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Migros magazin 01 2017 d os

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Ausgabe Ostschweiz, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent.bez.A 44631

Heute ist ein guter Tag, um gesund ins neue Jahr zu starten.

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 0041(0)71 – 493 24 51, E-Mail: mireg@gmos.ch


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MM1, 3.1.2017 | www.migrosmagazin.ch

Im Trend: StammbaumForschung Seite 12

Ziegenbock Zorro wird TV-Star Seite 18

SP-Urgestein im Interview

Bild: Kostas Maros

Helmut Hubacher: «Wir müssen verteidigen, was wir erreicht haben» Seite 28


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MM1, 3.1.2017 | 7

Editorial

M Initiativ und jugendlich

Migros-Chef Herbert Bolliger hat es in seinem Neujahrsgruss im letzten MigrosMagazin angedeutet: Die Migros widmet sich mit einer grossen Offensive dem Thema Gesundheit. Getreu dem Motto von Gottlieb Duttweiler, dass die Migros die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung fördern soll, lanciert sie die Gesundheitsplattform Impuls. In einer einzigartigen, auf lange Sicht angelegten Initiative will sie sich in den vier Bereichen Ernährung, Bewegung, Wohlbefinden und Medizin engagieren.

Bild: Daniel Winkler

Die Migros-Gruppe ist schon länger in diversen Gesundheitsbereichen aktiv. So führt sie unterdessen 92 Fitnesscenter und Fitnessparks in der ganzen Schweiz, Sportkliniken unter dem Namen Medbase und 35 Gesundheitszentren, die sie von der Krankenkasse Swica übernommen hat. Nun will sie das Thema aber umfassender angehen – mit einer App, die bald aufgeschaltet wird, und der Site www.migros-impuls.ch, die laufend mit neuen Inhalten bestückt wird.

Zu einem anderen Thema: Jahreswechsel eignen sich dafür, gewisse Neuerungen einzuführen. Als unsere Volontärin Anne-Sophie Keller vor einiger Zeit den Vorschlag machte, sie könnte doch eine Kolumne im MigrosMagazin schreiben, hielt ich das im ersten Augenblick für etwas … sagen wir mal: offensiv. Irgendwie aber hakte sich die Idee bei uns allen im Kopf fest. Wieso sollte nicht einmal eine junge Journalistin die Welt aus ihrer Sicht spiegeln? Vor allem, wenn frau sich für geschlechterspezifische Gerechtigkeit auf allen Ebenen einsetzt und auf der Redaktion für so viele befruchtende Diskussionen sorgt. Und schliesslich hat sie schon mal mit einem aufsehenerregenden Post einen landesweit bekannten Chefredaktor in den Senkel gestellt, 36 000 Likes dafür erhalten und so ziemlich für Furore gesorgt. Kurz: Sie scheut sich nicht vor inhaltlichen Diskussionen. Die Kolumne «Brave New Girl» lesen Sie ab sofort im Leben-Teil dieser Zeitung. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

Menschen 10 Diese Woche

Endlich: Verdingkinder werden vom Bund finanziell entschädigt 12 Ahnenforschung Drei Hobbygenealogen und ihre Faszination für den eigenen Stammbaum 18 Neue SRF-Serie Monika Fasnacht zu Besuch bei Zwergziegenbock Zorro und anderen tierischen Stars 23 Bänz Friedli 27 Leserforum 28 Interview SP-Urgestein Helmut Hubacher

über Arbeiter, Eliten und die Zwickmühle, in der sich seine Partei befindet

Migros-Welt 39 Alles unter einem Dach

Impuls, die neue MigrosGesundheitsinitiative

40 Migros-Klubschule

Fitnesstrainerinnen im Porträt

18

Leben 83 Kolumne 1, 2 oder 3?

Wenn die lieben Kleinen zu Wasserbomben mutieren

84 Gesundheit

Vor 3 Jahren purzelten 28 Kilo. So hält MM-Redaktorin Heidi Bacchilega ihr Gewicht 87 Familie Was tun, wenn das Gspänli des eigenen Kindes nervt? 89 Neue Kolumne

Anne-Sophie Keller, unser «Brave New Girl»

42 Fit ins neue Jahr

Trainingstools fürs warme Wohnzimmer

93 Zootierärztin Leopardenseniorin Tura wird auf Herz und Nieren geprüft

44 Vesselina Kasarova

95 Kinder

Die Star-Mezzosopranistin gastiert in der Schweiz

Rylee (7) zeigt ihr farbenfrohes Zuhause in Australien

49 Saisonküche Volle Kernkraft voraus: feine Rezepte mit Kürbiskernen

99 Glücksgriff 101 Rätsel/Impressum 106 Cumulus

68 Aktuell: Januarlochbrot 70 Biobutter im Test 74 So gelingen Vorsätze

77 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

108 Meine Welt

Für wichtige Preise nominiert: Animationsfilmer Claude Barras («Ma vie de Courgette») ganz privat in Genf

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen MM01

Darauf freuen wir uns Lauberhornrennen Vom 13. bis 15. Januar gastiert der Skiweltcup in Wengen BE. Kommt es im Jahr der Heim-WM wieder zu

einem Schweizer Sieg?

Länger hell Die Tage werden

wieder länger: Am 3.Januar geht die Sonne in Bern um 16.54 Uhr unter, am 8.Januar «erst» um 17 Uhr.

Unnützes Wissen

Die liebe Gesundheit Offiziell gibt es 252 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Mein Bild der Woche «Die Drohnen lagen erstaunlich zahlreich unter den Schweizer

Bernard «Beni» Thurnheer (67)

ist der bekannteste Schweizer Sportreporter.

Weihnachtsbäumen. Das Foto zeigt, warum. Eine Kamera kann so Bilder aus der Vogelperspektive schiessen – als überlegene Weiterentwicklung der Selfiestange, sozusagen. Viele Probleme sind damit allerdings programmiert. Unsere Privatsphäre wird bedroht wie noch nie. Und wie wird es am Himmel wohl aussehen, wenn jede Familie eine Drohne besitzt? Als ob ein Heuschreckenschwarm vorbeizieht? Wissen unsere technisch versierten Kinder, dass eine Drohne eine männliche Honigbiene ist? Wer googelt, kommt kaum auf diese Idee. Die Zeiten ändern sich, das wird einem Anfang Jahr besonders bewusst.»

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade?

a) «SOS» von Abba b) «MfG» von Die Fantastischen Vier c) «S.O.B.» von Nathaniel Rateliff

Antwort: c) Das ist ein fröhlicher Song im Sixties-Stil. Der macht gute Laune.

Bilder: Keystone (2), Marco Zanoni

Milo Stalder (19), Bühnenroadie aus Bern

Hollywood-Star Matt Damon hat per Hypnose mit dem Rauchen aufgehört. Spannungskopfschmerzen und Migräne treten bei 90 Prozent der Menschen auf. Das weibliche Herz schlägt schneller als das männliche. Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac soll täglich bis zu 50 Tassen Kaffee getrunken haben. Etwa fünf Prozent der Frauen leiden an einem stark wachsenden Damenbart. Quelle: Stern/Neon


10 | MM1, 3.1.2017 | MENSCHEN

Wie viel Verantwortung soll der Staat übernehmen? www.migmag.ch/ umfrage

Umfrage Letzte Woche haben wir gefragt:

Diese Woche

Eine kleine Geste für ein grosses Unrecht Bald ist es offiziell: Ehemalige Verdingkinder können beim Bund ein Gesuch einreichen, um für erlittenes Unrecht entschädigt zu werden. Historiker gehen von 20 000 Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen aus. Text: Reto E. Wild

Fassen Sie Vorsätze für 2017? 69% Nein, das mache ich schon lange nicht mehr. 18% Ja, ich fasse einen Vorsatz. Er muss aber realisierbar sein. Meistens setze ich ihn um. 14% Ich nehme mir schon mal etwas vor, rechne aber fast damit, dass der Vorsatz auf der Strecke bleibt.

Zahlen und Fakten

1 Mrd.

Euro zahlte Irland bis Ende 2013 an miss­ handelte Heimkinder. Die höchste Einzel­ entschädigung betrug 300 000 Euro.

aller Berner Kinder wurden vor dem Ersten Weltkrieg verdingt.

110000

Stimmberechtigte haben die Wiedergut­ machungsinitiative unterschrieben – innerhalb von nur acht Monaten. Im Oktober 2016 hat sie das Komitee wieder zurückgezogen. Quelle: tagesanzeiger.ch, Marco Leuenberger, wiedergutmachung.ch

Billige Arbeitskräfte: Verdingkinder leisten 1954 Feldarbeit in der Armenerziehungsanstalt Dorneren bei Wattenwil BE.

E

ins der dunkelsten Kapitel der Schweizer Geschichte erfährt eine erfreuliche Wendung: Bis 1981 wurden Kinder und Jugendliche als billige Arbeitskräfte missbraucht, in Heime oder ins Gefängnis gesteckt; Männer und Frauen wurden in Strafanstalten «versorgt», zwangs­ sterilisiert oder gezwungen, ihre Kinder zur Adoption freizugeben. Die Opfer solcher «fürsorgerischer Zwangsmassnahmen» sollen ab April 2017 entschädigt werden. Ein neues Bundesgesetz sieht eine wissenschaftliche Auf­

arbeitung und einen Solidaritäts­ beitrag von 300 Millionen Franken vor. Dieser indirekte Gegenvorschlag zur «Wiedergut­ machungsinitiative» soll den Opfern rasch helfen. Diese kön­ nen bis am 31. März 2018 beim Bundesamt für Justiz ein Gesuch einreichen. Historiker gehen von insgesamt 20 000 Opfern aus. Erst im April 2013 entschuldigte sich der Bundesrat für das grosse Leid, das den Opfern angetan worden ist. Der Unternehmer Guido Fluri, der seine Kindheit im Heim, bei

Pflegefamilien und seinen Gross­ eltern verbracht hatte, lancierte ein Jahr später die «Wiedergut­ machungsinitiative». Aus einem Fonds von 500 Millionen Franken sollten die Opfer eine Wiedergutmachung erhalten. Nach dem Beschluss des neuen Bundesgesetzes zog das Komitee die Initiative zurück. Am 26. Januar läuft die Refe­ rendumsfrist ab. Somit steht der Wiedergutmachung nichts mehr im Weg. MM Verdingkinder, Fotoausstellung mit Porträts, Käfigturm Bern, bis 17. 3.

Bilder: Walter Studer/Keystone, Jorma Müller, zVg

40%


MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 11

Strassenumfrage

Guido Fluri

«Ich wollte lieber ein neues Gesetz statt einen Scherbenhaufen» Guido Fluri, am 1. April 2017 tritt das Bundesgesetz zu den fürsorgeri­ schen Zwangsmassnahmen in Kraft. Wie fühlt sich das an für Sie? Ich spüre eine gewisse Erlösung. End­ lich erhalten die Opfer die nötige Anerkennung. Als «Vater» der Wieder­ gutmachungsinitiative ist es mir in erster Linie um diese Wahrnehmung in der Gesellschaft gegangen. Viele unter 30­Jährige wissen beispielsweise nicht, dass es in der Schweiz noch bis Anfang 1980 Zwangssterilisationen gab oder Menschen ohne Gerichts­ urteil weggesperrt wurden. Und in den Geschichtsbüchern wird darüber keine Zeile geschrieben. Seit Anfang Dezember 2016 können sich die Opfer melden. Sie sprachen einst davon, dass die Schweiz 500 Millionen Franken zahlen soll. Mit welchen Beträgen ist zu rechnen? Der Bundesrat hat den Betrag im Gegenvorschlag auf 300 Millionen Franken reduziert, weil er mit 12 000 bis 15 000 Menschen rechnet, die sich melden. Maximal gibt es 25 000 Franken pro Person. Wenn sich 20 000 Opfer melden, gibt es pro Person noch 15 000 Fran­ ken, was kaum die Therapiekosten abdeckt. In Irland und Norwegen sind die Entschädigungen für ähnli­ che Fälle um ein Vielfaches höher. Ich verstehe die Kritik, die sich hinter dieser Frage verbirgt. Aber wir Initianten wollten lieber ein neues, breit abgestütztes Gesetz statt einen Scherbenhaufen. Hätten wir die Volksinitiative durchgezogen, hätte das nochmals fünf Jahre gedauert. Viele Opfer sind aber alt und gebrechlich und brauchen jetzt einen Solidaritätsbeitrag. Spätestens 2018 werden die ersten Zahlungen fliessen. Und nochmals: Es geht nicht nur ums Geld, sondern um die gesellschaftliche Anerken­ nung des Unrechts. Selbst mit einem Betrag von 100 000 Franken können Sie ein durch fürsorgerische Zwangsmassnahmen verpfuschtes Leben nicht mehr gutmachen.

Wie stark ist Ihr Vertrauen in den Schweizer Rechtsstaat auch heute noch erschüttert? Ich bin stolz, Schweizer zu sein. Das neue Gesetz zeigt, dass das politische System und die direkte Demokratie funktionieren. Ich führte unzählige Gespräche mit Parlamentariern und musste den Politikern aufzeigen, wie die Menschen gelitten hatten. Gerade von Mitgliedern liberaler Par­ teien wurde ich anfangs konsequent abgeblockt. Und ich frage mich, was liberal daran ist, wenn Menschen ohne Gerichtsurteil einfach weg­ gesperrt werden. Aufgrund meiner persönlichen Lebensgeschichte habe ich zwar Vertrauen, aber auch eine gewisse Distanz gegenüber dem Staat und seinen Institutionen. Sie sind selbst in Heimen auf­ gewachsen. Wie stark belastet Sie das heute noch? Dank meiner Projekte konnte ich das gut verarbeiten. Ich habe die Guido­Fluri­Stiftung gegründet für Menschen mit ähnlichem Schick­ sal. Als Heimkind litt ich darunter, dass meine Mutter an Schizophrenie erkrankte, ich viele Jahre später an einem Hirntumor. Und so kümmert sich die Stiftung mit dem Aufbau einer Klinik um seltene Tumore so­ wie um Schizophrenie. Mein neustes Projekt startet am 1. Februar in Zürich: Dort werden wir eine Anlauf­ stelle für Personen eröffnen, die wegen einer Massnahme des Kindes­ und Erwachsenenschutzes nicht mehr weiterwissen und eine neutrale Beratung suchen. Ich denke etwa an verzweifelte Mütter. Wichtig: Wir wollen die Kindes­ und Erwach­ senenschutzbehörden damit stärken und nicht schwächen. Und Ihr Engagement für die Opfer der Zwangsmassnahmen ist mit dem neuen Gesetz beendet? Nein. Ich bin voraussichtlich im Gre­ mium, das sich um die Auszahlungen an die Opfer kümmert. So werde ich weiterhin an vorderster Front dabei sein. Das ist mir sehr wichtig. MM

Was wissen Sie über Verdingkinder?

Guido Fluri (50) ist Unternehmer,

«Vater» der Wiedergutmachungsinitiative und Mitglied der «Parlamentarischen Gruppe Fürsorgerische Zwangsmassnahmen».

Jeanine Wetli (26), Praktikantin Marketing, Widen AG: «Ich habe

einen Grossonkel, dem das passiert ist. Ich weiss, dass Kinder den Müttern weggenommen und auf Bauernhöfen als Arbeitskräfte eingesetzt wurden.»

Ives Bartel (16), Lehrling Gebäudetechnikplaner, Zürich: «Ich weiss

überhaupt nichts über die Verdingkinder und wie schlecht es diesen offenbar ging. Das alles war in der Schule nie ein Thema.»

Miriam Mura (30), Grafikerin, Zürich: «Das waren Kinder, die auf

Bauernhöfen arbeiten mussten. Diese traurigen Schicksale würde man nicht auf Anhieb mit der Schweiz in Verbindung bringen.»


12 | MM1, 3.1.2017 | MENSCHEN

Für den pensionierten Physiker Wolf Seelentag ist Ahnenforschung ein «spannendes Detektivspiel.»


MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 13

Schritt für Schritt zum eigenen Stammbaum: www.migmag.ch/ ahnen

Genealogie

Den lieben Ahnen auf der Spur

Wissen Sie, wie Ihr Ur-Ur-Urgrossmutter zum Vornamen hiess? Sind Sie ein Nachkomme Karls des Grossen oder die Cousine 17. Grades eines bekannten Hollywoodstars? Ahnenforschung ist mühsam und zeitintensiv. Und doch boomt sie. Drei Hobbygenealogen erzählen, was sie an der aufwendigen Suche nach ihren Vorfahren fasziniert. Text: Andrea Freiermuth

Bilder: Beat Schweizer

D

er Virus packte ihn 1984: Damals fand Wolf Seelentag (69) im Nachlass seines Vaters eine kleine Ahnentafel und die familien­ geschichtlichen Aufzeichnungen einer Grosstante. Der gebürtige Deutsche wohnte damals bereits in St. Gallen, hatte jedoch keine Ahnung, dass er sogar Vorfahren in Gossau SG hatte – und dann erst noch historisch relevante. Auch Lukas Roth (27) ist infiziert: In den Bücherregalen seines Studios lagern mehrere hundert Manga­Bücher, fein säu­ berlich nach Ausgaben sortiert. Die grösste Sammlung des Biologiestudenten befindet sich allerdings auf seinem Computer, besser gesagt auf dem Server von myheritage.com, wo Lukas Roth den Stammbaum seiner Familie erstellt hat. Seine Ahnentafel um­ fasst mehr als 115 000 Einträge und reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Mit der ganzen Welt verbunden

Bern, Basel, Boston und Baltimore: Lukas Roth hat überall Verwandte aufgestöbert. Mit einem Klick scheint er verbunden mit der ganzen Welt. Dabei sitzt er am Schreib­ tisch unter seinem Hochbett, im Keller­ geschoss seines Elternhauses in Heimberg BE. Rund vier bis sechs Stunden pro Woche surft er so auf den Spuren seiner Familie. «Meine Herkunft hat mich schon immer interessiert», erklärt Lukas Roth die Faszi­ nation der Ahnenforschung. «Ich suche

nach dem Ursprung.» Ein echter Meilen­ stein wäre, wenn er das Familienwappen der Roths finden würde. «Aber vielleicht gab es da auch gar nie eines.» Richtig ins Zeug zu legen begann er sich vor sechs Jahren, als ein entfernter Ver­ wandter aus den USA bei seiner Tante zu Besuch war. Dieser interessierte sich eben­ falls für die Familiengeschichte. In Nord­ amerika ist die Ahnenforschung eines der beliebtesten Hobbys. Auch sonst scheint Lukas Roth familiär vorbelastet zu sein: Schon der Grossvater väterlicherseits hatte einen Stammbaum erstellt. Dank des Internets kann Roth allerdings auf ganz andere Quellen und Mittel zurück­ greifen. Mit ein Grund, warum die Ahnen­ forschung seit Anfang der 2000er­Jahre einen neuen Boom erlebt. Viele Archive sind heute online zugänglich, die Community der Ahnenforscher unterstützt sich gegenseitig in Foren, und auf Facebook gibt es diverse Gruppen zum Thema. Viele Plattformen funktionieren vergleichbar wie Wikipedia: User erstellen Datensätze über ihre Vorfahren, und wo verschiedene Nutzer gemeinsame Vorfahren haben, lassen sich ganze Äste des Stammbaums übernehmen. So musste Lukas Roth nur um die vier Prozent seiner Ahnen selbst ausfindig machen und erfassen – das waren allerdings immer noch stattliche 4000 Personen. Dass es so viele Übereinstimmungen gibt, überrascht nur auf den ersten Blick. Die Zahl

der Vorfahren verdoppelt sich mit jeder Ge­ neration und steigt so exponentiell an: Wenn man 500 Jahre zurückgeht, also etwa 20 Ge­ nerationen, hat jeder von uns rechnerisch zwei hoch zwanzig Vorfahren, das heisst eine Milliarde. Eine gewaltige Zahl, wenn man bedenkt, dass Ende des Mittelalters bloss 500 Millionen Menschen auf der Erde lebten. Mühelos von Generation zu Generation

Die Zahl der Vorfahren ist allerdings kleiner als die Hochrechnung suggeriert: Familien­ forscher sprechen in diesem Zusammen­ hang vom sogenannten Ahnenverlust. Er entsteht, wenn entfernte Verwandte mit­ einander Kinder gezeugt haben, was nicht selten vorkommt. Roths Eltern etwa sind Cousins 7. Grades. Sie hatten gemein­ sam Ururururururgrosseltern, die Anfang des 18. Jahrhunderts geboren wurden. Grade, Linien, Äste. Väterlicherseits und mütterlicherseits. Heimatorte, Geburts­ daten, Todestage. Erzählt Lukas Roth von seinen Ahnen, ist man als Zuhörer schnell überfordert, während er selbst gedanklich mühelos von Generation zu Generation springt und sich dabei nie in den Verästelun­ gen verirrt. Auch den Erzählungen von Wolf Seelentag kann man nur mit Höchstkonzentration folgen. Die Fülle droht den Zuhörer schlicht zu erschlagen. Dabei wäre die Familienge­ schichte des pensionierten Medizinphysikers durchaus spannend, wenn es ihm gelänge,


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MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 15

sich kurz zu fassen: Josef Anton Contamin von Gossau SG (1702–1757) war Reichsvogt für die Fürstabtei von St. Gallen. Das heisst, er trieb un­ ter anderem Steuern für den Abt ein, der zugleich Reichsfürst war. Der Neffe dieses Contamin hingegen wollte den Obolus nicht mehr zahlen und zettelte gemeinsam mit anderen einen Aufstand an, der in die Ge­ schichtsbücher als die «Revolution von St. Gallen» einging. Ein Revoluzzergen hat Nachfahre Seelentag bei sich selbst bisher nicht entdeckt: «Man sieht an diesem Bei­ spiel, wie sich die Charaktere bereits unter relativ nahen Verwandten unterscheiden. Der Onkel war regie­ rungstreu, sein Neffe nicht.» Darum bezweifelt er, dass sich aufgrund der Ahnenforschung Rückschlüsse zum eigenen Ich ziehen lassen. Viele Ahnenforscher sind auf der Suche nach blauem Blut in ihren Adern. Eine Obsession, die Rentner Seelentag nicht teilt. «Mich faszi­ nieren das spannende Detektivspiel und Geschichte ganz allgemein.» Wichtig sei ihm dabei, hinter Famili­ ennamen und Geburtsdaten zu blicken und dabei möglichst wissen­ schaftlich zu arbeiten. Darum nutzt Wolf Seelentag, der auch als Vize­ präsident der Genealogisch­Heraldi­ schen Gesellschaft Ostschweiz amtet, wo immer möglich Primärquellen.

