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Migros-Magazin-03-2022-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

migros.ch/magazin | MM3, 17.1.2022

Knapp bei Kasse? Die besten Spartipps Seite 18

AUCH PFLANZEN LASSEN SICH ERZIEHEN Seite 22

Noldi wills noch einmal wissen Arnold Senn wagt sich mit 76 in eine Kuppelshow

Bild: Christian Schnur

Seite 14

WAS MACHT CORONA MIT UNSEREN KINDERN? Seite 10 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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4 | 17.1.2022 | MEINE MIGROS

Spinning @home Nicht erst seit Mr. Big aus der TV-Serie «Sex and the City» nach einer Runde auf einem Hightech-Hometrainer das Zeitliche segnete, wird IndoorCycling heiss diskutiert. Das Workout, einst als Spinning im Gruppenfitness bekannt, ist dank passender Software, Monitor und Pandemie stubenfähig geworden. Man kann im Homeoffice Sprints und Gebirgstouren fahren und erst noch weitere Gymprogramme laden und absolvieren.

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MEINE MIGROS | 17.1.2022 | 5

Die Solothurner Filmtage präsentieren auch zur 57. Ausgabe eine Vielzahl Schweizer Filme. Vom 19. bis 26. Januar 2022 sind über 100 Produktionen zu sehen. Darunter «ZahorÍ» von MarÍ Alessandrini, wie rund ein Dutzend weiterer Filme vom MigrosKulturprozent unterstützt. Das ­Kulturprozent sponsert mit dem Format Story Lab zudem Workshops für Filmschaffende während des Events. Programm: solothurnerfilmtage.ch

5

3

1 2 PIZZA MIT FEDERKOHL 80 g Federkohl rüsten und in mund­ gerechte Stücke zupfen. 2 Knoblauch­ zehen in dünne Scheiben schneiden. 400 g Pizzateig mit Backpapier auf vor­ geheiztes Blech legen. Mit 200 g Mas­ carpone bestreichen und Knoblauch belegen. 10 Minuten backen. Federkohl mit Salz, Pfeffer und 2 EL Olivenöl mi­ schen. Auf der Pizza verteilen. Weitere 2–3 Minuten backen. Die Pizza nach Be­ lieben mit Rohschinken und Brunnen­ kresse belegen und Olivenöl darüber träufeln.  www.migmag.ch/federkohlpizza

4 Bei Migros Online war Bio 2021 auf Erfolgskurs. Unter den belieb­testen Angeboten aus allen Kategorien fanden sich diese fünf Bioprodukte. shop.migros.ch


Bild: Michael Portmann

6 | 17.1.2022 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 17.1.2022 | 7

13:56 Uhr

Ein Kleintransporter der Genossenschaft Migros Wallis auf dem Weg zum Supermarkt in Zermatt – in der autofreien ­Gemeinde natürlich mit Elektroantrieb. Die Aufnahme ist am 6. Januar 2022 entstanden. Migros-Moment in Zermatt VS


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INHALT | 17.1.2022 | 9

INHALT

32

10  Thek, Znüni, Maske Omikron ist überall – wie ist aktuell die Lage an den Schulen? 14  Mit 76 zum Blinddate Noldi Senn sucht sein Glück in einer Kuppelshow

Die Abstimmung über die Tabakwerbung lässt die Köpfe rauchen. Wir präsentieren die Fakten zum Tabakkonsum in der Schweiz.

16  1, 2 oder 3? 17  Netto-Null im Jahr 2050 So ehrgeizig sind die Ziele der Migros beim Klimaschutz 18  Januarloch – na und? Geldsparen geht ganz einfach 22  Klug wie eine Erbse Forscherin Monica Gagliano beweist: Pflanzen können lernen und kommunizieren

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen ­ Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes, migros.ch/magazin Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 840 848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

FEUEREIFER AUF DEM EIS

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 207 000 (WEMF, MACH Basic 2021-2) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­www.migmag.ch/impressum

Bild: Kostas Maros; Illustration: Pia Bublies

Art Direktion Barbara Pastore

Tagwach kurz nach 5 Uhr, 6-mal pro Woche Training, daneben Schule: Eislauf­ talent Kimmy Repond ­arbeitet hart für den Erfolg. Doch sie ist mit solcher ­Begeisterung dabei, da wird glatt die Pflicht zur Kür.

26  So geht Abnehmen 9 Fakten zum Gewichtsverlust 31  Stadt, Land, Stutz 32  Initiative Tabakwerbung 36  Tierwürde ist nicht wurst In der Biometzgerei Ueli-Hof wird der Respekt vor dem Tier grossgeschrieben 40  Schwynige Platte Mit diesen Rezepten verwerten Sie nicht nur die Filetstücke 45  Alles gratis oder was? Diese Regeln gelten bei der Nutzung von Bildern aus dem Internet 47  Migros Bank 48  Talent auf zwei Kufen 54  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 60  Rätsel und Spiele 62 Migros-Lovestory Peter und Elisabeth Kirchhofer

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10 | 17.1.2022 | CORONA IN DER SCHULE Nach Dagmar Röslers Erfahrung kommen Kinder mit der Masken­ pflicht gut klar: «Da könnten sich einige Erwachsene eine ­Scheibe abschneiden.»

«Die Kinder gehen mit der Situation souverän um»

Dagmar Rösler hat die Hoffnung auf landesweit einheitliche Coronaregeln für die Schulen aufgegeben. Die oberste Lehrerin der Schweiz über die Lage nach dem Schulstart, Notlösungen im Unterricht und den Umgang mit schwierigen Eltern. Text: Ralf Kaminski

Dagmar Rösler, wie viele Schulen mussten bereits wieder schliessen und auf Fernunterricht umstellen? Bis heute noch keine. (Stand: Redaktionsschluss am 13. Januar) Wie sind die Schulen denn ins 2022 gestartet? Insgesamt ganz okay, trotz aller Unterschiede. Ein Beispiel: Der Kanton Baselland liess am 3. Januar alle Schulkinder kommen, testete sie, schickte sie wieder nach Hause in den Fernunterricht und liess Ende Woche alle negativ getesteten zum Präsenzunterricht zu. Das schlug hohe Wellen, scheint aber recht gut funktioniert zu haben. Es gab eine sehr hohe Anzahl an positiven Pools, was uns in der Ansicht bestätigt hat, dass sich die Tests bewähren. Und in diversen Kantonen gilt nun ab der 1. Klasse Maskenpflicht. Im Kanton St. Gallen hat bereits die Maskenpflicht ab der 4. Primarklasse zu Mahnwachen mit angezündeten Kerzen geführt.


CORONA IN DER SCHULE | 17.1.2022 | 11

Schule nichts vorschreiben, sondern nur Empfehlungen äussern. Wir müssen uns wohl mit der aktuellen Situation arrangieren.

Oberste Lehrerin Dagmar Rösler (50) ist Zentralpräsi­ dentin des Dachver­ bands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) und unter­ richtet in der Primar­ schule. Sie ist ver­ heiratet, Mutter zweier Töchter im Teenageralter und lebt in Oberdorf SO.

Bilder: Marco Zanoni, Keystone

Omikron verbreitet sich derzeit unter Kindern und Jugendlichen stark. Sind die Schulen dabei eine wichtige Ansteckungsquelle? Sie spielen bestimmt eine Rolle. Aber sie sind bei Weitem nicht der einzige Ort, wo sich Kinder und Jugendliche treffen und anstecken können. Und die Schulen bemühen sich sehr, möglichst sicher zu sein. Sie haben sich für landesweit einheitliche Regeln ausgesprochen, doch bisher herrscht ein kantonaler Flickenteppich. Wie sehr erschwert das den Umgang mit der Pandemie? Möglichst einheitliche Regeln würden nicht nur ihre Akzeptanz erhöhen, sie würden es erleichtern zu verstehen, was tatsächlich wirksam ist. Inzwischen rechne ich aber nicht mehr mit einer einheitlichen Lösung, denn dafür müsste der Bund nochmals die «ausserordentliche Lage» ausrufen. Solange er das nicht macht, kann er den Kantonen für die obligatorische

Auf welche Regeln würden Sie alle Schulen verpflichten? Repetitive Tests in jeder Klasse mindestens einmal pro Woche – vorausgesetzt, es gibt entsprechende Ressourcen dafür. Maskentragen, wo es epidemiologisch Sinn macht. Regelmässiges Lüften, und wo dies schwierig oder unmöglich ist, Luftfilter oder CO2-Messgeräte. Finden sich denn noch überall ausreichend qualifizierte Leute für den Unterricht? Nein, man ist überall am Anschlag. Neben Pädagogik-Studierenden und Pensionierten darf man etwa im Kanton Zürich im Notfall heute auch Leute ohne pädagogische Ausbildung einstellen. Oft springt man für andere ein: Ich kenne einen Schulleiter, der zurzeit auch noch Wirtschaft, Arbeit und Haushalt unterrichtet – er bereitet nun also mit den Jugendlichen Mahlzeiten zu, was ja irgendwie noch lustig ist. Da aber auch Schulleitungen am Anschlag sind, ist dies sicher kein Zustand, an den man sich gewöhnen darf. Herrscht schon an vielen Orten eine Notsituation, in der man einfach irgendwen vor die Klasse stellt? Da fehlt mir der Überblick. Aber die Schulen sind sehr froh um Leute, die dabei helfen, Ausfälle auf einem Minimum zu halten. Es geht vor ­allem darum, die Betreuung aufrechtzuerhalten; die Bildung wird auf jeden Fall nicht die gleiche Qualität haben.

und verschaffen den Kindern trotz allem positive Erlebnisse. Das dürfte aktuell nicht leicht sein. Gibt es da auch einige, die sich überfordert fühlen und sich nach anderen Jobs umsehen, ähnlich wie beim Gesundheitspersonal? Gewisse Parallelen gibt es sicherlich. In beiden Bereichen gibt es schon länger zu wenig Personal, zusätzliche Investitionen sind politisch meist sehr umstritten, und bei Sparrunden muss auch der Bildungsbereich immer Federn lassen. Burn-outs und Jobwechsel gab es auch schon vor Corona. Fälle, in denen es wegen der Pandemie zu Kündigungen kam, sind mir persönlich jedoch keine bekannt. Mir scheint eher, dass man gerade jetzt die Stellung hält und nicht wegläuft. Und für viele ist es eine Wohltat, dass nun in der Pandemie endlich gesehen wird, welch wichtige Rolle die Schule in unserer Gesellschaft hat. Bei allen Herausforderungen sehe ich durchaus auch positive Effekte. Was halten Sie von einer Impfpflicht für Lehrpersonen? Natürlich wäre es gut, wenn möglichst viele geimpft wären. Die grosse Mehrheit ist es auch. Aber wir müssen respektieren, dass es einige gibt, die ihre Gründe haben, weshalb sie sich nicht impfen lassen.

Was ist für Lehrerinnen und Lehrer im Moment am anstrengendsten? Die vielen Ausfälle aufzufangen, den Überblick über den Lernstand jedes Kindes zu behalten und mit einer Klasse gleichzeitig Präsenz- und Fernunterricht zu machen – für diejenigen, die von zu Hause aus der Quarantäne zugeschaltet sind. In beiden Formen allen gerecht zu werden, ist eine riesige Herausforderung.

Wie geht es den Kindern? Die meisten gehen absolut souverän mit all dem um. Aber es steht und fällt auch mit dem, was die Erwachsenen ihnen vorleben. Und es gibt schon auch Schwierigkeiten: Gewisse Ereignisse, wie etwa Anlässe für den Übertritt von der Schule ins Berufsleben, konnten nur unter erschwerten Umständen stattfinden, wenn überhaupt. Viele konnten zum Beispiel keine Schnupperlehre machen oder nur sehr eingeschränkt. Bei einigen hat das grosse Unsicherheit gegenüber der Zukunft ausgelöst. Wie es fürs 2022 aussieht, wissen wir nicht, aber wir sollten ein wachsames Auge auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen haben.

Was sollte die Lehrerschaft dabei unbedingt aufrechterhalten? Eine gewisse Normalität sowie Sicherheit und Zuversicht, dass es trotz allem weitergeht. Idealerweise bleiben sie sachlich, lassen sich auf keine emotionalen Diskussionen ein

Gibt es Muster, wen es härter trifft? Ganz entscheidend ist die Situation der Eltern. Wenn die einen sicheren Job und Zeit haben, sich um ihre Kinder zu kümmern, ist das Risiko viel kleiner, als wenn sie sich um ihre Arbeitsstelle sorgen müssen oder sie


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CORONA IN DER SCHULE | 17.1.2022 | 13

verloren haben. Kinder aus sozial und wirtschaftlich weniger privilegierten Familien sind klar gefährdeter. Aber es gibt solche, die stecken selbst schwierige Situationen gut weg, und andere, die reagieren stark auf kleine Unsicherheiten. Die Schweiz muss genau hinschauen, welche Schüle­ rinnen und Schüler Hilfe brauchen – und sie gezielt unterstützen, um Langzeitfolgen zu vermeiden. Der Umgang mit den Eltern ist wohl auch nicht leichter geworden. Den einen sind die Regeln zu lasch, den anderen zu viel … Die beiden Seiten gibt es tatsächlich, und über sie wird auch am meisten berichtet. Dabei geht gerne die grosse Mehrheit der Eltern vergessen, die geltende Massnahmen zwar kritisch, aber wohlwollend und konstruktiv mittragen. Wie geht man mit Eltern um, die rechtlich gegen die Schule vorgehen oder Lehrpersonen auffordern, irgendwelche Haftungsformulare zu unterschreiben? Da muss man sachlich bleiben und versuchen, die Situation zu erklären. Es sind nicht Lehrpersonen oder Schulleitungen, die über CoronaMassnahmen entscheiden, sondern kantonale Bildungs- und Gesundheitsbehörden. Und niemand will Kinder quälen, niemand. Wenn sachliche Argumente nicht weiterhelfen, muss man sich abgrenzen und betonen, dass man nur umsetzt, wozu man verpflichtet ist. Alles andere sollte man an sich abperlen lassen.

