Ausgabe Aare, AZA 3321 Schönbühl-Shoppyland. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631.
vormals WIR BRÜCKENBAUER www.migrosmagazin.ch Nr. 22, 25. MAI 2004
MIT US UL M U C INFO124 Seite
Grosse Familie, grosses Glück EXTRA: NATÜRLICH BIO. AB SEITE 57. FUSSBALL: OTTMAR HITZFELD ÜBER SEINE ZUKUNFT. Adressänderungen am Postschalter melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 031 858 84 01
3
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Liebe Mitglieder der Genossenschaften
Bild Nathan Beck
MGB-Chef Anton Scherrer freut sich in der Druckerei in Adligenswil über das neue «MigrosMagazin».
H
eute erleben Sie als Leserinnen und Leser der Migros-Presse einen historischen Moment: Sie halten zum ersten Mal statt den «Brückenbauer» das neue «MigrosMagazin» in den Händen. Weshalb haben wir uns überhaupt für ein Neukonzept und zu einem Namenswechsel entschieden? Das Wort «Brückenbauer» steht für die Brücke, die die Migros vom Produzenten zum Konsumenten schlägt. Inzwischen ist dieses Symbol aber längst im Namen dieser konsumentenorientierten Genossenschaft enthalten. So heisst es denn auch im neuen Leitbild: «Die Migros ist das Schweizer Unternehmen, das sich mit Leidenschaft für die Lebensqualität seiner Kundinnen und Kunden einsetzt.» Das macht die Migros aus. Genau darum ist sie gemäss Umfragen die stärkste Marke der Schweiz. Von diesem einzigartigen Image soll auch die Eigenpresse
profitieren. Deshalb liegt es nahe, dass der «Brückenbauer» ab heute «MigrosMagazin» heisst. Selbstverständlich haben wir den Entscheid nicht leichtfertig gefällt. Nachdem aber die unterschiedlichsten Gremien, die Delegiertenversammlung, Genossenschaftsräte und die Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes die Meinung der Generaldirektion teilten, waren wir noch überzeugter. So hat es uns auch nicht mehr überrascht, dass eine grosse Zahl langjähriger Leserinnen des «Brückenbauers», die wir zu einer Probenummer ausführlich befragten, mit der Namensänderung und dem neuen Logo (dem orangen M für Migros und dem weissen M für Magazin) ausnahmslos zufrieden sind. Das neue «Migros-Magazin» trägt aber nicht nur einen anderen Namen. Sie, liebe Leserinnen und Leser, bekommen zusätzlich jede Woche zwei
Seiten Informationen zu unserem Cumulus-Kundenprogramm. Auch haben wir das Magazin optisch und inhaltlich überarbeitet. Denn Medienprodukte müssen sich genau so wie jedes andere Konsumgut am Puls der Zeit orientieren – sonst wirken sie plötzlich verstaubt und finden keine jüngeren Leser mehr. Die Kunst dabei ist, die treuen Leserinnen und Leser nicht zu verärgern und gleichzeitig die jüngeren zu überzeugen. Darum haben wir die Struktur des «Migros-Magazins» leserfreundlicher gestaltet und die Typographie erheblich vergrössert. Wir ordnen die Themen klarer und räumen den Experten mehr Platz ein. Das neue Magazin soll die frische, moderne Migros widerspiegeln – ohne dabei aktuelle gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen zu vernachlässigen. Sie werden sich an gewisse Änderungen erst noch gewöhnen müssen, vielleicht eine geliebte Rubrik vermissen. Sie werden aber auch viel Neues finden, das Sie begeistern wird.Auf Ihre Reaktionen sind wir gespannt. Wir werden Ihre Zuschrift gerne veröffentlichen und Ihre Wünsche nach Möglichkeit berücksichtigen, denn das «Migros-Magazin» erscheint jede Woche neu – mit neuen Inhalten, neuen Bildern und manchmal sogar mit neuen Rubriken. Nun wünsche ich Ihnen bei der Lektüre viel Freude und hoffe, Sie weiterhin zu unseren treuen Leserinnen und Lesern zählen zu dürfen.
Anton Scherrer Präsident der Generaldirektion MGB
Liebe Leserin, lieber Leser Die vier lachenden Kinder auf dem Titelbild dieses Magazins haben noch fünf Geschwister. Zusammen mit Papa und Mama könnten sie ein Fussballteam bilden – Christian Waefler, die SanStv. Chefredaktor chez-Elf. Das Porträt dieser sympathischen Familie zeigt deutlich das Programm des «MigrosMagazins», dessen erste Ausgabe Sie in Händen halten. Wir widmen das Magazin den Menschen. Sie begegnen einer Pilotin, die neue Horizonte anpeilt, einer Boxerin, die den «durchschlagenden» Erfolg sucht oder zwei pfiffigen Girls, die eine patente Erfindung gemacht haben. In der Rubrik «Debatte» diskutieren Experten das Thema «Quo vadis Schweiz?» – wie unser Land einen Ausweg aus dem Reformstau finden könnte. Die Sanchez-Elf, eine junge, quicklebendige Familie, ist auch beispielhaft für das neue Kleid des früheren «Brückenbauers»: jung, frisch, zukunftsgerichtet. Wir sind überzeugt, das neue Konzept gefällt Ihnen. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, eine spannende Lektüre des «Migros-Magazins».
FC SANCHEZ Die Familie Sanchez aus Littau LU ist gross. So gross wie eine Fussballmannschaft.
Seite 6
COVERFOTO YOKI VAN DE CREAM
BALLFIEBER
Koch im Varieté Rezept: Lammgigot-Steak Saison-Küche-Kochtelefon
Reisefieber – Mutter und Tochter im Streitgespräch
Seite 20
Seite 34
Seite 40
BUMM! Dina Burger aus Grenchen ist 16. Sie will Profi-Boxerin werden.
Seite 44
Redaktion Migros-Magazin: Postfach 1751, 8031 Zürich, Tel. 01 272 30 30, Fax 01 277 35 90 redaktion@migrosmagazin.ch www.migrosmagazin.ch
* normale Gesprächstarife
KÜCHE:
80 82 82 93 97
ERZIEHUNG:
DER PAPARAZZO DES HIMMELS Der Genfer Olivier Staiger reist zu Himmels-
M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder +41 1 444 72 85 (Ausland). m-infoline@migros.ch www.migros.ch
56 / 73
Laufen mit dem Hund
SCHWEIZ – WAS NUN? spektakeln rund um die Welt.
Die Umfrage der Woche
BESSER LEBEN:
NEU ABHEBEN
Thesen von «Avenir Suisse»-Chef Thomas Held auf dem Prüfstand.
NUR SO EINE FRAGE:
Die Seite für die Kinder
Seite 14
Laufsteg statt Cockpit: die neuen Karrieren von Swissair-Piloten.
Rubriken
LILIBIGGS:
Startrainer Ottmar Hitzfeld über die Chancen der Schweiz an der Fussball-EM und über seine Zukunft.
LEFONs E T R E S LE r da ung übe
in sIhre Me agazin» intere »zin M a s g o a r «Mig ros-M ig n M « n Frage s. Die siert un stellt sich Ihre ni, Leitung ienstag, 1. Ju hr. am D bis 14 U von 12 8 880 882 084 Telefon maltarif). (Nor
5
Diese Woche
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
M-CUMULUS: Tel. 0848 85 0848* oder +41 1 444 88 44 (Ausland). m-cumulus@migros.ch www.m-cumulus.ch
SINGLE DER WOCHE:
Anne-Marie (34) SINGLES:
Partnersuche-Kleininserate
99 102 103
KREUZWORTRÄTSEL:
Gewinnen Sie 500 Franken! 107
107
IMPRESSUM LESERAKTION:
Weekend in London! BITTE MELDE DICH!
111
Die Suchseite
117
LESERBRIEFE
121
MEIN GANZER STOLZ:
Zwei junge Erfinderinnen
126
Extra
BIO:
Natürlich, frisch, gesund 57–72
Migros-Infos AKTUELL:
Nachrichten aus der Migros SCHAUFENSTER:
Produkte aus der Migros IHRE REGION:
Seiten der Genossenschaft GUTEN APPETIT:
Geniessen mit der Migros LESERREISE:
Wellness in der Südtürkei CUMULUS:
29 49 74 85 114
Angebote, Infos, Gutscheine 124
6
Reportage
«Wir haben uns daran gewöhnt, dass uns manche Leute schräg anschauen. Sie fragen, ob wir eigentlich nicht wissen, wie man verhütet.»
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
DIE SANCHEZELF 1,8 Kinder hat eine Schweizer Mutter im Durchschnitt. Burga Sanchez-Vesti hat neun.
L
etzthin», sagt Burga Sanchez-Vesti (34) erheitert, «löste ich beim Einkaufen in der Migros ungläubiges Staunen aus. Als ich dabei war, die Ware aus meinem überquellenden Einkaufswagen aufs Band zu legen, stand hinter mir ein Mann. Er hatte nur eine Schokolade in der Hand und wirkte etwas ungeduldig. Da die Kassiererin jedoch schon begonnen hatte meine Sachen einzutippen, konnte ich ihm nicht mehr den Vortritt lassen. Als meine Einkäufe schier kein Ende zu nehmen schienen, fragte mich der Kunde: ‹Kaufen Sie denn für
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Reportage
7
Familie Sanchez ist so gross wie eine Fussballmannschaft (von links): v), Vater Miguel (40) mit Joshua (v Mutter Burga (34), Ramon (13), Cristina (12), Julian (10), Alicia (9), Lucas (6), Elena und Marina (beide 5) und Carolina (3).
8
Reportage
ein ganzes Jahr ein?› Ich erwiderte, dass dies für etwa drei Tage reiche. ‹Wie viele Kinder haben Sie denn?›, wollte er nun wissen. ‹Neun›, antwortete ich. Er staunte ungläubig und schüttelte den Kopf.» Auf Staunen und Kopfschütteln stösst die kinderreichste Familie in der 16 000-Einwohner-Gemeinde Littau bei Luzern hin und wieder. «Aber», sagt Burga Sanchez «wir haben uns daran gewöhnt, dass uns manche Leute schräg anschauen. Dass wir zu hören bekommen, wir würden Gott herausfordern, oder wir wüssten nicht, wie zu verhüten, und die Frage, ob wir das alles schaffen – das ist eigentlich der grösste Stress.» Es ist einfach so, dass das Ehepaar Sanchez gerne Kinder hat und sich Burga schon als Kind eine ganze Schar davon gewünscht hat – religiöse Gründe hat das nicht. «Ohne die Kinderschar wäre es mir einfach langweilig.»
Eine schöne «Treppe» Jetzt haben Burga und ihr spanischer Mann Miguel, 40, EDV-Operator bei einer Krankenkasse, die gewünschte Kinderschar – eine schöne «Treppe». Die fängt oben mit dem 13-jährigen Ramon an, führt hinunter zu «Miss Meerschweinchen», wie die 12-jährige Cristina von ihrem Lehrer manchmal scherzhaft genannt wird, weil sie eine Zucht von 15 dieser Nager betreut, dann zu Julian, 10, Alicia, 9, und Lucas, 6. Hier bekommt die Sanchez-Leiter einen horizontalen Knick, denn die nächste Sprosse wird gleich von zwei Mädchen besetzt, von den Zwillingen Elena und Marina, 5. Burga Sanchez dazu: «Ich fiel fast vom Schragen, als mir bei der Ultraschalluntersuchung eröffnet wurde, dass es diesmal Zwillinge sind. Ich wollte keine Zwillinge und brauchte zwei Wochen, um mich an den Gedanken zu gewöhnen. Zuvor war alles so
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
schön regelmässig – abwechslungsweise Bueb, Meitli, Bueb, Meitli… und jetzt plötzlich zwei Mädchen aufs Mal – und das mit Kaiserschnitt!» Es war das erste und vorläufig letzte Mal, dass Burga Sanchez eine Haushalthilfe in Anspruch nehmen musste. Die anfänglichen Bedenken haben sich längst verflüchtigt. «Es sind alles Wunschkinder», schwärmt die Mutter. Auch diejenigen, welche nach den Zwillingen auf der nach unten offenen Sanchez-Skala das Licht der Welt erblickten: die zwirbelige
XXL Familien Der «Schweizer Rekord» im Kinder kriegen liegt heute bei 18. Er wird von zwei Familien gehalten: einer Familie im Binntal VS und einer aus dem Kanton Aargau. Die beiden Mütter haben je über 50 Enkelkinder. Die kinderreichste Frau dürfte die Russin Feodora Wassiliewa gewesen sein. Sie brachte zwischen 1725 und 1765 69 Kinder zur Welt, 16 Zwillingspaare, sieben Mal Drillinge und vier Mal Vierlinge. In Westeuropa dürfte die 1504 im schwäbischen Bönnigheim verstorbene Barbara Schmotzerin den Kinderrekord halten. Sie gebar 38 Söhne und 15 Töchter. Auf einer bemalten Holztafel in der Pfarrkirche ist die ganze Familie dargestellt. Der Text dazu endet mit dem Satz: «Wir werden dergleichen Frauen kaum mehr sehen.»
Carolina, 3, und der – vorläufige – Ultimo, das Wickelkind Joshua, 6 Monate, das äusserst neugierig über den Rand seines Stubenwagens linst. Joshua zahne und sei deshalb momentan etwas «rumpelsurig». Als Nummer acht zur Welt kam, sei dies «Quartiergespräch» gewesen. Mit Humor haben die Sanchez den nachbarlichen Gedankengängen entgegengewirkt. Sie haben einen Plan des Hauses versandt, auf dem ersichtlich war, dass jedes Kind ein eigenes Zimmer und Bett habe und sie nicht wie die Kaninchen auf engstem Raum hausen müssen.
«Ich kann haushalten und einteilen. Deshalb sind wir nicht auf fremde Hilfe angewiesen», sagt Burga Sanchez. Sie achte darauf, dass ihre Kinder nie schmuddelig oder in geflickten Kleidern daherkommen. «Sie sollen nie darunter leiden, dass sie so viele Geschwister haben.» Wenn sie Kleider oder Schuhe in gutem Zustand hat und diese nicht mehr braucht, dann verschenkt sie diese an ein Kinderheim oder gibt sie in die Kleidersammlung.
Ferien mit dem Minibus Die Ferien verbringt die Familie Sanchez bei Miguels Eltern in Südspanien, Andalusien, Malaga. Das sei jedes Mal eine Gaudi, wenn sie mit ihrem 15-plätzigen Minibus losfahren. Über dem Rückspiegel hat Papa Miguel einen Fernseher installiert, es wird aber auch gesungen, erzählt und viel gelacht. Das nächste Mal, wenn es nach Spanien geht, darf sich erstmals auch die Mama ans Steuer setzen. Sie besitzt nämlich seit kurzem den Führerschein. «Zuvor kam immer ein Kind dazwischen», sagt sie. Die Mutter kocht – wie immer flankiert von den redseligen und wissbegierigen Zwillingen. «Ich könnte nicht mehr für nur zwei Personen kochen, ich habe das Mass verloren», und es spielt doch keine Rolle, ob ich vier oder zehn Plätzli in die Pfanne haue; die Arbeit bleibt dieselbe.» Auf dem Herd köcheln Pastetlifüllung und Reis. «Jetzt geht es dann Schlag auf Schlag», warnt Burga und meint damit, dass demnächst ein Kind nach dem anderen vom Kindergarten und von der Schule heimkehre. Am Sanchez-Mittagstisch, X-Large, 230 x 106 cm, Spezialanfertigung, Eiche massiv, 100 Kilo schwer. Wer ein Chaos erwartet, liegt falsch. Es herrscht nicht Zucht und Ordnung,
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Reportage
9
Grosser Waschplausch: In der extragrossen Badewanne können jeweils gleich mehrere Kinder gleichzeitig baden.
Ein Paradies für Carolina: Im Plüschtierzoo der Familie Sanchez gibt es 165 kuschelige Spielzeuge.
10 Reportage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
aber gegenseitige Rücksichtnahme, Anstand. Eine eindrückliche Harmonie.
81 Enkel? Megacool! Die Familie macht den Eindruck einer ganz normalen, demokratisch strukturierten, unkomplizierten Familie. Die 12-jährige Cristina wirft etwas Wesentliches in die Runde: «Mami ist mein Vorbild. Ich möchte einmal – wie sie – auch neun Kinder haben. Und wenn alle von uns so viele bekommen, dann werden unsere Eltern 81-fache Grosseltern. Megacool!» Draussen, beim Swimmingpool, bellt Oli der Mischlingshund und hofft vermutlich, dass vom Pastetlibrät noch etwas übrig geblieben ist. Ist die Familie Sanchez nun komplett? Diese Frage bleibt offen. «Wir wissen nicht, ob sie fertig ist», antwortet das Elternpaar übereinstimmend. Und die Mutter fügt bei, dass sie sich nie überfordert fühle. «Viele Leute denken das, aber es ist nicht der Fall.» Ihr Mann habe in den letzten Jahren – mit Hilfe von Kollegen – laufend im Haus umgebaut. «Den Dachstock», sagt Burga, «den könnten wir auch noch ausbauen.» CARL BIELER BILDER YOKI VAN DE CREAM
Ausgezählt
Was eine 11-köpfige Familie alles so braucht. 547 Liter Sirup werden, mit Wasser verdünnt,
von den neun Kindern übers Jahr getrunken – eine ganze Flasche von 1,5 Liter täglich.
4015 Betten macht Burga Sanchez
im Jahr – jeden Tag elf.
912 Rollen gebrauchtes WC-Papier
werden im Jahr der Kanalisation zugeführt – jeden Tag etwa 21/2 Rollen.
12 Fahrräder stehen und hängen in der Garage, vom Mountainbike bis zum Kindervelo.
365 Päckli
Cornflakes werden pro Jahr zum Frühstück verspeist – eines pro Tag.
9 Computer gibts im Hause Sanchez. Auch
derjenige fürs Baby steht schon im Keller bereit.
3650 kg Wäsche werden übers Jahr
gewaschen – täglich zwei Maschinen à fünf Kilo.
547 kg Brot – der grösste Teil vom Vater
selbst gebacken – werden im Jahr verspeist – 11/2 kg im Tag.
Familieninitiative: Die Familie Sanchez ist – wie 950 weitere Familien in der Schweiz – Mitglied von «Familie 3plus». In diesem Verein haben sich Familien zusammengefunden, die mehr als drei Kinder haben. Der Verein hat die eidgenössische Volksinitiative «Für die Familie – Kinder sichern die Zukunft» lanciert. Das Volksbegehren verlangt, dass der Bund Ehe und Familie fördert, indem er • Familien steuerlich entlastet. Bei der direkten Bundessteuer sollen pro Kind mindestens 13 000 Franken in Abzug gebracht werden können. • den Wert der Familienarbeit anerkennt, indem ein Abzug von 15 000 Franken bei der direkten Bundessteuer für die Erziehungsarbeit möglich sein soll. www.familieninitiative.ch / www.ig3plus.ch
208 Liter Flüssig-
waschmittel und 162 kg Waschpulver werden im Jahr verbraucht.
165 Plüsch-
tierchen stehen und sitzen in den Wohn- und Schlafräumen der Familie Sanchez herum.
1665 Franken Kinderzulagen erhält
die Familie monatlich, neun Mal den für den Kanton Luzern geltenden Betrag von 185 Franken.
14 Interview
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Bild Bongarts
Das Aus: Fussballtrainer Ottmar Hitzfeld muss nach sechs Jahren bei Bayern München gehen.
«Mir ist der Glaube wichtiger als Fussball. Aber für Millionen Menschen ist Fussball wie eine Religion.»
ABSEITSFALLE Trainerlegende Ottmar Hitzfeld über Fussball als Lebensphilosophie, seine Zukunft und die Schweizer EM-Chancen.
Ottmar Hitzfeld, nach sechs Jahren Bayern München müssen Sie den Klub verlassen. Wie enttäuscht sind Sie? Ottmar Hitzfeld: Trennungen gehören zum Fussball-Business. Ich habe mich in den letzten Tagen so gut es ging auf meine Arbeit konzentriert und versucht, mich aus der Diskussion rauszuhalten. Ich hatte eine gute Zeit in München und werde keine dreckige Wäsche waschen. Was machen Sie jetzt? Hitzfeld: Bis zum Sommer mal gar nichts. Ich habe ein paar Angebote vorliegen und werde diese in Ruhe prüfen. Sie gelten als potenzieller Nachfolger von Rudi Völler.
Übernehmen Sie nach der EM die deutsche Nationalmannschaft? Hitzfeld: An dieser Spekulation ist nichts dran. Es stimmt übrigens auch nicht, dass ich 2005 in der Schweiz als Nationaltrainer anheuern will. Aber Sie können sich schon vorstellen, irgendwann wieder eine Schweizer Mannschaft zu trainieren? Hitzfeld: Das möchte ich nicht ausschliessen. Ich fühle mich in der Schweiz sehr wohl. Für Sie käme als Arbeitgeber wohl nur der FC Basel in Frage. Hitzfeld: Basel ist meine Heimatstadt, und ich freue mich, dass der FCB wieder Schweizer Meister
geworden ist. Beim FCB wäre der Druck für mich als Trainer allerdings immens. Diesen Stress brauchen Sie doch. Hitzfeld: Bis jetzt schon. Aber irgendwann kommt die Zeit, wo ich mich nicht mehr rechtfertigen möchte. Wo ich mehr Zeit mit meiner Frau, meinem Sohn und meinen Freunden zusammen sein möchte. Und wann wird das sein? Hitzfeld: Das Business ist zu kurzlebig, um sich Gedanken über die längerfristige Zukunft zu machen. Sollte ich einmal nicht mehr Trainer sein, werde ich wahrscheinlich als Kommentator Spiele analysieren. Dem Fussball werde ich in irgendeiner Form immer verbunden bleiben.