Lukas Roth tut, deshalb skeptisch gegenüber: «Es gibt leider viele, die nicht sauber arbeiten.» Zudem schlichen sich beim Übersetzen und Entziffern von alten Dokumenten schnell Fehler ein, die sich lawinen­ artig im Netz verbreiten würden, wenn jeder von jedem abschriebe. Primärquellen vor 1800 sind oft in Latein und immer in alter deutscher Schrift verfasst. Dazu kommen früher gängige Abkürzungen, die heute nur noch Kenner richtig interpretie­ ren können. Ein Beispiel: Der Monat November wird in Dokumenten aus dem 17. und 18. Jahrhundert oft mit 9bris abgekürzt (abgeleitet vom lateinischen novem): Novizen lesen das dann als September – und schon ist jemand zwei Monate früher gebo­ ren oder verstorben. Solche Anfängerfehler möchte Wolf Seelentag Jungforscher Roth nicht unterstellen. Stattdessen begrüsst er, dass sich heute vermehrt auch Junge für die Ahnenforschung interessieren. «Es ist ideal, wenn man schon in jun­ gen Jahren beginnt, dann kann man die Grosseltern noch befragen.»

Datenbanken und Archive

So finden auch Sie Ihre Vorfahren Die Einstiegsseite: Die Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung betreibt ein Portal mit Infos zu Quellen, Veranstaltungen und Berufsgenealogen. www.sgffweb.ch

Das Schweizer Forum: Das Geneal-Forum ist die in der Schweiz bekannteste Diskussionsplattform für Ahnenforscher. www.geneal-forum.com

Myheritage: Das Portal hat

nach eigenen Angaben weltweit 84 Millionen Nutzer und ist in 42 Sprachen verfügbar. Hier lassen sich unter anderem virtuelle Stammbäume erstellen. Die Basisversion ist kostenlos. www.myheritage.com

Die Daten der Mormonen:

Für die «Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage» ist Ahnenforschung ein Teil der Religion. Die Mormonen archivieren seit Jahrzehnten rund um den Globus alte Kirchenbücher auf Mikrofilm und speichern die Angaben in ihrer Genealogie-Datenbank. Sie ist mit rund 650 Millionen Einträgen inzwischen die grösste Genealogiedatenbank der Welt – und frei zugänglich.

Die Ehefrau trägts mit Fassung

Da er mit diesem Ansatz in seiner eigenen Familiengeschichte nur noch mit aufwendigen Reisen weiterkom­ men würde, nimmt Seelentag heute Anfragen aus aller Welt entgegen und geht Hinweisen zu Personen aus dem Kanton St. Gallen nach – unent­ geltlich, weil man sich unter Ahnen­ forschern unterstützt. Zwei bis drei Stunden pro Tag in­ vestiert der Pensionär in sein Hobby. Sehr viel Zeit verbringt er im Stadt­ archiv St. Gallen, wo er alte Doku­ mente im Original lesen kann. Seine Frau, sagt er, trage es mit Fassung. Besonders interessant sind für ihn die Ratsprotokolle: «Da stehen Dinge, die heute als privat gelten würden.» So seien etwa Ehestreitigkeiten vermerkt oder wenn jemand seine Schulden nicht gezahlt habe oder sonst aus der Reihe getanzt sei. Hobbyforscher Seelentag glaubt nur, was er mit eigenen Augen gese­ hen und selber überprüft hat. Er steht der Übernahme ganzer Äste eines Stammbaums, wie das Jungforscher

www.familysearch.org

Das Familiennamenbuch:

Es enthält Angaben zu insgesamt 48 500 Familien, die 1962 in einer Schweizer Gemeinde ein Bürgerrecht besassen. www.hls-dhs-dss.ch

Die Seite von Corinne Iten: Neben der eigenen Familiengeschichte bietet sie Tipps für Einsteiger und weitere Links. www.iten-genealogie.jimdo.com

«Ich suche nach dem Ursprung», sagt Student Lukas Roth.

Staatsarchive: In den Archiven der Kantone werden wichtige Quellen zentral aufbewahrt – etwa Kirchenbücher, Familienregister oder Steuerverzeichnisse. Der Zugang ist je nach Kanton unterschiedlich geregelt und zum Teil kostenpflichtig.


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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Hinflug Zürich–Madrid. Individuelle Anreise zum Flughafen Zürich-Kloten und Linienflug mit Swiss nach Madrid. Panorama-Stadtrundfahrt. 2. Tag: Madrid–Aranda de Duero–Burgos. Weiterfahrt nach Burgos. Zwischenhalt in Aranda de Duero am Duero-Fluss inmitten der schönen Landschaft, die für ihren Wein bekannt ist. 3. Tag: Burgos–Bilbao. Am Vormittag besichtigen wir unter einheimischer Führung die mittelalterliche Stadt Burgos. 4. Tag: Bilbao und Guggenheim Museum. Den heutigen Tag widmen wir Bilbao mit seiner 700-jährigen Altstadt und bedeutenden Werken moderner Architektur. Nach einer Stadtführung besichtigen wir das Guggenheim Museum mit Audioguides. 5. Tag: Bilbao–Santander–Santillana del Mar–Oviedo. Weiterfahrt entlang der kantabrischen Küste nach Santander. Stadtführung durch die elegante Stadt. Zauberhafte Küstenfahrt und Zwischenhalt in Santillana del Mar, das sich sein mittelalterliches Ambiente nahezu bewahrt hat. Am Abend erreichen wir Oviedo.

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6. Tag: Oviedo–Lugo. Geführter Spaziergang durch die Altstadt der Hauptstadt Asturiens. Weiterfahrt entlang der Costa Verde, eine der schönsten Küsten Spaniens. Gegen Abend Ankunft in Lugo. Prachtstück seines römischen Erbes ist die Stadtmauer aus dem 3. Jh., die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. 7. Tag: Lugo–La Coruña–Santiago de Compostela. Fahrt nach La Coruña. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Herkulesturm, ein Leuchtturm der schon seit 2000 Jahren auf einem Kap vor der Stadt Wache hält. Phantastische Panoramafahrt entlang der «Costa de la Muerte» (Todesküste) zum Kap Finisterre und weiter nach Santiago de Compostela. 8. Tag: Santiago de Compostela, fakultatives Abendessen. Unter kundiger Führung erfahren wir heute, was die Faszination von Spaniens berühmtestem Wallfahrtsort ausmacht. Nachmittag zur freien Verfügung. Am Abend Möglichkeit zu einem Abendessen mit galicischen Spezialitäten (fakultativ). 9. Tag: Santiago de Compostela– Pontevedra–Porto. Eindrückliche Küstenfahrt entlang der Rías-Küste nach Pontevedra. Dieser Küstenabschnitt ist geprägt von den sogenannten Rías, fjordähnlichen Flussmündungen, in die das Meer eingedrungen ist. Individueller Aufenthalt in Pontevedra und anschliessend Weiterfahrt entlang der Rías Bajas nach Porto. 10. Tag: Porto. Porto ist die zweitgrösste Stadt Portugals und Heimat des Portweins. Stadtbesichtigung mit anschliessender Portwein-Degustation. Nachmittag zur freien Verfügung. 11. Tag: Porto–Douro-Tal–Salamanca. Panoramafahrt durch das Douro-Tal, eines der ältesten bekannten Weinbaugebiete der Welt und Unesco-Welterbe, auf dem Weg Richtung Salamanca. 12. Tag: Salamanca–Madrid – Rückflug nach Zürich. Salamanca ist die älteste Universitätsstadt Spaniens. Altstadtrundgang und anschliessend Fahrt nach Madrid, von wo wir am Nachmittag nach Zürich zurückfliegen.

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MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 17

Namen und Daten sind nur der Ausgangspunkt. Sachbearbeiterin Corinne Iten interessiert vielmehr, was hinter den Fakten steckt.

Alfred Messerli

«Ein Versuch, die eigene Sterblichkeit zu überwinden» Alfred Messerli, warum inter­ essieren sich Menschen für ihre Vorfahren? Ahnenforschung ist ein Versuch, die eigene Sterblichkeit zu überwinden. Dank der Vorfahren sieht man sich als Teil einer grossen Linie, als Teil vom Ganzen. Und indem man die Geschichte der eigenen Familie aufarbeitet und diese verschriftlicht, etwa in einem Stammbaum, hinterlässt man der Nachwelt etwas – und verschwindet dereinst nicht spurlos. Kann Ahnenforschung zur Identitätsfindung beitragen? Die Vorstellung ist etwas sehr romantisch. Natürlich lassen sich gewisse Rückschlüsse ziehen. Die Familiennamen etwa gehen oft auf Berufe, Ortschaften oder Eigenschaften zurück. Aber man sollte sich bewusst sein: Die Vergangenheit ist immer auch eine Konstruktion. Man muss aufpassen, dass man sich aus der Fülle von Informa­ tionen nicht einfach das heraus­ pickt, was einem gerade passt.

Dieser Meinung ist auch Corinne Iten (38) aus Gisikon-Root LU. Die Sachbearbeiterin beschäftigt sich seit knapp zehn Jahren intensiv mit ihren Vorfahren. Ihre Wurzeln reichen bis nach Oberbayern, Unterfranken und Westböhmen. Zudem erforscht sie alle Iten-Familien aus dem Kanton Zug, die zwischen 1850 und 1940 in die USA oder nach Frankreich ausgewandert sind. Neben ihrer eigenen Ahnenforschung, die sie auf einer Website akribisch dokumentiert, beantwortet sie auch Fragen in kostenlosen Foren in drei Sprachen. Dabei hat sie sich auf Auswanderer nach Nordamerika sowie Kriegsschicksale in den beiden Weltkriegen spezialisiert: «Ich versuche stets, die Originaldokumente zu finden, diese richtig zu interpretieren und zu übersetzen.» Über das «Schweizerische Handelsamtsblatt» aus dem Jahr 1979 hat sie herausgefunden, dass ihre Grosstante ihre Wirtschaft mit Mercerieladen in Fischingen TG bis ins hohe Alter von 78 Jahren geführt hat. Aus einer Kriegsstammrolle, einer Art Personal-

akte für Soldaten, weiss sie, dass ihr Urgrossonkel Anselm Beinberger am 3. September 1915 um 2.15 Uhr durch Minensprengung im Feldunterstand verschüttet wurde. Und aus einer Firmendokumentation hat sie erfahren, dass entfernte Verwandte von ihr Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA die Iten Biscuit Company gründeten. Die Familie war sozial engagiert, finanzierte Kinderspiel­ plätze – und darum wurde letztlich sogar ein Footballstadion nach ihr benannt. Auf die Frage, warum sie so viel Energie in ihr Hobby stecke, verweist Corinne Iten auf ihre Website: «Schauen Sie, was ich alles über meine Familie herausgefunden habe. So viele kleine Puzzlesteine. Das ist einfach faszinierend.» Namen und Daten seien nur der Ausgangspunkt: «Spannend ist, was man darüber hinaus noch finden kann.» Zu finden gibt es unendlich viel. Denn theoretisch liesse sich der Stammbaum bis Adam und Eva zurückverfolgen. Das ist das Dilemma aller Ahnenforscher: Die Suche nach dem Ursprung wird irgendwann eine Begegnung mit der Unendlichkeit. MM

Manche Historiker belächeln die Genealogie. Zu Recht? Nein, nicht unbedingt. Ich selbst bin als Wissenschaftler schon auf Arbeiten von Ahnenforschern gestossen, für die ich sehr dankbar war. Da steckt oft unglaublich viel Aufwand dahinter. Arbeiten Hobbyforscher seriös – also mit Quellen, die sich überprüfen lassen –, können sie einen wichtigen Beitrag zur Alltagsgeschichte der kleinen Leute leisten. MM Alfred Messerli (63) ist Professor am

Institut für Sozial­ anthropologie und Empirische Kulturwissen­ schaft der Uni­ versität Zürich.


18 | MM1, 3.1.2017 | MENSCHEN

SRF-Tiergeschichten

Zorros Nacht auf dem Polizeiposten

Diese Woche startet Monika Fasnachts neue Tiersendung im Schweizer Fernsehen. Für eine Folge hat sie Joli Jetzer und ihren Zwergziegenbock Zorro besucht. Der war vor zwei Jahren unter mysteriösen Umständen aus seinem Gehege verschwunden. Eine tierische Geschichte mit Happy End. Text: Ralf Kaminski

L

egolas, Mogli und Joujou meckern und schreien lautstark. Auch Zorro wirkt nicht gerade glück­ lich. Eben hat Joli Jetzer (32) den schwarzen Zwergziegen­ bock aus dem gemeinsamen Gehege genommen, damit ihn der Fotograf besser in Szene setzen kann. Und das passt Zor­ ros Gefährten gar nicht. «Zwerg­ ziegen sind Herdentiere», er­ klärt Jetzer, «sie mögen es über­ haupt nicht, wenn eines von der Gruppe getrennt wird.» Das macht jene Oktobernacht 2014 umso mysteriöser, als Zorro ganz allein und laut klagend durch die nächtlichen Strassen von Baar ZG streifte, bis An­ wohner die Polizei alarmierten. Kindergärtnerin Jetzer wohnte damals noch in der Zuger Kleinstadt, das Gehege mit den Ziegen war etwa fünf Minuten von ihrer Wohnung entfernt. Am Abend hatte sie die Tiere gefüttert und war dann nach Hause gegangen. «Zorro würde sich niemals einfach so von den anderen entfernen», sagt Jetzer, «zudem würden die einen Riesenlärm machen, wenn ihn jemand mitnimmt.»

Bilder: Daniel Winkler

Doch davon hat niemand etwas mitbekommen. Das Gehege war auch am folgenden Tag noch ab­ geschlossen, einzig der Zaun an einer Stelle etwas eingedrückt. Hat jemand Zorro gepackt und über den Zaun gehoben? «Dafür müsste man ziemliche Kraft haben», sagt Jetzer. Mit Zorro verschwand auch Stripes, ein altes Kaninchenweib­ chen, das gemeinsam mit den Ziegen im gleichen Gehege lebte. Zudem war es eine Vollmond­ nacht, was Jetzer auf eine wilde Idee brachte: okkulte Gruppie­ rungen. «Ich habe danach viel darüber gelesen: Schwarze Ziegenböcke symbolisieren den Teufel, und Kaninchen werden gern bei Ritualen geopfert.» Ob es sich tatsächlich um solch finstere Machenschaften handel­ te, weiss bis heute niemand, umso mehr, als auch Kaninchen Stripes lebend wieder auftauchte, was ihre Besitzerin jedoch erst einen Monat später erfuhr. Zorro verhielt sich vorbildlich

Die alarmierte Zuger Polizei rückte in jener Nacht jedenfalls aus, um den lärmenden Zorro einzufangen, was ohne grössere

Probleme gelang. «Zorro hat sich während des Einsatzes und seines Aufenthalts bei uns absolut vorbildlich verhalten», sagt Mediensprecherin Judith Aklin. «Er hat zwischendurch zwar etwas gemeckert, ansons­ ten hatten wir aber überhaupt keine Probleme mit ihm.» Da seine Ohrenmarke abge­ brochen war, konnte die Polizei seine Besitzerin nicht eruieren und brachte das Tier vorerst in der Tiefgarage in einem mobilen Warteraum unter, in dem bei Bedarf auch Demonstranten für kurze Zeit platziert werden. Er bekam Wasser und Äpfel, derweil eine Mitteilung an die Medien rausging, dass man den Besitzer einer ausgebroche­ nen Zwergziege suche. Joli Jetzer bekam davon jedoch nichts mit – weder von Zorros Verschwinden noch von der Suche. Die Polizei recher­ chierte am nächsten Vormittag unter anderen Ziegenbesitzern der Region, erreichte schliess­ lich Jetzers Vater telefonisch, der dann seine Tochter infor­ mierte. Bereits am Nachmittag holte sie Zorro bei der Polizei in Zug ab und spazierte mit ihm

Joli Jetzer füttert Zorro, derweil Herdenchef Legolas (Mitte) klarstellt, wer der Boss im Gehege ist.


MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 19

Den Trailer zur Sendung gibts hier: www.migmag.ch/ tv-tiere


MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 21

Aufruf im Migros-Magazin

Weitere tierische Storys

Irritiert, aber friedlich: Zorro in der Tiefgarage der Zuger Polizei

an der Leine zurück nach Hause. «Spannend war, dass ich auf dem Heimweg mehrmals angesprochen wurde. Offensichtlich hatten viele Leute die Nachricht in den Medien gesehen – nur ich nicht», erzählt sie und lacht. Dank Migros-Magazin nun auch im Fernsehen

In den nächsten Tagen wurde Zorro zum Medienstar. Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende. Etwa ein Monat später entdeckte Jetzer ein Foto von Stripes in einem Inserat eines Tierheims. Das Kaninchen war im gleichen Quartier wie Zorro von einer Anwohnerin gefunden worden. Sie brachte Stripes ins Tierheim, wo die überglückliche Jetzer sie unversehrt wieder abholen konnte. Die ganze Geschichte verewigten Jetzer und ihre Freundin Manu Müller später auch noch als Bilderbuch für Kinder (siehe Box unten). Und als Jetzers Mutter vor zwei Monaten den Aufruf im Migros-Magazin sah, sich mit interessanten Tiergeschichten beim Schweizer Fernsehen für ihre neue Sendung zu melden, zögerte die Kindergärtnerin nicht lange. «Bereits zwei Tage später kam ein Anruf», sagt sie. Monika Fasnacht, die mit ihrem

Verlosung

Bilder: SRF

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Hund Filou durch die Sendung führt, spricht von einer perfekten Geschichte: «Es haben sich viele Leute mit Hunden und Katzen gemeldet, das macht jedes andere Tier besonders interessant. Und Zorros Geschichte hat so viele verschiedene Aspekte, das ist ideal für uns.» Für die Dreharbeiten reisten Fasnacht, Filou und eine fünfköpfige TV-Crew nach Allenwinden ZG, wo Jetzer mit ihrem Mann im obersten Stock eines alten Bauernhauses lebt; das Gehege mit vier Ziegen und zwei Kaninchen befindet sich direkt neben dem Haus. Stripes ist vor zwei Monaten eines natürlichen Todes gestorben, aber Zorro, der bald zehn Jahre alt wird, geht es noch immer bestens. Während das SRF-Team mit Jetzer im Gehege dreht, muss Filou davor warten. «Zwergziegen und Hunde – das ist ein eher schwieriges Verhältnis», sagt Fasnacht. «Und die haben ja auch ziemliche Hörner.» Legolas, der Chef der kleinen Gruppe, sieht sich dann auch mehrmals veranlasst klarzustellen, dass er im Gehege der Boss ist – Zorro hin, Kameracrew her. Ansonsten läuft aber alles rund, abgesehen von der Kälte, die nach drei Stunden alle spüren. «Eine spannende Sache», findet Joli Jetzer, der die Dreharbeiten grossen Spass gemacht haben. «Ich bin schon neugierig, wie das dann im Fernsehen aussieht.» MM

53 Geschichten bekam das Schweizer Fernsehen nach dem Aufruf im Migros-Magazin letzten Oktober. Neben derjenigen über Zorro wird das SRF noch fünf weitere Storys für Monika Fasnachts neue Tiersendung umsetzen:

Brautkleid auf dem Wallach Benji bis zur Kirche reiten kann – wie eine echte Prinzessin. Ein verstossenes Schaf wird zum Haustier: Böbbele wurde

als einziges schwarzes unter lauter weissen Schafen geboren und von der Herde verstossen. Landwirt Laurenz Pfister-Bruhin aus Tuggen SZ zieht den kleinen Aussenseiter also von Hand auf – seither lebt Böbbele mit einem Berner Sennenhund und zwei Eseln in einer Art WG auf dem Bauernhof. Hündin begleitet Herrchen in den Tod: Der Schock bei Reto

Golden Retriever Akimo freut sich über seine Rettung. Dramatische Rettung in den Bergen: Der Golden Retriever Akimo klettert im Oktober 2016

bei einer Bergwanderung in Bellwald VS zu einem Bergbach hinunter, rutscht immer weiter ab und schafft es nicht mehr zurück – unter ihm geht es 70 Meter in die Tiefe. Seine Menschen, Familie Potthast aus Safenwil AG, alarmieren die Bergrettung, die es schliesslich schafft, den Hund in Sicherheit zu bringen. Auf dem Pferd zur Hochzeit:

Reittherapeutin und Pflegefachfrau Manuela Widmer aus Tuggen SZ arbeitet schon seit einiger Zeit mit ihren Pferden, um Kindern mit ADHS oder Erwachsenen mit Depressionen zu helfen. Für sie geht ein grosser Wunsch in Erfüllung, als sie für ihre Hochzeit 2010 mit ihrem

Kellerhals und seiner Frau ist gross, als er die Diagnose Dickdarmkrebs erhält. Ihre Terrierhündin Leila gibt beiden Kraft und ist auch ganz nah bei ihm, als Reto schliesslich stirbt. Heute spendet sie seiner Witwe in Münchenstein BL Trost und hilft ihr, mit der Trauer umzugehen. Ein Ochse entkommt dem Schlachthaus: Lurchi wurde von

seiner Mutter nicht angenommen und deshalb von der Bauernfamilie Jäger in Peist GR von Hand aufgezogen. Wenn die Töchter mit dem irischen Dexter-Ochsen am Halfter durchs Dorf spazierten, wurde er oft mit einem grossen Hund verwechselt. Weil er als ausgewachsenes Tier zutraulich bleibt, wird er nicht geschlachtet, sondern zieht nun einen Wagen und sorgt beim grossen Alpabzug am Internationalen Walsertreffen in Arosa GR für Furore. MM Das Schweizer Fernsehen ist noch immer an weiteren berührenden oder besonderen Tiergeschichten interessiert: tiergeschichten@srf.ch

Die erste Ausgabe von «Tiergeschichten – unterwegs mit Monika und Filou» läuft am Sonntag, 8. Januar, 18.15 Uhr auf SRF 1. In welcher Folge Zorro zu sehen sein wird, ist noch offen. Joli Jetzers Bilderbuch-Abenteuer «Zorro und Stripes» kann hier bezogen werden: www.bilder-garten.ch

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MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 23

E Bänz Friedli

Jetzt gibts Schelte!

Eine Familie ist in aufgeräumter Stimmung unterwegs, in einem Zug irgendwo hinter Luzern. Vier Buben, der älteste vielleicht vierzehn, dazu eine kleine Schwester, die noch fast ein Baby ist. Eltern und Kinder füllen zusammen beinahe zwei Abteile. Die Kinder spielen Karten, sind bester Dinge und kommentieren lauthals ihr Tun. Auch der Vater ist voller Freude dabei. Nur die Mutter ist, wie sie mir später erzählen wird, etwas besorgt und darauf bedacht, die Mitreisenden nicht allzu sehr zu stören. «Sieben Leute, die nicht an einem Tablet oder Handy hängen, verursachen Lärm», weiss sie, «und in Schweizer Zügen ist dies unbeliebt. Familien sollen sich, bitte schön, ruhig verhalten.»

