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manufakt 04/2026

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manufakt

Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft

Handwerk kennt keine Grenzen

Wenn Ausbildung international wird: Praktikanten in Südtirol

Seite 18

Zwischen Gesetz und Alltag

Die Wohnreform: Eine Einordnung des lvh

Seite 38

Entscheiden ohne Angst

Neue Haftungsregeln für die öffentlichen Verwaltung

Seite 40

JUNG. MOTIVIERT. HANDWERK.

Die App für die Baustelle!

In Kombination mit unserer Büro-Software ERGO erhalten Sie ein 360° System:

� Angebote erstellen

• Leistungen per App erfassen

• Baustellen abrechnen usw.

� Zeiterfassung

� Fotodokumentation

� Aufmaßerfassung

� Materialbewegungen

� Spesenerfassung

� Zeiten prüfen/freigeben

� Chat

Liebe Handwerkerinnen, liebe Handwerker,

unsere Arbeitswelt befindet sich im Wandel – und das spüren wir auch im Handwerk ganz deutlich. Es geht längst nicht mehr nur um Sicherheit oder klassische Karrierewege, sondern um Sinn, Entwicklung und die Frage, welchen Beitrag die eigene Tätigkeit wirklich leistet.

Gerade darin liegt eine große Chance für unser Handwerk. Denn das, was viele junge Menschen heute suchen, ist bei uns seit jeher selbstverständlich: Arbeit, die sichtbar ist. Arbeit, die greifbar ist. Arbeit, die Wirkung hat. Wer im Handwerk tätig ist, sieht am Ende des Tages, was entstanden ist – und genau das gewinnt wieder an Bedeutung.

Die Millennials sind dabei eine Art Brückengeneration. Sie führen inzwischen Betriebe, übernehmen Verantwortung und gestalten die Zukunft des Handwerks aktiv mit. Sie bringen jedoch auch neue Perspektiven ein, ohne die bestehenden Werte infrage zu stellen.

Im Gegenteil: Sie machen sichtbar, was das Handwerk schon immer ausgezeichnet hat –Qualität, Verlässlichkeit und echtes Können.

Für uns als Verband bedeutet das: Wir müssen das Handwerk noch stärker als das zeigen, was es ist: ein moderner, vielfältiger und zukunftsfähiger Wirtschaftsbereich. Dazu gehört, junge Menschen früh zu erreichen, Perspektiven aufzuzeigen und Betriebe dabei zu unterstützen, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren. Gleichzeitig gilt: Es geht nicht darum, das Handwerk neu zu erfinden. Es geht darum, seine Stärken klar zu kommunizieren. Sinn, Verantwortung und Entwicklungsmöglichkeiten sind keine neuen Versprechen – sie sind im Handwerk von jeher Realität.

Wenn wir diese Realität sichtbar machen, dann wird deutlich: Das Handwerk hat genau das, was viele junge Menschen heute suchen.

Euer Präsident,

MILLENNIALS BEWERTEN ARBEIT NEU – UND DAS HANDWERK PROFITIERT.

IMMER FÜR SIE DA!

lvh.apa

Wirtschaftsverband

Handwerk und Dienstleister

www.lvh.it

Impressum manufakt – Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft

Auflage

10.000 Exemplare für 40.000 Leser/innen hgb. und Verwaltung

lvh.apa Bildung & Service Gen. mbH

Mitterweg 7

39100 Bozen

Tel. 0471 323 200 manufakt@lvh.it

Jährliche Abo-Gebühr

55 Euro (Inland)

65 Euro (Ausland)

Leitung:

Dr. Ramona Pranter, MBA

Redaktion: Leslie Wiss (lw)

Maria Vittoria Gambetti (mg)

Verantwortliche Werbung/Sponsoring

Themen in Bewegung, Im Blick:

Dr. Margareth M. Bernard (mb)

Lektorat: Julia Ranigler, MBA

Presserechtlich Verantwortlicher:

Dr. Bernhard Christanell, MA

Reg. Tribunal Bozen

Nr. 24 am 11. Mai 1948. ROC 9592

Grafik und Layout: Longo AG

Druck: Athesiadruck GmbH Bozen

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AUSLANDSPRAKTIKA: LOKALES HANDWERK ALS AUSBILDER

SKILLSDAY IN GRÖDEN: DAS HANDWERK ÖFFNET SEINE TÜREN

Inhalt

NEWS

07 TISCHLEREI TAMMERLE GEEHRT

Die Tischlerei aus Afing erhielt auf der IHM in München den Bundespreis.

FOKUS

10 JUNG. MOTIVIERT. HANDWERK. Warum Realität und Handwerk an Bedeutung gewinnen.

BETRIEB

17 MYCIVIS - NEUES FÖRDERPORTAL

Was Handwerksbetriebe jetzt wissen müssen.

WEITERBILDUNG

20 MEISTERKURSE DES LANDES

Alle Infos über die Vorbereitungskurse zum Meisterbrief.

BRANCHEN & BEZIRKE

22 HANDWERK, DAS VERFÜHRT

Die süßen Dessert-Kreationen von Christian Leitgeb.

29 KAROSSERIETECHNIKER/INNEN

Martin Kofler ist neuer Obmann.

FRAUEN & JUNGES HANDWERK

36 IM RAUSCH DER GESCHWINDIGKEIT

Die Junghandwerker/innen im lvh auf der Go-Kart-Bahn.

WIRTSCHAFT & POLITIK

40 VERWALTUNG IN BEWEGUNG

Neue gesetzliche Regelung zur Haftung von Beamtinnen und Beamten.

HANDWERK & GESELLSCHAFT

42 SÜDTIROLER HANDWERK AUF IHM lvh-Delegation auf der Internationalen Handwerksmesse in München zu Gast.

44 VERNETZT STATT VERZETTELT Digitalisierung bleibt Trend. THEMEN IN BEWEGUNG

IM BLICK

46 TRENDS & MÄRKTE sta - Südtiroler Transportstrukturen AG, Raiffeisenverband.

Impulse

07 KLARTEXT

Von Walter Pöhl

16 ZUKUNFTSTRENDS und Tipps

20 KURSE

Das Angebot des lvh

41 IM GESPRÄCH MIT... Federico Giudiceandrea Präsident unibz

AKTUELLES IM ÜBERBLICK: Was bewegt die Welt des Handwerks und der Dienstleister in Südtirol?

v.l.: Walter Pöhl, Christian Tanner, Karl Heinz Weger und Thomas Hager © lvh.apa

lvh-Spitze trifft Raiffeisenverband

STARKE PARTNER IM LAND: LVH-SPITZE UND RAIFFEISENVERBAND SÜDTIROL TAUSCHEN SICH ÜBER GEMEINSAME PERSPEKTIVEN AUS.

Das Südtiroler Wirtschaftsmodell lebt von starken regionalen Strukturen und von Organisationen, die tief im Land verwurzelt sind. Vor diesem Hintergrund kam es kürzlich zu einem Austausch zwischen der Spitze des lvh und dem Raiffeisenverband Südtirol.

An dem Treffen nahmen lvh-Direktor Walter Pöhl und lvh-Vizedirektor Thomas Hager sowie Christian Tanner, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes, und Karl Heinz Weger, verantwortlich für Strategie und Mitgliederbetreuung im Raiffeisenverband, teil.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die zahlreichen Gemeinsamkeiten beider Organisationen. Sowohl der lvh als auch der Raiffeisenverband sind stark auf lokaler Ebene verwurzelt und präsent. Sie zeichnen sich durch die Nähe zu ihren Mitgliedern aus und verstehen sich als direkter Ansprechpartner für Betriebe vor Ort.

In diesem Sinne soll der Dialog auch künftig fortgeführt werden, um gemeinsame Themen frühzeitig zu erkennen und Synergien im Interesse der Südtiroler Wirtschaft zu nutzen.

Unser Post des Monats

Energie, die Zukunft bewegt –werde Elektrotechniker/in

Mit unserer neuen Kampagne der lvh-Berufsgruppe Gebäudetechnik zeigen wir, wie vielseitig und spannend die Berufe dieser Branche sind. Den Auftakt macht der Beruf Elektrotechniker/in. Von der Planung über die Installation bis zur smarten Gebäudetechnik: Elektrotechniker/innen sorgen dafür, dass Energie fließt, Systeme funktionieren und moderne Gebäude zum Leben erwachen.

www.lvh.it/handwerk-hautnah/gebaeudetechnik #gebäudetechnik #elektrotechnik

Althandwerkertreffen

DAS JAHRESTREFFEN DER GENERATION

HANDWERK+ FINDET AM 31. MAI AUF DEM FESTPLATZ VON TRAMIN STATT.

Die Generation Handwerk+ lädt auch 2026 wieder zum traditionellen Jahrestreffen der erfahrenen Handwerkerinnen und Handwerker ein. Die Veranstaltung, die heuer zum 63. Mal stattfindet, wird am 31. Mai 2026 auf dem Festplatz in Tramin abgehalten.

Neben zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Generation Handwerk+ wird auch die Spitze des lvh. apa anwesend sein. Zudem werden Ehrengäste aus der Landespolitik erwartet, die gemeinsam mit den Teilnehmenden diesen besonderen Tag begehen.

Alle Seniorinnen und Senioren des lvh sind herzlich dazu eingeladen teilzunehmen. Anmeldungen bis 22. Mai über die jeweiligen Bezirke.

Richtigstellung

FALSCHE ANGABEN BEZÜGLICH DES TÄTIGKEITSFELDS DER FIRMA RESCH & 3.

In der März-Ausgabe 2026 unserer Verbandszeitschrift manufakt wurde im Artikel auf Seite 13 fälschlicherweise angegeben, dass das Unternehmen Resch & 3 Aluminiumlösungen für Fenster, Türen und Fassaden herstellt. Diese Angabe ist nicht korrekt.

Resch & 3 mit Sitz in Blumau entwickelt und fertigt stationäre und mobile Blockbandsägen sowie weitere Sägetechnik für die Holzverarbeitung. Die Anlagen werden individuell nach Kundenanforderungen geplant, gebaut und sind international im Einsatz.

Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. Es ist uns ein Anliegen, die Tätigkeiten der Südtiroler Handwerksbetriebe korrekt darzustellen und diese Richtigstellung entsprechend zu kommunizieren.

Resch & 3 fertigt Blockbandsägen her © Alan

WALTER PÖHL lvh-Direktor
„Ausbildung kennt keine Grenzen.“

Projekte wie Auslandspraktika zeigen, wie wichtig es ist, jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und Ausbildung international zu denken. Unsere Betriebe stehen heute vor großen Herausforderungen, insbesondere wenn es um Fachkräfte geht. Umso wichtiger ist es Ausbildung attraktiv, vielseitig und zukunftsorientiert zu gestalten. Genau hier setzen internationale Praktika an: Sie verbinden fachliche Qualifikation mit persönlicher Entwicklung und fördern gleichzeitig Offenheit, Flexibilität und Eigeninitiative. Für unsere Handwerksbetriebe ist das eine echte Chance. Sie profitieren von motivierten jungen Menschen, die neue Ideen und frische Impulse mitbringen. Gleichzeitig zeigen sie, dass das Südtiroler Handwerk ein moderner und offener Ausbildungsstandort ist. Ausbildung ist heute mehr als das Erlernen eines Berufs. Es geht darum, junge Menschen auf eine sich wandelnde Arbeitswelt vorzubereiten – fachlich, aber auch menschlich. Wir als lvh setzen uns daher dafür ein, Ausbildung weiterzudenken: praxisnah, international vernetzt und immer mit dem Ziel, das Handwerk nachhaltig zu stärken.

Euer Direktor,

Eindruck des Althandwerkertreffens 2025 in Franzensfeste © lvh.apa
Bianchi

Tischlerhandwerk mit internationaler Anerkennung

DIE INTERNATIONALE HANDWERKSMESSE (IHM) IN MÜNCHEN ZÄHLT ZU DEN WICHTIGSTEN

TREFFPUNKTEN DES EUROPÄISCHEN HANDWERKS. IM RAHMEN DER 76. AUSGABE DER MESSE WURDE AUCH EIN SÜDTIROLER HANDWERKSBETRIEB BESONDERS GEWÜRDIGT.

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München zählt zu den wichtigsten Treffpunkten des europäischen Handwerks. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Tischlerei Tammerle aus Afing, vertreten durch Emil Tammerle, zu einem Empfang im Kaisersaal der Residenz München eingeladen. Die Einladung erfolgte durch den Bayrischen Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt im Namen der Bayerischen Staatsregierung.

Emil Tammerle nahm als Gewinner des Bundespreises für hervorragende Leistungen im Handwerk 2025 an dem Empfang teil. Ausgezeichnet wurde er für seine innovative Methode, Borkenkäferbefallenes Holz zu verarbeiten und zu biegen –ein Ansatz, der international als bemerkenswerter Beitrag zu nachhaltigen Entwicklungen im modernen Handwerk gilt. Die Auszeichnung unterstreicht eindrucksvoll, dass Innovation im Handwerk oft dort entsteht, wo Erfahrung, Experimentierfreude und ein bewusster Umgang mit Materialien zusammentreffen. In der Werkstatt der Tischlerei Tammerle

„OnMyWay“

PROJEKT FÜR JUNGE MENSCHEN ZUM BEGLEITENDEN EINSTIEG INS BERUFSLEBEN.

Der Weg in die Arbeitswelt ist nicht für alle jungen Menschen gleich einfach. Genau hier setzt das Projekt „OnMyWay“ der EOS-Sozialgenossenschaft an. Ziel ist es, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 29 Jahren beim Einstieg ins Berufsleben gezielt zu unterstützen. Ein pädagogisches Team begleitet sie von der Berufsorientierung bis zur Integration im Betrieb und vernetzt sie mit regionalen Unternehmen für Praktika, Ausbildung oder Arbeit. Mehr Informationen unter: E-Mail: info@eos-jugend.it.

in Afing entstehen seit vielen Jahren individuelle Möbel, Einrichtungen und Innenraumlösungen, die handwerkliche Präzision mit gestalterischer Kreativität verbinden. Mit seiner Arbeit verbindet Tammerle traditionelles Handwerk mit nachhaltiger Materialnutzung und vertritt das Südtiroler Handwerk über die Landesgrenzen hinaus.

v.l.: Emil Tammerle und Tobias Gotthardt © Bayerische Landesregierung

„ICH ÜBE DIESE ARBEIT MIT LEIDENSCHAFT UND ENGAGEMENT AUS UND GEBE DABEI STETS MEIN BESTES.“

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Tiziana Varner Teil des lvh. Zunächst arbeitete sie als Buchhalterin, wo sie umfassende Erfahrungen sammelte.

Seit inzwischen 20 Jahren leitet sie die Buchhaltung im Bezirksbüro Bozen und Neumarkt. Sie ist wichtige Ansprechpartnerin bei Fragen rund um Mehrwertsteuer, Buchhaltung und steuerliche Themen.

Für Varner ist ihr Beruf weit mehr als Routinearbeit.

„Man hört nie auf zu lernen“, sagt sie.

Ein wichtiges Projekt für junge Menschen © EOS

TIZIANA VARNER Hauptbuchhalterin Bezirksbüro Bozen und Neumarkt

© Armin Huber

Schon gewusst?

DIGITALISIERUNG

GEZIELT FÖRDERN:

UNTERSTÜTZUNG

FÜR KLEINSTBETRIEBE 2026

Die Digitalisierung ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor – gerade für Kleinstbetriebe.

Um diesen Schritt zu erleichtern, unterstützt die Autonome Provinz Bozen auch 2026 gezielt Investitionen in digitale Technologien.

Gefördert werden unter anderem Schulungen und Beratungen, Maßnahmen im Bereich Social Media, der Erwerb und die Optimierung von Software sowie die Erstellung und Weiterentwicklung von Webseiten.

Die Förderlinie richtet sich vor allem an Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten und soll gezielt helfen, den digitalen Wandel gerade für diese kleinen Betriebe leistbar zu machen.

Ziel ist es, Betriebe dabei zu unterstützen, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, Prozesse zu vereinfachen und neue Kundengruppen zu erreichen.

Der Förderrahmen ist klar definiert:

Die Mindestinvestition beträgt 2.000 Euro, maximal können Investitionen bis zu 15.000 Euro berücksichtigt werden.

Der Beitragssatz liegt bei attraktiven 60 Prozent – ein deutlicher Anreiz, digitale Projekte jetzt umzusetzen. Für die kommenden Jahre gilt in der Regel eine jährliche Einreichfrist – aktuell bis Ende September.

Die rechtzeitige Planung und Vorlage eines strukturierten Projekts begünstigen die Chancen auf eine Unterstützung.

Der lvh übernimmt für seine Mitgliedsbetriebe gerne die komplette Abwicklung – von der Antragstellung bis zur Auszahlung des Beitrags.

Zentrale Supportstelle für Förderungen und Finanzierungen:

Tel.: +39 0471 323 267 -

E-Mail: kredit@lvh.it.

Innovation & Neue Märkte:

Tel.: 0471 323 245 / 225 / 490 -

E-Mail: innovation@lvh.it.