Interview
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Wie sehen Sie als Schweiz-Kenner die Chancen der Eidgenossen an der Europameisterschaft in Portugal? Hitzfeld: Es freut mich ungemein, dass Köbi Kuhn und seine Mannschaft die Qualifikation geschafft haben. Die Schweiz hat gute Chancen, die erste Gruppenphase Biografie: zu überstehen. Die Nati verfügt über überragende Legionäre und einheimische OTTMAR Leistungsträger, die HITZFELD mit dem FC Basel Der 55-jährige internationale gelernte Erfahrungen sammeln Mathematik- und Sportlehrer aus konnten. dem deutschen Mit Frankreich, Lörrach bei Basel ist schon zu England und Lebzeiten eine Kroatien spielt die Fussballlegende. In den Siebziger- Schweiz aber gegen jahren feierte er starke Gegner. als Spieler beim FC Basel Erfolge. Hitzfeld: Die Seine TrainerSchweiz hat einen karriere führte ihn von Zug, grossen Vorteil. Aarau, GC über Sie startet als Borussia Dortmund zu Aussenseiter und Bayern München, kann unbeschwert wo er letzte Woche entlassen aufspielen. wurde. Titelverteidiger Neben dem Fussball widmet Frankreich und sich Ottmar England hingegen Hitzfeld am liebsten seiner stehen gewaltig unter Familie, spielt Druck. Kroatien Golf, liest und schaut Krimis. schätze ich im Moment nicht so stark ein. Darum glaube ich, dass eine positive Überraschung drinliegt. Wie gross ist das Verdienst von Trainer Köbi Kuhn? Hitzfeld: Ich habe früher oft gegen ihn gespielt. Er war immer ein Klassespieler. Der Köbi Kuhn der Siebzigerjahre wäre auch heute noch Nati-Spieler. Er hat einen
hervorragenden Charakter, was sich auf die Mannschaft überträgt. Woher nehmen Sie den Optimismus? Hitzfeld: Köbi Kuhns Elf ist gut organisiert. Das ist die wichtigste Voraussetzung, international mithalten zu können. Die Abwehr mit Murat Yakin steht gut. Im Mittelfeld spielen Routiniers wie Johan Vogel und Ricardo Cabanas. Vorne haben Hakan Yakin und Marco Streller bei Stuttgart Fortschritte gemacht. Und da ist immer noch Stéphane Chapuisat. Er ist mein absoluter Lieblingsspieler. Interessant, dass Sie die Goalies nicht erwähnen. Hat die Schweiz ein Torhüterproblem? Hitzfeld: In diese Diskussion mische ich mich nicht ein. Pascal Zuberbühler, Jörg Stiel und Fabrice Borer sind gute Torhüter. Wichtig ist, dass Köbi Kuhn klipp und klar sagt, wer für ihn die absolute Nummer 1 ist. Wer ist der beste Spieler an der EM? Hitzfeld: Zinedine Zidane hat keine besonders gute Saison gespielt. Aber in den letzten Jahren war er die überragende Figur. Dann möchte ich noch Pavel Nedved von Juventus Turin erwähnen. Ihre Prognose? Hitzfeld: Einer vom Trio Frankreich, Italien und Portugal wird wohl den Titel holen. Ihren Landsleuten trauen Sie also nicht viel zu. Hitzfeld: Deutschland steht als Vizeweltmeister unter enormen Erwartungsdruck und spielt in einer schwierigen Gruppe. Wenn die Deutschen das Halbfinale erreichen, wäre das sensationell. Das Verhältnis Schweiz – Deutschland ist besonders im Fussball von einer eigenartigen
15
Hassliebe geprägt. Wie erklären Sie sich das? Hitzfeld: Deutschland ist der Nachbar, und Nachbarn liebt man im Normalfall nicht. Ein Nachbar ist immer irgendwie ein Konkurrent. Sie haben 17 Jahre in der Schweiz gewohnt und gearbeitet. Haben Sie auch unter diesen Vorbehalten gelitten? Hitzfeld: Nein, ich rede und verstehe Schweizer Dialekt und wurde darum immer als halber Schweizer angesehen. Meine besten Freunde habe ich in der Schweiz. Darum verbringe ich viel Zeit in meiner Ferienwohnung in Engelberg. Gegenwärtig bin ich in Riehen auf der Suche nach einem Haus. Es wäre schön, wenn ich irgendwann einmal Besitzer eines Schweizer Passes werden dürfte. Mentalitätsmässig fühle ich mich jetzt schon wie ein Schweizer. Inwiefern? Hitzfeld: Ich bin bodenständig, zuverlässig, korrekt und stolz auf meine Heimat. Das sind für mich typische Schweizer Eigenschaften. Sie haben als Trainer alles erreicht, was man erreichen kann. Sie gehen immer ans Limit. Manchmal hat man das Gefühl, diese Verbissenheit gehe den Schweizer Sportlern ab. Hitzfeld: Vielleicht ist man in der Schweiz tatsächlich zu schnell selbstzufrieden. Der Lebensstandard ist einfach gross. Ein Schweizer kann auch ohne Fussball gut leben. Darum fehlt der innere Hunger, sozial aufzusteigen. Das ist bei südamerikanischen oder osteuropäischen Spielern ganz anders. Was sagen Sie einem jungen Schweizer Fussballer, der auch einmal bei einem europäischen Spitzenklub spielen will? Hitzfeld: Er muss mehr investieren und an sich arbeiten als
16 Interview ein normaler Profi. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Kraftraum und – wenn er verletzt ist – in der Pflege und der Regeneration. Selbst als Spieler der Nationalmannschaft muss man immer weiter kämpfen. Wer sich genügsam gibt, hat im internationalen Geschäft nichts verloren. «Gott ist rund», heisst ein bekanntes Fussballbuch. Hat für Sie als gläubiger Mensch Ihr Beruf auch eine religiöse Dimension? Hitzfeld: Mir ist der Glaube wichtiger als Fussball. Aber für Millionen Menschen ist der Fussball eine Religion. Darum müssen sich Trainer und Spieler immer alles abverlangen.
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Vor allem mental. Sie haben einmal in einem Interview gesagt, 80 Prozent des Erfolgs im Fussball ist Psychologie. Hitzfeld: Ein Spieler mit der Mentalität eines Timo Konietzka (ehemaliger Bundesligaspieler und Trainer in der Schweiz, Red.) kann auch mit wenig Talent Spitzenfussball spielen. Mit eisernem Willen ist im Fussball fast alles möglich. Umgekehrt schafft auch ein Fussballgenie ohne bedingungslosen Einsatz den Durchbruch nicht. Leider verwöhnt der Fussball die Spieler. Darum muss man aufpassen, dass die Spieler nicht zu schnell zufrieden sind. Ich schätze Spieler, die immer das Beste aus sich herausholen, die am Boden bleiben, wenn sie
erfolgreich sind, die den Druck aushalten, die die Schuld nicht beim Mitspieler, beim Trainer oder bei den Medien suchen, wenns mal schlecht läuft. Sind auch Sie selbstkritisch? Hitzfeld: Ich bin mein grösster Kritiker und habe mich in meiner ganzen Karriere immer selber am meisten unter Druck gesetzt. INTERVIEW RETO KNOBEL
Buchtipps: Josef Hochstrasser, «Ottmar Hitzfeld. Die Biographie», erscheint im Juni auch als Taschenbuch (Fischer-Tb.). Andreas Schiendorfer, Felix Reidhaar (Hrsg.), «Am Ball – im Bild. Das andere Fussballbuch», mit 50 Beiträgen von 35 Autoren, unter anderem von Ottmar Hitzfeld (Verlag NZZ). Beide Bücher online erhältlich bei www.exlibris.ch
ANZEIGE
Vergiss-mein-nicht!
Exelcat aus der Schale. Der Tiger in jeder Katze will und braucht vor allem eines: viel schmackhaftes Fleisch. Und das geben Sie ihm am besten mit dem saftigen Exelcat aus der Schale. Da sind viele fleischige Stücke drin, was dem natürlichen Fressverhalten der Katze am besten entspricht. Dazu erhält sie, was sie täglich braucht, um gesund und munter zu bleiben: Eiweiss, Vitamine und Mineralien. Und der Geschmack ist so unwiderstehlich, dass jeder Stubentiger sofort anbeisst. Exelcat. Für ein vielseitiges Katzenleben.
Exelcat ® gibts in Ihrer Migros
20 Reportage
Mode präsentieren statt Jets pilotieren: Esther Zwygart nach dem Grounding der Swissair.
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Reportage
21
«Wenn man aus den Wolken kommt und die Sonne scheint oder wenn man dem Sonnenuntergang entgegenfliegt – das ist ein unvergleichliches Gefühl.»
VOM COCKPIT IN DEN SHOWROOM Bis zum Grounding flog Esther Zwygart Swissair-Jets. Jetzt ist sie Model und mehr. Doch sie will wieder fliegen.
D
er 2. Oktober 2001 war für Esther Zwygart (33) aus Stäfa ZH und ihre Berufskolleginnen und -kollegen ein schwarzer Tag: Mit dem Swissair-Grounding war die Karriere der begeisterten Pilotin – zumindest vorerst – zu Ende. «Das war schon hart, denn um meinen Traumberuf lernen zu können, habe ich einiges an Energie, Zeit und Geld investiert.» Wollte sie denn schon immer Berufspilotin werden? Esther Zwygart verneint: «Fasziniert war ich vom Fliegen schon immer, ich bin ja auch neben einem kleinen Flugplatz aufgewachsen. Aber als Beruf war die Fliegerei für mich lange kein Thema. Eher dachte ich an eine Bankkarriere.» Mit 17 Jahren hat sie das PrivatpilotenBrevet gemacht. Und an den Wochenenden
war sie oft auf dem Flugplatz anzutreffen, von wo aus sie Rundflüge machte. «Klick» gemacht hat es in den USA: «Während eines Sprachaufenthalts in Arizona bin ich jeden Tag geflogen, und von da an war ich sicher, dass das für mich der richtige Beruf ist.» Zurück in der Schweiz lernte sie statt für die HWV dann auf das Berufspiloten- und Instrumentenflugbrevet. Zur Finanzierung ihrer Ausbildung arbeitete sie als Hostess bei der Crossair und als Model für eine Agentur. Endlich war es dann so weit: Als Berufspilotin wechselte sie erst von der Kabine ins Cockpit, dann von der Crossair zur Swissair. Und da flog sie grosse Maschinen. «Als ich das erste Mal selber einen Airbus steuern durfte, war ich total nervös – obwohl ich ja alle möglichen Situationen auf dem Flug-
Reportage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
simulator geübt hatte und mit kleineren Flugzeugen schon unzählige Meilen geflogen war», erinnert sich Esther Zwygart.Aber sie hat die Herausforderung angenommen, und es gab keinen Tag, an dem sie sich nicht auf ihre Arbeit freute – vor allem auch wegen des gutenArbeitsklimas. «Vom ‹Brötchenstreicher› über den Mechaniker bis zum Boden- und Kabinenpersonal: Jeder im Swissair-Betrieb hat seine Aufgabe ernst genommen und wurde vom anderen respektiert», erinnert sie sich. Für die Pilotin gab es auch schwierige Situationen zu meistern. «Einmal während eines Fluges nach Birmingham fiel über dem Kanal ein Triebwerk aus», erzählt sie. «Wir mussten eine Notlandung nach London-Stansted einleiten. Anfänglich bestand das Prob-
lem darin, eine Sinkflugbewilligung zu bekommen, denn es hatte sehr viel Flugverkehr über dem Kanal. Als wir dann endlich in der Nähe des Flughafens waren, kam plötzlich starker Südwind auf. Der Anflug war dadurch zusätzlich sehr anspruchsvoll. Aber wir haben die kritische Situation gut gemeistert.»
Modebranche ist spannend Vor zweieinhalb Jahren war der Traum vom Fliegen vorerst mal ausgeträumt. Je rund 180 der nach Dienstalter ältesten und jüngsten Pilotinnen und Piloten wurden nach dem Swissair-Grounding entlassen. Esther Zwygart gehörte dazu – ihr Mann, auch Linienpilot bei Swissair, konnte seine Stelle behalten.
23
Der Verlust der Arbeit hat sie nicht nur wegen der Fliegerei getroffen, er stellte auch ihre Familienplanung in Frage. «Unser Beruf bringt es mit sich, dass man immer wieder einige Tage frei hat – eigentlich ideale Bedingungen, um sich gemeinsam um ein Kind zu kümmern.» Der Kinderwunsch blieb, und auf ihrem letzten Flug erfuhr Esther Zwygart, dass sie schwanger war. «Die eine Tür geht zu, eine andere öffnet sich», beschreibt sie es heute. Ganz aus dem Berufsleben zurückziehen wollte sie sich aber nicht, und durch ihre Beziehungen in der Modebranche fand sie schnell eine Stelle im Textil- und Modecenter TMC in Glattbrugg bei Zürich. In so genannten Showrooms präsentieren sich hier zahl-
20 % Jetzt gibts 20% auf alle Suppen von KNORR... Die grosse KNORR Aktionswoche vom 25. – 31. Mai 2004 in Ihrer Migros. Erhältlich in grösseren Migros-Filialen
Appetit aufs Leben.
KNORR gibts in Ihrer Migros
Reportage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
reiche Marken mit ihren neuesten Kollektionen und aktuellsten Trends. Esther Zwygart hat beim Aufbau einer Modeagentur mitgeholfen, empfängt Kunden, verkauft Kollektionen und führt als Mannequin Kleider vor. «Je nach Saison arbeite ich hier mal mehr, mal weniger. Hauptsache, ich habe für meinen Sohn Nick genügend Zeit.» Während ihrer Abwesenheit übernimmt wenn möglich ihr Mann die Kinderbetreuung. «Das klappt bestens, und Nick ist noch so gerne dabei, wenn es beispielsweise darum geht, dem Papi beim Veloflicken oder Autowaschen zu helfen.»
25
de Erfahrungen. «Die Mode ist zwar nachts einen Sternschnuppenregen eine ganz andere Welt als die des sieht, dann ist das einfach ein unverFliegens, aber weil Mode eine schnell- gleichliches Gefühl.» lebige und kreative Branche ist, wird M A R I A N N E S I E G E N T H A L E R BILD LENA AMUAT es auch hier nie langweilig», sagt die Mehr zum Thema – umblättern! junge Mutter, die in ihrer Freizeit am liebsten Sport treibt. «Bei der Präsentation der Kollektionen weiss man nämlich nie im Voraus, was bei den Insgesamt verloren durch die SwissairPleite rund 5000 Menschen ihre Arbeit. Kundinnen wirklich ankommt, denn Mit 180 Berufskollegen gründete Esther Zwygart im Oktober 2001 die erst die Verkaufszahlen zeigen, welche Interessengemeinschaft junge Copiloten Teile zum Renner geworden sind.» und führte auch deren Sekretariat. Der Verein bezweckt die Unterstützung der Doch es zieht Esther Zwygart Copiloten, die durch die Krise der Swissair zurück ins Cockpit. Sie hat nie aufgeihre Jobs verloren haben. Bis heute, zweieinhalb Jahre später, haben hört, sich nach einer Stelle umzusehen. etwa 110 von ihnen wieder eine Stelle Falls alles klappt, wird sie ab Herbst als Pilotin oder Pilot bei Lufthansa, German Wings, Edelweiss, Easy Jet oder anderen wieder fliegen. Und darauf freut sie Fluggesellschaften gefunden. Viele Sie will wieder abheben sich: «Wenn man aus den Wolken der übrigen Piloten arbeiten wieder im ursprünglichen Beruf. Der ungewöhnliche Berufswechsel kommt und die Sonne scheint, dem brachte Esther Zwygart auch spannen- Sonnenuntergang entgegenfliegt oder
Wo sind sie heute?
20 % ... und 20% auf alle Saucen von KNORR... Die grosse KNORR Aktionswoche vom 25. – 31. Mai 2004 in Ihrer Migros. Erhältlich in grösseren Migros-Filialen
Appetit aufs Leben.
KNORR gibts in Ihrer Migros
26 Reportage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
«Mehrere Kollegen gingen zu Fluggesellschaften am Golf. Ich wollte das nicht.»
VOM COCKPIT AUF DAS SEGELBOOT Daniel Comte war Flugkapitän bei der Swissair. Jetzt wechselt er von der Luft aufs Wasser.
D
aniel Comte hegt keine Ressentiments. Ohne Gefühlsregung hat er heute Morgen ein T-Shirt mit Sonnenstrahlen und Palmen sowie dem Aufdruck einer MD-11 auf dem Rücken angezogen. In seinem Haus in Brent bei Montreux – mit herrlicher Sicht auf den Genfersee – bewahrt er seine Swissair-Uniform auf. «Diejenige der Swiss musste ich verkaufen, aber das machte mir nicht viel aus.» Seit Anfang Mai gehört Comte, der sich inzwischen selbständig gemacht hat, nicht mehr zur Fluggesellschaft. Vor kurzem hat er ein Segelschiff gekauft, eine 10,6 Meter lange «X 342»
Bild Loan Nguyen
Der Flugkapitän wird Bootsführer: Daniel Comte vor dem Bootshaus am Genfersee.
mit zwei Kabinen. Nun beginnt er ein zweites Leben. Das erste nahm seinen Lauf, als er elf Jahre alt war. Auf einem Flug nach Athen, wo er mit seinen Eltern die Ferien verbringen sollte, wurde der Junge von einem Piloten der DC-8 «Le Cervin» ins Cockpit eingeladen. «Das machte mir Angst, war aber gleichzeitig ungeheuer faszinierend. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich Pilot werden wollte.» Mit 26 Jahren war er Kopilot auf der DC-9 und bereiste ganz Europa. Später absolvierte er während achteinhalb Jahren Langstreckenflüge auf der MD-11 und konnte nie genug von der Welt bekommen. «Ausser Ozeanien und den Polen habe ich alles gesehen, die ganze Welt.» Heute begnügt er sich mit weniger und geniesst das Glück in der Nähe. Sein neues Leben wird sich auf dem Genfersee abspielen. Seine Entscheidung traf er vor sechs Monaten. Im Jahr 2000 stand er als 38-Jähriger noch auf dem Gipfel seiner Karriere, als er vom Kopiloten zum Flugkapitän des Airbus 320 befördert wurde. Für einen Piloten das höchste aller Gefühle. Im Oktober 2001, nur ein knappes Jahr später, kam dann das Grounding. Im April 2002 wurde die Swiss gegründet. «Ich hatte das Gefühl, in
einen Teufelskreis zu geraten, in eine endlose Spirale nach unten.» Die Swiss verkleinerte ihre Flotte und nahm die verschiedensten Umstrukturierungen vor. «Mehrere meiner Kollegen wanderten aus und liessen sich von Gesellschaften am Golf, wie Emirates oder der vor kurzem gegründeten Etihad, einstellen. Ich wollte das nicht. Dazu hätte ich mein Haus verkaufen und meine Lebensgefährtin mit deren Sohn verlassen müssen.» Er entschloss sich, seine Stelle zu verlassen, und nahm seine Abgangsentschädigung entgegen. Seine Zeit als Flugkapitän hatte nur drei Jahre gedauert.
«Wie einst bei der Swissair» Er blickt auf den Genfersee. Hier wird er nun Kapitän. Vor kurzem hat er die «Riviera Croisi’air» gegründet. Ein Segelboot hat er bereits gekauft, ein Motorboot will er noch mieten. Langfristig soll ein kleines Flugzeug dazukommen. Auf diese Weise soll eine gut situierte Kundschaft den blauen Genfersee durchpflügen und überfliegen. «Ich möchte die Leute mitnehmen, sie tolle Entdeckungen machen lassen, ihnen zeigen, wie schön es hier ist. Ich werde meine Kunden umsorgen wie früher diejenigen der Swissair.» JEAN-FRANÇOIS DUVAL
29
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
JEDE STIMME ZÄHLT
Aktuell
Nachrichten aus der Migros
Die Schaubäckerei im Migros Frischmarkt in Freiburg im Breisgau hat der deutschen Jury besonders gut gefallen.
LADEN-«OSCAR» Bedeutende Auszeichnung für Migros-Frischmarkt in Deutschland.
Die enorme Warenfülle, das eigene Fleisch-Qualitätsprogramm, Bio-Waren und regionale Produkte sowie die Schaubäckerei beeindruckten die Jury besonders. Darum zeichnete sie den Migros-Frischmarkt in Freiburg im Breisgau als «Supermarkt des Jahres 2004» aus. Bei der Bewertung der rund 250 Bewerber spielten Frische, Sauberkeit, Service, Verkaufsförderung, Werbung, Freundlichkeit des Personals und Ambiente eine ebenso grosse Rolle wie betriebswirtschaftliche Faktoren. Es ist das erste Mal, dass der vom Fachmagazin «Lebensmittel Praxis» verliehene, prestigeträchtige deutsche «Einzelhandels-Oscar» an ein nichtdeutsches Unternehmen geht.
Liebe Genossenschafterinnen, liebe Genossenschafter Sie haben kürzlich das an Sie persönlich adressierte Kuvert mit der Stimmkarte für die Urabstimmung 2004 erhalten. Diese Karte ist für Sie und für uns wichtig, weil sie Ihnen ermöglicht, Ihre Meinung zu äussern, und die Verantwortlichen Ihrer Genossenschaft gleichzeitig erfahren, was die Genossenschafterinnen und Genossenschafter denken. Die Frage, die Ihnen auch dieses Jahr gestellt wird, betrifft die Genehmigung der Jahresrechnung Ihrer Genossenschaft, die wir im «Brückenbauer» Nr. 21 vom 18. Mai publiziert haben. Berichte und Jahresrechnung sind von der regionalen Verwaltung und vom regionalen Genossenschaftsrat geprüft worden und werden Ihnen zur Annahme empfohlen.
Nehmen Sie Ihr Recht zur Urabstimmung wahr und tun Sie uns Ihre Meinung kund. Wir hoffen auf eine rege Stimmbeteiligung. Ihre Migros
FERIEN MIT RABATT 10 bis 25 Prozent «Joker»-Rabatt gibt es jetzt auf Ferienhäuser und -wohnungen von Interhome für die Sommer- und Herbstferien. Gebucht werden muss bis 30. Juni. Das tagesaktuelle Angebot ist buchbar unter www.interhome.ch
Aktuell
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
31
«Es gibt immer wieder Anfragen der Polizei, die wissen möchte, welche Person hinter einer bestimmten Cumulus-Nummer steckt.»
KNIFFLIGE FRAGEN
Bild Dick Vredenbregt
Esther Hefti, Datenschutzbeauftragte des Migros-GenossenschaftsBundes, über die Sicherheit von Cumulus-Daten.
Datenschutzgesetzes erfüllt sind. Die Behörde, die eine Herausgabe der Cumulus-Daten verlangt, muss befugt sein, Zeugen einzuvernehmen. Das trifft normalerweise beim UnterEsther Hefti: suchungsgericht zu, wenn es über «Cumulusillegale Abfallbeseitigung ermittelt. Kunden können darauf Es kann von der Migros verlangen, vertrauen, Namen und Adresse von Kundendass ihre Daten nicht karten-Inhabern herauszugeben. an Dritte weiSonst droht uns eine Strafe wegen tergegeben werden.» ungerechtfertigter Verweigerung von Frau Hefti, was tut die Migros für Zeugenaussagen. den Datenschutz? Wann gibt die Migros CumulusEsther Hefti: Die Migros setzt den Daten nicht heraus? Datenschutz mit vielen Massnahmen Hefti: Wir erhalten immer wieder konsequent um. Ich diskutiere mit Anfragen von der Polizei oder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gemeindeangestellten. Aber diese immer wieder knifflige Fragen – und können wir nicht beantworten – denn es gibt stets praktikable und korrekte hier handelt es sich nicht um die Lösungen, wie die Datenschutz-Vor- Nachforschung eines Untersuchungsschriften umgesetzt werden können. gerichts, sondern lediglich um einen Ein wichtiges Thema sind CumulusVorgang auf Verwaltungsebene. Die Karten: Die Inhaber können darauf Migros würde sonst gegen das Datenvertrauen, dass ihre Daten nur für schutzgesetz verstossen. Marketingzwecke verwendet und Gab es auch andere Fälle, wo die nicht an aussen stehende Dritte Migros Daten von Cumulusweitergegeben werden. Kundinnen und -Kunden Was ist mit den Cumulus-Daten in herausgeben musste? illegal entsorgten Abfallsäcken – Hefti: Auch bei anderen Delikten muss die Migros die Namen der wie Einbruch oder Brandstiftung Karteninhaber herausgeben? fragen Strafuntersuchungsbehörden Hefti: Ja, in bestimmten Fällen, in manchmal nach einer Cumulusdenen die Voraussetzungen des Nummer und der dazu gehörenden
Person – zum Beispiel, wenn an einem Deliktort Produkte aufgefunden werden, die aus der Migros stammen und die der Täterschaft gehört haben könnten. Hier stellt sich für die Migros die Frage: Verstösst eine Herausgabe der Daten nicht gegen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit? Gibt es da strittige Fälle? Hefti: Ja, in einem Fall hat sich die Migros gegen die Herausgabe der Daten gewehrt und die Herausgabeverfügung an der nächsthöheren gerichtlichen Instanz angefochten. Diese hat dann klar entschieden, dass die verlangten Cumulus-Daten herausgegeben werden müssen. INTERVIEW CARL J. WIGET
DatenschutzForum: Über «Datenschutz und Kundenkarten» informieren an einem Anlass des Datenschutz-Forums Schweiz M-Cumulus-Marketingleiter Christian Arpagaus, die MGB-Datenschutzbeauftragte Esther Hefti, der Zürcher Datenschützer Bruno Baeriswyl und Fürsprecherin Cordula Niklaus: Mittwoch, 2. Juni 2004, 17 Uhr, im Migros-Hochhaus am Limmatplatz in Zürich. Eintritt für Leserinnen und Leser des «MigrosMagazins»: Fr. 20.– (statt Fr. 50.–). www.datenschutz-forum.ch
34 Debatte
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
«In der Schweiz gibt es zu viele Reformblockierer»
WAS TUN? Thomas Held beschäftigt sich mit der Zukunft unseres Landes. Thesen des Direktors von «Avenir Suisse» – und vier Einwände.
«Demographisch gesehen brauchen wir mehr Ausländer», sagt «Avenir-Suisse»Direktor Thomas Held.
