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Die Zeitschrift des Landes Südtirol La revista dla Provinzia autonoma de Bulsan

Der Wald ist ein wahres Multitalent: Eine Kampagne unterstreicht seine Bedeutung Wir brauchen den Wald

Natur & Lebensraum

Radon: Eine neue Karte macht sichtbar, was bisher unsichtbar war

Leben & Gemeinschaft

Jeder Schritt zählt: Warum Bewegung im Alltag so wichtig ist

Arbeit & Wirtschaft

Die Arbeitsmarktbeobachtung hat die Trends im Blick

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In meiner Kindheit war das alljährliche Baumfest der Grundschule mit der Forststation Mühlbach ein ganz besonderes Ereignis im Schuljahr: Bei der Erinnerung daran spüre ich die sonnenwarme Erde, rieche den Harz. Im Laufe der Jahre wuchs mit den von mir gepflanzten Bäumen auch das Verständnis für die besondere Bedeutung des Waldes: Er ist nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern auch eine wesentliche Säule für unser Klima und unsere Lebensqualität. Wälder filtern die Luft und speichern Wasser, bieten Erholung für Geist und Seele. In einer Zeit, in der die Herausforderungen des Klimawandels immer drängender werden, stellen wir mit dieser Ausgabe der Landeszeitschrift nëus die Bedeutung des Waldes als Sauerstoffproduzent und Schutzwald in den Mittelpunkt.

Generationenübergreifendes Denken und Handeln sind notwendig. „Gemeinsam wachsen“ steht als Motto über dem preisgekrönten Projekt „Jung & MischwAlt“, das wir in diesem Heft vorstellen: Kinder der Grundschule Wahlen haben darin gemeinsam mit den Bewohnern und Bewohnerinnen der drei Seniorenwohnheime des oberen Pustertals und mit Menschen mit Beeinträchtigung ein vom Borkenkäfer zerstörtes Waldstück mit jungen Bäumchen bepflanzt und damit neuen Lebensraum geschaffen. An diesem Projekt zeigt sich: Es liegt auch an uns, das wertvolle Gut Wald zu bewahren.

& Lebensraum

aber messbar:

Jeder Schritt zählt

Begegnung mit der Natur

Als im Jahr 1976 der Naturpark Texelgruppe offiziell genehmigt wurde, gab es nicht nur Jubel. Vor allem in der Land- und Forstwirtschaft wurde befürchtet, dass Nutzungsrechte eingeschränkt würden. „Granten werd es woll no klauben derfn“, hielt Altlandeshauptmann Silvius Magnago bei der Eröffnungsfeier in Pfelders 1976 den Skeptikern entgegen. Land- und Forstwirtschaft sowie die Jagd blieben weiterhin erlaubt - wesentlich für die Akzeptanz des Schutzgebietes. Zum 50-Jahr-Jubiläum lädt der größte Südtiroler Naturpark dazu ein, Biodiversität zu erleben und vielfältige Landschaften zu entdecken. mpi

50 Jahre Naturpark Texelgruppe

Sensible Lebensräume schützen - im Bild ein Fuchs im Pfelderer Tal – und zugleich Raum für naturverträgliche Erlebnisse und Erholung zu bieten, sind zentrale Aufgaben des Naturparks Texelgruppe.

Foto: Gernot Reich

IMPRESSUM

Herausgeber:

Autonome Provinz Bozen, Ort: Bozen

Eintragung beim Landesgericht

Bozen: Nr. 32/1991

Presserechtlich verantwortlich:

Margit Piok (pio)

Koordination:

Maurizio Di Giangiacomo (mdg)

Monika Pichler (mpi)

Redaktion:

Maja Clara (mac)

Elisa Egidio (ee)

Carmen Kollmann (ck)

Thomas Laconi (tl)

Gabriel Marciano (gm)

Ursula Pirchstaller (pir)

Angelika Schrott (san)

Guido Steinegger (gst)

Katharina Trocker (kat)

Weitere Beiträge und Übersetzungen

dieser Ausgabe:

Katharina Fleischmann (kf)

Timea Kasslatter (tk)

Silvia Maria Cristina Senette (ses) Carlo Suani (cs)

Foto Titelseite: Benjamin Pfitscher

Grafische Gestaltung: succus.

Druck:

Esperia GmbH

Auflage: 30.500 Kopien

Kontakt und Abo:

Agentur für Presse und Kommunikation,

Silvius-Magnago-Platz 1, 39100 Bozen (BZ), Tel. 0471 412213, lpa@provinz.bz.it landeszeitung.provinz.bz.it

Die Verwendung von Texten und Bildern aus neüs für nicht auf Gewinn ausgerichtete Zwecke ist nach Rücksprache mit der Redaktion möglich.

ISSN 2974-8143

facebook.com/LandSuedtirol/ instagram.com/land.suedtirol

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Anträge zur rentenmäßigen Absicherung der Erziehungszeiten wurden im Jahr 2025 von der Agentur für Soziale und Wirtschaftliche Entwicklung (ASWE) genehmigt. Insgesamt wurden damit 9,1 Millionen Euro ausbezahlt. Mit dem Beitrag werden jene Mütter und Väter unterstützt, die in Vollzeit die Betreuung ihrer Kinder in den ersten Lebensjahren übernehmen und freiwillig Zahlungen in ihre Rentenkasse leisten. Dies gilt für Eltern ohne Arbeitsvertrag, aber auch

Sportjahrbuch 2025 erschienen

Vielfalt des Südtiroler Sports. Über 400 Sportlerinnen und Sportler sind auf den 176 Seiten des Sportjahrbuches 2025 zu finden. Die dreisprachige Publikation gibt einen umfassenden Überblick über Südtirols Sportwelt und die Höhepunkte des vergangenen Sportjahres. Dazu zählen der Wimbledon-Sieg von Jannik Sinner, der Gewinn der italienischen Fußballmeisterschaft von Juventus-Spielerin Eva Schatzer, der Gesamtweltcup von Parasnowboarder Emanuel Perathoner oder die Erfolge bei den Special Olympics. Bei der Vorstellung berichteten Naturbahnrodlerin Evelin Lanthaler und Mountainbikerin Eva Lechner von ihrem Sportabschied, Bahnradsportler Matteo Bianchi hingegen von seinen sportlichen Zukunftsplänen. Das

Wenn Eltern in Teilzeit arbeiten und freiwillige Renteneinzahlungen leisten, können sie dafür in den Patronaten um den Beitrag „Rentenmäßige Absicherung Erziehungszeiten“ ansuchen.

mit einer Teilzeitbeschäftigung (bis zu 70 Prozent). Ansuchen können zudem Selbstständige, Freiberuflerinnen und alle, die bei der separaten Verwaltung der NISF/INPS Pflichteinzahlungen geleistet haben. ck

Sportjahrbuch online durchblättern

Sportjahrbuch ist online im Landeswebportal abrufbar, im Landesamt für Sport kann man eine Druckversion anfordern. ck

Das Sportjahrbuch 2025 kann im Landeswebportal online durchgeblättert werden, die Druckversion ist im Landesamt für Sport erhältlich.

Erste Südtiroler Grünbrücke am Kniepass

So soll die neue Grünbrücke am Kniepass aussehen: Sie wird Wildtieren eine sichere Querung der Pustertaler Staatsstraße ermöglichen.

Mehr Sicherheit. Das Land Südtirol bringt ein wichtiges Vorhaben für die Pustertaler Staatsstraße (SS 49) voran. Am Kniepass in der Gemeinde St. Lorenzen soll die Straße angepasst und sicherer gemacht werden. Zudem wird dort die erste Grünbrücke Südtirols entstehen. Diese Infrastruktur ermöglicht Wildtieren eine sichere Querung entlang eines regional als bedeutsam eingestuften Wanderkorridors. Damit soll das Risiko von Zusammenstößen

Grenzenlos gesund

Gesundheitsangebote länderübergreifend nutzen. In der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino werden Gesundheitsfragen seit Jahren gemeinsam gedacht. Die Broschüre „Grenzenlos gesund“ informiert über Patientenrechte in der EU, grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung, Mobilität von Patientinnen und Patienten in der Euregio und die Europäische Krankenversicherungskarte. Die Broschüre enthält Kontakte und Anlaufstellen. „So schaffen wir mehr Transparenz und helfen Menschen, ihre Gesundheitsrechte zu nutzen“, sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Die Publikation ist Teil des

zwischen Fahrzeugen und Wildtieren verringert werden. Das Bauvorhaben ist auch aus ökologischer Sicht innovativ: Die Rienz wird um rund 15 Meter verlegt, um den Bau eines Schutzdamms zwischen Straße und Fluss zu ermöglichen, gleichzeitig wird das Flussbett ökologisch aufgewertet. Die Arbeiten für den Abschnitt wurden auf dem Vergabeportal für öffentliche Aufträge ausgeschrieben. gm/mpi

Neue Fotofallen in Südtirols Wäldern

Monitoring der Wildtiere. Rund 200 neue Fotofallen wurden in den letzten Wochen in Südtirols Wäldern installiert. Damit baut die Landesabteilung Forstdienst das wissenschaftlich begleitete Monitoring der heimischen Wildtierbestände weiter aus, insbesondere im Hinblick auf das Großraubwild. Die Kameras werden an strategisch ausgewählten Standorten wie Wildwechseln, Wanderwegen und Forststraßen angebracht und lösen automatisch aus, sobald sich ein Tier im Erfassungsbereich bewegt. Sie arbeiten geräuschlos und unauffällig und dienen ausschließlich der Beobachtung von Wildtieren. Bilder, auf denen Personen erkennbar sind, werden umgehend gelöscht. Im Umfeld der Fotofallen informieren Hinweistafeln über Zweck, verantwortliche Organisation und rechtliche Grundlagen der Datenverarbeitung. Die Bevölkerung wird ersucht, die Kameras nicht zu berühren oder zu entfernen. mac

von der EU finanzierten Interreg Italien-Österreich-Projekts „Fit for Cooperation“ (Fit4Co). Verteilt wird sie über Volksanwaltschaften, Patientenvertretungen, Gesundheitsbetriebe, Arztpraxen, Selbsthilfegruppen und Sozialeinrichtungen. san

Die Broschüre „Grenzenlos gesund“ unterstützt Patientinnen und Patienten darin, ihre Gesundheitsrechte in der EU besser zu nutzen.

Landesamt für Wildtiermanagement

Die Fotofallen sollen Daten zur Verbreitung der Wildtierarten liefern und damit eine Grundlage für das langfristige Wildtiermanagement schaffen.

Rendering: Ressort Infrastrukturen und Mobilität
Foto:
Foto: Fabio Brucculeri

Landwirtschaft, Wald und Tourismus zusammen denken

Aufgewachsen auf einem Obst- und Weinhof in Bozen-Gries, hat Luis Walcher früh gelernt, was Arbeit in der Landwirtschaft bedeutet. Noch heute verbringt er jede freie Minute auf dem eigenen Hof.