WILLKOMMEN IN DER GENERATION H

> EM & GG Srls | Maler/innen und Lackierer/innen | Bozen

> Waltur kG des Moroder Florian & Co.

| Baumeister/innen und Maurer/innen | St. Ulrich

> Klöcker Karosserietechnik GmbH

| Karosserietechniker/innen | Rodeneck

> Tischlerei Leitner GmbH | Tischler/innen | Villnöss

> Winx GmbH | Mediendesigner/innen | Kastelruth

> Rederlechner Lukas Walter

| Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/innen | Brixen

> Toolsservice OHG des Bacher Patrick und Pallhuber Andreas | Maschinenbaumechaniker/innen und Werzeugmacher/innen | St. Lorenzen

> Palla Burkhard | Tischler/innen | Brixen

> Lukasbau des Perkmann Lukas

| Baumeister/innen und Maurer/innen | Meran

> Aular Nadezkha | Schönheitspfleger/innen | Schenna

> DAP3 Innovations vGmbH | Elektrotechniker/innen | Naturns

> Blumicum vGmbH

| Floristen/Floristinnen | St. Leonhard in Passeier

> MBau des Mair Manuel

| Baumeister/innen und Maurer/innen | Sterzing

> Ratschiller Heinz | Waldarbeiter/innen | Naturns

> Jes di Chiaravalle Jessica | Friseure/Friseurinnen | Bressanone

> Kolgjini Xhevahir

| Baumeister/innen und Maurer/innen | Rio Di Pusteria

> Kuen Anton | Transporteure/Transporteurinnen | Kuens

> Konditorei Leimgruber Nadia KG der Leimgruber Nadia und Co. | Konditoren/Konditorinnen | Ahrntal

> Stofner Christoph | Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/innen | Steinhaus/Ahrntal

Weil Handwerk nicht nur Beruf, sondern Identität ist. Was ist deine? www.generation.h.net

Handwerk: Mehr als ein Job

WIE SICH DIE ERWARTUNGEN JUNGER GENERATIONEN VERÄNDERN –UND WARUM DAS HANDWERK DARAUS EINE STÄRKE MACHEN KANN.

Lange war die Sache eindeutig.

Gute Noten, Studium, Bürojob. Wer es schaffen wollte, ging diesen Weg.

Die Millennials sind mit genau dieser Vorstellung groß geworden und sie sind die erste Generation, die erlebt, wie sie brüchig wird: Nicht abrupt, aber spürbar. Denn vieles von dem, was früher als sicher galt, verliert an Substanz. Routinetätigkeiten verschwinden. Digitalisierung beschleunigt Prozesse. Künstliche Intelligenz übernimmt Aufgaben, die noch vor wenigen Jahren als Einstieg in die Arbeitswelt galten.

Was bleibt, ist die Frage: Wodurch werden junge Menschen heute wirklich motiviert, was treibt sie an?

Die Antwort darauf ist weniger komplex als sie auf den ersten Blick erscheint: durch Lust auf Leistung, durch Lust, etwas zu kreieren und eigenhändig etwas zu schaffen.

Leistung erlebt eine neue Bedeutung. Sie wird nicht mehr nur erwartet – sie wird bewusst gesucht.

Viele junge Menschen wollen etwas leisten, etwas bewegen, etwas aufbauen, nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus innerem Antrieb.

Gerade die Millennials stehen für diese Haltung. Sie haben Lust auf Leistung – aber nicht als Selbstzweck. Leistung soll Wirkung haben. Sie soll zeigen, dass das eigene Tun einen Unterschied macht. Genau hier liegt die Stärke des Südtiroler Handwerks.

In unseren Betrieben ist Leistung kein abstrakter Begriff, sondern gelebte Realität: anpacken, Verantwortung übernehmen, Qualität liefern. Wer arbeitet, schafft Werte. Wer Leistung bringt, schafft Wohlstand – für sich, für den Betrieb und für das Land.

ERSTE GENERATION IM WANDEL

Die Generationenforscherin, Gesundheitspsychologin und Autorin Dr. Steffi Burkhart beschreibt diese Verschiebung präzise. Sie spricht von einer „Entry-Level-White-CollarJob-Krise“.

Gemeint sind genau jene Tätigkeiten, mit denen viele Millennials gestartet sind: Präsentationen erstellen, E-Mails formulieren, Daten aufbereiten. Heute kann das auch eine Maschine. Heute verschiebt sich dieses Bild, es entsteht etwas Neues, eine Gegenbewegung.

Steffi Burkhart © Simon Wegener

Burkhart formuliert es so: „Im Handwerk sieht man am Ende des Tages, was man geschaffen hat. Das ist kein kleines Detail. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu einem Leben im Spreadsheet.“

Was wie ein einfacher Vergleich klingt, ist in Wahrheit eine Zeitenwende. Denn Arbeit wird wieder daran gemessen, ob sie Wirkung hat.

Millennials sind die erste Generation, die diesen Wandel nicht nur beobachtet, sondern lebt. Sie stehen mitten im System – und merken, dass sich seine Logik verändert.

ZWISCHEN DAUER-ONLINE UND ECHTER ERFAHRUNG

Die Diagnose geht tiefer. Burkhart beschreibt eine Generation, die permanent vernetzt ist – und sich gleichzeitig oft wenig verbunden fühlt. Sie nennt dieses Phänomen einen Technologieparadox: Mehr als 70 Stunden pro Woche online – und dennoch ein wachsendes Bedürfnis nach echten, physischen Erfahrungen.

Der Soziologe Hartmut Rosa spricht von einem Verlust an Resonanz. Je schneller und funktionaler das Leben wird, desto schwerer wird es, echte Verbindung zu erleben.

Viel Output, wenig greifbares Ergebnis. Deshalb verschiebt sich die Erwartung an Arbeit. Sie soll nicht nur funktionieren. Sie soll etwas zurückgeben und wieder spürbar sein: Greifbar, nachvollziehbar, sinnvoll.

Unternehmen werden damit zu mehr als Arbeitgebern.

Zu Orten, an denen man erlebt, dass das eigene Tun einen Unterschied macht. Burkhart nennt das „Care-Units“. Man könnte auch sagen: Arbeitsorte, die wieder etwas mit Leben zu tun haben.

Und genau hier beginnt das, was Burkhart ein „positives Momentum“ für Handwerk und KMU nennt.

Denn das, was viele junge Menschen suchen, ist im Handwerk bereits vorhanden.

MILLENNIALS ALS SCHLÜSSELGENERATION

Für den Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) ist das keine abstrakte Debatte.

Denn die Millennials sind heute nicht mehr nur Nachwuchs. Sie sind Unternehmerinnen, Betriebsnachfolger, Führungskräfte. Sie stehen zwischen zwei Welten, zwischen analoger Herkunft und digitaler Gegenwart. Sie entscheiden, wie Handwerk in Zukunft funktioniert und verändern das System von innen.

lvh-Präsident Martin Haller formuliert es so: „Wir vom Handwerk müssen weiterhin aufzeigen, wie schön und abwechslungsreich unsere Handwerksberufe sind. Wir müssen dabei noch stärker den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen suchen.“

Es geht nicht darum, das Handwerk neu zu erfinden, sondern darum, es neu sichtbar zu machen.

lvh-Direktor Walter Pöhl bringt es auf den Punkt: „Wer junge Menschen gewinnen will, muss das Handwerk nicht neu erfinden, aber zeitgemäß zugänglich machen. Es geht darum, Qualifikation, Sinn und Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar zu machen.“

Das Handwerk hat viel von dem, was Millennials suchen. Der Inhalt ist da, die Übersetzung entscheidet.

Andrea Rogen © Oskar Zingerle Brixmedia

ANDREA ROGEN: ARBEIT ALS PROZESS

Andrea Rogen, Jahrgang 1989, ist Teil dieser Generation. Sie arbeitet im Familienbetrieb Möbel Rogen in Mühlbach – einem Unternehmen, das Planung, Beratung und handwerkliche Umsetzung verbindet.

Ihr Arbeitsalltag ist kein klar abgegrenzter Job. Er ist ein Prozess: Beratung, Organisation, Umsetzung – alles greift ineinander: „Besonders wichtig ist mir, in möglichst alle Bereiche des Betriebs Einblick zu haben“, erklärt Rogen. Arbeit bedeutet hier nicht Spezialisierung, sondern Zusammenhang: verstehen, mitdenken, mitgestalten.

Auf die Frage, warum Handwerk für Millennials attraktiv ist, antwortet sie klar: „Im Handwerk schafft man etwas Reales und Bleibendes, und man sieht am Ende ganz konkret, was durch die eigene Arbeit entstanden ist. Ich denke schon, dass genau das ein großer Vorteil ist.“

Es geht nicht um Theorie. Es geht um Ergebnis und um das Gefühl, Teil davon zu sein.

Auch ihre Erwartungen an Arbeit spiegeln einen größeren Wandel: „Junge Menschen wünschen sich heute oft mehr Sinn in ihrer Arbeit, mehr Austausch und die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Sie möchten nicht nur funktionieren, sondern wirklich Teil eines Ganzen sein.“

Das ist kein Idealbild, es ist, einfach gesagt, Alltag.

Martin
Walter

CHRISTIAN MAHLKNECHT:

WIRKUNG IN ECHTZEIT

Christian Mahlknecht, ebenfalls Jahrgang 1989, gehört auch zu den Millennials.

Er betreibt mit echt.kreativstudio ein Unternehmen für Grafik, Web und Fotografie in Klobenstein auf dem Ritten.

Seine Arbeit ist digital aber nicht abstrakt. „Ja, auf jeden Fall. Gerade in meinem Arbeitsalltag ist das sehr spürbar: Ich entwickle zum Beispiel ein Logo, gestalte eine Website oder mache Fotos für einen Betrieb – und kurze Zeit später sieht man das Ergebnis bereits im Einsatz.“

Der Unterschied liegt nicht im Gewerk, sondern in der Wirkung. Arbeit wird dort interessant, wo sie sichtbar wird: Schnell, direkt, erlebbar. Sie muss sich auch richtig anfühlen.

„Viele Kundinnen und Kunden suchen heute nicht nur jemanden, der ‚irgendwas gestaltet‘, sondern jemanden, der mitdenkt und das Gesamtbild versteht.“

Auch seine Haltung zur Arbeit ist typisch für Millennials: Nicht nur funktionieren, sondern gestalten. Nicht nur liefern, sondern verstehen. Nicht nur arbeiten, sondern etwas aufbauen, das Sinn ergibt. Es geht nicht mehr um Leistung allein, sondern um Verständnis.

ZWEI BETRIEBE, EIN MUSTER

Die Tischlerei und das Kreativstudio haben wenig gemeinsam und doch sehr viel.

Beide zeigen, was Millennials antreibt: Andrea Rogen spricht vom Bleibenden – Christian Mahlknecht vom Unmittelbaren.

Das eine ist langfristig. Das andere sofort sichtbar, aber beides bedeutet dasselbe: Arbeit muss spürbar sein, Arbeit wird erlebbar. Genau darin liegt der gemeinsame Nenner der Millennials. Sie suchen keine perfekte Karriere. Sie suchen eine Arbeit, die einen Unterschied macht. Was könnte besser das Handwerk und sein Tätigkeitsfeld, seine Emotionen und seine Wirkung beschreiben?

WAS BETRIEBE VERSTEHEN MÜSSEN

Die Konsequenzen sind weniger kompliziert, als sie klingen. Wer Millennials gewinnen will, muss nicht alles verändern. Zugehörigkeit wird entscheidend, nicht als Schlagwort, sondern im Alltag. Das „Warum“ eines Betriebs wird wichtiger, nicht als Marketing, sondern als Haltung. Verantwortung muss echt, muss erlebbar sein, nicht später, sondern früh. Burkhart formuliert es deutlich: Unternehmen müssen zur „Caring Company“ werden, nicht aus Idealismus, sondern aus Notwendigkeit.

Denn in einer Welt, in der alles um Aufmerksamkeit konkurriert, reicht es nicht mehr, einfach da zu sein. Man muss relevant sein. Damit verändert sich auch Führung. Burkhart spricht von „Inspiring Leadership“. Nicht als Methode, sondern als Haltung. Führung bedeutet heute nicht mehr Kontrolle, sondern Orientierung. Für das Handwerk ist das keine Schwäche, sondern eine echte Chance.

Denn Nähe, Vertrauen und direkte Zusammenarbeit gehören hier zum Alltag. Was früher selbstverständlich war, wird plötzlich zum Vorteil.

Wenn man all das zusammennimmt, entsteht ein klarer Befund: Das Handwerk hat kein Substanzproblem, ganz im Gegenteil. Seine Stärken sind da: Sinn, Wirkung, Qualität, Gemeinschaft. Aber sie werden nicht immer so sichtbar, wie sie es sein könnten. Burkhart spricht von „Wow-Momenten“. Momente, die hängen bleiben. Im Handwerk entstehen sie jeden Tag. Nur werden sie zu selten erzählt.

EIN GÜNSTIGER ZEITPUNKT

Die Ausgangslage war selten so gut. Millennials hinterfragen alte Karrieremodelle.

Die Generation Z sucht Orientierung.

Die Generation Alpha wächst in einer Welt auf, in der Sinn wichtiger sein wird als Status.

Und das Handwerk? Hat genau das zu bieten!

Nicht als Versprechen, sondern als Realität.

Millennials haben kein Problem mit Arbeit.

Sie haben ein Problem mit Arbeit, die nichts hinterlässt und genau deshalb verändert sich gerade etwas Grundlegendes.

Arbeit wird wieder daran gemessen, ob sie spürbar ist, ob sie etwas schafft und was sie bedeutet.

Das Handwerk muss dafür nichts neu erfinden. Es muss nur zeigen, was längst da ist.

ERFOLGREICHE UNTERNEHMENSFÜHRUNG: Mit dem richtigen Know-how in Management, Produktion, Verkauf, Marketing und Organisation zum Erfolg.

Audit „familieundberuf“ stärkt Betriebe und Mitarbeitende

DAS AUDIT „FAMILIEUNDBERUF“ UNTERSTÜTZT BETRIEBE DABEI, ARBEITSBEDINGUNGEN ZU SCHAFFEN, DIE LEISTUNG ERMÖGLICHEN UND GLEICHZEITIG RAUM FÜR FAMILIE, PFLEGE UND PERSÖNLICHE VERANTWORTUNG LASSEN.

Fachkräfte gewinnen, Mitarbeitende langfristig binden und gleichzeitig auf unterschiedliche Lebensphasen Rücksicht nehmen – diese Herausforderungen prägen heute den Arbeitsalltag vieler Unternehmen. Das Audit „familieundberuf“ ist ein strategisches Managementinstrument für eine familien- und lebensphasenbewusste

Personalpolitik. Unternehmen durchlaufen dabei einen strukturierten Entwicklungsprozess, der von ausgebildeten Auditorinnen und Auditoren begleitet und über mehrere Stufen hinweg weiterentwickelt wird. Am Ende steht ein anerkanntes Zertifikat, das das Engagement der Betriebe sichtbar macht – gegenüber Mitarbeitenden, Bewerberinnen und Bewerbern sowie der Öffentlichkeit.

FAMILIENFREUNDLICHE

UNTERNEHMENSKULTUR

Im Mittelpunkt des Audits steht ein klar definierter Entwicklungsprozess. In mehreren Schritten analysieren die Betriebe ihre bestehenden Strukturen und entwickeln Maßnahmen, die zu ihrem Unternehmen passen. Dabei werden Themen wie Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Führungskultur, Personalentwicklung, betriebliche Zusatzleistungen oder Serviceangebote für Familien gemeinsam mit den Mitarbeitenden weiterentwickelt. Das Ziel: Vereinbarkeit nicht nur als gutes Prinzip zu formulieren, sondern als konkreten Bestandteil moderner Unternehmensführung zu verankern.

Für Unternehmen bringt das messbare Vorteile: höhere Zufriedenheit der Mitarbeitenden, stärkere Bindung an den Betrieb, geringere Fluktuation und bessere Chancen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.

Mike Marseiler, Mike Marseiler & Co. KG © Nextlevel Handwerk

HANDWERKSBETRIEBE SETZEN BEWUSST AUF VEREINBARKEIT

Auch im Südtiroler Handwerk gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Gerade kleine und mittlere Betriebe stehen vor der Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte zu finden und langfristig zu halten. Eine moderne Unternehmenskultur, die unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigt, kann hier ein entscheidender Faktor sein.

Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Unternehmen Holztechnik Marseiler des Mike Marseiler & Co. KG aus Schluderns im Vinschgau. Der familiengeführte Handwerksbetrieb beschäftigt rund zehn Mitarbeitende und hat sich auf hochwertigen Holzbau spezialisiert – von individuell geplanten Holzhäusern über Aufstockungen bis hin zu anspruchsvollen Holzkonstruktionen. Wie in vielen erfolgreichen Handwerksbetrieben bildet auch hier ein eingespieltes Team das Fundament des Unternehmens. Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit prägen die tägliche Zusammenarbeit und sind entscheidend für die hohe Qualität der Arbeit. Gerade aus diesem Selbstverständnis heraus hat sich das Unternehmen bewusst für die Teilnahme am Audit entschieden. Ziel war es, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben im Betrieb nachhaltig zu stärken.

