Ein Aperitif als Auftakt zu den WorldSkills in Shanghai
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Zukunft braucht
Gewerbeflächen
Gemeindeplanung ist
Wirtschaftspolitik
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ARBEITSSICHERHEIT ENTSTEHT IM BETRIEB, NICHT IM GESETZBUCH
Tischler
Südtirol
Liebe Handwerkerinnen, liebe Handwerker,
das Südtiroler Handwerk ist vielfältiger, als viele glauben. Jede fünfte unternehmerische Tätigkeit im Land wird inzwischen von einer Frau geführt – Tendenz steigend.
Diese Entwicklung ist kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck eines strukturellen Wandels, der unser Handwerk nachhaltig prägt. Weibliches Unternehmertum steht für Gestaltungskraft, Verantwortungsbewusstsein und strategisches Denken. Frauen gründen Betriebe, übernehmen bestehende Unternehmen, führen Teams und entwickeln neue Geschäftsmodelle. Gerade im Handwerk, das traditionell stark von persönlichen Beziehungen, Nähe und Vertrauen lebt, zeigt sich die Stärke weiblicher Führung besonders deutlich. Kleine Strukturen, kurze Entscheidungswege und direkte Verantwortung sind kein Hindernis, sondern ein Vorteil. Unternehmerinnen verbinden fachliche Kompetenz mit Organisationstalent, wirtschaftlichem Weitblick und sozialer Verantwortung.
Gleichzeitig dürfen wir nicht übersehen, dass Rahmenbedingungen eine entscheidende
Rolle spielen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, leistbare Betriebsflächen, weniger Bürokratie und verlässliche Förderinstrumente sind zentrale Voraussetzungen, damit sich unternehmerisches Engagement entfalten kann. Wer Verantwortung übernimmt, braucht Unterstützung – unabhängig vom Geschlecht.
Als lvh setzen wir uns klar dafür ein, dass Frauen im Handwerk sichtbar sind, sich vernetzen und Führungsaufgaben übernehmen können.
Die starke Präsenz von Frauen in unseren Gremien zeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn man sie aktiv gestaltet. Vielfalt ist kein Zusatz, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Und sie ist eine Investition in die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts.
Euer Präsident,
ARBEITSSICHERHEIT ENTSTEHT IM BETRIEB, NICHT IM GESETZBUCH
IMMER FÜR SIE DA!
lvh.apa
Wirtschaftsverband
Handwerk und Dienstleister
www.lvh.it
Impressum manufakt – Fachzeitschrift für die Südtiroler Wirtschaft
Auflage
10.000 Exemplare für 40.000 Leser/innen hgb. und Verwaltung
lvh.apa Bildung & Service Gen. mbH
Mitterweg 7
39100 Bozen
Tel. 0471 323 200 manufakt@lvh.it
Jährliche Abo-Gebühr
55 Euro (Inland)
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Leitung:
Dr. Ramona Pranter, MBA
Redaktion: Leslie Wiss (lw)
Maria Vittoria Gambelli (sg)
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Themen in Bewegung, Im Blick:
Dr. Margareth M. Bernard (mb)
Lektorat: Julia Ranigler, MBA
Presserechtlich Verantwortlicher:
Dr. Bernhard Christanell, MA
Reg. Tribunal Bozen
Nr. 24 am 11. Mai 1948. ROC 9592
Grafik und Layout: Longo AG
Druck: Athesiadruck GmbH Bozen
HANDWERK IN FRAUENHAND: KEIN TREND. EIN WANDEL.
WORLDSKILLS-APERITIF: NÄCHSTER STOPP: SHANGHAI
GEMEINDEENTWICKLUNG:
RAUM FÜR DAS HANDWERK
Inhalt
NEWS
07 GESCHICHTE(N) AUS STOFF
Der lvh gratuliert Robert Egger zu seinem runden Jubiläum.
FOKUS
10 ARBEITSSICHERHEIT
Warum echte Sicherheitskultur mehr schützt als jede Vorschrift.
BETRIEB
16 JETZT FÖRDERUNG BEANTRAGEN!
Antragsstellung für betriebliche Investitionen läuft noch bis 31. März 2026.
WEITERBILDUNG
20 WO HANDWERK LERNT
Das Berufgsbildungszentrum Brixen, „Emma Hellenstainer“, im Fokus.
BRANCHEN & BEZIRKE
22 GENUSS IST KEIN ZUFALL
GeniessMI: Priska Bartolini tischt auf.
36 KOOPERATION BAUT ZUKUNFT
Die neue Gewerbezone GAND 4: Gemeinsam geplant. Nachhaltig gebaut.
FRAUEN & JUNGES HANDWERK
39 WIR STELLEN UNS VOR
Warum Verena Staudacher und Manuel Plank sich im Handwerk einbringen.
WIRTSCHAFT & POLITIK
42 DIALOG STATT DAUERSTAU
Der lvh im Austausch mit dem Präsidenten der A22.
THEMEN IN BEWEGUNG
44 RADIKAL ZUVERSICHTLICH
Wie uns positive Erzählungen aus der Krise führen können.
IM BLICK
46 TRENDS & MÄRKTE
Alperia AG, Raiffeisenverband, Ostermann Italia.
Impulse
07 KLARTEXT
Von Walter Pöhl
16 ZUKUNFTSTRENDS und Tipps
20 KURSE
Das Angebot des lvh
43 IM GESPRÄCH MIT... Christof Liensberger
Direktor INAIL Bozen
AKTUELLES IM ÜBERBLICK: Was bewegt die Welt des Handwerks und der Dienstleister in Südtirol?
ALS ZUGEHÖRIGKEIT: SIE IST EIN STRATEGISCHES ENTSCHEIDUNGSPAKET FÜR BETRIEBE.
Mit über 8.000 Mitgliedsbetrieben ist der lvh die stärkste Interessenvertretung des Südtiroler Handwerks. Wer Mitglied ist, profitiert doppelt: durch konkrete betriebliche Unterstützung und durch eine starke politische Stimme.
Der Verband begleitet Betriebe bei Gründung, Wachstum und Übergabe, unterstützt bei Förderungen, öffentlichen Aufträgen und gesetzlichen Anforderungen und bietet praxisnahe Beratung in Bereichen wie Arbeitssicherheit, Arbeitsrecht, Digitalisierung oder Weiterbildung.
Gleichzeitig vertritt der lvh die Interessen seiner Mitglieder auf Landes- und Staatsebene – mit klarer Position und direktem Draht zu Entscheidungsträgern.
Mitgliedschaft bedeutet deshalb mehr als Service. Sie bedeutet Sicherheit, Netzwerk und strategische Perspektive.
Wer Handwerk nicht nur betreiben, sondern mitgestalten will, sollte Teil dieser Gemeinschaft sein.
Jetzt informieren und Mitglied werden unter: www.lvh.it.
Unser Post des Monats
„Zukunft in deiner Hand“
Heute mit Holzbildhauer DamianZuhören auf Südtirol 1!
Kunst trifft Handwerk
Holzbildhauer/innen aus Südtirol sind weltweit gefragt! Wir waren in St. Ulrich bei Damian Piazza in der Werkstatt.
Mit Geduld und Kreativität entstehen hier beeindruckende Skulpturen.
„EPPAN PRODUKTIV“ BIETET DIE PERFEKTE BÜHNE, UM IHR UNTERNEHMEN UND IHRE DIENSTLEISTUNGEN VORZUSTELLEN.
Nach den erfolgreichen Ausgaben in den Jahren 2006, 2014 und 2018 hat der lvh-Ortsausschuss Eppan beschlossen, die beliebte Wirtschaftsschau 2026 erneut zu veranstalten.
„Eppan Produktiv 2026“ findet vom 05. bis 07. Juni 2026 im Eisstadion Eppan sowie in der Raiffeisenhalle statt. Die Veranstaltung bringt Betriebe aller Branchen zusammen – mit dem Ziel, den Besucherinnen und Besuchern einen lebendigen Einblick in die vielfältige Wirtschaftslandschaft unserer Gemeinde zu ermöglichen. Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz! Melden Sie sich verbindlich bis zum 30. April 2026 unter folgendem Link an: www.lvh.it/eppan26.
lvh überzeugt
WIE SEHEN SÜDTIROLS HANDWERKSBETRIE BE DEN LVH? EINE AKTUELLE MITGLIEDERBE FRAGUNG LIEFERT EIN KLARES BILD.
Die Rückmeldungen zeigen: Hohe Zufriedenheit, starke Identifikation und breite Zustimmung zu den angebotenen Dienstleistungen. Der lvh wird als verlässlicher Partner wahrgenommen – sowohl in der Interessenvertretung als auch in der täglichen Betreuung. Besonders geschätzt werden die Kompetenz, Freundlichkeit und Erreichbarkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In nahezu allen abgefragten Bereichen erreichen die Bewertungen ein sehr gutes Niveau. Der lvh wird nicht nur als Dienstleister, sondern als Wertegemeinschaft wahrgenommen.
„Verantwortung statt Überregulierung.“
Arbeitssicherheit ist keine abstrakte Vorschrift, sondern tägliche Verantwortung. Unsere Betriebe erleben jedoch eine stetig wachsende Regulierungsdichte. Neue Dokumentationspflichten, zusätzliche Kontrollen und immer komplexere Vorgaben erzeugen oft mehr administrativen Aufwand als realen Sicherheitsgewinn. Sicherheit entsteht nicht automatisch durch mehr Bürokratie, sondern durch praktikable Maßnahmen, die im betrieblichen Alltag umsetzbar sind. Südtirols Handwerksbetriebe sind klein strukturiert, die Wege kurz, die Verantwortung persönlich. Unternehmerinnen und Unternehmer arbeiten oft selbst auf der Baustelle oder in der Werkstatt mit. Mitarbeitende sind keine anonymen Ressourcen, sondern Menschen, die man kennt. Genau darin liegt eine Stärke unserer Sicherheitskultur. Arbeitssicherheit ist eine Frage von Verantwortung – aber auch von Verhältnismäßigkeit. Wir als lvh setzen uns daher klar für Sicherheit mit Hausverstand ein: konsequent in der Prävention, kritisch gegenüber Überregulierung und immer auf der Seite jener Betriebe, die täglich Verantwortung übernehmen.
Euer Direktor,
Geschichte(n) aus Stoff: 70 Jahre Robert Egger
ES GIBT MENSCHEN, DIE IHR HANDWERK NICHT NUR PRAKTIZIEREN, SONDERN ES IN JEDEM DETAIL LEBEN. ROBERT EGGER GEHÖRT ZU DIESER SORTE. SEINE ARBEIT UND SEIN ENGAGEMENT SPRECHEN SEIT JAHRZEHNTEN EINE KLARE SPRACHE: HANDWERK IST KULTUR, NICHT ROUTINE.
Als Tapezierer und Raumausstatter prägt Robert Egger seit Jahrzehnten die Gestaltung von Innenräumen in ganz Südtirol.
Sein Betrieb Egger Robert & Co. ist seit über fünfzig Jahren ein vertrauter Name für maßgeschneiderte Stoffe, Vorhänge, Polsterungen und textile Einrichtungen, die zwischen Funktion und Ästhetik balancieren. In all den Jahren hat Egger gelernt, was besten handwerklichen Ausdruck ausmacht: die Verbindung von Tradition mit der Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. So wie man einen Stoff dreht, bis Licht und Form im Raum stehen, so formte er seine Rolle als Funktionär im lvh mit großer Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Jahrzehntelanges Engagement in Verbandsgremien hat ihm Respekt weit über die eigene Berufsgruppe hinaus eingebracht.
Zu seinem 70. Geburtstag, lässt sich das Wirken Eggers als eine Erzählung über Kontinuität verstehen: eine Lebenslinie, die von Stoffen, Handwerk und Gemeinschaft geprägt ist. Nicht nur sein Unternehmen steht für textile Exzellenz mit
Wenn Werkstatt klingt
KAMMERMUSIK IN DER WERKSTATT: PRÄZISI ON UND LEIDENSCHAFT IM EINKLANG.
Das Kammermusikfestival in Völs am Schlern hat schon so manch verwegenen Ort zur Bühne für außergewöhnliche Musikerlebnisse gemacht.
Am 16. Mai 2026 wird mit der Zimmerei koholz in der Handwerkerzone Völs, St. Anton, zum ersten Mal ein traditionsreicher Handwerksbetrieb mit Kammermusik bespielt, dargeboten von internationalen Ausnahmeinterpreten. „Als Handwerksbetrieb wissen wir, wie viel Übung, Hingabe und Feingefühl hinter echter Qualität steckt. In der Musik ist es nicht anders. Deshalb war für uns sofort klar: Ein Konzert in unseren Betriebsräumen ist eine wunderbare Idee“, zeigt sich die Juniorchefin von koholz, Hannah Kompatscher, begeistert.
Freier Eintritt zum Kammermusikfestival. Alle Infos hier:
regionaler Verwurzelung, sondern auch sein Einsatz für eine stärkere Stimme des Handwerks in der gesellschaftlichen Debatte.
Der gesamte Verband – das Präsidium, die Funktionärinnen und Funktionäre sowie alle Mitarbeitenden des lvh – gratuliert Robert Egger herzlich zu seinem 70. Geburtstag.
„WENN MAN SIEHT, DASS DIE KUNDEN MIT UNSERER ARBEIT ZUFRIEDEN SIND, MACHT ES FREUDE.“
Elisabeth Waldthaler begann ihren Weg beim lvh als Praktikantin, war dann im Lohnbüro und wechselte später in die Buchhaltung. Schritt für Schritt lernte sie so alle Facetten ihres Fachs von Grund auf kennen. Ihre Arbeit verlangt Genauigkeit, Geduld und ein hohes Maß an Verantwortung. Fristen, Fälligkeiten und laufend neue gesetzliche Vorgaben bestimmen den Arbeitsalltag. „Für unsere Kunden geben wir alles“, sagt sie. „Es wird nie langweilig.“
ELISABETH WALDTHALER Buchhaltung Bezirksbüro Bozen
Die duale Ausbildung bleibt eine tragende Säule des Südtiroler Handwerks. Um das Engagement der Ausbildungsbetriebe zu würdigen, stellt die Autonome Provinz Bozen auch 2026 wieder eine Prämie für erfolgreich abgeschlossene Lehrlingsausbildungen zur Verfügung.
Die Förderung richtet sich an Lehrbetriebe, in denen Lehrlinge ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.
Je nach Dauer der im Betrieb absolvierten Lehrzeit sind dabei unterschiedliche Beitragshöhen vorgesehen.
Für Betriebe, in denen die gesamte Lehrzeit absolviert wurde, beträgt die Prämie 2.000 Euro pro Lehrling.
Wurde mindestens die Hälfte der Lehrzeit im Betrieb durchgeführt, beläuft sich die Förderung auf 1.000 Euro pro Lehrling.
Ein Betrieb kann die Prämie auch für mehrere Lehrlinge beantragen. Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss der Lehrabschlussprüfung.
Der Antrag muss innerhalb von 90 Tagen nach bestandener Prüfung beim zuständigen Landesamt eingereicht werden.
Der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) begleitet seine Mitglieder auch bei dieser Maßnahme.
Die Zentrale Supportstelle für Förderungen und Finanzierungen übernimmt auf Wunsch die gesamte Abwicklung des Beitragsgesuchs. Damit wird sichergestellt, dass Förderungen korrekt, fristgerecht und ohne unnötigen bürokratischen Aufwand beantragt werden.
Gerade für kleinere und mittlere Betriebe stellt diese Unterstützung eine spürbare Entlastung dar und trägt dazu bei, dass Ausbildungsleistungen auch tatsächlich honoriert werden.
Wer ausbildet, investiert nicht nur in junge Menschen, sondern auch in Qualität, Innovation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Informationen und Beratung unter:
Tel.: +39 0471 323 267
E-Mail: kredit@lvh.it.
WILLKOMMEN IN DER GENERATION H
> OM Electronics GmbH | Gebäudetechnik | Brixen
> Elektro Harder des Harder David | Elektrotechniker/innen | Völs am Schlern
> Sarntaler GmbH | Metzger/innen | Sarntal
> Buchschwenter David | Elektrotechniker/innen | St. Martin in Passeier
> Rungger Naturwerk des Rungger Simon | Holzbaumeister/innen und Zimmerer/innen | Klausen
> Julia‘s Hairstudio der Dorigoni Julia | Friseure/Friseurinnen | Neumarkt
> Prader Stefan | Elektrotechniker/innen | Lajen
> Karosserie Aufderklamm des Aufderklamm Rainer | Karosserietechniker/innen | U. l. Frau i.W.-St. Felix
> Unterholzner David | Maler/innen und Lackierer/innen | Algund
> The Garum Project Srl | Nahrungsmittel | Bozen
> Auto Gasser Hannes GmbH | KFZ-Mechatroniker/innen | Villanders
> Unterfrauner Lorenz | Schmiede/Schmiedinnen und Schlosser/innen | Feldthurns
> Stuppner Fabian | Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker/innen | Marling
> Geba di Hyseni Rrahman | Baumeister/innen und Maurer/innen | Bruneck
ARBEITSSICHERHEIT IM SÜDTIROLER HANDWERK: ZWISCHEN VERANTWORTUNG, REALITÄT UND ÜBERREGULIERUNG.
