BOLZANO C.O.
6/2025 - DE
Die Zeitschrift des Landes Südtirol La revista dla Provinzia autonoma de Bulsan
Wenn Medizin Unterschiede macht Südtirol setzt auf eine geschlechterspezifische Medizin
Autonomie & Netzwerke Die Euregio-Vertretung in der EU-Hauptstadt Brüssel gibt es seit 30 Jahren
14
Innovation & Nachhaltigkeit Versorgung der Schutzhütten: Wenn die Limo mit der Drohne kommt
26
BEFUNDE MIT NUR EINEM KLICK ABRUFEN
Elektronische Gesundheitsakte
Ihr Gesundheitsverlauf immer griffbereit! GREIFEN SIE JETZT AUF IHRE EGA ZU! gesundheit.provinz.bz.it/ega Mit der EGA haben Sie jederzeit und überall Zugriff auf Ihre Gesundheitsinformationen – ganz einfach über SPID, die elektronische Identitätskarte (CIE) oder die in der Gemeinde aktivierte Bürgerkarte (Gesundheitskarte). Das spart Zeit, vermeidet Papierkram und erleichtert die Kommunikation mit dem medizinischen Fachpersonal. Mit dem Einverständnis der Bürgerinnen und Bürger kann auch das behandelnde medizinische Fachpersonal auf die in der Akte gespeicherten Informationen zugreifen. Besonders in Notfällen ermöglicht dies eine schnellere und gezieltere Versorgung. Die benutzerfreundliche Oberfläche macht die EGA auch für weniger technikaffine Personen leicht nutzbar. In den kommenden Monaten sind bedeutende Neuerungen und zusätzliche Funktionen geplant, welche die EGA noch leistungsfähiger und hilfreicher machen.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Integration mit dem landesweiten Vormerkungssystems „Sanibook“: Jetzt können Sie Ihre Facharzttermine direkt in der EGA vormerken bzw. verwalten – schnell, einfach und zentral.
nëus 6/2025
Inhalt
Editorial
1
2 Im Blick
Es ist ein Thema, das uns alle betrifft: die Gesundheit. Gerade in den kalten Wintermonaten beschäftigen uns tropfende Nasen, lästiger Husten, Fieber. Doch in der Titelstory dieses Heftes geht es um mehr: Wir gehen der grundsätzlichen Frage nach, wie Südtirol und sein Gesundheitswesen sich im Bereich der geschlechterspezifischen Medizin aufstellt. Viele mögen beim Begriff „Gendermedizin“ die Augen verdrehen. Fest steht, dass - wenn Medizin Unterschiede macht - eine gerechtere, individuellere und wirksamere Behandlung für viele Menschen möglich wird. Was das konkret für die Patientinnen und Patienten bedeutet, lesen Sie in dieser nëus ab Seite 8.
4 Panorama
Um Gesundheit geht es auch bei der Studie zu den Skiunfällen, die am Krankenhaus Brixen durchgeführt wurde. Wussten Sie etwa, dass erfahrene Skifahrer und -fahrerinnen sich häufiger und schwerer verletzen als Ungeübte? Das Wissen, welche typischen Verletzungen wann am häufigsten auftreten, hilft dem Krankenhausbetrieb in der Vorbereitung und besseren Planung der Ressourcen.
14 Autonomie & Netzwerke Seit 30 Jahren die „Hotline“ nach Brüssel
In der aktuellen Ausgabe ist aber nicht nur unser Wohlbefinden ein Thema. Wir werfen auch einen Blick über die Landesgrenzen hinaus in die EU-Hauptstadt Brüssel: Dort ist die Vertretung der Europaregion in der Rue de Pascal seit 30 Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Insider-Informationen und EU-Förder-Tipps. Ins Gebirge hingegen führen uns die Seiten 26 bis 28: Seit einiger Zeit werden zur Versorgung der Schutzhütten des Landes Cargo-Drohnen getestet – eine flexible und emissionsfreie Alternative zum Helikopter. Schließlich plaudern wir mit der ersten Landeshauptmannstellvertreterin Rosmarie Pamer, die seit 30 Jahren politisch aktiv ist. Lassen Sie sich von ihrer Begeisterung inspirieren, sich für andere einzusetzen. Und nicht zuletzt: Kommen Sie gesund und unfallfrei durch den Winter.