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«Man tut den Kindern keinen Gefallen, wenn man sie mitten im Schuljahr aus der Klasse nimmt.» Verstehen Sie Eltern, die ihre Kinder wegen Corona gleich ganz aus der Schule nehmen wollen? Ich kann nachvollziehen, dass man sich Sorgen macht und sich zu wenig geschützt oder ausgesetzt fühlt. Man tut den Kindern aber sicher keinen Gefallen, wenn man sie mitten im Schuljahr aus der Klasse nehmen will. Kinder stehen da plötzlich mitten in einem Konflikt – das tut ihnen psychisch bestimmt nicht gut. Würden Sie ein Homeschooling unter bestimmten Umständen unterstützen? Oder sehen Sie da prinzipielle Risiken? Wichtig scheint mir, dass man gewisse Voraussetzungen mitbringen muss, um die eigenen Kinder zu Hause unterrichten zu dürfen. Dennoch ­verpassen Kinder auch einiges, wenn sie nicht mit anderen Gspänli zur Schule dürfen und in der Gruppe gemeinsame Erfahrungen machen können. In der Schule lernen sie viele verschiedene Ansichten, Kulturen und Lebensformen kennen – genau wie später im Leben. Von daher sehe ich

die Volksschule auch als hilfreiche Vorbereitung fürs Leben. Alle wollen unbedingt nochmalige Schulschliessungen vermeiden. Denken Sie, das wird gelingen? Das ist jetzt natürlich Kaffeesatzlesen, aber flächendeckende Schliessungen wird es wohl nicht mehr geben. Hingegen dürfte es vorkommen, dass wegen zu vieler Ausfälle oder zu hoher Fallzahlen mal ein halber Tag ausfällt oder als Fernunterricht geführt wird. Oder dass eine Schule als Ganzes für ein oder zwei Wochen auf Fernunterricht umstellen muss. Wie geht es Ihnen als Lehrerin? So weit gut, aber ich unterrichte nur in einem Teilzeitpensum. Bei uns müssen nun auch Primarschüler und -schülerinnen ab der 3. Klasse Maske tragen, und ich finde es bewundernswert, wie gut sie damit umgehen. Da könnten sich einige Erwachsene eine Scheibe abschneiden. Verstehen Sie als Mutter vielleicht gewisse Regungen von Eltern, die Sie als Lehrerin schwierig finden? Total. Und nicht nur bezogen auf die Pandemie. Es geht halt um die eigenen Kinder, und das ist schnell emotional. Als Eltern will man nur das Beste für sie. Und solange das sachlich bleibt, ist auch ein kritischer Blick völlig okay. Aber man darf trotzdem von allen erwarten, dass sie fair und ­anständig bleiben und Lehrerinnen und Lehrern mit Respekt begegnen – auch mit Wertschätzung. Das ist es, was die Schule weiterbringt. MM


14 | 17.1.2022 | DATING

D

ie Ärmel hochgekrempelt, in Jeans und mit einer Mütze auf dem Kopf betritt er die Bühne, lacht in die Kamera und ist einem gleich sympathisch. ­Arnold Senn, der am liebsten Noldi ­genannt wird, ist mit 76 Jahren der ­älteste Teilnehmer der neuen Datingshow «First Dates», die ab 19. Januar auf dem Streaming-Dienst Oneplus ausgestrahlt wird. Bis zu fünf zusammengewürfelte Paare treffen sich zum Blind Date in einem Restaurant. Noldi ist seit gut einem Jahr Single, vorher war er, seit er denken kann, in ­einer Beziehung. Mit 20 hat er geheiratet und bekam zwei Kinder mit seiner ­damaligen Frau. Danach folgte eine langjährige Beziehung. «Es ist schon schön, wenn man jemanden hat.» Verschiedene Apps und Partner­ vermittlungen hat Noldi ausprobiert, geklappt hat es nirgendwo. «Wenn mir eine Frau gefallen hat, wusste ich gar nicht, wie und was man am besten schreiben soll. Für ein Treffen hat es dann leider nie gereicht», erinnert er sich. Im Frühling sah er auf Facebook die Anzeige für die Show «First Dates», dann ging alles schnell. «Ich bin ein Typ, der alles ausprobiert. Also habe ich mich einfach spontan angemeldet.» Erzählt hat er davon niemandem, bis heute weiss es nur seine Tochter. Räder, Räder, Räder

Die Dreharbeiten für die Show fanden bereits im vergangenen August in Köln statt – aus Geheimhaltungsgründen. Heute sitzt Noldi wieder in seiner Dachwohnung in Windlach im Zürcher Unterland. Zwei Räder und ein Herz prangen an seinem linken Unterarm, eine lange Kette zieht sich über seinen rechten Arm. Ganze 17 Tatoos sind auf seinem Körper ­verteilt. Alle mit einer Bedeutung, die meisten haben einen Bezug zu seiner Leidenschaft. Bei Noldi dreht sich ­alles um Räder: Autos, Motorräder, Fahrräder. Auch in seiner Dachwohnung sind sie nicht zu übersehen. Im Eingang steht auf einem Podest ein restauriertes rotes Motorrad, überall sind Modellautos aufgestellt, und an den Wänden hängen Bilder und Plakate von Rennmaschinen. Früher arbeitete Noldi als Automechaniker,

Mit 76 in die Kuppelshow Arnold Senn sucht eine Frau. In seinem Alter kein leichtes Unterfangen, wie er sagt. Nachdem es weder mit Apps noch mit Partnervermittlungen geklappt hat, setzt er seine Hoffnungen nun auf eine Datingshow. Text: Rahel Schmucki  Bild: Christian Schnur


DATING | 17.1.2022 | 15 Fährt immer noch Motocross-Rennen: Noldi Senn ist auch mit seinen 76 Jahren noch voll im Schuss.

war Werkstattchef in einer Firma für Strassenbau. Heute hat er in seinem Dorf eine Werkstatt mit Oldtimern, die er sammelt und restauriert. Fast jeden Tag ist er dort und werkelt an seinen Lieblingen. «Deshalb ist es wichtig, dass meine Partnerin auch Interesse an Motoren hat», sagt Noldi und lacht. Seine früheren Beziehun­ gen hätten sicher auch manchmal ­unter seiner zeitintensiven Leiden­ schaft gelitten. Noldi schwingt sich auf sein Fahr­ rad und fährt zu seiner Garage. Hier führt er durch seine Sammlung und zeigt seine Schätze. Sein Lieblings­ wagen versteckt sich unter einem ­hellblauen Tuch: Es ist ein Austin Ten 1934, den er kurz nach der Geburt sei­ ner Tochter restauriert und ihr später geschenkt hat. «Ich habe sie jeweils am Samstag in der Babytrage in die Garage mitgenommen, und sie hat mir beim Restaurieren zugeschaut», erin­ nert er sich. Auch seinem Sohn hat er eines seiner Lieblingsstücke vermacht. Halsbrecherisches Hobby

Im oberen Stockwerk stehen die ­Motorräder. «Diese hier benutze ich immer noch für die Oldtimer-Moto­ cross-Rennen», sagt er und greift nach dem Lenker einer Maschine. Seit gut 25 Jahren fährt Noldi damit über Schanzen, durch den Matsch und gewinnt ab und zu auch einen ­Pokal. Er wisse, dass das ein speziel­ les Hobby sei. Er gehe aber auch gerne wandern, Velo fahren oder führe seine Oldtimer aus. «Ich glaube, ich bin keine schlechte Partie und für jedes Abenteuer zu haben», sagt Noldi. Das sei ihm aber auch bei seiner ­Partnerin wichtig. Ob sein Blinddate in der Show ­seine Leidenschaft teilt? Da trifft Noldi die über 70-jährige Regina, die auf der Suche nach einem aktiven ­Lebenspartner ist. Wie Noldis Date ausgegangen und ob er heute immer noch Single oder inzwischen wieder liiert ist, darf er bis zur Ausstrahlung am 19. Januar nicht verraten. MM Weitere Infos: oneplus.ch Die Auflösung: Hat Noldi seine Liebe gefunden, oder ist er immer noch Single? Unter diesem Link gibts ab 19. Januar die Auflösung der Geschichte: www.migmag.ch/noldi


16 | 17.1.2022 | KOLUMNE

Mentaltraining

1, 2 ODER 3 ? Eigentlich möchte ich meine Kinder dabei unterstützen, ihre Träume zu leben. Beim Wunsch des Grossen (11), im Eishockey Goalie zu werden, habe ich das aber unterlassen. Die Aussicht auf noch mehr balkon­ füllendes Equipment, Trainings zu Unzeiten und häufigere Einsätze an Wochenenden hat mich abgeschreckt. Doch auch ohne meine Hilfe ist es dem Grossen gelungen, die neue Position auf dem Eis einzunehmen. Und er ist absolut begeistert von ­seiner neuen Rolle. Wie Winkelried, der sich in die feindlichen Lanzen gestürzt hat, wirft er sich in die fliegenden Pucks. Gelingt es ihm, einen schwierigen Schuss abzuwehren, freut er sich. Klappt es nicht, ärgert er sich kurz. Doch egal, wie es gerade läuft, freut er sich auf jeden weiteren Puck, der ihm entgegenjagt. Ganz im Gegensatz zu mir: Mich ergreift bei jedem Schuss auf sein Goal blanke Panik. – Und jetzt? MM 1 Ich trainiere meine Reflexe auf unserer

Illustration: Lisa Rock

Playstation mit dem Hockey-Game NHL 22. 2 Ich hoffe darauf, dass es mit jedem ­weiteren Angriff aufs Goal besser wird. 3 Ich schaue jeweils weg, wenn es brenzlig wird.

Monica Müller (47) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 2: Im Moment des Schusses habe ich jeweils das Gefühl, selbst im Goal zu stehen. Irgendwann wird es wohl bis zu meinem Unterbewusstsein durchsickern, dass dem nicht so ist. Bis dann versuche ich es mit allen je ausprobierten Entspannungstechniken. Anzeige

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NACHHALTIGKEIT | 17.1.2022 | 17

Klimaneutral ist gut, Netto-Null ist besser Die Migros verfolgt beim Klimaschutz ambitionierte Ziele. Wie das Unternehmen sie erreichen will? Eine Roadmap Text: Nicola Brusa

Bis 2022: Was bisher geschah

Heute: Was bedeutet klimaneutral? Die Strategie der Migros ­beruht auf dem Grundsatz, möglichst wenige klima­ schädliche Emissionen zu verursachen – am besten gar keine. Wo das derzeit noch nicht möglich ist, werden die Emissionen kompensiert. Und zwar nicht mit dem Kauf von anonymen Zertifikaten, sondern mit konkreten Pro­ jekten in der eigenen Liefer­ kette. Zum Beispiel mit einem Agroforst in der Elfenbein­ küste, wo die Migros Kakao für ihre Schokolade einkauft. Oder mit einem innovativen Projekt für klimaverträgliche­ ren Reisanbau in Thailand.

2030: Wo stehen wir in acht Jahren? Kleine Schritte führen ans Ziel – und ihre Ziele hat die Migros verbindlich und wissenschaftlich fundiert formuliert. Die nächste grosse Etappe erreicht sie 2030. Bis dahin werden die betrieblichen Emissionen um 80 Prozent reduziert, etwa mit einer Fahrzeugflotte, die auf Elektro-, Wasserstoffoder Biogas-Antrieb setzt. In der Lieferkette, wo heute die meisten Emissionen anfallen – von Anbau und Produktion über Verarbei­ tung bis Transport –, beträgt die Reduktion ca. 30 Prozent.

Bild: iStockphoto

Ziemlich genau jetzt hat die Migros einen Meilenstein in der Nachhaltigkeit und im Klimaschutz erreicht: Seit Anfang 2022 sind MigrosFilialen und deren Beliefe­ rung nämlich klimaneutral. Das heisst: Die von der ­Migros verursachten CO2Emissionen werden in der eigenen Lieferkette kom­ pensiert, sodass unter dem Strich eine Null stehen bleibt. Wir sind noch nicht bei Null (siehe rechts). Noch nicht. Aber die Migros ar­beitet daran, auch dieses Ziel zu erreichen – bis 2050.

2050: Netto-Null! Was heisst das eigentlich?

Mehr zum Thema Klimaziele auf migros.ch/klimaziele Generation M ist das Nachhaltigkeits-Engagement der Migros

Klimaneutral ist gut, Netto-Null ist besser. Das bedeutet: Bis in 30 Jahren reduziert die Migros 90% der Emis­sionen entlang der Wertschöpfungskette und neutralisiert die verbleibenden Emissionen. Damit verursacht die Migros-Gruppe unter dem Strich keine Emissionen mehr. Zero. Null. Oder eben NettoNull. Was noch ausgestossen wird, muss der Atmosphäre wie­ der entzogen und gespeichert werden. Damit steht die Migros im Einklang mit dem Ziel des Pariser Klimaabkommens: die Erderwärmung auf 1,5 Grad be­ schränken. Dabei endet Klima­ schutz für die Migros nicht an der Grenze des eigenen Univer­ sums. Denn um Netto-Null zu erreichen, ist das Unternehmen auch auf ­Lieferantinnen und Zulieferer angewiesen. Deshalb unterstützt es seine Partner, ­eigene Klimaziele zu definieren und Massnahmen zum Schutz der Umwelt zu ergreifen.


18 | 17.1.2022 | GELD SPAREN

Spartipps für den Alltag

Die Wasser­ flasche immer dabeihaben Du bist unterwegs und dich überkommt der Durst? Wenn du eine Flasche dabeihast, gehst du einfach zum nächsten Waschbecken oder Brunnen und füllst sie auf – gratis. Hast du keine Flasche dabei, musst du dir ein Wasser kaufen und gibst unnötig Geld aus.