Bänz Friedli (51) ist angenehm überrascht.

Als das Heimatdorf naht, macht die ganze Bande sich unter Getöse auf zur Ausgangstür. Geschafft!, denkt die Mutter schon. Doch da geschieht es: Ein Passagier – ein älterer Herr – steht auf und steuert auf den Vater der kinderreichen Familie zu. Die Mutter weiss, was kommt: Gleich wird der Alte ihrem Mann eine Moralpredigt halten, was ihm eigentlich einfalle, mit seinen Goofen einen solchen Saulärm zu machen. Respekt- und rücksichtslos sei das, jawoll! Sie hat keine Lust auf eine Diskussion mit einem Rentner und verzieht sich Richtung Ein- und Aussteigebereich des Waggons. Stünde der Zug doch bloss schon still!

Der Senior stellt sich dem Familienvater in den Weg. Doch dann dies: Er streckt ihm die Hand hin und sagt: «Gratuliere zu Ihrer Familie. Es ist ein riesen Plausch, euch zuzuhören. Solch fröhliche Kinder, das macht Freude. Da! Gönnt euch ein Dessert!» Und drückt dem verdutzten Vater ein Geldnötli in die Hand. Zeit zum Aussteigen! Noch ehe der Vater weiss, wie ihm geschieht, steht er draussen auf dem Perron, der Zug rollt wieder an – und als er die Hand öffnet, kommt eine Hunderternote zum Vorschein. Diese wahre Geschichte hätte zum Advent gepasst. Vielleicht aber passt sie auch zu Neujahr. Sich zu freuen über die Freude anderer, sich nicht ob der leisesten Störung bedrängt zu fühlen, Übermütigen ihren Übermut zu lassen – das gelingt, wenn man selbst im Lot, mit dem Leben zufrieden ist. Der alte Mann mit der Hundert-Franken-Note imponiert mir: Er hat den Lebensabschnitt von Kindergeschrei und Windelnwechseln längst hinter sich, er könnte auf sein Recht pochen, ungestört Zug zu fahren. Doch er ist frei von Bitterkeit und missgönnt der Familie ihr volles, pralles Leben nicht. Weiss gar nicht, ob mir das in seiner Situation gelungen wäre … Schön wärs, es gäbe mehr solcher Leute wie ihn. Anderen ihr Glück zu gönnen – wollen wir uns das vornehmen, fürs neue Jahr? MM

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MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 27

Leserforum

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MM52: Interview mit Giacobbo/Müller

«Humor erlaubt uns, gewisse Leute bei ihrem Tun zu stören»

Bild: Sava Hlavacek/SRF

«Ein Spruch hilft über all die Mühsal hinweg» Die Narrenfreiheit der Komödianten und Satiriker ist für die politische Meinungsbildung gefährlicher, als sie vorgibt. Sie zielt auf den Bauch statt auf den Verstand und setzt sich auch dort länger fest, weil sie mit einfachen Kalauern und Bildern operiert. Wir sind doch alle dankbar für einfach merkbare Bilder in unserer komplexen Welt. Wer will sich schon bei Abstimmungen mühsam mit einer kontroversen Abstimmungsvorlage auseinandersetzen? Da hilft doch ein Spruch von Giacobbo/ Müller oder ein karikierender Film von Rolf Lyssy über all die Mühsal hinweg. Alex Schneider, 5024 Küttigen AG

MM52: Neujahrsgruss von Migros-Chef Herbert Bolliger

Die meisten Menschen haben erkannt, dass die Verdoppelung der Schweizer Bevölkerung als auch die Verdoppelung der Erdbewohner innert ca. eines halben Jahrhunderts praktisch nur Nach- und keine Vorteile gebracht hat. Dieses grenzenlose Wachstum ist heute national als auch weltweit das Problem Nummer eins, und die meisten anderen Probleme sind einfach eine Folge davon. Mit Fremdenfeindlichkeit hat dies nichts zu tun. Hansjörg Menzi, via www.migrosmagazin.ch

Dr. Semmelweis beim Sezieren.

Seit der ersten Folge des «Bestatters» spielt Martin Ostermeier den Wiener Gerichtsmediziner Dr. Alois Semmelweis. Das Migros-Magazin hat den Schauspieler getroffen und über den Tod, Service public und Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne gesprochen. Die erste Folge der fünften Staffel wird heute Dienstag, 3. Januar, um 20.05 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt. Zum Interview: www.migmag.ch/ostermeier

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28 | MM1, 3.1.2017 | MENSCHEN

Helmut Hubacher

«Irgendwo gibt es eine Grenze, wo das Volk nicht mehr mitmacht» Obergrenze bei der Zuwanderung? Klassenkampf? Seine Partei müsse sich angesichts ihrer mässigen Wahlerfolge etwas einfallen lassen, sagt der frühere SP-Parteipräsident Helmut Hubacher. Das politische Urgestein hat soeben sein achtes Buch veröffentlicht. Ein Gespräch über Arbeiter, Raubtierkapitalismus und den schlechten Ruf von Politikern. Text: Philipp Löpfe Bilder: Kostas Maros


MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 29

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MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 31

Helmut Hubacher, 2016 war ein ziemlich schreckliches Jahr, nicht? Ich habe zum ersten Mal eine Operation gehabt. Aber die Chirurgie ist heute so gut, dass auch ein 90-Jähriger wieder auf die Beine kommt. Die Frage war eigentlich mehr politisch gemeint. Seit 2008 haben wir die Finanzkrise. Bereits zuvor hat George W. Bush den Nahen Osten destabilisiert. So gesehen war das Jahr 2016 die Fortsetzung einer falschen Politik, die bereits früher begonnen hat. Ist mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten das Ganze nicht noch viel gefährlicher geworden? Bush war eine Katastrophe. Was uns mit Trump erwartet, können wir derzeit noch nicht abschätzen. Er scheint völlig unberechenbar zu sein. Seine Unkultur ist jedoch erschreckend. In der Schweiz könnte ein Mann wie Trump nicht einmal Gemeinderat werden. Es gibt sogar Stimmen, die vor einem neuen Faschismus warnen. Teilen Sie diese Befürchtungen? Alles ist möglich, es war eine unglaubliche Wahl. Hillary Clinton hat versagt. Angesichts von Trumps Revolution von rechts muss man sich heute fragen, weshalb sie nicht Bernie Sanders als Vize nominiert und damit ein linkes Gegengewicht geschaffen hat. Sie selbst hat die Wall Street personifiziert – das war tödlich bei einem Mittelstand, der stagniert und Angst hat vor dem Abstieg. Den amerikanischen Demokraten wird der gleiche Vorwurf gemacht wie den Schweizer Sozialdemokraten: Sie seien keine Arbeiterpartei mehr, sondern die Partei einer linken Elite. Was halten Sie davon? Als ich 1975 Präsident der SP Schweiz wurde, geriet ich in die Nachwehen der 68er-Bewegung. Damals fand ein Kulturwandel statt. Frauen strömten in die Partei und meldeten sich auch zu Wort. Vertreter aus ganz anderen Berufsgattungen traten bei. Aus der Arbeiterpartei wurde eine linke Volkspartei. Als Reaktion darauf wurde die ausländerfeindliche Schwarzenbach-Bewegung sehr stark, die rund 300 000 Italiener ausweisen wollte. Das wurde für uns ein grosses Problem. Als Linke konnten wir nicht die Internationale singen und gleichzeitig Schwarzenbach zustimmen. Heute ist die SVP die stärkste Partei. Sie hat die Anliegen Schwarzenbachs auf-

genommen und punktet damit auch bei den Arbeitern. Wie soll die SP reagieren? Es stimmt leider, dass die SVP heute die stärkste Arbeiterpartei geworden ist, vor allem wegen ihrer Politik gegen die Ausländer. Wobei der typische Arbeiter heute nicht mehr im blauen Kittel daherkommt – stattdessen gehört er zum unteren Mittelstand im Dienstleistungsbereich, wie zum Beispiel eine Migros-Kassiererin. Es stimmt auch, dass sich die Linke mit der Ausländerfrage sehr schwertut. Ist man als Linker der wachsenden Ausländerskepsis machtlos ausgeliefert? Wenn man die Ausländer holt, soll man sie auch anständig behandeln – das war stets die Philosophie von Linken und Gewerkschaftern. Gleichzeitig haben sie immer für flankierende Massnahmen gekämpft, um Dumpinglöhne zu verhindern. Das bringt sie in eine Zwickmühle. Sie verteidigen die Personenfreizügigkeit, denn sie wollen sich auf keinen Fall dem Vorwurf der Arbeitgeber aussetzen, Arbeitsplätze ins Ausland verlagern zu müssen, weil sie zu wenig Leute haben. Das blockiert auch die SP ein Stück weit. Heisst das, eigentlich müssten auch die Linken gegen die Personenfreizügigkeit sein? Die Kontingentslösung, die von der SVP gefordert wird, haben wir 40 Jahre lang gehabt. Damit konnte die Wirtschaft gut leben. Müssen wir also wieder Kontingente einführen? Das geht nicht so einfach, weil dann die EU die bilateralen Verträge kündigen würde. Christoph Blocher will das jetzt ja in Kauf nehmen und diese Verträge kündigen. Für die Wirtschaft ist das völlig unvorstellbar.

Zur Person

Der SP-Doyen Der langjährige Nationalrat und SPPräsident Helmut Hubacher wurde am 15. April 1926 in Bern geboren. Nach einer Lehre als SBB-Stationsbeamter wurde er 1953 Gewerkschaftssekretär des VPOD Basel, dann, 1963, Chefredaktor der «Basler AZ» und leitete ab 1972 den Basler Gewerkschaftsbund. Er sass von 1963 bis 1997 im Nationalrat und war von 1975 bis 1990 Präsident der SP Schweiz. Kürzlich hat er sein achtes Buch veröffentlicht. Hubacher lebt im Jura, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Helmut Hubacher: «Das habe ich gerne gemacht», Zytglogge 2016, bei Ex Libris für Fr. 28.–

Kontingentslösung würde auch heissen: Kein Familiennachzug. Kann das die Linke moralisch vertreten? Gegenfrage: Können wir es vertreten, dass jedes Jahr rund 80 000 Menschen neu in die Schweiz kommen? Das entspricht etwa der Bevölkerung von Luzern. Wenn ich an eine SP-Versammlung gehe, werde ich regelmässig gefragt: «Genosse Hubacher, geht das nun ewig so weiter?» Es ist das Gleiche wie mit den Flüchtlingen: Irgendwo gibt es eine Grenze, bei der das Volk nicht mehr mitmacht. Das erlebt ja auch Angela Merkel in Deutschland. Sie hat humanitär grossartig gehandelt – und sich dafür eine immer stärker werdende AfD eingehandelt. Mit anderen Worten: Wir brauchen Obergrenzen? Es gibt Grenzen, wo die Menschen nicht mehr mitmachen. Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung sind Ausländer, das ist – mit Ausnahme des kleinen Luxemburgs – Spitze in Europa. Kleinbasel hat 52 Prozent Ausländer. Das kann ja nicht das Schweizer Modell werden, auch wenn es Leute gibt, die Kleinbasel viel lustiger finden als das Bruderholz, die Goldküste von Basel. So argumentiert auch Rudolf Strahm im parteiinternen Streit der SP. Die Parteileitung will hingegen den Klassenkampf wieder forcieren. Wie sehen Sie das? Schon zu meinen Zeiten wurde der SP vorgeworfen, sie sei eine linke Elitepartei geworden. In der SP der Nachkriegszeit liess Walter Bringolf nur diejenigen zu Wort kommen, die ihm passten. Er hat eine Arbeiterpartei präsidiert, und Arbeiter akzeptieren die Anweisungen des Chefs. Bürger hingegen weniger. Deshalb gehören Streitgespräche und Diskussionen zur modernen SP, auch wenn sie uns immer negativ angekreidet werden. Schaden diese Streitereien nicht der Partei? Seit den Wahlen von 1999 haben wir nicht mehr zugelegt. Heute haben wir 43 Nationalräte, schon nach dem Ersten Weltkrieg waren es 41. Es liegt auf der Hand, dass die Partei über ihren Kurs nachdenken muss. Als Parteipräsident muss man gelegentlich auch provozieren. Deshalb haut Christian Levrat auf den Tisch und sagt: So geht es nicht weiter. Also doch wieder mehr Klassenkampf? Klassenkampf ist wahrscheinlich nicht das, was bei den jungen Leuten besonders gut ankommt, in der Romandie vielleicht etwas mehr als in der Deutschschweiz. Andererseits hat die Vermögenskonzentration in der Schweiz enorm zugenommen. Eine kleine Gruppe von Superreichen


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MENSCHEN | MM1, 3.1.2017 | 33

besitzt immer mehr, während der Mittel­ stand stets härter rechnen muss, weil Kran­ kenkasse und Mieten zunehmend teurer werden. Ein Arbeiter kann sich heute in einer Stadt wie Basel kaum mehr Wohneigentum leisten. Mein Grossvater hatte als gewöhn­ licher Fabrikarbeiter noch ein eigenes Haus. Die Entwicklung läuft nicht für den Mittelstand und schon gar nicht für die sogenannten Kleinen. Was nun? Wir müssen verteidigen, was wir erreicht haben. Die AHV­Renten beispielsweise wurden schon lange nicht mehr erhöht. Und bei der «Überwindung des Kapitalis­ mus» besteht ein Missverständnis: Wir haben nichts gegen eine soziale Marktwirt­ schaft. Es geht um die Überwindung des Raubtierkapitalismus. Was ist mit den reichen Alten, die mit ihrem GA durchs Land gondeln, wenn sie nicht gerade auf einer Kreuzfahrt sind? Bei der AHV gibt es den vollen Teuerungs­ ausgleich nicht mehr. Bei den Pensions­ kassen gibt es sogar Einbussen. Selbst die Kasse des Roche­Konzerns hat den Um­ wandlungssatz nach unten korrigiert, das kann bald tausend Franken oder mehr pro Jahr ausmachen. Wir befinden uns auf einem höheren Niveau als der amerikani­ sche Mittelstand, aber auch bei uns ist der Trend nicht gut. Irgendwann sagt das Volk vielleicht auch bei uns: So geht es nicht wei­ ter! Nur können bei uns die Arbeiter «Figgi und Müli» spielen: Wenn es um die AHV geht, marschieren sie mit der SP, wenn es gegen die Ausländer geht, mit der SVP. Die SVP ist jedoch eine neoliberale Partei, die Sozialausgaben kürzen und Steuern senken will. SVP­Sozialpolitik hört bei den Bauern auf. Grosse Steuerhinterzieher etwa sind für sie nie ein Problem. Zudem behandelt Blocher chinesische Kommunisten anstän­ diger als uns Schweizer Sozialdemokraten. Wir leben im digitalen Zeitalter mit Robotern und künstlicher Intelligenz. Wenn es um neue Arbeitsmodelle geht, ist die SP ebenfalls sehr konservativ. So hat sie das bedingungslose Grund­ einkommen abgelehnt. Müssten die Genossen nicht langsam umdenken? Für den durchschnittlichen Schweizer ist ein Grundeinkommen von 2500 Franken etwas völlig Verrücktes, das man ihm nicht erklären kann. Hätte die SP Ja gesagt zum Grundeinkommen, dann hätte es geheissen: Typisch, der Staat muss wieder blechen. Sie waren nicht nur Politiker, sondern auch Journalist. Wie sehen Sie die Rolle der Medien im Zeitalter der

«Die Linke tut sich schwer mit der Ausländerfrage», sagt SP-Urgestein Helmut Hubacher.

«Lügenpresse» und der frei erfundenen Geschichten in den sozialen Medien? Ich habe noch für eine Parteizeitung gearbeitet, für die «Basler AZ». Diese Art von Zeitung hat sich selbst abgeschafft, weil sie zu lange nur die eigene Meinung verbreitet hat. Zum Internet und den sozialen Medien kann ich nichts sagen – ich lebe diesbezüglich in der Steinzeit und schreibe meine Texte noch auf einer Schreibmaschine. Sie schreiben heute noch eine Kolumne in der «Basler Zeitung», die Christoph Blocher sehr nahesteht. Weshalb? So lange ich schreiben kann, was ich will, schreibe ich. Sie betonen, wie gern Sie Politiker waren. Heute ist das schon eine geradezu frivole Aussage: Politiker haben einen noch schlechteren Ruf als Journalisten. Das habe ich so nicht erlebt. Als Partei­ präsident wurde ich auf der Strasse häufig angesprochen – meist kam erst mal die Frage, ob mir das nicht unangenehm sei. «Nein», sagte ich jeweils, «leiden tun jene,

die in Ruhe gelassen werden.» Keiner möchte Mauerblümchen sein. Anders ist es mit den anonymen Feiglingen, die böse Briefe schreiben und manchmal gar Morddrohun­ gen. So etwas gehört in den Papierkorb. Man sollte damit bloss nicht zum «Blick» rennen – Nichtbeachtung ist die beste Strafe. Das Jahr 2016 war schlimm. Was erwarten Sie von 2017? Ich bin ein schlechter Prophet und lasse die Dinge auf mich zukommen. Was mich bezüglich der Schweiz beschäftigt, ist der Umstand, dass die stärkste Partei des Landes, die SVP, fast nicht mehr kompro­ missfähig ist. Der Freisinn, vor allem der Zürcher Freisinn, hat die Schweizer Politik lange dominiert und war weiss Gott arrogant. Aber sozialpolitisch haben die Freisinnigen letztlich die Kurve immer noch gekriegt, beispielsweise bei der AHV: Wer fünf Millionen verdient, bezahlt 420 000 Franken ein. Pro Jahr. Und erhält später lediglich die Maximalrente von etwa 3500 Franken im Monat. Mit der SVP sind solche Lösungen schwierig geworden. MM


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Entspannung in den 80er­Jahren: Der Migros­Fitnesspark Regensdorf bot den Besuchern ein opulent gestaltetes Hallenbad.

Impuls

1984 eröffnete die Migros einen Fitnesspark in Regensdorf ZH. Damals entspannte man sich im Hallenbad noch in kitschigopulenter Umgebung. Seither hat sich viel getan im Fitnesspark Regensdorf. Und nicht nur dort: Fitness, Entspannung und Ernährung spielen in unserer Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle. In all diesen Bereichen sorgt die Migros für ein umfangreiches Angebot. Mit der Gesundheitsinitiative Impuls baut die Migros diese Leistungen nun aus und gibt wertvolle Tipps für den Alltag. Mehr Infos: www.migros­impuls.ch

Bild: Bidarchiv Migros­Genossenschafts­Bund

Backstube

Dreikönigskuchen in allen Formen Kaum ein anderer Brauch ist in der Schweiz so verbreitet wie der Verzehr eines Dreikönigs­ kuchens am 6. Januar. Dabei ist die Tradition, mit einem Figürchen in einem Gebäck einen König für einen Tag zu bestimmen, hierzulande noch gar nicht so alt: Sie wurde in der Schweiz erst nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebt. Am Dreikönigstag herrscht in den 23 Haus­

bäckereien der Migros Ostschweiz Hochbetrieb. Bei den gängigen Dreikönigskuchen werden sechs Brötchen rund um einen Mittelteil ange­ ordnet. Auf Vorbestellung direkt vor Ort stellen die Migros­Bäckerinnen und ­Bäcker auch spezielle Kuchen mit mehr Brötchen her. Mehr von der Migros Ostschweiz ab Seite 77


36 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Migrojis

Frühstücksflocken

Das sind die Neuen

M-Budget-Müesli ist zurück Nach längerem Unterbruch ist das beliebte M-Budget-Müesli ohne Zuckerzusatz ab sofort wieder erhältlich. Viele Kunden haben dieses Produkt vermisst und sich danach erkundigt.

Smileys mit Herzchenaugen, ein Äffchen: Emojis sind heute Bestandteil jeder SMS. Kürzlich hat die Migros die EmojiPalette mit eigenen Migrojis bereichert. Die Grundausstattung für Migros-Kinder reicht dabei vom Matterhorn bis zu den beliebtesten Migros-Produkten wie dem Handy-Abwaschmittel.

Famigros

100 000 Fans auf Facebook Famigros, der Familienclub der Migros, hat seit Kurzem 100 000 FacebookFans. Seit 2013 ist der

Nun haben die Sticker Zuwachs erhalten – unter anderem von den fünf besten Ideen der Migipedia-Community. Zu den Gewinnern gehören Delta-Jet-Glace, Bärentatzen, Farmer- Riegel, Butterzopf und M-Budget-Energydrink. Die aktualisierten Migrosjis fürs iPhone können kostenlos im Apple-Store herunterladen werden.

Club im Internet präsent. Im «realen» Leben gehören sogar über 400 000 Mitglieder zu Famigros.

Die Website des Clubs hat auf Anfang Jahr

ein neues Design erhalten. Die Site bietet Familien viele Tipps zur Freizeitgestaltung – etwa Ideen für Ausflüge und Bastelarbeiten. Hinzu kommen familienfreundliche Rezepte oder Vorschläge für die Gestaltung einer Kinderparty. Zu den Events des Clubs zählen etwa der Famigros Ski Day

(Bild). Noch bis März können FamigrosMitglieder günstig an einer Reihe von Skitagen teilnehmen. Im Sonderpreis von 85 Franken sind Tageskarten, Mittagessen und die Teilnahme an einem Plauschrennen inbegriffen. Alle Infos zum Familienclub der Migros: www.famigros.ch

Das sind die fünf Gewinner des Crowdsourcing auf Migipedia.

Zum Lieferunterbruch kam es durch ein Feuer beim Hersteller. Dem Brand, der sich Ende August ereignete, fiel die ganze Produktionsstätte zum Opfer. Inzwischen hat die Migros einen neuen Hersteller gefunden, der das Produkt nach der bisherigen Rezeptur und in der gewohnten Qualität produziert. Auch die Preise ändern sich nicht.

