zum Beispiel
Nr. 3 / 2026
Beiträge zur Jugendarbeit in Südtirol und Tirol
THEMENBEITRÄGE ZU:
Vertrauen VERTRAUEN IN DER JUGENDARBEIT
Von der erziehungswissenschaftlichen Diskussion zur pädagogischen Praxis Seite 6
VERTRAUENSKULTUR IN DER JUGENDGRUPPE
Welche Faktoren die Vertrauensgrundlage bestimmen Seite 8
VON DER JUGENDBEFRAGUNG ZUM JUGENDHAUSHALT? Vertrauen in die Jugend durch eine neue Form der Jugendpartizipation Seite 14
FOTO: Land Tirol/Sailer
Leitartikel
Vertrauen in der Jugendarbeit – Basis für Beziehung, Entwicklung und Teilhabe Vertrauen bildet eine der wichtigsten Grundlagen gelingender Jugendarbeit. Es ist weit mehr als ein angenehmes Gefühl oder eine wünschenswerte Eigenschaft – Vertrauen ist die Basis für Beziehungen, Entwicklung und gemeinsames Lernen. Gerade junge Menschen befinden sich in einer Lebensphase, die von Veränderungen, Orientierungssuche und dem Wunsch nach Selbstständigkeit geprägt ist. In dieser Zeit benötigen sie verlässliche Bezugspersonen und Räume, in denen sie sich angenommen, ernst genommen und sicher fühlen können. Jugendarbeit schafft solche Räume. Sie eröffnet Möglichkeiten, persönliche Stärken zu entdecken, soziale Kompetenzen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Damit dies gelingen kann, braucht es eine vertrauensvolle Atmosphäre. Vertrauen entsteht jedoch nicht von selbst. Es entwickelt sich durch ehrliche Begegnungen,
gegenseitigen Respekt, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Fachkräfte und ehrenamtlich Engagierte stehen dabei vor der Aufgabe, Beziehungen aufzubauen, die sowohl Nähe als auch professionelle Grenzen berücksichtigen. Gleichzeitig ist Vertrauen ein sensibles Gut. Es wächst langsam, kann aber durch Enttäuschungen oder Grenzverletzungen schnell erschüttert werden. Deshalb ist ein reflektierter Umgang mit Verantwortung, Macht und Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil professioneller Jugendarbeit. Transparenz, Partizipation und Mitbestimmung fördern nicht nur das Vertrauen der Jugendlichen in die handelnden Personen, sondern stärken auch ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Entscheidungen. In einer Zeit gesellschaftlicher Veränderungen, zunehmender Digitalisierung und
wachsender Unsicherheiten gewinnt das Thema Vertrauen zusätzlich an Bedeutung. Jugendliche sind heute mit einer Vielzahl von Informationen, Erwartungen und Herausforderungen konfrontiert. Umso wichtiger sind Orte, an denen sie authentische Beziehungen erleben, Fragen stellen dürfen und Unterstützung finden. Jugendarbeit kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie Verlässlichkeit vermittelt und jungen Menschen die Erfahrung ermöglicht, dass ihre Meinungen, Bedürfnisse und Ideen wertgeschätzt werden. Überall dort, wo junge Menschen erleben, dass ihnen zugehört, zugetraut und vertraut wird, entstehen die besten Voraussetzungen für Bildung, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliche Teilhabe. So können sie ihren Platz in der Gesellschaft selbstbewusst einnehmen und gestalten. Christine Kriwak
Impressum Beiträge zur Jugendarbeit in Südtirol und Tirol • Offenlegung (Gem. § 25 Mediengesetz) • Medieninhaber (Verleger): Land Tirol in Kooperation mit dem Amt für Jugendarbeit in Südtirol • Für den Inhalt der einzelnen Beiträge sind die jeweiligen Autor*innen verantwortlich. • Redaktion: Gianluca Battistel, Christine Kriwak • Kontakt: Gianluca.Battistel@provinz.bz.it oder Abteilung Gesellschaft und Arbeit, Meinhardstraße 16, 6020 Innsbruck, Tel. +43 (0)512-508-7851, gesellschaft.arbeit@tirol.gv.at • Fotoredaktion: Abteilung Gesellschaft und Arbeit, shutterstock, Amt für Jugendarbeit, Titelfoto: Shutterstock.com • Unternehmensgegenstand: „z.B.“ dient zur Information für die Jugendarbeit. Die Zeitschrift wird den Verantwortlichen in der Jugendarbeit und allen Interessierten gratis zur Verfügung gestellt. Grundlegende Richtung: Im „z.B.“ werden nach überparteilichen, sachbezogenen Gesichtspunkten und nach journalistischen Kriterien eigene und fremde Beiträge für die Jugendarbeit publiziert. • Layout und grafische Gestaltung: Alias Idee und Form, Vahrn • Druck: Druckerei Kraler OHG Das „z.B.“ ist ein Fachmagazin, in welchem Gastbeiträge zur Jugendarbeit in Tirol und Südtirol publiziert werden. Diese namentlich und grafisch gekennzeichneten Beiträge spiegeln die Meinungen der jeweiligen Autor*innen wider und nicht jene des Landes Tirol als Medieninhaber und Herausgebers des Fachmagazins.
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Editorial
Inhalt Themenbeiträge 4 Wie junge Menschen in einer unsicheren Welt vertrauensvoll und zuversichtlich werden 6 Vertrauen in der Jugendarbeit: Mehr als eine pädagogische Grundkategorie 8 Vertrauenskultur in der Jugendgruppe
20 Festivalsaison 2026 eröffnet Feiern – mit Respekt & Awareness 20 ART UP YOUNG LIFE Kulturvermittlung und Offene Jugendarbeit im Austausch 21 Partizipationsprojekt im Jugendzentrum VKE 22 Alpenverein-Akademie
10 Desillusioniert: Über die Kultur des Delegierens 12 Vertrauen in der (und in die) Offene Jugendarbeit Warum junge Menschen Räume brauchen, die ihnen etwas zutrauen 14 Von der Jugendbefragung zum Jugendhaushalt? Erfahrungen aus der ersten Umsetzung von Turbo
23 Das war die Österreichische Jugendkonferenz 2026 24 Ehrenamt mit Strahlkraft: Glanzleistungen 2026 25 Bundesjugendsingen Tiroler Chor holt die meisten Punkte 26 Südtiroler Siegerkandidat*innen beim Bundesjugendredewettbewerb in Wien
16 Vertrauen in die Zukunft gewinnen 17 Seitenweis
27 Bundesfinale Jugendredewettbewerb 2026: Tiroler Teilnehmer*innen holen drei Podestplätze
Aktuelles
27 Lehrgang Partizipation 2026-2027
18 Was bedeutet „Nie wieder“ heute? Nachtreffen Promemoria_Auschwitz in Toblach 18 Demokratiebildung und Extremismusprävention Südtiroler Jugendarbeitende auf Studienreise in der Schweiz
28 Leitfaden stärkt Schutzkonzepte in der Jugendarbeit 29 Seminar Spielräume öffnen – Spannungen lösen 30 Jukas Bildungsangebot
In dieser Ausgabe der „z.B.“ widmen sich Fachautor*innen aus unterschiedlichen Bereichen dem Thema Vertrauen – einer grundlegenden Voraussetzung für gelingende Beziehungen, Partizipation und persönliche Entwicklung junger Menschen. Die Historikerin und Politologin Annemarie Schweighofer-Brauer geht der Frage nach, wie junge Menschen in einer von Unsicherheit geprägten Welt Vertrauen und Zuversicht entwickeln können. Die Universitätsprofessorin Melanie Fabel-Lamla beleuchtet Vertrauen als zentrale Kategorie der Jugendarbeit und zeigt dessen Bedeutung für pädagogische Beziehungen auf. Hans Hirling, der über 30 Jahre lang in der Jugend- und Freizeitarbeit tätig war, setzt sich mit der Rolle von Vertrauen innerhalb von Jugendgruppen auseinander und beschreibt Voraussetzungen für eine tragfähige Vertrauenskultur. Oskar Giovanelli, Suchttherapeut und Koordinator des Dienstes YoungHANDS, vertieft das Phänomen des Delegierens und der Interpassivität in Zeiten der KI. Simon Feichter vom netz | Offene Jugendarbeit thematisiert die Bedeutung von Vertrauen in die Offene Jugendarbeit und plädiert für Räume, die jungen Menschen Verantwortung zutrauen. Florian Pallua vom Forum Prävention stellt den Jugendhaushalt als Instrument der Jugendpartizipation vor und zeigt auf, wie Vertrauen in junge Menschen durch konkrete Mitgestaltungsmöglichkeiten gestärkt werden kann. Abschließend öffnet Simon Ferrara vom Dachverband Naturund Umweltschutz die Perspektive auf das Vertrauen in die Zukunft im Hinblick auf den Klimawandel. Der zweite Teil dieser Ausgabe enthält wie gewohnt Berichte zu Projekten, Veranstaltungen und Weiterbildungsangeboten aus der Jugendarbeit sowie aktuelle Informationen aus den Jugendstrukturen. Für die Redaktion Gianluca Battistel
31 Menschen und Jobs 19 Mitreden, Mitgestalten, Mitentscheiden Start des Jugendlandtags Tirol
Thema der nächsten Ausgabe: Europa zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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Vertrauen
FOTO: Shutterstock.com
Wie junge Menschen in einer unsicheren Welt vertrauensvoll und zuversichtlich werden Ich erinnere mich an mein jugendliches Ich. Die Welt wollte entdeckt werden. Mein Körper veränderte sich und meine Gefühle schlugen Kapriolen. Mein Denken wurde analytischer und eigenständiger. Ich wollte Freiheiten und eigene Entscheidungen treffen. Die Zugehörigkeit zu Freund*innen und Cliquen war das Maß vieler Dinge. Freudige Erwartungen, Unsicherheiten, Weltschmerz, Entschlossenheitsgefühle wechselten sich im bunten Reigen in mir ab. Die Definition von Krise als einen Zustand, in dem die Anforderungen die Bewältigungsmöglichkeiten übersteigen, traf regelmäßig zu. Glücklicherweise war das Missverhältnis aber meist so moderat, dass ich schnell genug lernen konnte, um Krisen auszuhalten. Aktuelle Studien zur psychischen Stabilität junger Menschen, zu ihrem Vertrauen in sich und die Welt, zeitigen zum Teil beunruhigende Ergebnisse. Die Ursachensuche ist im Gange. Sind es die Informationsüberflutung, die Rastlosigkeit und die Maßstäbe, die beim Social Media-Konsum entstehen? Sind es die globalen Krisen, die den Zukunftsoptimismus erschüttern? Ist es das veränderte Erziehungsverhalten von Eltern, denen helikopternde Überbehütung oder handybedingte Unaufmerksamkeit zugeschrieben werden? Eindeutige Antworten gibt es nicht bzw. ist der jeweilige Ursachencocktail individuell unterschiedlich. Ebenso ist die folgende Frage individuell zu beantworten: Was braucht ein jugendlicher Mensch, um in sich und ins Leben zu vertrauen und dem, was kommt, zuversichtlich entgegenzugehen? Einige grobe Linien für die Unterstützung und Begleitung junger Menschen lassen sich dennoch skizzieren.
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Resonanz in sozialen Beziehungen Junge Menschen brauchen Erwachsene, zu denen sie wie in einen sicheren Hafen zurückkehren können, egal was draußen im Leben passiert oder schiefläuft. Sie sollen hinausgehen ins eigene Leben, Verantwortung übernehmen lernen, die eigenen Beziehungen entwickeln. Und sie sollen zurückkehren zu unterstützenden, haltgebenden, ansprechbaren Erwachsenen, wie Eltern, Lehrpersonen, Jugendarbeiter*innen etc. Junge Menschen suchen neue Zugehörigkeiten und ihren Platz in der sozialen Welt. Das Leben mit Gleichaltrigen steht im Mittelpunkt. Die Erwachsenen üben sich sinnvollerweise in vornehmer Zurückhaltung. Sie sind aber da, wenn sie gebraucht werden. Erwachsene hören zu, fragen nach, zeigen Interesse an den Meinungen der Jugendlichen, teilen Erfahrungen mit ohne sie aufzudrängen und suchen gemeinsam nach Lösungen. Sie validieren die Gefühle des jungen Menschen, ohne sie zu bewerten. Junge Menschen brauchen Erwachsene, die selbst Vertrauen und Zuversicht spüren und zeigen. Jugendliche leben in Peergruppen, in denen sie Erfahrungen austauschen und einordnen. Gruppendynamiken bergen aber auch Gefahren. Verweigerte Zugehörigkeit, Mobbing treiben junge Menschen in Einsamkeit. Hier kommt Erwachsenen die Aufgabe zu, aufmerksam auf entsprechende Anzeichen zu sein und zu unterstützen. Jugendliche brauchen für Notsituationen auch ein professionelles Unterstützungsnetzwerk, bestehend z. B. aus Schulsozialarbeit,
FOTO: Conny Dießenbacher
Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen, Lehrpersonen, außerschulischer Jugendarbeit. Der wirksamste Traumatisierungsschutz in Krisen, bei existentiellen Erschütterungen ist, sich nicht alleingelassen zu fühlen und gehalten zu sein. Gespürtes Vertrauen Es kann aber sein, dass ein junger Mensch, der traumatisierende Situationen erlebt hat, auch mit verlässlichen, zuversichtlichen Lebensbegleiter*innen nicht so einfach zu vertrauensvoller Stabilität kommt. Destruktiv erscheinende Verhaltensweisen können zur Gewohnheit werden, die als (unbewusste) Existenzsicherungsstrategien eingeübt wurden; beispielsweise gewohnheitsmäßiger Drogenkonsum, automatisiertes Kampfverhalten oder chronische Ängstlichkeit. Gespürtes Vertrauen entsteht mit einem regulationsfähigen Nervensystem. Wenn junge Menschen während ihres Aufwachsens zu wenig Selbstregulationsfähigkeit erlernen, fehlt eine körperliche Grundlage für Vertrauen und Zuversicht. Aber auch wenn ein*e Jugendliche*r recht stabil im Leben steht, sind selbstregulative Fähigkeiten hilfreich, um krisenhafte Zeiten durchzustehen. Zur Selbstregulation empfehlen Therapeut*innen erprobte Hilfsmittel. Das menschliche Nervensystem steuert die Wahrnehmung, das Spüren und die Bildung von Gefühlen. Es regelt die automatische Interpretation von Wahrnehmungen und Gefühlen. Es vermittelt, was sich in den Organen tut, die wesentlich mit dem Empfinden von Gefühlen zu tun haben, etwa im Herzen, im Bauch, in den Bronchien. Für eine gelingende Selbstregulation brauchen junge Menschen die Erfahrung, dass (angenehme und unangenehme) Gefühle kommen und gehen. Sie sind Boten von befriedigten oder unbefriedigten Bedürfnissen, von Verletzungen, von Mangel. Lernfelder zur Selbstregulierung sind: Emotionen (das körperlich Gespürte) wahrzunehmen; daraus Bedürfnisse und Gefühle abzulesen und zu benennen; daraus Lösungswege zu finden. Wie können junge Menschen diese Vorgänge in ihrem Körper beeinflussen, um sich bei Unsicherheit, Ängstlichkeit, Panik oder Misstrauen zu beruhigen und zu stabilisieren? Zu dieser Frage sind viele Bücher geschrieben worden. Hier seien ein paar Hinweise angeführt. Die Atmung ermöglicht eine unmittelbare Einflussnahme auf körperliche Befindlichkeiten. Daher werden verschiedene Atemtechniken empfohlen; wie etwa vier Sekunden ein-, sechs Sekunden ausatmen, um zur Ruhe zu kommen; sechs Sekunden ein-, vier Sekunden ausatmen für eine Aktivierung. Ein Mittel, das laut Forschung positive Wirkung bei vielen psychischen Erkrankungen zeigt, ist die Bewegung. Unsere jungen
Vertrauen
Annemarie Schweighofer-Brauer
Menschen brauchen Bewegungsräume, -anregungen und -vorbilder. Das können Sportvereine und Sportarten, aber auch der regelmäßige Spaziergang mit dem Hund sein. Damit ein jugendlicher Körper sich wohl und vertrauensvoll fühlen kann, braucht er ausreichend und gesund zu trinken und zu essen und genügend Schlaf. Das klingt banal, ist aber bei weitem nicht selbstverständlich. Es braucht eine gute Balance zwischen An-, Aufregung und Entspannung. Bei akuten Unruhezuständen, Ängsten, Panik – kurz bei Gefühlslagen, die das Vertrauen in sich und die Welt erschüttern – können Techniken wie Tapping und Havening hilfreich sein. Anleitungen dazu finden sich im Internet. Solche Selbstregulationstechniken könnten jungen Menschen in der Schule, im Jugendzentrum, im Sportverein oder auch zu Hause nahegebracht werden. Ebenso profitieren junge Menschen für ihre Vertrauensfähigkeit von kreativen Beschäftigungen wie Musik machen oder hören, malen, tanzen, kochen, Gartenarbeit oder Tiere versorgen. Diese wirken besonders in Gesellschaft und ganz besonders, wenn dabei auch entlastende Gespräche stattfinden. Das Nervensystem ist wie ein bewegtes, flexibles Gerüst, das Halt geben kann oder eben nicht. Wenn der Gefühlskörper zu schnell und zu heftig reagiert, fühlt sich das labil und verunsichernd an. Mit einer Grundstabilität lassen sich unangenehme Gefühle besser aus- und durchhalten. Jugendliche benötigen eine sich beständig erweiternde Toleranz für unangenehme Gefühle – das Vertrauen, dass sie vorbeigehen, dass Zustände kommen und gehen. Vertrauensvoll fühlen und vertrauensvoll denken gehören zusammen. Wenn das Gedachte nicht gespürt wird, glaubt man es sich nicht wirklich. Kognitive Techniken, die beim Vertrauen Lernen helfen, wären etwa kognitive Dissonanzen zu verarbeiten durch Gespräche; dabei abwägen und zweifeln lernen. Affirmationen, die immer wieder empfohlen werden, helfen nicht, wenn sie innere Zweifel ignorieren. Sätze, die Zweifel und Misstrauen nicht wegdrängen, nimmt das innere System besser an: „Was wäre, wenn ich darauf vertrauen würde, dass …“ Jugendliche wollen sich wirksam fühlen. Sie wollen erleben, dass ihr Handeln und Tun Sinn macht. Sie wollen kreieren. Dafür brauchen sie Räume, die vieles offenhalten und ermöglichen, Projekte und Aktionen, an denen sie sich beteiligen und bei denen sie mitreden und die sie selbst auf die Beine stellen. Annemarie Schweighofer-Brauer Institut für gesellschaftliche Forschung, Bildung und Information Gestalttherapeutin, Beraterin im psychosozialen Bereich, Historikerin, Politologin
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Vertrauen
Vertrauen in der Jugendarbeit: Mehr als eine pädagogische Grundkategorie Der Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen und die Gestaltung von vertrauensbildenden Maßnahmen gelten als Kernaufgaben professionell-pädagogischen Handelns in der Jugendarbeit. In der pädagogischen Praxis und auch in der erziehungswissenschaftlichen Diskussion wird Vertrauen jedoch vielfach unreflektiert als positiv besetzte normative Forderung an pädagogische Beziehungen formuliert und ist bisher kaum analytisch als pädagogische Grundkategorie ausgearbeitet. Ein Blick in sozialwissenschaftliche Diskurse zeigt, wie sich das Phänomen Vertrauen sowie dessen Funktionen und Impulse für die Jugendarbeit näher bestimmen lassen. Vertrauen ist ein alltagsweltlich verbreiteter Begriff und findet in ganz unterschiedlichen Kontexten Verwendung: in Redewendungen („Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“), in der Ratgeberliteratur („Vertrauen ist der Schlüssel“), in Werbeslogans („Vertrauen ist der Anfang von allem. – Deutsche Bank“) oder als Leitbild in Unternehmen („Vertrauen führt“). Vertrauen wird vor allem positiv thematisiert, auf die Qualität sozialer Beziehungen bezogen und vielfach als Ein-
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stellung gefasst, die man eben mehr oder weniger hat. Hingegen richten sozialwissenschaftliche Zugänge einen analytischen Blick auf das Phänomen Vertrauen – so etwa auf die Frage nach der Funktion von Vertrauen für das alltägliche Handeln. Vertrauen kann als eine wichtige soziale Ressource bestimmt werden, um Unsicherheitsmomente bzw. Nicht-Wissen zu überbrücken und Entscheidungen treffen zu können. Vertrauen wird dann als „riskante Vorleistung“ notwendig, um handlungsfähig zu bleiben, und fungiert, wie es der Soziologe Niklas Luhmann fasst, als „Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität“. Faktisch: Generell, spezifisch und persönlich Vertrauen wird nicht nur Personen entgegengebracht, sondern auch als generalisiertes Vertrauen abstrakten Systemen, wie z. B. technischen Apparaturen und Verfahrensabläufen, Ausbildungsinstitutionen, Kommunikationsmedien, Marken oder Expert*innensystemen. Gründet sich das Vertrauen auf persönliche Eigenschaften oder individuelle Verhaltensweisen von Personen, spricht man von personalem Vertrauen. Vertrauen, das den Vertreter*innen abstrakter Systeme und ihrer fachlichen Expertise entgegengebracht wird, wird hingegen als spezifisches Vertrauen bezeichnet. In der Jugendarbeit zeigen sich alle drei Formen des Vertrauens: generalisiertes Vertrauen in die Soziale Arbeit als Expert*innensystem und ihre Leistungsfähigkeit oder in eine bestimmte Bildungseinrichtung, deren Angebot genutzt wird. Spezifisches Vertrauen wird den konkret beteiligten Professionellen der Jugendarbeit entgegengebracht und bezieht sich auf deren fachliche Kompetenzen. Professionelles Handeln in der Jugendarbeit bewegt sich jedoch im Spannungsfeld von berufsförmigem Handeln und Teilnahme an jugendlicher Freizeit und damit verknüpften lebenspraktischen Themen und Problemen. Es verbindet Elemente spezifischer, rollenförmiger sowie diffuser Sozialbeziehungen, um aufbauend auf Nähe zu den Jugendlichen professionelle Beratungsangebote etablieren zu können. Daher spielt insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit auch die Form des personalen Vertrauens eine Rolle, die hingegen für andere professionelle Kontexte (wie z. B. in der Arzt*Ärztin-Patient*innen-Beziehung) kaum relevant ist.
