sie den Bürostuhl so ein, dass die Oberschenkel waagrecht und die Unterschenkel senkrecht sind. Auch die Ellenbogen sollten ­einen rechten Winkel einnehmen. Über­prüfen Sie, ob Sie nun mit ­ge­radem Rücken und geradem Hals und Kopf schreiben können. Wer die Tastatur blind bedienen kann, vermag den Kopf noch länger gerade zu halten. Nun können Sie problemlos so lange arbeiten, wie Ihre Konzentration a­ nhält. Anschliessend: Pause!

Quelle: micasa.ch


PUBLIREPORTAGE

Binnen fünf Jahren werden 60% der Eigentümer keine Maklerprovision mehr bezahlen! Laut Prognosen der provisionsfreien Immobilienagentur Neho, werden in Zukunft drei von fünf Verkäufer ihre Immobilie verkaufen, ohne dabei die von den meisten Maklern geforderte hohe Maklerprovision bezahlen zu müssen. In vielen Ländern etablieren sich Immobilienagenturen mit einem Festpreisangebot zu bedeutenden Akteuren. So auch in der Schweiz: Mit ihrem Konzept hat die Agentur Neho bereits mehr als 1’200 Eigentümer von sich überzeugt. Statt einer Provision, bezahlen Nehos Kunden eine fixe Gebühr von CHF 9’500 für dieselben Dienstleistungen. Da immer mehr Kunden ihre Zufriedenheit über ihre Entscheidung zum Ausdruck bringen, lässt der neue Player traditionelle Agenturen gleichzeitig alt aussehen. Christoph S. äussert sich folgendermassen dazu: «Waren wir früher wirklich gewillt, eine Provision zu bezahlen? Das ist nun das zweite Mal, dass ich mein Haus verkauft habe. Das erste Mal, vor ein paar Jahren, beauftragte ich eine Agentur in meiner Nachbarschaft und es kostete mich Zehntausende von Franken. Dieses Mal habe ich mich für Neho entschieden. Ich hatte einen ähnlichen Service, wenn nicht sogar einen noch engagierteren und reaktiveren Makler an meiner Seite; ich habe mein Haus schneller verkauft als beim ersten Mal und es hat mich fünf Mal weniger gekostet.» Die Immobilienprovision ist die goldene Gans in der Immobilienbranche und entspricht in der Regel einem Betrag zwischen CHF 30’000 und CHF 50’000. Dies ist für die Eigentümer immer schmerzhaft, für manche von ihnen könnte damit aber bald Schluss sein: «Wir erleben eine rasante Veränderung auf dem Immobilienmarkt, immer mehr Kunden zeigen Interesse an der von unserer Agentur angebotenen Alternative und den damit einhergehenden erheblichen Einsparungen.», erläutert Gründer Eric Corradin. Die Agentur, die ein exponentielles Wachstum ihrer Kundschaft verzeichnet, erwartet, dass bis 2025 nahezu 60% der ca. 27’000 jährlich von Immobilienmaklern abgewickelten Transaktionen in der Schweiz über ein Festpreisangebot

realisiert werden. Dies würde für Verkäufer eine Ersparnis von nahezu 350 Millionen Franken bedeuten! Neho erbringt mit einem Festpreis von CHF 9’500 dieselben, laut Kundenfeedback sogar noch besseren Leistungen als traditionelle Anbieter. Die Immobilienagentur automatisiert einen Grossteil wiederkehrender administrativer Aufgaben und verschafft den lokalen Maklern so mehr Zeit für die Betreuung ihrer Kunden. Dies vereinfacht den Verkaufsprozess und der Makler kann sich auf die Suche nach einem geeigneten Käufer für das Objekt fokussieren. Neho verbindet somit das Beste aus digital und lokal: Eine leistungsstarke digitale Plattform und lokal verankerte Makler mit einem fundierten Verständnis der Marktgegebenheiten in Ihrer jeweiligen Region. Dank dieses attraktiven Modells hat die Agentur ihren Kunden bereits über

23 Millionen Franken eingespart. Aber auch das schnelle Wachstum und die für die Branche überdurchschnittlich hohe Kundenzufriedenheit haben schnell die Aufmerksamkeit der traditionellen Agenturen auf sich gezogen. Dank der Innovationskraft und des Mehrwerts, der das Angebot von Neho für Kunden und die gesamte Immobilienbranche bietet, hat die Agentur bei den Swiss Real Estate Awards 2018 den Preis in der Kategorie “PropTech” gewonnen. Auch bedeutende Immobilienkonzerne wie Investis und Delarive haben sich frühzeitig dem Abenteuer angeschlossen, um die Entwicklung dieses dynamischen Players zu begleiten. Heute zählt Neho 28 regionale Niederlassungen, mehr als 1’200 Kunden und 60 Verkäufe pro Monat und ist somit eine der führenden Agenturen in der Deutschschweiz.

Prognostizierte Entwicklung der Anzahl Immobilientransaktionen in der Schweiz Provisionsfreie Agenturen

Traditionelle Agenturen

Mühlegasse 11, 8001 Zürich gruezi@neho.ch Tel. AG 056 588 04 00 Tel. BE 031 528 05 00 Tel. BS/BL 061 588 05 00 Tel. LU 041 588 08 00 Tel. SG 071 588 09 00 Tel. ZH 043 588 01 00 Bewerten Sie jetzt Ihre Immobilie kostenlos auf neho.ch


GENUSS | 25.1.2021 | 23

Wissensbissen FOODTREND

Dick auftragen Auch 2021 essen wir vor allem zu Hause. Um den Mahlzeiten mehr Erlebnischarakter zu verleihen, drapieren wir das ­Essen kunstvoll auf so­ genannten ­«Charcuterie Boards». Darauf tummelt sich nicht nur Fleisch, sondern auch Käse, Süssig­keiten, ­Tacos oder ­Früchte.

Pfannenhilfe

Meine Kartoffeln wurden beim Kochen matschig. Was ging da schief?

migusto.ch/exoten-platte

Im Eifer des Gefechts kann es passieren, dass man das Salz vergisst. Dieses hat nämlich nicht nur die Funktion, die ­Kartoffeln zu salzen, sondern sorgt auch dafür, dass ihnen beim Kochen Wasser ­entzogen wird. Der Grund: Die Salz­ konzentration im Wasser ist höher als die in der Kartoffel. So bleiben Kartoffeln fest und werden innen etwas trockener als Pellkartoffeln. Fehlt das Salz, dringt Wasser ein und macht sie matschig. S ­ ollten die Kartoffeln sehr unansehnlich sein, giesst man einfach das Wasser ab und lässt die Kartoffeln abdampfen, ­damit möglichst viel Feuchtigkeit e ­ nt­weichen kann. Dann mit wenig heis­ser Milch, Salz und etwas Olivenöl oder B ­ utter zu Kartoffelstock ­verarbeiten.

Illustration: Felice Bruno; Bilder: Migusto, zVg

Petersilie Die Zeiten, in denen man Peter­ silie in erster Linie als Dekoration auf dem Teller fand, sind vorbei. Im italienischen Salsa verde oder dem argentinischen Chimichurri punktet das grüne Würz­kraut mit viel Aroma. Die krause Petersilie entstand übrigens als Züchtung, weil man Verwechslungen der glatten Petersilie mit der sehr ­giftigen Hundspetersilie aus­ schliessen wollte.

GARTEN

Samentüten ordnen Der Januar ist ein guter Monat, um Saatgut zu sortieren. Für Garten­ neulinge ist es sinnvoll, die Samen nach Aussaatmonaten zu sortieren. Man ordnet zum Beispiel Bohnen-, Kürbis- und Zucchettisamen dem Mai, Salate und Radieschen dem März zu. Zum Aufbewahren eignen sich grosse Umschläge, auf die man gut lesbar den jeweiligen M ­ onat schreibt.

184

Liter Wasser werden durchschnittlich für die Produktion eines Kilogramms Tomaten ­benötigt. Bei der gleichen Menge Kartoffeln sind es gar 250 Liter.