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Bilder RDB, Senn&Stahl
Konkordanz und Demokratie
gemeinden bewältigt werden. Dafür Thomas Held sagt: Ein wesentli- müssen die über Jahrhunderte entstanches Defizit gegenüber den wirt- denen Gemeinden und Kantone nicht schaftspolitischen Herausforderungen zerstört werden. liegt darin, dass es im Konkordanzsystem kein verbindliches Regierungs- Zuwanderung programm gibt und niemand die VerThomas Held sagt: In der antwortung für die Umsetzung eines Schweiz wird der Rückgang der Besolchen trägt. Eine programmatisch völkerung nur dank der Zuwanderung verpflichtete Koalitionsregierung und aufgefangen. Demographisch gesehen die direkte Demokratie schliessen sich brauchen wir deshalb mehr Ausländer. nicht aus. Die schweizerische «All- Deren Qualifikation ist wichtiger als parteienregierung» ist ja historisch die Herkunft. Die Schweiz braucht gesehen jüngeren Datums. Auch das hoch qualifizierte Arbeitnehmende, amerikanische Beispiel zeigt, dass ein aber auch Menschen, die unternehmeSystem der «Alternanz», in dem zwei risch denken und risikobereit sind. Ein grosse politische Kräfte im Wechsel Immigrationsgesetz sollte sich desdie Verantwortung übernehmen, mit halb nicht nach einem Drei-Kreisedirektdemokratischen Elementen ver- Modell richten, sondern nach den einbar ist. Ein Grund für den Reform- Fähigkeiten. Interessante, qualifizierte stau ist auch die grosse Zahl der Leute, die hier arbeiten wollen, sollten «Vetospieler» hierzulande. Das Elekt- kommen dürfen – egal, ob aus Indien rizitätsmarktgesetz, die Revision des oder aus Deutschland. Krankenversicherungsgesetzes, die Ueli Maurer entgegnet: Ich bin Reform der Sozialwerke: Alles wird grundsätzlich einverstanden. Wir braudurch Akteure mit Blockierungsmacht chen aber nicht einfach mehr Auslängestoppt. Zu diesen gehören zunehder, sondern müssen mend auch die Kantone. Wenn wir bei aufgrund des Arbeitseiner Art Dreikammersystem landen, marktes selbst bestimmit National- und Ständerat plus die men können, wer unter «Konferenz der Kantone», läuft bald welchen Bedingungen gar nichts mehr. Ueli Maurer in unserem Land arbeiist Präsident Bruno S. Frey entgegnet: Direkte ten soll. Unsere bilateder SVP. Demokratie und Föderalismus passen ralen Abkommen mit ins 21. Jahrhundert. Ein moderner der EU sind hier einschränkend und Staat muss die Bürger unsere Bedingungen zu grosszügig. an den wichtigen Ent- Wir müssen insbesondere verhindern, scheidungen beteiligen. dass eine unkontrollierte ZuwandeProfessionelle Politiker rung über das Asylgesetz passiert. haben weder KenntnisBruno S. Frey se noch Anreize, auf Sozialwerke ist Professor die Wünsche der BürThomas Held sagt: 1950, also und Leiter des ger einzugehen. Beste- kurz nach der Einführung der AHV, Instituts für Empirische hende Aufgaben müs- lag die Lebenserwartung der 65-jähriWirtschaftssen durch innovative gen Frauen bei weiteren 14 Jahren, bei forschung an der Universität Lösungen angegangen den Männern bei 12,4 Jahren. Im Jahr Zürich. werden. 2010 wird die Lebenserwartung für Grenzüberschreitende Probleme pensionierte Frauen etwas über können mittels demokratischen Zweck- 22 Jahre und für Männer 17,5 Jahre
Debatte
35
betragen. Bei dieser Entwicklung und der verbesserten Gesundheit der älteren Menschen sowie der geringeren Kinderzahl scheint eine Erhöhung des Rentenalters um ein oder zwei Jahre logisch. Trotzdem werden auch kleine Anpassungen der Sozialwerke vehement bekämpft, wie die Ablehnung der 11. AHV-Revision gezeigt hat. Oft führt man dann Bauarbeiter oder andere physisch anstrengende oder gefährliche Berufe ins Feld. Dabei wird gern vergessen, wie sehr sich die Arbeitsbedingungen durch den technischen Fortschritt verbessert haben. Sogar auf dem oft zitierten Bau zählen heute Wissen und Erfahrung mehr als physische Kraft. Zudem gibt es in jedem Beruf, in jeder Branche eine altersabhängige Mobilität. Der Widerstand gegen Reformen bei den Sozialwerken stimmt pessimistisch, vor allem auch, weil eher die Älteren abstimmen gehen und den Jüngeren ihre Ansprüche diktieren können. Otto Piller entgegnet: Wo bleiben die innovativen, zukunftsfähigen Vorschläge? Einfach «rasenmäherhaft» das Rentenalter anzuheben ist keine Lösung! Ein Blick in die IV-Statistik zeigt, wie viele Menschen, die viele Otto Piller war Jahre körperlich hart Direktor des arbeiteten, wegen ErBundesamtes für Sozialkrankung der Knochenversicherungen. und Bewegungsorgane bereits mit 60 invalid wurden. Wollen wir, dass möglichst viele Menschen in Würde in Pension gehen können, dann muss der Übertritt ins Rentenalter den Bedürfnissen der Menschen angepasst werden. Bereits bei der 11. AHV-Revision wurde eine Lösung, basierend auf den Erwerbsjahren vorgeschlagen, die leider keine Mehrheit fand. Wer früh ins Erwerbsleben eintritt und Jahre hart arbeitet, sollte nach 40 Erwerbs-
36 Debatte jahren mit voller Rente in Pension zum Beispiel die Landwirtschaft und gehen können. Wer nach einem länge- die mir ihr verbundenen Branchen ren Studium ins Erwerbsleben eintritt haben zu viel Blockierungsmacht. und von der Wirtschaft auch noch als Hinzu kommen Eigengoals wie das 65-Jähriger gebraucht wird, soll auch länger arbeiten. Übrigens wirkt sich die demographische Entwicklung bei uns nicht so negativ auf die AHV aus, wie behauptet wird. Wir haben ein wohl einzigartiges Finanzierungssystem. Auf allen Einkommen werden Beiträge erhoben. So finanziert Daniel Vasella, der CEO der Novartis, mit seinen jährlichen AHV-Beiträgen 85 Um das WirtAHV-Renten. Wer unser Sysschaftswachstum zu tem studiert und mit dem fördern, forAusland vergleicht, erkennt, dert Thomas Held mehr dass wir mit einem guten Wettbewerb Wirtschaftswachstum die deund eine verstärkte Libemographisch bedingte AHVralisierung. Finanzierungslücke weitgehend schliessen können. Wirtschaftswachstum schafft man nicht mit einer Rentenalteranhebung auf 67 Jahre für alle!
Wachstumsschwäche Thomas Held sagt: Unter Ökonomen herrscht grosse Übereinstimmung nicht nur über die Diagnose der Wachstumsschwäche, sondern auch über die nötigen Massnahmen: Intensivierung des Wettbewerbs im Schweizer Binnenmarkt, verstärkter Druck gegen Kartelle, kantonalen und lokalen Protektionismus und Strukturerhaltungspolitik, verstärkte Liberalisierung beim Service Public (Strom, Telecom, Post, öffentlicher Verkehr), wo die Schweiz eine Hochpreisinsel ist. Die Rezepte sind bekannt, trotzdem passiert wenig. Das hat politische Ursachen: privilegierte Gruppen wie
allerdings hoch – wie in anderen reichen Ländern auch. Wir übertreffen sie jedoch noch, weil wir uns eine teure Landwirtschaftspolitik, hohe Bodenpreise und dazu noch ein teures GesundSerge Gaillard heitswesen leisten. ist Chefökonom Unter zwei Bedin- des Schweizerischen gungen wird die Schweiz Gewerkschaftswieder wachsen: Wenn bundes. erstens Europa wächst und zweitens der Franken nicht zu stark ist. Zudem sind die bilateralen Verträge sehr wichtig für unser Land. Wir sollten sie auf keinen Fall scheitern lassen. INTERVIEWS BEAT A. STEPHAN BILDER RAFFAEL DAVID KOCH
Denkfabrik: Thomas Held (58) ist Direktor von «Avenir Suisse», einem ThinkTank, der sich mit wirtschaftsund sozialpolitischen Fragen der Schweiz beschäftigt und zur Meinungsbildung in diesen Gebieten beitragen will. Die Stiftung «Avenir Suisse» ist mit einem Stiftungskapital von 50 Millionen Franken ausgestattet. Sie wurde im Jahre 1999 von 14 international tätigen Schweizer Grossfirmen wie Nestlé, CS oder UBS gegründet. Die Denkfabrik in Zürichs trendigem ehemaligen Industriequartier beschäftigt ein Dutzend ständige Mitarbeiter und verfügt über ein jährliches Budget von 6 Millionen Franken.
Verbandsbeschwerderecht, mit dem wir Wachstumsinvestitionen verteuern und blockieren. Serge Gaillard entgegnet: Die Schweiz ist kein Sanierungsfall. Wir haben eine wettbewerbsfähige und produktive Wirtschaft. Die Preise sind
Der Think-Tank vertritt eine liberale Grundhaltung: Die Kraft des Freien Marktes und die Reduktion des Einflusses des Staates gehören zu den Glaubenssätzen von «Avenir Suisse». Die Zukunft von «Avenir Suisse» ist bis mindestens 2010 gesichert.
Bild RDB
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
40 Reportage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Video still Mike Theiss
2001, Genf: Gewitter.
2003, Antarktis: Klipsi tanzt mit dem Pinguin.
© Luigi Boschin
2001, Oklahoma: Gewitter.
2002, Sidney: Gewitter.
2003, Texas: Gewitter.
2003, Kansas: Tornado.
1Biografie:
Als Sohn eines Schweizers und einer Französin kommt Olivier Staiger, alias Klipsi, am 24. Januar 1959 in Boston, USA, zur Welt, zusammen mit seinem Zwillingsbruder Philip. Wie sein Bruder hat er drei Nationalitäten. Als Einjähriger kommt er mit seiner Familie in die Schweiz zurück. Er schliesst die Hotelfachschule in Lausanne mit der Note «sehr gut» ab. Mit 27 Jahren wird er Chauffeur für VIPs bei PRC (Prestige Rent A Car). Er lebt in Satigny bei Genf.
1994, Brasilien: 2002, MondAustralien: finsternis. Sonnenfinsternis.
1996, Osterinsel: Sonnenuntergang.
2001, Costa Rica: Sonnenfinsternis.
2003, Antarktis: Packeis.
Das Satellitentelefon verbindet Klipsi mit der Welt.
2001, Oklahoma: Tornado. 1995, Ecuador: Klipsi auf der Äquatorlinie.
2001, Costa Rica: Klipsi mit Videokamera.
© Vic Winter, www.icstars.com
OLIVIER STAIGER
2002, Texas: Gewitter.
1996, Genf: Mondfinsternis.
41
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
2001, Oklahoma: spektakuläre 1995, Wolken. Thailand: Sonnenfinsternis.
2003, Antarktis: Spaziergang. 2002, Australien: Sonnenfinsternis.
«Es war, als ob ein Ballon vor der Sonne hing! Unglaublich! Man sah Sterne und Planeten mitten am Tag!»
PAPARAZZO DES HIMMELS
2003, Kerguelen: Seeelefantenbaby.
1995, Thailand: Sonnenfinsternis.
1997, Mongolei: Kältetest.
G 1997, Jura: 1996, Komet Osterinsel: Hale-Bopp. Sonnenfinsternis.
1998, Thailand: Feuerkugel.
Bilder Olivier Staiger
1996, Genf: Komet Hyakutake.
Der Genfer Olivier Staiger alias Klipsi reist ständig rund um die Welt. Wenn die Gestirne verrückt spielen, sitzt er in der ersten Reihe.
staad. Er steigt aus einem massigen, vor Sauberkeit funkelnden Hummer mit einem Kennzeichen von Monaco. Mit dem Luxusgeländewagen arbeitet er wieder einmal als Chauffeur für die Prestige Rent A Car, bei der er seit 18 Jahren angestellt ist. Er hat schon Fürst Rainier und Sharon Stone chauffiert, die «noch schöner als im Film weil 3D», ist. Er trägt einen tadellosen Anzug mit Krawatte samt Gilet à la Bodyguard – 45 Jahre alt, markanter Kopf, in der Hand ein Walkie-Talkie. Er besitzt ein Diplom der Hotelfachschule Lausanne. Er ist rund um die Uhr im Dienst und könnte jeden Augenblick gerufen werden. Wenn er nicht gerade VIPs herumchauffiert, versteckt sich Olivier Staiger hinter dem Namen «Klipsi». Klipsi ist ein Star unter seinesgleichen: Er jagt Sonnen- und Mondfinsternis-
42 Reportage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
sion, zwischen Afrika und Brasilien, einem britischen Militärstützpunkt. Klipsi wurde zu einem Flug mit der Royal Air Force eingeladen. Klipsi überlässt nichts dem Zufall und erreicht sein Ziel stets drei Tage vor der Finsternis. Um seinen Diafilmen die Röntgenstrahlen bei den Kontrollen auf den Flughäfen zu ersparen, tritt er jeweils mit der Firma Fuji in Kontakt, um sich zu vergewissern, dass ein bestimmter Laden auch wirklich die zwanzig Velvia-Filme hat, die er braucht. Er versteht sich als «Tourist, der die üblichen Routen verlässt», und gesteht, «ich bin kein Mike Horn, ich liebe den Luxus viel zu sehr, und wenn immer möglich fliege ich Business Class.» In Darkhan in der Mongolei, wo er von Fred Espenak, «dem Mr. Sonnenfinsternis» der Nasa, geführt wurde, hatte man Kometen und Tornados für sie zwei Luxuswaggons an Sechs Monate später ist er die Transsibirische Eisenbahn in Macara, Ecuador. In den gehängt. folgenden Jahren kann man Klipsi stimmt sein Leben auf ihm in Sambia, Costa Rica, das des Universums ab. 2000 Tasmanien, auf den Baffin-Inwar ein mageres Jahr. Es manseln, am Polarkreis und in LaOnline: Olivier «Klipsi» Staiger gelte an himmlischen Phänomefüttert seine Website. joux, in der Nähe des Col de la nen. So wurde Klipsi auch noch Faucille, begegnen, wohin er ging, um die Tornadojäger. Seither begibt er sich, wenn im Durchreise des Kometen Hale-Bopp im April Mai die günstige Jahreszeit beginnt, in die Tor1997 zu beobachten. «Er hatte einen zweiten nado Alley, die ihn von Texas nach Kansas und fantastischen Schweif, bläulich gefärbt, den Oklahoma führt. Dort geht er mit Cyclone Jim man mit blossem Auge sehen konnte.» und andern auf Tornadojagd. Der Radiosender Denn auch für Kometen hat er eine Vorliebe, Channel 9 hält ihn auf dem Laufenden, und er wie denTempleTuttle, oder für den Meteorregen rast dem Wetterleuchten, dem Donnerschlag, auf Thailand, das waren «riesige Feuerkugeln, den Blitzen und Hagelkörnern entgegen, die diewieRaketenüberdenHimmelzischtenundde- «manchmal so gross wie Grapefruits» sind. Er ist ren Schatten auf dem Erdboden zu sehen waren». geradezu verrückt nach den kleinen Wirbeln, die Zehn Jahre ist er nun auf der Jagd nach den sich «wie Schweineschwänze kringeln und sich Finsternissen, und er erinnert sich detailliert an Spielzeugkreiseln gleich aus den grossen Gewitjede einzelne: an die Stunde, den Tag, das Jahr, terstürmen entwickeln». ob die Finsternis total, ringförmig oder nur eine Sein Walkie-Talkie rauscht. Er steigt wieder Teilfinsternis war, ob sie 29 Sekunden oder über in seinen Hummer. Wie wärs, Klipsi wieder zu drei Minuten gedauert hat. Friedhelm Dorst – sehen? Nächstes Treffen am Abend des 13. Okein Veteran mit dreimal mehr Finsternissen auf tober 2004 in Nome, Alaska, gegenüber Sibiridem Konto – bringt es auf den Punkt: «Klipsi ist en, für eine zwar nicht vollständige, doch «sehr berühmter als ich; er ist der einzige, der die dop- tiefe» Sonnenfinsternis. Oder dann am 8. April pelte Verfinsterung von Venus und Jupiter durch 2005 im Südpazifik, zwischen Tahiti und den den Mond gesehen hat. Klipsi ist unsterblich.» Galapagos-Inseln, für eine totale SonnenfinsterEs war am 23. April 1998 auf der Insel Ascen- nis von 30 Sekunden Dauer. J E A N - F R A N Ç O I S D U V A L Bild Dave Lewison
sen hinterher und ist den Tornados auf den Fersen. Diese Leidenschaft packte ihn eines Tages, es war 1993, als er die Rubrik «Der Himmel im nächsten Monat» in der «Tribune de Genève» las. Der Blitz schlug sofort ein. Er hatte bisher nicht gewusst, dass Himmelsphänomene so faszinierend sind. Seit die Finsternisse zum «roten Faden» in seinem Leben geworden sind, diktieren sie seinen Lauf auf der Erde. Für die erste Sonnenfinsternis ist er bis nach Brasilien gereist. Das war am 3. November 1994. Er warf sich auf die Knie. Die Finsternis dauerte 3 Minuten und 40 Sekunden. «Es war, als ob ein Ballon vor der Sonne hing! Unglaublich! Man sah Sterne und Planeten mitten am Tag!»
Himmelspektakel
DIE NÄCHSTEN EVENTS Klipsi empfiehlt die folgenden Ereignisse am Himmel:
In der Schweiz: Am Vormittag des 8. Juni 2004 begibt sich die Venus vor die Sonne. Am 28. Oktober 2004 frühmorgens totale Mondfinsternis. Am 3. Oktober 2005 Teilfinsternis der Sonne. Und im Ausland: Am 8. April 2005 totale Sonnenfinsternis zwischen Tahiti und den Galapagos-Inseln. Am 3. Oktober 2005 ringförmige Sonnenfinsternis in Spanien und Afrika. Und am 29. März 2006 in Libyen eine über vierminütige totale Sonnenfinsternis! Über alle weiteren Finsternisse bis 2035 gibt Klipsis Website Auskunft: eclipse.span.ch
MEHR ZUM THEMA Verein Astro-Info: news.astronomie.info Institute of Astronomy, ETH Zürich: www.astro.phys.ethz.ch Astronomisches Institut der Uni Basel: www.astro.unibas.ch
44 Reportage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
«Am Anfang war ich ‹händscheschüch› und schloss immer die Augen, wenn ein Schlag kam – aber das ist vorbei.»
BUMM! Dina Burger, 16, Schweizer Meisterin im Federgewicht, will ProfiBoxerin werden.
Reportage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
45
Dina Burger, 170 Zentimeter, 52 Kilo, ist fit wie eine Langstreckenläuferin. Blitzschnell weicht Dina den Schlägen ihres Sparringpartners aus.
J
Trainingspartner Dominik Bernhard steckt Dinas Schläge ein.
«Vielleicht bin ich nur so wenig nervös, weil ich so jung bin.»
unge Frauen und Männer stehen vor der Tür. Kein lautes Wort fällt. Man sieht den einen und anderen glatt rasierten Schädel. Einer trägt eine Kapuze wie ein Boxchampion beim Einzug in die Arena. Die Wartenden sind Boxerinnen und Boxer. Es ist Montagabend, sie treffen sich in der Turnhalle Grenchen zum Training. Mit einer grossen Tasche kommt eine junge Frau die Treppe der Turnhalle Grenchen hoch. Sie wirkt ernst und still. Dina Burger, die 16-jährige Schweizer Meisterin im Federgewicht, ist schon aufs Training konzentriert. Wenig später in der Halle: Dina Burger legt los. Ihre Geraden prallen auf die
46 Reportage gepolsterten Fäuste von Sparringpartner Dominik Bernhard, auf seine Brust und an seinen Kopf. Zwischendurch gibt er der BoxerinTipps. Dina läuft der Schweiss in Bächen übers gerötete Gesicht. Eine kurze Pause. «Ein Kampf ist genial», erklärt Dina Burger ihre Faszination fürs Boxen. «Ich bin allein mit meiner Gegnerin auf einem Podest
Trendsport Frauenboxen: «Vor kurzem gabs überall Boxschuhe zu kaufen – als trendiger Modeartikel für Frauen», sagt Jane Gebel (23). Die Grafikerin ist überzeugt, dass Frauenboxen im Kommen ist: «Viele junge Frauen sagen: ‹Ich boxe jetzt› und erhalten erstaunte und bewundernde Kommentare.» Jane Gebel trainiert beim Boxclub Zürich: «Ich mache Fitnessboxen – für harte Kämpfe im Ring wäre ich zu schmerzempfindlich.» Als ein Magazin über das Fitnessboxen berichtete, erlebte der Zürcher Boxclub einen grossen Andrang: «Etwa 20 Frauen kamen neu hinzu. Allerdings empfanden viele diesen Sport dann doch als zu hart und kamen nicht wieder.» Stephan Bernhard, Trainer beim Boxclub Grenchen, stellt ebenfalls einen Trend zum Frauenboxen fest: «Attraktiv ist dabei auch das Fitnessprogramm mit Lauftraining und Kraftübungen.»
und vergesse alles um mich herum.» Und: «Boxen hat mich selbstbewusster gemacht.»
Starke Geraden Trainer Stephan Bernhard (29) beobachtet sie beim Sparring. «Die Geraden sind Dinas bevorzugte Schlagvariante», sagt er. «Sie kann taktische Anweisungen sehr schnell umsetzen, auch während eines Kampfes.» Jetzt zum Beispiel soll die Boxerin einen Ausweichschritt machen, um die Schläge des Gegners wirkungslos verpuffen zu lassen. Es klappt noch nicht. Der Trainer zeigt Verständnis. «An-
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
griffsboxer – ich bin auch einer – haben den Drang, sich voll ins Getümmel zu stürzen.» Der Nachteil: Häufige Treffer des Gegners verkürzen die Karriere. Darum braucht es MeideTechniken. Besonders eindrucksvoll wirkt der Esquive seitwärts: mit dem Kopf abtauchen und in einer Halbkreisbewegung seitwärts wieder auftauchen. Das ist der richtige Moment, um eine Gerade auf den verdutzten Gegner sausen zu lassen. Stephan Bernhard hat seine Boxerlaufbahn mit 20 aufgeben müssen – wegen einer Krankheit, die nichts mit dem Boxen zu tun hatte. «Es war wohl ein Wink des Schicksals», meint der Trainer. «Aber dafür hat das Schicksal dem Boxclub Grenchen einen Diamanten geschenkt.» Der Diamant heisst Dina. Und die Boxerin – sie trainiert fünfmal in der Woche – fühlt sich durch solch hohe Erwartungen nicht unter Druck gesetzt: «Der Trainer ist für mich wie ein grosser Bruder, er hilft mir, aber er drängt nicht.» Dina Burger hat die Figur einer Langstreckenläuferin. Sie ist 52 Kilo leicht und 1 Meter 70 gross. «Auch als Läuferin könnte sie vorne mitmischen», ist ihr Trainer überzeugt. Von ihrem Wohnort in Arch läuft sie meistens die vier bis fünf Kilometer zur Grenchner Turnhalle. Boxneulinge starten nicht sofort mit einem harten Fight. Als Dina Burger vor zweieinhalb Jahren erstmals Boxluft schnupperte, begann sie ganz sachte mit Gegnern zu boxen. Dann wurde es aber ernst: «Irgendwann erhält man den ersten Schlag auf die Backe. Das ist nicht angenehm, doch man gewöhnt sich mehr oder weniger daran», sagt die junge Boxerin mit sanfter Stimme. «Am Anfang war ich ‹händscheschüch› und schloss immer dieAugen, wenn ein Schlag kam – aber das ist vorbei.» Nach einem Jahr hatte sie ihren ersten richtigen Kampf. Dazu
musste sie eine Lizenz lösen, die nach einer Gesundheitsprüfung erteilt wird. Boxende Frauen jagen manchen Männern einen kalten Schauer den Rücken hinunter. Das kümmert die Dritt-Sek.-Schülerin nicht. «Die Schulkollegen nehmen es locker, obwohl sie Frauenboxen schon etwas speziell finden.» Sie hat ein Ziel: als Profi-Boxerin vor grosser Zuschauerkulisse zu kämpfen – wie die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko. «Die beiden gefallen mir: Sie haben Ausstrahlung, sie sind starke Boxer – und sie sind fleissig.»