Es ist Januar, und dein Kontostand kratzt genauso an der Grenze zu null wie das Thermometer? Wir sagen dir, wie du ohne grossen Aufwand Geld sparen kannst. Text: Lisa Stutz

Einkaufsliste schreiben Wer ohne Plan in den Laden geht, bezahlt mehr. Notiere dir zu Hause, was du brauchst, und kaufe dann nur das. So vermeidest du überflüssige Spontankäufe.

Sonderangebote prüfen Supermärkte wie die Migros haben ständig Aktionen und Sonderan­gebote. Wenn du die aktuellen Vergünstigungen vorab im MigrosMagazin oder in der Migros-App studierst, kannst du die Mahlzeiten für die nächsten Tage planen und beim Einkaufen viel Geld sparen.

Weniger Fleisch essen Hier schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits ist Fleisch teuer und alles andere als budgetfreundlich. Andererseits tust du nebenbei etwas für das Tierwohl und die Umwelt. Gerade jetzt im Veganuary findest du überall Inspirationen für fleischlose Gerichte.

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GELD SPAREN | 17.1.2022 | 19

DEIN STÜCK

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Sich nicht in Gefahrenzonen begeben Gerade im Januar locken viele Kleidergeschäfte mit grossen roten Buchstaben: Sale! – Wenn du keine neuen Kleider brauchst, dann geh auch nicht «nur mal schauen». Die Gefahr ist gross, dass du dich in ein Teil verliebst und Geld ausgibst, das du gar nicht ausgeben wolltest.

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20 | 17.1.2022 | SORTIMENT

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SORTIMENT | 17.1.2022 | 21

Das Vision-Plus-Präparat enthält Weizenkeimöl, Lutein, Kupfer, Zink sowie Vitamin A, das zur Erhaltung einer normalen Sehkraft beiträgt. Dosierung: täglich eine Kapsel mit Wasser einnehmen Actilife Vision Plus, 30 Kapseln Fr. 8.95

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Magnesium trägt zu einer normalen Funktion von Muskeln, Nervensystem und Energie­ stoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit bei. Die Zufuhr von Magnesium wird bei Sport und Stress empfohlen. Die Gummies schmecken fein und sind praktisch. Dosierung: zwei pro Tag Health-iX Magnesium Gummies, 120 g Fr. 8.90

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Eisen trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin und zum normalen Sauerstofftransport im Körper bei. Das Vitamin C erhöht die Eisenauf­nahme und unterstützt die normale Funktion des Immun­systems. Dosierung: zwei Lutschtabletten pro Tag

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Ein gesunder Bewegungsapparat ist eine Voraussetzung für Lebensqualität in jedem Alter. Gerade Vitamin D und Vitamin K tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei. Dosierung: eine Kapsel pro Tag

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22 | 17.1.2022 | PFLANZENWELT

«Manche Pflanzen lassen sich trainieren wie Tiere»

Monica Gagliano, Sie haben Erstaunliches über Pflanzen herausgefunden – sie sind offenbar lernfähig? Ja, manche kann man trainieren wie Tiere. Bei Hunden lässt sich zum Beispiel die Erwartung wecken, dass sie Futter bekommen, wenn eine Glocke klingelt. Dieses Geräusch hat normalerweise keine Bedeutung für sie, aber wenn es regelmässig, kurz vor dem Essen erklingt, erwartet der Hund mit der Zeit, dass es nach dem Glockenschlag Futter gibt, und verhält sich entsprechend.

Blumen, Bäume und Büsche können mehr, als wir bisher gedacht haben, sagt Monica G ­ agliano. Sie forscht in Australien, wie Pflanzen lernen und m ­ iteinander kommunizieren.

Bilder: iStock, zVg

Text: Ralf Kaminski

Und das funktioniert auch bei Pflanzen? Ich habe dasselbe Verfahren 2016 bei einer Erbsenpflanze ­angewendet. Ihr Futter ist Licht. Und das Geräusch der Glocke habe ich durch den Wind eines kleinen Ventilators ersetzt. Der Wind allein bedeutete nichts für die Pflanze, aber wenn kurz


PFLANZENWELT | 17.1.2022 | 23

Monica Gagliano forscht im Bereich Evolu­ tionäre Ökologie an der ­Southern Cross University in Australien. Die gebürtige Italienerin war ursprünglich Meeresbiologin, sattelte ­jedoch 2008 auf die Erfor­ schung von Pflanzen um, weil sie für ihre Forschung Fischen nicht mehr schaden wollte. Sie lebt seit 20 Jahren in Aus­ tralien und besitzt die italie­ nische und die australische Staatsbürgerschaft. Eigentlich hätte Gagliano im Januar an der 14. Schweizer Biennale zu Wissenschaft, Technik und Ästhetik in Luzern auftreten sollen, die wegen Corona auf den 22. Oktober verschoben wurde. Ob sie dort dabei sein kann, ist noch offen. monicagagliano.com, neugalu.ch

nach dem Windstoss eine Licht­ quelle aus derselben Richtung erschien, fing die Pflanze an, sich darauf einzustellen. Das ging sogar so weit, dass sie sich in Erwartung von Licht Richtung Wind ausrichtete, obwohl das Licht beim vorherigen Mal aus der entgegengesetzten Richtung gekommen war. Und unter nor­ malen Umständen richtet sie sich dorthin aus, wo das Licht das letzte Mal war. Dass sie statt­ dessen der Windrichtung folgte, ist eine klare, auf Erfahrung ba­ sierte Verhaltensänderung. Wie der Glockenklang beim Hund. Haben Sie ähnliche Effekte auch bei anderen Pflanzen ­beobachtet? Ja, zum Beispiel bei den extrem empfindlichen Mimosen. Wenn man sie berührt, rollen sie ihre Blätter zusammen und machen sich klein und hässlich, mut­ masslich um sich vor Fressfein­ den zu schützen. Ich habe nun eine Anlage eingerichtet, bei der die Pflanzen aus 15 Zenti­ metern Höhe kontrolliert zu ­Boden fallen – eine ziemlich schockierende Erfahrung für so ein empfindliches Gewächs.

Was passierte? Zu Beginn haben sie ihre Blätter sofort eingerollt. Damit jedoch reduzieren sie ihre Fähigkeit zur lebenswichtigen Fotosynthese. Machen sie das zu oft, schaden sie sich. Sie mussten also ab­ schätzen, was gefährlicher ist: Fallen oder der Nahrungsver­ zicht. Und mit der Zeit liessen sie die Blätter trotz des Fallens offen, weil die Pflanzen realisierten, dass nichts weiter Schlimmes passierte. Erstaun­ licherweise taten sie dasselbe ­einen Monat später noch immer, nicht einmal beim ersten Fallen rollten sie sich zusammen. Sie haben also nicht nur etwas ­gelernt, sondern sich später auch daran erinnert. Menschen und Tiere haben ein Gehirn – was nutzen Pflanzen, um zu lernen? Es gibt bei Pflanzen tatsächlich nichts Vergleichbares. Aber dass Gehirne und Nervensysteme ­nötig sind zum Lernen, ist eher eine Annahme als eine wissen­ schaftliche Tatsache. Bei uns Menschen funktioniert es halt so. Aber schon bei einigen Tieren ist es anders – und bei Pflanzen offensichtlich ebenso. Es muss also auch andere Wege zum Ziel geben. Was käme denn da infrage? Schaut man sich an, was unser Gehirn und unser Nerven­ system tun, geht es letztlich darum, elektrochemische In­ formationen auszutauschen und weiterzuleiten. Wie alle Lebewesen tun das auch Pflan­ zen, wir verstehen einfach noch nicht ganz, wie genau. Klar ist, dass sie dabei als dezentrale Systeme funk­tionieren: Wur­ zeln, Blätter und Blüten sind unabhängig am Werk, aber ­miteinander verbunden und brauchen sich. Mein a­ ktuelles Forschungsprojekt ­beschäftigt sich mit Intelligenz ohne Ge­ hirn anhand von Schwämmen; das sind Tiere, die oft für Pflan­ zen gehalten werden. Übrigens lernen auch Menschen nicht

nur mit dem Gehirn, sondern mit dem ganzen Körper. So erklärt sich auch, dass jemand einen am­ putierten Arm weiterhin spürt, obwohl er nicht mehr da ist. Diese Körpererinnerung stammt nicht a­ usschliesslich vom Gehirn. Sie sagen, Pflanzen können kommunizieren, sich erinnern, sich verteidigen, einander gar helfen. Heisst das, Pflanzen sind näher an der Tierwelt, als wir das bisher dachten? Ich denke eher, es gibt unter­ schiedliche Systeme – und das­ jenige der Tierwelt, zu der auch wir ­gehören, ist nicht einfach der Goldstandard, an dem sich alles andere messen lassen muss. Evolutionsbiologisch betrachtet, überleben nur Spezies, die in ­irgendeiner Form in der Lage sind zu lernen. Wer seine Um­ gebung nicht wahrnehmen und interpretieren kann, nicht da­r­ auf reagiert, der stirbt. Pflanzen sind ein Beispiel, wie erstaunlich und wunderbar Leben ist – es nutzt verschiedene Verfahren, um dasselbe zu erreichen. Menschen haben ein Bewusst­ sein, Tieren wird das heute ­zumindest teilweise auch zu­ gesprochen, Pflanzen hingegen nicht. Wie sehen Sie das?

«Wir Menschen neigen dazu, uns als höchste Form des Bewusst­seins anzusehen, aber möglicherweise sind wir nur eine Variante von vielen.»

Das ist eine knifflige Frage. Was, wenn Bewusstsein nicht so sehr eine Eigenschaft ist, die man be­ sitzt, sondern ein Prozess? Und aus diesem Prozess entstehen unterschiedliche Dinge – beim Menschen etwa das Gehirn, bei anderen Lebewesen etwas ande­ res? Vielleicht zeichnet sich jede Form von Leben durch Bewusst­ sein aus, das sich jedoch in ­unterschiedlicher Weise mani­ festiert. Wir Menschen neigen dazu, uns als höchste Form des Bewusstseins anzusehen, aber möglicherweise sind wir nur eine Variante von vielen. Sie werden in der Wissen­ schaftswelt auch heftig kriti­ siert. Man akzeptiert zwar Ihre Beobachtungen, nicht aber Ihre Schlussfolgerungen. Was antworten Sie darauf? Meist gar nichts. Die Kritik ist oft nicht sonderlich fundiert – es sind meist eher Meinungen, die auf traditionelleren Vorstellungen von Pflanzenbiologie beruhen. Wissenschaft aber basiert auf Da­ ten. Ich habe solche Daten, und solange sie nicht durch andere widerlegt sind, bleibe ich bei mei­ ner Position. Ich bin etwas ent­ täuscht, wie unwissenschaftlich die Kritik und die D ­ ebatte sind. Aber an der University of ­California hat man versucht, Ihr Experiment mit den Erb­ sen zu wiederholen und erhielt nicht dieselben Resultate. Richtig, aber das war ein mit Mängeln behafteter Versuch, der nicht das Gleiche getestet hat wie ich. Es hatte zudem den An­ schein, als wäre das Experiment geradezu mit dem Ziel durch­ geführt worden, mich zu wider­ legen. Idealerweise geht man neutral an so etwas heran und schaut, was dabei herauskommt. Ich warte noch auf einen seriösen Anlauf, meine Ergebnisse zu überprüfen – und bin durchaus offen, widerlegt zu werden. Aber bisher ist das nicht passiert. Ein Argument Ihrer Kritiker ist, dass Ihre Schlussfolgerun­


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PFLANZENWELT | 17.1.2022 | 25

gen über Ihre Daten hinausge­ hen. Dass, was Sie beobachten, letztlich normale Anpassungen an die Umgebung sind, die im Rahmen von Evolution und ­natürlicher Selektion statt­ finden. Warum denken Sie, dass es mehr ist als das? Anpassungen im Rahmen von natürlicher Selektion brauchen Zeit und passieren über mindes­ tens zwei Generationen und nicht innert Tagen bei einzelnen Individuen. Auf der anderen ­Seite ist Lernen natürlich Teil des evolutionären Anpassungs­ prozesses. Ich sehe das also nicht ­eigentlich als Kritik. Vielmehr scheint mir, dass ich als jüngere Forscherin mit meinen Erkennt­ nissen den Status quo der älteren Forschergeneration störe. Als Neuling bin ich da mit einem Verteidigungsmechanismus konfrontiert, der recht typisch ist für die akademische Welt.

würdigkeit als Forscherin da­ durch nicht untergraben wird. Auf der anderen Seite bin ich mit einigen Vorstellungen aus dieser Szene durchaus einverstanden.

Gibt es denn andere Forsche­ rinnen und Forscher, die in ­einem ähnlichen Bereich aktiv sind wie Sie? Die gibt es, aber sie sind auch eher jünger und haben deshalb weniger Gewicht als die alte Garde. Und es gehört zur Wis­ senschaft, dass neue Erkennt­ nisse zunächst kritisch beobach­ tet und angezweifelt werden. Doch wenn mehr Menschen be­ ginnen, an einem Thema zu for­ schen, und sich die Erkenntnisse als korrekt erweisen, verbreiten sie sich dann auch rasch. Aber das braucht eben Zeit. Hinzu kommt noch etwas anderes. Nämlich? Es ist ein typischer Aspekt von Forschung zu vermeiden, zu früh zu viel über die eigenen Projekte zu sprechen. Alle sor­ gen sich immer, jemand könnte die Idee klauen und schneller zum Ziel kommen.

Wenn Ihre Erkenntnisse kor­ rekt sind, hätte das Folgen für den Umgang mit der Pflanzen­ welt, nicht? Dürfen wir Pflan­ zen überhaupt noch essen? Es stellen sich da tatsächlich zusätzliche ethisch-moralische Fragen. Ich ernähre mich schon seit Jahren vegan. Aber nicht, weil ich grundsätzlich Vorbehal­ te habe, tierische Produkte zu konsumieren, sondern weil die­ se Produkte in der heutigen Zeit in einer Art auf meinem Teller landen, die ich nicht gutheissen kann. Kämen diese Produkte so zu mir, dass ich den Eindruck hätte, das Leben dieser Tiere sei geehrt und respektiert worden, wäre die Lage anders. Und es gäbe für mich keinen Unter­ schied, ob ein Stück Fleisch oder eine Tomate auf meinem Teller landet. Aber wenn etwas sein ­Leben gibt, um mich als Leben zu nähren, muss das auf respekt­ volle Weise passieren.