Arbeitssicherheit ist ein Thema, das Emotionen weckt. Kaum ein Bereich ist so stark reguliert, so politisch aufgeladen und zugleich so existenziell für Betriebe wie jener der Sicherheit am Arbeitsplatz.
Es geht nicht um abstrakte Vorschriften, sondern um Menschen. Um Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr. Um Facharbeiter/innen auf der Baustelle. Um Unternehmer/innen, die selbst mitarbeiten. Sicherheit entscheidet darüber, ob ein Arbeitstag normal endet – oder mit einem Anruf aus der Notaufnahme.
Gerade im Südtiroler Handwerk ist diese Verantwortung unmittelbar spürbar. Die Betriebe sind kleinstrukturiert, die Wege kurz, der Kontakt zu den Mitarbeitenden direkt. Wer hier Verantwortung trägt, kennt die Menschen persönlich. Sicherheit ist deshalb keine theoretische Verpflichtung, sondern gelebter Alltag. Und dennoch steht das Thema zunehmend im Spannungsfeld zwischen realem Risiko und wachsender Regulierung.
Die Frage lautet daher nicht, ob Sicherheit wichtig ist – das ist unbestritten.
Die Frage lautet: Wie viel Bürokratie braucht Sicherheit wirklich? Und was sagen die Zahlen tatsächlich?
EIN BLICK HINTER DIE STATISTIK
Die nackten Zahlen wirken zunächst eindeutig: Im Jahr 2024 wurden in Südtirol insgesamt 12.910 Arbeitsunfälle gemeldet. Von Jänner bis Ende September 2025 waren es bereits 11.551 Meldungen – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Doch wer bei diesen Zahlen stehenbleibt, greift zu kurz. In Südtirol wird jeder Arbeitsunfall gemeldet – vom kleinen Schnitt bis zum schweren Maschinenunfall. Diese umfassende Meldepraxis ist gesetzlich vorgeschrieben und Ausdruck einer funktionierenden Sicherheitskultur.
Sie führt jedoch dazu, dass die Gesamtzahl der Meldungen allein wenig über die tatsächliche Schwere des Unfallgeschehens aussagt.
Von den 12.910 gemeldeten Fällen im Jahr 2024 wurden 6.694 als anerkannte Arbeitsunfälle eingestuft. 1.960 Meldungen wurden negativ bewertet – das heißt, INAIL verneinte nach Prüfung, dass die gesetzlichen Voraussetzungen eines Arbeitsunfalls erfüllt waren. Gründe können sein: kein
Zusammenhang mit der Arbeit, kein „gewaltsames äußeres Ereignis“, ungerechtfertigte Abweichungen bei Wegeunfällen oder fehlender Versicherungsschutz.
Rechnet man diese Fälle heraus, bleibt eine Differenz von 4.256 effektiven Arbeitsunfällen. Hinzu kommen 4.508 sogenannte „Franchige“-Meldungen – Unfälle mit einer Prognose von maximal drei Tagen. Diese werden statistisch erfasst, führen jedoch in der Regel zu keiner Entschädigungsleistung.
Was bedeutet das? Nur ein Teil der gemeldeten Fälle führt tatsächlich zu Leistungen wie Tagesgeld, Renten oder medizinischen Hilfsmitteln. Ein „anerkannter Arbeitsunfall“ liegt rechtlich nur dann vor, wenn eine plötzliche äußere Ursache während der Arbeit einen Gesundheitsschaden verursacht hat und eine ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit oder ein dauerhafter Schaden vorliegt.
Diese Differenzierung ist zentral – denn sie relativiert die oft isoliert betrachteten Gesamtzahlen erheblich.
Gleichzeitig gilt: Südtirol weist eine sehr hohe Beschäftigungsquote auf. Mehr Beschäftigung bedeutet statistisch auch mehr Unfälle. Wo viel gearbeitet wird, steigt naturgemäß das Risiko. Das ist keine Rechtfertigung – aber eine sachliche Einordnung.
WO RISIKEN TATSÄCHLICH LIEGEN
Besonders sensibel ist der Blick auf tödliche Arbeitsunfälle. In Südtirol werden jährlich rund 15 bis 20 Todesfälle im Arbeitskontext registriert. Doch auch hier ist Differenzierung notwendig: Nicht alle dieser Todesfälle sind tatsächlich arbeitsbedingt. Ein erheblicher Teil geht auf natürliche Ursachen zurück – etwa Herzinfarkte am Arbeitsplatz. Eine Anerkennung als Arbeitsunfall erfolgt nur bei eindeutigem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit.
Diese Einordnung ist wichtig, um Pauschalurteile zu vermeiden.
Bestimmte Tätigkeitsfelder weisen traditionell höhere Risiken auf. In der Landwirtschaft sind es steiles Gelände,
Nebenerwerbsstrukturen, das Arbeiten allein mit Maschinen und ein hohes Durchschnittsalter der Beschäftigten.
Im Bauwesen zählen Arbeiten in der Höhe, schwere Maschinen und physisch belastende Tätigkeiten zu den klassischen Risikofaktoren.
Gleichzeitig treten neue Risikofaktoren in den Vordergrund: Stress, Burnout, Mobbing. Diese psychosozialen Belastungen sind schwer messbar und noch schwerer nachweisbar. Sie verändern das Verständnis von Arbeitssicherheit grundlegend – weg von rein technischen Gefahren hin zu ganzheitlichen Arbeitsbedingungen.
Gerade deshalb warnt Markus Bernand, Präsident des Paritätischen Komitees im Bauwesen (PKB), vor reflexhaften politischen Reaktionen: „Mehr Sicherheit entsteht nicht automatisch durch mehr Bürokratie. Entscheidend ist, dass Maßnahmen nachvollziehbar, umsetzbar und im betrieblichen Alltag integrierbar sind.“ Und weiter: „Prävention wirkt dann am besten, wenn sie praxisnah ist. Genau hier setzt das Paritätische Komitee an – beratend, unterstützend und auf Augenhöhe.“
Diese Haltung deckt sich mit der Analyse vieler Südtiroler Betriebe: Sicherheit entsteht im Betrieb – nicht primär im Gesetzestext.
ZWISCHEN VERANTWORTUNG UND ÜBERREGULIERUNG
Arbeitssicherheit ist in den vergangenen Jahren zunehmend Gegenstand staatlicher Eingriffe geworden. Neue Dokumentationspflichten, zusätzliche Kontrollen, verschärfte Vorgaben. Ziel ist mehr Sicherheit – doch nicht jede Regelung führt automatisch zu mehr Schutz.
Genau hier setzt die Position des lvh an.
lvh-Präsident Martin Haller bringt es klar auf den Punkt: „Arbeitssicherheit braucht Augenmaß: Zahlen zeigen, dass nicht mehr Bürokratie und Kontrollen automatisch mehr Sicherheit bedeuten.“ Und weiter: „Sicherheit darf nicht zum Selbstzweck werden. Sie muss im Betrieb funktionieren – nicht nur auf dem Papier.“
Der lvh fordert keine Abschwächung von Sicherheitsstandards. Im Gegenteil: Sicherheit ist oberstes Gut. Aber sie braucht Verhältnismäßigkeit.
Kleine, familiengeführte Handwerksbetriebe können nicht mit denselben administrativen Strukturen arbeiten wie Großunternehmen mit eigener Rechtsabteilung.
„Wer Sicherheit will, muss Betriebe entlasten – nicht überfordern“, so Haller. „Der Gesetzgeber darf Verantwortung nicht mit Dokumentationspflichten verwechseln.“
DER LVH ALS SCHUTZSCHILD UND ÜBERSETZER
Gerade dort, wo gesetzliche Vorgaben komplex oder überzogen formuliert sind, übernimmt der lvh eine zentrale Rolle. Nicht als Verkäufer von Pflichten – sondern als Übersetzer zwischen Gesetzgeber und Betrieb.
Ein Beispiel ist die Beratung durch territoriale Sicherheitssprecher (RLST). Sie begleiten Betriebe praxisnah und verständlich – nicht strafend, sondern unterstützend. Ebenso das Paritätische Komitee der Bauarbeiterkasse, das beratende Kontrollen durchführt und Prävention in den Vordergrund stellt. Der Ansatz ist klar: Unterstützung wird nötig, weil Regelwerke den betrieblichen Alltag zunehmend überfordern. Der lvh fängt staatliche Überforderung ab. Er informiert, erklärt, relativiert, unterstützt – ohne Verkaufslogik, ohne Alarmismus.
SICHERHEITSKULTUR:
MEHR ALS CHECKLISTEN
Südtirols Handwerksbetriebe leben Arbeitssicherheit – lange bevor sie kontrolliert wird. Kleine Strukturen bedeuten kurze Wege. Unternehmer/innen arbeiten selbst mit. Verantwortung ist unmittelbar spürbar.
Sicherheit entsteht hier durch Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und Nähe – nicht primär durch Checklisten.
Das bedeutet nicht, dass Kontrollen unnötig wären. Aber es bedeutet, dass Sicherheit in Südtirol längst Teil der Unternehmenskultur ist.
„Wir stehen auf der Seite der Betriebe – für Sicherheit mit Hausverstand“, betont Haller. „Wir brauchen Prävention statt Dokumentationszwang.“
VERANTWORTUNG MIT VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT
Arbeitssicherheit ist kein Marketingthema. Sie ist eine Frage von Verantwortung – und politischer Vernunft. Die Zahlen zeigen kein Bild einer Branche, die Sicherheit vernachlässigt.
Sie zeigen vielmehr ein System mit hoher Meldebereitschaft, klarer rechtlicher Differenzierung und funktionierender Präventionskultur.
Sie zeigen Betriebe, die Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig machen sie deutlich: Sicherheit braucht Augenmaß. Mehr Bürokratie bedeutet nicht automatisch mehr Schutz.
Am Ende geht es nicht um Statistik. Es geht um Menschen. Und darum, dass sie gesund nach Hause kommen. Sicherheit ist kein Zufall.
Wenn in der Werkhalle von Resch-3 gearbeitet wird, geht es um Präzision. Das Unternehmen mit Sitz in Blumau entwickelt und fertigt hochwertige Aluminiumlösungen für Fenster, Türen und Fassaden. Zwölf Mitarbeitende zählt der Betrieb, neun davon sind direkt in der Produktion tätig. Moderne Maschinen, klare Abläufe, eingespielte Teams – und ein Thema, das über allem steht: Arbeitssicherheit.
„Unsere Mitarbeitenden sind für uns das höchste Gut, deshalb ist die Arbeitssicherheit für uns das wichtigste Thema im Betrieb“, sagt Firmeninhaber Rudolf Lantschner.
Für ihn ist Sicherheit kein Zusatzkapitel, sondern integraler Bestandteil der Unternehmensführung. Unterweisungen, regelmäßige Schulungen, dokumentierte Sicherheitsbesprechungen und klare Verantwortlichkeiten gehören zum Alltag.
„Wir nutzen gezielt das Kursangebot des lvh, um unsere Mitarbeitenden auf dem neuesten Stand zu halten. Sicherheit darf nicht nur am Papier existieren – sie muss im Betrieb funktionieren“, betont Lantschner.
Resch-3 steht beispielhaft für viele Südtiroler Handwerksbetriebe. Sicherheit wird aktiv im Unternehmen gelebt und ist ein Qualitätsmerkmal – für die Mitarbeitenden ebenso wie für die Kundinnen und Kunden.
ERFOLGREICHE UNTERNEHMENSFÜHRUNG: Mit dem richtigen Know-how in Management, Produktion, Verkauf, Marketing und Organisation zum Erfolg.
Mehr als Chefin. Unternehmerin. Handwerkerin.
ZWISCHEN WERKBANK, BÜRARBEIT UND ATELIER ZEIGT SICH EIN BILD, DAS LANGE UNTERSCHÄTZT WURDE: DAS SÜDTIROLER HANDWERK IST WEIBLICHER, STRATEGISCHER UND VIELFÄLTIGER, ALS VIELE GLAUBEN.
Südtirols Handwerk ist weiblicher, als viele glauben.
Laut aktuellen Erhebungen des WIFO steigt die Zahl der Frauenunternehmen im Land seit Jahren kontinuierlich.
Jede fünfte unternehmerische Tätigkeit wird inzwischen von einer Frau geführt – Tendenz steigend.
Auch im Handwerk übernehmen immer mehr Frauen Verantwortung, gründen Betriebe oder führen bestehende Unternehmen weiter. Drei von ihnen stehen exempla-
risch für diesen Wandel: Evelyn Brichta Gögele, Mirjam Prenner und Sandra Pircher.
FÜHRUNG IM MASCHINENBAU
Der Maschinenbau gilt als klassische Männerdomäne. Genau hier hat sich Evelyn Brichta Gögele als Geschäftsführerin der Raico GmbH positioniert.
„Gerade im Maschinenbausektor war es von Beginn an wichtig, fachliche Kompetenz, Konsequenz und Entscheidungsstärke klar zu zeigen“, sagt sie.
Doch Führung bedeutet für sie mehr als Durchsetzungsfähigkeit. In ihrem Unternehmen habe sich eine neue Qualität entfaltet: Sensibilität für Teamdynamiken, klare Kommunikation und ein strategischer Blick für nachhaltige Entwicklungen.
Als Mutter von fünf Kindern – eines davon mit Beeinträchtigung – beschreibt sie Selbstständigkeit als bewusste Entscheidung für Gestaltungsspielraum: „Sie hat mir ermöglicht, berufliche Verantwortung zu übernehmen, ohne auf Fremderziehung angewiesen zu sein.“ Vereinbarkeit sei kein Zufall, sondern Managementaufgabe: klare Prioritäten, strategisches Denken, Plan B. Für junge Frauen hat sie eine klare Botschaft: an die eigenen Fähigkeiten glauben, Verantwortung übernehmen, neue Perspektiven ins Handwerk bringen. Veränderung entstehe durch jene, die handeln.
HANDWERK IM DIREKTEN KONTAKT
„Getraut euch“, sagt Sandra Pircher. Ihre Firma Fliesen
Sandra der Sandra Pircher steht für handwerkliche Präzision in einem Beruf, der körperlich anspruchsvoll ist und oft mit Vorurteilen belegt wird.
ZWISCHEN ATELIER UND EIGENVERANTWORTUNG
Ganz anders, aber ebenso unternehmerisch: Design & Couture der Prenner Mirjam. In ihrem Atelier verbindet Mirjam Prenner Maßarbeit, Kreativität und direkten Kundenkontakt. Hier entstehen keine Serien, sondern Stücke mit Haltung – individuell, präzise, persönlich. „Grundsätzlich wird das Handwerk von Männern bestritten und daher ist es manchmal sehr schwer sich zu behaupten oder ernst genommen zu werden“, sagt sie. „Das macht einen aber auch stark und stärkt das Durchsetzungsvermögen.“
Als Einzelunternehmerin ohne Mitarbeitende trägt sie jede Verantwortung selbst: Beratung, Entwurf, Produktion, Organisation. „Man ist sehr flexibel, aber gleichzeitig für alles selbst verantwortlich.“ Fixe Öffnungszeiten, spontane Kundenwünsche, Wochenendarbeit – und dennoch die Freiheit, an einem Dienstagvormittag auch einmal Wellness zu machen. Unternehmerische Freiheit bedeutet hier: immer und nie frei.
Prenner sieht strukturelle Hürden weniger im Geschlecht als in Rahmenbedingungen: hohe Mieten, Bürokratie, geringe Unterstützung bei Mutterschaft. „Ich glaube, es bräuchte mehr Unterstützung vom Land und Staat und weniger Bürokratie“, so ihre Einschätzung.
Trotz aller Herausforderungen liebt sie ihre Arbeit – und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Genau darin liegt ihre Kraft: im Gestalten, im direkten Austausch mit Kundinnen und Kunden, im Moment, in dem aus einer Idee ein tragbares Unikat wird.
Schwere Materialien? Kein Argument. „Wir können es genauso gut wie die Männer“, lautet ihre klare Haltung. Entscheidend sei nicht das Geschlecht, sondern Präzision, Ausdauer und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Gerade im direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden erlebt sie oft einen Vertrauensvorsprung. „Weil ich viel in Privatwohnungen arbeite, entsteht schnell ein persönlicher Zugang“, erklärt sie.
