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LFI Magazin 2/2020 D

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Nikos Economopoulos

4 191908 808907

Edward Quinn

Peter Turnley

Jan Michalko

Meg Hewitt

2 . 2 0 2 0    F E B R UA R | M Ä R Z

D 8,90 € A 9,90 € L 10,10 € I 10,20 € CHF 15,60

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L E I C A F O T O G R A F I E I N T E R N AT I O N A L

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36 LEITZ AUCTION

13. Juni 2020 W

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Mehr Informationen zu Einlieferbedingungen unter

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LFI 2. 2020

P O RT F O L I O L I G H T B OX

F / S TO P

96 | LFI . GALERIE

82 | M10 MONOCHROM

Über 25 000 Fotografen präsentieren in der LFI-Galerie mehr als eine halbe Million Bilder. In diesem Heft ein Best-of in Schwarzweiß, aufgenommen mit der Leica M Monochrom

Mit der neuen M10 Monochrom liefert Leica erneut ein klares Bekenntnis zur Schwarzweißfotografie ab. Anders als ihre Vorgängerinnen setzt die Kamera auf einen eigenen Bildsensor mit deutlich höherer Auflösung als bei der normalen M10

P H OTO

8 8 | M SUMMILUX 90

1 0 6 | AU S ST E L LU N G E N

Das neue Leica Summilux-M 1:1.5/90 Asph markiert nicht nur im Hinblick auf seine Bildqualität, sondern auch mit seinen ungewöhnlichen gestalterischen Möglichkeiten die Spitze unter den lichtstarken Objektiven für die M-Kameras

Evelyn Hofer, Winterthur; Peter Lindbergh, Düsseldorf; Akinbode Akinbiyi, Berlin; Linda McCartney, Oberhausen; Leila Alaoui, Stuttgart

Nikos Economopoulos: aus On the Road, Ghana, Cape Coast 2017

Edward Quinn 8 | LEICA KLASSIKER

Mehr Gentleman als Paparazzo: Edward Quinn mischte sich in den 50er- und 60er-Jahren unter die Reichen und Schönen an der Côte d’Azur

Nikos Economopoulos Ganz in elegantem Schwarz gehalten: Die neue Leica M10 Monochrom

2 4 | O N T H E R OA D

Sein aktuelles Projekt führt den griechischen Fotografen um die Welt, um die perfekte Melange aus Farbe, Form und Emotionen zu finden

Meg Hewitt 3 8 | TO KYO I S YO U R S

Mit kontrastreichen Schwarzweißfotografien zeichnet die Australierin ein expressionistisches Bild der Metropole Tokio und ihrer Bewohner

Jan Michalko 54 | LIFE FLASHES

108 | BÜCHER Neue Publikationen von Mitra Tabrizian, Tomeu Coll, Nadav Kander und Bruce Gilden 109 | LEICA GALERIEN Das Programm der Leica Galerien weltweit. Unter anderem dabei: Chris Steele-Perkins in London und René Groebli in Frankfurt am Main 1 1 0 | I N T E RV I E W 2013 eröffnete in Budapest das Robert Capa Contemporary Photography Center. Ein Interview mit den Kuratorinnen Gabriella Csizek und Emese Mucsi 114 | MEIN BILD Die Rückfahrt von einem angesagten Elektrofestival in Sibirien führte Jakob Schnetz durch das verschneite Nirgendwo 114 | IMPRESSUM

Sechs Monate verbrachte der Berliner Fotograf Jan Michalko auf Sri Lanka. Entstanden ist ein reizvolles Spiel aus Formen, Farben und Linien

Peter Turnley 68 | FRENCH KISS

Ein fotografischer Liebesbrief: Für Turnley gibt es keinen anderen Ort, in dem Romantik und Liebe so sichtbar sind wie in Paris

COVER: Meg Hewitt, aus der Serie Tokyo is Yours

LFI

| 3


Die Côte d’Azur in den 1950er- und 1960er-Jahren: ein glanzvoller Tummelplatz der Schönen und Reichen. Dort traf sich eine besondere Melange von Filmstars, Künstlern, Adligen und Magnaten. Edward Quinn fotografierte das Familienalbum einer legendären Ära. Eine Hommage zu seinem 100. Geburtstag.