Mike Marseiler, Inhaber von Marseiler Holztechnik, betont: „Wir sind überzeugt, dass zufriedene Mitarbeitende die Grundlage für Qualität und langfristigen Erfolg sind. Das Audit hat uns dabei unterstützt, unsere betrieblichen Strukturen noch bewusster weiterzuentwickeln und die Vereinbarkeit im Arbeitsalltag nachhaltig zu verankern.“

Auch das Transport- und Erdbewegungsunternehmen Unterhofer GmbH am Ritten sieht im Audit einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Betriebs. Das Familienunternehmen ist seit vielen Jahren im Bereich Transport, Erdbewegung, Recycling sowie Baustellenlogistik tätig und beschäftigt rund 35 Mitarbeitende. Für den Betrieb ist klar: Gute Arbeit entsteht nur dort, wo auch das Arbeitsumfeld stimmt.

Lisa Unterhofer Meraner betont: „Das Audit ist für uns eine wertvolle Möglichkeit, unseren Betrieb weiterzuentwickeln. Es zeigt, dass moderne Arbeitsbedingungen und handwerkliche Qualität kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken. Wenn sich Mitarbeitende im Betrieb wohlfühlen, wirkt sich das auch direkt auf Motivation und Qualität der Arbeit aus.“

Für den Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) ist das Audit ein wichtiger Baustein, um das Handwerk als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Gerade im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte gewinnen Themen wie Arbeitsklima, Flexibilität und Lebensqualität zunehmend an Bedeutung.

lvh-Vizepräsident Hannes Mussak unterstreicht diese Entwicklung: „Das Handwerk lebt von Menschen – von ihrem Können, ihrem Engagement und ihrer Motivation. Das Audit ‚familieundberuf‘ hilft Betrieben, moderne Arbeitsbedingungen zu schaffen und gleichzeitig ihre Werte als verantwortungsvolle Arbeitgebende sichtbar zu machen. Das stärkt nicht nur die Betriebe selbst, sondern das gesamte Handwerk.“

INVESTITION IN DIE ZUKUNFT

Das Audit „familieundberuf“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Familienagentur der Autonomen Provinz Bozen und der Handelskammer Bozen. Seit vielen Jahren begleitet es Unternehmen unterschiedlichster Branchen auf dem Weg zu einer nachhaltigen, familienfreundlichen Unternehmenskultur.

Für viele Betriebe ist das Audit daher weit mehr als ein Zertifikat. Es ist ein Impuls für organisatorische Weiterentwicklung, bessere Zusammenarbeit und langfristige Mitarbeiterbindung.

Oder anders gesagt: Wer Vereinbarkeit ernst nimmt, investiert in die Zukunft seines Betriebs – und in die Zukunft des Handwerks.

Lisa Unterhofer Meraner, Unterhofer GmbH © echt

ISO 14001 nutzen: Jetzt Label beantragen!

NACHHALTIGKEIT WIRD FÜR HANDWERKSBETRIEBE ZUNEHMEND ZUM

WETTBEWERBSFAKTOR. WER UMWELTBEWUSST ARBEITET UND DIES

AUCH SICHTBAR MACHT, POSITIONIERT SICH LANGFRISTIG AM MARKT.

Viele Betriebe wissen nicht, dass sie den Weg zum Nachhaltigkeitslabel oft bereits begonnen haben –etwa durch bestehende Zertifizierungen. So können Unternehmen mit anerkannten Umweltstandards wie ISO 14001, EMAS, einer Gemeinwohl-Bilanz, dem ZNU-Standard oder als B-Corp das Nachhaltigkeitslabel Südtirol beantragen.

Das Besondere: Das Nachhaltigkeitslabel basiert auf internationalen Zertifizierungen und bietet daher verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Betriebe müssen nicht bei null beginnen, sondern können auf vorhandene Strukturen und Nachweise aufbauen. Gerade für Handwerksbetriebe, die bereits nachhaltige Prozesse etabliert haben, eröffnet sich damit eine ein-

fache Möglichkeit, ihre Leistungen sichtbar zu machen und offiziell auszeichnen zu lassen.

Der lvh begleitet interessierte Betriebe auf diesem Weg. Mit einer kurzen Umfrage können Unternehmen prüfen, ob sie die Voraussetzungen für das Nachhaltigkeitslabel erfüllen. Anschließend unterstützt der Verband dabei, den passenden Weg zur Zertifizierung zu finden und die nächsten Schritte zu planen.

Mehr Informationen gibt es über folgenden QR-Code:

ISO 14001 nutzen: Jetzt Label beantragen!

TIPP: PRÄMIE FÜR LEHRBETRIEBE: UNTERSTÜTZUNG FÜR AUSBILDUNG IM HANDWERK

Die Ausbildung von Lehrlingen ist ein zentraler Baustein für die Zukunft des Südtiroler Handwerks. Um das Engagement der Betriebe zu unterstützen, stellt die Autonome Provinz Bozen auch im Jahr 2026 finanzielle Prämien für Lehrbetriebe bereit, deren Lehrlinge die Ausbildung erfolgreich abschließen.

Lehrbetriebe erhalten 2.000 Euro, wenn die gesamte Lehrzeit im eigenen Betrieb absolviert wurde. Wurde zumindest die Hälfte der Ausbildungszeit im Betrieb geleistet, beträgt die Prämie 1.000 Euro.

Der Antrag auf die Lehrlingsprämie muss innerhalb von 90 Tagen nach bestandener Lehrab-

schlussprüfung beim Landesamt für Handwerk und Gewerbegebiete eingereicht werden. Betriebe können die Förderung auch für mehrere Lehrlinge beantragen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Zentrale Supportstelle für Förderungen und Finanzierungen übernimmt auf Wunsch die gesamte Abwicklung des Beitragsgesuchs. Damit wird sichergestellt, dass Förderungen korrekt, fristgerecht und ohne unnötigen bürokratischen Aufwand beantragt werden.

Informationen und Beratung unter:

Tel.: +39 0471 323 267

E-Mail: kredit@lvh.it.

SMARTES HANDWERK – PRAKTISCH UMGESETZT

mycivis: das müssen Handwerksbetriebe jetzt wissen

MIT MYCIVIS STEHT SÜDTIROLS BETRIEBEN EIN NEUES ZENTRALES PORTAL FÜR DIE ABWICKLUNG

VON FÖRDERANTRÄGEN ZUR VERFÜGUNG. DAS PORTAL IST AUCH OHNE LOGIN EINSEHBAR, UM ALLE FUNKTIONEN NUTZEN ZU KÖNNEN, WIRD EINE REGISTRIERUNG JEDOCH EMPFOHLEN.

Für die Einreichung von Förderanträgen gilt eine klare Regel: Der Antrag muss über eine natürliche Person erfolgen, die vom Unternehmen entsprechend bevollmächtigt wurde. Eine Einreichung direkt über einen Firmenaccount ist nicht vorgesehen. Betriebe sollten daher frühzeitig klären, wer diese Rolle übernimmt.

Nach der Antragstellung – entweder über mycivis oder per PEC – wird nach einigen Tagen der sogenannte CUP

(Code Unico di Progetto) zugeteilt. Dieser Code ist entscheidend für die weitere Abwicklung: Er muss verpflichtend auf den Rechnungen angegeben werden und sollte auch bei Zahlungen angeführt werden. Fehlt dieser Verweis, kann dies dazu führen, dass die entsprechenden Ausgaben nicht anerkannt werden.

Der lvh unterstützt seine Mitgliedsbetriebe bei der Erstellung von Förderanträgen.

Für weitere Informationen steht die lvh-Abteilung Innovation & Neue Märkte gerne zur Verfügung: Tel.: 0471 323 245 / 225 / 490E-Mail: innovation@lvh.it.

Hier geht‘s zum neuen mycivis-Portal

WEITERBILDUNG

ERFOLGSFAKTOR BILDUNG: Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung sowie die Stärkung des Meistertitels sind das Fundament für hochwertiges Südtiroler Handwerk.

Neue

Impulse für das Handwerk

DAS HANDWERK LEBT VOM AUSTAUSCH – UND DIESER ENDET LÄNGST NICHT MEHR AN LANDESGRENZEN. MIT EINEM NEUEN PROJEKT ZUR FÖRDERUNG VON AUSLANDSPRAKTIKA SETZT DER LVH EIN STARKES ZEICHEN FÜR DIE INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT.

Mehrere angehende Tischler und Zimmerer der Berufsbildenden Schule 3 Hannover absolvieren derzeit ein mehrwöchiges Praktikum in Südtiroler Handwerksbetrieben. Organisiert und koordiniert wurde das Projekt von der Abteilung Berufsbildung des lvh, die damit gezielt den

fachlichen und interkulturellen Austausch junger Fachkräfte stärkt – für die internationale Zusammenarbeit und die Zukunft der Ausbildung.

Ziel ist es, fachliche Kompetenzen zu vertiefen, neue Techniken kennenzulernen und gleichzeitig Einblicke in andere Arbeitsweisen und Betriebskulturen zu gewinnen. Für das Handwerk bedeutet das: Lernen über Grenzen hinweg – praxisnah und direkt im Betrieb.

LERNEN, WO HANDWERK GELEBT WIRD

Die jungen Fachkräfte arbeiten direkt in den Betrieben mit und werden in den Arbeitsalltag integriert.

Sie bringen bereits solides Fachwissen aus ihrer Ausbildung mit und erweitern dieses durch neue Techniken, Materialien und Herangehensweisen. Für die Betriebe entsteht so ein unmittelbarer Austausch, der weit über klassische Ausbildung hinausgeht.

Zwei Südtiroler Handwerksbetriebe nehmen in diesem Projekt eine zentrale Rolle ein – beide stehen exemplarisch für Qualität, Innovationskraft und eine starke Ausbildungskultur.

HANDWERK MIT ANSPRUCH: TISCHLEREI ENGL IN EPPAN

Die Tischlerei Engl – d.P. Engl & Co. in Eppan blickt auf eine lange Tradition zurück und hat sich gleichzeitig als moderner Betrieb positioniert.

v.l. Daniel, Peter und Philipp Engl, Tischlerei Engl d.P. Engl & Co. © OKiS media design

HANDWERK VERNETZT DENKEN

Das Konzept der Auslandspraktika ist bewusst so gestaltet, dass sowohl Betriebe als auch Teilnehmende profitieren.

Für die Südtiroler Unternehmen entsteht kein finanzieller Aufwand: Die Auszubildenden bleiben in ihren Heimatbetrieben angestellt, werden dort weiterhin entlohnt und sind umfassend versichert. Gleichzeitig bringen sie Motivation, Fachwissen und neue Perspektiven mit in den Betrieb.

Der Betrieb wurde 1961 gegründet, befindet sich derzeit im Übergang zur dritten Generation und hat sich auf hochwertigen Möbelbau und individuellen Innenausbau spezialisiert. Planung, Fertigung und Montage erfolgen aus einer Hand – mit einem klaren Fokus auf Qualität, Funktionalität und Design.

Inhaber Peter Engl sieht in den Auslandspraktika einen wichtigen Impuls: „Junge Menschen aus anderen Ländern bringen neue Ideen und Denkweisen mit. Dieser Austausch ist wertvoll – für die Betriebe genauso wie für die Ausbildung.“

TRADITION UND INNOVATION:

TISCHLEREI SCHRAFFL IN WELSBERG

Im Pustertal öffnet die Tischlerei Schraffl GmbH in Welsberg ihre Türen. Der traditionsreiche Betrieb verbindet klassische Tischlerarbeit mit modernem Innenausbau und realisiert Projekte für private und öffentliche Auftraggeber. Dabei stehen Präzision, hochwertige Materialien und innovative Lösungen im Mittelpunkt. Das Unternehmen sieht in solchen Praktika und Austauschmöglichkeiten eine wertvolle Investition in die Zukunft. Sie bieten jungen Menschen die Chance, fachliche und persönliche Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig entsteht auch für den Betrieb und seine Mitarbeitenden ein bereichernder Austausch, der neue Impulse bringt und für Abwechslung im Arbeitsalltag sorgt.

Firmeninhaber Karl Kandidus Schraffl sieht im internationalen Austausch vor allem eine Investition in die Zukunft: „Solche Praktika sind für junge Menschen enorm wichtig. Sie lernen nicht nur fachlich dazu, sondern entwickeln sich auch persönlich weiter – und genau davon profitieren auch wir als Betrieb.“

Für die Praktikanten bedeutet der Aufenthalt eine wertvolle Erfahrung: Sie lernen neue Arbeitsweisen kennen, sammeln praktische Erfahrungen und entwickeln sich fachlich wie persönlich weiter.

„Unsere Handwerksbetriebe beweisen damit ihre Offenheit und ihren Einsatz für die Ausbildung“, betont lvh-Präsident Martin Haller.

Auch lvh-Direktor Walter Pöhl unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen und ordnet sie in einen größeren Zusammenhang ein: „Betriebe suchen gerade in Zeiten des Fachkräftemangels auch neue Wege, um interessierten jungen Menschen Einblicke in das Handwerk zu geben. Auslandspraktika sind dafür eine sehr gute Möglichkeit, weil sie fachliche Qualifikation mit persönlicher Entwicklung verbinden.“

Damit wird deutlich: Ausbildung im Handwerk findet längst nicht mehr nur im eigenen Betrieb statt, sondern zunehmend auch im internationalen Kontext. Gerade diese Offenheit schafft neue Chancen – für Betriebe ebenso wie für Nachwuchskräfte.

Der Austausch zwischen Schulen, Betrieben und jungen Fachkräften schafft zudem neue Kontakte, stärkt die Ausbildungsqualität und bringt frische Impulse in die Betriebe.

lvh-Vizepräsident Hannes Mussak bringt es auf den Punkt: „Über die Berufsbildung öffnen wir Türen, die ein Mehrwert für beide Seiten sind – für die jungen Menschen ebenso wie für die Betriebe.“

Das Ziel ist klar: Noch mehr Südtiroler Betriebe sollen künftig als Partner für internationale Praktika gewonnen werden. Denn eines zeigt dieses Projekt deutlich – wer über Grenzen hinweg denkt, stärkt nicht nur die eigene Ausbildung, sondern auch die Zukunft des Handwerks insgesamt.

v.l.: Hannes Mussak, Walter Pöhl und Martin Haller
© Harald Wisthaler

Meisterkurse

DER MEISTERBRIEF IST DAS QUALITÄTSMERKMAL IM HANDWERK. DAS LAND SÜDTIROL UND DAS WIFI DER HANDELSKAMMER BIETEN ANGEHENDEN MEISTER/INNEN GEZIELT

KURSE ZUR FACHLICHEN VORBEREITUNG AUF DEN NÄCHSTEN KARRIERSCHRITT AN.

BERUF INFORMATIONSTREFFEN

Karosserietechniker/ innen

Schönheitspfleger/ innen

Bau- und Galanteriespengler/ innen

Mitarbeiterführung und Lehrlingsausbildung

ZEITRAUM

08.04.2026 19:00 Uhr online Frühjahr 2027 bis Herbst 2028

13.04.2026 19:00 Uhr online Oktober 2026 bis Juni 2027

15.05.2026 17:30 Uhr Noi Tech Park Start Jänner 2027

August 2026

vorwiegend Landesberufsschule für Handwerk und IndustrieBozen

Noi Tech Park Bozen

vorwiegend Noi Tech Park Bozen

circa 400 Stunden

GRAMM

Meisterprüfungsprogramm

circa 250 Stunden

circa 475 Stunden

Bozen 40 Stunden

Veranstalter ist das Amt für Lehrlings- und Meisterausbildung Weitere Informationen unter dieser E-Mail: lehre.meister@provinz.bz.it PEC: lehre.apprendistato@pec.prov.bz.it oder folgendem QR-Code: Informationen zum WIFI-Kurs: www.wifi.bz.it/meisterausbildung

Unternehmensführung im Handwerk Kursanmeldung ab 06. Mai, 09:00 Uhr

September 2026 bis Mai 2027

Bozen, Brixen, Bruneck, Meran 190 Stunden

Meisterprüfungsprogramm

Meisterprüfungsprogramm

Meisterprüfungsprogramm

VORAUSSETZUNG

Zulassung zur Meisterprüfung

Zulassung zur Meisterprüfung

Zulassung zur Meisterprüfung

Zulassung zur Meisterprüfung

Alessandro Risio, Tel. +39 0471 41 6985, alessandro.risio@ provinz.bz.it

Claudia Matzneller, Tel. +39 0471 41 6987, claudia.matzneller@ provinz.bz.it

Elisa Resch, Tel. +39 0471 41 6997, elisa.resch@provinz. bz.it

Stefanie Fink, Tel. +39 0471 416988, stefanie.fink@provinz. bz.it

Meisterprüfungsprogramm Zulassung zur Meisterprüfung

WER ANPACKT, WILL AUCH WEITERKOMMEN.

