Roman Tschäppeler pflegt auch in seinen «Faustregeln» die Kunst der Klarheit.
SEITEN 10–11
HERZHAFT LOSBRETTERN
Was Bobpilotin Melanie Hasler im Kanal und im Leben trägt.
SEITEN 3–5
POLITIK ZUM ANFASSEN
Thomi Jourdan, Regierungsrat BL, organisiert regelmässig Kaffeetreffen mit der Bevölkerung.
SEITEN 30–31 ENTDECKE HOFFNUNG
BESTÄNDIG, BESCHEIDEN –UND UNENTBEHRLICH
LIEBE LESERINNEN UND LESER
In der heutigen Zeit wird Autonomie und Eigenständigkeit und damit auch starken Persönlichkeiten, welche die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ein hoher Stellenwert beigemessen. Gleichzeitig wird uns heute aber auch eine alte Weisheit vor Augen geführt: Erst durch die Beziehungen zu unseren Mitmenschen entwickeln wir uns wirklich. Dies stellt einen der grossen Widersprüche unserer Zeit dar. Nie zuvor wurde das Individuum derart in den Vordergrund gerückt – und nie zuvor war das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Verbundenheit und Anerkennung so gross.
In diesem Zusammenhang ist es gut, an jene zu denken, die sich – oftmals fernab des Rampenlichts – für unsere Gesellschaft einsetzen. Allzu oft wird die Aufmerksamkeit jenen zuteil, die sich am stärksten behaupten und sich besonders lautstark äussern. Es sind jedoch andere, diskretere Kräfte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Frauen und Männer, die etwas geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, und die nicht das Rampenlicht suchen. Sie tragen Sorge für
ihre Angehörigen. Sie reichen ihrer Nachbarin oder ihrem Nachbarn die Hand. Sie engagieren sich, um einen Verein aufrechtzuerhalten oder ihr Quartier zu beleben. Sie knüpfen Tag für Tag die Bande unseres Zusammenlebens. Es ist wichtig, ihre diskrete, beständige und bescheidene Rolle im Dienste einer solidarischeren Gesellschaft anzuerkennen.
Das Engagement dieser Frauen und Männer ist nicht unbedingt aufsehenerregend, aber es ist von zentraler Bedeutung. Denn gerade in diesen unauffälligen Gesten liegt die wahre Stärke einer Gesellschaft. Dankbar denke ich an all diese Personen, die Hoffnung durch ihr Handeln greifbar machen: Menschen, die nichts einfordern, aber alles verdienen.
KARIN KELLER-SUTTER
Bundesrätin
Impulse, die Leben verändern
HERAUSGEBER
Diese Zeitung wurde durch die Medienorganisation Livenet (Bern) gemeinsam mit der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA (Zürich) sowie verschiedenen Partnern realisiert. Mehr zum Projekt finden Sie unter: www.hoffnung.ch.
REDAKTION
Daniela Baumann (db.)
Florian Wüthrich (fw.)
Mirjam Fisch (mf.)
Manuela Herzog (mhe.)
Markus Hänni (mhä.)
Markus Richner (mrm.)
Daniel Gerber (dg.)
Mosimann
Wohnort: Muttenz BL Familie: Verheiratet, drei Kinder, eine Pflegetochter Beruf: Regierungsrat Baselland
WELLEN REITEN
UND WERTE LEBEN
Thomi Jourdan, seit 2023 erster EVP-Regierungsrat der Schweiz, beschreibt seinen Amtsantritt als Wurf ins Meer. Für die Bodenhaftung orientiert sich der Baselbieter nach oben, lebt und politisiert mit den Menschen auf Augenhöhe – ein Erbe aus seiner Pflegefamilie.
Name: Thomi Jourdan
THOMI JOURDAN
Thomi Jourdan, blicken wir zurück auf Ihre Wahl im Frühjahr 2023. Ein EVP-Mann als Regierungsrat, das ist landesweit ein Novum. Wie kam es dazu?
Ehrlich gesagt muss ich mich manchmal selbst kneifen. Ich bin noch immer begeistert, beeindruckt, man kann auch sagen berührt, dass ich dieses Amt ausüben darf. Nach acht Jahren im Kantonsparlament und 15 Jahren in der Gemeindeexekutive wäre ein Rücktritt aus der Politik nähergelegen. Jemand ausserhalb der Partei und meine Frau ermutigten mich aber zur Kandidatur. Entscheidend waren: Wir führten eine sehr engagierte Wahlkampagne und ich hatte mein «Energy-Team» – Menschen, die mich nicht als Kandidat, sondern als Thomi durch die Wahlzeit begleiteten. Zur Überraschung aller hat es funktioniert, der Bevölkerung klarzumachen, dass eine Exekutive nicht nach Parteibüchlein besetzt werden sollte, sondern mit jenen Leuten, die in die Regierung passen.
«Ich bin noch immer begeistert, beeindruckt, man kann auch sagen berührt, dass ich dieses Amt ausüben darf.»
Beschreiben Sie Ihre Anfangszeit!
Ich fühlte mich wie ins Meer geworfen. Im ersten halben Jahr wurde ich immer wieder überspült. 25 Jahre Politerfahrung schienen auf einmal nutzlos, es war alles so neu und so viel. Ab und an stand ich kurz vor dem Untergang. In der zweiten Phase erlebte ich das Gefühl, mit der Welle mitschwimmen zu können, auch wenn sie mich weiter überspülte. Schliesslich kam der Moment, wo ich mir ein Surfbrett anschnallen konnte. Seither darf ich mit der Welle reiten und die Richtung vorgeben.
«In der zweiten Phase erlebte ich das Gefühl, mit der Welle mitschwimmen zu können, auch wenn sie mich weiter überspülte.»
Das gibt einen schönen Speed! Sie sind kein Mann der schnellen Schüsse. Welchen Ansatz verfolgen Sie in Ihrer politischen Arbeit?
Es hilft mir, mich fundiert mit Themen auseinanderzusetzen und mit meinen Mitarbeitenden ein Zielbild zu erarbeiten. Wir
müssen alle wissen und verstehen, wohin die Reise gehen soll. Das bedeutet aus einer Vision geleitet, Fachkompetenzen und Erfahrungen zu verknüpfen. Es bedeutet Mut haben, Neues wagen und gemeinsam eine Zukunftsvorstellung erarbeiten. Daraus lassen sich dann konkrete Schritte ableiten und erklären – nach innen und nach aussen: gegenüber meinen Mitarbeitenden, dem Parlament und vor allem der Bevölkerung.
Sie sagten einmal, am schädlichsten für die eigene Gesundheit sei die Sorge. Davon haben Sie als Gesundheitsdirektor sicher genug … Es ist entscheidend, wie man es nennt. Für mich sind das keine Sorgen oder Probleme, sondern Aufgaben oder Herausforderungen – Jobs, die ich so gut wie möglich erfüllen möchte. Nebst der Gesundheit verantworte ich u. a. die Bereiche Volkswirtschaft, Wald, Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit, Veterinärwesen oder das KIGA (Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit). Also alles Themen mit hoher Alltagsrelevanz und entsprechend öffentlicher Wirksamkeit. Da ist es wichtig, dass ich auf einer stabilen, guten Zusammenarbeit in meinem Team aufbauen kann – auch in schwierigen Momenten.
Was ist Ihr Geheimrezept zur Bewältigung dieser anspruchsvollen
Aufgaben?
Innehalten, zur Ruhe kommen, ist für mich zentral. Ich habe mir vor Jahren angewöhnt, morgens einen Abschnitt aus der Bibel zu lesen, staune immer wieder, wie mich ein so altes Buch Tag für Tag in konkreten Lebenssituationen ermutigt. Ich mache mir auch schriftlich Gedanken über die Aufgaben und Menschen, denen ich im Laufe des Tages begegnen werde. Wie kann ich dazu beitragen, dass es gute Begegnungen und fruchtbare Sitzungen werden? Dieses Ritual, diese Struktur in meinem Leben, hilft mir auf dem Boden zu bleiben. Zudem: In der Rückschau relativiert sich so Manches, das mich im Vorfeld stark beschäftigte. Dies zu erkennen, lässt mich neue grosse Aufgaben leichter und zuversichtlich angehen.
Verraten Sie uns Ihr Erfolgsgeheimnis! Ich glaube, das ist eine Frage der Authentizität. Bin ich, was ich lebe? Bin ich mit ganzer Kraft und Leidenschaft dabei? Bin ich bereit, mich im Dialog mit anderen führen und neu ausrichten zu lassen? Wenn dies gelingt, setzt das in der politischen und in der Führungsarbeit grosse Kräfte frei. Und, ich muss sicherstellen, dass die Leute mit mir im Widerspruch bleiben, wenn ich gute Entscheidungen treffen will. Professionalität, Erfahrung und Kompetenz meines Teams bilden die Grundlage, Leidenschaft die Kraft.
Kommen wir zu den Prägungen in Ihrem Leben. Sie sind der Sohn eines dänischen DJs und einer Schweizer Tänzerin, die zum Zeitpunkt Ihrer Geburt noch minderjährig war … In eine schwierige Familiensituation hineingeboren zu werden, in den ersten Jahren kein richtiges Zuhause zu haben – und dann von Pflegeeltern mit zwei eigenen Kindern bedingungslos Annahme und Liebe zu erfahren … das hat mein Leben vermutlich mehr geprägt, als mir lange Zeit bewusst war. Ich darf erleben, dass es das Leben unglaublich gut mit mir meint. Seit 17 Jahren sind auch meine Frau und ich stolze Eltern einer heute 19-jährigen Pflegetochter. Sie darf sich genauso als Teil unserer Familie fühlen wie unsere drei leiblichen Kinder.
«Ich verstehe heute meine Eltern, die in Sorge waren. Der spürbare Rückhalt in meiner Familie ... spielte hier eine grosse Rolle.»
Mit vier Kindern bleibt man auf Trab. Stimmt es, dass Sie in Ihrer Teeniezeit Anfang der 90er-Jahre schwarze Kleidung und Irokesenschnitt trugen? Ja, das war gesellschaftlich eine spannende Zeit, als es in der ganzen Schweiz Jugendun-
Thomi Jourdan trat am 1. Juli 2023 sein Amt als Regierungsrat und Vorsteher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion im Kanton Basel-Landschaft an. Zuvor war er 15 Jahre im Gemeinderat (Exekutive) von Muttenz und davor 8 Jahre im Landrat des Kantons BaselLandschaft. Jourdan ist ausgebildeter Ökonom und Supervisor mit Führungserfahrung in Wirtschaft und Verwaltung.
ruhen gab und viele Subkulturen entstanden. Ich habe diese Zeit explizit ausgelebt. In diesen Jahren hatte die Drogenszene am Platzspitz für viele eine hohe Sogwirkung. Trotz aller Flausen blieb ich vor derartigen Erfahrungen bewahrt. Ich verstehe heute meine Eltern, die in Sorge waren. Der spürbare Rückhalt in meiner Familie, trotz gelebtem Widerstand meinerseits, spielte hier eine grosse Rolle. Auch wenn das meine Eltern von mir damals wohl nicht zu spüren bekamen.
