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Migros magazin 04 2016 d vs

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

MM04, 25.1.2016 | www.migrosmagazin.ch

Extra Reisen Die schönsten Orte am Meer 40 Seiten Tipps und Informationen

Bild: Gabi Vogt

Offener Rücken

Martin Meuli operierte die kleine Elisa noch vor der Geburt. Seite 12

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MM04, 25.1.2016 | 3

Wo bleibt der Mittelstand?

Vor zwei Jahren hat ein Buch eines franzö­ sischen Ökonomen unter Wirtschaftswissenschaftlern heftige Diskussionen ausgelöst. Thomas Piketty hat in «Kapital im 21. Jahrhundert» mit völlig neuer Methodik nachzuweisen versucht, dass der Kapitalismus zu einer gewaltigen Umverteilung von Reichtum und so zur Ausmerzung des Mittelstands führt.

Wie dramatisch die Wohlstandsverteilung ist, hat jüngst eine Meldung verdeutlicht: Die reichsten 62 Menschen der Welt besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (Seite 6). Nun könnte man argumentieren: Was kümmern uns einige Hyperreiche, solange es allen anderen jedes Jahr etwas besser geht. Doch könnte es sein, dass die immer ungleichere Verteilung von Reichtum und Einkommen die Wirtschaft lähmt? Dazu zitiert Watson-Journalist (und MM-Mitarbeiter) Philipp Löpfe den Starökonomen Paul Krugman: Nie sei die US-Wirtschaft schneller gewachsen als in den 50er- und 60er-Jahren, als die Einkommens- und Steuerverteilung noch gerechter gewesen sei. Heute haben sich Millionen von Wohlhabenden weltweit aller Steuerzwänge entledigt. Die Diskussionen am Davoser WEF haben es gezeigt: Globalisierung, die vierte industrielle Revolution und die Migrationszüge stellen den Mittelstand in Europa und der Schweiz vor riesige Herausforderungen. Wir können allen Wirtschaftsgöttern danken, dass wohl kein Land der Welt besser auf die neue Zeit vorbereitet ist.

Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

Menschen 6 Arme und Reiche Unterschiede zwischen den Einkommen werden grösser. 8 Bloggen als Beruf

Das Ehepaar Mella/Rüedi verdient sein Geld auf Facebook. 12 Diagnose offener Rücken

Monate vor ihrer Geburt wurde Elisa im Mutterleib operiert. 16 Mit 80 Landkarten

Der Brite Diccon Bewes erklärt zum dritten Mal die Schweiz. 20 Infografik Wintersport

Superlative im Skiparadies. 23 Bänz Friedli 24 Quentin Tarantino

82 75 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen, News aus der Genossenschaft.

Leben

Über seinen neuen Film und mehr noch über Rassismus.

81 Alltagsknigge

31 Leserforum

Die Eishockey-Girls von Dragon Thun spielen wie Jungs.

Migros-Welt 36 Blick von aussen Deutsches «Manager Magazin» erklärt den Mythos Migros. 45 Saisonküche: Federkohl 60 Japanisch kochen 63 Fertiggerichte für Veganer 65 Leidenschaft Schokolade 71 Katzenschmaus 72 Sonnige Farbe im Winter

82 Kampf um den Puck

87 Pinsel putzen muss sein 90 Migros-Bank-Ratgeber 91 Siri lernt Schwizerdütsch 92 Kinder: Der Luchs

Eine seltene, scheue Wildkatze. 95 Glücksgriff 96 Rätsel/Impressum 100 Cumulus 102 Meine Welt

Springreiter Pius Schwizer.

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Mini-Kreuzfahrt Ancona–Igoumenitsa (Hinreise) und Patras– Ancona (Rückreise), je eine Nacht mit modernen Schiffen von Minoan Lines.

mende Akropolis sowie das vom Schweizer Architekten Bernard Tschumi errichtete Akropolis-Museum. Zeit für individuelle Entdeckungen. 8. Tag: Vrahati–Panoramafahrt Peloponnes–Kalamata. Peloponnes-Panoramafahrt durch die Hügelregion von Lakedaimon. Am «Mittelfinger» der Halbinsel liegt das malerische Hafenstädtchen Gythion, und über die Halbinsel Mani, eine der rausten Naturlandschaften Griechenlands, erreichen wir Kalamata. 9. Tag: Kalamata–Olympia–Patras. Olympia war in der Antike Symbol für Einheit und geistige Grösse des griechischen Volkes. Besuch der archäologischen Stätte. Spätnachmittags Einschiffung in Patras und Übernachtung an Bord. 10. Tag: Auf See–Ankunft Ancona–Pesaro. Auf See. Am Nachmittag Ankunft in Ancona. Ausschiffung und Fahrt zu unserem letzten Übernachtungsort Pesaro. 11. Tag: Pesaro–Rückreise in die Schweiz. Fahrt via Mailand zurück zu den Einsteigeorten. Ihre Hotels Griechenland: Je eine Übernachtung in Meteora, Itea und Kalamata T-� � �+ sowie drei Nächte im Alkyon Resort T-� � � � bei Korinth. Italien: Je eine Nacht in Pesaro T-� � �+ auf der Hin- und Rückreise.

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Menschen MM4

Darauf freuen wir uns In aller Munde

Die Musikinstrumentensammlung Willisau LU präsentiert vom 31. 1. bis 26. 6. eine Wanderausstellung des deutschen Harmonikamuseums. Robinson Crusoe

Am 1. Februar wird in aller Welt der Robinson-Crusoe-Tag zu Ehren der Romanfigur gefeiert.

Unnützes Wissen

Mich laust der Affe In Deutschland werden jährlich rund 1800 Briefträger von Hunden verletzt.

«Nichts scheint in der sauberen Schweiz beleidigender zu sein als die Frage: ‹Hast du die Hände gewaschen?› Pikant daran ist, dass man die Frage stellen muss, bevor man sich berührt. Also sofort. Das wirkt immer abweisend. Mein Gott, was hab ich da schon für beleidigte Reaktionen erlebt … Dabei ist die Frage lieb gemeint. Ausdruck dessen, dass man sich gut genug kennt, um etwas so Intimes zu fragen. Und gut genug mag, um sich zu kümmern. Denn das Waschen schützt alle! Nicht nur mich vor Ihnen. Sondern auch Sie vor sich und Ihren Händen. Spielen Sie also nicht die beleidigte Leberwurst, wenn Sie das nächste Mal auf Ihre Handhygiene angesprochen werden. Danken Sie für die Fürsorge.»

Mein Bild der Woche

Regula Bührer Fecker (37) ist

Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommunikation und zweifache Mutter.

Leseprobe

Entschuldigen Sie, was lesen Sie gerade?

a) Den neuesten Asterix-Band «Der Papyrus des Cäsar» b) «Neue Schweizer Sagen» von Ernst Ludwig Rochholz c) «Die neue Architektur und das Bauhaus» von Walter Gropius

Elefanten haben neben den Stosszähnen auch Backenzähne, um Nahrung zu zerkauen. Diese Zähne wachsen bis zu sechs Mal nach. Danach verhungern Elefanten, weil sie keine Nahrung mehr kauen können. Giraffen fressen bis zu 20 Stunden

am Tag.

Hyänen haben

Antwort c:) Das Buch ist Pflichtlektüre, die Spass macht. Ich bereite mich damit auf ein Referat vor.

Bilder: Getty Images, Marco Zanoni

Alain Moilliet (63), Student der Kunstgeschichte aus Bern:

Die erst 1997 entdeckte und in Ecuador und Peru lebende Vogelart Jocotoco antpitta bellt wie ein Hund.

die stärksten Kiefer im Tierreich. Quelle: Neon/Stern


6 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

Wie gerecht sind Einkommen und Vermögen bei uns verteilt? Migrosmagazin.ch

Umfrage Letzte Woche fragten wir:

Geld

Die Reichen werden immer reicher Die Kluft zwischen Arm und Reich wird weltweit immer tiefer, prangert die britische Hilfsorganisation Oxfam an. Auch in der Schweiz, dem Land mit der höchsten Milliardärsdichte, verteilen sich Löhne und Vermögen weniger gerecht als früher – mit entsprechenden Folgen für die Gesellschaft. Texte: Reto E. Wild

Wie kann die Integration verbessert werden? 40% Mit grösserer Bereitschaft der Einwan­ derer, hiesige Kultur und Regeln anzunehmen. 35% Mit mehr Arbeits­ und Beschäftigungs­ möglichkeiten. 18% Mit einfacheren Sanktionsmöglichkeiten. 7% Mit mehr Offenheit der Einheimischen, auf Mitbürger zuzugehen.

Zahlen und Fakten

129

Milliardäre leben in der Schweiz, das ist jeder 14. der weltweit 1826 Milliardäre, somit die höchste Milliardärs­ dichte der Welt.

Personen der Schweizer Wohnbevölkerung sind von Einkommensarmut betroffen (Monatslohn von 2200 Franken).

16 277

Franken beträgt das monatliche Brutto­ einkommen des einkommensstärksten Fünftels in der Schweiz.

Quellen: «Forbes», Bundesamt für Statistik, Bundesratsbericht «Vertei­ lung des Wohlstands in der Schweiz».

Der reichste Mann der Welt: Microsoft-Gründer Bill Gates.

W

as die britische Hilfsorganisation Oxfam im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht hat, ist nicht überraschend: Die Kluft zwischen den Ärmsten und den Reichsten der Welt wird immer tiefer. Auch die 300 Superreichen der Schweiz waren noch nie so reich wie heute. Sie besitzen laut «Bilanz» 595 Milliarden Franken. Allein die Familie Kamprad (Ikea) kommt auf rund 45 Milliarden. 1988 hatte das Wirtschaftsmagazin noch 100 Personen erfasst,

die 66 Milliarden Franken besassen. Das Durchschnittsvermögen der Reichsten hat sich also innert 28 Jahren verdreifacht. Ungleich verteilt sind auch die Haushaltseinkommen: 30 Prozent, Tendenz steigend, verdienen monatlich weniger als 6000 Franken. Der Soziologe Ueli Mäder sagt: «Je tiefer die Einkommen sind, desto höher fallen die gesundheitlichen Kosten aus.» Würde man die Tieföhne anheben, wäre das für die Gesellschaft preiswerter. Und die Menschen wären laut einem Bericht des Bundesrats glücklicher:

Es zeigt sich, dass die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität stark mit dem verfügbaren Einkommen korreliert. Andererseits sind es nicht nur Banker, die in den Kreis der Topverdiener vorstossen. SBBChef Andreas Meyer bezieht ein Jahressalär von 1,1 Millionen Franken; sein Vorgänger Benedikt Weibel wurde mit 300 000 Franken entlöhnt. Tennisspieler Roger Federer verdient rund 54 Millionen Franken pro Jahr. «Diese Löhne sind aus dem Ruder gelaufen», urteilt Uniprofessor Mäder. MM

Bild: Keystone

590 000


MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 7

Strassenumfrage

Ueli Mäder

«Die grossen Unterschiede beim Geld treiben die Gesellschaft auseinander» Ueli Mäder, laut der britischen Hilfsorganisation Oxfam besitzen die 62 reichsten Menschen der Welt so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Wie ist das Vermögen in der Schweiz verteilt? Schlecht und einseitig. Als ich in unserem Buch «Wie Reiche denken und lenken» 2010 schrieb, dass 3 Prozent der Schweizer Bevölkerung gleich viel Vermögen wie die rest­ lichen 97 Prozent besitzen, wurde ich kritisiert. Wenig später gab mir die Credit Suisse mit ihrem «Global Wealth Report» recht. Die soziale Un­ gleichheit hat eine grosse Konstanz. Die Hälfte der Steuerpflichtigen besitzt ein Vermögen von weniger als 50 000 Franken. Dieser Gegensatz ist für ein Land nicht gut. Wieso? Wer keine Reserven hat, handelt ängstlicher und wagt wenig. Das trägt dazu bei, an Altem festzuhalten. Es gibt Leute, die argumentieren, der grosse Unterschied zwischen Arm und Reich würde die Gesellschaft dynamisieren. Das Gegenteil ist der Fall: So treibt sie auseinander. Trotzdem bleibt eine Eskalation bei uns aus. Wieso? Wir haben keine Kultur des kollek­ tiven Widerstands. Die Empörung findet hinter den Kulissen statt. Weil wir ein so individualisiertes Land sind, ist es für Betroffene schwierig, sich zur Armut zu bekennen oder mit anderen Betroffenen zusammenzustehen. Ein Grund könnte sein, dass im Gegensatz zu den Vermögen die Ungleichheit bei den Löhnen nach der Finanzkrise etwas zurückging. Die Kluft ist auch bei den Einkom­ men noch immer krass. Die obersten zehn Prozent besitzen fast einen Drit­ tel, wie aus der neuesten National­ fondsstudie hervorgeht. Und laut Bundesamt für Statistik haben 12,2 Prozent der Haushalte ein Bruttoein­ kommen von weniger als 4000 Fran­ ken pro Monat. Diese Zahl ist sogar leicht gestiegen. Und rund die Hälfte

Ist das Geld in der Schweiz gerecht verteilt?

der Haushalte verdient weniger als 8000 Franken. In Ihrem neuen Buch «macht.ch – Geld und Macht in der Schweiz» schreiben Sie, dass die 300 Reichsten in der Schweiz ihr Vermögen zwischen 1989 und 2015 auf 595 Milliarden versiebenfacht haben. Wie ist das möglich? Mehr als die Hälfte dieser Geld­ vermehrung kam über Erbschaften, Wertsteigerungen und über kaum versteuerte Profite von Finanz­ geschäften zustande. Heute ist das Besitztum der 300 Reichsten fast so gross wie das Bruttoinlandprodukt (BIP) der gesamten Schweiz. Die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung wurde derweil in den letzten fünf Jahren um eine Billion Dollar ärmer. Wie sieht das bei uns aus? Bei uns ist die Armut relativ konstant. Sie wird aber oft wegdefiniert, indem man zum Beispiel bei den erwerbs­ tätigen Armen die mitbetroffenen Kinder übergeht. In einem reichen Land wie der Schweiz sollte es keine materielle Armut geben. Nur geben wir seit zehn Jahren weniger Anteile des BIP für die soziale Sicherung aus. Wie könnte die Welt wieder gerechter werden? Fairere Handelsbeziehungen sind sehr wichtig. Wenn wir immer mehr für unsere industriell gefertigten Güter verlangen wollen, müssen wir auch bereit sein, mehr für Rohstoffe zu bezahlen. Und es hilft sicher, Steueroasen trockenzulegen. Derzeit wird viel über Flüchtlinge debattiert. Dabei spricht kaum jemand über die Ursachen. Die westliche Welt pro­ fitiert viel von der Ungleichheit, die sie mit produziert. Wie gerecht ist Ihr Lohn? Die Löhne, die wir hier als Professo­ ren an der Uni haben, sind sehr hoch. Das verpflichtet, sich zu engagieren und zu teilen. Auch ich verdiene im Vergleich mit anderen anstrengenden Berufen zu viel. MM

Ueli Mäder (64)

ist Professor für Soziologie an der Universität Basel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind soziale Ungleichheit und Konfliktforschung.

Corinne Kappeler (21), angehende Studentin, Winterthur: «Der Mittel-

stand hat einen gerechten Lohn. Die höchsten und die tiefsten Saläre müsste man aber angleichen. So verdient eine Drogistin zu wenig.»

Fredy Lengacher (72), Rentner, Dottikon AG: «Es ist einfach verteilt

(schmunzelt). Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber klar, bei den Löhnen und bei den Vermögen gibt es auch in der Schweiz ein krasses Gefälle.»

Pia Clerici-Züger (58), Mentalcoach, St. Gallen: «Nein. Es ist

verrückt, wie wenig beispielsweise eine Pflegerin in ihrem strengen Beruf verdient. Gegenüber dem Lohn eines Bankers ist das ein Ungleichgewicht.»


8 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

Blogger

Nonstop global unterwegs

Sie sind sozusagen mit dem Netz verheiratet: Was «Mr und Mrs LittleCity» Adrian Rüedi und Valeria Mella auf Instagram oder Facebook posten, erreicht Tausende von Menschen. Inzwischen zählt das frisch getraute Paar zu den einflussreichsten Schweizer Bloggern. Text: Reto E. Wild

S

Bild: Tanja Demarmels

ie sind die Weltbürger des digitalen Zeitalters: «Mr und Mrs LittleCity» alias Valeria Mella (29) und Adrian Rüedi (31) aus Bonstetten ZH erobern sich das virtuelle Universum von Insta­ gram, Facebook und Co. Mit ihrer Website Littlecity.ch sind Adrian, von seinen Freunden auch «Adi» genannt, und Valeria privat wie beruflich in der Welt der sozialen Netzwerke zu Hause – und das frischgebackene Ehepaar lebt davon. Adrian Rüedi kommuniziert als Reiseblogger und Youtuber, Valeria Mella als Reise­ und Lifestyle­Blog­

gerin. «Unser Blog ist spontan aus einem Hobby entstanden», sagt sie. «Mit einer Kollegin habe ich ein kleines Fotostudio betrieben und Menschen porträtiert. Für mich war ausschlaggebend, dass ich das Foto­ grafieren zum Beruf machen wollte.» Nach dem Publizistikstudium arbeitete Valeria Mella im Online­ Marketing und leitete ein Team im Bereich Suchmaschinen. Seit 2009 bloggt sie, seit 2012 berichtet sie auf Littlecity.ch über Themen wie Essen, Reisen oder Raumausstattung. Heute folgen ihr und ihrem Ehe­ mann, einem gelernten Informatiker,

rund 31 000 Menschen auf dem Blog, auf Facebook und – hauptsächlich – auf Instagram. «Instagram ist auch deshalb unser liebster Kanal, weil wir hier am häufigsten herzergreifende, extrem berührende Reaktionen er­ halten», sagt Rüedi. Besonders gross war das Echo, als Mr und Mrs LittleCity die eigene Hochzeit in Bildern zeigten. Vor zwölf Jahren lernten sich die beiden bei einem Geburtstagsfest kennen – Mitte September 2015 krönten sie ihre Liebe in Minusio am Lago Maggiore. Auf ihre Instagram­ Bilderbeiträge zur Hochzeit reagierten

Blicken als Blogger einer vielversprechenden beruflichen Zukunft entgegen: Valeria Mella und Adrian Rüedi.


MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 9

Schweizer Blogosphäre

Botschafter in Sachen Lifestyle Früher arbeitete er für Apple, dann führte er ein Reisebüro. Und schliesslich hat sich Jeremy Kunz (30) entschieden, die Welt zu entdecken. Seit 2006 arbeitet er als Reiseblogger. Auf Reisewerk.ch, laut eigener Aussage einer der erfolgreichsten Schweizer Reiseblogs, schreibt er seit 2012. Kunz hat zudem eine eigene Firma gegründet, die von Zermatt aus Kunden aus dem Tourismussektor in Social-Media-Fragen berät. Ein weiteres Standbein: Tourismusämter bezahlen dafür, dass er durchs Land reist und darüber berichtet. Der Zürcher Paulo Zenz (25) bloggt auf Metropolischt.ch und berichtet als Gastblogger auf Toasted.ch über Reisen, Events und Musikveranstaltungen. Sein Toasted-Beitrag «Die Hoffnung stirbt zuletzt» wurde 1400-mal angeklickt. Zenz verdient sich sein Haupteinkommen als Social Media Manager bei Swiss Deluxe Hotels. An den Bloglovin’ Awards 2014 in New York wurde Kayture.com als Blog des Jahres ausgezeichnet. Dahinter steht die Westschweizerin Kristina Bazan (22), die auf der Suche nach neuen Modetrends ständig um die Welt jettet. Auf Twitter folgen ihr 11 700 Menschen, auf Instagram 2,2 Millionen. Bazan lebt seit Jahren in Los Angeles und kommuniziert auf ihrem Blog hauptsächlich in Englisch. Das Magazin «Forbes» hat sie in der Kategorie Art & Style zur zweiteinflussreichsten Person unter 30 Jahren gewählt.

wildfremde Menschen mit selbst gebastelten Glückwunschkarten und Widmungen. Ursprünglich wollte das Paar nicht über seine Hochzeit berichten – wäre da nicht das grosse Interesse unter den Followern ge­ wesen. Eine Leserin etwa schrieb, sie folge Valeria und Adrian erst seit Kurzem, habe aber das Gefühl, sie würden sich seit Jahren kennen. Der Entschluss, auch beruflich aufs Bloggen zu setzen, festigte sich 2015: auf einer fünfmonatigen Weltreise, die von der Karibikinsel Curaçao über Marokko, Singapur, die Philippinen, Bali, Taiwan nach Nordthailand führ­

te. Und natürlich konnte man die Reise in den sozialen Netzwerken verfolgen: Über 58 000 Interessierte sahen sich etwa den Youtube­Beitrag aus dem Trainingscenter von Singa­ pore Airlines an, den das Paar im Auftrag der Fluggesellschaft produ­ ziert hatte. Er dokumentiert unter anderem, wie Flugbegleiter getrimmt werden, damit sie perfekt servieren. «Unerwartet beliebt war auch unser Roadtrip im Kleinbus durch Taiwan», sagt Rüedi. Die Insel sei ein Traum für Blogger, «weil das Internet dort schneller ist als bei uns – sogar im hintersten Kaff hat man Empfang».

«Live now, cry later» lautet der Slogan von Gina Apicella (29). Die schweizerischitalienische Doppelbürgerin aus Dübendorf ZH bloggt seit Ende 2012 auf Bohemianstella.com in englischer Sprache über Reise- und Musikthemen. Sie bezeichnet sich als Träumerin, Wandernde und Musikliebhaberin: «Abgesehen von den Reisetipps ist es mir wichtig, die Leser dazu zu motivieren, auch mal an ein Konzert ausserhalb ihrer Heimatstadt zu reisen.» Ihre Bloggs werden wöchentlich 2000- bis 3000-mal angeklickt. Einflussreich.ch listet die Raumplanerin

Anita Brechbühl (27) auf dem 24. Platz (Klout-Faktor 68). Auf Travelita.ch berichtet sie seit 2012 gemeinsam mit ihrem Partner, dem Fotografen Nicolas Glauser (29), über ihre Wochenend-

ausflüge in den Schweizer Bergen und über Fernreisen. Sie verstehen ihren Blog als Visitenkarte für Auftragsarbeiten im Text- und Fotografiebereich.


Blütenzauber Südtirol

Tolle Ausflüge zum Gardasee, zum Schloss Trauttmansdorff, nach Meran und Brixen. 1. Tag Schweiz – Südtirol Sie verlassen die Schweiz im Rheintal und fahren zum Klostertal, mitten in die Arlbergregion. Nach dem Mittagshalt in Landeck erreichen Sie den Reschenpass. Bei der Ortschaft Graun eröffnet sich Ihnen einer der schönsten und bekanntesten Ausblicke der Alpen: der Reschensee im Vordergrund, überragt vom schneebedeckten Gipfel des Ortlers. Der Weg führt Sie nun hinab ins Vinschgau, mitten durch unendliche Obstplantagen, die vor allem im April und in der ersten Maihälfte ein riesiges Blütenmeer bilden. Vorbei am bekannten Kurort Meran und an der Landeshauptstadt Bozen erreichen Sie gegen Abend ihr Hotel in Vahrn bei Brixen, wo Sie die nächsten drei Tage wohnen werden. 2. Tag Tagesausflug zum Gardasee Heute folgen Sie zuerst der Etsch, dem zweitlängsten Fluss Italiens. Bei Trient zweigen Sie ab und fahren über den Sattel

von Cadine. Ein hübsches Bild bietet sich Ihnen am Lago Toblino, der vom alten Schloss der Bischöfe von Trient geschmückt wird. Nun folgen Sie dem Fluss Sarca, und erreichen bei Riva den Gardasee. Hier in der «Perle des Gardasees» machen Sie den ersten Halt. Danach führt Sie die Panoramafahrt entlang der berühmten Uferstrasse nach Malcesine zum Mittagsaufenthalt. Am Nachmittag fahren Sie weiter entlang des von Olivenhainen gesäumten Gardasees und treffen in Garda ein. Nach einem längeren Aufenthalt in diesem Städtchen, das dem ganzen See seinen Namen gab, kehren Sie durch das Lagertal wieder nach Brixen zurück.

