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Die Zeitschrift des Landes Südtirol

La revista dla Provinzia autonoma de Bulsan

Die Reform der Autonomie

Mit ihrer Genehmigung tun sich für Südtirol neue Spielräume auf

Leben & Gemeinschaft

Neues Gesundheitsnetz: Wohnortnahe Hilfe für Patientinnen und Patienten

Natur & Lebensraum

Natur bewahren: Was in Schutzgebieten erlaubt ist und was nicht

BEI HITZE: Draußen kühl unterwegs!

Körper schützen: Kopfbedeckung, Sonnenbrille und -creme Schatten suchen: kühle Orte zum Ausruhen aufsuchen Mittagshitze meiden: morgens oder abends nach draußen gehen

Richtig verhalten bei Hitze: provinz.bz.it/hitze

Kennen Sie das? Im Urlaub gibt es plötzlich Zeit für Dinge, für die sonst der Alltag zu voll ist. Man nimmt eine Zeitschrift in die Hand, setzt sich kurz in die Sonne, vielleicht auf eine Bank, nur für ein paar Minuten zwischendurch. Man blättert nicht, weil man muss, sondern weil man möchte. Diese Ausgabe von nëus ist als Sommer-Begleitung durch Themen gedacht, die unser Land gerade bewegen, ohne Eile, aber mit Wirkung im Alltag.

Denn in Südtirol verändert sich gerade einiges. Mit der Reform der Autonomie hat das Land mehr Zuständigkeiten bekommen. Das klingt nach Paragrafen, bedeutet aber ganz konkret: Mehr Entscheidungen werden direkt hier vor Ort getroffen. Jetzt beginnt der wichtige Teil. Aus neuen Möglichkeiten müssen einfache Lösungen werden. Für Menschen, für Betriebe, für den Alltag, und zwar in vielen Bereichen von Umwelt und Verwaltung bis hin zu Personal und Verfahren.

Auch das Gesundheitswesen wird gerade neu organisiert, denn wer Hilfe braucht, möchte schnell wissen, wohin er sich wenden kann. Deshalb wird ein neues Netz der Gesundheitsversorgung geknüpft mit Gemeinschaftshäusern, wohnortnahen Einsatzzentralen und einer neuen Gesundheitsnummer, die Orientierung geben soll. Nicht jeder Weg muss sofort ins Krankenhaus führen. Viele Dinge lassen sich einfacher und auch näher klären.

So entstehen Schritt für Schritt Systeme, die näher an Südtirol sind, weil sie näher an den Menschen sind. Und genau deshalb lohnt es sich, diese Ausgabe von nëus in den Sommer mitzunehmen: für ein paar ruhige Minuten, für neue Einblicke und für Themen, die uns alle betreffen.

Foto: Euregio/Max Verdoes

Viel los im EuregioSommer

Ob Kultur, Wissenschaft oder Politik: Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino bietet ein reichhaltiges Sommer-Programm. Rund 60 Nachwuchsmusikerinnen und -musiker, die das Euregio-Jugendblasorchester 2026 bilden, zeigen ihr Talent bei drei Konzerten: in Trient am 23. Juli (21.15 Uhr, Teatro Sociale), in Toblach am 24. Juli (18 Uhr, Euregio-Kulturzentrum) und in Innsbruck am 25. Juli (13 Uhr, Hofburg). Am 23. Juli gibt es auch in Bozen musikalische Unterhaltung beim Euregio-Jazzkonzert (19.30 Uhr, Kornplatz). Vom 27. bis 30. August schließlich stehen bei den Euregio-Days beim Europäischen Forum Alpbach (EFA) in Tirol starke Regionen und die Vergabe der Euregio-Awards im Mittelpunkt. gst

EuregioJugendblasorchester

Euregio-Jazzkonzert

Europäisches Forum Alpbach

Musik kennt keine Grenzen: In Südtirol finden die Konzerte des Euregio-Jugendblasorchesters (im Bild 2025) traditionell in Toblach statt.

IMPRESSUM

Herausgeber:

Autonome Provinz Bozen, Ort: Bozen

Eintragung beim Landesgericht

Bozen: Nr. 32/1991

Presserechtlich verantwortlich:

Margit Piok (pio)

Koordination:

Maurizio Di Giangiacomo (mdg)

Monika Pichler (mpi)

Redaktion:

Maja Clara (mac)

Elisa Egidio (ee)

Carmen Kollmann (ck)

Thomas Laconi (tl)

Gabriel Marciano (gm)

Ursula Pirchstaller (pir)

Angelika Schrott (san)

Guido Steinegger (gst)

Katharina Trocker (kat)

Weitere Beiträge und Übersetzungen

dieser Ausgabe:

Paolo Florio (pf)

Timea Kasslatter (tk)

David Lardschneider (dl)

Carlo Suani (cs)

Traduzioni STR (str)

Foto Titelseite:

Fabio Brucculeri

Grafische Gestaltung: succus.

Druck:

Athesia Druck GmbH

Auflage: 30.100 Kopien

Kontakt und Abo:

Agentur für Presse und Kommunikation,

Silvius-Magnago-Platz 1, 39100 Bozen (BZ), Tel. 0471 412213, lpa@provinz.bz.it landeszeitung.provinz.bz.it

Die Verwendung von Texten und Bildern aus neüs für nicht auf Gewinn ausgerichtete Zwecke ist nach Rücksprache mit der Redaktion möglich.

ISSN 2974-8143

facebook.com/LandSuedtirol/ instagram.com/land.suedtirol

Sportangebote in 83 Disziplinen bieten die 436 geförderten Sportvereine Südtirols. Damit erreicht die Sportförderung des Landes große Teile der Bevölkerung und ermöglicht ein flächendeckendes Angebot. Jährlich fließen rund 2 bis 2,7 Millionen Euro

in den Breitensport. Auch der Spitzensport wird gezielt unterstützt: 2026 erhalten 32 Teams Fördermittel, darunter sechs reine Frauenteams. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Chancengleichheit und der Sichtbarkeit von Frauen im Sport. kat

Neue Verbindung

Kurze Wege. Mit der Unterführung St. Jakob rücken Leifers und Bozen näher zusammen: Die neue Infrastruktur, die seit Ende Juni in Betrieb ist, verbindet die beiden Städte, insbesondere die Fraktion St. Jakob mit der Gewerbezone Bozen Süd und dem Flughafen Bozen. Zugleich dient sie als neuer Mobilitätsknotenpunkt: Die Unterführung umfasst eine Verbindung für öffentliche Verkehrsmit-

tel und einen sicheren Radweg und Gehweg. Auch eine neue Bushaltestelle und Fahrradstellplätze gibt es. Oberhalb der Unterführung entsteht die neue Zughaltestelle St. Jakob, die im Sommer 2027 in Betrieb gehen wird. Trotz unmittelbarer Nähe zu den Gleisen wurde die Unterführung ohne Unterbrechung des Bahnverkehrs auf der Brennerbahn fertiggestellt. mpi

Verkürzt die Wege für Pendlerinnen und Pendler: die neue Unterführung St. Jakob ist seit Ende Juni geöffnet.

Foto: Ivan Brentegani

Junges Ehrenamt sichtbar machen

Die Auszeichnung „Glanzleistungen“ würdigt das junge Ehrenamt in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino für seinen Einsatz.

Einsatz gewürdigt. 21 Einzelpersonen, acht Projekte sowie ein grenzüberschreitendes Projekt, die sich in besonderer Weise für Kinder, Jugendliche und das Gemeinwesen einsetzen, wurden bei den diesjährigen „Glanzleistungen – das junge Ehrenamt“ im NOI Techpark in Bozen ausgezeichnet. Aus Südtirol erhielten fünf junge Ehrenamtliche die Auszeichnung für ihren Einsatz in Vereinen und Organisationen. Zu-

dem wurden drei Projekte geehrt: der Jugendchor Kyrios aus Abtei, der Verein DUNG VFG aus Bozen mit seinen Gaming-Projekten sowie das Rotkreuz-Projekt „8–13 – PEACE & CRI“. Als grenzüberschreitendes Vorzeigeprojekt wurde die EuregioYoungJury des Filmclub Bozen ausgezeichnet, die Jugendliche aus Tirol, Südtirol und dem Trentino über Film und Kultur miteinander vernetzt. kat

Erstmals

Elektrozug im Einsatz

Neues Kapitel. Erstmals verkehrt seit Ende Juni auf der Vinschger Bahnlinie zwischen Mals und Laas der neue elektrische Triebzug des Typs Coradia Stream. Die neuen Züge bieten mehr Platz und höheren Komfort und sind mit einem größeren Fahrradabteil ausgestattet. Als Mehrsystemfahrzeuge können sie mit unterschiedlichen Stromsystemen betrieben werden und sind mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet. Auf dem Abschnitt der Bahnlinie zwischen

Laas und Meran verkehren weiterhin Dieselzüge. Die Inbetriebnahme der neuen elektrischen Fahrzeuge erfolgt schrittweise. Gleichzeitig bleibt der Busersatzverkehr der Linie B250 zwischen Meran und Mals vorerst aufrecht. mpi

Mit den neuen elektrischen Coradia Stream Zügen wird ein neues Kapitel im Betrieb der Vinschger Bahn aufgeschlagen.

Mehr Respekt. Würde ich diesen Satz aussprechen, wenn mein Gegenüber tatsächlich vor mir stehen würde? Die Hemmschwelle im Internet ist mitunter gering. Für jeden beleidigenden, aggressiven und bösartigen Kommentar im Netz steht jedoch der Urheber oder die Urheberin selbst gerade. Das ist die Botschaft der neu aufgelegten Sensibilisierungskampagne „Digital ist real“. Damit setzt das Land Südtirol gemeinsam mit zahlreichen Netzwerkpartnern ein Zeichen für mehr Respekt im digitalen Raum. Die Ergänzung um den Slogan „Dein Kommentar – dein Gesicht“ soll die Verantwortung deutlich machen, die jeder und jede Einzelne für seine Kommentare im Netz trägt. Weitere Informationen, Bildmaterial und Kontakte für Personen, die Opfer von Hass im Netz geworden sind, gibt es unter: www.digitalistreal.it. mpi

Hass im Netz: Die Kampagne des Landes Südtirol setzt sich für eine korrekte Kommunikation im Netz ein und appelliert an die Eigenverantwortung.

Foto: Bernhard Aichner
Foto: LPA
Foto: Ivan Brentegani

Zwischen Leben retten und System verbessern

Er hat Eltern und Frühchen als Arzt in ihren schwierigsten Momenten begleitet, als Expeditionsarzt Grenzen ausgelotet und nach seiner Pensionierung als Politiker Verantwortung übernommen: Hubert Messner im Gespräch.

Hubert Messner, 1953 in Brixen geboren, studierte in Innsbruck, Modena, Mailand und Graz Kinderheilkunde und wurde in Toronto und London zum Neonatologen ausgebildet. Messner war maßgeblich am Aufbau der Neonatologie und Neugeborenen-Intensivstation in Südtirol beteiligt und baute diese als Chefarzt zu einer renommierten Abteilung aus. Er betreute rund 15.000 Früh- und Neugeborene und leitete etwa 750 Transporte. Als Expeditionsarzt nahm er an internationalen Expeditionen u.a. im Himalaya und in der Arktis teil. Zudem war Messner in Fachgremien, in der Ethikkommission, in der Ärztekammer Bozen sowie in der Aus- und Weiterbildung von Ärzten tätig und engagierte sich für soziale Projekte im In- und Ausland. Messner ist Autor mehrerer Publikationen. Für seine Verdienste wurde er mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet. Seit 2024 ist Messner Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit in Südtirol.