Während die etablierte Wissenschaft skeptisch bleibt, stossen Sie in esoterischen Kreisen auf grossen Anklang. Macht dieser Zuspruch es schwieriger, als Wissenschaft­ lerin respektiert zu werden? Das hat schon was. Es ist ein schmaler Grat, und ich muss aufpassen, dass meine Glaub­

Wie ehren Sie die Tomate, die auf Ihrem Teller landet? Ich bin immer dankbar. Und ich baue vieles im eigenen Garten an, ich säe, wässere, kümmere mich, beobachte genau alle Fort­ schritte, entwickle sozusagen eine Beziehung. Bis zum Zeit­ punkt, an dem ich die Tomate ernte und sie auf meinem Teller

Zum Beispiel? Hinter Pflanzen steckt mehr, als es auf den ersten Blick scheint – und wir sollten ihnen Sorge ­tragen. Denn unser Wohlergehen hängt vom Wohlergehen unserer Umwelt ab, die zu einem grossen Teil aus Pflanzen besteht. Das ist eine wissenschaftliche Tat­ sache. Gleichzeitig gefällt mir auch, die Grenzen hier ein wenig zu verschieben. Und ich denke, dass es Aspekte gibt, wo man ­voneinander lernen kann. Wis­ senschaft ist nicht die einzige Stimme, die etwas zu sagen hat – und manchmal sind andere ­Stimmen weiser. Dennoch stehe ich mit meiner Arbeit fest auf wissenschaftlichem Boden.

landet, haben wir viel miteinan­ der geteilt, und ich habe mich ­intensiv um sie gekümmert. ­Genau das fehlt in unserer Ge­ sellschaft: Ehrfurcht und Güte gegenüber anderen Formen des Lebens. Wir haben uns so weit von diesen distanziert, dass es uns nicht kümmert, was wie auf unseren Tellern landet. Wäre es anders, würden wir nur essen, was uns guttut, und würden nichts verschwenden. Das heisst, Sie bauen alles selbst an, was Sie essen? Vieles. Und den Rest kaufe ich auf dem Markt, direkt von Bauern, die ich kenne und denen ich vertraue.

«Mir scheint, dass ich als jüngere Forscherin mit meinen Erkenntnissen den Status quo der älteren Forschergeneration störe.» Haben Sie vor dem Hinter­ grund Ihrer Forschung Tipps für Menschen mit Garten– oder Balkonpflanzen? Viele haben während der Coro­ nazeit ihre Liebe zu Pflanzen entdeckt und realisiert, wie gut sie tun und wie wichtig ihre ­Präsenz in unserem Leben ist. Und wie alle Lebewesen brau­ chen auch Pflanzen Liebe, damit sie gut gedeihen. Geben Sie ­Ihnen also eine Extraportion Zuneigung, wann immer Sie können. Manche Leute sprechen ja auch mit ihren Pflanzen … Pflanzen bekommen die Geräusche in ihrer Umgebung durchaus mit und reagieren auch auf sie. Also nur zu! MM


26 | 17.1.2022 | GESUNDHEIT

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Schlankmach-Thesen im Faktencheck Neues Jahr, neues Wohlfühlgewicht? Auf gehts! Als kleine Unterstützung haben wir überprüft, was in Sachen Abnehmen Fakt und was Fake ist. Text: Petra Koci   Illustration: Anja Wicki

1

Kohlenhydrate sind Dickmacher. Dem Low-Carb-Trend zum Trotz – nein, Kohlenhydrate haben gleich viele ­Kalorien wie Proteine und sollten nicht ­gestrichen werden. Denn sie sind Hauptenergielieferanten für Körper und Gehirn. Fürs Abnehmen kann man die Menge aber etwas reduzieren und zudem vorwiegend zu Lebensmitteln mit Vollkorn greifen, die mehr Mikronährstoffe und Ballaststoffe enthalten. Produkte mit Vollkorn und Nahrungsfasern werden langsamer verdaut und sättigen somit länger.

2

Süsses ist verboten.

Nein, nicht ganz. Ein komplettes Verbot ist wenig sinnvoll. Wie viele wissen: Verbote führen oft erst recht in Versuchung. Besser auf ein flexibleres Essverhalten setzen. Zum B ­ eispiel, indem man sich «Sünden» in kleinen Mengen gönnt. Tipp: Süssigkeit nicht als Zwischensnack, sondern direkt nach dem Essen geniessen. So vermeidet man, dass durch den Blutzuckeranstieg zwischen den Mahlzeiten erneut Insulin ausgeschüttet wird. Das kann Hungerattacken auslösen und hindert vor allem den Fett­abbau.

Mehr zum Thema auf migros-impuls.ch/abnehmen iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.


GESUNDHEIT | 17.1.2022 | 27

3

Kilos verlieren – das kann man auch mit Sport alleine. Zum Abnehmen muss die Kalorienbilanz des Tages negativ sein, egal ob durch weniger essen oder mehr Bewegung. Idealerweise kombiniert man beides, denn weder Sport noch eine Diät allein sind eine Wunderwaffe. Bewegung ist ein gesunder Fatburner. Ausdauertraining regt die Fettverbrennung an. Krafttraining wiederum baut Muskeln auf, und diese verbrennen – wenn auch nicht signifikant viele – Kalorien selbst im Ruhezustand.

5

Mit Light-Produkten esse ich kalorienarm.

Hier muss man auf die Nährstoffangaben achten. «Light» bedeutet nur, dass ein einzelner Nährstoff – etwa Zucker, Fett oder Alkohol – im Vergleich zu einem ähnlichen Produkt um mindestens 30 Prozent reduziert wurde. Wird aber ­beispielsweise Fett durch mehr Zucker zur Geschmacksverstärkung ersetzt, ist das Lebensmittel nicht wirklich kalorienarm. Unter Umständen kann ein LightProdukt weniger sättigen. Und da ist noch die Verlockung: «Wenn es light ist, darf ich auch mehr davon essen …»

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Alkohol macht dick. Stimmt, in doppelter Hinsicht: Da ist einmal der Kalorien­gehalt von Alkohol selbst. Zudem verzögert der Abbau von Alkohol die Fettverbrennung.

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Fett macht fett. Jein. Fette liefern zwar mehr Energie als Kohlenhydrate und Proteine, sind aber unverzichtbar. Denn sie liefern ­lebenswichtige Fettsäuren, die für verschiedene Stoffwechsel­ vorgänge notwendig sind. Entscheidend sind Qualität und Menge. Zu den hochwertigen zählen ungesättigte Fett­ säuren, etwa aus Olivenöl, Rapsöl, Avocados und ­Nüssen. Auch die essenziellen Omega-3-Fettsäuren ge­hören dazu. Enthalten sind sie etwa in Lein-, Walnuss- und Sojaöl und in Fischen wie Lachs, Makrele und Hering.

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Dank Frühstücks- oder Dinner-Cancelling komme ich zur Traumfigur. Jein. Einfluss auf unser Gewicht hat nicht die Tageszeit, sondern die Gesamtenergiezufuhr über den ganzen Tag. Lässt man eine Mahlzeit ausfallen, kann das schon zu einem Minus auf dem Energiekonto führen. Solange es nach der langen Essenspause nicht zu Heisshunger kommt und man dann mehr isst. Das Mahlzeiten-Cancelling ist eine Form des Intervallfastens. Bisherige ­Studien deuten darauf hin, dass sich Intervallfasten positiv auf eine Senkung des Gewichts auswirken kann. Für einen langfristigen ­Erfolg muss die Form aber zum individuellen Typ und Alltag passen.

Man kann auch gut flüssige Kalorien einsparen. Richtig. Sparen sollte man aber nicht bei der lebensnotwendigen Trinkmenge. Hier lautet die grobe Regel: etwa 1,5 Liter täglich trinken – und zwar Wasser und ungesüsste Tees. Auch ungesüssten Grüntee und schwarzen Kaffee darf man dazuzählen. Aber frische Säfte und Smoothies enthalten doch wertvolle Nährstoffe? Ja, und eben auch viel fruchteigenen Zucker. Wenn es doch mal ein Saft sein soll, dann verdünnt man diesen am besten im Verhältnis 1:3 mit Wasser. Und Light-Getränke? Über ihre langfristige Auswirkung auf die Gesundheit ist noch wenig bekannt. Light-Getränke können allenfalls kurzfristig eine kaloriensparende Alternative sein. Die Mengen sollte man aber schrittweise redu­zieren, um sich auch den süssen Geschmack abzugewöhnen.

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Trockenfrüchte gegen den Heisshunger fallen nicht gross ins Gewicht. Doch, schon. Trockenfrüchte enthalten zwar eher wertvolle Nährstoffe als etwa Süssigkeiten oder Gummibärchen. Aber sie sind Energiebomben wegen ihres hohen Zuckergehalts. Zucker ist eine wichtige Energiequelle, gerade fürs Gehirn. Allerdings kann unser Körper auch aus anderen Kohlenhydraten Zucker bilden. Zucker in Form von Süssigkeiten brauchen wir also nicht. Tipp: Für die Naschlust geeignet ist auch eine Handvoll Nüsse.


28 | 17.1.2022 | GENUSS

So wirds vegan So gut wie das Original: unsere Rüeblitorte gelingt auch ganz ohne tierische Produkte. Dazu gibts Tipps, wie sich weitere Rezepte veganisieren lassen.

So ersetzen Sie Zutaten Butter Vegane Margarine (zum Beispiel V-Love Vegan bloc 4). Wo es ums Binden geht, eignet sich aufgrund des hohen Fettgehalts auch Kokosöl, so etwa bei veganen Hackfleischbällchen oder Burgern. milch, 1 Teil Sojajoghurt und 1 Spritzer Zitronensaft

Ei Für Eier gibts diverse

Möglichkeiten. Je nach Geschmack des Rezepts passt anstelle eines Eis:  1 EL gemahlene Leinsamen mit 3 EL Wasser.   60 g Apfelmus  1 EL Kichererbsenmehl und 2 EL Wasser  1 TL Ei-Ersatzpulver (zum Beispiel Alnatura veganer Ei-Ersatz 1) und 40 ml Wasser

Eischnee für Meringue

Kichererbsenwasser 2 mit etwas Backpulver mischen und aufschlagen.

Käse Bereits gibt es einige

vegane Ersatzprodukte. Die intensiven Käsearomen ­lassen sich auch mit weisser Miso-Paste imitieren.

Fleisch Inzwischen gibt

es viele Alternativen, etwa Tofu und Tempeh. Eher neu im Regal ist die Jackfruit: Sie

weist eine dem Fleisch sehr ähnliche Kon­sistenz auf (zum Beispiel V-Love Jackfruit 6).

verwenden

Frischkäse 5 Teile Soja-

Honig Agavendicksaft

joghurt und 4 Teile Cashewkerne mit einem starken ­Mixer zu einem Mus mixen, dann mit Frischhaltefolie abgedeckt 24 Stunden fermentieren lassen.

Gelatine Agar-Agar

oder Ahornsirup

Joghurt Sojajoghurt oder eine andere Alternative wie zum Beispiel das Vegurt von V-Love. 3

Bild und Styling: Pia Grimbühler

Buttermilch 1 Teil Soja-


GENUSS | 17.1.2022 | 29

Aargauer Rüeblitorte veganisiert

Dessert – ergibt 12 Stück für 1 Springform à ca. 24 cm Ø

300 g Karotten 1 Zitrone 5 Eier 1 Prise Salz 200 g Zucker 100 g Butter 200 g gemahlene Haselnüsse 2 EL Kirsch ½ TL Zimt 1 Prise gemahlene Gewürznelken 150 g Mehl 1 EL Backpulver Butter und Mehl für die Form

Eine gute Alternative für Eier is t das V-Love Vegu rt Coconut Nature (3) in Kombination mit 200 g Apfelmus.

Glasur 2 EL Aprikosenkonfitüre 1 EL Wasser 200 g Puderzucker 12 Marzipankarotten

1

Statt 100 g Butter verwenden wir 55 g V-Love Vegan bloc. (4) Denn vom Ersatz für Margarine oder Butter benötigt man eine kleinere Menge.

2. Erkalteten Vegan bloc, Apfelmus,

3. Zitrone auspressen. Puderzucker und 4–5 EL Zitronensaft zu einer dickflüssi-

gen Glasur verrühren. Zum Fertigstellen Torte auf eine Kuchenplatte geben. Torte grosszügig mit Glasur bestreichen, diese am Rand runterfliessen lassen. 4. Nach Belieben aus den Snackkarotten

kleine Rüebli «schnitzen». Die Torte erst kurz vor dem Servieren mit diesen dekorieren.

5 6

Die Form reib en wir natürl ich auch nicht m it Butter ein , sondern mit Vegan bloc. (4 )

Die Marzipan ht Zubereitung (vegan) tten sind nic 1. Backofen auf 180 °C vorheizen. Spring- karo lb formboden mit Backpapier auslegen. vegan. Desha sie Vegan bloc schmelzen, Formrand einersetzen wir fetten und mit wenig Mehl bestäuben. ackSn durch echte Restliche vegane Margarine abkühlen s lassen. Karotten durch die Bircherraffel Karotten. Da Gäste! reiben. Zitronenschale fein dazureiben. ­amüsiert die Joghurtalternative, Salz und Zucker ­mischen. Karotten, Haselnüsse, Zimt und Nelkenpulver beigeben und gut mischen. Restliches Mehl und Backpulver daruntermischen. Teig in vorbereitete Form füllen und glatt streichen. In der Ofenmitte ca. 45 Minuten backen. Herausnehmen, Springformrand entfernen. Konfitüre in einer kleinen Pfanne leicht erhitzen und durch ein Sieb streichen. Torte noch warm mit Konfitüre dünn bestreichen. Kuchen auskühlen lassen.