4 Tage Fr. 435.–

Winterkur wohnte. Danach fahren Sie nach Meran. Mit seinen grosszügigen Parkanlagen und Promenadewegen hat die Stadt viel von dem weitläufigen Charme eines Nobelkurortes des 19. Jahrhunderts bewahrt. Am Nachmittag fahren Sie ein Stück auf der Südtiroler Weinstrasse und kehren nach einem letzten Halt im schmucken Städtchen Brixen in Ihr Hotel zurück.

4. Tag Südtirol – Schweiz Heute heisst es Abschied nehmen von dieser einmaligen Gegend. Über den Brennerpass erreichen Sie die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck, die Sie bei einem Aufenthalt näher kennenlernen können. Im schönen Stanzertal machen Sie Mittags3. Tag Ausflug Schloss Trautt- halt und kehren dann wieder in mansdorff – Meran – Brixen die Schweiz zurück. Am Morgen fahren Sie zum Schloss Trauttmansdorff. Hier Reisedaten 2016 besuchen Sie die Gärten, die 25. – 28. März Route A 2005 zum «Schönsten Garten Italiens» gekürt wurden. Selbst07. – 10. April Route B verständlich kann auch das 17. – 20. April Route A Schloss besichtigt werden, in 01. – 04. Mai Route B dem Kaiserin Sissi zweimal zur

Abfahrtsorte Route A: Bern, Olten, Basel, Zürich, Winterthur, St. Gallen Route B: Bern, Olten, Luzern, Zürich, Winterthur, St. Gallen

Das ist alles dabei...

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4-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar

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3 Übernachtungen im Hotel Löwenhof mit ausgezeichneter Südtiroler Küche

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Alle Zimmer mit Bad oder mit Dusche/WC, Farbfernseher und Minibar

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Halbpension im Hotel Ganztägiger Ausflug zum Gardasee mit Aufenthalten in Riva, Malcesine und Garda Ausflug zum Schloss Trauttmansdorff (inkl. Eintritt), nach Meran und Brixen

Nicht inbegriffen: ✘ Annullationsschutz Fr. 24.– ✘ Einzelzimmerzuschlag Fr. 90.–

Frühling am Gardasee

Saison-Eröffnungsfahrt zum Sonderpreis. Ausflug zu den «Perlen des Gardasees». 1. Tag Schweiz – Gardasee Ihre Reise führt Sie über die Gotthardroute nach Mailand. Vorbei an Brescia gelangen Sie nach Peschiera. Das malerische Städtchen bewahrt heute noch umfangreiche Befestigungsanlagen und ausgedehnte Parkanlagen. Nach diesem Aufenthalt fahren Sie entlang der Südküste zu Ihrem Hotel. 2. Tag Gardaseerundfahrt Riva – Garda – Sirmione Heute steht Ihnen ein besonders schöner Tag bevor. Zuerst folgen Sie der Etsch nordwärts bis kurz vor Rovereto, wo Sie das Lagertal verlassen und über den Sattel von Nago fahren. Danach führt die Strasse hinab ins Sarcatal und Sie erreichen Riva. Im alten Hafenstädtchen am Nordende des Sees, das auch den Beinamen «Perle des Gardasees» trägt, machen Sie den ersten Aufenthalt. Danach fahren Sie auf der östlichen Gardesana, wie die Uferstrasse genannt wird, südwärts. Während Sie auf der einen Seite immer den Bergrücken des Monte

Baldo haben, ergeben sich auf der anderen Seite immer wieder schöne Ausblicke auf den von hohen Felsen umgebenen See und auf die malerischen Uferstädtchen. In Garda, das dem ganzen See den Namen gab, machen Sie Mittagshalt. Am Nachmittag erreichen Sie Sirmione. Das Städtchen liegt auf einer Halbinsel, die das südliche Becken des Gardasees in zwei grosse Buchten teilt. Gegen Abend kehren Sie über Desenzano wieder in Ihr Hotel zurück.

3. Tag Ausflug Verona und Weingut (fakultativ) Am Vormittag fahren Sie in die Stadt der Liebe, nach Verona. Was diese Stadt auszeichnet, ist ihre schöne Lage am Fusse der Lessinischen Alpen und am Rande der Poebene. Sie liegt an beiden Ufern der Etsch, die in eleganten Windungen die Stadt durchzieht und von acht Brücken überspannt wird. Dem Besucher zeigt sich diese nach Venedig wichtigste Stadt Venetiens in einer wunderbaren Vielfalt. In reichem Masse zieren

4 Tage ab Fr. 319.–

Kunstdenkmäler Verona, das einst der Sitz von Kaisern und Königen war. Eine ausserordentliche Anziehungskraft besitzt die Stadt jedoch in seiner Arena, wo alljährlich die berühmten Opernfestspiele abgehalten werden. Und schliesslich machte William Shakespeare die Stadt mit seiner Tragödie «Romeo und Julia» in der ganzen Welt bekannt. Auf dem Rückweg an den Gardasee besuchen Sie ein Weingut im bekannten Valtanesigebiet, wo Sie die Köstlichkeiten, die dieser gesegnete Landstrich hervor bringt, kosten können.

4. Tag Gardasee – Schweiz Heute heisst es Abschied nehmen von dieser schönen Gegend. Über Brescia und Mailand kehren Sie in die Schweiz zurück.

Reisedaten 2016 14. – 17. März

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MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 11

Bloggen – aber wie? Wichtige Tools und Tipps:

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Auf der Schweizer Klout-Rangliste, die den digitalen Einflussfaktor misst (unter Einflussreich.ch), belegt Adrian Rüedi derzeit den 30. Platz (Klout-Faktor 67.35), Valeria Mella Rang 44 (65.27). Der gemäss KloutScore einflussreichste Schweizer in den sozialen Medien ist – wenig überraschend – Roger Federer, gefolgt von Stan Wawrinka und Sébastien Buemi. Würden Mr und Mrs LittleCity ihre Texte in englischer statt deutscher Sprache verfassen, könnten sie noch mehr Menschen erreichen. Ob Mode und Styling, Kulinarik oder Reisen: Die Schweizer lieben es, von ihren Passionen zu erzählen. So ist im Sog der neuen Technologie eine ganze BloggerGeneration herangewachsen. Gemäss den Schätzungen der «Social Media Studie 2014» dürften es insgesamt gut 300 000 Blogs sein. Die grosse Mehrheit kann davon allerdings nicht leben – im Gegensatz zu Mr und Mrs LittleCity: Das Paar verdient genug Geld mit Bloggen, gesponserten Youtube-

Videos und der Produktion von Beiträgen für Firmen wie Singapore Airlines oder Edelweiss. Auch auf der Website der «25hours»-Hotelkette haben die beiden über ihre Tiererlebnisse auf der Weltreise geschrieben. Daneben beraten sie Firmen im Bereich soziale Medien. «Wir sind frei und können selbst entscheiden, wo und wann wir arbeiten. Das gefällt mir an diesem Job», sagt Valeria Mella. Und ihr Mann ergänzt: «Was wir erleben, ist einmalig. Wir schauen hinter die Kulissen, beispielsweise an einem Trüffelevent der Spitzenklasse. Oder wir werden zu Gourmetveranstaltungen eingeladen. Wir machen genau das, was wir wirklich lieben, und sind oft unterwegs.» «Unsere Meinung ist nicht käuflich»

Einen Businessplan haben die Jungunternehmer aber nicht aufgestellt. «Bis Ende 2016 wird sich herausstellen, ob wir das so weiterziehen können oder nicht. Fest steht, dass wir immer authentisch und ehrlich

bleiben wollen.» Valeria Mella und Adrian Rüedi schreiben nur über Themen, die ihnen liegen. Anfragen von Wasch- und Putzmittelfirmen hätten sie dankend abgelehnt: «Unsere Meinung kann man nicht kaufen.» Diese Freiheit hat auch ihre Schattenseiten: Die Blogger erhalten keinen Fixlohn, müssen also mit einer gewissen Unsicherheit leben. Sie arbeiten wie Freischaffende projektbasiert und unterliegen saisonalen Schwankungen: Während der Sommerferien gibts weniger Arbeit, im Oktober umso mehr. Sie sind ständig auf Achse und stets mit der Welt verbunden – auch am Wochenende oder zu später Stunde. Rund um die Uhr Kommentare zu beantworten, ist Teil ihres Berufs. «Aber solange wir ihn gern ausüben, passt es», sagt Adrian Rüedi. Er ist nicht der einzige Blogger in seiner Familie: Seine Eltern sind seit sieben Jahren mit einem Segelschiff auf den Meeren dieser Welt unterwegs – und berichten via Blog über ihre Erlebnisse. MM

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Wie geht es Meulis erstem Patienten heute?

12 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

Migrosmagazin.ch

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1 Es braucht zwei Instrumentensets: eines fürs Kind, eines für die Mutter. 2 Mitten im Operationsteam: Martin Meuli ist mit einer Lichtschnur verkabelt. 3 Die Gebärmutter wird teilweise aus der Bauchhöhle gehoben. Nur so lässt sich das Kind darin sicher operieren. 4 Die Operation wird zu Instruktions­ zwecken auf einen Bildschirm übertragen. 5 Am Ende der Operation bedankt sich Operateur Martin Meuli persönlich bei allen Mitarbeitern. Alle Bilder auf www.migrosmagazin.ch

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MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 13

Fast wie ein eigenes Kind: Martin Meuli mit Elisa. Operation vor der Geburt

Eingriff in die Schöpfungskammer Der Kinderchirurg Martin Meuli operierte die kleine Elisa am offenen Rücken – mehr als drei Monate, bevor sie das Licht der Welt erblickte. Das Migros-Magazin durfte dabei sein. Texte: Thomas Vogel

E

s ist Montag, 3. August 2015: Im Universitätsspital Zürich (USZ) steht ein Team von Chirurgen am Operationstisch. Verkabelt wie Astronauten, beugen sie sich über die Patientin. Martin Meuli führt ruhig und routiniert das Zepter. Ein Hauch von Science-Fiction weht durch den Operationssaal. Denn Meulis Patientin, die Luzernerin Elisa Zemp, ist sozusagen eine Zeitreisende. Sie wird nämlich erst in etwas mehr als drei Monaten geboren werden. Konkret am 18. November. Begonnen hat Elisas Geschichte Anfang 2015: Im Rennen um neues Leben trifft ein Spermium auf eine Eizelle, bohrt sich durch dessen schützende Hülle und befruchtet sie. Doch nach etwas mehr als drei Wochen – noch bevor Mutter Andrea Zemp (30) überhaupt wusste, dass sie schwanger ist – läuft etwas schief. Das Rückenmark entwickelt sich nicht, wie es sollte. Fachleute diagnostizieren einige Wochen später eine Spina bifida oder zu Deutsch einen Neuralrohrdefekt (siehe Box auf Seite 15). «Die Diagnose war ein Schock, auch wenn wir froh waren, dass es nichts Schlimmeres ist», schildert Andrea Zemp die ersten Empfindungen. Die Pflegefachfrau, die mit Elisa das dritte Kind erwartete, wusste, was die Diagnose bedeutet. «Plötzlich hatten wir Fragen, an die wir vorher nie einen Gedanken verschwendeten», erzählt sie. «Wie wird sich Spina bifida auf das Leben unseres Kindes oder unserer Familie auswirken? Wird mein Kind je gehen können? Wird es sprechen, lesen, eine Schule besuchen können?» Innert weniger Tage mussten die Zemps weitreichende Entscheidungen treffen: Schwangerschaftsabbruch? Leben mit einem

Bilder: Gabi Vogt

Kind mit unter Umständen schwerer Behinderung? Oder? Eine Google-Suche führte die Zemps zur Option «oder» und damit zu Professor Martin Meuli. Der umtriebige Kinderchirurg greift seit Kurzem «in die Schöpfungskammer ein», wie er selber sagt. Er operiert Ungeborene mit Spina bifida im Bauch der Mutter. «Drei Stunden nahm er sich Zeit, um uns alles zu erklären», schildert Andrea Zemp die erste Begegnung mit «unserem Held Meuli», wie sie den Chirurgen liebevoll nennt. Danach war für sie klar: «Die Operation mache ich. Denn egal, was eines meiner Kinder hat, ich würde alles dafür tun, damit es ihm gut geht.» Denn auch für sie könnte es gefährlich werden, setzte sie sich doch einem Operationsrisiko aus, ohne dass ihr etwas fehlte. Immerhin konnten die Zemps auf ihr Umfeld zählen. Ihre beiden anderen Kinder, fünf und drei Jahre alt, mussten während des mehrere Wochen dauernden Spitalaufenthalts versorgt werden. «Mein Mann reduzierte seinen Job auf 60 Prozent, unsere Eltern und unsere Nachbarn sprangen ein und hüteten die Kinder.» Über 30 Kinder operiert

Ihren Anfang nahm die Fetalchirurgie im Jahr 1981, als Michael R. Harrison in San Francisco erstmals eine Operation an einem Ungeborenen vornahm, das an einem Harnröhrenverschluss litt. Heute kommt eine Operation am Fötus hauptsächlich beim offenen Rücken zur Anwendung. 2010 brachte Martin Meuli die Technik nach Zürich, wo der Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Kinderspital Zürich

als einer der ersten Ärzte weltweit eine solche Operation durchführte. Bis heute waren es mehr als 30 Kinder, die von Meulis Können profitiert haben. Meist wird der Eingriff um die 23. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Unter Vollnarkose für Mutter und Kind wird die mütterliche Bauchhöhle geöffnet. Mit Ultraschall wird der exakte Ort für den Schnitt in die Gebärmutter festgelegt. Am Fötus wird das freiliegende Rückenmark zu einem Rohr geformt und Schritt für Schritt mit Hirnhäuten, Muskel, Bindegewebe und Haut umgeben. Damit wird die natürliche Anatomie so gut wie möglich rekonstruiert und danach die Gebärmutter kräftig vernäht. «Schliesslich muss sie dem starken Wachstum in den folgenden Wochen standhalten», so Meuli. Käme es zu einem Riss, würde das für Mutter und Kind akute Lebensgefahr bedeuten. Die kleine Elisa hat dank der Operation sehr gute Prognosen: Sie wird voraussichtlich weder geistige Einschränkungen noch einen Wasserkopf haben, kann als paar Monate alter Säugling die Beine bereits gut bewegen und hat, wie Mama Andrea sagt, «eine typische Babyblase». Das bedeutet, sie entleert sich, wie es eben kommt. Ob sie dereinst kontrolliert urinieren kann, wird sich erst in etwa drei Jahren zeigen. «Aber auch wenn es nicht klappen sollte», sagt Andrea Zemp, werde sie damit aufwachsen und eben nichts anderes kennen. «Zumindest haben wir ihr mit der Operation super Voraussetzungen fürs Leben geschaffen, und ich würde es jederzeit wieder machen.» MM Lesen Sie auch das Interview mit Martin Meuli


14 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

Interview

«Ich habe grossen Respekt vor den Müttern» Martin Meuli, seit 1981 operiert man in Amerika Ungeborene im Mutterbauch. Wieso dauerte es so lange, bis die Technik den Weg nach Europa fand? Wir lernten von unserem Part­ nerinstitut in Philadelphia und wollten die Methode schon früher adaptieren. 2003 startete jedoch eine grosse Studie dazu. Daran durften drei amerikani­ sche Zentren teilnehmen und nur US­Patienten. Und diese Ergebnisse wollten wir abwarten, was bedeutete, dass wir uns über acht Jahre gedulden mussten.

War die Studie positiv? Sie wurde wegen der sehr guten Resultate sogar frühzeitig ab­ gebrochen. Drei Tage nach dem Studienabbruch, bekamen wir eine Patientin, die ich, assistiert von einem amerikanischen Chirurgen, kurz danach als erste Patientin in Zürich operierte.

Mussten Sie deswegen auch Patienten abweisen?

Wie viele Frauen haben Sie bisher in Zürich operiert?

Wir hatten in dieser Zeit gut ein halbes Dutzend Frauen, die geeignet gewesen wären, die wir aber weder in Zürich operieren noch nach Amerika verweisen konnten.

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Inzwischen sind es mehr als 30 Operationen in Zürich. Weitere acht Patientinnen operierte ich in Belgien. Ist Zürcher Fetalchirurgie eine Art Meuli-One-Man-Show? Nein, es ist ein Teamwork, aber der Operateur macht im We­ sentlichen die Operation und ist verantwortlich dafür. Wir sind dabei, ein Team aufzubauen, in dem zwei bis drei Operateure diese Operation durchführen. In der Schweiz gibt es jährlich etwa 40 Fälle mit Spina bifida. Könnten Sie theoretisch alle operieren? Nein. Wir haben klare Kriterien, wer operiert werden kann. So darf beispielsweise die Gebärmutter keine Fehlbildung aufweisen, es darf keine Mehrlingsschwanger­ schaft sein, der Fötus muss die klassische Form der Spina bifida haben und darf keine anderen Fehlbildungen aufweisen. Die Alternative zur Operation ist entweder ein stark behindertes Kind oder Schwangerschaftsabbruch. Wie stehen Sie dazu? Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht notwendigerweise eine falsche Entscheidung. Zwei bis drei von vier Betroffenen ent­ scheiden sich dafür. Wichtig ist aber, dass Betroffene alles gut erklärt bekommen haben und aufgrund dieser Informationen sich für oder gegen das Kind entscheiden konnten. Persönlich finde ich es ungünstig, wenn Eltern sich für das Kind entscheiden, aber gegen eine Operation. Denn die Datenlage ist eindeutig, dass das fetal ope­ rierte Kind enorm profitieren kann. Können Sie denn den Eltern nach der Operation ein gesundes Kind garantieren? Nein, das können wir nicht. Wir können aufgrund unserer Erfah­ rungen zeigen, dass drei von vier

Martin Meuli (60) ist Direktor der Klinik für Kinderchirurgie, Kinderspital Zürich.

operierten Kindern dank der Operation deutliche Vorteile haben. Wir können auch eine sehr genau Diagnose stellen und ziemlich präzise sagen, wie es neurologisch mit und ohne Ope­ ration aussieht. Aber das sind Prognosen und, wie immer in der Medizin, keine Garantien. Ist die Operation für die Mutter nicht gefährlich? Weltweit ist bisher keine Mutter an den Folgen der Operation gestorben. Komplikationen kommen wie bei allen Opera­ tionen vor. Sie halten während der Operation faktisch zukünftiges Leben in der Hand. Wie fühlen Sie sich dabei? Einerseits ist die technisch sehr anspruchsvolle Operation nach wie vor eine grosse Heraus­ forderung, schliesslich operiert man gleichzeitig zwei Patienten. Für mich ist es jedes Mal wieder ein ergreifendes Erlebnis. Dieser Eingriff in die Schöpfungskam­ mer nötigt mir auch allen Res­ pekt ab vor den couragierten Müttern, die sich als gesunde Menschen freiwillig für ihr Kind unters Messer legen. Wie ist Ihr Verhältnis zu den kleinen Patienten? Wir pflegen zu allen einen sehr guten Kontakt, da wir die Kinder bis ins Erwachsenenalter betreuen möchten. So kommen sie regelmässig nach Zürich, und ich sehe fast wöchentlich eines meiner Kinder – denn irgendwie werden sie auch ein bisschen zu meinen Kindern.


MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 15

Die Krankheit

Wenn das Rückgrat offen bleibt Spina bifida ist eine

Fehlbildung, die in der Schweiz eins von 2000 Embryonen betrifft. Sie entsteht, wenn sich die Neuralrinne des Embryos am Ende des ersten Schwanger­ schaftsmonats nicht vollständig zum Neural­ rohr, also dem künftigen Rückenmark, schliesst und stellenweise offen bleibt.

Maria Walliser besucht ihre Tochter Siri, die heute in Luzern Jus studiert und später Anwältin werden möchte. Maria Walliser

«Ein einschneidendes Ereignis für die Eltern» Heute wissen werdende Mütter, dass eine gute Versorgung mit Folsäure bedeutend fürs gute Gedeihen des Embryos ist. Maria Walliser hat dazu Wichtiges beigetragen. Text: Thomas Vogel

Bild: Thomas Vogel

M

illionen von Schweizern litten mit der Ex-Skirennfahrerin Maria Walliser Anesini (52), als ihre Tochter Siri vor 24 Jahren mit offenem Rücken zur Welt kam. «Die Geburt eines Babys mit Spina bifida ist ein unbeschreiblich einschneidendes Ereignis für Eltern und Familien», sagt die ehemalige Topathletin heute. Mit der Geburt von Siri bekam ein Thema plötzlich ein Gesicht, das bis dahin in der Öffentlichkeit kaum Beachtung fand. Bis zur Diagnose Spina bifida hatte auch Maria Walliser nichts über Folsäuremangel gewusst. Dabei kann Folsäure, ebenfalls bekannt als Vitamin B9, rund die Hälfte aller offenen Rücken vermeiden – sofern sie rund drei

Monate vor der Schwangerschaft eingenommen wird. Um zu erreichen, dass die medizinisch etablierte Erkenntnis auch seitens der Behörden anerkannt und die Grundversorgung der Bevölkerung mit Folsäure durch entsprechende Massnahmen gewährleistet wird, setzt sich Maria Walliser seit 15 Jahren mit der Stiftung Folsäure Offensive Schweiz ein. Klinikdirektor fordert mehr Mut

Die Schweizerische Ernährungskommission hat den Bundesbehörden schon vor rund zehn Jahren unmissverständlich die Anreicherung von Mehl mit Folsäure empfohlen, um so die Spina bifida-Fälle um rund die Hälfte zu reduzieren. «Aus Angst vor den wenigen, aber lautstar-

ken Skeptikern liegt das Dossier seitdem in der Schublade», bedauert Roland Zimmermann, Direktor der Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspitals Zürich. «Es wäre aus meiner Sicht mehr als wünschenswert, wenn unsere Behörden etwas mehr Mut zur Tat hätten.» Eine Folsäureanreicherung von Lebensmitteln würde dafür sorgen, dass die Bevölkerung mit einem höheren Grundpegel an Vitamin B9 versorgt ist. Denn auch in der Schweiz ist laut Erich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Folsäure, ein Grossteil der Schwangerschaften ungeplant. «Deshalb», sagt Maria Walliser, «beginnen auch sechs von zehn Schwangeren zu spät mit der Folsäureprophylaxe». www.folsaeure.ch/home/

Das Rückenmark liegt vollkommen frei und ungeschützt. Durch Reibung an der Gebär­ mutterwand und die toxische Wirkung des Fruchtwassers wird es zunehmend geschädigt. Das Rückenmark und die Nerven sind auch nach der Geburt in einer Blase sichtbar. Das ist der Grund, wieso Spina bifida auch offener Rücken genannt wird. Die Auswirkungen kön­ nen je nach Position des Wirbelbogendefekts und dem Ausmass der Schädigung sehr unter­ schiedlich sein. Sie rei­ chen von eher geringen Beeinträchtigungen wie Sensibilitätsstörungen bis zur Querschnitts­ lähmung. Vielfach sind Betroffene nicht in der Lage, die Blase oder den Enddarm zu kon­ trollieren. Wieso Spina bifida ent­ steht, ist nicht bekannt. Die einzige Prophylaxe ist, dass Frauen, die ein Kind möchten, bereits vor der Schwangerschaft vorsorglich mehr Folsäure zu sich neh­ men. Das kann immer­ hin 40 bis 50 Prozent der offenen Rücken verhindern.


16 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

1

1 Die Schweiz, gebildet aus

ihren Kantonsfahnen (1914). 2 Das Land als Abbild seiner hĂśchsten und wichtigsten Berggipfel (2014). 3 Der Streckenplan der Swiss

Metro, die vielleicht irgendwann einmal gebaut wird (2014). 4 Die Schweizer Schweine­ population im Jahr 1941. 5 Der Kanton Bern in Form seines Wappentiers (1700).

