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Migros-Magazin-03-2021-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

Juhuuu, der Preissturz geht 2021 weiter! Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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migros.ch/magazin | MM3, 18.1.2021

Covid-Impfung

Bringt der neue Impfstoff von Moderna die Wende? Seite 24

Wenn Mama nicht da ist: Drei alleinerziehende Väter erzählen Seite 10

Jetzt daheim einkuscheln: So machen Sie Ihr Zuhause «hygge» Seite 20

Heute schon getankt? Tipps und Rezepte für einen ordentlichen Vitaminschub

Bild: Getty Images

Seite 16

Datenkrake Whatsapp: Das sind die Alternativen

Seite 22


4 | 18.1.2021 | MEINE MIGROS

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Ab auf die Winterwanderung: Auf galaxus.ch gibt es 1603 Varianten von Thermounterwäsche.

Bilder: zVg, Salome Schwitter; Illustrationen: iStock

Wenn sie in die Saiten greift, sind Publikum und Kritiker entzückt: Die Zürcher Harfinistin Marika Cecilia Riedl (25) hat ­darum vom Migros-Kulturprozent schon zum zweiten Mal ­einen Studienpreis erhalten. Sie ist eins von 14 Klassiktalenten, die mit insgesamt 201 600 Franken gefördert werden.


MEINE MIGROS | 18.1.2021 | 5

Klein und ­lecker Neu in der Migros: «TerraSuisse Mini Cervelas» kann man auf dem Tischgrill brutzeln, über dem Feuer grillieren oder im Wasser kochen wie ein ­Wienerli. Auf migipedia.ch sucht die Migros 100 Testerinnen und Tester.

? Wie entferne ich Katzenhaare am besten von meinem Sofa?

Saubere Sache Auf einer Winterwanderung im Appenzellischen fotografierte Leserin Rita Wicki aus Römerswil LU diesen originellen Zaunverschluss.

Weil das mit dem Staubsauger oder der Klebrolle oft nicht so gut klappt, können Sie es mit ­einem Duschabzieher versuchen – also mit dem Putz­ gerät, mit dem man im Badezimmer Spritzwasser von den gekachelten Wänden wischt. Fährt man damit über Möbel, so bleiben Katzenhaare an der Gummi­lippe hängen. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­kundendienst

Schicken auch Sie Ihr M ­ igros-­Bild. W ­ ird das Foto ab­gedruckt, g­ ewinnen Sie einen ­­Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang


Bild: Hugo Vincent

6 | 18.1.2021 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 18.1.2021 | 7

07:03 Uhr Migros-Moment auf dem Gemeindegebiet Realp

Die Roton­dohütte geht auf diesem Foto fast unter im Schnee. Sie liegt auf 2570 Metern über Meer im Süden des Kantons Uri und ist eine von 153 Hütten des Schweizer Alpen-Clubs. Die Migros und SportXX unterstützen in den nächsten vier Jahren den SAC. Das Bild ist am 15. April 2019 entstanden.


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INHALT | 18.1.2021 | 9

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INHALT

Trotzen Sie der Corona-Tristesse: ­Stylische Masken und Transportboxen bringen Farbe in den Alltag.

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Daddy rockt das: ­Milko van Rijn ist ­alleinerziehender Vater. Seine Töchter Fay und Mia attestieren: «Wir k­ önnen mit ihm über alles reden.»

Gekonnt einigeln: Wir verbringen aktuell viel Zeit zu Hause. Mit u ­ nseren Tipps ­machen Sie es sich so richtig ­gemütlich.

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

20  Ein kuschliges Zuhause 22  Geht Whatsapp zu weit? Was bedeuten die neuen ­Nutzungsbedingungen, und welche Alternativen gibt es? 23  1, 2 oder 3? 24  Impfstoff aus dem Wallis Neu ist in der Schweiz auch der Covid-Impfstoff von ­Moderna zugelassen. Was können wir davon erwarten? 30  Migros Bank

34  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News Bilder: Samuel Trümpy, iStock

Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

16  Vitaminboost im Winter Mit unseren ­Rezepten gelingen Ihnen Vitaminbomben, die super schmecken.

32  Festival im Sofakino Film ab heisst es am 20. Januar bei den Solothurner Filmtagen. Das Publikum schaut diesmal von zu Hause aus zu.

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00

14  Faktencheck: Fieber Warum bekommen wir Fieber, und wann wird es gefährlich?

31  Stadt, Land, Stutz

Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 245 000 (WEMF, MACH Basic 2020-2)

10  Alleinerziehende Väter

40  Rätsel und Spiele 44 Migros-Lovestory Petra Hochuli und Peter Schleiffer lernten sich bei der Arbeit kennen – verliebt haben sie sich an der Fasnacht.

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10 | 18.1.2021 | FAMILIE

Daddy cool

Sie schmeissen Job und Haushalt – und sind in der Schweiz noch immer eine Ausnahmeerscheinung. Drei alleinerziehende Väter erzählen, wie sie in ihre neue Rolle gefunden und was sie dabei gelernt haben. Text: Anne-Sophie Keller  Bilder: Samuel Trümpy

E

s hat schlicht nicht funktioniert», sagt Milko van Rijn über die Beziehung zur ­Mutter seiner Kinder. So weit, so alltäglich. Nicht ganz so ­alltäglich ging es weiter: Nach der Trennung blieben die Zwillinge Mia und Fay per Gerichtsentscheid beim Vater. Van Rijn leitete fortan also nicht nur das digitale Marketing ­einer Firma, sondern auch einen Teenagerhaushalt. «Die Leute sind oft erstaunt, wenn ich ihnen erzähle, dass ich ­alleinerziehend bin. Aber ich mache ja nichts anderes als eine alleinerziehende Mutter», sagt der 48-Jährige. Mia und Fay stehen in ­regelmässigem Kontakt mit ihrer Mutter, die im selben Dorf wohnt: Zweimal pro Woche ­essen die 13-Jährigen bei ihr, zudem verbringen sie jeden zweiten Sonntag zusammen. Auch Marc Haudenschild trägt mit zwei Kindern und einem Job gleich dreifach Verantwortung. ­«Meine ­Ex-Frau und ich waren so glücklich, als das erste Kind kam. Aber es ging schnell, wir waren erst ein Jahr zusammen. Und sie war um einiges jünger als ich», erzählt der 38-jährige Logistiker. Nach dem zweiten Kind kämpfte die Mutter mit gesundheitlichen Problemen. Psychologische Hilfe konnte sie nicht annehmen. Plötzlich war Hauden-

schild für alles zuständig: Tagsüber arbeitete er, abends war er für Familie und Haushalt verantwortlich. Die Mehrfachbelastung führte vor zwei Jahren zu einem Nervenzusammenbruch. «Mir war klar: So geht diese Beziehung nicht weiter. Aber ich war enorm traurig. Man will doch schon nur den Kindern zuliebe ein Leben lang zusammen sein.» Im Februar 2019 beschloss das Paar die Trennung, die Kinder kamen zunächst für vier Monate zu den Grosseltern, damit ihr Vater wieder Fuss fassen konnte. Haudenschild ­erhielt zudem behördliche Hilfe und über die Kesb einen Beistand für ­seine Söhne. «Ich bekam schliesslich das Obhutsrecht, da die Mutter das Kindswohl nicht gewährleisten konnte.» Die Söhne sind heute zwei und fünf Jahre alt und sehen ihre Mutter nur alle zwei Wochen für eine oder zwei Stunden in Anwesenheit ­einer Familienbegleitung. «Ich würde mir wünschen, dass sie mehr Kontakt zu ihr hätten. Der Kleine sagte eine Zeit lang zu jeder Frau Mama.» Die grosse Lücke

Eine Mutter, die fehlt. Bei der Familie Merz aus Weinfelden schwingt dieses Gefühl seit neun Jahren mit. «2007 erhielt meine Frau Susanne die Diag­nose Darmkrebs», erzählt


FAMILIE | 18.1.2021 | 11

«Man will doch schon nur den Kindern zuliebe ein Leben lang zusammen sein.» Marc Haudenschild alleinerziehender Vater

Marc Haudenschild (38) ist seit zwei Jahren alleinerziehender Vater zweier Jungs im Alter von zwei und fünf Jahren.

Thomas Merz (57). Es folgten fast fünf Jahre mit viel Hoffen und Bangen. Als seine Frau starb, wurde er nicht nur Witwer, sondern auch allein­er­ziehender Vater. Die Welt stand Kopf; die Familie musste sich reorganisieren. «Meine Töchter und ich haben das zusammen gemeistert: Petra sagte, sie könne einkaufen gehen, Salome entschied sich, die Wäsche zu machen, Anina er­ ledigte das Bügeln», beschreibt Vater Thomas die Situation. «Natürlich ­haben wir zu Hause viele Aufgaben übernommen, aber wir durften Kinder bleiben», ergänzt Tochter Petra. «Kurz bevor Susanne starb, ging ich spazieren. Plötzlich erhielt ich Kraft für diese Aufgabe», erzählt Thomas Merz und sagte ihr dann: «Ich kann dir nicht versprechen, dass es nicht wehtut, wenn du stirbst, und du nicht an allen Ecken und Enden fehlen wirst. Aber ich kann dir versprechen, dass ich die Kinder durch diese Phase begleite, bis sie wieder an einem guten Punkt in ihrem Leben stehen.» Zu dieser Zeit arbeitete Merz als Dozent in der Lehrerbildung – ein Glücksfall. Die Vorbereitungsarbeit, die am meisten Zeit beansprucht, konnte er von zu Hause aus erledigen: «Meine Tür stand immer offen. Ich wollte da sein, wenn meine Töchter mit einem sprudelnden Mitteilungs-


12 | 18.1.2021 | FAMILIE

bedürfnis nach ­Hause kommen, und nicht erst am Abend.» Dass er bereits zuvor eine nahe Bezie­ hung zu seinen Kindern pflegte, war entscheidend, um die neuen Herausforderungen zu bewäl­ tigen. Merz erlebte den Alltag seiner Kinder mit und kannte deren Freunde: «Ich wusste ­immer, wer bei uns im Garten spielt.» Beruf und Familie vereinbaren