Monika Pichler Redaktion Landespresseamt
Abo-Service
6 Im Rückspiegel 8 Titelgeschichte Gesundheit individuell gesehen
18 Leben & Gemeinschaft Ski heil, statt Ski verletzt! 21 Ladinia 22 Arbeit & Wirtschaft "Schatzkarte" mit Sand und Kies 20 Jahre Südtiroler Qualitätszeichen 26 Innovation & Nachhaltigkeit Wenn die Limo mit der Drohne kommt 30 Service 32 Andersrum
nëus 6/2025
Foto: Greta Stuefer
2
nëus 6/2025
Im Blick
Im Blick
3
Ein besonderes Schmuckstück Vorsichtig setzt Giorgia Giovannini ihren Pinsel an das spätgotische Fresko. Die erfahrene Restauratorin der Firma Nerobutto hat an den Restaurierungsarbeiten am Eccel-Kreuzer-Haus in der Bozner Silbergasse mitgewirkt – und dabei so manchen Schatz ans Tageslicht geholt. Nicht nur die Fresken, das gesamte Haus ist nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt ein Schmuckstück geworden. Dort kann ab Frühjahr 2026 im Rahmen geführter Besichtigungen der jahrhundertealten Geschichte der Handelsstadt Bozen nachgespürt werden. In den ehemaligen Wohn- und Arbeitsräumen des Bozner Richters Josef Kreuzer findet zudem seine Kunstsammlung mit 1500 Werken eine würdevolle Bleibe. Beides zusammen macht das Hausmuseum Eccel Kreuzer, das der Betrieb Landesmuseen führen wird, zu einem einzigartigen Kunstort in Bozen. mpi
nëus 6/2025
Foto: Pexels/Goda Morgan
4
Herausgeber: Autonome Provinz Bozen, Ort: Bozen Eintragung beim Landesgericht Bozen: Nr. 32/1991 Presserechtlich verantwortlich: Margit Piok (pio) Koordination: Maurizio Di Giangiacomo (mdg) Monika Pichler (mpi) Redaktion: Maja Clara (mac) Elisa Egidio (ee) Carmen Kollmann (ck) Thomas Laconi (tl) Gabriel Marciano (gm) Ursula Pirchstaller (pir) Angelika Schrott (san) Guido Steinegger (gst) Katharina Trocker (kat) Weitere Beiträge und Übersetzungen dieser Ausgabe: Matilde Ciriani (mic) Timea Kasslatter (tk) Silvia Obwexer (so) Silvia Maria Cristina Senette (ses) Carlo Suani (cs)
90
Prozent weniger Krankenhausaufenthalte bei Babys wurden 2024 dank der RSV-Prävention verzeichnet. Noch vor zwei Jahren kämpften 190 winzige Babys in Südtirol, teilweise auf der Intensivstation, gegen das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV. Durch gezielte Prävention kommt das kaum noch vor. „Wir schützen mit dieser Maßnahme die Schwächsten in unserer Gesellschaft,
die Neugeborenen“, erklärt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Neugeborene werden kostenlos durch den monoklonalen Antikörper Nirsevimab geschützt. Dabei handelt es sich nicht um eine Impfung, sondern um eine einmalige Prophylaxe. san
Weitere Infos zum RSV-Virus
Foto: Claudia Corrent
IMPRESSUM
Foto Titelseite: Fabio Brucculeri Grafische Gestaltung: succus. Druck: Esperia GmbH Auflage: 30.800 Kopien Kontakt und Abo: Agentur für Presse und Kommunikation, Silvius-Magnago-Platz 1, 39100 Bozen (BZ), Tel. 0471 412213, lpa@provinz.bz.it landeszeitung.provinz.bz.it Die Verwendung von Texten und Bildern aus neüs für nicht auf Gewinn ausgerichtete Zwecke ist nach Rücksprache mit der Redaktion möglich. ISSN 2974-8143 facebook.com/LandSuedtirol/ instagram.com/land.suedtirol
nëus 6/2025
Günstiger zum Eigenheim: Ab 1. Jänner 2026 gibt es in Südtirol eine neue Förderschiene.
Bahn frei für das begünstigte Darlehen Neue Förderschiene geht an den Start. Günstiger zum Eigenheim: Dafür gibt es im neuen Jahr eine weitere Möglichkeit. Es handelt sich um das begünstigte Darlehen, das Ende Oktober vorgestellt wurde. Ab 1. Jänner 2026 haben Südtirols Banken die Möglichkeit, für die Finanzierung des Eigenheims Darlehen auszugeben, die attraktive Zinskonditionen bieten. Die Grundlagen dafür wurden mit der Wohnreform 2025 und einer speziellen Vereinbarung mit den
Lösung S. 32: 1: A / 2: C / 3: A / 4: B / 5: B / 6: C
Bankinstituten geschaffen. Das Land bezuschusst die Darlehensnehmer mit einem jährlichen Landesbeitrag. Somit stehen nun, neben den klassischen Förderbeiträgen für Bau, Kauf und Sanierung, auch das Bausparen und das begünstigte Darlehen als Möglichkeiten zur Verfügung, die zudem kumulierbar sind. pir
Wohnraum für Südtirol
Panorama
5
Foto: Fabio Brucculeri
Digital Now nimmt die Bevölkerung an die Hand
In Violett und Rot präsentiert sich das neu gestaltete „Digital Now“-Erscheinungsbild. Im Rahmen der Herbstmesse in Bozen wurde es vorgestellt.
Neue Dachmarke. Südtirol befindet sich auf dem Weg der digitalen Transformation: Immer mehr Dienste der öffentlichen Verwaltung werden digital abgewickelt - eine große Veränderung für Bürgerinnen und Bürger. Damit auf der „Digitalisierungs-Reise“ niemand ins Hintertreffen gerät, haben sich die Landesabteilung Informatik und die Inhouse-Gesellschaft Südtiroler Informatik Ag (SIAG) gerüstet. Mit der neu gestalteten Dachmarke „Digital Now“ wird den Bürgern und Bürgerinnen digitales Know-how näher gebracht. Ob durch Info-Plakate oder durch Anlaufpunkte wie die Digi Points, wo sie sich kostenlos in
Mit Zug, Bus und Rad in die Gewerbezone
Foto: STA
Unterhalb der Haltestelle wird eine Unterführung für öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder gebaut.
Informationen zu Digital Now
Sicherheit auf dem Prüfstand
Die neue Zughaltestelle St. Jakob wird im Sommer 2027 in Betrieb gehen und den Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel erleichtern.