Fliesen sind kein abstraktes Produkt, sie prägen Räume, in denen Menschen leben. Das verlangt Feingefühl – für Materialien ebenso wie für Wünsche.
Pircher arbeitet ohne Mitarbeitende – das bedeutet Flexibilität, aber auch volle Verantwortung. Entscheidungen trifft sie selbst, Abläufe gestaltet sie eigenständig.
Unternehmerinnentum entsteht bei Sandra Pircher aus Überzeugung. Und aus der klaren Botschaft an junge Frauen: Handwerk ist kein Terrain, das man sich erst erkämpfen muss. Man muss es einfach betreten.
MEHR ALS EIN TREND
Frauen in Führungspositionen sind im Südtiroler Handwerk längst keine Randerscheinung mehr. Netzwerke wie die Frauen im Handwerk schaffen Sichtbarkeit, stärken den Austausch und machen aus Einzelgeschichten ein gemeinsames Signal.
Petra Holzer, Landesobfrau der Frauen im Handwerk, formuliert es klar: „Es ist erfreulich zu sehen, dass viele Frauen in Führungspositionen in Handwerksbetrieben vertreten sind. Auch im Vorstand des lvh sind inzwischen fünf Frauen – das steht für echten strukturellen Wandel.“ Was diese Unternehmerinnen verbindet, ist nicht ihr Geschlecht. Es ist ihr Gestaltungswille. Sie führen Betriebe, übernehmen Verantwortung und erweitern das Bild vom Handwerk – konsequent und unternehmerisch.
DIE ENTWICKLUNG DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ (KI) HAT SICH ANFANG 2026
SPÜRBAR BESCHLEUNIGT – UND MIT IHR DIE KRÄFTEVERHÄLTNISSE IN DER GLOBALEN TECHNOLOGIEPOLITIK.
In einem Update zum Stand der KI-Entwicklung beschreibt das Innovationszentrum MIND (Meran.o Innovation District), wie sich aus einem bunt
schillernden Start ein strukturierter Wettbewerb herausbildet, der weit mehr als einzelne Apps oder Tools betrifft. Apple greift für Siri auf Googles KI zurück – und setzt damit ein Signal, das über Technik hinausgeht. Die Macht in der KI liegt nicht mehr bei denen mit dem ersten Produkt, sondern bei jenen, die Infrastruktur, Daten und Reichweite kontrollieren. KI wird zum Fundament digitaler Ökosysteme, nicht zum Zusatzfeature. Für Europa bedeutet das Chance und Risiko zugleich: Wachstumspotenziale treffen auf einen verschärften Wettbewerb um Standards und Souveränität. Klar ist: KI ordnet Wirtschaft und Gesellschaft neu.
FÖRDERUNG FÜR INVESTITIONEN LÄUFT AM 31. MÄRZ AUS!
Noch bis 31. März 2026 können Beiträge für betriebliche Investitionen im Rahmen des Wettbewerbs 2026 beantragt werden. Danach schließt das Förderfenster.
Wer investieren will, sollte jetzt aktiv werden!
Gefördert werden Investitionen, die Betriebe im Alltag stärken und wettbewerbsfähig halten.
Dazu zählen unter anderem Maschinen, Geräte, Einrichtungsgegenstände, Hardware und Software, Arbeits- und Sonderfahrzeuge.
Die Mindestinvestitionen sind 15.000 Euro, die maximale förderfähige Investitionssumme bei 500.000 Euro. Der Beitragssatz beträgt 20 Prozent.
Wichtig für Betriebe: Die Vergabe erfolgt im Wettbewerbsverfahren mit Punktesystem. Eine sorgfältige Vorbereitung und korrekte Antragstellung sind daher entscheidend für die Förderchancen.
Letzter Abgabetermin ist der 31. März 2026 um 12.00 Uhr. Anträge, die danach eingehen, werden nicht mehr berücksichtigt.
Der lvh übernimmt für seine Mitgliedsbetriebe gerne die komplette Abwicklung – von der Antragstellung bis zur Auszahlung des Beitrags. Zentrale Supportstelle für Förderungen und Finanzierungen: Tel.: +39 0471 323 267 - E-Mail: kredit@lvh.it.
SMARTES HANDWERK – PRAKTISCH UMGESETZT
Betriebszukunft braucht Strategie
Die Metzgerei Sarntaler hat an dem Projekt teilgenommen und berichtet von den eigenen Erfahrungen. Nach einem Rückblick auf die Betriebsgeschichte stand in den darauffolgenden Terminen die strategische Ausrichtung im Mittelpunkt. Gemeinsam wurde eine klare Vision und Mission erarbeitet sowie konkrete nächste Schritte definiert. Viele Wünsche und Ideen, die bislang „im Hinterkopf” waren, konnten gesammelt, sichtbar gemacht und strukturiert festgehalten werden.
„Der Zeitpunkt war für uns genau rich-
tig“, so das Fazit von Julia Moser und Peter Thaler. „Sicherlich können auch andere Betriebe davon profitieren. Man muss nicht unbedingt in der Phase des Generationenwechsels stehen, um sich bewusst Zeit für die strategische Ausrichtung zu nehmen.”
Das Pilotprojekt zeigt: Wer sich Zeit für strukturierte Zukunftsarbeit nimmt, schafft Orientierung, stärkt die strategische Klarheit und legt eine fundierte Basis für die Weiterentwicklung des Unternehmens – unabhängig davon, in welcher Phase es sich gerade befindet.
Eindruck
03|2026
WEITERBILDUNG
ERFOLGSFAKTOR BILDUNG: Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung sowie die Stärkung des Meistertitels sind das Fundament für hochwertiges Südtiroler Handwerk.
WorldSkills-Aperitif
im lvh
WENN SÜDTIROLER HANDWERK INTERNATIONAL ANTRETEN WILL, BRAUCHT ES EIN STARKES TEAM, KLARE ABLÄUFE – UND EIN GEMEINSAMES VERSTÄNDNIS DAFÜR, WAS AUF DER „WELTBÜHNE“ ZÄHLT. GENAU DARUM GING ES BEIM WORLDSKILLS-APERITIF IM LVH.
Shanghai liegt 8.500 Kilometer von Südtirol entfernt. Und doch beginnt diese Reise im Haus des Handwerks in Bozen.
Beim WorldSkills-Aperitif 2026 wurde deutlich: Internationale Wettbewerbe entstehen nicht erst auf der großen Bühne, sondern im Austausch, in der Abstimmung –und im gemeinsamen Verständnis dafür, warum man überhaupt antritt.Acht Handwerksberufe aus Südtirol werden im September 2026 bei der 48. Ausgabe der WorldSkills in Shanghai antreten. 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 70 Ländern, 64 Berufe, sechs Wettbewerbstage – organisiert werden die WorldSkills von der Handelskammer Bozen, die seit Jahren die Teilnahme Südtirols strukturell trägt und koordiniert. Doch der Wettbewerb beginnt lange vor dem ersten Handgriff.
MEHR ALS EIN WETTBEWERB
„WorldSkills ist keine Reise. Es ist ein Bekenntnis zur Qualität unseres Handwerks“, betonte lvh-Präsident Martin Haller in seinen Grußworten. „Wenn unsere jungen Fachkräfte international antreten, zeigen sie, dass Südtirol nicht nur mithält – sondern Maßstäbe setzt.“
Die Ausrichtung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Handelskammer Bozen, die als offizieller Organisator von WorldSkills Italy – South Tyrol die strukturelle Basis stellt. Für Jasmin Fischnaller, offizielle Delegierte von
WorldSkills Italy-South Tyrol, ist genau das entscheidend: „WorldSkills lebt von Professionalität. Unsere Aufgabe ist es, den Rahmen so zu gestalten, dass sich die Teilnehmenden auf ihr Können konzentrieren können.“
Diese Professionalität zeigt sich in der minutiösen Vorbereitung: Zollvorgaben für China, Fotodokumentationen aller Werkzeuge, Begasungsvorschriften für Holzverpackungen, digitale Pflichtmodule auf der WorldSkills-Plattform. Es ist die unsichtbare Seite eines internationalen Auftritts.
TEAM HANDWERK SÜDTIROL
Im Mittelpunkt stand der Blick auf das Team des Südtiroler Handwerks, das in Shanghai antreten wird. An den Start gehen Franziska Gschnitzer (Floristin), Annika Kofler (Friseurin), Fabian Stolzlechner (Kfz-Mechatroniker), Florian Feichter (Heizungs-, Lüftungs- und
Sanitärtechniker), Noah Pillon (Maler und Lackierer), Matthias Widmann (Maurer und Baumeister), Liam Fiechter (Mediendesigner) und Jonas Wenter (Tischler).
Begleitet werden sie von ihren Expertinnen und Experten – acht Berufe, ein gemeinsames Ziel.
„Diese jungen Menschen stehen nicht nur für ihren Beruf, sondern für eine Generation, die Handwerk neu definiert“, sagte Priska Reichhalter, Landesobfrau der Junghandwerker/innen im lvh. „Sie zeigen, dass Leidenschaft und Professionalität zusammengehören.“
Im zweiten Teil des Abends ging es um Rückblicke auf vergangene Berufswettbewerbe, um Medaillenspiegel und um die 30-jährige Geschichte der WorldSkills-Beteiligung Südtirols.
ORGANISATION IST HALTUNG
lvh-Direktor Walter Pöhl, brachte es auf den Punkt: „Internationale Wettbewerbe zeigen, wie leistungsfähig unser duales Ausbildungssystem ist. Aber sie zeigen auch, wie wichtig Netzwerke sind – zwischen Betrieben, Verband und Institutionen.“ Der lvh versteht sich dabei als Lead und Partner der Handwerksberufe. Obleute, Berufsgruppenbetreuer/innen, Projektmanagement –viele Hände tragen dieses Projekt.
Mit vor Ort in Shanghai wird auch Thomas Pardeller als technischer Delegierter von WorldSkills Italy-South Tyrol sein. Er begleitet die Teilnehmenden organisatorisch und fachlich, koordiniert technische Abläufe und sorgt dafür, dass Reglements, Infrastruktur und Wettbewerbsbedingungen reibungslos umgesetzt werden. Seine Rolle ist entscheidend, damit sich das Team Südtirol ganz auf das Wesentliche konzentrieren kann: handwerkliche Spitzenleistungen auf internationaler Bühne. Denn Shanghai ist kein Einzelprojekt. Es ist Teamarbeit.
WARUM DAS ALLES ZÄHLT
WorldSkills ist kein Marketingevent. Es ist ein Leistungsnachweis. Wer in Shanghai antritt, misst sich mit den Besten der Welt – unter standardisierten Bedingungen, mit präzisen Bewertungskriterien und maximalem Druck. Gleichzeitig ist der Wettbewerb eine Bühne für Berufsbildung, Innovationskraft und handwerkliche Exzellenz. Und genau darin liegt die eigentliche Bedeutung des Aperitifs: Er zeigt, dass Handwerk international denkt. Dass Südtirol nicht am Rand steht, sondern mitgestaltet. Martin Haller formulierte es am Ende klar: „Handwerk verbindet Welten – aber nur, wenn wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Für Qualität, für Ausbildung und für die nächste Generation.“ Shanghai ist weit. Aber der Weg dorthin ist präzise geplant und er beginnt im Handwerk.
DIE ZUKUNFT DES HANDWERKS IST ENG AN DIE BERUFLICHE AUSBILDUNG GEKOPPELT. GENAU DORT SETZT DAS BERUFSBILDUNGSZENTRUM (BBZ) „EMMA HELLENSTAINER“ IN BRIXEN AN – MIT EINEM KLAREN FOKUS: DIE JUGENDLICHEN STEHEN IM MITTELPUNKT.
Rund 800 Schülerinnen und Schüler besuchen jährlich das Berufbildungszentrum (BBZ) „Emma Hellenstainer“ in Brixen, unterstützt von etwa 140 Mitarbeitenden. Der pädagogische Ansatz der Schule für Gastronomie und Kulinarik ist dabei ebenso konsequent wie anspruchsvoll: eigenverantwortliches Lernen, individuelle Förderung und der gezielte Aufbau von Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikation und Organisation. Bildung wird hier nicht als Stoffvermittlung verstanden, sondern als Begleitung auf dem Weg ins Berufsleben. Direktor Benjamin Flora beschreibt diese Aufgabe so: „Unsere Klientel ist bunt gemischt, die Klassen sind heterogen. Die Kunst besteht darin, Jugendliche mit Lernschwierigkeiten zu fördern und zugleich vielseitig begabte junge Menschen entsprechend zu fordern. Bei allem, was wir tun, stellen wir uns die Frage nach Sinn und Nutzen für die Jugendlichen.“
Dieses Denken prägt auch das Menschenbild der Schule. Lernen funktioniert nur, wenn Beziehung gelingt – wenn Schule als sicherer, wohlwollender Ort wahrgenommen wird. Stärkenorientierung und Akzeptanz für individuelle Schwächen sind deshalb kein Zusatz, sondern Grundlage. Inhaltlich hat sich das „Emma Hellenstainer“ laufend weiterentwickelt. Neben der dualen Ausbildung bietet es berufsbildende und maturaführende Wege ebenso
wie spezialisierte Weiterbildungen und Meisterkurse an. Besonders prägend ist dessen Rolle als landesweites Kompetenzzentrum für Ernährung: Als einzige Schule in Südtirol bildet sie Metzger/innen, Bäcker/innen, sowie Konditorinnen und Konditoren aus – mit wertvollen Synergien zwischen den Fachrichtungen.
Dass Schule und Handwerk dabei nicht nebeneinander, sondern miteinander denken müssen, zeigt auch der Austausch mit dem Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa).
Initiativen wie „Treffpunkt Schule“ machen sichtbar, wie Zukunft entsteht: durch Dialog, Vertrauen – und durch konsequente Orientierung für Jugendliche.
WER ANPACKT, WILL AUCH WEITERKOMMEN.
Im lvh-Kurskalender finden Sie neue Ideen, Praxiswissen und Anregungen für Ihren Berufsalltag. Jetzt entdecken: www.lvh.it/kurse oder direkt über diesen QR-Code:
ANDWERK TRIFFT
SCHULE
Beim SkillsDay an der Mittelschule Eppan wurde Berufsorientierung greifbar
Rund 140 Jugendliche der dritten Klassen konnten Handwerk nicht nur kennenlernen, sondern selbst ausprobieren – in kurzen Mitmach-Challenges, direkt angeleitet von engagierten Betrieben aus der Region. Im Mittelpunkt standen dabei konkrete Tätigkeiten: bauen, messen, montieren, verbinden. Jede Station war so konzipiert, dass die Schülerinnen und Schüler innerhalb weniger Minuten ein sichtbares Ergebnis erzielen konnten. Dieses direkte Erleben – etwas mit den eigenen Händen zu schaffen – machte den Reiz des Tages aus und sorgte für viele positive Aha-Momente.
Möglich wurde der SkillsDay durch die aktive Beteiligung zahlreicher Handwerksbetriebe, die ihr Know-how, ihre Zeit und ihre Materialien zur Verfügung stellten. Mit dabei waren Heidi Felderer Bau GmbH, Havoklima GmbH – Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärbetrieb, Faller OHG – Heizungs-, Lüftungsund Sanitärbetrieb, Tischlerei Kager OHG, elektro A. Haller GmbH, Katmetal GmbH – Schmied- und
Schlossereibetrieb, Autoplus OHG – Kfz-Mechatroniker-Betrieb sowie Tiefbau Pertoll GmbH. Sie alle zeigten eindrucksvoll, wie breit das Spektrum handwerklicher Berufe ist – vom Bau über die Gebäudetechnik bis zur Metall- und Fahrzeugtechnik. Der SkillsDay machte deutlich: Berufsorientierung wirkt am besten, wenn sie praxisnah gestaltet ist.
Eindruck vom SkillsDay in Eppan @ lvh.apa
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BRANCHEN & BEZIRKE
DIE VIELFALT DES HANDWERKS: Neuigkeiten, Trends, die Projekte der lvh-Berufsgemeinschaften und aktuelle Wirtschaftsthemen auf einen Blick.
Zwischen
Kreativität und Bodenhaftung: „GeniessMi“
NAHRUNGSMITTEL:
BEI PRISKA BERTOLINI BEGANN DAS UNTERNEHMERTUM NICHT MIT EINEM BUSINESSPLAN, SONDERN MIT EINER IDEE. HEUTE STEHT SIE HINTER GENIESSMI – EINER MARKE, DIE GENUSS NICHT ALS PRODUKT VERSTEHT, SONDERN ALS HALTUNG.