Die Nase wurde grösser Auch Dina Burger hat Ausstrahlung. Sensibel und entschlossen blicken ihre Augen. Doch sie gibt vor, sich nicht um Aussehen und Schönheit zu kümmern. «Ich bin nicht eitel. Ich achte einfach darauf, dass ich natürlich bin – dann ist es gut.» Von ernsten Verletzungen an Füssen, Händen oder Gesichtshaut blieb Dina Burger bisher verschont. Sie hat auch keine Angst vor einem gebrochenen Nasenbein – der typischen Boxerverletzung: «Das Nasenbein wächst wieder zusammen – mich würde das nicht stören.» Aber den Blick in den Spiegel hat sie nicht verlernt: «Meine Nase hat sich ohnehin verändert, seit ich boxe. Sie wurde ein bisschen grösser und das Nasenbein etwas stabiler.» Dina Burger macht sich bereit für ein weiteres Sparring – mit Micha Burger, ihrem sechs Jahre älteren Bruder. Er boxt nur im Winter, um für die Motocrosssaison fit zu bleiben. Aber Micha Burger war derjenige, der Dina zum ersten Mal an ein Training mitgenommenhat. Er ist stolz auf seine Schwester. «Sie ist cool, wirklich cool», sagt er. Dina Burger schwächt ab: «Vielleicht bin ich nur so wenig nervös, weil ich noch so jung bin.» CARL J. WIGET BILDER STEFAN JERMANN
49
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Schaufenster
DAS SAGT DIE EXPERTIN
Produkte aus der Migros
Wie fördert das Spiel mit Playmobil die kindliche Entwicklung?
Bild Annette Fischer
Stefania Curschellas ist Fachpsychologin für Kinderund Jugendpsychologie FSP in Zürich.
«Juhui, wir sind gross geworden!»
SPIELIDEE MIT KULTSTATUS Playmobil: Die beliebten Figuren werden 30.
Mit der Schöpfung eines 7,5 cm kleinen Plastikmännchens begann 1974 die Erfolgsgeschichte von Playmobil. Inzwischen bevölkern über 1,7 Milliarden der unterschiedlichsten Figuren die Kinderzimmer auf der ganzen Welt. Bis heute ist Playmobil seiner Philosophie treu geblieben, setzt nach wie vor auf Themen, welche die Fantasie der Kinder anregen und sie fördern. Den 30. Geburtstag feiert der Spielzeughersteller mit einem Ritter und lanciert zudem sieben motorisierte Wüstenfahrzeuge. Und die Migros gewährt bis 29. Mai auf das ganze Sortiment 30 Prozent Rabatt. YVONNE CORRAO
* Playmobil ist in grösseren Migros-Filialen erhältlich.
Mein 4-jähriger Sohn ist bereits ein leidenschaftlicher PlaymobilFan. Ich habe bei ihm beobachtet, wie die verschiedenen Figuren und Welten die Fantasie eines Kindes anregen und dessen Entwicklung fördern. Mit wachsendem Alter bildet sich die Feinmotorik mehr und mehr aus. Im Spiel mit Erwachsenen bekommt das Kind Wissen vermittelt, zugleich erweitert sich sein Wortschatz, und es lernt soziales Rollenverhalten. Und weil bei Playmobil Polizistinnen ebenso selbstverständlich wie Feuerwehrfrauen und Ärztinnen sind, werden die üblichen Rollenklischees nicht zementiert.
50 Schaufenster
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Geselliges Beisammensein im Garten macht Sommerlaune.
BRILLIEREN BEIM GRILLIEREN
Heisses für rund um den Grill: So sind Sie für die Sommerparty perfekt ausgerüstet. Die Sonne scheint, die Luft ist lau – schnell ab nach draussen zum Grillieren. Denn nichts versetzt einen mehr in Sommerlaune als geselliges Beisammensein im Garten, während Würste, Maiskolben und Kartoffeln nebenan auf dem Rost garen. Mittlerweile hat sich die Gilde der Barbecuer punkto Zubereitung in zwei Lager geteilt: diejenigen, die darauf schwören, dass ihr Grillgut nur über Holzkohle auf dem Rost den richtig typischen Geschmack erhält, und all jene, die keine Kohle schleppen mögen und auf die praktischen Gasmodelle setzen. Für beide Fraktionen gilt: Mit speziellen Grillhandschuhen schützt man sich vor Verbrennungen. Und eine Zange hilft, Fleisch & Co. leichter zu wenden. C K 2. Grillbürste Holz Fr. 8.80 3. Grillzange Inox Fr. 7.– 4. Wender Deluxe Fr. 18.–
14
12
13
3 15
5
9
6
8
Bild: Annette Fischer
1. Säulengrill Fr. 158.– (bis 7. Juni 10-%-Aktion)
1
2
11 7 10
4
5. Holzkohle FSC 5kg Fr. 6.80 (10 kg Fr. 12.80, Briketts FSC 3kg Fr. 4.80) 6. Grillreiniger, Fr. 7.50 7. Anzündwürfel Paraffin Fr. 3.20 8. Pizza-/Seafood-Blech Fr. 10.– 9. Wendebräter Fr. 12.– 10. Brat- und Backblech Fr. 30.– 11. Grill-Allzweck-Auffangschalen Fr.4.80–Fr.6.80 12. Grillhandschuh Fr. 18.– 13. Grillbürste mit Kunststoffgriff Fr. 5.50. 14. Holzspiesse (100 Stk.) Fr. 1.80 15. Grillbesteck (dreiteilig mit Zange) Fr. 20.–
Grillieren – daran sollten Sie denken: Aufstellen: Achten Sie darauf, dass der Grill auf einer ebenen Unterlage steht, damit er nicht plötzlich kippt. Und platzieren Sie ihn zudem so, dass möglicher Rauch Ihren Nachbarn nicht in die Nase steigt. Anfeuern: Ob Sie mit Anzündwürfeln, Petroleum oder Holzwollewickeln das Feuer entfachen, spielt keine Rolle. Für alle drei
Anzündhilfen gilt aber: nur zum Anfeuern verwenden. Wenn es brennt, heizen Sie den Flammen mit dem Blasebalg ein. Anrichten: Ab Anfang Juni liegt in allen Migros-Filialen die Broschüre «Brillieren beim Grillieren» auf, das nebst patenten Tipps rund um Holzkohle & Co. etliche leckere Rezepte auf Lager hat.
Schaufenster
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
51
Schnäppchen
DER DREH IM TREND
Gas geben Wem das Anfeuern mit Kohle zu mühsam ist, der lässt das Essen auf einem Gasgrill gar werden. Das kugelförmige Modell Ascona 570 MX hat einen Grillrost mit 57 cm Durchmesser. Ascona 570 MX, Fr. 728.–
Heile, heile säge Hat man sich die Finger verletzt , schützt ein HydrocolloidPflaster mit wundheilender Gelschicht die Blase. Abhilfe für gerötete und irritierte Haut bringt der SanactivAloe-Hautberuhigungsspray. 100 ml, Fr. 9.80 * HydrocolloidPflaster, 6 Stück, Fr. 6.80 * in grösseren Filialen erhältlich.
Mit dem handlichen Slim Powerstylist «Inital» von Philips geben Sie Ihrer Frisur im Nu ein schickes Styling. Grosse Locken, verspielte Wellen wie auch glatte Frisuren lassen sich mit dem integrierten Kamm mühelos hinzaubern. Y.C. Hairstyler Philips, Slim Powerstylist HP 4693/00 Fr. 54.– statt Fr. 69.– (solange Vorrat)
Sparschwein
Aufdrehen Viel Platz für das Grillgut hat es auf dem rechteckigen Gasgrill Australian Gasemate Waverly. Der emaillierte Rost hat eine Grillfläche von 49 x 49 cm und klappbare Seitentablare. Australian Gasemate Waverly, Fr. 498.–
Ich lege mir bald einen neuen Computer und eine neue Homepage zu – beides brauche ich als freiberufliche Künstlerin dringend. Sparen tue ich zudem auf meine Frühherbstferien mit meinem Mann in Südsardinien. Damit ich mir das alles leisten kann, träume ich davon, möglichst viele Sponsoren für mein Dodobuch zu finden, das zum 30-jährigen Bühnenjubiläum erscheint. Ausserdem hoffe ich, es zu schaffen, meine vielen Projekte – CD und Bühnenprogramm «la collection, best of Dodo Hug 1983–2003», meine Kinderprojekte und etliches mehr – unter einen Hut zu bringen.
Bild: Keystone
Schützenswert Für besonders Empfindliche hat Sun Look eine Milch und eine Creme mit hohem Schutzfaktor im Sortiment. Sun Look Sonnenmilch Body, 200 ml Fr. 14.50, Sun Look Sonnencreme Face, 50 ml Fr. 6.80
Dodo Hug (54) Sängerin, Komikerin, Schauspielerin
Schaufenster
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
53
Aktuell:
LECKER
Pralle Schönheit.
EXOTIN «Sho yu» – «die Schönste» – nennen die Chinesen die Pfingstrose.
Bild: Annette Fischer
Mit ihren farbenprächtigen Blüten gelten die Pfingstrosen (Päonien) im Feng Shui als beliebtes Symbol für Reinheit, Schönheit und Liebe. In grösseren Migros-Filialen sind die exotischen Schönheiten in mehreren verschiedenen Farbtönen – von Weiss über Zartrosa bis Dunkelviolett – bis Anfang Juli erhältlich.
Bild Malu Barben
Das kauf ich mir! Vinzenz Strauss (28), aus Bern, hat mit den geschenkten 100 Frankenin der Migros-Filiale Zähringer in Bern eingekauft und sich geleistet, was sonst sein Budget sprengen würde.
Golden Hair Professional, Styling Mousse 6.00 VonCaffé, Noblesse 9.30 Parmesan, Grana Padano 3.15 Salat/Gemüse 9.55 Crusta Baguette 2.20 Bündnerfleisch/Rohschinken 7.30 Entrecôte 10.25 Pouletgeschnetzeltes 7.45 3 l Milch Drink 4.35 Ravioli und Nudeln, von Anna’s Best 15.50 2 l Orangensaft, von Anna’s Best 7.90 Olivenöl Monini Classico 11.70 Balsamico, von Ponti 4.20 Fideli, von Tipo M 1.80 Migros-Tragtasche 0.30 TOTAL:
100.00
KLEINE RELAX-OASE Bademöbel in allen Grössen.
Das freut das Büsi: «Selina Catfit Fischli» sind ein gesunder Hefesnack. Sie enthalten viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Fr. 1.80, bis 7. Juni mit 20-CumulusPunkten.
FÜR ZARTE NASEN
Erfrischend im neuen Design. Die weichen 4-lagigen LinsoftClassic-PapierTaschentücher aus der praktischen Box eignen sich für zu Hause auf dem Nachttisch ebenso wie im Bad oder Büro. Neu sind sie in zwei trendigen, erfrischend blauen Designs erhältlich. 80 PapierTaschentücher Weiss, vierlagig Fr. 2.20
RETRO-FÖN
Die Bademöbel-Programme der Micasa-Shops zeichnen sich aus durch hohe Qualität, pflegeleichtes Material und durchdachte Handhabung. Dank extra schmalen Modellen wird auch ein kleines Bad zur Relax-Oase.
Der efbe-Schott HT 50 ist zwar im Retrostyle designt, aber alles andere als ein Oldie. Unter seinem Gehäuse aus Edelstahl bläst der Fön mit kraftvollen 1200 Watt und 2 Heizund Lüfterstufen. efbe-Schott HT 50 Haartrockner-Aktion Fr. 99.– statt Fr. 119.– (solange Vorrat)
Schaufenster
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Mit Baby durch den Sommer
SONNENBADEN OHNE REUE Bild: ??????????????
Wenn es warm wird, brauchen Kleinkinder besonders intensiven Schutz und Pflege.
Haut einen sicheren Schutz geben. Gazetücher dienen bei sommerlicher Hitze als patente Schattenspender auf Kopf und Körper. Wer mit seinem Kleinen an heissen Tagen unterwegs ist, sollte zudem unbedingt genügend Flüssigkeit einpacken. Feine Durstlöscher sind die erfrischenden Säfte von Nestlé in vier fruchtigen Sorten (solange Vorrat). Für die grösseren Babys gibts zudem die leckeren Nestlé Junior Fruit Sticks. Auch sie gehören in jede Badetasche. YVONNE CORRAO
Bild zefa-blueplanet
Vier Milette-Produkte schützen die zarte Kinderhaut bei Wind und Wetter.
K
lettern die Temperaturen in sommerliche Höhen, müssen wir ganz besonders auf unsere Kleinsten achten. Denn sie leiden viel mehr unter der Hitze als wir. Im Gegensatz zu uns Erwachsenen sind die Eigenschutzmechanismen bei Kindern nämlich noch nicht vollständig ausgebildet. Darum reagieren Haut und Augen um ein Vielfaches empfindlicher als bei uns. Damit die Kleinen die warmen Monate unbeschwert geniessen können, bietet die Migros ein umfassendes Angebot an Produkten: Zur unverzichtbaren Sommerausstattung gehören die Hautpflegeprodukte von Milette, die der zarten
Nestlé-Säfte in vier Sorten (solange Vorrat), 5 dl à Fr. 4.10
Nestlé Junior Fruit Stick, 3er-Pack à Fr. 4.45
Farbige Gaze-Tücher (solange Vorrat), 3 Stück à Fr. 9.–
55
SONNENSCHUTZ So schützen Sie die zarte Babyhaut: SCHATTENSPENDER Ein schattiger Platz oder ein Sonnenschirm schützen am besten. Zwischen 11 Uhr und 15 Uhr ist ein kühler Schattenplatz einem Aufenthalt unter dem Sonnenschirm vorzuziehen. BEDECKEN Ziehen Sie Ihrem Kind beim Spielen Kleider an. Am besten solche mit einem integrierten Sonnenschutz. BEHÜTEN Eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz und breiter Krempe schützt nicht nur vor Sonnenbrand, sie hilft auch, einen Sonnenstich zu vermeiden. DURCH DIE BRILLE Kinderaugen sind sehr lichtempfindlich und müssen gut geschützt werden. Wichtig: Die Sonnenbrille muss über einen 100-prozentigen UV-Schutz verfügen. EINCREMEN Cremen Sie Ihr Kind eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien mit Sonnencreme ein (Lichtschutzfaktor von 25 oder mehr).
Milk, 200 ml, Fr. 4.60, Gesichtsund Körpercreme, 100 ml, Fr. 4.80, Öl, 200 ml, Fr. 3.60, Wind- und Wettercreme, 50 ml, Fr. 6.40 weitere Infos: www.milette.ch
56 Nur so eine Frage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
WAS TÄTEN SIE MIT EINEM ZAUBERSTAB? Beantwortet vor der Migros Shoppyland in Schönbühl BE.
Nur so eine Frage
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
73
Patrick Buschor (19), Student: Ich wollte, es wäre schon Sommer, damit ich im Marzilli-Bad Fussball spielen und schwimmen kann. Das Marzilli ist «the place to be» in Bern!
Franziska Widmer (19), Kassiererin: Ich würde mir Brad Pitt als Ehemann herzaubern und dafür sorgen, dass alle meine Wünsche für immer in Erfüllung gehen.
Michel Harisberger (28), Storenmonteur: Ich wünsche mir, dass die Menschen positiver ans Leben herangehen. Jeder soll bei sich selber anfangen und nicht die Probleme bei den anderen suchen.
André Bigler (33), Landschaftsgärtner: Ich wünsche, dass alle so privilegiert leben können wie wir in der Schweiz. Dann gäbe es auch keine Kriege mehr.
Meza Helmer (32), Taxifahrer: Mit meiner Familie möchte ich eine Weltreise machen und meinen Kindern je ein Haus in Peru, meinem Ursprungsland, kaufen.
Alina Knecht (3): Ich zaubere mir einen Elefanten in den Garten. Nein, lieber einen Plüschelefanten für ins Bett.
Oliver Zeller (31), Immobilienverwalter: Da ich ein leidenschaftlicher Taucher bin, würde ich der Schweiz ein Meer mit Sandstrand hinzaubern.
Thérèse Burkhalter (59), Verkäuferin/Hausfrau: Ich wünsche mir zwei Blumenampeln, die ich in der Migros gesehen habe. Die verschiedenfarbigen Blüten passen gut auf meine Terrasse.
Alice Schürch (79), Rentnerin: Ohne Stöcke gehen zu können, wäre mein grösster Wunsch. Dafür müsste ich meine Achillessehne verzaubern, damit sie wieder zusammenwächst.
Brigitte Kneubühl (36), Coiffeuse/Hausfrau: Mein einziger Wunsch ist, dass meine drei Kinder gesund bleiben.
Eveline Lüthi (21), Coiffeuse: Gleichberechtigung für Mann und Frau und den Ausgleich zwischen Arm und Reich, das wünsche ich mir.
Zoë Slongo (3): Ich zaubere mir ein rosa Velo mit einem violetten Kindersitz für mein Bäbi herbei.
Denise Brüschweiler (24), Projektleiterin: Ich wünsche mir, dass ich als Mutter weiterhin den gleichen Job machen kann und mich nicht zwischen Familie und Beruf entscheiden muss.
Michele Ryter (26), Hotelsekretärin/Hausfrau: Ich glaube nicht an Zauberei. Meine Wünsche sage ich Gott, denn er weiss, was gut für mich ist.
Vanessa Schweizer (3): Ich wünsche mir eine Baby-Born-Puppe mit orangen Kleidern. Zusammen backen wir dann einen Schoggikuchen. Das ist mein Lieblingskuchen.
Sabine Rufer (10), Schülerin: Mein Lieblingsfilm ist «König der Löwen». Darum wünsche ich mir einen niedlichen Stofflöwen für mein Zimmer.
Hanspeter Püschel (39), Marktforscher: Eigentlich bin ich wunschlos glücklich. Wenn, dann würde ich mir einen roten Mini Cooper vor meine Wohnung zaubern.
Lucien Lenoir (10), Schüler: Ich würde den Rapper Tupac wieder zum Leben erwecken. Er war der coolste Rapper mit der besten Stimme.
Julian Slongo (9): Ich wünsche mir ein goldenes Haus mit einem Flachdach, auf dem ich «sünele» kann. Vom Dach kann ich über eine Rutschbahn direkt in den Garten sausen.
Sandra Brand (24), Coiffeuse: Ferien in der Karibik sind sehr teuer. Darum wünsche ich mir zwei Wochen in Punta Cana, zusammen mit meinem Freund.
Claudia Olivari (41), Sekretärin/Hausfrau: Ich wünsche mir einen Wicht, der mir das Haus von oben bis unten putzt.
Thomas Bieri (27), Polizist: Ich bin glücklich und zufrieden mit meinem Leben und wünsche mir, dass alles so bleibt wie bisher.
Peter Wolf (56), Geschäftsleiter: Ich würde einen Gerechtigkeitszauber über die Welt legen. Keine Kriege, keine Armut, keine Umweltverschmutzung und keine Wirtschaftskriege mehr.
Renate Kunz (44), Hausfrau: Ich würde den Papa meines fünfzehn Monate alten Kindes herzaubern. Da er in Deutschland festgehalten wird, hat er seinen Sohn noch nie gesehen.
Diego Corraläs (6), Kindergärtner: In meiner Dinosauriersammlung fehlt eigentlich nur noch der Scharfzahndinosaurier. Den würde ich mir dazuzaubern.
Gabi Zbären (33), Geschäftsführerin: Wir mussten meine Grossmutter ins Altersheim bringen. Eigentlich möchte ich nur, dass es ihr wieder besser geht.
Daliborka Dimovic (24), Studentin: Ich wünsche mir eine erfolgreiche Karriere als Anwältin und hoffe auf den Prinzen, der mein Herz erobert.
Iria Suarez (21), Praktikantin: Alles, was unserer Seele schadet, würde ich verschwinden lassen. Für mich hätte ich gerne ein einfaches Haus am Meer.
Michael Alder (25), Technischer Angestellter: Ich wünschte mir, dass die Menschen weniger neidisch sind. Dadurch wären sie weniger gestresst und könnten ein ruhigeres Leben führen.
Mergim Rrahmani (16), Bäckerlehrling: Den neusten Ferrari inklusive Fahrausweis würd ich mir herzaubern. Den starken Motor finde ich geil!
Sandra Burkhalter (34), Hausfrau: Ich würde einen Gesundheitszauber über meine beiden Kinder legen.
Peter Liechti (62), Kaufmann: Mein Traum ist ein Haus mitten im Grünen. Ich liebe die wilde Natur. Da träfe ich mich mit meinen Freunden, um über Soziologie zu diskutieren.
Nelly Rütsch (68), Rentnerin: Ich würde meine Schmerzen wegzaubern. In jungen Jahren hatte ich einen Motorradunfall. Seither plagt mich der Rücken.
Conny Corraläs (38), Krankenschwester: Ich wünsche mir, dass meine Familie für immer gesund bleibt und zusammenhält. Meine Kinder geben mir viel Rückhalt und Zufriedenheit.
Simone Brüschweiler (26), Kindergärtnerin: Ich würde alle Armut wegzaubern. Auf meiner Reise durch Guatemala habe ich viele Kinder gesehen, die arm sind und keine Zukunft haben.
Peter Keller (59), Verkaufsleiter: Die Menschen sollten vernünftiger und rücksichtsvoller miteinander umgehen. Ich würde die Menschen in nette und rücksichtsvolle Wesen verzaubern.
Fadil Salihovic (18), Coiffeurlehrling: Ein Teil meiner Familie hat in Bosnien den Krieg miterlebt. Ich wünsche mir, dass keine unschuldigen Menschen in unsinnigen Kriegen sterben müssen!
Elisabeth Gojani (51), Hausfrau: Ich wünsche mir, dass alle Menschen mit sich im Reinen sind, um dann die Welt zu verbessern.
Anthony Luhning (34), Volleyball-Profi: Als Spitzensportler lebe ich von einem gesunden Körper. Darum wünsche ich mir, von gravierenden Verletzungen verschont zu bleiben.
Markus Kohli (36), Abteilungsleiter: Mit meiner Frau möchte ich für sechs Monate durch die USA reisen und an den Ort zurückkehren, an dem wir uns kennen gelernt haben.
Manuela Brand (27), Pflegeassistentin: Ich würde meinen Schatz aus den Ferien herzaubern. Kurz nachdem wir uns kennen gelernt haben, ist er für zehn Tage nach Koh Samui abgereist.
Amar Appenzeller (20), Verkäufer: Ich würde das Militär abschaffen.
UMFRAGE LISA KROMER BILDER MALU BARBEN
Extra Bild Yoki van de Cream
www.migrosmagazin.ch, Nr. 22, 25. MAI 2004
Natürlich, frisch und trendy – Bio! ALLES BIO: GEMÜSE UND FRÜCHTE S. 59 / ÄPFEL S. 61 / RINDFLEISCH S. 62 / BAUMWOLLE S. 67 / KRÄUTER S. 68 / TÖPFE S. 69 / POULETS S. 70
Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Die Migros setzt sich für die ökologische Landwirtschaft ein und arbeitet mit der Forschung sowie den Produzentenorganisationen des BioLandbaus eng zusammen. Die Migros und die OrganisaKatrin Gruber, tion Bio Suisse, Bio-Verantwortliche bei die das der Migros Label Knospe vergibt, anerkennen die Richtlinien für inländische Landwirtschaftsbetriebe gegenseitig. Bio heisst zum Beispiel: Mist vom eigenen Hof, keine Gentechnik und mehr Handarbeit. Die Gesamtheit von Boden, Pflanzen und Tieren steht im Mittelpunkt. Die Bauern beugen Krankheiten und Schädlingen durch Fruchtfolge und Mischkulturen vor. Die ökologische Landwirtschaft lebt von den Anstrengungen, dem Mut und der Initiative der Produzentinnen und Produzenten. Sie alle machen still, aber wirkungsvoll sehr viel für die Umwelt. Und natürlich für alle, die die Esskultur hochhalten und Bio-Qualität bevorzugen. Die Migros steht zur Schweizerischen Bio-Produktion und führt darum bei Fleisch, Milch, Eiern und Käse nur einheimische Bio-Produkte.
Feinste Gemüse und Früchte aus garantiert biologischem Anbau – welch ein Genuss!