FOTO: privat
Vertrauen
Grundlegend: Freiwillig und verantwortungsbewusst In der Pädagogik lassen sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert Ansatzpunkte für die Bedeutsamkeit von Vertrauen in pädagogischen Beziehungen finden. So setzt die von Rousseau, Kant und Herbart u.a. vertretene Idee der Bildsamkeit des Menschen ein grundlegendes Vertrauen in die Bildungsfähigkeit des Subjekts voraus. Der junge Mensch wird als ein sich entwickelndes Wesen begriffen, das durch Erziehung und Bildung einen Menschwerdungsprozess zu durchlaufen hat. Neben dieses anthropologische Vertrauen in das Kind und seine Bildungsfähigkeit tritt im Konzept des „pädagogischen Bezugs“ von Herman Nohl die Vorstellung, dass Erziehungsprozesse nur wirksam werden oder überhaupt stattfinden können, wenn das Kind den Professionellen Vertrauen entgegenbringt und sich deren Autorität freiwillig unterordnet. Die Anerkennung der Autorität der Erziehenden durch das Kind kann nicht zwangsweise hergestellt, sondern von diesen nur erworben werden, indem diese sich der Verantwortung des Erziehungsauftrags bewusst sind und sich das Vertrauen des Kindes erwerben. Handlungsorientiert: Interaktiv, autonom und selbst bestimmt Hier zeigt sich auch der Prozesscharakter der Vertrauensbildung: Entstehung und Aufbau von Vertrauensbeziehungen vollziehen sich in Interaktionsprozessen schrittweise durch wechselseitige Vertrauensvorschüsse. Die Pädagog*innen müssen den Jugendlichen signalisieren, dass sie in ihre Entwicklungsfähigkeit hin zu Autonomie und Selbstbestimmung vertrauen und ihnen Bewährungsräume zur Verfügung stellen, in denen sich diese als vertrauenswürdig zeigen können – etwa durch den schrittweise
Melanie Fabel-Lamla
stattfindenden Verzicht auf Kontrolle oder das Übertragen von Verantwortungsbereichen. Angesichts der asymmetrischen Beziehung mit Blick auf die Generationendifferenz, Wissensbestände und Definitionsmacht bezüglich der zu verhandelnden Probleme müssen Jugendliche wiederum darauf vertrauen, dass die Jugendleitung ihre überlegene Position nicht ausnutzt. Wenn sich das gegenseitig geschenkte Vertrauen wiederholt bewährt, kann sich das Vertrauensverhältnis stabilisieren. Vertrauen muss aber durch Vertrauensarbeit weiter gepflegt und immer wieder bekräftigt werden, und im Falle von Misstrauensmomenten und Vertrauensbrüchen bedarf es gezielter Anstrengungen, um Vertrauenswürdigkeit nach und nach wiederherzustellen. Paradox: Riskant und instrumentell Die Annahme von Nohl, dass Vertrauen grundlegend und konstitutiv für pädagogische Beziehungen und Arbeitsbündnisse ist, wird bis heute geteilt. Insbesondere professionstheoretische Ansätze hinterfragen jedoch eine unreflektiert positive Bezugnahme auf Vertrauen und analysieren die Funktion des Vertrauens in der Beziehung zwischen den Professionellen und ihren Adressat*innen sowie die Herausforderungen der Vertrauensbildung. So zeigt Fritz Schütze, dass Vertrauen eine interaktionslogisch notwendige Voraussetzung für kooperatives, problembearbeitendes Handeln in der Professionellen-Klient*innen-Beziehung ist, macht aber auch auf die mit den Paradoxien professionellen Handelns verbundenen Gefahrenpotenziale für die Vertrauensbeziehung aufmerksam. Nicht zuletzt die 2010 angestoßene Debatte um sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch Professionelle in pädagogischen Institutionen hat offenbart, dass das Vertrauenschenken zum Risiko und das Vertrauen von Schutzbefohlenen instrumentalisiert und missbraucht werden kann. In modernen, komplexen Wissensgesellschaften kommt dem aktiven Vertrauen zwischen Akteur*innen und abstrakten Systemen eine immer größere Rolle für das Funktionieren und die Stabilität sozialer Zusammenhänge zu. Angesichts der Pluralisierung von Wissensformen und der Ausdifferenzierung von Expert*innenwissen müssen wir ständig zwischen Alternativen wählen und aktiv entscheiden, wem oder was wir vertrauen. Institutionen und Expert*innensysteme sind wiederum verstärkt gefordert, Vertrauen herzustellen und beständig wachzuhalten. In diese gesellschaftlichen Veränderungsprozesse ist auch die Jugendarbeit einbezogen: Sie muss stärker ihre Vertrauenswürdigkeit und Leistungsfähigkeit sowohl gegenüber der Gesellschaft als auch gegenüber ihren Adressat*innen unter Beweis stellen und Jugendarbeiter*innen müssen aktiv Vertrauen herstellen. Das Wissen um die Bedeutung von Vertrauen in pädagogisch-professionellen Beziehungen, um verschiedene Vertrauensformen, die prozessuale Struktur von Vertrauensbildungsprozessen und die paradoxe Struktur professionell-pädagogischen Handelns kann dazu beitragen, die vorherrschende unreflektiert positive Konnotation von Vertrauen in pädagogisch-professionellen Prozessen zu überwinden und die notwendige Vertrauensarbeit im Arbeitsbündnis reflexiver zu gestalten, ohne dabei Vertrauen zu instrumentalisieren und damit wiederum möglicherweise Vertrauensgrundlagen zu untergraben. Melanie Fabel-Lamla Dr.in Melanie Fabel-Lamla ist Professorin am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Hildesheim, u. a. befasst sie sich mit den Arbeitsbereichen Vertrauensforschung und interprofessionelle Kooperationen. Dieser Beitrag erschien zuerst im Dezember 2018 in der Zeitschrift „juna“ des Bayerischen Jugendrings (BJR).
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Vertrauen
Vertrauenskultur in der Jugendgruppe „Vertrauen ist der Anfang von allem“ – so lautet ein bekannter Werbeslogan einer deutschen Bank. Und obwohl wir es hier mit der berüchtigten Werbesprache zu tun haben, wohnt dieser Aussage viel Wahrheit inne. Ohne Vertrauen könnten wir keine Beziehungen führen, keine Kinder erziehen und keine Arbeit ordentlich erledigen. Nur durch Vertrauen auf allen Seiten kann der Mensch ein vollständiger Bestandteil des großen Ganzen sein. Dies gilt natürlich auch für Jugendgruppen, und zwar sowohl innerhalb der Gruppe selbst (also unter den Jugendlichen) als auch unter den Jugendbetreuer*innen bzw. Mitarbeiter*innen. Es muss eine Vertrauenskultur zwischen den Menschen geschaffen werden, damit sich alle in ihrer Rolle wohl fühlen und sich optimal entwickeln können.
sind nicht bereit, selbst genügend Vertrauen in andere zu legen, fordern aber genau dieses Vertrauen von anderen ein. Ein Vorhaben, das einfach nicht aufgehen kann. Die Schwierigkeit, Vertrauen aufzubauen, hat viel mit dem Verlust von Kontrolle zu tun. Menschen, die Vertrauen in andere haben, geben damit einen Teil der Kontrolle über ihr Leben ab. Wer in der Vergangenheit mit diesem Kontrollverlust bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat, für den ist der neuerliche Vertrauensaufbau noch schwerer zu bewerkstelligen. Das Vertrauen wird in einem solchen Fall weitgehend durch Misstrauen abgelöst. Misstrauen entsteht also durch schlechte Erfahrungen in Verbindung mit den entsprechenden Ängsten, die dadurch ausgelöst werden.
Was bedeutet Vertrauenskultur? Unter Vertrauenskultur verstehen wir ein Klima des Vertrauens, egal ob in einem Unternehmen, an einer Schule oder in der Jugendgruppe. Ist die Vertrauenskultur vorhanden und entsprechend ausgeprägt, so wissen alle, dass man nicht nur sich selbst, sondern auch jedem anderen Mitglied der Gruppe inklusive der Erziehungs- bzw. Aufsichtspersonen oder – in Unternehmen – den Vorgesetzten ebenso vertrauen kann. Eine solche Vertrauenskultur ist das Ziel, welches mit entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden kann. Oft spricht man von einem „eingeschworenen Team“, wenn es um Menschen geht, die einander gegenseitig vertrauen und deren Verhältnis von ebendiesem Vertrauen und von Offenheit geprägt ist. Leider ist dies heutzutage nicht selbstverständlich. Im Gegenteil: In vielen Schulen, Unternehmen und auch Jugendgruppen beherrschen Misstrauen, Egoismus und gegenseitige Schuldzuweisungen das Bild – also genau das Gegenteil einer Vertrauenskultur.
Wie kann eine Vertrauenskultur in der Jugendgruppe entwickelt werden? Zunächst einmal gilt: Jeder Mensch besitzt ein sogenanntes Grundvertrauen, ohne das er gar nicht lebensfähig wäre. Wir vertrauen beispielsweise darauf, dass uns nicht jeder Mensch, dem wir in unserem Alltag begegnen, gleich etwas Böses möchte. Leider schwindet dieses Grundvertrauen in unserer Gesellschaft immer mehr, dazu tragen auch wirtschaftliche und weltpolitische Ereignisse ihren Teil bei, aber auch ganz persönlich gemachte negative Erfahrungen und Enttäuschungen mit Menschen aus dem persönlichen Umfeld. Das Grundvertrauen reicht jedoch nicht aus, um innerhalb einer Gruppe oder Institution eine Vertrauenskultur zu schaffen. Um dies zu erreichen, müssen drei grundsätzliche Dinge getan werden: • Eine ausreichend große Zahl von Mitarbeiter*innen muss freiwillig in „Vorleistung“ gehen, um eine Verbesserung der Vertrauenskultur zu erreichen. Diese Vorleistung besteht zum Beispiel darin, auf eigene Vorteile bis zu einem gewissen Maß zu verzichten und mutiger mit unangenehmen Themenbereichen umzugehen. Machtspielchen und das Verfolgen von „Eigeninteressen“ sind hier kontraproduktiv. • Die Gruppe muss davon überzeugt werden, den eingeschlagenen Kurs auch bei Rückschlägen und Enttäuschungen weiterhin beizubehalten. Das bedeutet: Die Vorreiter*innen müssen ihre Aufgabe äußerst ernst nehmen und auch dann
Warum ist es so schwer, Vertrauen zueinander zu haben bzw. zu finden? Viele Menschen verhalten sich so, als ob der Grad von Vertrauen in einem sozialen Gefüge grundsätzlich von ihnen nicht beeinflussbar wäre. Dabei wird Vertrauen allenthalben gefordert, nur meist eben vom Gegenüber. Das bedeutet: Viele Menschen
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weiterführen, wenn sich andere Mitglieder der Gruppe nicht bzw. nicht sofort in die entsprechenden Veränderungen einklinken. Heißt nichts anderes als „Klarheit“, „Zielstrebigkeit“, „Eindeutigkeit“ und nicht gleich bei jedem Problem ins Wanken zu kommen. • Zu guter Letzt muss ein Weg gefunden werden, mit jenen Menschen umzugehen, die sich auch dauerhaft weigern, ihren Beitrag zur Vertrauenskultur zu leisten. Dies kann sich als echte Gratwanderung entpuppen. Auf der einen Seite sollte ein entsprechender Druck auf diese Menschen ausgeübt werden, um doch noch eine Verhaltensänderung herbeizuführen, andererseits darf keine tiefe Kluft zwischen den vermeintlichen „Gutmenschen“ und den „Störenfrieden“ geschaffen werden. Dies würde sich wiederum negativ auf das Gruppenklima und somit auch auf die Vertrauenskultur auswirken. Sind diese Voraussetzungen gegeben und der Aufbau der Vertrauenskultur wird dauerhaft fortgeführt, so wird sich letztendlich auch der gewünschte Erfolg einstellen. Übersicht: Vertrauensfaktoren/Misstrauensfaktoren Vertrauen wird innerhalb einer Gruppe gefördert durch: • Uneigennützigkeit • Offenheit • Mut zu Veränderungen • Kommunikation • Positive Erfahrungen Misstrauen wird innerhalb einer Gruppe gefördert durch: • Übertriebenes Eigeninteresse • Schuldzuweisungen • Unehrlichkeit • Mangelnde Kommunikation • Angst • Machtspiele Umsetzung in der Jugendarbeit In einer Jugendgruppe gibt es die Gruppenmitglieder und die Gruppenleitung. Zum einen ist es das Ziel, eine Vertrauenskultur unter den Jugendlichen zu schaffen, aber auch eine Vertrauenskultur zwischen Gruppenteilnehmer*innen und Gruppenleitung. Wie wir gerade ausgeführt haben, gibt es verschiedene Faktoren, die Vertrauenskiller sind, und andere Faktoren, die ein Vertrauen zueinander fördern.
