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LFI Magazin 5/2017 D

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5. 2 0 1 7

J U LI

D 7,50 € A 8,50 € L 8,70 € I 8,80 € CHF 13,20

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Fred Herzog Tomaso Baldessarini Danny Wilcox Frazier

L E I C A F O T O G R A F I E I N T E R N AT I O N A L

70 Jahre Magnum Photos


Mehrfacher Gewinner des TIPA-Awards

„Das beste Fotolabor der Welt“ Ausgezeichnet von den Chefredakteuren 28 internationaler Fotografie-Magazine

Alle Preise inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Alle Rechte, Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Interieur ©living4media/Annette & Christian. AVENSO GmbH, Ernst-Reuter-Platz 2, 10587 Berlin, Deutschland

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Lfi 5. 2017

p o rt f o l i o l i g h t b ox

F / s to p

102 | Lfi . Galerie

8 6 | Fa r b f i lt e r

Über 20 000 Fotografen präsentieren in der LFI-Galerie mehr als 300 000 Bilder. Dieses Mal: selbstredende Schattenspiele in New York und überraschend kunstvolle Absperrbänder

Was passiert, wenn die M Monochrom auf Farbfilter trifft? Wie gezielt lassen sich so Helligkeitswerte beeinflussen? Über ein oft willkommenes, aber nicht immer notwendiges Zubehör

Ph oto

92 | Leica M 10 Der direkte Vergleich zwischen der M10 und ihrer Vorgängerin M240 zeigt, dass in der M10 trotz des verschlankten Gehäuses eine deutlich verbesserte Elektronik ihr Werk verrichtet

1 1 2 | I n t e rv i e w

Aus der Hüfte geschossen: Tomaso Baldessarinis Serie 28 Millimeter

Benjamin Füglister im Gespräch über den Contemporary African Photography Prize 116 | bücher

9 8 | M a c r o - Ad a p t e r Aus nächster Nähe: Mit dem Macro-Adapter-M und teils ungewöhnlichen Objektiven ging Max Ma­latesta seinem Faible für Details nach – „um mit der Welt intim zu werden“

Opus Magnum 6 | 70 Ja h r e M ag n u m P h oto s

Wenn das Attribut „legendär“ überhaupt auf etwas zutrifft, dann auf die 1947 in Paris gegründete Foto-Agentur

Tomaso Baldessarini 28 | 28 Millimeter

Hauptamtlich fotografiert er zumeist im Studio – mit der Leica Q ging's jetzt in Manhattan auf die Straße

Die Leica M10: von außen schlank, innen mit gründlich überholten Komponenten

Danny Wilcox Frazier 4 0 | T i l l D e at h D o U s Pa r t

Im Bundesstaat Nebraska stimmten 58,7 Prozent für Donald Trump. Eine Fotoreportage aus der Mitte Amerikas

Fred Herzog 52 | modern color

Was verbindet einen Friseurladen mit roten Strümpfen? Fred Herzog hat sie mustergültig ins Bild gerückt

Bil Brown

Neue Publikationen von Harry Gruyaert, Richard Mosse, Erwin Polanc und Irving Penn 1 1 8 | Au s st e l lu n g e n Bruce Davidson, Wien; Peter Keetmann, München; Deutsche Börse Preis 2017, Frankfurt; David Drebin, Hamburg; Fritz Block, Berlin 119 | Leica Galerien Das Programm der Leica Galerien weltweit, u. a. mit Simone Bramante und Alex Webb 1 2 0 | F e s t i va l s Ab Juli wird Arles wieder zum Zentrum der Welt der Fotografie: Zeitgleich finden dort Voies Off und die Rencontres statt 122 | mein Bild Kann eine Fotografie die Zeit aufhalten? Manchmal ja, so erscheint es Claudine Doury 1 2 2 | i mp r e s s u m

64 | Weimar Los Angele s

Reizvoll dokumentiert oder klug inszeniert? Über einen, der auszog, die Modefotografie zu revolutionieren

Enrique Badulescu 76 | f e s t d e r fa r b e n

Der Fashion-Fotograf hat eine Bodypainting-Aktion der New Yorker Künstlerin Vicky Steckel begleitet