Wer Priska Bertolini begegnet, spürt schnell: Hier geht es nicht um standardisierte Abläufe oder um Masse. Es geht um Aufmerksamkeit. Um das richtige Maß. Um Geschmack – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Was Priska anbietet, ist handgemacht, persönlich und bewusst reduziert. Was sie antreibt, ist die Lust am Gestalten. „Mich fasziniert, dass ich mich immer wieder neu erfinden kann“, sagt sie. Neues ausprobieren, kombinieren, verwerfen, neu denken. Genau darin liegt die DNA von GeniessMi.
VOM SELBERMACHEN ZUM
EIGENEN UNTERNEHMEN
Die Wurzeln des Betriebs liegen im Privaten. Häppchen, kleine Köstlichkeiten, dekorative Details – zunächst für Familie, Freunde, später für einen größeren Kreis. Was als Leidenschaft begann, wurde Schritt für Schritt professionell. Heute beliefert GenissMi Kundinnen und Kunden in ganz Südtirol, ist im Catering ebenso zu Hause wie im Fingerfood-Bereich und bei individuell gestalteten Genusskonzepten für Feiern, Veranstaltungen oder Unternehmen. Dabei bleibt der Ansatz unverändert: alles hausgemacht, möglichst regional, bewusst ausgewählt. Fertigprodukte spielen keine Rolle. Stattdessen entstehen in der GeniessMi-Küche kleine Kompositionen, die nicht laut sein müssen, um in Erinnerung zu bleiben. Leichtigkeit statt Schwere, Klarheit statt Überladung – auch Trends werden hier nicht kopiert, sondern übersetzt.
Der Ausgleich zur Arbeit ist für Priska kein Gegensatz, sondern Teil des Ganzen. Tiere auf dem Hof, bei der Ernte mithelfen, den eigenen Acker bebauen, Gärtnereien besuchen, Inspirationen sammeln – all das fließt zurück in ihre Arbeit. Der sprichwörtliche „grüne Daumen“ zeigt sich nicht nur in Blumensträußen und Gestecken, sondern auch im Gespür für saisonale Produkte und natürliche Kombinationen.
Zuhause wird gebastelt, gemalt, dekoriert. Neues ausprobiert. Auch das ist kein Hobby nebenbei, sondern Teil eines kreativen Kreislaufs. „Ich arbeite mit den Händen, mit dem Kopf und mit den Menschen“, sagt Bertolini.
Genau diese Verbindung macht GeniessMi aus.
NÄHE ALS PRINZIP
GeniessMi ist kein Ein-Personen-Kosmos. Im Hintergrund – und oft mitten im Geschehen – arbeitet Priskas Schwester Maruska mit. Sie verantwortet den süßen Bereich des Betriebs und ist insbesondere für die Torten zuständig, die längst zu einem Markenzeichen geworden
Werden Sie mit einer E-Mail zum Betrieb des Monats: manufakt@lvh.it
sind. Daneben entstehen unter ihrer Hand Desserts und feine Patisserie. Diese familiäre Zusammenarbeit prägt den Alltag ebenso wie den Umgang mit Kundinnen und Kunden: persönlich, verlässlich und auf Augenhöhe. Der Betrieb wächst nicht über Lautstärke, sondern über Vertrauen.
Viele Kundinnen und Kunden kommen wieder, empfehlen weiter, fragen gezielt nach Neuem. Nicht, weil alles gleich bleibt – sondern weil sich GenissMi weiterentwickelt, ohne den Kern zu verlieren.
Individualität ist kein Marketingversprechen, sondern tägliche Arbeit. Handwerk bedeutet hier nicht Nostalgie, sondern Verantwortung. Für Qualität. Für Zutaten. Für Zeit. Und für Beziehungen.
In einer Welt, in der vieles jederzeit verfügbar scheint, setzt GeniessMi bewusst auf das Gegenteil: auf das Besondere, das nicht beliebig ist.
GENUSS, DER BLEIBT
Was Priska antreibt, ist kein Wachstumsdogma. Es ist Neugier. Die Freude daran, neue Menschen kennenzulernen, neue Formate zu entwickeln, neue Ideen umzusetzen.
GeniessMi ist kein abgeschlossenes Konzept, sondern ein offener Prozess – getragen von Handwerk, Kreativität und Bodenständigkeit.
Oder, wie man es hier wohl selbst formulieren würde: Genuss entsteht dort, wo jemand bereit ist, genau hinzuschauen. Und sich Zeit zu nehmen.
POSITIVE SIGNALE FÜR DEN SEKTOR, WIRTSCHAFTSVERBÄNDE UND SOZIALPARTNER
HABEN KÜRZLICH EIN ABKOMMEN FÜR DAS VARIABLE LOHNELEMENT FÜR 2026
UNTERZEICHNET.
Kürzlich haben die Vertreter/innen der beiden Arbeitgeberverbände CNA Alto Adige Südtirol und der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa), sowie die vier Gewerkschaften ASGB Bau, FILCA-SGB/CISL, FILLEA-GBH/CGIL und FENEAL-SGK/UIL eine Vereinbarung unterzeichnet, in der die Zahlung des variablen Lohnelements (EVR) auch für das Jahr 2026 bestätigt wird. Das EVR ist ein variables Element, dessen Höhe von einer Produktivitätssteigerung abhängt, die anhand mehrerer Parameter gemessen wird. Der EVR wird auch 2026 in Höhe von 5,4 Prozent des Entgelts ausbezahlt. Das entspricht – je nach Einstufung – rund 60 bis 120 Euro brutto pro Monat.
„Wir freuen uns über dieses positive Signal für die Südtiroler Bauwirtschaft: Es bestätigt, dass die Arbeitgebenden in unserer Branche das große Engagement ihrer Mitarbeitenden voll anerkennen“, erklärten lvh-Baugruppenobmann Fritz
BAUMEISTER/INNEN UND MAURER/INNEN: DIE IMAGEKAMPAGNE „MASSIVGUT“ GEHT IN DIE NÄCHSTE RUNDE – UND DAS MIT STARKEN PARTNERN AN DER SEITE. GEMEINSAM MIT DER IDM, DEM BAUKOLLEGIUM UND CONCRETE WIRD DIE INITIATIVE WEITERENTWICKELT UND PROFESSIONELL AUSGEBAUT.
Ziel der Kampagne ist es, die Stärken des massiven Bauens noch klarer und sichtbarer zu positionieren – in der Öffentlichkeit ebenso wie bei Bauverantwortlichen, Planerinnen und Planern, sowie der jungen Generation. Im Mittelpunkt steht dabei eine klare Botschaft: Qualität, Nachhaltigkeit, Regionalität und Wertbeständigkeit sind keine Schlagworte, sondern zentrale Eigenschaften der Massivbau-
weise. Mit der Unterstützung der IDM soll die Reichweite der Kampagne deutlich erhöht und die Inhalte gezielt über verschiedene Kanäle kommuniziert werden.
Die Baubranche befindet sich im Wandel. Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität sind längst keine Randthemen mehr, sondern bestimmen die strategische Ausrichtung der Branche. Genau hier setzt „MassivGut“ an. Für 2026 ist ein umfassendes Maßnahmenpaket geplant. Neben einer verstärkten Präsenz in den sozialen Medien sollen auch Ausstellungen, Bildungsprojekte und Lehrfahrten umgesetzt werden. Ziel ist es, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen – von Bauinteressierten über Fachleute bis hin zu Schülerinnen und Schülern.
Mit der Weiterführung von „MassivGut“ setzen die Baumeister/innen und Maurer/innen im lvh ein deutliches Zeichen. Sie positionieren sich als aktive Gestalter einer Branche im Umbruch – mit einem klaren Bekenntnis zu Umweltbewusstsein, Qualität und regionaler Verantwortung.
Ploner
Obmann Rodolfo Gabrieli.
Unsichtbar, aber unverzichtbar
TIEFBAUUNTERNEHMER/INNEN:
JAHRESVERSAMMLUNG ZEIGT, WIE
STARK DER TIEFBAU DIE WIRTSCHAFT UND INFRASTRUKTUR MITPÄGT.
Obmann Michael Hofer eröffnete die Versammlung mit einem Tätigkeitsbericht, der weniger Rückblick als Standortbestimmung war. Er skizzierte die Arbeit der Berufsgruppe an der Schnittstelle zwischen Betrieben, öffentlichen Auftraggebern und Fachgremien – dort, wo Regeln, Ausschreibungen und technische Realität aufeinandertreffen.
In seinen Grußworten ordnete lvh-Vizepräsident Hannes Mussak den Tiefbau in einen größeren wirtschaftlichen Kontext ein. Handwerk sei nicht nur Ausführender, sondern strukturgebender Teil der Wirtschaft.
Fachliche Impulse kamen aus zwei Richtungen. Fabio De Polo, Direktor der Wildbachverbauung, stellte das neue Ausschreibungssystem sowie künftige Programme und Investitionsschwerpunkte vor. Ergänzend sprach Dominik Oberstaller, Präsident des Gemeindenverbandes, über neue Ansätze in der Gemeindefinanzierung und die Zusammenarbeit mit Bau- und Tiefbauunternehmen.
Ein stiller, aber bedeutender Moment der Versammlung war die Ehrung von Virginia Tanzer, Direktorin der Berufsschule Schlanders, und Norbert Linser, Fachlehrer an derselben Schule. Beide wurden für ihre langjährige Arbeit in der Ausbildung des Berufsnachwuchses gewürdigt. Die Jahresversammlung bot Raum für Austausch und Vernetzung – genau dort, wo Branchenwissen entsteht und weitergegeben wird.
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BODENLEGER/INNEN:
DIE ANFORDERUNGEN IM BODENLEGERHANDWERK STEIGEN – UMSO WICHTIGER IST GEZIELTE WEITERBILDUNG. AM FREITAG, 17. APRIL 2026, LÄDT DIE BERUFSGEMEINSCHAFT DESHALB ZU EINER PRAXISNAHEN SCHULUNG MIT MEHRWERT NACH BRIXEN EIN.
Das Bodenlegerhandwerk ist geprägt von Präzision, Materialkenntnis und technischer Verantwortung. Mit neuen Produkten und strengeren gesetzlichen Vorgaben steigen auch die Anforderungen an Betriebe und Mitarbeitende kontinuierlich. Genau hier setzt die Berufsgemeinschaft der Bodenleger/innen im lvh an: Am Freitag, 17. April 2026, findet in Brixen eine praxisorientierte Schulung statt, die Pflicht und fachliche Vertiefung sinnvoll verbindet.
Die Veranstaltung richtet sich an Geschäftsführer/innen, Führungskräfte sowie Mitarbeitende und findet von 15.00
bis 17.00 Uhr bei der Firma Britex in der Venetostraße 57c in Brixen statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 25,00 Euro zzgl. MwSt., die Pflichtbescheinigung sowie eine gemeinsame Grigliata sind inbegriffen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten alle Teilnehmenden die gesetzlich vorgeschriebene PU-Pflichtbescheinigung – ein wichtiger Nachweis für Betriebe, die mit entsprechenden Produkten arbeiten.
Der Kurs findet nur in deutscher Sprache statt. Weitere Infos gibt es über folgende E-Mail: bau@lvh.it.
Anmeldung innerhalb 10. April 2026 über diesen QR-Code:
Klimahouse: Das Dach denkt mit
DACHDECKER/INNEN:
AUCH IN DIESEM JAHR WAREN DIE DACHDECKER/INNEN IM LVH AUF DER FACHMESSE
KLIMAHOUSE ERFOLGREICH VERTRETEN UND NUTZTEN SIE ALS ZENTRALE PLATTFORM
Die Klimahouse gilt als Leitmesse für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen im Alpenraum. Für die Dachdecker/innen bot die Veranstaltung die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen aus erster Hand kennenzulernen und sich mit Partnerbetrieben, Planern und Branchenexperten auszutauschen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Energieeffizienz, Klimaschutz und nachhaltige Bauweisen – Bereiche, in denen das Dach eine Schlüsselrolle spielt. Ob Wärmedämmung, Abdichtung oder Integration von Dachfenstern und Photovoltaik: Die Anforderungen an moderne Dachsysteme steigen kontinuierlich. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie VELUX, die als Partner auf dem Messestand vertreten waren, wird deutlich, dass nachhaltiges Bauen nur im Zusammenspiel aller Gewerke gelingen kann.
Fachkompetenz und qualitativ hochwertige Ausführung sind daher entscheidend. Mit ihrem Auftritt setzten die Dachdecker/innen ein klares Signal: Das Südtiroler Handwerk gestaltet die Bauwende aktiv mit – praxisnah und zukunftsorientiert.
Informativer Austausch zu Denkmalrichtlinien
DACHDECKER/INNEN:
IM RAHMEN EINES AUSTAUSCHS INFORMIERTEN VERTRETER/INNEN DES AMTES FÜR
BAU- UND KUNSTDENKMÄLER SOWIE DES LVH ÜBER DIE NEUEN FÖRDERKRITERIEN, SOWIE ÄNDERUNGEN UND DEREN PRAKTISCHE AUSWIRKUNGEN AUF DIE BETRIEBE.
Kernpunkt der neuen Richtlinien ist eine präzisere und nachvollziehbare Kostenermittlung.
Kostenvoranschläge müssen künftig auf Grundlage des Landesrichtpreisverzeichnisses erstellt und detailliert nach einzelnen Positionen aufgeschlüsselt werden. Pauschalangebote sind nicht mehr vorgesehen. Leistungen, die im Verzeichnis nicht enthalten sind, müssen fachlich begründet werden. Damit soll die Transparenz bei geförderten Maßnahmen erhöht und eine einheitliche Bewertung der Projekte sichergestellt werden. Auch die formalen Anforderungen werden verschärft: Eine vollständige Fotodokumentation des Bestands sowie die entsprechende Ermächtigung vor Beginn der Arbeiten sind verpflichtend. Für Handwerksbetriebe bedeutet dies eine noch sorgfältigere Vorbereitung und Abstimmung mit Auftraggebern und Behörden. Gerade im Bereich der Dachdecker/ innen und Holzbaumeister/innen spielen denkmalgeschützte Gebäude eine zentrale Rolle. Dächer prägen das Erscheinungsbild historischer Bauten wesentlich – sei es bei der Sanierung alter Dachstühle, der Neueindeckung
mit traditionellen Materialien oder bei der Integration moderner Elemente wie Dachfenstern. In diesem Zusammenhang wurden auch technische Fragen diskutiert, etwa zur möglichst unauffälligen Beschattung von Dachfenstern, um Funktionalität und Denkmalschutz in Einklang zu bringen.
Weitere Abstimmungen mit Herstellern sind geplant. Zudem ist ein vertiefendes Treffen mit der Berufsgemeinschaft der Holzbaumeister/innen und Zimmerer/ innen im lvh vorgesehen, um ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten. Ziel ist es, klare Leitlinien für die Praxis zu schaffen und die Zusammenarbeit zwischen Amt und Handwerk weiter zu stärken.
Denn wer im denkmalgeschützten Bestand arbeitet, verbindet handwerkliches Können mit rechtlicher Präzision.
Fliesenleger/innen im EU-Dialog
FLIESENLEGER/INNEN:
DAS SÜDTIROLER HANDWERK MIT STARKER BETEILIDUNG AUF DER EUF-GENERALVERSAMMLUNG.
Im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung der EUF – der Europäischen Föderation der Fliesenlegerverbände – war auch Südtirol vertreten. Dietmar Heiss, Obmann der Fliesenleger/innen im lvh, sowie Philipp Rabanser, technischer Delegierter und Mitglied im Berufsbeirat der Fliesenleger/innen im lvh, nahmen teil und brachten die Perspektive des Südtiroler Handwerks auf europäischer Ebene ein. Die EUF-Generalversammlung gilt als zentrale Plattform für den fachlichen Austausch der nationalen Verbände. Neben organisatorischen Themen standen vor allem Zukunftsfragen im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Fliesenlegerhandwerk, aktuelle Ent-
wicklungen am europäischen Markt sowie die strategische Ausrichtung der Verbände in einem zunehmend dynamischen Umfeld.
Gerade Themen wie neue Verlegetechniken, Materialinnovationen und digitale Planungsprozesse zeigen, wie stark sich das Gewerk weiterentwickelt. Auch auf EU-Ebene gewinnt die EUF bei Normen, Richtlinien und arbeitsmarktpolitischen Fragen zunehmend an Bedeutung. Mit
ihrer Teilnahme unterstrichen Dietmar Heiss und Philipp Rabanser die aktive Mitwirkung der Südtiroler Fliesenleger/ innen im europäischen Netzwerk. Der direkte Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern schafft nicht nur Transparenz über aktuelle Entwicklungen, sondern stärkt auch die Position des heimischen Handwerks in einem gemeinsamen europäischen Kontext.