Vertrauen
Eine Vertrauenskultur aufzubauen dauert sehr lange, es geht aber rasend schnell, diese wieder zu zerstören. Jede*r wird hier Beispiele aus seinem*ihrem bisherigen Leben nennen können. Oft in kritischen Situationen, gerade dann, wenn man sich auf jemand anderen verlassen muss, lässt diese*r einen im Stich. Da ist die Jacke näher als die Hose. Solche negativen Erfahrungen oder Enttäuschungen bleiben sitzen, stärken die Vorsicht gegenüber anderen Menschen und verhindern „sich zu öffnen“, sich (nochmals) zu vertrauen. Vertrauensspiele, Kooperationsspiele, Spiele ohne Sieger*innen und Verlierer*innen oder auch erlebnispädagogische, mehrtägige Maßnahmen sind typische Programmpunkte, um eine Vertrauenskultur innerhalb der Gruppe bzw. zur Gruppenleitung aufzubauen und auch ganz bewusst darüber zu sprechen. Natürlich ist es wichtig, dass der jeweiligen Gruppenleitung die positiven wie negativen Einflussfaktoren bezüglich des Aufbaus einer Vertrauenskultur bekannt sind. Das Wesen der Gruppenleitung spielt hier eine entscheidende Rolle. Je ehrlicher, aufrichtiger, je entschiedener und fairer in Konflikten, desto mehr Reputation und Vertrauen wird aufgebaut. Auch die Art und Weise zu kritisieren oder wie die Gruppenleitung über andere (Gruppenteilnehmer*innen oder Menschen) spricht, ist wichtig. Fazit Der Aufbau von Vertrauen ist eines der schwierigsten Themen im Zusammenleben. Negative Erfahrungen, Ängste und Misstrauen verhindern oftmals, dass man anfängt, anderen zu vertrauen. Aber wenn man nicht bei sich selbst damit beginnt, dann wird es schwierig. Warum, weshalb und wieso es manchmal nicht gelingt, eine Vertrauenskultur aufzubauen bzw. am Leben zu halten, ist oftmals ziemlich kompliziert zu erklären und bedarf etwas psychologischen Background. Doch eine Gruppen-, Jugend- und Vereinsarbeit ohne Vertrauen, ohne Vertrauenskultur wird nur kurzfristig Bestand haben. Wer die Gruppenmitglieder ernst nimmt, diesen fair und offen begegnet, keine Angst vor Konflikten hat und nie negativ (und hinten rum) über andere spricht, der wird Vertrauen aufbauen. Mein Tipp: Sprecht über die Vertrauenskiller und über die Faktoren, die Vertrauen fördern. Sprecht über die Gründe und bisherigen Erfahrungen, warum es oft so schwer ist, sich gegenseitig zu vertrauen. Hans Hirling über 30 Jahre in der Jugend- und Freizeitarbeit tätig Der Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung von praxis-jugendarbeit.de – Spiele, Ideen und Beiträge zur Jugendarbeit.
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Desillusioniert: Über die Kultur des Delegierens In den letzten Jahrzehnten brachte die digitale Revolution massive sozio-kulturelle Änderungen in unserer Gesellschaft mit sich, wobei sich besonders das „Erleben“ sowie die Kommunikationsmuster zwischen den Menschen, innerhalb der Familien aber auch in der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine geändert haben und somit auch den zwischenmenschlichen Umgang beeinflussen. Begriffe wie Delegierung, Harmoniebedürfnis und Beziehung sind in dieser Diskussion wohl Kernbegriffe, welche es zu definieren gilt. Kultur des Delegierens Die KI wurde deshalb erfunden, um uns Arbeits- und Denkprozesse abzunehmen, die als belastend bzw. zeitraubend empfunden werden. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Apps und Algorithmen erfunden: Selbstfahrende Autos, Google Maps, telematische Temperaturregler, Online-Kalender, Online-Vormerkungen, automatische Staubsauger oder Rasenmäher, Tinder oder Börseninvestitionstools. In vielen Bereichen des Lebens haben wir uns bereits an diese Realität gewöhnt, man nehme z. B. Google Maps, wo man sich voll und ganz auf den Algorithmus des Programms verlässt und sich leiten lässt. Oder auch die Strom- und Gasrechnung, die man nun mithilfe des InternetBankings gemütlich vom Wohnzimmer aus begleichen kann. Seit 2007 (erstes Social-Media-Programm Facebook geht online) sind fast 20 Jahre vergangen, in denen diese KI-Algorithmen immer besser und präziser wurden.
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Schon längst sind wir daran gewöhnt, unsere Orientierung an digitale Mappen oder unsere Rechnungen an digitale Daueraufträge abzutreten. Grundsätzliche Entscheidungen nimmt mir der Algorithmus ab. Wir können uns auf diese künstlichen Intelligenzen verlassen. Sie machen weniger Fehler als Menschen. Wir können Kontrolle abgeben. Wir können diese Verantwortung endlich delegieren und uns um angenehmere Aspekte des Lebens kümmern. Wir haben eine*n Lebens„Sekretär*in“ geschaffen! Somit haben sich in den letzten 20 Jahren unser Gehirn, unsere Kommunikation, unsere Fähigkeiten verändert. Wir sind nicht mehr bereit, Zeit und Energie für gewisse Tätigkeiten oder Denkprozesse aufzubringen. Wir haben diese in den letzten Jahrzehnten auch teilweise verlernt, weil sie nicht mehr notwendig scheinen. Somit entwickelt sich eine kognitive Tendenz, jene Denk- und Arbeitsprozesse, welche als aufwendig, anstrengend oder energiekonsumierend gesehen werden, zu externalisieren, also zu delegieren. Da sich diese Tendenz jedoch nicht nur auf die Arbeitswelt limitiert, sondern auch Auswirkungen auf das gesellschaftliche und familiäre Zusammenleben hat, kann beobachtet werden, dass Themen/Probleme/Dynamiken, welche früher innerhalb der bestehenden gesellschaftlichen Systeme (Familie, Nachbarschaft, Freundschaften) reguliert wurden, nun an professionelle Dienste abgegeben werden, die sich traditionell um zwischenmenschliche Beziehungen kümmern. Es hat sich somit schleichend die Einstellung entwickelt, dass alles, was mit Anstrengung und Frustration verbunden ist, also auch zwischenmenschliche Konflikte, Erziehung – kurzgesagt: Alles, was mich von meinen hedonistischen Aktivitäten ablenkt – externalisiert werden kann. Somit werden Familienberatungsstellen, psychologische Dienste, Neuropsychiatrien des Kindes- und Jugendalters, Schulen oder Suchtdienste nun mit Themen konfrontiert, welche vormals meist innerhalb der Familiensysteme geregelt wurden. „Mein Sohn möchte die elterlichen Regeln nicht akzeptieren, wir bitten um einen Termin.“ „Meine Tochter ist 14 Jahre alt und hat Stimmungsschwankungen, bitte ein Termin.“ Dienste, die sich vormals mit klinischen Fragestellungen und medizinischen Interventionen für klinische Problematiken organisiert hatten, sehen sich heutzutage vermehrt damit konfrontiert, familiäre/pubertäre Streitigkeiten zu schlichten, wo keine Pathologien erkennbar sind, lediglich eine Karenz an elterlicher Kompetenz, welche an diese neue Denkweise anlehnt. Kultur der Harmonie und Änderung der Kommunikationsmuster „Nach acht Stunden Arbeit möchte ich mich nicht noch mit meinem Sohn zwei Stunden wegen dem Handy herumstreiten müssen.“ Auch in dieser Aussage ist die Tendenz einer neuen Denkweise sichtbar: Nachdem man die eigene gesellschaftliche Pflicht getan und Feierabend hat, möchte man diesen auch
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FOTO: KI-generiert
Oskar Giovanelli
genießen. Jegliche Interferenz in die eigene Freizeit wird als Störung der wohlverdienten Harmonie angesehen. Da man das Geld hat aber nicht die Geduld, bezahlt man lieber eine*n Pädagog*in oder Psycholog*in, der/die das Problem mit dem eigenen Sohn klärt. Nehmen wir das Beispiel dieses Familienvaters, um die Änderung der Kommunikation zu erklären. Es gibt keine Kommunikation ohne ein Ziel. Kommunikation zielt immer darauf ab, gewisse Ziele/Bedürfnisbefriedigungen zu erreichen. Während sich Kommunikation ursprünglich immer entweder an Personen oder an den Inhalten orientiert hat, öffnet KI und digitale Kommunikation nun die Möglichkeit, sich lediglich am „Prozess“ zu orientieren. Personenorientierte Kommunikation richtet sich primär an den/die Gesprächspartner*in. Besonders im Jugendalter, wenn der soziale Vergleich noch wichtig für das Selbstwertgefühl ist, ist die Reaktion des Gegenübers für die Kommunikation ausschlaggebend. Inhaltsorientierte Kommunikation richtet sich primär an die Inhalte der Kommunikation, der/die Gesprächspartner*in ist zweitrangig (z. B. man geht zu einem Vortrag, da man am Inhalt interessiert ist, nicht an der Person, die vorträgt). Prozessorientierte Kommunikation hingegen richtet sich ausschließlich an die Befriedigung der Bedürfnisse. Das Gegenüber sowie auch die Inhalte werden in den Hintergrund geschoben. Einzig die Dopaminausschüttung zählt (z. B. Doom-Scrolling). In unserem Beispiel ist das Ziel des Familienvaters nicht eine inhaltliche Diskussion mit dem Sohn über das Streitthema (inhaltsorientiert) und genauso wenig die Aufrechterhaltung der Beziehung zum Sohn (personenorientiert), sondern lediglich die Beilegung der Streitigkeiten bzw. die Eliminierung des Stressfaktors. Unser Alltag ist gespalten. Alle strukturierten Tätigkeiten, wie z. B. Arbeiten, Einkaufen, Putzen, Kochen, Waschen, Staubsaugen, Rasen Mähen etc., werden vermehrt als Zugeständnisse an die Welt gesehen, die diese Pflichten einfordert. Alle Freizeitaktivitäten, welche uns Freude bereiten und unser Stammhirn mit Dopaminausschüttungen befriedigen, wie z. B. Spielen, Sport, Wandern, mit Freund*innen Ausgehen, Essen, in Ferien
Gehen etc., werden hingegen als selbstverständliches Grundrecht eingefordert. So wird jeglicher Ausbruch aus der dopaminergen Befriedigung als vermeidbarer Denk- oder Arbeitsaufwand gesehen und wird an die zuvor genannte KI-Logik ausgelagert. Alles, was das Wohlbefinden/den Spaß/die Erholung stört, wird als Unterbrechung gesehen. Das könnte auch als Vermeidungsverhalten angesehen werden: de facto werden prokrastinierende oder untätige Jugendliche von Eltern oft als „faul“ bezeichnet. Da das ständige Bedürfnis nach oder Verweilen in Harmonie auch eine Abnahme der Coping-Strategien mit sich bringt, führt dies dazu, dass die Menschen immer weniger die Skills erlernen, die für die Entwicklung einer Frustrationstoleranz notwendig sind. Bereits erlernte Skills können leider auch wieder verlernt werden. Dies betrifft somit nicht nur die jungen Generationen, sondern ebenso die Generation der Eltern. Interpassivität Doch die Entwicklung der Kultur des Delegierens beschränkt sich nicht nur auf unangenehme Tätigkeiten, sondern hat bereits damit begonnen, unsere Interessen und unser Freizeitverhalten zu beeinflussen. Man denke nur an Routenplanungen auf Google-Maps, Playlists auf Spotify, die „persönliche“ Auswahl auf Netflix, automatische Likes, Benachrichtigungen und Feeds. Ein Algorithmus „erlebt“ meine Auswahl an meiner Stelle. Dieses Konzept ist nicht neu und bereits seit den späten 1970er Jahren als Interpassivität (Robert Pfaller, Slavoj Zizek) bekannt. Das klassische Beispiel hierfür sind amerikanische Sitcoms mit eingespielten Lachern. Der Fernseher lacht für mich, der/die Zuschauer*in bleibt passiv, die emotionale Reaktion wurde bereits übernommen. In weiterer Folge bedeutet dies aber, dass die Auswahl unserer Erlebnisse und zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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Vertrauen
somit Erfahrungen fremdgesteuert wird und wir die Fähigkeit verlieren, pro-aktiv und kreativ zu sein. Unser Hirn wird nicht mehr gefordert, selbst Entscheidungen zu treffen oder Interessen zu entwickeln. Menschen, die ab 2007 geboren wurden, wachsen mit diesen Tools auf und brauchen eigentlich keine Eigeninitiative mehr. Das wirkliche Problem jedoch ist wohl jenes, dass unsere Interessen, und wohin sich unser Leben entwickelt, nun von körperfremden Einheiten entschieden werden, die wiederum eigene Interessen verfolgen. Wir verlernen Entscheidungen zu treffen. Das führt zu Prokrastination und Stillstand ohne externe Motivationen. In weiterer Folge zu psychologischen Krisen, da eine persönliche Ineffizienz wahrgenommen wird. Laut WHO Europa (2023) geben 25 % der 15-jährigen Mädchen und 13 % der Jungen an, sich meistens allein zu fühlen, dies stellt einen Risikofaktor für Depressionen und Schlafstörungen dar. 33 % der europäischen Jugendlichen leiden an Angstzuständen. Von der Beobachtungsstelle für emotionale und psychische Störungen der EU wurde im Dezember 2025 eine Studie veröffentlicht, welche diese Entwicklung in direkten Zusammenhang mit der Nutzung Sozialer Medien stellt, da durch diese sozialer Druck und stereotype Geschlechtererwartungen verstärkt werden. Wir müssen die Verbindung zwischen Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht bringen. Rückbesinnung auf analoge Tätigkeiten und die Generierung von Erlebnissen in der realen Welt sind in der nächsten Zukunft wohl die beste Prävention. Oskar Giovanelli Psychotherapeut, Suchttherapeut und Koordinator des Dienstes YoungHANDS
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Vertrauen in der (und in die) Offene Jugendarbeit
Warum junge Menschen Räume brauchen, die ihnen etwas zutrauen Vertrauen ist eine der zentralen Grundlagen der Offenen Jugendarbeit (OJA) und zugleich etwas, das sich nicht einfach so herstellen lässt. Es entsteht in Beziehungen, im gemeinsamen Alltag und vor allem dort, wo jungen Menschen tatsächlich etwas zugetraut wird. Und das braucht Zeit. Gerade in der Offenen Jugendarbeit, die auf Freiwilligkeit, Beziehung und Partizipation basiert, zeigt sich Vertrauen nicht in großen Konzepten, sondern in konkreten Entscheidungen: Wer entscheidet, was im Jugendzentrum passiert? Wer darf ein Konzert organisieren? Wer bekommt einen Schlüssel für den Jugendraum? Und wie gehen wir damit um, wenn dabei nicht alles reibungslos läuft? Jungen Menschen Vertrauen zu schenken bedeutet, ihnen mehr zuzutrauen als bloße Teilnahme. Es bedeutet, ihnen Verantwortung zu übergeben und auszuhalten, dass nicht alles kontrollierbar ist. Genau darin liegt jedoch eine große Chance. Wenn Jugendliche Räume selbst verwalten, Veranstaltungen organisieren oder eigene Projekte umsetzen dürfen, erleben sie, dass ihr Handeln Wirkung hat. Sie erfahren Selbstwirksamkeit: das Gefühl, etwas bewegen und gestalten zu können. Diese Erfahrungen sind besonders wertvoll in einer Zeit, in der viele junge Menschen häufig das Gefühl haben, dass über sie entschieden wird, ohne dass sie selbst Einfluss nehmen können. In vielen Jugendzentren zeigt sich immer wieder, wie stark junge Menschen an Aufgaben wachsen können, wenn man ihnen etwas zutraut. Jugendliche, die zunächst „nur“ Besucher*innen eines offenen Treffs waren, übernehmen plötzlich Verantwortung für Veranstaltungen, kümmern sich um Technik, Werbung oder Ablaufpläne und lernen dabei ganz nebenbei Organisation, Kommunikation und Konfliktlösung. Andere gestalten selbstständig Workshops oder übernehmen Verantwortung für bestimmte Bereiche im Jugendzentrum. Solche Prozesse brauchen Zeit und Begleitung, aber sie schaffen oft eine starke Identifikation mit dem Ort und der Gemeinschaft.
