Ausgabe Aare, AZA 3321 Schönbühl-Shoppyland. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
WOCHENZEITUNG DER
BRÜCKENBAUER NR. 38, 18. SEPTEMBER 2001
www.brueckenbauer.ch
Trauer Bild Key-online
Nach den Terroranschlägen in den USA. Seite 2 bis 9
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Brückenbauer 38, 18. September 2001
TERROR GEGEN DIE USA
Mit-Leiden Es war das Erschütterndste, was viele von uns je gesehen haben: Vor unseren Augen stürzten die Türme des World Trade Center in New York in sich zusammen – live. Und man wusste: Jetzt, in diesem Moment, sterben tausende von Menschen einen grausamen Tod – alle, die sich noch in diesem Gebäude befanden. Es war kein Horrorfilm, den man abschalten konnte – nein, brutale Wirklichkeit. Und nicht wenige dachten: Das könnte auch mir passiert sein. Denn New York ist uns nahe, eine unserer beliebtesten Destinationen. Nähe und schreckliche Schicksale vereinen Menschen. Angst, Grauen und Hilflosigkeit schweissen Menschen emotional zusammen. Aus diesem Grund leiden wir mit den Opfern des Terrors mit, über Grenzen und Ozeane hinweg. Deshalb finden Gedenkgottesdienste und Schweigeminuten statt – wir trauern gemeinsam um die Toten (siehe folgende Seiten). Wir Schweizer fühlen uns solidarisch mit allen Opfern grausamer Taten, wo immer auf der Welt sie geschehen. Denn Terror ist zutiefst inhuman, und man Christian muss ihn konseWaefler, stv. quent bekämpfen. Chefredaktor
I N H A LT 5 6 10 21 22 25 28 30 33 34 39 48 50 55 57 59 60 65 66 69 70 72 75 80 83 87 90 94
IM BRENNPUNKT: TERROR SICHERHEIT IN DER SCHWEIZ REPORT: DRECKIGE STÄDTE AKTUELL: UNO KRANKENKASSENPRÄMIEN WANDERN IM HERBST SKATEN: ROLLOUTS WELLNESS: HAMAM FREESTYLE IN ZÜRICH FORMEL 1: KIMI RÄIKKÖNEN M-INFO REZEPT: KÜRBISBROT IHRE REGION DO IT: M-COLOR-LINIE GESUNDHEIT: ALZHEIMER JOBS: TIPPS FÜR DIE LEHRE ZAHLEN FÜR ELTERN? AUTO: RENAULT CLIO 2.0 KREUZ & QUER IHRE MEINUNG INTERAKTIV FILM: TRAUMMÄNNER LESERREISE: MALAYSIA REISEN: CAFÉS IN WIEN SUCHEN RÄTSEL / IMPRESSUM VIRUS INTERVIEW: ERICH GYSLING
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Der Hass darf nicht siegen Bundespräsident Moritz Leuenberger zu den Anschlägen in den USA: «Schockiert und aufgewühlt kann ich kaum die richtigen Worte finden. Es gibt auch keine Worte für eine menschliche und politische Katastrophe apokalyptischen Ausmasses, die unvorstellbar ist und nie begreifbar sein wird. Im Namen des Bundesrates und des Schweizer Volkes äussere ich unser Mitgefühl, unser Mitleid und unsere Solidarität mit dem amerikanischen Volk und der amerikanischen Regierung. Errungenschaften und Werte wie Friede, liberale Gesellschaft und Toleranz erleiden durch diesen gigantischen Akt des Hasses einen schweren Rückschlag. Trotzdem sind dies Werte, an die wir weiterhin glauben. Denn Hass, Terror, Krieg sind nie die Mittel, um Konflikte zu lösen, und schon gar nicht, um Gerechtigkeit herzustellen. Ich habe dies in einem Telegramm an US-Präsident George W. Bush zum Ausdruck gebracht.»
Mitgefühl: Die Flagge auf dem Bundeshaus steht auf Halbmast. Das Botschafterpaar Borer trauert in Berlin. Shawne Fielding ist US-Bürgerin.
WIR TRAUERN MIT Vor einer Woche wurde Amerika das Ziel des grässlichsten Terroranschlags aller Zeiten. Der Schock sitzt tief, und überall trauern die Menschen. Auch in der Schweiz.
Gedenken: Am Eishockeymatch Kloten– Langnau und an einer ökumenischen Feier im Berner Münster. Rechts: US-Botschafter Mercer Reynolds.
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ie Schweizerinnen und Schweizer leiden mit der vom Terror geplagten amerikanischen Bevölkerung. Zum Zeichen der Solidarität läuteten die Kirchenglocken im ganzen Land. Gedenkgottesdienste für tausende von unschuldigen Opfern wurden abgehalten. Viele Menschen beteten, und sie hielten in ihrer Arbeit inne, um der Toten zu gedenken. Die Bundesräte Deiss und Leuenberger kondolierten dem amerikanischen Volk. Sie
sprachen ihr Beileid auch dem neuen USBotschafter in Bern, Mercer Reynolds, aus. Die «ganz normalen» Menschen von der Strasse bekundeten der geplagten Nation ebenfalls ihre Solidarität: Sie legten Blumen vor der US-Botschaft nieder, und sie entzündeten Kerzen in den Fenstern. Sie sollen ein Zeichen der Hoffnung sein. Einer Hoffnung, die wir nie aufgeben dürfen – erst recht nicht in einer Welt, in der Krieg und Hass zu regieren scheinen. Beat A. Stephan
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Das Licht der Hoffnung: Während einer Zeremonie auf dem Zürcher Bürkliplatz entzündet eine Frau eine Kerze.
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TERROR GEGEN DIE USA Würdevoll: Basler Feuerwehrleute bekunden ihren Respekt vor den tapferen Berufskollegen in den USA. Eine Frau trauert vor den Genfer Uno-Gebäuden. Bilder Key-online
«Eine Schande für die Menschheit» Zwischen Trauer, Entsetzen und Empörung: Reaktionen von Schweizerinnen und Schweizern. ■ Der «Brückenbauer» sprach mit Menschen, die in der Zürcher Kirche St. Peter trauerten:
Emil Bügler, Sigrist der Kirche St. Peter in Zürich «Es kamen sehr viele Menschen in unsere Kirche. Sie haben Kerzen angezündet und ihre Gedanken in ein Buch eingetragen. Vielleicht bleibt uns auch nichts anderes übrig, als so einen Schlag mit Hilfe des Glaubens zu bewältigen.» Lucia Bertodatto, Zürich «Das ist unglaublich. Eine Schande für die Menschheit. Zudem habe ich grosse Angst vor einem Vergeltungsschlag – vor noch so einem Blutvergiessen. Ich hoffe wirklich, dass die Schuldfrage genau abgeklärt wird, bevor man einen allfälligen Gegenschlag startet.» Ein Mädchen «Es ist herzzerreisend, und es macht mich wütend. Aber das Schlimmste für mich waren zwei junge Typen an der Bushaltestelle, die sich ernsthaft darüber aufregten, dass deswegen im Fernsehen ein Spielfilm nicht gezeigt wurde. Für diese Ignoranz werden wir einmal noch bestraft werden.» Eva Brusardi, Zürich «Ich fühle mich ohnmächtig und kann es immer noch nicht fassen. In mir ist nur noch Trauer.»
Marie Asperger, Zürich «Ich denke, wir können nichts tun, als der Opfer zu gedenken und den Amerikanern zu zeigen, dass wir mitleiden und für sie da sind. Ich bin sicher, dieses Wissen gelangt auch hinüber in die Staaten.» Luigi Granzotto, Berufsfeuerwehr Zürich «Natürlich trauern wir um unsere Berufskollegen – aber auch um alle anderen Opfer. Wir mussten vor dem Fernsehgerät hilflos mit anschauen, wie unsere amerikanischen Berufskollegen ins Gebäude rein mussten, und wir wussten, das sie kaum eine Überlebenschance hatten. Man kann schon sagen, das alles sei weit weg, aber auch wir hier müssen handeln, wenn es die Situation erfordert.» ■ Das sagen Prominente, die in New York leben oder arbeiteten:
Emil Steinberger, Kabarettist «Es ist traurig und erschreckend. Ich hoffe, dass jetzt nicht eine Spirale der Gewalt entsteht. Kann man auf eine Ohrfeige nur mit einer Ohrfeige antworten? Auge um Auge, Zahn um Zahn? Ich warte darauf, dass endlich ein wirklicher Dialog zustande kommt und die Gründe hinterfragt werden, anstatt nur militärische Konsequenzen in Betracht zu ziehen.»
Linda Geiser, Star aus «Lüthi und Blanc» «Ich habe diese furchtbare Katastrophe vom Dach meines New Yorker Hauses aus miterlebt. Ich habe von dort aus gesehen, wie die Türme des World Trade Centers einstürzten. Es sah aus, als würde ein Atompilz aufsteigen. Das ist eine riesige Wunde für Amerika, die nur langsam heilen wird. Aber ich glaube an die Lebenskraft von New York und will weiter hier leben.» Heiner Gautschi, ehemaliger Radio- und Fernsehkorrespondent in NewYork: «EsisteineKatastrophe,diedieWelt verändert. Es kommt mir vor, als wäre der schlimmste Katastrophenfilm Wirklichkeit geworden. Der Angriff galt nicht nur Amerika und allem, wofür es steht, sondern dem ganzen Westen. Die westliche Hybris wirkt gewissen Völkern gegenüber herausfordernd, und das istvielenerstjetztbewusstworden.» Gwendolyn Rich, Moderatorin und Model «Ich stehe unter einem Riesenschock. Diese Katastrophe betrifft die ganze Welt, denn in New York leben die verschiedensten Völker zusammen.» Umfrage Thomas De Rocchi, Simon Hehli, Michael West Siehe Interview mit Erich Gysling auf Seite 94.
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TERROR GEGEN DIE USA
Wie sicher sind wir? Nach den Terrorangriffen auf die USA: Wäre so etwas auch bei uns möglich?
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ach den grausamen Terrorangriffen auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington fragt man sich in der Schweiz: ■ Kann das auch bei uns passieren? ■ Ist das Bundeshaus sicher? ■ Können unsere Alpenstaumauern oder eines der fünf Schweizer Kernkraftwerke einem Terroranschlag standhalten? ■ Wie steht es um die Sicherheit von Tanklagern, der chemischen Industrie und unserer Spitäler?
«Die totale Sicherheit gibt es nicht», sagt Hansruedi Moser, Informationschef der Bundeskanzlei in Bern. «Das haben uns die Ereignisse der letzten Woche in den USA gezeigt.» Selbstverständlich gebe es für sensible Einrichtungen wie etwa das Bundeshaus Sicherheitsdispositive und -planungen, deren Einzelheiten Hansruedi Moser aber aus verständlichen Gründen nicht weiter erläutern will. «Wenn aber ein Jumbojet aufs Bundeshaus abstürzt, dann hilft nicht ein-
Das Bundeshaus in Bern. Bilder Key-online
mal der bestehende Evakuierungsplan.»
Sensibilisierte Experten Hansruedi Moser ist überzeugt, dass die schrecklichen Ereignisse von letzter Woche in Amerika die Sicherheitsverantwortlichen in der Schweiz – sowohl bei Bund, Kantonen, Gemeinden wie auch in der Industrie – sensibilisiert haben. Und zwar dahingehend, die eigenen Sicherheitsdispositive und -vorkehrungen zu überdenken und nötigenfalls den neuen möglichen Bedrohungen anzupassen. Moser stellt allerdings klar, dass die aktuelle Sicherheitslage in der Schweiz trotz der Ereignisse in den USA gut ist. Vorsichtshalber tagte aber letzte Woche die Lenkungsgruppe Sicherheit, die den Sicherheitsausschuss des Bundesrats berät, unter Leitung von Generalstabschef Hansueli Scherrer täglich. Dabei wurde die aktuelle Situation besprochen, um dem Bundesrat nötigenfalls Massnahmen beantragen zu können. René von Euw
GEFÄHRDETE BAUWERKE
■ Kernkraftwerke Meter pro Sekunde und mit einer kreisförmigen Aufprallfläche von sieben Quadratmetern angenommen werden. Nebst dem Reaktorkühlsystem und den für die Reaktorabschaltung, Kernkühlung und Nachwärmeabfuhr erforderlichen Systemen müssen auch andere Anlagesysteme mit potenziell hohem Gehalt an radioaktiven Stoffen geschützt werden. Das heisst, die KKWs müssen auch nach dem Auf-
prall eines Flugzeugs abgestellt und nachgekühlt werden können. Als die Schweizer KKWs geplant und gebaut wurden, ging man von den damals schwersten und schnellsten Zivil- und Kampfjets aus, der Boeing 707 und dem Phantom II. Im Zuge der laufenden Nachrüstungen mussten und müssen die Reaktoren auch gegen das Absturzrisiko von immer grösseren Zivil- und Kampfjets geschützt werden.
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Das Kernkraftwerk Gösgen.
Laut Anton Treier, Informationschef der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlage (HSK), sind die schweizerischen Kernkraftwerke gegen die Folgen von Flugzeugabstürzen durch bauliche Massnahmen geschützt. Im Klartext: Die Reaktoren sind mit einer 1,5 Meter dicken Stahlbetonhülle umgeben. Für die bauliche Dimensionierung muss der Aufprall eines Flugzeugs mit einer Geschwindigkeit von 215
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TERROR GEGEN DIE USA
Gefährdete Bauwerke
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■ Staumauern Als die Schweizer Staumauern in den Alpen gebaut wurden, dachte offensichtlich noch niemand an terroristische Anschläge auf solche Anlagen: «Es gibt weder im Wasserbaugesetz noch in der Stauanlagenverordnung Vorschriften über die Dimensionierung von Staumauern zum Schutz gegen Flugzeugabstürze», erklärt Alfred Kobelt vom Bundesamt für Wasserbau und Geologie. Er könne sich aber schwerlich
vorstellen, dass der direkte Aufprall eines Passagierjets einer Schwergewichtsstaumauer, wie etwa der Grande-Dixence-Mauer im Wallis, etwas anhaben könne. Zudem sei es, so Alfred Kobelt, für einen ortsunkundigen Piloten wohl sehr schwierig, einen grossen Passagierjet in ein enges Alpental hineinzumanövrieren.
Staumauer des GebidemStausess in Blatten bei Naters VS
leisten. Bei Bedrohung durch Sabotageaktionen oder bei anderen derartigen Gefahren leitet die Alarmorganisation angemessene Sicherheitsvorkehrungen ein. Die Tanklager selbst führen regelmässig Übungen durch. Die Tanklager verfügen über Sicherheitsdispositive und Zutrittskontrollen. Einzelne Tanklager haben auf Grund der Ereignisse in den USA ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht.»
Tanklager im Basler Rheinhafen.
Bilder Key-online
■ Tanklager Die verschiedenen Treib- und Brennstofflager (Benzin, Dieselöl, Heizöl, Flugpetrol) in der Schweiz verfügen laut Andrea Studer, Geschäftsleitungsmitglied der Carbura, der schweizerischen Zentralstelle für die Einfuhr flüssiger Treib- und Brennstoffe, über eine TanklagerAlarmorganisation bei Bedrohungslagen: «Diese Alarmorganisation bezweckt, in der Schweiz ein Alarmund Informationssystem zu gewähr-
■ Chemische Industrie Ein besonderes Gefahrenpotenzial wohnt den Werken und Lagern der chemischen Industrie inne. «Deshalb haben wir Dispositive erarbeitet und Vorkehrungen getroffen,» sagt Paul Vesel, Verantwortlicher für Sicherheitsvorkehrungen bei der schweizerischen Gesellschaft für chemische Industrie. So gebe es für besonders kritische Bauten verschärfte Bauvorschriften, die auch der Erdbebensicherheit dienten.
Der Zutritt zu Werken und Lagern unterliegt einer Zutrittskontrolle. Chemische Werke und Lager dürfen zudem nicht überflogen werden. «Aber gegen einen gezielten Terrorangriff aus der Luft, wie er in den USA erfolgte, gibt es keine Abwehrmöglichkeit», sagt Paul Vesel.
Die «Chemische» in Basel.
Katastrophenfall verfügt jedes Spital über ein Notfallszenario», erklärt Kurt Trösch. «Denn die Notfallaufnahme muss jederzeit gewährleistet sein.» Zudem, so Kurt Trösch, lagerten übers ganze Land verteilt Instrumente, Verbandsstoffe und lagerfähige Medikamente, die im Katastrophenfall von zivilen und militärischen Organisationen genutzt werden können.
Operationssaal in einem Schweizer Spital.
■ Spitäler «Die wichtigsten Spitäler unseres Landes verfügen über so genannte geschützte Operationssäle», sagt Kurt Trösch, Präsident der schweizerischen Vereinigung der Spitaldirektoren. «Das heisst, diese Operationssäle widerstehen Bombenangriffen oder auch Flugzeugabstürzen. Diese geschützten Operationssäle werden auch regelmässig durch zivile und militärische Organisationen beübt. Für den
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REPORTAGE
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Dreck: Bild Ueli Meier
Alles im Eimer?
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Jetzt wird die Schweiz geputzt: Vom 21. bis zum 23. September finden die Schweizer Aufräumtage, die Clean-UpSwitzerland-Days statt.
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13 Bilder Ueli Meier
REPORTAGE
BEISPIEL ZÜRICH Langstrasse, Stadelhofen, Bahnhofstrasse: Rein oder nicht rein?