Wenn Sie an Ihre Kindheit in Villnöß zurückdenken, woran erinnern Sie sich?

Hubert Messner: Unsere Spielwiese war der Bach, der Wald und die Berge. Wir Kinder hatten so viel Freiheit. Es war das Paradies. Meine Eltern haben uns vertraut und uns zugestanden, draußen und unterwegs zu sein – im Sommer wie im Winter. So haben wir gelernt, uns zu behaupten. Wir haben selbst Eislaufplätze gebaut, uns gegenseitig Skifahren beigebracht und auf der Straße Fußball gespielt. Mit zehn Jahren sind wir Kinder allein mit dem Zelt losgezogen und haben uns selbst versorgt. Mit meinem selbst verdienten Geld habe ich mir ein Rad gekauft und bin damit aus dem Tal gefahren.

In Ihrer Familie sind Sie als siebtes von neun Kindern aufgewachsen. Was prägt Sie bis heute? Schon früh musste ich lernen, selbstständig zu werden und auch Verantwortung für meine kleineren Geschwister übernehmen. In bin aber auch geschützt aufgewachsen. Vor allem meine Mutter hat darauf geschaut, dass wir zusammenhalten. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und gefördert. Bereits als Kinder haben wir bei Bauern oder im Sommer auf der Alm gearbeitet. So habe ich gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen, allein zu sein, eigenständig etwas zu erreichen. Dadurch habe ich Selbstwirksamkeit entwickelt und Resilienz aufgebaut.

Haben Sie auch während Ihrer Schul- und Studienzeit gearbeitet, um dazuzuverdienen?

Ja, ich habe so sogar mein (erstes) Diplom bekommen – das Käser-Diplom. In der Schweiz hatte ich die Verantwortung für 110 Milchkühe auf einer Alm und wir haben Käse und Butter hergestellt. Da habe ich auch gelernt, mit einem Team zu arbeiten und ein Team zu führen. Seither ist mir mein Team bei der Arbeit besonders wichtig.

Jahrzehntelang waren sie als Kinderarzt und Neonatologe tätig und haben rund 15.000 Früh- und Neugeborene begleitet. Was war das Besondere an dieser Arbeit?

Besonders bei den kleinen Frühchen hat mich immer ihr Wille zum Leben beeindruckt, welche Kraft sie entwickeln können, ihr Kampfgeist und wie sie sich mitteilen, über den Gesichtsausdruck zum Beispiel.

Die Arbeit auf einer Neugeborenen-Intensivstation verlangt medizinisches Können, aber auch viel Menschlichkeit. Wie waren die Begegnungen mit den Familien? Prägend und wichtig waren für mich die vielen Gespräche mit den Eltern zwischen Hoffnung, Angst und Vertrauen, besonders, wenn die Frühchen in kritischen Situationen oder beim Sterben waren. Das war für mich ein wichtiger Lernprozess. Ich habe verstanden, dass das Sterben zum Arztsein dazugehört. Mit den Frühchen habe ich auch ver-

Foto: Fabio Brucculeri

sucht in direktem Kontakt zu sein, mit ihnen zu sprechen oder ihnen durch Streicheln am Kopf zu zeigen, dass jemand da ist.

In Ihren Büchern schreiben Sie über die Zerbrechlichkeit des Lebens. Hat die Arbeit mit den kleinsten Patientinnen und Patienten Ihren Blick auf das Wesentliche verändert?

Die Zerbrechlichkeit des Lebens hat mir gezeigt: Das Leben ist lebenswert – in all seinen Facetten.

Als Expeditionsarzt waren Sie an einigen der entlegensten Orte der Welt. An welche Reisestationen erinnern Sie sich gern?

Am schönsten war die Anreise zu den Bergen in Nepal und in Pakistan. Wertvoll war für mich der Kontakt dort mit den Menschen in den Dörfern und vor allem die Möglichkeit, sie ärztlich zu versorgen. Wir hatten in unserem Expeditionsgepäck immer Medikamente und Materialien dabei. Ich habe dort viel Leid gesehen, zugleich aber auch viele dankbare und zufriedene Menschen.

Sie waren in Grönland unterwegs, im Himalaya und am Nanga Parbat. Was lernt man in Extremsituationen über die eigenen Grenzen? Extremsituationen lehren einen, sich selbst richtig einzuschätzen. Zu lernen, wo die eigenen Grenzen liegen und sie nicht zu überschreiten, ist die wichtigste Voraussetzung für das Überleben. Diese Grenzen sind nicht unveränderlich –durch gezieltes Training und Erfahrung lassen sie sich verschieben. Das hat mir sowohl bei meiner Arbeit als Arzt als auch heute als Politiker geholfen.

Nach Ihrer Pensionierung als Arzt hätten Sie sich zurückziehen können. Stattdessen sind Sie in die Politik gegangen. Warum haben

„Die eigenen Grenzen sind nicht

unveränderlich. Das hat mir sowohl bei meiner Arbeit als Arzt als

auch heute als Politiker geholfen.“

Sie sich entschieden, noch einmal eine völlig neue Aufgabe zu übernehmen?

Schon früher bin ich gefragt worden, in die Politik zu gehen, habe aber immer abgelehnt, weil ich so viele Projekte hatte. Zugleich habe ich stets versucht, durch gesundheitspolitische Arbeit, durch meine Kenntnisse und Kontakte als Vermittler – sowohl von innen als auch von außen – das Gesundheitssystem zu verbessern. Die Entscheidung nach meiner Pensionierung in die Politik einzusteigen, war eine lange und schwierige. Früher war ich Arzt, der unmittelbar helfen konnte. Nun als Politiker kann ich langfristig etwas bewirken, bewegen und dazu beitragen, Rahmenbedingungen für ein effizientes und zukunftsfähiges Gesundheitssystem zu schaffen.

Sie kennen das Gesundheitswesen aus vielen Perspektiven: als Arzt, Primar, Berater und nun als Landesrat. Was soll sich verbessern? Wer Hilfe braucht, soll sie schnell, gut und in modernen Strukturen möglichst nahe am Wohnort bekommen.

Hubert Messner in jungen Jahren in seinem Heimattal Villnöss: „Mit meinem selbst verdienten Geld habe ich mir ein Rad gekauft und bin damit aus dem Tal gefahren.“

Wir stützen uns auf mehrere zentrale Bausteine, von der flächendeckenden Versorgung durch Hausärzte und Gemeinschaftshäuser über die Gemeinschaftskrankenhäuser, die wohnortnahen Einsatzzentralen und die geplante Gesundheitshotline 116117 bis hin zur Versorgung in den sieben Krankenhäusern.

Sie sind Ehemann, Vater von drei erwachsenen Söhnen. Welche Rolle spielt Ihre Familie in Ihrem Leben?

Meine Familie gibt mir Rückhalt und ist mein Ausgleich zur Arbeit. Ich könnte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Deswegen ist es mir wichtig, in der Zeit daheim wirklich für die Familie da zu sein.

Ihr Berufsleben war von vielen Anfängen und Begegnungen geprägt. Welche Stärke ziehen Sie daraus? Offen in Begegnungen hineinzugehen und zuzuhören ist wesentlich. Das habe ich auch lernen müssen. Aus jeder Begegnung nehme ich heute etwas Positives mit.

Foto: Privat
Foto: Fabio Brucculeri

Autonomie –übersetzt in konkrete Projekte

Wildtiermanagement, Flugverbote, Ladenöffnungszeiten, Landespersonal, Erleichterungen für Klein- und Mittelbetriebe: die Autonomiereform und ihre konkreten Folgen für Bürgerinnen und Bürger.

Die Reform der Autonomie ist genehmigt, nun beginnt die eigentliche Arbeit: Die neuen Zuständigkeiten müssen in Maßnahmen übersetzt werden, die den Südtirolerinnen und Südtirolern direkt zugutekommen.

Wildtiermanagement, Flugverbot auch außerhalb der Naturparks, vereinfachte Genehmigungsverfahren im Umweltbereich, Regelung der Ladenöffnungszeiten: Dies und vieles mehr wird dank der Reform der Autonomie möglich sein.

Am 13. Mai 2026 hat das Land Südtirol ein noch nie dagewesenes Maß an Autonomie erlangt: Mit der endgültigen Genehmigung der Reform des Sonderstatuts für die Region Trentino-Südtirol besitzt das Land nun in mehr Bereichen als je zuvor ausschließliche Gesetzgebungs- und Verwaltungskompetenz – mehr sogar als jene Zuständigkeiten, die 1992 Österreich dazu bewogen hatten, die Streitbeilegungserklärung abzugeben und damit den internationalen Streit mit Italien offiziell zu beenden.

Doch alle, die diese Reform vorangetrieben haben, wissen es selbst: Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt. Die neuen Zuständigkeiten müssen in konkrete Maßnahmen übersetzt werden, die den Menschen im Land direkt zugutekommen. Eine ähnliche Situation gab es schon einmal: Nach der Genehmigung des zweiten Autonomiestatuts 1972 mussten die Paritätischen Kommissionen der Sechs und der Zwölf sämtliche Durchführungsbestimmungen ausarbeiten – ein Vorhaben, das man auf wenige Jahre geschätzt hatte, das

aber letztlich zwei Jahrzehnte dauerte. Die heutige Aufgabe ist weniger umfangreich, doch auch sie verlangt, dass man jetzt damit beginnt.

Drei Wege, die zu beschreiten sind. Der neue Handlungsspielraum ergibt sich vor allem aus einer wichtigen Änderung: Die Bindung an die Grundsätze der grundlegenden wirtschaftlich-sozialen Reformgesetze, auf die sich der Verfassungsgerichtshof in zahlreichen für die Provinzen ungünstigen Urteilen berufen hatte, ist weggefallen. Damit eröffnen sich aus gesetzgeberischer Sicht drei Wege. Erstens kann die Landesregierung beim Ministerrat die Genehmigung jener Durchführungsbestimmungen beantragen, die von den Paritätischen Kommissionen bereits verabschiedet wurden, deren Verfahren aber seit Langem stocken. Zweitens müssen bestehende Durchführungsbestimmungen angepasst oder in den neu zugewiesenen Sachbereichen von Grund auf neu verfasst werden. Und drittens können in neuen oder neu gefassten Zuständigkeitsbereichen eigene Landesgesetze vorgeschlagen werden.

Die gesetzgeberischen Maßnahmen und konkreten Ziele. Den größten Zuwachs an Handlungsspielraum verzeichnet Südtirol im Bereich Umwelt- und Ökosystemschutz, zu dem nun auch das Wildtiermanagement als neue ausschließliche Kompetenz gehört. Das Land kann EU-Richtlinien künftig unmittelbar umsetzen. Nachdem die Europäische Union den Schutzstatus des Wolfes herabgesetzt hat, könnte Südtirol ein eigenes Gesetz erlassen, das die Entnahme von Wölfen auf wissenschaftlicher Grundlage regelt. Vorgesehen sind dafür eine systematische Datenerfassung, ein Monitoring des Erhaltungszustands der Population sowie eine technische Beratungskommission, die Abschusspläne ausarbeitet. Wölfe könnten so künftig ähnlich wie Murmeltiere oder Steinböcke im Rahmen festgelegter Pläne entnommen werden.

Hinzu kommt eine sicherheitsrelevante Neuerung: Greift ein Wolf Menschen an, kann der Landeshauptmann künftig sicherheitspolizeiliche Befugnisse wahrnehmen und sofort eingreifen –Zuständigkeiten, die bisher ausschließlich den staatlichen Sicherheitsbehör-

den vorbehalten waren. Es ist das erste Mal, dass der Staat eine solche Kompetenz auf das Land überträgt.