Luis Walcher, Jahrgang 1974, ist seit 2024 Landesrat für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus. Nach seiner Matura an der Handelsoberschule Heinrich Kunter in Bozen sammelte er langjährige Erfahrung in der Privatwirtschaft und bewirtschaftet zudem einen eigenen Bauernhof in Gries. Ab 2005 war er Gemeinderat in Bozen und von 2019 bis 2023 Vizebürgermeister mit Zuständigkeiten unter anderem für Raumordnung, öffentliche Arbeiten und Zivilschutz. Neben seiner politischen Laufbahn ist er seit 1991 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gries.

Landesrat Walcher, Sie sind auf einem Obst- und Weinhof in Bozen-Gries aufgewachsen: Welche Werte wurden Ihnen in Ihrer Kindheit und Jugend vermittelt?

Auf einem Hof wächst man automatisch in gewisse Aufgaben hinein. Man lernt früh, anzupacken, aber auch mit Rückschlägen umzugehen. In der Landwirtschaft reichen manchmal fünf Minuten Hagel, und eine Arbeit von Monaten ist beschädigt. Für mich waren deshalb Fleiß, Verlässlichkeit und ein sparsamer Umgang mit dem, was man hat, immer wichtige Werte. Und das ist bis heute so geblieben. Und obwohl inzwischen viele andere Aufgaben dazugekommen sind, verbringe ich noch immer jede freie Minute auf meinem Hof. Dort bin ich zuhause, dort ist mein Lebensmittelpunkt.

Wie hat Sie Ihre Tätigkeit in der Privatwirtschaft geprägt?

In dieser Zeit habe ich vieles gelernt. Ich war viel unterwegs und habe gelernt, mich selbstverständlich in beiden Landessprachen zu bewegen. Außerdem habe ich gelernt, auch komplizierte Verfahren zu Ende zu bringen und wirtschaftlich zu denken. Meine Erfahrungen im Einkauf und im Handel kommen mir heute in der Politik durchaus zugute, weil man lernt, Entscheidungen nicht nur theoretisch zu sehen, sondern auch praktisch umzusetzen.

Was hat sich seither geändert?

Im Grunde bin ich derselbe geblieben. Meine Werte haben sich nicht verändert. Bodenständig zu bleiben, respektvoll mit Menschen umzugehen, bitte und danke zu sagen – das sind einfache Dinge, aber sie sind wichtig. Was im Laufe der Jahre dazugekommen ist, sind neue Erfahrungen und Aufgaben. Neben der Politik und der Arbeit in der Privatwirtschaft war das Vereinswesen immer ein wichtiger Teil meines Lebens, besonders die Freiwillige Feuerwehr. Das ist bis heute eine große Leidenschaft von mir. Dort sieht man, wie wichtig Zusammenhalt ist.

Welche Werte halten Sie für besonders wichtig, um sie an die nächste Generation, insbesondere an Kinder, weiterzugeben? Ich glaube, man sollte jungen Menschen vermitteln, dass vieles, was heute selbstverständlich wirkt, nicht einfach da ist. Eine gepflegte Landschaft, regionale Lebensmittel oder ein funktionierender Lebensraum entstehen nicht von allein. Dahinter stehen Menschen, die täglich arbeiten und Verantwortung übernehmen.

Wie kann die Wertschätzung für Natur, Landwirtschaft und regionale Produkte bei jungen Menschen gestärkt werden? Ich bin überzeugt, dass wir stärker erklären müssen, was Landwirtschaft,

Foto: Luis Walcher
Interview Maja Clara

Forstwirtschaft und regionale Kreisläufe für Südtirol eigentlich bedeuten. Viele Menschen wissen das, aber eben nicht alle. Wir müssen verständlich machen, dass unsere Landschaft nicht zufällig so aussieht, wie sie aussieht, sondern dass sie von Bauernhand gepflegt wird.

Sie haben eine neue Kampagne auf den Weg gebracht, um damit auf die Bedeutung des Waldes hinzuweisen: Braucht es dafür eine Kampagne? Ja, ich glaube schon. Für viele Menschen ist der Wald einfach da. Man geht spazieren, nutzt ihn zur Erholung, aber was dahintersteckt, sieht man oft nicht. Der Wald erfüllt viele Aufgaben gleichzeitig: Er schützt vor Naturgefahren, liefert Holz und ist gleichzeitig Lebens- und Erholungsraum. Genau diese Funktionen müssen wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Wichtig ist mir auch, den Respekt vor dem Waldeigentum und der Arbeit im Wald zu stärken. Gerade nach den Schäden durch Vaia oder den Borkenkäfer hat man gesehen, wie viel Arbeit notwendig ist, damit ein Wald stabil

bleibt. Früher war der Wald oft die Sparkasse eines Hofes, heute ist das nicht mehr der Fall. Deshalb müssen wir heimisches Holz wieder stärker einsetzen und besser nutzen.

Wie können die Bereiche Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus in Zukunft noch besser zusammenarbeiten, um nachhaltige Entwicklung zu sichern? Die Zukunft dieser Bereiche liegt darin, weniger nebeneinander zu arbeiten und mehr miteinander. Südtirol lebt genau von dieser Kombination aus Landschaft, Bewirtschaftung und Tourismus. Entscheidend ist, dass man nicht in Konkurrenz denkt, sondern in gemeinsamen Zielen. Die Landwirtschaft muss mehr Produkte an touristische Betriebe verkaufen können, und der Tourismus sollte bewusst auf regionale Produkte setzen. Damit stärkt man die Kreisläufe im Land und sichert gleichzeitig die Lebensgrundlage vieler bäuerlicher Familien. Dasselbe gilt für unser heimisches Holz. Wenn wir die eigenen Ressourcen stärker nutzen, profitieren am Ende alle Bereiche davon.

„Neben der Politik und der Arbeit in der Privatwirtschaft war das Vereinswesen immer ein wichtiger Teil meines Lebens, besonders die Freiwillige Feuerwehr.“

Luis Walcher Landesrat für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus

Wie sehen Sie die Rolle der Kinder und Jugendlichen? Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Ich erlebe viele junge Menschen als interessiert und auch sehr aufmerksam. Es ist wichtig, ihnen Wissen, Werte und auch Begeisterung mitzugeben, damit sie sie leben und umsetzen können.

Was würden Sie – wären Sie ein Kind – einem Landesrat für Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus ans Herz legen? Ich würde wahrscheinlich sagen: Schau darauf, dass unsere Höfe auch in Zukunft weitergeführt werden, dass unsere Wälder gesund bleiben, und dass die Menschen in Südtirol auch weiterhin mit Leidenschaft und Begeisterung an der Arbeit in der Landwirtschaft festhalten. Und der Tourismus sollte dabei nicht getrennt gesehen werden: Er lebt von der gepflegten Kulturlandschaft – und die Landwirtschaft profitiert umgekehrt auch vom Tourismus. Entscheidend ist, dass beides zusammen gedacht wird und sich gegenseitig stärkt.

Schon als Kind faszinierte Luis Walcher, der auf einem Obst- und Weinhof in Bozen-Gries aufgewachsen ist, die Feuerwehr. Seit 1991 ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gries.

Foto: Luis Walcher

Der Wald und wir

Er atmet und arbeitet, beschützt und stabilisiert, entwickelt und verändert sich: Der Wald hat vielfältige Funktionen. Eine neue Kampagne soll das Bewusstsein für seine Bedeutung stärken.

Über die Hälfte der Südtiroler Landesfläche ist von Wald bedeckt: Wir brauchen den Wald, und der Wald braucht uns.

Luis Walcher Landesrat für Land- und Forstwirtschaft und Tourismus Titelgeschichte

„Unser Wald erfüllt zentrale Funktionen für Mensch, Tier und Umwelt. Es geht darum, seine Bedeutung noch stärker ins Bewusstsein zu rücken.“

Der Wald ist Rückzugsort, Wirtschaftsfaktor und Schutzschild: Nur eine nachhaltige Bewirtschaftung sichert seinen Fortbestand.

Er schützt vor Naturgefahren, speichert Kohlendioxid, filtert Wasser, ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, bietet den Menschen Erholung, versorgt sie mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz und schafft damit Arbeitsplätze: der Wald. Der Wald ist Lebensgrundlage und selbst ein lebendiges Wesen.

Försterin Teresa Staffler ist seit 2017 in der Forststation Sarntal tätig: Für sie ist es von grundlegender Bedeutung, alle unterschiedlichen Sichtweisen auf den Wald zu berücksichtigen. Giorgio Sivieri ist seit 2003 Förster und seit 15 Jahren Leiter der Forststation Tisens: Sein Anliegen ist es, alle Dienstleistungen des Waldes zu vermitteln. Für ein Stück Wald verantwortlich ist Waldeigentümer Oswald Karbon in Kastelruth. Die Arbeit im Wald, berichtet er, sei hart und gefährlich. Man müsse im Wald über mehrere Generationen denken. Und: Damit der Wald für alle da ist, muss man respektvoll damit umgehen.

Hälfte der Landesfläche mit Wald bedeckt. Der Wald prägt Südtirols Landschaft. Knapp über die Hälfte der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Rund 58 Prozent davon ist Bergwald mit direkter Schutzfunktion. Vom Mischwald in der Talsohle bis zum Fichtenwald in den

oberen Lagen: Über 100 Waldtypen gibt es in Südtirol, die sich je nach Standort in der Zusammensetzung der Baum- und Pflanzenarten unterscheiden. Die Fichte ist mit einem Anteil von 60 Prozent die häufigste Baumart in Südtirol. Es folgen die Lärche, Kiefer und Zirbe. Der Wald beheimatet die größte Artenvielfalt in Südtirol. Tausende Arten von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen leben im Ökosystem Wald – von der Baumkrone bis tief in den Boden – zusammen.

„Unser Wald erfüllt zentrale Funktionen für Mensch, Tier und Umwelt“, hebt Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher hervor. „Gerade nach den Schäden der vergangenen Jahre ist es jetzt wichtig, stabile Mischwälder und den Schutzwald zu stärken und zugleich verständliche, leicht zugängliche Informationen bereitzustellen. Deshalb ist es mir ein Anliegen, die Bedeutung des Waldes noch stärker ins Bewusstsein rücken und den rund 24.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern in Südtirol Orientierung und Unterstützung zu bieten.“

Neue Kampagne „Waldatem“ . Dazu soll die neue Kampagne „Waldatem - respiro del bosco - fla dl bosch“ der Landesabteilung Forstdienst dienen. Der Startschuss dafür wurde am Internationalen Tag des Waldes am 21. März gegeben. Als

langfristige Kommunikationsstrategie ist die Kampagne auf mehrere Jahre angelegt und soll die gesamte Bevölkerung ansprechen, fasst Landesforstdirektor Günther Unterthiner zusammen.

Bereits bestehende erfolgreiche Projekte - etwa die Baumfeste oder die Forst-Info-Tage - werden weitergeführt, zusätzliche Bewusstseinsbildungsmaßnahmen sollen verbreitet werden, etwa die Vermittlung von Waldwissen über Spots in den Medien oder über Citylights an den Haltestellen. Kurze Videosequenzen als Reels zu den Funktionen des Waldes sind ebenfalls geplant. Der Aktion „Kennst du deine Heimat“ wird eine eigene Ausgabe zum Wald gewidmet. Vermittelt werden soll ein respektvoller Umgang mit dem Waldeigentum und den notwendigen forstlichen Arbeiten. Damit der Wald weiteratmen kann – und wir mit ihm.