4

5


MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 17

2

3

Diccon Bewes

Karten: zvg

Der englische Schweiz-Erklärer

Schon zum dritten Mal hat der Brite Diccon Bewes ein Buch über seine neue Wahlheimat verfasst. Diesmal geht es um 80 Landkarten, die ein vielfältiges und aussagekräftiges Bild über das Wesen der Schweiz entstehen lassen. Text: Ralf Kaminski

Bild: Paolo Dutto


18 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

M

an schreibt das Jahr 1941, in Europa tobt der Zweite Welt­ krieg. Und was tut die Schweiz? Sie beschäftigt sich mit ihrer Schweinepopulation. Und zwar bis ins kleinste Detail. Das Eidgenössische Statis­ tische Amt erhebt auf die Bezirke genau die Verbreitung der Schweinerassen. So ist das Edelschwein (Grand porc blanc) im Westen der Schweiz deutlich stärker vertreten, derweil im Osten und in der Zentralschweiz das Veredelte Landschwein (Porc amélioré du pays) dominiert. Landesweit sind es exakt 764 378 Schweine, und am höchsten ist die Schweinedichte im Thurgau und im Appenzell. Diccon Bewes (48) lacht. «Ja, eine gross­ artige Karte, die aber durchaus einen ernsthaften Hintergrund hat. Die Schweiz war umzingelt und die Selbstversorgung mit Lebensmitteln deshalb ein überlebens­ wichtiges Thema.» Bewes neues Buch «Mit 80 Karten durch die Schweiz» ist voll von solchen Perlen, die einen verblüffen

oder amüsieren – oder einfach nur minuten­ lang interessiert verweilen lassen. Da sind historische Karten, wo der Süden noch oben steht und der Norden unten, politische Karten, verkehrsstrategische Karten, ja, sogar fiktive Karten, darunter die nie reali­ sierte Swiss Metro und eine Grossschweiz mit all jenen Regionen der Nachbarländer, die einstmals zur Schweiz gehörten oder schon einmal damit geliebäugelt haben, ihr beizutreten. Ein Jahr lang hat Bewes alle möglichen Archive durchforstet, um die Karten für sein Buchprojekt zu finden. Ein weiteres halbes Jahr hat er darauf verwendet, zu jeder einen kurzen Text zu verfassen, der ebenso infor­ mativ wie vergnüglich zu lesen ist. Nicht alle haben ihre Karten freigiebig rausgerückt. Das Deutsche Militärarchiv in Freiburg im Breisgau hatte sich zunächst gesträubt, Bewes eine Darstellung zur Publikation zu überlas­ sen, die die nie realisierten Schweiz­Invasi­ onspläne der Nazis aufzeigt. Aber auch dieses Archiv konnte er letztlich überzeugen.

Diccon Bewes im Kartenarchiv der Zentralbibliothek Zürich, wo er viele der Karten für sein neues Buch entdeckt hat.

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MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 19

Weitere ungewöhnliche SchweizKarten:

Migrosmagazin.ch

Nun ist das Buch erschienen – gleich in drei Sprachfassungen: auf Englisch, Deutsch und Französisch. In der englischen Fassung lädt der Untertitel zu einer «magical journey» ein, auf Deutsch zu einer «Zeitreise». Beides passt, aber Bewes mag die Anspielung auf die Magie in der englischen Ausgabe. «Man macht ja tatsächlich eine Reise durch Zeit und Raum, wenn man sich durch das Buch bewegt.» Und man lernt auch einiges. «Es ist letztlich ein Geschichtsbuch, aber weder akademisch noch verstaubt.» Zudem passt es zu den anderen Büchern, die der Engländer schon über seine Wahl­ heimat verfasst hat: «Swiss Watching» (2010, «Der Schweizversteher») und «Slow Train to Switzerland» (2013, «Immer schön lang­ sam»). Sie alle dienten Bewes dazu, sich dem Land anzunähern, in dem er seit 2005 lebt. Gleichzeitig erklärt er anderen Expats und auch den Schweizern das Wesen der kleinen Nation im Herzen Europas. Im schwierigen Verhältnis zum Rest des Kontinents sieht er durchaus Parallelen zu

seiner alten Heimat. «Beide Länder sehen sich als Insel, Grossbritannien ist physisch tatsächlich eine, die Schweiz ist es emo­ tional.» Beide werden in den kommenden zwei Jahren auch ihr Verhältnis zu Europa klären müssen. «Und es kann gut sein, dass die Entscheide des einen Landes auch das andere beeinflussen.» Der Liebe wegen in die Schweiz

Es war die Liebe, die Bewes (ausgesprochen wie News, einfach mit B) in die Schweiz brachte. «Mein Lebenspartner war 2000 mit Freunden in London. Aber sein Englisch war nicht gut genug, um mit ihnen ins Theater zu gehen. Also ging er derweil in eine Bar. Dort trafen wir uns.» Bewes war damals Reisejournalist, und die beiden führten zunächst eine Fernbeziehung. Seit 2005 nun leben sie in Bern, wo sein Partner im Sozialamt tätig ist. Bewes arbeitete sechs Jahre lang in der Englischabteilung der Buchhandlung Stauffacher, inzwischen kon­ zentriert er sich jedoch ganz aufs Schreiben.

Er hat sich so gut eingelebt, dass er nun auch Schweizer werden will. Allerdings muss er noch zwei Jahre warten, bis er die offizielle Frist von zwölf Jahren erreicht hat. Die eingetragene Partnerschaft würde diese Frist verkürzen, aber auf die will Bewes sich nicht einlassen. «Das ist eine Ehe zweiter Klasse. 2005 war ihre Einführung sehr fortschrittlich. Aber mittlerweile hat selbst Irland die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet.» Bewes will warten, bis auch die Schweiz so weit ist, auch wenn das seine Einbürgerung verzögert. Und wird das nächste Buch wieder von der Schweiz handeln, oder wars das jetzt? Bewes lacht. «Ich weiss es noch nicht, ich plane so was nicht gern. Derzeit bin ich mit dem Kartenbuch noch sehr beschäftigt. Die Idee dafür kam mir ziemlich spontan, das wird wohl auch beim nächsten Projekt so sein.» MM Diccon Bewes: «Mit 80 Karten durch die Schweiz. Eine Zeitreise», Hier und Jetzt, 2015, bei Ex Libris für Fr. 60.80. Dicconbewes.com; Twitter: @dicconb

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20 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

Wintersport

Skiparadies Schweiz Allein die zehn grössten Skigebiete unseres Landes locken mit über 2500 Pistenkilometern. Ganz vorn rangiert Les Portes du Soleil, das grösste Wintersportgebiet der Welt. Rund 2,5 Millionen Menschen in der Schweiz fahren Ski – auch die Mehrheit der ganz jungen Sportler. Texte: Reto E. Wild Grafik: Marina Bräm 34 Liftanlagen

4000 m

36 Liftanlagen

Liftanlagen

100 km

25

Piste

Liftanlagen

163 km 108 km

Piste

220 km

Piste

826–2869 m ü. M.

1068–2362 m ü. M.

2000 m

1253–3016 m ü. M.

Piste

St. Moritz, Corviglia GR 4

Villars-GryonLes Diablerets VD

Adelboden, Lenk BE

Laax, Flims, Falera GR

2

5

Aletsch-Arena, Rieder- und Bettmeralp, Fiesch, Eggishorn VS

1

3

5 6

1

9 2 10

3

1100–3018 m ü. M.

90 km

1822–3051 m ü. M.

Piste

3000 m

1000 m

29 Liftanlagen

24

7

4

8

Pistenrekord

Einsame Spitze: Les Portes du Soleil

650 Pistenkilometer umfasst die grenzüberschreitende Skistation Portes du Soleil (siehe Punkt 10) mit bekannten Orten wie Morzine/Avoriaz im französischen Hoch­

savoyen und Champéry im Wallis – nirgendwo in der Welt ist die Auswahl an Skiliften und Pisten reichhaltiger. Ähnlich gross ist nur der rein französische Skiverbund Les Trois Vallées im Herzen der französischen Alpen mit den Tälern Thorens, Méribel und Courchevel (600 Kilometer, 159 Skilifte).

12,1 % Snowboarden


MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 21

54 Liftanlagen (davon 34 in der Schweiz)

71 Liftanlagen 204 Liftanlagen (davon 20 in der Schweiz)

45 Liftanlagen

(davon 17 in der Schweiz)

43 Liftanlagen

360 km

Piste

412 km

Piste

238 km

Piste

7

Zermatt VS, inkl. Italien

Piste

1350–2466 m ü. M.

1700–2900 m ü. M.

1230–2865 m ü. M.

Ischgl A, Samnaun GR

650 km

1608–3899 m ü. M.

Piste

1500–3330 m ü. M.

225 km

Les 4 Vallées VS

8

Arosa, Lenzerheide GR

Les Portes du Soleil VS

9

10

6

0,2 % Ski- und Snowboardtouren 2,5 %

Langlauf

11,2 %

Schlitteln, Bob 48,2 %

Skifahren 5,6 %

Eislaufen

Sportarten

Die Favoriten der 10- bis 14-Jährigen Der Bericht «Sport Schweiz 2014» listet die beliebtesten Wintersportarten der 10- bis 14-Jährigen auf (Mehrfachnennungen möglich). Noch immer liegt Skifahren mit 48 Prozent an erster Stelle, vor Snowboarden (12 %) und Schlitteln (11 %). 14 Prozent der Befragten bezeichnen sich als Nichtsportler.


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Exklusiv-Reise vom 2. - 5. Juni 2016

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Immer mit Schweizer Reiseleitun ng

Frühlingsstadl in Zell am See mit:

HANSI HINTERSEER * ANDY BORG * DIE AMIGOS

FRANCINE JORDI * ZELLBERG BUAM * ANITA & ALEXANDRA HOFFMANN REISEHÖHEPUNKTE: n BegeisterndeKonzertemitdenSuperstars Hansi Hinterseer, Andy Borg, die Amigos, Francine Jordi, Anita & Alexandra Hofmann, den Zellberg Buam und Nadine! n Schifffahrt auf dem schönen Zeller See n FrühschoppenamKitzsteinhornGletscher n Bauernmarkt in Zell am See

Frühschoppen am Berg

Schifffahrt auf dem Zeller See

Ihr Reiseprogramm: 1. Tag, Donnerstag 2. Juni 2016 – Anreise & Heimatabend Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region von Zell am See. Nach dem Frischmachen im Hotel erwartet uns in Zell am See ein festliches Platzkonzert der Bürgermusikkapelle Zell am See. Danach laden wir Sie zum zünftigen Heimatabend ein, lassen Sie sich von den farbenprächtigen Tänzen sowie Vorführungen, die das Leben in den Alpen zeigen, begeistern. 2. Tag, Freitag 3. Juni 2016 – Frühschoppen & Auftaktsabend Guten Morgen Sonnenschein – hinauf auf den Berg! Nach einem herzhaften Frühstück geht es heute hoch hinaus. Mit der Seilbahn erreichen Sie bequem das Alpinzentrum am Kitzsteinhorn Gletscher, wo Sie ein zünftiger Frühschoppen mit Musik erwartet. Freuen Sie sich auf die imposante Bergwelt und auf viel Spass und Geselligkeit in bester Gesellschaft. Wieder im Tal steht Ihnen der restliche Nachmittag zur freien Verfügung. Am Abend erwarten uns dann in Zell am See die Amigos, die Zellberg Buam und Nadine aus der Schweiz zum stimmungsvollen Auftakt des Salzburger Musikfrühlings. Präsentiert wird der Noch mehr sparen bis 100% REKA-Checks!

Abend von Andy Borg, der Sie natürlich zusätzlich auch mit einem eigenen Programm verzaubern wird. 3. Tag, Samstag 4. Juni 2016 – Bauernmarkt, Schifffahrt Zeller See & Abschlussabend Nach einem Frühstück besuchen wir heute den traditionellen Bauernmarkt in Zell am See. An zahlreichen Ständen werden typische Produkte aus der Region angeboten – Käse, Bauernbrot, originalgebrannter Schnaps und Bauernspeck. Daneben sorgen traditionelle Handwerkskünstler und musikalische Formationen für beste Unterhaltung. Später erwartet Sie eine idyllische Schifffahrt auf dem bekannten Zeller See! Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie die wunderschönen Uferlandschaften – Sie werden begeistert sein. Am Abend empfangen uns in Zell am See Francine Jordi, Anita & Alexandra Hofmann und Superstar Hansi Hinterseer zum Abschlussabend! 4. Tag, Sonntag 5. Juni 2016 – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise Richtung Schweiz an.

Organisation: Holiday Partner, 8852 Altendorf

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MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 23

W Bänz Friedli

Mir wird heiss und kalt

Bänz Friedli (50) mag den Winter.

Wer hat eigentlich den Winter erfunden? Wer hat befunden, der Anblick von Tannen, deren Geäst sich unter der Schneelast biegt, sei anheimelnd? Vielleicht dringt, um den Kitsch komplett zu machen, noch ein Sonnenstrahl an den Wipfeln vorbei in den Waldschatten, bricht sich an Schneekristallen und lässt vor unserem Auge ein wundersames, sternförmiges Glitzern erstehen, von hellen Kreisen umrandet.

mounterwäsche, kein Gore-Tex und keine mit Nanopartikeln imprägnierte n Schuhe. Für sie war die Kälte kein «Fun». Ich glaube nicht, dass sie selber auf die Idee kamen, der Winter sei etwas Schönes. Eher haben ihn die Engländer romantisch verklärt. Die befanden ja als Erste, schroffe Felswände, Gletscher und Schneemassen seien «schön». Sie waren es, die unsere Alpen zum winterlichen Reiseziel erklärten.

Kitsch hiesse in diesem Fall: fast zu schön, um wahr zu sein. Vielleicht, dachte ich letzte Woche, als endlich der wahre Winter hereinbrach, vielleicht hat ja jemand dieses Bild gleichsam entworfen, hat jemand in unseren Köpfen festgesetzt, dies sei pure Schönheit. Der Anblick einer verschneiten Bündner Landschaft löste in mir schieres Glücksgefühl aus. Aber früher, überlegte ich mir, muss der Winter in den Alpen furchtbar gewesen sein. Tiere darbten, die Menschen froren, hatten nichts zu essen, sehnten sich nach Wärme und Licht. Ich glaube nicht, dass die schneebedeckten Äste einer Tanne sie frohlocken liessen – dennoch sind sie für mich heute der Inbegriff von Wohligkeit: Mir wird bei bitterer Kälte warm ums Herz. Ich bin ja auch gut verpackt wie die adretten Abenteurer, die in den Werbespots der Outdoor-Bekleider Wind und Wetter trotzen. Furchtbar taff erscheinen sie – dabei sind sie nur gut ausgerüstet. Die Bergbauern, früher, hatten keine Ther-

Vermutlich lenken Überlieferungen unser Empfinden. Und Erinnerungen. In mir werden die wunderbaren Bilderbücher um Tomte Tummetott wach, den Zwerg, der im Mondschein durch die winterliche Nacht tippelt und mit den Tieren spricht. Und der traumhaft verschneite Garten eines Chalets im Berner Oberland, in das unsere Grossmutter uns einst mitnahm. Ich sehe mich vier-, fünfjährig in wollenen Strumpfhosen vor einem lodernden Cheminéefeuer und bekomme ein kuscheliges Gefühl. Was gibt es Schöneres? Nun gut, noch fast schöner finde ich, wenn das Thermometer auf 51 Grad Celsius steigt. In der Bruthitze Nevadas hab ichs erlebt. Fantastisch! Vielleicht, geht mir in der Bündner Kälte durch den Kopf, mag ich einfach die Extreme. Und ich bestelle eine Ovo. «Eine warme?», fragt die Bedienung. «Nein, eine heisse.» MM

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24 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

Quentin Tarantino

«Der Rassismus wuchert in den USA noch immer wie wild» Seit über 20 Jahren erhitzt Quentin Tarantino mit kontroversen Filmen die Gemüter. Sein neustes Werk «The Hateful Eight» ist ein Western aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs, dessen Rassenkonflikte laut dem 52-jährigen US-Regisseur heute aktueller denn je sind. Text: Gabriela Tscharner Patao


MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 25

Bild: Patrick Fraser/Corbis Outline

Quentin Tarantino ist nicht nur Regisseur, sondern auch Schauspieler, Autor und Politaktivist.


26 | MM04, 25.1.2016 | MENSCHEN

Markenzeichen: Humor und Gewalt

«Reservoir Dogs» (1992):

«Pulp Fiction» (1994):

Eine Verbrecherbande rekonstruiert ihren missglückten Raubüberfall.

Episodischer Gangsterfilm, der bis heute Kultcharakter hat.

«Jackie Brown» (1997):

«Kill Bill» (2003/2004):

Pam Grier als clevere Gangsterbraut in einer Hommage an die 70er-Jahre.

«Death Proof» (2007):

Trashiges B-Movie um einen Killer, der mit seinem Auto tötet.

«Django Unchained» (2012):

Ein befreiter Sklave nimmt Rache an seinen (und anderen) Peinigern.

Blutige Rachefantasie mit vielen asiatischen Elementen.

«Inglourious Basterds» (2009): Kriegsfilm, in dem der Zweite Weltkrieg anders verläuft als gewohnt.

«The Hateful Eight» (2015): Westerndrama in einer einsamen, von einem Sturm umtosten Hütte.

Quentin Tarantino, in «The Hateful Eight» behauptet der weisse Sheriff: «Nur wenn Schwarze Angst haben, sind weisse Leute sicher.» Worauf der schwarze Oberst antwortet: «Schwarze Leute sind nur dann sicher, wenn weisse Leute keine Waffen tragen.» Wenn man an die Ereignisse in Charleston denkt, wo im letzten Sommer ein weisser Rassist in einer Kirche neun Schwarze erschossen hat, scheinen mir diese Worte aktueller denn je. Sie sehen Ihren Film also als Reaktion auf aktuelle Fälle von Rassenkonflikten in den USA? Nicht als Reaktion. Ich habe dieses Drehbuch schon lange vor den Ereignissen in Charleston oder der Erschiessung von Michael Brown in Ferguson geschrieben. Damals war mir natürlich nicht bewusst, wie sehr die Nachrichten die Themen unseres Films widerspiegeln würden. Was hat Ihrer Meinung nach der amerikanische Bürger­ krieg mit heutigen Fällen von Rassismus oder Polizeibruta­ lität zu tun? Der Täter von Charleston hat auf seiner Social-Media-Seite ständig mit der Konföderiertenflagge posiert. Das führte dazu, dass endlich die Bedeutung dieser Flagge hinterfragt wurde. Ich habe die konföderierten Staaten schon immer gehasst. Ich sehe sie als die amerikani­ schen Nazis oder Kosaken. Das sind starke Worte. Solche plakativen Aussagen bringen Sie auch immer wieder in Schwierigkeiten. Das ist mir egal. Der institutionalisierte Rassismus wuchert noch immer wie wild in unserem Land. An einer Demonstration in New York letzten Herbst haben Sie vor versammelter Menge Polizisten als Mörder bezeichnet. Stehen Sie heute noch zu dieser Aussage? Meine Worte wurden völlig falsch interpretiert. Ich habe

nicht gesagt, alle Polizisten seien Mörder. Aber in Chicago, wo ein Polizist einen 17-jährigen schwarzen Jugendlichen mit 16 Kugeln durchsiebt hatte, konnte die Polizei ihre Tat nicht leugnen. Sie glauben aber nicht wirklich, dass alle Polizisten Mörder sind? Natürlich nicht. Aber das Argument mit den «paar faulen Äpfeln» halte ich ebenfalls nicht für richtig. Ja, der Polizist, der Laquan McDonald erschossen hat, ist ein fauler Apfel. Aber das sind auch die anderen acht oder neun Polizisten, die zugeschaut und nichts getan haben. Und wie stehts mit dem Polizeichef? Oder dem Bürgermeister von Chicago, Rahm Emanuel? Alles faule Äpfel. Es geht um institutionalisierten Rassismus, der die Polizei als Ganzes beschützt und nicht die Bürger. Als Reaktion auf Ihre Aussage haben einige Polizeigewerk­ schaften zum Boykott Ihrer Filme aufgerufen. Das bestätigt meinen Standpunkt nur. Es ist eine sehr totalitäre Haltung der Gewerkschaften. Sie wollen es mir zeigen und mich zum Schweigen bringen. Als Warnung an andere Stars, um zu zeigen, was die Polizei mit aufmüpfigen Leuten anstellt. In den USA herrscht Rede­ freiheit. Da haben Polizisten das Recht, zum Boykott Ihrer Filme aufzurufen. Natürlich. Ich weiss aber auch, dass ich unter Polizisten viele Fans habe. Ich wäre traurig, wenn diese die Nuancen in meiner Aussage nicht mitkriegen würden. Ein Polizeifunktionär drohte Ihnen gar mit einer Über­ raschung, die die Mitglieder seiner Gewerkschaft für Sie bereithielten. Haben Sie sich bedroht gefühlt? Ich bin nicht ständig von Streifenwagen angehalten worden, wenn Sie das meinen. Jim Pasco, der diese Drohung ausgesprochen hatte, zog sie

Bilder: Keystone (7), Andrew Cooper/SMPSP/©2015 The Weinstein Company

Tarantinos acht Filme


MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 27

später zurück. Ich glaube nicht, dass die Polizei diese finstere Organisation ist, die es jetzt auf mich abgesehen hat. Aber es ist die Aufgabe der Polizei, die Bürger vor Unrecht zu schützen. Und ich bin einer dieser Bürger.

Wie bewerten Sie diese Reak­ tionen europäischer Fans? Auf meinen Reisen in Europa habe ich oft festgestellt, dass die Leute weniger konservativ sind als in den USA. Die TarantinoFans, jedenfalls.

Bereuen Sie, an dieser Demo den Mund aufgemacht zu haben? Nein, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Ich würde mich wesentlich schlechter fühlen, wenn ich den Mund gehalten hätte, während unschuldige Leute erschossen worden sind. Die verantwortlichen Polizisten müssen die Konsequenzen für ihr Verhalten tragen. Und wie ich von meinen Fans in Europa weiss, habe ich dort die Mehrheit der Leute auf meiner Seite.

Seit Beginn Ihrer Karriere haben Sie mit Ihren Filmen polarisiert, sei es durch den ex­ zessiven Gebrauch von Gewalt oder abschätziger Schimpf­ wörter wie «Nigger». Warum? Mir geht es darum, die Wahrheit darzustellen. Die Wahrheit dieser Figuren und der Zeit, in der sie leben. «The Hateful Eight» spielt kurz nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs. Und niemand ist der Ansicht, dass das Wort «Nigger» damals nicht gebraucht wurde. Die Kritiker wollen einfach, dass

ich die Sprache in meinen Filmen säubere. Aber ich lasse mich nicht zensieren. Ihre Kritiker weisen immer wieder auf die Gefahr hin, dass Gewalt auf der Leinwand Einfluss auf das wahre Leben nehmen könnte. Ein Vorwurf, den sie stets kategorisch verneint haben. Und daran hat sich auch nichts geändert. Ich kriege diese Frage seit über 20 Jahren gestellt und bin es eigentlich ziemlich leid, darüber zu sprechen. Denn meine Antwort hat sich nicht geändert. Meiner Meinung nach haben Filmgewalt und Gewalt im wahren Leben nichts miteinander zu tun. Haben Sie Schwierigkeiten, Kritik zu akzeptieren?

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Wenn sie konstruktiv ist, überhaupt nicht. Oft handelt es sich jedoch um Sozialkritik, und die finde ich völlig unwichtig. Ich mache es zu meiner Aufgabe, sie zu ignorieren. Ich betrachte meine Filme als zeitlos. Die Enkel dieser Sozialkritiker werden in 20 oder 50 Jahren ihren Grossvätern unter dem Weihnachtsbaum erzählen, wie sehr ihre Klasse an der Uni die Filme von Quentin Tarantino liebt. Für jemanden, der seine Kritiker ignoriert, ist diese Rachefantasie aber ganz schön ausgereift. Gut beobachtet ( lacht). Im ersten Moment verletzt mich Kritik halt schon ein bisschen. Aber sobald der Moment vorbei ist, giessen die Kritiker einfach nur Öl in mein Feuer.