«Mich zu entschuldigen, wenn ich falsch liege oder in einer Situation überreagiere, ist mir sehr wichtig.»
Eines Tages begegnete ich Pfarrer Ernst Sieber. Seine Liebe für die Menschen und sein Leben «mit Blick nach oben» haben mich stark beeindruckt und beeinflusst –auch wenn ich damals noch keinen Bezug zu einem Glauben hatte. Unter anderem habe ich mich nach meinem Wirtschaftsstudium für die Arbeit als Streetworker entschieden: Statt für gute Bilanzen und Börsenkurse habe ich mich für junge Menschen und Familien engagiert.
Als frischgebackener Ökonom in die soziale Arbeit zu wechseln, ist unge
Kann ich mich mit mir fremden Haltungen auseinandersetzen? Damals wie heute ist das so. Natürlich spüre ich dabei auch meine Grenzen und ärgere mich zuweilen über mich selbst. Mich zu entschuldigen, wenn ich falsch liege oder in einer Situation überreagiere, ist mir deshalb sehr wichtig.
Finden Sie vor lauter Aufgaben und Terminen noch Zeit für Ihre Familie? Einen Tag oder zwei Halbtage des Wochenendes halte ich konsequent frei für meine Familie und für mich selbst. Zudem treffe ich mich – nach einem ersten Homeofficeeinsatz – jeden Morgen um halb sieben mit unserer jüngsten Tochter am Küchentisch. Wir lesen in der Bibel und frühstücken zusammen. Bevor ich ins Büro fahre, versorgen wir unsere Tiere (Zwergziegen, Minipigs, Laufenten und Seidenhühner, Anm. d. R.).
Auch der direkte Kontakt mit der Bevölkerung ist Ihnen wichtig … Sehr. Regelmässig biete ich in einem Bezirk ein Kaffeetreffen für die Bevölkerung an, um mit den Menschen über Themen zu sprechen, die sie bewegen. Das hilft mir zu verstehen, welche Anliegen in der politischen Arbeit erklärt und wie sie angegangen werden müssen. Schon immer habe ich die Nähe zu den Menschen gepflegt. Auch als
Regierungsrat möchte ich die Fragen und Ideen der Leute verstehen. Dazu gehört auch, dass ich alle Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern für ein persönliches Gespräch annehme.
«Wenn wir mit Menschen unterwegs sind, prägen wir Leben.»
Ein Wort zum Schluss, bitte! Wenn wir mit Menschen unterwegs sind, prägen wir Leben. Das können wir als Eltern, Lehrpersonen, Lernende, Nachbarn, Pflegepersonen oder Politiker – egal wo! Für uns alle gilt: Was wir sind und tun, hat Bedeutung für das Leben anderer Menschen. Wir sind relevant! (fw./mhe.)
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THOMI JOURDAN IN DER HOPE-KOCHSHOW
Fragen? Probleme? Hilfe gesucht?
Wir sind für dich da! Auch anonym und online.
Wir sind ein spezialisiertes Wohn‐ und Pflegeheim für Erwachsene
Offene Psychiatrie in Wohngemeinschaften
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Pflegeabteilung für demente Menschen
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verschiedene Aktivierungs‐ und Freizeitangebote
Der Name Sonnmatt steht für Wärme, Licht und Geborgenheit.
Unseren Bewohnenden diese Lebensqualität zu bieten, ist unser Ziel.
Pascal & Stefanie Ritzmann
«Was
hilft gegen meine Einsamkeit?»
EINBLCK IN UNSERE E-MAIL-BERATUNG
«Ich befinde mich in einer hoffnungslosen Situation. Gesundheitliche Probleme und andere Herausforderungen lassen mich verzweifeln. Alles um mich herum sehe ich nur noch schwarz. Was hilft gegen meine Einsamkeit?»
Liebe Susanne*
Vielen Dank für dein Vertrauen und deine Anfrage, vielmehr für deinen Hilferuf.
Es tut mir sehr leid zu lesen, wie hoffnungslos du dich gerade fühlst.
Wenn Körper und Seele leiden, kann es vorkommen, dass man keinen Ausweg mehr sieht. Und doch zeigt deine Nachricht auch etwas sehr Kostbares: Du hast den Mut, dich mitzuteilen. Das ist bereits ein Zeichen von innerer Stärke und Lebenswillen, auch wenn es sich vielleicht gerade nicht so anfühlt.
Wenn du mir etwas genauer schildern könntest, welche Herausforderungen dich belasten (Beziehungen, Arbeit, Finanzen o. Ä.) kann ich dir konkretere Wege aufzeigen, wie du Unterstützung erhalten kannst.
Weiter empfehle ich dir, dich ebenfalls an deine Hausärztin zu wenden und ihr diese Gefühle zu schildern. Falls du an einer Depression erkrankt bist, kann sie dir weiterhelfen.
Du darfst deine Sorgen auch Gott anvertrauen; er hört jedes Gebet und ist immer für dich da. In Psalm 34,19 steht: «Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind, und rettet diejenigen, die alle Hoffnung verloren haben.»
Manchmal trägt uns Gott nicht durch grosse Wunder, sondern durch kleine Zeichen – ein mitfühlendes Wort, einen Menschen, der zuhört, eine Stunde der Ruhe.
Du musst das nicht allein schaffen! Gern darfst du dich wieder melden.
* Name geändert
Das Beratungsteam von Hope Schweiz als Teil der Livenet-Arbeit, bietet eine erste Anlaufstelle in Seelsorge und Beratung per E-Mail, die jede und jeder nutzen darf. Der kirchliche oder kulturelle Hintergrund spielen keine Rolle. Seit 25 Jahren besteht dieses kostenlose Angebot. Die Fragen werden von Seelsorgerinnen und Seelsorgern (Pfarrerinnen, Pastoren, ausgebildete Seelsorger) ehrenamtlich beantwortet.
Weshalb engagierst du dich in der Livenet-Beratung?
Ich finde es sehr wertvoll, dass Menschen eine Anlaufstelle haben für ihre Nöte. Auch wenn wir die Personen und ihre Umstände nicht so genau kennen, können wir trotzdem Hoffnung, Gebet und Segen weitergeben.
Was schätzt du an deiner Tätigkeit?
Die Hemmschwelle, ein Problem zu äussern, ist gerade bei der E-Mail-Beratung geringer, als wenn man direkt auf eine Person zugehen muss. Besondere Freude bereiten positive Rückmeldungen – und wenn man spürt, dass es einer ratsuchenden Person besser geht.
Was beschäftigt dich?
Schreib uns! Unser Team antwortet dir gern: hoffnung.ch/deine-frage
Name: Sascha Feuz
Geboren: 1982
Familie: Verheiratet, 3 Kinder
Wohnort: Wiler bei Seedorf BE
«HALLO, HIER IST DAS WUNDER!»
Plötzlich steht Sascha Feuz vor dem Kampf seines Lebens: Krebs im Endstadium! Der Tumor an der hinteren Schädelbasis wächst bereits durch die Hirnwand. Drei Monate geben ihm die Ärzte. Heute, vier Jahre später, strotzt er vor Energie und Lebensmut.
zVg. über Sieg oder Niederlage entscheidet, lässt Saschas Haltung ihn hoffen und durchhalten. Er fügt an: «Ich habe bewusst nicht gegoogelt. Statistiken und düstere Prognosen hätten mir nichts genutzt. Ich wollte leben – nicht in Angst erstarren!»
«Ich habe bewusst nicht gegoogelt. Statistiken und düstere Prognosen hätten mir nichts genutzt.»
Unverzichtbare Säule
Angst und Sorgen um ihren Liebsten muss auch Saschas Frau Tabea überwinden: «Niemand kann sich vorstellen, was ich durchgemacht habe. Genauso wenig kann
ich nachempfinden, was Tabea durchlebt hat. Während ich um mein Leben kämpfte, musste sie funktionieren und eine kaum zu tragende Last stemmen. Meine Frau hielt alle und alles zusammen und übernahm Verantwortung, wo ich es nicht konnte. Tabea war während dieser Zeit quasi alleinerziehend, kümmerte sich um unser sterbendes Geschäft – und bereitete sich gedanklich auf meine Beerdigung vor ...»
Auf Heilung ausgerichtet
kämpft er weiter, macht anderen Mut, ihre Erfahrungen zu teilen.
Er hat gelernt, achtsamer durch den Alltag zu gehen und verbringt bewusst viel Zeit mit seiner Familie. Zuvor ein unbelehrbarer Workaholic, arbeitet er heute 90 Prozent im Angestelltenverhältnis. Dafür ist er unglaublich dankbar. Ebenso für seinen Geschmackssinn, den er gemäss Prognosen der Ärzte hätte verlieren sollen. Apropos Verlust resümiert Sascha: «Rückblickend habe ich alles verloren – und doch ein neues Leben gewonnen. Ein gebrochener Arm hätte mich nicht gestoppt. Aber diese Krankheit hat mich verändert.»
«Gib
niemals auf! Das Leben ist wertvoll und jeder Moment zählt!»
Den Familienvater beschäftigt die Frage: «Womit fülle ich diese drei Monate aus?»
Sascha war sieben Jahre alt, als er seine Mutter verlor und in der Folge in einem Heim aufwuchs. Es liegt ihm sehr am Herzen, seinen Kindern – damals ein, drei und fünf Jahre – dasselbe Schicksal zu ersparen. Dieser Wunsch und Wille spornen ihn an, zu kämpfen. Er sagt sich: «Einer von 100 schafft es – und dieser eine will ich sein!»
«Einer von 100 schafft es – und dieser eine will ich sein!»
Aufgewühltes Meer
Es waren die ersten fix geplanten Ferien seit fünf Jahren – und es sollten auch Saschas letzte als selbstständiger Werbeartikel- und Textilhändler sein. Südfrankreich hat er sich mit seiner Familie als Reisedestination ausgesucht. Die Schwiegereltern kommen mit, sind in dieser schweren Zeit für alle eine
Wer mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, steht zunächst unter Schock. Nichts ist mehr wie zuvor. «In solchen Momenten schiesst einem Vieles durch den Kopf», hält Sascha Feuz fest. «Umgehend gilt es, rechtliche und familiäre Dinge zu klären und wichtige Entscheidungen zu treffen.» In jenem Mai 2022 empfehlen ihm die Ärzte, sofort mit einer Chemotherapie zu beginnen. Sascha erinnert sich: «Es fielen Sätze wie: ‹Von 100 schafft es vielleicht einer …› und ‹Die einzige Chance, die Sie haben, ist, unser nächstes Wunder zu werden …›»
grosse Stütze. «Wird es meine letzte Reise ins Ausland sein?», sinniert Sascha, als sie die Grenze passieren. Das Mittelmeer vor den Füssen, durchlebt die Familie ein Wechselbad der Gefühle. Immer wieder schlägt sie auf dem harten Boden der Realität auf. Inmitten der unbändigen Emotionen begleitet sie der Humor – manchmal in Form skurriler Gedanken, etwa einer Garantieverlängerung für das Leben … Neben dieser Mischung aus Ernsthaftigkeit und spielerischer Leichtigkeit ist es Saschas Glaube, der ihm hilft, das Unfassbare zu ertragen.