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und Verpackungsmüll an der Seepromenade hinterlassen bei vielen Zürchern den Eindruck: Wir ersticken im Dreck. Und auch aus anderen Schweizer Städten mehren sich die Klagen über den herumliegenden Abfall. Der «Brückenbauer» machte die Probe aufs Exempel und kontrollierte die Sauberkeit der Limmatstadt.
■ Langstrasse: dreckig Erwartungsgemäss entpuppten sich die Langstrasse und das umliegende Quartier als Schmuddelkind. Unübersehbar sind hässliche Abfallhaufen und -häufchen in Strassengräben oder in Baumrabatten: Zigarettenstummel, Getränkedosen, Glasscherben, abgerissene Plakate und undefinierbarer Kehricht liegen herum.
■ Stadelhofen: schmuddelig Der Platz vor dem Bahnhof Stadelhofen ist Treffpunkt für Alkoholiker, Obdachlose und Punks. Das hinterlässt Spuren. Trotz der zahlreichen und gut gefüllten öffentlichen Abfallkübel liegen auf dem Boden Bierflaschenverschlüsse in rauhen Mengen. Auf einigen Sitzbänken liegen Fast-Food-Verpackungen und Reste. Das ist al-
Pascal, 21: «Manchmal stört mich der Abfall, denn ich arbeite oft hier am Stadelhoferplatz. Aber meistens gelingt es der Stadt, den Platz sauber zu halten.»
Beris George Neale, 40: «Mich stört der Abfall hier im Zürihorn-Park, denn man kann sich daran verletzen. Ich selber würde niemals Müll herumliegen lassen.»
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ble Nachrede oder Tatsache? Vor kurzem verglich die «Neue Zürcher Zeitung» Zürichs Hauptbahnhof und den Kreis 5 mit Frankfurts berüchtigtem Bahnhofquartier und reklamierte, der New Yorker Central Park sei sauberer als der Stadelhoferplatz. Müllberge und Urinbäche nach der Street Parade, Berge von Dosen
Ist Zürich dreckig oder sauber?
Jürg Lehmann, 43 «Die City finde ich sehr sauber. Aber die Parkanlagen, besonders in den Aussenquartieren, sind vor allem am Wochenende sehr dreckig.»
Vreni Waldispühl («über 60»): «Nein, Zürich ist nicht dreckig. Die Stadt macht genug in Sachen Reinigung. Es liegt einfach an jedem Einzelnen, keinen Dreck liegen zu lassen.»
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UMFRAGE
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REPORTAGE
DIE SAUBERMÄNNER herumliegen. Leere Getränke behälter oder Essensreste sind sehr selten zu sehen.
■ Innenstadt: präsentabel Das Niederdorf hingegen ist wie die ganze Innenstadt weitgehend sauber. Auf dem Weg dem See entlang Richtung Zürichhorn stehen alle paar Meter Abfallkübel.
■ Bahnhofstrasse: blitzblank Der sauberste Ort in Zürich ist die Prachtsmeile Bahnhofstrasse. Dort ist es schwierig, Zigarettenstummel zu finden. Alles sauber – einmal abgesehen von einigen Grünrabatten.
■ S-Bahn: Altpapier Die öffentlichen Verkehrsmittel wie die S-Bahn wirken auf den ersten Blick schmuddelig. Aber bei genauer Prüfung fällt auf, dass vor allem Gratis-Pendlerzeitungen
■ Fazit: Zürich glänzt nicht mehr wie ein blankpoliertes Goldvreneli. Von Abfallnotstand kann aber – dank dem grossartigen Einsatz der Strassenwischer – keine Rede sein. Michel Ecklin
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UMFRAGE
Saubere Zürcher Strassen – den orangen Heinzelmännchen mit Besen und Kehrmaschine sei Dank.
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enn ich Frühschicht habe, muss ich um 3 Uhr morgens raus aus den Federn», sagt Natale Clementi, der seit sechs Jahren in Diensten der Zürcher Sauberkeit steht. Für die Angestellten der Stadtreinigung heisst es: früh aufstehen, damit Zürichs Tramhaltestellen, Strassen, Plätze und Parks um 6 Uhr morgens sauber sind, wenn die ersten Fussgänger die Innenstadt erobern. Dass keine zwei Stunden früher der Boden noch mit Abfall übersät war, ist wohl den wenigsten Passanten bewusst. Von 4 bis 7 Uhr sind 20 Mann im Einsatz. Die grösste Schicht folgt anschliessend bis zum Mittag, wenn 140 Putzmänner wischen, Mistkübel leeren, «wilde» Plakate von den Wänden reissen oder Graffiti übermalen. Im Winter fällt auch der Schneeräumdienst in den Aufgabenbereich der Stadtreinigung. Die Arbeiten dauern bis 20 Uhr. Wie der Italiener Natale Clementi stammen zwei Drittel der Arbeiter aus dem Ausland, viele davon aus Portugal.
Maschine statt Besen Nadia Schneider, 30: «Die Stadt macht viel, aber es reicht nicht. Besonders hier im Kreis 5. Früher war Zürich eindeutig sauberer als heute.»
Esther Baer, 43: «Die Stadt macht ihre Arbeit sehr gut. Im Vergleich zu anderen Städten ist Zürich sauber, auch hier in der Bahnhofhalle.»
Wurde einst die ganze Arbeit von Hand verrichtet, kommt der Besen heute nur noch da zum Einsatz, wo die Kehrmaschinen nicht hinreichen. Dort, wo der Schmutz am höchsten liegt, in der Partymeile Niederdorf in der Altstadt, werden
die Strassen nass gereinigt. Aus Rücksicht auf die Anwohner beginnen die Kehrmaschinen ihr Werk da erst um halb 7. Bei Regen und Schnee, bei der grössten Hitze müssen Natale Clementi und seine Kollegen ihre Arbeit verrichten. «Natürlich ist es im Winter nicht immer angenehm, draussen zu arbeiten. Aber dank meinen Überstunden habe ich lange Ferien», erklärt Clementi. Sizilien wartet. Simon Hehli
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lerdings das Werk einiger weniger schwarzer Schafe. Die meisten Nutzer des Platzes entsorgen ihren Müll brav in den Kübeln.
Z Ü R C H E R FA K T E N
7000 Tonnen Müll ■ 711 Kilometer lang sind Zürichs öffentliche Strassen. ■ 8,6 Quadratkilometer Strassen, Park- und Grünanlagen sowie 485 Tram- und Bushaltestellen müssen Tag für Tag gereinigt werden. ■ 7000 Tonnen Abfall ergeben sich pro Jahr alleine durch Wischgut, Hundekot und Laub. ■ 3500 Abfallkübel stehen in der Stadt. An viel frequentierten Plätzen werden sie drei- bis viermal täglich geleert. ■ 11 000 Überstunden haben die 187 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreinigung in diesem Jahr schon geleistet.
REPORTAGE
Bild Ueli Meier
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WO ABFALLBERGE SICH ERHEBEN… Wie dreckig gehts unseren Städten? Der «Brückenbauer» fragte bei den Behörden nach. ■ Bern: Problem Innenstadt «Wir haben die Leute jahrelang verwöhnt», sagt Heinz Wyss, Leiter der Stadtreinigung in Bern. «Sie lassen ihren Dreck einfach liegen, weil sie wissen, dass unser Personal sofort reinigt.» 169 Angestellte sind in der Bundesstadt unterwegs, um die Aussenquartiere einmal pro Woche, die Innenstadt zweimal pro Tag vom herumliegenden Müll zu befreien. Problemstellen sind laut Wyss die Laubengänge in der Innenstadt, Waisenhaus-, Bären- und Kornhausplatz. Doch bald wird die Stadtreinigung mehr Maschinen zur Verfügung haben. ■ Mehr Müll wegen Sackgebühr In den vergangenen 15 Jahren hat sich die eingesammelte Abfallmenge auf 4200 Tonnen pro Jahr vervierfacht. «Das hat vor allem mit der Einführung der Sackgebühr zu tun», erklärt Wyss. «Je mehr Abfallkübel wir aufstellen, um so mehr Haushaltkehrichtlandetdarin,statt in den Abfallsäcken.» ■ Vorbildliche Stadträte Mitte August lud der Berner Gemeinderat Alexander Tschäppät die 80 Stadträte ein, symbolisch für eine Stunde den Besen selber in die Hand zu nehmen. Es kamen 35 Stadträte. «Mit solchen Aktionen wollen wir die Einwohner auf das Müllproblem aufmerksam machen», erläutert der Leiter der Stadtreinigung.
■ Zürich: Viele Menschen machen viel Dreck «Zürich ist weniger sauber als früher», räumt Ursula Weinmann ein. Sie ist Pressesprecherin der Dienstabteilung Entsorgung und Recycling der Stadt Zürich. «Mit den längeren Öffnungszeiten der Geschäfte und Restaurants sind in Zürich mehr Menschen länger unterwegs», stellt sie fest. Eine belebte Stadt findet auch Weinmann gut. «Aber die Leute hinterlassen alle Abfall auf der Strasse.» ■ Dreckiges Vergnügen Die grössten Dreckansammlungen sind laut Weinmann die Zürcher Ausgehmeilen: Die Innenstadt, vor allem das Nieder- und Oberdorf, dazu das Quartier um
die Langstrasse. An manchen Vergnügungsorten hört das Leben nie auf, der Dreck türmt sich pausenlos an. Ist man mit dem Reinigen zu Ende, kann man sofort am anderen Ende wieder anfangen. ■ Urin und Gratiszeitungen Dass wieder vermehrt an jede Ecke gepinkelt wird, bereitet der Stadtreinigung Sorgen. Wenn es lange nicht regnet, stinkt es. Das Problem der herumliegenden Zeitungen hingegen hat die Stadtreinigung angepackt: «Die Gratiszeitungen bezahlen uns für die Entsorgung», erläutert Weinmann. ■ Sauberkeit messbar machen Was eine saubere Strasse ist, darüber gibt es unterschiedliche Mei-
nungen. «Vor allem alte Menschen sind oft dreckempfindlich», sagt Müllexpertin Weinmann. «Junge Leute hingegen lassen ihren Abfall einfach liegen – aus reiner Gedankenlosigkeit.» Das Entsorgungsamt arbeitet deshalb an einem Strassenabfallindex. Damit soll einheitlich festgelegt werden, ab wann eine Strasse als dreckig gilt. ■ Hundekot wird entsorgt Die 6500 Stadtzürcher Hundehalter sind vorbildlich. Diejenigen, die den Hundekot nicht in einem der 450 Robidogs entsorgen, müssen mit bösen Blicken von Passanten rechnen. «Hier wirkt die Aufklärung, die wir seit über zehn Jahren betreiben», freut sich Weinmann. Michel Ecklin
DIE SCHWEIZ WIRD GEPUTZT Vom 21. bis zum 23. September finden in über 50 Schweizer Gemeinden die Clean-Up-SwitzerlandDays statt. Die Migros unterstützt den Anlass. «Wir haben lokale Vereine, Organisationen und auch Einzelpersonen aufgerufen, vor Ort Putzaktionen zu organisieren», sagt Stefan Baumann von der Umweltorganisation Praktischer Umweltschutz Schweiz (PUSCH), die die Aktion leitet. «Abfall gibt es überall: Tramhäuschen, Grünanlagen, Feuerstellen im Wald oder Bachufer kommen in Frage.» Die Clean-Up-Switzerland-Days sind der Höhepunkt einer Anti-Littering-Kampagne unter dem Titel «Trash ist Kultur», die auch von der Migros aktiv unterstützt
wird. Das englische Wort «littering» steht für «Abfall wegwerfen». Wer bei der grossen Putzete mitmachen will, kann sich nach Aktionen in seiner Gemeinde erkundigen. Alle freiwilligen Helferinnen und Helfer sind zudem aufgerufen, ihre Eindrücke und Erfahrungen der Migros mitzuteilen. Die ersten 200 Einsendungen werden mit einem Einkaufsgutschein belohnt. Einsendungen an: Migros-Genossenschafts-Bund, Corporate Communications, Postfach, 8031 Zürich. Mehr Informationen: Pusch, Telefon 01 - 267 44 11. www.umweltschutz.ch und www.miosphere.ch
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AKTUELL
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mil Steinberger (68) kämpft für eine weltoffene Schweiz. Der Kabarettist und Schauspieler gehört der Informationsgruppe Schweiz-Uno an, die sich für ein Ja zum Uno-Beitritt bei der Volksabstimmung im nächsten Jahr einsetzt. Der gebürtige Luzerner lebt nach einem sechsjährigen Aufenthalt in New York seit zwei Jahren wieder in der Schweiz. ■ Diese Woche behandelt der Nationalrat die Volksinitiative «Für den Beitritt der Schweiz zur Uno». Der «Brückenbauer» befragte Emil Steinberger im Vorfeld der Debatte.
«Brückenbauer»: Herr Steinberger, wieso setzen Sie sich für die Uno-Mitgliedschaft ein?
Emil Steinberger: Ich weiss nicht, wieso wir Schweizer so tun, als ob wir ganz anders wären als der Rest der Welt. Ich war so enttäuscht, als ich in New York lebte und vor dem Uno-Gebäude alle Flaggen der Welt sah, nur die der Schweiz nicht. Was bringen denn die Vereinten Nationen der Welt?
Die Uno hat sich zur wichtigsten Organisation der Welt entwickelt. Sie befasst sich mit Themen wie Kinderarbeit, Epidemien, Flüchtlingsprobleme und Rechte der Frau.
Bilder Keystone
Die Schweiz sollte der Uno beitreten! Davon ist Emil Steinberger überzeugt. Im Interview mit dem «Brückenbauer» erklärt er, wieso er sich für den Beitritt einsetzt.
«Wir sind keine Egoisten!» Alles Probleme, die nur gemeinsam gelöst werden können. Konservative Kreise formieren sich gegen den Beitritt. Können Sie den Gegnern der Vorlage Verständnis entgegenbringen?
Ich habe persönlich nichts gegen diese Leute. Aber ich vermute, sie lehnen den Uno-Beitritt eher aus Sturheit ab. Ich würde Herrn Blocher gern sagen: Sparen Sie die Millionen, die Sie für den Abstimmungskampf brauchen. Und finanzieren Sie damit Kultur.
denken, mitarbeiten, mitfinanzieren – nur um dann, wenn in Sachfragen entschieden wird, aussen vor zu bleiben, weil wir kein Stimmrecht haben.
einer so grossen Organisation jedes Detail optimal pflegen kann. Somit wird es immer wieder zu Fehlleistungen kommen, aber die Vorteile überwiegen eindeutig.
Können wir die Mitgliedschaft mit unserer Neutralität vereinbaren?
Glauben Sie, dass die derzeitige Solidaritätswelle mit den Amerikanern es den InitiativGegnern erschwert, auf einem Alleingang zu beharren?
Wir müssten nicht jeden Beschluss der Uno ausführen, wenn er mit unserer Neutralität kollidieren würde. Das ist uns garantiert, auch ohne dasswirbeiderUnoanklopfenmüssten, damit sie es uns schriftlich bestätigt. Die Definition unserer Neutralität bleibt unsere Angelegenheit.
Die Schweiz wirkt bereits in den wichtigsten Gremien der Uno mit. Was bringt da noch ein Beitritt?
Gibt es für Sie auch Nachteile eines Schweizer Beitritts?
Es ist ja nicht normal, dass wir mit-
Ich glaube nicht, dass man bei
Ja. Unsere Reaktionen auf die Attentate in den USA zeigen deutlich, dass wir mitleiden und mitdenken – auchwenndieEreignissefernabunserer wohlbehüteten Heimat stattfinden. Das beweist doch, dass wir zur Weltgemeinschaft gehören und keine Egoisten sind! Interview Simon Hehli
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FAMILIE
Krankenversicherung:
Für Kinder GRATIS? Die Krankenkassenprämien belasten das Haushaltbudget junger Familien immer stärker. SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr will das ändern.
Jacqueline Fehr will Familien entlasten: «Krankenkassen sollen für Kinder gratis sein».
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inder sind in der Schweiz das Armutsrisiko Nummer eins», sagt Jacqueline Fehr. Die Zürcher SP-Nationalrätin macht die steigenden Krankenkassenprämien und einen Reallohnverlust dafür verantwortlich. Die Sozialdemokratin hat deshalb eine parlamentarische Initiative eingereicht, die vorsieht, alle Kinder bis zum vollendeten 18. Altersjahr von den Prämien zu befreien. Das entstehende Prämienloch von 900 Millionen Franken möchte Jacqueline Fehr nicht den anderen Versicherten aufbürden, sondern mit Bundesgeldern stopfen. Ihren Vorstoss sieht sie denn auch als eine Art Gegenvorschlag zum bundesrätlichen Steuerpaket, über das der Nationalrat am 25. September beraten wird. «Das Steuerpaket entlastet vor allem höhere Einkommen», kritisiert Fehr. «Statt so auf 1,3 Milliarden Steuern zu verzichten, setzt man das Geld besser für Familien ein». Leo Hauser
WA S M E I N E N S I E ? Soll man Familien helfen, indem man Kinder von den Krankenkassenprämien befreit? Schreiben Sie an «Brückenbauer», Postfach, 8031 Zürich. E-Mail: bb@migros.ch. Bitte Absender und Telefonnummer nicht vergessen!