Schutzwaldpreis für „Jung & MischwAlt“

Gemeinsam wachsen: Jung und Alt beim Setzen eines Bäumchens im Zuge des preisgekrönten Projekts „Jung & MischwAlt“ in Außerprags.

Mehr Informationen zur WaldKampagne „Waldatemrespiro del bosco - fla dl bosch“

Der Wald als Symbol für den ewigen Kreislaufs Lebens war Inspiration für ein generationenübergreifendes Baumfest: Im Projekt „Jung & MischwAlt“ haben Kinder aus der Grundschule Wahlen, die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnheime Innichen, Niederdorf und Olang und Menschen mit Beeinträchtigung vor rund einem Jahr gemeinsam ein vom Borkenkäfer zerstörtes Waldstück in Außerprags mit jungen Bäumchen bepflanzt und damit neuen Lebensraum geschaffen. Die Kinder halfen den Heimbewohnern, die Heimbewohner gaben wertvolle Tipps zum Setzen. Damit die jungen Bäumchen gut wachsen können, wurden Schutzvorrichtungen angebracht, die sie vor Wildverbiss schützen. Diese haben die Menschen mit Beeinträchtigung in den Werkstätten des Sozialzentrums von Toblach angefertigt. Die gepflanzten

Birken, Buchen, Bergahorne und Elsbeeren machen aus dem bestehenden Nadelwald einen Mischwald. Zum Abschluss des Projektes im Herbst kamen Förster aller vier Forststationen in die drei Seniorenwohnheime, um dort einen Baum zu pflanzen. Mehrere Generationen haben sich bei diesem Projekt aktiv für den Erhalt des Schutzwaldes eingesetzt. Damit verbindet das Projekt „Jung & MischwAlt“ ökologische Verantwortung mit gesellschaftlichem Engagement.

Dies wurde bei der Verleihung des Schutzwaldpreises-Helvetia im März in Vorarlberg mit dem Schutzwaldpreis in der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit prämiert. Die Auszeichnung, die bereits zum 19. Mal vergeben wurde, wird von der Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine verliehen. mac

Foto: Forstinspektorat Welsberg

Unsichtbar –aber messbar

Radon kommt aus dem Boden, ist unsichtbar und geruchlos. Eine neue Karte zeigt, wo in Südtirol genauer hingeschaut werden sollte und warum eine Messung manchmal sinnvoll sein kann.

Foto: pexels

◀ In Erdgeschoßen oder Kellerräumen kann das natürliche Gas Radon eindringen: Messungen helfen, erhöhte Konzentrationen festzustellen.

„Die Einstufung als Radonschutzgebiet bedeutet nicht, dass automatisch ein Problem besteht. Sie zeigt vielmehr, wo genauere Messungen sinnvoll sind.“

Peter Brunner

Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Energie, Raumentwicklung und Sport

Die meisten Menschen denken bei Luftqualität zuerst an draußen: an Verkehr, Abgase oder Feinstaub. Doch ein großer Teil der Luft, die wir täglich einatmen, befindet sich in unseren eigenen vier Wänden. Neben Staub oder Feuchtigkeit gibt es dort noch einen Faktor, den man weder sehen noch riechen kann: Radon.

Das natürliche Gas entsteht im Boden. In manchen Fällen kann es auch in Gebäude gelangen. Genau deshalb beschäftigen sich Fachleute damit, wo Radon auftreten kann und wie hoch die Konzentrationen sind. In Südtirol helfen dabei Messungen und eine neue Radonkarte, die einen Überblick der Situation im gesamten Landesgebiet gibt.

Wenn sich Radon in Innenräumen anreichert und hohe Konzentrationen erreicht, kann das gesundheitliche Auswirkungen haben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt Radon nach dem Rauchen als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Das italienische Gesetz (GvD Nr. 101/2020) sieht für bestehende Wohnungen einen maximalen Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) vor. Das bedeutet: In einem Kubikmeter Raumluft sollten pro Sekunde nicht mehr als 300 Radon-Atome zerfallen. Für Neubauten gilt seit Dezember 2024 ein Re -

ferenzwert von 200 Bq/m³. Von der WHO wird sogar ein Schwellenwert von 100 Becquerel pro Kubikmeter Luft empfohlen.

Neue Karte mit 58 Radonschutzgebieten. Gerade deshalb empfehlen Fachleute, mögliche Belastungen zu kennen, besonders in bestimmten Gebieten. Im Februar 2026 hat die Landesregierung die neue Radonkarte festgelegt. Die Karte gibt einen Überblick über die Situation im gesamten Landesgebiet.

Radon ist Teil eines natürlichen physikalischen Prozesses. Es ist ein radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran entsteht. Es kommt überall in der Natur vor, im Boden, in Felsen und im Erdreich. Von dort kann es über kleine Risse oder Öffnungen in Gebäude gelangen. Besonders oft kann es von Räumen, die direkt mit dem Boden verbunden sind, etwa Keller oder Erdgeschosse, in Gebäude eindringen. Menschen bemerken davon nichts. Das Besondere an Radon ist, dass es farb-, geruch- und geschmacklos ist. „Radon kann mit unseren Sinnesorganen nicht wahrgenommen werden. Deshalb sind Messungen notwendig, um die Konzentration festzustellen“, sagt der Physiker und Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz Luca Verdi.

In Südtirol wurden nun erstmals Radonschutzgebiete offiziell festgelegt. Grundlage dafür sind Messdaten aus

Foto: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz

rund 20 Jahren, die von der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz gesammelt und ausgewertet wurden. Diese Daten sind in einer Radonkarte für das gesamte Landesgebiet zusammengefasst. „Die Radonkarte soll informieren und sensibilisieren. Sie zeigt, wo wir beim Radon genauer hinschauen sollten. Für die Menschen heißt das vor allem: die eigene Situation kennen, bewusst vorsorgen und einfache Maßnahmen für die eigene Gesundheit setzen“, sagt Umwelt-, Energie- und Raumordnungslandesrat Peter Brunner. Die Einstufung bedeute nicht, dass automatisch ein Problem bestehe. Sie zeige vielmehr, wo genauere Messungen besonders sinnvoll seien, erklärt Brunner.

Mehr Radon-Messungen. Insgesamt sind 58 Gemeinden als Radonschutzgebiete ausgewiesen. In diesen Gebieten wird es in den nächsten Jahren deutlich mehr Messungen geben. Das sagt auch Verdi. „Neu ist für die Arbeitsräume in Radonschutzgebieten, dass neben den Messungen in unterirdischen Räumen jetzt auch Messungen in den halbunterirdischen Geschoßen und im Erdgeschoß gemacht werden müssen“, erklärt Verdi. Räume, die weniger als 100 Stunden pro Jahr genutzt werden, sind von der Messpflicht befreit. Für die Messungen ist der Arbeitgeber verantwortlich.

Radon-Messungen werden in der Regel mit einem Dosimeter über ein ganzes Jahr durchgeführt: Das Labor für Luftanalysen und Strahlenschutz informiert, wer diese anbietet.

Radon dringt aus dem Boden in Gebäude ein. Deshalb können Keller, Erdgeschosse, Gebäude in Hanglage und Räume mit direktem Bodenkontakt besonders betroffen sein. Auch in Räume im Obergeschoss kann Radon gelangen, wenn sie über offene Treppen mit dem Keller verbunden sind. „Messungen werden meist in Räumen gemacht, in denen sich Menschen häufig aufhalten, etwa im Schlafzimmer oder Wohnzimmer“, erläutert Verdi.

Um herauszufinden, wie hoch die Radonkonzentration ist, wird ein kleines Messgerät, ein sogenanntes Dosimeter, verwendet. Die Messung dauert in der Regel ein ganzes Jahr oder alternativ zwei Messperioden zu je sechs Monaten. Danach wird der Jahresmittelwert mit den Grenzwerten verglichen. Interessierte können sich an das Labor für Luftanalysen und Strahlenschutz wenden und erhalten dort Hinweise zu Labors und Diensten, die Dosimeter ausgeben und Radon-Messungen durchführen.

Einfache Maßnahmen, große Wirkung. Selbst wenn erhöhte Werte festgestellt werden, lassen sich diese oft relativ einfach verringern. Direktor Verdi erklärt: „Einfache Maßnahmen können schon viel bewirken. Regelmäßiges Lüften, kleinere bauliche Anpassungen oder das Abdichten von

Kellerräumen können die Radonkonzentration deutlich senken.“ Es gebe zwei grundlegende Ansätze: die Radonquelle schwächen, zum Beispiel durch Radonbrunnen oder Drainagerohre, oder die radonhaltige Luft verdünnen, etwa durch häufigeres Lüften oder einen besseren Luftaustausch. Besonders wirksam ist es laut Verdi, Radonschutz bereits beim Bau eines Hauses zu berücksichtigen. Durch geeignete bauliche Maßnahmen könne vorab verhindert werden, dass das Gas überhaupt ins Gebäude gelange.

Radon gehört zur Natur. Aber Wissen hilft, Risiken zu vermeiden. Die neue Radon-Karte macht sichtbar, was bisher unsichtbar war. Sie soll helfen, bewusst mit dem Thema umzugehen. Denn manchmal beginnt Gesundheitsschutz mit einer einfachen Frage: Wie sieht es eigentlich in meinem Haus aus?

Weitere Informationen und die Karte der Radonschutzgebiete

Respekt ist der beste Beifahrer

Renate Brugger ist Busfahrerin in Meran. Tag für Tag bringt sie Menschen sicher von A nach B – und erlebt dabei, wie viel Geduld, Aufmerksamkeit und gegenseitigen Respekt es im Alltag braucht.

Frau Brugger, wie erleben Sie Ihren Arbeitsalltag als Busfahrerin?

Renate Brugger: Mein Arbeitsalltag ist sehr vielfältig und erfordert hohe Konzentration. Man trägt Verantwortung für die Fahrgäste, für den Straßenverkehr und für die Einhaltung des Fahrplans. Gerade im Verkehr von Meran muss man viele Dinge gleichzeitig im Blick behalten. Busfahren bedeutet ja nicht nur Lenken, sondern auch Mitdenken, vorausschauend Handeln und Ruhe bewahren – selbst dann, wenn es stressig wird. Gleichzeitig ist es ein sehr schöner Beruf. Wir arbeiten in Südtirol, in einer Landschaft, die viele sonst nur vom Urlaub kennen. Früher war ich oft auf Baustellen unterwegs, das war alles andere als schön. Heute fahre ich vor allem im Stadt- und Überlandverkehr, dort gibt es jeden Tag schöne Momente.

Der Umgang mit Menschen spielt dabei eine große Rolle. Was bedeutet das für Sie?

Einen sehr großen Teil meiner Arbeit macht der Kontakt mit den Fahrgästen aus. Viele kenne ich seit Jahren – man grüßt sich, tauscht ein paar Worte aus. Das gehört für mich dazu und macht den Beruf menschlich. Freundlichkeit wird meistens auch freundlich beantwortet. Natürlich gibt es auch herausfordernde Situationen, etwa wenn Menschen gestresst oder ungeduldig sind. In solchen Momenten versuche

ich, ruhig zu bleiben und professionell zu reagieren. Der Ton macht viel aus –mit Respekt und einem besonnenen Umgang lassen sich viele Situationen entschärfen.