Auch bei Genehmigungsverfahren im Umweltbereich sind Erleichterungen vorgesehen. Dank der erweiterten Regelungskompetenzen können Verfahren vereinfacht und beschleunigt werden –etwa beim Gewässerschutz im Zusammenhang mit dem Ausbringen von Gülle oder Düngemitteln. Die europäischen Grenzwerte bleiben zwar unverändert, doch bei Verfahren, Genehmigungen, Fördermaßnahmen und neuen Instrumenten wie dem Vertragsnaturschutz kann das Land eigene Wege gehen.

Ebenfalls auf die neue Umweltkompetenz stützt sich die geplante Ausweitung des Flugverbots, das bislang nur in Naturparks und oberhalb von 1.600 Metern gilt.

Im Bereich Handel ist die Gesetzgebungskompetenz mit der Autonomiereform zur ausschließlichen geworden. Damit kann nun beim Ministerrat die Genehmigung der Durchführungsbestimmung zu den Ladenöffnungszeiten beantragt werden, zu der die

Zwölfer-Kommission bereits ihr abschließendes positives Gutachten abgegeben hat. Ähnliches gilt für das Landespersonal: Hier wurde die Gesetzgebungskompetenz neu gefasst und ausdrücklich um die Zuständigkeit für die Regelung des Arbeitsverhältnisses und der zugehörigen Kollektivverhandlung erweitert.

Im öffentlichen Auftragswesen schließlich könnte der bisherige Verweis auf die grundlegenden wirtschaftlich-sozialen Reformgesetze aus den Durchführungsbestimmungen gestrichen werden, da diese Schranke mit der Statutsreform weggefallen ist. Zudem könnten Vereinfachungen bei Verfahren zugunsten von Klein- und Mittelbetrieben eingeführt werden – verknüpft mit den Zuständigkeiten im Bereich Straßenwesen, Wasserversorgung sowie öffentliche Aufträge für Arbeiten, Dienstleistungen und Lieferungen von Landesinteresse.

Kurz gesagt: An Möglichkeiten, neue Kompetenzen und erweiterten Handlungsspielraum in konkrete Maßnahmen umzusetzen, wird es nicht mangeln.

13. Mai 2026: Ohne Gegenstimmen verabschiedet der Senat den Verfassungsgesetzentwurf zur Änderung des Sonderstatuts für die autonome Region Trentino-Südtirol, die Autonomiereform.

Die Paritätischen Kommissionen

Die Durchführungsbestimmungen

Foto: Matteo Minnella
„Jetzt

braucht es einen Kulturwandel im Verhältnis Staat-Regionen“

Interview mit Generalsekretär Eros Magnago: Wer die Reform verfasst hat, von welchen Ausgangspunkten man sich leiten ließ und was es jetzt für ihr konkretes Gelingen braucht.

Generalsekretär Magnago, wie ist die Autonomiereform aus formaler Sicht zu verstehen? Die Reform ist eine Aktualisierung des Statuts, die nach der Verfassungsreform von 2001 notwendig geworden war. Diese hatte den Regionen eine allgemeine Zuständigkeit übertragen und dem Staat einige ausschließliche Kompetenzen belassen. Der Staat hat seine ausschließlichen Kompetenzen auf eine besondere Weise ausgelegt und dabei bestimmte Zuständigkeiten der Regionen unterlaufen. Das war ein Problem, das zwar alle Regionen betrifft, von jenen mit Sonderstatut aber noch stärker empfunden wird. Der Eingriff war deshalb notwendig, diente aber auch dazu, einige Kompetenzen weiterzuentwickeln, die bereits im Statut vorgesehen waren. Die Reform war nötig, um den Spielraum zu erweitern, innerhalb dessen das Land seine eigenen Gesetze erlassen kann, und um einige neue Zuständigkeiten hinzuzufügen.

Wer hat diese Änderung konkret verfasst? Es gab zwei Phasen. In einer

ersten Phase haben wir Fachleute der Regionen mit Sonderstatut – die autonomen Provinzen Südtirol und Trient, das Aostatal, Friaul-Julisch Venetien, Sizilien und Sardinien – uns an einen Tisch gesetzt und begonnen zu erörtern, wie die Statuten zu aktualisieren seien. Dieser Prozess dauerte mehrere Monate. Er brachte einige Eckpfeiler hervor und zeigte die Schranken für die Gesetzgebungskompetenzen. Dann kam diese Arbeit, die von den Landeshauptleuten und Präsidenten der „Sonderautonomien“ bereits formell gebilligt und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vorgelegt worden war, zum Stillstand. Sardinien hatte das Gesetz zur differenzierten Autonomie angefochten, was insofern merkwürdig war, als Sardinien am Tisch der Sonderautonomien saß, während jenes Gesetz die Regionen mit Regelstatut betraf. Und tatsächlich stellte das darauf folgende Urteil genau das fest: Die differenzierte Autonomie betrifft die Regionen mit Regelstatut; wir „Sonderautonomien“ hatten unsere Statute zu aktualisieren. Die Arbeit wurde auf

Initiative der Regierung nur mit Trient und Bozen wieder aufgenommen. Der Abstimmungsprozess verlief zunächst auf Fachebene und anschließend auf politisch-fachlicher Ebene. Beteiligt waren auf der einen Seite die beiden Provinzen und die Region, auf der anderen das Ministerium für Regionale Angelegenheiten und Autonomien sowie die Präsidentschaft des Ministerrats.

Welche Akteure haben zum Gelingen dieser komplexen Operation beigetragen? Die politischen Verhandlungen, um die Reform auf den Weg zu bringen, wurden vom Landeshauptmann, auch in seiner Eigenschaft als Sprecher der autonomen Regionen, geführt. An der Ausarbeitung der Reform mitgewirkt haben dann für das Land Südtirol der Unterfertigte und der Direktor des Amts für Gesetzgebung Gabriele Vitella, für die Autonome Provinz Trient die Generaldirektorin des Departements für institutionelle Angelegenheiten Valeria Placidi, für die Region der Kabinettschef Marcello

Text Maurizio Di Giangiacomo Übersetzung Margit Piok
Foto: Ivo Corrà
„Der Wert der Reform ist enorm, weil sie das Vertrauen jener wiederherstellt, die in diesem Gebiet tätig sind –

der Wirtschaftsverbände und gesellschaftlichen Kräfte – und zeigt, dass die Rechtsordnung nicht seit 1972 stehengeblieben ist.“

◀ Landeshauptmann Arno Kompatscher und Generalsekretär Eros Magnago in Rom zum Zeitpunkt der Verabschiedung der Autonomiereform.

Di Francesco Torregrossa – mit einem wertvollen Beitrag von Professorin Daria de Pretis, emeritierter Vizeprasidentin des Verfassungsgerichtshofs. Als der Tisch stärker politischer Natur wurde, kamen die Landeshauptleute Arno Kompatscher und Maurizio Fugatti sowie die Parlamentarier Meinhard Durnwalder und Alessandro Urzì hinzu.

Wovon sind Sie ausgegangen? Man ist von den Gründen der Anfechtungen ausgegangen, die die Regierung erhoben hatte, sowie von den daraus folgenden Urteilen des Verfassungsgerichtshofs. Das grundlegende Thema war stets jenes der Schranken, innerhalb derer wir unsere Landesgesetze erlassen können. Konkret beanstandeten viele Urteile unsere Gesetze, weil sie als nicht konform mit den wirtschaftlich-sozialen Reformen des Staates eingestuft wurden. In anderen Fällen wurden sie beanstandet, weil bestimmte Sachbereiche, obwohl sie in unserem Statut aufgeführt sind, einer einheitlicheren Regelung auf nationaler Ebene bedürf-

ten. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, die Grenzen der Gesetzgebungsbefugnis neu zu bestimmen. Mit dieser Reform ist die Änderung eingetreten, aber ich glaube, es braucht Zeit, um zu sehen, ob sie auch einen Kulturwandel im Verhältnis zwischen Staat und Regionen herbeigeführt hat. Ich meine damit, dass nicht nur die Ministerien, sondern auch andere staatliche Institutionen und verschiedene Aufsichtsbehörden in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren eine zentralistischere Haltung gezeigt haben als früher. Ich glaube, es handelt sich dabei weder um Ideologie noch um politische Haltungen, sondern um die Überzeugung, die Einheitlichkeit der Rechte auf dem gesamten Staatsgebiet gewährleisten zu müssen. Diese Überzeugung ist meiner Ansicht nach grundlegend falsch, weil sie die Gebiete nivelliert, die Bürgerinnen und Bürger von der öffentlichen Verantwortung entfernt und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Regionen nicht fördert. Wer davon überzeugt ist, Einheitlichkeit gewährleisten zu müssen, will auch die

Eros Magnago, Generalsekretär des Landes Südtirol, hat die Autonomiereform gemeinsam mit dem Direktor des Landesamtes für Gesetzgebung Gabriele Vitella und den Vertretern der Autonomen Provinz Trient und der Region ausgearbeitet.

öffentlichen Ausgaben begrenzen: In der Vergangenheit hat er das durch die Auferlegung des Stabilitätspakts für die Regionen getan, danach durch die Harmonisierung der Haushalte der Regionen und Gemeinden, und jetzt indem er die wesentlichen Leistungsniveaus als Ausgabenobergrenzen auslegt. Die Erfolgsaussichten der Reform werden auch davon abhängen, wie rasch die anderen „Sonderautonomien“ ihre eigene Reform durchsetzen können und auch die Regionen mit Regelstatut die differenzierte Autonomie erhalten werden. Das würde den notwendigen Kulturwandel begünstigen.

Der politische Wert der Reform ist unbestreitbar. Ist er auch wirtschaftlich und sozial gleich bedeutsam? Der Wert der Reform ist, über ihre Inhalte hinaus, enorm, weil sie das Vertrauen jener wiederherstellt, die in diesem Gebiet tätig sind – der Wirtschaftsverbände und gesellschaftlichen Kräfte – und zeigt, dass die Rechtsordnung nicht seit 1972 stehengeblieben ist.

Foto: Tiberio
Sorvillo

Titelgeschichte

Pariser Vertrag –Grundlage der Autonomie

Am 5. September jährt sich die Unterzeichnung des Pariser Vertrags zum 80. Mal. Das Land Südtirol wird dieses bedeutende Jubiläum mit verschiedenen Veranstaltungen und einer Publikation würdigen.

Foto:
Fabio Brucculeri

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in Südtirol 155.000 Unterschriften für den Anschluss an Österreich gesammelt. Österreich forderte seinerseits eine Korrektur der Brennergrenze. Am 24. Juni 1946 beschloss die Konferenz der Außenminister der vier Siegermächte (USA, UdSSR, Großbritannien und Frankreich), die Brennergrenze unverändert beizubehalten. Die Südtirolfrage blieb jedoch aufgrund der unzureichenden Anerkennung der Rechte der deutschen und ladinischen Volksgruppe ein sensibles internationales Thema. Nach langen Verhandlungen sowie dank der Unterstützung zahlreicher kleinerer Staaten und der Vermittlung des britischen Außenministers Ernest Bevin wurde am 5. September 1946 in Paris der sogenannte Pariser Vertrag unterzeichnet. Unterzeichner waren der österreichische Außenminister Karl Gruber und der italienische Ministerpräsident Alcide De Gasperi. Am 3. Dezember desselben Jahres beschlossen die Außenminister in New York, den Vertrag als Artikel 10 in den italienischen Friedensvertrag aufzunehmen, der am 10. Februar 1947 in Paris unterzeichnet wurde.