«Wird es meine letzte Reise ins Ausland sein?»
Hoffnungsvoll und gehalten An folgendem Versprechen in der Bibel hält er sich fest: «Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Werke des Herrn verkünden» (Psalm 118, Vers 17). Die Worte schenken ihm Frieden und eine tiefe innere Gewissheit, die weit über die Prognosen der Ärzte hinausreicht. Unerschütterliches Gottvertrauen, mentale Stärke und Familienzusammenhalt verschmelzen zu einer Kraft, die in diesem Kampf trägt. Wie im Sport, wo die innere Einstellung oft
Trotz der düsteren Prognosen geschieht etwas Unerwartetes. Obwohl Saschas Tumor als unheilbar gilt, ändern sich die Dinge überraschend. Nach der sechsten Chemotherapie kommt die Wende. Die Therapie schlägt so gut an, dass selbst die behandelnden Ärzte sprachlos sind. Die ursprünglich palliative Behandlung kann nun auf Heilung ausgerichtet werden. Mit erhobener Hand und einem Insiderzeichen aus dem Film «A Long Way Down», springt Sascha ins Besprechungszimmer seines Arztes und ruft: «Hier ist das Wunder!»
«Das Leben ist wertvoll!»
«Rückblickend habe ich alles verloren – und doch ein neues Leben gewonnen.»
Achtsamer durch den Alltag
Heute ist der Tumor zwar verschwunden, die Angelegenheit aber noch nicht abgeschlossen. «Ich bin noch nicht geheilt», erklärt der tapfere Mann. «In der Medizin spricht man erst nach fünf Jahren ohne Rückfall davon.» Doch Sascha ist lebendig und entschlossen. Samt seinen Narben
Die neue Gelassenheit und Lebensfreude strahlt er aus: An einem Vorstellungsgespräch fiel die Frage, wo sich Sascha in zehn Jahren sähe. Seine Antwort: «Das Einzige, was mich interessiert, ist, so alt werden zu dürfen, dass sich meine jüngste Tochter an mich erinnert.» Die Botschaft ist unmissverständlich: «Gib niemals auf! Das Leben ist wertvoll und jeder Moment zählt!» Saschas Geschichte zeigt einmal mehr, dass die innere Einstellung, Medizin und der Glaube scheinbar ausweglose Situationen wenden können. Wir tun gut daran, unser Auge zu schärfen für die grossen und kleinen Wunder im Leben. Es gibt sie – und es lohnt sich, Ausschau nach ihnen zu halten. (mhä.)
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Sascha Feuz beim digitalen Röntgen.
Zusammengeschweisst: Familie Feuz.
VOM BEACHCOURT
IN DEN EISKANAL
Sie spielte lange Zeit Volleyball, strebte eine Profi-Karriere an. Seit sieben Jahren steuert Melanie Hasler erfolgreich den Bob der Schweizerinnen. In St. Moritz im Mono- und Zweierbob Anfang 2026 zur Doppel-Europameisterin gekürt, erzielte sie auch an Olympia eindrucksvolle Resultate.
Die 28-jährige Aargauerin war jahrelang passionierte Volleyballerin, spielte erfolgreich in der Nationalmannschaft. Besonders Beachvolley begeisterte sie, erste Schritte zu einer Karriere als Profi hatte sie bereits unternommen. Melanie besuchte damals die KV-Sportschule, die ihr viel Zeit fürs Training ermöglichte. Doch dann erlebte sie Enttäuschungen, Versprechen wurden nicht eingehalten, vieles lief nicht mehr, wie sie es sich gewünscht hatte. Eines Tages war der Elan weg. Die kaufmännische Ausbildung in der Sportschule dauert vier Jahre. Diese durchzuziehen, obwohl das Feuer fehlt, erschien Melanie zu lang. Sie dachte über andere Optionen nach.
«Ich war bereit für einen Wechsel – aber Bob …? Ich hatte keine Ahnung davon.»
Szenenwechsel
Melanie verfügt über eine ausgesprochen gute Sprungkraft. Ihr damaliger Volleyballtrainer erwähnte in einem Trainings-Camp in Tenero, dass Melanie mit den Männern mithalten könne. Das erregte die Aufmerksamkeit des Trainers der Bob-Fahrerinnen, Christoph Langen. Er lud sie zu einer Probefahrt in einem Bob ein. «Ich war bereit für einen Wechsel – aber Bob …? Diese
Sportart war mir nur durch den Film ‹Cool Runnings› bekannt. Ich hatte keine Ahnung davon», lacht die junge Frau. Doch Melanie sagte zu und ging die Sache locker an. Vor der ersten Fahrt liess sich die damals 19-Jährige erklären, worauf sie achten muss. Sie stieg ein und fuhr los. Bereits beim Aussteigen wusste sie: «Das ist es!» Das Feuer war wieder entfacht.
Christoph Langen wollte Melanie als Pilotin ausbilden. Die wenigsten Anfängerinnen fahren zu Beginn selbst, sie starten in der Regel als Anschieberinnen. So wurde ihr 2017 ein Achtjahres-Plan vorgestellt, mit EM, WM, Olympischen Spielen. Später erklärte ihr Langen, wie man einen Mono-Bob fährt. «Zuerst hatte ich Angst – aber während der Fahrt empfand ich nur noch Freude!», erzählt Melanie begeistert. «Es war so cool –Adrenalin pur!» Sie wechselte definitiv vom Volleyball zum Bob. «Ich habe noch einen draufgelegt, habe alles gegeben im Training», bekräftigt die Sportbegeisterte. Gemeinsam hoffe man jeweils, jedes Hundertstel herausholen zu können, beschreibt sie die Gefühle vor dem Start. Während der Coronapandemie waren die Bedingungen ungewohnt. Trotzdem waren viele starke Athletinnen am Start, darunter auch die besten Pilotinnen aus den USA. «Ich war ganz entspannt, wollte einfach fahren», betont Melanie. «Man sieht die Bahn vor sich, den Schlitten, und dann gibt man zusammen Vollgas!» Alles passte –ihr Team fuhr erstklassig. Nach sieben Jahren waren sie im Januar 2021 die ersten Frauen, die im Weltcup im Zweierbob aufs Podest kamen. Strahlend erinnert sich die Athletin: «Das war ein riesiges Fest!»
«Mein Glaube ist immer in schwierigen Zeiten gewachsen.»
Freude, die bleibt
Bei Gott Frieden suchen
Vor dem Start sei eine gewisse Aggression spürbar. «Wenn du zu viel willst, verkrampfst du dich. In dem Moment, wenn ich einsteige, die Lenkseile in der Hand habe, bin ich völlig ruhig», beschreibt Melanie. «Es ist ganz still, ich spüre nur den Wind, das Eis rumpelt ein bisschen – das ist wunderschön!» Eine gewisse Lockerheit inmitten der Herausforderung sei wichtig. Die Meinung der Trainer oder ihres Umfelds könne sie nicht kontrollieren, auch nicht die Startnummer, das Wetter oder wie die anderen fahren. «Ich kann nur mich und das Material gut vorbereiten und dann alles geben», hält Melanie fest und fährt fort: «Ich hatte in meinem Leben schon viele Pläne – etliche davon haben sich nicht erfüllt.» Allerdings: «Die schwierigen Situationen, die ich selbst durchlebt habe, helfen mir nun, andere zu verstehen und ihnen Hoffnung zu vermitteln.» Auch im Privatleben mache es keinen Sinn, ständig etwas vom Umfeld zu erwarten. «Ich muss meinen inneren Frieden bei Gott suchen, bei ihm Energie tanken», hat Melanie erfahren.
Hoffnung
Seit drei Jahren ist sie mit dem Bob-Piloten Michael Vogt liiert. Die vielfältig begabte Frau malt, spielt Klavier, reist und surft gern, liebt Gemeinschaft. Ihre Tage sind ausgefüllt mit Training, Administration fürs Team und der Instandhaltung des Bobs. Im Sommer trainiert Melanie durchgehend, fährt den Bob jeweils selbst zu den Wettkämpfen. Nach der WM hatte sie knapp einen Monat Pause, dann ging das Spring-, Kraft- und Anschub-Training wieder los. «Es war nicht geplant, dass ich mich 2022 schon für Olympia qualifiziere – ich konnte einfach mal Erfahrungen sammeln», blickt sie zurück.
Melanie ist mit drei älteren Geschwistern in Berikon AG aufgewachsen, ihre Mutter stammt von der Dominikanischen Republik. «Ich bevorzugte immer den Sommer – Kälte mochte ich nicht so …», verrät Melanie. Eine ihrer Schwestern erzählte ihr schon früh von ihrer Freundschaft mit Jesus und dass bei ihm Kraft und Frieden zu finden seien. Als die junge Sportlerin nach verschiedenen Rückschlägen in eine depressive Verstimmung geriet, erinnerte sie sich daran. Sie nahm an einem Gottesdienst der Freikirche ihrer Schwester teil und war tief bewegt. Anschliessend lud auch sie Jesus in ihr Leben ein, bat ihn um neue Freude. Seither betet Melanie regelmässig, fragt Jesus um Rat, tauscht sich mit ihm und spricht sich bei ihm aus. «Mein Glaube ist immer in schwierigen Zeiten gewachsen», betont sie. «Beim Bobfahren brauche ich ihn am meisten. Es sind so viele Emotionen im Spiel, so viele Dinge, die ich nicht kontrollieren kann.» Dann sage sie jeweils: «Jesus, jetzt brauche ich deine Hilfe!» Er sei ihre erste Anlaufstelle, mit Jesus zusammen übe sie sich darin, Herausforderungen zu überwinden und Resilienz zu entwickeln. Der Heilige Geist sei ihr Pilot auf der Bahn, er leite und lenke sie. Bobfahren sieht Melanie als Risikosportart, empfindet vor jeder Fahrt Respekt. Stets bete sie für ihr Team und dafür, dass alle gesund unten ankommen. Selbst im Falle einer Niederlage lässt sie sich die Freude nicht rauben.«Man muss aufpassen, was man betet», berichtet Melanie schmunzelnd. «Wenn ich um Geduld bitte, werde ich Situationen erleben, in denen ich Geduld üben kann …»
EM-Doppelsieg und Olympia-Diplome Unterdessen sind die Olympischen Winterspiele 2026 Geschichte. Nach ihrem fulminanten Doppelsieg an der EM im Januar in St. Moritz konnte Melanie ihre beiden Olympia-Diplome von Peking auch in Italien bestätigen. Eine Sekunde fehlte ihr im Monobob letztlich zu einer Medaille.
Olympia-Edelmetall hin oder her ... zweimal für Olympia qualifiziert worden zu sein, sei bereits ein Erfolg, findet die leidenschaftliche Sportlerin. Melanie stellt klar: «Gottes Wille ist mir am wichtigsten. Ich will mich darin üben, ihm zu vertrauen, dass er mich weiterhin gut führt, und will auf die Stimme des Heiligen Geistes hören.» (mf.)
ZUR PERSON
Einer meiner Lieblingsplätze im Kanton Aargau: Zuhause in Berikon.
Mein Lieblingsbuch oder meine Lieblingsserie:
Natürlich die Bibel. Das ist das einzige Buch, das ich seit langem lese, und die Serie «The Chosen».