Sie arbeiten in einem Beruf, der lange Zeit eher männlich geprägt war. Wie sehen Sie Ihre Rolle darin?

Früher übten überwiegend Männer den Beruf des Busfahrers aus. Heute sind hier Frauen zum Glück selbstverständlicher geworden. Ich habe mich davon nie abschrecken lassen. Der Beruf ist selbstständig und mit viel Verantwortung verbunden, das hat mir immer gefallen. Gleichzeitig bringt er körperliche und mentale Herausforderungen mit sich, etwa lange Schichten oder stressige Verkehrssituationen. Mit Erfahrung lernt man, gut damit umzugehen.

Was bedeutet Respekt für Sie persönlich – im Beruf und darüber hinaus?

Respekt zeigt sich für mich im Alltag, vor allem in den kleinen Dingen: wie man miteinander spricht, ob man ruhig bleibt und ob man sein Gegenüber wirklich wahrnimmt. Jeder Fahrgast bringt seine eigene Geschichte mit. Wenn man sich das bewusst macht, wird vieles leichter. Respekt ist keine Floskel, sondern eine Haltung, die ich jeden Tag lebe. kat

Busfahrerin Renate Brugger erlebt täglich, wie viel Aufmerksamkeit, Geduld und gegenseitigen Respekt es im Alltag in der Mobilität braucht.

Respect

Link zum Video Alle Infos zur Kampagne

Foto:
Fabio Brucculeri

Italienweit erste Regionalbahn mit ETCS

Die Arbeiten für die Elektrifizierung und Modernisierung der Vinschger Bahn sind in der Endphase. Ende März wurde erstmals das ETCS-System in Betrieb genommen.

Vollständig elektrifiziert, umfassend erneuert und in das europäische Eisenbahnnetz integriert: Ein Blick in die Leitstelle zur Überwachung der Vinschger Bahn.

Am Sonntag, 29. März, um 5:16 Uhr morgens nahm der erste Zug vom Typ Stadler ATR 100 den Betrieb auf der Vinschger Bahnlinie auf, die zwischen Meran und Mals umfassend erneuert wurde. Das alte Signalsystem wurde entfernt, rund 1.500 Oberleitungsmasten installiert sowie das europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2 und das Kommunikationssystem GSM-R eingerichtet. Damit ist die Vinschger Bahn die erste Regionalbahn in Italien, die über diese Systeme verfügt. Aus diesem Grund waren bei der Inbetriebnahme der Strecke auch namhafte Experten des Schienennetzbetreibers RFI anwesend, die die Bahn als „Meilenstein

der Eisenbahninnovation“ und italienweites Modell bezeichneten.

In den vergangenen Monaten haben die Europäische Eisenbahnagentur ERA (European Union Agency for Railway), die italienische Agentur für die Sicherheit von Eisenbahnen sowie Straßen- und Autobahninfrastrukturen (ANSFISA) und das Land Südtirol die Sicherheit der Systeme überprüft und die Betriebsgenehmigungen erteilt. Ebenso ist die Elektrifizierung der Vinschger Bahn in die Endphase getreten. In jüngster Zeit wurden täglich Tests durchgeführt, und die Strecke wird nach und nach für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

Zwei Millionen Euro Fahrgäste im Jahr. Seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 2005 verzeichnet die Vinschger Bahn jährlich rund zwei Millionen Fahrgäste. Mit der Elektrifizierung der Strecke und der Einführung des ETCS- sowie des GSM-R-Systems ist sie nunmehr nicht nur vollständig in das europäische Eisenbahnnetz integriert, sondern erreicht auch ein deutlich höheres Sicherheitsniveau: Die kontinuierliche Überwachung und Steuerung des Zugverkehrs in Echtzeit tragen maßgeblich zur Erhöhung der Betriebssicherheit bei. Künftig können Züge mit bis zu 130 Stundenkilometern verkehren und sowohl auf dem italienischen als auch auf dem österreichischen Streckennetz eingesetzt werden. Neben der Sicherheit ist die Erhöhung der Kapazität des Schienenverkehrs, der Sitzplatzanzahl und des Reisekomforts ein weiteres Ziel der Elektrifizierung der Strecke, um auch im Vinschgau einen 30-Minuten-Takt zu erreichen.

Die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs erfolgt schrittweise. In einer ersten Phase bleibt der Schienenersatzverkehr mit Bussen auf der Linie B250 aufrecht, parallel dazu wird der Zugbetrieb auf Teilstrecken schrittweise wieder aufgenommen, bis der reguläre Betrieb vollständig hergestellt ist. Die Gesamtinvestition für die Maßnahmen beläuft sich auf rund 85 Millionen Euro. gm/mpi

Foto: Ivan Brentegani

Kern der Wohnreform ist umgesetzt

Schritt für Schritt hat das Land

Südtirol von Oktober 2025 bis Februar 2026 die wichtigsten Maßnahmen der Wohnreform aktiviert: Herrn und Frau Südtiroler stehen nun drei stabile Fördersäulen zur Verfügung.

Auf dem Weg zum Eigenheim gibt es vom Land Südtirol seit der Wohnreform 2025 jede Menge Unterstützung.

Mit dem 1. Februar fiel nicht nur der Startschuss für die digitale Einreichung der Fördergesuche für Bau, Kauf und Sanierung des Eigenheims, sondern gleichzeitig wurde ein Großteil des Reformprojekts abgeschlossen, das Wohn-Landesrätin Ulli Mair im Sommer 2025 eingeleitet hatte. Seither sind die wichtigsten Maßnahmen, die zu leistbarem und verfügbarem Wohnraum führen sollen, umgesetzt worden.

Drei Säulen. Im Wesentlichen stützt sich die Reform auf drei Säulen: die bekannten Förderbeiträge, die überarbeitet und vereinfacht wurden, das Bauspardarlehen und das begünstigte Darlehen, das als neue Maßnahme dazugekommen ist.

Wohnbauförderungen. Die Neuregelung der Beiträge für Bau, Kauf und die Wiedergewinnung von Wohnungen betrifft den Großteil der Bürgerinnen und Bürger, die sich den Traum vom Eigenheim verwirklichen möchten. „All jene, die seit mindestens fünf Jahren den Wohnsitz oder Arbeitsplatz in Südtirol vorweisen können, deren Einkommen innerhalb der Einkommensgrenze liegt und die die Regeln bezüglich des Eigentums erfüllen, kön-

nen ein Ansuchen stellen“, erklärt Luca Critelli, Direktor der Ressorts für Wohnbau, Sicherheit und Gewaltprävention. Kriterien wie Wohnungsfläche oder Vermögen der Eltern sind seit Februar hinfällig. Sowohl Einkommensstufen als auch Freibeträge auf Ersparnisse wurden erhöht, weshalb jetzt mehr Menschen in den Genuss der Förderung kommen. Die Gesuchstellung erfolgt ausschließlich digital über das Bürgernetz myCIVIS.

Bauspardarlehen. Was die zweite Säule, das Bausparen, angeht, sind am 1. September 2025 ebenfalls neue Regeln in Kraft getreten. Das Erfolgsmodell, das es seit zehn Jahren gibt, musste überarbeitet werden und profitiert nun von einem noch günstigeren Zinssatz, der von einem auf 0,7 Prozent gesenkt wurde. „Auch die notwendigen Beitragsjahre im Zusatzrentenfonds wurden reduziert sowie Verbesserungen für Paare, junge Menschen bis 35 und Heimkehrende geschaffen“, sagt Critelli.

Begünstigtes Darlehen. Mit dem begünstigten Darlehen ist seit 1. Jänner 2026 schlussendlich eine Neuheit in Kraft: Zu günstigen Bankkonditio -

nen (Spread von maximal 0,70 Prozent für den fixen und 0,50 Prozent für den variablen Zinssatz) kommt ein Landesbeitrag für Darlehensnehmer und -nehmerinnen hinzu, der für maximal zehn Jahre gewährt wird und zwischen 3200 und 700 Euro jährlich beträgt.

Grundsätzlich gilt: Alle Fördersäulen sind – bei vorhandenen Voraussetzungen – miteinander kumulierbar, wodurch eine beachtliche Fördersumme zustande kommen kann. Um Wohnraum für die ansässige Bevölkerung verfügbar zu machen, gelten bei allen Förderungen Auflagen wie das „Wohnen für Ansässige“ oder die Sozialbindung. pir

Informationen zur Wohnbauförderung

Foto: pexels

Jeder Schritt zählt

Mehr Bewegung – ganz ohne Fitnessstudio und Sportstress. Die Kampagne „fit – Beweg dich gesund“ zeigt, wie einfache Bewegungen im Alltag Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität stärken können.

Die Initiative „fit – Beweg dich gesund“ will Menschen dazu ermutigen, mehr Bewegung im Alltag einzubauen.

Ein paar Treppenstufen statt des Aufzugs. Ein paar Gleichgewichtsübungen beim Zähneputzen. Oder beim Telefonieren einfach aufstehen und ein paar Schritte gehen. Es sind oft kleine Dinge, die den Unterschied machen. Genau hier setzt die neue Kampagne „fit – Beweg dich gesund“ des Landes Südtirol an.

Die Initiative will Menschen dazu ermutigen, mehr Bewegung in ihren Alltag einzubauen – egal, ob in der Stadt oder im Dorf, bei der Arbeit, zu Hause oder unterwegs. Denn Bewegung muss nicht kompliziert sein. Man braucht weder besondere Ausrüstung noch zusätzliche Zeit. Wichtig ist nur, einfach damit anzufangen.

„Bewegung gehört zum Menschen. Schon durch kleine, einfache Bewegungseinheiten im Alltag lassen sich positive Effekte für die eigene Gesundheit erzielen“, sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. „Bewegung bringt nicht nur körperliche Vorteile und beugt Krankheiten vor. Sie unterstützt auch die psychische Gesundheit und hält den Geist im Alter fit, sodass wir länger selbstständig bleiben. Deshalb investieren wir gezielt in Gesundheitsförderung und Programme, die Menschen jeden Alters zu mehr Bewegung motivieren“, sagt Messner.

Die Kampagne vermittelt eine einfache Botschaft: Beweg dich dort, wo du bist und so, wie es für dich

passt. In kurzen Videos und Beiträgen werden Bewegungen gezeigt, die leicht nachzumachen sind und sich problemlos in den Alltag integrieren lassen. Ziel ist es, Menschen zu inspirieren und mehr Bewegung, Schritt für Schritt zu einer neuen Gewohnheit zu entwickeln.

Dass Bewegung wichtig ist, zeigen auch aktuelle Daten: In Südtirol treiben 42 Prozent der Erwachsenen regelmäßig Sport, weitere 16 Prozent gelegentlich. Gleichzeitig gibt es aber auch rund 15 Prozent der Bevölkerung, die sich weder sportlich noch körperlich aktiv bewegen. Besonders bei älteren Menschen ist Bewegungsmangel häufiger. Genau hier setzt die Kampagne an. Sie richtet sich besonders an Menschen,

Text Angelika Schrott Fotos Fabio Brucculeri

die sich bisher wenig bewegen. Statt Leistungsdruck steht Freude an Bewegung im Mittelpunkt. Denn schon kleine Veränderungen können viel bewirken: öfter zu Fuß gehen, kurze Wege mit dem Fahrrad zurücklegen oder zwischendurch ein paar einfache Übungen machen.

