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LFI Magazin 1/2019 D

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1. 2 0 1 9     Ja n ua r

D 7,50 € A 8,50 € L 8,70 € I 8,80 € CHF 13,20

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Edouard Caupeil Homer Sykes Charlotte Schmitz Emile Ducke

L e i c a F o t o g r a f i e I n t e r n at i o n a l

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Jürgen Schadeberg


STORE Frankfurt

Ihr Spezialist fĂźr Leica, Neuware und Vintage-Produkte, Personal Coaching, fotografische Kunst, Literatur & Auktionen

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Leica Camera frankfurt GmbH GroĂ&#x;er Hirschgraben 15 60311 Frankfurt am Main Tel: 069 920 70 70 Fax: 069 131 04 54 info@leicastore-frankfurt.com www.leicastore-frankfurt.com facebook.com/leicagalleryfrankfurt


Lfi 1. 2019

p o rt f o l i o l i g h t b ox

F / s to p

110 | Lfi . Galerie

9 2 | L e i c a D - Lux 7

Über 23 000 Fotografen präsen­ tieren in der LFI-Galerie mehr als 300 000 Bilder. In dieser LFI: ein rumänischer Tänzer, bretonischer Nachthimmel und eine indische Farbenschlacht

Sie bietet mehr Gestaltungs­ möglichkeiten als eine klassische Kompakte und ist dabei viel kompakter als eine klassische Kleinbildkamera. Über die Freu­ den der Fotografie

Ph oto

9 6 | L e i c a El p r o 5 2 Die vielfältig nutzbare Nahlinse erschließt Leica-Objektiven mit M- und L-Anschluss sowie der Leica X und X Vario die Welt der Makrofotografie 100 | Leica M10-D Mit der M10-D fotografierte Tomas van Houtryve von den Dä­ chern in Paris. Ohne Display zu arbeiten, war für ihn ein Genuss und eine Reminiszenz an die kon­ zentrierte Analogfotografie 106 | Museum Leica Als herausragende Exponate aus den Schatzkammern in Wetzlar spielen in dieser Folge die Leica M2, M1 und MD die Hauptrollen

1 2 2 | I n t e rv i e w

Emile Ducke: aus der Serie Kadyrows neue Kleider

126 | bücher

Jürgen Schadeberg 6 | L e i c a H a ll o f Fa m e

Den Schwerpunkt seines umfassenden Werks bildet Südafrika. Und das seit Jahrzehnten. Nun wird Schadeberg mit dem Leica Hall of Fame geehrt

Charlotte Schmitz 30 | Cok Güzelim, Cök Güzel

Der Istanbuler Stadtteil Balat ist eher konservativ geprägt. Einblicke hinter die Kulissen zeigen eine schil­ lernde Frauenwelt voller Träume und Geschichten

Emile Ducke 4 6 | Ka dy r ows n e u e k l e i d e r Die neue Leica D-Lux 7: jetzt mit höher auflösendem Sensor und Touch-Display

Vor 15 Jahren rief Josefine Raab die Nachwuchsförderung gute aussichten ins Leben. Das Kon­ zept brachte frischen Wind in die Branche. Ein Gespräch

Vom Wiederaufbau Ost: Unermüdlich reiste der Fotograf in die tschetschenische Hauptstadt und dokumentierte ihren rasanten Imagewandel

Homer Sykes 6 2 | T h e Way w e W e r e

Neue Publikationen von Yan Morvan, Demetris Koilalous, Ruth Stoltenberg, Maria Sewcz sowie ein opulenter China-Bild­ band von Magnum Photos 1 2 8 | A u s s t e ll u n g e n Jamel Shazazz, Köln; Donata Wenders, Graz; Ann-Christine Jansson, Berlin; Sebastião Salgado, Zürich; Katja Stuke/ Oliver Sieber, Hamburg 129 | Leica Galerien Ein Überblick über das Programm der Leica Galerien welt­ weit u. a. mit Thomas Hoepker in Bangkok und Julio Bitten­ court in São Paulo 1 3 0 | m e i n B i ld Bei einem Fotowettbewerb belegte Fred Mortagne den drit­ ten Platz. Eine Ermutigung 130 | impressum

Mit höchst aufrichtigen Sozialstudien versteht sich der kanadische Fotograf als Archivar des Alltagslebens in seiner britischen Wahlheimat