TOPFRISCH UND KNACKIG Frische Bio-Produkte in bester Qualität finden Sie in Ihrer Migros.
Bild Annette Fischer
Bild Maja Burkhard
Die Migros setzt auf Bio
59
Das Angebot an Frischprodukten aus biologischem Anbau wird stetig grösser. Sowohl bei den Gemüsen wie bei den Früchten reicht es von A bis Z.
Von Auberginen bis Zucchetti Die Auswahl an Bio-Gemüse wird immer grösser. Es gehört täglich auf jeden Speisezettel, denn Gemüse ist nicht nur wichtig für eine zeitgemässe Ernährung, es enthält auch viele Ballaststoffe und Vitamine und lässt sich auf verschiedene Arten vorbereiten. Je nach Saison können Sie folgende Sorten in der bewährten Bio-Qualität finden: Auberginen, Bohnen,
Champignons, Eichblattsalat, Eisbergsalat/Batavia, Frühlingszwiebeln, Gurken, Rüebli, Kartoffeln, Kohlrabi, Kopfsalat, Krautstiele, Kresse, Lattich, Lollo, Peperoni, Peterli, Radieschen, Rucola, Schnittsalat, Tomaten, Cherry-Tomaten, Zucchetti.
Von Avocados bis Zitronen Frisches, saftiges Obst erfreut nicht nur das Auge – es ist gut für das Wohlbefinden (der vielen Mineral- und Vitalstoffe wegen), wasserreich und erfrischend. Geniessen Sie je nach Saison folgende Früchte in der garantierten Bio-Qualität: Avocados, Äpfel, Bananen, Bir-
nen, Kiwis, Melonen, Nektarinen, Pfirsich, Rhabarber, Wassermelonen, Zitronen.
Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
61
«Damit es keine wurmstichigen Äpfel gibt, bekämpfen wir den Apfelwickler mit natürlichen Duftstoffen.»
ÖPFEL!
In der Ebene von Bad Ragaz wächst auf 50 000 Bäumen Bio-Obst heran.
N
Eine Million Früchte So schildern die drei Betriebsinhaber den Jahresablauf in ihren Kulturen: Im Januar müssen die Bäume geschnitten werden, damit es nicht zum Wildwuchs kommt. Etwas später, im Frühjahr, wird das Unkraut gejätet,
Hansjörg Danuser und seine Partner ernten in und um Bad Ragaz pro Saison eine Million Bio-Äpfel.
Bild Stephanie Gygax
istkasten Nummer sechs ist schon besetzt. Dort brütet ein Spatzenweibchen. «Bald wird es hier piepsen», weiss Hermann Kuppelwieser. Er freut sich auf den gefiederten Nachwuchs. Dieser wird nämlich erfolgreich die Invasion der Raupen bekämpfen, welche die Obstkulturen bedrohen. Der 40jährige gelernte Landwirt ist Obstbauer. Er bewirtschaftet zusammen mit seinen Partnern Hansjörg Danuser und dessen Schwester Barbara Federspiel einen Biobetrieb in Bad Ragaz. «Heulöser» heisst die Gegend, in denen die Kulturen gedeihen. Spalier reiht sich an Spalier – 50 000 kurzstämmige Apfelbäume, gedüngt mit Pferdeäpfeln und Hühnermist. Ihre jetzt allmählich verblassenden Blüten warten darauf, zu Äpfeln zu werden. Zu Bioäpfeln, denn Chemie wird nicht mehr eingesetzt, seit der Betrieb 1995 von konventionellen auf biologischen Anbau umstellt wurde.
«ein Riesen-Chrampf», beklagt Hansjörg Danuser das Unkrautproblem. «Ab dem 1. August pflücken wir dann den ersten Apfel von der Sorte Retina», sagt der Obstbauer. Dann gehts Schlag auf Schlag mit der Ernte, bis Mitte Oktober: Knackige Ariwa, Resista, Topas – dies sind nur drei von insgesamt zehn angebauten Apfelsorten. Etwa 200 Tonnen oder ungefähr eine Million Äpfel pro Saison verlassen den Betrieb. Auch biologisch orientierte Obstproduzenten kommen nicht darum
herum, gegen Schädlinge zu spritzen. «Damit es keine wurmstichigen Äpfel gibt, bekämpfen wir den Apfelwickler mit natürlichen Duftstoffen», sagen die Obstbauern. Dies hat zur Folge, dass sich die Männchen und Weibchen des Falters nicht begegnen. Mit mehr als 50 Nistkästen werden Meisen und Feldspatzen angelockt, damit sie die Raupen von Schädlingen fressen. Diebe wie Sperber, Stare und Krähen werden mit Schussapparaten vertrieben. CARL BIELER
62 Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
«Seit ich biologisch wirtschafte, brauche ich den Tierarzt nur noch selten.»
WO GLÜCKLICHE BIO-RINDER WEIDEN Fritz Waldvogel zieht auf seinem Hof im Glarnerland erfolgreich Bio-Weide-Beef auf. Lisi und ihre Kolleginnen sind acht Stunden täglich draussen.
G
ell, ein schönes Fleckchen Erde», sagt Fritz Waldvogel, Biobauer vom Rütihof in Mitlödi GL. Die Rüti: eine sanft ansteigende Wiese, die erst an den Felsen des Glärnisch endet, ist wirklich ein Ort zum Verweilen, zum Träumen und Wandern. Löwenzahn blüht auf den Wiesen, die von mediterran anmutenden Lesesteinmäuerchen umrahmt sind und die nicht mit Kunstdünger vergewaltigt werden. Eine traumhafte Landschaft, die im Norden von der imposanten Kulisse des Glärnisch abgeschlossen wird. Diesem symbolhaften Glarner Berg, der so unmittelbar und gewaltig aus der Erde gewachsen ist und schroff aufsteigt bis auf fast 3000 Meter. Rinder weiden und erfüllen den Frühlingstag mit munterem Kuhglockengebimmel. Es ist die Herde des 36-jährigen Fritz Waldvogel und seiner Frau Jacqueline (37). Ihre Tiere haben es besser als viele ihrer Artgenossen. Denn sie werden nach den strengen BioRichtlinien naturnah aufgezogen und haben enorm viel Bewegungsspielraum. «Ich bin verpflichtet, die Rinder während der etwa von April
Fritz Waldvogel zieht seine Rinder naturnah auf.
Ein zweckmässiges Ökonomiegebäude gehört auch zu einem BioBetrieb.
Auf den satten Wiesen wachsen die Rinder heran.
Bilder Stephanie Gygax
Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
bis Oktober dauernden Vegetationsperiode täglich mindestens acht Stunden ins Freie zu lassen», sagt Waldvogel. Sie heissen Ralf, Max, Moritz oder Israel, auch Linda, Luise, Halma oder Lisi, die glücklichen Jungkühe und Ochsen, die sich an den Kräutern der Wiesen in der Rüti gütlich tun und die allmählich zu stattlichen Tieren heranwachsen. 40 Rinder im Alter von halbjährig bis zwei Jahren weiden auf den Wiesen der Waldvogels. Sie gehören verschiedenen Rassen an, weshalb ihre Farbe von hellblond bis fast schwarz variiert. Doch eines ist ihnen gemeinsam: Sie setzen gut Fleisch an, gesundes Bio-Fleisch, und sind nach 22 bis 24 Monaten und durchschnittlich 290 Kilogramm Lebendgewicht schlachtreif.
Eine Umweltorganisation kontrolliert die Bio-Lachszucht vor Orkney und Shetland.
AUS KLAREN GEWÄSSERN
Geniessen Sie schottischen Bio-Lachs.
«Ich bereue nichts» Als Fritz Waldvogel 1991 den elterlichen Hof übernahm, war für ihn der Ausdruck «Bio-WeideBeef» ein Fremdwort. «Ich betrieb Milchwirtschaft auf einem zerstückelten Hof in Ennenda und Mitlödi. Der Betrieb war kompliziert und aufwändig. Deshalb hatten wir keine Erfolg versprechenden Aussichten für die Zukunft. Es musste etwas geschehen. Dann hörte ich von Bio-Weide-Beef und begann 2001 den Betrieb umzustellen. Seit ich biologisch wirtschafte brauche ich den Tierarzt nur noch selten. Dies hat auch damit zu tun, dass ich keine Muttertiere und keine alten Kühe mehr halte. Ich habe den Entscheid nie bereut.» Vor dem Stall liegt ein gepflegtes Gärtli – mit ein paar Erdbeeren, Schnittlauch, PeVor der imposanten tersilie, Tulpen und Bergkulisse liegt der Enzian. Auch vor dem Rütihof in Mitlödi. Wohnhaus der Waldvogels, auf dem Linthboden in Ennenda, ein paar Kilometer weiter vorne im Tal, setzen Blumenpölsterchen zwischen Granitgestein bunte Akzente. Vom Wiggis, dem Berg gegenüber, stürzt sich der dahingeschmolzene Winter in Wasserfällen zu Tal. Frühling ists im Glarnerland. Dort, wo die glücklichen Kühe weiden. CARL BIELER
63
RAUCHLACHSCARPACCIO Für 2 Personen
150 g schottischen Bio-Rauchlachs (2 Packungen) 1 kleine Bio-Zwiebel 1 Bio-Zitrone ein paar schwarze Bio-Oliven oder -Kapern ein wenig Bio-Dill als Dekoration
Schottische Bio-Lachse wachsen in den klaren Gewässern vor den Orkneyund Shetlandinseln heran. Die schonende Zucht wird von der international anerkannten britischen Umweltorganisation Soil Association kontrolliert. Der Einsatz von künstlichen Farbstoffen ist untersagt, deshalb ist das Fleisch dieser Lachse natürlich blass. Bio-Lachse sind in der Migros frisch, tiefgekühlt und geräuchert erhältlich. «Saison-Küche», das Koch-Magazin der Migros: 12-mal jährlich für Fr. 25.– Abo-Bestellung oder Gratis-Probe-Nummer: Tel. 0848 877 777 (Normaltarif). www.saison.ch
1) Die Lachstranchen auf Teller legen. 2) Zwiebel in feine Ringe schneiden. 3) Zitrone mit heissem Wasser waschen, abtrocknen und in feine Scheiben schneiden. 4) Zwiebelringe und Zitronenscheiben über den Lachs verteilen. 5) Mit OlivenStückchen oder Kapern bestreuen. Mit Dill garnieren. Zubereitungszeit: höchstens zehn Minuten. R E Z E P T: «SAISON-KÜCHE»
64 Extra
«Wir mögen alles. Aber es muss tiergerecht produziert sein».
EINE BIOFAMILIE
Robert Stark (39), seine Frau Franziska Schädeli (37) sowie die Söhne Georg (2) und Sebastian (3 1/2) aus Bümpliz ernähren sich biologisch.
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Naturnah leben ist der Familie Stark-Schädeli aus Bümpliz, hier in ihrem Garten, wichtig.
Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Was bedeutet für Sie und Ihre Familie Essen? Robert Stark: Das Essen hat bei uns eine grosse Bedeutung. Meine Frau und ich kochen sehr gerne, und auch die Kinder helfen mit. Essen ist für uns ein Teil unserer Kultur, wir halten nicht viel von Fertigprodukten oder Tiefkühlkost. Natürlich ist es manchmal bequemer, zum Beispiel Käseküchlein aus dem Tiefkühler zu nehmen und in den Backofen zu schieben. Aber früher oder später verleidet es einem. Selber Kochen ist abwechslungsreicher und geschmacklich besser. Kochen Sie oft? Stark: Ja, jeden Tag, schon unserer zwei Kinder wegen. Meine Frau und ich sind beide berufstätig. Franziska arbeitet Teilzeit als Pharmakologin in Basel, ich habe seit März eine eigene Firma für InternetBeratung. Wir wechseln uns bei der Haushaltsarbeit ab – dazu gehört auch das Kochen.
Gemüse und Früchte aus dem eigenen Garten schmecken einfach viel besser, knackiger und viel frischer. Pflanzen Sie in Ihrem Garten Gemüse und Salat? Schädeli: Das haben wir aufgegeben. Früher setzten wir Salat, aber das wurde mit der Zeit ein richtiges
«Der Salat aus dem eigenen Garten wurde zum Festessen – für die Schnecken. Jetzt kaufen wir ihn im Laden.»
Wie essen Sie? Stark: Wir versuchen, möglichst wenig veränderte Produkte zu benutzen. Franziska und ich achten sehr darauf, ob die Lebensmittel umweltgerecht produziert werden, nicht von irgendwoher über viele Kilometer transportiert werden und, natürlich, ob sie aus einer Bio-Produktion stammen. Warum? Franziska Schädeli: Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe selbst gesehen, dass man – zum Beispiel in der Schädlingsbekämpfung – auch mit natürlichen Mitteln etwas erreichen kann. Zudem: Salat,
Festessen – für die Schnecken natürlich. Wir hatten auch BioTomaten, aber als sie einmal verhagelt wurden, war die ganze Mühe umsonst. Jetzt kaufen wir die Sachen im Laden, auch in der Migros. Essen Sie Fisch und Fleisch? Schädeli: Wir mögen alles. Aber es muss tiergerecht produziert sein. Fleisch beispielsweise kaufen wir oft von einem Bio-Bauernhof und legen es in den Tiefkühler. Wir essen praktisch kein Poulet, dafür Fische aus Wildfang. Wir haben oft Gäste bei uns: Da gibts nicht nur Filet, sondern auch Ragout oder Siedfleisch
65
mit allen möglichen, saisonalen Gemüsen. Essen auch die Söhne alles? Schädeli: Nicht ganz alles. Spaghetti mit Tomatensauce haben sie sehr gerne. Wissen Sie, in der Tomatensauce kann man Gemüsewürfeli verstecken – denn Gemüse lieben sie nicht so heiss. Aber beide helfen beim Kochen mit. Wenn wir Tomatensugo machen, ist es für die Kinder lustig und lehrreich, wenn sie die Tomaten selbst mixen dürfen. Sebastian kann beispielsweise selbst eine Salatsauce kreieren, er mehlt zuweilen auch Fischfilets selbst ein. Aber, wenns ums Geniessen geht, mag er manchmal nicht mehr essen. Ihre Familie ernährt sich sehr bewusst und im Einklang mit der Natur? Stark: Ja, vor allem am Wochenende. Da gibts immer ein währschaftes Zmorge, mit Müesli, eigener Konfi, wohlriechendem Anke, selbst gemachtem Brot und Zopf. Wir essen gut bürgerlich, etwas italienisch angehaucht. INTERVIEW MAURO PAOLI BILDER STEPHANIE GYGAX
Bio-Sortiment: Die Migros führt ungefähr 1000 BioArtikel in allen Bereichen: Allerlei Früchte und Gemüse aber auch Convenience- und Tiefkühlprodukte, Getränke, Tees, Öl und Essig, vegetarische Gerichte und bestes Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte und Käse.
Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
67
DAS MIGROSSORTIMENT
Biobaumwolle hilft, die Bodenressourcen zu erhalten. Darüber können sich künftige Generationen freuen.
NATÜRLICH – UND GERECHT Die Migros bietet ein breites Sortiment aus Bio-Baumwolle an.
Bild Yoki van de Cream
Kinder tragen Pyjamas aus Bio-Baumwolle – aus dem Sortiment der Migros.
zen die Bauern Kompost statt Dünger ein und verwenden Steinmehl zur Bekämpfung der Parasiten. Statt Monokultur zu betreiben, achten sie auf Abwechslung beim Anbau. Auf diese Weise werden die Bodenressourcen erhalten, worüber sich die künftigen Generationen freuen können. Sämtliche Kleider aus Biobaumwolle der Migros tragen auch das Label Eco. Dieses ist die Garantie dafür, dass beim Weben und Färben der Kleider strenge Vorschriften eingehalten wurden. So sind beispielsweise die Verwendung von Chlor für das Bleichen oder von Farbstoffen auf der Basis von Schwerbenzin verboten.
Migros als Vorreiter
E
ine kräftige Dosis Pestizide und eine nicht zu knapp bemessene Ration Dünger: So sieht normalerweise der Baumwollanbau aus. Diese Art von Produktion hat es in sich, wird doch ein Viertel aller weltweit eingesetzten Pestizide für Baumwolle verwendet. Als Folge davon ist die Erde verschmutzt und die Pflücker laufen Gefahr, vergiftet zu werden. Die Anbauer von Biobaumwolle hingegen machen sich dafür stark, dass auf alle chemischen Produkte verzichtet wird. Dies führt zu Einsparungen von bis zu 50 Prozent. Vor Ort set-
Wie alle übrigen Lieferanten von Non-FoodProdukten der Migros setzen sich auch die Hersteller von Kleidern aus Biobaumwolle für die Einhaltung des Verhaltenscodes der Migros Non-Food ein. Dieser gewährleistet sozial gerechte Arbeitsbedingungen. Der Verhaltenskodex diente auch als Vorbild für das umfassende Kontrollsystem des Dachverbandes des europäischen Handels. Inzwischen folgen die grossen Handelsunternehmen des alten Kontinents dem Beispiel des orangen M. Dies ist wohl der beste Beweis dafür, dass die Migros ihr Engagement für Mensch und Umwelt ernst nimmt. PATRICK MARCELLIN
Heimtextilien: Bettwäsche – Jersey-Fixleintücher – Frottierwäsche – Bademäntel – Kinder-Bettwäschegarnituren – Kinder-Jersey-FixLeintücher – Kinder-Frottiertuch mit Kapuze Kleidersortiment: Babywäsche – Baby-Oberbekleidung – Kinder-Unterwäsche – Kinder-Pyjamas – Kinder-T-Shirts – Damenwäsche – Damenpyjamas – Herrenwäsche – Herrenpyjamas
BEISPIEL MALI «Die Migros bezahlt 25 Prozent mehr.» Diese Aussage stösst bei den Baumwollbauern in Mali auf grosses Interesse. Denn es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein Kunde für dieses Produkt so viel mehr als den Weltmarktpreis bezahlt. Einzige Bedingung: Bei den Kulturen müssen die biologischen Normen der EU eingehalten werden. Die Kontrollinstanz Ecocert überprüft dies vor Ort. Nach Versuchen von Helvetas mit einer Gruppe von 25 Bauern sind inzwischen fast 500 Produzenten am Projekt beteiligt. Viele Frauen haben sich zusammengeschlossen, um Biobaumwolle-Parzellen zu bearbeiten, was ihre familiäre Situation verbessert.
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
mit dessen Inhalt die Zuchtpflanzen bewässert werden, nach etwas Fressbarem. In der Umgebung nutzen Bauern das sommerliche Frühlingswetter, um das erste Gras zu mähen.
«Frische Gewürze sind total im Trend. Am besten läuft Basilikum.»
Alles ist vollautomatisiert
ES GRÜNT IM ZELT In einem Gewächshaus in Lengnau BE zieht Markus Riedwyl BioKüchenkräuter heran.
160 000 Töpfe pro Jahr bepflanzt Markus Riedwyl im bernischen Lengnau jährlich mit Küchenkräutern.
W
ir verstehen uns als Gärtner, nicht als Bauern. Wir kriegen aber auch keine Subventionen», sagt Markus Riedwyl. Der 37Jährige züchtet gemeinsam mit seinem Vater und seinem Onkel nach biologischen Richtlinien Küchenkräuter heran – Schnittlauch, grünen und roten Basilikum, Ruccola, gekrausten und glattblättrigen Peterli. «Frische Gewürze», sagt der gelernte Zierpflanzengärtner, «sind total im Trend. Am besten läuft Basilikum.» Früher züchteten die Riedwyls noch ausschliesslich Geranien, Dahlien und andere Schnittblumen. Das tun sie auch heute noch, in Büren an der Aare BE. Doch jetzt haben sie sich zusätzlich auch auf den Anbau von Küchenkräutern spezialisiert. Als sich in Lengnau die Gelegenheit bot, einen leer stehenden Bauernhof samt Umschwung zu ersteigern, griffen sie zu. Jetzt steht dort, wo einst Kühe weideten und Bauern das Heu einbrachten, ein riesiges Gewächshaus. Alles ist Lengnau, eine Gemeinde mit neu, denn das Gebäude aus einer Plas- Uhrenmanufakturen im Berner Seetikhülle ist erst Ende Januar bezogen land, der Gemüsekammer der Schweiz: worden. Von der nahen Jurakette her weht ein
feines Lüftchen, das die Blätter der hohen Pappeln auf dem Gut Riedwyl leicht erzittern lässt. Zwei Enten suchen im künstlich angelegten Teich,
Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Drinnen im Gewächshaus stehen Töpfe in Reih und Glied. Und alles ist voll automatisiert in diesem grossen Zelt, «unter Glas», wie es im Fachjargon heisst: Ein Computer steuert das Klima, sorgt dafür, dass geheizt, gekühlt, belüftet und bewässert wird. Auch die Aussaat in die Töpfe geschieht maschinell – alles ferngesteuert, eine Frage des richtigen Computerprogramms. Apropos Töpfe: Hier gedeihen Basilikum & Co. nicht in schnödem Kunststoff, sondern in kompostfähigen, biologisch abbaubaren «NaturPots» (vergleiche nebenstehenden Artikel). Auch die Etiketten, die in den Töpfen stecken, werden demnächst kompostierbar sein. Sie bestehen aus einer hauchdünnen Holzfolie – «eine Weltneuheit», wie Markus Riedwyl verkündet. Je nach Pflanze vergehen von der Aussaat bis zum Verkauf in eine der Migros-Filialen fünf bis sechs Wochen. Dann kann sich die Kundschaft freuen, den Gewürztopf in den Garten, auf den Balkon oder aufs Küchenregal zu stellen. Übers Jahr gesehen dauert die Produktion von Ende Januar bis Ende September. Für die Kräutergärtner ist jetzt die strengste Zeit. «Von März bis Mai machen wir etwa 80 bis 90 Prozent des Jahresumsatzes. In dieser Zeit arbeiten wir 18 Stunden am Tag», sagt Riedwyl. Im Januar ists dann gemütlicher. Dann macht er mit seiner Frau und den Zwillingen Ferien im Bündnerland. CARL BIELER BILD STEFANIE GYGAX
69
Töpfe, die sich selber abbauen, sorgen für pure Natur im Garten.
PFLANZEN IN ELEFANTENGRAS
«NaturePot» ist ein 100 Prozent natürlicher Behälter für das An- und Aufziehen und das Kultivieren von Pflanzen.
Bild napac
68 Extra
N
atur pur statt Plastiktöpfe: Die «NaturePot»-Artikel bestehen aus Elefantengras (Miscanthus), das in der Schweiz ohne Dünger und Pestizide angebaut wurde. Sie lassen sich auf dem Komposthaufen entsorgen oder zersetzen sich im Boden zusammen mit den Pflanzen, die sie enthalten. Sollten Sie sich für die zweite Möglichkeit entscheiden, ist es von Vorteil, wenn Sie den Behälter leicht mit den Fingern zerdrücken. Die Wurzeln können sich so besser entfalten. Dabei gewinnen Sie nicht nur Zeit, sondern ersparen sich auch das Umtopfen, das den Wurzelstöcken oft schadet. Hergestellt werden die «NaturePots» von der Schweizer Firma Napac AG in Sirnach. Diese wurde für ihre Erfindung letztes Jahr mit einem «Swiss Technology Award» ausgezeichnet. Das Produkt ist bei bei der Migros erhältlich. Hobbygärtner dürfen sich freuen. P. M .
70 Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
«Dank dem Biolabel heben wir uns von der Konkurrenz ab.»
FÜR DIESE HÜHNER IST NICHTS GUT GENUG Jürg Marschall züchtet in Neuenegg BE Biogeflügel.