Neue Zughaltestelle in Bau. In St. Jakob südlich von Bozen entsteht ein neuer Mobilitätsknotenpunkt: Er wird in Zukunft den Ortsteil St. Jakob mit dem Flughafen Bozen und der Gewerbezone Bozen Süd verbinden. Gebaut wird an der neuen Zughaltestelle seit Dezember 2023, nun ist die schwierigste Bauphase abgeschlossen.
Digitalisierungsfragen beraten lassen können, „Digital Now“ will die Südtirolerinnen und Südtiroler auf vielfache Weise mit den digitalen Neuheiten vertraut machen. Zudem umfasst die Marke alle Projekte, die die Südtiroler Landesverwaltung in Sachen Digitalisierung vorantreibt: von der Digitalisierung der Verwaltungsdienste (PABgoesDigital) über Maßnahmen für mehr Cybersicherheit bis zum neu gestalteten Bürgerportal myCivis, das in Kürze „ans Netz“ gehen wird. pir
Fahrradstellplätze, ein neuer Radweg direkt in die Gewerbezone Bozen Süd und neue Bushaltestellen sind vorgesehen. Bahnreisende von Süden können durchschnittlich rund 15 bis 20 Minuten Reisezeit sparen, um die Gewerbezone Bozen Süd zu erreichen, ohne Umweg über den Bahnhof Bozen. Laut Potentialanalysen soll die neue Haltestelle St. Jakob künftig von rund 183.000 Fahrgästen pro Jahr genutzt werden. Sie wird im Sommer 2027 in Betrieb gehen. mpi
Wie sicher fühlt sich Südtirol? Diese Frage wurde Ende Oktober umfassend beantwortet, als die erste, detaillierte Südtiroler Sicherheitsstudie veröffentlicht wurde. Im Auftrag des Ressorts für Wohnbau, Sicherheit und Gewaltpräsentation hat das Meinungsforschungsunternehmen rcm solutions GmbH 1500 Interviews durchgeführt und Bürgerinnen und Bürger dazu befragt, wie sicher sie sich fühlen, und wo sie ansetzen würden, um ein sichereres Umfeld zu schaffen. Die Ergebnisse: Das allgemeine Sicherheitsgefühl liegt mit 7,5 (auf einer Skala von 5 bis 10) im Mittelfeld. Die Befragten gaben vor allem die Einwanderung als Ursache für die Unsicherheit an, sie wünschen sich ein Abschiebezentrum, strengere Gesetze und den Ausbau der Ortspolizei. pir Südtiroler Sicherheitsbarometer 2025
nëus 6/2025
6
Im Rückspiegel
Interview Carmen Kollmann
„Ich will Begeisterung weitergeben“
Foto: Hannes Wisthaler
Seit 30 Jahren politisch aktiv, seit fast zwei Jahren Landesrätin: Rosmarie Pamer will Frauennetzwerke stärken – und nach ihrer politischen Karriere in die Entwicklungszusammenarbeit gehen.
Rosmarie Pamer, erste Landeshauptmannstellvertreterin und Landesrätin für Sozialen Zusammenhalt, Familie, Senioren, Genossenschaften und Ehrenamt, wurde 1971 geboren und ist in St. Martin in Passeier aufgewachsen. Nach dem Diplomstudium Biologie an der Universität Innsbruck unterrichtete Pamer in der Mittelschule in St. Martin in Passeier. Seit 1995 ist sie politisch aktiv, 2010 wurde Rosmarie Pamer Bürgermeisterin in ihrer Heimatgemeinde. Im Herbst 2023 wurde Pamer in den Südtiroler Landtag gewählt, seit 1. Februar 2024 ist sie Mitglied der Südtiroler Landesregierung. Pamer lebt mit ihrem Lebenspartner Florian und ihrem Sohn Max in St. Martin in Passeier.
nëus 6/2025
Frau Landesrätin, wie hat Sie Ihre Herkunft (politisch) geprägt? Ich bin auf einem Bergbauernhof, mit drei Brüdern, aufgewachsen und meine Familie, vor allem mein Vater, war immer schon politisch interessiert. Insbesondere als wir Geschwister ins wahlfähige Alter kamen, wurde zu Hause viel politisiert. Als 1995 dann erstmals die regionale Frauenquote galt, wurde auch ich, quasi im letzten Moment, gefragt, ob ich kandidieren würde. Und da hat mein Tata gesagt: „Kandidier’, weil sonst hast du auch immer ‚die Gosche‘ offen!“ Meine Ursprungsfamilie hat mich immer unterstützt, meine Brüder sind bis heute meine besten Wahlkämpfer. Mein Lebenspartner und mein Sohn kennen mich nur als politisch tätigen Menschen. Auch als ich 2023 für den Landtag kandidiert habe, war es für uns alle ein logischer Schritt, dass ich meine politische Karriere weiterverfolge. Hat sich Ihr Sohn auch mal gegen Ihre politische Tätigkeit aufgelehnt? Max war zwei Jahre alt, als ich 2010 Bürgermeisterin geworden bin. Als kleines Kind hat er schon mal gesagt: „Nicht schon wieder zum Lokalaugenschein!“ Weil er da eben auch mit musste… Ich habe aber geschaut, ihn nicht zu sehr einzuschränken. Die Betreuung daheim hat, auch am Abend, überwiegend mein Partner übernommen. Wenn Frauen, vor allem mit kleinen Kindern, in die Poli-