Vertrauen
Simon Feichter
Ulrich Deinet beschreibt Offene Jugendarbeit als Raum der Aneignung. Jugendliche sollen Räume nicht nur konsumieren, sondern sie sich aktiv aneignen und mitgestalten können. Dafür braucht es Freiräume und Erwachsene, die bereit sind, Kontrolle zu teilen. Auch Benedikt Sturzenhecker betont, dass echte Partizipation nur dort möglich ist, wo junge Menschen tatsächlich Einfluss nehmen können. Beteiligung bedeutet nicht nur, nach Meinungen zu fragen, sondern Verantwortung und Entscheidungsmöglichkeiten abzugeben. Vertrauen wird damit zu einer demokratischen Praxis. Gleichzeitig ist Vertrauen nie risikofrei. Wer Verantwortung überträgt, muss akzeptieren, dass Fehler passieren. Vielleicht wird ein Raum nicht ordentlich hinterlassen, eine Veranstaltung schlecht organisiert oder eine Abmachung nicht eingehalten. Solche Situationen gehören zur Realität der Offenen Jugendarbeit. Die Herausforderung besteht darin, Fehler nicht sofort als Beweis dafür zu sehen, dass Vertrauen „nicht funktioniert“, sondern als Teil von Lernprozessen. Junge Menschen lernen Verantwortung nicht durch Kontrolle, sondern indem sie Verantwortung tatsächlich übernehmen dürfen. Für Fachkräfte bedeutet das oft, Spannungen auszuhalten. Zwischen Freiraum und Aufsichtspflicht, zwischen Chaos und Struktur, zwischen Vertrauen und Absicherung. Es braucht professionelle Einschätzung und klare Rahmenbedingungen, aber auch die Bereitschaft, Unsicherheiten zuzulassen. Vertrauen bedeutet nicht, Jugendliche allein zu lassen, sondern sie zu begleiten, ohne jeden Schritt vorzugeben. Dabei stellt sich auch die Frage, wem wir eigentlich Vertrauen schenken. Häufig bekommen jene Jugendliche Verantwortung, die ohnehin als verlässlich gelten. Gerade die Offene Jugendarbeit hat jedoch den Anspruch, auch jungen Menschen Chancen zu eröffnen, die andernorts oft Misstrauen erfahren. Vertrauen kann hier eine enorme Wirkung entfalten. Wenn Jugendliche er-
leben, dass ihnen trotz Fehlern oder schwieriger Erfahrungen etwas zugetraut wird, kann das Beziehungen stärken und neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Vertrauen ist jedoch keine Einbahnstraße. Nicht nur junge Menschen brauchen Vertrauen, sondern auch die Offene Jugendarbeit selbst ist darauf angewiesen. Damit Jugendarbeit langfristig gute Beziehungen aufbauen und verlässliche Räume für junge Menschen schaffen kann, braucht sie Vertrauen von Seiten der Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Offene Jugendarbeit wirkt oft langfristig und nicht immer sofort sichtbar. Manchmal sind Jugendzentren voll, manchmal werden sie weniger genutzt. Doch gerade darin liegt ihre Bedeutung: Sie sind da, wenn junge Menschen sie brauchen. Diese Orte dürfen deshalb nicht ständig unter Rechtfertigungsdruck stehen oder nur nach kurzfristigen Nutzungszahlen bewertet werden. Junge Menschen brauchen verlässliche Räume, die bleiben – Orte, an denen Beziehungen wachsen können und an denen sie willkommen sind, auch wenn sie vielleicht eine Zeit lang nicht auftauchen. Vertrauen in die Offene Jugendarbeit bedeutet daher auch, ihre Arbeit langfristig abzusichern und ihr die Stabilität zu geben, die sie braucht, um jungen Menschen Stabilität bieten zu können. Simon Feichter netz | Dachverband Offene Jugendarbeit Literatur Deinet, Ulrich/Sturzenhecker, Benedikt (Hrsg.): Handbuch Offene Kinder- und Jugendarbeit. Springer VS. Deinet, Ulrich: Sozialräumliche Jugendarbeit. Grundlagen, Methoden und Praxiskonzepte. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Sturzenhecker, Benedikt: Texte zur demokratischen Partizipation in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. BAG OKJE: Fachpositionen zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit und Partizipation.
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Turbo Tagung Siegerprojekte im Waltherhaus Bozen am 27.03.2026 mit Landesrat Philipp Achammer und Amtsdirektor Konrad Pamer
Vertrauen
Von der Jugendbefragung zum Jugendhaushalt? Erfahrungen aus der ersten Umsetzung von Turbo Jugendliche erleben Politik heute häufig über soziale Medien. Dort dominieren Konflikte, gegenseitige Vorwürfe und Polarisierung. Umfragen zeigen, dass das Vertrauen in politische Institutionen sinkt und viele junge Menschen kaum Berührungspunkte mit der Gemeindepolitik haben. Die eigene Gemeinde wird selten als Ort wahrgenommen, an dem sie selbst etwas verändern können. Dabei schlummert in jungen Menschen ein großes Potenzial, ihre Gemeinde mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Dieses Potenzial entfaltet sich jedoch nicht von selbst. Es braucht Gelegenheiten, bei denen junge Menschen erleben, dass ihre Ideen ernst genommen werden und Wirkung entfalten können. Demokratische Bildung entsteht nicht allein durch Information, sondern vor allem durch Erfahrung. Jugendbefragungen liefern wertvolle Hinweise auf die Bedürfnisse junger Menschen. Der Jugendhaushalt überträgt ihnen Verantwortung für den Einsatz öffentlicher Mittel. Turbo ist ein Beteiligungsinstrument, bei dem Gemeinden ein Budget zur Verfügung stellen, über dessen Verwendung nicht der Gemeinderat oder der Gemeindeausschuss sondern 14- bis 25-Jährige entscheiden. Ideen können von allen Bürgerinnen und Bürgern eingereicht werden, abgestimmt wird jedoch ausschließlich von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Mit Turbo wurde das Instrument erstmals in Südtirol umgesetzt. Fünfzehn Gemeinden stellten Budgets zwischen 30.000 und 60.000 Euro zur Verfügung. Rund 370 Ideen wurden eingereicht und etwa jede vierte wahlberechtigte Person beteiligte sich an der Abstimmung.
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Mitdenken statt sich zu beschweren Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der ersten Umsetzung von Turbo ist, dass Beteiligung nicht erst mit der Abstimmung beginnt, sondern bereits mit dem Einreichen von Ideen. Wer selbst einen Vorschlag entwickelt, beschäftigt sich automatisch mit der eigenen Gemeinde. Was fehlt jungen Menschen? Welche Orte könnten besser genutzt werden? Welche Angebote würden tatsächlich angenommen werden? Dieses Mitdenken verändert die Rolle junger Menschen. Sie werden von Konsumentinnen und Konsumenten zu Mitgestalterinnen und Mitgestaltern ihres Lebensumfeldes. Beteiligung bedeutet damit nicht nur, zwischen fertigen Vorschlägen auszuwählen, sondern Verantwortung für die Entwicklung der eigenen Gemeinde zu übernehmen. Damit dieser Prozess gelingt, braucht es möglichst offene Zulassungskriterien. Je vielfältiger die eingereichten Ideen sind, desto spannender wird die Diskussion und desto höher ist in der Regel auch die Wahlbeteiligung. Projekte müssen dabei weder besonders innovativ noch außergewöhnlich sein. Entscheidend ist, dass transparent erklärt wird, warum eine Idee zugelassen oder abgelehnt wird. Ebenso wichtig ist, dass nicht nur junge Menschen Ideen einreichen können. Erwachsene, Vereine oder Initiativen bringen häufig Perspektiven ein, auf die Jugendliche selbst nicht kommen würden. Da ausschließlich junge Menschen über die Umsetzung entscheiden, bleibt gewährleistet, dass die ausgewählten Projekte ihren Bedürfnissen entsprechen.
Vertrauen
Florian Pallua
Glaubwürdigkeit entsteht nach der Wahl In den Gesprächen mit Jugendlichen wurde deutlich, dass viele grundsätzlich bereit sind, sich zu beteiligen. Gleichzeitig bestehen Zweifel, ob nach einer Abstimmung tatsächlich etwas passiert. Die Glaubwürdigkeit eines Beteiligungsprozesses steht und fällt mit der transparenten Ablehnung von Ideen bzw. der zuverlässigen Umsetzung der gewählten Siegerprojekte. Auf der Turbo-Webseite werden nach der Abstimmung die Fortschritte aller Vorhaben sichtbar gemacht. Junge Menschen können jederzeit nachvollziehen, was bereits erfolgt ist und wo noch Herausforderungen bestehen. Die öffentlich zugängliche Dokumentation stärkt zugleich die Verbindlichkeit der Gemeindeverantwortlichen. Neue Chancen für die Jugendarbeit Auch für die Jugendarbeit eröffnet der Jugendhaushalt neue Möglichkeiten. Viele Fachkräfte berichten, dass die Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren mit klassischen Angeboten zunehmend schwer erreichbar ist. Während Jugendliche bis 14 häufig noch über Schulen oder Jugendzentren angesprochen werden können, verteilen sich ältere Jugendliche auf Ausbildung, Studium oder Beruf. Es stellt sich zunehmend die Frage, wie Angebote entstehen können, die den Interessen dieser Zielgruppe tatsächlich entsprechen. Anstatt Angebote im Team zu entwickeln, Fördermittel einzuwerben und anschließend zu bewerben, können Ideen zunächst über den Jugendhaushalt eingebracht und von jungen Menschen priorisiert werden. Wird ein Projekt ausgewählt, ist nicht nur die Finanzierung gesichert. Gleichzeitig zeigt die Abstimmung, dass das Angebot von der Zielgruppe tatsächlich gewünscht wird. Bei einer steigenden Wichtigkeit der Belegbarkeit der Zahlen und Wirkungen von Jugendarbeit, eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten einer bedarfsorientierten und ressourcenschonenden Angebotsentwicklung. Was lässt sich verbessern? Die erste Umsetzung hat gezeigt, dass Jugendhaushalte keine fertigen Modelle sind, sondern gemeinsam mit den Beteiligten weiterentwickelt werden. Wichtig sind dabei transparente Entscheidungen, möglichst offene Zulassungskriterien und eine kontinuierliche Information über den Stand der Umsetzung und Lösungen, die sowohl den Bedürfnissen junger Menschen als auch den Anforderungen der Gemeindeverwaltungen gerecht werden.
Auch die Budgethöhe bleibt ein Thema. Während größere Investitionen oft nicht finanzierbar sind, ermöglichen kleinere Budgets bereits zahlreiche Projekte in den Bereichen Kultur, Sport oder Begegnung. Entscheidend ist weniger die Höhe des Budgets als die Möglichkeit, dass junge Menschen selbst über dessen Verwendung entscheiden.
Mehr Verantwortung wagen Jugendhaushalte ersetzen weder Offene Jugendarbeit noch Jugendbefragungen. Sie ergänzen diese, indem sie jungen Menschen reale Entscheidungsspielräume eröffnen. Politik und Verwaltung sind eingeladen, Gestaltungsmacht zu teilen und jungen Menschen mehr zuzutrauen. Es macht einen Unterschied, ob Jugendliche lediglich über die Farbe eines Spielgeräts abstimmen oder selbst entscheiden können, welches Projekt mit einem öffentlichen Budget umgesetzt wird. Turbo versteht sich nicht als einmaliges Beteiligungsprojekt, sondern als Beitrag zu einer Mitbestimmungskultur, in der junge Menschen aktiv mitgestalten und erleben, dass politisches Engagement vor der eigenen Haustür beginnt. Das Instrument ist erprobt und kann flexibel eingesetzt werden. Denkbar sind Jugendhaushalte für Ortsteile, Jugendzentren, öffentliche Plätze oder thematische Schwerpunkte. Auch das Onlinewahlsystem lässt sich an unterschiedliche Beteiligungsformate anpassen. Mehr Infos einholen unter jugendhaushalt@forum-p.it Florian Pallua Koordinator Bereich Jugend, Forum Prävention zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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Vertrauen
Simon Ferrara
Dachverband Natur- und Umweltschutz
In der Fernsehserie Chuck (Warner Bros.) werden geheime Informationen durch eine Videodatei, in der sich Millionen von Bildern befinden, in das Unterbewusstsein eines normalen Bürgers eingesetzt. Chuck, so der Name des Bürgers, wird zu einer Geheimwaffe, da er sich durch spontane Flashbacks an Kampftechniken, Schlupflöcher und andere Fähigkeiten eines Top-Agenten erinnern kann. Ähnlich wie der Intersect – die Sammlung aus Bildern und Videos, die Chuck direkt ins Gehirn geladen wird – funktioniert auch das Doom-Scrolling. Wer auf Social-Media-Plattformen unaufhörlich negative Inhalte konsumiert, speichert unzählige Bilder und Videos im Unterbewusstsein. Während der Intersect Chuck durch plötzliche Geistesblitze dazu befähigt, spektakuläre Stunts und außergewöhnliche Fähigkeiten abzurufen, hinterlässt die tägliche Flut negativer Informationen bei uns meist etwas ganz anderes: einen zunehmend pessimistischen Blick auf die Zukunft. Die Negativmeldungen zum Klimawandel häufen sich in den letzten Monaten. Die globale Erwärmung wurde nach oben korrigiert, man geht von einer deutlichen Erwärmung bereits in den nächsten Jahrzehnten aus. Diese Nachrichten sind nur ein Bruchteil der Informationsflut, die uns täglich erreicht. Auch Umweltkatastrophen wie Fluten, Muren, Stürme und Dürren werden mit dem menschengemachten Klimawandel in Verbindung gebracht, und wir erleben bereits am eigenen Leib, dass diese Phänomene zunehmen. Die negativen Gefühle, die diese Nachrichten in uns auslösen, nennt man Solastalgie. Der Begriff fasst mehrere Emotionen zusammen, die der Klimawandel hervorrufen kann: Wut, Trauer, Verzweiflung, Resignation und Ohnmacht. Diese Solastalgie gilt es zu überwinden, denn sie ist wenig produktiv. Menschen, die bewusst leben, verlieren durch sie oft den Glauben an die Bedeutung ihrer eigenen Taten. Die Überzeugung, den Kampf gegen den Klimawandel allein austragen zu müssen, ist falsch. Denn aus einer Studie des Magazins Nature Climate Change geht hervor, dass 67 % der Menschen bereit wären, aktiv etwas für den Klimaschutz zu unternehmen, aber glauben, dass lediglich 43 % ihrer Mitmenschen dieselbe Einstellung teilen. Das bedeutet, dass die Thematik die Grabenkämpfe
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von Klimawandel-Leugner*innen gegen Klimaaktivist*innen längst überwunden hat und zu einer Aufgabe der Gesellschaft geworden ist. Die Erkenntnis, dass man im Streben nach einer besseren Zukunft nicht allein ist, stellt bereits einen großen Schritt dar, um das Vertrauen zurückzugewinnen, dass diese Zukunft auch verwirklicht werden kann. Ebenso wichtig ist es, positiven Entwicklungen und Meldungen zu diesem Thema Aufmerksamkeit zu schenken. Schließlich leben wir in einer Zeit, in der Gesetze verabschiedet werden und kontinuierlich Innovationen auf den Markt kommen, die Emissionen senken und unser Leben nachhaltiger gestalten. Einer der wenigen Vorteile des menschgemachten Klimawandels ist die Erkenntnis, dass er eben menschengemacht ist. Somit kennen wir die Ursachen und können dem gemeinsam entgegenwirken. Dennoch sollte man nicht in Naivität verfallen. Der Weg ist noch lang, doch zahlreichen engagierten Menschen, die forschen, arbeiten und informieren, ist es zu verdanken, dass die ersten Schritte bereits getan sind. Jede*r von uns kann zu einem Menschen werden, der aktiv an einer besseren Zukunft mitwirkt.
FOTO: Shutterstock.com
Vertrauen in die Zukunft gewinnen
Seitenweis
Vertrauen
Verena Kast
Vertrauen braucht Mut: Was Zusammenhalt gibt Manchen Menschen vertrauen wir spontan, anderen misstrauen wir. Wir vertrauen auch der Technik, unserer Regierung, Medikamenten – oder eben gerade nicht. Vertrauen und Misstrauen regeln vor allem auch unsere Beziehungen: Sie haben zu tun mit Bindung und Autonomie, betreffen unseren Umgang mit der Angst und mit unserer Verletzlichkeit. In ihrem neuen Buch schlägt Verena Kast einen weiten Bogen: von psychologischen Konzepten – etwa der Bindungstheorie und dem Jung’schen Schattenkonzept – über soziologische Ansätze bis hin zu den neuesten Forschungen in der Emotionspsychologie. Sie fragt unter anderem: Wie entwickelt sich Vertrauen? Was zeichnet Vertrauensbeziehungen aus? Wie kann verlorenes Vertrauen wiederhergestellt werden? Was bedeuten Vertrauen und Misstrauen für unser soziales Miteinander? Die renommierte Jung’sche Analytikerin und Psychotherapeutin zeigt: Vertrauen und Misstrauen sind Grundhaltungen, ohne die unser Leben gar nicht denkbar ist. Herausgeber: Patmos Verlag, 2023 ISBN: 978-384361343
Thomas Mörsberger
Beziehungsweise Vertrauen: Warum sich das berufliche Helfen und Erziehen angesichts zunehmender Formularisierung und Absicherungsmentalität neu definieren sollte Vertrauen ist etwas Wunderschönes. Wenn es da ist. Zwar ist auch und gerade beim beruflichen Helfen und Erziehen viel davon die Rede, wie wichtig Vertrauen sei. Aber was jeweils damit gemeint ist, bleibt allzu oft vage, wird nicht selten als pure Floskel verwendet. Thomas Mörsberger geht in ungewöhnlicher und faszinierender Weise an dieses Thema heran: Erst macht er den Begriff Vertrauen greifbarer, sodass er sogar handhabbar wird für kritische Reflexionen, was berufliches Helfen und Erziehen ausmacht. Das tut er dann in der Weise, dass er die mit dem Thema unvermeidbar verbundenen Paradoxien angeht und die Bedeutung von Vertrauen beispielhaft in Verbindung bringt mit Arbeitsfeldern des Helfens und Erziehens. Ein spannendes Buch, geprägt von praktischen Erfahrungen und interdisziplinären Sichtweisen. Herausgeber: Juventa Verlag, 2022 ISBN: 978-3779958130
FOTOS: Buch 1 Patmos Verlag / Buch 2 Beltz/Juventa
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Was bedeutet „Nie wieder“ heute? Nachtreffen Promemoria_Auschwitz in Toblach: Was bleibt? Was geht weiter? Das Nachtreffen der Südtiroler Teilnehmenden von Promemoria_Auschwitz im Kulturzentrum in Toblach zeigte eindrücklich: Die Reise der Erinnerung endet nicht mit der Rückkehr – sie wirkt weiter. In Gedanken, Gesprächen und im eigenen Blick auf unsere Gesellschaft. Rund 400 junge Menschen aus Südtirol, dem Trentino und dem Land Tirol nahmen im März an der Bildungsreise nach Krakau und an die Gedenk- und Erinnerungsorte Auschwitz-Birkenau teil. Geschichte wurde dabei vor Ort greifbar. Orte, die zuvor nur aus Büchern oder Videos bekannt waren, standen plötzlich direkt vor ihnen. Zurückgelassene Gegenstände, Namen der Opfer und stille Räume machten deutlich: Hinter den unfassbaren Zahlen stehen einzelne Menschen, Geschichten und zerstörte Leben. Auch das Abschlusstreffen der Südtiroler Gruppen in Toblach zeigte, wie prägend diese Erfahrung ist. Viele stellten sich die Frage: Wie konnte es so weit kommen – und was hat das mit
uns heute zu tun? Dabei wurde auch deutlich: Geschichte endet nicht dort. „Nie wieder“ bedeutete nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus und nie wieder Völkermord. Und dennoch folgten weitere Gewaltverbrechen und Genozide. Auch die aktuelle Situation in Palästina und menschliches Leid weltweit werfen Fragen auf, wie wir heute mit Verantwortung, Menschlichkeit und Menschenrechten umgehen. Die Jugendarbeit sieht es als wichtige Aufgabe, junge Menschen in diesen Prozessen zu begleiten. Projekte wie Promemoria_ Auschwitz schaffen Räume für kritische Auseinandersetzung, Reflexion und persönliches Wachstum – weit über die eigentliche Reise hinaus. Organisiert wurde das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, Arciragazzi, MeTe, Arci del Trentino und Deina – unterstützt von der Autonomen Provinz Bozen, der Autonomen Provinz Trient, der Region Trentino–Südtirol sowie dem Land Tirol.