24 | 25.1.2021 | GENUSS

Kult und günstig

600000 Vor gut 15 Jahren lancierte die Migros M-Budget-Mobile. Das laufend erweiterte Angebot zählt heute bereits 600 000 Kundinnen und Kunden.

Bilder: Migusto, Getty Images

M-Budget wird 25 Jahre alt. Zum Geburtstag erhält die ungebrochen trendige Marke eine neue Hülle – und weitere Produkte in Grün-Weiss. Sicher ist: Die Tiefpreisgarantie bleibt. Text: Claudia Schmidt und Benita Vogel

Der M-Budget-Energydrink (25 cl) ist heute das meistverkaufte Produkt der Marke. Auch das NatureJoghurt und die Bananen gehören zu den Favoriten.

Spaghetti bolognese mit Oliven Der Klassiker schmeckt allen. Und wir toppen das Pastagericht mit würzigen Oliven. Rezept auf migusto.ch


GENUSS | 25.1.2021 | 25

M-BudgetNuggets sind die besten Der K-Tipp hat am 13. Januar die M-Budget-Chicken-Nuggets zum Testsieger erklärt. Das günstigste Produkt punktete im Vergleich mit dem besten Fleisch: 750 g für Fr. 7.95.

Erbsensuppe mit Speck

1.45 pro Person

1 M-Budget Tomatensauce, 500 ml Fr. 1.15 2 M-Budget Spaghetti, 1 kg Fr. –.90 3 M-Budget Hackfleisch gemischt, 100 g Fr. 1.10 4 M-Budget Olivenöl, 1 l Fr. 4.10 5 M-Budget Grüne Oliven, 170 g Fr. –.65 6 M-Budget Reibkäse, 250 g Fr. 3.–

1.25 pro Person

1 M-Budget Tiefgekühlte Erbsen, 800 g Fr. 2.75 2 M-Budget Zwiebeln, 2 kg Fr. 2.90 3 M-Budget Butter, 250 g Fr. 2.80 4 M-Budget Gemüsebouillon, 800 g Fr. 5.65 5 M-Budget Bauernspeck, 100 g Fr. 3.30 6 M-Budget Mascarpone, 500 g Fr. 2.80

Hauptgericht für 4 Personen

1 Zwiebel 400 g tiefgekühlte Erbsen, aufgetaut 2 EL Butter 8 dl Gemüse-­ bouillon 80 g Bauernspeck 100 g Mascarpone Salz, Pfeffer 1. Zwiebel hacken.

­ enige Erbsen bei­ W seitestellen. Rest mit Zwiebel in der Butter andünsten. Mit Bouillon ablöschen. Suppe ca. 5 Minuten köcheln lassen. 2. Inzwischen Speck

Im neuen Kleid Die Schokolade ist schon neu verpackt, weitere M-Budget-Produkte in modernerem Design werden folgen.

knusprig braten. Die Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mascarpone und restliche Erbsen in die Suppe geben. Mit knusprigem Speck anrichten.


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GENUSS | 25.1.2021 | 27

–.25

Das günstigste M-Budget-Produkt kostet 25 Rappen. Das beliebte Mineralwasser in der 1,5-LiterFlasche gibt es mit und ohne Kohlensäure.

150

neue Produkte kommen 2021 zum M-BudgetSortiment hinzu.

3.95 pro Person

Hauptgericht für 4 Personen

1 M-Budget Pommes frites, 3 kg Fr. 9.45 2 M-Budget Olivenöl, 1 l Fr. 4.10 3 M-Budget Schweinskotelett mager, 1 kg Fr. 15.– 4 ­ M-Budget Mischsalat, 500 g Fr. 3.55 5 M-Budget Champignons, 500 g Fr. 2.– 6 M-Budget French Dressing, 1 l Fr. 1.95

DIESEN KÄSE LIEBEN ALLE

Bilder: Migusto, iStockphoto

1

2

3

Schweinskotelett mit Pommes frites und Salat

4

5

600 g tiefgekühlte Pommes frites 4 Schweinskoteletts Salz, Pfeffer 4 EL Olivenöl 100 g Champignons 500 g Mischsalat 1 dl French Dressing 1. Backofen auf 200 °C

vorheizen. Pommes frites auf einem mit Backpapier belegten Blech flach auslegen. In der Ofenmitte ca. 15 Minuten goldgelb backen. 2. Schweinskoteletts mit Salz und Pfeffer würzen. In etwas Öl bei mittlerer Hitze ca. 8 Minuten beidseitig braten. Champignons in Scheiben schneiden. In der Bratpfanne kurz anbraten. Salat und Champignons mit Dressing mischen. Pommes frites salzen und mit Schweins­ kotelett und Salat anrichten.

TOPSELLER IM M-BUDGET-KÄSESORTIMENT 1 Cottage Cheese, 750 g Fr. 3.75 2 Mozzarella, 400 g Fr. 2.05 3 Reibkäse, 250 g Fr. 3.– 4 Raclette Block, 100 g Fr. 1.20 5 Magerquark, 500 g Fr. 1.20


28 | 25.1.2021 | MEINE MIGROS

Hygienisch sauber unterwegs Viele Infektionskrankheiten werden über die Hände ­ über­tragen. Diese sollten daher r­ egelmässig gründlich gereinigt werden – insbesondere nach dem Schnäuzen, ­Niesen oder Husten, nach dem Benutzen eines öffentlichen Verkehrsmittels oder beim Heim­kommen. Während zu Hause das sorgfältige Waschen mit ­Seife hilft, sind für unterwegs ­Handdesinfektionsmittel besonders praktisch.

Das flüssige Handdesinfektionsmittel wirkt gegen B ­ akterien und behüllte Viren, so auch gegen Influenzaund Coronaviren. Handdesinfektion ­liquid, 500 ml Fr. 9.95

Das reinigende Handgel d ­ uftet nach frisch-würzigem ­Lavendel. Gel auf die ­trockenen Handflächen geben und gründlich einreiben. I am Hand Reinigungs-Gel Lavendel, 50 ml Fr. 2.80

Das pflegende und ­ duftneutrale Gel ­desinfiziert die Hände in 30 Sekunden, ohne auszutrocknen. M-Plast ­Desinfektions-Gel, 75 ml Fr. 4.60

Bild: Yves Roth; Styling: Mirjam Käser

Die praktischen Desinfektionstücher sorgen in 30 Sekunden für hygienisch saubere Hände. M-Plast Desinfektionstücher, 14 Stück Fr. 4.90


JAHRESBILANZ | 25.1.2021 | 29

+7,4%

Die Migros konnte eine zentrale Rolle in der Versorgung der Schweizer Bevölkerung einnehmen.

+4%

Die Migros-Gruppe spürte die Pandemie rundum. Sie legte den Fokus noch stärker auf das Kerngeschäft.

Trotz vieler Herausforderungen bewältigte die Migros-Gruppe das Jahr gut. Dies insbesondere dank des ausserordentlichen Einsatzes ihrer Mitarbeitenden. Zudem setzte sie konsequent auf das Kerngeschäft und bereinigte das Firmenportfolio. Sie verkaufte die Warenhauskette Globus und den Gastrolieferanten Saviva. Der konsolidierte Gruppenumsatz stieg auf knapp 30 Milliarden Franken (+4 %).

+31%

Bild: Getty Images

Die Onlineshops haben die Logistik ausgebaut, um den Bestellungen nachzukommen.

Der Online-Supermarkt Migros Online (vormals LeShop) und das Online-Warenhaus Digitec Galaxus nahmen neue Lager in Betrieb und bauten das Angebot aus, um die Bestellungen möglichst rasch verarbeiten zu können. Sie beschäftigten zudem oft Mitarbeitende, die in anderen Migros-Betrieben wegen der Pandemie in Kurzarbeit waren. Der online ­erwirtschaftete ­Umsatz der ­Migros-Gruppe stieg um 31 Prozent auf knapp drei Milliarden Franken. Er machte zum ersten Mal mehr als zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Extremjahr gut gemeistert Die Pandemie hat das Leben stark verändert. Die Migros-Gruppe spürte dies im Geschäftsjahr 2020 mit einer deutlich gestiegenen Nachfrage in den Supermärkten und Onlineshops. Gleichzeitig verzeichnete sie starke Umsatzeinbussen im Reiseund Gastronomiegeschäft.