tik gehen, braucht es ein Umfeld, das stützt, weil Politik ist, was Termine angeht, eher frauen- oder familienfeindlich. Ich bin daher dankbar für die volle Unterstützung. Auch jetzt als Landesrätin muss ich mir keine Gedanken darum machen, ob mein Sohn versorgt ist. Wichtig ist mir aber das gemeinsame Frühstück mit Max, damit wir uns gut austauschen. Ich muss sagen, dass ich einen sehr feinen, pflegeleichten, wahnsinnig selbstständigen Sohn habe. Und die Pubertät habe ich nicht gespürt, weil ich nie daheim bin (lacht). Haben es Frauen im ländlichen Bereich schwerer, sich politisch zu engagieren oder öffentlich wahrgenommen zu werden? Das sehe ich überhaupt nicht so! Viele Frauen im ländlichen Raum sind schon im vorpolitischen Bereich tätig: Vereinstätigkeit gibt eine bestimmte Sichtbarkeit. Natürlich: Wenn ich als Frau Politik mache, muss ich schon vorher bekannt sein. Bei Männern ist das meist anders, die treten mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein auf. Aber wenn sich Frauen engagieren, ist der Weg nach oben offen. Mein großes politisches Vorbild war die Bürgermeisterin von Unsere Liebe Frau im Walde/ St. Felix, Waltraud Kofler, die das Miteinander der Frauen ganz stark gefördert hat. Wenn es ein gutes Frauennetzwerk gibt, geht es leichter: Wir haben aktuell sieben Bürgermeisterinnen in meinem Heimatbezirk Burggrafenamt, und es hätten noch mehr sein können! Es hat sich vieles zum
Foto: Rosmarie Pamer
Im Rückspiegel
7
„Meine Devise lautet: Nicht zurück-, sondern immer nach vorne schauen!“ Rosmarie Pamer Landesrätin für Sozialen Zusammenhalt, Familie, Senioren, Genossenschaften und Ehrenamt
Rosmarie Pamer als kleines Mädchen mit ihren drei Brüdern auf dem elterlichen Bergbauernhof in St. Martin in Passeier: „Meine Ursprungsfamilie hat mich immer unterstützt.“
Positiven verändert: Ich habe 1995 als einzige Gemeinderätin in St. Martin in Passeier angefangen, und als ich 2020 den Gemeindeausschuss gebildet habe, waren wir bei 50:50. Insgesamt hat sich sehr viel verbessert, auch in der gesellschaftlichen Wahrnehmung: Frauen wird Politik zugetraut, weil sie sich bewiesen haben. Unsere Stärke als Frauen kann sein, „friedvoll, machtvoll mitzugestalten“, wie Doris Cornils bei einer Veranstaltung im Herbst sagte. Sie gestalten seit 30 Jahren auf unterschiedlichen Ebenen politisch mit: Welche Ihrer bisherigen politischen Positionen ist Ihnen die liebste? Immer diejenige, in der man gerade ist (lacht). Alle Funktionen waren interessant, hatten ihren Reiz. Wenn man politisch tätig ist, muss man die eigene Position für etwas Positives einsetzen: Genau das ist sicherlich auch meine Stärke, nämlich dass ich versuche, meine Begeisterung weiterzugeben. Meine Devise lautet: Nicht zurück-, sondern nach vorne schauen. Ich war wahnsinnig gerne Bürgermeisterin, weil man da etwas bewegen und gestalten kann. Und
jetzt bin ich gerne Landesrätin. Ich habe viele tolle Bereiche, bei denen ich auf allen gesellschaftlichen Ebenen gestalten kann: vom Kleinkind bis zum Senior, vom Ehrenamt bis zu den Genossenschaften. Ich finde, es gibt kein schöneres Ressort! Die Bereiche sind zwar herausfordernd, wenn man an den demografischen Wandel oder die Arbeitskräfte denkt. Aber es geht immer darum, das Positive zu sehen. Jede Funktion, die ich bekleidet habe, war eine wunderbare Zeit. Man muss auch aus herausfordernden Situationen versuchen, das Beste zu machen. Und was ich in 30 Jahren Politik gelernt habe: Man kann es nicht allen recht machen – aber das ist auch egal, man muss aufs Gemeinwohl schauen. Welchen Tipp würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben? Ich war früher wahnsinnig schüchtern – das glaubt mir heute kaum jemand mehr (lacht). Aber wir wurden so erzogen: Ich war in einer Bergschule, zum Teil als einzige in meinem Jahrgang, wir haben uns kaum getraut zu reden, wenn wir mal ins Dorf runtergekommen sind. Darum wäre mein Tipp: Mehr Selbstbewusstsein, auch schon in jungen Jahren!
Wo sehen Sie sich in 20 Jahren, persönlich und politisch? Sicher ist: Ich bin in 20 Jahren keine Politikerin mehr! Aber ich möchte Frauen unterstützen, ich war schon öfters Mentorin für angehende Gemeindepolitikerinnen. Politisch sehe ich mich nicht mehr an vorderster Front, sondern im Hintergrund. Und wenn es die Gesundheit zulässt – weil Politik ist nicht der gesündeste Beruf – werde ich mich weiterhin im Sozialbereich einsetzen: Ich komme aus dem Ehrenamt, bin schon in jungen Jahren in Vereinen tätig gewesen, bin darum umso stolzer, diesen Bereich jetzt politisch verantworten zu dürfen. Wir brauchen Freiwillige, ohne Ehrenamt ist manches gar nicht mehr machbar. Zudem bringt das Ehrenamt viel persönliche Genugtuung und Wertschätzung. Und persönlich hatte ich schon in der Mittelschule einen Traum: Ich möchte mich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren. Darüber spreche ich auch viel mit meinem Sohn. Und wenn er später mal irgendwo in der Welt als Missionar tätig wird, komme ich als Pfarrhäuserin und Köchin in die Missionsstation mit (lacht).
nëus 6/2025
Foto: Tiberio Sorvillo
8
nëus 6/2025
Titelgeschichte
9
Text Angelika Schrott
Gesundheit individuell gesehen Wenn Medizin Unterschiede macht: Südtirol setzt immer mehr auf eine geschlechterspezifische Medizin, um eine gerechtere und wirksame Behandlung für möglichst viele Menschen zu ermöglichen.