VEUKO-EM: Qualität kennt keine Grenzen
HAFNER/INNEN:
BEI DER VEUKO-EUROPAMEISTERSCHAFT IM KACHELOFENBAU, STELLTEN DIE BESTEN JUNGEN HAFNER/INNEN EUROPAS IHR HANDWERKLICHES KÖNNEN UNTER BEWEIS –BEGLEITET VON SÜDTIROLER FACHKOMPETENZ IN DER JURY.
Bei der VEUKO-Europameisterschaft im Kachelofenbau in Wels traf sich kürzlich die Elite des europäischen Hafnerhandwerks. Im Rahmen der Fachmesse KOK Austria stellten junge Ofensetzerinnen und Ofensetzer aus mehreren Ländern ihr Können unter Wettbewerbsbedingungen unter Beweis – präzise, termingebunden und auf höchstem fachlichem Niveau. Den Titel sicherte sich der Steirer Markus Tockner, der sich damit zum amtierenden Hafner-Europameister 2026 kürte. Organisiert wurde der Wettbewerb von der VEUKO, der Vereinigung Europäischer Verbände des Kachelofenbauer-/Hafner-Handwerks. Teilnehmen dürfen jeweils die besten Nachwuchskräfte der Mitgliedsländer, die sich in der Regel über nationale Meisterschaften qualifizieren. Auch wenn heuer kein Jung-Hafner aus Südtirol an den Start ging, war das lvh-Handwerk dennoch vertreten: Florian Hofer, Mitglied im Berufsbeirat der Hafner/innen im lvh, wirkte als Vorsitzender der Jury mit und brachte seine fachliche Expertise in die Bewertung ein. Damit unterstrich Südtirol seine aktive Rolle im europäischen Netzwerk des Ofenbaus.
AM 24. APRIL IST HOLZBAUKONGRESS: HOLZ GEWINNT IM ÖFFENTLICHEN BAUEN WEITER
AN BEDEUTUNG – ALS KLIMAFREUNDLICHER BAUSTOFF, ALS INNOVATIONSTREIBER UND ALS MOTOR REGIONALER WERTSCHÖPFUNG. DIESE ENTWICKLUGN GILT ES ZU FÖRDERN.
Der Holzbaukongress 2026 will der Entwicklung des Themas „Neues Bauen mit Holz im öffentlichen Bereich“ bewusst weiter ankurblen.
Der Kongress bringt Fachleute aus Handwerk, Planung, Architektur, Ingenieurwesen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Forst- und Holzwirtschaft, Politik und Verwaltung
zusammen. Renommierte Referentinnen und Referenten sorgen für ein inhaltlich starkes Programm, das fachliche Qualität mit wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragestellungen verbindet. „Der öffentliche Holzbau ist weit mehr als eine architektonische Entscheidung – er ist ein klares Bekenntnis zu Klimaschutz, regionaler Wertschöpfung und nachhaltiger Entwicklung in Südtirol“, sagt Margit Gamper, Direktorin Business Development von IDM Südtirol. Der Holzbaukongress richtet sich an alle, die am öffentlichen Bauen beteiligt sind oder dieses künftig aktiv mitgestalten wollen.
Die Veranstaltung findet am Freitag, 24. April 2026, ab 8.00 Uhr im Forum Brixen statt und setzt ein klares Zeichen: Nachhaltiges und konstruktives Bauen mit Holz ist ein zentraler Baustein für die Zukunft.
HOLZBAUMEISTER/INNEN UND ZIMMERER/INNEN: PRAXISNAH, LEISTUNGSORIENTIERT UND MIT VIEL ENGAGEMENT STELLTEN SICH DIE ANGEHENDEN HOLZBAUMEISTER/INNEN UND ZIMMERER/INNEN AM BBZ BRUNECK DEM DIESJÄHRIGEN LEHRLINGSWETTBEWERB DER ZWEITEN KLASSEN.
Am Berufsbildungszentrum (BBZ) Bruneck fand kürzlich der Lehrlingswettbewerb der zweiten Klassen im Bereich Holzbau statt. Insgesamt 88 Lehrlinge aus vier Klassen des zweiten Lehrjahres stellten dabei ihr fachliches Können unter Beweis. Der Wettbewerb wurde an vier aufeinanderfolgenden Tagen ausgetragen. Pro Tag traten die Schülerinnen und Schüler klassenweise an und bearbeiteten praxisnahe Aufgaben, die handwerkliches Geschick, Fachwissen und Präzision verlangten. Für die Konzeption der Wettbewerbsaufgaben zeichnete Experte Ulrich Kaser verantwortlich. Seitens der Schule koordinierte Fachlehrer Siegfried Brunner den Ablauf und begleitete die Lehrlinge während der Durchführung. Unterstützt wurde der Wettbewerb von der Berufsgemeinschaft der Holzbaumeister/innen und Zimmerer/innen im lvh, die attraktive Preise zur Verfügung stellte. „Es ist beeindruckend wieviel Talent und Präzision bereits im zweiten Lehrjahr vorhanden sind“, betonte Richard Nagler, lvh-Ob-
mann der Berufsgemeinschaft. „Initiativen, wie diese, stärken die jungen Fachkräfte und sichern die Qualität unseres Handwerks“.
Der Lehrlingswettbewerb fand heuer bereits zum zweiten Mal am BBZ Bruneck statt und ist ein wichtiger Bestandteil der praxisnahen Ausbildung.
MALER/INNEN UND LACKIERER/INNEN: BERUFSGEMEINSCHAFT ZELEBRIERT
GESCHLOSSENHEIT BEI NEUJAHRSTREFF
AUF DER SONNENBURG.
Mit einem gut besuchten Neujahrstreff in Sonnenburg sind die Maler/innen und Lackierer/innen im lvh in das Jahr 2026 gestartet. Zahlreiche Mitglieder sowie Ehrengäste – darunter Dr. Brigit Schulz, Direktorin der Malerschule Baden – folgten der Einladung und nutzten den Jahresauftakt für fachlichen Austausch und persönliche Begegnungen.
Im Mittelpunkt stand der Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr, das von Engagement, fachlicher Weiterentwicklung und einer starken Präsenz der Berufsgruppe geprägt war. Gleichzeitig richtete sich der Blick nach vorne: Die Branche steht vor neuen Herausforderungen – von steigenden Qualitätsanforderungen über technologische Entwicklungen bis hin zu Fragen der Nachwuchsförderung. In den Grußworten wurde deutlich, dass Zusammenhalt, Fachkompetenz und Innovationsbereitschaft zentrale Erfolgsfaktoren bleiben. Gerade in einem dynamischen Marktumfeld
brauche es eine starke Gemeinschaft und den kontinuierlichen Austausch innerhalb der Berufsgruppe.
In angenehmer Atmosphäre wurden Kontakte vertieft, neue Impulse gesetzt und gemeinsame Projekte angedacht. Mit Zuversicht und Tatkraft starten die Maler/innen im lvh in das neue Jahr – entschlossen, ihr Handwerk weiterzuentwickeln und die Zukunft aktiv mitzugestalten.
Gericht kippt Teile des Landesdekrets
GEBÄUDETECHNIK:
MIT EINEM AKTUELLEN URTEIL SORGT DAS LANDESVERWALTUNGSGERICHT IN BOZEN
FÜR RECHTLICHE KLARHEIT IM SENSIBLEN BEREICH DER ENERGIEEFFIZIENZVORGABEN:
ZENTRALE TEILE DES DEKRETS DES LANDESHAUPTMANNES WURDEN AUFGEHOBEN.
Das Landesverwaltungsgericht (Autonome Abteilung Bozen) hat in einem aktuellen Urteil Teile des Dekrets des Landeshauptmannes Nr. 6 vom 18. März 2025 zu den Durchführungsbestimmungen zur Energieeffizienz im Bauwesen aufgehoben. Konkret wurden Absatz 3, Buchstabe d), sowie Absatz 7 des Artikels 4 annulliert.
Das Dekret setzt unter anderem die EU-Richtlinie 2024/1275 um und regelt Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden sowie Bestimmungen zum Energiebonus. Mit dem Urteil wird jedoch ausschließlich der genannte Teil von Artikel 4 aufgehoben.
Alle übrigen Bestimmungen des Dekrets bleiben weiterhin vollumfänglich in
Kraft und sind uneingeschränkt anzuwenden.
Betroffen sind insbesondere Vorgaben zur verpflichtenden Deckung des Gesamtprimärenergiebedarfs durch erneuerbare Energiequellen bei Neubauten sowie Anforderungen beim Austausch wesentlicher gebäudetechnischer Komponenten. Diese Regelungen in Artikel 4 Absatz 3 Buchstabe d) und Absatz 7 wurden nun vom Gericht für nicht rechtskonform erklärt und daher aufgehoben.
Gerade bei Neubauprojekten und umfassenden Sanierungen ist eine sorgfältige Abstimmung mit Planer/innen und Bauherrschaft erforderlich, um Rechtssicherheit zu gewährleisten und Fördermöglichkeiten korrekt einzuordnen.
Das Urteil schafft somit punktuelle Klarheit, verändert jedoch nicht den grundsätzlichen Kurs hin zu energieeffizientem und klimafreundlichem Bauen in Südtirol. Der lvh wird seine Mitglieder weiterhin über die weiteren Entwicklungen informieren.
Für die Praxis bedeutet dies: Die Energieeffizienzvorschriften des Landes gelten weiterhin, allerdings ohne die genannten Bestimmungen. Betriebe im Bereich Gebäudetechnik – insbesondere HLS-Techniker/innen, Feuerungstechniker/innen, sowie Kälte- und Klimatechniker/innen – sollten die aktuelle Rechtslage bei Planung, Ausführung und Beratung entsprechend berücksichtigen.
Starke Partnerschaften
BAU- UND GALANTERIESPENGLER/INNEN:
DIE BERUFSGEMEINSCHAFT INTENSIVIERT IHRE ZUSAMMENARBEIT MIT LIEFERBETRIEBEN UND PRODUZIERENDEN UNTERNEHMEN. ZIEL IST ES, BESTEHENDE NETZWERKE ZU STÄRKEN UND NEUE, NACHHALTIGE PARTNERSCHAFTEN AUFZUBAUEN.
Um die Zusammenarbeit strukturiert und langfristig zu gestalten, wurde ein neues Partnermodell entwickelt. Dieses bietet Lieferanten und Produzenten die Möglichkeit, sich gezielt in die Aktivitäten der Berufsgemeinschaft einzubringen. „Unser Ziel ist es, nachhaltige Beziehungen aufzubauen, von denen alle Beteiligten profitieren“, betont Andreas Plank, Obmann der Bau- und Galanteriespengler/innen im lvh. Gerade in einer spezialisierten Marktnische wie jener der Berufsgemeinschaft sei eine enge Abstimmung zwischen Handwerk, Zulieferern und Produzenten entscheidend.
„Der Beruf Bau- und Galanteriespengler/in ist weltweit eine Marktnische und daher sehr häufig gefragt und hoch dotiert“, erklärt Plank die Bedeutung einer starken fachlichen Positionierung.
Die Initiative unterstreicht die Bedeutung starker Netzwerke innerhalb der Branche. Durch die neue Kooperationsstruktur profitieren die Handwerksbetriebe, sowie Lieferanten und Produzenten gleichermaßen.
Berufsgemeinschaften rücken enger zusammen
HEIZUNGS-, LÜFTUNGS- UND SANITÄRTECHNIKER/INNEN:
ZWEI GEWERKE, EIN GEMEINSAMES ZIEL: IN DER GEBÄUDETECHNIK SETZEN HEIZUNGS-, LÜFTUNGS- UND SANITÄRTECHNIKER/INNEN GEMEINSAM MIT DEN KAMINKEHRERINNEN UND KAMINKEHRERN KÜNFTIG NOCH STÄRKER AUF ZUSAMMENARBEIT.
Christian Resch (Obmann der Kaminkehrer/innen) und Harald Kraler (Obmann der HLS-Techniker/innen)
Die Zusammenarbeit innerhalb der Gebäudetechnik wird weiter intensiviert: Im Rahmen einer Aussprache haben Harald Kraler, Obmann der Berufsgemeinschaft der Heizungs-, Lüftungsund Sanitärtechniker/innen im lvh, und der Technische Ausschuss der Kaminkehrer/innen im lvh künftige Kooperationsmöglichkeiten erörtert. Ziel des Treffens war es, bestehende Schnittstellen klarer zu definieren und neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln.
Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Aus- und Weiterbildung. Beide Berufsgruppen arbeiten in der Praxis eng zusammen – etwa bei Heizungsanlagen, Abgassystemen oder sicherheitstechnischen Kontrollen. Umso wichtiger sei es, fachliche Kompetenzen noch stärker zu bündeln und Wissen gezielt weiterzugeben.
Der Technische Ausschuss der Kaminkehrer/innen hat grundsätzlich seine Bereitschaft signalisiert, gemeinsame Schulungsangebote für die Mitglieder beider Berufsgruppen zu entwickeln. Eine koordinierte Weiterbildungsstrategie soll dazu beitragen, Synergien zu nutzen und praxisnahe Inhalte anzubieten, die den Anforderungen moderner Gebäudetechnik gerecht werden. Für alle Seiten ergibt sich daraus eine Win-win-Situation: Die Betriebe profitieren von erweitertem Fachwissen und klaren Abläufen, Gleichzeitig wird die Qualität der Leistungen weiter gesteigert. Die Endkundinnen und Endkunden hingegen profitieren von der abgestimmten Zusammenarbeit bei der Planung, Installation und Wartung der technischen Anlagen.
NEUE PFLICHTEN BEI GLASFASER-INFRASTRUKTUREN: HERAUSFORDERUNG FÜR BERUFSGEMEINSCHAFT.
Für die Elektrotechniker/innen im lvh ergeben sich mit den jüngsten gesetzlichen Anpassungen für Daten- und Glasfaseranlagen konkrete neue Verantwortlichkeiten, die in der Praxis bisher vielfach unterschätzt werden.
Grundlage ist das Ministerialdekret DM 130/2025. Demnach ist bei Neubauten sowie bei größeren Umbauten für die Ausstellung der „Agibilità“ (Bewohnbarkeitserklärung) eine „Attestazione edificio predisposto alla banda ultra-larga“ erforderlich. Diese Bescheinigung bestätigt, dass das Gebäude für den Anschluss an ultraschnelle Breitbandnetze vorbereitet ist. Ausstellen darf sie ausschließlich ein/e technisch befugte/r Elektrotechniker/in.
nicht. Neu und besonders relevant ist eine zusätzliche Verpflichtung: Wer diese Bescheinigung unterzeichnet, muss innerhalb von 90 Tagen nach Erteilung der Bewohnbarkeitserklärung die Gebäudedaten an das SINFI melden – das nationale Informationssystem für Infrastrukturen, in dem digitale Netze und Leitungen erfasst werden. Diese Meldepflicht ist in der Praxis noch wenig bekannt, betrifft jedoch
unmittelbar den Berufsstand der Elektrotechniker/innen. Denn gerade im Zusammenspiel von Planung, Ausführung und formellen Verfahren zur Bewohnbarkeitserklärung braucht es klare Zuständigkeiten – nicht zuletzt im Hinblick auf Haftungsfragen und digitale Dokumentationspflichten. Genau diese technischen Rahmenbedingungen werden deshalb zurzeit vom Berufsberat intensiv geprüft.
Neue F-GAS-Verordnung bringt Änderungen
KÄLTE- UND KLIMATECHNIKER/INNEN: MIT DER NEUEN F-GAS-VERORDNUNG DER EUROPÄISCHEN UNION BEGINNT FÜR SÜDTIROLS KÄLTE- UND KLIMATECHNIKER/INNEN EIN WEITERES KAPITEL ZWISCHEN KLIMASCHUTZ, TECHNISCHER INNOVATION UND UNTERNEHMERISCHER VERANTWORTUNG.
Mit dem Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2024/573 wurde die bisher geltende Verordnung (EU) 517/2014 offiziell aufgehoben. Ziel der Neuregelung ist es, die Emissionen fluorierter Treibhausgase noch stärker zu reduzieren und die EU-Klimaziele umzusetzen.
Ein zentraler Baustein ist der schrittweise Phase-Down und Phase-Out von HFKW (hydrofluorierte Treibhausgase) bis hin zu einem vollständigen Verbot der Verwendung fluorierter Gase mit hohem globalem Erwärmungspotenzial (GWP).