2 3 4 7

Milch Für Milch gibts heute viele Alternativen, je nach Geschmacksvorliebe. Hafermilch kommt in Farbe und Konsistenz echter Milch am nächsten (etwa die V-Love Hafer Barista Drink 7).

Quark Sojaquark und

Seidentofu eignen sich gut, auch Sojajoghurt: durch ein sauberes Tuch über Nacht abtropfen lassen.

Rahm Für flüssigen oder

geschlagenen Rahm verwendet man am besten Soja-Schlagcreme, zum Beispiel Bio V-Love Cuisine 5.

1 Alnatura veganer Ei-Ersatz, 15 g Fr. 1.10 2 M-Classic Kichererbsen, 250 g Fr. 1.10 3 V-Love Vegurt Plant-Based Coconut Nature, 150 g Fr. 1.65 4 V-Love Plant-Based Vegan bloc, 250 g Fr. 3.65 5 V-Love Plant-Based Cuisine, 500 ml Fr. 2.80 6 V-Love Plant-Based Jackfruit, 300 g Fr. 2.20 7 Bio V-Love Hafer Barista Drink, 1 l Fr.2.95

Röstaromen von angebratenem Fleisch Die Sojasauce

als Umami-Lieferant kann Röstaromen gut ersetzen. Sparsam dosieren!

Sauerrahm

1 Teil Sojajoghurt, 1 Teil Sojaschlagcreme und 1 Spritzer Zitronensaft. Doch auch pürierter Seidentofu funktioniert.

Weitere Tipps zum Ersetzen findest du auf migusto.ch


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Eine Frühlingsreise so vielfältig wie die Regionen, die Sie besuchen. Das maritime Rotterdam, das Tulpenmeer auf dem Keukenhof, das lebendige Amsterdam oder die Domstadt Köln. Jeder Tag ein Tag zum Staunen.

Excellence – kleine Schweizer Grandhotels Die Excellence Queen. Ihr Interieur ist von moderner Eleganz in maritimem Blau, Silber und schönen Hölzern. Alle 71 Aussenkabinen bieten einen komfortablen Aufenthalt und verfügen über Dusche/WC, individuell regulierbare Klimaanlage/Heizung, Minibar, Safe, Sat-TV, Haustelefon, Föhn. Lift von Mittel- zu Oberdeck. Hauptrestaurant, Panorama-Lounge mit Bar, kleiner Fitnessraum, Sonnendeck mit Whirlpool.

Tag 1 Einstiegsorte > Basel Busanreise nach Basel. Um 15:30 Uhr legt die Excellence Queen ab. Tag 2 Strassburg Bootsfahrt auf der Ill*. Am Nachmittag, Weinkeller der Strassburger Hospizen inkl. Mittagessen (Fr. 70). (Abreise 22.+30.04. Besuch Ancienne Douane). Tag 3 Köln Stadtrundgang inkl. frisch gezapftem Kölsch*. Alternativ: Urban Art Tour im Industriequartier Ehrenfeld (Fr. 34). Tag 4 Rotterdam > (Kinderdijk) Ausflug zu den 19 Windmühlen von Kinderdijk (Fr. 40). Oder Stadt- und Hafenrundfahrt in Rotterdam (Fr. 50). Tag 5 Amsterdam Blütenpracht auf dem Keukenhof* – gröss-

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te Frühlingsblumenshow der Welt. Nachmittags Grachtenfahrt*.

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Europa neu sehen: excellence.ch/mittendrin Wählen Sie Ihren Abreiseort 11:40 Wil p 12:00 Burgdorf p 12:05 Winterthur-Wiesendangen SBB 12:30 Zürich-Flughafen p 12:50 Aarau SBB 13:30 Baden-Rütihof p 14:15 Arlesheim, c/o Birseck Reisen p 14:35 Basel SBB Ihre Excellence-Route

Tag 6 Düsseldorf Kohlenpott pur im Weltkulturerbe Essener Zeche Zollverein*. Am Nachmittag Stadtrundfahrt/-gang in Düsseldorf (Fr. 43). Tag 7 Rüdesheim Mit dem Winzerexpress fahren Sie zur RheinWeinWelt (Fr. 38). Alternativ: Weinwanderung inkl. Seilbahnfahrt (Fr. 53). Tag 8 Plitterdorf > Strassburg Ausflug* ins mondäne Baden-Baden und Panoramafahrt durch den Schwarzwald. Tag 9 Basel > Einstiegsorte Busrückreise zu Ihrem Abreiseort. * Excellence Ausflugspaket Eintrittsgebühr Amsterdam: EUR 8 p.P/Tag.

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Zeche Zollverein – faszinierende Industriekultur

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KOLUMNE | 17.1.2022 | 31

Illustration: Rinah Lang

Ein Hoch auf den Döner! STADT, LAND, STUTZ Ich bin mit Döner aufgewachsen. Mitten an der Zentralstrasse befand sich in unserem Dorf der Dönerladen. Eine feste Instanz. Wir fuhren mit unseren Velos vom Bezirksschulgebäude zum «Kebapistan» und gaben unser Taschengeld für Dürüm, Pepito und Dönerbox aus. An den Tischen des Dönerladens, im Sommer draussen, im Winter drinnen, lachten und schmatzten wir. Wir stiessen dabei die Alufolie immer weiter hinunter, bis nur noch ein mit Cocktailsauce verschmiertes Knäuel übrig war. Erste Dates fanden im Dönerladen statt, wobei man sich immer ärgerte, dass man Döner nicht schön essen kann. Auch heute noch kehre ich regelmässig in einem Dönerladen ein. Er steht an bester Lage in meiner Wohngemeinde. Wenn wir einerseits nicht kochen und andererseits auch nicht essen gehen wollen, dann gibts einen Döner to go. Mittlerweile ist «Döner»

Lisa Stutz (28 ) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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aber eigentlich die falsche Bezeichnung: Ich bestelle Falafel im Fladenbrot. Mit Mais, Randen, Feta und Cocktailsauce. Beschte! Ich bin mir nicht sicher, ob es stimmt, aber auf dem Land und in der Agglo scheinen Dönerläden eine grössere Bedeutung als in der Stadt zu haben. Natürlich gibt es sie auch da an vielen Ecken, doch die Konkurrenz ist gross: McDonalds, Burger King, Migros-­ Take-Away befinden sich in unmittelbarer Distanz. Da haben Schülerinnen und Lehrlinge, Handwerker und Geschäftsfrauen die Qual der Wahl. Im Dorf hingegen, da ist der Dönerladen systemrelevant. Wir sind auf ihn angewiesen, und er ist immer da. Danke, liebe Dönerladenmänner und -frauen. Für all die schönen Erinnerungen. Für die leckeren Gerichte. Für die vielen, einfach so spendierten Getränke. Für die gute Laune. Ohne euch wäre das Leben im Dorf ganz schön fad. MM


32 | 17.1.2022 | TABAKKONSUM

Rang 79

Die Schweiz und das Rauchen

von 80 belegt die Schweiz laut einer Studie, die 2021 die Bemühungen von Ländern ­gemessen hat, gegen den ­Einfluss der Tabakindustrie vorzugehen. Unter den 16 Staaten Europas lag sie auf dem letzten Platz.

Am 13. Februar entscheiden wir, ob Kinder und Jugendliche besser vor Tabakwerbung geschützt werden sollen. Zahlen und Fakten zum Rauchen in der Schweiz. Text: Ralf Kaminski  Bilder: Pia Bubblies

32 %

der 15- bis 24-Jährigen in der Schweiz rauchen, mehr als in allen EU-Ländern. Besonders beliebt sind E-Zigaretten – laut Fachleuten fördern diese den Einstieg in den Nikotinkonsum.

5 Mrd.

Franken pro Jahr kostet der Tabakkonsum die schweizerische Volkswirtschaft. 3 Milliarden oder 4 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben macht die medizinische Behandlung aus.

Der Anteil der rauchenden Bevölkerung über 15 Jahren in … Mikronesien: 62 % Eritrea: 2 % der EU: 25 %

9500

68

Menschen sterben in der Schweiz pro Jahr am Tabakkonsum, das sind 26 pro Tag und rund 15 Prozent allerTodesfälle. Davon erliegen … 39 % Herz-Kreislauf-Erkrankungen  28 % Lungenkrebs  15 % Erkrankungen der Atemwege 14 % anderen Krebsarten

27 %

der Bevölkerung über 15 Jahre raucht (Stand 2017, aktuellere Zahlen gibt es nicht). 2001 rauchten noch 33 Prozent; seit 2011 ist der Raucheranteil unverändert. Damit liegt die Schweiz global im Mittelfeld.

Mal werden Schweizer Jugendliche an einem Wochenendtag inklusive abendlichen Ausgangs mit tabakfreundlichen Reizen konfrontiert, etwa an Kiosken, auf Bildschirmen, Plakaten, durch Wettbewerbe, Sponsoring oder Aufkleber. Hinzu kommt Werbung im Internet und den sozialen Medien.


3

TABAKKONSUM | 17.1.2022 | 33

multinationale Tabakkonzerne haben ihren Hauptsitz in der Schweiz: Philip Morris International (PMI), British American Tobacco (BAT) und Japan Tobacco International (JTI). Der weltweite Nettoumsatz der drei Firmen lag 2019 bei über 80 Milliarden US-Dollar.

PMI

BAT

Abstimmung

25,6 Mrd. Zigaretten exportierte die Schweiz 2019. Nur 8,9 Milliarden wurden im Inland verkauft. Der Grossteil der Produktion geht also ins Ausland und wird von hiesigen Werbeverboten kaum tangiert.

JTI

4581

Die Initiative will Tabakwerbung überall dort verbieten, wo sie für Kinder und Jugendliche sichtbar ist – etwa auf Plakaten, in der Presse, im Internet und Kino, an Kiosken oder Veranstaltungen. JA: SP, Grüne, GLP, EVP, EDU, Ärzte- und Apothekerverbände, Lehrerverband, Swiss Olympic NEIN: Bundesrat, Parlament, FDP, Economiesuisse, Gewerbeverband, Werbe- und Marketingbranche NOCH OFFEN: SVP, Die Mitte

Personen arbeiteten 2016 in der Schweizer Tabakbranche. Das entspricht 0,09 Prozent aller Beschäftigten im Land.

67 %

Franken hat der Bund 2020 durch die Besteuerung von Tabak eingenommen. Diese flossen in die Finanzierung der AHV/IV und machen etwa fünf Prozent von deren Gesamteinnahmen aus.

AHV/IV

5%

5,8 Mio.

57 %

der Raucherinnen und Raucher beginnen vor dem 18. Lebensjahr. Studien zeigen: Je häufiger Kinder und Jugendliche Tabakwerbung ausgesetzt sind, desto häufiger experimentieren sie mit Tabakprodukten.

Franken wurden 2018 für Tabakwerbung aufgewendet, was 0,1 Prozent aller Werbeausgaben entsprach. 2005 waren es noch 69,5 Millionen Franken.

1995

wurde in der Schweiz Tabakwerbung in Radio und TV komplett verboten. Ansonsten darf sie sich nicht mehr gezielt an Jugendliche richten. Diese Regelungen sind im internationalen ­Vergleich jedoch zahm.

Quellen: BAG, BfS, Lungenliga, Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, Destatis, tabakstore.de

2,1 Mrd.

der Schweizer Bevölkerung sprachen sich 2020 in einer Umfrage im Auftrag der Lungenliga Schweiz für ein umfassendes Tabak­ werbeverbot aus.


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SORTIMENT | 17.1.2022 | 35

VITAMINE FÜRS FERIENFEELING Im Januar bietet die Migros erneut wöchentlich Gemüse und Früchte für nur einen Franken an. Diese Woche einen Eisbergsalat und einen Granatapfel. Damit kochen wir eine kleine Mahlzeit mit Couscous, Granatapfel, Peperoni und Pistazien – und reisen so im Nu auf einen marokkanischen Marktplatz.

Couscoussalat mit Granatapfel Kleine Mahlzeit für 4 Personen 2 dl Gemüsebouillon 200 g Couscous 200 g Peperoni, z.B. rote und gelbe 1 Granatapfel 2 Knoblauchzehen 5 EL Olivenöl 1 EL orientalische Gewürzmischung Salz 25 g gehackte Pistazien ½ Bund glattblättrige Petersilie 1 Eisbergsalat

Zubereitung 1. Bouillon aufkochen, Couscous dazugeben, umrühren und zugedeckt 10 Minuten quellen lassen. 2. Inzwischen Peperoni in kleine Würfel schneiden. Granatapfel halbieren. Eine Hälfte mit einer Zitruspresse auspressen. Vom Rest die Kerne herausschälen. Knoblauch hacken und in einer Bratpfanne im Öl anbraten. Peperoni dazugeben und kurz mitbraten. Pfanne vom Herd ziehen. Gemüse mit Gewürzmischung und Salz würzen. Die Hälfte davon mit dem Couscous mischen. Den Rest mit Granatapfelsaft mischen.

Das Couscous und GranatapfelKerne versehen den Salat mit marokkanischen Aromen.

1

1 Granatapfel, Stück Fr. 1.–  2 Eisbergsalat, Stück Fr. 1.– Die Angebote gelten vom 18. bis 24. Januar

2

3. Pistazien in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett rösten. Petersilie hacken. Wenig Petersilie und Pistazien zum Anrichten beiseitestellen. Rest mit dem Couscous mischen. Salat in Scheiben schneiden und in Teller verteilen. Couscous darauf anrichten, mit Peperoni-GranatapfelSalsa beträufeln. Mit Petersilie, Granatapfelkernen und Pistazien bestreuen.