Insgesamt 1570 Herzbehandlungen bei Männern und 677 bei Frauen macht die Abteilung Kardiologie am Krankenhaus Bozen pro Jahr.
nëus 6/2025
Titelgeschichte
Foto: Fabio Brucculeri
10
Medikamente wirken bei Frauen oft anders als bei Männern, weil Aufnahme, Verteilung und Abbau des Wirkstoffs unterschiedlich verlaufen.
N
iemand hat es erkannt. Seit Tagen musste Anna Kofler*, 52, nach Atem ringen, ihr war übel und ständig war sie völlig erschöpft. Kein Brustschmerz, kein klassisches Warnsignal. Erst als sie in der Notaufnahme zusammenbrach, wurde klar, was los war: Herzinfarkt! Dann musste alles sehr schnell gehen. Solche Situationen sind kein Einzelfall. Frauen zeigen oft andere Symptome als Männer und werden deshalb später oder falsch diagnostiziert. Genau hier setzt die geschlechterspezifische Medizin, auch Gendermedizin genannt, an: Sie fragt, wie sich Geschlecht, Hormone, Lebensstil und Umwelt auf Krankheiten und Therapien auswirken und soll dafür sorgen, dass Medizin gerechter wird. Warum Unterschiede zählen. „Es geht nicht um Medizin nur für Frauen“, stellt Cecilia Stefanelli, die Gendermedizin-Beauftragte des Landes klar. „Vielmehr geht es darum, biologische Unterschiede angemessen zu berücksichtigen“, sagt Stefanelli. Und fügt gleich hinzu: „Wussten Sie zum
nëus 6/2025
Beispiel, dass auch Männer an Brustkrebs erkranken können?“ Eben weil dies eher selten der Fall sei, gebe es keine so engmaschige Prävention wie bei Frauen, und die Krankheit würde dann oft erst erkannt, wenn es schon zu spät sei, erklärt Stefanelli. „Personalisierte Medizin ist wichtig“, sagt auch Rosmarie Oberhammer, die Gendermedizin-Beauftragte im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Dazu gibt es jede Menge Beispiele. „Osteoporose, Diabetes, Alzheimer, Parkinson, Rheuma, Hashimoto…“, zählen Stefanelli und Oberhammer auf. Schnell wird klar: „One size fits all“ (die gleiche Einheit passt für alle) funktioniert in der Medizin nicht. Mit dem Ziel, eine gerechtere, individuellere und wirksame Behandlung für möglichst viele Menschen zu ermöglichen, setzt Südtirol deshalb auf geschlechterspezifische Medizin. Die Südtiroler Landesregierung hat auf der Basis des italienischen Gesetzes zur Verbreitung der Gendermedizin im Nationalen Gesundheitswesen von 2018 im Vorjahr einen Plan zur Umsetzung der Gendermedizin beschlossen.
Titelgeschichte
„Gesundheit ist nicht neutral. Männer und Frauen zeigen unterschiedliche Symptome bei denselben Erkrankungen. Es ist elementar, dass wir diesbei der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Krankheiten wissen und berücksichtigen. Geschlechterspezifische Medizin bedeutet einen gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle“, ist der Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit Hubert Messner überzeugt. Dies sei nicht von heute auf morgen möglich, aber der Prozess sei im Laufen, sagt Messner. Allein das Erstellen eines neuen klinischen Pfades brauche in etwa ein Jahr und involviere Mitarbeitende in Medizin, Pflege, Therapie, Sozialwesen, Pharmazie, Verwaltung und noch mehr.
„Gesundheit ist nicht neutral. Männer und Frauen zeigen unterschiedliche Symptome bei denselben Erkrankungen. Es ist elementar, dass wir dies bei der Erkennung und Behandlung von Krankheiten berücksichtigen.“ Hubert Messner Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit
natürlich sollen auch die Bürgerinnen und Bürger lernen, Symptome richtig zu deuten und Vorsorgeangebote zu nutzen. Unter dem Motto „Gesundheit ist individuell. Symptome auch. Höre darauf!“ läuft daher in diesen Wochen die erste Kampagne zur Bewusstseinsbildung für genderspezifische Medizin. Anhand von Beispielen zeigt sie auf, wie Krankheiten bei Mann und Frau unterschiedliche Symptome hervorrufen können und auch unterschiedliche Behandlung erfordern und verweist auf eine eigens eingerichtete Webseite mit
Foto: Tiberio Sorvillo
Der Plan für Südtirol. Seit 2018 besteht die technische Arbeitsgruppe „Gender Health - Gender Medicine“. Die Koordination liegt bei der landesweiten Beauftragten für Gendermedizin, die im Landesamt für Personal, Bildung und Beiträge im Gesundheitswesen angesiedelt ist. Zu den wichtigsten Zielen zählen Bildungsangebote für die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen und die Förderung der Forschung in diesem Bereich. Und
11
Am OP-Computer wird das Herz des zu behandelnden Patienten detailgetreu nachgebildet. Frauenherzen seien manchmal kleiner, würden sich aber optisch kaum unterschieden, wohl aber die Symptome bei beispielsweise einem Herzinfarkt, sagt das Team der Kardiologie im Krankenhaus Bozen..