Meine liebste Jahreszeit: Alles zwischen Frühling und Herbst. Die Wintertage sind zu kalt und zu kurz.
Welche App auf deinem Mobile haben nicht alle?
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MELANIE HASLER
Name: Melanie Hasler Geboren: 1998 Wohnort: Berikon AG
ROMAN JOSI
«AM RICHTIGEN ORT AUFBLÜHEN»
Die Bärner Brocki wird unter dem Dach des sozialwirtschaftlichen Unternehmens
GEWA in Zollikofen betrieben und zählt 150 Mitarbeitende. Mario Weber, stellvertretender Leiter der Brocki, hat sich einigen Fragen gestellt.
Mario Weber, worin unterscheidet sich die Bärner Brocki von anderen Gebrauchtwarenhäusern, was zeichnet sie aus?
Unsere sozialen Wurzeln und eine lange Tradition. 2025 feierten wir unser 130-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass erschien auch ein schön gestaltetes Wimmelbuch (siehe Box). Mit der Stiftung GEWA hat die Bärner Brocki eine Trägerschaft. Unser Kernauftrag ist die berufliche Integration von Menschen mit psychischen Herausforderungen. Wir haben stets den Menschen im Fokus und setzen auf klare Prozesse und Strukturen. Das Ladenkonzept ist modern und urban, verbindet Nachhaltigkeit und Stil mit zeitgemässer Ästhetik. Einen wunderbaren Ort für Begegnung und Austausch bietet unser Bistro «zytlos».
Wie viele Menschen stöbern auf den 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche und wie viele Waren gehen täglich ein?
Pro Tag verzeichnen wir über 1'800 Kundeneintritte (Warenannahme inkl. Bistro und Brocki) und nehmen rund 300 Spendeeinheiten entgegen, zum Beispiel einen Sack Kleider oder eine Kiste Bücher. Der Konsum verändert sich rasant, was sich auf die Qualität der Waren auswirkt. Zugleich wächst der Druck durch Günstiganbieter.
Wir sind sehr dankbar für unsere treuen Kundinnen und Kunden.
Das Leitbild der GEWA basiert auf christlichen Werten; welche werden in der Bärner Brocki hochgehalten?
Wir versuchen unser Zusammenleben wertschätzend, grosszügig, ehrlich, zuverlässig, mutig, vertrauenswürdig, kompetent, kreativ und dankbar zu gestalten. Die goldene Regel aus der Bibel ist für uns elementar:
Interview in voller Länge online:
Name: Mario Weber
Geboren: 1991 Familie: Verheiratet, 6 Kinder Wohnort: Langenthal BE
Wir möchten mit unseren Mitmenschen so umgehen, wie wir selbst behandelt werden wollen (vgl. Matthäus-Evangelium, Kapitel 7, Vers 12). Jeder Mensch ist wertvoll und gleichwertig, unabhängig von seiner Leistung, seiner Ethnie, seinem Alter, seinem Geschlecht, seiner sexuellen Orientierung und seiner Religion.
WIMMELBUCH VIA
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Das Wimmelbuch begleitet die Bärner Brocki von ihren Anfängen bis heute und wagt sogar einen Blick in die Zukunft.
Wie stehst du der «Hoffnung», dem Titel unserer Zeitung, gegenüber? Wo Hoffnung wächst, übernehmen wir Verantwortung. Sie zeigt sich in kleinen Schritten, neuen Chancen und dem Glauben an sich selbst. Neuanfänge entstehen dort, wo Menschen einander ehrlich begegnen und wachsen dürfen – wie Pflanzen, die am richtigen Ort aufblühen. (mhe.)
DIE INNEREN WERTE EINES CAPTAINS
In der NHL führt der Berner Roman Josi die Nashville Predators als Captain aufs Eis. An der baldigen Heim-WM wird er das Schweizer Nationalteam anführen. Hope gab er Einblick in das, was ihn im Leben prägte und trägt.
Er war erst der zweite Schweizer, der die Schallmauer von 1000 Spielen in der besten Eishockey-Liga der Welt durchbrach – alle bei den Nashville Predators. Seit 2019 amtiert er als Captain des Klubs, mit welchem er 2017 im Stanley-Cup-Finale stand. Ein Erfolg, der nur wenigen Spielern in ihrer Karriere vergönnt ist. Und mehr noch: 2013, 2018 und 2024 durfte sich Roman Josi über WM-Silber freuen. Gold bei der Heim-WM 2026 wäre ein weiterer Meilenstein für Josi nach dem Meistertitel 2010 (mit dem SCB), der MVP-Auszeichnung an der WM 2013 und der Norris Trophy 2022.
Erfolg beginnt mit Freude Bei all den Zahlen und dem Druck ist Humor für ihn sehr wertvoll. «Mein Spiel lebt von der Freude. Das ist für mich das Wichtigste: dass ich Freude an dem habe, was ich tue. Es ist manchmal schwierig, das zu bewahren, weil es trotz allem ein Business bleibt, in dem das Gewinnen zählt.»
Josi ist überzeugt, dass Erfolg aus vielen kleinen Bausteinen entsteht: gemeinsamen Essen, guten Gesprächen, Nähe im Team. «Wenn es nicht läuft, wächst der Druck. Und wenn es läuft, will man immer mehr. Aber wenn man mit Freude spielt, werden die Resultate besser.»
Aus Niederlagen lernen Auch aus Niederlagen zieht er seine Lehren. «Der verlorene Stanley-Cup-Final 2017 formte mich stark. Wenn man im Finale steht, ist man sich dessen nicht so bewusst. Das ist
Name: Roman Josi
Geboren: 1990 in Bern
Familie: Verheiratet, zwei Kinder
Wohnort: Nashville, Tennessee (USA)
nun fast zehn Jahre her, seitdem war ich nie mehr im Finale. Es ist extrem schwer, überhaupt so weit zu kommen, und noch schwieriger, dort zu gewinnen. Ich habe gelernt, dass das ein harter Weg ist. Manche erreichen das Finale in ihrer ersten Saison und dann in ihrer gesamten Karriere nie wieder. Das habe ich aus dieser Niederlage mitgenommen.»
Spiritualität als Kraftquelle!
Kraft schöpft Roman Josi auch aus Ruhe und Spiritualität. «Ich bin nicht religiös aufgewachsen, meine Frau Ellie hingegen schon. Von Zeit zu Zeit gehen wir zusammen in die Kirche. Ich würde mich nicht als religiös, sondern als spirituell bezeichnen. Ich glaube an Gott. Die Spiritualität ist mir sehr wichtig, Rückzug hilft mir sehr.» Roman Josi ermutigt: «Auch wenn es mal nicht läuft … das gehört zum Leben. Auch
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ich gehe manchmal durch solche Phasen. Doch es gibt immer einen Weg und irgendwann kommt man da raus.» Weiter betont er: «Wenn man einen Traum hat und diesen mit Disziplin verfolgt, ist alles möglich. Da können wir als Schweizer von der US-Kultur lernen und etwas grösser träumen.» Zum Beispiel von WM-Gold. (dg.)
Hope-Chefredaktor Florian Wüthrich führte in New York ein Hintergrundinterview mit Roman Josi.
Auch als Beilage im SonntagsBlick am 3. Mai 2026
Janis Moser
WETTBEWERB HOCKEY HOPE MEETS
Lara Stalder
WETTBEWERBSFRAGE
WIE HEISST DER MODUS IM EISHOCKEY, BEI DEM EIN SPIEL IN DER VERLÄNGERUNG SOFORT ENTSCHIEDEN IST, WENN EIN TOR FÄLLT?
Auf diese Weise ist die Schweiz an den Olympischen Spielen in Milano Cortina im Viertelfinal an Finnland gescheitert. Ein Tipp: Das Lösungswort heisst nicht Shorthander.
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SELBSTVERDAMMNIS WEICHT LEBENSFREUDE
«Seit meiner Pubertät ging es mir konstant schlecht», sagt Angie Blaser aus Frutigen. Sie kämpfte gegen schlimme Depressionen, verbrachte unzählige Stunden in Psychiatrien und bei Psychiatern. Es gab Momente, da wollte sie ihr Leben beenden; es schien ihr nicht lebenswert.
Angies Kindheit war geprägt von Angst und Unsicherheit. In ihrer Familie fand sie nicht die nötige Stabilität, oft war sie auf der Hut vor der Tyrannei ihres schizophrenen Vaters. Als zweitältestes von vier Geschwistern übernahm sie früh Verantwortung, führte etwa als Teenager Gespräche mit Polizei und Behörden.
«Ich hatte keinen Boden unter den Füssen …»
Im freien Fall
Nach der Schule absolvierte Angie eine dreijährige KV-Lehre. Sie wollte Distanz gewinnen, zog mehrfach von zu Hause aus – und wieder dort ein; die Situation im Elternhaus war ebenso wenig auszuhalten wie die Einsamkeit in den eigenen vier Wänden. Irgendwie schaffte die junge Frau den Abschluss, doch ein gesundes Lebensfundament fehlte ihr: «Ich hatte keinen Boden unter den Füssen …» Aber sie verfolgte ein Ziel: «Ich wollte unbedingt Pflegefachfrau werden.» Auch diese Ausbildung schloss sie erfolgreich ab. Danach folgten, wie Angie sagt, «katastrophale Zeiten». Mehrere neue Jobs endeten mit Kündigungen, die Depressionen wurden stärker. Angie schien sich im freien Fall zu befinden. Mehrmonatige Klinikaufenthalte – nach einem Suizidversuch auch in der geschlossenen Abteilung –zeugen vom Ernst der Lage.
Name: Angela Blaser
Geboren: 1982
Wohnort: Frutigen BE
Silberstreifen am Horizont Von 2010 bis 2011 verbrachte Angie viel Zeit in der SGM-Klinik in Langenthal. Anschliessend fand sie für einige Zeit Unterschlupf bei einer Familie und konnte wieder Kräfte sammeln. Damals begann Angie eine Kirche zu besuchen und ging dort eine Beziehung mit einem Mann ein (ihr heutiger Ehemann). Wenige Monate später war sie schwanger. «Das wurde zu meiner Rettung!», bekräftigt sie.
Auf einmal hatte Angie einen Grund zu leben, musste Verantwortung für ihr eigenes Leben und Kind übernehmen. Die Gottesdienste taten ihr gut. «In der Kirche waren viele ‹schräge Leute›, die ihr Leben nicht im Griff hatten. So fühlte ich mich nicht als Aussenseiterin.» In einem der Gottesdienste flossen bei ihr erstmals seit vielen Jahren wieder Tränen. Etwas in ihrem Innern begann sich zu lösen – doch es war ein langer Weg. Die psychischen Probleme blieben. Immer wieder waren mehrwöchige Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken nötig.
«In der Kirche waren viele ‹schräge Leute›, die ihr Leben nicht im Griff hatten. So fühlte ich mich nicht als Aussenseiterin.»