WIFI, Tel. +39 0471 945666, wifi@handelskammer. bz.it

Im lvh-Kurskalender finden Sie neue Ideen, Praxiswissen und Anregungen für Ihren Berufsalltag. Jetzt entdecken: www.lvh.it/kurse oder direkt über diesen QR-Code:

ANDWERK TRIFFT SCHULE

40 Betriebe, 100 Jugendliche, 15 Berufe: Der Skills Day in St. Ulrich

Beim „Skills Day“ der Mittelschulen St. Ulrich und Wolkenstein stellten 40 Betriebe rund 100 Schülerinnen und Schülern 15 Handwerksberufe vor: Holzbildhauer/ in, Bodenleger/in, Elektrotechniker/in, Fassmaler/in und Vergolder/in, Friseur/in, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/in, Karosserietechniker/in, Kfz-Mechatroniker/in, Maler/in und Lackierer/in, Schmied/ in und Schlosser/in, Schönheitspfleger/in, Tapezierer/ in-Raumausstatter/in, Tischler/in sowie Holzbaumeister/in und Zimmerer/in.

Für Hannes Senoner, lvh-Ortsobmann von St. Ulrich, ist das Format mehr als ein Schultag außerhalb des Klassenzimmers: „Solche Initiativen sind für unsere Handwerksbetriebe von großer Bedeutung, um neue Lehrlinge zu gewinnen und qualifizierte einheimische Arbeitskräfte zu sichern“, sagt er. „Die Schülerinnen und Schüler erkennen besonders gut, wie komplex dieser Beruf ist – und gleichzeitig erleben sie den Reiz und die Besonderheit, die er mit sich bringt.“ Handwerk wurde hier erlebt. Oder anders gesagt: Zukunft entsteht, wenn man sie anfassen darf.

Zukünftige Bodenlegerinnen im Einsatz © lvh.apa

Berufsorientierung soll auch Spaß machen © lvh.apa

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BRANCHEN & BEZIRKE

DIE VIELFALT DES HANDWERKS: Neuigkeiten, Trends, die Projekte der lvh-Berufsgemeinschaften und aktuelle Wirtschaftsthemen auf einen Blick.

Handwerk zum Anbeißen:

Eine süße Verführung

KONDITOR/INNEN:

MANCHE BETRIEBE WACHSEN AUS EINER KLAREN GESCHÄFTSIDEE. ANDERE AUS EINER INNEREN GEWISSHEIT. BEI CHRISTIAN LEITGEB WAR FRÜH KLAR, DASS SEIN WEG IN DIE KÜCHE FÜHREN WÜRDE.

„Ich wollte schon immer Koch werden, um in die Fußstapfen meines Vaters zu treten“, sagt Christian Leitgeb. Doch bereits in den ersten Berufsjahren zeigte sich, wohin die Leidenschaft tatsächlich führte: nicht an den Herd im klassischen Sinn, sondern in die Welt der Patisserie.

Heute steht er mit seiner „Leitgeb Design Patisserie“ für eine Form des Handwerks, die Präzision, Ästhetik und

Christian Leitgeb mit seinen süßen Früchten © lvh.apa

Geschmack eng miteinander verbindet.

Der Betrieb ist in Lana präsent; auf seinem Instagram-Kanal zeigt Leitgeb eine Handschrift, die stark über Monoportionen, Torten und detailgenaue Dessertgestaltung funktioniert. Dort werden immer wieder fein ausgearbeitete Einzelportionen, Geburtstagstorten und auffällige Patisserie-Kreationen präsentiert.

DER

WEG IN DIE PATISSERIE

Der Einstieg in die süße Welt kam nicht über einen theoretischen Plan, sondern über den Arbeitsalltag. Als Leitgeb begann, professionell zu arbeiten, merkte er schnell, dass ihn vor allem die Patisserie anzog. Was ihn bis heute daran fasziniert, ist die Mischung aus Offenheit und Genauigkeit. „Mich begeistert besonders die Vielfältigkeit der Arbeit, weil ich immer wieder neue Kreationen entwickeln kann“, sagt Leitgeb. „Gleichzeitig braucht es eine sehr präzise und sorgfältige Arbeitsweise mit den verschiedenen Produkten.“

Darin liegt auch der Kern seines Betriebs: Patisserie ist für ihn nicht bloß Dekoration, sondern ein Handwerk, in dem jede Form, jede Textur und jede Zutat bewusst gesetzt wird.

Die „falschen Früchte“, eine süße Verführung © lvh.apa

Auch Torten aller Art fertig Leitgeb zu jeder Gelegenheit

© Leitgeb Design Patesserie

FALSCHE FRÜCHTE, ECHTE QUALITÄT

Im Mittelpunkt seines Angebots stehen Patisserie-Produkte, insbesondere jene sogenannten „falschen Früchte“, die vor allem durch den französischen Patissier Cédric Grolet bekannt wurden.Die Desserts wirken wie kleine Designobjekte, teils in fruchtähnlicher Form, teils als sorgfältig komponierte Monoportionen mit klarer Oberfläche und präziser Farbgebung.

„Am meisten Spaß macht mir die Herstellung von falschen Früchten, weil ich dabei Kreativität und Präzision perfekt verbinden kann“, sagt Leitgeb. Dieser Satz erklärt viel. Denn gerade in diesem Format zeigt sich, was moderne Patisserie ausmacht: Sie will überraschen, aber nicht nur optisch. Sie lebt davon, dass Form und Inhalt zusammenpassen.

Daneben fertigt er individuelle Torten auf Bestellung – für Geburtstage, Feiern und besondere Anlässe. Was Leitgeb besonders wichtig ist, klingt zunächst schlicht, ist aber in der täglichen Arbeit entscheidend: die Qualität der Produkte, die Genauigkeit in der Ausführung und die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden. „Besonderen Wert lege ich auf die Verwendung hochwertiger Qualitätsprodukte, auf die genaue Arbeitsweise“, sagt er.

Torte mal anders gedacht: Kreativität kennt keine Grenzen © Leitgeb Design Pattesserie

Werden Sie mit einer E-Mail zum Betrieb des Monats: manufakt@lvh.it

MEHR ALS DESSERT

Der Ausgleich zum Beruf ist für Leitgeb wichtig – und notwendig. „Meine größte Herausforderung ist es, die Balance zwischen meinem Beruf und meinem Privatleben zu finden, weil meine Arbeit viel Zeit und Einsatz erfordert“, sagt er. Kraft holt er sich bei seiner Familie, beim Reisen und in der Natur. Auch seine Hobbys – etwa Gitarre spielen – verweisen auf eine Persönlichkeit, die Kreativität nicht nur als berufliche Technik versteht, sondern als Teil des eigenen Lebens.

Leitgeb Design Patisserie ist ein Beispiel dafür, wie sich ein klassisches Handwerk weiterentwickeln kann, ohne seinen Kern zu verlieren. Die Basis bleibt Können. Hinzu kommen Gestaltungswille, eine klare visuelle Sprache und der Anspruch, nicht einfach Produkte zu verkaufen, sondern Erlebnisse zu schaffen. Patisserie ist für Leitgeb dort am stärksten, wo sich Präzision und Idee treffen. Genau das macht seine Arbeit in Lana aus. Sie ist süß, aber nicht beliebig. Präzise, aber nicht kühl und vor allem: unverkennbar handwerklich.

Auf dem Weg nach Shanghai

BAUMEISTER/INNEN UND MAURER/INNEN:

DIE VORBEREITUNG AUF DIE WORLDSKILLS 2026 IN SHANGHAI LÄUFT AUF HOCHTOUREN.

DAS SÜDTIROLER HANDWERK SETZT DABEI AUF EIN PRAXISNAHES TRAINING, UM SEINE TALENTE OPTIMAL AUF DEN INTERNATIONALEN WETTBEWERB VORZUBEREITEN.

WorldSkills-Kandidat und Baumeister-Lehrling Matthias Widmann (Überbacher Bau) absolviert sein Training in Bruneck, wo er von Ernst Seeber, einem erfahrenen Trainer und Berufsfachlehrer, betreut wird. Seeber bringt langjährige Erfahrung in der Ausbildung und im Wettbewerbsumfeld mit und begleitet die Vorbereitung mit fachlicher Expertise und einem klaren Fokus auf Qualität und Präzision. Ziel ist es, reale Arbeitssituationen möglichst genau abzubilden und die Teilnehmenden auf die komplexen Anforderungen des Bauwesens vorzubereiten. Präzises Arbeiten, Zeitmanagement und technisches Verständnis stehen dabei ebenso im Fokus wie handwerkliches Geschick.

Die WorldSkills gelten als wichtigste internationale Plattform für berufliche Exzellenz. Für die teilnehmenden Lehrlinge ist die Vorbereitung daher mehr als nur Training – sie ist eine Chance, ihr Können auf höchstem Niveau unter Beweis

Chance

zu stellen und das Südtiroler Handwerk international zu vertreten.

Der Weg nach Shanghai zeigt: Mit gezielter Förderung, praxisnaher Ausbildung und engagierten Betrieben schafft das Handwerk die Grundlage für Erfolg.

nutzen. Jetzt anmelden!

BODENLEGER/INNEN:

AM FREITAG, 17. APRIL 2026 FINDET BEI DER FIRMA BRITEX IN BRIXEN EINE WEITERBILDUNG FÜR DEN BEREICH PU-PFLICHTBESCHEINIGUNG UND HOLZKITTKURS STATT.

DIE BERUFSGEMEINSCHAFT DER BODENLEGER/INNEN IM LVH RUFT ZUR TEILNAHME AUF.

Die Anforderungen im Bodenlegerhandwerk steigen kontinuierlich umso wichtiger ist gezielte Weiterbildung. Der lvh bietet daher eine praxisnahe Schulung für die Berufsgruppe der Bodenleger/innen an, die aktuelles Fachwissen mit konkretem Nutzen für den Betrieb verbindet. Im Mittelpunkt steht der PU-Pflichtbescheinigung- und Holzkittkurs, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fundierte Kenntnisse im sicheren und sachgerechten Umgang mit PU-Produkten sowie Holzkitt erwerben. Diese Materialien sind aus dem modernen Bodenlegerhandwerk nicht mehr wegzudenken – ihre fachgerechte Verarbeitung ist entscheidend für Qualität, Langlebigkeit und Sicherheit. In kompakter Form werden die wichtigsten Grundlagen vermittelt und direkt mit praktischen Anwendungen verknüpft. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten alle Teilnehmenden die vorgeschriebene PU-Pflichtbescheinigung. Ziel ist es, die Qualität der Arbeit langfristig zu sichern und den steigenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Die Schulung findet am Freitag, 17. April 2026, von 15:00 bis 17:00 Uhr bei der Firma Britex in Brixen statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und beinhaltet neben der Bescheinigung auch eine gemeinsame Grigliata. Nutzen sie die Gelegenheit ihr Fachwissen zu vertiefen. Interessierte können sich noch bis zum 10. April unter nebenstehendem QR-Code oder folgender E-Mail für den Kurs anmelden: bau@lvh.it.

Jetzt, bis spätestens 10. April, über diesen QR-Code, zum Kurs anmelden!

Matthias Widmann beim Training © lvh.apa

Gemeinschaft und Weiterbildung

DACHDECKER/INNEN:

DER SKITAG DER BERUFSGEMEINSCHAFT WAR DER AUFTAKT FÜR EIN STARKES JAHRESPROGRAMM 2026.

Das Dachdeckerhandwerk ist geprägt von Teamarbeit und praktischer Erfahrung. Umso wichtiger ist der regelmäßige Austausch unter Kolleginnen und Kollegen. Formate wie der Skitag bieten dafür den passenden Rahmen: unkompliziert, persönlich und praxisnah. In entspannter Atmosphäre wurden zentrale Themen für das Jahr 2026 diskutiert – von Weiterbildung bis hin zu kommenden Großereignissen. Für dieses Jahr hat sich die Berufsgemeinschaft einiges vorgenommen. Geplant sind unter anderem der traditionelle Treff mit Preiswatten, eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt sowie regelmäßige Weiterbildungen und Fachtreffen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf dem Austausch mit den Angestellten der Betriebe. Ziel ist es, nicht nur die fachliche Qualität zu stärken, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der gesamten Branche weiter auszubauen.

Die Teilnehmer/innen des Skitags © lvh.apa

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Vorbereitung auf die IFD-Weltmeisterschaft 2027. Die Teilnahme an internationalen Wettbewerben bietet die Möglichkeit, das eigene Können unter Beweis zu stellen und das Handwerk sichtbar zu machen. Damit bleibt das Ziel klar: Qualität sichern, Nachwuchs fördern und das Handwerk als modernen und attraktiven Beruf positionieren.

Wissen aus erster Hand

FLIESEN-, PLATTEN- UND MOSAIKLEGER/INNEN:

WIE ENTSTEHEN MODERNE KERAMISCHE FLIESEN – UND WELCHE ENTWICKLUNGEN

PRÄGEN AKTUELL DEN MARKT? ANTWORTEN AUF DIESE FRAGEN ERHIELTEN SÜDTIROLS

FLIESEN-, PLATTEN- UND MOSAIKLEGER/INNEN BEI EINEM WEITERBILDUNGSBESUCH.

Im Mittelpunkt des Besuchs bei der Herstellerfirma Atlas in Fiorano Modenese stand die Praxis: Während einer Führung durch die Werkstätten und Produktionsbereiche konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die ein-

zelnen Schritte der Fliesenherstellung hautnah verfolgen – von der Materialaufbereitung bis zum fertigen Produkt. Der Besuch bei Atlas Concorde bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, ihr Fachwissen zu vertiefen und aktuelle Entwicklungen direkt vor Ort kennenzulernen.

Die Gruppe während der Werksbesichtigung © lvh.apa

Ergänzend dazu führte der Weiterbildungstag auch zum Werkzeughersteller Raimondi. Im Fokus standen hier moderne Schneid- und Bearbeitungstechniken sowie praxisnahe Lösungen für das präzise Verlegen unterschiedlichster Fliesenformate. Die Teilnehmenden konnten verschiedene Systeme direkt testen und neue Techniken kennenlernen, die den Arbeitsalltag auf der Baustelle effizienter und qualitativ hochwertiger machen. Für die Fliesenleger/innen im lvh steht fest: Wer die Produkte versteht, kann besser damit arbeiten – und seinen Kundinnen und Kunden fundierte Lösungen bieten.

Neue Impulse für den Ofenbau

HAFNER/INNEN:

WIE SICH DER OFENBAU IN ZEITEN VON ENERGIEEFFIZIENZ, KLIMAZIELEN UND NEUEN

TECHNOLOGIEN ENTWICKELT ZEIGTE VOR KURZEM DIE INTERNATIONALE FACHMESSE „PROGETTO FUOCO“ IN VERONA.

v.l.: Thomas Schiffert (Österreichischer Kachelofenverband), Rinaldo Grosso (Präsident Assocosma), Andreas Theil, Juri Horvat (Obmann Hafner Slovenien), Piero Massignani (Hafnerobmann Assocosma) und Robert Salvata (Präsident Veukog) © lvh.apa

Ein Schwerpunkt der Messe lag auf technischen Neuerungen im Ofenbau. Präsentiert wurden unter anderem hybride Heizsysteme für Kachelöfen, die speziell für Niedrigenergiehäuser entwickelt wurden. Sie kombinieren klassische Holzfeuerung mit moderner Heiztechnik und ermöglichen so eine flexible und effiziente Nutzung. Ebenso standen neue Lösungen für eine sauberere und emissionsärmere Verbrennung im Mittelpunkt. Im Rahmen der Messe stellte Andreas Theil, Mitglied des Berufsbeirats der Hafner/inenn im lvh, die Tätigkeiten der Südtiroler Hafner/innen vor und gab Einblicke in die Entwicklung des Berufs. Dabei wurde deutlich, dass die Branche zunehmend an Bedeutung gewinnt – insbesondere im Kontext nachhaltiger Wärmegewinnung und energieeffizienter Bauweisen. Neben den technischen Innovationen bot die Messe vor allem eines: Austausch. Vertreter/innen aus Südtirol nutzten die Gelegenheit, sich mit Fachleuten, Unternehmen und Organisationen aus dem In- und Ausland zu vernetzen.

Hochkarätige Referenten auf dem Holzbaukongress

HOLZBAUMEISTER/INNEN UND ZIMMERER/INNEN:

DER HOLZBAUKONGRESS DER SÜDTIROLER HOLZBAUMEISTER/INNEN UND ZIMMERER/ INNEN STEHT KURZ BEVOR. AM 24. APRIL 2026 TREFFEN SICH FACHLEUTE AUS PLANUNG, PRAXIS UND FORSCHUNG IM FORUM BRIXEN.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf den Fachvorträgen internationaler Expertinnen und Experten.

