neue Männerordnung
Früher wusste man (angeblich), wie ein Mann zu sein
hatte: stark, wortkarg, unerschütterlich. Und heute?
Heute trägt er Sneaker zum Anzug, weint beim Songtext
und verhandelt seine Gefühle wie Aktienkurse.
Willkommen im 21. Jahrhundert, wo Männlichkeit
keine Blaupause mehr hat.
In dieser Ausgabe fragen wir nicht nur: „Wann ist ein
Mann ein Mann?“ – wir zeigen, dass die Antwort genauso
individuell ist wie ein Duft, ein Outfit oder ein Songtext.
Der deutsche Musiker Siggi etwa singt über Verletzlichkeit
und Stärke zugleich. Seine Texte sind kleine Lehrstunden
in neuer Männlichkeit. Im Essay zerlegen wir
die alten Rollenbilder und beleuchten die Ambivalenz,
die moderne Männer begleitet: sensibel sein, souverän
wirken, stark auftreten und trotzdem menschlich bleiben.
Und weil Männer heute nicht nur sichtbar, sondern auch
spürbar sein wollen, haben wir Aik von der Osmotheca
getroffen. Er erklärt, wie Duft Männlichkeit inszeniert:
dezent, aber klar.
Was wir aber alle brauchen, ganz egal, wie wir u