Demokratiebildung und Extremismusprävention Südtiroler Jugendarbeitende auf Studienreise in der Schweiz Knapp 20 Vertreterinnen und Vertreter der Jugendarbeit aus Südtirol nahmen an einer Studienreise in die Schweiz teil. Organisiert wurde die Fahrt vom Bildungshaus Jukas. Im Mittelpunkt standen Fragen der Demokratieförderung und Extremismusprävention. Die Teilnehmenden setzten sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander und sammelten Impulse für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit in Südtirol. In Chur fand ein Fachaustausch mit Jugendarbeitenden aus Graubünden statt. Im Mittelpunkt standen Best-Practice-Beispiele zu Partizipation und Demokratiebildung. Dabei zeigte sich, dass die Herausforderungen in beiden Regionen ähnlich sind, auch wenn
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sich die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen unterscheiden. Deutlich wurde die wichtige Rolle der Jugendarbeit als Ort gelebter Demokratie. In Winterthur und Zürich setzten sich die Teilnehmenden mit Präventionsansätzen zu Extremismus und Radikalisierung auseinander. Im Workshop zum Videospiel „Radical Choices: Gaming against Extremism“ lernten sie innovative Methoden kennen, um Jugendliche für diese Themen zu sensibilisieren. Die Fachstelle für Extremismus & Gewaltprävention Winterthur beleuchtete Radikalisierungsprozesse auf digitalen Plattformen sowie Handlungsmöglichkeiten für den Arbeitsalltag. Ergänzt wurde dies durch einen Vortrag des Instituts für Delinquenz und Kriminalprävention Zürich zur Jugendradikalisierung in der Schweiz. Praxisnahe Einblicke boten die Mobile Jugendarbeit Winterthur, die OJA Zürich sowie das Jugendkulturhaus Dynamo. Im Fokus standen Projekte gegen Hassrede und Diskriminierung sowie die Förderung von Partizipation. Darüber hinaus tauschten sich die Teilnehmenden mit der okaj Zürich aus, dem kantonalen Dachverband der Offenen, verbandlichen und kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit. Vorgestellt wurden unter anderem das Projekt „Euses Züri“, Initiativen zum interreligiösen Dialog sowie die Fachstelle für Männer- und Jungenarbeit „OH BOY*“. Neben zahlreichen fachlichen Impulsen entstanden neue Kontakte und Vernetzungen zwischen Südtiroler und Schweizer Jugendarbeitenden. Der Austausch mit den Partnerorganisationen soll auch künftig fortgeführt werden.
Der Jugendlandtag findet am 11. November 2026 im historischen Landtagssitzungssaal statt.
FOTO: Land Tirol/Berger
Mitreden, Mitgestalten, Mitentscheiden Start des Jugendlandtags Tirol
Politik verstehen, eigene Ideen einbringen, diskutieren und gemeinsam Lösungen finden: All das gibt es beim Jugendlandtag Tirol. Im November 2026 erhalten Jugendliche die Chance, ihren eigenen Landtag zu gestalten. Dabei lernen sie nicht nur, wie politische Prozesse funktionieren, sondern können aktiv mitgestalten, eigene Anliegen einbringen und konkrete Beschlüsse fassen. Das Ziel des Jugendlandtags: Junge Menschen sollen Demokratie und Politik unmittelbar erleben und eine starke Stimme für ihre Anliegen bekommen. Der Jugendlandtag wird damit zu einem wichtigen Sprachrohr für die Tiroler Jugend. Die von den Jugendlichen ausgearbeiteten Anträge werden in einem Ausschuss des Tiroler Landtags weiterbearbeitet – und können so direkt in die realpolitische Arbeit einfließen. Zufällige Zusammensetzung des Jugendlandtags Der Jugendlandtag Tirol besteht aus 30 Jugendlichen mit Hauptwohnsitz in Tirol. Dabei steht Vielfalt im Mittelpunkt: Der Jugendlandtag soll die breite Lebensrealität der Tiroler Jugend abbilden und nicht nur jene ansprechen, die sich bereits politisch engagieren. Deshalb werden 800 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren per Zufallsprinzip ausgewählt und eingeladen, beim Jugendlandtag teilzunehmen. Die 800 Eingeladenen können sich dann selbst dafür entscheiden, sich für den Jugendlandtag anzumelden. Zusätzlich haben alle Eingeladenen die Möglichkeit, einen Buddy – also eine Freundin oder einen Freund – zu nominieren. Gibt es am Schluss mehr als 30 Anmeldungen, entscheidet erneut das Los, wer zu den Teilnehmer*innen des Jugendladtags 2026 gehört. Die Einladungen an die 800 zufällig ausgewählten Jugendlichen werden seit Mitte August verschickt. Anmeldungen sind bis 30. September möglich. Der Jugendlandtag findet am 11. November 2026 statt, zuvor treffen sich die Teilnehmenden zu einem Vorbereitungswochenende in Innsbruck. Die Teilnahme am Jugendlandtag ist inklusive Übernachtung und Verpflegung kostenlos.
Eigene Themen einbringen und gemeinsam vorbereiten Der Jugendlandtag startet mit einem besonderen Einblick in die politische Praxis: Am 5. November besuchen die Teilnehmenden eine Sitzung des Tiroler Landtags und erleben aus erster Hand, wie in Tirol politische Entscheidungen getroffen werden. Anschließend beginnt eine intensive Vorbereitungsphase: Am gemeinsamen Wochenende werden Ausschüsse gebildet, Themen diskutiert und konkrete Anträge ausgearbeitet. Unterstützt werden die Jugendlichen dabei von einer Bildungsexpertin sowie Fachleuten aus der Landesverwaltung und der Landtagsdirektion. Welche Themen behandelt werden, bestimmen die Jugendlichen selbst. Ob Umwelt, Mobilität, Jugendschutz oder andere gesellschaftliche Fragen – die Bandbreite ist offen. Dabei können nicht nur die 30 Teilnehmenden, sondern alle 800 eingeladenen Jugendlichen im Vorfeld Themenvorschläge einbringen. Aus diesen Ideen entstehen im Vorbereitungswochenende konkrete Anträge. Der große Sitzungstag Am 11. November ist es dann so weit: Im historischen Landtagssitzungssaal im Landhaus findet der eigentliche Jugendlandtag statt. Und dort gilt: Die Jugendlichen übernehmen das Kommando. Sie leiten die Sitzung, diskutieren ihre Anträge, bringen Änderungen ein und fassen Beschlüsse. Die gefassten Beschlüsse werden anschließend an den Generationenausschuss des Tiroler Landtags übergeben und können dort weiterentwickelt und in den realpolitischen Prozess eingebracht werden. Mit dem Jugendlandtag Tirol entsteht ein starkes Format für die politische Beteiligung junger Menschen – eine Chance, Demokratie aktiv mitzugestalten und Tirols Zukunft mitzuprägen. Informationen zum Jugendlandtag: tirol.gv.at/jugendlandtag
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Festivalsaison 2026 eröffnet Gemeinsam feiern – mit Respekt und Awareness Mit dem Start der Festivalsaison hat das Festivalnetzwerk #southtyrolmusicfestivals am 7. Mai den Festivalkalender 2026 vorgestellt – mit einem starken Fokus auf Respekt, Awareness und einem sicheren Festivalerlebnis. Rund 45 Festivals umfasst der Festivalkalender 2026. Über 500 Bands und Künstler*innen werden in diesem Jahr wieder für eine gute Stimmung sorgen. „Mit dem diesjährigen Festivalkalender machen wir erneut die Vielfalt der Südtiroler Festivallandschaft sichtbar – aktuell mit über 45 Festivals, wobei laufend weitere Veranstaltungen über unsere Webseite dazukommen“, sagt Simon Feichter von netz | Dachverband Offene Jugendarbeit. „Gleichzeitig zeigt das Netzwerk, dass es um weit mehr als Terminabsprachen geht: Neben dem Kalender findet ein kontinuierlicher inhaltlicher Austausch zwischen den Veranstalter*innen statt. Das diesjährige Schwerpunktthema Awareness ist direkt aus dem Wunsch der Organisator*innen entstanden, sich in diesem Bereich weiterzubilden und
gemeinsam Verantwortung für sichere, respektvolle und inklusive Festivalräume zu übernehmen. Innerhalb des Netzwerks gibt es bereits viel Expertise in unterschiedlichsten Bereichen, von der alle Beteiligten profitieren.“ Greta Cazzanelli (HOSPIZ Festival) unterstreicht die Wichtigkeit des heurigen Schwerpunktthemas: „Der Verein Hospiz – Verein für kulturelle Begegnung setzt sich seit mehreren Jahren aktiv mit dem Thema Awareness auseinander und entwickelt kontinuierlich neue Ansätze, um diese Arbeit im Rahmen des Festivals weiter auszubauen. Ziel ist es, auf niederschwellige Weise für einen respektvollen Umgang miteinander zu sensibilisieren und Räume zu schaffen, in denen sich jede*r willkommen und sicher fühlt, und die Grenzen aller respektiert werden.“ „Bei Festivals kommen viele Menschen zusammen, um Gemeinschaft zu leben, Spaß zu haben oder sich auch kreativ einzubringen“, erklärt Evelin Mahlknecht, Koordinatorin der Fachstelle Suchtprävention – Forum Prävention und Initiatorin
diverser Safer Nightlife Projekte. „Gesellschaftliche Machtverhältnisse wirken auch im Veranstaltungskontext. Folglich erleben Besucher*innen, Veranstalter*innen, Beschäftigte und Kulturschaffende regelmäßig Grenzüberschreitungen, Ausgrenzung und (sexualisierte) Gewalt. Es fehlt nicht nur vielfach das Bewusstsein, was richtiges oder falsches Verhalten ausmacht, sondern es besteht eine große Unsicherheit, wie man reagieren sollte, wenn etwas passiert.“ Der AwarenessAnsatz sei als Reaktion darauf zu verstehen. Er sei ein Schritt in Richtung kollektiver Verantwortungsübernahme. Durch Sensibilisierung und Auseinandersetzung, durch neue Handlungsstrategien und innovative Projekte sollen sichere Räume geschaffen werden mit dem Ziel: Eine solidarische Kultur aufzubauen und gesellschaftliche Veränderung zu erreichen, so Mahlknecht. Ein großes Dankeschön sprechen die Organisator*innen den rund 4.000 freiwilligen Helfer*innen aus, die ein Jahr lang für die erfolgreiche Umsetzung arbeiten.
ART UP YOUNG LIFE Kulturvermittlung und Offene Jugendarbeit im Austausch Wie können junge Menschen für Kultur begeistert und gleichzeitig in ihrer kreativen und kulturellen Entfaltung unterstützt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Veranstaltung „ART UP YOUNG LIFE“, die am 29. Mai 2026 im Rahmen von „kultur.raum Südtirol–Salzburg“ im Waltherhaus in Bozen stattfand. Die Veranstaltung wurde vom Direktor des Amtes für Jugendarbeit Konrad Pamer eröffnet, der in seinen Grußworten die Bedeutung kultureller Teilhabe für junge Menschen sowie die wichtige Rolle der Offenen Jugendarbeit als Ermöglicherin von Begegnung, Kreativität und Beteiligung hervorhob. Organisiert von netz | Offene Jugendarbeit gemeinsam mit akzente Salzburg, brachte der Workshop Fachkräfte aus der Offenen Jugendarbeit sowie Vertreter*innen verschiedener Kulturinstitutionen zusammen. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Ideen für die Arbeit mit jungen Menschen zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Methoden und Ansätze, um kulturelle Inhalte
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jugendgerecht zu vermitteln und junge Menschen aktiv in kulturelle Prozesse einzubinden. Referent Robert Miksch stellte dabei unterschiedliche Projekte und Erfahrungen aus Salzburg vor und zeigte auf, wie Partizipation, Kreativität und Mitgestaltung in der Praxis gelingen können. Neben den fachlichen Inputs bot die Veranstaltung vor allem Raum für Diskussion, Vernetzung und gemeinsames Nachdenken über die Schnittstellen von Kulturarbeit und Offener Jugendarbeit. Besonders wertvoll war dabei der Austausch zwischen Teilnehmenden aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Die verschiedenen Perspektiven machten deutlich, dass die Förderung kultureller Teilhabe junger Menschen eine gemeinsame Aufgabe von Jugendarbeit, Kulturinstitutionen und Bildungseinrichtungen ist. In einer Ideenwerkstatt wurden abschließend konkrete Ansätze und Projektideen gesammelt, wie junge Menschen nicht nur als Besucher*innen kultureller Angebote erreicht, sondern als aktive Mitgestalter*innen eingebunden werden können.