Plötzlich Boden
Für die Familie war die Situation sehr schwierig. Ihr Mann fürchtete, dass die familiäre Gemeinschaft unter der Last zerbrechen könnte. «Er hat viel durchgemacht, musste arbeiten, sich um unsere beiden Kinder kümmern, den Haushalt übernehmen – und die ständige Sorge um mich aushalten», erzählt Angie anerkennend. Oft konnte sie kaum glauben, dass er fortlaufend zu ihr stand und ihr die Treue hielt. Ein Treffen mit zwei Frauen brachte eine unerwartete Wende. Im Gespräch mit ihnen lernte Angie den christlichen Glauben als kraftvolle Realität kennen. Langsam begann sie sich für die Tatsache zu öffnen, dass Jesus nicht nur lebt, sondern sie über alles liebt. «Ich hatte immer geglaubt, irgendwelche Eigenschaften haben zu müssen.» Jetzt verstand sie: «Ich darf ‹ich› sein! Ich darf unvollkommen sein!» Irgendwann erfüllte Angie die tiefe Gewissheit, dass die Zusagen der Bibel nicht billige Sprüche sind, sondern Wirklichkeit.
Neue Lebensqualität
Es war keine blitzartige Verwandlung, eher ein Prozess von Heilung und Wiederherstellung. Er verlief zügig und gründlich
– mit nachhaltiger Wirkung. Auf einmal bemerkte Angie, wie die Eifersucht und das permanente Vergleichen an Kraft verloren. Zunehmend fühlte sie sich innerlich gesättigt. Sie hatte ihren Schöpfer kennengelernt und erkannt, dass dieser gute Gedanken über ihrem Leben hat – allen Umständen zum Trotz!
«Jesus gab mir Ruhe und innere Sicherheit! Er hat alles getan, ich muss heute niemandem mehr etwas beweisen.» Früher sei nicht alles nur schwierig gewesen, präzisiert sie. Doch ihre Lebensfreude, die sie heute empfindet, hätte sie nie für möglich gehalten. Angies Mann und ihr Umfeld brauchten Zeit, um sich an die «neue Angie» zu gewöhnen. Lange stand die Frage im Raum, ob ihr Zustand anhalten würde. Das ist nun Vergangenheit. Auch wenn ihr Leben nicht
ZUR PERSON
Einer meiner Lieblingsplätze in Frutigen: Kein bestimmter: überall in den Bergen rund um Frutigen.
Lieblingsserie oder Lieblingsbuch:
Autobiografische Dokumentationen (Ich lese höchst selten ein Buch.)
Meine liebste Jahreszeit: Jede, ausser Nebel und Hochsommer. Für mich hat jede Jahreszeit ihr Lebendiges.
Welche App auf deinem Mobile haben nicht alle?
PeakFinder und Swisstopo (Diese half mir schon sehr oft, den Weg zu finden.)
immer und überall rund läuft: Seit Frühjahr 2024 hat die Mutter und Ehefrau Boden unter den Füssen. Medikamente helfen ihr, weiterhin stabil zu bleiben, auch Seelsorge hat sie als sehr hilfreich erlebt. Die Zeiten, in denen sie gegen Depressionen und Selbstverdammnis ankämpfte, sind vorbei.
«Ich bin in meinem Leben absolut zur Ruhe gekommen.»
Innere Ruhe und Freude Angie fällt es leicht, offen über ihr Ergehen zu reden – auch über die Schwierigkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Zu erleben, wie viele Menschen unter dem Gefühl von Sinnlosigkeit und Leere leiden, macht sie betroffen. Gerne teilt sie mit ihnen das Wertvolle, das sie gefunden hat. «Ich bin in meinem Leben absolut zur Ruhe gekommen.» Diese Ruhe und eine innere Freude strahlt Angie auch aus. Gleichzeitig hat sie Verständnis für Menschen, denen dies fremd ist. «Ich kann ihnen nachempfinden» sagt sie – im Wissen, dass die erfahrene Veränderung nicht ihr eigener Verdienst, sondern das Geschenk eines liebenden Gottes ist. (mrm.)
ANGIE BLASER
Angela Blaser im Hope-Talk:
«Bei dir ist die Quelle allen Lebens, in deinem Licht sehen wir das Licht.»
Die Bibel, Psalm 36,10
Näher am Leben FENSTER ZUM SONNTAG, die TV-Reihe zu aktuellen Themen aus christlicher Sicht www.sonntag.ch
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Es war beim Feierabendbier mit seinen Forscherkollegen, als einer sein Glas hob und daran erinnerte, wie der Pharmagigant Roche mit seinem Krebsmedikament «Tecentriq» herbe Rückschläge erlitten hatte. Der andere bemerkte, dass sich die Forscher von Roche bloss auf eine Krebszellenantenne konzentriert hätten, wo es doch deren zwei gebe – zwei Proteine, an die sich die Antikörper binden könnten.
Die Forscher um Peter Cron ahnten, dass die zweite Antenne der Krebszelle die Finger mit im Spiel hatte. Hinweise darauf, dass sie auf dem richtigen Weg waren, liessen nicht lange auf sich warten. Aus einer Vielzahl von Firmen wurde Peters Unternehmen «Abba Therapeutics» ausgewählt. «Es sind auf unglaubliche Weise Türen aufgegangen. Wir haben Geld erhalten, teures Equipment wurde uns geschenkt.»
Tatsächlich war schon bald das entscheidende Antigen als der passende Schlüssel aus Tausenden von Kandidaten gefunden – mit der Bezeichnung «Abba19». Und die Vision war geboren: «Wir entwickeln ein Medikament, das sofortige Heilung bringt, besser als alles, was auf dem Markt ist, weil es das Immunsystem freisetzt, den Krebs selbst zu zerstören.» In Kombination mit Roches «Tecentriq» müsse «Abba 19» gegen den Krebs einschlagen wie eine Atombombe, sagt Peter Cron. Für ihn schwingt in den Abba-Buchstaben eine stille Hommage mit an Abba – was im Hebräischen auch für den himmlischen Vater steht.
Wenn der Heilige Geist auftaucht Dass Peter Cron diesen «Abba» nicht nur als wissenschaftliches Kürzel verstand, hat tiefe Wurzeln: Mit acht Jahren, während der Vorbereitung zur Firmung, hörte er den
Name: Peter Cron Familie: Verheiratet, 2 Kinder Wohnort: Basel Beruf: Biochemiker FÜR WERTEBASIERTE FÜHRUNG
Priester sagen: «So, jetzt wisst ihr alles über Gott.» Peter, noch ganz Kind, reagierte verblüffend: «Nein, ich weiss gar nichts über Gott – Gott, zeig mir, was Religion ist.»
Während eines späteren Gottesdienstes, als die Gemeinde das alte Kirchenlied «Grosser Gott, wir loben dich» anstimmte, überkam ihn ein Gefühl, das er selbst viele Jahre später als «durchdrungen vom Heiligen Geist» beschreiben sollte – eine tiefe, körperliche Erfahrung von Gegenwart: nicht Religion, sondern Gott selbst. Wie so vieles, was tief geht, verblasste diese Erinnerung –überlagert vom Alltag, von Schule, Studium und Lebensentscheidungen. Doch sie verschwand nie ganz. Und möglicherweise ist diese Begegnung mit dem Allerhöchsten mitverantwortlich, dass der Forscher Rückschläge bei der Entwicklung seines neuen Krebsmedikaments hinnehmen kann, ohne die Hoffnung zu verlieren.
«Unerforschliche Pfade»
Awards. Schon zum vierten Mal in Folge haben das goMagazin und goUnity unternehmerische Persönlichkeiten aus der Schweiz und Deutschland ausgezeichnet, die Hoffnung verbreiten. goUnity ist eine Bewegung, die Menschen in Verantwortung zum Dialog über Leadership, Gott und die Welt einlädt.
TEXT IN VOLLER LÄNGE IM GOMAGAZIN:
Einerseits kamen die Rückschläge in Form menschlicher Willkür, als ein chinesischer Forscherkollege ins Visier der US-Justiz geriet. Andererseits blieb in einem Versuch das Ergebnis schwach sichtbar. Den Glauben und die Hoffnung, den Schlüssel zu finden und Krebspatienten zu helfen, hat Peter nicht verloren. Auswendig zitiert er eine Bibelstelle: «Welch Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes … wie unauffindbar sind seine Pfade.» So gilt für Peter Cron, was für jeden Suchenden gilt: dass die Umwege nicht das Ziel verhindern, sondern es mitunter erst möglich machen. (Daniel Wahl)
Peter Cron bei der Pflege seines Rebbergs, zu dem er «wie durch ein Wunder» gekommen ist.
DANIEL RAKESEDER
Geboren: 1966
Familie: Verheiratet, 4 Kinder
Wohnort: Seewis
dauernd absprechen, doch da war zu wenig Wald für zwei Hirsche …», gesteht der 60-Jährige. Seine Frau holte als Hauswirtschafterin die höhere Berufsprüfung nach und arbeitete Teilzeit als Berufskundelehrerin im Internat Regina in Interlaken. Alle fünf Wochen werden hier 150 Jugendliche im Rahmen ihrer Berufsausbildung für einen Blockkurs einquartiert.
«Wir waren beide gewohnt, zu entscheiden und selbstständig zu handeln – Caroline in der Familie, ich im Hotel.»
Bereich Hauswirtschaft mitverantwortlich und springt bei Engpässen ein. So stimmt es für beide.
Keine Hindernisse
ZU WENIG WALD
FÜR ZWEI HIRSCHE
Daniel Rakeseder ist Hotelier aus Leidenschaft. Auch Gäste mit besonderen Bedürfnissen fühlen sich im Hotel Seebüel in Davos willkommen.
Daniel und Caroline Rakeseder liegen Würde und Wohl aller Menschen am Herzen –dies fängt bei den Mitarbeitenden an.
Auf der Terrasse mit Aussicht auf den See geniessen Gäste die hausgemachten Köstlichkeiten des Hotels Seebüel. Nur ein paar Schritte trennen vom Rundweg, die Aussicht auf die verschneiten Berge ist atemberaubend. «Hier bleiben wir», fanden Daniel Rakeseder und seine Frau Caroline, als sie vor sieben Jahren die Leitung des Hotels übernahmen. Die beiden haben sich während der Ausbildung in der Gastronomie kennengelernt, 1991 geheiratet und anschliessend in verschiedenen Häusern
der Schweiz gearbeitet. Als 1994 das erste ihrer vier Kinder geboren wurde, entschied das Paar, dass Caroline sich voll als Mutter und Hausfrau engagieren und er die Familie finanziell versorgen würde. Die unregelmässigen Arbeitszeiten in der Hotellerie belasteten die wachsende Familie. Daher wechselte Daniel in die Systemgastronomie der Migros-Restaurants und gehörte von 2000 bis 2009 zum Leitungsteam.
«Weshalb sollte ich auf den Glauben als zusätzliche Ressource verzichten?»