Den Auftakt macht Dipl.-Ing. Andreas Burgherr, Präsident des Schweizer Holzingenieurverbandes STE-AoC und Geschäftsführer von Timbatec Holzbauingenieure AG. Er zeigt die Potenziale moderner Holzbauweisen

Beispiel für „Bauen mit Holz im Öffentlichen Bereich“: kidnergarten udn Grundschule in Schlanders © Jürgen Eheim

auf: „Moderne Holzbauweisen sind effizient, nachhaltig und vielseitig. Sie zeigen, wie zukunftsfähiges Bauen heute aussieht.“

Dipl.-Ing. Florian Oberhauser, Ingenieurbüro gbd constructive thinking, beleuchtet anschließend Holzfassaden in Planung und Praxis: „Der Holzbaukongress bietet eine hervorragende Plattform, um Forschung, Planung und Praxis zusammenzubringen – eine spannende und vielseitige Mischung ist garantiert.“

Mit Blick auf Klimaschutz und Ressourceneffizienz spricht Dipl.-Ing. Holger König über CO2-Bilanzen und die Dauerhaftigkeit von Gebäuden: „Der Holzbau ist eine der wichtigen Säulen zur Förderung der regionalen Wirtschaftskraft.“

Dipl.-Ing. Jörg Koppelhuber widmet

sich der Optimierung von Prozessen in der Holzbauplanung und betont die Bedeutung des Austauschs innerhalb der Branche: „Neben dem fachlichen Input geht es vor allem um den persönlichen Austausch auf fachlicher und menschlicher Ebene geht.“

Den Abschluss bildet Hansjörg Steiner, Zentralpräsident Holzbau Schweiz und Inhaber der Schäfer Holzbautechnik AG. Er zeigt anhand konkreter Beispiele die Rolle von Holz im öffentlichen Bauwesen: „Holz ist im öffentlichen Bauen ein Schlüssel zu mehr Klimaschutz, regionaler Wertschöpfung und architektonischer Qualität. Unsere Best-Practice-Beispiele zeigen: Wer heute auf Holz setzt, baut verantwortungsvoll für morgen.“

Der Holzbaukongress richtet sich an alle, die den Holzbau aktiv mitgestalten.

Malerlehrlinge zeigen Spitzenleistungen

MALER/INNEN UND LACKIERER/INNEN: GUTE AUSBILDUNG IST DIE BASIS FÜR QUALITÄT IM HANDWERK – UND GENAU HIER SETZT DER BESTEN-WETTBEWERB AM BERUFSBILDUNGSZENTRUM SCHLANDERS AN. DIE STO-STIFTUNG WÜRDIGTE DIE LESITUNGEN DER JUNGEN NACHWUCHS MALER/INNEN.

Fünf Malerlehrlinge, zwei Gesellen und eine Gesellin wurden kürzlich für ihre herausragenden Leistungen bei dem Besten-Wettbewerb in Schlanders ausgezeichnet und damit beispielhaft für den Fachkräftenachwuchs im Handwerk gewürdigt.

„Solche Initiativen sind wichtig, um Engagement sichtbar zu machen und junge Talente zu fördern“, betonte Florian Mayr, Obmann der Maler /innen und Lackierer/innen im lvh. Gleichzeitig hob er die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Ausbildungsbetrieben hervor – ein zentraler Erfolgsfaktor im dualen Ausbildungssystem.

Auch der Vizedirektor des BBZ Schlanders Benedikt Zangerle unterstrich die Bedeutung der Kooperation mit Partnern wie der Sto-Stiftung. Unter dem Motto „Kopf und Hand“ setzt die Stiftung auf die Verbindung von theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung – ein Ansatz, den auch das Handwerk nachhaltig verfolgt. Im Rahmen einer Feierstunde erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger hochwertige Werkzeugkoffer, die von der Sto-Stiftung zur Verfügung gestellt wurden.

v.l.: Ingeborg Totzke (Stiftungsrätin), Bendedikt Zangerle (Vizedirektor BBZ Schlanders), Florian Kofler, Felix Oberfrank, Mirco Peterlunger, Eileen Lamprecht, Lorenz Fränzl, Florian Mayr (Obmann) und Antonio Romano (Sto Italia) © lvh.apa

Neue Brandschutzregeln für Photovoltaik

ELEKTROTECHNIKER/INNEN: STRENGERE VORGABEN: BERUFSGEMEINSCHAFT INFORMIERT UND BEGLEITET.

Mit 1. September 2025 sind neue Brandschutzvorschriften für Photovoltaikanlagen in Kraft getreten – mit spürbaren Auswirkungen auf Planung, Installation und Wartung.

Für die Elektrotechniker/innen im lvh steht fest: Die neuen Regelungen bringen zusätzliche Anforderungen, erhöhen aber gleichzeitig die Sicherheit und Professionalität im Umgang mit modernen Energieanlagen.

Die neuen Bestimmungen unterscheiden erstmals klar zwischen gebäudeintegrierten und gebäudeanliegenden Photovoltaikanlagen.

Besonders relevant sind sie für neue oder wesentlich veränderte Anlagen auf Gebäuden mit erhöhter Brandgefahr, etwa bei der Lagerung von Holz, Stroh

Photovoltaikanlagen auf der

oder Heu, sowie für angrenzende Überdachungen.

Für bestehende Anlagen gilt weiterhin die bisherige Regelung, sofern sie vor dem Stichtag (1. September 2025) genehmigt wurden.

Die Anforderungen betreffen vor allem die konkrete Ausführung der Anlagen.

Photovoltaikmodule müssen künftig in klar definierte Einheiten gegliedert werden, mit ausreichend großen Si-

cherheitsabständen (max. 20 × 20 m, getrennt durch 2 m breite Korridore) zu Dachkanten, Öffnungen und technischen Einrichtungen.

Die Elektrotechniker/innen im lvh setzen daher auf Informations- und Weiterbildungsangebote. Ziel ist es, die Betriebe bestmöglich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten und ihnen Sicherheit im Umgang mit den Vorschriften zu geben.

Messe Bozen © Elpo

Chance für den Quereinstieg

HEIZUNGS-, LÜFTUNGS- UND SANITÄRTECHNIKER/INNEN:

DIE BERUFSGEMEINSCHAFT GEHT NEUE WEGE IN DER FACHKRÄFTEENTWICKLUNG.

DER BERUFSBEIRAT HAT SICH ERFOLGREICH FÜR EINEN EIGENEN AUSBILDUNGSWEG FÜR QUEREINSTEIGER/INNEN EINGESETZT.

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung haben die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/innen im lvh vereinbart, dass der neue Lehrgang am Berufsbildungszentrum „Luis Zuegg“ in Meran angeboten wird. Der Start ist für das Ausbildungsjahr 2027/28 vorgesehen, die Vorbereitungen beginnen bereits im Herbst 2026. Mit dem neuen Ausbildungsweg richtet sich die Branche gezielt an Personen, die bereits im Berufsleben stehen und in die HLS-Technik einsteigen möchten. Damit wird ein zusätzlicher Zugang zum Beruf geschaffen – praxisnah, strukturiert und auf die Anforderungen der Betriebe abgestimmt.

„Mit diesem Ausbildungsweg schaffen wir eine wichtige zusätzliche Möglichkeit, motivierte Menschen für unsere Branche zu gewinnen und gezielt zu qualifizieren. Damit stärken wir nicht nur die Betriebe, sondern sichern auch langfristig die Fachkräftebasis im HLS-Bereich“, betont

Harald Kraler, der Obmann der Berufsgemeinschaft. Neue Ausbildungsformate, flexible Zugänge und eine enge Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen sind zentrale Bausteine, um dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegenzuwirken.

Schlüsselrolle in der Luftreinhaltung

KAMINKEHRER/INNEN:

DIE ROLLE DER KAMINKERHER/INNEN VERÄNDERT SICH. WAS FRÜHER VOR ALLEM MIT REINIGUNG UND KONTROLLE VERBUNDEN WAR, ENTWICKELT SICH ZUNEHMEND ZU EINEM ZENTRALEN BAUSTEIN DER ENERGIEWENDE.

Die Entwicklung des Berufsbilds der Kaminkehrer/innen stand im Mittelpunkt der europäischen Fachmesse „Progetto Fuoco 2026“, die kürzlich in Verona stattfand. Angeführt von Obmann Christian Resch war eine Delegation von lvh-Funktionärinnen und -Funktionären vor Ort vertreten und setzte damit ein klares Zeichen für die Bedeutung des Berufsstandes im europäischen Kontext. Im Mittelpunkt der Messe stand die zunehmende Bedeutung der Kaminkehrer/innen im Bereich moderner Heizsysteme.

Besonders bei Biomasseanlagen spielen sie eine entscheidende Rolle: Durch regelmäßige Wartung und Kontrolle sichern sie die Effizienz der Anlagen und tragen dazu bei, Emissionen zu reduzieren.

Damit leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Funktionsfähigkeit der Technik, sondern auch zum Schutz von Umwelt und Gesundheit. Die Messe machte deutlich, dass der Beruf heute weit über die klassische Tätigkeit hinausgeht und sich zunehmend als Schnittstelle zwischen Handwerk, Energie und Klimaschutz positioniert.

Neben den technischen Innovationen bot die PROGETTO FUOCO 2026 vor allem eines: Austausch. Die Delegation nutzte die Gelegenheit, Kontakte zu pflegen, Erfahrungen auszutauschen und sich mit internationalen Entwicklungen vertraut zu machen.

Für die Delegation steht fest: Die Kaminkehrer/innen werden auch künftig eine Schlüsselrolle spielen – als Garant für Sicherheit, Effizienz und nachhaltige Energieversorgung.

Harald Kraler © Armin Huber
Christian Resch bei der „Progetto Fuoco 2026“ © lvh.apa

Neue Vorgaben, klare Ausrichtung

KÄLTE- UND KLIMATECHNIKER/INNEN:

JAHRESVERSAMMLUNG IM ZEICHEN

NEUER ANFORDERUNGEN UND STARKER ZUSAMMENARBEIT.

Die Kälte- und Klimatechniker/innen im lvh trafen sich kürzlich zur Jahresversammlung im Haus des Handwerks in Bozen. Im Mittelpunkt standen aktuelle gesetzliche Entwicklungen, die Weiterentwicklung des Berufsbildes sowie die Bedeutung von Aus- und Weiterbildung für die Branche. Zu Beginn der Versammlung informierte Enrico Tisatto über die Eckpunkte der neuen F-Gas-Verordnung. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere die Anforderungen an die Zertifizierung von Fachkräften weiter steigen. Für die Betriebe bedeutet dies, sich frühzeitig auf neue Rahmenbedingungen einzustellen.

Im Anschluss zog Obfrau Heidi Röhler eine Bilanz über das vergangene Jahr und gab einen Ausblick auf kommende Aktivitäten. Dabei wurde klar: Die Aus- und Weiterbildung bleibt das zentrale Thema der Berufsgruppe. „Die Anforderungen in unserer Branche entwickeln sich ständig weiter – deshalb

ist es entscheidend, dass wir als Betriebe kontinuierlich in Wissen und Qualifikation investieren“, betonte Röhler. Unter den Anwesenden waren unter anderem lvh-Präsident Martin Haller sowie Herbert Kasal, Obmann der Elektrotechniker. Beim anschließenden geselligen Ausklang nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich weiter auszutauschen.

Martin Kofler ist neuer Obmann

KFZ- HANDWERK AUTORIPARAZIONE - -

KAROSSERIETECHNIKER/INNEN:

DIE BERUFSGEMEINSCHAFT HAT IM RAHMEN EINER AUSSERORDENTLICHEN JAHRESVERSAMMLUNG EINEN NEUEN OBMANN GEWÄHLT. MARTIN KOFLER ÜBERNIMMT DIE FUNKTION VON STEFAN MERANER.

Die Karosserietechniker/innen im lvh haben einen neuen Obmann. Martin Kofler (Karosserie Martin & Jakob GmbH) übernimmt die Führung der Berufsgemeinschaft und folgt damit auf Stefan Meraner. Mit der Neuwahl wurde

zugleich der neue Berufsbeirat für die kommenden Jahre bestimmt. Neben Obmann Martin Kofler gehören David Gross, Stefan Meraner, Jan Schwienbacher und Matthias Kohler dem Gremium an. Damit setzt die Berufsgemein-

schaft auf eine Mischung aus Erfahrung und Praxisnähe – entscheidend für eine Branche, die sich zunehmend zwischen traditionellem Handwerk und moderner Fahrzeugtechnik bewegt.

Der neu gewählte Obmann Martin Kofler sieht genau hier die zentralen Aufgaben für die kommenden Jahre: „Unser Ziel ist es, die Betriebe bestmöglich zu unterstützen, den Austausch innerhalb der Branche zu stärken und gemeinsam Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen zu entwickeln.“

Der Fokus liegt dabei auf enger Zusammenarbeit innerhalb der Berufsgemeinschaft sowie auf einem aktiven Dialog mit dem Verband und anderen Gewerken.

Der Berufsbeirat (v. rechts) Martin Haller und Heidi Röhler. © lvh.apa
Martin Kofler © Karosserie Martin & Jakob GmbH

Sommerreifenwechsel steht bevor und birgt Probleme

KFZ- HANDWERK AUTORIPARAZIONE - -

KFZ-MECHATRONIKER/INNEN:

IN SÜDTIROLS KFZ-WERKSTÄTTEN STEHT AB DEM 15. APRIL DER WECHSEL VON

WINTER- AUF SOMMEREIFEN KURZ BEVOR – DERWEIL SPITZT SICH DIE SITUATION

RUND UM DIE ALTREIFENENTSORGUNG WEITER ZU.

Besonders betroffen ist Südtirol, da Kfz-Mechatroniker/innen saisonbedingt sowohl Winter- als auch Sommerreifen montieren und damit deutlich mehr Altreifen anfallen. Gleichzeitig verweisen die zuständigen Konsortien darauf, dass die Sammelquoten erfüllt seien – eine Einschätzung, die aus Sicht der Betriebe an der Realität vorbeigeht. Zusätzlichen Druck erzeugen illegale Marktströme: Altreifen werden aus dem Ausland zur kostenlosen Entsorgung eingeführt, während gleichzeitig große Mengen an importierten Neureifen ohne korrekte PFU-Zahlungen in den Kreislauf gelangen.

„Eine realitätsnahe Anpassung der Sammelquoten ist unbedingt erforderlich, um den tatsächlichen Mengen gerecht zu werden“, betont Obfrau Julia Genetti. Der lvh fordert daher eine grundlegende Systemkorrektur: Neben einer Anpassung der Sammelquote – insbesondere für Regionen mit starkem saisonalem Reifenwechsel – brauche es mehr Transparenz, strengere Kontrollen entlang der Lieferkette und klare Rahmenbedingungen für eine funktionierende Entsorgung.

Tischlerhandwerk trifft neue Technolgien

TISCHLER/INNEN:

IM NOI-TECHPARK IN BOZEN FAND KÜRZLICH DER „INNOVATION DAY“ DER TISCHLER/ INNEN IM LVH STATT. DIE VERANSTALTUNG WAR TEIL DER MEISTERAUSBILDUNG UND SETZTE BEWUSST AUF AUSTAUSCH, NEUE PERSPEKTIVEN UND PRAXISNAHE IMPULSE.

Nach der Einführung und Vorstellung der beteiligten Institutionen ging es direkt in die Praxis.

Im Makerspace zeigte Techniker Aaron Andreis, welche Möglichkeiten der 3D-Druck für das Handwerk bietet – von den Grundlagen bis hin zu konkreten Anwendungen im Betrieb.

Einen weiteren Praxisimpuls lieferte Mirko Haller von Receptic. Er stellte digitale Lösungen für das Werkzeug-Tracking vor und zeigte, wie Betriebe durch mehr Transparenz und bessere Organisation ihre Effizienz steigern können.

KI IM TISCHLERHANDWERK

Am Nachmittag standen Zukunftstechnologien im Mittelpunkt.

In der Mini Smart Factory präsentierte Adrian Haupt Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), darunter auch den Einsatz von Exoskeletten zur Unterstützung körperlicher Arbeit. Ergänzend dazu gab Lora Bourova Einblicke in die Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Ihr Fokus: Wie lassen sich Robotiklösungen sinnvoll

in Arbeitsprozesse integrieren, ohne die zentrale Rolle des Menschen im Handwerk zu ersetzen?

IMPULSE FÜR DIE ZUKUNFT

Der Innovation Day machte deutlich: Innovation entsteht nicht allein durch Technologie, sondern durch Austausch. Genau darauf war das Format ausgelegt – als Raum für Diskussion, Reflexion und neue Ideen.

Die Veranstaltung zeigte, wie eng Handwerk, Forschung und Technologie heute miteinander verbunden sind. Für die Tischler/innen im lvh ist klar: Wer offen für neue Entwicklungen ist, stärkt nicht nur die eigene Wettbewerbsfähigkeit, sondern gestaltet die Zukunft des Handwerks aktiv mit.

Die Tischler/innen beim „Innovation Day“ © lvh.apa

Julia Genetti © Gabriel Höllrigl

Metzgerhandwerk im Dialog

METZGER/INNEN:

JAHRESVERSAMMLUNG ZEIGT

HERAUSFORDERUNGEN UND PERSPEKTIVEN DER BRANCHE.

Die Jahresversammlung der Metzger/ innen im lvh stand ganz im Zeichen von Austausch, Ausbildung und Zukunftsperspektiven der Branche. Im Restaurant Forst Season in Bozen kamen zahlreiche Metzgerinnen und Metzger zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und zentrale Themen des Metzgerhandwerks zu beleuchten. Durch die Versammlung führte Alexander Holzner, Vizeobmann der Berufsgemeinschaft.