Dass er und seine Töchter die ­Situation so gut gemeistert ­haben, macht ihn stolz. Dahinter stecken viel Engagement und Verzicht. «Ich habe mir am Sonntag eine Stunde für mich gegeben, die übrige Zeit gehörte Beruf und Familie.» Für diesen Entscheid musste er sich nicht selten rechtfertigen: «Viele ­können nicht nachvollziehen, was diese Aufgabe bedeutet. Schau mal auf dich – das ist so locker gesagt. Aber es gibt ­Phasen im L ­ eben, da steht man in der Verantwortung.» Als Alleinerziehender kam er immer wieder an seine Grenzen. «Ganz am Anfang hatte ich nicht einmal genug Energie, um uns eine Putzfrau zu suchen.» Auch die Suche nach einer Partnerin hatte lange kaum Raum. Die jüngste Tochter, Anina, ist heute die einzige Frau im Hause Merz: «Wir sind ein eingespieltes Team: Bereits als meine grossen Schwestern noch zu Hause wohnten, haben Papa und ich oft gekocht», sagt die 23-jährige angehende Hebamme. Die zwei geniessen das WG-Leben in ­vollen Zügen und beschäftigen sich momentan mit der Renova­ tion des Hauses. Auch bei Marc Haudenschild diktieren die Kinder den Alltag: Aufgestanden wird um fünf Uhr morgens, gefolgt von Zigarette und Kaffee auf dem Balkon. ­«Anschliessend mache ich das Znüni bereit. Um halb sechs gehts unter die Dusche, und

«Man arbeitet mit Job und Kindern zwei Schichten, am Wochenende kommt der Haushalt dazu.» Milko van Rijn Vater von Zwillingen

dann wecke ich die Jungs, damit sie sich a­ nziehen und etwas es­ sen ­können.» Um sechs Uhr ist Abmarsch in die Kita; um sieben Uhr steht Haudenschild an sei­ nem Arbeitsplatz auf der Matte. Um 16 Uhr holt er seine Söhne wieder ab, und das Männertrio geht einkaufen. Zu essen gibt es, was preislich in Aktion ist. «Von der Mutter erhalte ich kein Geld, da sie Sozialhilfe bezieht. Sie sagt, das gehe sie nichts an.» Eine Aussage, die von einem ­Vater unvorstellbar wäre. Zu Hause spielen die Jungs, manch­ mal schauen sie fern. «Erst, wenn sie im Bett sind, habe ich noch etwas Zeit für mich.» Die finanzielle Doppelbelas­ tung spürt auch Milko van Rijn: «Da wir noch nicht geschieden sind, unterstütze ich meine ExFrau finanziell. «Während der Trennung durfte ich mein Pen­ sum als Hauptverdiener nicht auf 80 Prozent reduzieren – auch wenn ich die Kinder betreue.» Die Hilfe der Grosseltern war bei ihm ein Segen: Am Anfang machten die Zwillinge nach der Schule bei Opa und Oma Haus­ aufgaben, bis ihr Vater nach Hause kam. «Seit einem Jahr sind sie eine Stunde alleine da­ heim, aber das funktioniert gut.» Wenn die Kinder im Bett sind, arbeitet van Rijn oft noch weiter. Die doppelte Rolle

«Man arbeitet mit Job und ­Kindern zwei Schichten, am ­Wochenende kommt noch der Haushalt dazu.» Wichtig seien Inseln ohne Verpflichtungen –

Alleine unter Frauen: Milko van Rijn (48) mit seinen 13-­jährigen Zwillingen Mia und Fay

und manchmal eben auch ohne die Kinder. Es funktioniert nur als Team. «Vor einem Jahr haben wir unseren Geburtstag in e­ inem Escape Room gefeiert. Es kamen abgesehen von Papa nur Mäd­ chen. Aber er war gar nicht ­peinlich», sagt Fay über ihren «Teamkollegen». Dass ihr Vater zu Hause kocht, finden die meis­ ten ihrer Kolleginnen ziemlich cool. Und wie gefällt ihm das ­Zusammenleben? «Ich muss ­öfter mal einen Film oder eine Serie anschauen, die ich nicht so

toll finde. Und ich lernte Tiktok kennen! Zum Glück finden mei­ ne Töchter nicht nur Schminken lässig, sondern auch Zelten.» Dann sei es im Gegenzug auch mal okay, eine Pyjamaparty zu veranstalten. Den gelassenen Papa findet auch Mia cool: «Wir können mit ihm über alles reden, er ist immer offen. Und ­diesen Sommer haben wir im Garten Gemüse angebaut.» Allein unter Frauen: Für ­Thomas Merz ist das Alltag. Ob er hie und da auch ein bisschen


FAMILIE | 18.1.2021 | 13

niemanden, an den sie sich ­wenden konnten.» «Ich glaube, gewisse weib­liche Seiten fehlen mir schon», sagt Marc Haudenschild. «Ich bin ­gefühlvoll, aber manchmal auch einfach pragmatisch.» Konkret bedeutet das: Ab und zu zieht er seinen Jungs auch eine Hose an, die einen Fleck hat. Wenn es nur auf der Damentoilette Wickel­ tische gab, wickelte er den Jüngs­ ten halt auf dem Boden. Als alleiner­ziehender Vater erhält er viel Lob – und es gibt auch staunende Gesichter. «Vor allem Menschen aus anderen Kulturen verstehen nicht, wie ein Mann das alles alleine machen kann. Mütter, die hundert Prozent ­arbeiten, werden kritisiert. Ich werde gefeiert.» Kam Zeit, kam Rat

Mama sein musste? «Ich hätte Susanne nie ersetzen können, sie hat in vielerlei Hinsicht ge­ fehlt», stellt er klar. Ihm sei es aber wichtig gewesen, dass seine drei Töchter auch weibliche ­Bezugspersonen haben. Merz hat ihnen verschiedene Frauen im familiären Umfeld aufge­ zählt, bei denen sie fortan offi­ ziell das Recht hatten, über ihn zu schimpfen, wenn sie einmal unzufrieden mit ihm waren. «Wenn sie es mit mir mal nicht gut hatten, hatten sie ja sonst

Dabei ist Marc Haudenschilds Alltag nicht immer einfach. Denn einige Fragen bleiben bestehen: «Die Familienbegleitung, der Beistand und ich wissen noch nicht so genau, wie es weiter­ geht», sagt er. «Meine Ex-Part­ nerin liebt ihre Kinder, aber die ­Situation ist schwierig – vor al­ lem für die Kinder.» Dass seine Söhne ihre Mutter so wenig ­sehen, macht ihn traurig. «Ich hoffe, wir können das ändern.» Dass sich Geduld auszahlt, durfte van Rijn erleben: «Es war eine herausfordernde Zeit für alle. Es gab viel Trauer, Ent­ täuschungen und Konflikte. Aber jetzt geht es uns gut. Ich finde, wir haben das sehr gut ­gemacht.» Wenn die Kinder Mühe haben, solle man sich ­Hilfe holen. Er und seine Töch­ ter nahmen die Unterstützung eines Kinderpsychologen in ­Anspruch. Die besten Tren­ nungspsychologen seien jedoch Max und Shiva, die zwei neuen Katzen der Töchter. Wenn Thomas Merz zurück­ blickt, ist er dankbar: «Petra und Salome sind vor fünf und vier

Jahren ausgezogen. Ich war ­weniger traurig, als ich es ­er­wartet hätte. Vor allem habe ich mich gefreut zu sehen, wie toll sie ihren Weg ins Leben ­finden.» Er wusste: Als sie ihn wirklich gebraucht haben, war er da. ­Immer. Irgendwie ist er das auch heute noch. MM

Hilfsangebote

«Schau auf dich, ist locker gesagt. Aber es gibt Phasen im Leben, da steht man in der Verantwortung.»

Der Dachverband der Einelternfamilien in der Schweiz unterstützt Alleinerziehende mit Coachings, Beratungen sowie Informationen und fungiert zudem als Plattform für den ge­ genseitigen Austausch.

Thomas Widmer verwitweter Vater von drei Töchtern

Was sind meine Auf­ gaben und Rechte? Wo erhalte ich Unterstüt­ zung? Seit 1984 widmet sich der Schweizerische Verband alleinerziehen­ der Mütter und Väter (SVAMV) diesen Fragen.

Mehr Infos auf svamv.ch und auf facebook.com/­ einelternfamilien

Thomas Merz (57) mit den Töchtern Petra (28), Anina (23) und Salome (26, oben)


14 | 18.1.2021 | GESUNDHEIT

Neun Fakten zum Fieber Mit erhöhter Temperatur zeigt unser Körper, dass das Immunsystem auf Hochtouren läuft, um Krankheitserreger abzuwehren. Wo man Fieber am besten misst, wie man es behandelt und wann es gefährlich wird. Text: Sabine Brunner-Bolliger  Illustrationen: Anita Allemann

Wie kommt es zum Fieber? Fieber entsteht, wenn das Gehirn die ­ Körpertemperatur höher als normal einstellt. Von Fieber spricht man bei einer Kerntemperatur von über 38 °C. Der Körper versucht auf diese Weise, Krankheitserreger wie zum ­Beispiel Viren und Bakterien zu bekämpfen. Die normale Kerntemperatur liegt bei 36 bis 37 °C.

Ist der Grund für Fieber immer eine Infektion? Nein. Meist steckt zwar eine Infektion dahinter, zum Beispiel eine Grippe oder eine andere ­Virusinfektion. Es gibt aber viele andere Gründe für eine erhöhte Temperatur: eine entzündliche rheumatologische Erkrankung, eine Hirnschädigung, eine Krebs­ erkrankung, wie etwa Leukämie, oder eine Darmentzündung. Ein Hitzschlag an heissen Tagen oder ein Flüssigkeitsmangel können ebenfalls eine Ursache sein.

Sollte man bei Fieber mehr Wasser oder Tee trinken als sonst? Ja. Der Flüssigkeitsbedarf ist dann höher. Deshalb ist es wichtig, dass die kranke Person besonders viel trinkt. Auch steigen bei Fieber der Kalorien- und der Sauerstoffverbrauch, zudem schlägt das Herz ­etwas schneller als normal.