Edouard Caupeil 78 | A u f d e n S p u r e n v o n J a m e s B a ld w i n

Im Süden der USA suchte Caupeil nach dem Vermächtnis des afroamerikanischen Schriftstellers. Eine atmosphärische Bestandsaufnahme

Cover: Priscilla Mtimkulu macht sich zurecht (1952) von Jürgen Schadeberg

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Achtung! L e i c A H all o f Fa m e

JĂźrgen Schadeberg

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Foto links: © Ian Berry/Magnum Photos

Seine Bedeutung als leidenschaftlicher Fotograf mit humanistischem Blick ist unschätzbar. Er fotografierte in Deutschland und Europa, aber vor allem steht Südafrika im Mittelpunkt seines über sieben Jahrzehnte umspannenden Lebenswerks. Als einer der ganz großen Bildjournalisten wird Jürgen Schadeberg nun mit dem Leica Hall of Fame Award geehrt.

Ian Berry war 1955 dabei, als Jürgen Schadeberg festgenommen wurde. Neugieriger Polizist an der Berliner Mauer 1961 (rechts). Spektakulär: Hans Prignitz’ Handstand auf der Hamburger Michaeliskirche, 1948 (vorherige Seite)

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Haarschnitt Ăźberall, Sophiatown 1958, ab Mitte der 1950er wurden Schwarze aus ihrem Viertel zwangsumgesiedelt


LeicA M

Charlotte Schmitz Çok güzelim, çok güzel

Mehr als zwei Jahre lebte Charlotte Schmitz im Stadtteil Balat in Istanbul. Beim Durchstreifen der kleinen Gassen interessierte sie sich vor allem für das Leben hinter den Gardinen – und entdeckte dort eine fast märchenhafte Traumwelt.

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„Das vermeintlich Konservative ist nicht stets so konservativ wie wir oft erwarten. Ich habe mich natürlich auch bei den Frauen versichert, welche Fotografien ich zeigen kann. Die Frauen kennen meine Fotos, gucken sie sich an oder ich schicke sie ihnen.“

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LeicA M

Emile Ducke

KADYR OWS NEUE KLEIDER

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Wiederaufbau Ost: Die tschetschenische Hauptstadt Grosny befindet sich im Umbruch. Mit finanzieller Unterstützung aus Moskau entstehen Prachtbauten und Prestigeprojekte, die der in zwei Kriegen zerstörten Stadt und ihren Bewohnern ein neues, patriotisches Selbstverständnis geben sollen. Doch was verbirgt sich hinter der Fassade?

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LeicA M

Homer Sykes T h e Way W e W e r e

Seit 50 Jahren dokumentiert Homer Sykes die soziologischen Schichten, Klassen und Kulturen in Großbritannien. Die Aufnahmen in seinem neuen Bildband geben einen umfassenden Einblick in das pulsierende Herz einer Gesellschaft, die in ständiger Bewegung ist.

Homer Sykes’ Bilder entdecken das Spannende im Alltäglichen und machen ihn zum Chronisten eines halben Jahrhunderts britischer Geschichte

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Homer Sykes hat unzählige Menschen abgelichtet. Soziales Umfeld, Habitus, und vor allen Dingen die Kleidung verrieten dabei viel über ihren gesellschaftlichen Status. Die Möglichkeit, seine Herkunft, Einstellungen und Schicht- oder Klassenzugehörigkeit dadurch auszudrücken, begeistert den Fotografen noch heute.

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Oben: Besucher des jährlichen Cricketspiels Eton gegen Harrow, das bereits seit 1805 stattfindet (St Johns Wood, London 1975). Unten: Kinder spielen auf der Straße (Wandsworth, London 1970) Links Seite: Ein älteres Ehepaar genießt einen sonnigen Samstagnachmittag im Liegestuhl (Southend-on-Sea, Essex 1974) lFI

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LeicA SL

Edouard Caupeil au f d e n S p u r e n vo n J a m es B a l d w i n

James Baldwin schrieb sich seine Befindlichkeiten von der Seele und wurde zu einer Ikone im Kampf gegen die Diskriminierung von Afroamerikanern und Homosexuellen. Edouard Caupeil suchte im Sßden der USA nach dem Vermächtnis des Schriftstellers.

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Bildungselite unter sich: Diese Gruppe von Balletteleven probt im Üffentlichen Raum – in Montgomery wirken sie wie Aliens (oben); Held und Heiliger: das Konterfei von Martin Luther King auf einem Wandteppich in einer Bar in der Nähe seines Wohnhauses (links)

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über den dingen leica m10-d

Für Tomas van Houtryve kam die Leica M10-D genau richtig – als Statement zum konzentrierten Akt des Fotografierens angesichts der Allgegenwart von Menschen, die auf Bildschirme starren.