E
Bild: Stephanie Gygax
in Besuch auf einem der um und putzt sie gründlich. zwölf Betriebe von OptiAuch die Neuankömmlinge gal Poulets macht es deutsollen in den Genuss von lich: Diesen Hühnern geht es frischem Gras kommen. gut. Um den Transport mögMit Hilfe seines Vaters prolichst kurz zu halten, befinduziert der Bauer nebst Geden sich sämtliche Betriebe flügel auch Milch, Saatgut in weniger als achtzig Kilound Jungtiere für das meter Entfernung vom OptiMigros-Programm «Biogal-Verarbeitungsbetrieb im Weide-Beef». Alles natürfreiburgischen Courtepin. lich in Bioqualität. «Wir Der 33-jährige Jürg Marentschieden uns bereits schall in Neuenegg BE 1995 für den biologischen züchtet seit 1998 BiogeflüAnbau», erklärt Jürg Margel. «Die Hühner halten sich schall. «In Bezug auf die rund 78 Tage hier auf», erPreise können wir mit der klärt der junge Bauer. Dies amerikanischen Landwirtist deutlich länger als bei den Jürg Marschall schaft oder derjenigen der lässt seinen Hühner anderen Züchtungsarten. Europäischen Union nicht auf der grünen BioDie Küken werden drei Womithalten. Dank unserem wiese Auslauf. chen lang in einem geheizten Biolabel heben wir uns jeRaum gehalten, um anschliessend ihre Jürg Marschall, nachdem der Optigal- doch von der Konkurrenz ab und biegeräumigen Häuschen auf der Wiese Lastwagen das Geflügel weggeschafft ten Produkte an, die über einen grossen zu beziehen. hat, die «Cabanes» – wie er sie nennt – Mehrwert verfügen.» PIERRE WUTHRICH Dort spazieren sie nach Lust und Laune im Freien herum und stärken so die Muskeln ihrer Schenkel. Sie picken Biokörner und ruhen sich auf den HühBeim Biolabel ist nicht nur die Ernährung klar Die Biohühner von Optigal, dem Geflügelverarbeitungsbetrieb der Migros, werden Bio geboren geregelt. Es sind auch strikte Vorschriften nerstangen im Inneren aus. Die einzige und fressen Bio. Schon die Elterntiere werden einzuhalten, wie viele Quadratmeter pro Tier zur Einschränkung ist die Ausgangssperre biologisch gehalten, und die Kücken werden ausVerfügung stehen müssen, wie viel Futter jedes schliesslich mit Produkten gefüttert, die zu über Huhn bekommen soll usw. am Abend. Die Nacht wird im Hühner80 Prozent aus biologischen Kulturen stammen. Einmal pro Jahr werden die Betriebe von der unhäuschen verbracht, denn draussen Artgerechte Fütterung, Verzicht auf Gentechnik abhängigen Organisation Bio Inspecta geprüft. und auf chemische Hilfsmittel sind selbstverOptigal wurde für die umweltfreundliche Haltung lauert der Fuchs. ständlich. mit dem Zertifikat ISO 14001 ausgezeichnet. Die Züchter der Biobetriebe sorgen für eine stets grüne Wiese. So stellt
Biologisch von A bis Z:
Extra
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
TOPQUALITÄT FÜR DIE MIGROS
Olivenöl verleiht fast jedem Gericht den Zauber des Südens.
Die Produzenten: Hauptproduzenten des Bio-Olivenöls der Migros sind La Molazza in Kalabrien und Agrinatura in Apulien. Vom Anbau bis zur Pressung findet die Verarbeitung in Italien statt.
FLÜSSIGES GOLD IN BIOQUALITÄT
Verarbeitung in der Schweiz: Von Italien aus wird das Öl in grossen Tanks per Camion oder Bahn ins Tessin zum ältesten Ölwerk der Schweiz, Sabo, gebracht, wo es genauen Laboranalysen unterzogen wird.
Ideal für kalte und warme Saucen, Salat, Gemüse, Fisch und Fleisch.
Bild Annette Fischer Bild ?????
O
livenöl, kaltgepresstes Öl aus der Frucht des Ölbaums, gilt als eines der feinsten Speiseöle mit vielerlei Geschmacksnuancen, die von zart mild bis kräftig würzig, bitter bis süsslich bis hin zu erdig oder fruchtig reichen. Der knorrige, langlebige Olivenbaum mit den schmalen, silbergrünen Blättern und den tief reichenden Wurzeln braucht wenig Wasser und viel Sonne. Die Oliven, aus denen das kostbare Bio-Olivenöl der Migros hergestellt wird, werden in Apulien und Kalabrien angebaut. Milde Winter und heisse Sommer sind charakteristisch für diese süditalienischen Regionen, das vorherrschende Klima ist wie geschaffen für den Anbau von Oliven. Wohl deshalb nennt man Apulien und Kalabrien auch die «Ölkammern Süditaliens». Hauptschädlinge der Oliven sind die so genannte Olivenfliege und Olivenmotte. Bei den biologisch angebauten Oliven – bei denen keine Pestizide verwendet werden – lassen sich die Schädlinge mit Ködern und Schlupfwespen bekämpfen. Dank der naturnahen Produktion –
71
der Einsatz von Düngern, synthetischen Pflanzenschutzmitteln etc. ist strengstens verboten – finden in den Olivenbäumen Vögel und Kleintiere einen natürlichen Lebensraum.
Samtig-milder Geschmack Bio-Olivenöl aus Süditalien zeichnet sich durch seinen samtig-milden Geschmack und die sattgrüne Farbe aus. Ähnlich wie beim Wein sind Anbauort, Sorte, Reifegrad, Herstellung, Lagerung und Jahrgang der Oliven für den Geschmack und die Qualität des Öls entscheidend. Das kaltgepresste Olivenöl aus kontrolliert biologischem Anbau weist die höchste Qualitätsstufe «extra vergine» auf. Das heisst: Der Anteil freier Fettsäuren liegt unter einem Prozent. MAURO PAOLI
Nur wenn die Qualität stimmt, wird abgefüllt: Entsprechen die Laborergebnisse betreffend Pestizide, Verschmutzungen, Säuregehalt, Vitamine, Geschmack, Aussehen und vielen anderen Kriterien den vorgegebenen Richtlinien, wird das Olivenöl in Flaschen abgefüllt. Diese stehen bald schon in den Regalen der Migros-Filialen.
BEWÄHRTE BIO-ÖLE
In der Migros sind neben Bio-Olivenöl aus Italien auch griechisches Olivenöl und Sonnenblumenöl in Bio-Qualität erhältlich.
80 Küche
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
«Ich hätte jede Arbeit angenommen – auch Eisenbahnwagen waschen.»
KÜCHEN-TANGO Tangotänzer David Höner tourt mit Schoenauers Broadway-Varieté durchs Land – als Koch.
David Höner (mit der weissen Schürze) tanzt Tango, die Artisten des BroadwayVarietés präsentieren frische Gemüse.
Küche
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
David Höner (oben) kocht mit seiner Mannschaft für die Varieté-Gäste.
D
81
ie Lehrer waren unerbittlich. «Un otra vez – ein weiteres Mal» schallten die schrillen Stimmen durch den Raum. Schon wieder. Dieselben Schritte, vor, zurück, drehen, den Körper bewegen. Die Musik kam aus einem scheppernden Lautsprecher. «Un tango a media luz» – ein Tango im Halbschatten – das war das Lied, seine Aufgabe. David Höner schwitzte, übte, tanzte, drehte sich. Immer und immer wieder. Monatelang. Dann hatte er es geschafft: Er, ein junger Schweizer Koch, war professioneller Tango-Tänzer geworden. In Buenos Aires, Argentinien – dem Land, aus dem nebst diesem leidenschaftlichen Paartanz auch die besten Fleischstücke herkommen. Sagen Kenner. Das war 1980. Derselbe David sitzt nun, mittlerweile 49-jährig, in einem bequemen, allerfeinst eingerichteten alten Zirkuswagen des «BroadwayVariétés» in Bern, trinkt seine wohl zehnte Tasse Kaffee, erzählt aus seinem bewegten Leben in Südamerika und was ihn vor drei Jahren wieder an den Herd zurückgebracht hat. «Südamerika gehört mein Herz. Dieser Kontinent hat mich geprägt und seit den Achtzigerjahren nie ganz losgelassen. Auch nicht später, als ich 1992 in Berlin wohnte und meine Lebenspartnerin, die Schauspielerin Iris Disse, kennen lernte.» Einige Monate blieb das Paar an der Spree, dann arbeitete er in halb Europa als Tangotänzer, wirkte bei Filmproduktionen als Catering-Koch mit, während Iris in Deutschland schauspieler-
82 Küche
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
te. 1990 kam Sohn Wind auf die Welt – drei Jahre später zog die kleine Familie nach Quito (Ecuador). «Wir gingen aus zwei Gründen. Unser Sohn sollte eine unbeschwerte Jugend haben. Und weil Iris und ich aus den engen europäischen Verhältnissen ausbrechen, etwas Neues, Frisches erleben wollten.» In Südamerika eröffnete das Paar eine Bar mit Restaurant. David Höner kochte und kellnerte, seine Frau half ihm dabei. Doch dann verschlechterte sich in Ecuador die wirtschaftliche Situation. Im Jahr 2001 kehrte das Trio in die Schweiz zurück, demotiviert und eigentlich unglücklich. «Ich hätte jede Arbeit angenommen, auch Eisenbahnwagen waschen», gibt er unumwunden zu. Da traf er den Künstler David Schoenauer und seine Frau Irma, die er von Filmarbeiten her kannte und die seit nunmehr 13 Jahren mit dem «Broadway-Variété» – einer Mischung zwischen Saltimbanco, Zirkus, Show und Hollywood-Spektakel – durch die Schweiz zieht. Ein Platz in der «Broadway»-Küche war just frei geworden. Und so übernahm David Höner die kulinarische Regie des Tournee-Spektakels. «Meine drei Assistentinnen und Assistenten und ich bereiten jeden Abend ein dreigängiges Menü zu, das während der Vorstellung auf-
getragen wird.» Besonders gefällt Höner, dass die Lebensmittel bei lokalen Produzenten gekauft werden. «Gitzi aus der Umgebung, Gemüse vom Bauern nebenan. Wenn Sie so wollen, ist das Essen im Variété ‹Cuisine du Terroir›, ganz im Sinn der Slow-Food-Bewegung.» In Bern, wo das «Broadway-Variété» bis letzte Woche gastierte, wurden Schangnauer Büffel-Frischkäsli, Gitzi-Ragout mit Dörrbirnen und ein hausgemachtes Parfait mit Vanille und Rhabarber auf Erdbeer-Coulis serviert. Fällt nach der Vorstellung der berühmte Vorhang, hat die Küchenmannschaft zusätzlich ein täglich wechselndes Menü für die Artisten parat: Das kann eine einfache Suppe sein, ein Braten mit Gemüse oder schlicht eine Käseplatte. Dann sitzen Feuerschlucker, Akrobaten, Tänzer, Jongleure und Musiker zusammen, essen, trinken, lachen, diskutieren – und träumen bis weit nach Mitternacht. Träumen tut auch David Höner, «von einer kleinen, feinen Beiz mit Gästezimmern, irgendwo in der Schweiz, in der man nach dem opulenten Essen vielleicht Lust hat, Tango zu tanzen». MAURO PAOLI BILDER SCHAUB STIERLI
Tourneeplan: Zug: 27.5. bis 18.6. (Jachthafen); Kriens: 24.6. bis 31.7. (Sonnenberg); Zürich: 5.8. bis 4.9. (Kasernenareal); Basel: 9.9. bis 6.11. (Birsfelden) Tischreservationen: 079 302 71 56; Infos: www.broadway-variete.ch
Saison-KücheKochberatung:
FRAGE:
Wie kann ich beim Kochen das volle Aroma der weissen Spargeln erhalten?
ANTWORT:
Spargeln waschen, die holzigen Enden wegschneiden und die Stangen schälen. Kochen Sie 2 Liter Wasser mit 2 TL Salz, 1 TL Zucker und 1 EL Butter auf und geben Sie Schalen und Spargelenden dazu. Lassen Sie alles eine Minute stark kochen. Danach Schalen und Abschnitte aus dem Sud heben und wegwerfen. Kochen Sie die Spargeln in diesem Fond. Sie können ihn anschliessend für ein Risotto oder eine Suppe weiterverwenden.
LAMMGIGOTSTEAK MIT DÖRRBIRNEN (Für 4 Personen)
1 gestrichener TL China-Gewürzsalz Salz, Pfeffer aus der Mühle 1 TL Senf 4 Lammgigotsteaks 2 EL Öl zum Braten 1 Zwiebel 150 g Dörrbirnen 3 dl Bouillon 1/2 Bund Petersilie 1 dl Crème fraîche
1) Gewürzmischung, Salz, Pfeffer und Senf mischen. 2) Gigotsteaks damit bestreichen. Im heissen Öl auf jeder Seite 2 Minuten kräftig anbraten.
3) Zwiebel fein hacken. Dörrbirnen grob würfeln und mit den Zwiebeln zum Fleisch geben. 4) Kurz mitdünsten. Alles mit Bouillon ablöschen und
Gigotsteaks zugedeckt ca. 45–50 Minuten bei schwacher Hitze weich schmoren. 5) Petersilie fein hacken und darüber streuen. Mit etwas Crème fraîche servieren.
Kochtelefon: 0901 240 244 (erste Minute gratis, dann Fr. 1.– pro Anruf) Dienstag bis Freitag, 14 Uhr bis 17 Uhr oder kochberatung@ saisonkueche.ch Saison-Küche Das Kochmagazin der Migros: 12 Mal jährlich für Fr. 25.– Bestellung oder GratisProbe-Exemplar: Tel. 0848 877 777 (Normaltarif). www.saison.ch
85
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Aktuell:
Guten Appetit
WELLNESS VON INNEN
Geniessen mit der Migros
Das erfrischende WellnessMineralwasser aus der Aquarel-Quelle von Nestlé ist ideal für entspannende Momente in der Hektik des Alltags. Sein grosses Plus: Es enthält nur wenig Kohlensäure, hat einen feinen Traubengeschmack und wurde zudem mit den wohltuenden Extrakten von Ginseng und aromatischen Kräutern angereichert.
Bild: Annette Fischer
1-Liter-Pet, Fr. 1.90
GRÜNE WELLE
STOFFWECHSEL IM LOT
Knackig, aromatisch und voller Vitamine ist das junge Frühlingsgrün.
Es heisst, man solle von allem nur das Beste nehmen. Das ist dieser Tage leicht umzusetzen, denn so frisch wie jetzt waren Salate, Artischocken und Gurken noch nie. Der Grossteil des hochkarätigen Drei-Sterne-Grüns stammt von Schweizer Bauern, die es frühmorgens ernten, mittags verpacken und abends der Migros liefern. Also greifen Sie zu. Kombinieren Sie Salate mit Käse und Kräutern, mit Gemüse und Pilzen, servieren Sie den feinen Fisch mit Krautstiel, Spinat und Broccoli. Oder geben Sie geröstete Nüsse auf Fenchel, geschnipselte Radieschen zum krausen Lollo. RUTH GASSMANN
Muskelschmerzen oder Müdigkeit sind oft Zeichen für Übersäuerung des Stoffwechsels. Actilife-Basenpulver wirkt mit seinen Mineralstoffen, Spurenelementen sowie basischen Salzen diesem weit verbreiteten Übel entgegen.
195 g, Fr. 12.90
86 Guten Appetit
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
GUT UND GÜNSTIG Kochen für das kleine Budget: Mozzarella-Risotto für 4 Personen Fr. 5.50*
1 Zwiebel und 2 Knoblauchzehen fein hacken, in Olivenöl andünsten Fr. –.30 *
+
Zuckerkranke müssen nicht verzichten.
SÜSS, ABER VERTRÄGLICH Mehrere Gebäcksorten für Diabetiker.
Wer zuckerkrank ist, muss zum Glück nicht auf Süsses verzichten. So finden Diabetiker in der Migros die beiden Waffelsorten Orange und Citron, wie auch Petit Beurre und Dinkelmüesli-Gebäck. Sie alle werden mit künstlichem Süssstoff hergestellt.
400 g Risottoreis dazugeben, glasig dünsten 1,2 l heisse Gemüsebouillon nach und nach beifügen, nach Bedarf salzen, pfeffern Fr. –.80 *
+
170 g Maiskörner Fr. –.90 *
+
TIPPS Dazu passt ein gemischter Blattsalat. Dieses Rezept schmeckt natürlich auch mit frischen Maiskörnern. Diese mit dem Reis zusammen andünsten und mitkochen. Restlichen Mozzarella am nächsten Tag mit einem Tomatensalat servieren.
250 g Mozzarella in kleine Würfel schneiden, Fr. 2.50 *
+
1 Bund Basilikum von Hand zerzupfen, alle drei Zutaten kurz vor Schluss untermischen. Fr. 1.– * * Die Preise können regional variieren.
Petit Beurre Fr. 3.10, Waffeln Fr. 2.80 / 3.90, Dinkelmüesli-Gebäck Fr. 3.40
KLARE SICHT NACH INNEN Ohne viel Aufhebens zu machen, geben sie ihr Innerstes preis und machen einen in ihrer neuen transparenten Hülle gluschtig. NussStängeli, Schümli, Bärentatzen und neun weitere Sorten haben ja auch nichts zu verbergen. Nebst der durchsichtigen Verpackung haben die Biskuits noch Zuwachs bekommen, durch Chocolate Chip Cookies mit Pecannüssen. Fr. 2.30 bis Fr. 3.80
M-Infoline: Bei welchen Fragen kann die M-Infoline kontaktiert werden? M-Infoline gibt über sämtliche Fragen rund um die Migros (Produkte, Filialen, Presse, Engagement etc.) Auskunft. Per Telefon 0848 84 0848, E-Mail: m-infoline@migros.ch, Kontaktformular auf www.migros.ch oder per Post an M-Infoline, Limmatstrasse 152, 8005 Zürich.
88 Guten Appetit DREI VARIANTEN ZUR WAHL
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Eintunken, kosten, geniessen.
Die Dipps von «Sauce si bon» lassen sich vielfältig verwenden. Sie eignen sich nicht nur als Dipps zum Apéro zusammen mit Kartoffel- oder Tortilla-Chips, sondern lassen sich mit vielen verschiedenen Leckereien kombinieren. Hier ein paar Vorschläge:
DIPPEN MIT PEPP – EIN SOMMERHIT Drei neue, frische Premium-Dipp-Saucen von «Sauce si bon».
Die Tartaresauce harmoniert herrlich mit kaltem Braten, Roastbeef oder geräucherten Forellenfilets. Eine kulinarische Überraschung ist der Tartaredipp zusammen mit frittierten Mozzarella-Sticks.
Bild Markus Weber
Die Kräutersauce passt besonders gut zu gegrillten Fleischgerichten oder eignet sich als klassischer Gemüsedipp zum Apéro.
genussbereit verfeinert. Die Cocktailsauce ist locker-cremig gerührt, und der Schuss Ketschup gibt ihr die typische Farbe. Bei der entspannten Feierabendrunde, dem Grillplausch oder der Gartenparty lassen sich die neuen, frischen Dipp-Saucen ebenso auftischen wie bei einem feierlichen Familienessen. Und sollte nicht alle Sauce auf einmal gegessen werden, ist das Aufbewahren kein Problem: Die Frisch-Dipps lassen sich in der Schale mit dem wieder verschliessbaren Deckel mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren. Die drei neuen Dipps von «Sauce si bon» ucchetti in Grün, Rüebli in Orange, Pepero- sind in grösseren Migros-Filialen erhältlich. Die ni in allen Farben sind die klassischen 150-Gramm-Schale steht im FrischprodukteGemüsestängel für einen knackigen Apéro- Kühlregal. Fr. 3.20 Snack. Doch erst mit feinen, frischen DippSaucen erhält das Gemüse den richtigen Pfiff. «Sauce si bon» heissen die neuen PremiumDipp-Saucen, die es in sich haben. Direkt auf den Tisch Tartare, Kräuter und Cocktail sind die drei Sparen Sie sich Mühe und Arbeit und stellen Sie die Dipps von «Sauce si bon» direkt auf den Tisch. Dank der raffinierten Varianten von «Sauce si bon». Bei formschönen, weissen Verpackung präsentieren die Schalen anmächelig. Sie ersparen sich auch das der Kräuter- und der Tartaresauce wurde die Umfüllen in ein Geschirr: einfach den Verschlussdeckel Mayonnaise mit geschmackvollen Zutaten erabheben, die Folie abziehen und die Saucen servieren. Besonders dekorativ sieht es aus, wenn Sie in die Mitte gänzt. Peterli, Majoran, Oregano und Basilikum ein kleines Kräuterzweiglein stecken. sorgen für den feinen Kräutergout; Eier, Gurken Sie brauchen so nicht nur weniger Geschirr. Falls die Dipps nicht ganz aufgebraucht werden, können Sie und Kapern ergeben den typischen Tartaresie mit dem wieder verschliessbaren Deckel ganz einfach geschmack. Mit schonend darunter gerührtem wieder zurück in den Kühlschrank stellen. Joghurt sind die beiden Saucen schliesslich
Z
Dipps & Tricks:
Mit einem Crevettencocktail oder gegrilltem Lachs lassen sich Gäste immer wieder gerne verwöhnen. Die Cocktailsauce ist der ideale Begleiter.
90 Guten Appetit JETZT MIT AROMA
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
FEINES KÜRBISKERNENBROT
Für die nächsten zwei Wochen setzt Brot Création auf nussige Samen.
Nendaz lanciert drei neue Mineralwasser ohne Kohlensäure, dafür mit viel Geschmack: Zitrone mit Zitronenkraut, Apfel mit Holunderblüten sowie Orange mit Pfefferminze, Salbei und Thymian. Mit natürlicher Fructose gesüsst, enthalten die Wasser keinen Zucker. Ideale Durstlöscher also – zum Preis pro Liter
Fr. 1.30
(nur in grösseren MigrosFilialen erhältlich)
Kürbiskernenfans kommen bis 7. Juni auf ihre Kosten. Denn im neuen Brot Création wurden diese Kerne – zusammen mit Sesamsamen – dem Halbweiss- und Roggenmehl zugegeben. Das Resultat ist ein feines, knuspriges und gesundes Brot: In den leicht nussig schmeckenden Kürbiskernen stecken nebst den Vitaminen A und E Mineralstoffe, Spurenelemente sowie viel Eiweiss. Ein guter Grund, um dieses aromatische Brot zu Käse, Fleisch oder bunten Salaten zu geniessen. Jetzt schon notieren: Vom 8. bis 21. Juni gibt es dann das Bierhefebrot zu entdecken. Kürbiskernenbrot: Fr. 2.50
Wussten Sie, dass… … im letzten Jahr in der Schweiz 31 Millionen Bratwürste und 48 Millionen Cervelats aus der Migros konsumiert wurden? Ein wahrhaft überzeugender Beweis für gute Qualität.
NICHTS DA VON KALTEM KÄSE
Heiss: Mozzarella, Weichkäse und Ziegenkäse mit Panade. Heute machen wir Ihnen mit Heissspornen vom Feinsten den Mund wässerig: Mozzarella, Weichkäse oder Ziegenkäse*, allesamt umhüllt von knuspriger Panade. Sie werden in einer Aluschale auf dem Grill geschmort und passen perfekt zu Salaten oder Gemüse. Und sollte es mal regnen, braten Sie die Spezialitäten in der Pfanne oder im Ofen knusprig. Fr. 3.70 und Fr. 4.90
*nur regional erhältlich
93
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Neues aus der Welt der
Wir treffen uns im neuen
Milandia-Spielpark!
Drudeliges Was ist das?
Da gibts jetzt eine Spielwelt, so gross wie ein halbes Fussballfeld. Mit zehn aufregenden Abenteuerstationen. Einzige Bedingung: Du musst mindestens vier Jahre alt sein und nicht älter als zwölf. Traust du dich in den dunklen Inkatempel? Oder über den schwindelerregenden Himalayapfad? Willst du mit Hugo im Formel Kids um die Wette rasen? Dich im Ritterturnier bewähren? In Ninas Stardancegruppe tanzen? Oder Tobi im Gemüsegarten helfen? Aber Achtung! Ein Maulwurf will dir alles wegschnappen! Komm und schau, was es sonst noch alles zu erleben, zu spielen und zu rätseln gibt.
Am Pfingstsonntag und -montag, 30./31. 5. 2004, von 9 bis 18 Uhr ist Eröffnung mit Gratiseintritt 2 Stegosaurier, die Rücken an Rücken schlafen
Lösung:
Unter www.lilibiggs.ch kannst du diesen Wesen begegnen.