+15,7%

Discount, Convenience und Bücher waren trotz der Pandemie gefragt.

Neben dem starken Wachstum der Migros-Online-Tochter ­Digitec Galaxus konnten sich auch der Discounter Denner (Umsatz: +15,7 %) und der Convenience-Anbieter Migrolino (+20,8 %) als Nahversorger gut entwickeln. Auch Bücher ­waren gefragt: Ex Libris konnte online punkten und damit die Einbussen durch Filialschliessungen während des Lockdowns auffangen (+22,4 %).

–38,4%

Das Reise- und das Gastronomiegeschäft erlitt starke Rückgänge.

Für das Migros-Reiseunternehmen Hotelplan war 2020 das trübste Jahr der Geschichte. Es gab Zehntausende Rückreisen für Kunden zu organisieren, Reisen zu stornieren und Flüge umzubuchen. Die Hotelplan-Gruppe erzielte einen Nettoumsatz von 732 Millionen Franken (–38,4 %). Auch die Schliessung der Restaurants hinterliess Spuren: Der Umsatz der Migros Gastronomie sank um 41,7 Prozent.

Corona hat das Einkaufsverhalten vieler Konsumentinnen und Konsumenten verändert. Diese verbrachten mehr Zeit zu Hause und erledigten ihre Einkäufe vermehrt in kleineren, quartiernahen Läden. Es wurde weniger häufig, dafür pro Einkauf mehr eingekauft. Die Superund Verbrauchermärkte er­ zielten im Inland einen Umsatz von rund 12,5 Milliarden Franken (+7,4 %). Besonders gefragt ­waren Bioprodukte (+15,6 %) sowie nachhaltige und regionale Produkte. Zudem senkte die ­Migros die Preise für 700 Supermarktartikel dauerhaft.

+5,6%

Micasa, SportXX, Melectronics, Do it + Garden und OBI konnten Ladenschliessungen kompensieren.

Die Fachmärkte vermochten die vorübergehende Schliessung der Filialen während des Lockdowns mit dem Onlinegeschäft (+139,8 %) mehr als wettzumachen. Die Anzahl der Online-­ Bestellungen hat sich im Laufe des Jahres mehr als verdoppelt, während des Lockdowns zeitweise sogar verzehnfacht. Unter dem Strich gelang es den Fachmärkten, den Umsatz auf ins­ gesamt 1,7 Milliarden Franken (+5,6 %) zu steigern.


Aktive Massnahmen gegen chronische Erkrankungen und zur Stärkung des Immunsystems

PUBLIREPORTAGE

Sie möchten Ihre Gesundheit stärken und bis ins hohe Alter erhalten? Mit gezielter Ernährungs- und Stoffwechseltherapie gewinnen Sie spürbar mehr Vitalität und Wohlbefinden. Gleichzeitig unterstützen Sie mit einem gut funktionierenden Stoffwechsel ein gesundes Immunsystem. Wir zeigen Ihnen neue Wege. Aktive Massnahmen gegen chronische Erkrankungen und zur Stärkung des Immunsystems sind wichtige Bestandteile. Dazu hilft unsere erfolgreiche, über 25-jährige Erfahrung. Tiefgreifend entgiften – Immunsystem stärken Um Ihre Gesundheit zu erhalten, hilft es sehr, Ihrem Körper eine Auszeit zu gönnen. Mit unserem EPD®-Ernährungsprogramm regen Sie Ihren Stoffwechsel an und entgiften tiefgreifend. Dazu ermitteln wir Ihren individuellen Bedarf an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Ballast- und Aufbaustoffen. Parallel gleichen wir Defizite mit unseren massgeschneiderten HCK®-Mikronährstoffrezepturen gezielt aus. So bekommt Ihr Körper exakt, was er braucht. Schon nach kurzer Zeit spüren Sie die positive Wirkung und stärken sukzessive Ihr Immunsystem.

Wir machen keine Diät, sondern eine Stoffwechseltherapie

Eine starke Immunabwehr ist der beste Schutz Unsere Immunabwehr ist ein fein abgestimmtes, hoch leistungsfähiges biologisches System mit einer unvorstellbar grossen Zahl von Zellen. Alle Zellen patrouillieren ständig im Körper, werden erneuert, lernen dazu und stellen sich täglich neuen Herausforderungen. Ohne das körpereigene Abwehrsystem hätte der Mensch keine Überlebenschance. Immunsystem und Ernährung stehen miteinander in enger Wechselbeziehung. Deshalb sind eine gesunde Ernährung und ausreichende Mikronährstoffzufuhr nicht nur Voraussetzung für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, sondern auch für ein funktions- und leistungsfähiges Immunsystem.

Dr. med. Padia Rasch Leitende Ärztin Fachkurhaus Seeblick

Ein gut funktionierender Stoffwechsel ist die Grundlage für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Umgekehrt gilt: Jede Krankheit hat ihre Ursache in einer Störung des Stoffwechsels. Im Problemfall werden Substanzen nicht mehr abgebaut und ausgeschieden. Wenn sie sich anreichern, können sie den Körper sogar vergiften. Die Symptome sind vielfältig: ein nicht funktionierendes Immunsystem, Schlafstörungen, zu hohe Zucker-, Fett- und Leberwerte, Verdauungsprobleme, Müdigkeit, Erschöpfung oder rheumatische Beschwerden. Im Fachkurhaus Seeblick nehmen wir uns daher viel Zeit für Sie und Ihre offenen Fragen. Sie lernen bei unseren Fachvorträgen, wie Sie Ihre Ernährung soweit optimieren, dass Sie langfristige Erfolge erzielen.

Ziele des Aufenthaltes im Fachkurhaus Seeblick • Tiefgreifend entgiften • Rasch und gesund Depotfett abbauen • Cholesterinwerte und Blutdruck reduzieren • Körperfunktionen regenerieren und vitalisieren • Immunsystem gezielt stärken

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Adresse Telefon E-Mail

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Telefon +41 (0)52 762 00 70 Fax +41 (0)52 762 00 71 info@seeblick-berlingen.ch

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SCHWEIZER JENISCHE | 25.1.2021 | 31

Ursulina Gruber

Alfred Werro

hat noch nie länger als ein halbes Jahr an einem Ort gewohnt. Er lebt die meiste Zeit im Wohnwagen.

ist bei einer Pflege­ familie aufgewachsen und erfuhr erst mit 30 Jahren von ihren jenischen Wurzeln.

«I weiss nid, was es isch»

Ursulina Gruber erfuhr erst als Erwachsene von ihren Wurzeln, Alfred Werro lebt seit seiner Geburt als Fahrender. Sie gehören zu den 30 000 Jenischen in der Schweiz. Beide setzen sich für ihr Volk ein – auf ganz unterschiedliche Weise. Text und Bilder: Rahel Schmucki

Gsehsch das dört obe? Ganz wiit obe Ganz, ganz chlii I weiss nid, was es isch Aber das möcht i sii* Ursulina Gruber geht um das alte Haus an der Strassenecke herum und schaut immer wieder nach oben. «Vielleicht da, bei diesem Fenster?», sagt sie und zeigt mit dem Finger auf eine Lukarne. Die 63-Jährige hält einen Brief der Zürcher Vormundschaftsbehörde über ihre Mutter in der Hand. Darauf findet sich diese Adresse in Zürich-Hottingen. Hier hat ihre Mutter wohl einmal ­gewohnt und gearbeitet.