Die völkerrechtliche Grundlage der Autonomie. „Der Pariser Vertrag bildet die völkerrechtliche Grundlage der Südtirol-Autonomie und verankert sie auf internationaler Ebene. Damit stellt er bis heute das rechtliche Fundament der autonomen Selbstverwaltung Südtirols dar“, erklärt Walter Obwexer, Dekan der Fakultät für Rechtswissenschaften und Vorsitzender des Akademischen Senats der Universität Innsbruck. Obwexer ist einer der Wissenschaftler, an die sich das Land Südtirol für die Publikation zum 80. Jahrestag des Pariser Vertrags gewandt hat, der am kommenden 5. September mit einer Reihe von Veranstaltungen begangen wird. „Zugleich gilt der Vertrag als eines der frühen und bedeutenden Instrumente

des Minderheitenschutzes in Europa. Er kann in seiner Zielsetzung mit späteren internationalen Schutzinstrumenten für nationale Minderheiten verglichen werden und wird häufig als Beispiel für die friedliche Lösung von Minderheitenkonflikten genannt“, fährt Obwexer fort.

Was der Pariser Vertrag vorsieht. Artikel 1 des Pariser Vertrags garantiert der deutschsprachigen Bevölkerung der Provinz Bozen die vollständige Gleichstellung mit der italienischsprachigen Bevölkerung. Dazu gehören der Unterricht in der Muttersprache, die Gleichstellung der deutschen und italienischen Sprache in der öffentlichen Verwaltung und in amtlichen Dokumenten, die zweisprachige Ortsnamenregelung, die Gleichberechtigung beim Zugang zum öffentlichen Dienst sowie das Recht auf Wiederherstellung der italianisierten Familiennamen. Von besonderer Bedeutung ist Artikel 2. Er sieht für die Bevölkerung Südtirols autonome Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse vor und bildet damit die Grundlage für die spätere Entwicklung der Autonomie. Artikel 3 verpflichtet Italien zur Überprüfung der Folgen der sogenannten Option und sieht Vereinbarungen zwischen Österreich und Italien über die gegenseitige Anerkennung von Studien- und Bildungsabschlüssen sowie über die Erleichterung des grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehrs vor.

chen Zuständigkeiten gingen nun auf die beiden autonomen Provinzen über. Bis zur vollständigen Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen vergingen weitere zwei Jahrzehnte. Erst 1992 erklärte Österreich mit der Streitbeilegungserklärung die Südtirolfrage auf internationaler Ebene für gelöst. Damit fand ein jahrzehntelanger Prozess seinen Abschluss, dessen Ausgangspunkt der Pariser Vertrag von 1946 gewesen war.

Die Geschichte der Autonomie ist damit jedoch nicht abgeschlossen. Sie muss laufend weiterentwickelt und an neue gesellschaftliche und politische Herausforderungen angepasst werden. Die jüngsten Reformen zeigen, dass die Autonomie ein lebendiger Prozess bleibt. Umso wichtiger ist die Erinnerung an jene historische Vereinbarung, die den Grundstein dafür gelegt hat: den Pariser Vertrag von 1946.

Veranstaltungen zu 80

Jahre

Pariser Vertrag

3. September 2026

Palais Widmann, Bozen, ab 9 Uhr

◀ Das Banner zum 80-jährigen Jubiläum des Pariser Vertrags an der Fassade des Palais Widmann, Sitz der Südtiroler Landesregierung.

Der lange Weg zur heutigen Autonomie. Auf den Pariser Vertrag folgte 1948 das Erste Autonomiestatut. Dieses übertrug jedoch den Großteil der autonomen Zuständigkeiten an die Region Trentino-Südtirol und nur in begrenztem Umfang an die beiden Provinzen Bozen und Trient. Viele Forderungen der deutschen und ladinischen Volksgruppe blieben daher unerfüllt. Nachdem Österreich die Südtirolfrage vor die Vereinten Nationen gebracht hatte und sich die Spannungen in den folgenden Jahren verschärften, wurde mit dem sogenannten Südtirol-Paket und dem Zweiten Autonomiestatut von 1972 ein grundlegender Kurswechsel eingeleitet. Die wesentli-

„80 Jahre Pariser Vertrag. Kontext, Umsetzung und Auswirkungen: Eine historische Bestandsaufnahme“ Tagung des Zentrums für Regionalgeschichte

5. September 2026

Kurhaus Meran, ab 11 Uhr Tag der Autonomie, Festakt zum 80. Jahrestag des Pariser Vertrags

9. September 2026

Palais Widmann, Bozen, ab 9 Uhr

„80 Jahre Pariser Vertrag - Minderheitenschutz im Lichte neuer Herausforderungen“ Tagung der Universität Innsbruck und des Zentrums für Regionalgeschichte

Neues Gesundheitsnetz

Die richtige Hilfe. Zur richtigen Zeit. Am richtigen Ort: Damit Patientinnen und Patienten genau das bekommen, entwickelt sich das Gesundheitssystem in Südtirol weiter.

Foto: Greta Stuefer

Es ist früher Morgen in Pfatten. Franz Goller (75 Jahre) merkt beim Aufwachen, dass etwas nicht stimmt. Bauchschmerzen. Es ist kein dramatischer Notfall, das weiß er. Aber er ist unsicher. Was tun? Abwarten? Ins Krankenhaus fahren? Genau bei diesen Fragen setzt Südtirols neues Gesundheitssystem an.

Im neuen Modell der Südtiroler Gesundheitsversorgung verschiebt sich etwas Grundsätzliches. Nicht das Krankenhaus steht mehr am Anfang der Gesundheitsversorgung, sondern ein eng geknüpftes Netz mit verschiedenen im ganzen Land verteilten Diensten. Passende Hilfe wird zum Prinzip. Der Gedanke dahinter ist einfach: Viele gesundheitliche Fragen sollen nicht mehr erst im Krankenhaus beantwortet werden, sondern dort, wo es dafür geeignete und koordinierte Hilfe gibt, möglichst wohnortnah und vor allem auch schneller zugänglich.

Gesundheitslandesrat Hubert Messner beschreibt diesen Ansatz so: „Wer Hilfe braucht, soll sie schnell, gut und in

„Wir machen einen Schritt hin zu einer Versorgung, die näher bei den Menschen ist und besser auf ihre Bedürfnisse eingeht.“
Michael Mayr
Direktor des Ressorts für Gesundheit und Gesundheitsvorsorge

modernen Strukturen vor Ort bekommen.“ Zugleich sollen die Krankenhäuser entlastet werden, um sich auf akute lebensbedrohliche Fälle konzentrieren zu können. Das neue System stützt sich auf vier zentrale Bausteine, und zwar Gemeinschaftshäuser, Gemeinschaftskrankenhäuser, wohnortnahe Einsatzzentralen sowie die neue Gesundheitshotline 116117 und natürlich auf die bestehenden Krankenhäuser und die Hausärzte.

Vom Sprengel zum Gemeinschaftshaus. Im Zentrum stehen die neuen Gemeinschaftshäuser in Bozen (2), Brixen, Bruneck, Klausen, Innichen, Mals, Leifers, Meran, Naturns, Neumarkt und Sterzing. Sieben sind seit Sommerbeginn in Betrieb. Sie sind weiterentwickelte Sprengel, bieten aber mehr Dienste. Menschen werden dort beraten, untersucht, betreut und unterstützt. So sparen sie sich lange Wege und Wartezeiten, beispielsweise im Krankenhaus. Hausärztin, Kinderarzt, Krankenpflege, Sozialdienste, spezialisierte Fachärzte (etwa Kardiologie, Diabetologie, Rheumatologie) und auch Prävention und Therapie und mehr arbeiten dort eng zusammen. In den Gemeinschaftshäusern gibt es Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten als Anlaufstelle für nicht lebensbedrohliche Beschwerden sowie mobile Einheiten für Hausbesuche.

Wege soll es einen koordinierten Zugang geben. Menschen sollen also nicht mehr zwischen Zuständigkeiten wechseln müssen, sondern die Betreuung soll auf den Menschen abgestimmt werden.

Wenn Versorgung Übergänge braucht. Gesundheit endet nicht am Ausgang vom Spital. Oft müssen Patienten, auch nachdem sie im Krankenhaus waren, betreut, gepflegt und medizinisch begleitet werden. Hier setzen die wohnortnahen Einsatzzentralen (WONE) an, die in Bozen, Neumarkt, Brixen, Meran und Bruneck schon im Einsatz sind. Sie koordinieren Übergänge zwischen Krankenhaus, Pflegeeinrichtungen und dem eigenen Zuhause.

Ergänzt wird das System durch drei Gemeinschaftskrankenhäuser in Bozen, Meran und Neumarkt, von denen jene in Bozen und Meran bereits aktiv sind. Dort gibt es Intermediärbetten: Das sind Betten zwischen akuter Betreuung und dem Zuhause oder einer Einrichtung wie dem Seniorenheim, also Betten eigens für Menschen, die keine Akutversorgung mehr, aber noch medizinische Betreuung benötigen.

◀ Die Gemeinschaftshäuser - im Bild jenes in der Loew-Cadonna-Straße in Bozen - sind seit Sommerbeginn in Betrieb und bieten zahlreiche Dienste. Menschen werden dort beraten, untersucht, betreut und unterstützt.

Besonders wichtig ist dabei die Versorgung chronisch Kranker. Sie sollen verstärkt im Gemeinschaftshaus begleitet werden, statt regelmäßig ins Krankenhaus zu müssen. Statt vieler einzelner

Neue Nummer für Orientierung. Ein weiterer Baustein ist die neue, rund um die Uhr erreichbare Gesundheitshotline 116117. Damit einhergehen soll eine grundlegende Neuregelung der Betreuungskontinuität, also des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Dieser Bereitschaftsdienst sollte dann über die Gemeinschaftshäuser angeboten

werden. Bevor also der Weg ins Krankenhaus führt, kann man bald bei der Gesundheitshotline anrufen. Dort gibt Fachpersonal entweder Infos für Hilfe oder leitet an die zuständige Stelle weiter. Das kann der eigene Hausarzt sein, wenn er im Dienst ist, oder das Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten im Gemeinschaftshaus oder bei akuten Notfällen die Landesnotrufnummer 112. Damit entsteht erstmals ein einheitlicher Zugangspunkt für nicht akute gesundheitliche Anliegen. Für alle lebensbedrohlichen dringenden Fälle gibt es weiter die Landesnotrufnummer 112. Die Rufnummer 116117 wird aktuell in einer Pilotphase im Gesundheitsbezirk Bozen erprobt. Später wird der Dienst schrittweise auf das gesamte Land ausgedehnt.

Das neue Modell reagiert auf eine vielen bekannte Wirklichkeit: Krankenhäu-

ser sind oft die erste Anlaufstelle, auch wenn meist andere Dienste ausreichen würden. Das führt zu Belastung bei den Menschen, die im Akutbereich arbeiten, und zugleich zu langen Wartezeiten, beispielsweise in der Notaufnahme. „Deswegen soll das neue System beides verändern: Entlastung der Krankenhäuser und gleichzeitig mehr Versorgung in der Nähe“, erklärt Michael Mayr, Direktor im Ressort für Gesundheit und Gesundheitsvorsorge. „Wir machen einen Schritt hin zu einer Versorgung, die näher bei den Menschen ist und besser auf ihre Bedürfnisse eingeht.“

Ein Krankenhaus mit sieben Standorten. Dabei bleiben die Südtiroler Krankenhäuser in Bozen, Meran, Brixen, Bruneck, Innichen, Schlanders und Sterzing ein Grundpfeiler der Versorgung. „Wir haben auch künftig ein Krankenhaus mit sieben Standorten,

Die neuen Einrichtungen

GEMEINSCHAFTSHAUS

Die richtige Versorgung am richtigen Ort!