LEICA KLASSIKER

Edward Quinn

8 |

LFI


Die Maler Jean Cocteau und Raymond Moretti bei der Arbeit an La Naissance du Verseau, Nizza 1962 (oben); David Hockney beim Durchblättern von Quinns Bildband Picasso de Draeger, Paris 1975 (links)

LFI

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LEICA M

Nikos Economopoulos

O N T H E R OA D


LFI

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Der griechische Fotograf Nikos Economopoulos ist ständig auf Achse und fängt mit seiner Leica M oftmals surrealistisch anmutende Begegnungen zwischen Licht und Schatten ein. Seine sorgsam komponierten Aufnahmen erzählen individuell interpretierbare Miniaturgeschichten voller Poesie.

„Es geht um das Reisen ohne bestimmten Zweck, um das neugierige Schauen und das ständige überraschen lassen durch neue Begegnungen“, umschreibt der Fotograf die Essenz seines Projekts. „Während der Aufnahmen wird das Denken ausgesetzt. Es ist wie ein Spiel mit der Realität.“

26 |

LFI


T O K Y O

Y I O S U R S

38 |

LFI

LEICA M

Meg Hewitt


46 |

LFI


Hewitt geht in ihrer Arbeit nah an die Menschen heran. Auf dem Bild links demonstriert ihre Freundin Yuka mit Körpersprache, wie sie sich nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 gefühlt hat, als sie in Tokio gefangen war. Das große Bild unten zeigt den Bahnhof Kerobokan, in dem sich auch der Eingang zum Sumo-Stadion befindet

LFI

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LEICA M

Jan Michalko LIFE FLASHES

Es ist heiß und laut und bunt: Sechs Monate lebte und arbeitete der Berliner Fotograf Jan Michalko auf Sri Lanka. Dort entstanden farbenfrohe Bilder aus Alltag und Kultur des Landes.

54 |

LFI


Dieser Tagelöhner aus dem Stadtteil Pettah in Colombo ist wegen seines Modestils zur lokalen Berühmtheit geworden. Stolz hält der Schlangenbeschwörer aus Peradeniya seine Kobra in die Kamera

62 |

LFI


LEICA M

Peter Turnley FRENCH KISS

Bienvenue à Paris! Der amerikanische Fotograf Peter Turnley hat die französische Hauptstadt als Wahlheimat erkoren. Seine Aufnahmen dokumentieren das rege Treiben auf der Straße und verneigen sich vor dem Leben und der Liebe.

68 |

LFI


Love is in the air: Seitdem Peter Turnley im Jahr 1975 erstmals Fuß in Paris gefasst hatte, ist er der Stadt verfallen

Seit Großmeister wie Henri-Cartier Bresson oder Robert Doisneau ihre Mitmenschen in den Fokus ihres Schaffens rückten, stehen Fotografie und Philanthropie in einem engen Zusammenhang. Nicht zufällig sind es genau jene Chronisten, die Peter Turnley schon als Jugendlichen beflügelt haben, selbst mit einer Kamera in der Hand auf Erkundungstour zu gehen. Geprägt von der US-Gesellschaft der späten 60er- und 70er-Jahre und einer progressiven Erziehung in einem sonst eher konservativen Teil des Landes, entwickelte Turnley einen humanistischen Blick auf seine Umwelt, der sich schon in seinen ersten Schritten auf fotografischem Feld widerspiegelt.

Schon als 17-Jähriger dokumentierte er mit seinem Zwillingsbruder David das Leben in einem Wohngebiet der Arbeiterklasse in der McClellan Street in seiner Heimatstadt Ft. Wayne, Indiana. Das Projekt bescherte den Brüdern die Aufmerksamkeit der Fotoszene in New York und eine erste Magazinveröffentlichung. Nicht zuletzt lehrte ihn diese Zeit, dass man nicht weit reisen muss, um spannende Geschichten zu finden. Geht man nur mit geöffneten Augen, dem hinterfragenden Blick seiner fotografischen Vorbilder und dem richtigen Maß an Empathie durchs Leben, findet man die spannendsten Geschichten gleich in der Nachbarschaft. Gleichwohl stiegen Turnleys Neugierde und Reiselust mit jedem Foto. Schnell begann er zu realisieren,

welche Türen ihm die Fotografie zu öffnen vermag – sowohl zu bisher unbekannten Orten als auch in die Herzen seiner Mitmenschen. Noch heute handelt er nach dem Prinzip, das ihn The Family of Man einst lehrte: Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, die die Menschen zusammenbringt als entzweit. Diese Philosophie half Turnley, im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere zahlreiche bedeutende, einschneidende und auch finstere Kapitel der Weltgeschichte zu dokumentieren, und sich trotzdem überall auf der Welt zu Hause zu fühlen. Und doch gibt es einen Ort, den der viel gereiste Fotograf wohl auf ewig in seinem Herzen behalten wird: Paris. →