Wo misst man Fieber am besten? Am genauesten ist die Messung im After. Dazu streicht man etwas Vaseline auf ein flexibles digitales Thermo­ meter und führt es vorsichtig ein. Die kranke Person liegt dabei auf der Seite. Wer lieber im Mund messen will, sollte eine Viertelstunde vorher nichts essen oder trinken, weil kalte oder warme Speisen die Messung verfälschen. Im Mund ist die Temperatur rund 0,5 °C tiefer als im After. Für Kinder (ab einem Alter von circa sechs Monaten) eignet sich die Messung im Ohr am besten, vorausgesetzt das Mittelohr ist nicht entzündet und der Gehörgang nicht verstopft. Alternativ kann bei Kindern auch unter der Achsel gemessen werden, obwohl diese Methode weniger zuverlässig ist und rund 0,5 °C tiefere Werte als im Körperinneren ergibt.

Kann Fieber nützlich sein? Ja. Wenn der Körper «einheizt», funktioniert die Immunabwehr besser. Fieber sorgt zudem dafür, dass Viren und manche B ­ akterien sich im Körper schlechter vermehren können. Ausserdem ­bleiben Menschen, die Fieber haben, eher zu Hause und stecken so weniger andere Personen an. Der Verlauf einer Infektion und die Genesung hängen aber nicht davon ab, ob jemand Fieber entwickelt.


18.1.2021 | 15

Wann sollte man bei Fieber rasch einen Arzt konsultieren?

Nützen Wadenwickel bei Fieber etwas? Ja, man darf sie aber nur anlegen, wenn die Beine und Füsse warm sind. Die Wadenwickel sollten beim ­Anlegen handwarm sein. Babys sollte man bei Fieber w ­ arme Socken anziehen und den ­restlichen Körper nur leicht bedecken, solange die Temperatur hoch ist.

• Wenn das Fieber drei Tage anhält • Bei sehr hohem Fieber • Wenn die erkrankte Person nicht mehr trinken kann • Wenn sie fast kein Wasser mehr löst • Wenn sie sehr schnell atmet oder gar Mühe mit dem Atmen hat • Bei Schüttelfrost • Wenn zusätzlich andere, chronische Erkrankungen vorliegen, die den Körper schwächen oder anfälliger machen • Wenn die erkrankte Person auf Ansprache nicht mehr so reagiert wie sonst oder kaum zu wecken ist • Wenn sie sich ungewöhnlich benimmt (zum Beispiel merkwürdige Geräusche wie Grunzlaute von sich gibt)

Ist hohes Fieber gefährlich?

Soll man Fieber mit Medikamenten senken? Fiebersenker sind nur sinnvoll, wenn sie wirklich nötig sind, zum Beispiel bei schlechtem Allgemeinzustand, sehr hohem Fieber, bei einer schweren­ Grunderkrankung, wie zum Beispiel des Herzens oder der Lunge, sowie bei Kindern mit bekannten Fieberkrämpfen. Fieber kann Menschen, die bereits chronisch krank sind, noch zusätzlich schwächen. Bei sonst gesunden Personen mit Infekten verhindern fiebersenkende Medikamente weder ­Komplikationen noch schwere Krankheitsverläufe.

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Nicht unbedingt. Kleinkinder zum Beispiel können beim harmlosen Dreitagefieber durchaus 40 °C Fieber haben. Mindestens so wichtig wie die Höhe des Fiebers sind der allgemeine Zustand der betreffenden Person, ihr Alter, ihr Verhalten sowie weitere Erkrankungen. Als Faustregel gilt: Schwangere Frauen, sehr junge und sehr alte Menschen sowie solche, die sehr krank oder irgendwie abnormal wirken, sollten rasch zum Arzt. Wenn Fieber länger dauert als drei Tage, sollte man ebenfalls einen Arzt konsultieren. Fieber über 41,5 °C nennt man ­Hyperpyrexie. Es deutet auf eine schwere Erkrankung hin.

So stärken Sie Ihre Abwehrkräfte Machen Sie es Krankheitserregern schwer. Tipps, wie Sie Ihr Immunsystem unterstützen, und weitere Infos zum Thema finden Sie hier: migros-impuls.ch/immunsystem

Sollte man bei Fieber Bettruhe einhalten? Sich bei Fieber zu schonen und dem Körper Ruhe zu ­gewähren, ist zwar aus der Mode gekommen, fördert aber die Genesung. MM

Dr. med. Sabine Brunner-Bolliger Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, ­Leiterin Medizin Medbase Baden


16 | 18.1.2021 | GENUSS

Ingwershot dreimal anders

Alle drei Varianten des Shots – orange mit Karotte, grün mit Kiwi und Minze, gelb mit Ananas – sind auch ideal für unterwegs. Rezepte für einen grünen und orangen Ingwershot auf migusto.ch

Gelber Ingwershot Ergibt 4 Portionen 25 g Ingwer 150 g Ananas ½ TL Kurkuma 2 EL frisch gepresster Zitronensaft

Ingwer schälen und in feine Scheiben schneiden. Ananas in Stücke schneiden. Mit Ingwer, Kurkuma und Zitronensaft mischen. Mit einem Stabmixer fein pürieren. Masse durch ein feines Sieb streichen, Saft dabei auffangen und kühl servieren.

Ingwer

Der Boom der asiatischen Küche machte den Ingwer zum Darling in unseren Küchen. In der Naturheilkunde schätzt man ihn seit Jahrhunderten. Auch als Tee oder in ­Säften sorgt Ingwer für d ­ ezent scharfen Wohlgeschmack.

Her mit den Vitaminen Der menschliche Körper kann die meisten Vitamine nicht selbst herstellen. Deshalb finden Sie hier Rezepte und Tipps für den frischen Vitaminschub in der Winterzeit. Texte: Claudia Schmidt


GENUSS | 18.1.2021 | 17

Bilder: Migusto, iStock

Kiwi

SanddornMilchreis mit exotischen Früchten

Ein handliches Format, wenig Fett, eine gute Portion Vitamin C und ­Ballaststoffe machen die Kiwi zum feinen Snack. Die Schale kann man übrigens problemlos mitessen. Wer das möchte, sollte darauf achten, Früchte aus Bioanbau zu kaufen.

Grüne Salat-Bowl Grün in Grün präsentiert sich die Schüssel mit Reis, Broccoli, Avocado, Apfel, Kohlrabi, Kiwi, Gurke und Lattich – garniert mit Erbsen und Basilikum. Rezept auf migusto.ch

Frühstück für 4 Personen 3 dl Milch 4 dl Wasser 220 g Basmatireis 100 g Rahmquark ¼ Ananas à ca. 200 g 2 Kiwis 1 Orange 1 Mango 4 EL Sanddornmark 1. Milch und Wasser auf­

kochen. Reis einstreuen und 2 Minuten kochen lassen. Hitze auf ein Minimum reduzieren und den Reis ca. 20 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren. Pfanne vom Herd ziehen. Quark unter den Reis heben. Etwas abkühlen lassen. 2. Inzwischen Ananas, Kiwis, Orange und Mango schälen. Früchte in mundgerechte Stücke schneiden. Reis durchrühren und anrichten. Früchte dekorativ darauf anrichten. Sanddornmark darüberträufeln.

Milchreis gilt im Winter als echtes Seelenfutter. Wer ­e twas mehr zubereitet, erhält noch einen feinen Zmorge.

Sanddorn

Früchte des Sanddorns ­wurden häufig als «Zitrone des Nordens» bezeichnet, die Pflanze selbst als ­Vitamin-C-Strauch. Das fruchtig-säuerliche ­Fruchtfleisch wird häufig zu Mus, Fruchtaufstrich oder Saft verarbeitet.

Frische Gemüse und Früchte enthalten roh am meisten Vitamine. Auch Tiefkühlen erhält die Vitamine gut. Zu langes Lagern senkt den Vitamingehalt.


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Schweiz > Paris > Les Andelys > Caudebec-en-Caux > (Honfleur) > Caudebec-en-Caux > (Étretat) > Rouen > Vernon > Paris

Amsterdam > Alkmaar > Insel Texel > Lemmer > (Friesland) > Groningen > Emden > Papenburg > Nordenham/ Bremerhaven > Bremen > Minden > Hannover (v.v.)

Reisedaten 2021 Wien – Tulcea: 12.06.–21.06. / 10.08.–19.08. Tulcea – Wien: 29.06.–08.07. / 19.08.–28.08.

Reisedaten 2021 25.04 / 02.05. / 09.05. / 16.05. / 23.05. / 30.05. / 13.06. / 20.06. / 27.06. / 29.08. / 12.09. / 19.09. / 26.09. / 03.10. / 10.10.

Reisedaten 2021 Amsterdam – Hannover: 24.05.–01.06. / 25.06.–03.07. / 11.07.–19.07. Hannover – Amsterdam: 01.06.–09.06. / 03.07.–11.07. / 19.07.–27.07.

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GENUSS | 18.1.2021 | 19

T-Bone-Steak mit BlutorangenFederkohl-Salat Ein Salat aus Federkohl mit Blutorangen liefert im Winter nicht nur frische ­Geschmacksnoten, sondern auch die willkommenen Vitamine.

TIPP

Auch Fleisch enthält Vitamine: die Vitamine B1, B6 und B12. Letzteres kommt gar ausschliesslich in tierischen ­Produkten vor.

Rezept auf migusto.ch

Federkohl

In grünen Smoothies ­erfährt der lange lieblos zerkochte Federkohl ein Revival. Mittlerweile gibts nicht nur dicke, fleischige Blätter zu kaufen, sondern auch die zarten kleinen. Perfekt für Salate und Pfannengerührtes.

Selbst Fleischtiger sind für vitaminreiche Bei­l agen zu gewinnen. Das Beigemüse sollte einfach mit dem guten Stück harmonieren.

Power-BlissSmoothie Ergibt 2 Gläser à 3 dl 1 Banane 1 Apfel, z. B. Pink Lady 100 g Federkohl oder Chinakohl ½ Zitrone 2,5 dl Wasser

Bilder: Migusto, iStock

Mandarinen

Zitrusfrüchte gelten als klassische Lieferanten von Vitamin C. Sie enthalten auch eine Reihe anderer Vitamine: Mandarinen etwa mehrere B-Vitamine wie Folsäure – und in ­geringerer Menge Vitamin K.