Coverfoto: Sergio Larrain,

Passage Bavestrello, Valparaíso 1952 © Magnum Photos/ Agentur Focus

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o pu s Mag n um

L e i c A H e r i tag e

70 Jahre Magnum Photos – diese Agentur hat Geschichte geschrieben. Mit Leidenschaft für die Fotografie, Neugierde auf die Welt und Empathie für die Menschen. Und nicht selten hatten die Fotografen auch eine Leica im Gepäck. Wir gratulieren! Am 22. Mai 1947 wurde Magnum Photos, Inc. offiziell in das Handelsregister des County of New York eingetragen. Die Idee einer unabhängigen Agentur entstand bereits in den 1930er-Jahren in Paris; dort hatten sich die Gründer David „Chim“ Seymour aus Polen, der Franzose Henri Cartier-Bresson und der Ungar André Friedman, der sich Robert Capa nannte, kennengelernt. Zusammen mit George Rodger, Maria Eisner, William und Rita Vandivert setzten sie ihre Idee nach dem Zweiten Weltkrieg in die Tat um. Das Ziel war es, bestmögliche Bedingungen für Fotografen zu schaffen und ihre Rechte zu stärken: Unabhängigkeit, Mitsprache und Kontrolle bei der Verwertung ihrer Reportagen. Ein Erfolgsmodell, denn die Agentur wuchs in die große Zeit der Illustrierten hinein. Magnum-Fotografen waren die prägnantesten Vertreter einer visuellen Nachkriegsästhetik, die den Anspruch erhob, die Welt mit einem selbstbewussten, unabhängigen Auftritt, mit Engagement und Anteilnahme zu entdecken. 92 Fotografen haben 70 Jahre Magnum geprägt, aktuell sind es 49, die weiterhin unser visuelles Gedächtnis mit ihren Bildern und Geschichten gestalten – trotz oder wegen der immensen gesellschaftlichen Umwälzungen in einer immer mehr digital bestimmten (Bilder-)Welt. LFI präsentiert ausgewählte Magnum-Leica-Momente und fragte den amtierenden Magnum-Präsidenten Martin Parr, was an dieser Agentur so besonders ist. Ulrich Rüter

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Robert Capa Nah dran oder sogar mittendrin: Viele seiner Motive zählen zu den wichtigsten fotografischen Bildikonen des 20. Jahrhunderts. Als Kriegsreporter hat sich Robert Capa (1913–1954) ein geradezu legendäres Renommee erworben. 1945, US-amerikanische Fallschirmspringer landen am 24. März in Deutschland, nahe Wesel


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Elliott Erwitt Die besondere Beziehung des Fotografen (*1928) zu Hunden ist berühmt. Viele seiner besten Motive zeigen humorvoll, oft ironisch, das besondere Verhältnis von Mensch und Hund – nicht selten aus der Perspektive des Vierbeiners. 1946, zwei Jahre bevor Erwitt für sein Studium nach New York zog, fiel ihm bei einem Besuch dieser besonders modebewusste Chihuahua auf

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m i l l i me t e r

LeicA Q

Tomaso Baldessarini

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LeicA M

Danny Wilcox Frazier T i l l D e at h D o U s Pa r t

Auf der Suche nach einer Antwort: Fast 60 Prozent der Wähler in Nebraska haben für Donald Trump gestimmt. Was versprechen sie sich von ihrem neuen Präsidenten? Und wie konnte es so weit kommen? Eine emphatische Bestandsaufnahme aus dem Herzen Amerikas.

Stars und Stripes und Patriotismus. Seit 1964 (für Lyndon B. Johnson) haben die Wähler in Nebraska nicht mehr für einen demokratischen Präsidenten gestimmt

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LeicA klassiker

Fred Herzog m o de r n c o l o r

Ausgestattet mit Kodachrome-Rollfilm und Leica erkundete der aus Deutschland stammende Fotograf seit den 1950er-Jahren seine Wahlheimat Vancouver. Ein neuer Bildband feiert in noch nie gezeigter Vielfalt sein Werk.