Jass-Runde mit Folgen
Die Familie lebte damals in Dürnten ZH. Hier freundete sich das Paar mit Ruth und Daniel Von Tobel an. Sie begannen, regelmässig miteinander zu jassen, tauschten dabei nicht nur über die beste Spieltechnik, sondern auch über Lebens- und Glaubensfragen aus. Man verbrachte viel Zeit mitei-
nander, reiste gemeinsam in die Ferien. Von Tobels unterstützten Caroline und Daniel während der vierten Schwangerschaft, wurden Vertraute für alle Kinder. Sie luden ihre Freunde zu einem Brunch in ihre Freikirche ein. So erfuhren Rakeseders mehr über die persönliche Beziehung zum Schöpfergott. Schliesslich entschied Daniel: «Weshalb sollte ich auf den Glauben als zusätzliche Ressource verzichten?» Auch Caroline sah das so – seither leben sie als Nachfolger von Jesus Christus und beziehen seine Führung in ihr Familien- und Berufsleben ein. 2009 übernahmen sie gemeinsam das Hotel Scesaplana in Seewis. Es ist wie das Hotel Seebüel Mitglied des Verbands Christlicher Hotels VCH. Auch das Seebüel wird professionell geführt und bietet ein zusätzliches spirituelles Angebot. So liegt an der Rezeption jeden Morgen ein kurzer besinnlicher Text auf. Zudem findet sich dort eine Auswahl an Karten, Büchern und Zeitschriften mit christlichem Inhalt.
Höhere Berufsprüfung und Hilfskoch Der gemeinsame Glaube verbindet die beiden Leitertypen Daniel und Caroline. Doch er gleicht nicht alle Unterschiede aus. «Wir waren beide gewohnt, zu entscheiden und selbstständig zu handeln – Caroline in der Familie, ich im Hotel. Nun mussten wir uns
Als das Hotel Scesaplana nach sechs Jahren verkauft wurde, wohnte die Familie weiter im eigenen Haus in Seewis. Im Sommer 2015 wurde Daniel arbeitslos. Kurz darauf trat er die Internatsleitung des Schulhotels Regina in Interlaken an. Er führte das Internat bis Sommer 2018. Es folgten neun Monate Arbeitssuche, in denen er kurzzeitig als Hilfskoch bei Hotelier-Kollegen einsprang. Dabei war er sich nicht zu schade, Pfannen zu schrubben und als Kellerbursche Schachteln mit gefrorenen Pommes ins Untergeschoss zu tragen. In dieser Zeit lernte Daniel das Hotel Seebüel in Davos kennen und erfuhr, dass ein neuer Betriebsleiter gesucht wurde. «Ich hatte dort ausgeholfen, kannte das Haus und bewarb mich um den Posten», blickt er zurück. Im April 2019 wurde er als neuer Leiter des Hotels Seebüel willkommen geheissen. Caroline ist mit ihrem grossen Fachwissen für den
Eine Bushaltestelle direkt beim Haus, Rampen, ein Lift, eine ausgezeichnete Küche und langjähriges Personal ermöglichen Entspannung und Abwechslung im schön gelegenen Hotel direkt am See. Das barrierefreie Seebüel darf auf viele Stammgäste zählen, etliche Kirchgemeinden buchen ihre Senioren- und Gemeindeferien. Wenn Gruppen von Gästen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen in die Ferien kommen, bedeutet dies einen Mehraufwand für das Personal. Doch dieser wird sehr gern erbracht, auch wenn es dann im Speisesaal etwas lauter und oft lustig zugeht. In der Regel tolerieren und schätzen dies auch die anderen Gäste. «Gott nimmt mich an – mit meinen Ecken und Kanten. Deshalb sind bei uns alle willkommen, auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen», erklärt Daniel. Morgens liest er jeweils eine heitere oder besinnliche Kurzgeschichte vor. Die Geniesser des Frühstücksbuffets freuen sich darüber.
Vorausschauend planen
Der erfahrene Hotelier stellt die Dienstpläne so auf, dass er sein Personal in der Neben- und Zwischensaison aufgrund weniger Buchungen nicht für einige Wochen entlassen muss. Dies sei in der saisonal geprägten Gastrobranche üblich: «Die Mitarbeitenden müssen dann zum RAV, anschliessend stellen die gleichen Arbeitgeber sie wieder ein.» Das wolle er nicht, lieber suche er nach Alternativen, um seine Leute zu beschäftigen:
«Diese soziale Verantwortung an die Gesellschaft abzugeben, finde ich nicht richtig.» So besteht zum Beispiel für die Nebensaison eine langjährige Zusammenarbeit mit der Organisation Jugend + Sport. Sie führt regelmässig Schneesportleiter-Ausbildungen in Davos durch und nutzt das Hotel Seebüel in den Randzeiten als Unterkunft. «Damit können wir den Betrieb länger offenhalten und unsere Mitarbeitenden auch in flaueren Zeiten beschäftigen», freut sich Daniel. Sein Team dankt ihm diesen Einsatz durch langjährige Treue.
Nicht immer gelingt die Zusammenarbeit. Wenn jemand nach wiederholter Aufforderung seine Leistung nicht erbringe, könne die Kündigung der nötige Anschub sein, etwas an seiner Arbeitsbereitschaft zu verändern, findet der Hotelmanager. «Manchmal ist es einfach nötig, so ungern ich das mache.»
«Meine Aufgabe ist, dort mein Bestes zu geben, wo Gott mich hinstellt.»
Das Beste für die Gäste Bis zur Pensionierung in fünf Jahren möchte das Paar im Seebüel Gäste empfangen. Die Kinder sind ausgeflogen, eine Tochter ist in die Systemgastronomie eingestiegen. Dankbar und zuversichtlich blickt Daniel in die Zukunft: «Ich freue mich auf alles, was noch kommt. Meine Aufgabe ist, dort mein Bestes zu geben, wo Gott mich hinstellt.» (mf.)
Name: Daniel Rakeseder
im Prättigau GR
Daniel Rakeseder erfüllt auch persönlich Wünsche seiner Gäste.
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BESTE WORTE ERLEBT
Leben in Westeuropa bedeutet Bildung, Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, soziale Versorgung und einiges mehr. Viele sind sich nicht bewusst, wer oder was diese Werte und Privilegien geprägt hat. Sie sind vor allem dort verbreitet, wo das Christentum vorherrschte.
Die Bibel wird als einflussreichstes Buch der Welt bezeichnet und jeden Tag vielfach verkauft. Unsere Verfassung basiert darauf, sie prägt die These: «Die Würde des Menschen ist unantastbar.» Seit 100 Jahren lädt der Bibellesebund Schweiz ein, sich in diese Weltliteratur zu vertiefen. Anstatt sich selbst zu feiern, liess die Organisation 2025 eine spannende Dokumentation produzieren. Der Film «Ziemlich beste Worte» zeigt, wie die Bibel bis heute Gesellschaft und Menschenleben prägt.
«Die Würde des Menschen ist unantastbar.»
Auf der Suche nach Sinn
Eine junge Frau nimmt das Publikum mit auf ihre Suche nach Orientierung und Lebenssinn. Verschiedene Persönlichkeiten beschreiben im Film ihren Zugang zur Bibel, so Regierungsrat Thomi Jourdan (siehe Porträt S. 3–5). Er reflektiert jeden Morgen, was ihn beschäftigt, sagt: «Man muss die Bibel mit der Sehnsucht lesen, Gott zu finden.»
So erhielt er schon konkrete Hinweise, mutig vorwärts zu gehen und sich auch mal von seinem Generalsekretär vertreten zu lassen. «Er hat dann erreicht, was mir zuvor nicht gelungen war», gibt Jourdan offen
zu. Auch alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz konsultierte die Bibel, nachdem er 2008 anlässlich der UBS-Krise einen Herzstillstand erlitten hatte. «Ich fühlte mich wie Hiob, der sagte: «Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt.» Damals habe er jeden Tag im Buch Hiob gelesen.
Dankbarkeit und Vergebung
Globale weitreichende Veränderung
Theologieprofessor Gregor Emmenegger führt aus: «Es kommt immer wieder vor, dass ein Bibelvers zuerst ein Leben verändert, dann eine ganze Gesellschaft. Zuerst müssen wir mit Jesus in Dialog kommen –daraus resultieren Taten wie die Gründung von Schulen oder Spitälern.» Sklaverei zum Beispiel war zu biblischen Zeiten als gesellschaftliche Tatsache akzeptiert, wird in Gottes Wort aber nie als Ideal dargestellt. Weil Jesus Mann, Frau, Sklaven und Freie als gleichwertig bezeichnet, lehnen Christen Sklaverei heute ab. Das ermutigt mich –Menschen sind lernfähig, Gott bewegt ihre Herzen. Die Hirnforschung bestätigt damit, was ich in der Bibel erkenne. (mf.)
Die Neurowissenschafterin Barbara Studer erwähnt Studien, die den Wert von Dankbarkeit oder die Auswirkung von Vergebung aufzeigen. Lächelnd sagt sie: «Das wissen wir schon lange aus der Bibel ...» Die Hirnforschung zeige auf, dass Groll und fehlende Vergebung Stress auslösen: «Das ist sehr ungesund», stellt Studer klar. Schauspieler Beat Schlatter bestätigt diese Erfahrung. Er habe erkannt, dass er selbst zu seinen Beschwerden beitrage. «Bei Ungerechtigkeit konnte ich explodieren – ich habe nun gelernt, dass Verzeihen unglaublich wichtig ist.» Es sei nicht das Wetter, das bei ihm Schmerzen auslöse, gesteht der Rheumatiker. Heute sei ihm bewusst: «Wenn ich mich bis auf die Knochen aufrege, ist das schlecht für die Gesundheit.»
HIER GEHT'S ZUM FILM:
Mirjam Fisch Redaktorin Hope
Name: Roman Tschäppeler
Geboren: 1978
Wohnort: Biel BE
ist mein Lieblingsgesetz. Also selbst wenn wir wissen, dass alles immer länger dauert, tappen wir in die Falle und glauben, dass es dieses Mal anders sein wird. Dieses Gesetz ist nicht wissenschaftlich nachweisbar, aber doch zutreffend, oder? Und mir gefällt auch der Wasserglacé-Test: Wenn ein achtjähriges Kind allein eine Rakete kaufen gehen kann und wieder zu Hause ist, bevor diese geschmolzen ist, dann wohnt man am richtigen Ort. In dieser einfachen Faustregel, die Urbanisten und Architektinnen gerne mal zitieren, liegt ganz viel drin.
dann danach zu leben, sind zwei Dinge, die oft wenig miteinander zu tun haben. So wie bei der rauchenden Gefässchirurgin. Oder bei mir, dem zögerlichen Entscheider, der Bücher übers Entscheiden schreibt.
Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
Worauf setzt du deine Hoffnung? Ich als privilegierter, gesunder und mehr oder weniger sorgenfreier Schweizer finde, andere haben es viel mehr verdient, zu hoffen.
«CHAOSPILOT» UND KLARHEITSSTIFTER
Roman Tschäppeler ist Kreativproduzent und Co-Autor der Bestseller «Kleine Bücher für grosse Fragen». Er und Mikael Krogerus verbinden analytische Schärfe mit mutigen Ideen, machen komplexe Themen durch humorvolle Modelle verständlich. Im Gespräch mit Hope-Chefredaktor Florian Wüthrich zeigt sich der Seeländer verwurzelt und werteorientiert –ein Denker, der auf Demut statt Dogmen setzt.
Roman, was beschäftigt dich zurzeit?