Bild Dukas
D A S M E I N E N D I E A N D E R E N PA R T E I E N FDP will KVG-Revision
CVP: Ähnlicher Vorschlag
Die SVP ist dagegen
Die FDP kann der Initiative von Jacqueline Fehr durchaus etwas abgewinnen: «Das Anliegen ist nicht unberechtigt. Es ist aber nicht der richtige Ansatz, um Familienpolitik zu betreiben», sagt FDP-Pressechefin Barbara Perriard. Die Freisinnigen möchten nicht am Steuerpaket rütteln: «Der Bundeshaushalt ist saniert. Jetzt ist der richtige Moment für Steuersenkungen», glaubt Perriard. Die Krankenkassenprämien will die FDP mit der geplanten Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) in den Griff bekommen: «Auch hier gibt es Ansätze mit sozialem Charakter.»
«Wir unterstützen Jacqueline Fehrs Vorstoss nicht, weil wir auf unsere eigene Initiative setzen», sagt Béatrice Wertli, die Pressesprecherin der CVP. Der Vorstoss von Nationalrätin Thérèse Meyer-Kaelin (CVP/FR) sieht eine Prämienreduktion von 50 Prozent für das zweite Kind und eine vollständige Prämienbefreiung für jedes weitere Kind vor. «Die beiden Initiativen entsprechen sich in etwa. Aber der CVP geht es im Gegensatz zur SP nicht darum, ihre Initiative gegen das Steuerpaket auszuspielen», betont Béatrice Wertli. Über den CVP-Vorstoss debattiert der Nationalrat ebenfalls am Mittwoch.
Die SVP kritisiert Fehrs Vorschlag: «Hier versucht man ein Problem mit dem Giesskannenprinzip zu lösen. Man muss wo nötig Familien einzeln helfen, nicht durch eine Umverteilungsübung», sagt Silvia Bär (SVP). Um das Problem im Schweizer Gesundheitssystem an der Wurzel zu packen, werde ihre Partei in den nächsten Monaten eine Krankenkassen-Initiative lancieren: «Darin ist vorgesehen, den Grundleistungskatalog zu reduzieren und durch eine Vielfalt bei den Zusatzversicherungen einen für den Einzelnen optimalen selbst gewählten Versicherungsschutz zu gewährleisten», erklärt Silvia Bär.
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WANDERN im Herbst
Erleben Sie mit Ihren Kindern die herbstbunte Schweiz! Der «Brückenbauer» empfiehlt tolle Wanderrouten für Familien. Das weiss auch Monika Zoss aus Solothurn. Mit ihren vier Kindern Aline, Anna, Angela und Jasper will sie heute hoch hinaus – auf den schroffen Juraberg Weissenstein. Vom Ort Oberdorf geht die Fahrt mit dem Sessellift steil aufwärts. Die Kinder geniessen es, zwischen Baumwipfeln hindurch-
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enn der Herbst sein Feuerwerk der Farben zündet, macht Wandern besonders Spass. Jetzt ist das Marschieren nicht mehr so schweisstreibend wie im Sommer. Am schönsten sind jene Routen, die über dem Nebelmeer durch den milden Sonnenschein führen.
Monika Zoss und ihre Kinder auf dem lehrreichen Planetenweg auf dem Weissenstein. Bilder swiss-image/Toni Baggenstoos
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FAMILIE
WA N D E R T I P P S ■ Der
kinderwagentaugliche «Windrädliweg» in Lütisburg im Toggenburg führt an 20 kunstvollen und bunten Windradfiguren vorbei.
■ Auf dem «Ziger-Highway» auf der Fronalp hoch über Mollis im Glarnerland erfährt man alles über den Kräuterziger.
■ Dem Luchs auf die Spur kommt man auf dem Betelberg ob Lenk im Simmental. Pro Natura organisiert dort regelmässig Luchs-Exkursionen.
■ Auf dem atemberaubenden «Northface-Trail» in Mürren haben Wanderer elf mächtige Nordwände vor Augen.
■ Grundkenntnisse in Astro-
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zuschweben. Die 12-jährige Aline singt vor lauter Begeisterung sogar einen selber gedichteten RapSong. Kein Wunder: Man sieht wie aus einem Flugzeug über das Mittelland und auf das silberne Band der Aare hinab.
Oben: Das grandiose Alpenpanorama bei Davos.
Restaurants Drei gemütliche Restaurants laden auf dem Weissenstein zum Ausruhen ein. Die Kinder reden bei einer heissen Schoggi über die Astronomielektion an der frischen Luft. So machen herbstliche Höhenflüge Spass! Michael West
■ Der Bärenpfad im Turtmanntal bei Visp erinnert an den letzten Walliser Bären.
■ In La Tzoumaz ob Sion führt der Pfad der Sinne durch zwölf Erlebniswelten.
Der Planetenweg Die Endstation liegt 1280 Meter hoch. Doch die Mutter und die vier Kinder haben noch viel Höheres im Sinn. Bis ins Weltall wollen sie vorstossen. Denn ein reizvoller Wanderweg auf dem Weissenstein führt quer durch unser Sonnensystem. Metallscheiben auf steinernen Sockeln symbolisieren die Planeten. Neugierig lesen die Kinder die eingravierten Fakten über die Himmelskörper. Die 9-jährige Anna weiss schon, welches ihr Lieblingsplanet ist: «Der Mars, weil er so schön rot ist.»
nomie vermittelt der Astropléiades-Lehrpfad oberhalb von Vevey.
Murmeltier-Erlebnispfad auf der autofreien Bettmeralp vermittelt Einblicke ins Leben der drolligen Alpentiere.
■ Der Links: Aline und Jasper begutachten auf dem Planetenweg das Symbol der Venus. Bilder swiss-image/ Toni Baggenstos
■ Auf die Spuren der Saurier führt am Luganersee ein Naturerlebnisweg von Serpiano ob Brusino-Arzino aus vorbei an Marmorbrüchen und Fossilienfundorten.
INFOS Nähere Informationen zu den herbstlichen Wanderrouten unter der Gratis-Telefonnummer 00800 100 200 33 oder im Internet unter: www.myswitzerland.com
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Familienplausch auf Rollen A
uf Inline-Skates dem Vierwaldstättersee entlang rollen, durch die Basler Agglomeration oder durchs Tösstal: In diesem Herbst dürfen sich Familien und Skate-Neulinge unter Anleitung von Instruktoren auf attraktiven und leichten Strecken versuchen. Die Schweizer Inline-SkatingAusbildung (SISA) und das Team der Skate Maps Schweiz bieten zusammen mit den wichtigsten Schweizer Tourismus-Organisationen Touren in neun Regionen an. Alle Strecken, auch die im Aaretal, im Emmental, in der Linthebene, am Bodensee, im Rheintal
PROGRAMM UND ANMELDUNG Die Roll Outs finden am 23. und 30. September sowie am 7. Oktober auf neun Strecken statt. Das Programm dauert von 10 bis ungefähr 15 Uhr und kostet für Erwachsene 50 Franken. Für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren in Begleitung von Erwachsenen ist der Tag gratis. ■ Infos und Anmeldung: Telefon 052 - 722 27 90, Fax 052 - 722 27 91 oder www.myswitzerland.com
Ein Tag auf Rollen, begleitet von kompetenten Inline-Skatern: Das bieten die Roll Outs in diesem Herbst.
und im Wallis, führen über maximal 20 Kilometer. Die meisten Routen sind in den speziell für Skater veröffentlichten Karten, den Skate Maps Schweiz, zu finden.
Verhalten im Verkehr Nach individueller Stärke eingeteilt, rollen die Teilnehmer in kleinen Gruppen über den Asphalt. Sie werden von Sportlehrern begleitet. Dabei sollen die Einsteiger und die Familien mit Kindern ab sieben Jahren die Grundtechniken und das Verhalten im Verkehr kennen lernen. Gross geschrieben wird die Sicherheit. Die Sportlerinnen und Sportler müssen eine komplette Schutzausrüstung tragen: Ellenbogen-, Knie- und Handgelenkschutz sowie einen Helm. Dazu werden die Skater in die noch gültige Verkehrsordnung eingeführt. Ein Anliegen ist den Organisato-
ren die richtige Brems- und Sturztechnik, um grösseren Verletzungen vorzubeugen. Simon Hehli ■ Die Migros unterstützt die Roll Outs als Hauptsponsor von Skateland Schweiz.
S W I S S S K AT E M A P S Längst hat das Inline-Skaten den Sprung vom Trend- zum Breitensport geschafft. Um das Bedürfnis der Sportler nach skatergerechten Routen zu erfüllen, hat Skateland Schweiz bereits 1997 die ersten «Skate Maps Schweiz» herausgegeben. Die Karten zeigen ein detailliertes Streckennetz, das vorwiegend auf schwach befahrenen Strassen, Nebenstrassen oder auf Rad- und Fusswegen liegt. ■ Infos und Bestellung über www.swiss-skate-map.ch
Bild PD
FAMILIE
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WELLNESS
1001 Nacht
KURZ NACHGEFRAGT
Nicht ohne Lendentuch Interview mit René Kalt, Leiter Bereich Fitnessparks der Genossenschaft Migros Zürich. ■ «Brückenbauer»: René Kalt, bewegt man sich im Hamam nackt? René Kalt: Nein. Es ist obligatorisch, ein Pestemal, eine Art Lendentuch, zu tragen. Frauen schlingen es wie ein Badetuch um die Brust, Männer um die Hüften. Im Ruheraum ist ein Bademantel Vorschrift. Beim Einzeleintritt ist die Miete dieser Kleidungsstücke im Eintrittspreis dabei. ■ Sind Männer und Frauen getrennt? Es gibt ein gemischtes Hamam und einen exklusiv für Frauen reservierten Bereich. ■ Wie stehts mit Massagen? Wir bieten eine Hamam-Massage an (ist im Eintrittspreis nicht inbegriffen und muss reserviert werden). Dazu legt man sich im Massageraum auf einen warmen Nabelstein. Der Masseur entfernt mit einem rauen Stoffhandschuh Schuppen und andere Unreinheiten von der Haut. Anschliessend wird der Körper mit feinem Seifenschaum umhüllt. Diese Massage dauert 20 Minuten. ■ Oft wird im orientalischen Hamam die ganze Körperpflege von Hornhaut- und Haarentfernung bis Manicure und Pedicure erledigt. Wie ist das in Zürich vorgesehen? Wir bitten Besucherinnen und Besucher, diese Tätigkeiten nicht im Hamam zu erledigen. Das wäre für hiesige Verhältnisse eher unappetitlich.
Hamam: Eine orientalische Dampfbadkultur hält in Zürich Einzug.
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as einzige, was ich in der Schweiz wirklich vermisse, ist das Hamam», sagt Taher. Der gebürtige Tunesier lebt seit bald 20 Jahren hier. Das Hamam, oft auch Dampfbad oder türkisches Bad genannt, ist ein öffentliches orientalisches Badehaus. Eine Jahrhunderte alte orientalische Institution. Das zeigt sich auch darin, dass es kaum Märchen aus 1001 Nacht ohne Badehaus und nur wenige Erzählungen gibt, in deneneinHamamnichtzumindest eine Nebenrolle spielt. Strenge Hygiene gehört zu den Grundregeln des islamischen Glaubens. So gibt es in islamischen Staaten in jeder Stadt, in jedem Dorf ein Hamam.
Wohltuende Massage Hier wird geschwitzt, man wäscht sich, wird mit warmem Wasser übergossen, man rubbelt sich gegenseitig ab, oder es wird anderweitig etwas für die Schönheitspflege getan. Männer rasieren sich, schneiden sich die Zehennägel. Frauen epilieren sich oder färben sich die Haare mit Henna. Das Kernstück eines HamamBesuchs ist jedoch eine intensive Massage. Dafür legt man sich auf einen so genannten Nabelstein. Die von Dampf und Wasser bereits aufgeweichte Haut wird mit einem rauhen Handschuh porentief
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gereinigt. Anschliessend verabreicht der Hamam-Meister oder die Badefrau dem Gast eine wohltuende, gründliche Massage. Danach darf man sich im Badebecken entspannen und plaudern.
HAMAM-INFOS
Tratschen erlaubt Das klassische Hamam ist nicht zu vergleichen mit hiesigen Wellnessoasen, wo meist Ruhe geboten ist. Für den Austausch von Klatsch und Tratsch ist das Hamam der ideale Ort, und kaum jemand bleibt lange allein. Kindergeschrei, laute Zurufe und fliessendes Wasser ergänzen den Lärmpegel, orientalisches Gesellschaftsleben pur.
Getrenntgeschlechtig «Als kleiner Bub habe ich jeweils mit meiner Mutter und den beiden Schwestern das Hamam besucht», erinnert sich Taher. Ein Privileg, das nur den kleinen Knaben vorbehalten ist. Denn der Hamam wird getrenntgeschlechtig besucht. Die Ausstattung der Hamams ist von Ort zu Ort unterschiedlich: Von orientalischer Pracht mit Marmor, wunderbarer Beleuchtung und luxuriösen Ruheräumen bis zu einfachsten «Verliesen» mit kaltem und heissem Wasser gibt es alles. Doch der Grundgedanke bleibt sich gleich: Nirgendwo wird man so porentief sauber wie im Hamam. Marlise Santiago
Bald gehts los Die Migros Zürich eröffnet am Montag, 24. September, den ersten Fitnesspark mit Hamam. Das Hamam kann auch losgelöst von der FitnessparkJahreskarte besucht werden ■ Einzeleintritt Fr. 32.– (inkl. Lendentuch, Waschhandschuh, Bademantel, ein Glas Tee) ■ Hamam-Massage Fr. 35.– (20 Minuten) Reservation unter 01 - 259 81 82 ■ Adresse Fitnesspark Münstergasse, Blaufahnenstrasse 3, 8001 Zürich. Infoline 0800 303 404. ■ Internet www.fitnesspark.ch
DAS HAMAM
Reinigende Entspannung: Nirgendwo wird man so porentief rein wie in einem Hamam. Bild Prisma
Geheimnisvoll, orientalisch: das Hamam des neuen Fitnessparks der Migros Zürich. Bild MGB
Orientalisch sauber So läuft ein Durchgang im Zürcher Hamam ab: ■ Im Vorbereitungsraum gewöhnt man sich langsam an die erhöhte Temperatur und Luftfeuchtigkeit und übergiesst sich mehrmals mit warmem Wasser. ■ Dann gehts in den Baderaum. Hier wird der Aufwärmprozess fortgesetzt. Man übergiesst sich weiter mit warmem Wasser. ■ Danach werden der Schwitzraum, die Waschund Einseifräume und nach Belieben der Dampfraum besucht. Dazwischen gehts immer wieder in den Baderaum, um ins warme Bad einzutauchen – und auch einen Schwatz zu halten. ■ Zum Abschluss des langsamen Auskühlens gehört ein Aufenthalt im Ruheraum bei einem Glas Tee. Auch hier sind Reden, Klatschen und Tratschen erlaubt und erwünscht. Ein Hamam-Durchlauf dauert 60 bis 90 Minuten.
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LIFESTYLE
Septemberschnee
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am Zürisee Fliegende Skateboards, wild gewordene Velos, abgedrehte Snowboards und heisser Sound: Das ist Freestyle.ch.
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bheben und Spass haben: Vom 21. bis 23. September wird die Zürcher Landiwiese zum europäischen Mekka für alles, was fliegt, flutscht, rutscht und rollt. Am Freestyle.ch-Festival zeigen internationale Topshots der verschiedenen Freestyle-Disziplinen, was sie draufhaben. Einige der weltbesten Snow- und Skateboarder, Freestyle-Skifahrer, Motocross- und BMX-Biker zeigen auf dem Dirt-Jump, dem Big Air und in der Halfpipe alles, was sie draufhaben.
Ein Muss für Freestyler Ein Muss für alle Freestyler – und alle, die einfach nur mal schnuppern wollen. – Auf der «Street & Snow-Mess» kann man sich über die Neuheiten bei Kleidern und Sportgeräten kundig machen. Partys und Konzerte mit der deutschen Band SeeeD und den Schweizer Chartstürmern Dada [ante portas] sorgen bis in die frühen Morgenstunden für Flow.
Tony Hawk kommt! Freestyle.ch garantiert Attraktionen, die sonst nirgends zu sehen sind. Dieses Jahr gibt sich zum Beispiel der Godfather of Skateboard, Tony Hawk, die Ehre. Zwar hat sich der 33-jährige unangefochtene Altmeister aus dem Wettkampfzirkus zurückgezogen. Für die Schweizer Fans steigt er aber noch mal aufs Brett. Als Kontrast zum SkateboardRoutinier Hawk tritt auf der beschneiten Big-Air-Rampe der Snowboard-Jungstar Shaun White
W O , WA S , WA N N ? Abgehoben: Snowboarder Romain de Marchi zeigt, was er draufhat. Bild freestyle.ch
auf. Obwohl erst 15, gehört Shaun bereits zur Crème de la crème der Szene. Kein Wunder: Der Kleine ist buchstäblich in der Halfpipe aufgewachsen und ist schon mit zwölf in Snowboardvideos aufgetreten. Er wird dem Vorjahressieger, dem Schweizer Olympia-Champ Gian Simmen, gehörig einheizen. Auch Topstars aus anderen Disziplinen lassen sich den Auftritt in Zürich nicht entgehen. Darunter die Snowboarder Daniel Frank und Michi Albin, BMX-Superstar Matt Hoffmann und der MotocrossÜberflieger Ed Torrenteras.
Jede Menge Zuschauer Freestyle.ch hat sich vom kleinen Szene-Event zur Grossveranstal-
tung gemausert. Erwartet werden 50 000 bis 100 000 Zuschauer. Aber beim Zuschauen muss man es nicht belassen. Bei Tests und Public-Contests können auch Amateure zeigen, was sie auf dem Skateboard, den Inlinern, Slalom- und Longboards oder auf dem Wakeboard draufhaben. Udo Theiss
Der Sound zur Party: die neue Freestyle.chCD.