Die Verordnung legt strikte Grenzwerte für GWP-Werte in neuen Produkten fest und untersagt ab bestimmten Stichtagen den Einsatz von F-Gasen in vielen Anwendungen, abhängig von ihrer Leistungsklasse und dem GWP der verwendeten Stoffe.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Verhinderung von Emissionen während Herstellung, Nutzung und Entsorgung.
Die Verordnung fordert verpflichtende Lecküberwachung, Dokumentation und Maßnahmen zur Vermeidung sowie zum Rückhalt von F-Gasen.
Darüber hinaus werden Quoten für die Produktion und den Verbrauch von HFCs neu strukturiert und langfristig reduziert. Ab Mitte der 2030er Jahre sinken die Rechte zur HFKW-Produktion und -Verwendung drastisch, mit dem erklärten Ziel, bis 2050 ein nahezu vollständiges Ende des F-Gas-Einsatzes in der EU zu erreichen. Dies wird in den kommenden Jahren zu einer deutlichen Umstellung auf natürliche oder klimafreundlichere Kältemittel führen. Der Berufsbeirat wird die Mitglieder rechtzeitig und umfassend über die konkreten Auswirkungen sowie über notwendige Anpassungen in der betrieblichen Praxis informieren. Ziel ist es, den Übergang zur neuen Rechtslage praxisnah zu begleiten und Planungssicherheit zu gewährleisten.
Metall kann alles. Du auch.
SCHMIEDINNEN/SCHMIEDE UND SCHLOSSER/INNEN:
MIT DER KAMPAGNE „METALL KANN ALLES. DU AUCH.“ RÜCKEN DIE SCHMIEDE- UND SCHLOSSERBERUFE INS LICHT – NICHT ALS NOSTALGISCHES HANDWERK, SONDERN ALS BERUFSFELD ZWISCHEN PRÄZISION, KREATIVITÄT UND TECHNISCHER INTELLIGENZ.
Metall ist widersprüchlich. Es ist hart – und formbar. Es trägt – und gestaltet. Es verbindet – und trennt. Wer mit Metall arbeitet, lernt schnell: Dieses Material verzeiht wenig, eröffnet aber alles.
Schmiedinnen/Schmiede und Schlosser/innen arbeiten mit Hitze, Maschinen, digitalen Plänen – und mit Vorstellungs-
kraft. Sie verbinden jahrhundertealte Techniken mit moderner Fertigung. Tradition ist hier kein Selbstzweck, sondern Fundament für Innovation.
Hier entstehen Geländer und Fassaden. Tore und Tragwerke. Einzelstücke und Serien. Vom funktionalen Bauteil bis zum gestalterischen Statement.
Ein Hauptfilm und sechs Kurzvideos zeigen nicht Werkstücke, sondern Haltungen: die Freude am Gestalten, das Denken in Lösungen, die Lust daran, aus einer Idee etwas Dauerhaftes zu machen. Metall wird zum Medium – für Architektur, für Design, für Alltag.
Die Botschaft ist klar: Wer diesen Beruf wählt, entscheidet sich für ein Handwerk mit Charakter.
Hier geht‘s zu den Shortvideos der Imagaekampagne: www.lvh.it/schmiede-schlosser
Holz wird Fan: Neue Figuren für das Projekt „FANS“
KUNSTHANDWERK:
HOLZ KANN JUBELN. ZUMINDEST, WENN ES IN DEN HÄNDEN SÜDTIROLER BILDHAUER FORM ANNIMMT UND SOMIT ZU LEBENSNAHEN SKULPTUREN WIRD.
Im Rahmen der Erweiterung des Projekts „FANS“ hat UNIKA neue, lebensgroße Fan-Figuren präsentiert – geschnitzt von fünf renommierten Künstlern aus Gröden. Die Arbeiten sind Teil des offiziellen Kulturprogramms der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026. Die neuen Figuren stehen symbolisch für Begeisterung, Gemeinschaft und Identifikation – Werte, die sowohl im Sport als auch im Handwerk eine zentrale Rolle spielen.
Jede Skulptur trägt die individuelle Handschrift ihres Schöpfers: mal kraftvoll und klar in der Linienführung, mal detailreich und erzählerisch, stets jedoch geprägt von hoher technischer Kompetenz und einem feinen Gespür für das Material. Entstanden sind charakterstarke Persönlichkeiten aus Holz, die Emotion sichtbar machen.
Die Künstler Filip Piccolruaz, Patrick Obkircher, Marki Kostner, Lorenz Demetz und Damian Piazza haben dabei nicht nur geschnitzt, sondern interpretiert: Körperhaltungen,
Gesten und Gesichtsausdrücke verleihen den Figuren eine unmittelbare Präsenz.
Das Naturmaterial bleibt dabei bewusst spürbar – Maserungen, Strukturen und Oberflächen erzählen von der Herkunft des Holzes und vom handwerklichen Prozess. So wird aus einem Werkstoff eine Botschaft: Handwerk lebt. Und es begeistert.
KOBRA: Führungsteam bestätigt
TISCHLER/INNEN:
KOBRA-KONSORTIUM MITGLIEDERVER -
SAMMLUNG: NEUWAHLEN VON VERWALTUNGS- UND AUFSICHTSRAT.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung 2026 des KOBRAKonsortiums der Tischler/innen im lvh standen die Neuwahlen von Verwaltungs- und Aufsichtsrat im Mittelpunkt. Die Mitgliederversammlung beschloss, wie bisher, sieben Mitglieder in den Verwaltungsrat sowie drei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu wählen. Die bisherigen Verwaltungsratsmitglieder Albert Aster, Bastian Brunner, Michael Gruber, Patrik Moser und Klaus Nagler stellten sich erneut zur Wahl. Neu kandidierte Klaus Christofori. In der anschließenden Abstimmung wurden Albert Aster, Bastian Brunner, Klaus Christofori, Michael Gruber, Patrik Moser und Klaus Nagler einstimmig per Handzeichen in den Verwaltungsrat gewählt. Damit setzt das Konsortium auf Kontinuität und zugleich auf punktuelle Verstärkung im Gremium. Auch im Aufsichtsrat bleibt es bei bewährten Kräften: Dagmar Krapf, Egon Leitner und Romedius Weiss wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Im Anschluss wählte die Versammlung Romedius Weiss ebenfalls einstimmig zum Präsidenten
des Aufsichtsrates. Abschließend berichtete Christian Stöhr von der Moralt AG über Produkte und Anwendungssysteme. Die klaren Wahlergebnisse unterstreichen das Vertrauen der Mitglieder in die bestehende Führung. Mit dem neu gewählten Verwaltungs- und Aufsichtsrat stellt das KOBRA-Konsortium die Weichen für eine stabile Weiterentwicklung der Branche.
Jetzt für Inspiration entscheiden
KÖRPERPFLEGE:
AM 28. MÄRZ 2026 LÄDT DIE BERUFSGRUPPE KÖRPERPFLEGE IM LVH ZU EINEM BESONDEREN ABEND IN DEN FELSENKELLER LAIMBURG. KEIN KLASSISCHES BRANCHENTREFFEN. SONDERN EIN RAUM FÜR AUSTAUSCH, HALTUNG UND NEUE PERSPEKTIVEN.
Die Berufe der Körperpflege stehen im Spannungsfeld zwischen Handwerk, Dienstleistung und persönlicher Begegnung.
Wer hier arbeitet, gestaltet nicht nur Äußeres, sondern Selbstbild, Wohlbefinden und Vertrauen. Qualität entsteht im Detail – und im Anspruch, sich stetig weiterzuentwickeln.
Genau darum geht es an diesem Abend. Zwei Kolleginnen, die tagtäglich im eigenen Betrieb Verantwortung tragen, teilen ihre Erfahrungen, Learnings und Erfolgsgeschichten. Praxisnah. Ehrlich. Inspirierend. Ergänzt wird das Programm durch eine exklusive Führung
durch den Felsenkeller, eine Verkostung ausgewählter regionaler Weine sowie ein 3-Gänge-Menü in stilvollem Ambiente. Beginn ist um 18:00 Uhr.
Der Abend versteht sich als Investition in das eigene Netzwerk und die eigene Weiterentwicklung.
Wer wachsen will, braucht Austausch. Wer inspiriert, braucht Begegnung. Das Event findet in deutscher Sprache statt.
Teilnahmegebühr: lvh-Mitglieder: 50,- Euro
Nichtmitglieder: 90,- Euro
Weitere Infos unter: E-Mail: koerperpflege@lvh.it.
Jetzt bis spätestens 09. März 2026 über diesen QR-Code anmelden. Die Plätze sind limitiert!
Richtige Pflege, nur von Profis
TEXTILREINIGER/INNEN:
PROFESSIONELLE TEXTILREINIGUNG MACHT ATMUNGSAKTIVITÄT MESSBAR UND SORGT
DAFÜR, DASS DAUNENJACKE UND FUNKTIONSKLEIDUNG NICHT NUR AUSSEHEN WIE NEU, SONDERN AUCH IHRE SCHUTZWIRKUNG BEHALTEN.
Die Reinigung sollte man den Profis überlassen
Professionelle Textilreinigung ist kein Luxus, sondern funktionale Instandhaltung. Fachbetriebe arbeiten mit speziellen Nassreinigungsverfahren, abgestimmten Waschmitteln und großen Trommeln, in denen voluminöse Stücke wie Daunenjacken oder Softshells schonend gewaschen, gespült und getrocknet werden. So entfalten Daunen und Funktionsfasern wieder ihre volle Wirkung – sie bleiben warm, leicht und atmungsaktiv.
„Die richtige Reinigung entfernt nicht nur sichtbaren Schmutz. Viele Imprägnierungen werden durch Schweiß, UV-Strahlung oder mechanische Beanspruchung abriebbehaftet und verlieren so ihre Wirkung“, erklärt Martin Silbernagl, der Obmann der Textilreiniger/innen im lvh. „Eine fachgerechte Auffrischung ist deshalb essenziell.“ Wer Wert auf hochwertige Bekleidung legt, sollte daher auch bei der Pflege auf Expertise setzen. Die Textilreiniger/innen im lvh wissen, welche Verfahren, Programme und Pflegemittel sinnvoll sind. Für Tipps und Beratung steht die Gruppe gerne zur Verfügung. E-Mail: textil@lvh.it.
Qualität, Individualität und Wohlbefinden
MASSSCHNEIDER/INNEN:
IM RAHMEN IHRER JAHRESVERSAMMLUNG HABEN DIE MASSSCHNEIDER/INNEN IM LVH IHRE NEUE IMAGEKAMPAGNE PRÄSENTIERT. ZIEL DER INITIATIVE IST ES, DIE HANDWERKLICHE LEISTUNG, MASSGEFERTIGTER KLEIDUNG STÄRKER INS BEWUSSTSEIN ZU RÜCKEN.
Die neue Imagekampagne baut auf drei zentralen Werten auf: Qualität, Individualität und Wohlbefinden.
Über das gesamte Jahr hinweg sollen diese Kernthemen vor allem über soziale Medien, aber auch über Postkarten sowie ausgewählte Werbeinserate kommuniziert werden.
Obfrau Melanie Trafojer zeigte sich stolz auf die gemeinsam erarbeitete Kampagne und rief die anwesenden Mitglieder dazu auf, diese aktiv mitzutragen: „Unsere Arbeit steht für höchste Qualität, persönliche Beratung und ein gutes Gefühl beim Tragen. Mit der neuen Imagekampagne wollen wir genau das sichtbar machen – und dafür braucht es die Unterstützung aller Maßschneiderinnen und Maßschneider. Nur gemeinsam erreichen wir die Reichweite, die diese Kampagne verdient.“
Auch lvh-Direktor Walter Pöhl lobte die Initiative der Berufsgemeinschaft. Gerade in einer Zeit, in der das Bewusstsein für nachhaltige und langlebige Produkte wachse, biete sich für Maßschneider/innen großes Potenzial: „Die Sensibilität für Qualität und nachhaltige Produkte ist derzeit sehr hoch. Eine Nischengruppe wie die Maßschneiderinnen und Maßschneider kann mit einer klaren und gut umgesetzten Kampagne gezielt Aufmerksamkeit erzeugen und ihre Stärken überzeugend vermitteln.“ Ein besonderer Gast der Veranstaltung war Susanne Spitz, Maßschneidermeisterin aus Bayern. In ihrem Beitrag schilderte sie ihre persönliche Geschichte der Markenbildung und betonte, wie entscheidend Authentizität für kleine Betriebe ist: Die eigenen Werte müssten klar, ehrlich und sichtbar nach außen getragen werden, um langfristig Vertrauen aufzubauen.
Den Abschluss der Jahresversammlung bildete eine Gesprächsrunde zwischen Melanie Trafojer, Schuhmachermeister Simon Volgger, Walter Pöhl und Susanne Spitz. Bei einem kleinen Umtrunk wurden die Gespräche anschließend in informeller Atmosphäre fortgesetzt.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aktuelle Verhandlungen mit dem Sanitätsbereich, die zu Preisanpassungen auf nationaler und provinzialer Ebene führten.
Zudem wurden neue Kriterien im Zusammenhang mit dem „Nomenclatore“ sowie Fragen zur prothetischen Versorgung thematisiert.
Obmann Hannes Gamper zeigte sich mit den erzielten Verbesserungen zufrieden, verwies jedoch zugleich auf weiterhin bestehende bürokratische Hürden – insbesondere im Bereich der Abrechnung. „Wir haben wichtige Schritte erreicht, müssen aber weiter an praktikablen Lösungen arbeiten“, so Gamper in einem kurzen Resümee. lvh-Direktor Walter Pöhl stellte in sei-
nem Impulsreferat die strategischen Kernthemen des Verbandes für 2026 vor. Leistung, Qualität und Ausbildung seien zentrale Säulen für die Zukunftsfähigkeit des Handwerks.
Dabei betonte er auch die besondere Rolle des Handwerks als Raum für Selbstverwirklichung: Technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz könnten vieles unterstützen, aber niemals die handwerkliche Kompetenz
und das individuelle Können ersetzen. Diskutiert wurde zudem die sogenannte Lehre B, die Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern einen strukturierten Zugang zum Beruf ermöglicht und somit zur Fachkräftegewinnung beiträgt. Die Jahresversammlung machte deutlich: Die Orthopädieschuhmacher/innen positionieren sich klar für Qualität, faire Rahmenbedingungen und eine zukunftsorientierte Ausbildung.
Rund um Sohle und Material
SCHUHMACHER/INNEN: KÜRZLICH UNTERNAHM DIE BERUFSGEMEINSCHAFT EINE SCHULUNGSREISE. ZIEL DER FORTBILDUNG WAR ES, AKTUELLE ENTWICKLUNGEN BEI MATERIALIEN UND SOHLENLÖSUNGEN KENNENZULERNEN UND DAS EIGENE FACHWISSEN PRAXISNAH ZU VERTIEFEN.
Nach der gemeinsamen Abfahrt bei Pio Dusini stand zunächst eine Betriebsbesichtigung der Firma Vibram auf dem Programm. Die Teilnehmenden erhielten Einblick in Produktionsabläufe, Forschung und Entwicklung sowie in die Qualitätsstandards des international renommierten Sohlenherstellers. Dabei wurde deutlich, wie stark Innovation, Materialforschung und handwerkliche Praxis miteinander verknüpft sind. Ein Schwerpunkt der Schulung lag auf praktischen Aktivitäten im sogenannten Vibram Truck sowie im firmeneigenen Labor. Dort konnten verschiedene Materialien und Schalensohlen getestet und deren Eigenschaften im direkten Vergleich analysiert werden. Fragen zur Haftung, Abriebfestigkeit, Flexibilität und Einsatzbereichen wurden fachlich fundiert diskutiert. Technische Kompetenze spielen eine entscheidende Rolle. Die Schulung bei Vibram bot dafür wertvolle Impulse und stärkte zugleich den Austausch innerhalb der Berufsgemeinschaft.
BEIM TRADITIONELLEN LATTLSCHIESSEN DER HANDWERKER/INNEN VERWANDELTE SICH DER IDYLLISCHE FISCHERTEICH IN ANTHOLZ NIEDERTAL IN EINE GLITZERNDE BÜHNE FÜR SPORTLICHEN EHRGEIZ, GUTE LAUNE UND JEDE MENGE TEAMGEIST.