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MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 29

Eine erste Version des unfer­ tigen Drehbuchs von «The Hateful Eight» ist nach aussen gesickert und wurde ohne Erlaubnis ins Internet gestellt. Da muss Ihr Feuer aber lichter­ loh gebrannt haben. Ich war fuchsteufelswild. Es war, als hätten die Leute meinen Kuchenteig und nicht den Kuchen zu essen bekommen. Ich war enorm wütend und wollte den ganzen Film nicht mehr machen. Und was hat Sie umgestimmt? Ich wurde von Freunden dazu überredet, eine Lesung des Drehbuchs zu organisieren. Diese Gruppe befreundeter Schauspieler hat mein Material für mich wieder zum Leben erweckt. Die Lesung hat mir den Glauben an dieses Drehbuch zurückgegeben. Sie scheinen im Alter sanfter zu werden. Weniger wütend, vielleicht. Und das macht mich glücklich. Ich war ein sehr wütender junger Mann. Aber in meinem Alter wäre diese Art Wut Fehl am Platz. Ich habe ein grossartiges Leben. Es ist selten, dass ein Künstler meinen Status erreicht. Ich habe keinen Grund, wütend zu sein. Manchmal bin ich

Zur Person

Provokateur und Cineast Quentin Jerome Tarantino wurde 1963 in Knoxville, Tennessee, geboren. Als

Verkäufer in einer Videothek in Los Angeles eignete er sich ein enormes Filmwissen an, das er auch in seine bis jetzt acht Filme einfliessen liess. Mit «Pulp Fiction» gewann Tarantino 1994 den Oscar für das beste Drehbuch und landete später mit den «Kill Bill»-Filmen, «Inglourious Basterds» und «Django Unchained» auch eine Reihe kommerzieller Erfolge. Für das Drehbuch zu Letzterem gewann er 2013 einen weiteren Oscar.

irritiert, klar. Aber das legt sich heute meistens schnell. Das Leben ist zu kurz. Sie sind für Ihre Abneigung gegenüber moderner Techno­ logie bekannt. Social Media oder das Streaming von Filmen seien Ihnen ein Graus, hört man. Ist das vielleicht auch eine Alterserscheinung? Möglicherweise ist das ein Generationsproblem. Ich bin old­school. Dass sich jemand meine Filme auf dem Smart­ phone ansieht, deprimiert mich. Ich lese auch lieber Zeitung und Magazine auf Papier gedruckt als auf einem E­Reader. Ich sehe die Nach­ richten am Fernsehen und schaue mir Filme am liebsten im Kino oder auf Laserdisc an. Schreiben Sie Ihre Drehbücher auf dem Computer oder von Hand? Schreibt ein Dichter seine Gedichte etwa auf dem Com­ puter? Poesie braucht keine Technologie. Sie haben schon vor einiger Zeit angedeutet, dass Sie kein alter Regisseur sein wollen und nach Ihrem zehnten Film in Pension gehen würden. «The Hateful Eight» ist Ihr achter Film – das Ende rückt ganz schön nahe. Nun, das ist nicht in Stein gemeisselt. Ach? Macht Ihnen die Endlichkeit Angst? Ich will einfach kein Regisseur sein, der nur Filme macht, weil er nichts anderes kann. Der die Aufmerksamkeit braucht und sich nur auf dem Set wichtig fühlt und gleichzeitig seine Ausrichtung, sein Geschick und sein Talent verliert. Kennen Sie Regisseure, denen das passiert ist? Nicht unbedingt. Aber es ist schon seltsam: Ich habe kürzlich darüber gesprochen, während ich neben dem britischen Regisseur Ridley Scott sass. Der ist 78 Jahre alt und macht noch immer grossartige Arbeit. Ich hingegen mag die Idee, dass nicht meine Langlebigkeit,

sondern die Filmografie wichtig ist. Mir gefällt die Idee aufzu­ hören, während das Publikum noch mehr von mir sehen möchte. Was sind Ihre Pläne für Film Nummer neun? Ich habe vier Geschichten in meinem sprichwörtlichen Brutkasten. Ich stelle mir stän­ dig die Frage, was ich noch zu sagen habe, welche Themen ich noch behandeln möchte und welchen filmischen Nachlass ich künftigen Generationen vermachen möchte. Ich finde das sehr kreativ. Und welche Pläne haben Sie für die Zeit nach Ihrer Regie­ karriere? Ich bin auch ein Schriftsteller. Ich kann Theaterstücke schrei­ ben und inszenieren, Romane oder Kinobücher schreiben.

Seit «Kill Bill» habe ich eine Affinität fürs Literarische. Denken Sie auch daran, Familie und Kinder zu haben? Vielleicht. Ich blieb bisher alleinstehend, weil ich für mich diese Kinowelt kreiert habe, die meine volle Aufmerksamkeit braucht. Vielleicht werde ich nach den zehn Filmen Zeit für Kinder haben. Laut meinen Berechnungen wäre ich dann aber 60 Jahre alt. Sie meinen zu alt, um Vater zu werden? Jedenfalls nicht zu alt, um Vater eines Filmgesamtwerks zu sein. Das sind 30 Jahre Karriere. Wenn ich die Qualität meiner «Familie» bis zum Schluss aufrechterhalten kann, bin ich zufrieden. MM «The Hateful Eight» startet am 28. Januar in den Schweizer Kinos.

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MENSCHEN | MM04, 25.1.2016 | 31

Leserforum MM04: Interview Doris Leuthard: «Die Gotthard-Gegner spielen mit der Sicherheit»

«Der Bund spielt seit 35 Jahren mit der Sicherheit» «Die Gotthard-Gegner spielen mit der Sicherheit», sagt Doris Leuthard. Diese Polemik könnte man an den Absender zurücksenden. Seit 35 Jahren ist der einröhrige GotthardStrassentunnel in Betrieb. Demnach spielt der Bund also auch seit 35 Jahren mit der Sicherheit, so man diese Argumentation ernst nehmen könnte. Ich bin übrigens kein Gotthard-Gegner. Ich habe mich stark für den Bau der Neat eingesetzt, bin aber gegen eine unnötige zweite Strassenröhre. Ruedi Estermann, Rothenburg LU MM04: Interview Doris

Leuthard: «Die Gotthard-Gegner spielen mit der Sicherheit»

«Entwicklung des Verkehrs falsch eingeschätzt» Die Politik hat bereits 1980 versagt. Die Entwicklung des motorisierten Verkehrs ist völlig falsch eingeschätzt worden. Schon damals hätte der Strassentunnel mit zwei Röhren gebaut werden müssen. Warum der 9,3 Kilometer lange Seelisberg-Tunnel trotz geringerem Verkehr voll ausgebaut worden ist, habe ich nie erfahren. Zum Bau der zweiten Gotthardröhre gibt es keine vernünftige Alternative. Ob zweioder vierspurig befahrbar, ist völlig irrelevant. Mit dem bereits heute gut funktionierenden Tropfenzählersystem kann die Durchlasskapazität gemäss geltender Alpeninitiative problemlos geregelt werden. Leider verhindern oft profilierungssüchtige Parteigrössen zweckmässige und zukunftsgerichtete Lösungen. Ausbaufehler wie am Lötschberg-Basistunnel dürften

am Gotthard nicht wiederholt werden! Mario Vassalli, Spiez Nein, einen zweiten Gotthardtunnel braucht es nicht. So wie ich es im Gedächtnis habe, muss der alte Tunnel 2023 saniert werden, die zweite Röhre würde ca. 2027 erbaut werden. Also vier Jahre nach der Sanierung. Wozu braucht es dann den neuen Tunnel? Doch nur um Frau Leuthard ein Denkmal zu setzen! Ausserdem glaube ich nicht dass der Tunnel nur einspurig benutzt wird. Muss die ganze Schweiz zubetoniert werden? Als Erstes soll endlich die Neat in Funktion treten. Die hat auch viel länger gedauert, als versprochen wurde, und sie hat erst noch massiv mehr gekostet. E. Kälin, Egg SZ Warum spricht niemand von den unverschämten Kosten der unnötigen Röhre? Wir wollen 700 Millionen für die Sanierung plus 2 Milliarden Franken für einen EU-Tunnel ausgeben. Und die meisten fahren fast nie durch den Gotthard, stecken aber täglich im Agglo-Stau. Helmut Ziegler, via E-Mail

Kürthy: «Zum Glück haben auch Männer manchmal Verstand»

dann, wie Frau Kürthy, nicht mehr wie mich fühlte. Sandra Sievers, via E-Mail

«Ich kenne alle Vorurteile»

MM02: Editorial Garantierte Spassbremse

MM02: Interview Ildikó von

Ich bin 40 Jahre alt und schon lange nicht mehr faltenlos, allerdings schon mein Leben lang blond und schlank. Ich kenne alle Vorurteile gegen ein solches Aussehen zur Genüge. Als ich jünger war, färbte ich meine Haare deswegen sogar dunkel oder liess sie kurz schneiden, stellte jedoch fest, dass ich mich

«Der Staat und der Heilige Geist sollen es richten» Im Migros-Magazin wundern Sie sich, warum ein Desinteresse an der sozialen Absicherung besteht. Als 80-Jähriger, der ein Familienunternehmen geführt hat, kann ich Ihnen die Frage beantworten: In den 70er-Jahren wurden bei mir Elektromonteure pensioniert, die noch die Einführung der AHV erlebten, von einer 2. Säule aber nichts wussten. Je weiter die Generationen von der «Nur-AHV-Generation» wegrückten, desto weniger bestand ein Interesse daran, wie die Altersvorsorge funktioniert. Es herrscht die Meinung vor, dass der Staat, die Pensionskasse und der Heilige Geist dafür sorgen, dass alles gut kommen wird. Hans Jörg Schibli, Zürich


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Wunderschöne Farben, traumhafte Sonnenuntergänge, die fantastische Küste und eine abwechslungsreiche Landschaft lassen die Tage in Rosas zu einem eindrücklichen Erlebnis werden. Kombiniert mit einem attraktiven Ausflugsprogramm geniessen Sie ein paar erholsame und erlebnisreiche Tage.

Die ligurische Küste liegt um den Golf von Genua. Das Gebirge fällt steil bis zur Küste ab und umschliesst zahlreiche malerische Buchten. Entdecken Sie diese reizvolle Landschaft, aber auch pulsierende Orte wie das Fürstentum Monaco mit Montecarlo oder lassen Sie sich vom Charme der stolzen Hafenstadt Genua verzaubern!

1. Tag, Schweiz - Rosas: Fahrt vom Einsteigeort nach Rosas an der Costa Brava. 2. Tag, Ausflug Empuriabrava: Unweit von Rosas befindet sich die idyllische Villensiedlung Empuriabrava. Das Ortsbild wird geprägt von einem dichten Netz aus befahrbaren Kanälen und Schiffsanlegeplätzen. Sie geniessen eine Bootsfahrt und freie Zeit. Den Nachmittag verbringen Sie individuell in Rosas. 3. Tag, Ausflug in die katalanischen Dörfer: Sie geniessen eine Rundfahrt durch das Hinterland. Durch eine faszinierende Landschaft kommen Sie nach Olot. Sie begegnen alten Dörfern, in denen es teilweise scheint, als sei die Zeit stehen geblieben. Besalù ist ein mittelalterlicher Ort auf einer felsigen Anhöhe. Hier haben Sie Zeit für einen Spaziergang. 4. Tag, Ausflug Barcelona: Nicht nur die Rambla, die Sagrada Familia oder die zahlreichen Bauten des berühmten Architekten Gaudi werden Sie beeindrucken. Während der geführten Stadtrundfahrt bekommen Sie einen Gesamteindruck und haben anschliessend freie Zeit für individuelle Erkundungen. 5. Tag, Ausflug Figueras und Cadaques: Sie fahren nach Figueras und haben Zeit für einen Spaziergang über den wöchentlichen Markt. Später fahren Sie nach Cadaques, ein einstiges Fischerdorf mit einem schönen Ortsbild aus weiss getünchten Häusern. 6. Tag, Rosas - Rückkehr: Heimreise in die Schweiz zu den Einsteigeorten.

REISEDATUM - 6 TAGE 1. 03. - 08. April PREIS PRO PERSON Doppelzimmer Einzelzimmer Annullationskosten-/ SOS-Versicherung Option Doppelsitz zur Alleinbenützung

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LEISTUNGEN Reise in luxuriösem 5-Sterne-Car ● 5 Übernachtungen mit Frühstücksbuffet ● 5 Abendessen ● Bootsfahrt ● Stadtrundfahrt/-gang in Barcelona ● Besichtigungen gem. Programm

EINSTEIGEORTE Zürich *, Basel, Kallnach*, Olten, Biel, Bern *Parkmöglichkeiten Figueras Besalu

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Spanien

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Frankreich

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HOTEL Hotel Monterrey, Rosas (off. Kat. ***) Gutes Hotel mit Bar, Fitness und Sauna, direkt am Strand von Santa Margarita.

1. Tag, Schweiz - Alassio: Fahrt vom Einsteigeort via Tessin und Mailand nach Alassio. 2. Tag, Ausflug Genua - Portofino: Auf einer geführten Stadtrundfahrt lernen Sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen. Weiterfahrt nach Rapallo, von wo aus Sie per Schiff die Halbinsel Portofino erreichen. Entdecken Sie auf einem Spaziergang die Schönheiten dieser Region. 3. Tag, Ausflug Botanischer Garten Hanbury - Dolceacqua: Sie folgen der Küste und erreichen Capo Mortola, wo Sie den Botanischen Garten Hanbury besuchen. Geniessen Sie einen Spaziergang durch die verschiedenen Bereiche mit Pflanzen aus der ganzen Welt. Später fahren Sie ins Landesinnere und erreichen Dolceacqua, eines der hübschesten und typischsten Städtchen der westlichen Riviera. 4. Tag, Ausflug Monaco: Sie besuchen das mondäne Fürstentum Monaco. Mit einem unterirdischen Lift erreichen Sie vom Felsen-Parkplatz aus das Zentrum. Während einem geführten Spaziergang sehen Sie Teile der Altstadt, das fürstliche Schloss und die Kathedrale. Anschliessend haben Sie freie Zeit für eigene Erkundungen. Das legendäre Grand Casino, der Jachthafen, das Ozeanografische Museum oder der Botanische Garten sind nur einige der unzähligen Sehenswürdigkeiten. 5. Tag, Alassio - Rückkehr: Heimreise in die Schweiz zu den Einsteigeorten.

REISEDATEN - 5 TAGE 1. 17. - 21. April 2. 24. - 28. April 3. 08. - 12. Mai

Doppelsitz zur Alleinbenützung

Die Preise gelten bei Buchung über www.marti.ch und sind gültig bis zum 08.02.2016. Andere Buchungsstellen erheben in der Regel eine Auftragspauschale. Es gelten die allgemeinen Reise- und Vertragsbedingungen der Ernst Marti AG.

Alassio

Portofino

Ligurisches Meer

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Migros-Welt MM4

Zitat der Woche

«Die Migros ist zum Glück kerngesund.» Migros-Chef Herbert Bolliger in der «SonntagsZeitung» vom 17. Januar 2016

Vom Parkett aufs Eis

Die Vorbereitungen für die Eisrevue «Art on Ice» laufen auf Hochtouren. Dazu gehört auch die Suche nach geeigneten Übungslokalen, wo die Eiskunstlauf- und Musikstars trainieren und die Choreografie der neuen Nummern einstudieren können. Fündig wurden Art-on-Ice-Gründer Oliver Höner (links) und Chefchoreograf Sean Cheesman (Dritter von links) im Migros-Fitnesspark Glattpark, wo sich auch Jackie und Marlon Jackson (Zweiter und Vierter von links), die Brüder des verstorbenen «King of Pop» Michael Jackson, auf ihren Auftritt beim Eisspektakel im Februar vorbereiten.


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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 35

Musikvideos Welcher

Schweizer Musiker begleitet seine Musik mit den schönsten Filmbildern? Das MigrosKulturprozent, die Solothurner Filmtage und die Fondation Suisa suchen den «Best Swiss Video Clip 2016». Nominiert sind Clips von Lo & Leduc (im Bild), Baschi, Rio Wolta, Stéphanie Blanchoud und The Wedding Party Massacre. Nun können die Fans abstimmen, wer den Publikumspreis gewinnt: www.m4music.ch/ de/bsvc Beim Festival M4Music am 16. April erfährt die Öffentlichkeit, wer gewonnen hat.

Ausgewählte Beispiele

Preisbarometer

Preisänderungen In der Migros werden diverse Nüsse und

Trockenfrüchte teurer. Wasserknapp-

heit und Dürre führten in den kalifornischen Anbaugebieten zu schlechten Ernten bei den Mandeln und Pistazien und damit zu einer Verknappung dieser Rohwaren. Bei den Sultaninen sind Frostschäden vom letzten Frühjahr verantwortlich für eine geringere Ernte. Preissenkungen gibt es dagegen bei den getrockneten M-Classic-Aprikosen und den Chocolate-Chip-Cookies von aha!.

Preis alt*

Preis neu*

in %

M-Classic Haselnüsse, 200 g

4.20

3.50

–16,7

M-Classic Türkische Aprikosen getrocknet, 300 g

5.70

5.50

–3,5

Bio Pinienkerne, 100 g

7.90

7.30

–7,6

Aha! Chocolate Chip Cookies, 150 g

4.30

3.50

–18,6

Zucrinet, 1000 Tabletten

5.60

4.10

–26,8

Sun Queen Nussmischung, 170 g

4.60

4.80

4,3

Bio Nussmischung, 170 g

3.20

3.50

9,4

Sun Queen Edelnussmischung ungesalzen, 170 g

4.70

4.80

2,1

Party Nussmischung mit Sultaninen, 200 g

2.60

2.70

3,8

Sun Queen Nussmisch. Curry in Cup, 130 g

4.30

4.40

2,3

Sun Queen Rauchmandeln, 170 g

3.90

4.20

7,7

Sun Queen Salzmandeln, 170 g

3.90

4.20

7,7

Sun Queen Pistazien geschält, 175 g

5.90

6.50

10,2

Party Pistazien, 500 g

7.50

7.90

5,3

M-Classic Mandeln, 200 g

3.20

3.75

17,2

M-Classic Mandeln gemahlen, 200 g

3.20

3.60

12,5

Sun Queen Cashewkerne, 200 g

3.80

3.90

2,6

M-Classic Sultaninen, 300 g

1.65

1.95

18,2

* in Franken

Jahresergebnis 2015

Leichter Gewinnanstieg Die Migros Bank schloss das letzte Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 226 Millionen Franken ab – eine Steige-

rung von 1,1 Millionen Franken gegenüber 2014. Nicht zulegen konnte die Migros Bank dagegen beim Geschäftsertrag. Dieser liegt mit 594 Millionen Franken um 2,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahrs. Hauptverantwortlich dafür sind die deutlich gestiegenen Kosten zur Absicherung der Bilanz gegen steigende Zinsen. Verteuernd wirkte hier, dass die Schweizerische Nationalbank vor einem Jahr den Euro-Mindestkurs aufgegeben und die Leitzinsen unter null gesenkt hatte. Der Nettoerfolg aus dem Zinsgeschäft veringerte sich so um 5 Prozent. Aufgefangen wurde der rückläufige Geschäftsertrag mit

der Senkung des Geschäftsaufwands um 3,4 Prozent. Erfreulich ist auch der Zuwachs an Kundengeldern. Diese stiegen 2015 um 2,5 Prozent auf insgesamt 33,1 Milliarden Franken. Zulegen konnten insbesondere die Privat- und Premiumkonten sowie die Vorsorgekonten für die Säule 3a.


36 | MM04, 25.1.2016 | MIGROS-WELT

Sören Jensen ist Redaktor beim «Manager Magazin» und Autor des Artikels über die Migros. Nachgefragt

«Die Migros gehört zum Leben» Sören Jensen, warum haben Sie gerade jetzt die Migros thematisiert? Weil einerseits die Migros zunehmend in Deutschland aktiv wird und sie zudem Interesse an den bayerischen Supermärkten der TengelmannGruppe bekundet hat. Und weil andererseits kaum ein Deutscher die Eigenheiten dieser Organisation kennt, die irgendwo zwischen Erwerbsstreben und Gemeinnutz arbeitet. Was hat Sie am meisten an der Migros überrascht? Die beinahe allumfassende Bedeutung für das Leben der Schweizer. Die Migros gehört offenbar weit mehr zum Alltag als etwa für die Deutschen die ebenfalls genossenschaftlichen Unternehmen Edeka oder Rewe. Was können deutsche Firmen von der Migros lernen? Manager deutscher, und nicht nur deutscher, Unternehmen können von der Migros lernen, dass der Nutzen für die Firma im Vordergrund stehen sollte. Ich habe gelernt, dass es bei der Migros keine Gehaltsexzesse gibt, was aber scheinbar kein Hindernis ist, gute Arbeit zu leisten.

K


MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 37

Beitrag aus dem «Manager Magazin»

«Beinahe wie ein Heiligtum verehrt»

K

Einen ungewohnten Blick auf die Migros vermittelt ein Artikel, der jüngst unter dem Titel «Die Massenbewegung» im deutschen «Manager Magazin» erschien. Der hier abgedruckte Beitrag zeigt, wie ein deutscher Wirtschaftsjournalist die Detailhändlerin sieht.