Details, virtueller Bibliothek und Newsletter-Abo. Wissen, das heilt. „In Zukunft soll das Wissen um Unterschiede noch selbstverständlicher Teil jeder Diagnose und Therapie sein“, erklärt Rosmarie Oberhammer. Gerade deshalb komme der Fort- und Weiterbildung der im Gesundheitsbereich Arbeitenden eine große Bedeutung zu, sagt Cecilia Stefanelli. Schon jetzt werden für das ärztliche Personal, Pflegende und Studierende Fortbildungen angeboten, um zu lernen, wie unterschiedlich Frauen und Männer auf Krankheiten reagieren. Denn das biologische Geschlecht, Sexualhormone, genetisches Erbgut, aber auch Lebensstil, Bildung, Arbeit, gesellschaftliche Stereotype und die Art der Sozialisierung in der Gemeinschaft beeinflusse Gesundheit, sagt Stefanelli. Es gehe nicht nur darum, Vorträge zur geschlechterspezifischen Gesundheit anzubieten, sondern vielmehr darum, dieses Wissen in alle Fortbildungen miteinzubauen, sagt Oberhammer. Der Plan des Landes will dieses Wissen überall verankern: nicht nur in der Ausbildung, in den Krankenhäusern und in der Forschung, sondern auch in der Gesellschaft. „Wir bieten Informationsveranstaltungen vor allem auch für Schulen, Gemeinden und Organisationen und Vereine
nëus 6/2025
Titelgeschichte
Foto: Tiberio Sorvillo
Foto: Tiberio Sorvillo
12
Mit Herz bei der Arbeit: KardiologieKoordinator Massimo Giacometti.
Bei den älteren Menschen sind mehr Frauen unter den Herz-Patienten, weil sie älter werden als die Männer, hat das Team der Kardiologie beobachtet.
an“, sagt Stefanelli. So erklären beispielsweise Fachleute bei 90-minütigen Infoveranstaltungen an den Oberschulen den Jugendlichen, welche die typischen Krankheiten sind, bei denen es Unterschiede gibt. Dabei werden etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Immunerkrankungen und auch Depression thematisiert. Aber auch auf Schmerz oder Medikamente im Allgemeinen wird eingegangen. Die Jugendlichen lernen, dass Frauen zwar häufiger unter Depression leiden, das Suizidrisiko bei Männern aber höher ist. Frauen sind bei Depression eher traurig, ängstlich oder antriebslos und holen sich öfters Hilfe, während Männer reizbarer und aggressiver sind oder riskantes Verhalten zeigen und weniger oft Hilfe hinzuziehen. Auch Schmerz, so wird den Jugendlichen aufgezeigt, wird von Männern und Frauen unterschiedlich verarbeitet. So wird Schmerz von Frauen intensiver empfunden, aber besser bewältigt. Männer hingegen erinnern sich länger und stärker an Schmerzereignisse, was sich auch auf Stimmung und Verhalten auswirkt. „Ebenso können Medikamente anders anschlagen. So wirken beispielsweise bestimmte Schlafmittel bei Frauen länger nach als bei Männern oder Frauen benötigen andere blutdrucksenkende Mittel als Männer“, erklärt Oberhammer und verweist darauf, dass die meisten Medikamente
für den Typ „Weißer Mann und 70 bis 75 Kilogramm Normalgewicht“ konzipiert sind.
nëus 6/2025
Gemeinsam forschen, besser behandeln. Um die Bildungsangebote, aber vor allem auch die Forschung breit aufzustellen, arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Forschende, Pflegekräfte und auch Bildungseinrichtungen eng zusammen, um unterschiedliche Krankheitsverläufe und Prognosen genauer zu beleuchten. Am Universitären Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe Claudiana und an der Freien Universität Bozen werden neue Lehrinhalte entwickelt, und in den Krankenhäusern entstehen erste Projekte, die den Unterschied in der Praxis sichtbar machen. Die Gendermedizin ist allerdings mehr als ein Forschungsthema, denn sie verändert, wie Medizin gedacht und gemacht wird. In Zukunft solle dieses Wissen um Unterschiede selbstverständlicher Teil jeder Diagnose und Therapie sein, sagen Stefanelli und Oberhammer. Ein wichtiges Ziel des Südtiroler Plans ist es deshalb auch, personalisierte klinische Pfade zu entwickeln, die geschlechterspezifische Unterschiede in Prävention, Diagnose, Behandlung und Rehabilitation gewährleisten. Insgesamt seien die Bemühungen im Bereich geschlechterspezifische
Medizin in Italien im Vergleich mit anderen Ländern schon fortgeschritten, berichtet Oberhammer. Auch für Personen, die sich keinem Geschlecht zuweisen können, gebe es eigene kleine Arbeitsgruppen. Vor allem, was die Datensammlungen zu den Häufigkeiten von Unterschieden bei Krankheiten betreffe, habe sich in Italien schon viel getan, sagt Oberhammer. Heilen bedeutet Verstehen. Dass es gerade bei Herzinfarkt und Schlaganfall, die übrigens die häufigsten Todesursachen bei Frauen sind, Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, weiß inzwischen auch Patientin Anna Kofler*. Während bei Männern starker Brustdruck, ausstrahlende Schmerzen, kalter Schweiß, Atemnot und Schwindel auf solche Erkrankungen hindeuten, sind es bei Frauen Atemnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch oder in der Brust, in den Armen und im Nacken sowie ungewöhnliche Erschöpfung. Nach dem Herzinfarkt hat sich Anna dank der Behandlung im Krankenhaus gut erholt. Und auch bei der Nachsorge bekommt sie nun eine für Frauen angepasste Therapie mit Medikamenten. (*Name geändert) Alle Infos zur genderspezifischen Medizin in Südtirol