■ Freestyle.ch, Freitag, 21., bis Sonntag, 23. September ■ Contests: Skateboard Halfpipe, BMX Halfpipe, Snowboard Big-Air ■ Shows: Motocross Dirt Jump, Freeski & Snowboard Best Trick Contest, Skateboard Street Best Trick Contest ■ Live-Sound Freitag: Bligg, DJ Freaza, DJ Desue. Samstag: KC Da Rookee, DJ Stylewarz, DJ Mirko Maschine. Eintritt frei ■ Ort: Landiwiese Zürich (Bus 161 oder 165 bis Haltestelle Landiwiese. Tram Nr. 7 oder SBahn S1 und S8 bis Bahnhof Wollishofen und dann fünf Minuten zu Fuss Richtung See) ■ Partys: Freitag, 21. September, 22–04 Uhr, Konzert mit The SeeeD (Dancehall Reggae), anschliessend DJs. Samstag, 22. September, 22– 04 Uhr: Dada [ante portas] (Powerpop, NuMetal). Eintritt 35 Franken pro Abend. EWZ-Unterwerk Selnau, Selnaustrasse 25, Zürich (Nähe neue Börse).
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FORMEL 1
Bild Key-online
Kaum einer zweifelt daran, dass der finnische SauberPilot Kimi Räikkönen der Weltmeister von morgen ist – aber leider nicht als Sauber-Fahrer!
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och nie wurde um einen so jungen Piloten derart gebuhlt. Dabei hatte Kimi Räikkönen vor seinem SauberEngagement erst 23 Rennen bestritten. Den Poker um Kimi gewann jetzt McLaren-Mercedes – Kimi wird Nachfolger des zweifachen Weltmeisters Mika Häkkinen (32), der rennmüde geworden ist. Peter Sauber darf sich mit geschätzten 40 Millionen Franken Transfersumme trösten. Geld, das den Hinwiler allerdings nicht glücklich macht. Er hätte Kimi lieber behalten, aber ein unzufriedener Fahrer bringt ihm auch nichts. Jetzt hofft er, mit dem Spanier Fernando Alonso (Minardi) das zweite grosse Formel-1-Talent engagieren zu können. Kimis Aufstieg wurde vor einem Jahr noch für unmöglich gehalten. Dieter Mateschitz, Chef von Sauber-Sponsor Red Bull, wetterte gar: «So wird die Formel 1 zum Kindergarten.» Ganz anders heute: Die Lobeshymen auf Kimi, der die Superlizenz wegen mangelnder Erfahrung nur provisorisch für die ersten vier Rennen erhalten hatte, reissen nicht ab. Auch Ex-Formel1-Pilot Marc Surer musste seine Meinung revidieren: «Ja, ich habe mich getäuscht. Ich hätte nie geglaubt, dass Kimi so stark fährt.» Mario Casanova
Kimi: RÄIKKÖNEN
Formel 1-Kenner: Lob über Lob
■ Niki Lauda, dreifacher Ex-Weltmeister: «Dieser Junge hat das Gespür im Hintern, das auch mich früher durch die Kurven brachte.» ■ Frank Williams, Teamchef bei BMW-Williams: «Endlich kommt wieder einmal ein Pilot, der schon Rennfahrer war, als er das erste Mal als Baby aus dem Bett gefallen ist.»
DER NEUE SCHUMI ■ Mika Häkkinen, der seinen Nachfolger selbst ausgesucht hat: «Es gibt viele ehrgeizige Fahrer, aber so professionell und talentiert wie Kimi sind nur wenige.» ■ Michael Schumacher schwärmt: «Er macht keine Fehler, ist neben der Piste unauffällig. Ein netter Junge mit grossem Potenzial.»
Auch Ferrari hatte Interesse am Finnen. Doch nicht schon für nächstes Jahr. Ferraris Pech. McLaren machte jetzt das Rennen. Und was sind die Ziele von Kimi, dem grossen Schweiger, der kein Vorbild besitzt und sich am liebsten mit Freundin Hanna (19) zurückzieht, wenn er nicht auf der Renn-
strecke Gas gibt? Kimi: «Ich kam als Lehrling in die Formel 1. Erstes Ziel war, schneller als Teamkollege Nick Heidfeld zu sein. Ein weiteres Ziel ist, dass ich Weltmeister werde. Dafür lebe ich.» Mit McLaren-Mercedes ist der neue Schumi diesem Ziel einen grossen Schritt näher gekommen.
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M-Info
0848 84 0848 Haben Sie ein Anliegen, Fragen an die Migros? Rufen Sie an: 0848 84 0848 oder +41 1 444 72 85 aus dem benachbarten Ausland. Schriftliche Anfragen an: MigrosGenossenschafts-Bund, Kennwort Konsum, Ernährung oder Umwelt, Limmatstrasse 152, 8031 Zürich; E-Mail: m-infoline@migros.ch Bild: PD
Informationen aus der Migros-Gemeinschaft
W E LT T I E R TA G
Diese Organisationen und Projekte werden unterstützt: ■ KATZE Schweizer Tierschutz (STS): Projekt «Alte und schwer vermittelbare Heimtiere in Tierheimen». Damit wird beispielsweise die Aufnahme und Pflege von älteren Katzen unterstützt, die auf Grund von Tod, Krankheit oder Alter ihres Halters ein neues Zuhause brauchen. ■ HUND Stiftung für das Wohl des Hundes: Die Stiftung setzt sich für die tierschutzgerechte Hundezucht ein und kann dafür die Marke Certodog verleihen.
Die Migros hat ein
Herz für Tiere Am 4. Oktober ist Welttiertag. Und wieder können Migros-Kunden mithelfen, dass es den Heimtieren besser geht.
A
m Welttiertag erinnert man sich an Franz von Assisi, den Schutzpatron aller Tiere. Viele Tierschutzorganisationen setzen noch heute in ihrer Arbeit täglich die Philosophie des Heiligen fort und widmen sich mit grossem Engagement den Tieren. Daher unterstützt die Migros wieder
fünf ausgewählte Organisationen mit einer Geldsumme, zu deren Höhe Migros-Kunden mit ihrem Einkauf im Heimtiersortiment beitragen können.
So einfach gehts: Vom Gesamtumsatz, der in der Zeit vom 18. September bis 4. Ok-
tober im total rund 300 Produkte umfassenden Heimtiersortiment erzielt wird, zweigt die Migros ein Prozent ab und unterstützt damit Projekte und Organisationen, die sich für das Wohl der beliebtesten Heimtiere einsetzen. Mit dem Erlös werden gezielt Projekte und Organisationen unterstützt. Ob es sich nun um Futter für Teich- oder Aquariumfische handelt, Nassoder Trockenfutter für Hunde oder Katzen, Streu und Nahrung für Nager oder Vögel, Spielzeug und Körbe fürs Büsi oder schicke Leinen und Fressnäpfe für Hunde: Mit jedem verkauften Produkt steigt die Erfolgsbilanz für die Tiere. Der Erlös wird in Ausgabe 41 des «Brückenbauers» veröffentlicht. Helga Wienröder
■ NAGER Veterinär-medizinische Fakultät der Universität Zürich: Unterstützt wird eine nationale Fragebogenstudie, deren Auswertung die artgerechte Haltung von Nagern verbessern soll. ■ VÖGEL Schweizerische Vogelwarte Sempach: Die Summe wird gezielt für das Projekt Rauchschwalben verwendet, das den Rückgang dieser Vogelart untersucht und Grundlagen für ihr Überleben liefert. ■ FISCH Verein fair-fish: Unterstützt wird die Aufklärungsarbeit betreffend artgerechter Zucht, Haltung und Fütterung von Speise- und Zierfischen. Weitere Informationen www.miosphere.ch
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M-INFO
Übermorgen ist Frühlingsanfang!
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Zugegeben, so schnell gehts nicht – doch ein blumenbunter Frühling will jetzt geplant sein.
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chneeglöckchen, Krokusse, Tulpen, Narzissen und Osterglocken, im Spätherbst gepflanzt, «verschlafen» den Winter und erfreuen uns im Frühling mit einer bunten Farbenpracht. Wenn Sie sich also einen farbigen Frühling wünschen, dann ist jetzt der richtige Moment: nicht nur um davon zu träumen, sondern um die Lieblingsblumenzwiebeln in die Erde zu stecken. Zwar können Sie dies auch noch im Dezember nach-
holen, falls der Boden nicht gefroren ist. Das frühzeitige Stecken der Blumenzwiebeln bringt aber üppigere Blüten, weil die Pflanze sich in der Erde noch vor dem Winter verwurzeln und wichtige Nährstoffe aufnehmen kann. Die Auswahl an Frühlingsboten ist jetzt in den Migros-Läden und bei Do-it-&-Garden besonders gross. Achten Sie auch auf die zahlreichen, attraktiven Aktionen. Verena Zbinden Bild Dukas
G.-UND-A.-DUTTWEILER-STIFTUNG
Vom Märchen zur Realität In einer grosszügigen Geste übergaben Gottlieb und Adele Duttweiler die Migros ihren Kundinnen und Kunden, die dadurch zu Genossenschaftern und Besitzern wurden. Die Gründer wählten ausdrücklich die Form der Genossenschaft, davon zeugen die von ihnen verfassten Statuten, Thesen und Vereinbarungen. Dank diesen hat sich die Migros zur grössten Schweizer Detailhändlerin entwickelt und als Unternehmen in vielen Bereichen Pionierarbeit geleistet. Führung im Kollektiv Als überzeugter Vertreter demokratischer Verhältnisse wünschte Gottlieb Duttweiler, dass die Migros nicht von einer einzigen Person geleitet wird, sondern dass nach dem Vorbild des Bundesrates ein Kollektiv von fünf bis sieben Personen die Führungsaufgaben übernehmen soll. Dieses Erbe muss gewahrt bleiben, denn es hat sich bewährt. Es war auch Gegenstand der Vereinbarung, die 1957 zwischen dem Migros-GenossenschaftsBund (MGB) und den Genossenschaften abgeschlossen und 1984 überarbeitet wurde. Von diesem Erbe dürfen wir uns nicht einfach abwenden, hingegen kann eine Änderung der Statuten vorgeschlagen werden. Die Gründer legten die Ziele fest,
immer unter dem Blickwinkel, dass ein so diversifiziertes Unternehmen wie die Migros, das eine so beispielhafte kulturelle Aufgabe zu erfüllen hat, effizient arbeitet. Ihre Grundsätze und Hoffnungen stellten den Menschen ins Zentrum der Bemühungen. Sie waren dem sozialen Kapital verpflichtet und wollten zwischen Konsumenten und Produzenten eine Brücke schlagen. Der Erfolg krönte diese Bemühungen und den persönlichen Einsatz aller Beteiligten. Seit langem pflegt die Migros-Gruppe ein Management, das in der Realität verankert ist. So beschloss die Migros die Einführung der funktionalen und finanziellen Partizipation für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der sozialen Partizipation für die Gewerkschaften. Alle müssen ihren Aufgaben und Pflichten nachkommen, ihre Rechte wahrnehmen können und Anerkennung und Belohnung erhalten, wenn die festgelegten Ziele erreicht worden sind. Erfolge und Enttäuschungen des Unternehmens sollen auf allen Ebenen intensiv mitgelebt werden. Ein effizientes Räderwerk Die Strukturen der Migros sind eindeutig und klar. Die Statuten und Vereinbarungen lassen keinen Raum für Unbestimmtheiten. Es gibt an der Spitze der Migros keine
einzelne Person, die allein entscheidet. Die Verantwortung wird von allen übernommen – vom Mitarbeiter bis zum Direktor. Alle Entscheide werden möglichst nah an den jeweilig gegebenen Situationen getroffen – im Rahmen der Strategie und der vereinbarten Geschäftspolitik. Die Übertragungsmechanismen sind also vorhanden, nur müssen die für den Antrieb zuständigen Motoren auch effizient arbeiten. Mit dieser Struktur, die um einiges einfacher ist, als man gemeinhin annimmt, lancierte die Migros vor 25 Jahren – unter stetem Kreuzfeuer von privaten Kreisen und der öffentlichen Hand – unter anderem die Linie M-Sano. Daneben setzte die Migros ein Energiesparprogramm um, entwickelte phosphatfreie oder -arme Waschmittel, unterzeichnete bedeutende Transportverträge mit den SBB, engagierte sich für Umweltschutz und veröffentlichte Sozialbilanzen. Ein Vorbild für das Ausland Es muss allerdings eingestanden werden, dass seither andere Akteure mit einem zielgerichteteren Marketing den Bereich «Bio» besser verkaufen konnten. Nehmen wir davon Kenntnis. Doch Verbreitungswerte wie diejenigen der von uns lancierten Marken sind immer noch
der Traum von Detailhändlern auf der ganzen Welt: 47,3 Prozent der in der Schweiz verzehrten Schokolade tragen das Label Migros, 44,5 Prozent der Margarine, die in unserem Land konsumiert wird, stammt aus der Migros. Nicht zu vergessen die Joghurts, die 46,5 Prozent des entsprechenden Einzelhandelsabsatzes ausmachen (Quelle: Nielsen 2000). Zahlreiche ausländische Unternehmen haben von uns gelernt und erkannt, welche Tragweite die Ideen Gottlieb Duttweilers haben. Der Beweis: Sie setzen sie ungeniert um und haben viel Erfolg damit! Welche Schlussfolgerung ziehen wir daraus? Das Einfache pflegen, die Kosten senken und die Margen knapp kalkulieren, Qualitätsprodukte verkaufen, die wir in unseren eigenen Labors kontrollieren. Halten wir an unserem Engagement für die Kultur fest – als Ziel an sich und nicht, um uns hervorzutun. Vergessen wir nicht, dass ein Unternehmen nur durch und für die Frauen und Männer lebt, aus denen es besteht. Setzen wir uns daher mit allen Mitteln für die Entwicklung einer menschlichen und sozialen Gesellschaft ein, die im Dienste aller steht. Dies war der Wunsch der Migros-Gründer. Und diesem Wunsch wollen wir treu bleiben. DER STIFTUNGSRAT
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Modisch und bequem
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DAMEN
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omfort und Bequemlichkeit sind zentrale Bedürfnisse in jeder Hinsicht und beeinflussen die Lebensqualität erheblich. Deshalb wird die Herbstschuhkollektion von leichten, geschmeidigen Stretchmaterialien und weichem Leder dominiert. Asymmetrische Abrundungen der Schuhspitze sorgen für grosse Bewegungsfreiheit und eine gute Passform. Dezente Farbigkeit, Steppnähte und funktionale Details runden sowohl sportliche als auch klassische Outfits passend ab. Die hier abgebildeten Modelle sind nur in grösseren Migros-Filialen mit Schuhrayon erhältlich. Sylvia Mutti
HERREN
Die Modelle der Herbstkollektion zeigen es: Praktisch und modisch müssen sich nicht ausschliessen, im Gegenteil: Funktionalität und Bequemlichkeit garantieren den ganzen Tag über hohen Tagkomfort und sehen auch noch toll aus. Weiches Leder schmiegt sich den Füssen optimal an, während Wasser abweisende Materialien gegen Nässe und Kälte schützen. Sportlich geschnürte Freizeitboots mit Profilsohlen sorgen auf jedem Grund für guten Halt, während klassische Halbschuhe durch schlichtes, zeitloses Design überzeugen.
Weg mit Drückebergern: Harte Zeiten für Füsse sind passé!
Stiefel sind auch in diesem Herbst ein absolutes Muss zum modischen Outfit. Neben schlanken, eleganten Formen mit feinen, taillierten Absätzen oder eng anliegenden Boots mit seitlichem Reissverschluss sind sportliche Modelle und Reiterstiefel nicht von der Strasse wegzudenken. Sneakers, bereits im Frühling und Sommer ein Renner, sind nach wie vor stark im Trend. Passend zum Herbst dominieren Rot-, Violett-, Camel- und Brauntöne in allen Schattierungen sowie Lackmaterialien.
KINDER Wer glaubt, Kinder wüssten nicht, was sie wollen, irrt sich gewaltig! Die Kids von heute haben einen eigenen Kopf, was ihr Outfit angeht. Farbig und trendy muss es sein und zudem noch bequem. Diese Wünsche erfüllt die neue Herbstkollektion für die Kleinen problemlos. Mädchen: Ob Dunkelrot, Violett, Camel oder Schwarz, modebewusste Girls finden Sneakers und Stiefel in Stretch- und Lackmaterialien wie bei den Damen. Knaben: Robuste Freizeitboots und sportive Sneakers im Markenlook stehen bei den Boys ganz oben auf der Hitliste. Nebst Marine, Braun und Schwarz finden bei den Jungs auch modische Farben wie
Camel und Bordeaux Anklang. Nebst Leuchtelementen sorgen Farbkonstraste in Orange und Dunkelrot für einen coolen Auftritt.
C AT E R P I L L A R Das robuste Schuhwerk der Marke Caterpillar aus den USA ist bei uns längst Kult. Diese Boots mit Gummisohle garantieren sicheren Halt bei jeder Outdoorbeschäftigung. Caterpillar-Markenschuhe für Damen und Herren gibt es in der Migros für nur Fr. 149.– (Modell Colorado), für Kinder sogar ab günstigen Fr. 49.– (Modell Alaska, ab Grösse 33).
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Kluge Köpfe schützen sich … auch untenrum! Kondome werden heute so selbstverständlich eingekauft wie Joghurt oder Zahnpasta.