«Die Auskünfte der bisherigen Arbeitgeber Mauch, Bäckerei, Gemeindestrasse 62 in Zürich 7, (…) bei denen Karoline Gruber seit ihrem im September 1956 erfolgten Zuzug nach Zürich tätig war, lauten übereinstimmend sehr ungünstig» (Brief des Amtsvormunds vom 1. April 1957) Dieser Bericht ist etwas von ganz Wenigem, das Ursulina Gruber von ihrer Mutter ge­blieben ist. Nur ein paar Tage nach der Geburt hat man die kleine Ursulina ihr weggenommen, in eine Pflegefamilie gegeben und ihr einen neuen Namen verpasst: Ursula Spillmann. 50 Jahre später darf

sie sich wieder Ursulina Gruber nennen. Weil sie für ihren Namen gekämpft hat. Denn erst als ­Erwachsene hat sie erfahren: Sie ist die Tochter einer jenischen Schweizer Fahrenden. Auf der Suche nach ihrer Herkunft ist sie auf eine Geschichte gestossen, die beispielhaft für viele Fahrende ist. Heute bezeichnet sie sich als sesshafte Jenische (siehe Box «Fahrende in der Schweiz» auf Seite 33). Ursulina Gruber geht die drei Stufen zum Eingang des Hauses hinunter und späht durch die Schaufenster. Heute ist das Gebäude ein Wohnhaus, sie erkennt aber noch Spuren der ehemali-

gen Bäckerei. «Da hinten stand sicher die Theke, an der meine Mutter gearbeitet hat.» I weiss nid, was es isch I weiss nid, was es isch I weiss nid, was es isch Chas nid säge – was es isch Das mit der Sesshaftigkeit hat Alfred Werro (62) ausprobiert. Länger als sechs Monate am Stück hat er aber nie in einer Wohnung gelebt. «Ich halte das einfach nicht aus, da fühle ich mich gefangen.» Zu Hause sei er überall. Er sagt von sich, er sei ein fahrender Schweizer Jenischer. Zurzeit wohnt er an zwei


32 | 25.1.2021 | SCHWEIZER JENISCHE

Orten: am Wochenende in seiner Baracke auf einer Brache in ­Adliswil ZH, eingequetscht zwi­ schen Bahngleisen und der Sihl, auf einem Platz mit mehre­ ren Wohnwagen. Unter der ­Woche wohnt er in seinem Wohn­ wagen, der gerade in Zillis GR steht. Da renoviert er ein Haus, schreinert, zimmert, malt, flickt alles, was kaputt ist. «Was jenisch ist? Unsere Le­ bensweise», sagt Werro, den alle nur Popi, also Baby, nennen. «Was ich damit meine? Ja, die Gemeinschaft, … die Art unseres Wohnens. Mhhh … die Tür ist immer offen.» Als wäre das ihr Stichwort, tritt seine Nachbarin in die Baracke und stellt sich vor den Elektroofen. Gemeinsam mit Popi versucht sie, die rich­ tigen Worte zu finden. «Wir sind nicht wie ihr, das ist bei uns ­irgendwie anders», sagt sie. Nein, nicht wie in einer WG. «Ich ­glaube, es ist mehr, dass wir uns im Wohnwagen immer um Gas, Wasser und Strom kümmern müssen. Da müssen wir einander mehr helfen als andere Nach­ barn», sagt sie und spielt mit ­ihren grossen goldenen Creolen-­ Ohrringen. Sind die Ohrringe ­typisch jenisch? «Ja, Schmuck gehört für mich schon dazu.» Auch Popi trägt eine Goldkette um den Hals und einen auffäl­ ligen Goldring mit grünem Stein am Finger. Das habe einen histo­ rischen Grund: Die Jenischen hätten in früheren Zeiten ihr Geld in Schmuck angelegt. Was man trage, könne nicht so ein­ fach genommen werden. Und habe man mal weniger verdient, hätte man den Schmuck schnell verkaufen können. Wilder. Verwegener. Markan­ ter als die anderen. Diese Worte kommen Ursulina Gruber als Beschreibung für Jenische in den Sinn. «Ich habe immer gespürt, dass ich irgendwie anders bin.» Sie sage stets, was sie denke, sei nicht still zu kriegen, stolpere über Grenzen, die sie als solche gar nicht wahrgenommen habe,

Nie alleine: Wenn Popi nicht gerade Besuch von seinen Nachbarn hat, teilt er seine Bleibe mit ­seiner kleinen Hündin.

verfüge über eine ausserordent­ lich gute Intuition. «Früher hätte man mich vielleicht als Hexe ­bezeichnet.» Und da sei diese Leidenschaft fürs Feuer und für den Wald. Nicht ein bisschen viele Klischees? «Nein. Als ich von meiner Herkunft erfuhr, ­haben diese Dinge für mich plötz­ lich einen Sinn ergeben.» Gspürsch das da inne? Ganz tief inne Ganz, ganz schwär I weiss nid, was es isch Aber da chumi här «Es dürfte wohl kein anderes Mittel (…) geben, als die ganz ­frühe Entfernung der Kinder aus der Familie und eine möglichst gute Erziehung und Hebung auf eine höhere soziale Stufe, wenn die fahrenden Familien nach und nach in den Sesshaften aufgehen

sollen», schrieb der Psychiater Josef Jörger zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auf diese ­Aussage stützte sich das Kinder­ hilfswerk Pro Juventute und nahm mithilfe der Behörden zwischen 1926 und 1973 über 600 Kinder ihren fahrenden ­Eltern weg. Das Ziel: die soge­ nannten Vagantenfamilien sys­ tematisch aufzulösen. Sie steck­ ten die Kinder in Pflegefamilien, Erziehungsheime, Arbeitsan­ stalten, psychiatrische Kliniken und Gefängnisse. Bei den Jenischen gibt es ein altes Sprichwort: Papst kann man werden, jenisch wird man geboren. Ursulina Gruber weiss inzwischen ein bisschen mehr über ihre Herkunft. Ihre Mutter ist in Scharans GR aufgewach­ sen, so steht es in der Geburts­ anzeige, die Gruber von den ­Behörden bekommen hat. Auf

ihrer Spurensuche reiste sie in das Bündner Dorf und fand Puzzleteile, die ein Bild ergeben. Ihre Grossmutter war nur acht Wochen nach der Entbindung gestorben. Ihr Grossvater, ein Korber, konnte sich nicht ge­ nügend um das Kind kümmern. Eine Bergbauernfamilie nahm ihre Mutter auf und zog sie gross. Über die Kindheit ihrer Mutter hat Ursulina Gruber nicht viel erfahren. Die Pflegegeschwister der Mutter haben aber ein paar Fotos gefunden: Karoline Gruber in einem schönen Sonntags­ kleidchen, da ist sie vielleicht fünf Jahre alt. Und Karoline Gru­ ber, die mit anderen Kindern ­posiert. Die Ähnlichkeit zu Ursu­ lina Gruber ist kaum zu überse­ hen. Die wachen dunklen Augen, die Pfausbäckchen. Auch die Pflegegeschwister ihrer Mutter in Scharans haben das erkannt.


SCHWEIZER JENISCHE | 25.1.2021 | 33

Fahrende in der Schweiz Heute spricht man von Jenischen, Sinti und Roma. Früher nannte man sie «Zigeuner», dieser Begriff gilt heute als ­beleidigend. Seit den 1970er-­ Jahren benutzt man deshalb den Sammelbegriff Fahrende, obwohl sehr viele Angehörige der Minderheiten gar kein fahrendes Leben führen, sondern sesshaft sind. Die Jenischen Die Hauptgruppe der Fahrenden mit Schweizer Nationa­ lität bilden die Jenischen. Sie haben eine eigene Sprache. Das Jenische enthält Elemente der mittelalterlichen «Vagantensprache» Rotwelsch, der jüdisch-deutschen Mischsprache Jiddisch und des Romanes (Sprache der Roma). Die Jenischen leben in ganz Europa, hauptsächlich in Deutschland, der Schweiz, in Österreich und Frankreich. Die Gemeinschaft der Fahrenden in der Schweiz zählt schätzungsweise 30 000 Personen. Auch wegen der «Aktion Kinder der Landstrasse» der Pro Juventute, die im Namen des Schutzes fahrender Kinder mehr als 600 Kinder ihren fahrenden Eltern weggenommen und zwangsweise sesshaft ­gemacht hat, lebt heute eine grosse Mehrheit der Fahrenden an einem festen Wohnort. Ihre Zahl kann nur geschätzt werden, da viele Jenische ­wegen ihrer leidvollen Erfahrungen ihre Herkunft lieber verschweigen. Der Rest der Fahrenden in der Schweiz ­gehört den Sinti und Roma an. Politische Anerkennung Seit 1998 anerkennt die Schweiz die Jenischen als eine nationale Minderheit. Auf ­gesetzlicher Ebene hält ein Bundesgerichtsurteil von 2003 fest, dass Bund, Kantone und Gemeinden für eine ausreichende Anzahl von Standund Durchgangsplätzen für Fahrende sorgen müssen.