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Ausgewählte Produkte Frey Blanca, 100 g

Preis alt*

Preis neu*

in %

2.10

2.30

9,5

Frey Blond, 100 g

2.20

2.40

9,1

Frey Pralinor, 100 g

2.05

2.10

2,4

Frey Risoletto Tafel, 100 g

2.20

2.40

9,1

Frey Suprème Lait Trois Noix, 180 g

4.60

4.70

2,2

Choc Midor Waffeln Classico, 165 g

2.85

3.20

12,3

M-Classic MSC Sardinen ohne Haut und Gräten in Olivenöl, 85 g

1.95

2.10

7,7

Mimare MSC Sardinenfilet in Olivenöl, 70 g

2.40

2.50

4,2

M-Classic Makrelenfilets ohne Haut und Gräten in Olivenöl, 90 g

1.50

1.60

6,7

Albo Sardinas picantonas, 85 g

2.40

2.50

4,2

Albo MSC Weisser Thunfisch, 48 g

2.80

2.90

3,6

Albo Weisse Thonfilets in Olivenöl, 85 g

7.60

7.80

2,6

Albo Thonflocken an Tomatensauce, 120 g

2.30

2.40

4,3

Albo Muscheln in Marinade, 72 g

3.40

3.60

5,9

Albo Polypfisch mariniert, 75 g

5.30

5.50

3,8

Albo Tintenfisch in eigener Tinte, 72 g

3.20

3.30

3,1

* in Franken


MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 37

Klipp und klar

«Alle Väter nehmen den Urlaub»

Hans-Rudolf Castell, Leiter HR

Management der Migros-Gruppe

1

m4music 20 Jahre Musikfestival «m4music» – der perfekte Anlass, um über Popmusik zu diskutieren und Künstler zu entdecken, die erst morgen aus den Hitparaden grüssen. Über die Bühne geht das Popfestival des Migros-Kulturprozents mit dem Nachwuchswettbewerb Demotape-Clinic und der Conference vom 30. März bis zum 1. April 2017 in Zürich und Lausanne. Ihren ersten Schweizer Auftritt hat Alma (Bild), die finnische Sängerin mit der grünen Haarpracht und ihrem Hit «Bonfire». Ebenfalls mit von der Partie ist das aufstrebende Hip-Hop-

Trio Young Fathers aus Edinburgh. Die Schweiz ist unter anderen mit den Luzerner-Rappern «GeilerAsDu» und dem Himalayawanderer «Nemo» vertreten. Vergünstigte Zweitagespässe für 75 statt 89 Franken gibt es solange Vorrat über www.starticket.ch oder an den Vorverkaufsstellen. Das komplette Programm von «m4music» wird Anfang Februar vorgestellt. Mehr Infos:

www.m4music.ch

Bilder: Sandra Blaser, PD, Leo Burnett Schweiz/Chocolat Frey

Chocolat Frey

Singende Schachteln in Deutschland Ein verschmitztes Lachen, neugierige Kinderblicke, verwundertes Zurückweichen: Die «Jingle Bells» singenden Pralinéschachteln sorgten bei den Kunden in der Migros-Filiale am Zürcher Limmatplatz für unterschiedlichste Reaktionen. Das dabei gedrehte Video wurde von zahlreichen nationalen Medien übernommen. Auch in Deutschland sorgte die Werbeaktion des M-Industriebetriebs Chocolat Frey für Furore. Verschiedene deutsche Blogs veröffentlichten den Clip, zusätzlich wanderte er durch die sozialen Medien unseres Nachbarlands. Das Video gibts auf www.migmag.ch/frey-chor

Der Weihnachtschor aus Pralinéschachteln im vollen Einsatz.

Vor zehn Jahren hat die Migros den Vaterschaftsurlaub eingeführt – wird er auch genutzt? Ja, alle frischgebacke­ nen Väter nehmen die drei bezahlten Wochen. Aber nur wenige beziehen auch die zwei zusätzlichen unbezahlten Wochen. Die ersten drei Wo­ chen scheinen vielen zu genügen. Und natürlich ist fast ein halber Monat ohne Lohn auch kostspielig.

2

Wie steht die Migros beim Vaterschafts­ urlaub im Vergleich zu anderen Unter­ nehmen da? In der Schweiz sind wir mit maximal fünf Wochen an der Spitze. Im Gesetz ist der Vaterschaftsurlaub nicht verankert. Viele Firmen geben nur ein bis zwei Tage frei.

3

Könnte die Migros ihre Sozialleistungen noch ausbauen? Nichts ist unmöglich, aber wir bieten schon jetzt viel – etwa eine ausgezeichnete Pen­ sionskasse und eine gut ausgebaute Risiko­ versicherung. Zudem ist die Migros auch familienfreundlich, etwa, wenn es um Teil­ zeitpensen und Home­ Office­Tage geht.


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MIGROS­WELT | MM1, 3.1.2017 | 39

2

3

1

1 Fitnesspark Luzern: So trainierte man 1977. 2 Setzte sich für die Volksgesundheit ein: Gottlieb Duttweiler. 3 Volksläufe:

Die Migros ist als Hauptsponsorin dabei.

Gesundheit

Von Süssmost bis zu Impuls Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros. Die Detailhändlerin bündelt damit ihre Angebote in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung und Medizin. Ein Blick in die Firmengeschichte zeigt: Das Engagement für die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung gehört seit jeher zur Migros. Text: Andreas Dürrenberger

Bilder: Bildarchiv Migros-Genossenschafts-Bund (2); athletix.ch

1928: Die erst vor drei Jahren gegründete Migros übernimmt die Alkoholfreie Weine AG (heute Midor) in Meilen ZH. Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler beobachtet mit Sorge, dass besonders einfache Arbeiter ihren ohnehin knappen Lohn für Alkohol ausgeben. Zur Bekämpfung des Alkoholismus halbiert er den Preis für Süssmost. Bei der Migros gibt es schon damals weder Alkohol noch Tabak zu kaufen. 1938: «Der gute Kampf, der stärkende Kampf

gegen alles, was der Volksgesundheit schadet, und für alles, was sie fördert – er lebe hoch!», sagt Gottlieb Duttweiler. Diese Überzeugung findet sich auch in den Migros-Statuten wieder. Dort heisst es «Die Migros fördert die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung». Dieses Ziel will Dutti mit gesunden und zugleich günstigen Nahrungsmitteln erreichen. 1957: Seit 1941 ist die Migros eine Genossen-

schaft. Bei einer Überarbeitung der Statuten wird das Verkaufsverbot von Alkohol und Tabak erstmals schriftlich festgehalten. Es ist bis heute gültig.

1974: In der Romandie bietet die Klubschule

Migros unter dem Namen M-Fit erste Fitnesskurse an. Der erste Fitnesspark wird 1977 in Luzern eröffnet. 40 Jahre später betreibt die Migros über 90 Fitness-, Wellness- und Aquaparks in der ganzen Schweiz. 1987: Die Migros verstärkt ihre Nachwuchs­ förderung im Jugend­ und Breitensport. Im Jahr 2000 baut sie ihr Sponsoring-Engagement

2010: Die Migros übernimmt die Mehrheit an der Medbase AG. Das Unternehmen bietet

Dienstleistungen in den Bereichen Schul- und Komplementärmedizin, Ernährungsberatung und Physiotherapie an. Schon seit 2001 bestand eine enge Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen, da Medbase in verschiedenen Fitnessparks der Migros integriert ist. Mittlerweile betreibt Medbase 12 Standorte.

weiter aus und beginnt, Volksläufe im ganzen Land zu unterstützen. Heute ist sie zudem aktiv in der Förderung von Schwingertalenten, veranstaltet mit dem Grand Prix Migros ein Nachwuchs-Skirennen und ist Hauptsponsorin der autofreien SlowUp-Tage.

2015: Medbase übernimmt die Mehrheit an den Santémed­Zentren der Krankenkasse Swica. In den 23 Gesundheitszentren arbeiten neben Hausärzten auch Therapeuten und Spezialärzte wie Gynäkologen, Kardiologen und Psychologen.

1995: Um Golf zu spielen, brauchte man eine teure Mitgliedschaft in einem Golfclub. Der Bevölkerung blieb der Zugang zum Golfsport somit weitgehend verwehrt. Bis die Migros auf den Plan trat und den ersten Migros Golfpark eröffnete. Durch günstige Preise macht sie den Elitesport zum Volkssport. Heute betreibt sie sechs Golfparks und zwei Golfcampusse.

2016: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte ver-

mietet die Migros einen Teil ihrer Verkaufsfläche im Laden an eine externe Firma. Partner ist die Apotheke Zur Rose, die ab diesem Sommer testweise eine kleinflächige Apotheke in der Migros-Filiale Marktgasse in Bern betreibt. Ist das Projekt erfolgreich, sollen weitere Standorte in Migros-Filialen folgen. MM


40 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Gesundheit

Alles in Bewegung

Stillstehen? Geht gar nicht. Einen Alltag ohne Sport können sich Gaby Müller und Stephanie Ludwig nicht vorstellen. Ihren Bewegungsdrang leben die beiden unter anderem als Migros-Klubschule-Leiterinnen aus. Müller unterrichtet Rückentraining, Ludwig Pilates – seit Jahren der beliebteste Fitnesskurs an der Klubschule Migros. Text: Daniel Schriber

Bilder: Mischa Christen

A

ls vor einigen Jahren der Pilateshype die Schweiz erreichte, war Stephanie Ludwig (35) skeptisch. Das kommt und geht, dachte sie – so, wie vieles zuvor und danach. Trotzdem befasste sich die ehemalige Kunstturnerin intensiver mit der neuen Sportart. Dabei merkte sie rasch: Pilates ist mehr als einfach nur ein weiterer Trend. Viel mehr. «Es ist ein Konzept, mit dem man alt werden kann.» Und vielleicht ist dieses ganzheitliche Training genau deshalb der beliebteste Kurs der Klubschule Migros. Pilates spricht alle an

Jede Woche begrüsst Ludwig in ihrem Kurs Teilnehmerinnen (mehrheitlich) und Teilnehmer (seltener) von Jung bis Alt. Die einen kommen, weil sie etwas gegen ihre Schulter- oder

Rückenschmerzen tun wollen – andere möchten genau dagegen vorbeugen. In Ludwigs Lektionen geht es nicht darum, möglichst viele Wiederholungen zu machen oder am Ende der Stunde k.o. zu sein. «Entscheidend ist, dass die Übungen kontrolliert und präzise ausgeführt werden.» Seit zehn Jahren unterrichtet Stephanie Ludwig Pilates an der Klubschule Migros – doch das allein reicht ihr nicht. «Ich liebe auch Sportarten, bei denen ich mich so richtig auspowern kann.» Hauptberuflich ist sie als Biologieund Sportlehrerin an der Kantonsschule Schüpfheim LU tätig. «Sport ist für mich der ideale Ausgleich zu meiner Arbeit im Klassenzimmer.» Und wehe, wenn ihr Bewegungsdrang für einmal über längere Zeit nicht gestillt wird. «Dann werde ich grantig», sagt Ludwig und lacht.

Stephanie Ludwig unterrichtet Pilates, das beliebteste Ganzkörpertraining.

Stimmen von Kursteilnehmern der Klubschule Migros Luzern Bernadette Meyer:

«Ich komme seit nunmehr sechs Jahren ins Pilates und bin einfach be­ geistert von Kursleiterin Stephanie Ludwig. Besonders gefällt mir, dass man bei dieser umfassenden Sportart den gesamten Körper einsetzt und spürt.»

Marketa Castelberg:

«Als Dental­ hygienikerin arbeite ich fast den ganzen Tag im Stehen. Durch das Pilatestraining werden die Muskeln gestärkt, und die Körperhaltung wird gefördert. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten.»

Markus Sidler:

«Meine Frau und ich gehen einmal pro Woche zusammen ins Pilates. Für mich ist es ein optimales Basis­ training, um Rückenbeschwerden vorzubeugen. Nur schade, dass in den Kursen fast keine Männer dabei sind!»

Denise Arnold:

«Ich habe jahrelang intensiv Volleyball gespielt sowie Kraftsport betrieben. Aufs klassische Fitness habe ich keine Lust mehr. Mit Pilates habe ich jedoch die perfekte Alternative gefunden.»


MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 41

E

ines wird beim Interview mit Gaby Müller (57) schnell klar: Diese Frau ist ein echtes Energiebündel. Während des Gesprächs wechselt sie ständig ihre Sitzposition – und beeindruckt dabei nicht zuletzt mit ihrer Beweglichkeit. Dass die Verantwortliche für den Bereich «Bewegung & Gesundheit» der Genossenschaft Migros Luzern mehrheitlich im Büro arbeitet, will irgendwie nicht so richtig zu ihr passen.

Augenzwinkernd bestätigt sie: «Wenn ich zu lange sitzen muss, werde ich unausstehlich.» Petticoats und Pulswärmer

Sich selbst und ihrem Umfeld zuliebe achtet Müller darauf, dass sie stets genügend Bewegung erhält. Das war schon immer so. Als Teenagerin schlug ihr Herz für Rock ’n’ Roll. Durch das Tanzen fand Gaby Müller in den 1980erJahren zu Aerobic. Sie erinnert sich noch genau an

diese «riesen Welle», die da aus Amerika nach Europa überschwappte. Und diese Mode! «Die engen Aerobic-Strings, die Stirnbänder, die Pulswärmer – es war scheusslich!» Gaby Müller lacht herzhaft. Immer am Ball bleiben

Wie damals achtet Müller auch heute noch darauf, immer wieder Neues auszuprobieren und «am Puls der Zeit» zu bleiben. Vor einigen Jahren hat sie zudem mit Rudern begonnen.

Selbst im Winter steht sie oft in aller Früh auf, um vor der Arbeit eine Stunde auf dem Vierwaldstättersee zu trainieren. Ausserdem geht sie regelmässig joggen oder ins Fitness. Wer nun denkt, Gaby Müller sei jederzeit topmotiviert, der irrt. «Auch ich würde manchmal lieber auf dem Sofa sitzen bleiben.» Ihr Geheimrezept: «Wenn der Körper mal eine Pause braucht, sollte man ihm diese auch gönnen.» MM

In den 1980erJahren waren es Rock ’n’ Roll und Aerobic, heute hält sich Gaby Müller mit gezieltem Rückentraining fit.

Tipp Romana Zimmermann:

«Ich komme am Donners­ tag jeweils extra aus Zug hierher, um am Kurs von Gaby Müller teil­ zunehmen. Als Juristin habe ich einen kopf­ und bürolastigen Job. Dieser ‹Wellness­Mittag› tut mir deshalb einfach gut!»

Roland Spengler:

«Ich bin vor Jahren beim Klettern ab­ gestürzt und leide seither an Rücken­ schmerzen. Dass ich heute trotz­ dem Sport machen kann, hat auch mit dem regelmässigen Training zu tun. Ich bin überzeugt, dass dieses die Bewegungsqualität fördert.»

Marianne Gresch:

«Rücken­ beschwerden gehören leider zu mei­ nem Leben. Deshalb be­ suche ich schon seit rund 20 Jahren Kraft­ und Fitnesskurse. Und es nützt! Es ist ein tolles Gefühl, wenn ich mich nach dem Kurs schmerz­ frei auf den Heimweg mache.»

Mach mal locker! Faszien­Training tut gut. Ist unser Bindegewebe entspannt, werden wir beweglicher. Auch Sie können sich zu Hause mit Rollen locker machen. www.migros­impuls.ch

Impuls ist die neue Gesund­ heitsinitiative der Migros.


42 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Fitness

Auf los gehts los

Mehr Bewegung, regelmässiges Work-out – alle Jahre ist es dasselbe: Für jeden guten Neujahrsvorsatz hat man eine faule Ausrede parat. Mit diesen wohnzimmertauglichen Trainingstools hat der lange Weg ins Fitnesscenter als scheinheiliger Vorwand ausgedient. Text: Nicole Ochsenbein Bilder: Yves Roth

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Styling: Mirjam Kaeser

Nach dem Training: Kampfer, Rosmarin, Arnika, Rosskastanie und Menthol kühlen und entspannen beanspruchte Muskeln. Enzborn Pferdesalbe, 200 ml Fr. 6.90


MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 43

Fettarme Proteinbombe als sportlicher Begleiter. Protein trägt zum Aufbau und Erhalt von Muskelmasse bei. Sponser Protein Drink Vanilla, 330 ml Fr. 3. 20

Wissenswertes

MotivationsMantras Wieder mal im Null-Bockauf-Sport-Modus? So bezwingen Sie Ihren «inneren Schweinehund»: Für ihn: Vielseitiger Indoorschuh im japanischen Design für Barfussläufer. Mit GelDämpfung im Vorderfuss und atmungsaktivem Mesh-Obermaterial. Asics Gel-Rocket, Grössen 41½–47 Fr. 89.90 Im SportXX

Realistische Ziele setzen –

also solche, die man auch erreichen kann und die sich einfach in den Alltag einbauen lassen. Erfolgserlebnisse werden von unserem Gehirn mit dem Glückshormon Dopamin belohnt. Und Situationen, in denen wir uns gut fühlen, verlangen nach Wiederholung. Positive mentale Programmierung:

Das Work-out anstatt mit negativen Emotionen («Puh, wie anstrengend!) mit positiven Gefühlen («Toll, die Lieblingsjeans wird wieder passen») verbinden. Verbündete suchen,

Die harte Schaumstoffrolle ist ein multifunktionales Bodentrainingstool für Profis und Laien aller Altersklassen. Mit der Blackroll lassen sich die verschiedensten Muskelgruppen und das Bindegewebe massieren, dehnen und trainieren. Blackroll, mini Fr. 19.90 Blackroll Fr. 39.90 Im SportXX

sei es in Internetforen oder als reale Trainingspartner. Gegenseitiger Austausch verpflichtet und motiviert. Ein Trainingstagebuch

mit Zielen und Erfolgen führen. Fortschritte, die schwarz auf weiss dokumentiert werden, stärken das Selbstbewusstein.

Tipp

So wird das Zuhause zum Fitnessstudio Das Band aus natürlichem Latex ist das optimale Tool für Dehn- und Kraftübungen. Bodyshape Aerobic-Band Aktion* 40% Fr. 5.90 statt 9.90 In grösseren Filialen sowie im SportXX * bis 23.1., solange Vorrat

Sie brauchen nur wenige Hilfsmittel, um den ganzen Körper zu Hause zu trainieren. Wir liefern die Übungen dazu. www.migros-impuls.ch

Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.


44 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Migros-Kulturprozent-Classics

«Musik ist das einzig Wahre und Pure»

Mezzosopranistin Vesselina Kasarova ist auf allen grossen Bühnen der Welt zu Hause. Jetzt besucht die Bulgarien-Schweizerin anlässlich der Konzertreihe Migros-Kulturprozent-Classics Zürich, Luzern und Genf. Ein Interview. Interview: Pierre Wuthrich

Bild: Christian Schnur

Vesselina Kasarova, sind Sie mit Nietzsche und seiner Überzeugung «Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum» einverstanden? Ich weiss nicht. Ich zum Beispiel könnte nicht ohne meinen Mann und ohne meinen Sohn, aber durchaus ohne Musik leben. Allerdings bin ich der Meinung, dass Musik das einzige wirklich Wahre und Pure ist – vor allem angesichts all der aktuellen schrecklichen Ereignisse auf der ganzen Welt. Sie haben Singen einst als Therapie bezeichnet. Stimmt. Das fällt mir immer wieder auf, wenn Zuschauer mit mir reden: Die Musik tut ihnen gut, und sie tut mir gut. Die Stimme ist das Spiegelbild meiner Seele. Sie ist ein Instrument, mit dem man nichts vortäuschen kann. Sie haben mit vier Jahren angefangen, Klavier zu spielen, bevor Sie sich dem Gesang zuwandten. Warum haben Sie diesen Weg gewählt? Ich habe häufig Sänger auf dem Klavier begleitet und wollte wissen, ob auch ich in der Lage bin, mich durch Singen auszudrücken. Aber wenn ich gewusst hätte, wie kompliziert das ist, wäre ich Pianistin geblieben. Würden Sie also einen anderen Weg wählen, wenn Sie Ihr Leben noch einmal leben könnten? Ich werde ehrlich mit Ihnen sein: Ich würde nicht noch einmal die gleichen Lebensentscheidungen treffen. Bedauern Sie gewisse Dinge? Jede Mutter fühlt Bedauern. Ich habe viele Geburtstage meines Sohnes verpasst, und es war nie leicht, das Haus zu verlassen, wenn er weinte. Manchmal hasse ich meinen Beruf mit all den Reisen. Entschuldigen Sie meine Direktheit. So bin ich halt … Seite 47

Ein Weltstar ohne Diva-Allüren: die Mezzosopranistin Vesselina Kasarova


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MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 47

Sie werfen einen kritischen Blick auf die Welt der klassischen Musik. Ich kritisiere nicht, ich bin ehrlich. Und ich sage Dinge, für die anderen Sängern der Mut fehlt. Trotzdem werden immer mehr Stimmen laut, die anprangern, dass Sängerkarrieren immer kürzer werden. Warum ist das so? Als ich mit dem Singen anfing, liessen die Operndirektoren den jungen Sängern Zeit, sich zu entwickeln. Heute gibt man ihnen Rollen, für die ihre Stimmen noch nicht bereit sind. Das führt dazu, dass sie vorzeitig ermüden und schon nach sechs bis zehn Jahren verbraucht sind. Es muss schwer sein, Nein zu sagen. Ja, natürlich, denn dadurch riskiert man, nicht mehr angefragt zu werden. Aber letzten Endes überlebt in diesem Beruf nur, wer über eine hervorragende Technik verfügt, sich zu schonen weiss und die richtigen Manager gewählt hat. Das hört sich nicht nach einer glitzernden Traumwelt an. Es ist ein sehr harter Job. Aber ich finde, dass der Druck heute in allen Berufen stärker ist – wahrscheinlich auch im Journalismus. Ja, natürlich. Aber mein Chef hat mich noch nicht dazu gedrängt, Kortison zu verwenden, damit ich arbeiten kann. Stimmt, das kommt vor … Wenn ein Sänger krank ist, versuchen die Theaterdirektoren manchmal auf

Zur Person

diese Weise, jemanden fit zu bekom­ men, statt kurzfristig einen Ersatz aus­ findig zu machen. Für den Sänger kann das gefährlich sein, denn mit Kortison fühlt er keinen Schmerz und verlangt eventuell zu viel von seiner Stimme.

Eine Grosse unter den Grossen Vesselina Kasarova kam 1965 in Bulgarien zur Welt und begann im Alter

von vier Jahren mit dem Klavierspiel, bevor sie in Sofia Gesang studierte. Sie wurde 1989 vom Zürcher Opernintendanten Christoph Groszer entdeckt, der auch schon Cecilia Bartoli gefördert hatte. Ab 1991 trat die Sängerin an der Wiener Staatsoper und in Salzburg auf. Danach verzauberte sie auch das Publikum der Opéra Garnier in Paris, des Royal Opera House in London, der Scala in Mailand sowie der Met in New York. Die Mezzosopranistin ist schon mit den grössten Sängern aufgetreten – darunter Anna Netrebko, Ramón Vargas und Edita Gruberová. Und sie arbeitete mit den bedeutendsten Dirigenten zusammen – etwa Zubin Mehta, Riccardo Muti und Daniel Barenboim. Kasarova hat zudem zahlreiche CDs aufgenommen.