Bewegung als Schlüssel für ein gesundes Leben. Unterstützt wird die Kampagne von Fachleuten des Südtiroler Sanitätsbetriebes. In kurzen Videostatements erklären sie, warum Bewegung so wichtig ist und wie man sie ganz einfach in den Alltag einbauen kann.

Für Sieglinde Kofler, Primaria der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus Meran, ist Bewegung ein Schlüssel für ein gesundes Leben: „Regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf viele Bereiche der Gesundheit aus und ist ein zentraler Faktor für ein aktives Altern.“ Auch Lukas Waldner vom Dienst für Sportmedizin in Meran zeigt in Videos einfache Bewegungen zum Nachmachen. Sein Tipp: nicht lange überlegen, sondern einfach beginnen. „Schon kleine Veränderungen im Alltag können einen spürbaren gesundheitlichen Effekt haben.“ Oder anders gesagt: Auch wenig hilft viel.

Infos und Videos zur Kampagne „fit –Beweg dich gesund“

3 Fragen

Lukas Waldner Dienst für Sportmedizin in Meran

Müssen jetzt alle ins Fitnessstudio oder zum Sporttraining?

Lukas Waldner: Nein, Bewegungstraining lässt sich in kurzen Einheiten einfach in den Alltag integrieren. Dabei nutzen wir natürliche Bewegungen, das eigene Körpergewicht und die vorhandene Umgebung.

Was sind einfache Möglichkeiten für mehr Bewegung?

Treppen statt Aufzug ist am effektivsten für starke Beinmuskulatur und Ausdauer. Wartezeiten an der Ampel oder an der Kasse kann man für Balanceübungen auf einem Bein nutzen. Barfußgehen kräftigt die Fußmuskulatur und schult die Sinneswahrnehmung. Zügiges Gehen ist gelenkschonender als Joggen und aktiviert das Herz-Kreislauf-System. Handgelenke, Schultern, Hüfte und Fußgelenke durchkreisen ist wichtig und 5 bis 10 Minuten tägliches Stretching erhält die Geschmeidigkeit der Faszien.

Was motiviert, dranzubleiben?

Es geht darum, Krankheiten vorzubeugen, das Immunsystem zu stärken oder einfach ein besseres Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln. Freude an der Bewegung selbst sorgt für eine langfristige Bindung. Bewegung mit Freunden bietet die Möglichkeit zum Austausch und stärkt soziale Bindungen. Bewegung kann Ausgleich zum Alltag sein, verringert Stresshormone und schüttet Glückshormone aus. san

Sieglinde Kofler Primaria der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus Meran

Warum ist Bewegung für die Gesundheit so wichtig?

Sieglinde Kofler: Bewegung wirkt sich positiv auf alle Körperfunktionen aus. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt, die Durchblutung verbessert, der Blutdruck reguliert. Bewegung fördert Muskelkraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit. Auch das Immunsystem und das psychische Wohlbefinden profitieren und Stress kann besser abgebaut werden.

Welche Rolle spielt Bewegung beim Älterwerden? Bewegung fördert ein gesundes Altern, senkt das Sturzrisiko und beugt Osteoporose vor. Die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden im Alter werden gefördert. Bewegung stärkt den Geist, steigert die Konzentration und sorgt für Lebensfreude.

Was raten Sie Menschen, die sich wenig bewegen?

Schauen Sie sich die Bewegungskampagne „fit – Beweg dich gesund“ an. Gehen sie zu Fuß, jeder einzelne Schritt fördert Ihre Gesundheit. Beginnen Sie in kleinen Schritten ihre Gewohnheiten zu ändern. Wer sich mehr bewegt, wird schnell positive Effekte spüren. Das Wichtigste ist, anzufangen und nicht aufzugeben. san

(Sport-)Momente für die Ewigkeit

Der Grödner Julian Kasslatter hat bei den Paralympischen Spielen Mailand Cortina 2026 das Tor der italienischen Para-Eishockey-Mannschaft gehütet.

Der Grödner Julian Kasslatter hat sich bei den Paralympischen Spielen Mailand Cortina 2026 den Traum von Winterspielen zu Hause erfüllt: „Viele Opfer sind dafür nötig, aber es macht sich bezahlt.“

aktiv zu sein. „Es war ein Freund von mir, der mich im Alter von 10 Jahren zum Para-Eishockey gebracht hat. Das Schönste daran ist, dass man diese Passion mit Teamkollegen, die zu Freunden werden, teilen kann, dabei gemeinsam unterwegs ist und neue Orte und Kulturen kennenlernt“, schwärmt der Hockeytorhüter. Dafür trainiere er mit seinem Team viermal wöchentlich, auf dem Eis, aber auch in der Halle: „Wenn man auf einem hohen Level mitspielen will, muss das sein.“

Sport hat die wunderbare Eigenschaft, (körperliche) Einschränkungen zu überwinden und in mentale Stärke umzuwandeln – und dabei ganz automatisch soziale Inklusion zu ermöglichen. Einer, der dies selbst erlebt hat, ist Julian Kasslatter, Mitarbeiter der ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion und Teilnehmer der jüngsten „Heim“-Paralympics in Mailand und Cortina. „Es war nicht immer einfach, weil ich in den vergangenen zwei Jahren insgesamt nur einen Monat Zeit für Erholung hatte“, erzählt Julian. In Mailand musste er sich als Torhüter der italienischen Para-Eishockey-Mannschaft mit den besten Spielern dieser Sportart messen.

„Dies waren nach Peking 2022 meine zweiten Paralympics, die mir vor allem wegen des heimischen Publikums ganz besonders in Erinnerung bleiben werden: Von der Eröffnungszeremonie in der Arena von Verona über die 9.000 Zuschauer auf der Tribüne bei unserem Debüt gegen die USA bis hin zur Anerkennung, die wir generell erhalten haben: Diese Momente werden immer in meinem Herzen bleiben“, sagt Kasslatter.

Sport und Leidenschaft. Julian ist mit einer körperlichen Einschränkung am Bein geboren, was ihn aber nicht daran gehindert hat, sportlich

Am spannendsten sei das Spiel gegen die USA gewesen, erinnert sich Julian Kasslatter: „Sie waren und sind die amtierenden Goldmedaillen-Sieger, das Team besteht aus Profisportlern und spielt auf einem extrem hohen Niveau, was auch am Ergebnis (14:2, A.d.R.) gegen uns ersichtlich ist. Aber in diesem Spiel habe ich ganz bewusst die Begeisterung und die Nähe des Publikums wahr- und mitgenommen.“ Jetzt konzentriere er sich wieder auf seinen Alltag, auf seinen Sohn Jannik und auf den Umzug nach Bozen, der noch in diesem Jahr ansteht. „Jugendlichen mit einer Behinderung gebe ich immer den Tipp, niemals aufzugeben und immer an sich zu glauben: Der Sport kann dabei sehr viel geben, wenngleich damit auch Opfer verbunden sind. Denn jetzt, nach den Spielen, genieße ich dieses Jahr besonders, und zwar ganz ohne an den monatlichen Kampf gegen die Waage zu denken – so wie in den vergangenen beiden Jahren“, erzählt Julian lachend. tl/ck

Foto: Julian Kasslatter

Unsichtbare Behinderungen erkennen

Nicht alles ist sichtbar. Aber alles ist spürbar. Das Land Südtirol fördert Maßnahmen für mehr

Aufmerksamkeit für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen.

Das Land Südtirol sensibilisiert für mehr Bewusstsein und Inklusion für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen, wie zum Beispiel Autismus.

Manche Herausforderungen sieht man nicht. Und doch sind sie jeden Tag da. Menschen mit unsichtbaren Behinderungen haben sich diesen Herausforderungen täglich zu stellen, und da sie nicht ersichtlich sind, kann es schnell zu Überforderungen kommen. Oft erfahren diese Menschen weniger Verständnis als beispielsweise jemand, der sich mit einem Rollstuhl fortbewegt. Das liegt daran, dass ihre Beeinträchtigungen für viele nicht greifbar sind.

Ein voller Bus, ein hektischer Supermarkt, ein belebter Bahnhof, eine lange Warteschlange: Situationen wie diese verlangen ihnen oft mehr Kraft ab. Reaktionen, die für andere ungewöhnlich erscheinen, sind häufig Ausdruck von Stress oder Überforderung, nicht von Unhöflichkeit oder Desinteresse. Was es braucht: einen Moment mehr Geduld, ein wenig mehr Verständnis, einen respektvoller Blick statt vorschneller Bewertung. Das kann den Unterschied machen.

Anders wahrnehmen, anders reagieren. Autismus ist eine dieser oft nicht sichtbaren Behinderungen. Viele Betroffene reagieren sensibler auf Reize, brauchen klare Strukturen oder mehr Zeit, um Situationen zu verarbeiten. Auch andere unsichtba-

re Beeinträchtigungen wie chronische oder psychische Erkrankungen oder das Fatique Syndrom bringen ähnliche Herausforderungen mit sich.

Im Alltag führt das oft zu Missverständnissen gegenüber Menschen mit unsichtbaren Behinderungen. Verhalten wird vorschnell bewertet, Situationen falsch eingeordnet. Dabei geht es selten darum, dass die Personen sich so verhalten wollen, sondern vielmehr um individuelle Möglichkeiten und Grenzen.

Hinsehen, zuhören, Respekt zeigen. Das Land Südtirol setzt ein Zeichen für mehr Bewusstsein und gegenseitigen Respekt. Denn nur wer versteht, kann auch unterstützen. Unsichtbare Behinderungen brauchen keine Rechtfertigung, sondern Akzeptanz. Um Situationen besser einordnen zu können, gibt es unterschiedliche Ansätze und Hilfsmittel.

Dazu gehört auch das sogenannte Sonnenblumenband, ein freiwilliges Symbol, das international verwendet wird, um auf eine unsichtbare Behinderung hinzuweisen. Es kann helfen, Bedürfnisse sichtbar zu machen, ohne dass Betroffene sich erklären müssen. Vor allem aber lenkt es den Blick auf

ein zentrales Thema: Nicht jede Einschränkung ist auf den ersten Blick erkennbar.

„Unsichtbare Behinderungen werden im Alltag oft übersehen. Umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft lernen, genauer hinzusehen und mit mehr Verständnis zu reagieren. Respekt und Aufmerksamkeit sind dabei der Schlüssel zu echter Teilhabe“, betont Rosmarie Pamer, Landesrätin für Menschen mit Behinderungen.

Geplant sind gezielte Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema unsichtbare Behinderungen. Dazu zählen Weiterbildungsangebote für Fachpersonal und öffentliche Dienste sowie die Unterstützung von Organisationen bei der Erstellung und Verbreitung von Informationsmaterial zum Thema unsichtbare Behinderungen. Ziel ist es, Wissen zu stärken, Verständnis zu fördern und Barrieren im Alltag abzubauen. kf

Alle Infos zum Thema Autismus

Foto: Claudia Corrent

Die Datensammler

Sie sehen Trends bereits, wenn sie im Anrollen sind. Sie schlagen Alarm, wenn Werte nach oben oder unten ausschlagen. Und sie prüfen, ob gesetzte Maßnahmen erfolgreich waren: Die Rede ist von den Datenexperten der Arbeitsmarktbeobachtung des Landes.

