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Joseph Michael Lopez 6 | D e a r N e w Yo r k e r
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Joseph Michael Lopez
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Daniel Etter D i e k i n de r Sy r i e n s
Kinderaugen, die vom Bürgerkrieg in Syrien erzählen: Fotograf Daniel Etter hat Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer im Großraum Damaskus besucht, in denen traumatisierte Kinder und Kriegswaisen ein neues Zuhause gefunden haben.
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85 Prozent aller syrischen Kinder sind schwer traumatisiert. Sie haben ihre Angehörigen im Krieg verloren und niemals einen unbeschwerten Tag erlebt. Im SOS-Kinderdorf haben sie ein neues Heim gefunden
Traurige Blicke ins Leere, manchmal ein zaghaftes Lächeln, kleine Hände, die schützend andere Kinderhände umfassen: Die Mimik und Gestik der Kinder lässt den Betrachter nur ansatzweise erraten, was sie erlebt haben. Mitten im syrischen Bürgerkrieg, der das Land seit 2011 spaltet, wachsen sie auf. Sie haben ihre Mütter, Väter oder Geschwister verloren, wurden zum Betteln geschickt oder von Angehörigen verstümmelt, um sie vor Missbrauch durch den IS zu schützen. Alles was sie bisher gekannt haben, ist Krieg, Leid und Verlust. Im SOS-Kinderdorf sollen sie nun eine neue Heimat und einen Weg finden, das Erlebte zu verarbeiten.
Fotograf Daniel Etter war mit seiner Kamera in Einrichtungen der SOSKinderdörfer im Großraum Damaskus unterwegs. Mithilfe von Betreuern, Psychologen und SOS-Müttern hat er einen Zugang zu den traumatisierten Kindern gefunden – und ihre Gefühle in seinen Bildern eingefangen. Ihre Gesichter, Gesten und Blicke erzählen von ihrer Vergangenheit, aber auch davon, dass sie nun endlich in eine Zukunft blicken, die ihnen ein sicheres Zuhause verspricht. „Diejenigen von uns, die in Syrien waren, ließen die Gesichter der traumatisierten Kinder, die wir in den SOSEinrichtungen betreuen, nicht mehr los. Daniel Etters Fotos sollten zeigen, wie zerbrechlich die Seelen der Kinder sind. Er sollte aber auch die innere Stärke und die Energie der Kinder ab-
lichten, die sie in ein normales Leben zurückführen“, erklärt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer. Etters Bilder zeigen eine andere Seite des Krieges: Keine zerstörten Gebäude, keine verwundeten Bewohner. Es ist ein stilles Leid, das aus den Kinderaugen spricht und das uns mehr vom Krieg erzählt, als es all die Nachrichten jemals können. Zwar haben die Kinder oft auch physische Verletzungen erlitten, doch während diese Wunden langsam verheilen, wird das Erlebte noch lange nachhallen. LFI sprach mit Daniel Etter über die Situation, die er in den Kinderdörfern vorfand, sowie den unschätzbaren Stellenwert von Bildern. →
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High
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Peter Bauza
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René Groebli da s Au ge de r L i ebe
Als Bildserie ist die fotografische Liebeserklärung an seine Frau Rita bis heute richtungsweisend geblieben. Feinsinnig gelang es René Groebli, den Moment in zeitlosen Bildern zu erfassen. Am 9. Oktober kann der große Schweizer Fotograf seinen 90. Geburtstag feiern.
Die Ruhe eines intimen Hotelzimmers war die Voraussetzung für das fotografische Zwiegespräch, in dessen Verlauf eine einzigartige Bildserie entstand
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Antonio Paredes Ha n am i
Wie eine zarte Kirschblüte im Wind scheint sich Model Anabel als westliche Geisha in Paredes’ Fotografien aufzulösen. Ein visueller Tanz zwischen grazilen Blüten und elegischer Schönheit.