Das Schweizer Publikum kann Sie bald im Rahmen der Tournee der Migros-Kulturprozent-Classics sehen – nicht in der Oper, sondern in Konzertsälen. Ich werde sehr anspruchsvolle Lieder von Wagner singen, und ich freue mich sehr auf diese drei Konzerte. Anders als in einer Oper, wo ich mich nach einem Regisseur richten muss, kann ich bei solchen Abenden frei interpretieren. Haben Sie noch einen unerfüllten Traum? Dieses Jahr werde ich «Carmen» erst­ mals in Sydney singen, die einzige grosse Stadt, in der ich noch nicht auf­ getreten bin. Aber zurück zu Ihrer Frage: Ich habe keine Träume. Ich habe schon so viel erreicht – mein Repertoire umfasst mehr als fünfzig Rollen.

Seit 1997 ist Vesselina Kasarova Schweizer Staatsbürgerin. Sie lebt in der Region

Zürich. Im Rahmen der dritten MigrosKulturprozent-Classics-Tournee der Saison 2016/17 interpretiert Karasova in Genf, Luzern und Zürich Richard Wagners Wesendonck-Lieder, begleitet vom Orchestra Filarmonica della Fenice unter der Leitung von John Neschling.

Sind Sie stolz darauf? Stolz ist nicht das richtige Wort. Dankbar trifft es eher. Ich habe viele Dinge bekommen, von denen ich am Ende meines Studiums in Zürich nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Ich, ein einfaches bulgarisches Mädchen, das die westliche Welt entdeckte! Es gibt so viele gute Sänger, die den Durchbruch nicht geschafft haben, weil sie nicht zur rechten Zeit am rechten Ort waren. MM

Mehr Infos zum Programm: www.migros-kulturprozent-classics.ch

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Das grosse Pfingstfest der Volksmusik Exklusivreise zum legendären Salzburger Musikfrühling in Zell am See REISEHÖHEPUNKTE: n Begeisternde Konzerte mit den Superstars Hansi Hinterseer, Andy Borg, Oesch’s die Dritten, die Jungen Zillertaler, Sigrid & Marina, die Ladiner & Nicole! n Schifffahrt auf dem schönen Zeller See n Frühschoppen am Kitzsteinhorn Gletscher n Bauernmarkt in Zell am See Frühschoppen

Schifffahrt auf dem Zeller See

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Ihr Reiseprogramm: 1. Tag, Freitag 2. Juni 2017 – Anreise & Heimatabend Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region von Zell am See. Nach dem Frischmachen im Hotel erwartet uns in Zell am See ein festliches Platzkonzert der Bürgermusikkapelle Zell am See. Danach laden wir Sie zum zünftigen Heimatabend ein, lassen Sie sich von den farbenprächtigen Tänzen sowie Vorführungen, die das Leben in den Alpen zeigen, begeistern. 2. Tag, Samstag 3. Juni 2017 – Frühschoppen & Auftaktsabend Guten Morgen Sonnenschein – hinauf auf den Berg! Nach einem herzhaften Frühstück geht es heute hoch hinaus. Mit der Seilbahn erreichen Sie bequem das Alpinzentrum am Kitzsteinhorn Gletscher, wo Sie ein zünftiger Frühschoppen mit Musik erwartet. Freuen Sie sich auf die imposante Bergwelt und auf viel Spass und Geselligkeit in bester Gesellschaft. Wieder im Tal steht Ihnen der restliche Nachmittag zur freien Verfügung. Am Abend erwarten uns dann in Zell am See Sigrid & Marina sowie die Ladiner & Nicole aus dem Südtirol zum stimmungsvollen Auftakt des Salzburger Musikfrühlings. Präsentiert wird der Abend von Andy Borg, der Sie natürlich zusätzlich auch mit einem eigenen Programm verzaubern wird. 3. Tag, Sonntag 4. Juni 2017 – Bauernmarkt, Schifffahrt Zeller See & Abschlussabend Nach einem Frühstück besuchen wir heute den traditionellen Bauernmarkt in Zell am See. An zahlreichen Ständen werden typische Produkte aus der Region angeboten – Käse, Bauernbrot, originalgebrannter Schnaps und Bauernspeck. Daneben sorgen traditionelle Handwerkskünstler und musikalische Formationen für beste Unterhaltung. Später erwartet Sie eine idyllische Schifffahrt auf dem bekannten Zeller See! Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie die wunderschönen Uferlandschaften – Sie werden begeistert sein. Am Abend empfangen uns in Zell am See Oesch’s die Dritten, die Jungen Zillertaler und Superstar Hansi Hinterseer zum Abschlussabend! 4. Tag, Montag 5. Juni 2017 – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise Richtung Schweiz an.

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Leistungen – Alles schon dabei! ✓ Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region Zell am See und zurück ✓ 3 Übernachtungen in der gewünschten Kategorie ✓ 3 x reichhaltiges Frühstücksbuffet ✓ Eintritt zum Frühschoppen auf dem Kitzsteinhorn ✓ Berg- und Talfahrt mit der Seilbahn zum Alpincenter am Kitzsteinhorn ✓ Idyllische Schifffahrt auf dem Zeller See ✓ Eintritt zum regionalen Bauernmarkt in Zell am See ✓ 3 x Abendeintritte & reservierte Plätze für die Konzerte in Zell am See ✓ Bei Buchung bis zum 31.1.2017 eine Überraschungs-CD pro Buchung ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise

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MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 49

Saisonküche

Kernkraft, ja bitte!

Für viele liegt der Wert des Kürbisses in seinem Innern. In der Tat: Kürbiskerne haben es in sich. Sie strotzen vor gutem Fett und nussigem Geschmack. Drei Rezepte zeigen, dass die Kürbissamen mehr als eine Knabberei sind. Text: Claudia Schmidt Bilder & Styling: Daniel Aeschlimann Rezepte: Katja Näf

Herausnehmen und sammeln!

Knackige Rezepte mit dem Besten aus dem Kürbis

Ein frisches, knuspriges Brot mit Kürbiskernen aus der heimischen Backstube schmeckt doppelt gut.


50 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Kerniges Frühstück

Veganes Hauptgericht

Feines Alltagsbrot

Kürbiskern-Granola

Kürbis-Quorn-Curry

Kürbiskernbrot

Ergibt ca. 600 g für ca. 20 Portionen à 30 g 200 g Kürbiskerne 100 g getrocknete Cranberries 50 g ungezuckerte Kondensmilch 2 EL Ahornsirup 2 Prisen Salz 1 TL Zimt 200 g 5-Korn-Flocken 50 g Hafernüssli

Zutaten für 4 Personen 200 g Quorn-Geschnetzeltes 1 EL Kürbiskernöl Salz, Pfeffer 200 g Kürbiskerne 100 g Zucker 600 g Kürbis, z. B. Knirps, gerüstet gewogen 2 Zwiebeln 2 EL rote Currypaste 2 EL HOLL-Rapsöl 3 dl Kokosmilch 2 dl Gemüsebouillon

Zutaten für 2 Brote à ca. 600 g 500 g Ruchmehl 250 g Vollkornmehl 2 ½ TL Salz (ca. 25 g) 5 dl Milch 20 g Hefe 1 EL flüssiger Honig 150 g Kürbiskerne Mehl zum Formen

Zubereitung

Backofen auf 160 °C vorheizen. Kürbiskerne in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett unter gelegentlichem Schwenken rösten, bis sie aufplatzen. Cranberries grob hacken. Beides mit Kondensmilch, Ahornsirup, Salz, Zimt, Flocken und Hafernüssli mischen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen. In der Ofenmitte ca. 10 Minuten backen, dabei einmal mischen. Granola herausnehmen, auskühlen lassen.

Zubereitung

1. Quorn mit Kürbiskernöl, Salz und Pfeffer ca. 30 Minuten marinieren. Kürbiskerne in einer beschichteten Bratpfanne leicht rösten. Zucker beigeben und unter vor­ sichtigem Rühren caramelisieren lassen. Auf einem Backpapier ausbreiten und auskühlen lassen.

Zubereitungszeit ca. 25 Minuten + ca. 10 Minuten backen

2. Kürbis in Würfel à ca. 2 cm schneiden. Zwiebeln grob hacken. Currypaste im Öl dünsten. Hitze reduzieren. Zwiebeln, Kürbis und Quorn beigeben und ca. 5 Minu­ ten unter stetigem Rühren braten. Mit Kokosmilch und Bouillon ablöschen. Alles ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis bissfest ist. Abschmecken und mit Kürbis­ kernen bestreuen. Dazu passt Reis.

Pro Portion ca. 4 g Eiweiss, 5 g Fett, 13 g Kohlenhydrate, 500 kJ/120 kcal

Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Tipps

• Granola hält luftdicht verschlossen und dunkel gelagert ca. 1 Monat. • Granola z. B. mit frischen Birnen und Joghurt servieren.

Pro Person ca. 24 g Eiweiss, 34 g Fett, 43 g Kohlenhydrate, 2400 kJ/580 kcal

Zubereitung

1. Mehlsorten und Salz in einer grossen Schüssel gut mischen. In die Mitte eine Mulde eindrücken. Milch handwarm erwärmen. Hefe darin auflösen. Mit Honig in die Mulde giessen. Alles mischen und Milch ca. 5 Minuten zu einem eher festen, elastischen Teig kneten. Kürbiskerne grob hacken und in den Teig kneten. Teig mit einem feuchten Tuch bedeckt an einem warmen Ort ca. 2 Stunden auf das Doppelte aufgehen lassen. 2. Teig auf wenig Mehl durchkneten, halbieren, zu Kugeln formen. Auf ein mit Backpapier beleg­ tes Blech legen. Brote über Kreuz ca. 1 cm tief einschneiden. Ca. 40 Minuten aufgehen lassen. 3. Backofen auf 200 °C vorheizen. Brote in der Ofenmitte ca. 10 Minuten backen. Temperatur auf 180 °C reduzieren. Brote ca. 45 Minuten fertig backen. Backprobe: Beim Klopfen auf die Unter­ seite der Brote soll es hohl tönen. Brote heraus­ nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen. Tipp Damit das Brot eine schöne Kruste bildet

und gleichmässig aufgeht, ca. 1 dl Wasser in einem Blech mit in den Ofen geben. So erhöht man die Luftfeuchtigkeit beim Backen. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 160 Minuten aufgehen lassen + ca. 55 Minuten backen

Pro Stück ca. 80 g Eiweiss, 50 g Fett, 260 g Kohlenhydrate, 7700 kJ/1850 kcal


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Brot und Milchprodukte

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Weitere Lebensmittel

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Cucina & Tavola Trinkgläser Tricolore im Duo-Pack, Acqua oder Longdrink, z.B. Acqua 28 cl, 2 x 3 Stück, 6.90 statt 13.80 2 für 1 ** Migros Topline-Shaker oder -Microwellen-Geschirr im Duo-Pack, z.B. Microwellenteller, 2 x 1 Liter, 12.– statt 24.– 2 für 1 **

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MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 63

Mehr Rezepte auf

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Hintergrund

Rund um die Kürbiskerne Lagerung

Kürbiskerne enthalten viel Fett. Das führt dazu, dass sie an der Luft relativ schnell ranzig werden. Sie bleiben länger frisch, wenn sie tiefgekühlt aufbewahrt werden.

Wissenswertes

Nachhaltige Ölquelle Ihr Fettgehalt macht Kürbiskerne zu einem begehrten Rohstoff für hochwertiges Speiseöl. Die nussigen Röstaromen treten im Öl besonders gut hervor. Damit lassen sich sogar einfache Desserts veredeln.

Rösten

Das Kürbiskernaroma wird durch das Rösten intensiver und nussiger. Dazu gibt man die Kerne in eine Bratpfanne und röstet sie, bis sie zu duften anfangen und erste Kerne aufplatzen.

Das Gegenteil von günstig Kürbiskernöl hat seinen Preis, denn für einen Liter benötigt man rund 2,5 Kilogramm Kerne. Das entspricht der Menge an Samen aus 30 Kürbissen.

Verwendung

Die Kerne sind pur eine feine Knabberei, doch lässt sich noch mehr mit ihnen anstellen. Geröstet eignen sie sich als Salat- oder Suppentopping und verleihen Broten, Gebäck und Wähen mehr Biss und nussigen Geschmack. Mit einem Hochleistungsmixer wird aus gerösteten Kernen schnell ein Kürbiskernmus, das sich zum Verfeinern von Dressings und Pesto empfiehlt oder als Basis für Brotaufstriche dient. Einfaches Dessert

Bild: Getty Images

Vanilleglace, Kürbiskernöl und caramelisierte Kürbiskerne sind ein schnell zubereitetes, raffiniertes Dessert. Dazu röstet man die Kerne in einer beschichteten Bratpfanne, bestreut sie mit wenig Zucker und lässt sie caramelisieren. Kerne grob zerstossen. Die Glace mit Öl beträufeln und mit dem Kürbiskernkrokant bestreuen. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Gute Fette und noch viel mehr Kürbiskerne bestehen zu rund 49 Prozent aus Fett. Diese Fette sind aber zum Grossteil ungesättigte Fettsäuren, die unserem Körper guttun. Zudem enthalten die Kerne viel Eiweiss, Betacarotin und Vitamin E.


Aktion Genussvolle Momente beginnen mit Meßmer.

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MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 65

Zeitreise

Migros-Werbung in den 60er-Jahren: Die Eistorte war damals der Inbegriff des Luxus.

Glace auch im Winter Als die Migros 1950 Glace ins Sortiment aufnahm, war das eine Sensation: Im Sommer gab es nun süsse Eislutscher. Die Kunden mussten sie jeweils sofort geniessen, denn nur etwa jeder zehnte Haushalt besass damals einen Kühlschrank. Ganz anders war das Mitte der 60er-Jahre, als das links abgedruckte Werbebild entstand: Der Bub nascht von einer imposanten Eistorte und stützt sich auf eine Kühltruhe. Beide Produkte waren seinerzeit der Inbegriff des Luxus – und die Migros machte sie erschwinglich. Grosse Mengen an Glace liesen sich nun aufbewahren. Und die Migros propagierte Speiseeis als Leckerei für das ganze Jahr. Schliesslich sollte auch im Winter bei festlichen Anlässen eine Glacetorte auf den Tisch kommen. MM

Frage der Woche

Bild: Bildarchiv Migros-Genossenschafts-Bund

Ist in der Backhefe der Migros Gluten enthalten? Nein, in der frischen Backhefe der Migros ist kein Gluten enthalten. Dies gilt sowohl für die konventionelle als auch für die Biovariante. Die betreffenden Produkte stammen von der Hefe Schweiz AG. Das Unternehmen verwendet für die Herstellung ausschliesslich Rübenmelasse und Zuckerdicksaft. Eine Kontamination mit glutenhaltigen Zutaten kann daher ausgeschlossen werden. Ebenfalls frei von Gluten ist die Trockenhefe Le Patissier. MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.


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✓ Besuch typische Fattoria inkl. Wein- und Olivenöldegustation ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung

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1. Tag, Freitag – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus nach Lido di Jesolo. Nutzen Sie die Zeit bis zum Nachtessen, den lebendigen Ferienort auf eigene Faust zu erkunden. 2. Tag, Samstag – Venedig Nach dem Frühstück wunderschöne Bootsfahrt durch die venezianische Lagune, die uns direkt ins Herzen der Stadt Venedig bringt. Bei einer tollen Stadtführung werden uns die Höhepunkte der Stadt der Superlative gezeigt. Der Nachmittag steht Ihnen dann zur freien Verfügung. Am frühen Abend Rückfahrt per Boot und Bus ins Hotel. Nachtessen im Hotel. 3. Tag, Sonntag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

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Ihre Reisedaten: Reisehit 202 a) 21. - 23. April 2017 Reisehit 202 b) 5. - 7. Mai 2017

Nicht inbegriffen – zusätzlich wählbar: - Einzelzimmerzuschlag: Fr. 50.- Buchungsgebühr Fr. 10.- pro Person Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Biel, Bellinzona, Bern, Luzern, Olten, Pfäffikon SZ, Sargans, St. Gallen, Thun, Wil SG, Winterthur oder Zürich

1. Tag – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus in die Region von Montecatini Terme, im Herz der Toskana. Nachtessen im Hotel. 2. Tag – Pisa, Wein & Olivenöl Heute zeigen wir Ihnen die Höhepunkte von Pisa, die Stadt mit dem schiefen Turm. Nach der Führung laden wir Sie zu einem feinen Cappuccino oder Espresso ein. Danach bleibt Ihnen etwas Zeit zur freien Verfügung. Später besuchen wir eine typische Fattoria auf dem Land, in welcher wir feine toskanische Weine und Olivenöl verkosten. Nachtessen im Hotel. 3. Tag – Florenz Nach dem Frühstück Fahrt durch schöne Landschaften nach Florenz – die toskanische Hauptstadt gehört zu den schönsten Städten Italiens und wird Sie begeistern. Nach der Stadtführung bleibt Ihnen Zeit zur freien Verfügung. Nachtessen im Hotel. 4. Tag – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an.

Ihre Reisedaten: Reisehit 203 a) 22. -25. Mai 2017 Reisehit 203 b) 29. Mai -1. Juni 2017 Reisehit 203 c) 4. - 7. Sept. 2017 Reisehit 203 d) 18. - 21. Sept. 2017

Nicht inbegriffen – zusätzlich wählbar: - Einzelzimmerzuschlag: Fr. 80.- Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Bellinzona, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, Sargans, St. Gallen, Thun, Wil SG , Winterthur oder Zürich

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Grachtenfahrt sowie Besuch Käserei & Holzschuhwerkstatt ✓ Eintritt

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Ihr Reiseprogramm:

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1. Tag, Donnerstag – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus in den Raum Den Haag.

1. Tag, Donnerstag – Anreise Fahrt im komfortablen Extrabus an die Versiliaküste, wo wir im Hotel mit dem Nachtessen erwartet werden.

2. Tag, Freitag - Amsterdam Heute Morgen zeigen wir Ihnen Amsterdam bei einer schönen Stadtführung. Danach haben wir eine romantische Grachtenfahrt für Sie reserviert. Nach Zeit zur freien Verfügung besuchen wir am Stadtrand eine Käserei und Holzschuhwerkstatt. 3. Tag, Samstag - Blumenparadies Keukenhof Zwischen Amsterdam und Den Haag liegt eine Wunderwelt der Blumen, der KeukenhofFrühlingsgarten. Jedes Jahr bezaubern Millionen Tulpen, Narzissen und Hyazinthen die Besucher. Freuen Sie sich auf einen wunderschönen Tag in diesem Traumgarten! 4. Tag, Sonntag – Heimreise Nach dem Frühstück Heimreise in die Schweiz.

Ihr Reisedatum: Reisehit 190 b)

23. - 26. März 2017

Nicht inbegriffen – zusätzlich wählbar: - Einzelzimmerzuschlag: Fr. 115.- Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person Sie wählen Ihren Bus-Einsteigeort: Aarau, Basel, Bern, Luzern, Pfäffikon SZ, Sargans, St. Gallen, Thun, Wil SG, Winterthur oder Zürich

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Ihre Reisedaten: Reisehit 191 a) 20. - 23. April 2017

2. Tag, Freitag – Cinque Terre Die fünf pastellfarbenen Dörfchen des Unesco- Weltkulturerbes Cinque Terre kleben wie kleine Schwalbennester hoch über dem Meer. Wir fahren heute über die herrliche Panoramastrasse nach Manarola – Postkartenidylle pur! Nach der Besichtigung erwartet uns eine Bahnfahrt bis nach Vernazza, von wo aus wir mit dem Schiff nach Monterosso al Mare übersetzen. Geniessen Sie die herrliche Szenerie, die sich uns von Wasser aus bietet. Am Nachmittag geht es wiederum mit dem Schiff zurück nach La Spezia. Nachtessen im Hotel.

Reisehit 191 b) 4. - 7. Mai 2017

3. Tag, Samstag – Rapallo & Portofino Heute fahren wir nach Rapallo mit seiner gepflegten Palmenpromenade. Von hier aus unternehmen wir eine fantastische Schifffahrt nach Portofino, dem Badeort der Schönen und Reichen. Zeit zum Flanieren, Staunen & Geniessen. Rückfahrt und Nachtessen im Hotel.

- Buchungsgebühr Fr. 20.- pro Person

4. Tag, Sonntag – Heimreise Nach dem Frühstück Heimreise in die Schweiz.

Limitierte Anzahl Plätze + Sofort anrufen & profitieren!

Reisehit 191 c) 11. - 14. Mai 2017 Reisehit 191 d) 21.- 24. Sept. 2017

Nicht inbegriffen – zusätzlich wählbar: - Einzelzimmerzuschlag: Fr. 80.- Zuschlag für Reise c & d): Fr. 30.-

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68 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Brot des Monats

Rundherum knusprig Wie lässt sich der Geschmack von Brot beschreiben? Und wozu passt es besonders gut? In der Serie zu den wechselnden Monatshits aus den Migros-Hausbäckereien wollen wir das ergründen. Text: Jacqueline Vinzelberg

Das Januarlochbrot in Migros-Bio-Qualität ist ein helles Weizenbrot. Durch seine spezielle Ringfrom lässt es sich gleichermassen gut schneiden wie brechen. Es duftet frisch, leicht nach Hefe und etwas nussig. Unter der dicken, knusprigen Kruste steckt ein feines Brotaroma. Ein kräftiger Vacheron Mont-d’Or eignet sich besonders als aromatischer Partner für das aktuelle Brot des Monats. Denn der herbwürzige Käse harmoniert geschmacklich sehr gut mit der dezenten, süssen Note des Januarlochbrots. Dörrfrüchte und Walnüsse runden das kleine Käsemenü ab. MM www.migros.ch/brot

Servier-Tipp

Vacherin Mont-d’Or aus dem Backofen Für 2 Personen einen Vacherin Mont-d’Or à ca. 400 g aus der Plastikfolie nehmen. In der Spanholzschachtel auf einer hitzebeständigen Unterlage im 180 °C heissen Ofen ca. 20 Minuten schmelzen lassen. Würfel vom Januarlochbrot eintauchen und geniessen. Dazu passen Dörrfrüchte.


MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 69

Serie So schmeckt das Brot des Monats Aktuell im Januar: Januarlochbrot

Ercan Kenan (39) ... ist Bäcker in der Migros-Filiale im Obersee-Center Lachen SZ und einer von rund 900 Bäckern, die in den 126 Hausbäckereien täglich mehrmals backen. So ist das Brot bis Ladenschluss frisch und warm

erhältlich.