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ariser, Gummi, Präser, Verhüterli – der hauchdünne Latexschlauch hat viele Namen. Ebenso vielfältig wie die Bezeichnungen sind die Sorten im Migros-Angebot. Für besonders viel Spass bei der schönsten Nebensache der Welt umfasst das Cosano-Sortiment neben den «normalen» Kondomen auch farbige, genoppte und aromatisierte Varianten.
Die Nummer eins Trotz zahlreichen anderen Verhütungsmöglichkeiten bleibt das Kondom die Nummer eins in der Schweiz. In der Altersgruppe der 17–30-Jährigen benutzen 85 Prozent bei sexuellen Kontakten ausserhalb einer festen Beziehung konsequent ein Kondom. Vorbeugen mit Kondomen ist heute immer noch das einzige Mittel, um sich wirksam vor einer HIV-Infektion und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Ausserdem haben Kondome den Vorteil, dass sie zusätzlich eine ungewollte Schwangerschaft verhüten – allerdings nur, wenn sie korrekt angewendet werden.
Gütesiegel Alle Präservative, die in der Migros verkauft werden, tragen das ok.Gütesiegel des Vereins «Gütesiegel Präservativ», der eine ständige Qualitätskontrolle durch die Eidgenössische Materialprüfungsund Forschungsanstalt (EMPA) garantiert. Die Kondome werden
nach strengen Kriterien regelmässig auf deren Reissfestigkeit und Durchlässigkeit getestet, sodass bei korrekter Anwendung maximaler Schutz gewährleistet ist. Sylvia Mutti ■ Wer mehr über Geschichte, Herstellung und Anwendung von Kondomen lesen möchte, liest www.cosano.com Informationen rund um Aids sind zu finden unter www.aidsnet.ch
Sich verantwortungsvoll selber schützen ist wichtig – auch bei der schönsten Nebensache der Welt. Bild Dukas
Die Migros hats: Kondome in allen Varianten.
Bild Maja Burkhard
ZU BEACHTEN ■ Verpackung nie mit den Zähnen oder spitzigen Fingernägeln öffnen. ■ Nur wasserlösliche Gleitmittel benutzen. Auf keinen Fall ölhaltige Substanzen wie Babyöl oder Vaseline verwenden. Sie können Kondome porös machen. ■ Für jeden Geschlechtsverkehr ein neues Kondom benutzen.
SCHUTZ FÜR BEIDE
Safer Sex – auch beim ersten Mal Schmetterlinge im Bauch und das Gefühl den oder die Richtige für die Nacht der Nächte getroffen zu haben? Damit dem ersten Mal keine unangenehmen schlaflosen Nächte folgen, solltest du einige Punkte vorher bedenken: Für Girls: Es ist dein gutes Recht, auf der Verwendung eines Kondoms zu bestehen. Dies hat nichts mit Misstrauen oder geringer Liebe zu deinem Partner zu tun, im Gegenteil: Es zeugt von Reife und Verantwortung, sich vor einer Schwangerschaft und vor allem auch vor Aids zu schützen. Für Boys: Auch bei Kondomen gilt: Es ist kein Meister vom Himmel gefallen. Da gibt es nur eins: üben. Falls es im Ernstfall trotzdem nicht ganz klappen sollte, nicht verzweifeln, du bist ja nicht allein. Die Verantwortung für Verhütung liegt immer bei beiden Partnern. Nur wer über seine Bedenken redet und die Wünsche des anderen akzeptiert, schafft eine Basis für eine entspannte, vertrauensvolle Atmosphäre.
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Echt kussecht! Es gibt ihn doch, den kussechten Lippenstift, der hält, was er verspricht – acht Stunden Farbe und gepflegtes Aussehen.
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ank eines speziell entwickelten Zwei-PhasenSystems verleiht der neue Cover-Girl-Outlast-Lippenstift während Stunden ein strahlendes Lächeln und spendet den Lippen zugleich sanfte Pflege. Outlast besteht aus einem Lippenstift, der für lang anhaftende Farbe sorgt und einem Topcoat, der die Lippen mit Feuchtigkeit versorgt und die Haftfestigkeit des Lippenstifts unterstützt.
Auftragen Das Auftragen geschieht in zwei Schritten: Zunächst wird die Farbe mit dem Pinsel dünn und gleichmässig auf den Lippen verteilt, danach muss sie mindestens eine Minute lang trocknen. Sechzig Sekunden Wartezeit – und das Nachschminken kann für den ganzen Tag vergessen werden. In einem zweiten Schritt wird der pflegende
Topcoat aufgetragen, der für mehr Feuchtigkeit oder Glanz beliebig oft verwendet werden kann. Outlast ist Öl und Wasser abweisend, was bedeutet, dass weder das herzliche Hineinbeissen in einen Apfel, weder Getränke noch Speisen die Farbe beeinträchtigen können. Auch Spuren auf Gläsern, dem Hemdkragen oder der Wange des Liebsten gehören ab sofort der Vergangenheit an. Mit einem ölhaltigen AugenMake-up-Entferner, Babyöl oder Vaseline lässt sich der Outlast-Lippenstift problemlos wieder entfernen. Der Lippenstift und der Topcoat werden als Set in einer Box zum Preis von Fr. 17.30 angeboten. Die Verpackung enthält eine genaue Bedienungsanleitung. Cover-Girl-Outlast-Lippenstift ist in sechs verführerischenFarben ab sofort exklusiv bei der Migros erhältlich. Sylvia Mutti
Auch die amerikanischen Sängerinnen Brandy und Faith Hill finden Outlast-Lippenstift super. Bild PD
KURZ INFORMIERT
5-KornFlockenmehl Mangels Nachfrage wird das 5-Korn-Flockenmehl inskünftig nicht mehr im Migros-Sortiment zu finden sein. Als Ersatz ist jedoch ab sofort in allen grösseren Filialen ein Roggenmischmehl erhältlich. Beim Roggenmischmehl handelt es sich nicht mehr um ein Vollkorn-, sondern um ein Ruchmehl. Auf vielseitigen Kundenwunsch führen wir gleichzeitig ein Urdinkelmehl ein. Es eignet sich vorzüglich zum Backen, aber auch selbst gemachte, schmackhafte Teigwaren gelingen mit Dinkel. Dadurch wird unser Mehlsortiment um eine weitere Spezialität erweitert.
MICASA
Home, sweet home 2002
DAS WOHNBUCH Da kommen die neuen Ideen her.
Wohnen ist Ausdruck eines individuellen Lebensstils. Dementsprechend enthält das neue Micasa-
Wohnbuch auf 380 Seiten alles, um das Heim nach den persönlichen Bedürfnissen und Wünschen noch bequemer und schöner zu gestalten. Ob modern, zeitlos oder klassisch – für jeden Geschmack findet sich das passende Design: Dem natürlichen Wohnen mit möglichst wenig synthetischen Materialien wird bei Micasa in allen Bereichen und in jeder Beziehung viel Raum zugestanden. Der natürliche Rohstoff Holz, Farben und klassische Formen sorgen für ein angenehm behagliches Wohngefühl. «Natürliches Wohnen» nennt Micasa die entsprechende Möbel-Linie. Für junge Leute, die noch nicht wissen, wie und wo sie in einigen Jahren wohnen werden, bietet die Li-
nie «Young economy» funktionale und flexible Einrichtungen, auch für das kleine Budget. Die Möbel der Linie «Designer» dagegen stehen für die untrennbare, zeitlose Verbindung zwischen Form und Funktion, ausgeführt in hochwertigen Materialien. Nicht nur Möbel, auch eine Fülle von Accessoires, wie Lampen, Vorhänge, Vasen, Kissen, Textilien, Bilder oder Bodenbeläge, verhilft zu einem individuellen Stil, zu dezenter Wohnlichkeit in den eigenen vier Wänden. Falls Sie das neue Wohnbuch nicht in Ihrem Briefkasten finden, erhalten Sie es jetzt gratis in jeder Micasa-Filiale. Oder bestellen Sie es unter Tel. 0900 57 07 77 oder www.micasa.ch. S.M.
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Brückenbauer 38, 18. September 2001
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REZEPT
Kürbis-Party-Brot Auch ohne Party ein Mega-Hit.
Z U TAT E N CA. 12 PORTIONEN 100 g
Kürbispüree aus ca. 150 g Kürbis
25 g
Kürbiskerne
0,5 dl
Milch
v
Hefewürfel, 21 g
500 g
Bio-Bauernmehl
2
Teelöffel Salz
ca. 2 dl Wasser 50 g
Speckwürfelchen
25 g
Baumnusskerne
Den aufgegangenen Teig halbieren. Die eine Hälfte mit Speckwürfelchen, die andere mit den Baumnüssen verkneten. In je sechs Portionen teilen und zu kleinen Brötchen formen. Auf einem mit Backpapier belegten Blech arrangieren (siehe kleines Bild rechts). Oberfläche mit Wasser besprengen und mit den restlichen Kürbiskernen bestreuen. Wenig Knöpflimehl in ein Sieb geben und darüber stäuben. Nochmals 15 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 250 Grad vorheizen.
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Suppenkreation aus Kürbisresten
Hefeteigbrötchen und -brote gehen auch über Nacht im Kühlschrank auf und können am nächsten Tag gebacken werden.
Für 4–5 Personen: Eine Zwiebel in zwei Esslöffel Kürbiskernöl dünsten. 600 g Kürbiswürfel und ein Esslöffel mildes Currypulver zufügen und mitdünsten. Mit einem dl Apfelwein ablöschen und mit sieben dl Gemüsebouillon aufgiessen. Zugedeckt weich kochen und dann pürieren. Wenn nötig mit Wasser verdünnen. Mit Salz, Pfeffer und wenig Koriander abschmecken. Nach Belieben einen dl Sauerrahm in die Suppe rühren.
Das Blech in die untere Ofenhälfte einschieben, die Temperatur auf 200 Grad reduzieren und das Brot zirka 50 Minuten backen.
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Hefeteig «geht» auch über Nacht
Knöpflimehl zum Bestäuben
Die Kürbis-Brötchen und auch andere Brote mit Hefe können Sie wunderbar schon am Vortag vorbereiten. Das Brot fertig formen und über Nacht mit einem feuchten Tuch bedeckt kühl stellen. Eine Stunde vor dem Backen mit Wasser besprengen, nach Belieben mit Kürbiskernen bestreuen, mit Mehl bestäuben und nochmals 50 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Dann nach Rezept backen.
1 2
Die Kürbiskerne in einer Bratpfanne ohne Fett rösten. Die Hälfte davon fein hacken. Die Milch handwarm erwärmen und die Hefe darin auflösen. Mehl, Salz und fein gehackte Kürbiskerne in eine grosse Schüssel geben. Eine Mulde eindrücken. Hefemilch und Kürbispüree hineingeben. Mit so viel Wasser zu einem Teig verarbeiten, dass dieser glatt und geschmeidig ist. Mit einem feuchten Tuch bedeckt an einem warmen Ort während zwei Stunden um das Doppelte gehen lassen. Die Speckwürfelchen ohne Fett knusprig braten. Auf mehreren Lagen Haushaltpapier abtropfen. Baumnüsse grob hacken und ohne Fett rösten.
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Hilfreiche Hefe Hefe lässt aus einem kompakten Teigkloss ein luftiges Brot werden. Schuld an diesem Alltagswunder ist der Hefepilz, der Zucker zu Alkohol und schliesslich zu Kohlendioxid abbaut. Letzteres lässt den Teig wachsen, luftig und leicht werden. Frische Hefe in Würfeln zu 42 g ist im Kühlschrank begrenzt haltbar. Sie nimmt in der Wirkung kontinuierlich ab; an den Rändern angetrocknete und braun verfärbte Hefe sollte deshalb nicht mehr verwendet werden. Besonders für den Vorrat geeignet ist Trockenhefe. Ein Beutel à 7 g entspricht der Hälfte eines Frischhefewürfels und reicht für 500 g Mehl. Frisch- oder Trockenhefe wird in Wasser oder Milch aufgelöst und sollte bei der Verarbeitung nicht über 35 Grad erwärmt werden, da der Hefepilz dann nicht mehr aktiv ist und das Gebäck nicht mehr aufgehen kann.
Bilder Fotostudio Grünert, Rezept Barbara Rüfenacht, Text Verena Zbinden
Das Kürbispüree je nach Wassergehalt des Kürbisses noch etwas einkochen, bis es musartig dick ist. 100 g abmessen.
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Brückenbauer 38, 11. September 2001
GESUNDHEIT
Das grosse
Vergessen
Ex-US-Präsident Ronald Reagan leidet an Alzheimer, wie viele tausend andere Menschen. Tipps für Betroffene und deren Angehörige.
I
n der Schweiz leiden rund 85 000 Menschen an einer unaufhaltsam fortschreitenden Hirnleistungsschwäche. Die häufigste Form: Die Alzheimersche Krankheit. «Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto schneller kann man Alzheimer wirksam behandeln», erklärt Doris Ermini-Fünfschilling von der Memory Clinic in Basel. ■ Deshalb ist die Früherkennung der Demenz (de mens = entgeistigt) dieses Jahr das Thema des Welt-Alzheimertags vom 21. September.
Das müssen Sie wissen ■ Normale Altersbeschwerden: Vergesslichkeit gehört zum Altern. Wenn man Telefonnummern vergisst, ist das noch kein Grund zur Besorgnis. Erst wenn man sich an wichtige Ereignisse und Fakten nicht mehr erinnert, besteht Grund zur Beunruhigung. ■ Sorgfältige Untersuchung: Demenz kann viele Ursachen haben. Für die richtige Behandlung braucht es deshalb eine genaue Diagnose. Wer unter massivenSymptomen (siehe Kasten «Symp-
SYMPTOME Merkmale für eine beginnende Demenz sind: ■ Zeitliche und örtliche Orientierungsschwierigkeiten ■ Gedächtnisprobleme ■ Persönlichkeitsveränderung (wie beispielsweise Interesselosigkeit) ■ Störungen bei der Wortfindung ■ Schwierigkeiten, den Alltag zu meistern. ■ Schwierigkeiten beim Erkennen von Gesichtern und Gegenständen.
Taucht ab in die Düsternis des Vergessens: Ex-US-Präsident Ronald Reagan. Bild Key-online
tome») leidet, sollte seinen Hausarzt aufsuchen. Wenn der Arzt keine andere Erklärung, wie Infektionen, für die Gedächtnisstörungen findet, veranlasst er spezifischere Abklärungen und überweist den Patienten zum Beispiel in eine Memoryklinik. Dort machen Spezialisten genauere Untersuchungen, und sie bieten im Weiteren auch Gedächtnistherapien an. ■ Medikamente im frühen Stadium: Die Alzheimer-Krankheit ist zwar immer noch unheilbar. Aber Medikamente und Therapien können die Krankheit verzögern. So genannte Cholinesterase-Hemmer stabilisieren die geistige Leistungsfähigkeit des Gehirns – allerdings nur für rund ein Jahr und nur bei Patienten, bei denen die Krankheit noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. «Gezieltes Gedächtnistraining hilft zudem, das
bisher Erlernte zu behalten und den Alltag zu meistern», erklärt Doris Ermini-Fünfschilling. ■ Impfstoff wird geprüft: An den Universitäten Zürich und Genf wird ein Impfstoff an AlzheimerPatienten getestet. Bei Alzheimer werdendieNervenzellenimGehirn durch so genannte Amyloid-Peptid-Ablagerungen zerstört. Der neue Impfstoff soll die Ablagerun-
gen auflösen. «Bei Mäusen hat der Impfstoff gewirkt», sagt Christoph Hock, Leiter der klinischen Studie anderUniversitätZürich.Wiewirksam der Impfstoff bei den Alzheimer-Patienten ist, wird jetzt untersucht. Denise Battaglia
Weitere Informationen unter: www.alz.ch
HILFE FÜR BETROFFENE Die 18 kantonalen Sektionen der schweizerischen Alzheimervereinigung (ALZ), Memory-Kliniken und andere Organisationen betreiben Beratungsstellen und bieten Dienstleistungen wie Gedächtnistraining, Begleitdienste oder Seminare für Angehörige an. ■ Adresse: Schweiz. Alzheimervereinigung, 8, Rue des pêcheurs, 1400 Yverdon, Telefon 024 - 426 20 00.
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Brückenbauer 38, 18. September 2001
JOBS
Zoff mit dem Chef? Lehranfang – und schon gibts Ärger. Eine neue Broschüre gibt nützliche Tipps für Lehrlinge.
K
athrin ist stolz: Sie hat endlich einen Lehrvertrag in der Tasche. Gleich nach den Sommerferien trat die 17-Jährige ihre KV-Stifti in einer Sanitärbude an. Eigentlich fühlt sie sich wohl in der Lehre: «Der Betrieb ist sehr familiär. Alle machen alles», bemerkt sie.
Kein «Mädchen für alles» Doch der Lehrmeister nimmt das familiäre Betriebsklima ein bisschen zu wörtlich. Von Kathrin verlangt er regelmässig, dass sie während der Arbeitszeit auf die beiden Kinder des Patron-Ehepaars aufpasst – ein klarer Verstoss gegen die Lehrlingsrechte. Kinder hüten gehört natürlich nicht zum Ausbildungsprogramm einer Bürolehre. «Lehrmeister dürfen von Gesetzes wegen die Auszubildenden nicht zu Arbeiten beiziehen, die nichts mit dem Beruf zu tun haben», betont Mario Antonelli, Leiter Jugend beim Schweizerischen Kaufmännischen Verband (SKV).