Ich beobachte, wie sich das Fenster des Sagbaren verschiebt. Meinungen, die für Links oder Rechts früher undenkbar waren, werden diskutierbar. Beispiele wie die Geschlechter- oder die Erbschaftsdebatten zeigen, wie der Diskurs stetig neu ausgehandelt wird. Wir haben kürzlich einen Text über Overton-Fenster geschrieben, eine Theorie, die versucht, das einzuordnen.
Wie geht ihr mit Komplexität und Mehrdeutigkeit um?
Interaktion ist wichtig, beobachten, was passiert. Das kann ich auch in der Familie, mit meiner Frau und meinem Sohn, anwenden (lacht). Mikael und ich schätzen es, dass verschiedene Welterklärungsmodelle bestehen. Das verlangt eine hohe Ambiguitätstoleranz. Wer die Welt in Schwarz-Weiss malt, macht es sich zu einfach. In unserer Zeit, die immer mehr Spaltung hervorbringt, ist Flexibilität in Meinungsfragen zentral.
Seit vielen Jahren haut ihr als Duo «Krogerus und Tschäppeler» Woche für Woche Beobachtungen zum Führungsalltag raus. Dabei geht es um Selbstführung wie Fremdführung. Wie viel davon versuchst du persönlich zu beherzigen?
Da bin ich ganz entspannt. Spätestens seit ich in einem Tenniscamp in Spanien eine kettenrauchende Herz- und Gefässchirurgin kennengelernt habe, mache ich mir darüber keine Sorgen mehr. Man muss nicht davon ausgehen, dass eine Ärztin sehr gesund lebt, auch wenn sie es besser wüsste. Die «Faustregeln» sind für mich Werkzeuge: Man kann sie anwenden, gut finden oder auch daran scheitern.
Welche Theorien aus den «Faustregeln» möchtest du hervorheben?
Hofstadters Gesetz «Alles dauert länger, selbst wenn man Puffer einplant». Das
«Alles dauert länger, selbst wenn man Puffer einplant.»
Interessant fand ich auch die Regel von Charles Goodhart (*1936), die sich auf Kennzahlen im Geschäftsalltag bezieht. Sie lautet sinngemäss: «Wenn eine Kennzahl zum Ziel wird, hört sie auf, eine gute Kennzahl zu sein.» Erkläre uns dies! Kennzahlen, die modernen «Key Performance Indicators», bieten Orientierung, können aber gefährlich werden, wenn wir sie als reines Ziel definieren. Der Kobra-Effekt zeigt eindrücklich, wie falsche Anreize entstehen können. In Indien wurden Prämien für tote Kobras ausgesetzt – woraufhin Menschen Kobras züchteten, um sie für die Belohnung zu töten.
«Eine rationale Herleitung zu kennen und dann danach zu leben, sind zwei Dinge, die oft wenig miteinander zu tun haben.»
Mir als gläubiger Mann ist natürlich auch die Faustregel zur «Pascalschen Wette» aufgefallen. Diese besagt, dass es lohnenswert ist, an Gott zu glauben, weil der mögliche Gewinn unendlich gross ist, während der Verlust gering wäre, falls Gott nicht existiert (siehe Illustration rechts). Überzeugt dich diese Theorie – also, glaubst du an Gott?
Man muss dazu sagen, dass Blaise Pascal (1623–1662) christlicher Philosoph und Physiker war. Ein logisches Plädoyer für seinen Glauben kam ihm also entgegen. Aber: Eine rationale Herleitung zu kennen und
Ich lasse mich überraschen, ob es nach dem Tod weitergeht, glaube aber nicht, dass mein heutiges Verhalten Einfluss darauf hat oder dass ich mein Jenseits heute optimieren kann. Aus vielen anderen Gründen lohnt es sich, Nächstenliebe, Verantwortung und Mitgefühl zu leben. Ich glaube an die Wirkung der christlichen Kultur und viele – jedoch bei weitem nicht an alle – Ideale des Glaubens. Wenn Menschen sich wörtlich an Buch und Kanzel halten, irritiert mich das. Man kann es so sagen: Ich glaube nicht an den Absender, aber durchaus an die Botschaft.
Was bedeutet Hoffnung für dich? Hoffnung ist der Glaube an gute Zukünfte. Sie entfacht Motivation und bewirkt Bewegung.
«Ich glaube an die Wirkung der christlichen Kultur und viele – jedoch bei weitem nicht an alle –Ideale des Glaubens.»
Was war die schönste oder überraschendste Frage, die dir je gestellt wurde?
«Roman, wer bist du eigentlich?» – nicht schön, aber wirkungsvoll und eigentlich unbeantwortbar.
Versuche es bitte trotzdem!
Also gut, ich bin ein spezialisierter Generalist mit einem etwas zu
positiven Menschenbild. Ich beobachte gerne den Zeitgeist – und verliere manchmal meine eigene Meinung darin … Ich bin einer, der nach vorne blickt und Zukunft gestaltet. Und es schlummert ein nostalgischer Kern in mir, ich bin gern verwurzelt, fühle mich hier im Berner Seeland sehr wohl.
«Ich beobachte gerne den Zeitgeist – und verliere manchmal meine eigene Meinung darin …»
Du gehst den Dingen und den Menschen gern auf den Grund. Welche Frage bringt deiner Erfahrung nach sofort Tiefe in ein Gespräch?
«Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?» Ausserdem sprechen viele Menschen gern über Reisen und überwundene Krankheiten. Manchmal verrät auch die Nachbarschaft einiges über das Gegenüber.
Musst du Menschen lieben, um deine Arbeit gut zu machen?
Gute Frage. Demut ist zentral, anzuerkennen, dass es andere Erklärungen gibt. Wer nur recht haben will, verliert Menschen. Und sich selbst. Demut schafft Vertrauen.
Diese Demut und Selbstironie war zum Beispiel an einer Solo-Lesung von dir letzten Herbst im Schlosskeller Fraubrunnen BE für mich als Zuschauer gut spürbar. Schön, dass du es so erlebt hast.
«Ja, ich weiss, man sagt, man solle nicht mit Freunden Geschäfte machen. Aber wenn nicht mit Freunden, mit wem denn?»
Es ist auffällig, dass bei dir wichtige Etappen im Leben bisher oft in einem Duo funktioniert haben. Dies nicht nur jetzt bei der Arbeit mit Mikael Krogerus zusammen. Hast du eine Erklärung dafür?
Ja, ich weiss, man sagt, man solle nicht mit Freunden Geschäfte machen. Aber wenn nicht mit Freunden, mit wem denn?
ZUR PERSON
Roman Tschäppeler, wie sorgst du in deiner Freizeit für Balance? Ich spiele sehr gerne und oft Tennis. Im Sommer bin ich irgendwo im Wasser und im Winter auf dem Schnee.
Einer deiner Lieblingsplätze im Berner Seeland?
Aufs Seeland hinunterzuschauen ist schön; vom Mont Vully oder der «Bergerie de Haut» auf dem Mont Sujet.
Welche Serie oder welcher Film hat dich in jüngster Zeit inspiriert?
Ich habe vor einiger Zeit nochmals alle Folgen von «Modern Family» geschaut. Sie sind so lustig, ich könnte sie mir ein weiteres Mal ansehen.
Dafür bin ich in meinem Leben besonders dankbar: Losglück des Lebens: als Sohn einer Pädagogenfamilie Ende Siebziger in der Schweiz ohne Beeinträchtigung auf die Welt gekommen. Jackpot.
Was war bisher deine mutigste Tat?
Mit sechs oder sieben Jahren bin ich alleine in den Keller hinter die Treppe, das war so eine Geisterecke. Im Ernst, ich habe seither nie mehr so viel Mut gebraucht.
KLEINE BÜCHER FÜR GROSSE FRAGEN
Das Autoren-Duo Roman Tschäppeler und Mikael Krogerus präsentiert im jüngsten Buch «FAUSTREGELN» zahlreiche kurze Erklärungen für komplizierte Situationen. Ihre Methoden, Denkfiguren und Theorien helfen dabei, ein sinnvolleres Arbeitsleben zu führen.
Freundschaft, Vertrauen, gemeinsame Werte, aber auch Unterschiedlichkeit sind die Basis meiner Arbeit. Ich habe Musik mit einem Freund gemacht, mit einem anderen aus der Gastronomie 20 Jahre lang zusammengearbeitet – und bin bereits seit
dem Studium mit Mikael auch beruflich verbunden. Zu zweit ist vieles einfacher und weniger komplex als in grossen Teams. Und es ist lustiger mit Freunden als mit ‹n’importe qui›. Ich lache oft und gerne mit Mikael. (fw./mhe.)
DER BRUNCH BEGINNT
Vorfreude auf deine Anlässe.
DAS PRALLE LEBEN FÜR DICH!
Es mag in unseren Breitengraden heute wie aus der Zeit gefallen klingen: Weltweit glaubt eine wachsende Zahl von Menschen, über 2,5 Milliarden: Es gibt einen Gott, der sie grenzen- und bedingungslos liebt – so sehr, dass er seinen eigenen Sohn für sie opferte. Alle Menschen sollen wieder in Beziehung mit Gott leben und darin Lebenssinn und Frieden finden.
JESUS
Dass wir Gott den Rücken zukehren, hält ihn nicht davon ab, uns zu lieben. Dafür hat er sich auf Augenhöhe mit uns begeben. In der Person seines Sohnes Jesus Christus wurde Gott Mensch und lebte uns seine Liebe konkret vor. Eine Liebe, die ihn alles kostete: das Leben seines eigenen Sohnes! Jesus nahm die Konsequenzen unseres Alleingangs auf sich. Er starb, brutal gefoltert am Kreuz – aber Gott erweckte ihn wieder zum Leben. Der Tod und alles Trennende sind besiegt. Was damals geschah, gilt bis heute. Jesus hat die gekappte Verbindung zwischen Mensch und Gott wiederhergestellt. Seine Liebe ist real und erfahrbar. Über den Tod hinaus möchte er uns ewiges Leben schenken – frei von Leid und Schmerz.
LEBEN
Gibt es einen grösseren Beweis für Gottes Liebe zu uns Menschen, als den eigenen und einzigen Sohn stellvertretend sterben zu lassen? Jesus lebt – und er möchte dir schon heute ein erfülltes, sinnvolles Leben schenken. Jetzt musst du dieses Geschenk nur noch annehmen. Das geschieht nicht durch menschliche Anstrengung oder gute Taten, sondern dadurch, dass du dich auf Gott einlässt. Du kannst direkt mit ihm sprechen – Christen nennen das «beten» –und ihn um Vergebung bitten, dass du bisher ohne ihn gelebt hast. Jesus verspricht, immer bei dir zu sein. Du kannst dich auf ihn verlassen. Wie entscheidest du dich?
LIEBE
Stell dir vor, da gäbe es jemanden, der an deiner Seite bleibt. Auch an Tagen, an denen du dich selbst kaum magst. Jemand, der dich genau kennt. Und trotzdem liebt. Und dich so annimmt, wie du bist. Unabhängig davon, was war oder woher du kommst. Dieser «Jemand» – Christen nennen ihn Gott – ist für die Menschen und will ihr Bestes. Sein grösster Wunsch ist, dass alle Menschen seine Liebe erfahren. In der Freundschaft mit ihm sollen sie Frieden finden, den Sinn ihres Lebens entdecken und aufblühen.