Muss eine Digitalkamera ein Display haben? Die M10-D hat keines – und ermuntert so dazu, dem reinen Fotografieren zu frönen

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Wer sonst außer Leica könnte schon auf die Idee kommen, eine Digitalkamera zu kreieren, bei der man auf ein entscheidendes digitales Element verzichten soll? Erwartungsgemäß sorgt die M10-D denn auch für Kontroversen. Wobei Kritik sich aber vor allem gegen die Behauptung richtet, die Kamera bringe das „analoge Erleben“ zurück, und gar nicht so sehr gegen die Abwesenheit des Displays. Vielleicht müsste man eher sagen, die Kamera fördere einen Stil der fotografischen Praxis, der in der digitalen Ära aus der Mode gekommen ist, aber im Interesse des besseren Bildes durchaus Vorzüge hat. So ähnlich sieht das auch der in Belgien geborene Reportagefotograf Tomas van Houtryve, der bereits mit der M10-D arbeitet – und sie nicht mehr missen will. Seine ersten Erfahrungen mit der Kamera hat er im Zuge einer privaten Passion gemacht: unterwegs auf den Dächern von Paris. LFI: Warum steigen Sie den Parisern aufs Dach? Tomas van Houtryve: Meine erste Wohnung in Paris war nicht mehr als ein kleines Zimmer im Dachgeschoss – so klein, dass ich bald gar nicht anders konnte, als durch das Fenster aufs Dach zu klettern. Und ich entdeckte eine faszinierende andere Welt: eine Landschaft aus Zinkdächern, mit der Spitze des Eiffelturms in der Ferne und dem Duft aus dem Ofen einer Bäckerei in der Nachbarschaft. Seitdem ging ich eigentlich immer aufs Dach, wenn das Wetter gut war, oft mit der Kamera. Zu der Zeit war ich häufig unterwegs in Konfliktregi-

onen, und die Dachausflüge waren eine willkommene Gelegenheit, zu entspannen und nachzudenken nach einem anstrengenden Auftrag. Später zog ich in ein besseres Apartment, wieder unter dem Dach, und dort war die Aussicht noch besser: Saint Sulpice, das Pantheon, Sacre Coeur … Nach ein paar Jahren in Paris lernte ich Leute kennen, die aus dem gleichen Grund wie ich unter dem Dach wohnten – und mich an ihrer Aussicht teilhaben ließen. Erst vor Kurzem allerdings habe ich beschlossen, aus dem Thema ein systematisches Fotoprojekt zu machen. Das Sie mit der M10-D umsetzen werden? Auf jeden Fall – sie ist ab jetzt meine Haupt-Digitalkamera und die M240 dient nun als mein Backup-Body. Was ist es, das Sie an der M10-D reizt? Immerhin fehlen ihr wesentliche Attribute einer Digitalkamera, im Gegensatz zur M240. Als ich von der analogen auf die digitale Fotografie umstieg (vornehmlich, weil der Workflow als Auftragsfotograf es erforderte), merkte ich: Meine Bilder wurden irgendwie schlechter. Ich brauchte eine Weile, um mir das erklären zu können. Ich denke, es war so: Analog, etwa mit der M6, spürte ich stets eine gewisse Unsicherheit, ob ich genau das Bild hinbekommen habe, das ich mir vorgestellt hatte. →

Die Leica M10-D besitzt zwar kein Display, doch im Prinzip bietet sie alle digitalen Optionen, die auch die M10 bietet, nur eben ausgelagert in die App Leica Fotos


Fotos: © Tomas van Houtryve; Porträt auf Seite 105: Brian Sokol

Über den Dächern des 6. Arrondissements von Paris: Van Houtryve fotografierte mit dem Summicron-M 1:2/35 mm Asph

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b e s t o f L F I . G a ll e r y

J a pa n i s c h e s neujahr „Schon seit meiner Kindheit nehme ich alljährlich an den Neujahrsfeierlichkeiten im ShintōSchrein in der Präfektur Ōita teil. Allerdings nur als Zuschauer. Je älter ich werde, umso wichtiger werden mir Traditionen wie diese Trommelkonzerte auf den Instrumenten meiner Vorfahren.“ Ikuo Inoue Leica M Monochrom mit ApoMacro-Elmarit-R 2.8/100 mm

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