Besser informieren Nur allzu oft sind Lehrlinge über ihre Rechte und Pflichten schlecht informiert. Deshalb hat der SKV eine neue Broschüre herausgegeben. Das 20-seitige Heft umfasst praktisch alle Themen, die in der Lehre für Zoff zwischen Lehrling und Vorgesetzten sorgen können. Das fängt schon beim Abschluss des Lehrvertrags an. ■ Es gilt, was abgemacht ist. Was zwingend im Lehrvertrag stehen muss, sind die Dauer der Lehre, die Arbeitszeiten, Ferien und Feiertage, Regelungen bei Krankheit und Unfall und selbstverständlich der Lohn. Zum Vertrag gehört auch ein verbindliches Ausbildungsprogramm. Dieses hält für die ganze Dauer der Lehre fest, was der Lehrling wann lernt. ■ Auftreten und Pünktlichkeit. Zu den Pflichten des Lehrlings gehört es, dass er sich an die vereinbarten
Arbeitszeiten hält und pünktlich an seinem Arbeitsort eintrifft. Gelten im Betrieb Kleidervorschriften, muss sich auch der Lehrling daran halten: «Hat der Lehrling Kundenkontakt, kann er normalerweise nicht mit grünen Haaren erscheinen», sagt Mario Antonelli. ■ Spannungsfeld Schule - Betrieb. Lehrlinge müssen regelmässig die Schulbank drücken. Bei Lernproblemen in einzelnen Fächern darf man während der Arbeitszeit Stützkurse besuchen. Über eine vereinbarte Periode muss einem der Arbeitgeber dafür einen halben Tag pro Woche zugestehen – ohne Lohnkürzung.
■ Und nach der Lehre? Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Lehrling spätestens drei Monate vor Abschluss der Stifti zu sagen, ob er ihn nach Abschluss der Lehre weiter beschäftigen will. Leo Hauser
Lehrmeister dürfen Lehrlinge nicht zu Arbeiten beiziehen, die nichts mit dem Beruf zu tun haben. Bild Dukas/action press
TIPPS FÜR STIFTE Die Broschüre «Deine Rechte in der Lehre» beschreibt leicht verständlich die Rechte des Lehrlings in verschiedenen Standardsituationen. Die Broschüre gibts gratis beim Schweizerischen Kaufmännischen Verband, Postfach 687, 8027 Zürich.
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Illustration Andrea Caprez
Brückenbauer 38, 18. September 2001
Zahlen für die Eltern?
Wenn für die Pflegeheimkosten Fürsorgegelder beansprucht werden, können Kinder zur finanziellen Unterstützung herangezogen werden.
P
aul und Patrizia* erhielten dieser Tage überraschend Post von der Wohngemeinde ihres Vater. In diesem Schreiben werden sie aufgefordert, Auskunft über ihr Einkommen und Vermögen zu geben. Grund: Ihr 81-jähriger Vater wurde im letzten Jahr von der Fürsorge mit 42 000 Franken unterstützt. Jetzt will die Gemeinde prüfen, ob dieser Betrag durch nahe Verwandte rückerstattet und inskünftig übernommen werden muss.
* Die Namen sind erfunden und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen nicht beabsichtigt.
Wer wann zahlen muss, erklärt Rechtsanwalt George Weber im Interview. «Brückenbauer»: In welchen Fällen ist Verwandtenunterstützung obligatorisch? Was sagt das Gesetz genau?
George Weber: Gemäss Art. 328 Zivilgesetzbuch sind Verwandte in gerader Linie, Kinder, Eltern und Grosseltern verpflichtet, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn sie ohne diesen finanziellen Beistand in Not geraten würden. Voraussetzung ist, dass die Unterstützungspflichtigen in wirklich «günstigen finanziellen Verhältnissen»
leben. Vorbehalten bleibt die Unterhaltspflicht des Ehegatten und von Eltern gegenüber auszubildenden Kindern. Ist die Unterstützung in auf- und absteigender Linie obligatorisch? Müssen also einerseits Kinder ihre Eltern und andererseits auch Eltern ihre Kinder unterstützen?
Nicht nur Eltern und Kinder sind gegenseitig unterstützungspflichtig, sondern auch Grosseltern gegenüber Enkeln und umgekehrt in der Reihenfolge ihrer Erbberechtigung. Also zuerst die Kinder gegenüber den Eltern, dann die Enkel gegenüber den Grosseltern.
Nicht mehr aber Geschwister untereinander. Verwandtenunterstützung muss man gemäss Gesetz leisten, wenn man in «günstigen Verhältnissen» lebt. Wie sind die definiert?
Bis anhin gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte, sondern lediglich Empfehlungen, unverbindliche Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für öffentliche Sozialhilfe (www.skos.ch). Die kantonalen Sozialdirektoren empfehlen Kanton und Gemeinden diese verhältnismässig tiefen Ansätze. Demzufolge sollte eine Verwandtenunterstützung schon
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RECHT
«Die RECHTSUNSICHERHEIT bleibt bestehen» geprüft werden, wenn allein Stehende 60 000 Franken und Verheiratete 80 000 Franken jährlich verdienen. Ferner sollen bescheidene Vermögen (bei Verheirateten bis 150 000 Franken) nicht einbezogen werden. Die Gerichtspraxis zeigt bisher jedoch ein anderes Bild.
erzielen. Ansonsten muss die Gemeinde vor einem ordentlichen Gericht klagen. Kantonale Urteile können bis vor Bundesgericht gezogen werden.
Wer setzt die Höhe der Beträge fest? Gibt es Rekursmöglichkeiten?
Solange oberste Gerichte dazu keine klärenden Urteile fällen können, bleibt eine Rechtsunsicherheit bestehen. Ich gehe aber davon aus, dass sich zu Lebzeiten niemand eine Belastung des selbst bewohnten Einfamilienhauses oder eine Einschränkung der gewohnten Lebensführung gefallen lassen muss. Bei bisherigen Gerichtsentscheiden war bei den pflichtigen Verwandten relativ viel flüssiges
Die Fürsorgebehörde, welche die Unterstützungsleistungen bereits erbracht hat, nimmt erste Abklärungen vor. Wenn die Gemeinde Einkommen und Vermögen pflichtiger Verwandter für hoch genug erachtet, versucht sie in einer schriftlichen Vereinbarung eine einvernehmliche Lösung zu
Hat man ein Recht auf ein gewisses Vermögen, das man nicht für die Verwandtenunterstützung einsetzen muss?
Vermögen (grössere sechsstellige Summen) und/oder mehrere Liegenschaften vorhanden. Wo gibt es Rechtshilfe, wenn man zur Zahlung verpflichtet werden könnte und nicht weiss, wie man sich dagegen wehren soll?
Bereits bevor eine Gemeinde mit Vorabklärungen beginnt, empfiehlt es sich, rechtlichen Beistand zu suchen, um im Vorfeld noch etwelche Weichen stellen zu können. Solche Sachverhalte zwischen Erb-, Unterhalts- und Fürsorgerecht sind oft ziemlich komplex. Die kompetentesten Anlaufstellen dürften der Verband Schweizerischer Erbschaftsberatungsstellen (SEB) oder die kantonalen Anwaltsverbände sein.
GUT ZU WISSEN ■ Kompetente Auskunft über
erbrechtliche Angelegenheiten erteilt der Verband Schweizerischer Erbschaftsberatungsstellen (SEB). Während der Bürozeiten kostenlose Erstberatung über Telefon 0848 84 64 84 oder www.erbberatung.ch ■ Zum Thema Verwandtenunterstützung ist ein aktuelles Bundesgerichtsurteil («Urteil 5C. 209/1999») unter der Rubrik «Urteile ab 2000» im Internet: www.bger.ch ■ Wem AHV und IV nicht reichen, der hat ein Recht auf Ergänzungsleistungen bis zur Deckung der minimalen Lebenskosten. Bei Pflegebedürftigkeit kann unter Umständen auch mit einer Hilfslosenentschädigung gerechnet werden. Auskunft erteilt die örtliche AHV-Zweigstelle.
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AUTO
Renault Clio 2.0 16V:
Flotter Franzose
AUTO-NEWS
Toyota: Klassiker
Drei Jahre nach der Neuauflage verpasst Renault seinem Kleinwagenstar erneut ein Facelifting. Ab Januar 2002 kommt die neunte Corolla-Version. Neben Drei- und Fünftürer gibts ihn auch als Kombi und Kompaktvan Verso. Unter der Haube stecken bei allen Modellen wahlweise vier Benziner (97, 110, 135 und 192 PS) oder ein Common-Rail-Diesel (111 PS). Die Preise sind noch nicht bekannt.
Bilder PD
Fiat: Italo-Golf
D
ie Sportversionen des Clio haben in der Schweiz Tradition. Allen voran der legendäre Clio Williams. Als 1998 die Neuauflage anrollte, schienen die Fans enttäuscht. Schnell war er zwar immer noch, doch mit umfassender Ausstattung längst nicht mehr so kompromisslos. Der neue Clio 2.0 16V ist jetzt noch etwas kultivierter, doch bietet er eine Menge anderer Qualitäten. ■ Karosserie: Dezente Änderungen an der Frontpartie: Grössere Scheinwerfer unter Klarglas, ein zweiteiliger Kühlergrill mit markantem Renault-Rhombus und ein bulliger Spoiler geben dem Clio ein neues Gesicht. Hinten gibt es neue Leuchten und ein Markenemblem als Kofferraumöffner. ■ Innenraum: Das Armaturenbrett wurde komplett neu gestylt. Schon auf den ersten Blick fällt die verbesserte Qualität auf. Hochwertige Materialien und mit Softlack überzogene Kunststoffoberflächen sorgen für eine deutlich feinere Anmutung. Am Platzangebot hat sich sowohl für die Passagiere als auch fürs Gepäck nichts verändert. ■ Motor/Antrieb: Die Eckdaten des Zweiliters bleiben gleich. Es
wurde nur punkto fülligere Drehmomentkurve bei tiefen Drehzahlen optimiert. Es gibt keinen «Knall» mehr wie beim Williams. Untermalt wird die Beschleunigungsphase aber von aggressivem Auspuffsound. ■ Fahrwerk: Auch bei der Abstimmung sind die Franzosen mehr Kompromisse eingegangen. Zwar umrundet er Kurven immer noch wie auf Schienen, doch fehlt die letzte Härte. Dafür bietet er nun
angenehmen Fahrkomfort auch auf längeren Streckenabschnitten. ■ «Brückenbauer»-Urteil: Der neue Clio16VkannSportfansnichtmehr ganz befriedigen, doch für die grosse Masse sportlich ambitionierter Autofahrer bietet er sehr viel, und das zu einem Preis, der kaum zu unterbieten ist. Mario Borri Nähere Informationen www.renault.ch
Der Nachfolger der erfolgreichen Fiat-Modelle Bravo/Brava kommt im November in die Schweiz. Lieferbar ist der Golfkonkurrent als 4,18 m langer Dreitürer und als 4,25 m langer Fünftürer in drei Ausstattungsvarianten. Für die Sicherheit der Insassen sorgen acht Airbags. Den Antrieb übernehmen Benzin- und Dieselmotoren mit 80 bis 170 PS. Die Preise: rund 21 000 bis 35 000 Franken.
Ford: Erwachsen
STECKBRIEF Motor/Antrieb: 4 Zylinder, Hubraum 1998 cm3, Leistung 192 PS, max. Drehmoment 200 Nm bei 5400/min, Vorderradantrieb, manuelles Fünfganggetriebe. Karosserie: 3 Türen, 5 Plätze, Länge 378 cm, Breite 164 cm, Höhe 142 cm, Radstand 247 cm, Kofferraumvolumen 255 bis 1035 Liter. Leergewicht 1135 kg. Fahrleistungen*: 0 bis 100 km/h in 7,3 s. Höchstgeschwindigkeit 220 km/h, Durchschnittsverbrauch im Test: 8,3 l/100km. Preis: ab Fr. 29 500.–. Serienmässige Ausstattung: Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags, ABS, Klimaautomatik, Bordcomputer, Ledersitze, Regensensor, Lichtsensor, Xenonlicht. *Werksangaben
New-Edge-Design auch beim neuen Fiesta. Der 3,91 m lange und hoch gebaute Kleinwagen soll fünf Personen samt Gepäck Platz bieten. Der Clou im Innenraum: intelligente Airbags, die sich je nach Crashstärke hart oder sanft entfalten. Für den Vortrieb sorgen moderne Benzin- und Dieselmotoren mit 68 bis 100 PS. Anfang 2002 ist Markteinführung. Die Preise sind noch nicht bekannt.
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KREUZ & QUER
Beim grossen conTAKT’01Fest steigen Ballone zum Himmel.
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er frühherbstliche Himmel war mit bunten Ballonen gesprenkelt. Jeder trug an einer Schnur ein Säcklein mit Lindensamen, die vielleicht an fernen Orten keimen werden. Schöner kann man die Erlebnisse von Flüchtlingen und Auswanderern nicht symbolisieren: Auch sie müssen in einer neuen Heimat Wurzeln schlagen. Beim Eröffnungsfest der Initiative conTKAT’01 des Migros-Kulturprozents begann der Flug der Ballone. Während der Feier beim Museum Rietberg in Zürich gab es Infos zu Integrationsprojekten von Bund, Kantonen und Kulturprozent. Ausserdem stellten sich Gruppen vor, die das Kulturprozent mit dem Förderpreis conTAKT’01 ausgezeichnet hat. Diese Gruppen zün-
Ballone der Hoffnung Die Initiative conTAKT’01 bringt Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen. den im September in verschiedenen Schweizer Regionen ein Feuerwerk an Ideen und Veranstaltungen. So führt etwa die Internationale Frauengruppe Zug in Steinhausen und Baar Neuankömmlinge durch
die Gemeinde und erklärt ihnen die Institutionen. In Chur finden unter anderem eine Fotoausstellung zur Migration und ein Gottesdienst für Menschen aus verschiedenen Kulturen statt.
Bild Dominic Büttner
INFOS Informationen im Internet unter www.contakt.ch Den Veranstaltungskalender kann man über Telefon 01 - 277 21 78 oder per Fax 01 - 277 32 57 bestellen. conTAKT ist eine Initiative des Migros-Kulturprozents.
Im kommenden Frühling wird dann der Förderpreis conTAKT’03 für neue Projekte ausgeschrieben. Der Flug der Hoffnung geht also weiter. Michael West
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IHRE MEINUNG
Wie eine Zitrone? ■ BB 36: Strassenzoll in den Städten – sollen die Autofahrer ausgepresst werden?
Montage René Feller/Bilder Dukas, Prisma
Strassenzölle sind eine gute Idee, die im Ausland schon lange bestens funktioniert. Es macht keinen Sinn, immer mehr Autobahnen durch die Städte zu bauen. Sobald sie in Betrieb sind, werden sie zu den Stosszeiten schon wieder verstopft – wie man das zum Beispiel in Los Angeles oder Bangkok erfahren kann. Es gibt nur eine vernünftige Lösung: Wer in den Stosszeiten mit dem PW in die Stadt fahren will, soll bezahlen. Roland Heinzer, 8500 Frauenfeld
■ Es würde wohl einen enormen
Aufwand verursachen, täglich Strassenzölle zu erheben. In einer ersten Phase schlage ich daher vor, dass man am Samstag Strassenzoll verlangt. An diesem Tag werden ja die meisten Einkäufe getätigt. So wird sich mancher zweimal überlegen, ob er nicht doch mit einem öffentlichen Verkehrsmittel einkaufen geht. Die Schweiz verfügt ja über ein hervorragendes Netz öffentlicher Verbindungen. Unsere einzigartigen Städte und ihre Bewohner haben es verdient, mehr Ruhe zu haben. Die Zölle sollten der Kulturerhaltung, Kinderspielplätzen, Velowegen sowie der Tourismus- und Wirtschaftsförderung zu Gute kommen. Raphael Wellig, 3008 Bern ■ Angesichts aller Kosten, die ein Auto verursacht, kann man es wohl nicht mit einer ausgepressten Zitrone vergleichen. Man denke an Gebäudeschäden und Gesundheitskosten. Zur Einführung von Strassenzöllen kann ich als Vater eines Kleinkindes und Stadtbewohner (ohne Auto) nur Ja sagen. Pascal Gressly, 8038 Zürich
auf Mädchen ausgerichtet?