ril 2017 darf sie darum wieder ­Ursulina Gruber heissen, den ­Namen ihrer Mutter tragen. Und kann endlich ihre Zugehörigkeit zur jenischen Gemeinschaft belegen. Denn das muss sie auch anderen Jenischen immer wieder sagen: Ich bin eine von euch. Das ist meine Herkunft, schaut euch meine Akten an. «Das hat mich überrascht und auch verletzt.» Auch wenn sie nicht mit je­ nischen Eltern aufgewachsen sei, erst mit 30 von ihrer Herkunft erfahren habe, als Pflegefachfrau und Berufsschullehrerin in Basel wohne und arbeite und nicht alle Bräuche kenne. Sie gehöre dazu. I weiss nid, was es isch I weiss nid, was es isch I weiss nid, was es isch Weiss de niemer, niemer, niemer – was es isch?

Wichtiges Geschenk: Ursulina Gruber bekam diese Puppe von ihrer ­leiblichen ­Mutter. Sie bewahrt sie bis heute im Schlafzimmer auf.

«Das war ein schönes Gefühl. Endlich habe ich mit jemandem eine Ähnlichkeit.» Mit 18 ging ihre Mutter nach Zürich – obwohl man damals erst mit 21 als volljährig galt. Wahrscheinlich zog sie direkt nach Hottingen, wo sie in einer Bäckerei Arbeit gefunden hatte. «Das hat ihrem Vormund nicht gepasst», sagt Gruber. «Karoline ist erblich sehr mit Blut fahrenden Volkes belastet und in ihren Entscheiden manchmal unberechenbar, wie auch ihr ganzes Wesen sehr impulsiv ist und die Handlungen den momentanen Einfällen gemäss. (Der ­Vater betätigt sich als fahrender Korbflicker).» (Brief des Vormunds vom 27. Januar 1957) Diese Fakten hat sich Gruber aus den Akten ihrer Mutter und aus

ihren eigenen Papieren der Vormundschaftsbehörden zusammengesucht. Denn als sie sich als 30-Jährige für ihre Herkunft zu interessieren begann, war ihre Mutter bereits krank. «Ich konnte sie nur noch vier Mal treffen, dann starb sie an Krebs.» Ihr Blick schweift wieder zur Lukarne, sie wird ganz ruhig. «Das Kind sei ‹herzig› und würde sich gut für eine Placierung an ­einem Privatpflegeort auf dem Lande (…) eignen. Km (Kindesmutter) sei indessen ziemlich ­primitiv», (Inspektionsbericht der Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich, 11. Januar 1958.) Ursulina Grubers Akten füllen mehrere Ordner. Die zu lesen, hat sie viel Kraft gekostet. Aber nur so konnte sie ihre Abstammung beweisen. Seit dem 13. Ap-

Die Vergangenheit? «Die ist vergangen», sagt Popi. Er habe Glück gehabt, seine Eltern seien nie ­lange am selben Ort geblieben, so hätten ihnen die Behörden die Kinder nicht wegnehmen können. Aber es sei ihm wichtig, nicht immer über die Vergangenheit zu sprechen. «Es gibt aktuelle Probleme, über die ich reden möchte.» Es gebe immer weniger Plätze für die fahrenden Jenischen, Sinthi und Roma. Popi ist Präsident der Genossenschaft «Zigeuner Kultur Zentrum» und organisiert jeden Sommer die Fahrt für bis zu 150 Menschen. Da ziehen sie mit ­ihren Wohnwagen von Platz zu Platz, bleiben einen Monat und reisen zum nächsten. Er organisiert auch die «Zigeuner Kulturtage» für alle, die sich für sie interessieren und sie treffen möchten. «Zigeuner» sei für ihn nicht unbedingt ein Schimpfwort. Es komme darauf an, wie man den Begriff verwende. «Die Leute, die uns nicht mögen, mögen uns sowieso nicht. Ob sie nun Zigeuner oder Fahrende sagen, macht da leider keinen Unterschied.» Schmuck verkaufen, hausieren, Scheren schleifen: Das ge-


34 | 25.1.2021 | SCHWEIZER JENISCHE

hört zum Alltag von Popi und ­seinen Nachbarn. In einem kleinen Zimmer neben seiner Küche steht ein alter, filigraner Puppenwagen. Den hat er günstig ­erworben und restauriert. Bis heute konnte er ihn aber nicht verkaufen. Früher hätten die Leute bis zu 2000 Franken dafür gezahlt. «Heute will das niemand mehr, ich bekomme ­vielleicht noch ein paar hundert Franken dafür», sagt er und streicht liebevoll mit der Hand über den verzierten Holzgriff. Wenn er gerade nichts zu tun hat, geht er von Tür zu Tür und fragt nach Arbeit. Meistens ­handwerkliche Dinge. Er handelt auch mit Altmetall. Seine Nachbarin schleift Scheren und Messer. Sie hat sich auf Schneidmaschinen in Büros spezialisiert. «Manchmal lege ich auch Karten», sagt sie.

Ghörsch das dört usse? Ganz wiit usse Ganz, ganz liis I weiss nid, was es isch Aber es isch, als wärs mis An Popis Küchentisch sitzen mittlerweile auch seine Tochter und seine zwei Enkel. Wie die Nachbarin standen sie irgendwann im Wohnzimmer und haben sich am Gespräch beteiligt. Dann plötzlich klick – das Licht geht aus, auf dem ganzen Platz. Die Sicherung. Es ist stockdunkel in der Baracke. Alle nehmen ihre Taschenlampen hervor und beginnen miteinander zu diskutieren. Jetzt nicht mehr auf Deutsch. Es klingt nach Jiddisch, ein paar Fetzen Deutsch. Dann wieder Wörter, die eher ans Französische erinnern. In der Hast ­haben alle in die jenische Sprache gewechselt, eine geheime Sprache, die nur sie kennen. «Eine Auf-

nahme? Von unserer Sprache? Nein. Das ist nicht erlaubt», sagt Popi. Früher sei die geheime ­Sprache der einzige Schutz der Jenischen vor den Behörden ­gewesen. Und vor Menschen, die ihnen Böses wollten. «Das wollen wir auch weiterhin so behalten», ­erklärt Popi entschuldigend und verlässt die Baracke, um den Strom wieder einzuschalten. An dieses Geheimhaltungsgebot hält sich auch Ursulina Gruber. Sie lernt jetzt die je­ nische Sprache, die sie als Kind nicht mitbekommen hat. Das macht sie mit einem Wörterbuch für jenische Kinder, das jeweils ein Bild eines Gegenstands und das jenische Wort dazu zeigt. Den Nichtjenischen, den Sesshaften, wie sie uns andere nennt, darf sie dieses Büchlein nicht zeigen. Da würde sie mit den anderen ­Jenischen Probleme bekommen,

sagt sie. Bis heute haben sich alle an diese Regel gehalten. Das sei auch schade, meint Ursulina Gruber. «Vielleicht würde eine Öffnung unserer Traditionen dazu beitragen, dass man unsere Kultur besser versteht. Dass wir in der Schweizer Gesellschaft besser akzeptiert werden.» MM I weiss nid, was es isch I weiss nid, was es isch I weiss nid, was es isch Villich weisches du – was es isch   * Das Lied «Ich weiss nid, was es isch» stammt von Stephan ­Eicher. Der Musiker hat vor ein paar Jahren herausgefunden, dass er jenische Wurzeln hat. Es ist auch die Titelmelodie des Dokumentarfilms «Unerhört ­jenisch», der Eichers S ­ uche nach seiner Herkunft begleitet.