Kann es ein Unternehmen geben, das in seinen Läden zwar Fleisch, Milch oder Schokoriegel verkauft, aber weder Alkohol noch Zigaretten, weil es sich der Volks­ gesundheit verpflichtet fühlt? Das niemals Dividenden ausschüttet? Das die Preise senkt, wenn die Gewinne zu sehr anzusteigen drohen? Das stets ein Prozent seines Umsat­ zes für kulturelle, soziale und wirtschaftspoli­ tische Zwecke spendet – unabhängig davon, ob es Erträge oder Verluste erwirtschaftet? Tatsächlich existiert eine solche Firma. Ein Konzern namens Migros, gesprochen ohne s am Ende: Mi­gro. Der Begriff steht in französischer Sprache für Halb­Gross­ (Handel). Er bezeichnet jenen Schweizer Genossenschaftsgiganten, der trotz altruis­ tischer Führungsprinzipien ordentlich ver­ dient, kaum Bankschulden hat und finanzi­ ell so blendend dasteht, dass er sich regel­ mässig teure Akquisitionen leisten kann. In vielen verschiedenen Branchen aktiv

Migros geriert sich gar als gefrässiger Riese, niemals satt und inzwischen auf hoch­ alpines Niveau angewachsen. Er hat sich im eigenen Land neben dem angestammten Einzelhandel in alle möglichen verbraucher­ nahen Branchen eingekauft, von Golfplätzen über Fitnesscenter bis hin zu Gesundheits­ zentren. Er hat weltweit Produktions­ und Dienstleistungsbetriebe erworben. Und er dehnt seine Geschäfte zunehmend auf Deutschland aus. So stieg Migros bei der bundesweit operierenden Wohnaccessoire­ Kette Depot ein, erwarb den hessischen Lebensmittelfilialisten Tegut und bekundete zuletzt gar Interesse an den bayerischen Läden des Einzelhändlers Kaiser’s Tengel­ mann. Wer steckt hinter dem Konzern mit dem orangefarbenen M als Logo? Und wie gelingt es dem Konglomerat, trotz seiner verschro­ benen Kultur so erfolgreich zu sein? Daheim wird das Unternehmen beinahe als Heiligtum verehrt. Im sogenannten Gemeinwohlatlas der Universität St. Gallen

Text: Sören Jensen

Illustration: Jörn Kaspuhl

rangiert Migros in der Gunst der Schweizer gleich hinter einem Pflegedienst namens Spitex und der Rettungsflugwacht auf Platz drei. Man stelle sich vor, Edeka, Deutschlands grösster Lebensmittelhändler, würde so geliebt! Wie Edeka besteht Migros aus einer Reihe regionaler Genossenschaften. Und wie hier­ zulande die Hamburger Edeka Zentrale AG steht an der Spitze der Schweizer Organisa­ tion der Migros­Genossenschafts­Bund, kurz MGB, in Zürich. Auch einen selbständig operierenden Discounter nennen beide Händler ihr Eigen: hüben Netto Marken­ Discount, drüben die Billigkette Denner. Das wars aber schon mit den Gemeinsamkeiten. Gemessen an der Marktausschöpfung ist Migros in der zehnmal kleineren Schweiz bedeutender als Aldi, Lidl, Metro, Rewe und Edeka auf dem deutschen Markt zusammen. An dieser Relevanz orientieren sich frei­ lich nicht die Gehälter der eidgenössischen Topmanager. Auch Boni gibt es ganz oben nicht, sondern vorwiegend auf Filialebene. Der Präsident der MGB­Generaldirektion, Herbert Bolliger (62), verdiente im vergan­ genen Jahr gerade einmal 904 000 Franken (damals etwa 750 000 Euro), einschliesslich einer Spesenpauschale – ein Betrag, für den Edeka­Chef Markus Mosa (47) kaum antre­ ten würde. Er bekam 2014 rund drei Millio­ nen Euro. Über zwei Millionen Genossenschafter

Bolliger nimmt den Gehaltsunterschied gelassen. Er erweckt den Eindruck, als wisse er gar nicht, was er mit so viel Geld anfangen sollte. Anders als der smarte Mosa gilt der gänzlich unprätentiöse Bolliger eher als knorrig. Er liebt das Aktenstudium und vermeidet grosse Auftritte tunlichst. Auch die Eigentümerstrukturen von Edeka und Migros sind diametral. Während in Deutschland 4000 selbständige Edeka­Kauf­ leute die Regionalgenossenschaften tragen, sind im Alpenland mehr als 25 Prozent der Bevölkerung Genossen der Migros – insge­

samt über zwei Millionen. Dass Migros als Massenbewegung gelten kann, ist auch der Tatsache geschuldet, dass jeder Schweizer ein Anrecht darauf hat, gratis einen Genos­ senschaftsanteil zu bekommen. Finanziell ist das uninteressant, denn Migros schüttet keine Dividenden aus. Obwohl der Konzern dank einer kaufkräf­ tigen Bevölkerung gute Gewinne macht: Ein Ebit von regelmässig etwa vier Prozent des Umsatzes gilt für ein hauptsächlich mit Lebensmitteln handelndes Unternehmen als beachtlich. Die Erträge können allerdings nicht in den Himmel wachsen: Wenn das Ebit fünf Prozent zu überschreiten droht, senkt Migros die Verkaufspreise – so ist es festgelegt. Die Kundinnen und Kunden reden mit

Wenn es schon keine Ausschüttungen gibt, so hat doch jeder Genosse die Möglichkeit, in den Mitgliederversammlungen mitzureden. Die Teilhaberschaft kommt geradezu einem Instrument der Kundenbindung gleich. Wer der Migros angehört, kauft nur dann bei der Konkurrenz, wenn es gar nicht anders geht. Die Identifikation geht so weit, dass sogar der Nachwuchs bekennt, wo die Eltern ein­ kaufen. «Ich bin ein Migros­Kind» ist in der Schweiz ein geflügeltes Wort. So gewollt hat das alles Gottlieb Duttweiler – ein gleichermassen charismatischer wie streitbarer Kaufmann, der Migros 1925 als Aktiengesellschaft gründete, sie aber später in eine Genossenschaft umwandelte und seinen Landsleuten schenkte. Duttweiler, im Lande liebevoll Dutti genannt, reflektierte in den 20er­Jahren den Ärger der Bevölkerung über die von Erzeugern und Händlern dik­ tierten hohen Nahrungsmittelpreise. Als Kampfansage an die «Trust­Halun­ ken» (Duttweiler) fuhren der Gründer und seine Angestellten zunächst mit fünf Last­ wagen durch Zürich, um unter Umgehung des ortsansässigen Handels die Basisproduk­ te Kaffee, Reis, Zucker, Teigwaren, Kokosfett und Seife feilzubieten – bis zu 40 Prozent


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1. Tag Basel Individuelle Anreise. Einschiffung ab 15.00 Uhr. Um 16.00 Uhr «Leinen los!». 2. Tag Speyer Ausflug* in die Pfalz, bekannt für mildes Klima, guten Wein und gutes Essen. 3. Tag Frankfurt Rundgang* durch die Stadt mit beeindruckender Skyline und vielen Sehenswürdigkeiten. Weiterfahrt auf Main, Rhein und Mosel. 4. Tag Cochem–Koblenz Ausflug* zur historischen Reichsburg Cochem und Besuch einer alten Senfmühle. 5. Tag Rüdesheim Schifffahrt «Romantischer Rhein». Fahrt mit dem Winzerexpress* zum Weingut von A. Störzel und Weinprobe. 6. Tag Schwarzwald Nachmittagsausflug* in den Schwarzwald, eine der wichtigen touristischen Destination. Wiedereinschiffung in Kehl. 7. Tag Basel Nach dem Frühstück Ausschiffung und individuelle Heimreise.

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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 39

billiger als die Wettbewerber. Die Folge war, dass Migros von Lieferanten boykottiert wurde. Die Fahrpläne der mobilen Verkaufs­ stellen liess Duttweiler verteilen. Die Wer­ bung war weder genderneutral noch aus heutiger Sicht politisch korrekt: «An die Hausfrau, die rechnen muss! An die intelli­ gente Frau, die rechnen kann!» Auch später blieb Duttweiler ein Störenfried. Mit Pflaster­ steinen warf er 1948 ein Fenster des Schwei­ zer Parlaments ein – allerdings von innen. Er gehörte der Bundesversammlung als Abgeordneter einer selbst gegründeten Partei an und wollte dagegen protestieren, dass seinem Vorschlag, für Notzeiten Lebens­ mittelvorräte für die Bevölkerung anzulegen, nicht gefolgt wurde. Geschäftlich ging er ebenfalls eigene Wege. Schon früh machte er sich von seinen Lieferanten unabhängig. Drei Jahre nach der Migros­Gründung kaufte er eine konkurs­ reife Süssmosterei am Zürichsee auf. Bis heute erwerben die Schweizer jedes Jahr etliche Firmen. Sie betreiben Firmen im Ausland, etwa eine Süsswarenfabrik in den USA, und verkaufen deren Produkte unter eigenen Markennamen in ihren Selbstbedie­ nungsläden, die es seit 1948 gibt. Zudem investierten sie in Tankstellen (Migrol), Golfplätze (Golfpark), Sportcenter (Fitnesspark), Gesundheitszentren (Med­ base, Santémed) und gastronomische Betrie­ be, sie gründeten die Migros Bank, kauften eine Discountkette (Denner) und eine Waren­ hausgruppe (Magazine zum Globus); für die deutsche Biokette Alnatura betreiben sie Läden in der Schweiz. Kurzum: Migros bietet den Kunden eine Rundumversorgung. Dem Wohl der Bevölkerung verpflichtet

Das heisst nicht für alle Bedürfnisse. Gottlieb Duttweiler fühlte sich dem gesundheitlichen Wohlergehen seiner Mitbürger verpflichtet. Deshalb gibt es bis heute in den MigrosLäden weder Alkohol noch Tabak zu kaufen. Allerdings hält der Konzern die Prinzipien seines 1962 gestorbenen Gründers nicht konsequent aufrecht, sie gelten nur für die unter dem orangefarbenen M firmierenden Läden. Bei Denner oder Globus hingegen gibt es legale Suchtmittel zu kaufen. Und in gewissen Migros­Restaurants werden auch Wein und Bier serviert. Das ist keine Selbstverständlichkeit. In Genossenschaftsversammlungen wurde leidenschaftlich und höchst kontrovers diskutiert, ob Golfspieler nach einer Platz­ runde in den konzerneigenen Klubhäusern ihr Helles zischen dürften. Beim Erwerb von Denner verlangten viele, dass auch dort künftig die Prohibition gelten sollte. Ebenso

ernsthaft wurde in den Gremien erörtert, ob die Migros­Läden Kirschstängeli anbieten dürften – mit Kirschwasser gefüllte Pralinen. Diese Aufweichung des Alkoholverbots war jedoch nicht aufzuhalten. Die Akquisitionen von Denner und Globus haben den Konzern verändert. Viele Tra­ ditionalisten fühlen sich bei Migros nicht mehr heimisch, seit der Genossenschafts­ Bund in den Globus­Warenhäusern Luxus­ waren feilbietet und mit Denner die Eindring­ linge Aldi und Lidl bekämpft. Discounter und Premium­Warenhäuser unterstehen dem früheren Metro­ und Rewe­Manager Ernst Dieter Berninghaus (50), Mitglied der Migros­Generaldirektion mit Zuständigkeit für den gesamten Handel (Umsatz: 7,5 Milli­ arden Franken) ausser den Migros­Läden. Berninghaus war 2006 zu Denner gestossen. Als Migros im Jahr darauf den Discounter kaufte, wechselte der Manager zum MGB. Denner schlägt sich gut gegen Aldi und Lidl

Seit Kurzem ist Berninghaus sogar Eidge­ nosse. In einer einstündigen Prüfung, auf die er sich zwei Tage lang vorbereitet hatte, konnte er vor einem Einbürgerungsaus­ schuss umfassende Kenntnisse in schweize­ rischer Geografie, Politik und Kultur nach­ weisen. Seine Landeskenntnisse nutzen ihm offensichtlich auch beruflich. Denner, mit knapp drei Milliarden Franken Umsatz das grösste Unternehmen in Berninghaus’ Zuständigkeitsbereich, schlägt sich gut gegen die deutsche Konkurrenz. Der Preis­ wettbewerb ist trotz des Markteintritts von Aldi und Lidl nicht so hart wie in Deutschland. Das gilt allerdings nicht für die grenz­ nahen Gebiete. Seitdem die Schweizerische Nationalbank 2015 den Mindestkurs des Frankens gegenüber dem Euro aufgehoben hat, verbilligte sich die Gemeinschaftswäh­ rung stark. Das löste einen Einkaufstouris­ mus nach Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich aus und sorgt in den Schwei­ zer Randgebieten für Umsatzeinbussen von bis zu 7 Prozent. Augenschein an der Zürcher Bahnhofstrasse

Davon weniger berührt sind die Globus­ Warenhäuser, sie haben eine wohlhabende Kundschaft. Das trifft besonders für die jüngst umgebaute Delikatessenabteilung an der Züricher Bahnhofstrasse zu. Auf ein­ tausend Quadratmetern Verkaufsfläche werden dort 50 Millionen Franken jährlich umgesetzt – umgerechnet 46 000 Euro pro Quadratmeter, ein absoluter Spitzenwert im weltweiten Handel. Im Onlinegeschäft ist Migros mit 1,6 Milli­ arden Franken Umsatz unangefochtener

Marktführer im eigenen Land. Mit einem Cross­Channel­Angebot, das diesen Namen wirklich verdient und nur aufgrund der Allgegenwart des Konzerns denkbar ist. So wird es 2016 für die Kunden die Möglich­ keit geben, im Internet bestellte Produkte in mehr als 200 Läden, Tankstellen oder Fitnesscentern abzuholen. Alle gehören sie Migros. Zu Berninghaus’ Beritt zählt auch der deutsche Dekofilialist Depot, zu 90 Prozent im Eigentum der Schweizer. Mit dem Geld von Migros fuhr Gründer und Minderheits­ gesellschafter Christian Gries (44) in den vergangenen Jahren einen konsequenten Expansionskurs. Nach Deutschland, Österreich und der Schweiz steht 2016 wohl der Markteintritt in den Beneluxländern bevor. Die in Fulda beheimatete Lebensmittel­ handelskette Tegut erwarb Migros Anfang 2013. Für dieses Engagement ist allerdings nicht Berninghaus’ Handelsdepartement zuständig, sondern die Migros­Regionalge­ nossenschaft Zürich. Deren schnauzbärtiger Chef Jörg Blunschi (54), der vom Habitus her auch als Filialleiter durchgehen würde, kümmert sich seither um kaum etwas ande­ res als die Sanierung des angeschlagenen Unternehmens – für jemanden, der schwei­ zerische Marktverhältnisse gewohnt ist, eine Herausforderung. Der mittelgrosse Filialist (knapp eine Milliarde Euro Umsatz) tat sich in den vergangenen Jahren schwer, mit der Kon­ kurrenz mitzuhalten. Tegut hatte nicht die besten Konditionen bei den Lieferanten. Um Werbekostenzuschüsse zu bekommen, weiteten die früheren Inhaber das Sorti­ ment über Gebühr aus. Viele Läden sind veraltet, weil kaum investiert wurde. Bewegung bei Tegut

2016 soll Tegut schwarze Zahlen schreiben, bis 2017 soll der Investitionsstau aufgelöst sein, ab 2018 soll die Kette aus eigener Kraft wachsen. Bis dahin wird die Migros Zürich mehr als 300 Millionen Franken in das Engagement gesteckt haben. Inzwischen gibt es sogar Neueröffnungen ausserhalb des Stammgebiets, in Baden­ Württemberg. Sehr gern würde Blunschi die bayerischen Supermärkte von Kaiser’s Ten­ gelmann seiner Tegut einverleiben. Dann nämlich, wenn die Übernahme der Kette durch Edeka am Ende scheitert oder nur unter Auflagen genehmigt wird. Gefüttert wird die Expansion auf deutsches Terrain von den satten Erträgen aus der Schweiz. Gottlieb Duttweiler, der Mann mit seiner Wut auf die«Trust­Halunken», hätte seine Freude daran. MM


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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 41

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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 45

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So schmeckt Grün

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46 | MM04, 25.1.2016 | MIGROS-WELT

Federkohlsuppe mit Safran Federkohl vom Blech

Pasta mit Federkohl

Aufwand 60 Minuten Für 4 Personen

Aufwand 40 Minuten Für 4 Personen

Aufwand 30 Minuten Für 4 Personen Hauptgericht 150 g getrocknete Borlottibohnen

1 Prise 200 g 100 g 100 g 2 EL 2 1,5 l 150 g 40 g

Safranfäden festkochende Kartoffeln Rüebli Sellerie Olivenöl Knoblauchzehen Gemüsebouillon Federkohl Salz, Pfeffer Parmesan

Zubereitung

1. Bohnen ca. 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen. Abgiessen. Bohnen in frischem kaltem Wasser aufsetzen und 40 Minuten vorkochen. Abgiessen und beiseitestellen. Safranfäden mit wenig Wasser übergiessen, beiseitestellen. Ca. 30 Minuten ziehen lassen. 2. Kartoffeln, Rüebli und Sellerie längs halbieren oder vierteln. In dünne Scheiben schneiden. Gemüse im Öl andünsten. Knoblauch dazupressen. Mit Bouillon und beiseitegestelltem Safranwasser ablöschen. Ca. 20 Minuten köcheln lassen. Bohnen dazugeben und die Suppe ca. 10 Minuten kochen lassen. Vom Federkohl den Strunk wegschneiden. Federkohlblätter in kleine Stücke schneiden. Zur Suppe geben und ca. 5 Minuten mitkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anrichten und Parmesan fein darüberreiben. Zubereitungszeit ca. 1 Stunde + ca. 12 Stunden einweichen

Pro Person ca. 14 g Eiweiss, 10 g Fett, 27 g Kohlenhydrate, 1050 kJ/250 kcal

Vorspeise oder Beilage 250 g Federkohl 6 EL Olivenöl 1 TL Fleur de sel Zubereitung

1. Backofen auf 140 °C vorheizen. Federkohl gut waschen und sehr gut trocken tupfen. Strunk von den Blättern wegschneiden. Blätter in mundgerechte Stücke scheiden.

2. Auf zwei mit Backpapier belegte Bleche verteilen und mit Öl beträufeln. Öl und Kohlblätter mit den Händen gut mischen, sodass die Blätter komplett eingeölt sind. In der Mitte des Backofens 15 bis 20 Minu­ ten trocknen lassen. Dabei die Ofentür gelegentlich öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Auf Haushaltspapier abtropfen lassen, mit Salz würzen. Dazu passt Risotto oder Polenta. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 15 Minuten trocknen lassen

Pro Person ca. 1 g Eiweiss, 16 g Fett, 2 g Kohlenhydrate, 600 kJ/150 kcal

Hauptgericht 4 EL Pinienkerne 150 g Federkohl

300 g 1 2 EL 1 Dose

Salz Teigwaren, z. B. Trivelli Zwiebel Olivenöl gehackte, geschälte Tomaten ca. 400 g Muskatnuss Pfeffer

Zubereitung

1. Pinienkerne in einer Bratpfanne ohne Fett rösten, bis sie leicht Farbe annehmen. Strunk vom Federkohl wegschneiden. Die Blätter in dünne Streifen schneiden. In reichlich Salzwasser ca. 2 Minuten blan­ chieren. Abgiessen und abtropfen lassen. Inzwischen Teigwaren in reichlich Salz­ wasser al dente kochen, abgiessen und warm halten. 2. Zwiebel halbieren und in feine Streifen schneiden. Im Öl dünsten. Tomaten zugeben. Mit Muskat und Pfeffer würzen. Ca. 5 Minuten köcheln lassen. Federkohl beigeben, daruntermischen und aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den Teigwaren und den Pinienkernen servieren. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten

Pro Person ca. 15 g Eiweiss, 13 g Fett, 59 g Kohlenhydrate, 1700 kJ/410 kcal


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FISCH, FLEISCH & GEFLÜGEL M-Classic Schweinsfilet, Schweiz, per 100 g 3.20 statt 5.40 40% Schweinsbratwurst, Schweiz, 4 x 125 g 4.95 statt 8.40 40% TerraSuisse Kochspeck geräuchert, per 100 g 1.05 statt 1.80 40% Tradition Saucisse aux choux, per 100 g –.95 statt 1.40 30% Optigal Poulet ganz, 2 Stück, Schweiz, per kg 6.60 statt 9.50 30% TerraSuisse Quick Nuss-Schinkli, Schweiz, per 100 g 2.20 statt 3.20 30% TerraSuisse Schweinshalsbraten, Schweiz, per 100 g 1.30 statt 2.30 40%

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Lachsfilet mit oder ohne Haut, z.B. ohne Haut, Zucht aus Norwegen, per 100 g 2.90 statt 4.15 30% Alle MSC Muscheln, z.B. Miesmuscheln, Wildfang aus dem Nordostatlantik, 1 kg 5.40 statt 7.80 30%

BROT UND MILCHPRODUKTE Alle Crème Fraîche, z.B. Nature, 200 g 2.05 statt 2.60 20% Alle Bifidus Drinks, z.B. Erdbeere, 8 x 100 g 5.10 statt 6.40 20% M-Classic Joghurt 6 x 180 g, z.B. Schokolade 2.60 statt 3.30 20% Tilsiter Surchoix, per 100 g 1.30 statt 1.65 20%

Alnatura Kakaobutter mild, 100 g 3.30 NEU ** Erhältlich in ausgewählten Migros-Filialen.

M-Classic Pizza Toscana, tiefgekühlt, 2 x 360 g 4.55 statt 7.60 40%

Grana Padano gerieben, 3 x 120 g 5.40 statt 6.75 20% AOP Gruyère rezent, Schweiz, Packung à 500 g, per 100 g 1.45 statt 1.85 20% Fondue Moitié-Moitié 400 g oder 600 g, z.B. Packung à 400 g 6.50 statt 8.20 20%

BLUMEN & PFLANZEN Alle M-Classic Tulpen, erhältlich in diversen Farben, Bund à 20 Stück, z.B. rot 8.25 statt 13.80 40% Diverse Orchideen im Übertopf, pro Pflanze 19.90

WEITERE LEBENSMITTEL Mars, Snickers oder Twix Riegel im 12er-Pack, 10 Stück + 2 gratis, z.B. Snickers, 12 x 50 g 4.15 statt 5.– 15% Frey Napolitains Selection im 1-kg-Beutel, UTZ, assortiert 15.– statt 30.10 50% Alle Tafelschokoladen à 100 g der Marke Frey, UTZ, ab 3 Stück (ohne Suprême, M-Classic, Eimalzin, Bio, Sélection und Mehrfachpackungen) 20% ** Noisette oder Marie Croccant im 3er-Pack, z.B. Noisette, 3 x 245 g 7.30 statt 9.15 20% Alle Blévita, ab 2 Packungen, jede –.60 günstiger, z.B. Sesam, 295 g 2.70 statt 3.30 Alnatura Matcha Latte, 230 ml 1.75 NEU ** Erhältlich in ausgewählten Migros-Filialen.

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Alle Cafino oder Noblesse Kaffees, UTZ, z.B. Cafino, Beutel, 550 g 8.60 statt 10.80 20% Alle Klostergarten Tees, ab 2 Packungen, jede –.40 günstiger, z.B. Migros-Bio Fenchelfrüchte, 20 Beutel 1.15 statt 1.55 Alnatura Kokos-Schnitte, 75 g 2.10 NEU ** Erhältlich in ausgewählten Migros-Filialen.

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Gesamtes Actilife Sortiment, z.B. Vollkorn-Reiswaffeln mit Joghurtgeschmack, 100 g 1.20 statt 1.55 20% Sun Queen Cashewkerne im Duo-Pack, 2 x 200 g 6.05 statt 7.60 20% TerraSuisse Weissmehl 1 kg oder 4 x 1 kg, z.B. 1 kg 1.45 statt 1.85 20% Alnatura Buchweizen-Mehl, glutenfrei, 500 g 2.50 NEU ** Erhältlich in ausgewählten Migros-Filialen.