In seinem Grußwort unterstrich lvh-Vizedirektor Hannes Mussak die zentrale Bedeutung der Ausbildung für die Zukunft des Handwerks. Besonders positiv hob er hervor, dass viele junge Metzgerinnen und Metzger an der Versammlung teilnahmen. Die duale

Eindruck der Veranstaltung, ganz vorne

Ausbildung sei und bleibe das Fundament für Qualität, Fachkompetenz und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der aktuellen Situation der Schlachthöfe in Südtirol. Landesrat Marco Galateo nahm dazu Stellung und informierte über die Entwicklungen in diesem Bereich. Im Fokus stand insbesondere die geplante Wiedereröffnung des Bozner Schlachthofes, die für viele Betriebe

von großer Bedeutung ist. Eine funktionierende regionale Infrastruktur sei entscheidend für kurze Transportwege, Qualitätssicherung und die Stärkung der regionalen Wertschöpfung. Neben den politischen und strukturellen Themen bot die Versammlung auch fachliche Impulse. So wurden unter anderem aktuelle Studien sowie Neuerungen aus dem landestierärztlichen Dienst vorgestellt.

Mehr Sicherheit für deine Bilder: Jetzt teilnehmen!

FOTOGRAFINNEN / FOTOGRAFEN UND FILMER/INNEN: UNTER DEM TITEL „FOTOGRAFIE TRIFFT RECHT – EXPERTENWISSEN FÜR ANFÄNGER UND PROFIS“ LÄDT DER LVH GEMEINSAM MIT HDS UND IDM AM 15. APRIL ZU EINEM INFORMATIONSEVENTS IN DAS HAUS DES HANDWERKS NACH BOZEN EIN.

Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Fotografen, Kreative, Content Creators, Newcomer und Mediendesigner, die ihr Wissen erweitern und sich mit aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen möchten. Im Mittelpunkt stehen Themen, die für die tägliche Arbeit entscheidend sind: Urheberrecht, Nutzungsrechte, Datenschutz sowie nachhaltige Produktionsweisen. Dabei geht es nicht nur um theoretische Grundlagen, sondern vor allem um konkrete Anwendungsfälle aus der Praxis. Expertinnen und Experten aus Recht, Fotografie und Medien geben Einblicke in zentrale Fragestellungen: Wann dürfen Bilder verwendet werden? Welche Rechte gelten bei Aufträgen? Was ist beim Einsatz von Drohnen zu beachten?

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 15. April 2026 von 09:00 bis 12:30 Uhr im Haus des Handwerks in Bozen statt. Das Event ist kostenfrei, eine Mitgliedschaft ist nicht erforderlich. Interessierte können sich bis Freitag, 10. April unter folgender E-Mail anmelden: medien@lvh.it.

Hannes Mussak © lvh.apa
Harald Wisthaler © wisthaler.com

Austausch mit Landesrätin Mair

MIETWAGEN- UND TAXIUNTERNEHMER/INNEN:

VERSCHIEDENE AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN IM SÜDTIROLER PERSONENTRANSPORT

STANDEN IM MITTELPUNKT EINES TREFFENS ZWISCHEN DEN MIETWAGENUNTERNEHMERINNEN UND -UNTERNEHMERN IM LVH UND LANDESRÄTIN ULLI MAIR.

Ziel des Treffens mit Landesrätin Mair war es, im konstruktiven Dialog gemeinsame und praktikable Lösungen zu entwickeln, um Qualität und Sicherheit im Südtiroler Personenverkehr langfristig zu stärken.

Der Obmann der Mietwagenunternehmer/innen im lvh, Hansjörg Thaler, sprach dabei unter anderem die Bedeutung

gut abgestimmter, auch länderübergreifender Kontrollen an. Thaler betonte: „Unsere Betriebe stehen für Professionalität und Sicherheit. Uns ist wichtig, dass für alle dieselben klaren Rahmenbedingungen gelten.“ Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war das Lizenzwesen im Taxi- und Mietwagensektor mit Fahrer (NCC). lvh-Vizepräsident Hannes Mussak unterstrich: „Faire und verlässliche Rahmenbedingungen sind die Grundlage für eine positive Branchenentwicklung.“ Auch das Thema reguläre Beschäftigungsverhältnisse wurde angesprochen. Landesrätin Ulli Mair betonte: „Eine enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ist der richtige Weg, um praktikable Lösungen zu erarbeiten.“ lvh-Direktor Walter Pöhl betonte, dass auch im Verband weitere, konkrete Schritte gesetzt werden. Der regelmäßige Austausch zwischen Branche und Politik wird auch in Zukunft fortgeführt.

v.l.: Hannes Mussak, Ulli Mair und Hansjörg Thaler, Josef Goller und Walter Pöhl © LPA

Transport hält die Wirtschaft in Bewegung

TRANSPORTEURINNEN / TRANSPORTEURE:

DIE BERUFSGEMEINSCHAFT DER TRANSPORTEURINNEN UND TRANSPORTEURE IM LVH

TRAF SICH KÜRZLICH IM SAFETY PARK SÜDTIROL IN PFATTEN, UM AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN ZU DISKUTIEREN.

Im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Transporteurinnen und Transporteure im lvh stand neben dem Tätigkeitsbericht auch eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

„Der Warentransport ist ein zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts“, betonte Alexander Öhler, Obmann der Berufsgemeinschaft, zu Beginn der Versammlung. „Unsere Betriebe sorgen täglich dafür, dass Waren zuverlässig ihr Ziel erreichen. Damit das auch in Zukunft möglich bleibt, brauchen wir praktikable Lösungen – bei Infrastruktur, Energiefragen und bei der Planungssicherheit für Investitionen.“

Ein zentraler Programmpunkt war die Podiumsdiskus-

v.l.: Hannes Mussak, Alexander Öhler, Franz Stofner, Kurt Maier, Michael Prenner, Gottfried Steiner, Stephan Konder, Gabriella Gasser, Daniel Alfreider, Christian Carli, Florian Morandell und Thomas Baumgartner © lvh.apa

sion mit hochrangigen Gästen, darunter lvh-Vizepräsident Hannes Mussak, Landesrat für Mobilität Daniel Alfreider, dem Vizebürgermeister von Bozen Stephan Konder, sowie weiteren Experten. Im Mittelpunkt standen konkrete Themen aus dem Arbeitsalltag der Transportbetriebe: internationale Fahrverbote, Baustellenkoordination, Parkplatzsituationen für Lkw – etwa im Raum Bozen – sowie Sicherheitsfragen auf Südtirols Straßen. Die Jahresversammlung machte deutlich: Der Transportsektor befindet sich mitten im Wandel, doch eine starke Logistik kann es keine starke Wirtschaft geben.

Wechsel im Burggrafenamt

BEZIRK BURGGRAFENAMT:

WOLFGANG TÖCHTERLE ÜBERNIMMT BEZIRKSPRÄSIDENTSCHAFT

DES SWR VON ADI ERLACHER.

Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Südtiroler Wirtschaftsrings (SWR) im Bezirk Burggrafenamt ist die Bezirkspräsidentschaft offiziell von Adi Erlacher (hds) an Wolfgang Töchterle (lvh.apa) übergeben worden.

Die Sitzung fand bei Pur Südtirol in der Industriezone Lana statt. Gastgeber war Ulrich Wallnöfer, Geschäftsführer der Purnamh GmbH, die er gemeinsam mit Günther Hölzl leitet. Diskutiert wurden insbesondere Fragen der Stadtentwicklung, des leistbaren Wohnens, der Mobilität und der strategischen Planung für den urbanen Raum. Angesprochen wurden unter anderem der städtische Plan für nachhaltige Mobilität, der Küchelbergtunnel, das Mobilitätszentrum, die Modernisierung der Bahntrasse Meran–Bozen sowie das SASA-Depot Wasserstoff. Ebenso standen zentrale urbanistische Vorhaben auf der Tagesordnung, darunter das Entrée der Kurstadt, das Kasernenareal, Fragen des leistbaren Wohnens sowie weitere strategisch wichtige Entwicklungsflächen in Meran.

Die Sitzung unterstrich einmal mehr die Bedeutung des Dialogs zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Mit der Übergabe der Bezirkspräsidentschaft an Wolfgang Töchterle übernimmt nun ein Vertreter des lvh die Leitung des SWR-Bezirks Burggrafenamt. „Innovation bedeutet Ver-

änderung – und gerade deshalb ist es entscheidend, dass wir uns als Wirtschaftsstandort laufend an neue Gegebenheiten anpassen können. Es braucht Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen und Technologien, um auf aktuelle Herausforderungen flexibel und zukunftsgerichtet reagieren zu können“, betont Wolfgang Töchterle.

Die lvh-Spitze gratuliert Töchterle recht herzlich zur Übernahme der Bezirkspräsidentschaft und wünscht ihm viel Erfolg bei der Ausübung seines Amtes.

Spaß beim Preiswatten

BEZIRK BOZEN LAND: BESTE STIMMUNG, SPANNENDE PARTIEN UND VIELE LACHENDE GESICHTER.

Die lvh-Ortsgruppe Terlan–Andrian richtete kürzlich ihr drittes Wattturnier aus. 38 Wattpaare, Handwerkerinnen, Handwerker/innen und Wattfreudige kamen zusammen, um mit viel Einsatz um die attraktiven Preise zu spielen, die von zahlreichen Firmen aus Andrian, Terlan und der Umgebung gesponsert wurden. Der 1. Platz ging an Irmgard Pichler und Erika Frei. Ortsobmann Gerhard Tribus und Katrin Profanter, die gute Seele des Vereins, sowie Peter Pfanzelter gratulierten den Gewinnerinnen und überreichten die Preise, während Vizeortsobmann Christian Prackwieser in der Küche für das leibliche Wohl sorgte. Ein herzlicher Dank an alle Unterstützer/innen.

v.l.: Katharina Zeller (Bürgermeisterin Meran), Wolfgang Töchterle, Adi Erlacher und Ulrich Wallnöfer
© swrea
Strahlende Siegerinnen © OG Terlan-Andrian

Führungswechsel in Gröden

BEZIRK GRÖDEN:

HANNES SENONER, SEIT 2021 BEZIRKSOBMANN, IST VON SEINER FUNKTION ZURÜCKGETRETEN. DER BEZIRKSAUSSCHUSS WÄHLTE DARAUFHIN EINSTIMMIG DERRI PASQUALI ZU SEINEM NACHFOLGER.

Der Bezirksausschuss würdigte die Arbeit von Hannes Senoner in den vergangenen Jahren und bedankte sich für sein Engagement. In seine Amtszeit fiel unter anderem die Organisation von Initiativen zur Nachwuchsförderung, etwa der Skills Day mit Mittelschülerinnen und Mittelschülern Anfang März. Solche Formate tragen dazu bei, junge Menschen frühzeitig für das Handwerk zu begeistern und Perspektiven aufzuzeigen. Mit Derri Pasquali übernimmt ein neuer Bezirksobmann, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Moritz Senoner bereits erste Schritte gesetzt hat. Beide besuchten kürzlich den Hauptsitz des lvh in Bozen, um sich ein umfas-

sendes Bild über die Leistungen des Verbandes und aktuelle Themen des Handwerks zu machen. Beim Treffen im Haus des Handwerks standen der Austausch und die Vernetzung im Mittelpunkt. Pasquali und Senoner trafen dabei auf lvh-Direktor Walter Pöhl, lvh-Vizedirektor Thomas Hager sowie Ester Demetz, Büroleiterin Berufe und Bezirke im lvh.

Der Besuch unterstrich die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Bezirken und Verbandsspitze. Die nächsten Schritte sind bereits geplant: In der kommenden Sitzung des Bezirksausschusses wird das Tätigkeitsprogramm für die nächsten Monate festgelegt.

Damit steht fest: Die Interessen des Handwerks in Gröden liegen, auch in Zukunft, in guten Händen.

v.l.: Walter Pöhl, Derri Pasquali, Thomas Hager, Moritz Senoner und Ester Demetz © lvh.apa

Eppan zeigt, was es kann

BEZIRK UNTERLAND: WIRTSCHAFTSSCHAU „EPPAN PRODUKTIV“ KEHRT 2026 ZURÜCK. IM INTERVIEW ERKLÄRT LVH-ORTSOBMANN VON EPPAN UND OK-CHEF LUKAS WALCHER, WARUM SOLCHE VERANSTALTUNGEN FÜR DIE REGION WICHTIG SIND.

Nach den erfolgreichen Ausgaben in den Jahren 2006, 2014 und 2018 wird die Wirtschaftsschau „Eppan Produktiv“

im Jahr 2026 vom 5. bis 7. Juni erneut stattfinden.

Herr Walcher, welchen Stellenwert haben Wirtschaftsschauen wie „Eppan Produktiv“ für die lokale Wirtschaft?

Sie machen die Leistungsfähigkeit unserer Betriebe sichtbar und bringen Wirtschaft und Bevölkerung direkt zusammen. Gleichzeitig sind sie ein starkes Signal für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts.

Welchen konkreten Mehrwert haben teilnehmende Betriebe?

Die Betriebe erhalten eine Plattform, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren. Sie knüpfen neue Kundenkontakte, stärken ihr Netzwerk und kommen direkt mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Worauf dürfen sich die Gäste bei „Eppan Produktiv 2026“ freuen?

Es wird eine große Vielfalt an Ausstellenden aus unterschiedlichen Branchen geben. Dazu kommen ein familienfreundliches Rahmenprogramm sowie kulinarische Angebote – also eine Veranstaltung für die ganze Familie.

Lukas Walcher, OK­Chef und Ortsobmann von Eppan © Lukas Walcher

Neue Impulse für das Handwerk

BEZIRK UNTERVINSCHGAU:

NEUER ORTSOBMANN VON LAAS

SETZT WEITERHIN AUF SICHTBARKEIT UND ZUSAMMENARBEIT.

In der lvh-Ortsgruppe Laas kommt es zu einem Wechsel an der Spitze: Konrad Blaas hat seine Funktion als Ortsobmann niedergelegt. Zu seinem Nachfolger wurde Peter Ladurner gewählt, der künftig die Interessen des Handwerks vor Ort vertreten wird.

Mit dem Rücktritt von Blaas verliert die Ortsgruppe zwar ihren bisherigen Obmann, nicht aber dessen Erfahrung. Blaas übernimmt die Funktion des Vizeortsobmanns in Laas. Um seine Kompetenz weiterhin auch auf Bezirksebene zu nutzen, wurde Blaas – der auch als Vizebezirksobmann tätig ist – außerdem unmittelbar in den Bezirksausschuss kooptiert. Damit bleibt die Verbindung zwischen Orts- und Bezirksebene erhalten.

Der neue Ortsobmann Peter Ladurner will gemeinsam mit seinem Stellvertreter Blaas sowie dem Ortsausschuss gezielt

neue Impulse setzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie das Handwerk vor Ort stärker in den Fokus gerückt werden kann. Das Ziel ist klar: das Handwerk sichtbar machen und die Betriebe im Ort aktiv vernetzen.

Peter Ladurner © lvh.apa

FRAUEN & JUNGES HANDWERK

DIE GRUPPEN IM LVH: Frauen und Junghandwerker/innen: Ihre Initiativen, Projekte, Unternehmungen und ihr Einsatz für das Handwerk.

Die Junghandwerker/innen geben Vollgas auf den Go-Karts!

JUNGHANDWERKER/INNEN:

EIN GEMEINSAMER TAG AM GARDASEE, MOTORENGERÄUSCH STATT MASCHINENLÄRM – UND DOCH GING ES UM WEIT MEHR ALS GESCHWINDIGKEIT. DIE JUNGHANDWERKER/INNEN TRAFEN SICH MITTE MÄRZ ZUM GO-KART-RENNEN IN ALA.

Go-Kart-Rennen der Junghandwerker/innen im lvh: Was nach Freizeit klingt, ist in Wirklichkeit Teil einer klaren Strategie: Netzwerk stärken, Austausch fördern, Zukunft sichern. Los ging es in Bozen: gemeinsame Anreise, gemeinsames Mittagessen, anschließend das Rennen auf dem Karting Circuit. Der schnellste gewinnt – so einfach ist die Regel. Und doch stand nicht der Wettbewerb im Mittelpunkt, sondern das Miteinander. Denn viele junge Handwerkerinnen und Handwerker stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Betriebsübernahme, Fachkräftemangel, steigende Anforderungen im Markt. Der Austausch darüber passiert nicht immer im Büro – oft braucht es einen anderen Rahmen.

Die Teilnehmer/innen beim Go­Kart­Rennen © lvh.apa

Genau hier setzen die Junghandwerker/innen an. Sie verstehen sich als Plattform für junge Unternehmer/ innen und Fachkräfte, die Verantwortung übernehmen oder übernehmen werden. Ziel ist es, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Formate wie das Go-Kart-Rennen schaffen dafür die Grundlage: unkompliziert, direkt und auf Augenhöhe. Der Tag zeigte: Gemeinschaft ist im Handwerk kein Nebenthema, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wer vernetzt ist, findet schneller Lösungen und trifft bessere Entscheidungen. Oder anders gesagt: Wer gemeinsam Gas gibt, kommt auch im Betrieb schneller voran.