36 | 17.1.2022 | BIOMETZGEREI

E

s ist vier Uhr früh, in Ebikon bei Luzern ist am Montag einzig die Biometzgerei des UeliHofs bereits hell erleuchtet. Gerade ist ein Auto mit Tieranhänger vorgefahren. Landwirt und Metzgereigründer Ueli Unternährer lässt die Rampe herunter, verteilt darauf etwas Einstreu, öffnet das Gatter und lässt seine beiden schwarzen HampshireSchweine die neue Umgebung erschnüffeln. Ohne Hektik oder Zeitdruck, dafür jedoch mit Feingefühl und sanften Worten. «Das sind schliesslich keine Paletten, die ich da auslade, sondern Lebewesen.» 30 Biobauern der Region lassen ihre Tiere hier schlachten. Zwischen Ver- und Ausladen dürfen nicht mehr als zwei Stunden liegen. Und die Anlieferungszeiten sind so gewissenhaft geplant, dass Kühe, Rinder, Lämmer und Schweine keinen langen Wartezeiten ausgesetzt sind. Nie werden Tiere verschiedener Betriebe im gleichen Gatter untergebracht. «Es gibt klare Rangordnungen; eine Durch­ mischung würde zu unnötigem Stress führen», erklärt Unternährer. Und somit auch für schlechtes Fleisch. Die beiden Schweine sind bei ihm auf dem Hof in St. Niklausen geboren, aufgewachsen, haben auf der Weide gegrast und gesuhlt, bis sie nun mit gut acht Monaten geschlachtet werden. Die Tiere erhalten in ihrer Wartebucht eine letzte Dusche, bevor sie dann mit Strom betäubt und mit einem Stich in den Hals ausgeblutet werden. Zeit zum Sterben lassen

Die Metzgerei handelt nach den Biorichtlinien und hat für die Erzeugergemeinschaft noch zusätzliche Regeln festgesetzt, die auf Tierwohl und artgerechte Haltung ausgerichtet sind. Ob beim Schlachten alles gut läuft, kontrolliert Nicole Imhof von der hauseigenen Qualitätssicherung. Sie beobachtet heute den ganzen Prozess, achtet vor allem auf die vorgegebenen Zeitlimiten. So dürfen zwischen Betäubung und Halsschnitt nicht mehr als zehn Sekunden vergehen. Anschliessend müssen die Arbeiten für mindestens drei Minuten ruhen. «Das Schwein gibt für uns sein Leben, also

Beim Biometzger Können Tiere artgerecht geschlachtet werden? Die Biometzgerei Ueli-Hof versucht es. Ein Augenschein in Ebikon LU.  Text: Christine Zwygart  Bilder: Mischa Christen


BIOMETZGEREI | 17.1.2022 | 37

Ueli Unternährer bringt zwei seiner Tiere in die Metzgerei (links), zuerst gehts ins Gatter (oben). Nach Betäubung, Halsschnitt und dem Entborsten wird das Schwein halbiert (rechts).

lassen wir ihm Zeit zum Sterben», so die gelernte Metzgerin. Nach dem Ausbluten kommen die Tiere in die Brühmaschine, wo sie bei 62 Grad entborstet werden. Aufgehängt an den Hinterläufen, wird der Körper dann geöffnet, von Innereien befreit, mit der Bandsäge in zwei Hälften geteilt und gewogen. Ein Schwein bringt 60 Kilo Fleisch «Rund 60 Kilo Fleisch gewinnen wir

aus einem Schwein», erklärt Imhof. Separat angeschaut wird das Siegel, also alle Teile, die an der Speiseröhre hängen: Lunge, Herz, Leistenfleisch, Nieren und Kehlkopf. Darin könnten Krankheiten oder eine Blutvergiftung erkannt werden. Daraufhin misst ein Metzger den Magerfleischanteil – ein Qualitätsmerkmal –, etikettiert beide

Hälften mit der Erkennungsnummer des Landwirts. Und der Veterinär erteilt den Genusstauglichkeitsstempel. «Nose to Tail» heisst die Philosophie, die der Ueli-Hof verfolgt (siehe Seite 39). Werte wie der respektvolle Umgang und das Verwenden des ganzen Tiers prägen das Schaffen der 32 Mitarbeitenden. «Wir setzen uns aus tiefster Überzeugung für einen bewussten Fleischkonsum ein, der im Einklang mit Mensch, Tier und Umwelt steht», erzählt Geschäftsleiter Martin Schmitz. Dazu gehört, nur selbstgeschlachtetes Fleisch zu verarbeiten, also keine Edelstücke dazuzukaufen. 2021 hat man total 1040 Schweine, 334 Rinder, 470 Lämmer und 116 Kühe verarbeitet. Die Ueli-Hof AG gibt es seit 20 Jahren. Zur Biometzgerei, wo das Fleisch


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BIOMETZGEREI | 17.1.2022 | 39

Das ganze Tier verwerten Hat eine Bauernfamilie früher ein Schwein oder eine Kuh geschlachtet, verarbeitete sie das Tier ganzheitlich und sicherte sich so über Monate hinweg wertvolle Nahrung. Unser heutiges Konsumverhalten hingegen ist vom Wohlstand geprägt: Gefragt sind primär Edelstücke wie Filet und zartes, mageres Fleisch.

auch veredelt und verpackt wird, gehören heute drei Verkaufsläden. Am Anfang stand aber der Landwirtschaftsbetrieb der Familie ­Unternährer in St. Niklausen. Zentrale Anliegen für Mutter- und Ammenkuhhaltung und ihre Hampshire-Schweine: artgerechte Tierhaltung, kurze Transporte zur Schlachtung und Rückverfolgbarkeit der Fleischerzeugnisse. Seit 2014 besteht die eigene Metzgerei in Ebikon, «somit haben wir nun die ganze Erzeugerkette in eigener Hand», sagt Ueli Unternährer. Er kennt jeden Zulieferer persönlich und erzählt von der Arbeit der Vorfahren, die dank der Metzgete auf dem Hof ihre Tiere noch ganzheitlich genutzt ­haben. «Wir möchten das Bewusstsein dafür schärfen, etwas bewegen und für andere Betriebe eine Strahlkraft entwickeln.» Seit dem Abladen der beiden HampshireSchweine ist gut eine Stunde vergangen, die Metzger zerlegen nun das Fleisch in die einzelnen Stücke. Sie beginnen zügig mit dem Ausbeinen, um rasch die Stücke fürs Wursten zu erhalten. «Nach dem Schlachten bleibt das natürliche Phosphat rund zwei Stunden im Gewebe erhalten, bevor es sich abbaut», sagt Nicole Imhof. Das wird genutzt, um eine gute Bindung und somit Bissfestigkeit von Chipolata, Grill- und Bratwürsten zu erhalten. Wer mag, kann den Männern bei der Arbeit zuschauen, der Raum hat eine grosse Fensterfront – es gibt hier nichts zu verstecken. Kopfbacken und Fledermaus

Aber was heisst es nun konkret, ein Schwein ganzheitlich zu verwerten? Imhof klärt auf: Es gibt bekannte Fleischteile wie Filet und Braten, Kotelett und Steak, Rollschinkli und Speck. Dazu kommen die weniger bekannten, jedoch schmackhaften Stücke, sogenannte

Angestellte zerteilen die Schweine in weiterzuverar­beitende Stücke (oben). Aus den Öhrchen (unten) werden etwa ­Hundesnacks.

Special Cuts: Kopfbacken, Secreto (Karreedeckel), Spareribs, Brustspitz und Fledermaus (Schlossbeindeckel). In der MetzgeteSaison wird beim Schlachten auch Blut für Würste gefasst, und gefragt sind Spezialitäten wie Züngli, Schnörrli und Wädli. Imhof selbst mag übrigens am liebsten «Kotelett mit Rückenspeck und Bauernbratwurst». Keine Verwendung finden hingegen die Innereien wie Magen, Darm, Lunge, Nieren und Milz oder auch Ohrmuscheln, Klauen, Augen, Zähne und Borsten. Aus den Knochen hingegen entsteht bei einem Nebenproduktehändler Gelatine, Sehnen und Fett werden zu Biodiesel, Blut zu Biogas. Selbstverständlich tüftelt das Team auch an neuen Ideen. So sind die getrockneten Schweineohren als Hundesnacks begehrt, «wir versuchen gerade, mit ungenutzten Schwänzchen eine Alternative zu kreieren», erzählt Geschäftsleiter Martin Schmitz. Und auch ein vegetarischer Burger soll bald zum Sortiment gehören, für fleischlose Mahlzeiten oder als Alternative für Vegetarier. MM

Liegen bleiben meist andere essbare Teile, die dann teils zu Haustierfutter verarbeitet werden. Gemäss der ­Philosophie «Nose to Tail» – vom Kopf bis zum Schwanz – setzt sich der Ueli-Hof für die Verwertung der ganzen Tiere ein. Es geht dabei in erster Linie um Wertschätzung und Respekt dem Lebewesen gegenüber.

Mit viel Auslauf: Schweine auf dem Ueli-Hof in Ebikon LU Durch die umfassende Nutzung wird jedoch auch Food Waste verhindert. Es müssen weniger Edelstücke importiert werden, der ökologische Fussabdruck der Branche wird dadurch kleiner und mehr regionale Produkte werden gefördert. Nicht zuletzt sind Schmor- und Siedfleisch, Innereien und Spezialitäten wie die Special Cuts («aussergewöhnliche ­Zuschnitte») oft günstiger und sehr schmackhaft. Bei Alnatura: Schweinefleisch vom Ueli-Hof verkauft der «Alnatura Bio Super Markt».


40 | 17.1.2022 | GENUSS

Krustenbraten mit Wacholder und Honig Hauptgericht für 4 Personen 1½ kg Schweinsbrust mit Schwarte 2 TL Salz, z. B. grobes Meersalz 5 dl Wasser 1 TL Wacholderbeeren 2 EL flüssiger Honig 6 kleine Zwiebeln

Alles vom Schwein

Heute gilt auch in Restaurants und privaten Küchen immer mehr, was in traditionellen Metzgereien längst Brauch ist: Vom geschlachteten Tier wird möglichst alles verwertet. Rezepte und Tipps zum Ausprobieren.

Zubereitung 1. Braten mit der Schwarte

nach unten auf ein Blech legen. Die Hälfte des Salzes mit Wasser dazugeben. Ca. 1 Stunde ziehen lassen, sodass die Schwarte etwas aufweicht. Fleisch heraus­ heben, trocken tupfen. Was­ ser wegschütten. Schwarte mit einem scharfen Messer gitterartig einschneiden, ohne das Fleisch zu verletzen. 2. Backofen auf 220 °C vor-

heizen. Braten mit Schwarte nach unten auf ein Blech legen. Im Ofen 20 Minuten anbraten. Wacholderbeeren hacken. Mit Honig und rest­ lichem Salz mischen. Fleisch aus dem Ofen nehmen und wenden. Ofentemperatur auf 180 °C reduzieren. Fleisch mit der Hälfte der Marinade rundum bestreichen. Zwie­ beln ungeschält dazulegen. Fleisch ca. 50 Minuten fertig braten, bis eine Kerntempe­ ratur von 70 °C erreicht ist. Während des Bratens noch­ mals mit restlicher Marinade bestreichen. Vor dem Tran­ chieren kurz ruhen lassen. Zwiebeln dazuservieren.

TIPP

Bei aufwendigen Schmorgerichten gleich die doppelte Menge zubereiten und die Hälfte einfrieren – vielleicht in kleinen Portionen.


GENUSS | 17.1.2022 | 41

Pilz-Ragout mit Schweinsfilet

Knusper-Öhrli Die Schweinsohren gehören zu den raren Metzgete-Delikatessen. Im Ofen knusprig gebacken und mit Fenchelsamen gewürzt, begeistern sie etwa zum Aperitif. Rezept auf migusto.ch

Hauptgericht für 4 Personen 1 Schweinsfilet Salz, schwarzer Pfeffer 2 EL Rapsöl 200 g weisse Champignons 100 g Shiitakepilze 100 g Austernseitlinge 60 g Speckwürfelchen 1 Knoblauchzehe 1 dl Gemüsebouillon 180 g Saucenhalbrahm 2 Zweige Thymian Zubereitung 1. Backofen auf 120 °C vor-

heizen. Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen. In einer Bratpfanne im Öl rundum 5 Minuten anbraten. Auf ein Blech geben und im Ofen ca. 20 Minuten garen, bis eine Kerntemperatur von 60 °C erreicht ist.

Text, Rezepte, Bilder und Styling: Migusto

2. Pilze rüsten und in grobe Stücke schneiden. Speck in einer Bratpfanne anbraten. Knoblauch dazupressen. Pilze beigeben und 2–3 Minuten andünsten. Dann die Hälfte der Pilze herausheben und warm halten. Den Rest mit Bouillon ablöschen. Rahm beigeben. Thymian darüberzupfen. Sauce bei kleiner Hitze ca. 5 Minuten köcheln. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fleisch in dicke Tranchen schneiden. Mit Sauce anrichten. Beiseitegestellte Pilze darüberstreuen. Dazu passt Trockenreis.

TIPP

Die Bratenreste am nächsten Tag dünn aufschneiden und für Sandwiches verwenden.


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GENUSS | 17.1.2022 | 43

Leberwurst im Glas mit Äpfeln Hauptgericht für 4 Personen 250 g Schweinsleber 1 dl Milch 100 g Zwiebeln 50 g Schweinefleisch, z. B. Voressen 50 g Speckwürfelchen 50 g Weinbeeren, z. B. Rosinen 30 g Ruchbrot vom Vortag ½ Bund Petersilie 1 TL Salz à ca. 6 g ½ TL Korianderpulver 1 Prise Pfeffer 2 kochfeste Äpfel, z. B. Gala 1 TL Zucker 1 EL Zitronensaft Zubereitung 1. Leber in Stücke schneiden.