Gemeinschaftshäuser sind erweiterte Gesundheits- und Sozialsprengel, die medizinische, pflegerische, therapeutische, soziale und Beratungsangebote unter einem Dach bündeln und einen niederschwelligen Zugang vor Ort ermöglichen Sie stärken die wohnortnahe Versorgung, indem fachärztliche Leistungen für chronisch Kranke aus dem Krankenhaus in diese Häuser verlagert werden

AMBULATORIUM

FÜR KLEINE

DRINGLICHKEITEN

Schnelle Hilfe bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden!

Jedes Gemeinschaftshaus verfügt über ein Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten, das bei nicht lebensbedrohlichen, aber akuten Beschwerden eine rasche Versorgung bietet

Es dient als Ersatz zur Notaufnahme für kleinere Verletzungen und ähnliche Gesundheitsprobleme

die vernetzt und gemeinsam arbeiten und verschiedene Behandlungen abgestimmt anbieten, nur sollen sie sich dabei auf die Akutversorgung konzentrieren können“, erläutert Landesrat Messner. Zusammen mit den Gemeinschaftshäusern, den Einsatzzentralen, den Gemeinschaftskrankenhäusern und der Hotline entsteht damit ein neues Netzwerk der Versorgung.

Zurück in die kleine Gemeinde Pfatten, in den frühen Morgenstunden. Franz ist noch immer unsicher. Aber der freundliche Mitarbeiter der Gesundheitshotline hat ihm erklärt, dass er gleich ins neue Gemeinschaftshaus Leifers kommen kann, wo er untersucht und behandelt wird, ohne lange zu warten.

der Gesundheitsversorgung in Südtirol

GEMEINSCHAFTSKRANKENHAUS

Die Brücke zwischen Krankenhaus und Versorgung vor Ort!

Gemeinschaftskrankenhäuser sind Einrichtungen mit Intermediärbetten für Patientinnen und Patienten, die noch Pflege und medizinische Betreuung benötigen, aber keine Akutversorgung im Krankenhaus mehr brauchen

Sie dienen als Bindeglied zwischen Krankenhaus und dem Versorgungsnetz vor Ort, sind mit den Gemeinschaftshäusern vernetzt und entlasten die Krankenhäuser

116117

Die neue Hotline für Beratung und Vermittlung!

Die Gesundheitshotline 116117 ist eine rund um die Uhr erreichbare Anlaufstelle für alle Gesundheitsfragen Sie bietet medizinische Beratung, Informationen zu Gesundheitsangeboten und vermittelt bei Bedarf an die passende Versorgungseinrichtung oder im Notfall an den Notruf 112

Die Rufnummer 116117 wird ab Sommer 2026 im Bezirk Bozen eingeführt; die weiteren Bezirke folgen schrittweise

WOHNORTNAHE EINSATZZENTRALE (WONE)

Koordination der Leistungen im Hintergrund

Die WONE koordiniert im Hintergrund den Übergang zwischen verschiedenen Versorgungsbereichen, etwa vom Krankenhaus nach Hause oder in eine Pflegeeinrichtung

Sie sorgt für einen reibungslosen Informationsfluss und unterstützt die Organisation der weiteren Betreuung, ohne dass die Betroffenen selbst aktiv werden müssen.

Grafik: Viktoria Huber

An der Claudiana studieren

Am Universitären

Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe in Bozen starten die Einschreibungen für die Bachelorstudiengänge 2026/27.

Wer sich für einen Gesundheitsberuf entscheidet, arbeitet später mit Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen – von der Prävention über die Behandlung bis hin zur Begleitung und Beratung. Zum Studienangebot des Universitären Ausbildungszentrums für Gesundheitsberufe „Claudiana“ in Bozen gehören Krankenpflege, Hebammenkunde, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Ernährungstherapie, Dentalhygiene sowie Sanitätsassistenz. Insgesamt stehen 285 Studienplätze zur Verfügung. 150 Plätze davon entfallen auf den Studiengang Krankenpflege. In den übrigen Studiengängen stehen jeweils 20 Plätze zur Verfügung, im Studiengang Ernährungstherapie 15 Plätze.

Praxisnah lernen an der Claudiana. Neben dem theoretischen Unterricht spielt die praktische Ausbildung eine wichtige Rolle. Studierende sammeln bereits ab dem ersten Studienjahr Erfahrungen im Praktikum und lernen verschiedene Arbeitsbereiche kennen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln, etwa durch Erasmus-Aufenthalte oder Praktika im Ausland. Ergänzt wird die Ausbildung durch moderne Simulationslabore, in denen Situationen aus dem Berufsalltag realitätsnah geübt werden, bevor diese später im Praktikum umgesetzt werden.

Studierende berichten ...

Ernährungstherapie

Ernährungstherapeutinnen und Ernährungstherapeuten beraten und begleiten Menschen dabei, Ernährung gezielt zur Förderung der Gesundheit oder zur Unterstützung bei Krankheiten einzusetzen.

Was bedeutet Ernährungstherapie für dich persönlich?

„Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt, weil jede Person individuelle Bedürfnisse mitbringt. Ernährung bedeutet viel mehr als Zu- oder Abnehmen – sie kann Gesundheit und Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen. Besonders wichtig ist die Zusaammenarbeit mit anderen Berufsgruppen. Mich motiviert es, Menschen auf ihrem persönlichen Weg zu begleiten, so wird die Arbeit auch nie langweilig.“

Tutorinnen und Tutoren begleiten die Studierenden zusätzlich während des gesamten Studiums.

Zweisprachig und international. Ein besonderes Merkmal der Claudiana ist die Ausbildung in deutscher und italienischer Sprache. Dadurch lernen Studierende früh, sich in einem mehrsprachigen Umfeld zu bewegen – etwas, das im späteren Berufsalltag in Südtirol eine wichtige Rolle spielt.

Krankenpflege

Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger begleiten Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen – von Prävention und Gesundheitsförderung über Behandlung und Rehabilitation bis hin zur Palliativpflege.

Was fasziniert dich an der Arbeit in der Krankenpflege?

„Ich habe mich für Krankenpflege entschieden, weil der Beruf unglaublich vielseitig ist. Wir arbeiten präventiv, kurativ und edukativ und begleiten Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen. Besonders spannend finde ich das klinische Denken und die Zusammenarbeit im Team mit den anderen Berufsgruppen. Außerdem eröffnet das Studium internationale Möglichkeiten, zum Beispiel durch Praktika oder Erasmus.“

Die Einschreibungen. Die Einschreibungen laufen vom 1. Juli bis zum 12. August 2026. Voraussetzungen sind die Matura und Sprachkenntnisse auf B2-Niveau in Deutsch und Italienisch. Wer kein Zertifikat besitzt, kann am 20. August an der Claudiana einen sprachlichen Eignungstest absolvieren. Die Aufnahmeprüfung findet im September statt. kat

Zum Studienangebot der „Claudiana“

Sandra Schwarz (21) aus Mölten (2. Studienjahr)
Silas Brunato (22) aus Kaltern (3. Studienjahr)

Naturerbe für alle bewahren

In freier Natur unter dem Sternenhimmel zelten oder Gipfelaufnahmen mit der Drohne machen – klingt toll, ist in Schutzgebieten aber aus guten Gründen nicht erlaubt. Das Landesamt für Natur sensibilisiert für das richtige Verhalten in den Naturparks & Co.

Foto: Monika Pichler

Ein leises Surren – immer öfter ist das auf einem Berggipfel oder an einem tollen Aussichtspunkt zu hören. Drohnen erfreuen sich großer Beliebtheit, auch in den Bergen. Dabei gibt es genaue Regeln, wo sie fliegen dürfen. In den sieben Südtiroler Naturparks und den größten Biotopen und Naturdenkmälern gibt es ein striktes Flugverbot für Drohnen. „Die Naturparks in Südtirol stehen unter besonderem Landschaftsschutz. Dieser Schutz verbietet es, die Ruhe dieser Gebiete durch störende und unnötige Geräusche zu beeinträchtigen“, unterstreicht Leo Hilpold, Direktor des Landesamtes für Natur.

Bei Drohnen nehmen viele die Belastung auf die leichte Schulter. „Das Verbot ist jedoch keine Schikane, sondern dient dem Schutz der Wildtiere“, unterstreicht Hilpold. „Studien belegen: Je tiefer und direkter die Drohne anfliegt, desto stärker die Störwirkung. In stark frequentierten Zonen summieren sich diese Effekte zu einer ständigen Belastung.“

Besonders Vögel reagieren sensibel: bei einigen Arten führen schon niedrige

„Klare Regeln in den Naturparks schützen die Lebensräume, die Tiere, aber auch die Menschen – wer sich daran hält, hilft, das ungestörte Naturerlebnis für alle zu bewahren.“

Überflüge zum Verlassen der Nester, Gelege kühlen aus oder Jungvögel verenden. Auch tagaktive Säugetiere, die natürliche Feinde aus der Luft kennen, werden gestresst – es drohen Flucht oder dauerhaftes Meiden wertvoller Lebensräume.

„Hinzu kommt, dass auch viele Menschen Drohnen als störend empfinden – sei es durch das Geräusch, die Störung der Privatsphäre oder die Beeinträchtigung der Ruhe“, betont der Amtsdirektor. Man könne die Begeisterung für schöne Aufnahmen nachvollziehen, aber: „Wir appellieren an alle, bei Aktivitäten die Vorschriften der Schutzgebiete einzuhalten und Rücksicht auf Natur, Tiere, Pflanzen – und auf andere Menschen zu nehmen.“

sollten vermieden werden und ausschließlich auf ausgewiesenen Routen verkehren.

◀ Drohnen in Naturparks stören nicht nur die Menschen durch Lärm und verletzen die Privatsphäre – sie gefährden auch Wildtiere.

Verhaltensregeln im Naturpark. Nicht nur was die Drohnen betrifft, auch in anderen Bereichen ist Besucherinnen und Besuchern der Naturparks nicht immer klar, welche Verhaltensregeln gelten und warum es diese gibt. „Die Verhaltensregeln zielen darauf ab, die sensiblen Bereiche in den Naturparks zu schützen. Dazu gehört, dass jeglicher motorisierter Fahrzeugverkehr grundsätzlich verboten ist, kein Müll entsorgt, kein Lärm verursacht und kein Feuer entfacht werden darf. Zudem ist es nicht gestattet, wildlebende Pflanzen zu pflücken, Pilze oder Mineralien und Fossilien zu sammeln. Auch Bikes und E-Bikes auf schmalen Steigen, die dafür nicht geeignet sind,

Eine weitere Regel betrifft das Zelten und Campieren in den Südtiroler Naturparks, das allgemein verboten ist. Einzige Ausnahme für das Übernachten im Schutzgebiet: das alpine Biwakieren. „Beim Biwakieren handelt es sich um eine Notsituation des nächtlichen Aufenthalts im Gebirge bei einem Witterungsumschwung oder bei Müdigkeit bzw. Erschöpfung. Die Ausnahme beruht darauf, dass in Notsituationen, die nicht geplant bzw. nicht planbar sind, das Übernachten im freien Gelände erlaubt ist“, erklärt Valentin Schroffenegger, verantwortlich für den Naturpark Texelgruppe im Landesamt für Natur. Diese Regel schütze den sensiblen Lebensraum, etwa ökologisch wertvolle Vegetations- und Bodenbereiche, die sehr empfindlich auf Belastung reagieren, ebenso wie die wildlebenden Tiere, die durch nächtliche Präsenz, Lärm, Feuer oder Abfall beeinträchtigt werden könnten.