Aus Liebe zur Tradition Ercan Kenan, welches Brot ist Ihr Favorit? Mein persönliches Lieblingsbrot ist das dunkle Hausbeck-Brot. Warum? Wegen seines kräftigen Geschmacks und der knusprigen Kruste. Was essen Sie besonders gern dazu? Grilliertes Rind- oder Kalbfleisch.

Migros-Bio steht für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur. Das Biosortiment umfasst über 1300 Produkte. Rezept www.saison.ch

Bilder: Veronika Studer (Food) / Gaëtan Bally (Porträt) Servier-Tipp: Regula Brodbeck

Welches Brot backen Sie am liebsten? Krustenbaguette. Es wird vor dem Backen speziell eingeschnitten, und wenn ich nach zehn Minuten in den Ofen schaue, sieht die Kruste einfach herrlich aus. Warum braucht Brotbacken Handarbeit? Aus Tradition. Ohne wäre es für mich nicht professionell. Ich finde es sehr schön, dass uns die Kunden in der Hausbäckerei zuschauen können, während wir den ganzen Tag backen.

Bio Januarlochbrot, 360 g Fr. 3.60 Erhältlich in allen Migros-Filialen mit Hausbäckerei


70 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Migros-Bio

Weil Butter nicht gleich Butter ist Nebst Drescherbrot und Mandeln mit Thymian und Rosmarin degustierten Kunden in der Migros-Filiale am Zürcher Limmatplatz auch die Biobutter mit Rapsöl. Lesen Sie, wie sie ihnen geschmeckt hat und was ihrer Meinung nach das Besondere an der Butter ist. Text: Heidi Bacchilega

Bilder: Paulo Dutto (Porträts); Ruth Küng (Food)

Entdecken Sie laufend neue Bioprodukte in der Migros

Die Migros-Bio-Butter mit Rapsöl wird in der Schweiz hergestellt. Sie besteht aus pasteurisiertem Rahm, Rapsöl, Wasser und Buttermilch. Besondere Eigenschaft: Sie lässt sich auch gekühlt gut streichen. Migros-Bio steht für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur. Das Biosortiment umfasst über 1300 Produkte. Ein Teil von

Marina Kaubisch:

«Die Butter ist sehr gut streichbar. Ich würde sie wohl am ehesten auf dem Frühstücksbrot geniessen.»


MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 71

Migros-Bio-Sortiment

Vielfalt und Abwechslung Anfänglich waren es nur Früchte und Gemüse – heute gibt es fast alle Lebensmittel auch in Bioqualität. Das Migros-Bio-Sortiment sorgt mit immer wieder neuen Produkten für mehr Abwechslung auf dem Biospeiseplan.

Mactar Niang:

«Schmeckt sehr gut. Sie ist irgendwie anders als herkömmliche Butter. Vermutlich macht das Rapsöl die Butter weicher.»

Fabienne Bratschi: «Ich muss sagen: sehr fein! Diese Butter passt sicher gut zu Brot und Salami.»

Migros-Bio Wellnessbrötli, 90 g* Fr. 1.20

Migros-Bio Rösti-Kroketten, tiefgekühlt, 300 g* Fr. 3.50 Irene Strohmaier:

* in grösseren Filialen

«Die Butter hat einen angenehmen Geschmack und würde sehr gut zu meinem Konfibrot passen.» Pia Eggenschwiler:

«Die Butter mit Rapsöl lässt sich einfacher streichen. Aber auf meine geliebte Butter würde ich nie verzichten.»

Migros-Bio Butter mit Rapsöl, 200 g Fr. 4.05


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torei. Weiter geht es per Velo nach Mlcˇ echvosty, wo Sie gegen 16.30 Uhr beim Schiff ankommen. 6. Tag Mlčechvosty– Prag (ca. 37 km) Nutzen Sie die Gelegenheit einer letzten Velofahrt nach Prag oder geniessen Sie die Schifffahrt. Um ca. 15.30 Uhr kommt die MS Thurgau Florentina in Prag an. Der restliche Nachmittag steht zu Ihrer freien Verfügung. 7. Tag Prag Geniessen Sie den Tag in Prag. Empfehlenswert ist die Besichtigung der Prager Burg mit dem «Goldenen Gässchen», der Pulverturm oder ein Spaziergang durch die lebhaften Strassen und Gassen des Altstädter Rings. Alternativ bietet sich eine Velotour entlang der Moldau bis zum Schloss Zbraslav und zurück an (ca. 30 km). 8. Tag Prag–St.Margarethen/ Zürich Ausschiffung und Bustransfer via Hetzenhausen (Mittagessen auf eigene Kosten) in die Schweiz. Ankunft in St.Margrethen um ca. 17.30 Uhr/Zürich um ca. 19.00 Uhr. Individuelle Heimreise. + Fak. Ausflug nur an Bord buchbar

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(Moskau–) Novosibirsk–Tomsk–Surgut–Salechard 17 Tage ab Fr. 2990.– (Rabatt Fr. 700.– abgezogen, Economy Hauptdeck inkl. Flüge) 1. Tag Zürich–Moskau Ind. Anreise zum Flughafen Zürich. Flug mit Swiss nach Moskau. Transfer zum Hotel Radisson. Abendessen und Übernachtung im Hotel. (A) 2. Tag Moskau Rundfahrt durch die Hauptstadt. Abendessen auf dem Radisson-Blu Ausflugsschiff. (F, M, A) 3. Tag Moskau–Novosibirsk Transfer zum Flughafen. Flug nach Novosibirsk. Transfer zum Hotel Marriott und Abendessen. (F, M, A) 4. Tag Novosibirsk Rundfahrt durch die Stadt. Transfer zum Schiff und Einschiffung. (F, M, A) 5. Tag Tomsk Rundfahrt/-gang mit Museumsbesuch. (F, M, A) 6. Tag Kolpaschewo «Weisse Nächte» vor den malerischen Taiga-Seen in Kolpaschewo. (F, M, A) 7. Tag Narym Rundgang durch die Festungsstadt. (F, M, A) 8. Tag Green Camp am Ufer des Ob Fischen oder Baden am Ob. (F, M, A) 9. Tag Nischnewartowsk Rundfahrt durch Nischnewartowsk. Busausflug zum Erdölfeld Samotlor. (F, M, A) 10. Tag Surgut Rundfahrt/-gang. (F, M, A) 11. Tag Hanty-Mansijsk Weiterfahrt nach Hanty-Mansijsk. Rundfahrt/-gang durch die Stadt. (F, M, A) 12. Tag Oktjabrskoje Das Schiff fährt zurück zum Ob. Besichtigung russischer Fischerdörfer und den Ruinen vom Kondinskij Kloster. Besuch Landeskundemuseums und Green Camp. (F, M, A) 13. Tag Berjosowo Rundgang und Weiterfahrt Richtung Permafrostgebiet. (F, M, A) 14. Tag Salechard Polartage in der einzigen Stadt am arktischen Polarkreis. Rundfahrt/-gang mit Besuch des Landeskundemuseums und Besichtigung der alten Kirchen. (F, M, A) 15. Tag Salechard–Moskau Transfer zum Flughafen. Flug nach Moskau. Transfer zum Hotel und Abendessen. (F, M, A) 16. Tag Moskau–Zürich Transfer zum Zarizyno-Schloss. Spaziergang im Schlosspark und Mittagessen. Transfer zum Flughafen. Flug nach Zürich mit Swiss. Ind. Heimreise. (F, M)

Salechard–Novosibirsk (–Moskau), 17 Tage

Gleiche Reise in umgekehrter Reihenfolge. Besuch einer Hirschzucht in Muzhi und Green Camp, ohne Hotelübernachtung in Novosibirsk. Reisedaten 2017 Es het solangs het Rabatt (Moskau–) Novosibirsk–Salechard, 16 Tage 10.06.–25.06. 500 (Moskau–) Salechard–Novosibirsk, 17 Tage 22.06.–08.07. 700 MS Remixbbbk

Schiff mit 30 Kabinen und Platz für 60 Gäste. Alle Kabinen mit Bademantel, Hausschuhen, Telefon, Safe, Heizung/Lüftungssystem und Fenster zum Öffnen. Oberdeck mit 2 Zarensuiten (60 m²), 2 Grand Suiten (35 m²) und 8 Suiten (18 m²). Jede dieser Suiten verfügt über WC/DU und individuell regulierbare Klimaanlage. Die 10 Comfort Kabinen (11–16 m²) auf dem Mitteldeck sind mit DU/WC ausgestattet. Gästen der Economy Kabinen (bis 10 m²) auf dem Hauptdeck stehen gemeinschaftliche DU/WC zur Verfügung. Bordausstattung: 2 Bars, Panorama-Restaurant, Lounge, Sauna und Sonnendeck. Arzt an Bord. Nichtraucherschiff (Rauchen auf dem Sonnendeck erlaubt). Sibirischer Braunbär

• Flusskreuzfahrt durch Tundra und Taiga zum Polarkreis • Erlebnis «Weisse Nächte» zur idealen Reisezeit • Weltmetropole Moskau mit Kreml Unsere Leistungen • Kreuzfahrt in gebuchter Kategorie • 3 Übernachtungen in 4-Sterne Hotels in Moskau • 1 Übernachtung im Marriott Hotel in Novosibirsk (Reise 10.06.–25.06.) • Mahlzeiten gemäss Programm • Getränke zu den Mahlzeiten (Tee, Kaffee, Beeren-Drink • und Wasser) • Alle Flüge gemäss Programm mit Swiss in Economy, inkl. Flughafentaxen, höhere Klasse gegen Zuschlag • Alle Ausflüge und Transfers gemäss Programm • Lokale Deutsch sprechende Bordreiseleitung • Thurgau Travel Reisebegleitung ab/bis Zürich Nicht inbegriffen: An-/Rückreise zum/vom Flughafen Zürich, Versicherungen, übrige Getränke, Trinkgelder, Visumgebühr Fr. 160.–, Treibstoffzuschläge vorbehalten, Auftragspauschale Fr. 35.– pro Auftrag (entfällt bei Buchung über www.thurgautravel.ch) Preise pro Person in Fr. (vor Rabattabzug) 2-Bettkabine Economy Hauptdeck 3690 2-Bettkabine Comfort Mitteldeck 5590 Suite Oberdeck 6190 Grand Suite Oberdeck 6990 Zarensuite Oberdeck 7690 Zuschlag Alleinbenutzung Economy/Comfort auf Anfrage Zuschlag Business Class auf Anfrage Jahresversicherung Allianz Einzel 109 Jahresversicherung Allianz Familie 189

Alle Ausflüge inbegriffen Programmänderungen vorbehalten Partnerfirma: Nika Tour Operator

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74 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Gute Vorsätze

Alles wird anders

Mehr Gelassenheit durch innere Einkehr bei einer wohltuenden Tasse Tee: Migros-Bio Klostergarten Original Bachblüten Tee Body, 15 Beutel* Fr. 5.20

Der Jahreswechsel ist der geeignete Moment, um seine Liste guter Vorsätze in die Tat umzusetzen: seinen Freunden und der Familie mehr Zeit schenken, eine neue Sportart ausprobieren, weniger Stress an sich heranlassen, abnehmen, auf mehr Ordnung und Sauberkeit im Haushalt achten usw. Damit die guten Absichten in diesem Jahr keine leeren Worthülsen bleiben, hilft es, sich kleine Etappenziele zu setzen und Belohnungsanreize zu schaffen. Denn wer allzu ambitioniert startet, dem geht oft bereits nach wenigen Wochen die Puste aus.

Öfter mal die Böden reinigen – bequem und ohne sich die Hände schmutzig zu machen: Miobrill Easy Twist Reinigungsgerät* Fr. 44.80

Öfters eine Auszeit einlegen und den Körper verwöhnen: I am Natural Cosmetics Detox & Energie Duschpeeling, 200 ml* Fr. 5.20

Damit steht einem regelmässigen Work-out nichts mehr im Weg: Togu Powerball ABS, Ø 65 cm, silber Fr. 44.90 Im SportXX

Für regelmässige Spielabende im Kreis der Familie: Uno Kartenspiel Fr. 11.80 In Migros-Filialen sowie auf www.melectronics.ch


MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 75

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Unpünktlichkeit ist ab sofort ein Fremdwort: Superdry Armbanduhr SYG164B, unisex, in sechs Farben, Ø 38 mm Fr. 44.80 Im Melectronics sowie in ausgewählten Migros-Filialen

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Jeden Morgen mit einem reichhaltigen Frühstück den Tag beginnen: Farmer Plus Crunchy Mix, 600 g Fr. 5.70

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MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 77

Wissen aus der Region

Engadiner Würste dürfen nicht gekocht werden, sondern müssen in 75 Grad warmem Wasser 20 bis 40 Minuten lang ziehen. Die Temperatur spielt eine wichtige Rolle, denn ist das Wasser zu heiss, verflüssigt sich das Fett zu stark und das Fleisch wird trocken. Hersteller der AdR­Engadiner­ Wurst ist die Grischuna in Churwalden.

75

Ihre Region

Neues aus der Genossenschaft Migros Ostschweiz

Klubschule

Dank der Klubschule bis nach London Verlosung Gewinnen Sie 50 × 2 Tickets für die Messe Grenzenlos. www. migros­ostschweiz.ch/ grenzenlos Teilnahmeschluss: 9. Januar

Den Seilpark Gründenmoos kann man an der Messe «Grenzenlos» mit einer Virtual-Reality-Brille erkunden. Messe

Virtuell durch die Bäume Der Seilpark Gründenmoos und Outdoor by SportXX präsentieren vom 20. bis 22. Januar an der Messe «Grenzenlos» in St. Gallen eine vielfältige Erlebniswelt. Text: Natalie Brägger

Bild: Shutterstock

I

m Seilpark Gründenmoos bei St. Gallen hangeln sich Un­ erschrockene auf einer Höhe von bis zu 30 Metern von Baum zu Baum. An der «Grenzenlos», wie die Ferienmesse seit diesem Jahr heisst, kann man den Seilpark mit festem Boden unter den Füssen erkunden – auf einem virtuellen 360­Grad­Rundgang fühlt man sich dabei wie in luftiger Höhe. Möglich

macht es eine Virtual­Reality­Brille. Wer sich lieber auf die konventionelle Art an den Seilpark herantasten will, kann am Stand unter fachkundiger Anleitung einen Mini-Parcours absolvieren. Outdoor-Schuhe testen

Zu einem perfekten Abstecher in die Natur gehört auch die passende Ausrüstung. Outdoor by SportXX

bietet an der Messe eine grosse Auswahl an funktioneller Kleidung, Rucksäcken und Trekking­Zubehör. Besonders interessant ist der Stand für Messebesucher, die auf der Suche nach neuen Wanderschuhen sind: Auf dem Lowa­Test­Trail besteht die Gelegenheit, verschie­ dene Modelle auf diversen Unter­ lagen auszuprobieren. MM Mehr Infos: www.grenzenlos­sg.ch

«Eine Frau kam vor zweieinhalb Jahren in meinen Englischkurs. Sie war sehr

zurückhaltend, bewies aber Durchhalte­ vermögen und einen starken Willen. Nun freut sie sich auf einen zweiwöchigen Sprach­ aufenthalt in London», freut sich Sharmila Götsch, Kursleiterin Englisch an der Klub­ schule Migros Arbon. Die Klubschule Migros bietet Kurse in über 25 Sprachen an. Willkommen sind

sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Mit einem Online­ Einstufungstest, einem Beratungsgespräch oder einer kostenlosen Probelektion findet man heraus, welches Niveau das richtige ist. Mehr Infos: www.klubschule.ch


78 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Welche Lebensmittel passen zu einer ausgewogenen Ernährung? Die persönliche Beratung durch Fach­ personen wie Silvio Christian (rechts im Bild) ist Teil des Programms Weight Management.

Weight Management

Das Gewicht im Griff

Ganzheitlichkeit statt Crash-Diät: Mit dem Programm Weight Management von MFIT und den Migros-Fitnessparks kann man sein Wunschgewicht nicht nur erreichen, sondern auch halten. Trainer Silvio Christian sagt, wie es funktioniert. Text und Bilder: Nico Canori

D

ie Waage gehört zu den Dingen, die man zum Jahresanfang meiden sollte. Denn auf die Konjunktur der Festbraten folgt unweigerlich diejenige der Schlankheitskuren. Mit dem Vorhaben, die Festtagspfunde schmelzen zu lassen, und betankt mit guten Vorsätzen fluten Abnehmwillige die Fitnesscenter oder verschreiben sich dem neuesten Diättrend. Laut Silvio Christian, Fitnessinstruktor und Trainer für Gewichtsmanagement im MFIT Buchs und Chur, kann man auf Letzteres getrost verzichten. Die Gründe dafür erläutert er im Interview.

Silvio Christian, weshalb sind Sie Diäten gegenüber kritisch eingestellt? Diäten sind nicht nachhaltig. Sie bringen nur kurzfristigen Erfolg. Bei den meisten geht es darum, auf etwas zu verzichten, obwohl das Verbotene erst recht lockt. Wenn Diäten nichts bringen, sollte man also einfach möglichst viel Sport machen?

Auch Sport alleine bringt einen nicht ans Ziel. Man muss einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, um langfristig Erfolg zu haben. Am wichtigsten ist, dass es bei jedem, der abnehmen will, Klick macht. Was meinen Sie damit? Wer sein Gewicht verändern will, muss einsehen, dass es nicht sinnvoll ist, sich innert kurzer Zeit schlank zu hungern. Man muss seine Gewohnheiten ganzheitlich analysieren und an den richtigen Stellen anpassen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das dürfte also nicht ganz einfach sein. Das ist richtig. Eine solche Umstellung kann nur Schritt für Schritt erfolgen. Mit dem Programm Weight Management bieten wir bei MFIT ein Programm an, mit dem wir Kundinnen und Kunden während eines Jahres begleiten und ihnen so nachhaltig zu einer ausgewogenen Ernährung und schliesslich zu mehr Vitalität verhelfen.

Wie soll das gehen? Wir betrachten das Umfeld und den Lebensstil des Klienten ganzheitlich und begleiten ihn persönlich. Das Weight-ManagementJahr beginnt mit einer genauen Analyse des Kunden. Vor dem ersten Termin füllt er einen Fragebogen aus, der seinem Trainer zeigt, wie er in Bezug auf Bewegung und Ernährung tickt. Was geschieht in diesem Erstgespräch? Auf Basis der Erkenntnisse aus dem Fragebogen empfehlen wir dem Klienten zwei bis drei Schwerpunktthemen, auf die wir uns konzentrieren wollen. Das können beispielsweise «Essen und Emotionen» oder «Bewegung im Alltag» sein. Zudem vermitteln wir ihm das Grundwissen für eine ausgewogene und alltagstaugliche Ernährung. Wie intensiv begleiten Sie die Kunden? In den ersten zwölf Wochen bleiben wir in Form eines 1:1-Coachings sehr nah dran. Dieses besteht aus vier Gesprächsterminen


MIGROS-WELT | MM1, 3.1.2017 | 79

Cumulus

Anpassungen bei Vorteilen Seit 20 Jahren gibt es das CumulusProgramm. Aus

und Unterlagen, die wir per Post versenden. Die Päckchen beinhalten unter anderem Menüpläne mit Rezepten und Einkaufstipps. Nach diesen drei Monaten wird von den Kunden eine höhere Eigenverantwortung erwartet. Heisst das, sie müssen danach ganz allein zurechtkommen? Nein, sie erhalten während weiteren neun Monaten in regelmässigen Abständen saisonale Tipps und weitere Fragebögen. Letztere helfen ihnen, das eigene Verhalten zu reflektieren und so zu sehen, ob sie immer noch planmässig unterwegs sind. Mit dem Coaching und den Rezepten be­ fähigen wir die Kunden ausserdem, selbst sinnvoll einzukaufen und zu kochen. Sie sind gelernter Koch. Können Sie hinter den Rezepten stehen? Voll und ganz. Bei einer ausgewogenen Ernährung kommt der Genuss nicht zu kurz. Die Rezepte liefern schmackhafte Gerichte,

die sich mit wenig Zeitaufwand zubereiten lassen und darüber hinaus saisonal sind. Klingt nach einer runden Sache für jedermann. Wer gesundheitlich nicht angeschlagen ist, profitiert. Andere sollten sich zuvor mit ihrem Arzt abstimmen. Beim Weight Mana­ gement geht es nicht einfach nur um das Abnehmen, sondern um ein dauerhaftes Wohlfühlgewicht. Auch für Leute, die dafür zunehmen müssen, ist es das richtige. MM

Weight Management

Jetzt anmelden! Weight Management wird ab sofort im MFIT und in den Migros-Fitnessparks angeboten. Auch Nicht-Mitglieder können das Angebot nutzen. Mehr Infos auf www.intercity-card.ch/de/angebot/ weight-management sowie vor Ort

Wer mitmacht, bekommt jeden Monat Rezept­ karten zugeschickt.

diesem Anlass dürfen sich CumulusMitglieder auf einen bunten Strauss von Aktivitäten freuen. Zudem profitieren sie von bewährten Aktionen wie den Zwei- und FünffachBonuscoupons für Einkäufe ab 100 bzw. 500 Franken sowie exklusiven Angeboten, mit denen sie alle zwei Monate via Cumulus-Versand überrascht werden. Nicht mehr weitergeführt wird hingegen die Aktion «Doppelte CumulusPunkte am Donnerstag» in den Filialen der Migros Ostschweiz.


80 | MM1, 3.1.2017 | MIGROS-WELT

Mit Musikern des Sinfonieorchesters St. Gallen können Kinder klassische Musik mit allen Sinnen erleben.

Migros-Kulturprozent

Termine im Überblick

Mit Cello und Hippo

Musik und Theater in der Migros

Das Sinfonieorchester und das Theater St. Gallen bereichern die Ostschweizer Migros-Einkaufscenter im neuen Jahr mit Musikrätseln und dem Kinderstück «FlussPferde». Text: Natalie Brägger

M

Bild: Rahel Bachmann

it «Hits für Kids» und der «Blech­ lawine» führt das Sinfonieorchester St. Gallen seit Ende Oktober in verschiedenen Ostschweizer Einkaufscentern Kinder und Jugendliche an die klassische Musik heran. Ende Januar setzen die Musikerinnen und Musiker ihre Tournee fort. Dabei haben sie neu auch das Hörrätsel «Ohrenspitzer – Wunder Mensch» im Pro­ gramm. Dabei nehmen die beiden Musiker Huizhen und Christoph Bürgi­Chen ihr Publikum mit zwei Celli und Schlaginstrumenten mit auf eine Reise durch den Körper.