Mit Milch übergiessen und 1 Stunde kühl stellen. Milch abgiessen. Zwiebeln vierteln. Leber, Zwiebeln, Voressen, Speck, Rosinen und zum Schluss das Brot durch den Fleischwolf drehen. Die Hälfte der Petersilie hacken und beigeben. Mit Salz, Koriander und Pfeffer würzen. Masse sehr gut durchrühren. In ofenfeste Gläser oder Förmchen verteilen. In eine ofenfeste Form stellen und ca. 2 cm hoch mit heissem Wasser umgiessen.

Schweinshaxen-Sugo Der Metzgete-Sugo von Schweinshaxen mit Tomaten ist eine herzhafte Alternative zur Bolognese. Passt zu Pasta aller Art oder auch Lasagne. Rezept auf migusto.ch

2. Backofen auf ca. 150 °C vor-

heizen. Leberwurst im Glas in der Ofenmitte 30–40 Minuten pochieren. Die Masse ist gar, wenn sie auf leichten Fingerdruck federnd nachgibt. AN DER FLEISCHTHEKE Die speziellen Schweinsstücke, etwa die Brust mit Schwarte oder die Haxen, bestellt Ihnen der Metzger an der Migros-Fleischtheke gern. Am gewünschten Tag holen Sie sie dann einfach an der Fleischtheke ab.

3. Äpfel ungeschält in Würfel-

chen schneiden. Mit Zucker, Zitronensaft und wenig Wasser weich kochen. Restliche Petersilie hacken und beigeben. Zum Servieren Äpfel auf die Leberwurst im Glas verteilen. Warm oder lauwarm servieren. Nach Belieben mit Salbei garnieren.

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DIGITAL | 17.1.2022 | 45

Bild: iStockphoto

Achtung Urheberrecht

Bilder aus dem Netz: Das musst du wissen Symbolbilder

Auf der Plattform Pixabay ­sind unzählige hoch­wertige, teilweise sogar bearbeitete ­Fotos in hoher Auflösung zu finden, zudem Illustrationen und Icons. S ­ ie alle eignen sich hervorragend als Symbolbilder, etwa für Emotionen wie Wut oder Freude oder um auf einem Blog ­einen Artikel zum Thema V ­ orlesen oder Digitalisierung zu bebildern. Ausserdem gibt es auf Pixa­ bay eine grosse Auswahl an Bildern, für die man für 20 bis 70 Franken eine Lizenz erwerben kann. Doch für die allermeisten V ­ orhaben gibt es auf dieser Plattform sehr gute Bilder zum Nulltarif.

Milliarden von Fotos im Netz sind nur ein paar Klicks entfernt. Bedient man sich, ohne die Rechte zu klären, kann es Ärger geben. Bestimmte Dinge sollte man unbedingt beachten. Text: Anna Chudozilov

Icons

Piktogramme sind Symbole, die den Alltag einfach machen: Sie zeigen an, wo sich WCs ­befinden, wie das Wetter wird oder wo Gefahren lauern. Auf flaticon.com stehen sechs Millionen dieser Symbole ­gratis zur Verfügung. Achtung: Wie auf vielen ­an­deren Bilder­ suchseiten, besteht das Geschäftsmodell von Flaticon darin, neben Gratis­­bil­dern auch kostenpflichtige Icons anzuzeigen. ­Des­halb: zum ­Bereich mit den kostenfreien Bildern scrollen.

Porträtbilder

Wenn sie Menschen zeigen, sind auch lizenzfreie Bilder prob­lematisch. Abgebildete Per­sonen haben nämlich das Recht am eigenen Bild und müssen ihr Einverständnis für die Nutzung geben. Solche Bilder sollten deshalb genau angeschaut werden. Handelt es sich erkennbar um Models? Dann kann man davon aus­ gehen, dass die Bildrechte ­geklärt sind, und das Bild ver­ wenden. Im Zweifelsfall sollte eher darauf verzichtet und ein Symbolbild ohne Personen verwendet werden.

Viele Bilder, die im In­ ternet zu finden sind, sind urheberrechtlich geschützt. Wird das missachtet, drohen empfindliche Geld­ strafen. Diverse Web­ sites bieten Zugriff auf Bildmaterial, das gratis genutzt werden darf, teilweise nur ­unter bestimmten ­Bedingungen. Darauf sollte man achten und sich an diese Be­stim­ mungen halten.

Dokumentarisches

Mit der Suchmaschine Openverse (wordpress.org/ openverse) kann man Daten­ banken nach Bildern durch­ suchen, die kostenlos genutzt werden dürfen. Da­runter sind Bestände von Bibliotheken und öffentlichen Archiven, aber auch rund 80 Millionen Bilder von wikimedia.org, ­einer Sammlung, zu der alle beitragen dürfen. Open­ verse ist besonders nützlich bei der Suche nach dokumentarischen Bildern: für ein Referat über Hannah Arendt oder eine Präsentation zum Gotthardtunnel. Suchergeb­ nisse können so gefiltert wer­ den, dass nur Bilder angezeigt werden, deren 70-jähriger ­Urheberschutz abgelaufen ist, die für nichtkommerzielle Zwecke kostenfrei sind oder deren Bearbeitung erlaubt ist.


46 | 17.1.2022 | SORTIMENT

Bild: Yves Roth; Styling: Mirjam Käser

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Die Verpackungen aller Total-Waschmittel erhalten ein neues Design. So sind etwa ­Color-Waschmittel in Gelb­ tönen gehalten. Ein Farbkreis zeigt, für welche Wäsche­farben das Produkt geeignet ist. Piktogramme am unteren Rand der Verpackung informieren darüber, wie nachhaltig das Waschmittel ist: zum Beispiel biologisch abbaubar, in der Schweiz hergestellt und frei von tierischen Bestandteilen.


FINANZEN | 17.1.2022 | 47

«Kann ich mir das Traumhaus leisten?» FRAGE Wir haben 200 000 Franken auf dem Sparkonto und möchten in der Region Bern Wohneigentum kaufen. Was halten Sie davon? ANTWORT Grosse Sprünge können Sie damit auf den ersten Blick nicht machen bei den aktuellen Immo­ bilienpreisen. Immerhin, in Bern sind Häuser und Wohnungen je nach Gegend und Segment für weniger als eine Million Franken zu kriegen. Aber beginnen wir von vorne. Die Bank ­finanziert normalerweise 80 Prozent des geschätzten Werts einer Immo­ bilie und verlangt 20 Prozent Eigen­ kapital. Ihre 200 000 Franken Cash bedeuten, dass Sie sich theoretisch eine Immobilie im Wert von einer Million Franken leisten können. Aber Achtung, damit ist nicht der

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Verkaufspreis gemeint, sondern der Verkehrswert. Dieser wird von Immobilienschätzern ermittelt und entspricht dem Wert, den Objekte gleicher oder ähnlicher Art und Lage erzielen. Liegt der Verkaufspreis ­höher, müssen Sie die Differenz mit Eigenmitteln abdecken. Ihre Eigenmittel sind aber wo­ möglich noch nicht ausgeschöpft. Sie können etwa Gelder aus der zweiten und dritten Säule vorbeziehen – so­ fern Ihre Pensionskasse dies bewilligt (was die meisten tun). Anstelle des Vorbezugs ist auch eine Verpfändung möglich: Sie lassen Vorsorgeguthaben oder andere Vermögenswerte wie ­Aktien und Lebensversicherungen belehnen. Die werden zwar nicht zum vollen Wert angerechnet, aber sie er­ lauben es, die Hypothek zu erhöhen.

Diese weichen Eigenmittel dürfen aber nicht mehr als 10 Prozent der ­gesamten Finanzierung ausmachen. So können Sie sich – auf den zwei­ ten Blick – eventuell auch eine teurere Immobilie leisten. Allerdings ist die Tragbarkeit der Hypothek nicht allein von den Eigenmitteln abhängig. Auch Ihr jährliches Einkommen spielt eine wichtige Rolle. In der Regel dürfen die Kosten der Hypothek (Zinsen und Amortisation plus die Nebenkosten der Immobilien) maximal einen Drittel ihres (Netto-)Einkommens ausma­ chen. Auf dem Online-Tragbarkeits­ rechner der Migros Bank können Sie Ihre Zahlen prüfen: migrosbank.ch/ hypo-rechner Tipp: Reicht Ihr Vermögen nicht, erhal­ ten Sie vielleicht von Ihren Eltern oder Grosseltern einen Erbvorbezug. MM

Marcel Müller, Kundenberater Migros Bank, HypothekenExperte


48 | 17.1.2022 | EISKUNSTLAUF

Auf dem Sprung zum nächsten Titel Eiskunstlaufen ist bei den Reponds Familiensache: Alle vier Schwestern wirbeln mit Erfolg übers Eis. Die 15-jährige Kimmy will demnächst zum fünften Mal Schweizer Meisterin bei den Juniorinnen werden. Text: Christine Zwygart  Bilder: Kostas Maros


EISKUNSTLAUF | 17.1.2022 | 49

Die erste Trainings­ einheit findet ab 6.45 Uhr in der Eis-­ Arena in Basel statt. Um 9 Uhr beginnt die Schule. Wegen Corona zurzeit noch daheim.

«Ich liebe Eiskunst­ laufen über alles – es kommt mir nicht vor wie Arbeiten.» Nachwuchstalent Kimmy Repond

Kimmy Repond trainiert täglich auch ihr Kürprogramm.

Der Blick ist konzentriert, Arme und Beine gehen wie beim Ballett in Position – dann legt Kimmy Repond los. Sie nimmt auf dem Kunststoffboden Anlauf, lässt den Körper um die eigene Achse rotieren, die Füsse trippeln, es kommt Schwung in die Bewegungen, dann der Absprung, schnelle Drehungen in der Luft, die Landung auf dem linken Bein und das Ausbalancieren mit dem rechten. «Das war ein Axel», erklärt die 15-Jährige. Einer ihrer Paradesprünge. Es ist kurz vor Mittag. Das Aufwärmen für das anstehende Eiskunstlauftraining findet im Korridor der Eis-Arena Basel als Trockenübung statt, da in der Halle die Eishockeyspieler dem Puck nachjagen. Mit dabei ist Kimmys kleine Schwester Ca­line, die mit ihren acht Jahren

bereits erste Erfolge feiert. Ein Auge auf die Technik hat heute Jérômie. Die 22-Jährige ist die zweitälteste der vier RepondSchwestern. Sie ist selbst ­mehrfache Schweizer Meisterin und gemeinsam mit Matthieu ­Delcambre im Trainer-Team für Sprünge, Pirouetten und die Vorbereitung auf Wettkämpfe verantwortlich. «Arme anspannen», ruft Jérômie, «in die Knie! Jetzt hoch!» Immer und immer wieder wirbeln die Mädchen durch die Luft. Der Tag ist durchgetaktet

Wer im Sport auf höchstem ­Niveau mithalten will, braucht einen starken Willen. «Ich übe diszipliniert und mit einem inneren Feuer, das mich antreibt», sagt Kimmy Repond. Sie zeigt gerne Sprünge und Figuren,

schwebt dabei über das Eis und interpretiert die Musik mit ihren Bewegungen. Dafür trainiert sie montags bis samstags täglich, wobei unter der Woche auch die Schule nicht zu kurz kommen darf. Der Wecker erklingt jeden Morgen um 5.20 Uhr, kurz da­rauf fährt Kimmy mit ihrer Mutter in die Eishalle, wärmt sich auf und beginnt um 6.45 Uhr mit dem ersten Training. Wieder daheim, nimmt sie einen halbstündigen Powernap («Genügend Schlaf ist enorm wichtig!»), bevor um 9 Uhr die Schule beginnt – wegen Corona im Moment online. Kimmy besucht das Gymna­ sium, sie liebt Mathematik und Biologie. «Später möchte ich ­Medizin studieren», sagt sie. Nach dem zweiten Training am Mittag feilt sie ab 14 Uhr jeweils eine Stunde an den Schritten und an ihrer Fitness, anschliessend stehen daheim ab 16.30 Uhr nochmals Schulstunden und Hausaufgaben an. «Das klingt nach viel, aber ich liebe Eiskunstlaufen über alles, es kommt mir nicht wie Arbeiten vor.» Kimmy ist bereits vierfache Schweizer Meisterin der Juniorinnen, hat zahlreiche inter­ nationale Siege eingefahren und die nächsten Ziele avisiert: die Schweizer Meisterschaft der ­Junioren am 22. und 23. Januar in Bulle FR, wo sie ihren Titel ­erneut verteidigen will. Und als ganz grossen Traum die Olym­ pischen Spiele. 2026 könnte es so weit sein, denn ab der nächsten Saison startet sie bei der Elite, international «Senioren» genannt. «Wir arbeiten Schritt für Schritt darauf hin», sagt Jérômie. Auch die Älteste der RepondBande, Sidonie (30), hilft mit: Sie ­managt das Mental- und das ­Fitnesstraining. Um 12.30 Uhr sind die Eis­ hockeyspieler abgezogen, die Halle gehört nun den Eiskunst-


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EISKUNSTLAUF | 17.1.2022 | 51

läuferinnen. Wie jeden Tag übt Kimmy Kür und Kurz-Kür, feilt an Sprüngen und dem Ausdruck. «Manchmal laufen wir das ­Programm auch zweimal hinter­ einander, um Kondition aufzubauen», erklärt Jérômie. Auf den Zuschauerbänken ­sitzen heute auch die Eltern Repond: René ist Unternehmens­ berater, Claudia Juristin – sie hat ein Auge auf die Verträge ihrer Töchter. «Ich unterstütze meine Kinder gerne», sagt sie, «egal, welchen Traum sie auch immer realisieren möchten.» Dennoch habe sie sich nach dem jahrelangen Herumchauffieren der beiden Älteren geschworen: Jetzt ist Schluss! Aber eben – Eiskunst­ lauf hat alle Mädchen gepackt. Jede Einzelne habe der jeweils ­älteren Schwester nachgeeifert, sie ins Training begleitet und

i­ rgendwann selber damit angefangen. Und so sind die Eltern seit 25 Jahren damit beschäftigt, Schule und Sport ihrer Kinder unter einen Hut zu bringen und sie zu unterstützen: «Materiell, finanziell und vor allem auch mental», sagt der Vater. Familiäre Geborgenheit

In einer ruhigen Minute kuschelt Kimmy mit ihrer Birma-Katze Alaya. Gleich drei der flauschigen Tiere gehören den Reponds.