Ziegenkäse-Tartine Eine einfach zubereitete kleine Vegi-Mahlzeit: Der Ziegenfrischkäse auf ­Brotscheiben wird mit Mandarinen­ filets, gerösteten Mandeln und ­Frühlingszwiebel belegt. Rezept auf migusto.ch

Banane schälen, Fruchtfleisch in Stücke schneiden. Apfel vierteln, das Kerngehäuse entfernen, Fruchtfleisch in Stücke schneiden. Federkohl grob schneiden. Zitrone aus­ pressen. Den Zitronensaft mit Banane, Apfel, Kohl und Wasser in einem hohen Standmixer fein pürieren.


20 | 18.1.2021 | WOHNEN

Schönes Zuhause

Wir verbringen in den eigenen vier Wänden mehr Zeit denn je. Und mit wenigen Kniffen lümmelt man sich daheim noch lieber ein.

M I T M AC H EN U N D G E W I N N EN Ist Ihnen zu Hause gerade ein tolles Umstyling gelungen? Machen Sie bei der Homestyling-Challenge von Do it + Garden Migros mit. Bis zum 9. Februar können Heimwerker ihre eigenen Projekte vorstellen und bis 4. März andere bewerten. Die Gewinner erhalten Einkaufsbons im Wert von insgesamt 5000 Franken.

Text: Monica Müller, Yvette Hettinger

M AT ER I A L I EN Natürliche Textilien wie Seide, Baumwolle, Leinen, Felle oder Wolle passen gut zusammen und lassen die Umgebung wohnlicher und heimeliger wirken. Die freundlichen und aufhellenden Farben dieser Materialien verstärken den Effekt. Ein Fellkissen und eine Strickdecke auf dem Sofa laden zum Lümmeln ein.

LICHT Ein Lampenschirm mit zartem geometrischem Fächermuster lässt skandinavisches Hygge-Flair aufkommen und passt gut zu natür­ lichen Materialien. Die sanfte Lichtstimmung im angesagten ­nor­dischen Wohlfühlstil sorgt für Leichtigkeit und Wärme. Auch ­Kerzen in klaren Gläsern ver­ strömen mit flackerndem Licht eine heimelige Atmosphäre.

ACC E SSO I R E S Es tut gut, wenn man sein Zuhause immer wieder leicht verändert und

der Stimmung anpasst. Kleine Dinge reichen, um Akzente zu setzen: ein geflochtener Korb, worin man Spielsachen oder Hefte verstaut, eine Keramik­ vase mit Duftstäbchen, ein Kissen mit grafischen Steppungen oder ein Vorhang aus weichem, flauschigem ­Musselin-Stoff.

Infos und Teilnahme: blog.doitgarden.ch

Kunstblumen

«Die Lust an der Handarbeit und am Selbermachen sowie der Wert von Handwerk werden wieder neu entdeckt.»

Wer nicht bis Mai auf einen Strauss blühender Ranunkeln warten mag, kann die Zeit mit künstlichen Blüten überbrücken. Die finden zurzeit bei Micasa reissenden Absatz. Die weichen Pastelltöne sorgen optisch für Frische und erinnern daran, dass der nächste Frühling kommen wird. Bestimmt.

Karin Frick, Trendforscherin GDI

AUS D ER N AT U R Zum Cocooning-Stil passen hübsche Äste mit Knospen vom Spaziergang im Wald. Sie schaffen eine Verbindung zum Frühling und sorgen für gute Laune.

L I EB L I N G SPL AT Z Ein runder Fellteppich, ein Beistelltischchen und ein Sessel mit einer kuscheligen Decke – schon hat man sich eine Oase ­ge­schaffen. So ein Plätzchen dient als Rückzugsort. MM

Ranunculus, Kunstpflanze Fr. 12.90

Cocooning

Das bedeutet der Trendbegriff: Wir suchen daheim Schutz vor der ­harten Realität – wie die Schmetterlingsraupe im Kokon.

Bilder: Micasa, iStock

Draussen ist es meist kalt und grau, die Weihnachtsdekoration ist weggeräumt, und Corona schränkt ­unseren Bewegungsradius ein. «Wenn wir schon vermehrt zu ­Hause sein müssen, machen wir es uns doch wenigstens richtig ­gemütlich», sagt Micasa-Stylistin Natalia Haas. Cocooning nennen die Trendforscher den Rückzug ins kuschelige Daheim. Mit folgenden Tipps der Expertin kommt zu ­Hause wohlige Wärme auf.


WOHNEN | 18.1.2021 | 21

FARBE BEKENNEN Lust auf eine rasche Veränderung? Eine einzige Wand in einer neuen Farbe kann einen Raum verblüffend verändern. Streichen ist einfach, die Auswahl an Farben riesig. Bevor Sie zum Pinsel greifen, bedenken Sie:

L I EB L I N G E D ER R ED A K T I O N

1

2

• Dunkle Farbtöne lassen Räume kleiner erscheinen – das kann auch mal erwünscht sein.

3

• Hellere Wände und Decken ver­ leihen dem Raum mehr Weite, aber weniger Gemütlichkeit. • Knallige Farben können Spass machen, vertragen sich aber nicht immer mit der vorhandenen Deko. • Trendige Wandfarben sind chic, bleiben aber nicht lange angesagt. Auch die folgenden Fragen helfen, den richtigen Ton zu wählen: • Welche Farbe passt zu meiner bestehenden Einrichtung? • Was gefällt nicht nur mir, sondern auch den anderen Bewohnern? • Werde ich die Farbe auch in fünf Jahren noch schön finden? • Was will ich mit dem Farbton er­ reichen? Soll er einen Akzent setzen, Gemütlichkeit transportieren oder die Bilder inszenieren? Und soll der Raum grösser, kleiner oder höher erscheinen? Wer zur Miete wohnt, sollte daran denken, dass die Wand beim Auszug wohl wieder weiss zu streichen oder ein Neuanstrich zu bezahlen ist. Und zur Sicherheit empfiehlt es sich, bei der Verwaltung nachzufragen, ob ein Farbanstrich überhaupt erlaubt ist.

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4 5

KUSCHELROCK

1 Hängeleuchte Valenzia Fr. 39.90 2 Fertigvorhang Reina Fr. 59.95 3 Schaffell Daisy Fr. 79.90 4 Raumduft Dorit Fr. 29.90 5 Salontisch Emilia Fr. 599.– 6 Decke Nadja Fr. 49.95 7 Zierkissen Adara Fr. 24.95  Alle Produkte erhältlich auf micasa.ch.

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22 | 18.1.2021 | DATENSCHUTZ

Kann ich Whatsapp jetzt noch trauen?

ALTER NATIV EN Threema Die Schweizer App erfordert keine Handynummer für die Registrierung und übermittelt Kontaktlisten nur verschlüsselt an die eigenen Server. Auch die Konversationen sind verschlüsselt. Daten­ schutz geniesst sehr hohe Priorität.

Text: Reto Vogt

Über zwei Milliarden Menschen weltweit haben Whatsapp installiert, um mit Freunden und Familie zu chatten, zu telefonieren und Fotos auszutauschen. Bei den meisten zählt sie zu den meistgenutzten Apps überhaupt. Jetzt verzahnt der Mutterkonzern Facebook, zu dem auch Instagram gehört, seine Dienste noch stärker. Deshalb müssen alle Whatsapp-User bis 8. Februar die neuen ­Datenschutzbestimmungen akzeptieren, um die App weiter zu nutzen.

Was steht hinter den neuen Datenschutzbestimmungen?

Im Kern geht es darum, dass Whatsapp personen­ bezogene Nutzerdaten zu Standorten, Kontakten und Inhalten der User mit Facebook teilen will. So kann der Konzern den Nutzerinnen und Nutzern besser abgestimmte Wer­ bung anzeigen. Und die verbesserte Werbeanzeige bringt mehr Klicks und damit höhere Werbe­ einnahmen für die Firma ­Facebook.

Gelten die Bestimmungen auch in der Schweiz? Das ist nicht ganz klar. Facebook deklariert, dass die neuen Bestimmungen «in der europäischen ­Region» an der Praxis für die Datenweitergabe nichts ändere. Whatsapp gibt jedoch zu, dass neu Daten mit Facebook ge­ teilt werden, um «unsere Dienste zu betreiben, ­bereitzustellen, zu ver­ bessern, zu verstehen, anzupassen, zu unter­ stützen und zu vermark­ ten». Allerdings «dürfen die Daten nicht für eigene Zwecke anderer Face­ book-­Unternehmen ­verwendet werden».

Ich habe schon «Zustimmen» geklickt – was heisst das jetzt?

Entweder nutzen Sie Whatsapp wie bisher ­weiter. Mit dem Risiko, dass Facebook weiss, ­worüber Sie chatten, und Ihnen entsprechende Werbung anzeigt. Oder Sie löschen die App. Mit dem Risiko, dass alles bisher darüber Geteilte bereits in Facebooks Händen ist.

Ich lösche die App. Was bedeutet das? Das bedeutet in erster ­Linie nicht, dass Sie von jetzt an keine Daten mit Facebook mehr teilen. Dazu müssten Sie sich auch von Facebook und Instagram trennen und darüber hinaus alle Ihre Kontakte bitten, dies ebenfalls zu tun. Das fällt schwer: Selbst zusammengezählt haben Whatsapp-­ Alternativen deutlich ­weniger Nutzer.

Was gibts denn an Alternativen? Die wichtigsten heissen Threema, Telegram und Signal (siehe Box rechts). Die beste ist die, die auch Ihre Liebsten nutzen.

Für Android und iPhones, Kosten: 3 Franken (einmalig), threema.ch

Signal Hinter Signal steckt keine Firma, son­ dern die gemeinnützige Stiftung «Open Whisper Systems», die sich haupt­ sächlich durch Spenden finanziert. Punkto Sicher­ heit ist die App die beste Wahl, weil die Verschlüs­ selungs-­Software auch Grund­lage für Threema und Whatsapp war. Für Android und iPhones, kostenlos, signal.org

Telegram Die russische App ist cloudbasiert, sodass alle In­halte beliebig auf verschiedenen Geräten abge­rufen ­werden ­können. Gleich­ zeitig b ­ edeutet dies ­jedoch Einbussen beim Datenschutz. ­Speziell die ­ano­nyme Anmel­ dung hat Telegram zu­ letzt auch in rechtsextre­ men Kreisen und bei ­einigen Ver­schwörungs­ theo­retikern beliebt ­gemacht.  MM Für Android und iPhones kostenlos, telegram.org

Bild: Getty Images


KOLUMNE | 18.1.2021 | 23

Sie Löli!