Farmer’s Best Gartenerbsen oder Schweizer Gemüsemischung im 1-kg-Beutel, tiefgekühlt, z.B. Gartenerbsen, 1 kg 3.60 statt 5.20 30% Farmer’s Best Wintergemüse, Schweiz, tiefgekühlt, 750 g 20x 6.30 NEU *,** Don Pollo Truten Crispy paniert, tiefgekühlt, 1 kg 7.10 statt 11.85 40% Aproz im 6er-Pack, 6 x 1.5 Liter, z.B. Classic 3.80 statt 5.70 33% Mister Rice Jasmin, Migros-Bio, 30% mehr Inhalt, 1 kg + 300 g, 1.3 kg 3.60 M-Classic-Hörnli, -Spiral-Nüdeli, -Penne oder -Spaghetti, 50% mehr Inhalt, 500 g + 250 g, z.B. Spiral-Nüdeli, 750 g 1.70 statt 2.55 33% M-Classic, Léger, Balance oder Bio Speisefette sowie Bratbutter, ungekühlt, z.B. M-Classic Extra Pflanzenölzubereitung, 50 cl 2.80 statt 3.55 20% M-Classic-Senf, -Mayonnaise oder -Tartare im Duo-Pack, z.B. Mayonnaise, 2 x 265 g 2.15 statt 3.10 30% Bon Chef Bouillonwürfel im Duo-Pack, z.B. Gemüsebouillon, 2 x 100 g 3.90 statt 5.– 20% Subito Risottos im 3er-Pack, Tomaten, Steinpilze oder Milanese, z.B. Milanese, 3 x 250 g 5.40 statt 8.10 33% Gesamtes Chop Stick, Saitaku, Kikkoman oder Nissin Sortiment, z.B. Chop Stick Crevettenchips, 75 g 1.25 statt 1.60 20% M-Classic Pommes Chips im XLBeutel, Paprika oder Nature, z.B. Paprika, 400 g 3.– statt 6.– 50% Tiroler- oder Financier-Cake, z.B. Tiroler-Cake, 340 g 3.– statt 3.80 20% Fasnachtschüechli Mini, 90 g 1.65 statt 2.10 20% Anna’s Best Orangensaft 2 Liter 3.70 statt 7.40 50% Alle gekühlten Bio oder M-Classic Sauer- sowie Rotkraute, z.B. M-Classic Sauerkraut gekocht, 500 g 2.05 statt 2.60 20% Anna’s Best Agnolotti oder Gnocchi im Duo-Pack, z.B. Agnolotti Funghi, 2 x 250 g 7.80 statt 9.80 20% Anna’s Best Thai oder Asia Menüs im Duo-Pack, z.B. Chicken Satay, 2 x 370 g 11.60 statt 14.60 20%

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*Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. **Gültig bis 8.2. Genossenschaft Migros Wallis ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 26.1. BIS 1.2.2016, SOLANGE VORRAT

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Kuchenteig oder Blätterteig ausgewallt, Packung à 270 g, z.B. Blätterteig 1.05 statt 1.35 20%

NEAR-/NON-FOOD Gesamtes Vital Balance Katzenfutter-Sortiment, z.B. Adult Huhn, 4 x 85 g 3.10 statt 3.90 20% Gesamtes Fatto KatzenstreuSortiment, z.B. Plus, 10 Liter 4.75 statt 6.80 30% Alle Covergirl Mascaras, ab 2 Stück 40% ** Gesamtes Zoé Gesichts- oder Körperpflege-Sortiment (ohne Zoé Sun), z.B. Revital straffende Tagescreme, 50 ml 10.05 statt 13.40 25% ** I am Gesichts- oder Körperpflege im Duo-Pack, z.B. extra milde Reinigungstücher, 2 x 25 Stück 6.20 statt 7.80 20% ** Primella-Wattepads oder -stäbchen sowie Bio Cotton Wattepads im Duo-Pack, z.B. Primella Wattepads, 2 x 80 Stück 3.– statt 3.80 20% ** Alle Kneipp-Bäder oder -Tees, ab 2 Stück (ohne Mehrfachpackungen) 20% ** Ellen Amber Damen-Slip Minioder Maxi-Lifestyle im 3er-Pack, erhältlich in diversen Farben und Grössen, z.B. Mini, grün, Gr. S 9.90 ** John Adams Herren-Shorts im 3er-Pack, erhältlich in diversen Farben und Grössen, z.B. marine, Gr. M 14.90 ** Gesamtes John Adams- oder Nick Tyler-Herren-TagwäscheSortiment, z.B. John Adams Short Basic, schwarz, Gr. M, pro Stück 10.65 statt 17.80 40% Alle Elan Waschmittel, ab 2 Stück 50% Total Waschmittel in Sonderpackung, z.B. Color, 7.5 kg 24.10 statt 48.20 50% ** Total Waschmittel in 5-LiterFlasche, z.B. 1 for all 19.75 statt 39.50 50% ** Alle Exelia Weichspüler, z.B. Orchid, 1.5 Liter 3.25 statt 6.50 50% Soft Toilettenpapier in Mehrfachpackungen, FSC, z.B. Comfort, 32 Rollen 13.20 statt 18.90 30% ** Alle Cucina & Tavola EssbesteckSerien, Küchenmesser oder Scheren sowie Victorinox Küchenmesser 50% ** Mio Star Staubsauger V-Cleaner Bagless 700-HD, 100.– günstiger, pro Stück 169.– statt 269.–


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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 59

Wissenswertes

Hintergrund

Rund um den Federkohl Erntefrisch im Winter

Federkohl, auch Grünkohl genannt, wird so spät im Jahr wie möglich geerntet. Das hängt allerdings nicht damit zusammen, dass er aus Gründen des besseren Geschmacks vor der Ernte frostigen Temperaturen ausgesetzt sein sollte, bevor er in den Kochtopf wandert. Vielmehr enthält der sehr reife Kohl nur noch wenig Stärke, produziert aber dennoch weiter Traubenzucker. So mundet er lieblicher und weniger bitter. Frischer Federkohl ist hierzulande von November bis Februar erhältlich.

Mehr Rezepte unter Saison.ch

«Superfood» Seit Hollywoodstars wie Jennifer Aniston oder Gwyneth Paltrow die Vorzüge des Federkohls entdeckt haben und in höchstem Masse loben, gewinnt das Kreuzblütengewächs auch hierzulande an Popularität.

Im Kühlschrank lagern

Federkohl hält sich im Kühlschrank circa vier bis fünf Tage lang frisch. Die Blätter lassen sich auch roh einfrieren.

Schmoren oder rühren

Da sich in den krausen Blättern des Federkohls oft Sand ansammelt, muss er sorgfältig gewaschen werden. Die Blätter zupft man in kleine Stücke, rührt sie in der Brat- oder Wokpfanne rühren oder als Chips frittieren. Klassisch wird Federkohl geschmort. Beliebt in Smoothies

Bild: Masterfile

Federkohl eignet sich ausgezeichnet für grüne Smoothies. Dazu werden ein paar Blätter mit Wasser und grob zerkleinerten Früchten wie Mango, Banane, Orange oder Apfel gemixt. Achtung: Um die kräftigen Federkohlblätter sehr fein zu pürieren, braucht es einen leistungsstarken Mixer.

In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Schon die alten Römer haben es gewusst: Federkohl ist das, was man heute «Superfood» nennt – ein Nahrungsmittel, das einen hohen Nährwert bietet. In der Antike wurden deshalb Bauern, die den Kohl anbauten, besonders reich entlohnt. Ernährungsexperten empfehlen den Genuss von Federkohl aufgrund des hohen Gehalts an Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralien.


60 | MM04, 25.1.2016 | MIGROS-WELT

Asien – Japan

Nippons feine Art zu speisen Die Küche Japans wird gern auf Sushi reduziert. Dabei bietet das Land der aufgehenden Sonne eine Fülle an kulinarischen Köstlichkeiten, die man leicht auch zu Hause authentisch zubereiten und im passenden Ambiente geniessen kann. Das Migros-Sortiment machts möglich.

Origami-Servietten zaubern japanisches Flair auf den Tisch: Ob Rose (grosses Foto), Bestecktasche, Herz oder Schmetterling: Mit der Anleitung auf der Verpackung wird die Faltkunst zum Kinderspiel. Origami-Servietten, diverse Sujets, 12 Stück Fr. 4.80

Wer seinen Tisch auf japanische Art decken möchte, kommt nicht um Tee herum. Das Lieblingsgetränk der Japaner will natürlich stilgerecht in einer schmucken Kanne, etwa mit farbenfrohen Blumenmotiven, serviert sein – inklusive passender Tassen. Teekanne, blumiges Sujet, 0,8 l Fr. 24.80 Henkelbecher mit Blumensujet, je Stück Fr. 6.90 Topfuntersatz Bambus Fr. 7.50 Tischdekoration Bambus, 2 Varianten, je Stück Fr. 9.80

Bilder: Giulia Marthaler; Styling: Katja Rey; Rezept: Lina Projer

Text: Claudia Schmidt


MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 61

Kikkoman Sojasauce, 15 cl Fr. 2.30* statt 2.90

Saitaku Sesamsamen, 95 g Fr. 3.10* statt 3.90

Chop Stick Sesamöl, 190 ml Fr. 4.35* statt 5.45

Thai Kitchen Jasminreis, 500 g Fr. 3.20

Rezept www.saison.ch

Glasierter Lachs mit Kohl Zutaten für 4 Personen 0,5 dl Mirin Reiswein (Mirin Seasoning) 0,5 dl Sojasauce 1½ EL flüssiger Blütenhonig 1 kleine Knoblauchzehe 4 Tranchen Lachsfilet ohne Haut à je ca. 120 g 1 EL Sesamöl 2 EL Reisessig 1 EL Sesamsamen

Blätter dazugeben, alles salzen. Gemüse ca. 2 Minuten weiterbraten. Aus der Pfanne heben und in einem Sieb etwas abtropfen lassen. Ingwer und Frühlingszwiebel in derselben Pfanne anbraten, falls nötig etwas Öl ergänzen. Essig und Sojasauce dazugeben, mischen. Kohl und Stärkemischung in die Pfanne geben, erhitzen, dabei alles mischen. Gemüse mit Sojasauce abschmecken und warm halten.

Kohlgemüse 400 g Chinakohl

2. Mirin, Sojasauce und Honig in eine tiefe Form in der Grösse der Lachstranchen geben. Knoblauch dazupressen, alles ver­ rühren. Lachs mit kaltem Wasser abspülen, trocken tupfen. Fisch in die Form geben, auf jeder Seite ca. 3 Minuten marinieren. Öl erhitzen, Lachs aus der Marinade heben und auf einer Seite ca. 2 Minuten anbraten. Fisch wenden, Marinade in die Pfanne giessen. Lachs 1–2 Minuten fertigbraten. Mit Essig beträufeln und mit Sesam bestreuen. Fisch vorsichtig aus der Pfanne heben und mit Kohlgemüse und der entstandenen Sauce servieren. Dazu passt Jasminreis.

1 1 TL 2 cm 2 EL 1 EL 2 EL

Frühlingszwiebel Maisstärke Ingwer Öl zum Braten Salz Reisessig Sojasauce

Zubereitung

1. Für das Gemüse Kohlstrunk frisch anschneiden, Kohl längs halbieren und in ca. 3 cm breite Streifen schneiden, dabei weisse Teile (Stiel) möglichst von den Blät­ tern (hellgrün) trennen. Frühlingszwiebel grob hacken. Stärke mit 2 EL Wasser verrüh­ ren. Ingwer fein hacken. Öl erhitzen, Kohl­ stiele darin rundum ca. 3 Minuten anbraten.

Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Pro Person ca. 25 g Eiweiss, 16 g Fett, 21 g Kohlenhydrate, 1400 kJ/340 kcal

Lachsfilet ohne Haut, per 100 g, Zucht aus Norwegen aktueller Tagespreis Saitaku Mirin Reiswein, 150 ml Fr. 3.60* statt 4.50

Bio Ingwer, per 100 g aktueller Tagespreis In grösseren Filialen

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Kat. Kabinentyp S1 S2 S3 S4 I1 Innen Bella 644.– 727.– 809.– 892.– I2 Innen Fantastica 682.– 764.– 847.– 929.– O2 Aussen Fantastica 892.– 974.– 1057.– 1139.– Ihr Kreuzfahrtschiff – MSC Preziosa****+ B1 Balkon Bella 1004.– 1102.– 1184.– 1267.– Die MSC Preziosa ist 333,30 m lang, 37,92 m breit, hat 139072 BRZ B2 Balkon Fantastica 1087.– 1184.– 1267.– 1349.– und fasst 3502 Passagiere (bei 2-Bett-Belegung). KabinenUnsere Leistungen: Kreuzfahrt mit Vollpension an Bord · ausstattung: Klimaanlage, Dusche/WC oder Bad/WC, Föhn, Deutschsprachige Bordreiseleitung der Reederei Minibar, Safe, TV und Telefon. Stromspannung 220V. BordAbreiseorte: 23:30 Bern, Park & Ride Neufeld; 00:05 Basel, ausstattung: Diverse Bars und Restaurants, Theater, Diskothek, Casino, Internet Point und verschiedene Lounges. Swimmingpools, Meret Oppenheimerstrasse; 00:05 St. Gallen, Carparkplatz Jacuzzis, Fitness-Center und Aurea SPA. Lagerstrasse; 01:15 Zürich-Flughafen, Reisebusterminal; Internet Buchungscode: gmsgen4 – www.mittelthurgau.ch 02:30 Luzern, Inseli AKTIONEN Nicht inbbegriffen: Auftragspauschale pro Person Fr. 20.– (entfällt bei Buchung über www.mittelthurgau.ch) • Persönliche Auslagen und Getränke • Landausflüge Trinkgelder ca. EUR 9.– p.P./Nacht • Serviceentgelt von 15% auf Dienstleistungen • An-und Rückreise nach Venedig/Genua per Bus Fr. 240.– ACHTUNG PREISSTURZ Annullationskosten-Versicherung auf Anfrage • Zuschlag Kabine zur Alleinbenützung auf Anfrage MSC Kreuzfahrten

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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 63

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Ein veganes Vergnügen Die neuen fein­ würzigen Menüs von Anna’s Best sind eine schnell und einfach zube­ reitete Alternative für vegane Geniesser.

20 × Cumuluspunkte auf beide Vegi-Neuheiten von Anna’s Best bis 1. Februar

Bild und Styling: Claudia Linsi; Illustration: Mira Gisler

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Immer mehr Menschen bevorzugen fleischloses Essen. Anna’s Best nimmt diesen Trend auf und erweitert die Vegi-Linie um zwei Menüs: Falafel Couscous mit Gemüse und Red Thai Curry mit Tofu. Beide Menüs enthalten pflanzliche Eiweisslieferanten wie Kichererbsen oder Tofu. Die Vegi-Menüs sind frei von Konservierungsstoffen und im Handumdrehen in der Mikrowelle oder in der Pfanne erwärmt.

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Norwegen mit Hurtigruten Die Höhepunkte Ihrer Reise

Reiseprogramm

✔ Grosser Belt- und ØresundBrücken ✔ Hurtigruten und MiniKreuzfahrt ✔ Norwegens Fjorde und Bergenbahn (fak.)

1. Tag: Schweiz–Hannover. Fahrt via Frankfurt nach Hannover. 2. Tag: Hannover–Grosser Belt–Kopenhagen. Fahrt nach Dänemark und über die Brücke des Grossen Belt in die dänische Hauptstadt Kopenhagen. 3. Tag: Kopenhagen–Øresund–Fredrikstad. Stadtrundfahrt Kopenhagen. Wir sehen das mittelalterliche Stadtzentrum, die Insel Slotsholmen wo das dänische Parlament tagt und natürlich die «Kleine Meerjungfrau». Über die gewaltige Øresund-Brücke und über die schwedisch-norwegische Grenze erreichen wir Fredrikstad. 4. Tag: Fredrikstad–Lillehammer–Vinstra. Reise, vorbei am für seine Radschaufeldampfer bekannten Mjosasee, zur Olympiastadt Lillehammer. Abends Ankunft auf dem Vinstrafjell. 5. Tag: Vinstra–Trondheim. Panoramafahrt durch das Gudbrandsdal, vorbei am Rondane Nationalpark und über das Dovrefjell zur Universitätsstadt Trondheim. Stadtbesichtigung. 6. Tag: Trondheim–Hurtigruten–Molde. An Bord eines der berühmten Hurtigrutenschiffe befahren wir eine Teilstrecke der alten Postschiffverbindung Kirkenes–Bergen, die heute als «schönste Seereise der Welt» gilt. Vorbei an Inseln und Fjorden erreichen wir am Abend Molde. (Reise 6: Hurtigruten-Fahrt bis Alesund) 7. Tag: Molde–Geiranger–Skei. Fjord-Panoramafahrt zu den berühmten Serpentinen der Trollstigen. Höhepunkt ist der Geirangerfjord, seit 2005 Unesco-Weltnaturerbe. Entlang dem Jostedalsbreen-Nationalpark fahren wir nach Skei. 8. Tag: Skei–Bergen. Bei Lavik überqueren wir den Sognefjord, mit über 1300 m tiefster Fjord der Welt. Stadtrundgang in der Hansestadt Bergen. Der Wohlstand

Hurtigruten Molde Geiranger Skei Bergen

Trondheim

Vinstra Lillehammer

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Oslo Fredrikstad

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NORDSEE DK Kopenhagen Kiel Hannover CH

Fulda

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Hurtigruten und Minikreuzfahrt Mit genussvoller Hurtigruten Küsten- und Fjordfahrt Trondheim–Molde (ein Tag) sowie Mini-Kreuzfahrt Oslo–Kiel (eine Nacht) mit Color Line.

der alten Hafenstadt zeigt sich in den schönen Holzhäusern im Stadtteil Bryggen. 9. Tag: Bergen–fak. Bergenbahn–Oslo. Fahrt über das «Dach Norwegens» mit der Bergenbahn (fakultativ), eine der bekanntesten Bahnstrecken der Welt. Ab Geilo Weiterreise mit dem Bus bis zum Holmenkollen, oberhalb von Oslo. (Reservation der Bahnfahrt bei Buchung nötig. Alternativ Fahrt mit dem Bus. Reise2: ohne fak. Bahnfahrt.) 10. Tag: Oslo – Einschiffung. Stadtbesichtigung Oslo. Danach Einschiffung auf ein Kreuzfahrt-Fährschiff von Color Line. Ausfahrt durch die Schärenlandschaft und Übernachtung an Bord. 11. Tag: Ankunft Kiel–Fulda. Ausschiffung in Kiel. Tagesziel ist die Bischofsstadt Fulda. 12. Tag: Fulda – Rückfahrt Schweiz.

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6: 16.07.–27.07. 7: 23.07.–03.08. 8: 30.07.–10.08. 9: 06.08.–17.08. 10: 13.08.–24.08.

Unsere Leistungen ■

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Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus – Spardatum mit Komfortklasse-Bus Unterkunft in guten Mittel- und Erstklasshotels Mini-Kreuzfahrt Oslo–Kiel (1 Nacht, Innenkabine) Mahlzeiten: – 8 x Halbpension in den Hotels – 2 x Frühstücksbuffet (6. und 8. Tag) – 1 x Schiffspassage mit Frühstück Ausflüge, Besichtigungen, diverse Schiffspassagen sowie Schifffahrt Hurtigruten gemäss Programm, (ausg. fak. Fahrt mit der Bergenbahn, 9. Tag) Deutschsprechende lokale Reiseleitung am 2., 8. und 10. Tag Audio-System auf Rundgängen Erfahrener Reisechauffeur

Nicht inbegriffen ■

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Abfahrtsorte 06:10 Wil 07:20 Aarau 06:30 Burgdorf 08:00 Baden-Rütihof 06:35 Winterthur 09:00 Basel 07:00 Zürich-Flughafen InternetBuchungscode

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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 65

Von uns. Von hier.

Süsse Vorlieben ausleben Die Schokoladen von Chocolat Frey gelten als die beliebtesten der Schweiz. Jährlich werden schweizweit fast 100 000 Tonnen verkauft. Schoggi-Fans wissen, warum es immer einen Grund zum Naschen gibt. Text: Jacqueline Vinzelberg Styling: Irene De Giacomo Bilder: Yves Roth, Christian Schnur

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Mit Leidenschaft, Innovations­ geist und Qualitätsanspruch hat Chocolat Frey in der Schweiz Furore gemacht. Ihre süssen Erzeugnisse gehören heute schon fast zum täglichen Genuss. Denn Naschkatzen sind sich einig: Für ein Stückli Schoggi gibt es immer eine passende Gelegenheit. Dabei hat jeder seine Rituale und Vor­ lieben. Aber lesen Sie selbst …

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Welche Schokolade heisst wie? Ob Ihre Lieblingssorte dabei ist, sehen Sie auf Seite 69.

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Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch Schokolade.


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Madeleine Joss (70), Pensionierte und Künstlerin aus Lausanne:

«Ich geniesse meine Freiheit als Pensionierte und bin gern unterwegs, um Landschaften zu porträtieren. Dann sind Pinsel, Pigmente und Aquarellblöcke in meinem Caddy immer mit dabei. Dazu kommen Wasser, Dörrobst und ein, zwei Tafeln Schokolade, meistens die Giandor von Chocolat Frey. Zu meiner eigenen Aufmunterung zwischendurch und als Mitbringsel für Freunde.»


MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 67

Fabian Kaderli (38), Leitender Angestellter aus Basel:

«In meinem Job geht es meistens sehr stressig zu, da gibt mir Schoggi zwischendurch den kleinen Entspan­ nungsmoment. Deshalb habe ich stets einen süssen Vorrat im Büro, davon profitiert auch mein Team. Das nascht gern mit. Weisse Schoggi mag ich am liebsten, zum Beispiel die Blanca von Chocolat Frey.»

Sabine Bäni (38), Ingenieurin, aus Bertschikon ZH:

«Schokolade ist einfach fein und für mich ein richtiger Stimmungs­ aufheller in vielen Momenten. Ich finde, besonders gut passt sie zum Kaffee. Deshalb geniesse ich dazu fast immer ein Stück Schoggi – am liebsten eine der kräftigen Crémants von Chocolat Frey.»

Luna Kelling (24), Architektur-Praktikantin aus Wettingen AG:

«Ich liebe Schoggi und esse sie am liebsten zu einem starken Espresso und zur Entspannung beim Lösen von kniffligen Aufgaben. Auch als Bett­ mümpfeli darf ein Stückchen Japonais von Chocolat Frey nicht fehlen, auch wenn ich danach zum Zähneputzen nochmals aufstehen muss.»

Luca Portner (29), Schreinerlehrling und Schlagzeuger aus Luzern: «Ich gehe immer direkt nach der Arbeit zum Proben mit meiner Band. Da gibt mir Schoggi einen Powerschub für die Zeit bis zum Znacht. Auch abends auf dem Sofa nasche ich gern noch ein Stück. Schon als Bub war die Tourist von Chocolat Frey meine absolute Lieblingsschokolade.»


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Gestern, heute, morgen: Wir ergründen den Alltag – und seinen Gegenspieler, den Sonntag Wirkt positiv auf Körper, Seele und Geist: Tanzen

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Minusgrade, trockene Luft, wenig Sonne: So steckt Ihr Körper den Winter weg

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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 69

Von uns. Von hier.

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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 71

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Knusprige Kroketten und saftige Softkroketten bringen gesunde Abwechslung in Büsis Fressnapf. Das Geheimnis liegt in der Mischung: Der Anteil von 90 Prozent knackiger Kroketten ist ideal für die Reinigung der Zähne und mindert den Zahnbelag. Neu in der Mischung sind die Softkroketten, die mit ihrem Frischfleischanteil und der weichen Textur jeden Katzengaumen verwöhnen. Das 20 × Selina-Trockenfutter ist in vier verschiedenen Sorten und in einer neuen, aufgefrischten CumulusVerpackung erhältlich. punkte auf alle Soft & CrispyTrockenfutter von Selina bis 1. Februar

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72 | MM04, 25.1.2016 | MIGROS-WELT

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Der Winter hat noch nicht einmal Halbzeit, da sehnen sich die meisten schon wieder nach den belebenden Sonnenstrahlen des Frühlings. Wie gut, kann man sich doch mit der Farbe Gelb schnell ein wenig Helligkeit und positive Stimmung ins Haus holen.

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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 73

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74 | MM04, 25.1.2016 | MIGROS-WELT

20 Jahre Kulturvermittlung

Im alten Hof wird gefeiert

Die Ferme-Asile in Sitten begeht 2016 ihren 20. Geburtstag. Das Kulturzentrum verdoppelt deshalb die Zahl der Veranstaltungen. Text: Mélanie Zuber 1

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er alte Bauernhof am Ufer der Rhone in Sitten hat seinen ursprünglichen Zweck schon lange verloren. Gebaut wurde er im 20. Jahrhundert und diente zur Herstellung von Nahrungsmitteln für die Bedürftigen der Armenanstalt Hôpital-Asile. Seit zwanzig Jahren nährt der Hof nun aber vielmehr den Geist seiner Besucher. Jazzmusik und Kinderkurse

Kurz gefasst ist die Ferme-Asile ein ganz besonderer Ort im Kanton Wallis, der sich durch ein dynamisches und vielfältiges Kulturprogramm auszeichnet. Die gebotene Kunst und Kultur richtet sich an ein breites Publikum: An unerfahrene und erfahrene Kulturfreunde, an Klassikfans, an die Kinder von gestern und die Erwachsenen von morgen. In der alten Scheune finden regelmässig Ausstellungen statt. Im Erdgeschoss gibt es Konzerte – oft wird Jazz gespielt. Die Veranstaltungsreihe «Cafés Philo» regt Debatten an, Erzählabende stimulieren die Fantasie der Besucher und an den Kon-

ferenzen zu aktuellen Themen kann man interessanten Rednern zuhören. Dazu gibt es Kurse und Praktika für Kinder sowie Erwachsene, und im Restaurant kommen Feinschmecker zusammen, die dort eine exquisite und leichte Küche geniessen. Die alten Mauern, die fantasievolle Dekoration und die grosse Terrasse bieten Gästen eine Atmosphäre in der sie sich wohlfühlen. In der Ferme-Asile finden Entdeckungen und Begegnungen statt, man beschäftigt sich mit Kunst und lässt sich immer wieder von Aussergewöhnlichem überraschen. Mehr als eine Kunstschmiede

Zwölf feste Werkstattplätze bieten genügend kreativen Raum für Künstler. Eine zusätzliche Werkstätte wird jeweils einem jungen Künstler angeboten, der seine Ausbildung in einer Kunstschule abgeschlossen hat und seine Arbeiten präsentieren möchte. Ein letzter Arbeitsplatz inklusive Wohnung wird einem vielversprechenden Talent aus dem Ausland zur Verfügung gestellt. Ein Gemeinschaftsraum dient zur Bearbeitung

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von Holz, zur Herstellung von Keramik und zu Schlosserarbeiten. Die gegenseitige Nähe im Haus fördert den Austausch unter den Künstlern und Kulturschaffenden und trägt zu einer Lebhaftigkeit bei, die aus der Ferme-Asile nicht nur eine Kunst-, sondern ebenso eine Ideenschmiede macht. 20-tägiges Festival im Frühling

Die sonst schon sehr aktiven Organisatoren des Kulturorts verdoppeln in diesem Jahr ihre Veranstaltungen, um den 20. Geburtstag gebührend zu feiern. Insgesamt sind drei Programmteile geplant: Der erste wirft am 22. Januar einen Blick auf die Vergangenheit der Ferme-Asile mit der Vernissage von zwei Ausstellungen. Einerseits wird die Geschichte des Kulturzentrums mit einer Bilderserie des Fotografen und Gründungsmitglieds Robert Hofer nacherzählt. Andererseits hat Jaume Amigò, ein spanischer Künstler, der 2009 auf dem ehemaligen Bauernhof wohnte, mit Skulpturen, Lampen und Gemälden eine geheimnisvolle Landschaft kreiert, die zum Verweilen einlädt.


MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 75

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Bilder: Robert Hofer

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Im Frühling findet der zweite Programmteil statt. Er ist der Gegenwart gewidmet, und die Ferme-Asile empfängt dann Augustin Rebetez mit seiner verrückten Installation. Ausserdem schafft die einheimische Künstlerin Maria Ceppi ein passendes Umfeld für die Festlichkeiten. Ende Jahr wird die Aufmerksamkeit auf die Zukunft gelenkt. Man kann die junge Schweizer Künstlerin Camille Scherrer mit ihren frischen Design-Werken entdecken. Höhepunkt der Geburtstagsfeier ist allerdings das Festival «20 Jahre/20 Tage», das am 26. Mai beginnt. Es wird mit einem offiziellen Anlass von hohem Unterhaltungswert eröffnet. Anschliessend folgen zwei Familientage und drei Kinoabende, an denen die besten Filme aus dem Jahr 1996 gezeigt werden. Dazu finden im alten Bauernhof an der Rhone mehrere Konzerte statt. MM Mehr Informationen zum Programm 2016 der Ferme-Asile gibt es auf der französischsprachigen Website: www.ferme-asile.ch.

1 Die Ferme-Asile ist

seit 20 Jahren ein Zentrum der Kultur und der Begegnung.

2 Auf der Bühne treten

die unterschiedlichsten Künstler auf (hier die Schwestern Martin).

3 Die Scheune beherbergt Ausstellungen, zum Beispiel mit Werken von Omar Ba.


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MIGROS-WELT | MM04, 25.1.2016 | 77

Fasnacht auf italienische Art Zwei neue süsse

Winterköstlichkeiten

ab jetzt in den Regalen.

Saisongebäck

In der Fasnachtszeit ist es in Italien Tradition, Riccioline und Chiacchiere zuzubereiten. Zwei Gebäckspezialitäten, die mit unseren Fasnachtsküchlein verwandt sind.

Bild: Marco Mayer | 123rf.com

Die Riccioline sind kleine, einmal gefaltete Teigrechtecke in mundgerechter Form. Die Chiacchiere sind ebenfalls rechteckig, doch zweimal eingeschnitten. Erstere sind mit Puderzucker bestäubt, Letztere enthalten in der Verpackung ein Päckchen Zucker, den man vor dem Genuss selber darüber streuen kann.

Chiacchiere: feines süsses Saisongebäck.

Auch wenn die Rezepte der Fasnachtschüechli und dieser italienischen Schlüferli ähnlich sind, unterscheidet sich ihr Geschmack aufgrund der ungleichen Teigverarbeitung. Daher hat die Migros Wallis entschieden, ihr Sortiment zu erweitern, und dieses Jahr drei Fasnachts-Spezialitäten in ihren Supermärkten anzubieten.


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«Eine Entschuldigung ist ein grundlegender sozialer Akt und zugleich etwas Wunderbares, weil von ihr Wiedergutmachung ausgeht. Sich entschuldigen zu können, ist eine gesellschaftliche Kardinaltugend. Umso schlimmer ist es, wenn die Entschuldigung ausbleibt. Weil zum Beispiel der Gast, der eines der Champagnergläser Ihrer Grossmutter fallen lässt, schon ziemlich beschwipst ist. So schwelt ein Vorgang vor sich hin, der eigentlich rasch und graziös erledigt werden könnte. Falls Ihnen die betreffende Person wichtig ist, ist es das Beste, wenn Sie die Sache ansprechen: Sagen Sie, dass Sie eine Entschuldigung zu schätzen wüssten. Das wirkt entlastend und klärt die Beziehung. Wenn Ihnen die Person nicht so wichtig ist: diese einfach nie wieder einladen. Oder das nächste Mal Pappbecher austeilen. Und falls Sie selbst noch irgendeine Entschuldigung nachholen müssen: Tun Sie es jetzt!»

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82 | MM04, 25.1.2016 | LEBEN

«Ballett wäre zu mädchenhaft»: Nubya Aeschlimann (11), Goalie.

«Es macht grossen Spass»: Amaya Valentina Iseli (8), Spielerin.

«Vollgas geben ist witzig»: Lara Schumacher (6), Spielerin.

«Ich wollte es mal ausprobieren»: Aline Urfer (6), Spielerin.


LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 83

Ansichten

«Manchmal necken die Jungs schon» Nubya Aeschlimann (11), Picco­ lo, Goalie: «Ich bin gern Goalie. Manchmal necken die Jungs schon ein wenig, aber das nehme ich gar nicht ernst.» Lara Schumacher (6), Hockey­ schule, Spielerin: «Mein Bruder spielt auch Eis­ hockey, deshalb habe ich letzten Winter angefan­ gen. Daneben schwimme ich viel. Aber hier Vollgas zu geben, ist witzig!» Amaya Valentina Iseli (8), Bambini, Spielerin: «Das wollte ich un­ bedingt einmal probieren, meine beiden Brüder spielen auch. Und es macht mir grossen Spass.» Aline Urfer (6), Hockeyschule, Spielerin: «Mein Vater und mein Bruder spielen Eishockey, da wollte ich es auch mal probieren. Ich finde es gut, dass es auf dem Eis so schnell geht.»

Eishockey

Diese Mädchen sind so flink und zäh wie die Jungs

Die Eishockey-Mädchen von Dragon Thun stehen den Buben in nichts nach. Gemeinsam mit den Jungs kämpfen sie um den Puck, checken ihre Gegner mit vollem Körpereinsatz und dreschen die Scheibe aufs Goal. Text: Claudia Weiss

D

raussen nachtet es früh ein. Die Eisbahn Thun ist hell erleuchtet, neben der Tribüne herrscht fröhliches Gewusel. Knirpse auf Schlittschuhen in übergrossen Sportkleidern, Helme mit schwarzen Schutzgittern auf dem Kopf, drängeln durcheinander. Dazwischen Mütter und Väter, die ihren Kindern rasch den Hockeystock reichen oder Schlittschuhe festschnallen. Um Punkt 16.30 Uhr ruft Trainer Ueli Dietrich (51) laut: «Jungs! Aufs Eis!» Johlend rennt die Rasselbande auf die glatte Fläche und saust los Richtung Eismitte, wo die sechs Gruppentrainer warten. Unter ihnen sind die beiden Kanadierinnen Jennifer Gallo und Jennifer Moore sowie Tess Allemann, die in der FrauenNationalmannschft ganz vorne mitspielt. Die drei jungen Frauen sind ausgezeichnete Vorbilder. Denn auch wenn Ueli Dietrich nur «Jungs!» ruft: Bei den Gruppen Bambini und Piccolo der Dragons Thun trainieren

Bilder: Marco Zanoni

neben den rund 40 Buben auch Mädchen. An diesem Spätnachmittag sind zehn Spielerinnen da. Erkennbar sind sie nicht etwa, weil sie zögerlicher fahren oder sich anmutiger bewegen, sondern einzig wegen der langen Haare, die unter dem Helm hervorgucken. Ansonsten flitzen die Hockeygirls genauso flink über das Eis wie ihre Kollegen. Start, Rückwärtsfahren, Hockeybogen – die 4- bis 10-Jährigen trainieren problemlos zusammen, und die Mädchen halten locker mit. Mädchen geben Vollgas

Geschickt dribbelt die kleine Maiko Rösti den Puck um den Pneu, hält ihn eng unter Kontrolle und saust wieder zur Gruppe zurück. «Ich mag es, wenn es schnell geht», erzählt sie in einer kurzen Pause und strahlt. Die zarte 6-Jährige spielt seit zwei Jahren Hockey und liebt es. Ihre Mutter Yukiko hatte ihr zwar auch Eiskunstlauf vorgeschlagen, aber das war ihr «einfach zu

langsam». Angst vor harten Puckstössen hat Maiko nicht, und es macht ihr auch nichts, wenn kräftigere Buben mit Vollgas auf sie zufahren. «Dann gebe ich einfach selber Vollgas!» Sie lächelt schüchtern. Aber dann macht sie klar, dass sie eine gute Portion Kampfgeist mitbringt: «Ich will einfach Goals machen.» Erst seit ungefähr zehn Jahren spielen auch Mädchen Eishockey, vorher galt es ausschliesslich als Bubensport. «Es sind immer noch wenige Mädchen. Wenn zwei, drei in einer Gruppe spielen, ist das schon viel», sagt Pascal Wüthrich (23), angehender Sportwissenschaftler und Goalietrainer. Er vermutet, dass alte Rollenklischees viele Mädchen abschrecken: die Idee von Leistung, Wettkampf und Sich-Messen. «Das Leistungsmotiv spricht auch heute noch eher Buben an.» Dabei sei der schnelle Sport für Mädchen eine tolle Herausforderung und gebe ihnen die Gelegenheit, sich zu behaupten, sagt


84 | MM04, 25.1.2016 | LEBEN

Mädchen oder Bub? In der Montur und in der Spielstärke kaum zu unterscheiden.

Wüthrich. In dieser Altersgruppe gebe es noch keine körperlichen Hinderungsgründe: «Bei den Bam­ bini und Piccolo lautet das Motto ‹Spiel und Spass›. Da spielen Kraft und Körpergrösse keine Rolle.» Für die Buben eine Herausforderung

Zugleich sei das Spiel in einer gemischten Mannschaft auch für die Buben eine Herausforderung, findet Wüthrich. «Anfangs schauen man­ che komisch, aber dann lernen sie, dass sie mit Mädchen ebenso gut zusammenspielen können.» Moritz Hasler, 8 Jahre alt, sagt, ohne zu zögern: «Die Mädchen spielen gleich gut, und wenn sie sogar schneller sind, macht mir das nichts aus.» Dann überlegt er kurz, ein Schmun­ zeln huscht über sein Gesicht. «Aber manchmal gebe ich, ehrlich gesagt, schon ein bisschen Extragas gegen ein Mädchen.» Der 8­jährige Nalo dagegen merkt oft nicht einmal, wenn er ge­ gen «Meitschis» spielt. Er denkt kurz nach und sagt: «Hauptsache, sie spielen gut!» Und gut zu spielen lernen sie in der Hockeyschule. Zuerst müssen alle Kinder perfekt Schlittschuhlaufen können, danach spielen sie bei Turnieren und Matches in jeder Position.

Die 8­jährige Amaya Iseli hat sich von ihrem Vater und den beiden Brüdern vom Eishockeyfieber an­ stecken lassen. «Früher ging ich ins Ballett, aber das war langweilig», sagt sie. Ihre Freundinnen finden es cool, dass sie Hockey spielt. Auch Nachwuchstrainer Ueli Diet­ rich begrüsst, dass die Mannschaften heute gemischt sind. «Am Anfang merken in der Hockeyschule die meisten sowieso noch gar nicht, dass es Mädchen und Buben gibt», sagt er (siehe Interview, Seite 83). Die 11­jährige Nubya Aeschli­ mann liess sich vor sechs Jahren von ihrem Bruder fürs Hockey begeis­ tern, inzwischen lässt sie sich zur Goaliefrau ausbilden. «Manchmal necken die Jungs uns Mädchen schon ein wenig – aber das nehme ich nicht ernst», sagt sie und lacht. Für sie ist klar: «Ich stehe gern im Goal, Ballett oder so wäre mir viel zu mädchenhaft.» Breitbeinig stellt sie sich ins Übungsgoal – wer an ihr vor­ beikommen will, muss schnell sein. Das Goal ist die einzige Position, in der sich die Frauen auf der Stufe Elite Junioren und bei den Aktiven noch gegen die Männer behaupten können», erklärt Sportwissenschaft­ ler Pascal Wüthrich. «Da das Spiel auf diesen Stufen deutlich athletischer

und mit mehr Körperkontakt geführt wird, hätten die Mädchen auf dem Feld kaum mehr eine Chance mitzu­ halten.» Die 8­jährige Janine Gäu­ mann kann jedoch noch ein paar Saisons auf dem Feld bleiben. Sie hat vor drei Jahren zusammen mit ihrer älteren Schwester Michelle angefan­ gen, Eishockey zu spielen, ermuntert vom Vater, der früher eine Frauen­ Hockeymannschaft trainierte. «Hockey ist am coolsten»

Mit ihren Freundinnen spielt Janine zwar auch gern Volleyball oder Ten­ nis, aber «Hockey ist am coolsten». Das findet auch Mutter Brigitte Gäu­ mann: «Anfangs wusste ich ja nicht einmal, wie man die Dresse anziehen muss. Aber jetzt bin ich bei jedem Match dabei, und ich sehe, wie viel Freude das meinen Töchtern macht.» Das Training ist zu Ende, im Pulk strömen die Hockeykinder vom Eis. Goalietrainer Pascal Wüthrich ruft seiner Gruppe zu: «Gut gemacht, Jungs!» Manchmal vergisst er «und Mädchen» anzuhängen. «Aber das nehmen sie mir zum Glück nicht krumm, sie sind bereits ein bisschen abgehärtet.» Mädchen, die Eisho­ ckey spielen, wissen ohnehin: Sie können genauso gut sein wie die Jungs. Mindestens. MM

Hier spielen Mädchen und Buben zusammen «Der Eishockey­ sport fördert Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Disziplin und Teamgeist, und dafür haben Mäd­ chen die besten Voraussetzun­ gen!», schreibt der Verband Swiss Ice Hockey auf seiner Homepage. Deshalb heisst der Verband «alle Mädchen herzlich willkommen in der faszinierenden Welt des Eis­ hockeys». Alle Hockeyschulen der Klubs auf einen Blick: www.sihf.ch Girls Hockey auf einen Blick, Einstieg ins Hockey. Dort sind alle Klubs aufgelistet.


LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 85

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Ansichten

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«Ich gebe selber gern Gas – vor allem wenn Jungs zünden»

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1 Jael Wenger (10), Hockeyschule, Spielerin: «Meine beiden Cousins spielen auch Eishockey, und sie finden es cool, dass ich jetzt auch angefangen habe. Es brauchte anfangs schon ein bisschen Mut.» 2 Fabienne Hofmann (11), Piccolo, Goalie:

Beim Nachwuchs des EHC Thun trainieren neben rund 40 Buben auch viele Mädchen. An diesem Nachmittag waren 10 Mädchen anwesend (siehe gelbe Box auf Seite 83 sowie rechts). Nachwuchstrainer Ueli Dietrich

«Ich habe zierliche Mädchen erlebt, die ganz gern mal draufhauen» Ueli Dietrich, erkennen Sie auf den ersten Blick, ob im Dress ein Junge oder ein Mädchen steckt? Nein, auf dieser Stufe zeigt sich noch kein Un­ terschied, weder punkto Kraft noch Schnelligkeit. Was ich hingegen ein­ deutig erkenne, ist der persönliche Laufstil. Einige haben einen sehr ausgeprägten Stil, aber der ist total unabhängig vom Geschlecht. Es gibt ja auch reine Bubenmannschaften. Merken Sie denn, wenn Mädchen mitspielen? Eigentlich nicht. Ich habe das Gefühl, dass das in diesem Alter überhaupt noch keine Rolle spielt – Kinder realisieren erst zwischen 10 und 13 Jah­ ren, dass etwas anders ist. Bis dahin müssen sie sich voll aufs Schlitt­ schuhlaufen konzentrie­ ren und den Puck im Blick behalten. Für die

Gruppendynamik macht es einen wesentlich grösseren Unterschied, ob ein Kind als Einzel­ kind aufwächst oder in einer Grossfamilie. Viele haben den Eindruck, es seien vor allem wilde Mädchen, die Eishockey spielen. Sie trainieren aber auch ganz zarte Mädchen. Ja, sie sind dafür oft besonders beweglich und flink, und das kommt ihnen zugute: Eishockey ist sehr komplex, da müssen Kopf, Hände und Füsse zusammenspielen. Und ich habe schon zierliche Mädchen erlebt, die ganz gern mal ein bisschen draufhauen. Was müssen denn Mädchen und Buben mitbringen, um im Eishockey gut zu werden? Spielfreude und per­ fektes Schlittschuh­ laufen. Anfangs haben

alle dieselbe Chance: Da ist es von Vorteil, klein und wendig zu sein. Hauptsache, jemand be­ wegt sich sicher auf dem Eis. Später haben dann tatsächlich die männ­ lichen Spieler einen Vorteil, was Kraft und Grösse angeht. Spielen die Mädchen dann trotzdem weiter? Einige Mädchen wechseln die Sportart, andere bleiben mit Leidenschaft dabei. Drei meiner vier Kinder waren bei mir in der Hockeyschule. Beide Söhne sind noch heute dabei. Eine meiner Töchter hat später aber zum Eiskunstlauf gewechselt, weil es ihr zu hart geworden ist. Meine andere Tochter wollte überhaupt nie aufs Eis. Sie ist lieber rei­ ten gegangen. Wünschen Sie sich denn mehr Mädchen in den Mannschaften?

«Mit meinem Vater besuchte ich viele Matches, jetzt gebe ich selber gern Gas, vor allem wenn Jungs zünden. Meine Mutter ist stolz auf mich.» 3 Michelle Gäumann (10), Piccolo, Spielerin:

«Es wird ein bisschen härter, wenn man grös­ ser wird, und es gibt mehr Trainings. Aber es gefällt mir gut, und in der Mädchenriege finde ich einen perfekten Ausgleich.» 4 Maiko Rösti (6),

Ueli Dietrich (51) trainiert seit zwölf Jahren den Eishockey-Nachwuchs des EHC Thun.

Es wäre natürlich toll, wenn sich mehr Mäd­ chen fürs Eishockey­ spielen interessieren würden. Aber es muss ihnen vor allem Spass machen, sonst bringt es nichts. MM

Dragon Thun, die Nachwuchs­ organisation, des EHC Thun, ist mit rund 300 Kindern und Jugendlichen eine der grössten Nachwuchsorganisationen der Schweiz.

Bambini, Spielerin: «Ich habe es gern schnell, Angst habe ich nie. Im Gegenteil, ich fahre einfach drauflos und will Goals machen.» 5 Janine Gäumann (8),

Bambini, Spielerin: «Mit meinen Freundin­ nen spiele ich auch Tennis und Volleyball. Aber Hockey ist einfach am coolsten.» 6 Nadine Fuss (7),

Hockeyschule, Spielerin: «Ich fahre gern Schlitt­ schuh und wollte auch lernen, schnell zu sein. Jetzt habe ich schon drei Goals gemacht – das ist ein Supergefühl!»


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LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 87

In VideoTutorials: Pinsel reinigen und aufbewahren

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Handtücher und Waschlappen wechseln wir regelmässig. Doch wie steht es um unsere Make-up-Utensilien? Wie man Pinsel mit einfachen Mitteln reinigt und Bakterien Einhalt gebietet. Text: Andrea Vogel Mit Babyshampoo

Mit Olivenöl Benetzen Sie einen sauberen Schwamm mit nativem Olivenöl. Öl gilt als sanftes Reinigungsmittel für Echthaarpinsel, denn es trocknet nicht aus. Bewegen Sie den Pinsel kreisend auf dem Schwamm, bis die Pinselhaare mit dem Öl vollgesogen sind und sich Schmutz auf dem Schwamm angesammelt hat. Den Pinsel mit lauwarmem Wasser ausspülen und trocknen lassen.

2

Mit Duschgel oder Seife Schäumen Sie einen neuen Schwamm mit wenig Babyshampoo, Duschgel oder Gesichtsseife ein. Kreisen Sie sachte mit den Spitzen der Pinselhaare darüber. Danach ausspülen und trocknen. Benützen Sie dafür keinen Föhn, da die Hitze den Leim in der Zwinge aufweichen könnte.

Mit Seife Pinsel mit künstlichen Haaren werden mit Seife am saubersten. Befeuchten Sie ein Seifenstück und kreisen Sie mit dem Pinsel sachte darüber. Achten Sie darauf, dass die Haare nicht abknicken. Anschliessend gründlich ausspülen, in Form bringen, trocknen lassen.

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Bild: Fotolia, Elijah E. Castson

Reinigung von Make-upSchwämmchen und Puderquasten

Vergessen Sie nicht, auch die Make-upSchwämmchen und die Puderquaste regelmässig zu reinigen. Am besten funktioniert das mit Babyshampoo. So kann man übrigens auch Naturhaarbürsten von Schmutz und Bakterien befreien. MM

3

Schäumen Sie Ihren Pinsel (Echthaar oder Synthetik) mit etwas Babyshampoo auf. Verwenden Sie kein Spülmittel, denn das entzieht den Echthaarpinseln Fett und macht sie brüchig. Spülen Sie den Pinsel gründlich mit Wasser aus und trocknen Sie ihn mit Kosmetikpapier. Bringen Sie die Pinselhaare schön in Form, sodass sie aneinanderliegen. Zum Trocknen (am besten über Nacht) sollte der Pinsel nicht mit den Haaren nach oben stehen, weil die Feuchtigkeit sonst ins Holz des Griffs zieht. Dadurch könnten die Haare ausfallen.

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M Zoe Torinesi, Model und Moderatorin (34).

Mein Beautygeheimnis ist ganz einfach: Viel Schlaf, viel Wasser trinken und gesund essen. Man sieht es meiner Haut an, ob ich mir genügend Ruhe gönne und mich gut ernähre. Ein Mal pro Woche trage ich eine Feuchtigkeitsmaske vor dem Schlafen­ gehen auf. Am anderen Morgen fühlt sich mein Gesicht wieder wie ganz neu an.

Wenn ich beruflich viel fliegen muss, achte ich besonders darauf, zwei Mal am Tag eine feuchtigkeits­ spendende Augen­ und Gesichtscreme aufzutragen. Habe ich keine Jobs, schminke ich mich nicht. Meine Mama trug mir als Kind zwei Mal im Jahr eine Oliven­ Avocado­Maske auf mein langes Haar auf. Das roch zwar merk­ würdig, und das Haar war trotz gründlichem Auswaschen noch einige Tage lang etwas fettig, aber danach war es strahlend schön und geschmeidig. In Zusammenarbeit mit


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90 | MM04, 25.1.2016 | LEBEN

Migros-Bank-Ratgeber

Wer viel pendelt, zahlt künftig höhere Steuern. Je nach Kanton steigt die Belastung spürbar an. Der Pendlerabzug in der Steuer­ erklärung gehört zu den Posten, die am meisten «einschenken». Mit der Steuererklärung 2016 wird dieser Ab­ zug nun massiv gekürzt. Damit fällt die erstmalige Bemessung ins laufen­ de Jahr, die Veranlagung erfolgt 2017. Die entscheidende Strecke für motorisierte Pendler beträgt 9,7 Kilometer pro Fahrt. Sie ergibt sich aus 220 Arbeitstagen und einer anrechenbaren Pauschale von 70 Rappen pro Kilometer, womit man auf den maximalen, für die Bundes­ steuer gültigen Pendlerabzug von 3000 Franken pro Jahr kommt. Wer also eine geringere Distanz zu bewältigen hat, wird von der Ände­ rung nicht tangiert. Auch wer für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs ein Generalabonnement (der Preis für die 2. Klasse beträgt 3655 Fran­ ken) geltend macht, muss nur un­ wesentlich mehr Steuern berappen.

Albert Steck ist verantwortlich für Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.