Respektvolles Miteinander. „Bei allen Regeln gilt: Es geht immer um ein respektvolles Miteinander von Tier, Natur und Mensch“, unterstreicht der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner. „Klare Regeln schützen die Lebensräume, die Tiere, aber auch die Menschen – wer sich daran hält, hilft, das ungestörte Naturerlebnis für alle zu bewahren.“

In den Südtiroler Naturparks darf nicht gezeltet oder campiert werden. Einzige Ausnahme für das Übernachten im Schutzgebiet ist das alpine Biwakieren in Notsituationen.

Bei einigen Aktivitäten gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen. Drohnenflüge können in Zusammenarbeit mit der Landesverwaltung oder für Tätigkeiten im öffentlichen Interesse genehmigt werden. Für Aufnahmen, die wissenschaftlichen Zwecken oder Erhebungen technischer Art dienen, kann eine Ausnahmegenehmigung beim Landesamt für Natur beantragt werden. Wie groß das Interesse ist, zeigt die Anzahl der Anfragen zur Genehmigung von Drohnenflügen in Schutzgebieten. Rund 500 davon sind beim Landesamt für Natur seit Anfang 2025 eingereicht worden. Bei Flügen für rein private Zwecke wie etwa Hochzeitsvideos, Flüge für Werbe- oder Imagefilme oder für soziale Medien und Foto- und Filmaufnahmen für kommerzielle Produktionen erfolgt weiterhin keine Genehmigung.

RESPECT Natur und Landschaft bewahren. Vielmehr als Verbote aufzeigen wollen die Naturparks jedoch sensibilisieren. Mit gezielter Besucherinformation und -lenkung vor Ort sowie in den sozialen Medien klären sie über ein respektvolles Verhalten in Natur und Landschaft auf. In diesen Wochen startet zudem eine neue Kampagne, die die

Natur- und Kulturlandschaft des Landes in den Mittelpunkt rückt. „Damit erweitern wir die RESPECT-Kampagne des Landes Südtirol und wollen sichtbar machen, was oft als selbstverständlich wahrgenommen wird: Südtirols Naturund Kulturlandschaft ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Pflege, gelebter Traditionen und eines respektvollen Umgangs mit begrenzten Ressourcen“, erklärt Marcella Morandini, Sonderbeauftragte

Eine neue Kampagne rückt den respektvollen Umgang mit der Natur- und Kulturlandschaft Südtirols in den Mittelpunkt.

Wo gelten Einschränkungen für den Einsatz von Drohnen?

Zum Schutz der Natur und der Wildtiere wurden in 18 Schutzgebieten Südtirols Flugbeschränkungen für Drohnen eingeführt. Diese Beschränkungen wurden 2023 von der staatlichen Flugbehörde ENAC (Ente Nazionale per l’Aviazione Civile) erlassen.

UNESCO in der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung. „Die Natur- und Kulturlandschaft zu respektieren heißt, sie als gemeinsames Erbe zu verstehen und Verantwortung für ihren Erhalt zu übernehmen – heute und für künftige Generationen.“

Verhaltensregeln in den Südtiroler Naturparks

Die betroffenen Gebiete sind auf dem Portal D-Flight veröffentlicht (Registrierung erforderlich) und umfassen die Biotope Stegener Ahrau, Castelfeder, Kalterer See, Fennberger See, Rienzau (Toblach), Schludernser Au und Falschauer, die Naturdenkmäler Stadt der Steine, Bletterbachschlucht und Karersee, die Naturparke Fanes-Sennes-Prags, Texelgruppe, Trudner Horn, Puez-Geisler, Schlern-Rosengarten, Drei Zinnen und Rieserferner-Ahrn sowie die Armentarawiesen.

Respekt bedeutet geduldig sein

Ivan Mattei arbeitet als Krankenpfleger in der Notaufnahme des Krankenhauses Bozen. Ein Beruf, der Erfahrung, Ruhe und Teamgeist erfordert – und in dem Respekt eine zentrale Rolle spielt.

Wie bist du Krankenpfleger geworden?

Ivan Mattei: Eigentlich hat alles sehr früh begonnen. Mit 16 bin ich zum Weißen Kreuz gegangen, zuerst in die Jugendgruppe, dann habe ich aktiv Dienst gemacht. Irgendwann habe ich mir gedacht: Das könnte ich auch beruflich machen – aber professioneller. Deshalb habe ich mich am Universitären Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe Claudiana eingeschrieben, dort den Bachelor in Krankenpflege gemacht und später noch einen Master in Notfallkrankenpflege in Rom. Seit mittlerweile vier Jahren arbeite ich jetzt hier in der Notaufnahme in Bozen.

Was fasziniert dich an der Arbeit in der Notaufnahme?

Die Ungewissheit. Man weiß nie, wie der Tag wird – ruhig, stressig oder extrem fordernd. Man hat mit allem zu tun: ältere Menschen, junge Menschen, Kinder, internistische, chirurgische oder traumatologische Notfälle. Und genau das macht es spannend. Man lernt ständig dazu, es wird nie langweilig.

Wie schaffst du es, in so stressigen Situationen ruhig zu bleiben?

Ruhe ist extrem wichtig. Wenn man selbst nervös oder gestresst ist, kann man niemandem helfen – weder sich selbst noch den Patientinnen und Patienten. Vieles kommt mit der Erfahrung. Je mehr man gesehen hat, desto ruhiger wird man im Umgang mit Situationen. Und wir sind fast nie allein. Es ist immer jemand da, der Ähnliches schon erlebt hat oder mit dem man gut zusammenarbeitet. Das Team macht sehr viel aus.

In der Notaufnahme begegnet man Menschen in sehr verletzlichen Momenten. Wie gehst du damit um?

Man darf nie vergessen: Für uns ist vieles Alltag, für die Patientinnen und Patienten ist es eine absolute Ausnahmesituation. Deshalb braucht es Respekt, Geduld und Verständnis. Manchmal muss man Dinge zweimal erklären, manchmal langsam, manchmal sehr ruhig. Genau dann ist Respekt besonders wichtig.

Welche Rolle spielt Respekt im Team?

Eine sehr große. In der Notaufnahme arbeiten viele verschiedene Berufsgruppen zusammen: Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal, Sanitäter, Freiwillige. Ohne gegenseitigen Respekt funktioniert es nicht, vor allem nicht in stressigen Situationen. Deshalb sind Teamarbeit, Übungen, Simulationen und auch gemeinsame Momente außerhalb des Dienstes wichtig. Man lernt sich kennen, weiß, wer welche Stärken hat, und kann sich gegenseitig unterstützen.

Respekt beginnt oft bei einem selbst. Wie gehst du mit der Belastung deines Berufs um?

Das ist ein wichtiger Punkt. Man kann die Arbeit nicht einfach mit der Berufskleidung im Krankenhaus lassen. Deshalb braucht es Ausgleich. Für mich sind Sport, meine Hobbys und Freizeit wichtig. Man muss auf sich selbst achten, sonst leidet irgendwann die Geduld und damit auch der Respekt. Pausen und freie Tage sind keine Nebensache, sondern notwendig, um diesen Beruf langfristig gut auszuüben.

Gibt es Momente, in denen du besonders Wertschätzung erlebst? Natürlich tut ein Dankeschön gut. Aber manchmal ist es noch schöner, wenn jemand sagt: Ich sehe, dass hier gearbeitet wird, auch wenn ich lange warten musste. Dieses Verständnis und diese Anerkennung zeigen, dass man wahrgenommen wird. Das gibt viel zurück. kat

Ivan Mattei ist Krankenpfleger in der Notaufnahme des Krankenhauses Bozen. Ein Beruf, in dem Respekt eine zentrale Rolle spielt.

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Respect

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Bei Hitze gilt grundsätzlich: Auf die Signale des eigenen Körpers achten und für genügend Flüssigkeit und Abkühlung sorgen.

Cool bleiben,

wenn es heiß wird!

Hohe Temperaturen beeinflussen unsere Umwelt und haben auch Auswirkungen auf Mensch und Gesundheit. Das Landeswarnzentrum informiert über das richtige Verhalten bei Hitze.

Wenn im Warnlagebericht des Landeswarnzentrums in der Agentur für Bevölkerungsschutz die zweithöchste Warnstufe Orange oder die höchste Warnstufe Rot für extreme Temperaturen angezeigt wird, bedeutet dies „Achtung“ beziehungsweise „Gefahr“ und die Bevölkerung wird informiert. „Bei extremen hohen Temperaturen ist es wichtig, vorbereitet zu sein, um negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden“, unterstreicht der Direktor des Landeswarnzentrums Willigis Gallmetzer. Besonders gefährdete Personengruppen sind ältere Menschen und Kleinkinder, Personen mit Vorerkrankungen (Herz-Kreislauf, Lunge, Nieren), Schwangere, Menschen, die im Freien oder in schlecht klimatisierten Räumen arbeiten. „Gerade im Sommer zeigt sich der Klimawandel besonders: Vor allem die Hitzetage und die Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius sinken, haben zugenommen. Der Sommer dauert insgesamt länger“, berichtet Landesmeteorologe Dieter Peterlin.

Wie die pensionierte Hausärztin Ingrid Windisch, die in einem Seniorenwohnheim praktiziert, erklärt, gilt es, die durch Schwitzen verlorenen Mineralien wieder dem Körper zuzuführen: Natrium, Magnesium und Kalium können zum Beispiel durch Obst wie Marillen, Pfirsiche und Bananen wieder zugeführt werden. Auch empfiehlt es sich, in einen Liter Wasser eine halbe Zitrone zu pressen, einen Löffel Zucker und eine Prise Salz hinzuzufügen und über den Tag verteilt zu trinken. Die Ärztin verweist auch auf die Traditionelle Chinesische Medizin: „Lebensmittel besitzen eine thermische Eigenwirkung auf den Organismus, die unabhängig von ihrer tatsächlichen Verzehrtemperatur ist, und helfen so, das innere Gleichgewicht bei Hitze zu unterstützen. So sind etwa Gurken als stark kühlend eingestuft und deshalb gut geeignet, innere Hitze abzuleiten und den Körper mit Feuchtigkeit zu versorgen.“

Mehr Informationen zur Hitze-Kampagne und viele praktische Tipps

Hitze kann die Gesundheit gefährden. Wie reagiert der Körper auf Hitze? Um sich abzukühlen, schwitzt der Körper. Dabei gehen Wasser und wichtige Mineralien verloren. Um anhaltende extreme Temperaturen gut zu überstehen, ist es daher wichtig, sich an grundlegende Empfehlungen zu halten: Es gilt, auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr von zwei bis drei Litern täglich über den Tag verteilt und auf Zimmertemperatur zu achten.

Zu beachten ist auch, dass extreme Temperaturen Auswirkungen auf die Wirkung von Medikamenten haben: Sie können diese durch direkte Wirkungsverluste infolge falscher Lagerung sowie durch verstärkte Nebenwirkungen im überhitzten menschlichen Körper verändern. So können zum Beispiel Blutdrucksenker den Blutdruck zu stark senken. „Es ist daher notwendig, die Dosierung anzupassen“, so Ingrid Windisch. Medikamente sollten immer kühl und dunkel aufbewahrt werden. mac

Foto: LPA

Mit Digiway die Wege im Blick

Wer in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino wandert, kann nun den Grad der Ausgesetztheit von Wegen checken und die unterschiedlichen Wegeklassifizierungen vergleichen.