Rosmarie Oberhammer Beauftragte für Gendermedizin im Südtiroler Sanitätsbetrieb Wie zeigt sich geschlechterspezifische Medizin heute schon im Krankenhaus? Einige Fachgesellschaften haben geschlechterspezifische Aspekte in ihre Diagnosekriterien und Behandlungsempfehlungen aufge-
Was ist der wichtigste Schritt, um geschlechterspezifische Medizin in Südtirol zu verankern? Wir müssen bei der Ausbildung ansetzen: Nicht nur die künftige Ärzteschaft muss gezielt geschult werden, sondern auch das derzeitige Gesundheitspersonal. Die geschlechterspezifische Medizin ist keine neue Disziplin. Alle medizinischen, pflegerischen und gesundheitlichen Fachbereiche müssen aus einer Gender-Perspektive gedacht werden, weil Frauen und Männer, Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderungen sowie LGBTQAI+-Personen unterschiedliche Bedürfnisse haben, die zu berücksichtigen sind. Zudem müssen wir mit der Forschung starten. In klinischen Studien sind Frauen oft unterrepräsentiert.
nommen. Bei Frauen mit akutem Herzinfarkt sind für die Diagnose geringere EKG-Veränderungen und niedrigere Schwellenwerte für herzspezifische Laborwerte nötig. Dies berücksichtigt die geringere Herzmasse von Frauen. Das weibliche Geschlecht wird bei der Einschätzung von Übelkeit und Erbrechen nach Allgemeinanästhesien als Risikofaktor betrachtet, weshalb Frauen häufiger vorbeugende Medikamente erhalten. Was kann bei personalisierter Medizin noch helfen, um die Behandlung zu verbessern? Neben dem Geschlecht müssen auch biologische Faktoren wie Gewicht, Alter und Haarfarbe sowie soziokulturelle Faktoren berücksichtigt werden. Personen mit natürlicher roter Haarfarbe haben oft ein verändertes Schmerzempfinden. Pharmakogenetische Profile können Personen identifizieren, bei denen bestimmte Medikamen-
13
te keine oder übermäßige Wirkung zeigen. Dieses Wissen ermöglicht eine gezielte Medikamentenwahl. Sind Frauen oder Männer schmerzempfindlicher? Frauen zeigen bei vielen Schmerzreizen schneller und stärkere Schmerzen, was entwicklungsgeschichtlich vorteilhaft gewesen sein könnte. Männer profitierten möglicherweise davon, Schmerzen weniger schnell wahrzunehmen, um schneller vor Raubtieren fliehen zu können. Frauen haben allgemein häufiger Schmerzen, können aber besser damit umgehen. Gegen Ende der Schwangerschaft werden Mechanismen aktiviert, die das Schmerzempfinden senken. Schmerzen werden bei Frauen und Männern unterschiedlich beeinflusst, und bestimmte Schmerzmittel sind bei Frauen weniger wirksam. san
Trotzdem werden die Medikamente später von allen verwendet. Das kann zu unerwarteten Nebenwirkungen und einer geringeren Wirksamkeit der Behandlungen führen. Wie wird das Gesundheitspersonal für die „Medizin der Unterschiede“ sensibilisiert? Ich arbeite eng mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, den Berufsverbänden sowie den Anbietern für medizinische Fortbildung zusammen, um die geschlechterspezifische Medizin bekannt zu machen. Wo sehen Sie im Alltag noch die größten Hürden? Oft besteht der Irrglaube, dass geschlechterspezifische Medizin nur Frauen betrifft. In Wirklichkeit geht es um alle Menschen. san
Foto: Cecilia Stefanelli
Foto: Rosmarie Oberhammer
3 Fragen an ...
Titelgeschichte
Cecilia Stefanelli Gendermedizin-Beauftragte des Landes Südtirol
nëus 6/2025
Text Ursula Pirchstaller
Foto: Ursula Pirchstaller
Seit 30 Jahren die „Hotline“ nach Brüssel
Insider-Informationen für Entscheidungsträger, Karrierechancen für junge Leute und Orientierung im EU-Förderdschungel: All das bietet die Vertretung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Brüssel. Heuer feiert die erste regionale Vertretung ihr 30-jähriges Bestehen. nëus 6/2025
Autonomie & Netzwerke
15
„Lobbying muss man im richtigen Moment betreiben. Nicht erst, sobald die EU-Kommission das Thema in Angriff nimmt, sondern bereits, sobald es angedacht wird.“ Vesna Caminades Leiterin des Südtiroler Außenamts in Brüssel
W
enn in der EU-Kommission über eine Agrarreform diskutiert wird, hat die Vertretung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ihre Hauptaufgabe im besten Fall bereits erledigt: Mit geschicktem Lobbying und Networking wurde der Entscheidungsprozess in Brüssel so beeinflusst, dass gemeinsame Interessen der Europaregion berücksichtigt wurden. Über Einflussnahme im richtigen Moment. „Unser Mehrwert ist nicht so sehr die offizielle, sondern die inoffizielle Information“, beschreibt Vesna Caminades, die Direktorin des Südtiroler „Außenamts Brüssel“, ihre Tätigkeit. Diese führt sie seit 20 Jahren mit einem kleinen Team, aber umso größeren Einsatz aus. „Zu Beginn war ich vor allem damit beschäftigt, Visitenkarten zu verteilen“, erinnert sich Caminades. Es galt, Teil der wichtigen europäischen Netzwerke zu werden, die richtigen Kontakte zu knüpfen und auf informellen Meetings Insider-Informationen zu jenen Themen zu erhalten, die von regionaler Bedeutung sind. „Denn ohne informelle Informationen ist es nicht möglich, Interessensvertretung zu betreiben“, bringt es Caminades auf den Punkt.