TRENNUNG
Leider erfahren wir Menschen kaum etwas von Gottes Liebe, weil wir ihn ignorieren. Wir suchen überall nach Bestätigung, Sinn und Erfüllung – nur nicht bei Gott. Wir misstrauen ihm und glauben nicht, dass er es gut mit uns meint. Diesen Alleingang und die Taten, die daraus entstehen, nennt die Bibel Sünde. Sünde verletzt und zerstört unsere Beziehungen. Zu Gott, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst. Sie trennt uns von einem erfüllten Leben, das Gott für uns bereithält.
Mediterranes Essen & tolle Weine
Geniessen Sie hausgemachte Spezialitäten in unserem Restaurant mit 60 Sitzplätzen und 50 im Garten. Für Events bieten wir einen Saal (bis 35 Personen) mit Technik für Seminare. Ideal für Familienfeste, Geschäftsessen, Hochzeiten und mehr.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch von Dienstag bis Samstag, 17.30–23 Uhr. Für grössere Anlässe öffnen wir am Sonntag und Montag.
Spycher-Handwerk AG Schaukarderei Huttwil www.kamele.ch
WERDE TEIL DER
HOPE-VISION
FÜNF MÖGLICHKEITEN, WIE DU HOPE ZU DEN MENSCHEN BRINGEN KANNST:
DER HOPE-FOTOWETTBEWERB GEHT 2026 IN DIE NÄCHSTE RUNDE! WIEDER SUCHT DIE REDAKTION LANDSCHAFTSFOTOS VON HOPE-LESERINNEN UND -LESERN, WELCHE DIE SCHÖNHEIT DER SCHWEIZ ZUM AUSDRUCK BRINGEN UND ZUGLEICH HOFFNUNG SYMBOLISIEREN.
Sende uns ein, maximal zwei Bilder solcher Szenerien voller Schönheit und Hoffnung und gewinne mit etwas Glück einen Preis, der Fotografen-Herzen höherschlagen lässt!
Wahlweise ein Wandbild vom oder ein Workshop mit dem Profifotografen Martin Mägli (www.naturbild.ch) im Wert von CHF 250.–.
Zudem wird das Siegerbild in den Hope-Zeitungen 2027 als Poster veröffentlicht.
Für die Zweit- und Drittplatzierten gibt es je ein Exemplar von Martin Mäglis Bildband «Heimatland».
BEDINGUNGEN
– nur Landschaftsbilder aus der Schweiz
– Bildauflösung: 300 dpi bei Format A3
– keine übermässige Bildbearbeitung
– Querformat
– Teilnahmeschluss: 31. Dezember 2026
– Einsendung per Mail an wettbewerb@hope-schweiz.ch mit Betreff «Hope-Fotowettbewerb» und folgenden Angaben: Vorname, Name, Aufnahmeort und -datum des Fotos
«ES GIBT 1000 GRÜNDE, DAS ALTER ZU FEIERN»
Nicht das Alter sei das Problem, sondern wie wir darüber denken, sagt Dr. Markus Müller. Er muss es wissen, hat er doch über zwölf Jahre mit alten und sterbenden Menschen zusammengearbeitet. In mehreren Büchern hat er sich eingehend mit dem Älterwerden befasst. Wie es gelingt, dabei hoffnungsvoll zu bleiben.
Markus Müller, was raten Sie Menschen, die Angst vor dem haben, was im Alter zu erwarten ist: Gebrechen, Einschränkungen, letztlich der Tod? Angst ist eine normale Begleiterin in unserem Leben. Ich frage Menschen, die mir ihre Ängste andeuten, was der Verlust und was eventuell auch ein Gewinn sein könnte, wenn Krankheit, Einschränkung oder Tod in der Luft liegen.
Was könnte ein Gewinn sein?
Es gibt Personen, die sich auf die Zeit nach dem Tod freuen. Andere sind dankbar, dass das Leiden ein Ende hat. Für einen Mann, der mir ein grosses Vorbild war und seine Frau sehr liebte, bestand der Gewinn darin, dass er es seiner Frau einfach «gönnte, jetzt an einem schöneren Ort leben zu dürfen». Dann gibt es auch Menschen, die deshalb Sterben als Gewinn sehen, weil so das familiäre Umfeld neue Freiheiten gewinnt. Schliesslich kann bei Krankheit und Einschränkung der Gewinn darin bestehen, Zuwendung und Aufmerksamkeit aus dem Umfeld zu erlangen. Persönlich halte ich dies für ein schwieriges, aber nicht selten anzutreffendes Denken.
Was sind die grössten Sorgen älterer Menschen?
Dazu gibt es eine Reihe von Untersuchungen. Zuoberst auf der Liste findet sich meist der Verlust der Selbstbestimmung, im Alter dement oder ein «Pflegefall» zu werden, einsam und ohne Freunde leben zu müssen, schliesslich den Lebenssinn zu verlieren und
Name: Markus Müller
Geboren: 1955
Wohnort: Winterthur ZH
nur noch eine Last zu sein. Oft wird auch die Sorge genannt, dass es finanziell nicht reichen könnte.
«Hoffnung beruht immer auf dem, was mir von aussen zugesprochen ist und ich entsprechend für mich in Anspruch nehmen darf.»
Sie schreiben: «Hoffnung ist Kernelement eines befriedigenden und befriedeten Älterwerdens.» Worauf gründen Sie diese Hoffnung? Hoffnung beruht immer auf dem, was mir von aussen zugesprochen ist und ich entsprechend für mich in Anspruch nehmen darf. Spricht mir mein Vater zu, dass ich es schaffen werde, seine Firma klug weiterzuführen, erfüllt mich dies mit Hoffnung. Wenn Gott mir zuspricht, dass Jesus mir im Himmel eine Wohnung vorbereitet oder dass es eines Tages keine Tränen, kein Leid, keine Krankheit und keinen Tod mehr geben wird, dann erfüllt dies mit unbändiger Hoffnung, gekoppelt mit Vorfreude.
Welchen Unterschied macht es, diese Perspektive über den Tod hinaus zu haben?
Ich hatte das Vorrecht, sehr viele Menschen in ihren letzten Wochen, Tagen und Stunden zu begleiten. Es gab Menschen, die sich richtig auf das «Danach» freuten. Andere waren einfach gespannt. Schlimm war, wenn sich Verbitterung und Vorwürfe im Leben eines Menschen verdichtet haben. Oft litt ich darunter, dass es uns nicht gelungen ist, auch solchen Menschen Hoffnung für das Leben vor und vor allem nach dem Tod zu machen. Die gute Nachricht ist, dass es viele Menschen gab, die gerade in ihren letzten Stunden nochmals sehr offen für Hoffnungsstiftendes waren – frei von Moral und Appell. Sicher war dann immer: Jetzt trägt keine Vergangenheit mehr, auch keine Gegenwart. Tragend kann nur noch die Verheissung aus der Zukunft sein.
Werden gläubige Menschen «besser» alt?
Ich bin sehr zurückhaltend, hier pauschale Urteile abzugeben. Leider habe ich auch unter christlichen Menschen unschöne Beobachtungen gemacht. Meine Wahrnehmung ist, dass im Alter oft noch deutlicher als bisher zum Vorschein kommt, wer jemand wirklich ist und was sein Innerstes ausmacht. Fassaden brechen spätestens im höheren Alter ein.
Inwiefern ist das eigene Denken über das Alter ein Problem?
Meines Erachtens ist es das grösste Problem. Unsere Vorstellungen und Bilder leiten uns. Sie bestimmen über die Art, wie wir älter werden. Für die einen ist Alter etwas, das man klug managen muss, für die andern etwas, das es um jeden Preis hinauszuschieben gilt. Für die Dritten ist es Sache des Arztes und für die Vierten ein stetes Abwägen, was sich lohnt und nicht lohnt. Das Ergebnis: Es ist sehr anstrengend und wir werden unglücklich. Im gerade erschienenen Buch «Alter neu denken» versuche ich, Alternativen zu zeigen, insbesondere auch zur «Tyrannei des gelingenden Lebens», wie jemand es nannte.
Können Sie ein, zwei dieser Alternativen nennen?
Ich glaube, das Geheimnis besteht in einem ungeteilten Ja zu dem, was nicht veränderbar ist. Gerade darin darf dann neu erkannt werden, was innerhalb der Begrenzungen möglich ist. Vergangenheit beispielsweise kann ich nicht verändern, aber ich kann meine Einstellung und Deutung des Vergangenen verändern. Auch bestimmte gesundheitliche Entwicklungen kann ich nur begrenzt verändern. Verändern aber kann ich meine Haltung dazu. Genau dieser Prozess kann sehr befreiend und spannend sein.
«Ich glaube, das Geheimnis besteht in einem ungeteilten Ja zu dem, was nicht veränderbar ist.»
Wie kann das konkret gelingen?
Älterwerden ist kein Kinderspiel. Es ist mit Notvollem und Begrenzendem verbunden. Ich sage Ja dazu. Gleichzeitig bin ich herausgefordert, meine Art des Umgangs damit zu überprüfen, mit Freunden darüber zu sprechen, schwierige Haltungen zu revidieren und zutiefst Vertrauen zu fassen, dass der, der mich geschaffen hat, mich auch tragen und zu einem guten Ziel führen wird.
Wie blickt unsere Gesellschaft auf das Alter?
Wenn ich die Buchtitel zum Thema AntiAging, Longuevity und ewig leben sehe, muss ich diesem Denken unterschieben: Alter ist vermeidenswert, Störfaktor und wie eine Krankheit zu sehen. Ich halte dies für fatal, auch wenn ich es bei den Menschen, für die mit dem Tod alles aus ist, nachvollziehbar finde.
Was stimmt Sie hoffnungsvoll angesichts der demografischen Entwicklung einer immer älter werdenden Gesellschaft?
Es sind all die Menschen, die Verantwortung für ihr eigenes Älterwerden übernehmen, an ihrem Altersbild arbeiten, Sinnperspektiven suchen und wissen, worauf sie ihre Hoffnung setzen. Ich habe sehr viel Hoffnung –nicht, dass sich alle Schwierigkeiten bewältigen oder sogar beseitigen lassen, sondern dass wir die Fähigkeit haben, mit diesen Schwierigkeiten mündig und zukunftsorientiert umzugehen. (db.)
MEHR ERFAHREN
Das soeben erschienene Buch «Alter neu denken – Wie dein Denken dein Älterwerden bestimmt» von Markus Müller gibt bedenkenswerte Impulse zu Fragen wie: Könnte es denkbar sein, dass das Älterwerden auch ein Aufstieg, ein Gewinn, eine Chance und ein Mündigwerden ist? Wie kann ich mit dem unvermeidlichen Älterwerden in guter, positiver, gesunder und überzeugender Art umgehen? Wie finde ich zu einer Denkweise über das eigene Älterwerden, die mich in den Höhen, aber auch den tiefsten Tiefen des Älterwerdens zu bestimmen und zu leiten vermag?