Deine Eltern kannst du mitnehmen oder irgendwo im Milandia abgeben. Sie werden sich nicht langweilen. Milandia Greifensee, Migros Sport- und Erlebnispark, 8706 Greifensee, Telefon 01 941 79 79, www.milandia.ch
Wie brennen Brennnesseln? Heute habe ich in der Schule etwas Wichtiges gelernt: Wie man spricht, ohne die Lippen zu bewegen. Ninas Schulwitz:
Die feinen Haare an Blättern und Stielen sind in Wirklichkeit hohle Nadeln, gefüllt mit einer juckenden Flüssigkeit. Sie sind durchsichtig und hart wie Glas. Bei Berührung bricht die Spitze ab, und die Nadel bohrt sich in die Haut, wo sich die Flüssigkeit entleert. Wie eine Spritze beim Arzt. (Mit einer starken Lupe – und Handschuhen – kannst du es erkennen.) Ansonsten hat die Brennnessel lauter gute Eigenschaften: Sie ist Heilpflanze, Kinderstube für Schmetterlinge, schmeckt wunderbar in Suppen, Saucen und Salaten und war früher sogar Textilfaserlieferantin für Kleiderstoffe. Warum das alles nicht weh tut, erfährst du unter
www.lilibiggs.ch
Besser leben
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
97
«Beim Hunderennen lässt man Dampf ab und tankt wieder Energie.»
HARMONIE IM TEAM
Mit seiner Hündin Shelly hat Thierry Charmillot am Schweizer Canicross-Cup die Nase vorn.
H
Ein erfolgreiches Team: Thierry Charmillot (links) und Shelly beim Canicross.
Bild Lou Dick
ellblaue, leicht geschlitzte Augen und ein Leuchten im Blick. Der 34-jährige Thierry Charmillot, derzeitiger Leader im Klassement des Schweizer Canicross-Cups, wirkt unruhig. «Er kann einfach nicht still sitzen», meint sein Vater. Auch die deutsche Bracke Shelly, mit der der Koch aus Moutier im Berner Jura über vier und acht Kilometer antritt, ist sehr temperamentvoll. «Sie ist ein Laufhund, eine Naturkraft», freut sich der mehrfache Schweizer Meister. «Sie überlegt nicht lange. Auf ‹3,2,1!› läuft sie los wie ein Wirbelwind.» Charmillot, der durch eine spezielle Leine mit seiner Partnerin verbunden ist, folgt der Hündin, erteilt ihr Befehle und treibt sie an. Der ewige Zweite der Schweizer Leichtathletikszene (sieben Mal belegte er über 800 und 3000 Meter bei Schweizer Meisterschaften den zweiten Platz) läuft gerne im Team: «Mit einem Tier zu laufen ist etwas ganz anderes. Man wird zu Komplizen und hat immer Gesellschaft. Man lässt Dampf ab und tankt wieder Energie.» Dieser Teamgeist ist Charmillot wichtig. «Ein Rennen gewinnt man zu zweit.» Gute Resultate im Amateursport Canicross zeigen, dass zwischen Mensch und Tier Harmonie herrscht. Charmillot, in der Schweiz in dieser Disziplin derzeit nahezu unschlagbar, träumt von einem weiteren Podestplatz bei den Europameisterschaften (1999 war er Zweiter). «Ich hoffe, dass ich es im Herbst in Ungarn
schaffe.» Vielleicht gelingt ihm dies fähig. Sie zieht los wie ein Formel-1mit seiner neuen Hündin Soraya, einer Wagen.» Die Gegner sind gewarnt. mit einem Windhund gekreuzten deut- A L A I N P O R T N E R schen Bracke. «Soraya ist super- Nächste Rennen im Schweizer Canicross-Cup: schnell, leistungs- und widerstands- 19./20. Juni, Liesberg BL; 10./11. Juli, Soulce JU.
DAS SAGT DER EXPERTE Alain Berger, Tierarzt in Delsberg, ist bei CanicrossWettkämpfen im Jura tätig.
«Im Allgemeinen herrscht ein gutes Einvernehmen zwischen dem Meister und seinem Hund. Die beiden laufen gerne zusammen. Canicross
trägt zu einer besseren Beziehung von Mensch und Tier bei. Der Sport ist auch gut für die Hundeerziehung. Das Tier wird besser sozialisiert und toleriert darum andere Hunde und andere Menschen besser. Canicross wirkt sich positiv auf Mensch und Tier aus. Negative Folgen hat es nur für untrainierte Personen oder solche mit gesundheitlichen Problemen sowie für Hunde, die aufgrund ihres Alters oder ihres Gewichtes nicht geeignet sind. Wird dies nicht
berücksichtigt, kann man sich selber und seinem vierbeinigen Gefährten schaden. An den Rennen nehmen die verschiedensten Hunderassen teil. Meiner Ansicht nach gibt es aber Rassen, die sich besser eignen, so beispielsweise die nordischen Hunde. Diese leiden allerdings ziemlich unter der Hitze. Derzeit sind immer mehr Jagd- oder Hühnerhunde anzutreffen, welche mit Windhunden gekreuzt wurden. Das sind die besten Hunde für den Canicross-Sport.»
Erziehung
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
99
«Wenn du schon allein in die Ferien willst, dann bleib wenigstens in der Schweiz!» «Ich will aber ans Meer!»
REISEFIEBER
Mit 16 ohne Eltern verreisen? Mutter und Tochter im Streitgespräch.
MONIKA STAUBER: Du willst also diesen Sommer zusammen mit Sonja nach Spanien gehen? MARIA STAUBER: Ja, das ist unser Traum. Nur ihr zwei? Sonst niemand? Nein, nur wir zwei. Und wohin wollt ihr da? Barcelona wäre schön, vielleicht für ein paar Tage. Und dann noch ans Meer auf einen Zeltplatz. Fürs erste Mal wäre es mir aber lieber, wenn ihr irgendwo in der Schweiz Ferien machen würdet. Weshalb denn? Ihr könnt doch kaum Spanisch, und wenn etwas passiert, dann ist Spanien ziemlich weit weg. Was soll denn passieren? Da gibt es jede Menge; zum Beispiel wird euch das Portemonnaie gestohlen, und ihr steht ganz ohne Geld da. Das kann uns hier auch passieren. Ja sicher, aber hier seid ihr längst nicht so aufgeschmissen wie in einem fremden Land.
Bild Cat Tuong Nguyen
Für Monika Stauber (46) ist das Problem nicht ganz neu. Die beiden älteren Kinder gehen in den Ferien schon seit einiger Zeit ihre eigenen Wege. Nun hat das Reisefieber auch ihre jüngste Tochter, die 16-jährige Maria, gepackt.
Im Dialog: Mutter Monika Stauber diskutiert mit Tochter Maria deren Ferienpläne.
Kann schon sein, aber uns würde schon was einfallen. Was denn? Wir würden auf der Strasse singen und stepptanzen und hätten dann wieder etwas Geld. Und dann? Dann würden wir auf die Schweizer Botschaft gehen. Na gut, aber was wollt ihr da die ganze Zeit machen? In der Stadt schauen wir uns alles Mögliche an, Museen und so, und natürlich gehen wir auch shoppen. Barcelona ist aber eine Grossstadt, findet ihr euch denn da zurecht? Aber sicher, wir können doch Stadtpläne lesen.
Und danach? Nach ein paar Tagen fahren wir noch ans Meer, auf einen schönen Zeltplatz. Und was macht ihr auf dem Zeltplatz? Halt einfach ein bisschen herumhängen, baden, Spass haben. Aber das könnt ihr hier auch haben. Das ist doch nicht das Gleiche! Ihr seid also fest entschlossen, allein nach Spanien abzudüsen? Ganz genau, und wir haben auch bereits Zugfahrpläne studiert und Übernachtungsmöglichkeiten im Internet gesucht. Das ist schon die Voraussetzung, dass ihr die Reise und vor allem auch die Unterkunft von vornherein
100 Erziehung bucht und dann wisst, wo ihr schlafen werdet. Ist doch klar, wir wollen uns ja auch nicht die Nächte auf dem Bahnhof oder irgendwo am Strand um die Ohren schlagen. Trotzdem kann einiges passieren. Als junge Touristinnen seid ihr doch für viele Männer ziemlich interessant, um es mal so zu sagen. Wir sind doch nicht blöd. Meinst du, wir gehen einfach mit jedem mit? Das tun wir hier ja auch nicht. Das stimmt schon, aber in den Ferien nimmt man vieles ein bisschen lockerer, und da kann man schon in dumme Situationen geraten. In welche denn zum Beispiel? Naja, ihr lasst euch dazu überreden, mit zwei netten jungen Männern in irgendeine Disco zu fahren. Da will dann einer beweisen, welch ein toller Fahrer er ist, und ihr landet im Spital – oder noch schlimmer. Und ihr seid darauf angewiesen, dass ihr wieder zum Zeltplatz zurückgefahren werdet – und nicht sonst wohin. Ach Mama, ich bin sicher, dass wir schon auf uns aufpassen können, und schliesslich sind wir ja zu zweit. Das finde ich auch gut so. Und auf Sonja kann man sich verlassen. Aber
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
DAS SAGT DER EXPERTE Ady Baur, Berater «contact», Jugendberatung in Affoltern am Albis ZH:
«Wenn Jugendliche zum ersten Mal ohne ihre Eltern und auch ohne erwachsene ‹Aufsichtsperson› verreisen, ist das ein weiterer Schritt in die Selbständigkeit. Für die Eltern ist das Reisefieber des Nachwuchses aber immer auch mit mehr oder weniger grossen Ängsten verbunden. Was kann alles passieren? Welchen Gefahren
was meinen denn ihre Eltern zu euren Ferienplänen? Die sind einverstanden, kein Problem. Und womit wollt ihr diese Reise überhaupt bezahlen? Das ist eben noch so eine Sache. Wir müssen schauen, dass wir möglichst billig wegkommen. Allzu lange können wir nicht bleiben. Wir müssen erst einmal alles durchrechnen, aber wir sind ja nicht so anspruchsvoll.
ist der Jugendliche ausgesetzt? Wird die Tochter, der Sohn diesen gewachsen sein? Hier ist es wichtig, dass man dem Kind bzw. Jugendlichen etwas zutraut und darauf vertraut, dass dieser auch mit schwierigeren Situationen ohne Hilfe von Mami oder Papi fertig wird. Um Ängste und Unsicherheiten abzubauen, hilft es, wenn sich Eltern genau informieren, wo, wann, wie und mit wem der Jugendliche seine Ferien verbringt. Und in jedem Fall trifft man eine Abmachung, auf welche Art und wie oft man Kontakt zueinander haben will. Ausserdem sollten Eltern den Jugendlichen die ganze Reiseplanung überlassen: Züge heraussuchen, Geld wechseln, sich über das Feriendomizil informieren etc. – so übernehmen die Jugendlichen schon vor der Reise Verantwortung und können auch besser einschätzen, was auf sie zukommt.»
Ich finde es einfach wichtig, dass ihr alles im Voraus gut plant und nicht einfach mal in den Zug steigt und wegfährt. Nein, nein, sicher nicht, das wollen wir ja auch nicht. Schliesslich wollen wir Spass haben und nicht ständig damit beschäftigt sein, ein Hotelzimmer zu suchen oder auf einen Zug zu warten. Das haben wir schon im Griff. Das hoffe ich doch auch … MARIANNE SIEGENTHALER
102 Single der Woche
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
HALLO, HIER BIN ICH!
«Ich heisse Anne-Marie, bin 34 und Französin. Ich lebe in Zürich – und suche einen Mann, der neugierig auf mich ist.»
Sportlich: Für AnneMarie ist Box-Aerobic wichtig. Es hilft ihr, Arbeitsstress abzubauen und sich auszutoben.
ihren Perfekter Schnitt: Mode gehört zu ge jun ge eini nt Leidenschaften. Sie ken t. uch Designer, die sie oft bes
Spezialitäten: Anne-Maries heimliches Laster ist das feine Essen. Ihren leckeren Brownies kann niemand widerstehen.
Selbstbewusste Frau: Zu AnneMarie passt nur ein wirklich interessanter Mann.
Auftakt zu einer langen Nacht: Sie lädt gern ihre Freunde zum Apéro oder Abendessen ein – bevor es in den Ausgang geht.
Knipsknips: Freunde, Partys, neue Bekanntschaften … Anne-Marie hält alles mit der Kamera fest, was sie erlebt.
Bilder Caroline Minjole
Shopping: Na klar, wer auf Mode steht, stöbert auch gern in Boutiquen. Zürichs In-Läden sind Anne-Marie bestens vertraut.
Beruf: Die Online-Redaktorin übersetzt auch viele Texte aus dem Französischen ins Deutsche. Am liebsten solche aus den Bereichen Mode und Beauty.
Kultur: Ausstellungen und Vernissagen sind Anne-Maries Inspirationsquellen.
STECKBRIEF Name: Anne-Marie (Kontaktnummer 10037) Alter: 34 Grösse: 175 Zentimeter Mode, Kochen, Fotografieren und Kunst Hobbys: Ein Mann, der ihre Interessen teilt – Wunschpartner: egal, ob deutscher oder französischer Muttersprache Region: Zürich und Umgebung Kontakt per Telefon: 0901 908 158 anrufen (Fr. 2.50/Min.), Kontaktnummer 10037 eingeben, Nachricht hinterlassen; per SMS: Den Text AN 10037 (plus Ihre Nachricht) senden an Nummer 530 (Fr. 1.50/SMS), also z.B.: «AN 10037 Hallo, habe Dich im Migros-Magazin gesehen...»; per E-Mail: via www.migrosmagazin.ch/single
Genug vom Single-Dasein? Finden Sie mit dem «Migros-Magazin» Ihr Glück! Seite 103
Singles 103
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
LUST AUF LIEBE?
Mit den neuen Single-Kleinanzeigen können Sie jetzt Ihrem Glück nachhelfen. Längst lernen Mann und Frau ihre grosse Liebe nicht mehr nur bei der Arbeit, auf der Strasse, in Bus, Tram oder Ausgang kennen. Längst gibt es weitere Wege, wie Herzen zusammenfinden. Jetzt zum Beispiel auch mit der neuen Single-Aktion des «Migros-Magazins». Jede Woche wird ein «Single der Woche» in einer Fotoroman-
Reportage vorgestellt. Oder Sie können auch durch ein Inserat Ihr Glück finden. Egal, welchen Weg Sie wählen, um unter den 1,5 Millionen Leserinnen und Lesern Ihre Traumpartnerin oder Ihren Traumpartner zu finden: Absolute Diskretion ist zugesichert, auch bei Kontaktaufnahme via SMS und E-Mail.
Der Fotoroman: Der «Single der Woche» wird von unseren Reportern vorgestellt. Die Teilnahme ist unentgeltlich. Singles für diese Rubrik werden durch die Redaktion ausgewählt; es besteht kein Anspruch auf Publikation.
SINGLE DER WOCHE
Ich möchte mich gerne gratis in der Rubrik «Single der Woche» vorstellen.
Name
Vorname
Strasse/Nr.
PLZ/Ort
Telefon tagsüber
Diesen Talon einsenden an: Migros Magazin, «Single der Woche», Postfach, 8031 Zürich oder faxen an die Nummer 01 277 36 02. Via Internet: www.migrosmagazin.ch/single
Das Inserat: Für nur 60 Franken können Sie bis 31. Juli 2004 in drei Ausgaben des «MigrosMagazins» eine Kontaktanzeige à vier Zeilen schalten. Falls Sie einen längeren Text und weitere Daten aufgeben möchten, tun Sie dies bitte unter www.migrosmagazin.ch
Telefonischer Briefkasten: Nach der Aufgabe der Anzeige eröffnen wir für Sie einen Briefkasten zu Ihrem Inserat. Sie bekommen Ihren persönlichen Code und eine Anleitung zum Abhören Ihrer eingegangenen Nachrichten. Auf Wunsch können Sie auf der Nummer 0848 848 047 (für Fr. 0.08/Minute) Ihre persönliche Combox mit einem eigenen Text besprechen. Auf dieser Combox lassen sich jederzeit die Antworten auf Ihr Inserat abhören. Wenn Sie wollen, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich direkt mit den Interessierten verbinden zu lassen.
SINGLE-INSERAT
Ich möchte gerne für gesamthaft 60 Franken in drei aufeinander folgenden «Migros-Magazin»-Ausgaben ein Kontaktinserat mit dem untenstehenden Text erscheinen lassen.
Rubrik:
Sie sucht Ihn
Er sucht Sie
Sie sucht Sie
Er sucht Ihn
Freundschaften
Name
Vorname
Strasse/Nr.
PLZ/Ort
Telefon tagsüber
Ich möchte für Interessenten/Interessentinnen über SMS erreichbar sein. Meine Handynummer:_______________________________________________ Ich möchte für Interessenten/Interessentinnen über E-Mail erreichbar sein. Meine Mail-Adresse:_____________________@__________________________
Talon senden an: Migros-Magazin, Kleinanzeigen, Postfach, 8031 Zürich. Oder faxen an: 01 -271 40 44. Anmeldung im Internet: www.migrosmagazin.ch
Rätsel 107
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
CH-Theaterautor † 2004
frz: Elsass
eh. Abk. f. d. CH-Post Alt-Bundesrat †
früherer Arbeitsort in London
Virengruppe
sein Sternzeichen
Brücke in Venedig
IMPRESSUM
untätig, träge
zum Geburtstag möchte er aufs …
MIGROS-MAGAZIN vormals Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Beglaubigte Auflage: 1 549 788 Exemplare
aufeinander schichten engl: Augen (y=i) Abk. f. Randnote
7 frz: kurze Hose
10
lat: ist
Um den markanten Glatzkopf Christian Gross drehen sich zehn Fragen in diesem Kreuzworträtsel. Die Buchstaben in den eingekreisten Feldern ergeben ein Lösungswort. Wenn Sie dieses herausfinden, können Sie einen tollen Preis gewinnen.
DER PREIS
Ein Einkaufsgutschein der Migros im Wert von 500 Franken.
griech. Buchstabe sein Beruf
Grimasse
nord. Nutztier
4
seine Schwester
Publizistische Leitung: Monica Glisenti Geschäftsleiter Limmatdruck AG: Jean-Pierre Pfister Leiter Redaktionen/Verlag: Marius Hagger
3
alt. Name Thailands frz. Artikel
unverheiratet sein schnelles Hobby
Nichtfachmann
Schwachsinn FKK-Anhänger
11
Verbindungslinien innerasiat. Staat US-Präsident 1981-89 Abk. f. European Space Agency
Saugstrom
Hilferuf
sein Lieblingstanz
2
Abk. f. Lebensmittelgesetz
jemenit. Hafenstadt
3
4
5
9
span: Januar
6
Zch. f. Thallium
1
Abk. CHKanton sein aktueller riesig, erArbeits- staunlich ort
Handlungen
5
2
CH-Tageszeitung
Personalpronomen im Dativ
letzte Station als aktiver Spieler
6
7
8
9
10
11
So machen Sie mit: Per Internet:
Ressort Reportagen: Carl J. Bieler (CB), Elisabeth Carabelli-Sutter (E.C.S.), Yvette Hettinger (YH), Reto Knobel (RK), Beat Stephan (BAS), Carl J. Wiget (C.J.W.), Anette Wolffram (A.W.), Michael Zollinger (miz) Ressort Migros Aktuell: Hanspeter Eggenberger (hpe, Leitung a.i.), Erika Bedick (EBS), Floriane Munier (FM), Rolf W. Rasch (R.W.R.), Michael West (M.W.) Ressort Shopping & Food: Christine Kunovits (C.K., Leitung a.i.), Yvonne Corrao (Y.C.), Silvia Frick (S.F.), Ruth Gassmann (R.G.), Dora Horvath (D.H.), Jasmine Hörler (J.H.), Mauro Paoli (M.P.)
Pardelkatze
griech. Sagengestalt schräglaufend
Planet
Chefredaktor: Marius Hagger (M.H.) Stv. Chefredaktor: Christian Waefler (C.W.) Chef vom Dienst: René von Euw (RvE)
rom. Name d. Inn Auskunft (Kurzw.)
Anzeige, Annonce
Mit Postkarte (A-Post): Verlag Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8957 Spreitenbach
1
brasil. Augerman. torennGötterfahrer familie † 1994
Grunzochse
LÖSUNG
Rätsel Nr. 21, Lösungswort: NATUR
wird am 14. August … Jahre alt
Dienerin, Magd
Adresse Redaktion und Verlag: Postfach 1751, 8031 Zürich Telefon 01 272 30 30 Fax 01 277 35 90 redaktion@migrosmagazin.ch
engl: zehn
GEWINNER
Rätsel Nr. 20 Einen Einkaufsgutschein der Migros im Wert von 500 Franken gewinnt Marthe Brogle, 3013 Bern
8
www.migrosmagazin.ch/raetsel Per Telefon: Wählen Sie 0901 56 06 56 (ohne Vorwahl) und sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse aufs Band (der Anruf kostet 1 Franken).
Termin: Ihr Lösungswort muss bis
spätestens
Freitag, 28. Mai 2004, 18 Uhr,
bei uns eingetroffen sein. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
© Daniel Krieg/Rätsel Agentur/Bild Marcus Stücklin
KENNEN SIE CHRISTIAN GROSS?
Fussballspieler
Layout: Paul Peinado (Leitung) Nenad Kovacic (Art Director) Roger Erni, Ewald Feldmann, René Feller, Marlyse Flückiger, Martin Frank, Werner Gämperli, Felicitas Hering, Bruno Hildbrand, Gabriella Masciadri, Oscar Rodriguez, Simone Vogel Bildredaktion: Danielle Baumberger, Varinia Demenga, Nawang Ghung Korrektorat: Ursula Anthony, Heinz Stocker Internet: Marina Mazzamuto Sekretariat: Françoise Lanz (Direktionsassistentin), Astrid Burkhalter, Danilo Pol, Esther Trutmann Verlag: Telefon: 01 277 36 11 Fax: 01 271 40 44 verlag@migrosmagazin.ch Geschäftsbereich Verlag: Jrene Shirazi (Leitung) Marie-Louise Ulrich, Evelyne Bernasconi Geschäftsbereich Anzeigen: Bernt Maulaz, Leitung Nicole Costa, Jean-Marie Meylan, Raphaël Pasquier, Hans Reusser, Kurt Schmid, Verena Sauter, Doris Zahnd, Tel. 01 272 03 00 Fax 01 277 35 82 anzeigen@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Druck: Ringier Print Adligenswil AG St. Galler Tagblatt AG, St. Gallen
Leseraktion 111
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Gewinnen Sie ein luxuriöses RomantikWeekend in London!
AMOR IM ANFLUG Neu auf DVD und Video: der Kinohit «Tatsächlich Liebe» mit Hugh Grant. Bilder Prisma, Dukas
London wartet: Ein Weekend auf den Spuren von Filmstar Hugh Grant ist in unserem Wettbewerb zu gewinnen.
L
ondon als Stadt der Liebe – auf den Spuren von Hugh Grant: Zur DVD- und Videopremiere von «Tatsächlich Liebe» verlosen wir ein luxuriöses Wochenende für zwei Personen in London. Die Gewinner können sich am Schauplatz des Films verwöhnen lassen. Im Film mimt Hugh Grant den englischen Regierungschef. Der ist immer in Sicherheit: Bullige Leibwächter weichen ihm nicht von der Seite. Trotzdem wird der Staatsmann getroffen – und zwar von Amors Pfeil. Der Premier verliebt sich heftig in eine junge Dame, die ihm an seinem Amtssitz Tee serviert. Hugh Grant glänzt in der Rolle des Politikers, der plötzlich in romantische Turbulenzen gerät. Die Regierungserklärung kommt dem Staatsmann zwar leicht über die Lippen. Aber für eine Liebeserklärung fehlen ihm die Worte. Sobald die schöne Teedame auftaucht, kommt er ins Stottern. Verzweifelt fragt er ein düsteres Ölbild von Maggie Thatcher um Rat. Aber auch die eiserne Lady kann ihm nicht weiterhelfen.
Im Kino war «Tatsächlich Liebe» ein grosser Hit. Kein Wunder: Der Film erzählt neben der witzigen Story des verknallten Premiers nicht weniger als neun weitere Liebesgeschichten. In Nebenrollen tauchen Supermodel Claudia Schiffer und der Komiker Rowan Atkinson alias Mr. Bean auf. Die Girls der englischen Band Sugababes sorgen für süssen Sound. Am Schluss haben fast alle der zehn Lovestorys ein Happy End. Geballte Glücksgefühle sind also garantiert! Dank der Reise, die wir verlosen, können Sie selber solche Gefühle erleben.