Partizipationsprojekt im Jugendzentrum VKE Zweifellos bewegt sich Südtirol nach vielen Jahren der Zuwanderung und nach langjährigen Integrationsprozessen auf eine transkulturelle Gesellschaft zu. Die zweite und die dritte Generation von Migrant*innen besucht bereits die Mittelund Oberschule. Es sind junge Menschen, die in Südtirol geboren und aufgewachsen sind. Sie haben verschiedene Schulstufen durchlaufen und viele Südtiroler Werte verinnerlicht. Das Jugendzentrum
VKE wird zum Teil gerade von diesen Jugendlichen besucht, die voller Enthusiasmus, Kreativität und Talent sind und ein starkes Gruppenzugehörigkeitsgefühl haben. Seit November 2025 läuft im Jugendzentrum ein Partizipationsprojekt, das sich mit den von den Jugendlichen gewünschten Veränderungen befasst – von inhaltlichen bis hin zu strukturellen Veränderungen. Eine der entstandenen
Ideen war es, dem Jugendzentrum VKE einen neuen „Look“ zu geben. Nach mehreren Treffen entstand die Idee, am Eingang des Jugendzentrums VKE ein Sonnensystem zu malen und zu gestalten, wobei der VKE die Sonne darstellt und die Planeten die Jugendlichen sind, die das Zentrum besuchen. Das Design vermittelt die Botschaft der Harmonie zwischen den Planeten und der Sonne, die durch unsichtbare Werte miteinander verbunden sind und so einen außergewöhnlichen Anblick bieten. Die Farben stehen für alles, was jeden jungen Menschen auf seine ganz eigene Weise als Person ausmacht. Hier verbindet die Vielfalt das gesamte System und macht es unerschütterlich. Während dieses Prozesses haben die Mitarbeiter*innen des Jugendzentrums einige Jugendliche entdeckt, die ein besonderes Talent für das Gestalten oder Malen haben. Und genau das ist es, was den Jugendlichen hilft, ihre natürlichen Fähigkeiten und Talente zu entdecken, wenn sie die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren. Die Offene Jugendarbeit hat genau diese Eigenschaft, Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihnen die Möglichkeiten zu geben, ihre Fähigkeiten ans Licht zu bringen. zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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Auf Bildung vertrauen
Lehrgang Naturschutz: Mit Wissen Achtsamkeit schaffen und weitergeben Der Lehrgang Naturschutz richtet sich an Personen ab 16 Jahren, die im Alpenverein ehrenamtlich für den Naturschutz und die alpine Raumordnung tätig sind und sein wollen. Er besteht aus vier Modulen. Jedes wird einmal pro Jahr als Wochenendblock angeboten und deckt Themen wie Rechtsfragen, naturkundefachliche Grundkenntnisse und Kommunikationsstrategien im Naturschutz ab. Die Abfolge der Modulbesuche ist frei wählbar. Das Interesse, naturschutz- und umweltbezogene Projekte aufzuspüren und anzugehen, sollte vorhanden sein. Die Umsetzung ist dann von Typ zu Typ, Ausgangslage und Situation unterschiedlich. Das ist auch das Spannende dabei! Als wertvoll erweisen sich die Basics, die man sich während des Lehrgangs aneignet. Dazu gehören fachliche Materialien zu Ökologie, Naturkunde, Landschaftsplanung ebenso wie Naturschutzgesetze, Alpenkonvention oder Schutzgebietsverordnungen. Sonja Kuchl, Tourenführerin, Jugendmitarbeiterin und mittlerweile auch Naturschutzreferentin in ihrer Alpenvereinssektion, hat sich entschieden, den Lehrgang Naturschutz zu belegen. „Ich habe mit Modul 3 „Naturkundefachliche Grundlagen“ angefangen. Die Lehrinhalte wie Wildtiermanagement, Alpine Flora und Fauna, Wildökologie oder Besucherlenkung haben mich persönlich angesprochen.“ Spezielles Vorwissen braucht es nicht, wohl aber das Interesse. Sonja Kuchl: „Natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich bereits vorab mit den Themen Naturschutz und Umwelt beschäftigt hat – das hilft, die Inhalte besser zu verstehen und anzuwenden. Aber die Ausbildung ist so gut strukturiert, dass man Schritt für Schritt alles Wichtige lernt und in der Praxis anwenden kann.“ Die nächsten Module (3 und 4) finden im Herbst in Tirol statt: 2. – 4. Oktober 2026 im Bergsteigerdorf Johnsbach Naturkundefachliche Grundlagen 6. – 8. November 2026 in der Klimaschutzgemeinde Innsbruck Kommunikationsstrategien im Naturschutz Interessierte melden sich bei den Sektionen oder beim Kontakt zu den Naturschutz-Seminaren auf alpenverein-akademie.at
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zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
Vertrauensfall bei der Trainings-Session Level 1 von risk’n’fun
risk’n’fun FREERIDE: Risikooptimierung Dann geht’s auch schon ab in den Winter: Ab 1. September 2026 ist die Online-Buchung für risk’n’fun FREERIDE offen. In über 50 Veranstaltungen heißt es unter dem Leitsatz „wahrnehmen-beurteilen-entscheiden“ ab ins Gelände für Skifahrer*innen und Snowboarder*innen zur Risikooptimierung und guter gemeinsamer Zeit im Schnee. Auch hier spielt Vertrauen eine große Rolle. Das renommierte Ausbildungsprogramm der Alpenvereinsjugend bietet Ein-Tagestermine und mehrtägige Sessions auch in Tirol, etwa im Kühtai, Serfaus und Fieberbrunn. Alle Informationen und Buchungen unter alpenverein-akademie.at/Basis-und-Training/risk-fun
FOTO: Heli Düringer
FOTO: Mario Kain
… denn Bildung schafft Vertrauen. In sich selbst, ins eigene Wissen und Können. Das weiß die Alpenverein-Akademie als zentrale Bildungsstätte des Österreichischen Alpenvereins. Vertrauen schöpfen und aufbauen während der Kurse in, mit und für die Natur heißt es beim Naturschutz-Lehrgang.
Von 10. bis 12. Juni nahmen über 60 junge Menschen aus ganz Österreich und Südtirol an der Österreichischen Jugendkonferenz in St. Pölten teil und beschäftigten sich mit verschiedenen Aspekten rund um das Thema „Social Media“. Bei der Jugendkonferenz haben sich junge Menschen gemeinsam mit Expert*innen intensiv damit auseinandergesetzt, • wie Desinformation funktioniert und welche Auswirkungen sie auf die Demokratie hat, • wie man sich vor problematischen Inhalten auf Social Media schützen und auf die eigene psychische Gesundheit achten kann • und wie man Informationen in Sozialen Medien besser einordnen und Fake News entlarven kann. In den ersten beiden Tagen der Konferenz identifizierten die Teilnehmer*innen Herausforderungen und arbeiteten an Empfehlungen für die Politik. Die zentralen Fragen dabei waren: Wie kann der digitale Raum sicher und demokratischer werden? Und was wünschen wir uns von der Politik dafür?
Über 60 junge Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren aus ganz Österreich und Südtirol traten im Rahmen der Konferenz in den Dialog mit Politiker*innen.
Im Dialog mit der Politik Ein Fixpunkt der Österreichischen Jugendkonferenz ist der Dialog mit politischen Entscheidungsträger*innen am letzten Konferenztag. Die Teilnehmer*innen diskutierten ihre Anliegen mit der Bundesministerin Claudia Bauer und den für Jugend zuständigen Landesrät*innen Christiane Teschl-Hofmeister (NÖ), Christian Dörfel (OÖ), Stefan Hermann (STMK), Astrid Mair (T) und Bettina Emmerling (Wien). Zentrale Ergebnisse, die die Teilnehmer*innen hierbei besonders hervorhoben: • Medienkompetenz muss in den Lehrplänen bereits früh als eigenes, praxisnahes Fach im Schulalltag verankert werden. Dafür braucht es eine zeitgemäße Aus- sowie Weiterbildung von Lehrkräften und auch verstärkte Angebote außerhalb der Schule. • Social Media Plattformen müssen viel stärker in die Pflicht genommen werden: Nutzer*innen brauchen mehr Kontrolle über ihre Daten und es braucht Funktionen, mit denen insbesondere potenziell süchtig machende Mechanismen deaktiviert werden können. • Es braucht mehr psychologische Betreuung, einen Ausbau der Schulpsychologie sowie niederschwellige und kostenfreie Therapieangebote für junge Menschen. Ergänzend brauche es digitale Anlaufstellen und Verweise auf Hilfsangebote innerhalb von Plattformen.
FOTOS: BJV/Kirill Lialin
Das war die Österreichische Jugendkonferenz 2026
Was passiert mit den Ergebnissen? Die Österreichische Jugendkonferenz ist Teil der nationalen Aktivitäten im EU-Jugenddialog. Der EU-Jugenddialog ist ein EU-weiter Prozess, der jungen Menschen Beteiligung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene ermöglicht und sich mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen beschäftigt. In den letzten 18 Monaten stand das Youth Goal #1 „Die EU mit der Jugend zusammenbringen“ im Mittelpunkt. Dabei ging es unter anderem viel um Information und den digitalen Raum – weshalb die diesjährige Jugendkonferenz unter das Motto „Die EU, Social Media und du“ gestellt wurde. Gerade in puncto Regulierung des digitalen Raums muss vieles auf EU-Ebene passieren. Der Bundesjugendvertretung (BJV) ist es aber besonders wichtig, dass die Forderungen, die auf der Jugendkonferenz erarbeitet wurden, auch auf regionaler und nationaler Ebene gehört werden. Denn die EU beginnt auf diesen Ebenen. Österreich ist ein Mitgliedstaat der EU und kann auf EU-Ebene Entscheidungen mitgestalten. Die BJV wünscht sich, dass Entscheidungen mit und im Sinne von jungen Menschen getroffen werden. Die Ergebnisse der Jugendkonferenz werden von der BJV als gesetzliche Interessenvertretung aller Kinder und Jugendlichen in Österreich weitergetragen und in politische Prozesse eingebracht. Die Österreichische Jugendkonferenz 2026 wurde von der Koordinierungsstelle EU-Jugenddialog in der Bundesjugendvertretung gemeinsam mit den Landesjugendreferaten – allen voran dem Landesjugendreferat Niederösterreich – und dem Bundeskanzleramt organisiert. Die Konferenz wurde von der Europäischen Union kofinanziert. Die Österreichische Jugendkonferenz 2027 findet in Tirol statt. zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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FOTOS: LPA/Bernhard Aichner
Ehrenamt mit Strahlkraft: „Glanzleistungen 2026“
Die Verleihung fand im NOI Techpark in Bozen statt.
Tirol, Südtirol und Trentino würdigen junge Freiwillige sowie ehrenamtlich getragene Projekte im Jugendsektor Mit der Auszeichnung „Glanzleistung – das junge Ehrenamt“ würdigen Tirol, Südtirol und das Trentino herausragendes ehrenamtliches Engagement in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit – heuer bereits zum fünften Mal in Folge. Die Verleihung findet abwechselnd in den drei Euregio-Landesteilen statt und wurde diesmal im NOI Techpark in Bozen ausgerichtet. LH Anton Mattle (Tirol), LHStvin Rosmarie Pamer (Südtirol) und LHStv Achille Spinelli (Trentino) zeichneten dabei insgesamt 21 Einzelpersonen und acht Projekte aus der Euregio Tirol-SüdtirolTrentino sowie ein grenzüberschreitendes Projekt aus. Tiroler Glanzleistungen Aus Tirol wurden elf junge Persönlichkeiten ausgezeichnet. Die Vielfalt ihres Engagements reicht von Jugend- und Blaulichtorganisationen über Sport- und Kulturvereine bis hin zu kirchlichen und schulischen Initiativen. Zusätzlich wurden zwei Projekte geehrt: Die Kampagne „Alles steht Kopf“ der Landesschülervertretung Tirol machte psychische Belastungen junger Menschen sichtbar und rückte mentale Gesundheit an Tirols Schulen stärker in den Fokus. Mit einer Umfrage unter rund 1.500
Die Einzel-Ausgezeichneten der Euregio Tirol, Südtirol und Trentino
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zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
Oberstufenschüler*innen, der Initiative „Laut gedacht“ und breiter Öffentlichkeitsarbeit setzte das Projekt wichtige Impulse in Politik und Gesellschaft. Das Projekt „Insa Zukunft in kloane Händ“ der Jungbauernschaft/Landjugend Aurach bei Kitzbühel vermittelte Kindern ab dem Kindergartenalter bei 13 Projekttagen spielerisch die Themen Nachhaltigkeit, Natur und Selbstwirksamkeit – etwa beim Brotbacken, Aufforsten oder Upcycling. Filmreife Zusammenarbeit Als grenzüberschreitendes Projekt wurde die EuregioYoungJury des Filmclub Bozen ausgezeichnet, die heuer ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Das Projekt bringt Jugendliche aus Tirol, Südtirol und dem Trentino zusammen, die im Rahmen des Bolzano Film Festival Bozen Filme sichten, diskutieren und gemeinsam einen Preis vergeben. Ziel ist es, junge Menschen an die Welt des Films heranzuführen und zugleich den Austausch über Sprachund Landesgrenzen hinweg zu stärken. Infos zur „Glanzleistung“ sowie zu den Ausgezeichneten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino unter tirol.gv.at/glanzleistung
Die Kampagne „Alles steht Kopf“ wurde in Bozen ausgezeichnet.
Der Kammerchor „Cantoholics“ aus dem Musikgymnasium Innsbruck erhielt von der Jury das Prädikat „Auszeichnung“ und errang die meisten Punkte aller teilnehmenden Chöre aus ganz Österreich.
Vier Tage lang wurde Linz zum Treffpunkt von Kinder- und Jugendchören aus ganz Österreich: Beim 26. Österreichischen Bundesjugendsingen trafen von 29. Juni bis 2. Juli insgesamt 36 Chöre mit 800 Teilnehmer*innen aus allen Bundesländern aufeinander. Tirol war mit fünf Ensembles vertreten und konnte einmal mehr die Qualität der heimischen musikalischen Nachwuchsarbeit unter Beweis stellen. Neben dem kompetitiven Wertungssingen standen Chorkonzerte und das „Offene Singen“ in der Linzer Innenstadt auf dem Programm. Besonders erfolgreich schnitt der Kammerchor „Cantoholics“ ab – er konnte die meisten Punkte aller teilnehmenden Chöre erreichen. Insgesamt verbuchten die Tiroler Ensembles das Prädikat „Auszeichnung“ und „Sehr Gut“ sowie zweimal eine Goldwertung. Jugendlandesrätin Astrid Mair zeigt sich begeistert: „Beim Singen erfahren Kinder und Jugendliche Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt. Unsere Chöre haben in Linz nicht nur auf musikalischer Linie überzeugt, sondern Tirol auch als offenes und kulturbegeistertes Bundesland hervorragend vertreten. Allen Sängerinnen und Sängern sowie ihren Chorleiterinnen und Chorleitern gilt mein herzlicher Dank und meine Anerkennung.“ Tirols Chöre überzeugten Die fünf Tiroler Kinder- und Jugendchöre, die sich beim Tiroler Landesjugendsingen für den Bundeswettbewerb qualifiziert
FOTO: Florian Berger
Bundesjugendsingen: Tiroler Chor holt die meisten Punkte hatten, präsentierten sich sowohl beim Wertungssingen (ausgenommen Kategorie Volksschulchöre) als auch bei den öffentlichen Konzerten in der oberösterreichischen Landeshauptstadt auf höchstem Niveau. Beim Wertungssingen waren neben einem frei gewählten Programm auch ein österreichisches Volkslied und ein eigens komponiertes Pflichtstück vorzutragen. Dieses musste im Rahmen des sogenannten „Zwei-StundenChors“ vor Ort einstudiert werden. Im Zuge des Wertungssingens findet mit der „5-Minuten-Challenge“ ein eigener Wettbewerb statt: Dabei wird ein zwei- bis vierstimmiger Chorsatz innerhalb von fünf Minuten auf der Bühne einstudiert und anschließend präsentiert. Die Beurteilung der Jury wird in den Kategorien Gold, Silber und Bronze ausgedrückt. Folgende Tiroler Chöre nahmen am Bundesjugendsingen teil: • BORG Lienz „2times4 7m-Klasse“ (Leitung Sabine Senfter) ausgezeichnet mit dem Prädikat „Sehr Gut“, Gold bei der 5-Minuten-Challenge • Musikgymnasium Innsbruck „Cantoholics-Kammerchor“ (Leitung Thomas Waldner) ausgezeichnet mit dem Prädikat „Auszeichnung“, Gold bei der 5-Minuten-Challenge und Punktesieger des Bundeswettbewerbes • Musikvolksschule Hans Sachs Schwaz „Meistersinger 2c-Klasse“ (Leitung Elisabeth Waldauf) Teilnahme am Chorkonzert (Wertungssingen in der Volksschulkategorie nicht möglich) • VS Untermieming „Dinochor 4. Klasse“ (Leitung Andreas Kranebitter) Teilnahme am Chorkonzert (Wertungssingen in der Volksschulkategorie nicht möglich) • Kinderchor Sonnenschein Steinach (Leitung Stefan und Isolde Auer) Teilnahme am Chorkonzert Zum Österreichischen Bundesjugendsingen Das Bundesjugendsingen findet alle drei Jahre statt und gilt mit seinen Teilnehmer*innen aus ganz Österreich als größter Jugendchor-Wettbewerb Europas. Kinder und junge Erwachsene zwischen sechs und 24 Jahren haben die Möglichkeit, gemeinsam vor einer Jury zu singen und wertvolle Auftrittserfahrung zu sammeln. Im Mittelpunkt stehen nicht nur musikalische Höchstleistungen, sondern auch die Freude am gemeinsamen Singen und der Austausch mit anderen Chorbegeisterten aus allen Bundesländern. Im Vorfeld fand das Tiroler Landesjugendsingen als gemeinsame Veranstaltung des Landes Tirol in Kooperation mit der Bildungsdirektion für Tirol und dem Chorverband Tirol und insgesamt 2.600 mitwirkenden Sänger*innen statt. zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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Junge Menschen überzeugen mit starken Themen Anfang Juni konnten die Finalist*innen des Südtiroler Redewettbewerbs beim Bundesjugendredewettbewerb antreten. Im Jugendgästehaus Wien-Brigittenau stellten sich die besten Rednerinnen und Redner der Jury. 66 Schülerinnen und Schüler nahmen am heurigen 73. Bundesjugendredewettbewerb in verschiedenen Kategorien teil. Die Veranstaltung fand im Jugendgästehaus Wien-Brigittenau in Wien vom 1. bis 3. Juni 2026 statt. Eine langjährige Zusammenarbeit zwischen Österreich und Südtirol ermöglicht es den jungen Südtiroler Teilnehmenden beim Bewerb anzutreten. Die Kandidatinnen und Kandidaten sind im Alter von 13 bis 24 Jahren und kommen aus verschiedenen Schulstufen. Die fünf Finalist*innen des Südtiroler Wettbewerbs wurden bereits am 14. und 15. April ermittelt. Sie messen sich mit Gleichgesinnten aus allen Bundesländern Österreichs, lassen sich von Reden inspirieren und tauschen sich untereinander aus. Sie sammeln dabei wertvolle neue Erfahrungen, zeigen ihr Talent und ihren Mut, kommunizieren ihre eigenen Standpunkte und gewinnen Selbstvertrauen. Die Inhalte reichten von Weltmachtpolitik und Kriegen, Demokratie und Jugendkultur, Konsumgesellschaft, Frauen in Männerberufen, KI, die Macht der Gedanken bis hin zu den Erwartungshaltungen in der jetzigen Zeit. Die Vortragenden arbeiteten Themen aus dem persönlichen Lebensbereich auf und erläuterten ihre Lebensschicksale, äußerten sich aber auch über Nostalgie im Hinblick auf frühere Zeiten. Themen wie Selbstidentität und der Druck perfekt zu sein, Vorurteile gegenüber Beeinträchtigten, Landwirtschaft und die Bedeutung der Bienen, aber auch Jineolojî und Yolo wurden aus ihrer persönlichen Sicht vorgetragen. Gute Ergebnisse in verschiedenen Kategorien Anna Klara Perkmann der Mittelschule Latsch sprach zum Thema „Zu Gast am Berg: wie wir zu besseren Gästen werden. Sie legte ihre Gedanken dar: vom Übertourismus in den Bergen als Belastungsgruppe, den Respekt vor Tieren und Pflanzen in der Natur, ökologische Bildung als festen Bestandteil im Schullehrplan und schlussendlich Tipps, wie man die Tourist*innen zu respektvollem Umgang mit der Natur sensibilisieren kann. Sie überzeugte die Jury und erreichte in der Kategorie Klassische Rede – 8. Schulstufe den 4. Platz. Esther Vegrini des Berufsbildungszentrums „Emma Hellenstainer“ Gastronomie und Kulinarik in Brixen stellte sich gekonnt der Konkurrenz. Mit ihrem Thema „YOLO“ ging sie auf die Lebenseinstellung „You only live once“ ein, gemeint ist damit, man lebt nur einmal und soll das Beste aus diesem Leben machen. Ihre Rede war
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zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
Südtiroler Teilnehmende am Finale des Bundesredewettbewerbs v.l. Maximilian Gasser, Esther Vegrini, Anna Klara Perkmann, Sophia Pfitscher, Felix Oberhollenzer
ein Aufruf zu Achtsamkeit und den Moment zu schätzen, Risiken bewusst einzugehen und Fehler zu akzeptieren. Sie beleuchtete einerseits die Möglichkeit jede Chance zu nutzen was Neues zu lernen aber auch die Risiken kopflos zu handeln. In der Kategorie Klassische Rede – Berufsschule kam sie auf den 4. Platz. Sophia Pfitscher des Oberschulzentrums Schlanders hielt ihre Rede zum Thema „Wenn Helfer zu Opfern werden“. Mit persönlichem Bezug beleuchtete sie das Thema aus verschiedenen Sichtweisen und ging auf erlebte Gewalt an Rettungskräften, Beleidigungen, Drohungen, Hass im Internet sowie Videos von behinderten Rettungseinsätzen ein. Sie thematisierte auch die Folgen, wenn Rettungskräfte behindert werden bis hin zur Lebensgefahr und unterstrich die Bedeutung von Respekt und Dankbarkeit gegenüber den meist Freiwilligen im Einsatz. In der Kategorie Klassische Rede – Oberstufe hat sie sich tapfer geschlagen und für ihre Rede viel Applaus geerntet. Sie landete auf dem 4. Platz. Felix Oberhollenzer vom Oberschulzentrum Sand in Taufers brachte eine sprachlich anspruchsvolle und inhaltlich beeindruckende Darbietung zum Thema „Der Code der Welt“ vor. Er verpackte sein zeitkritisches Gedicht, welches er zur Nominierung des Junior Ingeborg Bachmann Literaturpreises eingesandt hatte, in eine Inszenierung, bei der er die Rückmeldung aus Klagenfurt erhalten hat, sich in der engeren Auswahl zu befinden. Seine Interpretation wurde hervorgehoben und das Gedicht als kritische Diagnose der modernen Welt interpretiert. In der Kategorie Sprachrohr erreichte er den 4. Platz. Maximilian Gasser vom Franziskanergymnasium Bozen trat in der Kategorie Spontanrede an, bei der die Fragenstellung erst vor Ort ausgelost wird. Er wählte den Themenbereich „Freizeit und Sport“ und strukturierte seine Rede zur Frage „Freizeitstress: Widerspruch oder Realität?“. Er ging auf die Bedeutung von Freizeitaktivitäten und die Reduktion von mentalen und Krebserkrankungen ein. Aus seinen persönlichen Erfahrungen sprach er den Jugendlichen Mut zur Veränderung zu und den für sich geeigneten Sport zu entdecken. Er hob die positiven Aspekte – neue Freunde und sich selbst besser kennenzulernen – hervor und baute in seiner Rede zwei treffende Zitate ein. Der Kandidat konnte in seiner Kategorie den 4. Platz erreichen. Die Delegation aus Südtirol genoss es, Teil dieser kreativen und kritischen Gemeinschaft junger Menschen zu sein und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Anita Demetz vom Amt für Jugendarbeit begleitete die Siegerinnen und Sieger des Südtiroler Redewettbewerbs.