Mehr Vielfalt auf der Bühne – und im Handwerk

FRAUEN IM HANDWERK:

LANGE ZEIT WAREN VIELE DISKUSSIONSRUNDEN REIN MÄNNLICH BESETZT. NICHT

AUS BÖSEM WILLEN, SONDERN AUS GEWOHNHEIT. MIT DER NEUEN ADA-DATENBANK DES LANDES SÜDTIROL FÄLLT GENAU DIESES ARGUMENT NUN WEG.

Die neue ADA-Datenbank des Landes Südtirol (benannt nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace, die als erste Programmiererin gilt) macht eines deutlich: Es fehlt nicht an qualifizierten Frauen. Es fehlt an deren Einbindung. Der lvh setzt sich seit Jahren aktiv für die Sichtbarkeit von Frauen ein. Die Gruppe der Frauen im Handwerk engagiert sich insbesondere in den Bereichen Weiterbildung, Vernetzung und Interessenvertretung.

Über diesen QR-Code geht es zur neuen

ADA-Datenbank:

Denn die Herausforderungen im Handwerk – Fachkräftemangel, Betriebsnachfolge, neue Arbeitsmodelle – lassen sich nicht mehr mit eindimensionalen Lösungen beantworten. „Für mich ist es von großer Bedeutung, Frauen für das Handwerk zu begeistern und ihnen Karrierechancen aufzuzeigen“, sagt Petra Holzer, Landesobfrau der Frauen im Handwerk. Was auf der Bühne passiert, wirkt nach innen. Und nach außen. Wenn Frauen nicht sichtbar sind, fehlen Vorbilder. Wenn sie fehlen, bleibt Potenzial ungenutzt. Die Folge: weniger Nachwuchs, weniger Vielfalt, weniger Innovation. Die ADA-Datenbank setzt genau hier an. Sie schafft Transparenz und macht Expertise auffindbar. Damit wird Vielfalt nicht zur Ausnahme, sondern zur Option – die genutzt werden kann.

Werde Junghandwerker/in

des Jahres 2026

Auszeichnung für junge Handwerker/innen bis 35 Jahre, die durch besondere Leistungen, Innovation und Engagement überzeugen.

Der/die Sieger/in wird bei der Jahreshauptversammlung am 9. Mai bei der Finstral AG in Ritten von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gewählt.

JETZT BIS 22. APRIL 2026 NOMINIEREN

über diesen QR-Code!

Kontakt: junghandwerker@lvh.it oder 0471 323 347

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04|2026

WIRTSCHAFT & POLITIK

HANDWERK BESTIMMT MIT: Auf lokaler, nationaler und auch internationaler politischer und wirtschaftlicher Ebene hat das Handwerk eine wichtige Stimme.

Wohnraum als Standortfrage

BEZAHLBARER WOHNRAUM IST IN SÜDTIROL LÄNGST MEHR ALS EINE SOZIALE FRAGE. ER IST ZU EINEM WIRTSCHAFTLICHEN THEMA GEWORDEN. WIE DIE WOHNREFORM NEUE SPIELRÄUME ERÖFFNET – UND WARUM DAVON AUCH DAS HANDWERK PROFITIEREN KANN.

Das Handwerk spürt die Wohnungsfrage nicht abstrakt, sondern jeden Tag im Betrieb. Wer Fachkräfte halten oder neue gewinnen will, braucht nicht nur gute Arbeit und faire Bedingungen, sondern auch ein Umfeld, in dem Leben leistbar bleibt. Genau hier setzt die Wohnreform des Landes an: Sie soll mehr Wohnraum für Ansässige schaffen, gezielt fördern, Verfahren vereinfachen und beschleunigen und damit den angespannten Wohnungsmarkt entlasten.

lvh-Präsident Martin Haller formuliert es so: „Leistbarer Wohnraum ist längst ein Standortfaktor für unsere Betriebe. Wenn Wohnen für Mitarbeitende und Familien kaum mehr finanzierbar ist, trifft das auch die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks. Jede Maßnahme, die hier mehr Angebot schafft und Verfahren vereinfacht, ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

DREI ZIELE, EIN HEBEL

Die Reform verfolgt einen breiten Ansatz. Sie will Wohnraum für Ansässige ausbauen und sichern, Bürgerinnen und Bürger sowie gemeinnützige Bauträger gezielt unterstützen und zugleich die Wohnbauförderung über ein schlankeres Regelwerk und neue Berechnungsmethoden vereinfachen und beschleunigen.

Nach Einschätzung des Wohnbauexperten Leo Resch, der an der Ausarbeitung der Reform mitgewirkt hat, werden

die Verfahren „mit Sicherheit beschleunigt“. Ob das Wohnen tatsächlich günstiger werde, hänge allerdings auch von äußeren Faktoren wie Zinsen und Marktdruck ab. Aus Sicht des lvh ist genau diese Mischung aus Beschleunigung und Realismus entscheidend. Denn das Handwerk braucht beides: ein regulatorisches Umfeld, das Projekte nicht unnötig bremst, und Modelle, die in der Praxis finanzierbar bleiben.

lvh-Direktor Walter Pöhl sagt dazu: „Die Wohnreform kann dann Wirkung entfalten, wenn sie nicht nur gute Ziele formuliert, sondern in der Umsetzung verlässlich funktioniert. Für das Handwerk ist wichtig, dass neue Modelle rechtssicher, nachvollziehbar und auch für kleinere lokale Akteure zugänglich sind.“

GEMEINNÜTZIGER MIETWOHNBAU

Das neue Modell ermöglicht es Trägern nicht nur, bestehende Gebäude zu sanieren, sondern auch Neubauten zu realisieren – unterstützt durch eine Förderung von 55 Prozent der Baukosten. Im Gegenzug sind die Wohnungen für 30 Jahre zweckgebunden und müssen zu vergünstigten Mieten angeboten werden. Zusätzliche Impulse ergeben sich durch höhere Förderungen von bis zu 65 Prozent bei länger leerstehenden Objekten. Damit entsteht ein Instrument, das Neubau und Wiedergewinnung verbindet und gezielt leistbaren

Wohnraum schaffen kann. Die zentralen Rahmenbedingungen sind noch in Ausarbeitung. Wie stark das Modell tatsächlich wirkt, wird daher wesentlich davon abhängen, wie die konkreten Kriterien definiert und in der Praxis umgesetzt werden.

GEMEINNÜTZIGER MIETWOHNBAU

Dass das Modell nicht nur auf dem Papier funktioniert, zeigt ein Projekt aus Innichen. Dort wollen insgesamt acht lokale Unternehmen über eine gemeinnützige Stiftung rund 40 preisgebundene Mietwohnungen vorrangig für Ortsansässige realisieren. Unter den acht beteiligten Betrieben befinden sich auch die beiden lvh-Mitgliedsbetriebe E. Schäfer GmbH und Burgmann Kandidus OHG. Gerade dieses Beispiel zeigt, was an der Reform neu ist: Wohnbau wird nicht mehr nur als Aufgabe der öffentlichen Hand oder des klassischen privaten Marktes gedacht, sondern auch als Feld, in dem lokal verankerte Unternehmen Verantwortung übernehmen können. Das ist aus lvh-Sicht bemerkenswert, weil es wirtschaftliche Vernunft mit regionaler Verantwortung verbindet. Walter Pöhl sieht darin ein ermutigendes Signal: „Wenn Unternehmen gemeinsam Verantwortung übernehmen und Wohnraum für Ortsansässige mitdenken, zeigt das, dass die Reform einen Nerv trifft. Solche Projekte können Vorbilder sein – nicht als Blaupause für jede Gemeinde, aber als Beweis, dass neue Allianzen möglich sind.“ Für Handwerksbetriebe hat dieses Modell mehrere Ebenen. Die erste ist offensichtlich: Wo leistbare Mietwohnungen entstehen, verbessert sich die Situation für Mitarbeitende, Lehrlinge und Familien. Die zweite Ebene ist weniger sichtbar, aber ebenso relevant: Gemeinnütziger Mietwohnbau schafft Planungs-, Bau- und

Sanierungsvolumen. Er kann damit auch für lokale Wertschöpfung sorgen.

Martin Haller ordnet das so ein: „Das Handwerk kann hier doppelt profitieren: als Arbeitgeber, der auf leistbaren Wohnraum für seine Mitarbeitenden angewiesen ist, und als Wirtschaftsbereich, der Planung, Bau und Sanierung vor Ort umsetzt. Entscheidend ist, dass aus gesetzlichen Möglichkeiten auch reale Projekte werden.“

ANSPRUCH

UND REALITÄT

Trotz aller Chancen bleibt die Ausgangslage anspruchsvoll. Leo Resch weist zurecht darauf hin, dass die Leistbarkeit nicht allein von der Reform abhängt. Zinsen, Bodenpreise, Nachfrage von außen und die hohen qualitativen Ansprüche im Land beeinflussen den Markt weiterhin stark.

Aus Sicht des lvh ist die Richtung jedenfalls richtig: mehr Wohnraum für Ansässige, mehr Klarheit in den Verfahren, mehr Möglichkeiten für neue Trägerstrukturen. Wenn daraus tragfähige Projekte entstehen, könnte die Wohnreform nicht nur den Wohnungsmarkt entspannen – sondern auch dem Handwerk helfen, seine Rolle als Stabilitätsanker und Zukunftsbranche in Südtirol weiter auszubauen.

Walter Pöhl © Harald Wisthaler
Martin Haller © Harald Wisthaler

Taschenmesserverbot

LVH FORDERT KLARE AUSNAHME FÜR ARBEITSMESSER VOM NEUEN

STAATLICHEN SICHERHEITSDEKRET.

Das im staatlichen Sicherheitsdekret vorgesehene Verbot von Taschenmessern sorgt im Handwerk für große Verunsicherung. In vielen handwerklichen Berufen gehört es zur Grundausstattung. Es wird etwa zum Schneiden von Materialien, zum Öffnen von Verpackungen oder für kleinere Arbeitsschritte direkt auf der Baustelle oder in der Werkstatt verwendet. Ein pauschales Verbot würde daher in der Praxis zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker betreffen.

„Für viele Handwerker ist das Taschenmesser schlicht ein Arbeitswerkzeug – nicht anders als ein Schraubenzieher oder eine Zange“, betont lvh-Direktor Walter Pöhl.

„Deshalb braucht es im Gesetz eine klare Definition und eine ausdrückliche Ausnahme für Messer, die für handwerkliche Tätigkeiten verwendet werden.“

Der lvh hat das Thema bereits auf politischer Ebene angesprochen. In einem Austausch mit SVP-Senator Meinrad Durnwalder wurde die Problematik erörtert. Durnwalder hat signalisiert, sich dafür einsetzen zu wollen, dass das Taschenmesserverbot wieder aus dem Sicherheitsdekret gestrichen wird. Parallel dazu bringt

Der lvh fordert eine Ausnahme für die Verwendung von Arbeitsmessern © shutterstock

sich der lvh auch über den nationalen Dachverband Confartigianato in die Diskussion auf staatlicher Ebene ein. Ziel ist es, im Gesetzgebungsprozess eine praxisnahe Lösung zu erreichen, die sowohl den Sicherheitsaspekten Rechnung trägt als auch die Arbeitsrealität im Handwerk berücksichtigt.

Aus Sicht des lvh braucht es eine klare und rechtssichere Regelung, damit Handwerkerinnen und Handwerker ihre täglichen Arbeiten weiterhin ohne unnötige Sorgen ausführen können.

Haftungsreform soll Verfahren beschleunigen

DER LVH BEGRÜSST DIE NEUE GESETZLICHE REGELUNG ZUR HAFTUNG VON BEAMTINNEN UND BEAMTEN. MEHR RECHTSSICHERHEIT BRINGT AUCH MEHR HANDLUNGSSPIELRAUM FÜR DIE ÖFFENTLICHE VERWALTUNG.

Mit der Legge n. 1 vom 7. Januar 2026, die die Regeln zur sogenannten “responsabilità erariale” reformiert, soll künftig für mehr Rechtssicherheit in der öffentlichen Verwaltung gesorgt werden. Ziel ist es, den Verantwortlichen in Gemeinden und öffentlichen Körperschaften wieder mehr Handlungsspielraum zu geben.

Die Reform sieht vor, dass Beamte bei einem Schaden, der ohne vorsätzliches Fehlverhalten entsteht, nicht mehr unbegrenzt haften. Künftig kann höchstens das Doppelte ihres Jahresgehaltes als Schadenersatz eingefordert werden. Damit soll der sogenannten „Angst vor der Unterschrift“ entgegengewirkt werden – einem Phänomen, das in

vielen Verwaltungen in den vergangenen Jahren zu spürbarer Zurückhaltung bei Entscheidungen geführt hat.

„Mit der neuen Regelung bekommen Verantwortliche in der Verwaltung mehr Schutz und damit auch mehr Sicherheit bei ihren Entscheidungen. Das kann dazu beitragen, dass Verfahren wieder zügiger abgewickelt werden“, betont lvh-Direktor Walter Pöhl. Davon profitiere auch das lokale Handwerk. Öffentliche Aufträge sind für viele Handwerksbetriebe ein wichtiger Teil ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Wenn Gemeinden handlungsfähiger sind und Projekte schneller umgesetzt werden können, wirkt sich das auch positiv auf die regionale Wirtschaft aus.

Berggesetz stärkt

Südtirols Handwerk

NEUE REGELUNG BRINGT STEUER

LICHE VORTEILE FÜR BETRIEBE UND BESCHÄFTIGUNG.

Mit einem Beschluss des Ministerrats in Rom wurden alle 116 Gemeinden Südtirols offiziell als Berggemeinden eingestuft. Grundlage dafür ist das sogenannte „Berggesetz“, das gezielte Maßnahmen zur Stärkung wirtschaftlicher und sozialer Strukturen in Bergregionen vorsieht. Ziel ist es, Abwanderung aus ländlichen Gebieten entgegenzuwirken und Investitionen sowie Beschäftigung vor Ort zu fördern. Für Südtirols Betriebe ergeben sich daraus neue Chancen. So sind im Gesetz unter anderem steuerliche Begünstigungen bei Investitionen und bei der Schaffung von Arbeitsplätzen vorgesehen. Arbeitgebende können etwa bei bestimmten Neueinstellungen von Entlastungen bei den Sozialabgaben profitieren. Auch wirtschaftliche Aktivitäten und Unternehmensgründungen in Berggebieten sollen gezielt unterstützt werden.

Die Einstufung basiert auf einheitlichen Kriterien wie Höhenlage und Hangneigung der Gemeinden. Sie bildet zudem die Grundlage für staatliche Förderinstrumente zur Entwicklung von Bergregionen. Südtirol hatte im Rahmen des Mailänder Abkommens zwar auf Gelder aus dem staatlichen „Fonds für die Entwicklung des Berggebiets“ verzichtet, dennoch gelten die im Gesetz vorgesehenen steuerlichen Begünstigungen auch im Land. Für das Südtiroler Handwerk ist diese Entscheidung von besonderer Bedeutung.

Viele Handwerksbetriebe sind in kleinen Gemeinden angesiedelt und tragen entscheidend dazu bei, Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Dienstleistungen im ländlichen Raum zu sichern.

Der lvh setzt sich seit Jahren dafür ein, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Betriebe in den Berggebieten zu stärken und Investitionen zu erleichtern. Steuerliche Anreize und gezielte Fördermaßnahmen können dazu beitragen, diese Unternehmen langfristig zu stabilisieren.

Mit der neuen Einstufung aller Südtiroler Gemeinden als Berggebiet wird somit ein wichtiges Signal gesetzt: Die wirtschaftliche Entwicklung der Bergregionen bleibt ein zentraler Schwerpunkt –und das Handwerk ist ein entscheidender Motor dieser Entwicklung.

Im Gespräch mit...

Federico Giudiceandrea

Präsident der Freien Universität Bozen

Wie möchten Sie als neuer Präsident der unibz Fachkräfte in Südtirol halten?

Um dem viel diskutierten Brain-Drain entgegenzuwirken, müssen wir Ausbildung, Arbeitsmarkt und Lebensbedingungen noch stärker zusammendenken. Als Präsident der Freien Universität Bozen möchte ich den bereits starken Praxisbezug unserer Studienangebote weiter ausbauen – besonders in Richtung KMU – und auch Berufstätigen durch Life-Long-Learning neue Perspektiven eröffnen.

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Was kann getan werden, um Innovation auch in kleinen Handwerksbetrieben zu fördern?

Innovation im Handwerk entsteht oft aus der Praxis. Wichtig ist daher ein einfacher Zugang zu Wissen, Technologien und Partnern. Die unibz kann hier als Brücke wirken, etwa durch konkrete Kooperationsprojekte, Weiterbildung und direkten Austausch mit Studierenden und Forschenden.

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Wie lassen sich akademische Forschung und praktische Ausbildungswege besser verbinden?