Guggenbühl vertritt, habe ich zu wenig beachtet. Christine Peter, 8133 Esslingen
weniger nötig, sich als «böser Bube» in Szene zu setzen. Eveline Solenthaler, 9465 Salez
Buben wie auch Mädchen haben das Nachsehen. Besonders bei den handwerklichen Schulfächern ist die Gleichschaltung der Geschlechter eine unsinnige Zwängerei und nicht kindgerecht. Lehrkräfte und Kinder leiden gleichermassen unter diesem Prinzip. Diese Stunden sollten unbedingt wieder als Wahlpflichtfach für Buben und Mädchen angeboten werden. Die Ideologen des koeduzierten Unterrichts sollten einsehen, dass diese Theorie ein Murks ist. Emilio Mühlemann, 8493 Saland
■ Ich denke, dass die Schule zu wenig kindgerecht ist, weil der Unterricht häufig bewegungsarm gestaltet wird und die Inhalte zum grössten Teil fremdbestimmt sind. Man versucht die Welt (oder einen Abklatsch davon) in die Schulstube zu holen, statt mit den Kindern in die Welt hinauszugehen. (…) Der richtige Unterricht wäre auch eine Bühne, auf der sich entsprechend veranlagte Kinder als Fachleute, Organisatoren oder Kommunikatoren positiv «inszenieren» könnten. Sie hätten es dann vielleicht
Armee der Zukunft
Buben im Nachteil? ■ BB 37: Ist die Schule zu stark
war Handarbeitslehrerin und habe die Einführung der Koedukation in meinem Unterrichtsfach hautnah miterlebt. Schon damals hatte ich die gleichen Zweifel, wie sie Allan Guggenbühl jetzt als Fakten anführt. Doch damals wurden kritische Stimmen als hinterwäldlerisch abgetan. Allerdings habe ich die Einführung der Koedukation vor allem als Einschränkung der Mädchen betrachtet. Die Sicht der Knaben, wie sie Allan
■ BB 37: Dem Schweizer Militär
läuft der Nachwuchs davon
Was wir heute brauchen, ist eine kleine, aber schlagkräftige Berufsarmee, die in Friedenszeiten auch Polizeiaufgaben übernimmt. Es ist wie im Sport: Profis sind Amateuren immer überlegen. Leute, die keinen Sport treiben und in die Rekrutenschule kommen, sind rein physisch einfach überfordert. Eugen Fink, 4058 Basel
■ Ich
LESERBRIEFE Die Redaktion behält sich vor, Briefe gekürzt abzudrucken. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. Bitte Wohnadresse und Telefonnummer auch in E-Mails erwähnen. Unsere Adresse: Redaktion «Brückenbauer», Leserbriefe, Postfach 1751, 8031 Zürich. E-Mail: bb@migros.ch
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FILMNEWS
FILMNEWS
Frauen aufgepasst: Der Filmherbst wird heiss! Vier schöne Helden werben im Kino um die Gunst der Zuschauerinnen.
Da wird jedes Burgfräulein schwach: Heath Ledger als edler Ritter. Bild Buena Vista International
Traummänner
H E AT H L E D G E R Das australische Kraftpaket mit der blonden Löwenmähne ist im Moment der begehrteste Jungstar. Im witzigen Mittelalterfilm «A Knight’s Tale» spielt er William, einen Mann aus einfachen Verhältnissen, der gern ein Ritter wäre. In einer Rüstung und mit einem falschen Adelstitel nimmt er an noblen Turnieren teil. Um das Edelfräulein Jocelyn (Shannyn Sossamon) zu beeindrucken, gewinnt er zahllose Lanzenduelle.
Da errötet das Herbstlaub: Keanu Reeves steigt mit Charlize Theron ins Bett. Bild Frenetic Films
Da brodelt das Badewasser: Antonio Banderas und Angelina Jolie tauchen unter. Bild Rialto Film AG
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enn die Bäume das Laub verlieren, entblättern sich auch die Filmhelden. Antonio Banderas steigt mit Angelina Jolie in die Badewanne. Da brodelt nicht nur das Badewasser, auch die Gefühle kommen ins Kochen. Dabei ist der Latin Lover Banderas nur einer der schönen Stars, die in diesem Herbst die Zuschauerinnen umwerben.FürjedenGeschmackist einer dabei – ob blond oder schwarzhaarig, ob edler Ritter oder Zukunftsheld. Wir stellen ihnen die schönenTraummännerdieserKinosaison vor. Michael West
ANTONIO BANDERAS Er ist der Inbegriff des Latin Lovers. Der Hollywood-Spanier Antonio Banderas lässt auch in seinem neusten Film «Original Sin» die Herzen höher schlagen. Er mimt den schönen Plantagenbesitzer Luis, der im Kuba der Jahrhundertwende viel Macht, aber keine Frau hat. Bis er mit der geheimnisvollen und gefährlichen Amerikanerin Julia (Angelina Jolie) anbandelt. In Amerika durfte der feurige Film nur gekürzt gezeigt werden.
KEANU REEVES
J U D E L AW
In «Sweet November» mimt der unwiderstehliche Schönling Keanu Reeves einen smarten Yuppie. Als hoch bezahlter Werbemann hat er nur Augen für seine TV-Spots und Plakate, nur Ohren für sein pausenlos piepsendes Handy. Bis er sich unsterblich in Sara (Charlize Theron) verliebt. Für seine Angebetete wirft er sogar das Handy weg. Der November gilt nicht gerade als Wonnemonat. Aber mit Keanu Reeves als heissblütigem Businessman wird der Spätherbst schöner als der Frühling.
Der engelhaft schöne Brite Jude Law macht in Steven Spielbergs Zukunftsdrama «A.I.» Frauenträume wahr: Als Liebesroboter Joe erfüllt er die geheimsten Wünsche seiner weiblichen Kundschaft. In den Schluchten einer riesigen Stadt trifft er auf einen kleinen Roboterjungen, der von seinen menschlichen Eltern verstossen worden ist. Joe wird zum liebevollen Beschützer des Buben. Ein schöner Held, der zugleich der perfekte Verführer und der ideale Vater ist – das gibts nur im Kino! M.W.
Auf Knopfdruck Liebe: Jude Law erfüllt als romantischer Roboter Frauenträume. Bild Warner Bros & Dreamworks
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LESERREISE
WESTMALAYSIA MIT PHUKET
Teepflückerin in den Cameron Highlands. Bild Otto Dürst
■ Penang, die «Perle des Orients», und seine Hauptstadt Georgetown, eine sehr lebendige Weltregion mit einzigartiger Mixtur von Kulturen aus Ost und West. ■ Phuket, immergrüne, hügelige Insel mit schneeweissen Sandstränden, zauberhaften Buchten und romantischen türkisfarbenen Lagunen.
Unser Angebot ■ Eine speziell für Sie zusammengestellte Reiseroute ■ Unterkunft in Hotels der ersten Klasse ■ Fachkundige, lokale Reiseleitung (deutschsprachig)
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Erleben Sie mit dem «Brückenbauer» die landschaftliche und kulturelle Vielfalt Malaysias.
Einige Reisehöhepunkte ■ Lebendige Tradition chinesischer und indischer Einwanderer inmitten der malaysischen Kultur ■ Malerische Kampongs (Dörfer) der einheimischen Bauern und Fischer ■ Das zauberhafte Hochland von Cameron mit seinen Teeplantagen und Parklandschaften ■ Kuala Lumpur, futuristisch Gestyltes kontrastiert mit Palästen und Tempeln ■ Malakka, die historisch bedeutende Stadt – Schatzkammer und Höhepunkt jeder Malaysia-Reise. ■ Das beliebte Erholungsgebiet der Cameron Highlands.
LESERREISE
Malakka: einst Piratennest, heute Zeuge kolonialer Vergangenheit.
Das Hotel Pearl Village in Phuket: schöner, grosszügiger Garten mit attraktiver PoolLandschaft. Bilder Otto Dürst
■ Kennen lernen eines attraktiven und mannigfaltigen Reiselandes
Reiseprogramm 1. Tag: Zürich–Phuket. Am Abend Direktflug mit Balair von Zürich nach Phuket. 2. Tag: Phuket. Ankunft am frühen Mittag und Transfer zum Strandhotel Pearl Village. 3. Tag: Phuket–Kuala Lumpur. Um die Mittagszeit Linienflug nach Kuala Lumpur. Nach Ankunft orientierende Rundfahrt durch die faszinierende Hauptstadt Malaysias mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. ■ 4. Tag: Malakka (ca. 145 km). Ganztagesausflug von Kuala Lumpur in die wunderschöne Stadt Malakka. Einst Piratennest, Handelsplatz und Spielball von Portugiesen, Holländern und Briten. Eine bis ins 15. Jahrhundert zurückgehende Vergangenheit manifestiert sich in vielen Relikten aus der Kolonialzeit. ■ 5. Tag: Kuala Lumpur–Cameron Highlands (ca. 220 km). Auf dem Weg zum beliebten Erholungsgebiet auf etwa 1600 m Höhe, dem Hochland von Cameron, Besuch einer Zinnfabrik sowie der Batu Caves, eines wichtigen Wallfahrtsorts der Hindus. Vorbei an ursprünglichen Orang-Asli-Siedlungen erfolgt die Besichtigung der eindrücklichen Iskandar-Wasserfälle und eines Handwerkerdorfs. Am Nachmittag Ankunft am heutigen Etappenort. ■ 6. Tag: Cameron Highlands– Penang (ca. 310 km). Am Vormittag Besuch einer Teeplantage, bei dem es viele interessante Details über den «Boh»-Tee zu erfahren gibt. Anschliessend Besuch einer Blumen- und Gemüsefarm. In Ipoh Besichtigung eines chinesischen Tempels sowie einer gigantischen Kalksteinhöhle. Höhepunkte nach dem Mittagessen sind die prächtige Ubudiah-Moschee und der pompöse Sultanspalast in Kuala Kangsar. Nach der Fahrt über eine der längsten Brücken in ganz Asien, die Penang mit dem Festland verbindet, erfolgt eine eindrückliche, kurze Inselrundfahrt. ■ 7. Tag: Penang–Phuket. Am Morgen Rückfahrt aufs Festland
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Kuala Lumpur: Futuristisch Gestyltes kontrastiert mit Palästen und Tempeln.
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R E I S E D AT E N Reise 1 13.11.–21.11.2001 Reise 2 27.11.–5.12.2001 Reise 3 4.12.–12.12.2001 Reise 4: 29.1.–6.2.2002 Reise 5 12.2.–20.2.2002 Reise 6 26.2.–6.3.2002 (Dienstag–Mittwoch)
PREISE
Pauschalpreis pro Person Doppelzimmer Reise 1–3 und 6 Fr. 2995.– Zuschläge Reise 4+5 Fr. 80.– Doppelzimmer zur Alleinbenützung Reisen 1–3 und 6 Fr. 860.– Doppelzimmer zur Alleinbenützung Reise 4+5 Fr. 940.– Sitzplatzreservation (Flug hin/retour) Fr. 50.– Relax Class (Flug pro Weg) Fr. 600.– Obligatorische Annullierungskostenversicherung Fr. 45.– HKT/RTP 090/L
Verlängerungswoche mit Frühstück Doppelzimmer Fr. 686.– Zuschlag pro Woche Fr. 196.-(24.12.01–14.02.02) Doppelzimmer zur Alleinbenützung Fr. 616.-Zuschlag pro Woche Fr. 392.-(24.12.01–14.02.02) Obligatorisches Galadinner Chinesisches Neujahr (12.2.02) Fr. 120.– HKT/PEAVIL/L Teilnehmerzahl: Mindestens 15 Personen, maximal 25 Personen
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LESERREISE
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und weiter in nordöstlicher Richtung über die Grenze nach Haad Yai in Thailand. Am Nachmittag Linienflug nach Phuket. Nach der Landung Transfer zum Pearl Village Hotel. ■ 8. Tag: Phuket. Badeaufenthalt in dieser hübschen, erstklassigen Hotelanlage. Ein schöner, kilometerlanger Sandstrand erwartet Sie. ■ 9. Tag: Phuket–Zürich. Am frühen Nachmittag Nonstopflug mit Balair nach Zürich. Ankunft am Abend. ■ Verlängerungswoche im Hotel Pearl Village****, Phuket: Sehr hübsche und gut geführte, erstklassige Hotelanlage an der langen, geschützten Nai-YangBucht. Schöner, grosszügiger Garten mit attraktiver Pool-Landschaft. Seit Jahren eines der beliebtesten Hotels auf Phuket. Zur Verfügung stehen: offene Lobby mit Bar, drei Restaurants, Coffee-Shop mit Terrasse, Einkaufsarkade, Beauty-Salon und Coiffeur, Süsswasser-Schwimmbad, Jacuzzi, Poolbar, Sonnenterrasse und anders mehr. Ein ideales Hotel, um einen komfortablen und erholsamen Ferienaufenthalt zu geniessen.
LEISTUNGEN ■ Hotelplan-Bahnbillett Wohnort–Flughafen retour ■ Balair-Sonderflüge Zürich–Phuket–Zürich ■ Innerasiatische Linienflüge Phuket–Kuala Lumpur, Haadyai–Phuket ■ Alle Flüge in der EconomyKlasse, 20 kg Freigepäck, Verpflegung an Bord ■ Flughafentaxen Schweiz und Thailand ■ Unterkunft in Erstklasshotels, Basis Doppelzimmer mit Bad, Dusche, WC, Klimaanlage ■ Jeweils Frühstück sowie Mittagessen am 4., 5. und 6. Tag ■ Service- und Hoteltaxen ■ Transfers und Rundreise in komfortablem, klimatisiertem Sonderbus mit allen im Reiseprogramm erwähnten Besichtigungen, inkl. Eintrittsgebühren ■ Erfahrene, deutschsprachige, lokale Reiseleitung ■ Ausführliche Dokumentation. Buchungen auch über www.brueckenbauer.ch
W I C H T I G E I N F O R M AT I O N E N Einreise/Visum: Schweizerbürger benötigen einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig sein muss. Ein Visum für Thailand (erst ab 30 Tagen) und Malaysia (erst ab vier Monaten) ist nicht erforderlich. Impfungen: Es bestehen keine Impfvorschriften. Generell ratsam ist eine Starrkrampf- und Hepatitis-AImpfung. Klima: Beste Reisezeit für Thailand und Westmalaysia ist von November bis April. Organisation: Hotelplan, Spezialreisen, 8031 Zürich. Reisebedingungen: Es gelten die «Allgemeinen Vertrags- und Reisebedingungen von Hotelplan». Sie liegen als Separatdruck in jeder Hotelplan-Filiale auf. Telefonische Auskünfte: Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr, Telefon 01 - 277 86 54 (Simone Liechti) oder 01 - 277 86 16 (Roland Huber). Buchung: Bitte benützen Sie den nebenstehenden Anmeldetalon. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eintreffens berücksichtigt.
Phuket
THAILAND Penang
Cameron Highlands
Kuala Lumpur Malakka
M A L AY S I A
INDONESIEN Unsere Reiseziele in Westmalaysia und Thailand.
A N M E L D E TA L O N WOCHENZEITUNG DER
BRÜCKENBAUER Bitte sofort einsenden oder faxen an Redaktion «Brückenbauer», Leserreise «Westmalaysia mit Phuket», Postfach 1751, 8031 Zürich, Fax 01 - 277 35 90. Hiermit melde ich definitiv folgende Personen an: Name
Vorname
Name
Vorname
Strasse
PLZ/Ort
Tel. (P)
Tel. (G)
❏ ❏ ❏ ❏ ❏ ❏
1. Reise 2. Reise 3. Reise 4. Reise 5. Reise 6. Reise
13.11.–21.11.2001 27.11.– 5.12.2001 4.12.–12.12.2001 29. 1.– 6.2.2002 12. 2.–20. 2.2002 26. 2.– 6. 3.2002
Falls gewünschte Reise ausgebucht, bitte folgende buchen: Reise-Nr.
Reisedatum
Gewünscht: ❏ Doppelzimmer ❏ Einzelzimmer ❏ Sitzplatzreservation hin/retour ❏ Relax Class einfach ❏ Relax Class retour Verlängerungswoche, Hotel Pearl Village, Phuket, zu Reise-Nr. ___ ❏ Doppelzimmer ❏ Einzelzimmer Obligatorische Annullierungskostenversicherung: ❏ Ja, wird benötigt ❏ Nein, wird nicht benötigt Ort/Datum Unterschrift
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REISEN
Wiener Schmäh im Kaffeehaus
Post-Postmoderne einer Dienstleistungsgesellschaft, die dem Müssiggang wieder vermehrt Spielraum lässt?
Auch Kaffee-Stehbars gibts
Einladend: die Fassade des Café Central.
Keine gastronomische Institution hat die Zeitläufe so überdauert wie die mehr als 600 Kaffeehäuser in Wien.
E
s gibt sie auch als Postkarte: Elfriede Jelinek, Klaus-Maria Brandauer oder Hermes Phettberg, fotografiert von Sepp Dreissinger, so nebenbei, aus der Hüfte heraus, dort, wo er sie am liebsten trifft: im Kaffeehaus, in schönen, aus dem Alltag gegriffenen Momentaufnahmen. Dreissinger selbst hat seine Kaffeemaschine schon vor Jahren ins Eck gestellt, als er aus Feldkirch nach Wien zog – um fortan seinen kleinen Braunen im Café Sperl zu konsumieren: immer in derselben Ecke sitzend, auf barockem Samt, zur Rechten drei Billardtische, zur Linken ein grosses Fenster, das die Illusion vermittelt, halb auf dem Gehsteig zu sitzen, dazu der hellbraune Parkettboden, riesige Spiegel, darüber die Stuckdecke und Messinglüster, die früher mit Gas beleuchtet waren. Das Café Sperl, 1880 gegründet, hat die vielen Zeitenwenden überdauert. Cafétier Manfred Staub übernahm das Lokal 1968 und
zeigt sich allen Trends gegenüber verschlossen, aus Traditionsbewusstsein, Liebe zum Objekt – und Geldmangel. Denn bis in die Achtzigerjahre hinein waren Kaffeehäuser kein Geschäft. Als die Verdienste 1983 anzogen, entschloss sich Staub, das «Sperl» noch näher dem Originalzustand anzugleichen. Jeden Tag steht er an der Kasse, höflich, zuvorkommend, so wie seine Vorgängerin, die es sich noch als Pensionärin nicht nehmen liess, die Kunden zu bedienen – gratis, einfach, weil das «Sperl» ihr längst zur Wohnstube geworden war.
Einkehr im traditionsreichen und beliebten Café Sacher in Wien.