Wie tönt es beispielsweise in den Hallen und Gängen des Innenohrs? Haben wir plötz­ lich Fieber? Solche Fragen werden gemeinsam mit den Musikern beantwortet. Bei den speziellen Konzert­ erlebnissen gibt es nicht nur viel zu hören, sondern auch viel zu lachen. Nicht der Mensch, sondern Pferde stehen im Kinderstück «FlussPferde» des Theaters St. Gallen im Mittelpunkt. Den ganzen Tag über liegt das Fluss­ pferd am Fluss, sonnt sich und erfreut sich an seinem glänzen­ den dicken Bauch. Mit seinem multifunktionalen Schwanz kann es den Takt schlagen,

streicheln und trösten. Ja, das Flusspferd ist rundum zufrieden mit seinem Leben. Bis das Rennpferd auftaucht ... Was ist ein richtiges Pferd?

Das Rennpferd ist schnell und elegant, schlank, sehr eitel – und vor allem: Es kann tanzen! Es entbrennt ein Streit darüber, was ein richtiges Pferd ist, und bald will jeder so sein wie der andere. Schauspielerin Anna Blumer und ihr Kollege Fabian Müller spielen die zwei vermeintlich grundverschiedenen Geschöpfe, die schliesslich durch die Sehn­ sucht, anders zu sein, zu sich selbst finden. MM

Kinderkonzerte 28. 1., 11 Uhr, Rosenberg Winterthur

«Ohrenspitzer – Wunder Mensch» 18. 2., 15 Uhr, Hubzelg Romanshorn «Hits für Kids» 4. 3., 15 Uhr, Säntispark Abtwil «Hits für Kids» 11. 3., 11 Uhr, Passage Frauenfeld «Blechlawine» 18. 3., 15 Uhr, Pizolpark, Mels/Sargans «Ohrenspitzer – Wunder Mensch» Kindertheater «FlussPferde»* 11 . 2. Passage Frauenfeld 25. 2. Rosenberg Winterthur 4. 3. Hubzelg Romanshorn 11 . 3. Säntispark Abtwil 5. 4. Pizolpark, Mels/Sargans 22.4. Rheinpark St. Margrethen 29.4. Seepark Kreuzlingen 3. 5. Herblinger Markt Schaffhausen 6. 5. Oberland Märt Wetzikon * Die Aufführungen beginnen jeweils am Samstag um 14 und am Mittwoch um 15 Uhr.


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Leben MM01

Familienumfrage Hatten Sie als Kind ein Lieblingskuscheltier?

In Zusammenarbeit mit

1 Oh ja. Noch heute hat es einen Ehrenplatz bei mir zu Hause (oder in meinem Herzen). 63% 2 Ich hatte mehrere über die Jahre hinweg. 21% 3 Nein, eigentlich nicht. Ich kann mich an keines erinnern. 16%

1, 2 oder 3?

Wasserbomben Wie würden Sie entscheiden?

www.migmag.ch/ 12oder3

Richtig oder falsch?

Nach Weihnachten kann man den Christbaum einfach im Grünabfall entsorgen. Falsch:

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job und einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1 2 3

Ich hoffe auf den Bademeister. Da muss doch ein Lebensretter zugegen sein?! Ich zerre die Bälger aus dem Wasser und besteche sie mit einer Glace. Ich gründe die Delfinschule.

Antwort 3: Ich finde, Delfinschule tönt gut, und die drei schauen mich erwartungsvoll an. Ich denke an meine Primarlehrerin zurück, deren Nervenkostüm nach vielen Jahren Unterricht so abgewetzt war, dass sie kurz und rabiat Befehle gab. «Alle in eine Reihe!», «Sprung!», «Purzelbaum!», brülle ich. Im Nu habe ich weitere Delfinschüler. «Dürfen wir mitmachen?», fragen sie. «Klar!», schreie ich. «Hinten anstellen!»

Illustration: Lia Rock; Bild: René Ruis

Monica Müller (42)

Wasser ohne Kinder, das ist Zen. Wasser mit Kindern, das ist die Hölle. Sie springen sich und anderen auf die Köpfe, sind im Getümmel nur schwer auszumachen, stürzen sich vom 5­Meter­ Brett oder sonstwie ins Verderben. Dazu kreischen sie. Blöder­ weise habe ich frohgemut zugesagt, an diesem Nachmittag das Überleben dreier Kinder im Bad sicherzustellen. Der Grosse (6) und seine Zwillingsfreunde (7) sind Mensch gewordene Wasser­ bomben, die detonieren, wo sie am meisten friedliche Schwimm­ badbesucher treffen können. Und jetzt – was tun? 1, 2 oder 3?

Weihnachtsbäume können nicht in jedem Fall mit dem Bioabfall entsorgt werden. Wird der Biomüll zu Kompost oder Biogas weiterverarbeitet, gehört der Christbaum nicht in die Sammlung. Chemisch behandelte Bäume oder Reste von Kerzen und Lametta zersetzen sich im Gärprozess schlecht und gelangen über die landwirt­ schaftliche Kompost­ verwertung in die Umwelt. Um dies zu vermeiden, bieten viele Städte und Gemeinden spezielle Christbaumsammel­ aktionen an. Darum gilt:

Der Abfallkalender oder die Gemeinde­ website bieten Infor­ mationen über die korrekte Entsorgung und Sammelaktionen.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch


84 | MM1, 3.1.2017 | LEBEN

Was bisher geschah

Der harte Weg zurück ins Kleid

Heute

Heidi Bacchilegas Brautkleid von 1994 passt auch 2017 noch wie angegossen.

Damals

Facts im Jahr 2014 • 30 Kilo Übergewicht • Konfektionsgrösse 46 Heidi Bacchilega hatte es sich nicht leicht gemacht und sich vor den Augen der MigrosMagazin-Leserinnen und -Leser ein sehr persönliches Ziel gesteckt: Zum 20. Hochzeitstag wollte sie wieder ins Brautkleid passen. Das hiess 30 Kilogramm abnehmen innert sechs Monaten. Ihren Weg dorthin

dokumentierte sie im Migros-Magazin. Sie berichtete von der schonungslosen körperlichen Bestandesaufnahme, vom Schreck, als sie erfuhr, dass sie Pasta vom Speiseplan streichen musste. Doch ihr Ziel war klar, und dann war es nicht mehr schwierig. auch die Ernährung umzustellen. Heidi Bacchilega lernte neu zu kochen, neu zu schmecken. Und als sportlicher Typ mochte sie die zusätzliche Bewegung in ihrem Alltag. Und der hatte für die Familien- und Berufsfrau oftmals unerwartete Hürden. Lesen Sie das komplette Abnehmprotokoll auf www.migmag.ch/heidi


LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 85

Heidis Abnehmprotokoll auf www.migmag.ch/ heidi

Gesundheit

Runter von Kleidergrösse 46 auf 40

40

Sitzt, passt und hat Luft

in sechs Monaten

Drei Jahre nach ihrem Abnehmerfolg im Migros-Magazin stellt sich die Frage: Konnte Heidi Bacchilega ihr Gewicht halten? Text: Susanne Wagner

G

rüntee statt Prosecco, Work-out statt Ausreden – mit diesen Waffen hat Heidi Bacchilega in sechs Monaten 28 Kilogramm abgenommen. Das war 2014. Und es war ein sehr gutes Gefühl, plötzlich schlank zu sein, eine Grösse 40 zu tragen. «Ich habe heute zwar fünf Kilo mehr, aber so passt es perfekt für mich», sagt die Migros-Magazin-Redaktorin und schlüpft zum Beweis in ihr Brautkleid, das auch 2017 sitzt wie angegossen. «Ich habe eben keine Diät gemacht, sondern die Ernährung umgestellt», erklärt die 49-Jährige. Leicht gefallen ist ihr dies nicht: Besonders der Verzicht auf Pasta, Pizza, Prosecco und Pane (Brot) sei für sie wie ein Entzug gewesen, räumt Heidi Bacchilega ein. Schon nach drei Tagen sei es aber einfacher geworden. «Es gibt so viele Ernährungstheorien. Ich musste herausfinden, was mir guttut.» Und nebenbei musste sie standhaft bleiben, wenn sie für ihren Mann und ihre beiden Teenagerjungs kochte oder ihnen Nutellabrote strich. Beim Pastaverzicht ist Heidi Bacchilega bis heute geblieben – mit wenigen Ausnahmen. Stattdessen isst sie mehr sogenannt gute Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Süsskartoffeln oder Reis. Während der sechs Monate war die Geniesserin jedoch ganz streng mit sich: Sie erlaubte sich auch keine Süssigkeiten, kaum

Kein Jo-Jo-Effekt

Spielend in Form bleiben

Drei Dinge, die Heidi Bacchilega helfen, ihr Gewicht zu halten:

Bilder: René Ruis

Fett und keinen Alkohol. «Ganz ohne Leiden geht es einfach nicht, wenn man abnehmen will», resümiert Bacchilega. Sie sei manchmal mit Hunger ins Bett gegangen. Als hilfreich empfand Heidi Bacchilega auch, dass sie vor ihren Leserinnen und Lesern bestehen musste (siehe gelbe Box linke Seite). Heute isst sie an vier Tagen in der Woche weiterhin so wie während der Umstellungsphase. Sie achtet besonders darauf, nichts zwischen den Mahlzeiten zu schmausen. Von Freitag bis Sonntag isst sie, was auch ihrer Familie schmeckt, und dann dürfen es auch mal Käsespätzli sein. Kein gedankenloses Futtern

Ebenfalls geblieben ist der Sport. Heidi Bacchilega bewegte sich schon immer sehr gern, aber während der Abnehmphase trieb sie besonders intensiv Sport. «Nach zwei Stunden Training verliess ich das Studio jeweils zufrieden, mit einer anderen Ausstrahlung und Körperhaltung», so Bacchilega. Bis zum heutigen Tag trainiert sie zweimal pro Woche an Geräten Kraft und spielt zweimal pro Woche Tennis. «Ich bin so zufrieden mit meinem Gewicht, wie ich es früher in meiner Jugend nie war», und stellt fest: «Ich will nie mehr so viel Gewicht haben.» Für die Hobbyköchin bedeutet dies weder Qual noch Verzicht, vielmehr Ansporn, sich bewusst

etwas Genussvolles zu gönnen. Ein gedankenloses Hineinfuttern wie früher wird es jedoch nicht mehr geben. Weiterhin helfen werden ihr kleine Tricks, wie den Grüntee mit geriebenem Ingwer zu aromatisieren, der die Fettverbrennung ankurbeln soll. Oder einen Hamburger mit geraffelten Süsskartoffeln statt mit Weizenmehl zu binden. Es freut Heidi Bacchilega, dass sie andere Menschen inspirieren oder gar zum Abnehmen motivieren kann. Sei es eine Freundin, den Zahnarzt ihrer Kinder oder die vielen Leserinnen und Leser, die ihr unterstützende E-Mails geschrieben haben. «Geholfen hat mir auch die Erkenntnis, dass die meisten aufs Gewicht achten müssen. Auch wenn sie das Gegenteil behaupten», sagt sie. MM

Trainieren «Jeweils zweimal

pro Woche stemme ich im Fitnessstudio Gewichte und halte mich auf dem Crosstrainer fit.»

Tennis «Ich spiele dienstags und

mittwochs eine Stunde Tennis. Zusätzlich nehme ich an Wochenenden an Turnieren teil.»

Tipp

Minifasten im Alltag Es gibt gute Alternativen zu radikalen Fastenkuren,

die sich bestens in den Alltag integrieren lassen. Unser Ernährungsexperte liefert wertvolle Tipps dazu. www.migros-impuls.ch

Impuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.

Essen «Ich habe immer Quark

im Kühlschrank. Wenn mich unerwartet der Hunger plagt oder wenn ein üppiges Essen ansteht, nehme ich an diesem Tag nur Quark mit Früchten zu mir. So wird meine Kalorienbilanz nicht zu arg strapaziert.»


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LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 87

Laden Sie unliebsame Gspänli nach Hause ein? www.migmag.ch/ gspaenli

Tipps

Was man tun kann und lassen sollte Das Gspänli besser kennenlernen: Laden Sie das Kind ein und nutzen Sie die Chance, andere Seiten an ihm zu entdecken.

Eltern müssen die Freunde ihrer Kinder nicht unbedingt mögen.

Die ideale Taktik:

Erziehung

Wenn das Gspänli nervt Die besten Freunde unserer Kinder sind uns Eltern nicht immer sympathisch. Doch wie sollen wir damit umgehen? Ist es klug, sich einzumischen? Text: Claudia Langenegger

Bild: Adie Bush/Getty Images

D

avid (9) hat seit Kurzem einen neuen Freund – Timo (9). Davids Mutter mag ihn nicht. «Er ist ein Besserwisser und hat manchmal einen Befehlston drauf», sagt sie. «Ich fände es super, wenn er mehr mit Luca spielen würde», sagt sie zu ihrem Mann. Er findet aber: «Lass ihn doch.» Luca ist der Nach­ barsbub mit den coolen Eltern, zu denen sie einen guten Draht haben. Davids Mutter hat das Gefühl, dass sie ihren Sohn vor der etwas überheblichen Art von Timo schützen sollte, zweifelt aber, ob sie etwas sagen soll. «Passt ein Gspänli den Eltern nicht, weil es beispielsweise oft den Befehlston anschlägt, ist die wichtigste Frage: Leidet das Kind darunter oder nicht?», erklärt Annette Cina (45), Fachpsycho­ login am Institut für Familien­ forschung in Freiburg. «Das Kind wählt aber selbst, wen es zum

besten Freund hat. Eltern sollten sich nicht einmischen.» Denn vielleicht stört sich das Kind gar nicht an dem Charakterzug, der die Eltern nervt, und sieht ganz andere Qualitäten in seinem Freund. «Das Kind lernt so auch, was ihm guttut und was nicht. Es hat ein Lernfeld», sagt Cina. Respekt ist wichtig

Es gibt immer einen Grund dafür, wen ein Kind zum Freund oder zur Freundin kürt. Etwa, weil das Gspänli es beeindruckt, weil es so mutig oder kreativ ist, die glei­ chen Interessen hat, weil es sich bei ihm verstanden fühlt oder das Gefühl gibt dazuzugehören. Oder schlicht, weil das Kind einen besten Freund haben will. Eltern müssen ein Gspänli ihres Kindes aber auch nicht rundum super finden. «Das ist wohl oft die Schwierigkeit der Eltern; sie denken, dass sie dieses Kind dann

durchwegs sympathisch finden müssen.» Und sind dann hilflos, wenn dies nicht der Fall ist. Eltern müssen ihre Sorgen und Bedenken aber keineswegs für sich behalten. «Am besten fragt man das Kind selbst, wie es ein bestimmtes Verhalten wie zum Beispiel das Herumdirigieren wahrnimmt», empfiehlt Psycho­ login Cina. So erfahren die Eltern, wie das Kind damit umgeht. Spricht man darüber, gibt dies den Erwachsenen Sicherheit. Es kann sein, dass es nur ihr eigenes Prob­ lem ist und nicht das des Kindes. Wichtig ist der Respekt vor dem anderen Kind. Zu schimpfen oder gar eine Freundschaft zu verbieten, ist kontraproduktiv und kann schmerzhafte Folgen haben. Dann treffen sich die Kinder nämlich heimlich, oder aber es trifft der schlimmste aller Fälle ein: Das Kind verliert seinen Freund und hat gar keinen mehr. MM

Zeigen Sie Interesse und versuchen Sie herauszufinden, warum Ihrem Kind diese Freundschaft wichtig ist. Auf diese Weise lernen Sie auch Ihr eigenes Kind noch besser kennen. Die Freundschaften Ihrer Kinder bieten ein Übungs- und Lernfeld für alle – auch für später, wenn es um Partnerschaften der Kinder geht. Nicht einmischen:

Überlassen Sie die Entscheidung, wen es zum Freund haben will, grundsätzlich Ihrem Kind. Äussern Sie Ihrem

Kind gegenüber nicht, dass Sie der Meinung sind, es habe den falschen Freund.

Benimmt sich das Gspänli ungezogen und stiftet Ihr Kind dazu an, etwas anzustellen, gilt: Greifen Sie ein und stellen Sie die Regeln klar.


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1. Tag: Individuelle Anreise zum Flughafen Zürich-Kloten und Direktflug mit Swiss nach Málaga. 2. Tag: Der heutige Tag steht ganz im Zeichen Granadas. Die Stadt ist vor allem bekannt für die Alhambra, den berühmten maurischen Palast und die Generalife-Gärten. 3. Tag: Fakultativer Ausflug Córdoba. * Tagesausflug nach Córdoba. Auf einer geführten Stadtbesichtigung sehen wir die herrliche Moschee (Mezquita), das jüdische Viertel, einen malerischen Stadtteil mit Veranden und Springbrunnen. 4. Tag: Fakultativer Ausflug Panoramatag Las Alpujarras – Costa Tropical. * Auf unserem heutigen Panoramaausflug entdecken wir die landschaftlichen Schönheiten der zwischen dem Südhang der Sierra Nevada und dem Meer gelegenen Region von Las Alpujarras. 5. Tag: Fakultativer Ausflug Ronda. * Landschaftlich eindrückliche Fahrt nach Ronda, das in atemberaubender Lage, umgeben von Bergen und am Rand einer tiefen Schlucht liegt. 6. Tag: Rückflug mit Swiss nach Zürich.

1. Tag: Direktflug mit Swiss nach Brindisi. Fahrt ins malerische Städtchen Ostuni. Anschliessend Mittagessen in einer typischen apulischen Masseria. Übernachtung in Savelletri di Fasano. 2. Tag: Am Vormittag Fahrt zum imposanten Stauferschloss Castel del Monte. Geführte Besichtigung. Weiterfahrt nach Bari und Spaziergang durch die Altstadt. 3. Tag: Fak. Ausflug Altamura und Matera. * Besuch der Kleinstadt Altamura und der malerisch über einer tiefen Felsschlucht gelegenen Stadt Matera. Das Stadtbild wird geprägt von der Unterstadt Sassi, deren Behausungen und Kirchen in den Fels geschlagen wurden. 4. Tag: Fak. Ausflug Lecce und Salentinische Halbinsel. * Lecce wird wegen ihrer Architektur gern als das «Florenz des Barocks» bezeichnet. Via Gallípoli erreichen wir Leuca. Rückfahrt über Otranto mit Besichtigung der Altstadt und der Kathedrale mit dem berühmten Bodenmosaik. 5. Tag: Fak. Ausflug Castellana-Grotten und Alberobello. * Am Vormittag Besuch der Castellana-Grotten. Weiterfahrt nach Alberobello, der Stadt der «1000 Trulli». 6. Tag: Stadtbesichtigung Monopoli, danach Rückflug mit Swiss nach Zürich.

* Das Ausflugspaket mit drei Ausflügen ist nur im Voraus buchbar. Sie sparen mind. 10%. Einzelbuchungen der Ausflüge vor Ort möglich.

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LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 89

Mehr über die Kolumnistin Anne-Sophie Keller auf Seite 91

Brave New Girl

B

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Die fetten Jahre sind vorbei Berlin. Die Welt steht plötzlich still. Meine grosse Schwester lebt dort. Ich rufe sie an und schaue auf Facebook nach, ob sie sich als «in Sicherheit» markiert hat. Sie hat noch nicht. Dann nimmt sie den Hörer ab. Alles gut. Sie sitze schon fast im Zug in die Schweiz.

Am 19. Dezember, nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, realisierte ich einmal mehr, dass nichts sicher ist. Es ist schwierig, das vergangene Jahr in Worte zu fas­ sen. Viele Menschen in meinem Umfeld haben ebenfalls verstanden, dass die Welt womöglich nicht besser wird. Dass die globalen Krisen auch uns betreffen. Und dass es uns so gut geht, weil wir auch auf Kosten anderer leben. Eine bittere Pille für die Generation Y. Meine Altersgruppe wurde im Gedanken erzogen, dass alles irgendwie möglich ist und

die Welt uns gehört. Anything goes! Man muss bloss hart genug dafür arbeiten. Wir beschäftigen uns zudem vor allem mit uns selbst und der eigenen Bubble. Das wird sich ändern. Heuer wird der letzte Jahrgang der Generation Y volljährig, sprich: so etwas wie erwachsen. Ich hoffe, dass wir uns unsere jugendlichen Weltverbesserer­ fantasien nicht nehmen lassen. Dass wir weiterhin daran glauben, zusammen etwas bewirken zu können. Und dass wir nicht so zynisch werden wie manche vor uns. Denn es gibt vieles, an das man sich halten kann. Für die vergangene Ausgabe des Migros­ Magazins (Nr. 52) habe ich 50 positive Ereig­ nisse gesucht, die 2016 passiert sind. Es ist – trotz allem – einfach gewesen. MM


LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 91

Kämpft für die junge Generation und für Frauen: Anne-Sophie Keller

schaftskandidatin Hillary Clinton. Der Chef versuchte, sie zu trösten, und schickte sie dann nach Hause, wo sie nach etwas Schlaf den ganzen Nachmittag weiter schluchzte. «Dass eine derart engagierte und kompetente Frau gegen einen solchen Kandidaten verliert, hat mich schwer getroffen», sagt Anne-Sophie. «Ich fürchte, es kommen schwierige Zeiten auf uns zu. Überall im Westen haben rechte und populistische Parteien Aufwind – und mit ihnen ihr Frauenbild aus den 50er-Jahren. Umso wichtiger ist es, dass wir für unsere Sache kämpfen.» Gesellschaftspolitisch aktiv

Anne-Sophie Keller

Eine starke Stimme für die junge Generation In ihrer neuen Kolumne «Brave New Girl» schreibt Anne-Sophie Keller über Dinge, die ihr wichtig sind: die Liebe, das urbane Leben und den Kampf für eine gerechtere Welt. Text: Ralf Kaminski Bild: René Ruis

S

prudelnd, begeisterungsfähig und genderpolitisch gnadenlos – so haben wir Anne-Sophie Keller (27) in ihrem zweijährigen Volontariat beim Migros-Magazin kennengelernt. Findet sie in einem Artikel eine Formulierung, die Frauen herabsetzt, hält sie ihre Empörung nicht zurück. Bei einer Blattkritik zerzauste sie einmal einen Artikel über Eishockey spielende Mädchen derart

heftig, dass sie anschliessend zu einer Aussprache mit dem Chefredaktor antraben musste. Dieser wiederum befand sich als Einziger schon auf der Redaktion, als sie frühmorgens am 9. November von der Wahlparty der US-Botschaft in Bern ankam – am Boden zerstört und in Tränen aufgelöst angesichts des Triumphs eines frauenverachtenden Sexisten über die erste weibliche Präsident-