N& E H C A MITMWINNEN! GE Das Weekend «Migros-Magazin» und M-Electronics verlosen ein romantisches Wochenende in London für zwei Personen. Im Preis inbegriffen sind der Linienflug, eine Fahrt im Jaguar mit eigenem Chauffeur, zwei Übernachtungen im Fünf-Sterne-Hotel und ein Musicalbesuch nach Wahl. Als Trostpreise verlosen wir 20 DVDs des Films «Tatsächlich Liebe». So machen Sie mit: Schicken Sie eine Karte mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse und Telefonnummer bis spätestens 19. Juni (Datum des Poststempels) an: Migros-Genossenschafts-Bund, «Tatsächlich Liebe», Postfach, 8099 Zürich Online: www.migros magazin.ch
DER FILM
MICHAEL WEST
Ab 18. Juni gibts die Kinokomödie «Tatsächlich Liebe» als DVD und Video an den Verkaufsstellen von M-Electronics.
Hugh Grant und Martine McCutcheon in «Tatsächlich Liebe».
114
LESERREISE: Geniessen Sie einzigartige Wellnessferien im Hotel Su***** in Antalya.
FIT MIT STIL IN DER SÜDTÜRKEI
Gepflegt Entspannen im hoteleigenen Spa.
Im Hotel Su*****, das im Herbst 2003 als Designerhotel eröffnet wurde, erleben Sie Genuss pur! Das spezielle Interieur und das gewisse Etwas werden Sie in eine andere Welt versetzen. Das Hotel strahlt eine einmalige Eleganz aus; alles ist in schlichtem Weiss gehalten, mit den entsprechenden Farbtupfern am richtigen Ort. Lassen Sie sich im Wellness Center Spa von Kopf bis Fuss verwöhnen. Entdecken Sie die türkische Mittelmeerküste, nur drei Flugstunden von Zürich entfernt. Zwischen dem tiefblauen Mittelmeer und den majestätischen Bergen des Taurus liegt Antalya, eine wichtige Hafenstadt des Landes und eines der beliebtesten Touristenzentren. Das Hotel Su liegt etwa 1,5 Kilometer vom Stadt-
zentrum entfernt, direkt am Sand-/Kieselstrand von Konyaalti (Antalya Stadt). Das Hotel Der gehobene Standard des Hotels Su***** und die einmalige Einrichtung versprechen einen unvergesslichen Urlaub. Die 294 Zimmer sind sehr modern gestylt und geschmackvoll eingerichtet. Sie verfügen über Dusche, WC, Balkon, Haartrockner, Safe, TV, Radio, Klimaanlage und Maxi-Bar (die etwas grössere Minibar). Die Hauptfarbe im Zimmer ist Weiss, aber auch hier sind farbliche Akzente gesetzt – so haben Sie zum Beispiel bei der Stehlampe die Wahl zwischen grünem, rotem oder weissem Licht. Auch ein Farbtupfer in Ihrem Zimmer ist der Goldfisch, der Ihnen während Ihres Aufenthalts Gesellschaft leistet.
Das Hotel bietet: Hauptrestaurant (Halbpension und internationale Küche), LobbyRestaurant mit mediterraner Küche, SushiRestaurant, Strandbar mit der Möglichkeit zu Spätfrühstück und Pizzas, Poolbar, ebenfalls mit der Möglichkeit zu Spätfrühstück (von 10 Uhr bis 12 Uhr) und diversen Snacks. Sport: Süsswasser-Aussenpool ausgestattet mit einer Unterwassermusikanlage, Hallenbad, Fitnessraum, regelmässiges Gymnastikprogramm, zwei Tennisplätze, ein Squashcourt, Beach-Volleyball und Beach-Fussball. Wellness: Im Spa befinden sich das Dampfbad, die Sauna, ein Türkisches Bad, Massage- und Behandlungsräume sowie ein Friseur.
Ein Traum in Weiss: Die stilvolle Strandanlage des Hotels Su in Antalya lädt zum süssen Nichtstun ein.
HERZL ICHEN GLÜCK WUNS HOTEL CH! PLAN SCHEN KT IHNEN DAS
WELLN ESSPROG RAMM WERT I M V O FR. 28 N 0.– ZUR ERSTA USGA BE DE NEUEN S «MIGR O S MAGA ZIN»!
INFORMATIONEN UND PREISE Reisedaten jeden Sonntag vom 15. August 2004 bis 19. September 2004. Preise Pro Person im Doppelzimmer Einzelzimmerzuschlag Fr. 350.–
Fr. 1690.–
Im Preis inbegriffen sind Charterflug von Zürich nach Antalya und zurück in der Economy-Klasse 7 Übernachtungen im Hotel Su inkl. Halbpension Wellness-Programm während dreier Tage Hotelplan-Reiseleitung vor Ort Transfer vom Flughafen zum Hotel und zurück
Reiseprogramm 1. Tag, Sonntag: Flug Zürich–Antalya. Transfer in Ihr Hotel. 2.–7. Tag, Montag bis Samstag: Lassen Sie sich im Wellness Center Spa während dreier Behandlungstage verwöhnen. Die genauen Behandlungstermine erfahren Sie vor Ort. Die restliche Zeit steht Ihnen für süsses Nichtstun zur Verfügung. Geniessen Sie die Hotelanlage, weitere Wellnessbehandlungen (vor Ort organisierbar und bezahlbar) und Ausflüge (kann durch die Hotelplan-Reiseleitung vor Ort gebucht werden) oder das Shopping. Die Liste ist lang, lassen Sie sich zu weiteren Aktivitäten in Antalya inspirieren. 8. Tag, Sonntag: Transfer zum Flughafen und Rückflug in die Schweiz.
Das GratisWellnessProgramm umfasst: Tägliches Dampfbad zum Öffnen der Poren Algenbad Energie-Massage Tropisches Körperpeeling Aromaölbad Balinesische Massage Tee
Nicht inbegriffen Obligatorische Annullationskostenversicherung inklusive Assistance Fr. 40.– Flughafen- und Sicherheitstaxen In-/Ausland Fr. 65.– Sitzplatzreservationen auf allen Flügen der Belair Fr. 30.– Buchungen Telefon 0848 82 11 11 oder +41 (043) 211 88 30 (Mobile/Ausland), Fax 043 222 99 99, E-Mail: telefonverkauf@hotelplan.ch Online buchen: www.migrosmagazin.ch/leserreisen Organisation Hotelplan AG, Sägereistrasse 20, 8152 Glattbrugg
Bitte melde dich! 117
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Wir suchen: URSULA SCHLEUNIGER
Unsere Schwester und Schwägerin Ursula Schleuniger, geboren am 30. April 1953, ist seit dem 17. Februar 2004 spurlos verschwunden. Sie zog Anfang Februar zu uns nach Düdingen FR, nachdem sie ihren Mann in Courtepin FR verlassen hatte. Bei ihrem Weggang von uns trug sie eine hellgraue Skijacke, eine schwarze Hose und weisse Turnschuhe. Sie hat eine schwarze Tasche mit farbigen Bändern und eine beige Handtasche bei sich. Bis jetzt war die Suche durch die Polizei erfolglos. Liebe Ursula, wenn Du das siehst, melde Dich bitte. Fredi und Marianne Graf, Haslerastrasse 21, 3186 Düdingen FR, 079 635 13 44, Fax 026 493 31 44
Im Laufe dieses Jahres werden die meisten unserer ehemaligen Klassenkameradinnen und -kameraden 70 Jahre alt. Es wäre super, wenn wir auch die noch Fehlenden zur Klassenzusammenkunft am 21. Juni 2004 zusammenbringen! Es handelt sich um Hans-Peter Hertig, Franz Schnyder, Heini Bölsterli, Anton Beroth, Marianne Ruckstuhl, Lotti Asfalg und Eleonora Stengele. Wer kann uns weiterhelfen, die «alten Hönggerinnen und Höngger», die einst im Schulhaus Bläsi zur Schule gegangen sind, zu finden? Angaben bitte an Liesel Zürrer-Mathys Am Suteracher 39 8048 Zürich Telefon 01 431 09 05 oder Gerda Tanner-Windler Bächliweg 214 5325 Leibstadt Telefon 056 247 19 30
Ich suche Andreas Putzi. Er wohnte damals in Praden GR. Wir haben 1946 zusammen die Geb. Artillerie-Unteroffiziersschule in Sion absolviert. Seither habe ich nichts mehr von ihm gehört. Ein Zeichen von dir würde mich sehr freuen. Alfred Schwarz Bühlbergstrasse 36 3775 Lenk im Simmental Telefon 033 733 11 92
Ich suche Annemarie Sidler (lediger Name), früher wohnhaft am Mozartweg in Luzern. Am 8. April 1961 bin ich mit ihr bei der Gelmerhütte beinahe in eine Lawine geraten. Sie teilte mir noch mit, dass sie nach Indien auswandern wolle. Wer weiss, wo sie heute lebt? Rolf Hasler Zyböriweg 1 6004 Luzern Telefon 041 240 83 66 Fax 041 240 52 86
SUCHEN SIE AUCH ...
jemanden, den Sie aus den Augen verloren haben und wiedersehen möchten? Senden Sie Ihre Anfrage, wenn möglich mit einem Foto, an Redaktion Migros-Magazin, Postfach 1751, 8031 Zürich, oder meldedich@migrosmagazin.ch
KREATIVITÄT UND ALTER – DAS IST KEIN WIDERSPRUCH Gottfried Keller, Ella Fitzgerald, Yehudi Menuhin, Marie Curie und viele andere sind Beispiele dafür.
Gottfried Keller 1819 –1890
STIFTUNG KREATIVES ALTER
Seit rund 15 Jahren liefern wir mit unseren bisherigen 69 PreisträgerInnen und 138 EmpfängerInnen von Anerkennungsurkunden weitere Beweise nach. Wenn Sie über 65 Jahre alt sind und schreiben, forschen, musizieren, komponieren oder dichten, verlangen Sie, unter Beilegung dieses Inserates, schriftlich Unterlagen zu unserem 8. Preisausschreiben bei Stiftung Kreatives Alter, Postfach 2999, CH-8022 Zürich oder über www.stiftung-kreatives-alter.ch
8. Preisausschreiben für Menschen über 65 aus dem In- und Ausland
FORM OHNE NORM www.fono.ch SKA. J.04
ANZEIGE
Leserbriefe 121
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
«Immer wieder stelle ich fest, dass es Männer in der Jobwelt einfacher haben.» Nadine Charlon, ncharlon@hotmail.com
SCHREIBEN SIE UNS! «Brückenbauer», Nr. 21:
«Brückenbauer», Nr. 19:
Ich selber bin Vorgesetzte in einer sozialen Institution, die ich von Grund auf eigenständig aufgebaut habe. Und dies neben meinen drei Kindern und ohne die Hilfe eines Mannes, der den Haushalt erledigt.Die Aufstiegschancen sind gewiss in allen Berufsbereichen vorhanden. Nur werden sie vielleicht nicht im richtigen Zeitpunkt wahrgenommen. N. Puccetti, 4103 Bottmingen
Migros ist aktiver Partner von Ferro Recycling
Bild Getty-Images
Warum es Frauen oft schwer haben, in die Chefetage aufzusteigen. Eigentlich war ich sehr glücklich, «nur» Mutter und Hausfrau zu sein. Das ist ein 24-Stunden-Job. Und das war immer mein Wunsch. Aber in unserer Gesellschaft ist das fast nicht mehr möglich. Ständig wurde ich gefragt: Arbeitest du nicht? Milena Bandinu-Bracalè, 8606 Greifensee
Golf wird zum Volkssport. Eine Jeanshose, wie sie die Frau auf Ihrem Bild trägt, ist bei Golfspielern verpönt! (...) D. Specker, 8031 Zürich
Herzliche Gratulation zu diesem Artikel. Ich spiele seit Jahren Golf, und ich bin froh, dass die Vorschriften zu den Kleidern endlich gelockert werden. Ich möchte in Zukunft ebenfalls Jeans tragen und oben ein leichtes T-Shirt.
Wir freuen uns über Briefe und E-Mails zu den Artikeln im «Migros-Magazin». Bitte beachten Sie, dass Zuschriften gekürzt abgedruckt werden können. Unsere Adresse: Redaktion Migros-Magazin, Leserbriefe, Postfach 1751, 8031 Zürich. E-Mail: redaktion@ migrosmagazin.ch
R. Stäheli, 8165 Schleinikon
Wenn ich leer bin, kann man mich weiterverwerten und hochwertigen Stahl zurückgewinnen. Zusätzliche Informationen und einen Wettbewerb mit attraktiven Gewinnpreisen findest Du auf unserer Homepage www.ferrorecycling.ch. Mach also auch mit!
Nimm mich mit zum Sammel-Container
124
M-CUMULUS
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
CLEVERTIPP MEHRFACH PUNKTEN
Neu: CUMULUS-Karte zeigen beim Einlösen von Rabattcoupons.
Die blaue Karte, bitte! auch an Personen, die beim Bonusprogramm der Migros nicht teilnehmen. CUMULUS-Rabattcoupons sind eine Belohnung der Programmteilnahme. Um von diesem Privileg profitieren zu können, muss beim Einlösen von Rabattcoupons neu an der Kasse die CUMULUS-Karte oder das Etikett vorgewiesen werden. So ist übrigens auch sichergestellt, dass gleich wieder neue, wertvolle Punkte auf Ihrem Konto landen.
Mindesteinkauf: Fr. 48.– Gültig: vom 25.5. bis 7.6.2004 Erhältlich: in grösseren Migros-Filialen gegen
Wert Fr.
Achten Sie auf unsere wöchentlichen Bonuspunkte-Aktionen, denn mit diesen können Sie Ihren Punktestand erheblich in die Höhe treiben. Das lohnt sich insbesondere für Kleinhaushalte. Informieren Sie sich im MigrosMagazin oder über Plakate in den Filialen. Bonuspunkte erhalten Sie auf sämtliche Neuheiten sowie auf bestimmte Aktionen: Diese Woche zum Beispiel 20-fache Aktionspunkte auf alle tiefgekühlten Frühlingsrollen.
Neu gelangen CUMULUS-Rabattcoupons im Migros-Magazin
20.–
Wenn Sie bei M-CUMULUS noch nicht mitmachen und ebenfalls von den Vorteilen profitieren möchten, gehen Sie am besten beim nächsten Einkauf zuerst am Kundendienst Ihrer Migros-Filiale
Aktuell: CUMULUS-Infos erhalten Sie jetzt wöchentlich.
Neu
¤
vorbei und verlangen Sie das CUMULUS-Anmeldeformular. Dort sind CUMULUS-Karten drin, mit denen Sie auf Ihrem nächsten Einkauf bereits Punkte sammeln können.
Nicht nur das Migros-Magazin hat heute Premiere, sondern gewissermassen auch M-CUMULUS. Statt nur alle zwei Monate wie bisher, erhalten Sie CUMULUS-Informationen und -Angebote jetzt jede Woche mit dem Migros-Magazin zugeschickt. Mit dem neuen Erscheinungsrhythmus werden wir nicht nur schneller, sondern auch aktueller sein. Damit Sie uns sofort finden, heben wir uns im Layout vom restlichen Magazin etwas ab. PS: Ihre Abrechnung und zusätzliche Informationen erhalten Sie weiterhin mit persönlicher Post alle zwei Monate.
(teilweise)
INFOLINE 0848 85 0848
Gesamte Antihaft-Serie Titan Mivit
RABATT
CUMULUS-PUNKTE SAMMELN:
ALLE FACHMÄRKTE
Vorweisung der CUMULUS-Karte.
Für Anrufe aus der Schweiz Mo–Fr 8–17 Uhr (8 Rp./Min.) 17–19 Uhr (4 Rp./Min.) Sa 8–16 Uhr (4 Rp./Min.)
Für Anrufe von ausserhalb der Schweiz +41 44 444 88 44 Mo–Fr 8–19 Uhr, Sa 8–16 Uhr
Fax 044 272 44 48 (für Adressänderung) E-Mail/Internet M-CUMULUS@ Migros.ch www.M-CUMULUS.ch
ANGEBOTE
125
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
RAILAWAY: MOON AND STARS ’04
30% R a b a t t
Vom 5. bis 11. Juli 2004 findet die Konzertreihe «Moon and Stars ’04» in Locarno statt. CUMULUS-Teilnehmer
Buchung und Infos ab 1. Juni: An allen Bahnhöfen der Schweiz oder beim Rail Service Tel. 0900 300 300 (Fr. 1.19/Min.). Infos unter www.railaway.ch oder www.goodnews.ch
profitieren von zusätzlichen Vergünstigungen gegenüber dem RailAway-Kom-
Gültig für: 1 Zugbillet Locarno retour/
biangebot: Bahnfahrt 30% statt 20% so-
wie eine zusätzliche Reduktion von Fr. 5.– auf die Konzerte vom 5.–9. Juli. ALICIA KEYS* THE CORRS* ALANIS MORISSETTE* PETER GABRIEL* DIDO EROS RAMAZZOTTI
Wert Fr.
MO, 5.7.: DI, 6.7.: DO, 8.7.: FR, 9.7.: SA, 10.7.: SO, 11.7.:
✂
CUMULUS-VORTEIL
30%
1 Konzertkarte Gültig: vom 1.6. bis 11.7.2004 (solange Vorrat) Erhältlich: in allen SBB-Verkaufsstellen gegen Vorweisung der CUMULUS-Karte
RailAway-Kombiangebot «Moon and Stars ’04»
RABATT und 5% auf eine Konzertkarte. HR-Art. Nr. 5727
* Für CUMULUS-Teilnehmer kosten diese Tickets Fr. 5.– weniger Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr auf der Piazza Grande Veranstalter: Good News Productions AG und der Lokalvertreter Cool Promotion.
Wert Fr.
z. B. CUMULUS-RailAway-Kombiangebot «Moon and Stars ’04» 2. Klasse mit Halbtax-Abo, inkl. Ticket für das Peter-Gabriel-Konzert (9.7.): ab Zürich HB, Fr. 97.80 statt Fr. 108.–*, ab Luzern, Fr. 95.40 statt Fr. 105.20* * normales RailAway-Kombiangebot
Mindesteinkauf: 1 Konzertkarte*
5.–
RABATT (und 5%) EPR-Tarifcode 91 statt 90
(für Konzerte am: 5., 6., 8. und 9. Juli) Gültig: vom 1.6. bis 9.7.2004 (solange Vorrat) Erhältlich: in allen SBB-Verkaufsstellen gegen Vorweisung der CUMULUS-Karte
Zusatzreduktion für die Konzerte vom 5., 6.,8. und 9. Juli
* Nur gültig mit dem RailAway-Kombiangebot «Moon and Stars ’04»
TITANPFANNEN: SIND ROBUST z. B. Bratpfanne hoch, 28 cm, Fr. 40.– statt Fr. 60.–
z. B. Bräter inkl. Deckel, 32x 20,5 cm,oval, Fr. 70.– statt Fr. 90.–
20.– R a b a t t
Titanpfannen* haben eine optimale Wärmeleitfähigkeit und Hitzespeicherung. Dank ihrer hervorragenden Antihaft-Eigenschaft sind sie für die leichte Küche unentbehrlich. * erstklassiger Aluguss mit mindestens 5,5 mm Bodenstärke, Titan-Hartgrundversiegelung
✂
CUMULUS-VORTEIL
z. B. Bratpfanne nieder, 28 cm, Fr. 30.– statt Fr. 50.–
z. B. Grillpfanne nieder, 28x28 cm, Fr. 28.– statt Fr. 48.–
Wert Fr.
Mindesteinkauf: Fr. 48.– Gültig: vom 25.5. bis 7.6.2004 Erhältlich: in grösseren Migros-Filialen gegen
20.–
RABATT
Vorweisung der CUMULUS-Karte
Gesamte Antihaft-Serie Titan Mivit
126 Mein ganzerStolz
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
«Wir mochten diesen Zickzack-Scheitel. Wir ärgerten uns aber jeden Morgen, weil es so kompliziert war.»
GENIAL GEZACKT GESCHEITELT Wegen einer zersägten Bürste wurden zwei Schülerinnen als beste Jungerfinderinnen ausgezeichnet.
E
twas verlegen sitzen die Bauerntochter Fränzi Odermatt und Jasmin Businger, jüngstes von vier Mädchen eines Chauffeurs, auf der Eckbank im Wohnzimmer des Bauernhauses. Wir sind auf dem Hof der Familie Odermatt in Grosswangen im Luzerner Hinterland. Die beiden 16-jährigen Mädchen kichern und erzählen von ihrer Erfindung. Dass es ihr Werklehrer Joe Kurmann war, der vor fast zwei Jahren vorschlug, die Klasse solle doch am internationalen Wettbewerb für Jungerfinderinnen teilnehmen. Und dass sie sich etwas vorgenommen hatten, was das Leben erleichtert. «Wir mochten diesen ZickzackScheitel, wie ihn damals noch viele trugen. Wir haben uns aber jeden Morgen geärgert, weil es so kompliziert war», erinnert sich Fränzi. Die beiden liessen sich von der Firma Trisa zwanzig ganz normale Haarbürsten liefern und begannen zu tüfteln. «Mit der ersten Bürste klappte es nicht», erzählt Jasmin. «Als wir sie zersägen wollten, ist sie einfach geschmolzen.» Doch schon beim zweiten Exemplar funktio-
nierte es. Nun mussten nur noch die Zacken ausgesägt werden – und fertig war die pfiffige Erfindung. Was bislang nur mit Hilfe einer Stricknadel oder anderer Hilfsmittel mühsam bewerkstelligt werden konnte, ging fortan mit der zweiteiligen Zickzack-Bürste von Fränzi und Jasmin in ein paar Sekunden. «Es ist eigentlich recht einfach gemacht», findet Fränzi fast entschuldigend. Die beiden Sekschülerinnen fielen Genial aus allen Wolken, einfach: Die Doppelals sie von der bürste «Stiftung für die macht den ZickzackFrau» (der InitianScheitel tin des Wettbefast selber. werbs) im Februar erfuhren, dass sie gewonnen hatten. Fränzi: «Das war ein Jahr, nachdem wir das Ding hergestellt hatten. Wir hatten das längst vergessen.» Doch die vierköpfige Jury war gerade von der
Einfachheit der Erfindung aus Grosswangen begeistert. Das Resultat: Der erste Preis in Form von 10 000 Franken, noch vor Erfindungen aus Island und Luxemburg.
Mit der Klasse nach Italien Ein Teil des Preisgeldes haben die beiden Blauring-Leiterinnen bereits «verputzt». Sie luden die ganze Klasse für eine Woche nach Sizilien ein. Ende April war es so weit. «Es war toll. Zum Baden war es zwar noch etwas kalt, aber das hat uns nichts ausgemacht», so Fränzi. Mit dem Rest des Geldes wollen beide in zwei Jahren die Autoprüfung finanzieren. Dass es in neue Erfindungen «made by Fränzi und Jasmin» fliesst, ist eher unwahrscheinlich. «Wir haben nichts geplant», sagt Jasmin. Denn eigentlich seien sie gar keine besonderen Bastlernaturen. Natürlich ist die ausgezeichnete Erfindung nicht mehr ganz so aktuell. «Es läuft ja heute fast niemand mehr mit einem Zickzack-Scheitel rum», räumt auch Fränzi ein. Vielleicht ist das der Grund, dass die Firma Trisa den Brief der beiden bis heute nicht beantwortet hat. Darin fragen Fränzi und Jasmin an, ob die Firma an einer serienmässigen Produktion der Wunderbürste interessiert wäre. Auch wenn es nicht klappt und keine andere Bürstenfabrik anbeisst, fällt für die beiden Mädchen keine Welt zusammen. Ihre berufliche Zukunft ist sowieso schon klar. Fränzi beginnt nach einem Welschland-Aufenthalt eine Lehre als Drogistin. Und Jasmin hat einen Ausbildungsplatz, um Krankenschwester zu werden. MICHAEL ZOLLINGER BILDER RITA PALANIKUMAR
Migros-Magazin 22, 25. Mai 2004
Mein ganzer Stolz 127
Fränzi Odermatt (links) und Jasmin Businger hatten mit einer cleveren Idee Erfolg.