Rund eine halbe Million Meldungen zu Arbeitsverträgen trudeln im Schnitt jährlich in der Abteilung Arbeitsmarktservice im Landhaus 12 in Bozen ein. Unvorstellbar, wenn diese Datenmenge heute noch händisch eingegeben werden müsste. Von der Digitalisierung hat die Arbeitsmarktbeobachtung (AMB) – wie viele andere Ämter – stark profitiert. „Die Zeitreihe unserer Daten reicht über 25 Jahre zurück. Seit 2009 registrieren wir den Abschluss neuer Arbeitsverträge, Veränderungen daran und das Auflösen von Arbeitsverhältnissen ausschließlich auf elektronischem Wege“, berichtet Walter Niedermair. Gemeinsam mit Antonio Gulino, Friedl Brancalion, Thomas Benelli und Werner Pramstrahler hat er die Entwicklungen auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt genau im Blick – Tag für Tag und Monat für Monat.

Neben dem Monitoring der Beschäftigung sind auch die Arbeitslosenzahlen und die offenen Stellen wichtige Indikatoren zur Beurteilung des Arbeitsmarkts. „Neben diesen Quellen stützen wir unsere Analysen auch auf Daten des Schulinformationssystems. Zum Beispiel dann, wenn wir untersuchen, welchen beruflichen Weg Maturantinnen und Maturanten oder Absolventinnen und Absolventen von Berufsschulen einschlagen“, schildert Niedermair. Nur wenn diese Informationen vorliegen, können daraus auch wichtige Schlüsse gezogen werden: So zeigt sich etwa, dass Menschen mit Mittelschulabschluss zwar nur rund sechs Prozent der Erwerbstätigen ausmachen, unter den Arbeitslosen jedoch rund 40 Prozent diesen Bildungsgrad vorweisen.

„Alles, was messbar ist, können wir rasch erkennen, zum Beispiel die Veränderungen am Arbeitsmarkt, die der WaltherPark in Bozen mit sich gebracht hat.“

Walter Niedermair

Arbeitsmarktbeobachtung in der Landesabteilung Arbeitsmarktservice

Aktive Arbeitsmarktpolitik. Ergebnisse wie diese können Anlass dafür sein, dass Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik eingesetzt werden, etwa Ausbildungsprogramme für arbeitslose Personen oder die Intensivierung der Arbeitsvermittlung. Insofern ist die Arbeitsmarktbeobachtung auch jene Stelle, die problematische Entwicklungen frühzeitig erkennen und Wegweiser für die Politik sein kann. „Generell sollten sich arbeitsmarktpolitische Entscheidungen stark auf Daten stützen“, finden die Mitarbeiter. Durch das Verknüpfen existierender Verwaltungsdatenbanken komme man zu interessanten Ergebnissen. Diese Art der Analyse könne außerordentlich spannend sein, berichten die Experten. So werden zum Beispiel Einkommensentwicklung und Berufe in Relation gesetzt oder aber die Pendlerbewegungen auf dem Arbeitsmarkt.

„Wir haben all jene Südtiroler und Südtirolerinnen, die sich entschlossen haben, unser Land zu verlassen, nach den Gründen dafür befragt“, erklärt Walter Niedermair. Denn die Abwanderung – vor allem von Arbeitskräften – wird für das Land Südtirol immer mehr zum Problem. Die Arbeitsmarktexperten erwarten sich interessante Erkenntnisse, die die Basis dafür bilden, dass die Politik gegensteuern kann.

„Alles, was messbar ist, können wir rasch erkennen, zum Beispiel die Veränderungen am Arbeitsmarkt, die das Einkaufszentrum WaltherPark in Bozen mit sich gebracht hat“, verweist Niedermair auf eine der jüngsten Analysen. Die Beschäftigung im Bozner Einzelhandel sei dadurch merkbar gestiegen und zahlreiche Arbeitslose haben in den Geschäften eine Arbeit gefunden.

◀ Sie sammeln, analysieren und verwalten sämtliche Daten, die den Südtiroler Arbeitsmarkt betreffen: Abteilungsdirektor Stefan Luther (im Bild von links), Friedl Brancalion, Walter Niedermair, Thomas Benelli, Werner Pramstrahler (es fehlt Antonio Gulino).

Spannende Datenanalyse. Brandaktuelle Themen wie die Beweggründe für die Abwanderung aus Südtirol stehen ebenso im Fokus. Dazu läuft gerade eine Befragung, die nicht nur numerische, sondern auch qualitative Daten liefern soll, um den Gründen für die Abwanderungstendenz auf den Grund zu gehen.

Zahlreiche Publikationen. Themen wie diese verarbeitet die Arbeitsmarktbeobachtung dann in ihren Publikationen: nämlich dem halbjährlichen Arbeitsmarktbericht, den monatlichen „Arbeitsmarkt news“ und der Publikation „Arbeitsmarkt in Kürze“, die am 4. jedes Monats einen Überblick über die

Die Arbeitsmarktbeobachtung veröffentlicht monatlich Publikationen, die die jüngsten Entwicklungen und Trends auf dem Arbeitsmarkt wiedergeben.

aktuelle Arbeitsmarktsituation gibt. Verfügbar ist auch ein tagesaktuelles Beschäftigungsmonitoring.

Besonders wichtig ist den Experten, dass die Arbeitslosenzahlen korrekt eingeordnet werden. Je nach Datenquelle ergeben sich unterschiedliche Werte. „Unsere Kennzahl, die sogenannte Registerarbeitslosigkeit, umfasst alle Personen, die bei den Südtiroler Arbeitsvermittlungszentren offiziell als arbeitslos gemeldet sind“, erläutert das Team. Die Arbeitslosenquote des ASTAT hingegen basiert auf Umfragen und liefert international vergleichbare Daten – ein wichtiger Referenzwert. Während diese Quote derzeit bei knapp 2 Prozent liegt, beträgt die Registerarbeitslosigkeit über 6 Prozent. Ein Wert, der Aufmerksamkeit erfordert und Handlungsbedarf signalisiert.

Durch einen erprobten Austausch mit dem Südtiroler Gemeindenverband sind die Daten der Arbeitsmarktbeobachtung auch georeferenziert: Sprich,

es ist eindeutig zuordenbar, wo die Beschäftigten wohnen und arbeiten. „Das ist auch für den Zivilschutz wichtig, denn im Katastrophenfall weiß dieser sofort, wo sich wie viele Personen aufhalten“, ergänzt Niedermair. Nicht zuletzt können dadurch auch detaillierte Auswertungen über die Grenzpendler gemacht werden, wie es bereits im Obervinschgau erfolgt ist.

Maßnahmen-Monitoring. Die AMB konzipiert Instrumente, mit denen die Wirksamkeit arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen erhoben wird. Damit lässt sich etwa sehr genau bewerten, ob Schulungen oder Vermittlungsinitiativen bei den Arbeitslosen auch wirklich wirksam waren.

Die derzeitige Wetterlage auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt beschreiben die Experten als sonnig bis leicht bewölkt: Die Beschäftigung wächst, aber nicht in allen Sektoren; die Arbeitslosenquote steigt, vor allem bei den nicht in Südtirol ansässigen; mehr als drei von vier Neuangestellten kommen aus

dem Ausland. Der Arbeitnehmende findet Bedingungen vor, die so günstig sind, wie schon lange nicht mehr, denn der Arbeitskräftemangel ist querbeet spürbar. All dies sind Erkenntnisse, die nur durch eine effiziente und aufmerksame Arbeitsmarktbeobachtung möglich werden und die Arbeitnehmenden, Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen sowie der Politik gleichermaßen nützlich sind.

Südtirols Arbeitsmarkt in Zahlen

Grenzenlose Jobsuche in der Euregio

Jobs in ganz Tirol, Südtirol und Trentino anbieten und finden, ohne drei verschiedene Portale zu konsultieren: Dank der Euregio-Jobbörse ist dies seit kurzem Realität.

Jobsuche und Jobangebot in Tirol, Südtirol und im Trentino: Dank Euregio-Jobbörse ohne Grenzen möglich.

Wer von Südtirol aus Jobs in Tirol oder im Trentino sucht, kann dies seit 27. April viel einfacher als bisher tun. Gleiches gilt für Arbeitgeber aus Südtirol, die offene Stellen in den Nachbarländern anbieten möchten.

Das gemeinsame Projekt Euregio-Jobbörse macht dies möglich. Darin tauschen die drei zuständigen Arbeitsmarktservices in Tirol, Südtirol und im Trentino ihre Jobangebote über ihre bestehenden Jobportale aus. Somit kann man in der gesamten Euregio problemlos und grenzübergreifend nach Arbeit suchen oder offene Arbeitsstellen ausschreiben.

So funktioniert es: Unter „alle jobs“ des Arbeitsmarktservice Tirol, der „eJobBörse“ des Arbeitsmarktservice des Landes Südtirol und unter „Trentino Lavoro“ können Arbeitssuchende ebenso wie Arbeitgeber in das Portal des jeweiligen Landes einsteigen.

Die Suche nach einem grenzüberschreitenden Job gestaltet sich besonders einfach. Nutzerinnen und Nutzer

können entweder den gewünschten Arbeitsort oder den entsprechenden Bezirk – beispielsweise eine Talschaft –eingeben. Über eine einheitliche Suchfunktion werden automatisch auch Stellenangebote im jeweils anderen Landesteil angezeigt.

Beispielsweise bietet das AMS Tirol bereits eine Umkreissuche an: Jobs, die innerhalb eines Radius von 20 Kilometern um Sillian gesucht werden, umfassen damit automatisch auch Stellen in Innichen. Eine Distanzsuche, die verschiedene Verkehrsmittel beinhaltet, wird bis Ende des Jahres in der Südtiroler eJobBörse implementiert werden.

Für die Betriebe gibt es keinen Mehraufwand: Wer ein Jobangebot schaltet, wird automatisch für die grenzüberschreitende Suche freigeschaltet. Die Suche funktioniert auf allen drei beteiligten Portalen nach den bereits etablierten Logiken, sodass gewohnte Nutzeroberflächen unverändert bleiben.

Freigeschaltet wurde die Online-Funktion am 27. April vom Euregio-Präsidenten und Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle, dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher und dem Trentiner Landeshauptmannstellvertreter Achille Spinelli. Kurz vor dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, zeigten sie sich überzeugt, dass die Euregio-Jobbörse den Arbeitsmarkt in den jeweils anderen Ländern sichtbarer machen wird. Zudem erwarten sie sich eine höhere Reichweite von Stellenausschreibungen, mehr Mobilität der Arbeitskräfte und eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit. gst

Jobsuche oder Jobangebot? Direkt loslegen auf der eJobBörse

Infos zur Euregio-Jobbörse auf der Euregio-Website

Grafik: Euregio

Wie der Südtirol Guest Pass funktioniert

Wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig - das will der Südtirol Guest Pass sein. Von der EU wurde er unter 960 Bewerbungen als bestes europäisches Mobilitätsprojekt ausgezeichnet.