Und wie teuer wird es für die Steuerzahler, die eine grössere Distanz mit dem Auto bewältigen? Die Grafik zeigt die konkreten Kostenfolgen bei einer Pendeldistanz von 30 Kilometern. Die Berechnun­ gen enthalten je vier Varianten: für eine Familie und einen Single sowie für die Einkommensklassen mit einem Bruttolohn von 80 000 res­ pektive 150 000 Franken pro Jahr. Dabei wird Folgendes deutlich:

K

Kürzung des Pendlerabzugs: Wen triffts am meisten? Steueranstieg in Kantonen, die nur bei den Bundessteuern eine Limite setzen

Anstieg durch Limite auch bei Staatsund Gemeindesteuern (Basel-Stadt)

2000

2020 1850

1500 1000

1650 1460

Familien mit zwei Kindern Alleinstehende

500

550 380 180

0

80 000

150 000 80 000 150 000 Bruttolohn in Franken

80 000

150 000 80 000 150 000 Bruttolohn in Franken

Bei einer Pendeldistanz von 30 Kilometern kann es teuer werden – vor allem dann, wenn der Kanton den Pendlerabzug auf allen Ebenen begrenzt. Daten: ESTV

Wie viel man zusätzlich zahlen muss, hängt primär vom Kanton ab. Überall dort, wo der Pendlerabzug nur bei den Bundessteuern wirksam ist, kommt man mit einem moderaten Aufschlag weg – in unseren vier Varianten erhöhen sich die Steuern um 0 bis 550 Franken. Hat der Kanton auch bei der Staats­ und Gemeindesteuer eine Obergrenze für den Pendlerabzug eingeführt, wird es deutlich teurer. In Basel­ Stadt etwa steigt die Steuerbelastung im selben Rechenbeispiel um 1460 bis 2020 Franken.

Die aktuelle Liste mit den Bestim­ mungen in sämtlichen 26 Kantonen findet sich im Internet unter Blog.migrosbank.ch. Der Blog erläutert zudem, inwiefern die Begrenzung des Pendlerabzugs auch die Steuerrechnung für Geschäfts­ autos verteuert. Und nicht zuletzt enthält er das grosse Steuerdossier mit nützlichen Tipps rund um viele weitere Abzüge und die wichtigsten Neuerungen per 2016. MM Aktuell auf Blog.migrosbank.ch: Der Pendlerabzug: So stark steigen die Steuern, die bewährte Serie mit 5 x 10 Steuertipps.

Mamma mia

Ein Traum auf vier Rädern

Kennen Sie eine Werkstatt, die Autos wortwörtlich auf den Kopf stellt? Mit den Rädern nach oben, sodass alle Krümel herausfallen? – Weshalb? Wir wollen unsere neunjährige Familienkutsche verkaufen. Nein? Mist! Dann muss ich selbst ran: Staub saugen, Spalten ausräumen, Schätze bergen. Cool. Aber ein umwelt­ freundlicheres Gefährt wäre schon nicht schlecht. Herr

Leinenbach (zu 99,9 Prozent SBB­Kunde) will keinen Fami­ lienvan mehr. Er träumt vom sportlichen Modell, mit dem man Kinder transportieren kann, aber nicht muss. Vom Gefährt, das Parklücken kom­ plett ausfüllt und mit dem er den Aletschgletscher hoch­ fahren könnte. Mit diesem Auto würde er dann unsere Töchter – wie in der Werbung – zum Gleitschirmfliegen oder Bungeespringen fahren.

Mein Traumauto hat andere Qualitäten. Zum Beispiel abwaschbare Ledersitze, damit Flüssigkeiten nicht mehr einsickern. Ausserdem eine Trennwand, die man per Knopfdruck zwischen den Sitzreihen hochfahren kann. Und bitte auch so eine Krümel­ schublade, wie sie unser Toaster hat. Ist die Karre dreckig und zugemüllt, einfach rausziehen, ausleeren, wieder zurückschieben. Fertig.

Bettina Leinenbach (39)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 91

«Wie isch ds Wätter ds Basu? U wie chumi am schnäuschte derthäre?»

Ihre Frage? E-Mail genügt!

Erfrischend unnütz: die witzigsten Antworten von Siri

Migrosmagazin.ch

reto.vogt@ migrosmedien.ch

Ratgeber

A

Fotos auf CD brennen

«Auf dem PC habe ich Ferienfotos sortiert. Wenn ich sie aber auf CD brenne, ist die Ordnung verloren. Was kann ich tun?» Monica Menci

Spracheingabe in Schweizer Dialekt: für Siri und Co. oft nur Kauderwelsch.

Digital

Siri lernt Schwizerdütsch Noch tun sich Spracherkennungsdienste schwer mit Schweizer Dialekten. Doch das dürfte sich bald ändern: Eine Schweizer Firma hat eine neue Software entwickelt. Text: Reto Vogt

Bild: Getty Images

S

chweizerdeutsch ist eine besondere Herausforde­ rung: Es gibt zahlreiche, sehr unterschiedliche Dialekte und keine Grammatik. Kein Wunder, dass auch Sprach­ erkennungsdienste nicht – oder zumindest nicht wie gewünscht – funktionieren ohne laut und deutlich gesprochenes Hoch­ deutsch. Weder die Apple­Anwen­ dung Siri noch Ok Google oder Cortana von Microsoft deutet schweizerdeutsche Sätze fehler­ frei. Auf Aussagen wie «Zäig mer bitte dr Wäg uf Bärn» oder «Wie isch ds Wätter ds Basu?» anwortet beispielsweise Siri: «Ich weiss leider nicht, wo das ist» und «Ich bin nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe». Den global operierenden Unter­ nehmen wie Apple oder Google ist die Schweiz schlicht zu klein und unbedeutend, als dass sie den eigenen Spracherkennungs­ diensten Bern­ oder Baseldeutsch

beibringen würden. Diese Lücke versucht die Schweizer Firma Spitch nun zu schliessen: Sie hat eine Software entwickelt, die Schweizer Mundart versteht. Damit die Erkennung funktioniert, hat Spitch in Zusammenarbeit mit der ETH und Swisscom Sprach­ aufnahmen von Alltagsgesprächen gesammelt und diese in einer Datenbank gespeichert. Spitch versteht nur Züridütsch

Die Software gleicht die gespro­ chenen Sätze noch während des «Zuhörens» mit der Datenbank ab. Sie erkennt nicht nur Schlagworte, sondern auch in welchem Zusam­ menhang diese Worte stehen. Darüber hinaus ist das System selbst lernend und passt sich der Sprechweise der Nutzer und deren Wortschatz an. Trotzdem ist und bleibt die Datenbank die Achillesferse der Spitch­Software. Denn sie muss nicht nur die Bandbreite der

Schweizer Dialekte komplett abdecken, sondern auch mit Angli­ zismen umgehen können, die sich im Wortschatz eingenistet haben. Beides ist derzeit nicht der Fall, da nur Sätze im Zürcher Dia­ lekt gespeichert sind. Die Daten­ bank ist jedoch flexibel erweiter­ bar: Einerseits lässt sie sich lau­ fend mit weiteren Dialekten er­ gänzen, andererseits kann man jederzeit Begriffe hinzufügen, die neu im täglichen Sprachge­ brauch auftauchen. Weil weder Apple noch Google zu den Spitch-Kunden zählt, wird die Mundartsprachsteuerung vorerst noch nicht auf Smartphones auftauchen. Zwar ist die Software theoretisch fähig, das Programm Siri zu ersetzen oder ihm Schweizerdeutsch bei­ zubringen, doch bis es so weit ist, müssen wir unsere Handys noch in deutlich gesprochenem Hoch­ deutsch steuern – oder ganz ein­ fach mit den Fingern. MM

Leider nützt es nichts, Fotos zu sor­ tieren, bevor man sie auf CD brennt oder auf einen USB­Stick kopiert: Auf dem neuen Datenträger reihen sie sich wieder nach Dateinamen ein. Dieser Trick hilft: Erstellen Sie eine Sicherheitskopie der Bilder. Sortieren Sie diese in der gewünsch­ ten Reihenfolge und ändern Sie den Datei­ namen so, dass die Ordnung erhalten bleibt. Kennzeichnen Sie die Bilder zum Bei­ spiel mit den Ziffern 1, 2 etc. am Anfang.

Um den Aufwand zu reduzieren, installieren Sie die Gratissoftware «Bulk Rename Utility» (Bulkrenameutility. co.uk). Damit ändern Sie die Namen mehrerer Dateien gleichzeitig.

Reto Vogt (30),

Onlineredaktor Migros-Magazin @revogt


92 | MM04, 25.1.2016 | LEBEN

Kinder

Scheuer Jäger der Nacht Luchse sind die grössten Katzen der Schweiz. Leider sieht man sie fast nur im Zoo. In der freien Wildbahn leben die grossen Luchse sehr zurückgezogen – und die kleinen sogar gefährlich. Text: Andrea Fischer-Schulthess

Illustrationen: bunterhund.ch

Feinde des Luchses

Wie für viele andere Tiere ist der Mensch auch für Luchse das gefährlichste Wesen.

Es kann sein, dass man das Tier mit dem Auto überfährt oder dass ein Jäger es aus Versehen erschiesst. Offiziell ja­ gen darf man Luchse aber nicht, weil sie ge­

setzlich geschützt sind. Kleine Luchse können von Wölfen, Adlern oder

Ein Luchs braucht jeden Tag ein bis vier Kilo Nahrung. Er jagt gern Hasen, Füchse, Rehe, Gämsen und Steinböcke.

Bären gefressen wer­ den. Luchse sterben aber oft auch vor Hun­ ger oder an Krankheiten. Den Luchs erkennst du ganz leicht.

Er ist etwa viermal so schwer wie ein Hausbüsi, hat an den Ohren Haar­ pinselchen, an den Backen einen Bart und auf dem Fell Punkte. Seine Beine sind lang, sein Schwanz ist nur ein Stummel. Doch du wirst der Grosskatze kaum begegnen, obwohl es sie in den Wäldern der Voralpen und im Jura wieder häufiger gibt.

Der Luchs ist sehr scheu und jagt am liebsten abends und nachts. Das kann er, weil er sehr gute Ohren hat und Augen, die im Dunkeln sechsmal so gut sehen wie unsere. Weil die Tiere so gut getarnt sind, können sie ihre Beute überraschen und mit einem Biss töten. Wenn ihnen das nicht gelingt, lassen sie von ihrem Opfer ab und verfolgen es nicht weiter.

Luchse leben allein und treffen sich nur für die Paarung im späten Winter. Etwa Ende Mai kommen die Luchs­ jungen zur Welt. Schon im Alter von zehn Monaten müssen sie losziehen und ein eigenes Revier finden. Diese schwierige Wanderung überlebt nur jeder zweite Luchs, die anderen Tiere verhungern, erfrieren, werden krank oder überfahren. MM


LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 93

Es gibt Leute, die trinken so gern Bier, dass sie gleich mehrere Bierdosen aufs Mal kaufen. Wenn sechs Dosen zusammen verpackt sind, ist das ein Sechserpack. Diese Art von Verpackung heisst auf Englisch Sixpack. Das sieht ein bisschen so aus wie das Muskel­ paket, das manche Männer am Bauch haben. Wenn sie sechs Muskel­«Wellen» am Bauch haben, dann sagt man, sie hätten ein Sixpack. Du fragst, warum dein Papa das will? Nun, ich vermute,

er möchte deinem Mami gefallen. Viele Männer glauben nämlich, dass Frauen starke Kerle mit vielen Muskeln schön finden.

tun. Sprich dich vorher heimlich mit deiner Mutter ab. Sie muss un­ bedingt einverstanden sein. Und sie muss lächeln – sonst klappts nicht.

Dein Papa könnte auch ein Sixpack haben, wenn er mehr Muskeln und weniger Fett am Bauch hätte. Um das zu bekommen, müss­ te er viel Sport machen und weniger essen. Und er sollte auf Bier ver­ zichten (Bier macht nämlich einen dicken Bauch). Du kannst aber mit einem kleinen Trick etwas für ihn

Dann gebt ihr deinem Papa einen Kuss und flüstert ihm zwei wichtige Botschaften ins Ohr: erstens, dass er auch ohne Sixpack ein starker Typ ist, und zweitens, dass ihr ihn lieb habt, genau so, wie er ist. MM

Gabriela Bonin (48) beantwortet

Kinderfragen.

Diese Frage hat Tobi (6) aus Albinen VS gestellt.

HAST DU KÖPFCHEN?

Rät selsp ass

Zahnstocher sind ideal, um die Zähne zu reinigen, wenn die Zahnbürste nach dem Essen nicht gerade zur Hand ist. Aber Zahnstocher sind noch für ganz andere Dinge nützlich: nämlich zum Spielen. Kannst du die Zahnstocher-Rätsel lösen?

2

1

Der Hund blickt nach rechts. Lege zwei Hölzchen um, so dass der Hund nach links blickt.

NINAS FERIENFOTO

Wie viele Dreiecke sind in diesem Stern enthalten?

3 Lege ein Holz dazu und du hast eins weniger.

Entdecke die fantastische Welt der Lilibiggs

Lösungen:

In den Winterferien knipst Nina ein Foto nach dem andern. Wie schön doch die verschneite Landschaft aussieht. Im zweiten Foto haben sich jedoch sieben Unterschiede eingeschlichen. Kreise sie ein.

Lösungen: 1. Es sind 20 Dreiecke enthalten (12 kleine, 6 mittlere und 2 grosse). 2. 3.

Bild: Getty Images

Tobi (6)

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LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 95

Glücksgriff

Das Generalabo für Fitness und Gesundheit Das Migros-Magazin und die Fitnessparks der Migros verlosen 2 Intercity-Cards im Wert von je 1420 Franken, das schweizweit gültige Abo für Ihre Fitness.

Zu gewinnen 2 Intercity-Cards im Gesamtwert von 2840 Franken.

Wettbewerb

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und die Fitnessparks verlosen zwei persönliche General-Abos für mehr Bewegung und Gesundheit «Intercity-Cards» im Wert von je 1420 Franken. Wettbewerbsfrage: Seit welchem Jahr engagiert sich die Migros mit Freizeitanlagen? So machen Sie mit: Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf)

Intercity-Card: Fitness und Erholung à discrétion in mehr als 80 Fitnessanlagen.

S

eit 1977 engagiert sich die Migros mit ihren Freizeitanlagen für die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung – immer mit dem Ziel, höchste Qualität zu fairen Preisen anzubieten. Mittlerweile unterhält die Migros über 80 Fitness-, Wellness- und Aquaparks in der ganzen Schweiz. Die Intercity-Card öffnet die Türen zu all diesen Wohlfühloasen. Ebenfalls an den IntercityVerbund angeschlossen sind die sechs Elements Fitnesscenter in Deutschland (Stuttgart, München und Frankfurt) sowie das Vitam in Neydens (Frankreich, bei Genf ).

Die Fitnessanlagen bieten umfassende Trainingsmöglichkeiten in den Bereichen Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Aber auch Entspannungsangebote sowie Beratungen durch Fachpersonen in den Bereichen Ernährung und Gesundheit zählen zu den Kompetenzen. Individuelle Trainingsberatung

Besonders die Fitnessparks bestechen durch eine einzigartige Symbiose von zielführendem Training und wohltuender Erholung. Jeder der 16 Fitnessparks unterscheidet sich durch individuelle Besonderheiten, die sich auch

in der Architektur widerspiegeln. Wellnessoasen mit Spas, Bädern, Saunas und Hamams ergänzen die modern ausgerüsteten TrainingsZirkel, die den neuesten Erkenntnissen von Technik und Wissenschaft entsprechen. In all diesen Fitnessanlagen profitieren die Kunden von gut ausgebildetem Personal, entweder im Rahmen von regelmässig angebotenen Lektionen wie etwa Pilates oder in Form einer regenerierenden Massage nach einem strengen Training. MM Weitere Infos: www.intercitycard.ch

und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Fitnesspark», Postfach, 8099 Zürich. Online: www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 31. Januar 2016 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


96 | MM04, 25.1.2016 | LEBEN

Kreuzworträtsel

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

Gesamtwert 750 Franken!

oder eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2016, 24 Uhr

Treppenlifte

CH-9620 Lichtensteig Tel. 071 987 66 80

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2016, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

BLEIBEN SIE MOBIL! MIT UNS.

HERAG AG Treppenlifte Tramstrasse 46 8707 Uetikon am See info@herag.ch www.herag.ch 044 920 05 04

Auflösung Nr. 3: RADRENNFAHRER

Die Gewinner Nr. 2 finden Sie unter: www.migrosmagazin.ch/raetsel


LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 97

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Womit fängt der Tag an und hört die Nacht auf? G Frühstück

B Traum

S

T

A Besserwisser

U Clown

R Hefeteig

C Eischnee

2. Ein Naseweis ist ein …? E

Malergeselle

3. Woraus bestehen Meringues? S

Melasse

So nehmen Sie teil

4. Welches dieser Dörfer liegt im Kanton Waadt? H Mies

A Fies

L

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2016, 24 Uhr

Öde

5. Wie nennt man eine 0:6, 0:6-Niederlage im Tennis? N Löffel

I

Teller

B Brille

6. Woher hat das Metall Kupfer seinen Namen? T

Kopeke

U Zypern

A Kurator

7. Wer bewirkt, dass sich zwei Flüssigkeiten besser verbinden? C Emulgatoren

S

Peptisatoren

R Antioxidantien

8. In welcher US-Zeichentrickserie kam Alt-Bundespräsident Joseph Deiss vor? E

Mad

M The Simpsons

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

H South Park

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Gewinner Nr. 1: Regula Lier, Aeugstertal ZH; Denise Fuchs, Engelberg OW; Alex Dieringer, Winterthur ZH

Auflösung Nr. 2: BERGTOUR

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

R

1 5 4

2

Auflösung Nr. 3: CENTS Gewinner Nr. 2: Brigitta Reuse, Oberkirch LU; Sigrid Joss-Arnd, Muri b. Bern BE; Esther Jermann, Ettingen BL

3

BEKANNT E BLUTLEER BUKAREST DOR I ER I N ESTRADEN F EUERRAD MA K R E L E N RE I S I GER RHE I NGAU SEHROHRE 1

2

3

4

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2016, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

5


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D

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Goodwill

Zimt als Heilmittel?

Geburtsdatum:

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541 Tricks und Tipps aus Grossmutters Schatzkiste

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ie Forscher in der ganzen Welt sind sich einig: Zimt steckt voller gesundheitsfördernder Eigenschaften! Von Amerika bis zum Mittleren Osten, von China bis zum anderen Ende der Welt nutzen Menschen den Zimt zur Behandlung von Diabetes, starkem Überwicht, Arthritis, zur Senkung des Gehaltes an schlechtem Cholesterin im Blut sowie zur Behandlung zahlreicher weiterer Krankheiten. Nach dem schwarzen Pfeffer ist Zimt das meistverwendete Gewürz weltweit. Zimt – ein Alleskönner für die Gesundheit. Wer hätte das gedacht? Entdecken Sie jetzt mehr als 350 Heilmittel und Schönheitsrezepte in dem Buch, das aus der Feder von Emily Thacker stammt, die sich mit ihren Büchern über Naturheilmittel einen Namen gemacht hat. Zimt, der einst noch begehrter war als Gold, wird seit Jahrhunderten in China verwandt, um den Blutzuckerspiegel in Schach zu halten. In einer in Pakistan durchgeführten Studie senkte Zimt den Blutzuckerspiegel bei Patienten mit Altersdiabetes um bis 29%. Schon seit Jahrhunderten wird Zimt genutzt, um arthritisbedingte Schmerzen zu lindern. Eine kürzlich an der Universität von Kopenhagen durchgeführte Studie hat ergeben, dass die kombinierte Gabe von Zimt und Honig nach nur einer Woche für eine deutliche Linderung der Beschwerden von Arthritispatienten sorgte. Was für eine wunderbare Neuigkeit! Eine deutsche Studie belegt, dass Zimt Bakterien vollständig abtöten kann, die für Harnwegsinfektionen verantwortlich sind. Und offensichtlich stoppt er auch die durch Pilze der Gat-


LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 99

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4 7 3 1 9 4

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Auflösung Nr. 3: 687 5 6 8 1 3 4 2 7 9

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7 3 9 5 2 8 4 6 1

1 2 4 9 6 7 3 5 8

8 1 3 6 4 2 7 9 5

6 7 2 8 9 5 1 3 4

4 9 5 7 1 3 8 2 6

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2 8 7 4 5 9 6 1 3

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 31.1.2016, 24 Uhr

Gewinner Nr. 2: Rosmarie Omlin, Sachseln OW; André Drapel, Lausanne; Trudi Abgottspon, Staldenried VS; Erhard Affolter, Rheinfelden AG; Michael Büchler, Worb BE

8 7

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 3 3 2 3 miteinander verbunden 3 1 3 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 1 4 3 1 und mehr als zwei Linien.

3 3 2 1 3 1

Auflösung Nr. 2

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 375 000 (WEMF, MACH Basic 2015-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

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102 | MM04, 25.1.2016 | LEBEN

Meine Welt

«Reiten darf kein Kraftakt sein»

Pius Schwizer ist preisgekrönt, auch für Eleganz im Sattel. Der Luzerner zählt zu den besten Springreitern der Welt. Ende Woche geht er am CSI Zürich an den Start – mit PSG Future, seinem besten Pferd im Stall. Text: Andrea Freiermuth Bilder: Jorma Müller

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LEBEN | MM04, 25.1.2016 | 103

1 Mein bestes Pferd «PSG Future (12) ist

ein Ausnahmetalent. Er gehört dem Ost­ schweizer Gastrounternehmer Peter Schildknecht und hat einen Wert von ein paar Millionen Franken.»

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3

2 Meine Liebsten «Florence (29) und ich sind seit fünf Jahren ein Paar. Sie kam als Amateurreiterin zu mir und lebt heute mit mir auf dem Klushof in Oensingen SO. Mit dabei ist seit Kurzem der Jack Russell Terrier Bounty (5 Monate). Er füllt die Lücke, die Nounou im vergangenen Herbst hinterlassen hat. Mein bester Freund und langjähriger Begleiter hatte einen tödlichen Unfall.» Name: Pius Schwizer (53) Sternzeichen: Löwe Beruf und Lebenslauf: Ich bin in Eich LU aufgewachsen. Mit vier Jah­

ren begann ich zu reiten, und mit acht bestritt ich mein erstes Turnier. Nach der Schule wurde ich auf Wunsch meines Vaters Metzger, setzte aber gleich nach der Lehre voll auf Pferde. Meine grössten Erfolge: 2008 holte ich in der Mannschaft Bronze an den Olympischen Spielen in Hongkong. 2010/11 stand ich sieben Monate lang an der Spitze der Weltrangliste. Ende Januar starte ich am CSI Zürich, das mit knapp einer Million Franken Preisgeld zu einem der höchst­ dotierten Turniere der Welt gehört. Mein Ziel: Natürlich Olympia 2016. Und einmal den grossen Preis von Aachen gewinnen, das ist das Wimbledon der Springreiter.

Mein Stolz «Der Longines

Award for Elegance wird jeweils dem elegantesten Reiter der Saison verliehen. Reiten darf kein Kraftakt sein, sondern soll stets leicht und locker wirken.» 4

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3 Meine Meinung «Wenn ich einen

Dicksack im Sattel sehe, werde ich richtig wütend. Die Pferde müssen Höchstleistungen erbringen. Darum ist es einfach nur anständig, wenn auch der Reiter etwas für seine Kondition tut. Ich halte mich mit Joggen fit.» 4 Mein Lieblingsprodukt «Als Beloh­

Bild: Keystone

nung stecke ich den Pferden gern ein Rüebli oder einen Apfel zu. Manche mögen auch Bananen. Zu viel ist aber nicht gut: Zucker ist schlecht für die Zähne, und ungewohntes Futter kann Bauchweh verursachen.»

5 Mein Ding «Ich besitze wohl um die 1000 Gebisse. Gern tüftle und pröble ich mit verschiedenen Mund­ und Kopf­ stücken. Jedes Pferd braucht etwas anderes. Ziel ist immer die bestmögliche Förderung im Training und das best­ mögliche Resultat am Turnier.»


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