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LFI


Fotografen müssen die Welt nicht neu erfinden, so Turnley, kleine Wunder gäbe es in jeder Lebensrealität zu entdecken. Sie sollten aber in der Lage sein, die Poesie der Welt Betrachtern erfahrbar zu machen

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MEHR GEHT NICHT L E I C A S U M M I L U X- M 1 : 1 . 5 / 9 0 A S P H

Das neue Summilux-M 1:1.5/90 Asph markiert nicht nur in puncto Bildleistung, sondern auch mit seinen gestalterischen Möglichkeiten die Spitze unter den lichtstarken Objektiven für die Leica M.

Mit dem Summilux-M 1:1.5/ 90 Asph setzt Leica seine Linie der besonders lichtstarken Objektive fort, die mittlerweile nahtlos von 21 bis 90 mm reicht und damit alle relevanten Brennweiten umfasst. Das neue 90er bildet den Abschluss nach oben und bietet mit seiner klassischen Porträtbrennweite gleichzeitig auch den klassischen Anwendungsfall für Objektive mit hohen Lichtstärken. Bei genauerer Betrachtung gibt es mit dem Summicron-M 1:2/90 Asph bereits ein lichtstarkes Porträt-Tele. Schon damit lässt sich bei offener Blende ein sehr geringer Schärfentiefenbereich erzeugen, mit dem sich die Schärfe ganz auf das Hauptmotiv konzentrieren lässt. Das neue Summilux sattelt aber nochmals darauf: Es hat einen noch niedrigeren Schärfentiefenbereich, ist noch anspruchsvoller zu fokussieren und natürlich auch kostspieliger. Aber es hat eben auch den besonderen Reiz der für die Brennweite enorm hohen Lichtstärke und der damit verbundenen exklusiven Gestaltungsmöglichkeiten. BE SO NDE R E PO RT RÄTS.

Das Summilux-M 1:1.5/90 Asph basiert konstruktiv auf dem bekannten Noctilux-M 1:1.25/75 Asph, mit dem es auch das fast identische Gehäuse teilt

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LFI

Für das ganz klassische Porträt, bei dem man nur das Gesicht in Nahaufnahme sieht, benötigt man die herausragende Lichtstärke des Summilux nicht unbedingt. Bei offener Blende beträgt der Schärfentiefebereich bei einem Meter Aufnahmeentfernung gerade einmal 11 mm – damit lassen sich nur selten beide Augen scharfstellen, von der hohen Genauigkeit, die beim Fokussieren nötig ist, ganz zu schweigen. Andererseits lassen sich so selbst kleinste

Details freistellen. So richtig ausspielen kann das Summilux seine Fähigkeiten bei größeren Entfernungen. Selbst bei drei Metern ist die scharfe Zone nur gut 10 cm tief. Doch es ist ja nicht nur die Schärfe, die ein LeicaObjektiv auszeichnet, sondern nicht zuletzt auch die Wirkung der unscharfen Bereiche. Und hier gibt sich das 90er-Summilux keine Blöße. Vor allem bei voll geöffneter Blende ist das Bokeh, also der Verlauf in die Unschärfe, beim Summilux angenehm weich und lässt jede Härte beim Übergang zwischen Schärfe und Unschärfe vermissen. Besonders entfernte Lichtpunkte wirken bei voll geöffneter Blende wunderbar weich, während sie bei leicht geschlossener Blende ihre Gestalt etwas verändern und die runde Form der Blende mit ihren elf Lamellen annehmen. Die charakteristische „Cremigkeit“ des historischen NoctiluxM 1:1.0/50 oder des Summilux-M 1:1.4/75 – was aber nur eine vornehme Umschreibung für bestimmte optische Unzulänglichkeiten war –, kann die moderne Konstruktion nicht erreichen. Der Grund dafür ist, dass diese optischen Mängel einfach nicht mehr existieren. Das moderne Summilux selbst ist bei offener Blende extrem scharf und fällt allenfalls in den alleräußersten Bildecken ganz leicht ab, was aber nur bei Experimenten, in der Praxis →

Entfernte Lichtpunkte werden bei offener Blende wunderbar weich und beinahe körperlos wiedergegeben. Bild: Markus Tedeskino


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