Foto: Ivan Brentegani

Beim Südtirol Guest Pass handelt es sich um eine Vorteilskarte: Gäste, die in einer Beherbergungsstätte in Südtirol übernachten, erhalten automatisch einen digitalen Pass, mit dem sie unbegrenzten Zugang zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im Land Südtirol haben. Der Pass wird vor Anreise via E-Mail übermittelt und gilt für die gesamte Aufenthaltsdauer. Die Zahlen sind positiv: 5,5 Millionen Südtirol Guest Passes wurden im Jahr 2025 in Südtirol aktiviert. 95 Prozent aller Beherbergungsbetriebe im Land sind dem Guest-Pass-System beigetreten. Und das, obwohl die Teilnahme am Südtirol Guest Pass für die Betriebe freiwillig ist.

Wer bezahlt das? Der Guest Pass ist im Übernachtungspreis inbegriffen wird durch einen Mobilitätsbeitrag pro Gast und Übernachtung finanziert. Dieser Beitrag wird unabhängig davon erhoben, ob die öffentlichen Verkehrsmittel tatsächlich genutzt werden oder nicht. Die durch den Guest Pass generierten Einnahmen sind auf rund 20 Millionen Euro pro Jahr gestiegen,

„Das ist die Zukunft, die wir uns für den Verkehr in Europa wünschen: nutzerorientiert, nachhaltig und für alle zugänglich.“

Apostolos Tzitzikostas

EU-Kommissar für nachhaltigen Tourismus und Verkehr

was etwa einem Drittel aller Fahrgeldeinnahmen des öffentlichen Nahverkehrs in Südtirol entspricht. Die Mittel werden in Südtirols Mobilität reinvestiert, um das Angebot an Bussen und Zügen zu verbessern und auszuweiten. Auch weitere Vorteile habe der Südtirol Guest Pass, heißt es aus dem Ressort für Infrastrukturen und Mobilität des Landes: Er sorge für eine bessere Auslastung des öffentlichen Verkehrs, denn Urlaubsgäste nutzen verstärkt die ruhigeren Tageszeiten im öffentlichen Verkehr, während zu Stoßzeiten vor allem Pendlerinnen und Pendler und Schülerinnen und Schüler unterwegs sind. Gleichzeitig nehme der Individualverkehr ab, da Touristen vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.

Für dieses innovative Modell, das den öffentlichen Nahverkehr direkt in das touristische Erlebnis integriert, wurde das Land Südtirol ausgezeichnet: Der Südtirol Guest Pass setzte sich im März in Brüssel im Rahmen der Mobility Action Awards 2025 der Europäischen Kommission gegen mehr als 960 eingereichte Projekte durch

und wurde als bestes europäisches Mobilitätsprojekt prämiert.

Der Mobility Action Award. Bei der Preisverleihung erklärte der EU-Kommissar für nachhaltigen Tourismus und Verkehr Apostolos Tzitzikostas: „Der Südtirol Guest Pass zeigt, dass Mobilität inklusiv sein und den Alltag verbessern kann. Das ist die Zukunft, die wir uns für den Verkehr in Europa wünschen: nutzerorientiert, nachhaltig und für alle zugänglich.“

Der Preis würdigt europaweit innovative Initiativen, die einen messbaren Beitrag zu nachhaltiger Mobilität, zur Reduktion von Verkehrsbelastungen sowie zur Verbesserung der Lebensqualität leisten. Die Direktorin der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission Magda Kopczyńska betonte ihrerseits: „Mit dem European Mobility Award werden Orte wie Südtirol ausgezeichnet, die gute und innovative Ideen mit Engagement und Begeisterung vorantreiben, um nachhaltige Mobilität einfacher und für alle zugänglich zu machen.”

◀ Der Südtirol Guest Pass wurde im Rahmen der Mobility Action Awards 2025 der Europäischen Kommission als bestes europäisches Mobilitätsprojekt ausgezeichnet.

Der Südtirol Guest Pass ist eine gemeinsame Initiative von privaten Partnern und öffentlicher Hand: Dabei arbeiten das Mobilitätskonsortium Südtirol (MoKo), das das System auf technischer Ebene verwaltet, der Landesverband der Tourismusorganisationen Südtirols (LTS), technische Schnittstelle zwischen den Beherber-

gungsbetrieben und dem Guest-PassSystem, IDM Südtirol Alto Adige, das die Nutzung des Guest Passes bewirbt, der Hoteliers- und Gastwirteverband HGV, der die Beherbergungsbetriebe in die Initiative einbindet, sowie die STA-Südtiroler Transportstrukturen AG als Betreiberin des öffentlichen Nahverkehrs in Südtirol zusammen.

Vernetzt und sicherauch im Tunnel

Eine neue Technologie ermöglicht die störungsfreie Mobilfunkabdeckung entlang der wichtigsten Verkehrsachsen und in abgelegenen Orten Südtirols.

Das Land Südtirol installiert moderne, verteilte Antennensystemen (DAS), um auch in den Tunnels den Mobilfunkempfang zu gewährleisten. Die neue Technologie soll es möglich machen, überall die einheitliche Notrufnummer kontaktieren zu können.

Oft ist das Mobiltelefon der einzige Kommunikationskanal, der im Notfall schnell zur Verfügung steht: Gerade deshalb ist es wichtig, dass dieser auch auf entlegenen Strecken oder in Tunnels, wo der Empfang schwach ist, funktioniert. Deshalb hat das Land Südtirol mit der Installation von verteilten Antennensystemen (DAS) begonnen, um den Mobilfunkdienst aufrecht zu erhalten.

Die DAS-Geräte befinden sich im Eigentum des Landes Südtirol und werden den Mobilfunkbetreibern gegen ein jährliches Entgelt zur Verfügung gestellt.

Stabile Signalqualität. Eine der wichtigsten technologischen Neuerungen betrifft die Art der Signalübertragung: Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zwischen den in den Tunneln installierten DAS-Anlagen und den Basisstationen (BTS) der Mobilfunkbetreiber gewährleisten eine stabile Signalqualität – unabhängig von der Netzabdeckung in der Umgebung des Tunnels, erklärt das Ressort für Hochbau das Projekt.

Bei den bisherigen Systemen hing das Signal im Tunnel von der Qualität des extern verfügbaren Signals ab. Das führte dazu, dass in Gebieten mit schwacher Abdeckung auch im Tunnel oft kein ausreichendes Signal vorhanden war. Mit der neuen Technologie kann eine deutlich zuverlässigere Verbindung garantiert werden.

„Die Mobilfunkabdeckung in Tunnels zu gewährleisten bedeutet, das Sicherheitsniveau für Bürgerinnen und Bür-

ger und Gäste, die täglich unser Straßennetz nutzen, konkret zu erhöhen“, betont Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi. „Priorität haben Strecken mit besonders hohem Verkehrsaufkommen und Orte, wo die Empfangsprobleme am größten sind.“

Installationsarbeiten 2026 und 2027. Auf den Hauptverkehrsachsen sollen die Arbeiten bereits innerhalb des Jahres 2026 abgeschlossen sein. Das erste Baulos betrifft Eingriffe auf den wichtigsten Verkehrsachsen des Landes: Die Arbeiten konzentrieren sich auf das Pustertal, das Sarntal, das Schnalstal, die MeBo sowie auf den Brennerkorridor zwischen Bozen und Brixen. Das zweite Baulos umfasst dann das sekundäre Landesstraßennetz. Mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 1,95 Millionen Euro werden neue Antennenanlagen in zahlreichen Tunnels in den Gemeinden Hafling, Abtei, Karneid, Deutschnofen und St. Pankraz realisiert. Diese Eingriffe beginnen Anfang des Jahres 2027. ee/pir

Foto: LPA

Franz Vittur pea do l pest Merit Ladin 2026

L unerà ie stat l prim ntendënt de scola ladin.

Na vita al servisc dla scola y dla cultura ladina.

L unerà dl pest Merit Ladin 2026

Franz Vittur. L retrat va de reviers al scumenciamënt dl 2025.

Te si mutivazion auza la giuria de esperc ora: "Coche prim ntendënt ladin, te n mumënt storich dezisif, à Franz Vittur crià y svilupà inant la fundamëntes dl'istruzion ladina d'al didancuei. Cun vijion y costanza ti al dat la drëta direzion ala strutures dirigenzieles y aministratives dla scola ladina, y à defendù cun gran cunvinzion l model de scola paritetich, che vën al didancuei udù coche ejëmpl per l'istruzion plurilinguela a livel nternaziunel. Sëuraprò se al dat da fé te deplù manieres per renfurzé la rujeneda y la cultura ladina y à dat n cuntribut cuncret per la defendura di dërc dla mendranza ladina."

prutagonist culturel", njonta l diretëur dl Departimënt Scola y Cultura ladina André Comploi: "L pest recunësc la grandëza de si opra de vita y ulëssa vester tl medemo mumënt n ejëmpl y na sburdla per l mpëni al servisc dla furmazion, dla rujeneda y dla cultura ladina."

L segondo purtadëur dl Merit Ladin ie tler: la giuria de esperc se à pronunzià a una per l ex ntendënt dla scoles ladines, Franz Vittur. A ti sëurandé l pest sarà l assessëur per la Furmazion y Cultura ladina, Daniel Alfreider. La giuria de esperc fova metuda adum da André Comploi, diretëur dl Departimënt Scola y Cultura ladina, Irene Prinoth, diretëura dl Istitut Cultural Ladin Micurá de Rü, Katharina Moling, diretëura dl Museum Ladin Ciastel de Tor, Denni Dorigo, diretëur dl Istitut Cultural Ladin Cesa de Jan, y Paul Videsott, diretëur dla Sezion ladina dla Facultà de Scienzes dla Furmazion dla Università Liedia de Bulsan.

L assessëur provinziel per la Furmazion y Cultura ladina, Daniel Alfreider, sotrissea: "Franz Vittur, cun si passa 50 ani de prejënza ativa tla istituzions de scola ladines, à reprejentà n pont de referimënt segur, fërm y cumpetënt per dut l mond dla istruzion y dla furmazion. Na persona ispireda, lezitënta y davierta, à Vittur for cris la streda dl dialogh y dla cunlaurazion, ne lascian mei do i valores dla unestà, dla prufesciunalità y dla inclujion. Sce la scola ladina ie al didancuei l'ana y la garanzia dl'identità y dla cultura de nosta cumenanza, ti va l majer merit dessegur a Vittur, a chël che ti sporje mi rengraziamënt y mi amirazion."

"Franz Vittur ne à nia mé giaurì stredes nueves te si funzions prufesciuneles y istituzioneles, ma l à nce purtà pro ala vijibltà y ala valorisazion dla rujeneda ladina nce coche autëur y

Cuncors artistich Ert X Merit Ladin. L pest Merit Ladin ti vën sëurandat ufizialmënter a Franz Vittur tla forma de n documënt reprejentatif da pert dla Provinzia de Bulsan. Paralelamënter à la Lia di Artisć y dla artistes de Südtirol metù a jì l cuncors artistich Ert X Merit Ladin, n cunlaurazion cun la Direzion Scola y Cultura ladina. L'opra d'ert crissa ora da na giuria de esperc unirà prejenteda tl cheder dl Di dla cultura ladina ai 19 de setëmber, a Urtijëi, y sëurandata al unerà Franz Vittur. mac/tk

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Foto: Carlo Suani

Risk Report 2025 liegt vor

Der Risk Report 2025 ist in Zusammenarbeit des Landeswarnzentrums der Agentur für Bevölkerungsschutz mit dem Landesamt für Geologie und Baustoffprüfung entstanden.