Die unibz hat fast 30 Jahre Erfahrung darin, Forschung, Lehre und Praxis eng zu verbinden, etwa durch Praktika und zahlreiche Kooperationen mit Unternehmen.

Es ist aber eines meiner Ziele, auch jene Sektoren und ihre Ausbildungswege stärker von der Forschung an der unibz profitieren zu lassen, die bisher noch wenige Anknüpfungspunkte mit der Universität hatten. Der NOI Techpark mit den zahlreichen Labors der unibz könnte dafür einen idealen Rahmen bieten.

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04|2026

HANDWERK & GESELLSCHAFT

ARBEIT ALLEIN BESTIMMT NICHT DAS LEBEN: Geselliges Beisammensein und gute Unterhaltung werden im Handwerk groß geschrieben.

Südtiroler Handwerk auf IHM

WENN SICH DAS EUROPÄISCHE HANDWERK TRIFFT, GEHT ES NICHT NUR UM PRODUKTE –SONDERN UM IDEEN, AUSTAUSCH UND ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN. GENAU DAS ZEIGTE SICH AUCH DIESES JAHR WIEDER AUF DER IHM IN MÜNCHEN.

v.l.: Andreas Mair, Erica Dal Farra, Robert Egger (alle lvh. apa), Margit Gamper (IDM), Martin Haller (lvh-Präsident), Holger Schwannecke (ZDH-Generalsekretär) und Dieter Dohr (Ex-GHMGeschäftsführer) © lvh.apa

Die Delegeation des Südtiroler Handwerks © lvh.apa

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München zählt zu den wichtigsten Treffpunkten des europäischen Handwerks. Jahr für Jahr präsentieren dort Ausstellerinnen und Austeller aus mehr als 60 Gewerken ihre Produkte, Dienstleistungen und Innovationen – von Bau und Modernisierung über Design bis hin zu neuen Technologien. Auch Südtiroler Handwerksbetriebe waren heuer wieder vertreten und zeigen die Vielfalt und Qualität des heimischen Handwerks.

Zur diesjährigen Eröffnung war auch die Spitze des Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh. apa) vor Ort und besuchte den Südtiroler Stand.

Im Anschluss nutzte die Delegation die Gelegenheit, sich ein umfassendes Bild von aktuellen Entwicklungen im internationalen Handwerk zu machen und den Austausch mit Branchenvertreterinnen und -vertretern aus verschiedenen Ländern zu pflegen.

Der persönliche Austausch mit Betrieben, Verbänden und Fachleuten aus dem In- und Ausland eröffnet neue Perspektiven und stärkt die Vernetzung innerhalb der Branche.

Netzwerken und persönlicher Austausch auf der IHM © lvh.apa

Handwerk trifft Pistengaudi

360 SPORTBEGEISTERTE HANDWERKERINNEN UND HANDWERKER AUS DEM GANZEN LAND

FOLGTEN DER EINLADUNG ZUM LVH-WINTERSPORTFEST IM SARNTAL UND VERWANDELTEN

DIE PISTEN IN EINE BÜHNE FÜR KAMERADSCHAFT UND BESTE STIMMUNG.

In den vier Disziplinen Ski, Rodeln, Snowboard und Tourenski stellten 360 Handwerkerinnen und Handwerker ihr Können unter Beweis. Dabei sorgten die Rennen nicht nur für sportlichen Wettbewerb, sondern vor allem für viel gute Laune, Fairness und ein geselliges Miteinander. Vom ersten Startsignal bis zur letzten Zieleinfahrt war spürbar: Hier geht es um mehr als um Zeiten und Platzierungen – hier steht die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Professionell organisiert wurde die Veranstaltung vom Ortsausschuss der Handwerker/innen im Sarntal unter der Führung von Ortsobmann Gerd Trojer, der sich über die große Resonanz hocherfreut zeigte: „Das enorme Interesse aus dem ganzen Land hat uns überwältigt. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern sowie der geschützten Werkstatt für Menschen mit Behinderung heute hier vertreten durch die stellvertretenden Dienststellenleiterin Tamara Stauder –wirklich jede Hand wurde gebraucht. Nur durch diesen starken Zusammenhalt konnten wir eine so gelungene Veranstaltung auf die Beine stellen.“

Auch lvh-Direktor Walter Pöhl lobte die Organisation und die Atmosphäre des Tages: „Besser könnte man es

Bester lvh-Bezirk: Bozen Land mit verschiedenen

Wettbewerbsteilnehmer/innen

© LIVE-STYLE Agency

Bester lvh-Betrieb: Felix Spiess

© LIVE-STYLE Agency

nicht machen – vom Sarner Handwerk sind wir nichts anderes gewohnt. Ein großer Dank an die Ortsgruppe für die hervorragende Austragung.“

Bei der feierlichen Prämierung, die lvh-Vizepräsident Hannes Mussak moderierte gratulierte auch die Vizebürgermeisterin Lisa Reichsigl, den erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie hob in ihren Grußworten den großen Einsatz des Handwerks im Sarntal hervor und betonten die wichtige Rolle der Handwerker/innen in der Mitarbeit und Mitgestaltung der Gemeinde.

Beste lvh-Ortsgruppe: Sarntal und zweitbeste Ortsgruppe Bozen Stadt mit verschiedenen Teilnehmer/innen

© LIVE-STYLE Agency

Neben den stolzen Siegerinnen und Siegern in den vier Disziplinen wurden auch der beste lvh-Bezirk, die beste lvh-Ortsgruppe sowie der beste lvh-Mitgliedsbetrieb ausgezeichnet. In diesen Kategorien setzten sich der Bezirk Bozen Land, die Ortsgruppe Sarntal sowie die Firma Spiess Felix aus Sarnthein als bester teilnehmender Betrieb durch.

Nach den sportlichen Wettkämpfen wurde an der Talstation gemeinsam gefeiert.

Der lvh-Ortsausschuss mit Horst Pichler, Lisa Reichsigl und Hannes Mussak (in der Mitte)
© LIVE-STYLE Agency

THEMEN IN BEWEGUNG

GROSSE THEMEN: Die Digitalisierung im Handwerk bleibt Trend. Doch wie digital sind Handwerksbetriebe heute tatsächlich? Wir haben uns umgehört.

DIETMAR

WALDBOTH, EXPERTE FÜR DIGITALISIERUNG

IM BAU- UND BAUNEBENGEWERBE

Vernetzt statt verzettelt

DIE DIGITALISIERUNG HAT VIELE BRANCHEN STARK VERÄNDERT. AUCH IM HANDWERK HAT SIE LÄNGST EINZUG GEHALTEN – GANZ KONKRET IM ARBEITSALLTAG AUF BAUSTELLEN, IN WERKSTÄTTEN UND BÜROS. WIR HABEN MIT DIETMAR WALDBOTH VON INFOMINDS GESPROCHEN.

Welche Chancen bieten digitale Lösungen für Handwerksbetriebe? Wir haben versucht, im Gespräch mit Dietmar Waldboth diese Frage zu beantworten. Als Vertriebsberater bei der Infominds AG, dem führenden Softwarehaus mit Standorten in Brixen, Bozen, Verona, Salerno und München, ist Dietmar Waldboth ein Experte für Digitalisierung im Bau- und Baunebengewerbe und vertreibt Südtirols meistgenutzte Softwarelösung in der Branche.

Herr Waldboth, in vielen Handwerksbetrieben läuft noch einiges über Papier, Telefon oder einzelne Apps.

Wie digital ist das Handwerk heute tatsächlich?

Dietmar Waldboth: Viele Betriebe sind bereits auf dem Weg zur Digitalisierung, doch oft sind die Abläufe noch nicht wirklich miteinander vernetzt.

Auf der Baustelle werden Stunden aufgeschrieben, im Büro später nochmals ins System übertragen, Material wird

telefonisch bestellt und Pläne kommen per E-Mail. Das funktioniert zwar, bedeutet aber viel zusätzlichen Aufwand. Digitalisierung bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, einzelne Schritte miteinander zu verbinden und Informationen zentral verfügbar zu machen.

Wo sehen Sie im Alltag den größten Verbesserungsbedarf?

Der größte Zeitfresser ist meistens die doppelte Datenerfassung. Wenn Informationen zuerst auf Papier entstehen und später wieder in ein System eingegeben werden müssen, kostet das Zeit und erhöht das Risiko für Fehler. Digitale Lösungen ermöglichen es, Daten direkt dort zu erfassen, wo sie entstehen – etwa Arbeitsstunden auf der Baustelle, Materialbewegungen im Lager. Dadurch stehen die Informationen sofort zur Verfügung und müssen nicht nochmals nachbearbeitet werden.

Mobile Apps spielen dabei eine immer größere Rolle. Warum sind sie gerade im Handwerk so interessant?

Weil Mobilität im Handwerk zum Alltag gehört. Viele Mitarbeitende sind nicht den ganzen Tag im Büro, sondern auf Baustellen oder bei Kunden unterwegs. Das Smartphone ist ohnehin immer dabei und kann deshalb auch als Arbeitswerkzeug genutzt werden. Über Apps lassen sich zum Beispiel Arbeitszeiten erfassen, Fotos dokumentieren, Serviceeinsätze planen, Material nachbestellen. Das erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Baustelle, Lager und Büro.

Mit welchem digitalen Schritt sollten Betriebe Ihrer Meinung nach beginnen?

Wichtig ist eine solide digitale Basis. In vielen Betrieben bildet ein zentrales System für Angebote, Aufträge, Projekte und Rechnungen den Kern. Darauf aufbauend können mobile Anwendungen eingesetzt werden, die Mitarbeitende unterwegs nutzen. Ein häufiger Einstieg ist die mobile Zeiterfassung, weil sie schnell einen spürbaren Nutzen bringt und Prozesse deutlich vereinfacht.

Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen konkret?

Vor allem Zeitersparnis und mehr Transparenz. Wenn Daten direkt digital erfasst werden, entfallen viele Zwischenschritte. Gleichzeitig stehen aktuelle Informationen jederzeit zur Verfügung. Das erleichtert die Planung, reduziert Missverständnisse und beschleunigt Entscheidungen. Auch die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen wird einfacher, weil alle mit denselben aktuellen Informationen arbeiten.

Profitieren auch Mitarbeitende von dieser Entwicklung?

Auf jeden Fall. Digitale Werkzeuge erleichtern viele Routineaufgaben und reduzieren den Verwaltungsaufwand. Gleichzeitig wird der Arbeitsplatz moderner. Gerade für junge Fachkräfte sind digitale Arbeitsmittel heute selbstverständlich. Betriebe, die hier offen sind, steigern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Digitalisierung?

Viele Handwerksbetriebe arbeiten seit Jahren mit eingespielten Abläufen – und das oft sehr erfolgreich.

Vor Kurzem erschienen: Broschüre der Abteilung Europa zum Digitalisierungsprozess in Südtirol. Europäische, staatliche und lokale Finanzmittel werden koordiniert und strategisch eingesetzt.

© LPA

Genau deshalb stellt sich bei der Digitalisierung häufig zuerst die Frage: Wo fängt man am besten an? Wichtig ist dabei, nicht alles auf einmal verändern zu wollen. Sinnvoller ist es, Schritt für Schritt vorzugehen und dort anzusetzen, wo digitale Lösungen den Arbeitsalltag wirklich erleichtern. Wenn die ersten Verbesserungen spürbar sind, ergeben sich weitere Schritte meist ganz von selbst.

Welche Entwicklungen erwarten Sie für die kommenden Jahre im Handwerk?

Die digitale Vernetzung ist nicht mehr wegzudenken und wird weiter zunehmen. Informationen werden immer stärker in Echtzeit verfügbar sein, und mobile Anwendungen werden eine noch größere Rolle spielen. Gleichzeitig werden neue Technologien wie digitale Planungsmodelle, automatisierte Prozesse immer mehr Einzug halten.

Für Handwerksbetriebe bedeutet das vor allem eines: Wer offen für Veränderungen bleibt und seine Abläufe strukturiert weiterentwickelt, schafft eine gute Grundlage für die Zukunft.

Ihr Fazit für Handwerksbetriebe, die sich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen?

Digitalisierung ist kein Selbstzweck und auch kein kurzfristiger Trend. Sie ist ein Werkzeug, um Abläufe einfacher, transparenter und effizienter zu gestalten. Am Ende geht es darum, Zeit zu gewinnen – Zeit für Kunden, für Qualität und für das eigentliche Handwerk.

IM BLICK

TRENDS: Marktneuheiten, Produktvorstellungen, Betriebsporträts, Public Relation, Werbung

Aktionstage für die nachhaltige Mobilität

SÜDTIROLER TRANSPORTSTRUKTUREN AG, BOZEN: IM APRIL STEHEN ARBEITS-CHALLENGE, E-BIKE-TESTS UND DER E-DRIVE-DAY IM MITTELPUNKT.

Der Frühling bringt Bewegung in den Alltag: Im Rahmen der Jahreskampagne „Südtirol radelt“ stehen im April mehrere Initiativen im Zeichen nachhaltiger Mobilität. Ziel ist es, möglichst viele Menschen dazu zu motivieren, das Fahrrad häufiger zu nutzen – insbesondere für den Weg zur Arbeit.

Mit der Aktion „Südtirol radelt. Radle auch Du zur Arbeit!“ sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen, im April möglichst oft mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und ihre Fahrten auf der Plattform einzutragen. Wer an mindestens acht Tagen radelt, nimmt an einer Preisverlosung teil. Voraussetzung ist, dass auch das Unternehmen auf der Plattform registriert ist.

Von 11. April bis 30. Mai ergänzt die Aktion „Südtirol radelt. Teste auch Du ein E-Bike!“ das Programm. Interessierte können eine Woche lang günstig ein E-Bike oder ein E-Lastenrad bei einer Papin-Verleihstelle testen (15 bzw. 25 € pro Woche). Gerade für Pendlerinnen und Pendler bietet sich so eine einfache Möglichkeit, das Rad im Alltag auszuprobieren.

Ein weiteres Highlight, im Bereich Elektromobilität, ist der e-drive-day am 12. April im Safety Park in Pfatten. Besucherinnen und Besucher können Elektroautos, E-Motorräder und E-Bikes auf Teststrecken ausprobieren und sich über Elektromobilität informieren. Der Eintritt ist frei, für Testfahrten ist eine Anmeldung vor Ort mit gültigem Führerschein erforderlich.

Eine gute Idee für Pendlerinnen und Pendler im Frühling © Sta

SWIFT – sichere Finanztransaktionen rund um den Globus © Adobe Stock

Internationale Finanztransaktionen

Unternehmen mit internationalem Zahlungsverkehr benötigen einen verlässlichen und effizienten Kommunikationskanal über Bank- und Ländergrenzen hinweg – genau das bietet SWIFT als international anerkannte, standardisierte Lösung für sichere digitale Finanztransaktionen. Über das Zugangsmodell SCORE können Firmenkundinnen und -kunden direkt mit allen angebundenen Banken kommunizieren und deren SWIFTServices nutzen.

Für die Nutzung ist die Anmeldung bei SWIFT und die Integration der entsprechenden Software im Betrieb erforderlich. Vorteile:

> Zugang über individuellen Business Identifier Code (BIC);

> automatisierter, standardisierter Datenaustausch;

> Einsparung von Kosten und Ressourcen durch optimierte Prozesse;

> vollständige Finanzübersicht durch zentrale Zusammenführung von Konten- und Depotdaten;

> schnelle Bearbeitung von Massenzahlungen und zügiger Austausch von TreasuryZahlungen;

> Autonomie von spezifischen Bankenlösungen und nationalen Standards. Nähere Informationen und professionelle Unterstützung bei der Nutzung von SWIFT erhältst du in deiner Raiffeisenkasse.

INFORMATIONEN

www.suedtirolradelt.bz.it

www.sta.bz.it

Werbemitteilung mit Verkaufsabsicht

www.raiffeisen.it

Master-Lehrgang Management und Unternehmensführung

Ihr Nutzen

› Berufsbegleitende Ausbildung in zwei Semestern

› Praxisorientiert, theoretisch fundiert und international

› Spezifisch auf die Bedürfnisse und den Kontext der Südtiroler KMU angepasst

› Erwerb des Hochschuldiploms „Diploma of Advanced Studies“, 900 Stunden, 30 ECTS

› Upgrade-Möglichkeit zum „Master of Business Administration (MBA)“

Zielgruppe

› (Nachwuchs-)Führungskräfte, Jungunternehmer:innen, Handwerksmeister:innen, Studienabsolvent:innen

Termin

Fr. 02.10.2026 – Sa. 19.06.2027 insg. 36 Tage (18 Module)

Orte

Neustift und Bozen

Gebühr

1. Semester: 4.745,00 EUR zzgl. Mwst.

2. Semester: 4.745,00 EUR zzgl. Mwst. Bitte beachten Sie die Fördermöglichkeiten!

Kostenlose Online-Infoveranstaltungen

› Di. 14.04.2026, 17:00 Uhr

› Di. 19.05.2026, 17:00 Uhr

Weitere Informationen

www.bildungshaus.it/beruf elisa.comploi@kloster-neustift.it 0472 824 338

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