1, 2 ODER 3 ? Seit der Grosse (10) sprechen kann, setzt er sich für eine b ­ essere Welt ein. Aus seiner Sicht. Er hätte gern mehr Freizeit. Weniger Stress am Morgen. Mehr Mentos. Weniger Broccoli. Mehr Übernachtungspartys. Weniger Wanderungen. Mehr Zeit in kurzen ­Hosen. Weniger Schulstunden. Kürzlich fand er sogar, eigentlich sei es nicht richtig, dass sein Lehrer einen Lohn erhält und nicht die Klasse. Schliesslich hätten die Kinder ja die g­ anze Arbeit am Hals. Nun ja, er ist auf jeden Fall meinungsstark, und das Wohl von Kindern liegt ihm am Herzen. So liest er auch interessiert mit, als ich einen Artikel über Alfie Kohn lese. Der amerikanische Erziehungswissenschaftler findet, man solle Kinder nicht loben. Loben wie auch Strafen schade der Beziehung und der Mo­tivation. Der Grosse tippt ins Online-­ Kommentarfeld «Sie Löli! Ich bin zehn Jahre alt und freue mich über jedes Lob.» – Und jetzt? MM 1 Schön, hat er eine Meinung. Wir drücken

ENTER.

2 Ich ergänze seine Beleidigung mit «So Illustration: Lisa Rock

ein Chabis! Ich bin seit zehn Jahren Mutter und finde Loben schön und gut!». 3 Ich kläre ihn auf über Trolle und bitte ihn, im Ton sachlich zu bleiben.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 3: Die Kunst des kritischen Kommentierens will gelernt sein. Ich erkläre dem Grossen, warum ich den Löli weglassen und dafür noch ein Argument hinzufügen würde. Anzeige

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24 | 18.1.2021 | CORONA

Kommt jetzt endlich die Wende?

«

Seit Neuestem ist der Corona-Impfstoff der US-Firma Moderna in der Schweiz zugelassen. Europa-Chef Dan Staner sagt, was der Impfstoff kann, wie viel er kostet und ob die Impfungen das Ende der Pandemie bedeuten. Text: Laurent Nicolet

Dan Staner, sind Sie schon geimpft? Nein, Swissmedic hat die Zulassung am Dienstag letzter Woche erteilt. Wie jeder muss ich warten, bis ich ge­ mäss dem Impfprogramm des Bundes an der Reihe bin. Dann waren Sie auch keiner der 30 000 Probanden? Nein, nach dem Gesetz dürfen Mit­ arbeitende von Impfstoffherstellern nicht an klinischen Studien teilneh­ men. Sonst könnten wir zum Beispiel Nebenwirkungen verheimlichen oder herunterspielen. Wieso hat der Zulassungsprozess bei Moderna länger gedauert als bei Pfizer/Biontech? Swissmedic hat die Überprüfung mit Pfizer/Biontech früher gestartet als mit Moderna. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass Swissmedic unseren Impfstoff auf sehr effiziente und ­seriöse Weise zugelassen hat.

Dan Staner Der 52-jährige Schweizer ist seit August 2020 beim US-Biotech-Unternehmen Moderna Chef der Märkte Schweiz, Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Zuvor besetzte er verschiedene Positionen beim US-Pharma­ konzern Eli Lilly. Staner studierte Betriebs- und Volkswirtschaft an der Uni ­Lausanne.

Kann Ihr Impfstoff etwas, was der von Pfizer/Biontech nicht kann? Beides sind sogenannte mRNA-Impf­ stoffe, der Mechanismus ist also ­derselbe (siehe Box auf Seite 27). ­Beide haben ein vergleichbares Mass an Sicherheit und Wirksamkeit. Ein Unterschied zwischen den beiden Impfstoffen sind die Versand- und Lagerbedingungen. Viele Länder klagen über Impfstoffmangel. Wer ist schuld daran? Die Nachfrage übersteigt eindeutig das Angebot. Wir sprechen davon, ­ die Hälfte der Weltbevölkerung zu impfen, das sind mehrere Milliarden Menschen. Im Moment sind aber in der EU und den USA nur zwei Impf­ stoffe von den Gesundheitsbehörden zugelassen – diejenigen von Moderna und von Pfizer. Einige Länder sind spät aufgewacht. Wir erhalten auch heute noch Anrufe für Bestellungen, die erst in der zweiten Jahreshälfte


CORONA | 18.1.2021 | 25

Diese Technologie wurde schnell entwickelt. Verstehen Sie die ­Bedenken in der Bevölkerung? Innovation war in der Geschichte der Menschheit schon immer beängs­ tigend. Ich verstehe und respektiere die Tatsache, dass ein Teil der Bevölkerung zunächst skeptisch ist und sagt: «Ich warte ab.» Moderna investiert jedoch seit zehn Jahren in die Forschung und Technologie der Boten-­ RNA. Dieser Impfstoff ist das erste ­lizenzierte Medikament in einer Serie von 23 Impfstoffen, an denen wir ­arbeiten. Es sind hauptsächlich Impfstoffe, Therapien für Autoimmun­ erkrankungen, Immunonkologie, ­Kardiologie und seltene Krankheiten.

Bilder: Keystone, François Wavre

Seit dem 12. Januar zugelassen: Der ­Covid-19-Impfstoff von Moderna. Die Schweiz hat 7,5 Millionen Dosen davon bestellt.

erfüllt werden können, weil inzwischen schon alles verkauft ist. Wie beurteilen Sie die Situation der Schweiz? Ich ziehe meinen Hut vor der Schweizer Regierung. Sie ist das Risiko eingegangen, im letzten Sommer einen Vertrag mit Moderna zu unterzeichnen, als wir Daten aus der klinischen Phase-1-­ Studien hatten. Damit ist die Schweiz in einer hervorragenden Position: Zwischen Januar und Sommer können wir sie mit 7,5 Millionen Dosen Impfstoff versorgen. Das ist genug, um fast die Hälfte der Bevölkerung zu immunisieren, allein mit dem Moderna-Impfstoff. Hinzu kommen die beiden anderen Schweizer Bestellungen bei Pfizer/Biontech und AstraZeneca. Sind Sie in der Lage, die Impfstoffproduktion zu erhöhen? Das ist schwierig. Bis Ende 2021 werden wir in der Lage sein, 600 Millionen bis

eine Milliarde Dosen zu produzieren. Um darüber hinauszugehen, müssten wir eine weitere Anlage bauen, was zeitintensiv und kostspielig ist. Wir haben Hunderte Millionen in­vestiert in die beiden Produktions­standorte, über die wir mit unserem Schweizer Partner, dem Chemiekonzern Lonza, verfügen. Einer in den USA für den nordamerikanischen Markt und einer in Visp für die restliche Welt. Wir ­evaluieren derzeit, wie wir die Produktion optimieren können. Wie wirksam ist der Moderna-­ Impfstoff gegen die neue britische Variante des Virus? Basierend auf den bisherigen Daten sollte unser Impfstoff auch gegen ­diese Variante schützen. Im Hinblick auf mögliche künftige Mutationen haben wir dank unserer sogenannten Boten-RNA-Technologie die Möglichkeit, Anpassungen in 30 bis 40 Tagen vornehmen zu können.

Dennoch gibt es Unklarheiten. So ist zum Beispiel offen, wie lange die Schutzwirkung des Impfstoffs dauert? Klinische Studien der Phase 1 haben gezeigt, dass die gesamte getestete Population nach vier Monaten ein sehr hohes Niveau an neutralisierenden Antikörpern aufwies, dies in allen Altersgruppen und bei Risikopatienten. Um die langfristige Wirksamkeit zu bestimmen, ist es notwendig, ­weitere Daten zu sammeln. Es wird sich zeigen, ob es eine lebenslange Abdeckung gibt oder eine für sechs, neun oder zwölf Monate. Und wie steht es um die Neben­ wirkungen? Abgesehen von den üblichen Nebenwirkungen eines jeden Impfstoffs, wie etwa leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Rötungen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, die 24 bis 48 Stunden ­anhalten können, haben wir bisher keine ernsthaften Nebenwirkungen beobachtet. Gemeinsam mit den ­Zulassungsbehörden haben wir ein System aufgebaut, um all diese Nebenwirkungen in jedem Land, in dem die Impfung eingeführt wird, zu erfassen. Ist es angesichts der bestehenden Skepsis überhaupt möglich, mit ­rationalen Argumenten übers Impfen zu reden? Ärzte, Experten und Regierungen tun ihr Bestes. Ich hoffe auch, dass Leute, die jetzt zweifeln, ihre Haltung in ­einigen Monaten eventuell ändern, wenn sie sehen, dass bereits mehr als 1,5 Millionen Menschen geimpft sind. Aber ich bleibe genauso überzeugt, dass niemand dazu gezwungen werden sollte. In einer Demokratie müs-


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CORONA | 18.1.2021 | 27 Klinische Studien: Die Moderna-­Impfung wurde an 30 000 Probanden getestet.