Da Sidonie und Jérômie ihre Eiskunstlaufkarrieren inzwischen beendet haben, liegt der Fokus nun auf Kimmy und ­Caline. Sportliche Niederlagen durchlebt die Familie gemeinsam, ebenso die Erfolge. Eiskunstlaufen ist kein Teamsport, «umso wichtiger ist es, dass sich die Mädchen nie allein fühlen und wir für sie da sind», sagt die Mutter. Wenn immer möglich, reisen die Reponds einmal pro Jahr alle zusammen an einen

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­internationalen Wettkampf, ­machen danach Familienferien und besuchen Sehenswürdigkeiten. «Und wir gehen shoppen», ergänzt Kimmy. Zu anderen internationalen Wettkämpfen reist nur ein Familienmitglied mit. Im Training flitzt die Athletin nun übers Eis, und zwar mit beeindruckender Geschwindigkeit: In voller Fahrt erreicht sie bis zu 30 Kilometer pro Stunde. Gefragt nach Kimmys Stärken, sagt Jé­ rômie: wettkampferprobt, sicher in den Sprüngen und gesegnet mit einer enormen Rotations­ fähig­keit, die man «anders als die Sprunghöhe nur sehr schwer trainieren kann». Nach dem Saisonende im April wird Kimmy die Vierfachsprünge angehen – das höchste Niveau der Aufbaustufen. Darauf freut sie sich. MM kimmyrepond.ch


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SORTIMENT | 17.1.2022 | 53

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Der wiederver­wend­bare Silikondeckel ReCover eignet sich bestens zum Verschliessen von ovalen und eckigen Gefässen. Auch angeschnittenes Gemüse oder Obst bleibt so gut haltbar. ReCover grün, 10 cm Durchmesser Fr. 1.95

Transportieren Veggie Bags sind ideal für den Transport von Früchten und Gemüse. Kommen sie mindestens sechsmal zum Einsatz, belasten sie die Umwelt weniger als Einwegplastiksäckli. Und sie sind bei 30 Grad in der Maschine waschbar. Veggie Bags, 4 Stück Fr. 2.20

Mehr zum Thema Verpackung auf generation-m.ch/plastik Generation M ist das Nachhaltigkeitsengagement der Migros.

Bild: Veronika Studer

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Einfach gut leben


17.1.2022 | 55

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Eine PickMup-Station, an der man Pakete abholen oder auch zurückschicken kann.

So machen Onlinekäufe Spass Seit diesem Herbst bietet die Migros Wallis eine neue Dienstleistung an: PickMup-Boxen. Sie erlauben der Kundschaft, Pakete gratis und ganz einfach zu erhalten und zurückzuschicken. Text: Fabien Lafarge

Seit einigen Jahren können Kundinnen und Kunden der Migros sich Produkte, die sie auf Websites wie Digitec, Galaxus oder Ex Libris bestellen, gratis in eine Filiale ­senden lassen. Das hat den Vorteil, dass man 14 Tage Zeit hat, seine ­Bestellung abzuholen, und selbst entscheiden kann, zu welcher Uhrzeit innerhalb der Öffnungszeiten man dies tut. Dafür kann man sich unter den 29 Abholstellen der M­igros Wallis (bzw. 700 in der ganzen Schweiz) diejenige aussuchen, die am nächsten an seinem Wohnoder Arbeitsort liegt. Und das Beste: Man weiss immer, wo sich bestellte Pakete befinden, da

sie sicher aufbewahrt sind, statt zum Beispiel vor der Tür oder beim Nachbarn zu liegen. PickMup ist nicht nur innovativ, sondern entwickelt sich auch ständig weiter: Nach dem Angebot des Services ­innerhalb der Unternehmen der Migros-Gruppe umfasst er neu an 400 Standorten in der Schweiz auch Pakete der Post und von DHL. Kostenlos zurücksenden

Seit November gibt es eine weitere Neuheit: die PickMup-­Boxen. Es handelt sich dabei um A ­ bhol- und Rückversandstationen mit Fächern in allen Grössen, die in den Eingangsbereichen der Filialen in

Monthey (M-Central), Martigny (Manoir) und Glis (Simplon Center) aufgestellt sind. An diesen ­Stationen kann man seine Pakete selbst abholen, sodass man nicht mehr am Kundendienst anstehen muss, was besonders in hektischen Zeiten von ­Vorteil ist. Als «Schlüssel» erhält man ­einen QR-Code, der von einem ­Lesegerät gescannt werden muss – und schon öffnet sich das entsprechende Fach. Einfacher geht es nicht! Auch gut zu wissen: Man kann die Pakete nicht nur abholen, sondern auch wieder zurücksenden. Und zwar, wie bei allen PickMup-Lösungen, gratis! MM

PickMup: die 7 Schritte 1. Bestellen Sie in einem der teilnehmenden Onlineshops und wählen Sie als Lieferart PickMup und einen Standort. 2. Sobald die Bestellung am PickMup-Standort eingetroffen ist, erhalten Sie eine Abholeinladung. 3. Sie haben nun bis zu 14 Tagen Zeit, mit der Abholeinladung Ihre Bestellung an ­Ihrem PickMup-Standort ­abzuholen. 4. Sind Sie mit der Bestellung nicht zufrieden, können Sie sie mit PickMup kostenlos zurückschicken. 5.Verpacken Sie dazu Ihre Rücksendung versandfertig. 6. Gehen Sie mit dem versandfertigen Paket zu einem PickMupStandort Ihrer Wahl. 7. Dort wird das Paket kostenlos zurück­ geschickt.


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17.1.2022 | 57

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Pfadizeltlager: Gemeinschaftserlebnis in freier Natur

Ein seltenes Ereignis In Goms fand zuletzt vor 14 Jahren ein Pfadibundeslager statt. Nun treffen sich dort im Sommer wieder rund 25 000 Pfadfinder aus der ganzen Schweiz. Die Migros Wallis ist Teil des grossen Abenteuers.

Bilder: Jan Thomas/mova

Text: Fabien Lafarge

Ursprünglich war das Pfadibun­ deslager – kurz BuLa – für den Sommer 2021 geplant, nun wird es im Sommer 2022 stattfinden. 14 Jahre nach dem letzten Pfadi­ bundeslager treffen sich Kinder und Jugendliche ab acht Jahren vom 23. Juli bis 6. August wieder im Gomsertal. Das Thema lautet «mova». Es steht für den Willen, «sich zu bewegen und Grosses zu bewegen». Rund 360 Pfadibegeisterte helfen bei der Organisation der Veranstaltung mit. Die Migros

Beim Pfadfibundeslager dabei zu sein, ist etwas ganz B ­ esonderes. Vor allem in Goms.

Wallis ist ­eine der Hauptpart­ nerinnen. Die Walliser Genos­ senschaft ­unterstützt die Pfadis nicht nur finanziell, sondern stellt auch den Grundbedarf ­dieser kleinen Stadt sicher, die für die Zeit des BuLa entsteht. Eine logistische Herausforderung

Seit mehreren Monaten beschäf­ tigt sich eine Arbeitsgruppe aus sechs Per­sonen, die mit rund 20 weiteren ­zusammenarbeitet, mit dieser Herausforderung, die ihresgleichen sucht. Gemeinsam

stellen sie eine Versorgungszen­ trale auf die Beine. Diese riesige 4000 Quadratmeter grosse Struktur wird als LebensmittelSammelstelle für die 800 Pfadi­ köchinnen und -köche dienen. Diese ­haben ­zudem Zugang zu ­einem daran angeschlossenen kleinen Supermarkt, dem ­«Migrova». Dort werden Güter des täglichen Bedarfs erhältlich sein. Und schliesslich können alle Teilnehmerinnen und Teil­ nehmer von den Migros-Produkten profitieren, die es in den

­ leinen ­Migros-Kiosken gibt, ­ k die über das ganze Pfadi­lager ­verteilt sind. Die Organisatoren waren vom ­regionalen Ansatz der Migros Wallis überzeugt, die in ihren ­Filialen täglich ­lokale Produkte mit dem Label «Aus der Region. Für die Re­gion.» von ihren 1000 Produzentinnen und Pro­ duzenten anbietet. Es ist der ­Migros Wallis eine grosse Ehre, alles daran zu setzen, dass auch sie für das grosse Ereignis im Sommer «allzeit­­bereit» ist.  MM


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Datum 07.02.2022 14.02.2022 21.02.2022 09.02.2022 01.02.2022 02.02.2022 04.03.2022 19.02.2022 15.02.2022 05.02.2022 02.02.2022

Zeit 20.00 - 21.50 18.00 - 19.50 18.00 - 19.50 18.00 - 19.50 18.30 - 21.30 18.30 - 21.20 19.00 - 22.00 09.00 - 15.30 18.00 - 21.00 09.00 - 12.00 12.20 - 13.10

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60 | 17.1.2022 | RÄTSEL

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 23.1.2022, 24 Uhr


RÄTSEL | 17.1.2022 | 61

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Quiz

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Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Auch Rom wurde nicht in/an … gebaut. W einem Monat

B einem Tag

P einer Woche

Welches ist die drittgrösste Stadt im Kanton Tessin? A Locarno

I

E Melide

Chiasso

Ein Schweizer Musiker aus Wohlen heisst … Z Three

R Seven

S Eleven

Wie heisst eine ausgestorbene Gattung aus der Familie der Pferde? N Sforztato

M Sfagato

I

R Flumserberge

S Val Blenio

N Ethan Hawke 3

4

5

1 3 5 4

1 1

2 2

3 3

4 4

5 5

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

G Daniel Craig 6

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 23.1.2022, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Sudoku Lösung Nr. 2

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Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 23.1.2022, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

T iberisches

Die Schweizer Landschaft des Jahres 2021 heisst …

1

2

So nehmen Sie teil:

P südafrikanisches A römisches

D Johnny Depp

4

Lösung: Lösung:

Sifrhippus

Churros sind ein … Fettgebäck.

O Chäserrugg

ALLERLE I AMA R I L L O ANF L EHEN E I NTR I TT BORUSS I A F LATT ERN BOTSUANA K A R AME L L D E Z I MA L E UELLER KNS E I KANAL PRETE L AM RU EML ANG LAUFERE I SENFGLAS ALLEL PAR T E ENAGER SCHLAPPE URKANTON SCHUEREN

E M E R I T E N

U N R A T S A M

W I N R N I N G E E I T T E T T O U S S E B Quiz A Lösung Nr. 2 H N DIALEKT

Sudoku Gewinner Nr. 1

Paroli Gewinner Nr. 1

Quiz Gewinner Nr. 1

Hans Ulrich TrachselMétraux, Uettligen BE; Ilse Montavon, Moutier BE

André Studer, Arlesheim BL; Jérôme Taverney, Vevey VD

Ursula Ryf-Luterbacher, Biberist SO; Olivier Neumann, Céligny GE


62 | 17.1.2022 | MILOVE

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«Was will dieser Jungspund von mir?»

Elisabeth Stieger hat eine schwierige ­Trennung hinter sich, als ihr Arbeitskollege Peter Kirchhofer Interesse an ihr zeigt. Doch nicht nur wegen der elf Jahre Alters­ unterschied zögert die Kassiererin. Text: Manuela Enggist

E

s ist ihr Lachen, ein intensives und ansteckendes Lachen, das Peter Kirchhofer 1981 an der Kasse der Migros-Filiale an der Gäuggelistrasse in Chur den Kopf heben lässt. Es ist Elisabeth Stieger, die nur eine Kasse neben ihm arbeitet und ihn mit ihrer Heiterkeit ansteckt. «Ich weiss noch, wie sich mein Herz erwärmte», sagt Peter heute. Er ist angetan von seiner Kollegin und sucht auf Firmenausflügen immer wieder das Gespräch mit ihr. «Ich dachte mir nur, was will dieser Jungspund von mir», erinnert sich Elisabeth. Sie ist damals 32 Jahre alt, Peter 21. Die Kassiererin ist skeptisch: «Ich hatte eine schwierige Trennung hinter mir.» Aus dieser Beziehung stammt ein Sohn, damals sieben, und eine Tochter, damals vier Jahre alt. «Und ich war so

gar nicht auf der Suche nach ­einer neuen ­Beziehung.» Trotzdem unternehmen die beiden in ihrer Freizeit ab und zu etwas miteinander. «Und mit der Zeit kamen auch die Gefühle für Peter», sagt Elisabeth. Die beiden lassen es langsam an­ gehen. «Ich wusste, dass ich mit ihm nur eine Beziehung ein­ gehen kann, wenn meine Kinder einverstanden sind.» Monate später nimmt sie ihren Nachwuchs auf einen der Firmenausflüge mit. Peter und die Kinder verstehen sich. Also treffen sich die Arbeitskollegen weiter und arbeiten peu à peu an ihrer ­Be­ziehung. Monate vergehen, bis alle zusammen die ersten ­gemeinsamen Ferien im Wallis verbringen. «Und irgendwann», sagt Peter, «haben wir uns angeschaut, genickt und gewusst, dass wir es schaffen werden.» MM

Sie über ihn «Peter ist unheimlich hilfsbereit, er nimmt den Menschen gerne die Dinge ab. Wir unter­ nehmen auch heute noch sehr viel mitein­ ander, trotz des Alters­ unterschieds. Wir ­kochen gemeinsam oder gehen auf Velotouren. Das schätze ich sehr.»


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MILOVE | 17.1.2022 | 63

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Er über sie «Was mich damals wie heute fasziniert, sind Elisabeths Koch- und Backkünste. Sie kann aus den unmöglichsten Zutaten das feinste Menü zaubern. Sie ist die perfekte Köchin. So perfekt, dass ich sogar abnehmen musste, weil ich am Anfang doch ein wenig zugelegt hatte.»

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