FOTO: Bundeskanzleramt Wien, Valentin Brauneis
Südtiroler Siegerkandidat*innen beim Bundesjugendredewettbewerb in Wien
Tiroler Teilnehmer*innen holen drei Podestplätze Anfang Juni ging das dreitägige Bundesfinale des Jugendredewettbewerbs 2026 in Wien über die Bühne. Zehn Tiroler Landessieger*innen traten mit ihren selbstgewählten Themen gegen die Teilnehmer*innen der anderen Bundesländer an. Dabei konnten drei Tiroler Teilnehmer*innen Stockerlplätze erringen: Lilian Kilic belegte in der Kategorie „Klassische Rede“ der Mittleren Schulen den dritten Platz, Adriane Sofia Aschaber erreichte in der Kategorie „Klassische Rede“ der Polytechnischen Schulen den zweiten Platz und Ilian Foidl sicherte sich in der Kategorie Spontanrede ebenfalls Rang zwei. Um Tirols Sieger*innen persönlich gratulieren zu können, lädt sie Jugendlandesrätin Astrid Mair ins Landhaus in Innsbruck ein. „Als Jugendlandesrätin von Tirol gratuliere ich herzlich unseren Tiroler Redetalenten, die mit viel Elan, persönlicher Überzeugung und großem Einsatz am Bundesfinale teilgenommen haben. Es erfüllt mich mit Stolz zu sehen, dass wir so viele junge Talente in unserem Land haben, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung engagiert und mutig wahrnehmen. Gerade in der heutigen Zeit leisten sie damit einen unverzichtbaren Beitrag für eine demokratische Gesellschaft und sind auch Vorbilder für unsere Jugend“, betonte LRin Astrid Mair zum Tiroler Erfolg in Wien und resümierte: „Alle, die hier angetreten sind, haben auf ihre Art und Weise für sich und ihr Leben gewonnen. Ich bin überzeugt davon, dass mit
Die Tiroler Redetalente beim Landesjugendredewettbewerb (v.l.): Jugendlandesrätin Astrid Mair mit den Kategorie-Siegerinnen Rebecca Edinger, Adriane Sofia Aschaber, Lillian Kilic, Laurin Fellner, Carina Arzbacher, Greta Reinecke, Sofia Migliorini, Caroline Klingler und Lena Sokic (auf dem Foto fehlt Ilian Foidl). FOTO: Land Tirol/Trenker
Bundesfinale Jugendredewettbewerb 2026
der Teilnahme am Jugendredewettbewerb das Selbstvertrauen gestärkt wird und man als Persönlichkeit von diesem Engagement stark profitiert.“ Die Stockerlplatzierungen der Tiroler Bundesfinalist*innen: Klassische Rede/Polytechnische Schulen: 2. Platz Adriane Sofia Aschaber „Trauma – Aus Schmerz wird Stimme“ Klassische Rede/Mittlere Schulen: 3. Platz Lilian Kilic „Nostalgie“ Spontanrede: 2. Platz Ilian Foidl Weiters erfolgreich teilgenommen: Klassische Rede/8. Schulstufe: Carina Arzbacher „Konsumgesellschaft – Kaufen wir uns glücklich?“ Klassische Rede/Höhere Schulen: Laurin Fellner „Die Diktatur der Perfektion“ Klassische Rede/Berufsschulen/Werktätige Jugend: Rebecca Edinger „Wer bin ich und wer will ich sein?“ Sprachrohr: Caroline Klingler, Sofia Migliorini, Greta Reinecke, Lena Sokic „Teuflische Angelegenheit“ Die Reden der Tiroler Bundesfinalist*innen können auf Youtube nachgehört werden:
Lehrgang „Partizipation“ 2026 – 2027 Mitgestalten statt nur dabei sein! Kompetenzzentrum für Kinderund Jugendbeteiligung
Lehrgang „Partizipation“
Kinder und Jugendliche aktiv zu beteiligen gehört zu den wichtigsten Aufgaben zeitgemäßer Jugendarbeit. Doch wie gelingt echte Partizipation? Welche Methoden fördern Mitbestimmung? Und wie können Beteiligungsprozesse im Vereinsalltag erfolgreich gestaltet werden? Genau hier setzt der Lehrgang „Partizipation“ des Südtiroler Jugendrings an. Das Angebot richtet sich an Ehren- und Hauptamtliche sowie an alle Interessierten aus der Jugendarbeit. Es verbindet fachliche Grundlagen mit praxisnahen Metho-
den und vermittelt konkrete Werkzeuge für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Schwerpunkte sind Grundlagen der Partizipation, Methoden der Beteiligungsarbeit, Systemische Kommunikation, Gruppenleitung und Prozessbegleitung. Neben spannenden Inputs bietet der Lehrgang viel Raum für Austausch, Reflexion und die gemeinsame Weiterentwicklung der eigenen Praxis. • Start: 16. Oktober 2026 • Anmeldeschluss: 11. September 2026 • Infos: jugendring.it zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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Leitfaden stärkt Schutzkonzepte in der Jugendarbeit Jugendarbeit schafft Räume, in denen junge Menschen Vertrauen entwickeln, Gemeinschaft erleben und sich entfalten können. Gerade weil Beziehungen, Nähe und persönliche Begleitung zum Kern der Jugendarbeit gehören, tragen Jugendeinrichtungen und Jugendorganisationen eine besondere Verantwortung. Schutz junger Menschen ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil qualitätsvoller Jugendarbeit. Mit diesem gemeinsamen Anliegen luden die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste (AGJD), netz | Dachverband Offene Jugendarbeit und der Südtiroler Jugendring – unterstützt vom Amt für Jugendarbeit, der Kinder- und Jugendanwaltschaft, Forum Prävention, dem Jugendhaus Kassianeum sowie weiteren Partnerorganisationen – am 28. Mai zur Fachveranstaltung „Schutzkonzepte für die Jugendarbeit“ ein. Schutzkonzepte als Qualitätsmerkmal der Jugendarbeit Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung eines Leitfadens zur Entwicklung von Schutzkonzepten für die Jugendarbeit in Südtirol. Gemeinsames Ziel ist es, den Schutz junger Menschen nachhaltig zu stärken und sichere Rahmenbedingungen in der Jugendarbeit weiter auszubauen. Mit der Anpassung der Förderrichtlinien des Landes werden Schutzkonzepte für Jugendeinrichtungen und Jugendorganisationen verpflichtend. Bis Ende 2027 entwickelt jede Organisation ein Schutzkonzept, das zu ihren Angeboten, Strukturen und Rahmenbedingungen passt. Schutzkonzepte können Organisationen dabei unterstützen, den eigenen Alltag bewusst zu reflektieren, Risiken frühzeitig zu erkennen und klare Orientierung für das gemeinsame Handeln zu schaffen. Dabei geht es um ganz konkrete Fragen: Welche Regeln gelten für private Chats oder den Kontakt über soziale Medien? Wie gehen wir mit Fotos von jungen Menschen um? Welche Schutzmaßnahmen braucht es bei Ferienprojekten, Ausflügen oder Großveranstaltungen? Wissen Kinder und Jugendliche, an wen sie sich wenden können, wenn sie sich unwohl fühlen oder Grenzen überschritten werden? Und wie wird gehandelt, wenn es zu einem Verdachtsfall kommt? Der Leitfaden unterstützt Jugendeinrichtungen dabei, mithilfe von Checklisten, Vorlagen, Reflexionsfragen und Praxisbeispielen ein organisationsinternes Schutzkonzept zu entwickeln. Er zeigt Schritt für Schritt auf, wie Risiken erkannt, geeignete Schutzmaßnahmen entwickelt und bereits vorhandene Stärken sichtbar gemacht werden können. Viele Organisationen setzen bereits heute zahlreiche Maßnahmen zum Schutz junger Menschen um. Der Leitfaden hilft dabei, diese bewusst weiterzuentwickeln, verbindlich im Alltag zu verankern und in einem schriftlichen Schutzkonzept festzuhalten. Vielfalt der Jugendarbeit in Südtirol Die Jugendarbeit in Südtirol ist vielfältig: Sie reicht von großen Jugendeinrichtungen und Jugendzentren über verbandliche Jugendorganisationen bis hin zu kleinen, ehrenamtlich geführten
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Jugendgruppen. Auch die Tätigkeitsbereiche unterscheiden sich – von der Begleitung von Jugendgruppen über Offene Jugendtreffs und Ferienprojekte bis hin zu Beratungsangeboten, Veranstaltungen und digitalen Angeboten. Deshalb gibt es kein Schutzkonzept „von der Stange“. Jede Organisation entwickelt ein Konzept, das zu ihren eigenen Rahmenbedingungen, Angeboten und Zielgruppen passt. Schutzkonzepte stärken nicht nur den Schutz junger Menschen. Sie schaffen auch Klarheit und Handlungssicherheit für berufliche Fachkräfte, Ehrenamtliche und Freiwillige. Klare Zuständigkeiten, nachvollziehbare Abläufe und gemeinsam vereinbarte Standards geben Orientierung im Alltag und helfen, auch in herausfordernden Situationen sicher und verantwortungsvoll zu handeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beteiligung junger Menschen. Schutz gelingt nur dann nachhaltig, wenn Kinder und Jugendliche ihre Rechte kennen, ihre Meinung einbringen können und wissen, an wen sie sich mit Sorgen oder Beschwerden wenden können. Wer junge Menschen beteiligt, stärkt ihre Selbstbestimmung und trägt dazu bei, Grenzverletzungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Schutz als gemeinsame Haltung „Schutzkonzepte können nur dann wirksam sein, wenn sie gelebt werden. Sie sind Ausdruck einer gemeinsamen Haltung. Unser Ziel ist es, dass sich junge Menschen in der Jugendarbeit sicher fühlen, Vertrauen entwickeln und wissen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden“, betonen Verena Hafner (AGJD), Christiane Kofler (netz | Dachverband Offene Jugendarbeit) und Maria Lisa Maffei (Südtiroler Jugendring). Mit der Vorstellung des Leitfadens beginnt der eigentliche Prozess. Einige Jugendorganisationen haben bereits Schutzkonzepte entwickelt, andere machen sich nun auf den Weg. Im Herbst begleiten die drei Dachverbände ihre Mitgliedsorganisationen mit Workshops, unter anderem zu Risikoanalysen, Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten, Schutz im digitalen Raum sowie dem Umgang mit Verdachtsfällen. Ergänzt wird das Angebot durch Fortbildungen und Austauschformate im Jugendhaus Kassianeum. Schutzkonzepte tragen dazu bei, die Qualität der Jugendarbeit nachhaltig weiterzuentwickeln. Sie stärken den Schutz junger Menschen und geben beruflichen Fachkräften, Ehrenamtlichen und Freiwilligen mehr Sicherheit für ihr tägliches Handeln. Der Leitfaden bildet dafür eine gemeinsame Grundlage. Entscheidend ist, dass Schutzkonzepte gemeinsam entwickelt, regelmäßig weitergedacht und im Alltag gelebt werden. So wird Schutz zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Jugendarbeit – zum Nutzen junger Menschen und aller, die sie auf ihrem Weg begleiten. Christiane Kofler (netz | Dachverband Offene Jugendarbeit) Maria Lisa Maffei (Südtiroler Jugendring) Verena Hafner (Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste)
FOTO: Martin Hörtnagl, erstellt mit Adobe Express
Spielräume öffnen – Spannungen lösen Seminar für alle, die Jugendlichen in Krisen kreative Wege eröffnen Dieses Seminar richtet sich an Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten. Jugendliche erleben heute persönliche, familiäre und globale Krisen, die ihre Spiel-, Frei- und Handlungsräume stark einschränken. Das Seminar zeigt, wie Fachkräfte junge Menschen entlasten, stärken und beim Wiederentdecken ihrer Gestaltungsspielräume begleiten können. Mit Impulsen aus Tanztherapie, Gestaltpädagogik, pädagogischem Rollenspiel und künstlerischen Zugängen werden Krisen und Konflikte körperlich, emotional und nonverbal erfahrbar – und anschließend reflektier- und veränderbar. Wir erproben praxisnahe Methoden für Einzel- und Gruppenarbeit, verbunden mit Selbstreflexion, Wahrnehmungsschulung, Austausch sowie konzeptionellen Grundlagen (u.a. TZI). Zielgruppe sind alle Interessierten sowie Personen aus Jugendarbeit, Sozialarbeit, Schule, Jugendhilfe, Fachstellen, Therapie, Ehrenamt und einschlägigen Studienrichtungen.