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KOLUMNE | 25.1.2021 | 35

Illustration: Rinah Lang

Keine Schildkröten mehr

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Überall Schafe. Ich e­ rinnere mich genau, wie es im Haus einer Freundin meiner Mutter aussah. Dort standen in jeder Ecke Schafe: kleine Ton­schafe, lebens­ grosse Holzschafe, gefilzte, ­ge­schnitzte und gezeichnete Schafe. Ihre Freun­din sei eben ein Fan von Schafen, er­klärte meine Mutter. Heute kann ich sagen: Wenn ich mal auf dem Sterbebett liege und meine Urenkelinnen und Urenkel mich fragen, ­welche Tipps ich ihnen fürs Leben geben kann, dann habe ich einen bereit: Sie sollen niemals zu vielen Leuten erzählen, dass sie ein bestimmtes Tier toller finden als alle anderen Tiere. Denn von diesem Moment an werden diese Leute bei jeder Schaffigur, jedem Pinguin-­ pulli und jeder Faultierserviette an sie ­denken, die Produkte kaufen und sie ihnen zum nächsten Geburtstag schenken. Zu Beginn freut man sich über das Schild­ krötenportemonnaie vielleicht noch. Und

lieb gemeint sind die Geschenke ja ohne Zweifel. Aber sie bringen einen in ein Dilem­ ma: Einerseits findet man Flamingos ja ­wirklich toll, andererseits will man nicht wie ein Freak rüberkommen, der überall in der Wohnung Flamingos rumstehen hat. Doch in den meisten Fällen ist es zu dem Zeitpunkt sowieso schon zu spät, und das Ganze ist zu einem Selbstläufer geworden. Um die Giraffenpopulation bei Ihnen zu Hause zu stoppen, müssen Sie ganz ehrlich sein. Zuerst zu sich selber: Liebe ich Alpakas genug, um in einem Alpakapyjama aus einer Alpakatasse den ersten Kaffee zu trinken? Wenn die Antwort nein ist, dann müssen Sie aufrichtig zu ihren Mitmenschen sein: Drücken Sie Wertschätzung für jedes einzelne Zebra aus, das Sie bis jetzt erhalten haben – und machen Sie dann klar, dass Sie genug Zebras haben. Es wird nicht leicht werden. Aber seien Sie kein feiges … Schaf. MM

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36 | 25.1.2021 | WINTERSPORT

Sicher im Schnee

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Die Stöcke richtig halten

Auf Ski, Snowboard, Schlitten oder zu Fuss: Darauf sollten Wintersportlerinnen und -sportler besonders achten.

Eine klassische Wintersportver­ letzung ist der Ski-Daumen. Die ­Ursache: Der Daumen wird bei einem Sturz durch den Skistock zurückge­rissen und geknickt – oder er landet am Ende unter dem Stock. Lassen Sie die Schlaufe an konventionellen Stöcken einfach frei hängen und schlüpfen Sie nicht ­hinein. Oder verwenden Sie Modelle, bei denen die Schlaufe nur eingeklickt wird, sodass sie sich beim Sturz löst.

Text: Susanne Schmid Lopardo

Handschuhe

Skibindung

Das Handgelenk schützen

Die Bindung richtig einstellen Lassen Sie Ihre Skibindung vor dem Beginn in die Skisaison in einem Fachgeschäft kontrollieren und abgestimmt auf das ­Gewicht, den Fahrstil und das Alter einstellen. Denn: 41 Prozent der Verunfallten auf der Piste verletzen sich am Knie. Hauptgrund für die vielen Knieverletzungen ist gemäss einer Studie der Universität Innsbruck (A) die Skibindung, die sich beim Sturz nicht öffnet. Bei Frauen ist das Risiko zwei- bis dreimal so hoch wie bei Männern, weil sie über ­weniger kräftige Beinmuskeln verfügen. «Beinmuskeln sind wichtig für das Drehmoment und damit das Aus­lösen der Bindung», erklärt Nathalie Sausgruber, die Leiterin Sportmedizin bei Medbase Luzern. Die BFU-Skivignette garantiert korrekte Einstellung und Kontrolle.

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Tragen Sie beim Snowboarden immer Hand­gelenkProtektoren. Sie helfen, das Verletzungsrisiko zu reduzieren. Es gibt spezielle Snowboard-Handschuhe, die im Bereich des Handgelenks verstärkt sind. Denn vor allem bei Anfängern ist das Risiko, sich am Handgelenk zu verletzen, relativ gross. Weil Sie sich oft abstützen müssen, kann es zum Bruch am Ende der Speiche kommen. «Es handelt sich um einen typischen Reflex», so Sausgruber. Auch Stauchungen und Prellungen sind typische Snowboardverletzungen, bei 39 Prozent der Fälle treten sie vorab an den oberen Extremitäten auf, bei 30 Prozent bei den unteren Extremitäten.

Erste Hilfe auf der Piste Welche Sofortmassnahmen sind bei einem Ski- oder Schlittelunfall angesagt? Infos dazu auf migros-impuls.ch/unfall


WINTERSPORT | 25.1.2021 | 37

Verletzt? Das können Sie tun

Fahrstil

Kontrolliert landen

Bilder: Getty Images, zVg

Eine typische Snow­ board-Verletzung ist der «Snowboarder’s Ankle». Es handelt sich um eine Stauchung des Fuss- beziehungsweise Sprunggelenks. Für ­Expertin Nathalie Saus­ gruber sind Freestyler in Softboots besonders gefährdet, wenn sie über ein Hindernis oder eine Welle fahren und es zur unerwarteten Landung kommt. Pas­ sen Sie deshalb Ihren Fahrstil dem Können an und vermeiden Sie riskante Landungen auf der Piste. Fahren Sie ­vorausschauend, damit Sie nicht von Bodenwel­ len überrascht werden.

Helm

Den Kopf schützen beim Schlitteln In der Schweiz kommt es gemäss Suva pro Jahr zu rund 7000 Schlittel­ unfällen. Meistens wird die Geschwindigkeit auf zwei Kufen oder dem Bob unterschätzt, am häufigsten sind Bein­ verletzungen die Folge, ­davon betrifft ein Viertel das Knie. Jeder Sechste verletzt sich am Kopf. Mit einem Helm wäre dieser geschützt. Laut ­einer neuen Erhebung des BFU trägt jedoch nur die Hälfte auf dem Schlitten einen Kopf­ schutz. Auch wichtig: Wählen Sie für harte Schlittelbahnen einen flexiblen Schlitten, einen sogenannten Rodel. Er lässt sich besser steuern als grosse Holzschlitten. Auch Bobs eignen sich nicht gut für harte ­Böden, denn sie rea­ gieren zu langsam.

Langlauftechnik

Wandern im Schnee

Den Anfängerkurs besuchen

Das passende Schuhwerk wählen

Wenn Sie sich zum ersten Mal auf die schmalen Latten wagen: Buchen Sie gleich einen Langlauf-Einsteigerkurs und lernen Sie die korrekte Technik. Zwar sind Verletzungen beim Lang­ laufen eher selten. Trotzdem kann es durch einen Sturz zu Prellungen, schlimmernfalls auch zu Verletzun­ gen des Sprunggelenks oder des Knies kommen. Vor allem die An­ fängerinnen und Anfänger sollten sich zuerst schrittweise mit den eher instabilen Brettern anfreunden.