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Red Stockings, 1961 (oben): Die mutige Farbauswahl bei der Beinkleidung eines Mädchens wird zur Entdeckung. Links: Empty Barber Shop, 1966

An diesem Eingang eines Friseurladens ist wohl jeder Passant achtlos vorbeigelaufen. Anders Fred Herzog, mit seinem Blick bekommt der unscheinbare Ort einen großen Auftritt, bei dem nichts zufällig erscheint: Das Wechselspiel aus Mustern, Flächen und Bauelementen verdichtet sich zu einem spannenden Bild. Die Aufnahme lenkt den Blick auf die verschiedenen Ornamente der Bodenbeläge von Straße und Laden, auf die Fliesen und Dekorationselemente von Fassade und Schaufenstern und nicht zuletzt auf die durch den Aufnahmestandpunkt erzeugte geometrische Verschränkung von Innen- und Außenraum. Doch eines der wichtigsten Elemente ist die Farbe, die das Motiv zu einer einzigartigen Komposition macht, die bis heute ihre Wirkung nicht verloren hat.

Farbe ist bei Herzog kein Zusatz, sondern meist bildbestimmend. So ist es in dem neuen Bildband zu entdecken, der in bisher nie gesehener Vielfalt das Werk des Fotografen auffächert. Vor allem blicken wir mit den Augen des kanadischen Neubürgers auf seine Wahlheimat Vancouver. Die Stadt, die er in 50 Jahren immer wieder erkundet und dort mit staunendem Blick die Überraschungen der Straße dokumentiert hat. Nicht die Sehenswürdigkeiten rückt er in den Mittelpunkt seiner Aufnahmen, sondern die Dinge, die er für würdig hält, fotografiert zu werden, und denen er damit erst den Status einer Besonderheit zukommen lässt. Straßenleben, kleine Ladengeschäfte, Hausfassaden, aber auch das nächtliche Geflimmer der Neonreklamen boten unerschöpfliches Mate-

rial für seine fotografischen Exkursionen. Seine Entscheidung, ab Ende der 1950er-Jahre fast ausschließlich mit Kodachrome-Film zu arbeiten, lässt das Werk noch immer zu einer mehrfachen Entdeckung werden. Nicht nur fasziniert die typische Strahlkraft der Kodachrome-Farben seiner Diapositive, sondern es ist vor allem genau der Umstand, dass die früher nur als Projektionsbilder gezeigten Motive erst heute mit digitalen drucktechnischen Möglichkeiten ihr großes Publikum erreichen. Modern Color erzählt daher nicht nur aus dokumentarischer Perspektive, sondern auch in technischer Hinsicht ein spannendes Kapitel Fotografiegeschichte. Das jüngste Bild stammt aus dem Jahr 2009, die früheste Aufnahme entstand 1952 in Schwarz- →

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LeicA sl | M

Bil Brown Weimar Los Angeles

Was Berlin in der Weimarer Zeit war, eine Oase der Freiheit, ist für Bil Brown heute L.A. Aber das ist nicht die einzige Parallele – auch in den Vereinigten Staaten könnte bald eine neue Ära anbrechen.

Wiedergeburt des Berliner Lebensgefühls der 1920er-Jahre im L.A. von heute: Schauspielerin Paz de la Huerta (o.) und Model Nikita Andrianova (re.)

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LeicA s

Enrique Badulescu Fe s t de r Fa r be n

In impulsiven Farbaufträgen entstehen die Bodypaintings der New Yorker Kßnstlerin Vicky Steckel. Fashionfotograf Enrique Badulescu hat ein solches Spektakel mit der Kamera begleitet. Das Protokoll einer kreativen Symbiose.

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be s t o f LFI . G a l l e r y

L at t i c e tiles „Mit dieser Aufnahme wollte ich asymmetrische Beziehungen in Szene setzen. Diesen großen Platz in der Stadt Katano (Präfektur Osaka) überquert nur ein einziges menschliches Wesen, das wiederum im Gegensatz zu dem exakten Muster der Fliesen steht.“ Yasu Nakamura Leica M240 mit Summicron-M 1:2/50 mm Asph

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