Wauf gibt die erste digitale Ausgesetztheitskarte für das gesamte Gebiet der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino. In vier Farbstufen – von grün bis rot – zeigt sie, wie schwerwiegend die Folgen eines Sturzes an einer bestimmten Stelle wären. Eine gute Hilfe also, um die Ausgesetztheit bereits bei der Planung von Berg- und Wandertouren besser einzuschätzen und so Verletzungen, ja Todesfällen, vorzubeugen. Dass das wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Unfallstatistik in Österreich: Dort ist Bergwandern die alpine Disziplin mit den meisten Todesfällen (37 Prozent). Zudem planen immer mehr Menschen ihre Touren mit Apps – oft ohne zu wissen, wie verlässlich die Daten dahinter sind. Diese Apps, Webseiten oder Tourenportale können die frei zugängliche Ausgesetztheitskarte nun integrieren.

nur ein Baustein im Euregio-Projekt „Digiway“, das mit Hilfe des Interreg Italien-Österreich-Programms der EU finanziert und im Juni 2026 abgeschlossen wurde. Auch ein digitales Vergleichstool für Wegeklassifikationen im gesamten Alpenraum soll Wandern über Ländergrenzen hinweg sicherer machen. Denn Schwierigkeitsgrade werden unterschiedlich angegeben: Was in Tirol „rot“ ist, kann im Trentino „E“ sein. Digiway bietet hier eine systematische Übersetzungshilfe: Auf einen Blick sieht man, was die unterschiedlichen Einstufungen bedeuten.

Amtliche Wegedaten gebündelt. Schließlich führt „Digiway“ erstmals die bereits vorhandenen amtlichen Wegedaten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino in einer gemeinsamen Datenstruktur zusammen. Eine eigens

und hält sie aktuell. Die Daten werden öffentlich bereitgestellt. Sie sind kostenlos und für alle nutzbar, zum Beispiel für App-Entwickler, Tourismusorganisationen oder Forschungseinrichtungen – und somit indirekt für alle, die sicher am Berg unterwegs sein wollen.

Das Projekt „Digiway“ wurde von 2024 bis Juni 2026 von der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino gemeinsam mit den Landesämtern und dem NOI Techpark Bozen mit finanzieller Unterstützung durch das Interreg-Programm Italien-Österreich umgesetzt. gst/mb

Projekt Digiway

Foto:
Euregio

Mit dem Fahrrad im Alltag unterwegs

Radfahren ist gesund, praktisch und umweltschonend.

Mit gezielten Maßnahmen will das Land den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen auf 20 Prozent erhöhen.

Die Fahrradmobilität gehört zu den vorrangigen Zielen der Strategie für nachhaltige Mobilität des Landes Südtirol. Das Fahrrad kann in vielen Fällen auch im Alltag eine sinnvolle Alternative zum Auto darstellen.

Südtirol ist im Bereich des Freizeitradfahrens bereits sehr gut aufgestellt: Von den 550 Kilometern Radwegen im Tal bis hin zu abenteuerlichen Mountainbike-Strecken am Berg, die sowohl von der Bevölkerung wie auch von Urlaubsgästen sehr geschätzt werden. Doch das Fahrrad kann noch mehr bieten. „In vielen Fällen stellt es im Alltag eine sinnvolle

Alternative zum Auto dar – als Verkehrsmittel und nicht als Sportgerät“, betont der Direktor des Landesamtes für Infrastruktur und nachhaltige Mobilität Alexander Alber. Tatsächlich sind zwei von drei der täglich in Südtirol mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken deutlich kürzer als zehn KilometerEntfernungen, die mit dem Fahrrad oder E-Bike oft bequemer zurückgelegt werden können als mit dem Auto. Die Radmobilität im Alltag soll daher ausgebaut und die notwendigen Infrastrukturen dafür geschaffen werden.

Anteil des Radverkehrs auf 20 Prozent steigern. Erklärtes Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen, der derzeit im Durchschnitt bei 16 Prozent liegt, bis

Foto: STA/Manuela Tessaro

2030 auf 20 Prozent zu steigern. „Das Radfahren bietet zahlreiche Vorteile: Je nach Strecke reichen diese von rein praktischen Vorteilen wie Geschwindigkeit und Flexibilität – insbesondere im städtischen Umfeld – über gesundheitliche und wirtschaftliche Vorteile bis hin zur ökologischen Nachhaltigkeit“, berichtet Amtsdirektor Alber. Gemeint ist eine geringere Umweltbelastung, indem Schadstoffemissionen vermieden und auch Lärm und die Inanspruchnahme des öffentlichen Raums im Vergleich zum Auto reduziert werden. Und Raum ist in Südtirol angesichts der topografischen Gegebenheiten kostbar. „Wenn man bedenkt, wie viel ein Quadratmeter Fläche in den Südtiroler Städten und Ortschaften Wert ist und dass das Fahrrad – sowohl in Bewegung als auch im geparkten Zustand – im Wesentlichen ein Zehntel des Platzes eines Autos einnimmt, ist die Förderung der Fahrradmobilität auch aus pragmatischer Sicht ein Vorteil - für die Gesellschaft wie für den Geldbeutel“, ist Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider überzeugt.

Die wichtigsten Projekte für die Fahrradinfrastruktur. Eine Erleichterung für die tägliche Mobilität wird es im Sommer 2026 im Grödnertal geben: eine neue, fast 90 Meter lange und aufgrund ihrer schlanken Bogenkonstruktion architektonisch interessante Radbrücke wird künftig Wolkenstein und St. Christina verbinden. Eine weitere Verbesserung wird es auf der Radstrecke zwischen Bozen und Meran und weiter nach Reschen geben: Dort ist für 2027 die Fertigstellung einer Unterführung und einer spiralförmigen Rampe an der Marlingerbrücke vorgesehen, um den umständlichen Umweg über Meran zu vermeiden.

Gemeinsam mit der STA - Südtiroler Transportstrukturen AG arbeitet das Land Südtirol zudem an der Bereitstellung von 100 Fahrradboxen an den wichtigsten Bahnhöfen und Verkehrsknotenpunkten im Land, damit

das „Park & Ride“ auch für teurere Fahrräder sicher und attraktiver wird. Im Zentrum von Bozen ist weiters die Errichtung eines Sammelabstellplatzes für mindestens 120 Fahrräder in derzeit ungenutzten Räumlichkeiten vorgesehen, der den Nutzerinnen und Nutzern bis 2027 zur Verfügung stehen soll. Darüber hinaus ist der Bau neuer Fahrradabstellplätze an den Knotenpunkten des öffentlichen Nahverkehrs und innerhalb der Ortschaften in Planung. Auch soll Beleuchtung in Bereichen installiert werden, in denen diese noch fehlt, wie beispielsweise auf der Radstrecke Bozen–Kaltern, das Beschilderungssystem überarbeitet und weitere flankierende Maßnahmen gesetzt werden.

Fast 80 Millionen Euro in die Fahrradmobilität investiert. Zwischen Sommer 2022 und Sommer 2025 wurden landesweit insgesamt 78,8 Millionen Euro für die Fahrradinfrastruktur bereitgestellt. Hinzu kommen jene Mittel, die Gemeinden und Bezirksgemeinschaften in diesen Bereich investiert haben und weiterhin investieren. „Um die Ziele zu erreichen, ist es wichtig, dass alle beteiligten Akteure, von den Gemeinden bis hin zu den Bezirksgemeinschaften, an einem Strang ziehen und gemeinsam bestehende Lücken schließen. Das bedeutet, die Anbindung der Ortszentren an die übergemeindlichen Radwege, aber auch die Erreichbarkeit wichtiger Haltestellen, Gewerbegebiete, Bildungseinrichtungen, Sportanlagen und anderer Einrichtungen für die Bevölkerung“, unterstreicht der Amtsdirektor Alber. Zu diesem Zweck fanden in diesem Jahr bereits 15 Sitzungen mit allen für den Radverkehr zuständigen Stellen statt. Ziel ist es, den Ausbau der Radwegenetze über die Grenzen der jeweiligen Gemeinden hinaus weiter voranzutreiben.

Südtirol ist im Bereich des Freizeitradfahrens bereits sehr gut ausgestattet: 550 Kilometer Radwege im Tal und zahlreiche Mountainbike-Strecken in den Bergen können befahren werden.

Bester Schutz für Südtirols „Kronjuwelen“

Die Migration der Daten der Landesverwaltung in das einheitliche Data Center Südtirol ist in vollem Gangeeine technische Mammutaufgabe.

Kontinuierlich um den Schutz der Daten des Landes Südtirol bemüht: SIAG-Generaldirektor Stefan Gasslitter, Josef T. Hofer, Direktor der Agentur für ein digitales Südtirol, und Christian Steurer, Leiter des Kompetenzzentrums Cybersicherheit (von links).

„Sämtliche Daten der öffentlichen Einrichtungen in Südtirol werden schrittweise in das Data Center Südtirol migriert, um die Investitionen auf diese Infrastruktur zu konzentrieren und die Aufbewahrung der Informationen noch sicherer zu machen“, bringt Josef T. Hofer, der Direktor der Agentur für ein digitales Südtirol (ADAS) das Vorhaben auf den Punkt. Die Landesregierung hat sich bereits 2022 zu diesem Schritt entschlossen. „Während früher einzelne Server in den Abteilungen oder Schulen standen, bündeln wir nun alles an einem Ort und verfügen dort über ein viel höheres Niveau an Sicherheit und professionellem Umgang. Immerhin handelt es sich um das wichtigste Gut, das die öffentliche Verwaltung besitzt, gewissermaßen die Kronjuwelen des Landes Südtirol“, unterstreicht SIAG-Generaldirektor Stefan Gasslitter.

Ermöglicht wurde das Projekt auch durch Gelder aus Europa: Über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen etwa 22,5 Millionen Euro in die aufwendige Datenübersiedlung. Hinzu kommen Mittel aus dem staatlichen Wiederaufbau- und Resilienzfonds PNRR, mit denen die Cloud-Migration gefördert wird.

Was jedoch, wenn das Data Center in Bozen zu Schaden kommt? Etwa durch einen Cyberangriff, durch einen Anschlag oder ein Naturereignis? Auch daran haben ADAS und SIAG gedacht: In Südtirol gibt es ein Backup-Center, das sämtliche Daten des Bozner Centers auf die Millisekunde synchronisiert. „Die beiden Data Center sind räumlich voneinander getrennt, um auch im Falle von Naturkatastrophen den Zugriff auf die Daten zu gewährleisten “, so Steurer.

Mehrere Petabytes an Informationen aus den Bereichen Gesundheit, Schulen und Gemeinden sind bereits in das Data Center Südtirol übertragen worden und werden nun 24 Stunden am Tag bewacht. Ein Petabyte ist so groß, dass es ausreicht, um etwa 500 Milliarden Seiten Text zu drucken oder 20 Millionen Aktenschränke digital abzusichern. Für die Techniker der Südtiroler Informatik AG (SIAG) sind diese Volumina täglich Brot: Seit 2023 wird intensiv an der Übertragung riesiger Datenmengen der Südtiroler Landesverwaltung in das einheitliche Data Center in Bozen gearbeitet.

Höchste Sicherheit. Und genau so werden die Daten der Südtiroler auch behandelt: Seit diesem Jahr wacht ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst über das in Bozen angesiedelte Data Center. Dieses entspricht den strengen Normen der Agentur für nationale Cybersicherheit (ACN) und ist als Klasse AI2-Data Center (für kritische Daten) eingestuft. „Bis auf strategische Daten, die die nationale Sicherheit betreffen, können wir damit alle Informationen der öffentlichen Verwaltungen in unserem Land aufbewahren“, sagt Christian Steurer, der Leiter des Kompetenzzentrums für Cybersicherheit.