Leica
Oskar Barnack Award 2017
LFI-So n der he ft: Die LFI-Sonderausgabe zum Leica Oskar Barnack Award 2017 mit ausführlichen Informationen zu allen zwölf Strecken finden Sie im LFI Shop ( lfi-online.de/shop). LO BA-Aus st e l lu n gen : Berlin, Neue Schule für
Fotografie, 14. September bis 15. Oktober; Paris Photo, 10. bis 13. November; Lucca, Photolux Festival, 19. November bis 10. Dezember
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Douglas So, Gründer des F11 Foto Museums in Hongkong und Mitglied der Jury für den 37. Leica Oskar Barnack Award (LOBA), bringt es auf den Punkt: „Der LOBA bietet sowohl etablierten als auch Newcomer-Fotografen eine seriöse internationale Plattform, um ihre Arbeiten zu zeigen, ihre Geschichten zu erzählen und ihre Träume zu realisieren. Der Preis ist ein bewährter Maßstab für Exzellenz. Auf vielerlei Art und Weise bleibt der LOBA einer der wichtigsten Preise in den Ruhmeshallen der Fotografie.“ Dabei mag So auch im Hinterkopf haben, dass der LOBA mit Sachund Geldpreisen in Höhe von 80 000 Euro einer der am höchsten dotierten Preise der Branche ist, der Kern seiner Aussage zielt jedoch darauf, dass der LOBA Jahr für Jahr ein verlässliches Bild davon gibt, welche Themen die zeitgenössische Fotografie besonders bewegen, und wie Fotografen sie auf ihre jeweils ganz eigene Weise umsetzen. Dazu tragen die Modalitäten des Preises ihren Teil bei, sie bestimmen, dass eine Serie von mindestens zehn bis maximal zwölf Aufnahmen einzureichen sei. Noch einmal So: „Fotoessays haben für mich eine besondere Bedeutung. Glück und Zufall können bisweilen eine Rolle dabei spielen, ein gelungenes Einzelbild umzusetzen. Um eine kohärente und ästhetisch überzeugende Serie zu erschaffen, braucht es viel mehr. Eine Serie, die kraftvoll eine Aussage vermittelt oder ein kompliziertes Thema interpretiert; ein Einzelbild kann das oftmals nicht transportieren.“ Neben So gehörten der Jury Karin Rehn-Kaufmann, Artdirector & Generalbevollmächtigte Leica Galerien International; Michelle Dunn Marsh, Executive Director des Photographic Center Northwest, und Christian Pohlert, Ressortleiter FAZ-Bildredaktion, an. Sie hatte die Qual der Wahl zwischen 2700 Einreichungen aus 104 Ländern. In dem Norweger Terje Abusdal fand die Jury einen verdienten Sieger, der sich in seiner Serie Slash & Burn mit der Volksgruppe der Waldfinnen befasst, die sich im 16. und 17. Jahrhundert im heutigen Norwegen angesiedelt hatte. Wie ein teilnehmender Beobachter in der Sozialforschung näherte sich Abusdal seinen Protagonisten und setzte sie in einer Manier ins Bild, die sich als fotografische Entsprechung zum Magischen Realismus in Literatur und Malerei verstehen lässt: „Die Fotografie ist ein Mittel zur Dokumentation. Aber man kann mit ihr auch einen Augenblick, eine Idee, einen Ort außerhalb seines Kontextes einfangen und ihm so eine neue Bedeutung geben – etwa eine geheimnisvolle. Man kann etwas ganz Anderes vermitteln als das, was man tatsächlich fotografiert hat.“ Aus der Gruppe der 800 Teilnehmer, die für den Leica Oskar Barnack Award Newcomer infrage kamen, kürte die Jury Sergey Melnitchenko zum Preisträger. Obwohl der Ukrainer auf eine ganz andere Art fotografiert als Abusdal, nahm auch er die Rolle des teilnehmenden Beobachters ein und trieb sie sogar auf die Spitze: Melnitchenko, nicht nur Fotograf, sondern auch Tänzer, trat mit dem Ensemble, dem er angehört, in einem Club in Dongguan, Südchina, auf. In der Serie Behind the Scenes hielt er seine Beobachtungen im Backstage-Bereich fest – Beobachtungen, die ein Außenstehender niemals hätte machen können. „Für mich war diese Serie etwas Neues, sehr Interessantes. Es handelt sich um einen Mix aus konzeptueller und Dokumentarfotografie. Ich liebe diesen Stil, damit will ich gern weitermachen“, verspricht der junge Fotograf. Wir sind gespannt! bernd luxa
Aus der Serie Slash & Burn des LOBA-Preisträgers 2017, Terje Abusdal (siehe auch die nächste Seite) lFI
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L e i c a o s k a r B a r n a c k Awa r d n e w c o m e r 2 0 1 7
Se r gey M e l n i t c h e n ko Mit seiner Serie Behind the Scenes lässt uns der ukrainische Fotograf (*1991) den Blick in eine Welt werfen, die sonst verborgen bleibt: den Kosmos hinter der Bühne, abseits des Rampenlichts. Melnitchenko kam vor zwei Jahren als Tänzer nach China, wo er seither lebt, und trat in einem Tanzclub im chinesischen Dongguan auf. Für Behind the Scenes fand er eine Bildsprache, die mit cineastischen Noten ein Licht auf den Alltag seiner Kollegen wirft. Er arbeitet ausschließlich mit dem vorhandenen Licht, das die Tänzerinnen in emotional-dramatischen Schattierungen von ausgelassen bis reflexiv zeigt.
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