Bild: Keystone

Gut zu wissen

sen freie Wahl, freier Wille und andere grundlegende Freiheiten erhalten bleiben. Wie viel hat die Schweiz ­eigentlich für Ihren Impfstoff bezahlt? Wir geben keine genauen Zahlen an. Wir sprechen über einen Betrag zwischen 32 und 37 Dollar pro Dosis. Zum Vergleich: Bei der Grippeimpfung liegt der Preis zwischen 20 und 25 Franken pro Dosis. Die Technologie ist 50 Jahre alt und wird j­ edes Jahr mit einem Wirkungsgrad von etwa 60 Prozent eingesetzt – im Vergleich zu 94,1 Prozent beim Moderna-Impfstoff. Ich möchte darauf hinweisen, dass Moderna in den letzten zehn Jahren einen zweistelligen ­Millionenbetrag allein in die Forschung investiert hat. Dieser Impfstoff ist unser erstes ­kommerzielles Produkt, und wir müssen einen Gewinn erzielen. Nicht, um Dividenden an die ­Aktionäre auszuschütten, ­sondern einfach, um in die 23 anderen vielversprechenden Moleküle, an denen wir ar­ beiten, zu investieren, um sie so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen. Man könnte zynisch sagen, dass Covid für eine Firma wie Moderna ein Geschenk des Himmels ist …

Die Krise hat uns vor allem ­erlaubt, nach zehn Jahren ­Forschung an Boten-RNA zu ­beweisen, dass unsere Techno­ logie funktioniert. Wie läuft der Wettbewerb ­zwischen den verschiedenen Impfstoffherstellern ab? Die Nachfrage ist so gross, dass ich uns nicht als Konkurrenten betrachte. Vielmehr denke ich, dass wir Hand in Hand arbeiten müssen, um ein globales ­Be­dürfnis der öffentlichen ­Ge­sundheit zu befriedigen. Das ist eine gigantische und kom­ plexe Aufgabe. Der erste Impfstoff, der auf den Markt kam, war der rus­ sische Sputnik-Impfstoff, der auf Studien der dritten Phase ­verzichtete. Bei dieser Gele­ genheit sagte Wladimir Putin, dass der Westen zu vorsichtig sei. Was halten Sie davon? Ich kenne die Details des rus­ sischen Impfstoffs nicht. Ich bin aber der Meinung, dass die ­Gesundheitsbehörden in der Schweiz und weltweit unabhängig bleiben und eine qualitativ hochwertige Arbeit leisten ­müssen, wie bei jedem anderen Medikament auch. Die Tatsache, dass es eine Pandemie gibt, darf die Behörden nicht dazu ver­ leiten, sich schnell für eine ­Zulassung zu entscheiden. Das

Schicksal von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel. Während des ganzen letzten Jahres dachte man, dass die Einführung von Impfstoffen das Ende der Pandemie bedeu­ tet. War das zu optimistisch? Es wird nicht unbedingt das ­unmittelbare Ende der Epi­ demie sein. Wir wissen zum ­Beispiel immer noch nicht, ob die geimpften Menschen an­ steckend bleiben oder nicht. Die Impfstoffe werden die Epidemie aber eindämmen. Wirtschaft und Gesellschaft werden wieder funktionieren. Ich nehme an, Masken, die kleinen Desinfek­ tionsflaschen und das Abstandhalten werden uns noch eine Weile begleiten. Aber wir werden wieder in Restaurants, Kinos und Theater gehen können. Wir werden Treffen mit vielen Leuten organisieren können. Und Enkelkinder werden ihre Grosseltern wieder sehen können. Was für eine Freude, nur schon daran zu denken! MM

mRNA Der Impfstoff von Moderna (wie der von Pfizer/Biontech) setzt auf eine neuartige, aber seit über zehn Jahren ­erforschte Technologie, die sogenannte mRNA oder ­Boten-RNA. Basis ist eine Art Botenmolekül, das die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen mit sich trägt. Diese übermittelt den Körperzellen die nötige ­Information, wie sie ein ­Virusprotein herstellen ­sollen. Sobald das Protein im Körper produziert wird, erkennt es das Immun­ system als körperfremd und produziert so Antikörper gegen das Virus. Die Immun­antwort bereitet den Körper auf die Bekämpfung des ­Virus vor.

15,8 Mio. Die Schweiz hat 15,8 Millionen Dosen Impfstoff bestellt: 7,5 Mio. bei Moderna, 3 Mio. bei Pfizer/Biontech und 5,3 Mio. bei AstraZeneca. Pro Person werden voraussichtlich zwei Impfdosen im Abstand von mindestens drei Wochen nötig sein.


28 | 18.1.2021 | MEINE MIGROS

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MEINE MIGROS | 18.1.2021 | 29

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30 | 18.1.2021 | FINANZEN Contentpartnerschaft

Thomas Pentsy ist Markt- und ­Produktanalyst bei der Migros Bank.

Der Impferfolg ist 2021 für das Wachstum entscheidend Die Mutation des Covid-19-Erregers, die sich in Grossbritannien rasch verbreitet hat, erfordert in vielen Staaten der EU und in der Schweiz vermutlich eine Verlängerung oder Verschärfung der Schutzmassnahmen. In Grossbritannien haben die Neuansteckungen bereits stark zugenommen. Das neue Virus scheint nach ersten Erkenntnis­ sen um bis zu 70 Prozent an­steckender zu sein. Deshalb sah sich die britische Regierung gezwungen, ­einen harten Lockdown anzuordnen. Aufgrund von schärferen Corona-­ Restriktionen dürfte das Wachstum des Bruttoinlandprodukts im ersten Quartal 2021 in vielen europäischen Staaten (leicht) negativ ausfallen. Vermutlich werden die USA nach Joe

Bidens Amtsantritt ebenfalls zusätz­ liche Einschränkungen vornehmen. An den Aktienmärkten dürfte daher die Volatilität zunehmen. Auch die Wahrscheinlichkeit von Kurskorrekturen hat zugenommen, denn bislang zeigte sich die Börse unbeeindruckt von der zunehmenden Verbreitung der neuen Virusvariante. Die Migros Bank geht weiterhin davon aus, dass dem Virus im Laufe des Jahres mit Impfungen beizukommen ist. Die Verfügbarkeit der Impfstoffe sollte sich ja in den nächsten ­Wochen stark verbessern. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Impfstoffe bei der neuen Virus­ variante schwächer wirken. Im Gegenteil: Ersten Daten lassen vermuten,

dass die Mutation keinen Einfluss auf die Wirksamkeit und die Schutzdauer der Impfstoffe hat. Für eine abschliessende Klärung der Frage ist die Datenlage allerdings noch zu dürftig. Virologen zufolge kann noch nicht grundsätzlich aus­ geschlossen werden, dass die Wirksamkeit einiger Impfstoffe gegen die Corona-Mutation schwächer sein wird. Fachleute weisen darauf hin, dass eine Anpassung der Impfstoffe notfalls innerhalb weniger Wochen machbar wäre. Dies würde die Im­ munisierung der Gesellschaft im schlimm­s­ten Fall um ein bis zwei Quartale v­ erzögern. Die Überwindung der ­Pandemie bleibt aber weiterhin das wahrscheinlichste Szenario. MM

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KOLUMNE | 18.1.2021 | 31

Illustration: Rinah Lang

Gut gerutscht

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

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STADT, LAND, STUTZ «Jede Scheiss isch e Chance.» Das sagte Mona Vetsch einmal, als ich sie zu einer neuen Fernsehsendung inter­ viewte. Ich weiss nicht mehr, in welchem ­Zusammenhang sie daraufkam, doch die Weisheit ist mir geblieben. Google sagt, dass es ein gleichnamiges Lied von Manuel Stahl­ berger gibt. Mona und vor allem Manuel habe ich es zu verdanken, dass ich seither ärger­ liche Situationen etwas gelassener sehe. Neulich sind wir in ein anderes Auto ge­ putscht. Wir wollten einen Sonntagsspazier­ gang machen und fuhren etwas in die Höhe. Von Weitem sah man nicht, wie vereist der grosse Parkplatz war, und von Nahem war es schon zu spät. Wie ein Schlitten rutschten wir geradewegs in ein parkiertes Auto. «Scheisse!», rief ich aus, von Chance keine Spur. Ein paar Minuten später tauchte bereits die Besitzerin des von uns getütschten Wagens auf. Sie er­ klärte, dass sie schon seit Stunden hier sei und

nicht losfahren könne – aufgrund des eisigen Bodens komme ihr Auto keinen Meter weit. Sie machte uns keine Vorwürfe, im Gegenteil. Wir verbrachten einige Zeit auf diesem Park­ platz. Zuerst mussten wir das Unfallprotokoll ausfüllen. Im Anschluss halfen wir ihr gemein­ sam mit einer weiteren Frau und deren Wagen, das von Eis umzingelte Auto mit einem Seil aus der misslichen Lage zu ziehen. Während der ganzen Zeit sahen wir gefürchige Szenen: eine Frau, die mit Baby im Arm über den eisigen Platz balancierte und fast ausrutschte. Autos, die mal nach links und mal nach rechts schlitterten. Drei Männer, die von aussen ein Auto anstiessen und dabei selber keinen Halt auf dem Boden hatten. Wir redeten mit den beiden Frauen darüber, dass die Gemeinde hier doch unbedingt etwas unternehmen müsse. Am nächsten Tag schrieb ich der kommunalen Verwaltung eine E-Mail. Jeder Scheiss ist eine Chance.­ MM


32 | 18.1.2021 | FILM

Ein Festival im Ausnahmezustand Dieses Jahr finden die Solothurner Filmtage wegen der Pandemie digital statt. Am Festival hat zudem das neue Förderprojekt des Migros-Kulturprozents seinen ersten Auftritt – «Frieden»-Regisseurin Petra Volpe spielt Taufpatin. Text: Ralf Kaminski

filmen.» Doch Hugi ist für diese Ausnahmesituation ideal vorbe­ reitet: «Ich bin ein digitaler Freak und beschäftige mich schon lange mit diesen Themen.» Es sei gene­ rell wichtig für ein Festival, im ­digitalen Raum präsent zu sein. Auch die Schweizer Regisseu­ rin und Drehbuchautorin Petra Volpe («Frieden», «Die göttliche Ordnung») wird am 22. Januar lediglich digital in Solothurn auf­ treten – zugeschaltet aus ihrer neuen Heimatstadt New York, wo sie seit fünf Jahren mit ihrem amerikanischen Ehemann lebt. Geld und Zeit für gute Geschichten

Volpe wird mithelfen, das Migros-­ Kulturprozent Story Lab vorzu­ stellen, ein neues Förderprojekt. «Gedacht ist es als Labor für alle audiovisuellen Erzählformate», sagt Nadine Adler Spiegel (43), Leiterin Filmförderung beim ­Kulturprozent. Also nicht nur für Spiel- und Dokumentarfilme, ­sondern auch für Serien, Virtual Reality bis hin zu Video-Games. Das Story Lab stellt dabei nicht nur Geld zur Verfügung – zwischen 7000 und 25 000 Franken pro Pro­­­ jekt –, es begleitet zusätzlich den Prozess der Weiterentwicklung einer Idee. Dazu gehört auch die Vernetzung mit Mentoren und anderen Kreativen. «Die Förderung erlaubt mehr Zeit, um die Geschichte in der Frühphase gut zu entwickeln», sagt Adler Spiegel. «Auch haben