Winterwandern liegt im Trend. Die Risiken einer Verletzung sind grösstenteils dieselben wie bei Wanderungen in schnee­ freier Landschaft. Unverzichtbar sind deshalb stabile, wasserund kälteresistente Schuhe. Sie müssen so fest sein, dass mit ihnen auch vereiste Hangpassagen zu bewältigen sind. Emp­ fehlenswert sind mittelfeste, schnee- und wasserdichte hohe Berg- oder Winterbergstiefel mit einer griffigen und vor allem steifen Sohle, die in Eis und Schnee sicheren Halt bieten. Tragen Sie zudem stets Mütze und Hand­schuhe und beachten Sie Markierungen und Signalisationen. Insbesondere bei Neuschnee oder schlechter Witterung gilt: Informie­ ren Sie sich über Lawinen­gefahr und den Zeitpunkt der letzten Talfahrt mit der (Seil-)Bahn. MM

• Das verletzte Bein oder die verletzte Hand erst mal kühlen und hoch­ lagern, um die Schmerzen zu ­lindern • Wallwurzsalbe oder ein Arnika-Gel einreiben ­(beides entzündungs­ hemmende Präparate auf pflanzlicher Basis) • Das Gelenk mit einem Verband stabilisieren Wann soll ich zum Arzt? Weil Laien das Ausmass ­einer Verletzung schwer abschätzen können, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen, wenn: • das Knie oder das Hand­ gelenk deutlich anschwillt • das verletzte Gelenk ­blockiert ist • spätestens am nächsten Tag, wenn die Schmerzen bis dann nicht spürbar ­zurückgegangen sind

Die sieben Schlittelregeln • Nehmen Sie stets auf ­andere Rücksicht. • passen Sie Geschwindig­ keit und Fahrweise dem Können an. • Respektieren Sie die ­Fahrspur des Vorderen. • Überholen Sie mit genügend Abstand • Halten Sie am Rand an oder steigen Sie dort auf oder ab. • Beachten Sie die Zeichen und Markierungen Mehr Infos: www.migmag.ch/schlitteln

Nathalie Sausgruber Leiterin Sportmedizin, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin FMH, Sportmedizin SGSM von Medbase Luzern Allmend


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25.1.2021 | 39

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SOLA Basel – You never run alone Am 5. Juni geht der Stafettenlauf SOLA Basel in die vierte Runde. 80 Kilometer durch die schönsten Ge­biete der Region, aufgeteilt auf zehn Teilstrecken, mit Start und Ziel im Park im Grünen. Zeitgleich mit dem Anmeldestart für den Lauf findet

vom 1. bis 7. Februar ein virtueller 5-Kilometer-Eröffnungslauf statt – ­jeder auf seiner eigenen Strecke, via App mit den anderen Läufern verbunden, getreu dem diesjährigen Motto «You ­never run alone». Mehr Infos: solabasel.ch

Komm zur Migros Basel! Die Migros Basel sucht Lernende für sechs Berufe und freut sich auf Bewerbungen für eine Berufslehre ab Sommer 2021. Text: Moritz Weisskopf

D

er Detailhandel bietet zahlreiche, spannende Lehrberufe und mit rund 150 Lernenden ist die Migros Basel eine der grössten privaten Lehrbetriebe der Region. Aktuell werden noch Bewerberinnen und Bewerber für sechs Lehrberufe gesucht. Wer gerne mit Menschen zu tun hat, abwechslungsreiche ­Tätigkeiten mag und Karrieremöglichkeiten sucht, findet das Glück als Detailhandelsassistent/-in oder Detailhandels­ fachmann/-frau. Diese werden gesucht für die Branchen Nahrungs- und Genussmittel, Haushalt, Flower, Fleischwirtschaft, Bäckerei-Konditorei-Confiserie, Consumer Electronics, Garden, Do-it-yourself, Heimtextil und Sportartikel.

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So bewirbst du dich Folgende Unterlagen sind für eine Bewerbung ­erforderlich: • Bewerbungsbrief • Lebenslauf • Zeugniskopien der letzten zwei Schuljahre • Ergebnis des Multichecks oder Auswertung des Check S2

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Der Fasnachtsgeist lebt «ainewäg» Die Basler Fasnacht findet in diesem Jahr aufgrund der Corona-­ Pandemie nicht statt, doch das Fasnachts-­ Comité präsentiert ­«ainewäg» eine ­Fasnachtsplakette, die das Thema mit ­einem Augenzwinkern umsetzt: In Anlehnung an die Hamsterkäufe kommt sie in Form ­einer WC-Rolle daher, für ­jeden Fasnachtstag ein Blatt. Darauf zu sehen sind eine pfeifende Alte Tante, ein Trommler und Trompeter s­ owie ein Schnitzel­bänggler als H ­ ommage an das 100-Jahr-­Jubiläum des Schnitzelbangg-­ Comités. Die Plakette ist eine Solidaritäts­ plakette; der Erlös geht an die Cliquen und die Fasnachtsbranche allgemein. Die Migros Basel solidarisiert sich mit der Basler Fasnacht und ermuntert die Migros-Magazin-­ Leserschaft, eine Plakette zu kaufen und so einen Beitrag zu leisten. Die Plaketten gibt es bei Cliquen oder dem Sekretariat des Fas­nachts-­Comités.


40 | 25.1.2021 | MIGROS BASEL

Schmackhaftes Wintergemüse Stefan und Nadja Amport aus Bretzwil beliefern die Migros Basel

seit Jahren mit feinem, regionalem Weiss- und Rotchabis. Dieser kommt in der kalten Jahreszeit gerade recht. Text und Bilder: Moritz Weisskopf

S

eit dem frühen Mittel­ alter war Chabis über­ all dort unentbehrlich, wo aus klimatischen Gründen im Winter kein fri­ sches Gemüse verfügbar war. Im Keller konnte er über Win­ ter gelagert werden und stand damit bis zum Frühling auf dem Speiseplan. Zudem liess sich daraus das lang haltbare und vitaminreiche Sauerkraut herstellen, das auf langen Rei­ sen gerngesehener Proviant war und Skorbut vorbeugte. Auch Stefan und Nadja ­Amport lagern ihren Chabis, anders als manche Grosspro­ duzenten, im Keller statt in ­einem Kühlraum – die so­ genannte Naturkühlung. Auf ­ihrem Hof in Bretzwil baut die Familie schon seit Jahrzehn­ ten unter dem Label «Aus der Region. Für die Region.» Kir­ schen, Gemüse, Bundzwiebeln sowie Rot- und Weisschabis für die Migros Basel an. Je­ weils Mitte Mai pflanzt Stefan Amport die rund 40 000 Setz­ linge, und im August können die ausgewachsenen Chabis­ köpfe geerntet werden. Wobei der Erntezeitpunkt stark vom Wetter abhängt. «Da es zu ­trocken war, konnten wir im vergangenen Jahr erst später mit der Ernte beginnen», ­erzählt Amport. S ­ owohl das Pflanzen der Setzlinge als auch

die Ernte und das Rüsten ge­ schehen in routinierter Hand­ arbeit – ein Knochenjob. Doch auch wenn es um Pflanzenschutz geht, setzen die Amports auf Hand- bezie­ hungsweise Maschinenarbeit statt auf Chemie. Ein rund 60 Jahre alter Minitraktor rupft alles unliebsame Un­ kraut raus. «Weil wir Gemüse­ bauern über den ganzen Kan­ ton verteilt sind, ist der Schäd­ lingsdruck geringer, und somit können wir weitgehend auf Pflanzenschutzmittel verzich­ ten», so Amport. Vielfältige Zubereitungsarten