Vor traumhafter Schneekulisse trafen sich Handwerkerinnen und Handwerker – Jung und Alt – um gemeinsam einen unvergesslichen Tag zu erleben. Dick eingepackt, mit strahlenden Gesichtern und viel Schwung wurden die Eisstöcke mit beeindruckender Zielgenauigkeit über die spiegelglatte Fläche geschickt. Ob im Einzelwettbewerb oder bei den packenden Mannschaftsrunden: Es wurde angefeuert, gelacht und mitgefiebert. Doch bei allem sportlichen Ehrgeiz stand eines ganz klar im Mittelpunkt – die Gemeinschaft. Hier ging es nicht nur um Punkte, sondern um Zusammenhalt, um das Miteinander, das das Handwerk so besonders macht. Der Höhepunkt folgte bei der feierli -
chen Preisverteilung: Fast 100 attraktive Preise warteten auf die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner – ermög-
licht durch die großzügige Unterstützung zahlreicher Sponsoren. Die Freude war groß, die Stimmung ausgelassen. Für das leibliche Wohl sorgte – wie gewohnt zuverlässig – der Fischerverein Antholz, der mit herzhaften Köstlichkeiten und warmen Getränken für echte Wohlfühlmomente sorgte. Ein besonderes Dankeschön gilt auch den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie Silvia und Hanspeter, den engagierten Betreibern des Fischerteiches, die diesen Tag mit ihrer Gastfreundschaft möglich machten.
Am Ende bleibt ein Gefühl, das wärmer ist als jede Winterjacke: Lebensfreude und die Gewissheit, dass Handwerk sowohl verbindet als auch begeistert.
Neue Gewerbezone GAND 4
BEZIRK ÜBERETSCH:
MIT DEM SYMBOLISCHEN SPATENSTICH FÜR DIE NEUE GEWERBEZONE GAND 4 IN EPPAN WURDE KÜRZLICH EIN WICHTIGES WIRTSCHAFTSPOLITISCHES SIGNAL FÜR DAS ÜBERETSCH GESETZT.
Das Projekt steht exemplarisch für die Standortentwicklung: übergemeindlich gedacht, nachhaltig geplant und konsequent auf die Bedürfnisse lokaler Betriebe ausgerichtet.
„GAND 4 ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Wirtschaft und Grundeigentümern“, betonte Markus Pertoll, Präsident des Konsortiums, bei der Pressekonferenz. Martin Haller, Referent der Gemeinde Eppan und Ortsvorsteher der Fraktion Gand, verwies auf den Entstehungsprozess des Projekts: „Ohne die Bereitschaft der Besitzer, an einer gemeinsamen Lösung mitzuwirken, wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Dieser Schulterschluss ist ein starkes Zeichen für
verantwortungsvolle Entwicklung.“ Christoph Pillon, Bürgermeister von Kaltern ergänzte: „Die Abstimmung zwischen Eppan und Kaltern zeigt, wie interkommunale Zusammenarbeit aussehen kann – zum Nutzen der Betriebe im gesamten Überetsch.“
Geplant wurde der Gewerbebau vom Ingenieursbüro Obrist, die Betreuung des Konsortiums erfolgt durch den lvh.apa Die Fertigstellung der Infrastrukturarbeiten ist bis Ende 2026 vorgesehen.
BEZIRKE VINSCHGAU / PUSTERTAL: DIE KIDSACADEMY 2026: VIER WOCHEN. UNZÄHLIGE MÖGLICHKEITEN.
Die KidsAcademy ist der ideale Einstieg in die Welt des Handwerks – mit echten Materialien, echtem Werkzeug und echten Aha-Momenten. Begleitet von erfahrenen Expertinnen und Experten lernen die Kinder, wie aus Idee Realität wird. Teamarbeit inklusive. Gefördert wird das Projekt von der Familienagentur der Autonomen Provinz Bozen. In Schlanders und Bruneck sind noch wenige Plätze frei, deshalb jetzt anmelden! Die Projektwochen finden zu folgenden Terminen statt: Schlanders:
20.07. bis 24.07.2026 und 27.07. bis 31.07.2026.
Bruneck:
03.08. bis 07.08.2026 und 10.08. bis 14.08.2026. Anmeldung über: www.lvh.it/wissen-ausbauen/kids-academy Betreuer/in werden: Parallel dazu werden für denselben Zeitraum auch Betreuer/innen gesucht. Menschen, die Freude daran haben, Kinder zu begleiten, Verantwortung zu übernehmen und Handwerk erlebbar zu machen. Wer nicht nur zuschauen, sondern mitgestalten will, findet alle Infos über den angegebenen QR-Code. Handwerk beginnt früh und manchmal mit einer Woche im Sommer.
Werde jetzt Betreuer/in!
FRAUEN & JUNGES HANDWERK
DIE GRUPPEN IM LVH: Frauen und Junghandwerker/innen: Ihre Initiativen, Projekte, Unternehmungen und ihr Einsatz für das Handwerk.
Junghandwerker/innen
gründen Ortsgruppe in Auer
JUNGHANDWERKER/INNEN:
IN AUER WURDE EIN KLARES ZEICHEN FÜR DIE ZUKUNFT DES HANDWERKS GESETZT: KÜRZLICH FAND BEI FALSER MASCHINENBAU DIE GRÜNDUNGSSITZUNG DER NEUEN JUNGHANDWERKER/INNEN-ORTSGRUPPE STATT.
Beim Treffen der lvh-Ortsgruppe Auer, betonte Ortsobmann Andreas Falser: „Mir ist wichtig, dass wir unsere Junghandwerkerinnen und Junghandwerker besser vernetzen.“ Ziel ist der Aufbau einer aktiven Gemeinschaft, die gemeinsame Interessen voranbringt und das Aurer Handwerk sichtbar macht.
Priska Reichhalter, Landesobfrau der Junghandwerker/ innen, sowie Patrick Gampenrieder, Vizelandesobmann der Junghandwerker/innen, stellten die Struktur und Aufgaben der Junghandwerker/innen vor.
Die Junghandwerker/innen-Ortsgruppe Auer wird künftig Veranstaltungen organisieren, junge Handwerkerinnen und Handwerker vernetzen sowie die Interessen der Mitglieder vor Ort vertreten und den Austausch mit dem Landesausschuss sicherstellen. Im Anschluss wurde einstimmig die Gründung der Ortsgruppe beschlossen. Zum Ortsobmann wurde Gabriel Maier (Maier Equipment KG) gewählt er wird von seinem Stellvertreter Patrick Falser (Falser KG) unterstützt. Komplettiert wird der Ausschuss durch William Moletta (Greenplan), Mirjam Kaufmann (Mirjam Kaufmann) sowie Lisa Plattner (Alpintype). Anwesend waren auch Johanna Santa Falser, Vizebezirksobfrau des Bezirks Unterland, sowie Philipp Ebner und Manuel Kofler von der lvh-Ortsgruppe Auer.
Frauen im Handwerk: Mehr als ein Gedenktag
FRAUEN IM HANDWERK:
AM 8. MÄRZ WIRD WELTWEIT DER INTERNATIONALE FRAUENTAG BEGANGEN – EIN TAG, DER AUF DIE ERRUNGENSCHAFTEN VON FRAUEN AUFMERKSAM MACHT UND ZUGLEICH AUF BESTEHENDE UNGLEICHHEITEN HINWEIST.
Im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh. apa) ist die Gruppe „Frauen im Handwerk“ seit 1985 aktiv. Sie setzt sich intensiv für die Anerkennung, Weiterbildung und Sichtbarkeit von Frauen im Handwerk ein – sei es als Unternehmerinnen, Fachkräfte oder mitarbeitende Familienmitglieder. Dass diese Entwicklung nicht von
allein kommt, ist klar: Für Petra Holzer, Landesobfrau der Frauen im Handwerk, ist der Internationale Frauentag deshalb Anlass und Auftrag zugleich: „Frauen gehören ins Handwerk – nicht nur am 8. März, sondern an jedem Tag. Wir wollen zeigen: Talent, Kreativität und Führungsstärke sind keine Frage des Geschlechts, sondern des Anspruchs und der Haltung.“ Auch ihre Stellvertreterin, Daniela Bortolon sieht im Handwerk Chancen und Herausforderungen zugleich: „Der Frauentag erinnert uns daran, wie weit wir gekommen sind – und wie weit wir noch gehen wollen. Wir schaffen Räume, in denen Frauen sich vernetzen, voneinander lernen und Verantwortung übernehmen können.“
Die Geschichte der Frauen im Handwerk ist eine Geschichte des Wandels: Was einmal als Idee begann, ist heute ein Netzwerk mit Strahlkraft in ganz Südtirol. Für Südtirols Handwerk bedeutet das: Zukunft weiblich zu denken – sichtbar, vernetzt und aktiv.
DIE BEZIRKS- UND ORTSOBLEUTE DER FRAUEN IM HANDWERK UND JUNGHANDWERKER/INNEN IM LVH
Wir stellen uns vor…
Stell dich bitte kurz vor und erzähl uns, wie zu den Frauen im Handwerk gekommen bist?
Mein Name ist Verena Staudacher von der Staudacher GmbH. Ich bin Bezirksobfrau der Frauen im Handwerk Wipptal. Ich habe den Austausch mit anderen Frauen aus Handwerk und Unternehmertum gesucht.
Was war deine bisher schönste Erfahrung in der Gruppe der Frauen im Handwerk?
Mein schönster Moment war ein Treffen, bei dem wir sehr offen über unsere Herausforderungen im Alltag gesprochen haben – beruflich wie privat. Diese Ehrlichkeit, das Vertrauen und das Gefühl, verstanden zu werden, haben mich sehr berührt.
Stell dich bitte kurz vor und erzähl uns in welcher Funktion du bei den Junghandwerker/innen tätig bist?
Mein Name ist Manuel Plank von Plank Bau. Ich bin Maurer und Vorarbeiter, erstelle Angebote und Abrechnungen, berate Kundinnen und Kunden und bin Bezirksobmann der Junghandwerker/innen im Wipptal.
Was motiviert Dich, bei den Junghandwerker/innen im lvh mitzumachen?
Mich motiviert vor allem der starke Zusammenhalt in der Gruppe und das gemeinsame Ziel, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. Besonders prägend ist das Vorstellen der Handwerksberufe in den Mittelschulen – da zeigen wir, wie vielseitig und spannend Handwerk ist.
HANDWERK BESTIMMT MIT: Auf lokaler, nationaler und auch internationaler politischer und wirtschaftlicher Ebene hat das Handwerk eine wichtige Stimme.
Wer jetzt mitgestaltet, entscheidet über morgen
DIE GEMEINDEENTWICKLUNGSPROGRAMME GEWINNEN IN SÜDTIROL ZUNEHMEND AN BEDEUTUNG. SIE LEGEN DIE STRATEGISCHE AUSRICHTUNG DER GEMEINDEN FEST – VON SIEDLUNGSGRENZEN ÜBER GEWERBEFLÄCHEN BIS HIN ZU MOBILITÄT UND INFRASTRUKTUR.
Für das Handwerk ist das Gemeindeentwicklungsprogramm für Raum und Landschaft (GProRL) kein abstraktes Planungsthema, sondern eine Frage der Zukunftsfähigkeit.
Denn es betrifft unmittelbar Fragen wie Betriebsansiedlung, Erweiterungsmöglichkeiten, Erreichbarkeit oder die Sicherung von Gewerbeflächen und ist somit von zentraler Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund lud der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) kürzlich zu einem eigenen Info-Webinar ein. Die Veranstaltung richtete sich gezielt an Orts- und Bezirksobleute sowie an lvh-Gemeindevertreter/innen.
Ziel war es, die Funktionärinnen und Funktionäre fachlich zu stärken und konkrete Handlungsansätze für die Mitgestaltung vor Ort aufzuzeigen.
Hochkarätige Referenten wie Rechtsanwalt Paul Lintner, Andreas Schatzer, Bürgermeister von Vahrn, Heinrich Ferretti, Präsident der Südtiroler Freiberufler, Angelika Wiedmer Perkmann, Sprecherin der Arbeitsgruppe Gemeindepolitik im lvh, sowie lvh-Präsident Martin Haller, lvh-Vizepräsident Hannes Mussak und lvh-Direktor Walter Pöhl diskutierten mit zahlreichen Orts- und
Bezirksobleuten über die Weichenstellungen für die zukünftige Gemeindeentwicklung.
FRÜHZEITIG EINBRINGEN –STRATEGISCH ARGUMENTIEREN
lvh-Präsident Martin Haller eröffnete das Webinar und betonte die große Bedeutung des Gemeindeentwicklungsprogramms für die Gemeinden: „Hier werden die Weichen gestellt für künftige Erweiterungen und Neuansiedlungen von Handwerksbetrieben“, so der lvh-Chef.
Angelika Wiedmer Perkmann unterstrich die Rolle des Handwerks: Handwerkerinnen und Handwerkern sollten frühzeitig den Dialog mit den Gemeindevertretungen suchen, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln.
Rechtsanwalt Paul Lintner erläuterte die rechtlichen Grundlagen, Zuständigkeiten und Beteiligungsmöglichkeiten. Er machte deutlich, dass es entscheidend sei, sich frühzeitig einzubringen – idealerweise bereits in der Phase der Bestandsaufnahme und Zieldefinition. Wer erst am Ende des Verfahrens reagiere, habe deutlich geringere Einflussmöglichkeiten.
Lintner betonte zudem, dass sachlich fundierte Argumente – etwa zur Notwendigkeit von Gewerbeflächen, zur
AUSTAUSCH MIT SUBSTANZ
Verkehrsanbindung oder zur Vereinbarkeit von Wohnen und Arbeiten – ein starkes Instrument darstellen. Das Gemeindeentwicklungsprogramm sei kein starres Dokument, sondern Ergebnis eines politischen und fachlichen Abwägungsprozesses.
KOMMUNALE PERSPEKTIVE
Einen praxisnahen Blick aus Sicht der Gemeinden bot Bürgermeister Andreas Schatzer aus Vahrn. Er schilderte, wie komplex die Abstimmung zwischen unterschiedlichen Interessen – Wohnen, Landwirtschaft, Umwelt, Wirtschaft – in der kommunalen Planung sei. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung eines konstruktiven Dialogs mit den lokalen Wirtschaftsakteuren.
Für Gemeinden sei es hilfreich, wenn das Handwerk konkrete Vorschläge und Bedarfe klar formuliere. Nur so könnten diese im Rahmen der Planungsinstrumente berücksichtigt werden. Der Austausch auf Augenhöhe sei dabei zentral.
FACHLICHE EINBLICKE UND PRAKTISCHE HINWEISE
Ergänzend dazu beleuchtete Heinrich Ferretti typische Herausforderungen in der praktischen Umsetzung. Er sprach über planerische Details, mögliche Fallstricke und die Bedeutung klarer Definitionen – etwa bei Mischgebieten, Erweiterungszonen oder infrastrukturellen Voraussetzungen.
Gerade für kleinere Betriebe könne es existenziell sein, ob Erweiterungsflächen vorgesehen werden oder nicht. Hier sei eine enge Abstimmung zwischen Planung, Verwaltung und Wirtschaft notwendig.
Im anschließenden Diskussionsteil wurde deutlich, wie groß das Interesse am Thema ist. Fragen zu Fristen, Beteiligungsverfahren, Einspruchsmöglichkeiten oder zur strategischen Vorbereitung von Gesprächen mit Gemeindeverantwortlichen zeigten, dass viele Ortsgruppen bereits aktiv eingebunden sind oder dies planen.
Das Webinar machte klar: Gemeindeentwicklungsprogramme sind kein abstraktes Planungsinstrument, sondern ein entscheidender Hebel für die Zukunft des Südtiroler Handwerks. Wer frühzeitig informiert ist, Argumente einbringt und den Dialog sucht, kann Entwicklung aktiv mitgestalten. Mit dieser Initiative setzt der lvh ein deutliches Signal. Das Handwerk will nicht nur reagieren, sondern vorausschauend mitreden – damit Betriebe auch künftig Raum haben, zu wachsen, Arbeitsplätze zu sichern und die regionale Wirtschaft zu stärken.
DER WIRTSCHAFTSTISCH DER STADT BOZEN WURDE ERNEUT ZUR PLATTFORM FÜR DEN DIREKTEN AUSTAUSCH ZWISCHEN GEMEINDE, WIRTSCHAFT UND HANDWERK – MIT KLAREN BOTSCHAFTEN FÜR DIE ZUKUNFT DES STANDORTS.
Im Rahmen des Wirtschaftstisches der Stadt Bozen kamen kürzlich Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und der Wirtschaftsverbände zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für den Wirtschaftsstandort Bozen zu diskutieren.
Auch der lvh war vertreten und brachte die Anliegen des Südtiroler Handwerks aktiv ein.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen zentrale Themen wie wirtschaftliche Rahmenbedingungen, öffentliche Vergaben, Stadtentwicklung sowie Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Betriebe. Dabei wurde deutlich, wie wichtig ein kontinuierlicher Dialog zwischen Gemeinde und Wirtschaft ist, um praktikable Lösungen zu entwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt langfristig zu sichern.