Privat setzt sie sich schon seit drei Jahren gemeinsam mit anderen Aktivistinnen und Aktivisten für Frauenrechte und Flüchtlinge ein und steht, obwohl hetero, auch schon mal bei der Zürich Pride am Stand der Lesbenorganisation LOS, um Flyer zu verteilen und Auskunft zu geben. Ein wenig von diesem gesellschafts­ politischen Engagement soll auch in die neue Kolumne «Brave New Girl» fliessen, die ab heute jede Woche im Migros-Magazin erscheint. Aber natürlich soll es auch um alles andere gehen, was eine junge Frau heute so beschäftigt – vom chaotischen Liebesleben über die enge Beziehung zum Grosi bis zum ereignisreichen Leben in der Metropole Zürich. Das Migros-Magazin mit seiner grossen, vielfältigen Leserschaft sieht sie als tolle Plattform, um als Stimme aus der jungen Generation zu berichten, was diese so bewegt. Und sie freut sich schon auf Widerspruch und Diskussionen mit ihren Leserinnen und Lesern. Anne-Sophie Keller ist in Thun BE in einer Lehrerfamilie aufgewachsen, verehrt die US-Sängerin Taylor Swift und liebt J.R.R. Tolkiens «The Lord of the Rings». Sie hat viele Jahre Ballett getanzt, spielt Klavier und Gitarre, geht oft ins Kino und verbringt viel Zeit mit ihren Freundinnen und Freunden – oft bei jemandem zu Hause, wo dann gegessen, getrunken und philosophiert wird. Neben ihrer Kolumne verfasst sie derzeit gemeinsam mit der Publizistin YvonneDenise Köchli ein Buch über die frühere Schweizer Frauenrechtlerin Iris von Roten. Später im Jahr wird sie ihrem Fernweh nach Asien folgen. Und an Projektideen für die Zukunft mangelt es nicht. MM Lesen Sie Anne-Sophie Kellers Kolumne auf Seite 89


LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 93

Tipps

Woran ältere Katzen leiden Auch Hauskatzen können an Alters­ beschwerden leiden. Ab einem Alter von 10 Jahren gelten Haus­ katzen als alt. Dem Besitzer fällt oft als Erstes das erhöhte Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf auf. Die Katzen sind weniger beweglich, und ihr Spieltrieb lässt nach. Häufig leiden ältere Katzen an Nieren­ und Herzproblemen, an Stoffwechsel­ und Zahnerkrankungen sowie an Arthrose. Die Leopardin Tura muss verarztet werden. Karin Federer und ihr Team machen gleich noch einen generellen Gesundheitscheck. Zootierärztin

Check-up für Seniorin Tura Die Amurleopardin Tura hat sich am Bein verletzt. Das ist schmerzhaft – aber auch eine gute Gelegenheit, die betagte Wildkatze einem Gesundheitscheck-up zu unterziehen. Text: Karin Federer

Bilder: Walter Zoo

T Karin Federer (30) ist Tierärztin und berichtet regelmäs­ sig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

ura ist sehr alt. Leoparden haben eine Lebens­ erwartung von 15 bis 20 Jahren. Tura ist 17 und schon seit 15 Jahren bei uns. Sie lebt hier gemeinsam mit ihrer gleichaltrigen Schwester Nera und dem etwas jüngeren Kater TJ. Amurleoparden sind stark bedroht. In freier Wildbahn gibt es schät­ zungsweise noch etwa 70 Tiere – die seltenste Grosskatzenart der Welt droht auszusterben. Amurleoparden werden in Zoos im Rahmen eines internationalen Programms gezüchtet. Auch Tura hat bei uns schon Junge zur Welt gebracht. In Russland laufen derzeit Vorbereitungen für ein grosses Auswilderungs­

projekt. Zentral dabei ist die Sensibilisierung der Bevölkerung vor Ort und die Verbindung von isolier­ ten Lebensräumen und Populationen. Streit unter Schwestern?

Turas Schwester Nera war in den letzten Wochen rollig, also paarungsbereit, obwohl sie eigentlich zu alt für die Paarung ist. Mit jeder Rolligkeit kommt Unruhe in die Gruppe. Ob das die Ursache dafür ist, dass Tura eine handbal­ len­ grosse Verletzung am Oberschenkel hat? Gab es einen Kampf? Wir wissen es nicht. Der Tierpfleger hat keinen Streit beobachtet. Aber er hat die Verletzung gesehen, die Tura nun zu mir führt. Wir narkotisieren die

Leopardin, damit ich die Wunde nähen kann. Das gelingt problemlos. Gleichzeitig packen wir die Chance, einen Gene­ ralcheck durchzuführen. Das ist bei grösseren Wild­ tieren nicht einfach. Und bei älteren Grosskatzen gibt es doch einiges, was Probleme bereiten kann. Neben der Kontrolle der Zähne ist es wichtig, die Blutwerte zu untersuchen, da ältere Katzen oft unter Nierenbeschwerden leiden. Der Check­up zeigt: Turas Nierenwerte sind leicht erhöht, sie ist aber für ihr Alter noch sehr fit. Wir können die Leopardin nun wieder aufwachen lassen. Und der Faden, mit der die Wunde zugenäht wurde, wird sich bald von selbst auflösen. MM

Ältere Katzen können auch anhänglicher oder ängstlicher wer­ den, was meist mit einem reduzierten Seh­, Geruchs­ oder Hörsinn zusammenhängt. Es ist wichtig, die Pflege des Schützlings dem Alter anzupassen. Ältere Katzen putzen ihr Fell viel seltener, weshalb es häufiger zu Verfilzungen des Fells kommen kann. Der Besitzer kann hier unterstützend nachhelfen. Alte Katzen haben einen reduzierten Stoffwechsel, durch ihre geringere Aktivität können sie schnell an Gewicht zulegen. Eine Anpassung der Fütterung ist sinnvoll. Zahn- und Blutkontrollen sollten

vom Tierarzt häufiger durchgeführt werden. Gerade das chronische Nierenversagen wird häufig erst spät entdeckt und fällt vielleicht nur durch vermehrtes Trinken auf.


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LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 95

Ausgewandert

Von Zürich nach Rochedale South, Australien Rylees Eltern lernten sich in Spanien kennen, wo sie als Crewmitglieder auf Jachten arbeiteten: Die Mutter als Bordköchin und Deckhand, der Vater als Schiffsbauer. Sie ist Schweizerin, er Australier.

Später zog das Paar in den Osten Australiens: nach Rochedale South, Queensland, wo erst Rylee (7) und später Nicholas (5) zur Welt kamen. Im Sommer 2016 hat die Familie erstmals die Schweiz besucht. Rylee liebte das Baden in der Schweiz. Im Verzascatal sprang sie vom Felsen ins eiskalte Wasser. Sie mochte auch die Badi in der Nähe des Wohnorts ihrer Grossmutter, weil es dort eine grosse Rutschbahn und einen Sprungturm gibt. In der Schweiz hat sie zum ersten Mal hart­ gekochte und bemalte Eier gesehen. Die schmeckten ihr sehr. Toll fand sie auch die Fahrten im Zürcher Tram, weil man da einfach ein- und aussteigen darf, wo immer man will.

Rylee liebt das Wasser

und träumt von einem Haus mit eigenem Pool.

Kinder

«Auf den Bäumen bei unserer Schule klettern Koalabären»

Rylees (7) Welt ist farbenfroh: Sie liebt es, sich mit ihrer indischen Freundin zu verkleiden, bastelt gern und spielt in ihrem Garten voller bunter Tropenpflanzen. Text: Gabriela Bonin

Illustration: Olaf Hajek

Ich besuche die 2. Klasse in der öffentlichen Schule. Dort esse ich auch meinen Zmittag. Den gibt mir meine Mutter mit, weil sie so gut kocht und weil ihr Essen gesün­ der ist als das von der Schule. Wenn wir auf dem Pausenplatz spielen, sehen wir Koalabären, die auf den Bäumen herumklettern. Man kann sie aber nicht streicheln, sie sind sehr scheu.

Auf den Bäumen bei uns im Garten kann ich farbige Papa­ geien beobachten. Dort wachsen bunte, tropische Pflanzen. Wir haben einen Bananenbaum, einen Passionsfruchtstrauch und Avocadopflanzen.

Meine liebste Freundin heisst Odelia. Sie ist Inderin und wohnt ganz in der Nähe. Wenn wir zusammen spielen, verkleiden und schmin­ ken wir uns gern. Dann spielen wir zum Beispiel Vater und Mutter. Oft basteln wir auch zusammen. Ich liebe Swimmingpools und hoffe fest, dass wir auch einmal ein Haus mit einem Pool besitzen werden.


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gegen die Zeiträuber und rettet so die Menschheit. Uns hilft keine Momo. In unserer Arbeitswelt regiert die «Gewinnmaximierung». Das bedeutet: Gewinn und Zeiteinsparung über alles. Darum sind so viele Erwachsene gestresst. Ihr Tempo färbt auch auf euch Kinder ab. In der Schule müsst ihr immer mehr, immer schneller lernen. In der Freizeit rennt ihr an Kurse, Veranstaltungen oder zum Shopping. Wo bleibt da der Raum zum Träu-

men, Betrachten und einfach nur Sein? In der Ruhe wohnt eine grosse Kraft. Ohne Musse verkümmern wir früher oder später. Wie können wir die Ruhe zurückgewinnen? Indem wir uns dem Tempodiktat nur so weit unterordnen, wie wir wirklich müssen. Und wir nutzen kühn unsere Freiheit und korrigieren die Gleichung. Sie lautet dann: Weniger = mehr. MM *Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt:

Journalistin Gabriela Bonin (49) beantwortet Kinderfragen.

Nina möchte sich als Königin verkleiden. Sie hat ihr schönstes Kleid aus dem Schrank geholt, doch – na nu – wo ist denn ihre Krone geblieben? Hilf Nina, den Weg zur Krone zu finden, damit sie eine richtige Königin sein kann.

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Norden nach Nordkjosbotn. 8. Tag: Nordkjosbotn–Alta–Nordkap. Besuch des Alta-Museums mit bis 6000 Jahre alten Steinmetzarbeiten. Ausflug ans Nordkap zur Mitternachtssonne. Durch das Panoramafenster der Nordkaphalle geniessen wir einen imposanten Blick auf das Nördliche Eismeer. 9. Tag: Nordkap–Lappland–Saariselkä. Besuch im Freilichtmuseum Karasjok mit interessanten Einblicken in die Kultur der Samen. Vorbei am Inarisee, dem «Heiligen See der Lappen», erreichen wir Saariselkä. 10. Tag: Saariselkä–Oulu. Über den Polarkreis fahren wir nach Oulu, der «weissen Stadt des Nordens». 11. Tag: Oulu–Helsinki. Impressionen in Blau und Grün begleiten uns durch die mittelfinnische Seenplatte. 12. Tag: Helsinki – Einschiffung. Stadtbesichtigung Helsinki und freie Zeit. Abends Einschiffung auf Finnlines. Übernachtung an Bord. 13. Tag: Auf See. Travemünde–Hamburg. Erholsamer Tag auf See. Ausschiffung in Travemünde und Fahrt nach Hamburg. 14. Tag: Hamburg – Rückfahrt Schweiz. Spardatum Komfortklasse (13 Tage) 10.-11. Tag: Zugfahrt mit «Arctic Express» Rovaniemi– Helsinki. 1 Übernachtung an Bord statt in Oulu. Die Hotelübernachtung Helsinki entfällt.

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as Appenzellerland umgarnt mit seinen sanften Hügeln, kantigen Felsen, silbernen Quellen und moosbewachsenen Plätzen seit jeher Gäste von nah und fern. Ebenso charmant ist die Gastfreundschaft der Appenzeller, die es verstehen, Gästen mit ihrer herzlichen und natürlichen Art den Aufenthalt zu versüssen. Das Hotel Hof Weissbad liegt am Fusse des Alpstein- und Säntisgebirges und bietet eine vielfältige Infrastruktur und abwechslungsreiche Aktivitäten. Neben all den Angeboten für Bewegungsfreudige wie Schneeschuh- und Skitouren, Schlittschuhbahn oder Winterwanderungen bieten sich auch

Entspannungsbedürftigen verlockende Möglichkeiten. Ein Innen- und Aussenbad mit 33 Grad warmem Wasser und eine Saunalandschaft ermöglichen Wellness vom Feinsten, ein Fitnessbereich, Kosmetikund Massageangebote sowie Haki- und Antara-Anwendungen versprechen Entspannung pur. Jetzt mit 20 Prozent Rabatt buchen

Freunden der Kulinarik offeriert Käthi Fässler, die «Köchin des Jahres 2009/2010» mit 16 GaultMillau-Punkten, eine Abendkarte mit 18 täglich wechselnden Gerichten – oder auf Wunsch ein 6-Gang-Gourmetmenü mit ausgezeichneten Weinen. Das Migros-

Magazin verlost 3 x 2 Übernachtungen im Hotel Hof Weissbad (siehe rechts). Wer beim Wettbewerb nicht vom Glück begünstigt ist, hat die Möglichkeit, drei Übernachtungen mit Frühstück und Auswahlmenü am Abend mit 20 Prozent Rabatt zu buchen. Dank der Appenzeller Ferienkarte geniessen Sie zudem freien Eintritt in Museen, kostenlose Fahrten mit den Appenzeller Bahnen, je eine Berg- und Talfahrt auf die Innerrhoder Berge und vieles mehr. Buchbar ab sofort bis Ende April (nach Verfügbarkeit, ausgenommen Feiertage) mit dem Kennwort «Migros-Magazin». MM Weitere Infos und Buchung: www.hofweissbad.ch oder 071 798 80 80

und nennen Sie Ihre Lösung, Namen und Adresse.

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Lösungswort, Namen und Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte:

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www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 8.1. 2017 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 101

Kreuzworträtsel

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Auflösung Nr. 52: BIMSSTEIN Gewinner Nr. 51: Treppenlifte

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Prisca Fankhauser, Ottikon ZH; Susanne Niederhauser, Steffisburg BE; Monique Longhi, Allschwil BL; Therese Winkler, Zollikofen BE; Peter Camenisch, Flond GR; Theres Broter, Oberems VS; Suzanne Fabian, Worben BE; Martin Koch, Konolfingen BE; Martha Altherr, Lausen BL; Rolf Ritter, Lupsingen BL

Gewinner «Zusatz» Nr. 51:

Lukas Bolli, Kleinandelfingen ZH; Therese Bieri, Röthenbach BE; Manuela Abolis, Mels SG; Jantine Schmid, Riom GR; Vreni Zaugg, Uster ZH


© 2017 The Coca-Cola Company. Coca-Cola, Coca-Cola Life, Coca-Cola zero, Coca-Cola light, the Contour Bottle and the slogan TASTE THE FEELING are trademarks of The Coca-Cola Company.

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LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 103

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wer nimmt ab und dann zu und dann wieder ab und zu, usw.? E

Mond

B Sonne

F

Kartoffel

I

Kurpfuscher

S

Pudel

2. Was steht abwertend für einen Arzt? O Medicus

U Doktorand

3. Nach welchem Hund ist eine Mütze benannt? N Dackel

R Schäfer

So nehmen Sie teil

4. An welchem Fluss liegt das Schloss Laufen? L

Aare

V Rhein

M Welfie

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.1.2017, 24 Uhr

L

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

M Reuss

5. In welchen Räumen findet man Schweigerosen? I

Gefängniszellen

O Rittersaal

T

Wartezimmer

6. Welcher dieser Seen besitzt am meisten Volumen? G Thunersee

N Zürichsee

R Zugersee

7. Wie nennt man ein Selfie, das die Betonung auf die Haare legt? E

Helfie

S

Hairie

8. Ein veralteter Begriff für eine Serviette ist …? T

Essziemer

N Mundlappen

Tellertuch

Lösungswort: 1

2

3

Gewinner Nr. 50: 4

5

6

7

8

Sue Schweizer, Embrach ZH; Anita Uehlinger, Neuenhof AG; Vera Schürch, Bern

Auflösung Nr. 52: KALENDER

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5

E

3 2 1

Auflösung Nr. 52: GEIER Gewinner Nr. 51:

Ruth Wagner, Wetzikon ZH; Vreni Glücki, Allmendingen BE; Alexander Imhof, Uetendorf BE

4

BETSTUHL COLLEGES HYSTER I E LANDS I T Z NACHREDE R I EDDACH SCHERBEN ST ERL I NG TERRA I NS URBEG I NN

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.1.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5


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Ju gendarbeitslosigkeit mu ss verschwinden. Jeder 11. Jugendliche in der Schweiz ist arbeitslos. Das ist zu viel. Darum schaffen wir mit verschiedensten Angeboten Perspektiven fĂźr Junge, die noch nicht oder nicht mehr in den Arbeitsprozess integriert sind. Danke, dass Sie uns dabei unterstĂźtzen. www.sah-schweiz.ch, PC-Konto 30-241785-6

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LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 105

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

3

5 7 9

6

1

2

8 4

1

4 2

7

1 6

4

7 3

5

7

5

9

Auflösung Nr. 52: 135

4

2 9

2 4

3

8 3 2 6 9 7 4 5 1

6 9 4 5 2 1 8 3 7

1 5 7 8 4 3 9 2 6

3 8 9 7 1 4 2 6 5

4 6 5 2 3 8 1 7 9

7 2 1 9 5 6 3 8 4

2 4 8 1 7 5 6 9 3

5 1 6 3 8 9 7 4 2

9 7 3 4 6 2 5 1 8

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 8.1.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 51: Anne-Marie Wyss, Therwil BL; Gaby Scherer, Meggen LU; Ursula Délez, Cheseaux-sur-Lausanne VD; Elisabeth Mangold, Biel-Benken BL; Boris von Büren, Ins BE

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 3 1 2 miteinander verbunden 1 2 3 sein. Verboten: Kreuzun1 5 2 3 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

6 0 6 2 1 0

3

Auflösung Nr. 52:

0 3 1 1 3

3

0

2

2

3

4

1

1

1

2

2

3

3

2

3

3

Auflösung Nr. 52: 2

3 3

1 1

2 2

3 4

4 1

3

3

2

3

2 3 2

3

3

1

4 1 2 4 2

1 2 1

2 4 1 2

4 1 3 4 3

1 4 3 3

2 3 2

3

2

3

2 2

2 3

3 1

2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Chefredaktor: Sandra Jermann (Leiterin ProjektHans Schneeberger management), Heidi Bacchilega, Produktion/Ressort Leben: Jean-Sébastien Clément, Remo Leupin (Leitung), Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sonja, Leissing, Anna Meister, Sabine Müller (Produzentin), Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Gerda Portner (Produzentin), Anna-Katharina Ris, Ursula Trümpy (Produzentin), Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Daniel Schifferle (Verantwortlicher Jacqueline Vinzelberg, Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Michael West, Anette Wolffram Heinz Stocker (Korrektor) Bildredaktion: Ressort Menschen: Olivier Paky (Leitung), Sabine Lüthi (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Susanne Oberli, Helen van Pernis Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller Layout: (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Doris Oberneder (Creative Director), Online: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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Meine Welt

«Ich verbringe jeden Tag mit Courgette»

Animationsfilmer Claude Barras steht am Sonntag mit «Ma vie de Courgette» für den Golden Globe im Wettbewerb und hat gute Chancen auf eine Oscar-Nomination. Der Walliser lebt in einer Genossenschaft in Genf und ist ein Kaktusfan. Text: Claudia Langenegger

Bilder: Guillaume Megévand


LEBEN | MM1, 3.1.2017 | 109

1 Meine Pflanzen «Ich mag die Symbolik

des Kaktus: Er ist widerstandsfähig, auto­ nom, etwas stachelig und hat spezielle Formen. Zudem überlebt er, auch wenn man ihn kaum giesst. Das ist praktisch.» 2 Mein Zuhause «Ich wohne im Neubau

in einer Genossenschaft. Es ist super sympa hier, mit viel Grün, einem Café und einem Gemeinschaftsraum. Die Nachbarn kennen sich – und wir laden einander immer wieder mal ein.»

3 Meine Tambourstöcke «Ich habe meine ganze Kindheit als Tambour ge­ spielt. 1986 wurden wir sogar Schweizer

3

Name Claude Barras (43) Sternzeichen Steinbock Lebenslauf «Ich bin in Ollon sur Chermignon VS aufgewachsen.

Meine Eltern waren Winzer. Als Schüler arbeitete ich oft in den Reben. Nach der Hochbauzeichnerlehre studierte ich in Lyon und Lausanne Illustration und Computergrafik. Seither arbeite ich im Animationsfilm und habe mehrere Kurzfilme gedreht. ‹Ma vie de Courgette› (deutsche Version: ‹Mein Leben als Zucchini›) ist mein erster Spielfilm. Er hat den Euro­ päischen Filmpreis gewonnen, ist nun für den Golden Globe nominiert und hat gute Chancen, für den Oscar ins Rennen zu kommen. Ich habe keine Kinder, doch die beiden Töchter meiner Schwester haben auch schon an Filmen von mir mitgearbeitet – beim Deko und mit Zeichnungen.» 6

Meister. Mit 15 habe ich die Tambouren­ gegen Schlagzeugstöcke eingetauscht.» 4 Mein bester Freund «Seit ich vor zehn

Jahren auf das Buch ‹Ma vie de Courgette› gestossen bin, verbringe ich jeden Tag mit Courgette. Er bringt mir Glück. Am meisten mag ich seine Neugierde und seine naive, treuherzige Art.» 5 Mein Trostspender «Wir leben in einer

Mein Lieblings­ produkt «Brot mit

Butter und Cenovis ist mein Frühstück. Ich liebe diesen Aufstrich so sehr, dass ich ihn sogar auf Reisen mitnehme.»

beängstigenden Zeit. Es beschäftigt mich sehr, wie ungerecht der Reichtum in der Welt verteilt ist. Die Bilder von Sebastião Salgado trösten mich.» 6 Meine gute Fee «Pauline Gygax (40)

hat nicht nur meinen Film produziert, sie ist eine enge Freundin geworden. Ich nenne sie manchmal im Spass ‹Maman›, weil sie nicht nur meinen Film, sondern auch mich betreut. Sie oder ihr Mann begleiten mich stets auf meinen Reisen.»


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Gedünsteter Wirz Beilage für 4 Personen Zutaten 4 EL Pinienkerne 1 Wirz à ca. 800 g 1 Zwiebel

170 kcal

ca. 30 min

2 EL Rapsöl 2 Knoblauchzehen 1 Zitrone Himalajasalz, Pfeffer

Zubereitung Pinienkerne in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett rösten, bis sie Farbe annehmen. Abkühlen. Wirz vierteln, Strunk entfernen, Blätter in Streifen schneiden. Zwiebel fein hacken. Im Rapsöl anbraten. Knoblauch dazupressen. Wirz beigeben, kurz mitbraten. Etwas Zitronenschale fein dazureiben. Zitrone auspressen, Saft beigeben. Wirz bissfest dünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den Pinienkernen servieren. Dazu passt Risotto.

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