Inzwischen ist die Chabisernte abgeschlossen. Die Kohlköpfe liegen allesamt bei Tempera­ turen knapp über dem Gefrier­ punkt im Naturkühler, von wo aus sie in regelmässigen Abständen gerüstet und in die Filialen der Migros Basel ge­ bracht werden. «Chabis ist ein sehr anspruchsloses und dank­ bares Gemüse, das man lange lagern kann. Wenn das äus­ serste Blatt mal beschädigt ist, kann man es ablösen, da­runter ist der Chabis dann einwand­ frei», erklärt Stefan Amport. Lange haftete dem Winter­ gemüse der Ruf an, ein Arme-­ Leute-Essen zu sein. Doch die Zeiten sind vorbei. Inzwischen wird Chabis von Jahr zu Jahr

beliebter. Kein Wunder, gibt es doch unzählige Chabis-­ Rezepte: Von der klassischen Kohlroulade über amerikani­ schen Cole-Slaw bis zur Cha­ bissuppe oder als Topping auf dem Flammkuchen. Es ist ganz einfach, mit Weisskabis zu k ­ ochen: zuerst die äusseren Blätter entfernen, dann den Kopf halbieren oder vierteln, Strunk entfernen, den zarten Kabis in feine Streifen schneiden und anschliessend kurz anbraten oder dämpfen. Je kürzer der Chabis gekocht wird, desto mehr seiner guten Inhaltsstoffe bleiben erhalten. Deshalb lohnt es sich auch, ihn ab und zu einmal roh zusam­ men mit geraffelten Rüebli zu geniessen. Eine der bekanntes­ ten und beliebtesten Arten, den Chabis zu geniessen, ist und bleibt als Sauerkraut. Auch die Amports haben ein persönliches Lieblingsrezept. «Am liebsten mag ich den Rot­ chabis zusammen mit Apfel­ schnitzen eingekocht, die dem Ganzen einen leicht süsslichen Geschmack geben», schwärmt Stefan Amport. MM


25.1.2021 | 41

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«Chabis ist ein anspruchsloses Gemüse, das man lange lagern kann.» Stefan Amport Landwirt

Nadja und Stefan Amport ­haben sich auf den Anbau von Weiss- und Rotchabis ­spezialisiert.


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Was

koche ich heute? migusto.ch

So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2021, 24 Uhr Gewinner Nr. 2 Hauptpreis: Sandra Zaugg, Ittigen BE; Theo Bachmann, Männedorf ZH Zusatzpreis: Jolanda Näf-Semadeni, Leuggern AG; Laura Andai, Niederrohrdorf AG Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, welche das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2021, 24 Uhr


RÄTSEL | 25.1.2021 | 45

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Was kann man nicht tragen? P Schilfgürtel

M Stützstrümpfe

H Hosenträger

Welchem Tier ist eine Esche «gewidmet»? O Wolf

E Dachs

I

Eber

Welches Land zählt man nicht zu den Alpenanrainerstaaten? S Frankreich

R Italien

N Serbien

Seit wann gibt es die deutschen Hörspiele von «Die drei ???»? G 1979

T 1999

U Olten

1 1

I

Handschmeichler S Gedenkstein

1

2

3

D Fugger 4

N Medici

5

6

3

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

5 5 4

2 2

3 3

4 4

5 5

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Sudoku Lösung Nr. 3

W U R S M O S T E G A L L N Paroli Lösung Nr. 3

HIRSE

Was

migusto.ch

E

Bimaru

Bimaru Lösung Nr. 3

koche ich heute?

E 3 1

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 3

2 2

Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

L Thun

Gegen wen richtete sich 1478 die Pazzi-Verschwörung? R Papst Urban VIII.

1

So nehmen Sie teil:

Was ist ein «Worry stone»? M Granitsplitter

4

Lösung: Lösung:

A 2001

In welcher Stadt befindet sich der «Schweizer Schriftstellerweg»? E Bern

ALLERLE I ALGER I ER ANF L EHEN BALGERE I BORUSS I A HE I L FROH BOTSUANA I NF I GHTS D E Z I MA L E I SERLOHN E I SKANAL TBEET M UI S R EML ANG NZ VA L FE G R EE N LAS S N B EE R EG BA S EE EE N T SERVETTE URKANTON SK I L I FTE

U R H E I M A T

B A R B I E R E

T A S S T A N Z C H H A F E N I A R E I Z S Quiz M Lösung Nr. 3 E N YVERDON

Sudoku Gewinner Nr. 2

Paroli Gewinner Nr. 2

Quiz Gewinner Nr. 2

Thomas Jetter, Gossau SG; Marlyse SchmidhäuslerVonlaufen, Guschelmuth FR

Manuela Alber, Busswil TG; Erwin Dübendorfer, Bassersdorf ZH

Susanna Bischof, Jonschwil SG; Anna R. Miszak-Fenner, Winterthur ZH


46 | 25.1.2021 | MILOVE

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Treffens: die M igen igr fäll os u z in s e

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Der Or td

Valerie Bosman (50) lebt mit ihren Kindern in Bünzen AG, Peter Stutz (64) in Wohlen AG. Im ­Sommer sind die ­beiden oft mit den Rennvelos unterwegs, im Winter mit den Schneeschuhen. ­Irgendwann wollen sie zusammenziehen.

«Ich bereute bitter, dass ich ihre Nummer nicht hatte» In der Tiefgarage der Migros Wohlen AG laufen sich die ­Jugendfreunde Valerie Bosman und Peter Stutz nach acht Jahren wieder über den Weg. Text: Manuela Enggist

er 12. Mai 2018 ist ein Samstag. Valerie Bosman will mit einer Freundin für den Brunch am Muttertag einkaufen. Sie fahren in die Migros Wohlen, parkieren in der Tiefgarage und gehen die Treppe hoch, als jemand nach Valerie ruft. «Ich ging zurück, um nachzusehen, wer das war», erzählt Bosman. Vor ihr steht Peter Stutz, ausser Atem und nach Worten suchend. Die ­beiden haben sich acht Jahre nicht mehr gesehen. Peter und Valerie sind beide in Waldhäusern AG aufgewachsen. Ein Dorf, das kaum 100 Einwohner zählt. Als 14-Jährige nimmt Valerie den 28-jährigen Peter zum ersten Mal bewusst wahr. Auf einem Waldfest tschutten die beiden zusammen. Valerie erinnert sich: «Ich schwärm­te ein wenig für ihn.» Peter ist damals schon verheiratet. Ihre Wege trennen sich. Auch ­Valerie heiratet und bekommt Kinder. Die beiden sehen sich nur noch wenige Male an Dorfanlässen. Bis zu besagtem Samstag im Mai 2018. Beide leben mittlerweile wieder als Single. Da Peter sein Handy im Auto gelassen hat, gibt er Valerie seine Nummer. Sie hat ihre ­vorherige Beziehung emotional noch nicht verarbeitet und lässt sich ganze drei Monate Zeit, bis sie ihrem Jugendschwarm schreibt. Für Peter quälend lange Wochen. «Als ich von der Migros heimkam, dachte ich, dass sie noch am selben Tag schreiben würde. Ich bereute bitter, dass ich ihre Nummer nicht hatte.» Nach seiner Scheidung ­hatte er sich immer mal wieder gefragt, was Valerie wohl so machte und wo sie steckte. «Umso grösser war meine Freude, ihr wieder zu begegnen. Ich wollte diese Chance nutzen.» Im August kommt es ­endlich zum langersehnten ersten Date, bei dem es sofort funkt. MM


MILOVE | 25.1.2021 | 47

Er über sie «Es war wie eine Wiedergeburt für mich, als ich Valerie wieder begegnete. Ich war damals nicht auf der Suche nach einer neuen Partnerin. Trotzdem habe ich mich sofort in ihre aufgeweckte Art verliebt.»

uch Haben a e im b ie Sie Ihre L ersum iv n U ­Migros- ­Mailen Sie n? ­gefunde hichte an c e G Ihre s gb.ch. m @ f u r f u a en uns u e fr Wir darauf!

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Bilder: zVg

Sie über ihn «Als ich Peter nach all den Jahren ­wiedersah, dachte ich: Wow, er sieht noch immer so gut aus wie in meinen Erinnerungen. Und seine Augen … Ich bin froh, dass ich in ihm einen liebevollen Partner gefunden habe, mit dem ich in der Freizeit viel unternehmen kann.»


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Zwischen dem 5. Januar 2021 und dem 7. Januar 2021 haben wir zusammen mit einem unabhängigen Marktforschungsinstitut die Preise von M-Budget mit vergleichbaren Produkten bei Coop, Aldi, Lidl und Denner verglichen. Das Ergebnis: Die 500 M-Budget Produkte sind nirgends gßnstiger. Weitere Informationen zum Preisvergleich und mehr finden Sie auf m-budget.ch.

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