Das glaubt zumindest Gerd Gerersdorfer vom Café Dommayer, der sich über mangelnden Geschäftsgang nicht beklagen kann. Wie dem auch sei: Es gibt von keinem Trend zu berichten aus Wiens Kaffeehäusern, sondern von einer Institution, die nicht wegzudenken ist aus dieser so aus ihrer Tradition lebenden Stadt. Nicht geopfert auf dem Altar des in Wien grassierenden Massentourismus, der nur in den rar gewordenen Kaffeehäusern auf den Hauptflaniermeilen eine wichtige Rolle spielt. Und schon gar nicht dem trendigen Zeitgeist, der mit dem Wort Kaffee bestenfalls einen Koffeinschub verbindet. Eduschos und Espresso-Cafés, diese Stehbars gibts auch in Wien. «Das hat mit Kaffeehaus rein gar nichts mehr zu tun. Eher mit einer Schnellabfertigung», sagt Klaudia Paulitsch, Zollbeamtin und passionierte Kaffeehausgängerin. Sie bleibt ihrem Kaffeehaus treu, dem wohlig-kuscheligen «Hawelka» an regnerischen Herbsttagen, dem «Prückel» für die heissen Tage, dem «Museum» zum Frühstück («weil mir der Wiener Schmäh des Obers so gefällt»), dem «Ritter» für die Entspannung nach gemachter Einkaufstour, und, warum nicht, dem «Segafredo», weils dort den besten Espresso gibt.
Tradition ist Wirklichkeit
Beliebter «Fiaker»
Das alles lässt das Klischee vom Kaffeehaus als Ort des Lebens und Verweilens wirklich werden, selbstverständlich und zeitlos. Die Institution eines Alltagslebens, das in Wien noch nicht von der postmodernen Hektik überströmt wird wie in anderen Grossstädten. Oder es verweist vielleicht schon auf die
Wer den wirklich starken Kaffee sucht, der wird trotz riesiger Auswahl im Kaffeehaus nicht fündig. Dort sind die Röstmischungen noch immer dem traditionellen Credo verhaftet: «Wir liegen zwischen Nord und Süd, zwischen dem Brühcafé Deutschlands und dem bitteren Espresso Italiens», sagt Hans Diglas, Vorsteher der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser und selbst Betreiber des «Cafés am Fleischmarkt». Dafür ist die Auswahl wie eh und je grösser: Vom kleinen Braunen über die Melange bis zum bei Touristen beliebten Fiaker. Auch da gilt eben unverändert: Im Wiener Kaffeehaus ist vieles so, wie es immer war, und wird es auch bleiben. Urs Fitze
«Wohin? Ins Kaffeehaus!» heisst ein Führer durch die Wiener Kaffeehauswelt, ein idealer Begleiter auf der Entdeckungsreise abseits gängiger Touristenpfade. Das Buch von Douglas Linton und Andreas Teltscher ist im Glattau & Schaar Verlag in Wien erschienen. ■ Auskünfte bei der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser, Telefon 0043 - 1 - 514 50 1242. ■ Gatisinfos zum Thema Kaffeehaus bei Österreich Werbung in Zürich, Telefon 01 - 451 15 51.
Bilder Urs Fitze, Österreich Werbung
GUT ZU WISSEN
Nähere Informationen http://info.wien.at
81 KAFFEEHÄUSER
Zwischen Tradition und Moderne Grosse Auswahl. Das gilt nicht nur für die rund 120 Traditionshäuser wie Sacher, Hawelka, Museum oder Dom, sondern ebenso für Vorstadtcafés wie «Dommayer» oder «Liliom». Es gilt auch für die neueren Kaffeehäuser, etwa das «Stein» oder das «Blaustern», wo es zwar auch mal lauter zugeht und sich ein vornehmlich junges Publikum um die schicken Tische reiht, wo aber anderseits am Grundsätzlichen nicht gerüttelt wird. Vom Kaffee servieren allein lässt es sich kaum mehr leben. Für jeden Besitzer ist es heute eine Gratwanderung, den Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne zu finden. Der Zeitung lesende Bohémien ist gut fürs Image, aber nicht fürs Geschäft. Viele Kaffeehäuser haben deshalb in den vergangenen Jahren ihr Angebot wesentlich erweitert
Traditionshaus: Ober im Sperl. und verfügen über eine Speisekarte und ein oft hervorragendes Konditor-Angebot, auch wenn deshalb noch lange nicht ans grosse Menü gedacht wird. Wiederbelebung der fast vergessenen Konzerttradition oder literarische Anlässe. Das ist eher gut fürs Prestige. «Letztlich läuft es auf eine Mischrechnung hinaus», sagt Hans Diglas. Die durchschnittliche Verweildauer des Gasts ist auf 30 bis 45 Minuten gesunken. «Aber wir geben ihm das Gefühl, dass er alle Zeit der Welt zur Verfügung hat.»
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Eine(r)
83 weiss es sicher… SUCH-ECKE
Ich suche Frank Schöning, Jahrgang zirka 1967. Er war bis 1985 Mitglied in der Schützengesellschaft Lahr-Schwarzwald. Es wäre schön zu wissen, wo er lebt. Alle Hinweise bitte an ■ Marianne Zürcher, Zulligerstrasse 53, 3063 Ittigen, Tel. 031 - 922 36 92 E-Mail: zuercher@consomed.ch ▲
Ich suche Heidi Streuli (1950/51, Inselspital). Bitte melde dich bei ■ Gritli Hegner-Ruesch, Hauptstrasse 34, 4461 Böckten, Tel. 061 - 981 31 79
Ich suche ehemalige Freunde und Bekannte. Von 1945 bis 1946 war ich im Laden der Molkerei bei Familie Huber in Sursee tätig. 1949 bis 1950 arbeitete ich als Serviertochter im alkoholfreien Restaurant Falken, und später wechselte ich in ein Tea Room nach St-Ursanne im Jura. Wer sich noch an mich erinnert, melde sich bitte bei ■ Cecile Gygax-Bütler, Postfach 132, 2950 Courgenay JU
▲ Wer kennt den Aufenthaltsort unseres Studienkollegen Rodolpho Duerr? Er wohnte vor 35 Jahren in Winterthur. Alle seine Freunde möchten im November aus Anlass seines 60. Geburtstags ein Fest für Rodolpho organisieren. Bitte meldet euch bei ■ Hans Gut, Schneckenmannstrasse 9, 8044 Zürich, Tel. 01 - 252 69 73
An die Schülerinnen und Schüler der Sekundarklasse (1973–1976), Schulhaus Buchleren, Zürich, Lehrer Schnetzer/Bozian. Gerne würde ich eine Klassenzusammenkunft organisieren. Leider fehlen mir dazu noch einige Namen und Adressen. Bitte meldet euch bei ■ Marina Ferrari-Gartmann, Dachslernstrasse 186, 8048 Zürich, Tel. 01 - 432 65 84
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▲ Für eine Klassenzusammenkunft suche ich unsere ehemalige Schulkollegin Liliane Hablützel. Sie stammt aus Rothrist. Im Jahr 1977 habe ich sie in Ascot besucht. Das Bild stammt von diesem Besuch. ■ Eva Beyeler-Schüpbach, Rumiweg 30, 4900 Langenthal
▲ Wir suchen Mia. Jahrelang blieben wir in Kontakt. Dein letztes Schreiben kam aus Villeneuve, Hotel Aigle. Falls du noch in der Schweiz wohnst, dann melde dich doch bitte bei ■ Erich Weissen, Flurstrasse 6, 6041 Littau, Tel. 041 - 250 25 08
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VIRUS
Böse I Buben
n der Berner Hip-Hop-Szene sind Wurzel 5 keine Neulinge. Bisher waren die drei MCs Dienson, Tiersch und Sic vor allem dafür bekannt, dass ihre Konzerte in Schlägereien ausarteten. Doch mit der neuen CD «Jugendsündä» zeigen die Berndeutschrapper, dass sie ihr mieses Image loswerden wollen. Sie haben ihre ganze Energie in musikalische Kreativität investiert und eine äusserst abwechslungsreiche CD aufgenommen. Die drei Jungs rappen über das, was ihnen im Alltag wichtig ist: über sich selber, über die Berner Szene, aber auch Erfundenes. «Der Hörer soll selber merken, ob unsere Geschichten Fiktion oder Realität sind», meint Rapper Dienson. Natürlich wollen sie mit ihrer Musik ankommen. Besteht deswegen Gefahr, dass Wurzel 5 wegen zu grossen Erfolgs die Street Credibility verliert? MC Dienson winkt ab: «In der Schweiz wird man mit Rap sowieso kein Star – noch nicht.» Michel Ecklin
Bild Balduin Minder / Coffee
Wurzel 5 galten lange als böse Buben des Schweizer Hip-Hop. Mit ihrer neuen CD liefern die drei Berner ein reifes Stück Mundart-Rap.
DIE SCHEIBE Wurzel 5: «Jugendsündä». Die CD ist bei Coffee, dem Start-up-Label des Migros-Kulturprozents, erschienen, die Vinyl-LP unter dem Wurzel-5-eigenen Label Chlyklass. Auf der Wurzel-Page www.chly klass.ch kann man alle Titel der neuen CD probehören. Alles über Coffee unter www.coffee-label.ch ■ Plattentaufe von «Jugendsündä»: 22. September, ab 21 Uhr, Dachstock der Reithalle Bern.
Bounce: Mehr Hip-Hop gibts jeden Donnerstag auf Virus, von 22 bis 24 Uhr. UND SO EMPFÄNGT MAN VIRUS: PER DAB, INTERNET ODER KABEL. GENAUE FREQUENZEN UNTER 0848 88 44 22 ODER UNTER WWW.VIRUS.CH
VIRUS-C H A R T S
N E UundH E I S S ■ LUNIK
1
LINKIN PARK
Crawling
Static
2
TRAVIS
Sing
■ STAIND
3
BLINK 182
The Rock Show
It’s been a while
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INCUBUS
Drive
■ P. DIDDY FEAT. BLACK ROB & CURRY
5
GORILLAZ
19–2000 (Soulchild)
Bad Boy for Life
6
FETTES BROT
Schwule Mädchen
7
LOVEBUGS
Coffee and Cigarettes
8
SUM 41
Fat Lip
9
MANU CHAO
Me gustas tu
EVE FEAT. GWEN STEFANI
Let me Blow ya Mind
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DIE VIRUS-CHARTS WERDEN VON DEN HÖRERINNEN UND HÖRERN BESTIMMT. ABSTIMMEN AUF DER VIRUS-HOMEPAGE: WWW.VIRUS.CH
- P L AY T I P P
Farin Urlaub Glücklich Er habe schon immer ein Lied schreiben wollen, das mit der Frage beginnt: «Bist du Fleischermeister?» Farin Urlaub, Gitarrist der Ärzte, machte daraus gleich «Endlich Urlaub», sein erstes Soloalbum. «Und falls du mal kein Rücklicht hast, dann nimm eine Taschenlampe.» Danke für den Tipp, Farin, und für das Soloalbum. MARTIN SCHRADER
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TERROR GEGEN DIE USA
GEFAHR:
«Wir werden einige Zeit damit leben müssen» Opfer des TalibanRegimes: Afghanische Frauen in einem Flüchtlingslager in Pakistan.
dominiert der Fundamentalismus in einigen Ländern, aber es gibt verschiedenste Formen des Islam, wie es auch verschiedenste christliche Richtungen gibt. Hat der Kampf gegen moderne westliche Denkweisen und Lebensformen seine Wurzeln auch im Islam?
Dem kann ich nur sehr beschränkt zustimmen. Die Gesellschaften in der islamischen Welt möchten eigentlich zweierlei: Sie wollen zwar die technische Moderne, aber sie möchten gleichzeitig ihre kulturelle Tradition bewahren – das heisst im weitesten Sinne eine islamische Kultur. Dass man aber hier die Welt aus einer anderen Perspektive betrachtet, hat weniger mit dem Islam zu tun. Man nimmt in Iran und der ganzen arabischen Welt einfach wahr, dass Amerika in dieser Region eine einseitige Politik betreibt. Die Freiheitsstatue kündet vor dem Rauch des zerstörten World Trade Centers weiterhin von den grossen Hoffnungen der westlichen Zivilisation.
Erich Gysling erfuhr vom Terror gegen Amerika auf einer Reise im Iran.
Was wird Amerika jetzt tun?
Der Journalist und Islam-Kenner Erich Gysling über die Gründe der Anschläge in den USA.
Ich glaube, dass Amerika einen Schlag gegen Afghanistan führen wird. Eine minimale Variante wäre der Versuch, Osama Bin Laden ausfindig zu machen und seine Stützpunkte zu bombardieren. Möglich ist aber auch eine «grössere Lösung»: Die Amerikaner könnten zusätzlich versuchen, die Taliban zu entmachten – einfach wäre ein militärischer Einsatz in Afghanistan wohl nicht, in diesem Land mit seinen unzugänglichen Tälern und Gebirgsregionen.
«Brückenbauer»: Sie sind zurzeit im Iran. Wie hat man dort auf den Terror gegen die USA reagiert?
Wird man im Westen den Islam zum Sündenbock für diesen Terror machen?
Finden Sie solch eine Ausweitung des Konflikts klug?
Erich Gysling: Ruhig, ohne Demonstrationen. Im Gespräch zeigen sich die Menschen schockiert – wie wir. Staatspräsident Chatami hat den Anschlag verurteilt. Die Stimmung unterscheidet sich klar von der im Irak oder bei vielen Palästinensern – sie richtet sich gegen die Taliban und Bin Laden, auf dessen Handschrift alles hinweist.
Das halte ich schon für denkbar. Bei Gewalttaten von palästinensischen und anderen arabischen Gruppen tauchte immer wieder die Behauptung auf, der Islam als Ganzes sei eine radikale Denkweise. Ansätze zu einem Feindbild bestehen also bereits. Das ist emotional halbwegs verständlich, aber sachlich nicht zu begründen. Zwar
Ich finde, in Bezug auf Afghanistan muss wirklich etwas geschehen. Ich bin ja sonst immer gegen Interventionen von aussen. Wenn man aber sieht, wie das TalibanRegime das Land unter Knechtschaft hält und auch die Nachbarschaft schwer in Mitleidenschaft zieht – dann muss etwas geschehen! Mit einer Million Flüchtlin-
Bilder Key-online
gen im Iran, mit mindestens hundertausend Flüchtlingen in Tadschikistan, mit 10 000 Flüchtlingen an der Grenze Usbekistans ist die ganze zentralasiatische Region durch das Taliban-Regime betroffen. Jetzt verstärkt der schwere Verdacht gegen Osama Bin Laden den Druck zu handeln. Schon nach dem Berliner Mauerfall wurde eine «neue Weltordnung» verkündet. Wie wird sie nun aussehen?
Dass die Welt von der Supermacht USA weitgehend dominiert ist, scheint klar. Ebenfalls zeichnet sich ab, dass die Gegenkräfte gegen die eine Weltmacht nicht bei anderen Staaten liegen. Sie können allenfalls Raketen schiessen. Der Anschlag hat gezeigt, dass die grosse Gefahr aus einer anderen Richtung kommt: Vor allem von einzelnen dissidenten Gruppierungen innerhalb einer bestimmten Zivilisation, jetzt offenbar von Osama Bin Laden. Das sind jetzt die Pole, die einander gegenüberstehen. Die Welt wird auch künftig von Gegensätzlichkeiten geprägt sein. Man kann
«Die OFFENE
in den nächsten Jahren auch keine übertriebene Hoffnung in die Demokratie setzen – denn der Übergang zur Demokratie findet in dieser Region nur sehr langsam statt. Wächst die Gefahr des Terrorismus?
Ja, ich glaube, wir werden einige Zeit mit dieser Gefahr leben müssen. Die Globalisierung bedeutet eben nicht, dass alles auf der Welt in der gleichen Weise geordnet wird und alle den gleichen Zugang zu den gleichen Informationen haben – und dies auch noch zum gleichen Zeitpunkt. Denn es gibt eine ganze Anzahl von Gegenkulturen gegen die Globalisierung. Der Terrorismus à la Osama Bin Laden und die fundamentalistischen Varianten des Islam sind solche Gegenkräfte. Auch andere Gegenkräfte sind denkbar. Manche im Westen sehen Bin Laden als geistig verwirrten Irrläufer.
So betrachtet ist jeder Diktator mental etwas angeschlagen, weil er nicht unseren Regeln von Vernunft folgt. Auch von Saddam Hussein
würden wir sagen, er war mental angeschlagen, als er sich 1991 in den Golfkrieg stürzte, der für ihn aussichtslos war. In der arabischen Welt galt er aber zum Teil als Held, weil er sich nicht einschüchtern liess von einer 28-Nationen-Koalition. Man sieht: Die Argumentationsketten lassen sich auch umkehren. Sie hängen von den eigenen Wertvorstellungen ab. Terror sorgt für harte Gegenmassnahmen. Könnten sie unsere offene Gesellschaft gefährden?
Ja, die offene Gesellschaft ist gefährdet. Wir müssen uns mit der Frage auseinandersetzen: Wie viel Kontrolle braucht eine Gesellschaft, damit die Mehrheit sich sicher fühlen kann? Die Kontrollen auf Flughäfen werden verstärkt werden müssen. Mehr Kontrolle – so ungern man dies sieht – drängt sich auch bei Ausländern auf, die sich von einem Land ins andere bewegen. Vielleicht muss man als Bürger etwas mehr an Kontrolle über sich ergehen lassen, um sich vor solchen Aktionen zu schützen. Interview Carl J. Wiget
GESELLSCHAFT ist gefährdet.»