Bis Ende 2028 soll die Mammutaufgabe Datenmigration abgeschlossen sein: Dann wird auch der Großteil an Informationen der Landesabteilung Grundbuch und Kataster, der Bezirksgemeinschaften, der Universität und des Bevölkerungsschutzes sicher auf dem gemeinsamen Server landen. pir

Foto: LPA

Premià l pruiet

“Deventé”

Cuncors artistich “Ert x Merit Ladin”: l'artista Christine Runggaldier vënc la edizion 2026

La iuria à sentenzià chiche à venciù. Tl cheder dl cuncors artistich “Ert x Merit Ladin”, metù a jì per ulentà y urganisazion dl Südtiroler Künstlerbund n cunlaurazion cun la Direzion provinziela de Furmazion y de Cultura Ladina, fòvel unì dat ite opres de undesc artistes y artisć dla Ladinia.

La dezijion n con’ de chiche ëssa pona venciù ie unida tëuta da na iuria, metuda adum da Aron Demetz, presidënt dla lia La Vëta, da Raimund Gross dl “Südtiroler Künstlerbund”, dala artista Wilma Kammerer, da Katharina Moling diretëura dl Museum Ladin y da Iaco Rigo presidënt dl EPL –Ert por i Ladins, che à premià l pruiet “Deventé” dl’artista Christine Runggaldier.

La particularità dl lëur premià ie te si carater de “Opra de si Devenì”: L ne se trata nia de na criazion bele stluta ju, l ie plucheauter n pruiet artistich mo da realisé che unirà prejentà ala iuria tres na reprejentazion grafica. Tl cuncors, da coche l fova unì scrit ora, fòvel unì dit che n ne possa nia mé fé pea cun lëures bele realisei, ma nce cun pruiec che ie mo tla fasa de svilup.

L’artista che à venciù, Christine Runggaldier, ie nasciuda tl 1988, viv y lëura te Sëlva, te Gherdëina. La à studià tl’Academia d’Ert Figurativa a Unieja y tla Università per Ert Aplicheda de Viena, ulache la à abù l mesun de jì plu sot te si cualiteies y cumpetënzes tl depënjer y te chëles da scultëura. La ie śën iusta tl lëur de jì inant sun si troi artistich, se cunzentran sun la scultura. Oradechël féjela pea pra mostres y nce pra pruiec interdisziplineres.

L assessëur provinziel Daniel Alfreider à sotrissà: “L ie na gran legrëza a pudëi

premië na artista ladina che à si ravises te si ncësa y che ie da iló pieda via per na furmazion artistica mpurtanta a Unieja y a Viena, per pudëi pona ala fin dla finedes se tò pea la esperienzes, la cumpetënzes y la sensiblteies che la se à fat a livel nternaziunel per les purté inò de reviers te si ncësa.”

L diretëur dla Direzion Ladina dla Furmazion y Cultura, André Comploi: "Son scialdi cuntënt che l ie, cun Christine Runggaldier, unì cris ora na artista ladina dla generazion plu jëuna – y chësc cun n pruiet nteressant, che ie unì fat tla reflescion y cun cuscienza per l Merit Ladin y chiche ëssa pona venciù l cuncors. La dezijion dla iuria ie n bel senial de giaurida de viers de formes artistiches esprescives cuntempuranes y per l sustëni de jëunes y de jëuni dla Ladinia che se muev cun si criazions tl ciamp dl’ert."

Cun l Pest “Merit Ladin” vëniel unerà na persunalità speziela, che porta pro, cun si lëur y si criatività, a renfurzé la identità ladina y si nfluënza tla cumenanza ladina y nce sëura la realtà de chësta ora.

Tl 2026 uniràl nce unerà l ex-ntendënt scolastich Franz Vittur, che ova judà pea te n mumënt dezijif a mëter la fundamëntes per l sistem de scola ladin coche l ie al didancuei, judan pea a l fé svilupé do y do, cun la fazion de renfurzé nscila te manieres desferëntes y te plu ciamps la rujeneda y cultura ladina. Vittur ie unì a mancë tl'enes passedes, l pest ti unirà sëurandat a si familieres.

L lëur che à venciù unirà prejentà, spiegà y unerà n ucajion dla zeremonia de premiazion dl Merit Ladin ntan l Di dla Cultura Ladina ai 19 de setëmber dl 2026. mac/dl

L'artista Christine Runggaldier venc la edizion 2026 dl cuncors artistich “Ert x Merit Ladin”.

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Christine Runggaldier

Frauen auf die Podien

Unterhaltung in der Tasche

Online-Lektüre. Auch im Sommerurlaub genügend Lesestoff dabei haben - das ist mit Biblio24, dem Online-Angebot der Südtiroler Bibliotheken, kein Problem. Rund 27.000 deutschsprachige digitale Bücher, Hörbücher, Zeitungen und Zeitschriften stehen den Nutzerinnen und Nutzern zur Ausleihe bereit. Das Angebot ist kostenlos über einen gültigen Leseausweis und rund um die Uhr zugänglich. Es findet sich für alle Lesetypen etwas, auch jedes Alter wird bedient. Besonders interessant sind die kuratierten Empfehlungslisten sowie die „Bestleiher-Liste“, die durch beliebte Titel und lesenswerte Empfehlungen zum Stöbern inspiriert. ck

Onlineangebot der Südtiroler Bibliotheken

Mehr Sichtbarkeit für Expertinnen. Ob bei Fachvorträgen, runden Tischen oder in den Medien – Frauen auf Podien sind in Südtirol nach wie vor oft unterrepräsentiert. Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen und das Frauenbüro des Landes steuern mit der Expertinnendatenbank ADA aktiv gegen diese ungleiche Wahrnehmung. Das Ziel der Initiative ist klar: weibliche Kompetenz sichtbar machen. Die digitale Plattform ADA vernetzt qualifizierte Fachfrauen Südtirols direkt mit Medien, Institutionen

und Veranstaltern. Dies erleichtert Redaktionen und Organisationen die gezielte Suche nach Expertinnen für Interviews, Podiumsdiskussionen oder wissenschaftliche Tagungen. Informationen unter frauenbuero@ provinz.bz.it. Die Registrierung in der Datenbank ist mittels Spid unter shorturl.at/zeJTF möglich. pir

Sich in die ADA-Datenbank einzutragen und den öffentlichen und fachlichen Diskurs in Südtirol aktiv mitzugestalten, dazu sind Expertinnen aufgerufen.

Datenbank ADA

Für den Urlaub oder für daheim, Biblio24 ist immer, überall und einfach zugänglich.

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Direkter Draht zur EU

Das neu renovierte Europahaus in der Gerbergasse 69 in Bozen.

Im

Augen auf!

EU-Infos aus erster Hand. Europa leben, Europa greifbar machen, Europa vermitteln: Im frisch renovierten Europahaus in der Gerbergasse 69 in Bozen befindet sich die Informationsstelle „Europe Direct Südtirol“, die vor Ort über EU-Angelegenheiten informiert, bei Fragen rund um die EU telefonisch, schriftlich oder persönlich weiterhilft und veranschaulicht, was Europa auch in Südtirol bewirkt. Kontakt: Europe Direct Südtirol, Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr, Tel. 0471 413100, europedirect@provinz.bz.it. mpi

Europe Direct Südtirol

50 Ausstellungsorte, darunter auch das Südtiroler Archäologiemuseum, beteiligen sich an der Sommeraktion „Summer Museum“.

Kostenloser Eintritt für junge Menschen. Die Aktion „Summer Museum“ läuft noch bis zum 6. September: Junge Menschen unter 27 Jahren, die den südtirolmobil-Pass vorweisen, erhalten dabei kostenlosen Eintritt in rund 50 Museen, Sammlungen und Ausstellungsorte in Südtirol. „Wir laden Kinder und junge Menschen ein, Südtirol und viele seiner Facetten auf neue Weise kennenzulernen“, sagt dazu Museumslandesrat Philipp Achammer.

Die teilnehmenden Einrichtungen seien großteils mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Aktion, organisiert vom Landesamt für Museen und museale Forschung mit Unterstützung durch STA – Südtiroler Transportstrukturen AG, findet 2026 bereits zum 12. Mal statt. mpi

Vollständige Liste der teilnehmenden Einrichtungen

Beobachtungen melden. Auch in diesem Sommer sammelt das Landesamt für Natur Beobachtungen zehn ausgewählter, geschützter Tier- und Pflanzenarten in Südtirol im Rahmen eines „Citizen Science“-Projekts. Mitmachen können alle Interessierten. Wer also ein Exemplar des Großen Eichenbockkäfers oder der Gelbbauchunke entdeckt, den Frauenschuh oder die Stinkende Nieswurz erspäht, kann dies über ein Online-Formular melden. Dieses ist gemeinsam mit den Steckbriefen aller zehn gesuchten Tier- und Pflanzenarten auf der Webseite zu finden. mpi

Beobachtungen tragen zum Naturschutz bei: Beim Citizen Science-Projekt können alle mitmachen. Im Bild die Gelbbauchunke.

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Südtiroler
Archäologiemuseum/Manuela
Tessaro
Foto: Ursula Pirchstaller
Citizen Science
Sommer ins Museum!

Wie funktioniert die Kühlanlage, die Ötzi konserviert?

Ein Blick hinter die Kulissen des Südtiroler Archäologiemuseums: Zwischen Kühlanlage und Dauerausstellung mit Direktorin Vallazza und Kuratorin Guareschi

An Tagen mit großem Andrang wird das Südtiroler Archäologiemuseum von bis zu 2000 Menschen aus aller Welt besucht. Wer nicht vorab online reserviert hat, könnte sich in einer Warteschlange vorfinden, um Ötzi zu sehen – die Mumie, die 1991 am Tisenjoch entdeckt wurde und seit 1998 in Bozen „ruht“.„In perfektem Erhaltungszustand“, betont die Kuratorin des Mannes aus dem Eis, Edda Guareschi. Gemeinsam mit der Gerichtsmedizinerin, der Direktorin, Elisabeth Vallazza sowie der PR-Ver-

antwortlichen Katharina Hersel haben wir einen Blick hinter die Kulissen geworfen. Wie wird der mumifizierte Körper eines Mannes konserviert, der vor 5.300 Jahren lebte? Welche Räume und technischen Anlagen sind für seine Konservierung notwendig? Und was gibt es – über den klassischen Blick durch das kleine Fenster in die Kühlzelle hinaus – im Südtiroler Archäologiemuseum noch über Ötzi zu entdecken? Kommen Sie mit!

Ötzis Kühlanlage. Die Vorrichtung besteht aus drei Kühlzellen. In einer einzigen Edelstahlinstallation befinden sich die Zelle, in der die Gletschermumie vom Similaun normalerweise „ruht“ und durch das berühmte Sichtfenster von Tausenden Besucherinnen und Besuchern betrachtet wird, sowie eine Notfallzelle und ein Labor.

Eine Nachbildung des Mannes aus dem Eis in Lebensgröße.

attualmente è in corso quella dal titolo “Under

cheologico trovano spazio le mostre temporanee:

Le mostre. Oltre alla mostra permanente su tutto quello che è stato trovato sul Similaun assieme alla mummia, sulle scoperte scientifiche che sono state fatte, sull’ambiente delle Alpi Venoste nell’età del rame e su altri ritrovamenti (come la ciaspola più antica del mondo), all’ultimo piano del Museo -Ar

Südtiroler Archäologiemuseum

Propaganda – Archeologia tra guerra e pace”. Ötzis Kühlanlage wird erneuert

Text Maurizio Di Giangiacomo Fotos Fabio Brucculeri
Credit: Alfons und Adrie Kennis/Südtiroler Archäologiemuseum

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