Referentinnen: Annemarie Schweighofer-Brauer, Institut für gesellschaftswissenschaftliche Forschung, Bildung und Information, Beraterin im psychosozialen Bereich (AWO KV Wesel e.V.), Gestalttherapeutin und diplomiert in TZI, Historikerin, Politologin Annette Piscantor, Kunststudium (B.F.A.), Lehrtätigkeit für Tanz, Kunst, Darstellen und Gestalten an Musikschulen, Grundschulen und einer Gesamtschule. Tanztherapeutische Ausbildung am deutschen Institut für Tanz- und Ausdruckstherapie DITAT Bonn, Lehrbeauftragte für Performance Art an der Hochschule für bildende Kunst HBK Essen Anmeldegebühr: Diese Veranstaltung ist gefördert durch das Bundeskanzleramt, Sektion Familien und Jugend. Daher ist das Seminar für die Teilnehmenden kostenfrei. Lediglich Anreise, eventuelle Übernachtung, Verpflegung und eine Anmeldegebühr in der Höhe von € 30,00 werden von den Teilnehmenden selbst übernommen. Anmeldung: bis Donnerstag, 1. Oktober 2026 bei Annemarie Schweighofer-Brauer, annemarie-s-b@freenet.de Datum: von Samstag, 24. Oktober 2026, 9 Uhr bis Dienstag, 27. Oktober 2026, 13 Uhr Termindetails: Samstag bis Montag von 9 bis 17 Uhr und Dienstag von 9 bis 13 Uhr Ort: Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck Veranstalter: Haus der Begegnung – Bildungshaus der Diözese Innsbruck zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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Weiterbildung jukas.net Weitere Infos in der Weiterbildungsbroschüre des Jukas. Die Broschüre ist erhältlich beim: Amt für Jugendarbeit Andreas-Hofer-Straße 18 I-39100 Bozen T +39 0471 413370 Jugendarbeit@provinz.bz.it Jugendhaus Kassianeum Jukas Brunogasse 2 I-39042 Brixen T +39 0472 279923 bildung@jukas.net Alle Seminare finden – sofern nicht anders angegeben – im Jugendhaus Kassianeum in Brixen statt und können einzeln besucht werden.
zspritze! Achtung Finaahnme an
Für die Teiln minaren haben eiterbildungsse W d un n Ausitarbeiter*inne renamtliche M eit, haupt- und eh hk lic ög M e di it in Tirol der Jugendarbe d Arbeit Gesellschaft un ng ilu te Ab in der g tz lle Unterstü un um eine finanzie anzusuchen.
Mehr als nur Fördergelder: Finanzierungsmix neu denken & erweitern Klassische & alternative Finanzierungsformen für Non-Profit-Organisationen. Seminar Ziel und Inhalt: Dieses Seminar bietet einen kompakten Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten jenseits traditioneller Förderprogramme. Wir starten mit einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Projektmanagements, um eine Basis für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten zu schaffen. Im Anschluss besprechen wir kurz die klassischen Instrumente (staatliche und regionale Projektfinanzierungen). Der Fokus liegt jedoch auf den alternativen Finanzierungsformen: » Crowdfunding: Wie kannst du online Menschen mobilisieren, ein Projekt zu unterstützen? » Sponsoring: Wie kannst du Unternehmen als strategische Partner gewinnen? » Impact Investing: Wie kannst du „sozial verantwortliches Kapital“ (Geld von Investoren, die auf soziale und nachhaltige Wirkung achten) nutzen?
Zielgruppe: Mitarbeiter*innen der Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit, der Erwachsenenbildung und anderer Non-Profit-Organisationen, Projektleiter*innen, Geschäftsführer*innen und Vorsitzende von Vereinen Zeit: Dienstag, 13. Oktober 26, 9 – 12.30 und 14 – 17.30 Uhr Beitrag: 160 Euro inkl. 22 % MwSt. (144 Euro Frühbucher bis 15.09.26) Leitung: Luca Daprà, Schlanders. Seit 2017 Projektmanager bei BASIS Vinschgau Venosta. Unterstützung der BASIS sowie diverser Unternehmen, Vereine und der öffentlichen Verwaltung bei der Akquise von Finanzmitteln und der effizienten Projektverwaltung Anmeldeschluss: Donnerstag, 1. Oktober 26
Dem Neuen Raum geben Mit der Theorie U eine Landebahn für die Zukunft bauen. Seminar Ziel und Inhalt: Die Theorie U von Otto Scharmer befasst sich im Kern mit der Frage: Wie kommt das Neue in die Welt? Sie beschreibt dabei nicht nur den äußeren, sondern vor allem den inneren Prozess, aus dem heraus wir handeln. Die Theorie U lädt uns ein, langsamer zu werden. Stell dir eine Reise in Form eines U vor: Zuerst steigen wir hinab. Wir hören wirklich zu. Wir legen unsere schnellen Antworten zur Seite. In diesem Tiefpunkt entsteht ein besonderer Moment: Wir spüren, was entstehen will. Dann steigen wir wieder hinauf, probieren erste Schritte, machen kleine Experimente, kreieren Projekte und bringen das Neue in die Welt. Die Methoden sind vielfältig, spielerisch, kreativ und überraschend. Sie wirken sowohl auf individueller, als auch auf institutioneller und kollektiver Ebene. In diesem Seminar erlebst du zwei Ebenen: » Deinen persönlichen Prozess im U » Die Reflexion auf der Metaebene, so dass du die Theorie U auch theoretisch nachvollziehen und verstehen kannst.
Dieses Prozessformat richtet sich an alle, die persönlich, in Gruppen (Institutionen, NGOs, Firmen) oder im Kollektiv (Gemeinden) neue Impulse suchen, um der entstehenden Zukunft eine Landebahn zu bauen. Zielgruppe: Mitarbeiter*innen der Jugend-, Sozial- und Kulturarbeit und anderer Non-Profit-Einrichtungen sowie alle persönlich Interessierten Zeit: Donnerstag, 15. Oktober 26, 9 – 12.30 und 14 – 17.30 Uhr Beitrag: 185 Euro inkl. 22 % MwSt. (166,50 Euro Frühbucher bis 15.09.26) Referentinnen: Barbara Beinsteiner, Hall i.T. Lebens- und Sozialberaterin, Erzählerin, www.barbarabeinsteiner.at Martina Ertl, Innsbruck. Coachin, Mediatorin, Organisationsberaterin, www.raumfuersein.at Anmeldeschluss: Montag, 5. Oktober 26
Von der Idee zum Konzept: Projekte strukturiert schreiben Seminar Ziel und Inhalt: Wenn in einer Einrichtung die betriebliche Qualität gesichert oder neue Ideen eingeführt werden sollen, braucht es ein durchdachtes Konzept. Ein gutes Konzept beschreibt den Plan für ein Vorhaben zielgerichtet und prägnant, bringt Inhalte auf den Punkt und stellt sicher, dass alle relevanten Informationen überzeugend präsentiert werden. Es umfasst Titel, Ausgangssituation, Zielgruppe, geplante Maßnahmen sowie Informationen zu Ressourcen. In diesem Seminar lernen die Teilnehmenden, Konzepte zu strukturieren, Ziele klar zu definieren und konkrete Maßnahmen zu planen. Sie haben die Möglichkeit, eigene Ideen zu entwickeln, zu reflektieren und direkt umzusetzen. Dabei werden häufige Fehler und Fallstricke thematisiert und erfolgreiche Beispiele vorgestellt. Anhand eines konkreten Praxisbeispiels zeigt die Referentin,
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wie Künstliche Intelligenz den Prozess des Projektschreibens unterstützen kann: Von der Ideenentwicklung bis zur Präsentation. Zielgruppe: Mitarbeiter*innen der Jugend-, Sozial- und Kulturarbeit und anderer Non-Profit-Einrichtungen und alle Interessierten Zeit: Montag, 19. Oktober 26, 9 – 12.30 und 14 – 17.30 Uhr Dienstag, 20. Oktober 26, 9 – 12.30 Uhr Beitrag: 230 Euro inkl. 22 % MwSt. (207 Euro Frühbucher bis 15.09.26) Referentin: Maria Lobis, Tiers. Langjährige Leiterin des Büros für Öffentlichkeitsarbeit der Caritas (2002–2011), Mitarbeiterin des Sonntagsblattes (2011–2014), Leiterin der Straßenzeitung zebra und des OEW-PR-Büros (2014–2015), seit 2016 freiberuflich tätig als Journalistin und PR-Fachfrau Anmeldeschluss: Montag, 5. Oktober 26
Fit für die Jugendarbeit Einblicke und Grundlagen für die Jugendarbeit. Seminar & Exkursion Ziel und Inhalt: Das Seminar vermittelt Basiswissen und Orientierung im Themenfeld „Jugendarbeit in Südtirol“: » Was zeichnet Jugendarbeit aus? » Welche Aufgaben und Rollen haben Jugendarbeiter*innen? » Struktur und Landkarte der Jugendarbeit » Grundlagendokumente für die Jugendarbeit » Vernetzung und Austausch » Kennenlernen von Einrichtungen: Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste AGJD, netz | Offene Jugendarbeit, Südtiroler Jugendring SJR, Bildungshaus Jukas, Amt für Jugendarbeit, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Forum Prävention, YouthInfo, Young+Direct, JugendCoachingGiovani. » Besuch von Einrichtungen: Haus Goethe, Südtiroler Hochschüler*innenschaft, Jugendzentrum Bunker, Jugendzentrum VKE, Jugenddienst Bozen, Kulturzentrum Astra Brixen. Zielgruppe: Berufliche Einsteiger*innen der Kinder- und Jugendarbeit, Mitarbeiter*innen im ersten Berufsjahr
1. Seminar: Dienstag, 20. Oktober 26, 9 – 12.30 und 13.30 – 17 Uhr Bildungshaus Jukas, Brixen Exkursionen: Donnerstag, 29. Oktober 26, 9 – 17 Uhr Haus Goethe und Südtiroler Hochschüler*innenschaft, Bozen Montag, 9. November 26, 9 – 17 Uhr Jugendzentrum Bunker, Haslach und Jugendzentrum VKE Bozen, Jugenddienst Bozen 2. Seminar: Donnerstag, 3. Dezember 26, 9 – 12.30 und 13.30 – 17 Uhr Bildungshaus Jukas, Brixen Kursleitung: Doris Kaserer, Terlan. Pädagogin mit Zusatzausbildung in systemischer Pädagogik, freiberufliche Trainerin mit langjähriger ehrenamtlicher und beruflicher Erfahrung in der Mädchen- und Jugendarbeit Kursbegleitung: Peter Grund (SJR), Karlheinz Malojer (AGJD), Marina Peter (netz | Offene Jugendarbeit) und Daniela Ploner (Jukas) Beitrag: 250 Euro inkl. 22 % MwSt. mit Mittagessen bei den Exkursionen Veranstalter: Bildungshaus Jukas in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, netz | Offene Jugendarbeit und dem Südtiroler Jugendring Anmeldeschluss: Freitag, 9. Oktober 26
Menschen & Jobs netz | Offene Jugendarbeit Alessandro Cossu arbeitet seit Anfang Juni beim netz | Offene Jugendarbeit im Bereich Verwaltung und Organisation. Beruflich hat er acht Jahre als Informatiker gearbeitet, davor drei Jahre im Back-Office im Verkaufsbereich. Seit 2024 organisiert er Trommelkreise, die auf Improvisation und freiem Ausdruck basieren und für alle offen sind. Die Teilnehmer*innen spielen mit Schlagzeugen mit, auch ohne Musikerfahrung. Besonders freut er sich, in einem sozialen Umfeld zu arbeiten, das sich an junge Menschen richtet. Die Erfahrungen aus seiner Vereinsarbeit kann er hier Alessandro direkt einbringen, und das motiviert ihn sehr. Cossu
Jugenddienst Obervinschgau Katja Schöpf arbeitete in Kortsch als Köchin und entdeckte durch ihre langjährige Mitgliedschaft in der Jungschargruppe Laatsch ihre Begeisterung für kreative Projekte sowie Brett- und Gruppenspiele. Nach vier Jahren Berufserfahrung wechselt Katja nun in den sozialen Bereich und Katja möchte die Entwicklung von Jugendlichen beSchöpf gleiten. Für Katja bedeutet Jugendarbeit, jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, zuzuhören und gemeinsam kreative sowie stärkende Erfahrungen zu schaffen. Sie freut sich im Laufe ihrer neuen Arbeitsstelle Kontakte mit Jugendlichen zu pflegen und die Öffnungszeiten mit kreativen Angeboten und Gesprächen aktiv mitzugestalten.
Jugenddienst Bruneck
Jugenddienst Mittelvinschgau
Marie Gaisler arbeitet seit Anfang Mai als pädagogische Mitarbeiterin im Jugenddienst Bruneck. Sie bringt viel Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit mit und kommt aus Sand in Taufers. Die Arbeit mit jungen Menschen begeistert sie bereits seit ihrer Jugend. Durch ihre Tätigkeit als Sommerbetreuerin in Jugendzentren sowie beim Jugenddienst Taufers konnte sie zahlreiche Erfahrungen sammeln. Dabei wurde ihr immer wieder klar, dass die Arbeit mit jungen Menschen genau das Richtige für sie ist. Marie freut sich sehr auf die ZusamMarie menarbeit sowie auf kommende Projekte. Gaisler
Mariana Fasolt freut sich, nach einer kurzen Pause wieder Teil der Offenen Jugendarbeit beim Jugenddienst Mittelvinschgau zu sein. Sie begleitet die Jugendtreffs in Eyrs und Tschengls und das Jugendzentrum in Schlanders. Ihr ist es wichtig, junge Menschen auf Augenhöhe zu begleiten, ihnen zuzuhören und gemeinsam Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Jugendarbeit bedeutet für sie, nicht nur Jugendliche zu begleiten, sondern gemeinsam mit ihnen etwas zu bewegen. a Denn die besten Ideen entstehen dort, wo junge Marian olt s a F Menschen mitreden, mitgestalten und ihre Spuren hinterlassen können. zum Beispiel / Nr. 3 / 2026
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Österreichische Post AG MZ 02Z030010 M Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Gesellschaft und Arbeit, Meinhardstraße 16, 6020 Innsbruck
Wichtige Adressen BERATUNG
INFORMATION Lebenshilfe Onlus Angebote für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung Galileo-Galilei-Straße 4c, Bozen
Young+Direct Johann-Wolfgang-von-Goethe-Str. 42, Bozen online@young-direct.it Jugendtelefon: +39 0471 155 155 1
Sexualpädagogische Beratung T +39 0471 062501 M +39 348 8817350 s.beratung@lebenshilfe.it
WhatsApp: +39 345 0817 056 Internet: www.young-direct.it Facebook: Young+Direct Beratung Consulenza Instagram: younganddirect
JugendCoachingGiovani Goethestraße 42, Bozen | T +39 324 778 1356 coaching@netz.bz.it | www.netz.bz.it
Youth Info Weggensteinstraße 2D, Bozen info@youth-info.it Instagram und TikTok: youthapp_ BILDUNG Jugendhaus Kassianeum Brunogasse 2, Brixen T +39 0472 279923 bildung@jukas.net www.jukas.net ÄMTER
Allgemeine Informationen: info@lgbt.bz.it Hör- und Beratungsdienst für LGBTQIA+ Personen: help.point@lgbt.bz.it
Beratungsstelle COURAGE Salurner Straße 15, Innsbruck Mo + Mi + Do, 17–20 Uhr T +43 699 16616663 innsbruck@courage-beratung.at www.courage-beratung.at
Amt für Jugendarbeit Andreas-Hofer-Straße 18, Bozen T +39 0471 413370/71 jugendarbeit@provinz.bz.it www.provinz.bz.it/kulturabteilung/jugendarbeit Europäisches Solidaritätskorps T +30 0471 413378 | katalin.szabo@provinz.bz.it
Forum Prävention Talfergasse 4, Bozen | T +39 0471 324801 info@forum-p.it | www.forum-p.it
infes – Fachstelle für Essstörungen Talfergasse 4, Bozen | T +39 0471 970039 info@infes.it | www.infes.it (Beratung nach vorheriger Terminvereinbarung)
Kinder- und Jugendanwaltschaft Garante per l’infanzia e l’adolescenza Garant per la nfanzia y l’adolescënza Cavourstraße 23c, Bozen T +39 0471 946050 info@kinder-jugendanwaltschaft-bz.org www.kinder-jugendanwaltschaft-bz.org
Elterntelefon Grüne Nummer: 800 892 829 Anrufzeiten: Mo–Sa 9.30–12 Uhr Mo–Fr 17.30–19.30 Uhr www.elterntelefon.it
Drogenarbeit Z6 Jugenddrogenberatung Dreiheiligenstraße 9, Innsbruck Di–Do 14–16 Uhr und Do 18–20 Uhr sowie Termine nach telefonischer Vereinbarung T +43 699 13143316 zentrale@drogenarbeitz6.at www.drogenarbeitz6.at Onlineberatung: www.onlinedrogenberatung.at
kontakt+co Suchtprävention Jugendrotkreuz Bürgerstraße 18, Innsbruck Mo–Do 8–16 Uhr | T +43 512 585730 office@kontaktco.at | www.kontaktco.at
Meraner Straße 5, Innsbruck T +43 512 508 3792 Whatsapp +43 676 88 508 3792 kija@tirol.gv.at | www.kija.tirol
Interkulturelle Arbeit T +39 0471 413373 Abdelouahed.ElAbchi@provinz.bz.it Amt Freiwilligenwesen und Solidarität Rittner Straße 33/b, Bozen T +39 0471 416540 freiwilligenwesen@provinz.bz.it Abteilung Gesellschaft und Arbeit Die Abteilung Gesellschaft und Arbeit ist Ansprechpartner für die Themen Arbeitsmarktförderung, Diversität (Integration und Gleichstellung), Generationen, Jugend und Angelegenheiten der Gewaltprävention. Meinhardstraße 16, Innsbruck T +43 512 508 80 7804 gesellschaft.arbeit@tirol.gv.at www.tirol.gv.at/gesellschaft-und-arbeit InfoEck der Generationen Informationsstelle für Jugendliche, Familien und SeniorInnen Regionalstelle Erasmus+ Jugend und Europäisches Solidaritätskorps Bozner Platz 5, Innsbruck | T +43 800 800 508 infoeck@tirol.gv.at | www.tirol.gv.at/infoeck