«Das Herzstück des Festivals bleibt die Begegnung.» Anita Hugi Direktorin der Solothurner Filmtage

Bilder: Anne Morgenstern, Gaetan Bally/Keystone, Thomas Egli

D

ie 56. Solothurner Film­ tage beginnen mit einer Premiere: Erstmals kann am Mittwoch, 20. Januar, auf SRF, RTS und RSI sowie auf der neuen Festival-­Web­site das ganze Land um 20.15 Uhr den Eröffnungs­film mitverfolgen, die Uraufführung von Niccolò ­Castellis Spielfilm «Atlas». «Film ab!» heisst es dann zwar auch in Solothurn, wo die Eröff­ nungsfeier in Anwesenheit von Bundespräsident Guy Parmelin live aufgezeichnet wird. Das Pub­ likum wird die Filmtage wegen der Corona-Massnahmen jedoch digital verfolgen müssen. Alle ­Anlässe, Gespräche und Preis­ verleihungen rund ums Schweizer Filmschaffen finden dennoch vor Ort in Solothurn statt und werden live in die Wohnzimmer der Nation übertragen. «Dadurch bleibt das Herzstück des Festivals erhalten: die Begeg­ nung», erklärt Anita Hugi (45), Direktorin der Solothurner Film­ tage. Diese passiere einfach nicht wie sonst vor Ort. «Es können ­online aber auch Fragen gestellt werden. Und wer hätte gedacht, dass die Gespräche mit den Film­ schaffenden einmal direkt in der heimischen Stube stattfinden?» Für Hugi und ihr Team bedeu­ tet all das jedoch logistisch einen erheblichen Mehraufwand. «Wir mussten alle Begegnungen und Veranstaltungen neu denken, man kann das nicht einfach ab­


FILM | 18.1.2021 | 33

«Es haben auch wildere Ideen Platz.» Nadine Adler Spiegel Leitung Migros-Kultur­ prozent Story Lab

«Es braucht ein ganzes Dorf, um ein gutes Drehbuch zu schreiben.» Petra Volpe Drehbuchautorin und Regisseurin

wildere Ideen Platz – es ist ein Experimentierlabor, in dem man sich ausprobieren und auch mal scheitern darf.» Lanciert wird das Story Lab am 22. Januar an den Filmtagen, mit Petra Volpe als Patin und als Teil der neuen Festivalsektion «Im Atelier», die ebenfalls dem gegenseitigen kreativen Aus­ tausch dienen soll. «Ein Dreh­ buch verfassen ist eine kollabo­ rative Kunst», sagt Volpe, deren Kinoerfolg «Die göttliche Ord­ nung» (2017) vom Kulturprozent gefördert wurde. «Man kann das nicht allein machen, deshalb ist Story Lab eine so gute Sache.» Die Autorin illustriert den langen Weg von der Idee zur Umsetzung anhand ihrer Serie «Frieden», die vor Weihnachten

auf SRF zu sehen war. «Die erste Idee kam mir vor neun Jahren, danach folgten viele Recher­ chen, die zu immer neuen Ele­ menten und schliesslich der Basisgeschichte führten.» Ursprünglich hatte sie an einen Kinofilm gedacht, reali­ sierte jedoch, dass sie dafür zu viel Stoff hatte. «Der Produzent schlug vor etwa fünf Jahren vor, daraus eine Serie zu machen – was gut zum damals aufkom­ menden Serienhype passte.» Mit sensiblen Sparringspartnern

Was dann am Ende auf dem Bild­ schirm zu sehen sei, wirke im Idealfall natürlich und leicht, als hätte es nicht anders sein kön­nen, sagt Volpe. «Dahin zu kommen, ist jedoch ein langer Prozess, der

viel Eigenarbeit, Handwerk und Reflektion fordert – und dazu Menschen, die einem helfen. Es braucht ein ganzes Dorf, um ein gutes Drehbuch zu schreiben.» Die richtigen Leute dafür zu finden, dauere einige Zeit. «Es braucht Sparringspartner, die ­einen auch auf Sackgassen hin­ weisen.» Um Volpe hat sich mit den Jahren eine Gruppe gebildet, der sie vertraut: «Mein Produ­ zent, mein Mann und Freunde, die liebevoll und konstruktiv, aber extrem streng sind.» Als Autorin sei man sehr verletzbar, da brauche es sensible Leute, die ein Gespür dafür haben. «Es ist fast wie eine Ehe. Besonders Jun­ gen, die am Anfang stehen, würde ich es ans Herz legen, sich solche Menschen zu suchen.» Eine Förderung, die nicht nur Geld bringe, sondern den Prozess betreue und begleite, sei deshalb enorm hilfreich. Auch die Unter­ stützung in der frühen Phase sei sehr wertvoll, betont die Autorin, «um die Miete zu zahlen und um ­genügend Zeit zu haben, die Grundarbeit gut zu machen, denn die ist entscheidend». Das sieht auch Anita Hugi so: «Es ist meist eine Frage von Zeit und also Geld. Und es ist schön, wenn die Leute die Ressourcen haben, einen Film gründlich und frei zu entwickeln.» Das Konzept des Story Lab schaffe aber nicht nur Rückenwind, sondern auch kreativen Spielraum. «Warum soll eine Filmregisseurin nicht mal ein Game erschaffen?»

Die bisherige Form der Filmför­ derung durch das Kulturprozent ist Ende 2020 ausgelaufen. «Es wird aber noch immer gleich viel Geld eingesetzt, einfach anders verteilt», betont Nadine Adler Spiegel. Die Förderung solle dank des Story Lab zeitgemässer wer­ den, nicht nur auf Film und Kino ausgerichtet sein. «Es ist auch ein bisschen ein Experiment – und kann vielleicht Anstoss für andere Förderer sein.» 2022 zurück ins Kino

Auch wenn in Solothurn dieses Jahr alles etwas anders ist und Anita Hugi die digitale Welt ­g­­enerell stärker einbeziehen möchte: 2022 will die Direktorin der Filmtage zurück ins Kino. «Ein Festival sollte vor Ort statt­ finden, das Kinoerlebnis im Saal ist etwas Einzigartiges. Und viel­ leicht locken wir dann auch ein paar Leute, die uns 2021 online besucht haben, neu nach Solo­ thurn in den Kinosaal.» MM

Migros und Filmtage Das Migros-Kulturprozent hat 18 Filme unterstützt, die vom 20. bis 27. Januar an den Solothurner Film­tagen laufen. Auch online ist am 22. Januar von 11 bis 12 Uhr das Migros-Kul­tur­­ prozent Story Lab als Haupt­ programmpartner der neuen Sektion «Im Atelier» zu sehen. storylab.migros-kulturprozent.ch, solothurnerfilmtage.ch


34 | 18.1.2021 | MIGROS WALLIS

«Der Aufbau ist ein Glücksfall für die Migros» Im vergangenen Jahr hat der Genossenschaftsrat der Migros Wallis mehrere M ­ itglieder verabschiedet und neue Kandidatinnen und ­Kandidaten für vier Jahre begrüsst. Darunter auch Mélanie Zuber, die als neue Ratspräsidentin froh ist, das Unternehmen gut zu kennen. Text: Fabien Lafarge

als Kommunikationsverantwort­ liche für die Migros Wallis tätig und kenne das Unternehmen da­ her gut. Im Februar 2019 wech­ selte ich als Kommunikations­ verantwortliche zur EDHEA, der Schule für Gestaltung und Hochschule für Kunst Wallis. Sie übernehmen im Genossenschaftsrat gleich die Präsidentschaft. Mussten Sie darüber lange nachdenken? Ich hatte die Idee, dem Genos­ senschaftsrat beizutreten, als ich die Migros verliess. Ich sah darin eine gute Gelegenheit, weiterhin Kontakt mit der Ge­ nossenschaft und mit ehema­

ligen Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen zu halten. Präsi­ dentin des Rats zu sein, ist eine grosse Ehre. Gott sei Dank ver­ spüre ich etwas weniger Druck, da ich das Unternehmen und ­somit das Umfeld ja gut kenne. Ich freue mich, wieder Teil der Migros-­Welt zu sein, und bin sehr glücklich, dass der Genos­ senschaftsrat mir das Vertrauen entgegenbringt. Oft übernehmen ja erfahrene Mitglieder die Präsidentschaft. Das ist bei Ihnen nicht der Fall. Ist der Vorteil deshalb noch grösser, dass sie lange Mitarbeiterin der Migros Wallis waren?

In der Tat habe ich noch keine Erfahrung als Ratsmitglied. Da­ für war ich über zehn Jahre lang bei allen Sitzungen des Genos­ senschaftsrats dabei. Ich weiss, wie sie ablaufen und wie der Rat funktioniert. Zudem kenne ich meine Gesprächspartner in der Genossenschaft gut, da ich mit ihnen zusammengearbeitet habe. Es dürfte mir auch nicht schwerfallen, über die Sitzungen zu berichten, denn ich musste für das Migros-Magazin stets ­einen Bericht zu den Sitzungen schreiben. Lassen Sie uns über die Zukunft sprechen. Gibt es Projekte oder

Bild: zVg

A

m 1. Juli traten 13 neue Personen ihre Aufgabe im höchsten Organ der Genossenschaft an. Gemeint ist der Genossenschafts­ rat, der sich aus 27 Genossen­ schafterinnen und Genossen­ schaftern sowie drei Vertretern der Mitarbeitenden zusammen­ setzt. Dazu zählt Mélanie Zuber, die zudem im September vom Genossenschaftsrat als neue Präsidentin bestätigt wurde. Mélanie Zuber, erst mal herzlichen Glückwunsch! Stellen Sie sich der Leserschaft kurz vor? Ich komme aus Siders und bin Anfang vierzig. Ich war 15 Jahre


18.1.2021 | 35

M

Werden Sie Mitglied der Genossenschaft Migros Wallis!