Basis des Risikomanagements. Südtirol ist ein Gebiet, das seit jeher von Naturereignissen wie Massenbewegungen, Überschwemmungen, Murgängen und Lawinen bedroht wird. „Die hydrogeologische Risikoanalyse zielt darauf ab, das Ausmaß und die territoriale Verteilung potenzieller Schäden durch Naturgefahren abzuschätzen. Die Analyse zeigt, dass rund 145.500 Menschen – das sind 29 Prozent der Südtiroler Bevölkerung - in Zonen mit hydrogeologischen Gefahren leben“, sagt der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger. Von diesen 29 Prozent lebt ein Anteil von zwei Prozent in Zonen mit sehr hoher Gefahr (rote Gefahrenzonen), die restlichen 27 Prozent verteilen sich auf Zonen

im Biologischen Labor in Leifers verschiedenste Analysen durch.

mit hoher Gefahr (blaue Gefahrenzonen) und mittlerer Gefahr (gelbe Gefahrenzonen). Die meisten sind dabei von Wassergefahren betroffen: 126.200 Personen leben in Zonen mit Wassergefahren, 14.097 Menschen in Gefahrenzonen mit Massenbewegungen und 4160 in Zonen mit Lawinengefahr. Im nun vorliegenden Risk Report 2025 findert sich auch ein Überblick über die Gefahrenzonenpläne, die die Grundlage für Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung und Bewältigung hydrogeologischer Risiken bilden. mac

Risk Report 2025

Biologisches Labor feiert Geburtstag

50 Jahre. Das Biologische Labor der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz in Leifers feiert am 21. Mai 2026 mit einem Tag der offenen Tür am Sitz in der Unterbergstraße 2 in Leifers sein 50-jähriges Bestehen. Direktorin Alberta Stenico und ihr Team laden im Garten an sieben interaktiven Stationen zu spannenden Einblicken in die vielfältige Tätigkeit des Biologischen Labors ein: So analysieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter anderem die Qualität der Südtiroler Badegewässer, erheben das Vorkommen der Tigermücke in Südtirol, sind für den Polleninformationsdienst des Landes verantwortlich, führen mikrobiologische Analysen von Trinkwasser und molekularbiologische Analysen von Abwasser durch und noch vieles mehr. mpi

Tag der offenen Tür

Donnerstag, 21. Mai 2026 von 14 bis 18 Uhr Biologisches Labor, Unterbergstraße 2, Leifers

Rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen
Foto: Greta Stuefer
Foto: Landeswarnzentrum

Termine rechtzeitig vormerken

180 Tage Zeit für Terminvormerkung. Ein Rezept vom Arzt – und dann erst einmal liegen lassen? Das kann Folgen haben. Wer eine Untersuchung, Therapie oder andere Leistung verschrieben bekommt, muss innerhalb von 180 Tagen einen Termin vormerken. Passiert das nicht, verfällt die Verschreibung. Die Leistung muss dann neu ausgestellt werden. Oft gibt es dafür dann eine neue Wartezeit. Der

Naturparkhäuser wieder geöffnet

Ziel der Naturparkhäuser ist es, die Besonderheiten der Südtiroler Naturparks aufzuzeigen. Im Bild das Naturparkhaus Texelgruppe in Naturns.

Südtiroler Sanitätsbetrieb erinnert daran, dass diese Frist nur die Vormerkung, nicht die Abwicklung der Leistung betrifft. Der Termin selbst kann auch später stattfinden. Entscheidend ist nur, dass der Termin rechtzeitig reserviert wird. Wer eine Verschreibung erhält, sollte also möglichst bald einen Termin vereinbaren. So bleibt die Verschreibung gültig und unnötige Verzögerungen lassen sich vermeiden. san

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb erinnert daran, innerhalb von 180 Tagen nach Verschreibung die Leistung vorzumerken. Der Termin selbst kann später stattfinden.

Vielfalt der Natur erleben. Die sieben Besucherzentren der Südtiroler Naturparks starten mit einem bunten Programm in die Sommersaison. Seit dem 5. Mai sind neben den Naturparkhäusern Texelgruppe, Trudner Horn und Schlern-Rosengarten auch die Naturparkhäuser Rieserferner-Ahrn, Drei Zinnen, Fanes-Sennes-Prags und Puez-Geisler für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Jedes der sieben Häuser wartet mit einer neuen Sonderausstellung auf. Daneben gibt

Euregio-Kalender sucht Fotos

Jährlich lockt der Euregio-Kalender: Bis 14. Juni 2026 können Bürgerinnen und Bürger aus Tirol, Südtirol und dem Trentino ihre Fotos für die Ausgabe 2027 einschicken. Anschließend wählt eine Jury die besten Schnappschüsse aus Natur und Landschaft, Tradition und Moderne, Personen und Orten des Euregio-Gebietes für die Titelseite und Monatsblätter aus. Das Ergebnis ist in seiner Vielfalt jedes Jahr einzigartig und begehrt. Im Herbst 2026 werden

es wieder verschiedenste Informations- und Veranstaltungsangebote wie die beliebten Kinderwerkstätten. Der Eintritt ist frei, und auch alle Veranstaltungen sind kostenlos zugänglich. mpi

Infos zu den Naturparkhäusern

die Gewinnerinnen und Gewinner zur Kalendervorstellung eingeladen.

Wer Inspiration sucht, kann die Wanderausstellung „10 Jahre Euregio-Kalender“ bis Mitte Juli auf ihren letzten Stationen in Revò, Bozen und Brixen besichtigen. gst

Infos zu Wettbewerb und Wanderausstellung

Foto: Aldo Amoretti
Euregio-Kalender (im Bild 2026): Jährlich im Wand- und Tischformat erhältlich.
Foto: Claudia Corrent

Sprachen bringen uns weiter… beginnen wir jetzt!

Im Multisprachzentrum Bozen und in der Sprachenmediathek Meran lernt man nicht nur Sprachen… sondern man lebt sie auch!

Das Multisprachzentrum Bozen und die Sprachenmediathek Meran sind zwei öffentliche Bibliotheken, die sich dem autonomen Sprachenlernen verschrieben haben und das auf eine flexible und kreative Weise. Mehr als 30.000 Titel in über 20 Sprachen stehen in den Regalen und decken eine große Bandbreite an Niveaus und Kompetenzen ab. Es gibt Materialien für alle Altersgruppen, Anforderungen und Lernstile: von Grammatikübungen, über Sprachkurse bis hin zu Comics, TV-Serien und Videospielen,

denn Lernen soll auch Vergnügen bereiten. In der Kinderecke befinden sich Bücher, Spiele, Lieder-CDs und Zeichentrickfilme. Ob man sich auf die Zweisprachigkeitsprüfung oder ein anderes Sprachzertifikat vorbereitet, seinen Wortschatz erweitern will, einen Film in Originalsprache ansehen oder einfach in einer anderen Sprache sprechen möchte – in beiden Zentren findet man all diese Möglichkeiten und viele weitere Wege, die eigenen Sprachkenntnisse auszubauen.

Sprachlernberatung

Das Angebot umfasst Beratungsgespräche zum autonomen Sprachenlernen und zur Vorbereitung auf Sprachprüfungen. Die halbstündigen Sitzungen sind individuell zugeschnitten und kostenlos. Eine Anmeldung im Voraus ist notwendig. Pro Jahr können die Eingeschriebenen des Multisprachzentrums und der Sprachenmediathek vier Gesprächstermine für jede angebotene Sprache in Anspruch nehmen.

Conversation

Club

Das Multisprachzentrum Bozen und die Sprachenmediathek Meran bieten moderierte Konversationsgruppen in mehreren Sprachen an. Zudem gibt es einen englischsprachigen „Book Club“, der zweimal im Monat stattfindet und wo gemeinsam literarische Texte gelesen und diskutiert werden. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich. Voraussetzung ist das Sprachniveau B1.

informativi sui soggiorni studio all’estero.

linguistiche. L’offerta si completa con incontri

mi di bilinguismo e alle diverse certificazioni

mento autonomo, per la preparazione agli -esa

conversazione e consulenze per -l’apprendi

per l’ascolto e pc con accesso a siti internet selezionati. Vengono inoltre offerti incontri di

te in sale studio attrezzate con postazioni

Le risorse possono essere anche -consulta

Il prestito dei materiali e i servizi sono gratuiti.

Lingue e servizi

DEU ITA
ITA DEU
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Le lingue ti portano lontano… parti da qui

Il Centro Multilingue di Bolzano e la Mediateca

Multilingue di Merano sono due luoghi dove le lingue non si studiano soltanto… si vivono!

Il Centro Multilingue sorge in via dei Cappuccini 28 a Bolzano

Il Centro Multilingue di Bolzano e la Mediateca Multilingue di Merano sono due biblioteche pubbliche, dedicate a chi desidera imparare le lingue in modo autonomo, creativo e flessibile. Sono disponibili al prestito oltre 30.000 titoli in più di 20 lingue, organizzati in isole linguistiche e suddivisi per livelli e competenze.

Le proposte sono adatte a tutte le età,

esigenze e stili di apprendimento: si va dalle grammatiche ai corsi di lingua, dai fumetti alle serie TV fino ai videogiochi, perché imparare divertendosi è fondamentale. Anche i bambini e le bambine hanno uno spazio dedicato, il Kids Corner, dove possono avvicinarsi alle lingue con libri, giochi, canzoni e cartoni animati.

Che si tratti di prepararsi all’esame di

Apprendimento inclusivo

Ci sono tanti modi per imparare una lingua e per chi ha un disturbo specifico dell’apprendimento o un altro tipo di difficoltà, sono necessari accorgimenti e strategie che rendano i processi di apprendimento e i materiali didattici più inclusivi e accessibili. Il Centro Multilingue offre una collezione di risorse e materiali, cartacei e digitali, utili per l’apprendimento linguistico per persone con bisogni educativi speciali.

bilinguismo, ottenere una certificazione linguistica, arricchire il proprio vocabolario, guardare un film in lingua originale o semplicemente praticare la conversazione, nei due Centri non mancano le opportunità per intraprendere un affascinante viaggio tra le lingue.

Bibliothek mit Zeitungen und Zeitschriften in 50 Sprachen konsultieren.

Zugang zu einer Online Plattform- mit Kursen in fünf Sprachen auf verschiedenen Niveaus, die flexibel und ortsunabhängig absolviert werden können. Außerdem können sie eine Online-

Benutzer/innen der Zentren erhalten zusätzlich

Die Mitarbeiter/innen des Multisprachzentrums und der Sprachenmediathek recherchieren laufend und sammeln Links von Webseiten, Podcasts und kostenlosen Videos für das Erlernen von Sprachen. Diese -Onlineressour cen sind nach Sprache und Inhalt aufgelistet und können jederzeit aufgerufen werden.

Onlineressourcen und Katalog

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Foto:
Elisa
Cappellari

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