Ein wesentliches Anliegen war die Förderung regionaler Wertschöpfung. Lokale Betriebe tragen maßgeblich zur Lebensqualität, Versorgungssicherheit und Beschäftigung in der Stadt bei. Entsprechend wurde betont, dass bei
öffentlichen Aufträgen und städtebaulichen Entwicklungen die Bedeutung des ortsansässigen Handwerks berücksichtigt werden müsse – stets im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten.
Darüber hinaus wurden strukturelle Themen wie Bürokratieabbau, Planungs- und Investitionssicherheit sowie die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Bozen angesprochen. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und steigenden Kosten brauche es klare, verlässliche Rahmenbedingungen, um Betrieben unternehmerisches Handeln zu ermöglichen.
Der Wirtschaftstisch zeigte einmal mehr: Eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Wirtschaft ist entscheidend, um Bozen als lebendigen und leistungsfähigen Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. Der lvh wird diesen Dialog weiterhin konstruktiv begleiten und sich für die Anliegen des Handwerks einsetzen. Ziel bleibt es, konkrete Verbesserungen auf den Weg zu bringen, die den Betrieben tatsächlich spürbare Entlastung bringen.
A22: Gemeinsam für flüssigen Verkehr
LVH-SPITZE IM GESPRÄCH MIT DEM PRÄSIDENTEN DER AUTOBAHNGESELLSCHAFT A22: INFRASTRUKTUR, SICHERHEIT UND PRAXISNAHE LÖSUNGEN IM FOKUS.
Der Güterverkehr ist auf sichere und leistungsfähige Verkehrsverbindungen angewiesen. Im Austausch dazu standen Hartmann Reichhalter (Präsident A22), Alexander Öhler (Obmann der Transporteurinnen und Transporteure im lvh) und lvh-Direktor Walter Pöhl. A22-Präsident Reichhalter betonte dabei mehrfach, dass Sicherheit oberste Priorität habe – auch dann, wenn Verkehrsregelungen auf den ersten Blick restriktiv wirken. Eine Lockerung des nächtlichen Überholverbots wäre aus Sicht der Transporteurinnen und Transporteure wünschenswert, liegt jedoch nicht in der Zuständigkeit der A22.
Perspektiven eröffnen hingegen die geplante dritte Fahrspur zwischen Modena und Verona sowie dynamische Spurführungen, die Teil der neuen Konzession sind und sich bereits in technischer und rechtlicher Prüfung befinden. Großen Raum nahm das Thema Baustellen ein:
Kürzere Bauabschnitte, Nachtarbeiten und effizientere Abläufe sollen den Verkehrsfluss sichern. Beim geplanten Kreisverkehr Bozen Nord herrscht Zustimmung zur Maßnahme, eine Sperre der Einfahrt während der Bauzeit wird jedoch klar abgelehnt. Deutlich angesprochen wurde auch der akute Mangel an LKW-Parkplätzen, für die neue Flächen notwendig sind. Der Dialog zeigte: Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen.
KITA-Bonus wird
ausgeweitet
AUSGEWEITETER KITA-BONUS
BRINGT MEHR FLEXIBILITÄT UND PLANUNGSSICHERHEIT FÜR FAMILIEN.
Der staatliche Zuschuss für Kindertagesstätten wird spürbar ausgeweitet und gewinnt damit auch für viele Handwerksbetriebe an Bedeutung. Förderfähig sind nun auch Kinderkrippen und Mikrokinderkrippen für Kinder zwischen drei und 36 Monaten, sogenannte „Sezioni primavera“, die den Übergang in den Bildungsweg von null bis sechs Jahren unterstützen, sowie ergänzende Bildungsangebote wie Spielräume oder pädagogische Betreuung im häuslichen Umfeld. Voraussetzung ist jeweils, dass diese Angebote nach den geltenden regionalen Vorschriften zugelassen sind und einen klaren Bildungsauftrag erfüllen. Reine Freizeitoder Betreuungsangebote ohne pädagogischen Schwerpunkt bleiben weiterhin von der Förderung ausgeschlossen.
Um eine einheitliche Anwendung sicherzustellen, überprüfen die zuständigen INPS-Stellen jährlich, ob die jeweilige Einrichtung in den offiziellen Verzeichnissen der Regionen oder lokalen Behörden geführt wird. Ist dies nicht der Fall, wird die Zulassung im Einzelfall geprüft und gegebenenfalls von der zuständigen Stelle bestätigt. Für Familien bedeutet das mehr Klarheit, aber auch die Notwendigkeit, auf eine korrekte Anerkennung der Betreuungseinrichtung zu achten.
Eine weitere Erleichterung bringt die neue Regelung zur Gültigkeit der Anträge. Ab dem 1. Januar 2026 behalten einmal eingereichte und genehmigte Anträge ihre Wirkung über mehrere Jahre hinweg – bis zum August des Jahres, in dem das Kind das dritte Lebensjahr vollendet. Für den Erhalt des Zuschusses ist weiterhin eine Mindestdokumentation erforderlich. Bei Kinderkrippen muss zumindest der Nachweis über eine bezahlte Gebühr vorgelegt werden, bei öffentlichen Einrichtungen genügt in bestimmten Fällen auch eine Bestätigung über Anmeldung oder Wartelistenplatz.
Die Ausweitung des KITA-Bonus ist ein wichtiges Signal für Familien und Betriebe gleichermaßen. Gerade im Handwerk, wo flexible Arbeitszeiten und eine verlässliche Kinderbetreuung entscheidend sind, kann diese Maßnahme dazu beitragen, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren.
Im Gespräch mit...
Christof Liensberger
Direktor der INAIL-Landesdirektion Bozen
01
Welche neuen Strategien verfolgt INAIL, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten in der Region zu reduzieren?
Es gibt keine spezielle Strategie auf Landesebene. Es gibt einen Präventionsplan 2025-2027 der sämtliche Kompetenzen und Strategien des INAIL beinhaltet.
02
Gibt es spezielle Präventionsprogramme für kleine und mittlere Unternehmen in Südtirol?
In Südtirol werden vor allem, zu speziellen Risiken, Informationsmaßnahmen getroffen, z.B. Kälterisiko, dann gibt es das Modell OT23 für Firmen die bestimmten Maßnahmen im Bereich Arbeitssicherheit durchführen, die über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausreichen z.B. Zertifizierungen UNI ISO 45001 und zuletzt die ISI-Finanzierungen – Beiträge für Investitionen in Arbeitssicherheit (Austausch von älteren Maschinen etc.).
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Wie bewertet INAIL die aktuelle Situation der Arbeitssicherheit in Südtirol?
Die Anzahl der gemeldeten Unfälle ist relativ stabil. Der Grund hierfür liegt auch darin, dass der Versicherungsschutz der Schüler und Studenten erweitert wurde und daher auch mehr Unfälle in diesem Bereich gemeldet wurden.
Bei den tödlichen Unfällen (ca. 15 im Jahr) muss dazu gesagt werden, dass nicht alle anerkannt werden, fast die Hälfte sind negative Fälle. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Ich denke nicht, dass Südtirol im Vergleich mit anderen Regionen schlechter dasteht.
THEMEN IN BEWEGUNG
GROSSE THEMEN: Wie muss Kommunikation in aufgeregten Zeiten geplant sein? Die Zukunftsforscherin Lena Papasabbas erklärt uns das Konzept der „Radikalen Zuversicht“.
Radikal zuversichtlich durch die Krisen
DIE ZUKUNFTSFORSCHERIN LENA PAPASABBAS LOTET IN IHREM BUCH „RADIKALE ZUVERSICHT“ MÖGLICHKEITEN AUS, WIE UNS POSITIVE ERZÄHLUNGEN AUS DER KRISE FÜHREN KÖNNEN. HIER LESEN SIE EIN GESPRÄCH, WIE ZUVERSICHT EIGENTLICH KLINGT.
MIT DER AUTORIN GESPROCHEN HAT CLAVIS KOMMUNIKATIONSBERATUNG.
Frau Papasabbas, Sie sind Zukunftsforscherin. Wie sind Sie zum Thema „Radikale Zuversicht“ gekommen?
In der Zukunftsforschung hören wir oft die Frage: „Wie wird die Zukunft?“. In den letzten Jahren ist aber etwas anderes in den Vordergrund gerückt: „Wie sollen wir uns überhaupt zur Zukunft verhalten?“ Viele Menschen sind von Krisen, Umbrüchen und negativen Zukunftsbildern erschöpft. Ich wurde ständig gefragt, ob ich Optimistin oder Pessimistin sei. Daraus entstand für mich das Konzept der „Radikalen Zuversicht“.
Was bedeutet „radikal“ in „Radikale Zuversicht“?
Radikalität braucht es heute schon, um Zuversicht überhaupt zu verteidigen. „Zuversicht“ klingt sanft, freundlich, fast etwas harmlos. „Radikal“ hat Kante, etwas Trotz, eine gewisse Unbequemlichkeit. Diese Spannung passt auch gut zu einem Denken, das Ambivalenzen nicht auflösen will, sondern Gegensätze zusammenhält.
Sie plädieren dafür, Komplexität anzuerkennen und auszusprechen. Kommunikation muss aber oft schnell, klar und knapp sein. Wie geht das zusammen?
Komplexe Wirklichkeit lässt sich selten überzeugend herunterbrechen, indem man einfach mehr Fakten in weniger Worte presst. Was dagegen funktioniert: eine klare Botschaft, die ein Gefühl, ein sinnvolles Ziel oder ein Zukunftsbild transportiert. Das kann man prägnant formulieren. Und wenn das Interesse geweckt ist, kann man in die Tiefe gehen.
Heißt das, die Kernbotschaft sollte bewusst Zuversicht enthalten?
Ja, aber nicht als reine Rhetorik. Es muss zuerst substanziell sein: Was bietet eine Organisation wirklich an? Welches positive, lebenswerte Zukunftsbild hat sie und welche Rolle spielt sie darin? Ohne dieses Fundament bleibt jede zuversichtliche Sprache Oberfläche. Wenn ein Unternehmen aber weiß, wofür es wirksam sein will, kann es daraus ein Zukunftsbild entwickeln, das Menschen berührt.
Unternehmenskommunikation klingt oft kühl und technokratisch. Welche Rolle spielen Emotionen? Emotionen sind nicht weich, sondern zentral, wenn es um
Zukunft geht. Zusätzlich zum Gefühl ist Identität ein Schlüssel: In einer polarisierten Gesellschaft hat Kommunikation lange oft auf Abgrenzung, Status und Spaltung gesetzt. Gerade jetzt braucht es eher Verbindendes. Also Identifikationsangebote, die Zugehörigkeit herstellen, statt Menschen gegeneinander zu positionieren.
Wer trägt Verantwortung dafür, positive Zukunftsbilder zu schaffen?
Das ist eine politische Aufgabe, aber auch eine Aufgabe für Wirtschaft, Institutionen und professionelle Zukunftsarbeit. Es geht um einen Kommunikationsauftrag: Zukunft so zu vermitteln, dass Menschen wieder andocken können. Andere Länder investieren stärker in genau diese Art Zukunftsnarrative.
„Great Again“-Bewegungen sind momentan sehr erfolgreich. Ist das nicht auch eine Form von Zuversicht – nur rückwärts gewandt?
Absolut. Genau deshalb funktionieren solche Erzählungen: Sie bieten in einem Zukunftsvakuum ein scheinbar beruhigendes Versprechen an. Vergangenes wirkt vertraut, weniger bedrohlich als das Offene vor uns – Klima, KI, Wirtschaft, gesellschaftliche Umbrüche. Dazu kommt, dass das Gehirn Vergangenes gerne idealisiert.
Warum kann dieses Versprechen trotzdem nicht gehalten werden?
Weil es historisch kein echtes Zurück gibt, weil sich Gesellschaften permanent verändern. Und weil man fragen muss: Für wen war diese Vergangenheit eigentlich „great“? Für viele Gruppen war sie es nicht. Deshalb ist eine reine Rückwärtsutopie weder realistisch noch wünschenswert.
Welche Bedingungen sollten Unternehmen schaffen, damit Zuversicht glaubwürdig entsteht?
Ein starker Hebel ist Sinn und Richtung: Warum machen wir das, und welchen Mehrwert schaffen wir für Mitarbeitende, Gesellschaft oder Umwelt? Dann kommt Kultur: Es darf keine Diskrepanz geben zwischen dem, wofür man steht, und dem, was Mitarbeitende erleben. Wenn eine Organisation Lebensqualität predigt, intern aber Überlastung, schlechte Arbeitsbedingungen und Zynismus produziert, fällt das sofort in sich zusammen.
Entsteht Druck auch von Mitarbeitenden oder Kundinnen und Kunden?
Ja, aber eher indirekt: Wenn Zuversicht und ein gemeinsames Zukunftsbild fehlen, verliert man Menschen. Vor allem Jüngere gehen schneller, wenn sie sich nicht wohlfühlen und keinen Sinn sehen. Ein gemeinsames Zukunftsbild – das Gefühl, an etwas Wirksamem mitzubauen – bindet oft stärker als Gehalt oder Bonus.
Woran erkennt man ein zuversichtliches Unternehmen?
Indikatoren sind Stimmung und Haltung: eine grundsätzlich positive Atmosphäre, weniger destruktiver Zynismus und kein strukturell etabliertes Meckern. Ein weiterer Marker ist Humor – nicht sarkastisch oder herablassend, sondern selbstironisch und auflockernd. Entscheidend ist: Zuversicht zeigt sich im Alltag, nicht im Leitbild.
In der Krisenkommunikation wirkt Zuversicht schnell wie Beschwichtigung. Wie kann man das verhindern?
Zuversicht beginnt gerade in Krisen mit Anerkennung: Transparenz, Akzeptanz, das Eingeständnis, dass etwas schiefgelaufen ist. Nichts ist schädlicher als Beschönigung zu Beginn. Vertrauen entsteht, wenn man erklärt, was passiert ist, Verantwortung übernimmt und zeigt, was man daraus lernt und konkret verändert – im Sinne einer guten Entschuldigung: „Es tut uns leid. Wir haben verstanden. Wir machen es künftig besser.“
Aber was, wenn offene Fehlerkultur im Kommunikationsumfeld bestraft wird – von politischen Gegnern oder empörungsgetriebenen Medien?
Diese Dynamik lässt sich nicht vollständig verhindern. Destruktive Kräfte suchen oder erfinden Fehler oft unabhängig davon, wie man kommuniziert. Wichtig sind Gelassenheit und ein realistisches Bild der Öffentlichkeit: Lautstarke Online-Stimmen sind nicht automatisch repräsentativ. Entscheidend ist die stille Mehrheit, die sehr wohl differenzieren kann. Ein großer Fehler ist, Kommunikation primär an der lautesten Minderheit auszurichten.
Wenn Zuversicht eine Stimme hätte – wie würde sie klingen?
Unaufgeregt, heiter-gelassen, nicht hysterisch-optimistisch. Dazu eine gute Portion Selbstironie. Sie vermittelt Ruhe und Klarheit statt aufgesetzte gute Laune.
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Mit Alperia EasyCharge Plus kostet das Laden des Elektrofahrzeuges an über tausend Neogy-Ladepunkten in Südtirol und Italien nur 0,35 €/kWh, unabhängig von der Ladeleistung. Auch das Laden im Roaming-Netz ist für 0,79 €/kWh möglich. Für lvh-Mitglieder, welche Alperia-Stromkunden sind, entfällt die Aktivierungsgebühr von 25 Euro.
Seit Februar 2026 fördert das Land Südtirol Investitionen in Nachhaltigkeit (ESG) und Innovation, um Unternehmen den Zugang zu Liquidität zu erleichtern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Durch diese Fördermaßnahme in Form von Zinsbeiträgen werden Kredite für Betriebe spürbar günstiger.
Gefördert werden Chirografar-Darlehen für noch nicht begonnene Investitionen mit einer maximalen Laufzeit von zehn Jahren und Beträgen zwischen 30.000 und 500.000 Euro. Die Kredite sind variabel verzinst (3-Monats-Euribor) und müssen durch eine Garantie abgesichert sein. Der Landesbeitrag beträgt jährlich 2,5 Prozent des ursprünglich aufgenommenen Betrags für die ersten zwei Jahre.
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Die Maßnahme richtet sich an Kleinst-, Kleinund Mittelunternehmen sowie Mid-CapUnternehmen mit bis zu 3.000 Mitarbeitenden und mit Sitz oder Produktionsstätte in Südtirol, einschließlich landwirtschaftlicher Betriebe. Raiffeisen unterstützt das Förderprogramm als starker Partner. Interessierte Unternehmen wenden sich am besten direkt an ihre Raiffeisenkasse, die im Förderprozess aktiv begleitet.
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