Als Genossenschafterin ­beziehungsweise Genossenschafter der Migros ­Wallis prägen Sie die Zukunft unserer Genossenschaft mit: über die jährliche Urabstimmung, als Mitglied im Genossenschaftsrat oder sogar in der Verwaltung. Welche Vorteile bringt eine Mitgliedschaft? • Zuerst einmal ist sie ­umsonst. • Die Mitglieder erhalten ­einen kostenlosen Anteilschein der Genossenschaft Migros Wallis im Wert von zehn Franken. • Die Mitglieder haben bei der jährlichen Urabstimmung im Juni Anrecht auf eine Stimme. Bei dieser ­Abstimmung wird die Jahresrechnung der Migros Wallis bewilligt (oder nicht), und es können ­Anmerkungen und Vorschläge gemacht werden. • Die Mitglieder erhalten zur Urabstimmung ein Gutschein-Booklet. Es bietet Rabatte bei allen Filialen der Migros Wallis sowie bei lokalen Partnerläden. • Die Mitglieder haben die erfreuliche Gewissheit, an der Entwicklung eines lokalen Unternehmens ­beteiligt zu sein. Sie sind aktive Konsumentinnen und Konsumenten. Anmeldung: per Mail an ­information@migrosvs.ch beim Mitgliederregister der Migros Wallis, online auf www.migmag.ch/ genossenschafter oder per Telefon ­unter 027 720 44 00

lis al

An der Spitze der Migros Wallis stehen? Genossenschafter/-in werden

s ro ig

W

Die Organe der Migros

migros.ch/de/genossenschafterwerden

Die Schweiz ist in zehn Migros-­ Genossenschaften aufgeteilt. ­Zusammen haben diese den ­Migros-Genossenschaftsbund gegründet. Jede Genossenschaft ist gleich aufgebaut: Genossenschafter/-innen: Die Personen, die einen Anteilschein der Migros besitzen. Sie sind die Eigentümerinnen und Eigentümer der Genossenschaft. Bei der Migros Wallis sind das 81 500 Personen! Genossenschaftsrat: Das ­Komitee aus 3 Personalvertretern und 27 Mitgliedern, die die Genossenschafte­ rinnen und Genossen­ schafter vertreten. Der Genossenschaftsrat stellt die Verbindung zwischen der Genossenschaft und ihren 81 500 Mit­ gliedern respektive Inhaberinnen und Inhabern her. Somit ist der ­Genossenschaftsrat die höchste Instanz der Migros Wallis. Er tagt mindestens viermal im Jahr, um die

Verwaltung und die Geschäfts­ leitung zu treffen. Bei dieser Ge­ legenheit werden die Mitglieder über den Geschäftsgang und die wichtigen aktuellen Fakten informiert. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter nutzen die Treffen zudem, um ihre Erwartungen zu formulieren und verschiedene Aspekte des Unternehmens kennenzulernen. Ausserdem äus­ sert sich der Genossenschaftsrat zur Jahresrechnung der Genossenschaft. Verwaltung: Die Versammlung aus fünf bis neun externen und unabhängigen Mitgliedern, darunter ein Personalvertreter. Die Verwaltung legt die Strategie fest und kümmert sich um die Finanzplanung. Zudem ernennt sie den Geschäftsleiter und die Mitglieder der Geschäftsleitung. Die Verwaltung tritt normalerweise sechsmal jährlich zusammen.

und sich engagieren. Der Aufbau ist ein Glücksfall für die Migros und für die Bevölkerung. Was kann die Genossenschaft von Mélanie Zuber erwarten? Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Mitglieder ihre Rolle als Vermittler zwischen der Bevöl­ kerung und der Geschäftsleitung des Unternehmens wahrnehmen. Ich nutze hier gern die Gelegen­ heit, alle Leserinnen und Leser zu bitten, sich ihren Genossen­ schafterausweis zu besorgen, falls sie dies noch nicht getan ­haben. Es ist eine Möglichkeit, aktiv am Migros-Geschehen teilzunehmen.

Worin bestehen Ihrer Meinung nach künftig die grössten Herausforderungen für die Migros Wallis? Die Migros Wallis muss ihre ­privilegierte Position im Detail­ handel verteidigen und sich an die neuen Bedürfnisse und Wün­ sche der Konsumenten anpassen. Die Gewohnheiten der Kund­ schaft haben sich innerhalb ­kürzester Zeit stark verändert. Für ein grosses Unternehmen wie die Migros ist es nicht ein­ fach, solche Anpassungen vorzu­ nehmen. Aber sie hat bestimmte Trends kommen sehen und zeigt, dass sie bereit ist, auf andere einzugehen. MM

Mélanie Zuber aus Siders, die neue Präsidentin des Genossenschaftsrats

Themen, die Sie einbringen möchten? Der Aufbau der Migros gefällt mir. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter sind die Eigentümerinnen und Eigen­ tümer, und der Genossen­ schaftsrat ist die Verbindung zwischen ihnen und der Ge­ schäftsleitung. Genossenschaf­ terin und vor allem Mitglied des Genossenschaftsrats zu sein ­bedeutet, eine aktive Konsumen­ tenrolle übernehmen zu können. Ich wünsche mir, dass alle Genos­ senschafterinnen und Genossen­ schafter realisieren, welche Macht in ihren Händen liegt, und dass sie den Dialog suchen


Speckmarkt. 20.1. – 6.2.2021

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3

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Schweiz, per kg

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Gekochtes Sauerkraut mit Chasselas Schweiz, 500 g

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Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.1.2021, 24 Uhr


RÄTSEL | 18.1.2021 | 41

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

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2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Einer der grössten Greifvögel ist der … D Schnauzadler

Y Bartgeier

P Flaumhabicht

Wie heisst ein Grenzpass zwischen Österreich und Italien? V Brenner

I

A Kamin

Feuer

Wie heisst ein Schweizer Popsänger aus Bern? D Money

S Poor

E Ritch

N heftig

wild

1 1

R lost

Wie nennt man einen mit Steinen gefüllten Drahtkorb? T Balbione

D Gabione

S Dalbine

Woraus besteht eine «Bologneser Träne»? O Glas

E Schokolade

I

Kristall

Wann wurde der Schädel des Komponisten Haydn dem Sarkophag beigesetzt? R 1809 1

G 1900 2

3

4

N 1954 5

6

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

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2 2

3 3

4 4

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Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.1.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Sudoku Lösung Nr. 2

M I N O T A E T A U N K U R Paroli Lösung Nr. 2

TORTE

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So nehmen Sie teil:

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Kreuzworträtsel Lösung Nr. 2

4

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Lösung: Lösung:

Das deutsche Jugendwort des Jahres 2020 ist … I

ALLERLE I BARB I ERE ANF L EHEN EHEHAFEN BORUSS I A GAL LER I A BOTSUANA STR I CH MO D E Z I MA L E E AI LZ RN SA N II SE K E EN MN I S CH SU R EML A G SUBSTANZ SENFGLAS TASTHAAR T E ENAGER U R H E I MA T URKANTON WU R S T E L N

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Sudoku Gewinner Nr. 1

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44 | 18.1.2021 | MILOVE

«Mir fiel die Kinnlade runter»

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Peter Schleiffer und Petra Hochuli waren nur ­Arbeitskollegen. Als sie sich nach Jahren der Funkstille unerwartet wiedersahen, mussten sie sich einer ­entscheidenden Frage stellen.

Die F asn ach t

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etra Hochuli und ­Peter Schleiffer lernen sich 2008 im Migros Sälipark in Olten SO kennen. Peter ist Marktleiter, Petra arbeitet im Take-away. Ab und an rauchen die beiden in der Pause eine Zigarette zusammen. Der Berner steht gerade vor der Hochzeit, kurz darauf wechselt er intern in eine andere Abteilung. Die beiden sehen sich nicht mehr, bis ­Petras Schwester Sandra, die in derselben Migros-­Filiale gearbeitet hat, im O ­ ktober 2014 für ihre SchnitzelbänggFasnachtsgruppe einen ­Gitarristen sucht und ­Peter Schleiffer anfragt. Er hat Lust und macht mit.

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Sie über ihn

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Text: Manuela Enggist

Die Proben finden daheim bei Sandras und Petras ­Eltern statt. Und Petra staunt nicht schlecht, als sie eines Tages realisiert, wer da in der Stube steht und in die Saiten greift. «Mir fiel schon die Kinnlade runter», erinnert sie sich schmunzelnd. Später an der Fasnacht – Peter ist mittlerweile wieder Single – kommt es zu einem tiefgründigen Gespräch zwischen den beiden. Rückblickend ­erzählt Peter: «Ihr Vater war schwer krank, und wir haben uns über die wichtigen Dinge im Leben unterhalten. Da hat etwas zwischen uns klick ­gemacht.» Trotzdem zögern sie noch, eine Partnerschaft einzugehen.

«Pesche wirkt auf

den ersten Blick wie ein sehr taffer Typ. Das ist er oft auch, aber er kann auch seine sanfte Seite zeigen. Das schätze ich sehr an ihm.»

Peter ist 52, und damit stolze 22 Jahre älter als Petra. Sie sagt: «Wir haben uns gefragt, ob wir unter diesen Umständen überhaupt eine Liebesbeziehung führen dürfen. Ob wir es einfach weiterlaufen lassen oder die Gefühle abklemmen sollten.» Doch dafür fühlen sich die beiden zu sehr zueinander hingezogen. Drei Wochen nach dem Aschermittwoch hat Petra den Schlüssel zu Peters Haus. Ein halbes Jahr später zieht sie ein. Die richtige Entscheidung, wie sie heute weiss, denn: «Eine Beziehung kann immer scheitern, egal, ob der Altersunterschied nun zwei oder zweiundzwanzig Jahre beträgt.» MM


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Er über sie «Ich stehe nicht auf Tussis und liebe ­Petra wegen ihres ­natürlichen Wesens. Wir verbringen gern Zeit miteinander. ­Diese Zweisamkeit bringt uns vor allem in den Ferien jedes Mal noch näher ­zusammen.»

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Aktion Peter Schleiffer (58) und Petra Hochuli (36) leben in Rothrist AG. In ihrer Freizeit frönen sie ihrem Hobby, dem Motorradfahren. 2018 fuhren sie mit dem Töff der nordamerikanischen Ostküste entlang.

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