Für die EU-Kommission gebe es vor allem einen Ansprechpartner, und zwar den jeweiligen Staat. „Die Regionen spielen auf dieser Ebene eine verschwindend kleine Rolle. Umso wichtiger ist es, dass wir in Südtirol schon in dem Moment auf Themen hinweisen können, wenn sie in Brüssel erst angedacht werden“, stellt Caminades fest. Dann jedoch gilt es, sofort zu handeln, Verbündete auf regionaler Ebene zu suchen und sich in Brüssel politisches Gehör zu verschaffen. Beste Kontakte zu den alpinen Regionen, aber auch anderen möglichen Bündnispartnern, etwa aus Schottland oder den Pyrenäen, zu haben, ist dabei unerlässlich. Denn nur gemeinsam können lokale Realitäten in Brüssel stark sein und etwas bewirken. Seit 1995 gemeinsam für Europa. Begonnen hat die Geschichte der Vertretung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino bereits vor 30 Jahren. Im April 1995 entschieden die Autonomen Provinzen Trient und Bozen sowie das Land Tirol, ein gemeinsames Büro in Brüssel ins Leben zu rufen, um (zunächst vor allem wirtschaftliche) Interessen auf europäischer Ebene direkt und effizient verfolgen zu können. Grundlage dafür war die nationale
Gesetzgebung, die es den Regionen erst zu diesem Zeitpunkt erlaubte, im Ausland Vertretungen zu eröffnen. Der heutige Sitz der Vertretung der Europaregion Tirol-Trentino-Südtirol in der Rue de Pascale 45-47 wurde 2005 von allen drei Regionen gemeinsam angekauft. Er befindet sich im Herzen des EU-Viertels und damit unmittelbar neben den wichtigsten EU-Institutionen: dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Rat. Trotz vieler gemeinsamer Themen in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt, Landwirtschaft, Soziales, Bildung und Kultur agiert jede Region, die im Haus vertreten ist, mit eigenem Budget und Arbeitsprogramm. „Dennoch sind wir in Brüssel etwas ganz Besonderes, denn wir sind das erste grenzüberschreitende Büro und damit bis heute ein Unikum“, weiß Caminades. Dem schließt sich auch der Südtiroler EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann an: „Gerade heute, wo der Regionalgedanke leider schwächer wird und die Regionen entmachtet werden, ist es wichtig, dass die Regionalvertretungen ihre Aufgabe in Brüssel wahrnehmen. Es gibt unzählige Bereiche, in denen es notwendig ist, dass unsere
◀ In diesem gemeinsamen Gebäude in der Rue de Pascal 45-47 befindet sich die Vertretung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Brüssel.
nëus 6/2025
Autonomie & Netzwerke
Foto: Euregio/Elio Germani
16
Im Rahmen der Jubiläumsfeier erzählten (von links) die ehemaligen Landeshauptleute Lorenzo Dellai, Günther Platter, Carlo Andreotti und Luis Durnwalder von der Gründung der Euregio-Vertretung. Claudia Messner, die Direktorin der Abteilung Presse und Kommunikation des Landes Südtirol, hat beim Festakt moderiert.
Verwaltung frühzeitig weiß, was auf Brüsseler Ebene passiert.“ Wegweiser im Förderdschungel. Ob Erasmus Plus, Horizon Europe oder LIFE: Es gibt zahlreiche Europäische Direktförderprogramme, die für Südtirolerinnen und Südtiroler interessant sein können. Neben dem Lobbying und der Netzwerkarbeit ist die Information und die Hilfestellung in diesem Bereich eine weitere Kernaufgabe der Vertretung der Europaregion in Brüssel. Giulia Chiarel betreut diesen komplexen Bereich und weiß, wie wertvoll es für Interessierte ist, wenn sie vom Beginn bis zum Ende eines Förderprozesses die notwendige Unterstützung erhalten. „Wir helfen zum Beispiel bei der Suche nach Informationen oder Partnern, durch spezifische und praktische Schulungen oder die Ausrichtung von Projektmeetings, wobei wir auch weitere Begleitveranstaltungen anbieten, wie kürzlich für die Vereinigung ‘Officine Vispa’ in Bozen. Wenn wir den Erfolg von jemandem sehen, der sich an unser Büro gewandt hat, ist das immer eine
nëus 6/2025
große Genugtuung“, betont Chiarel. So gelinge es auch kleineren Organisationen und Vereinen, in den Genuss der EU-Fördermittel zu kommen. „Zum Beispiel hat die Bozner Vereinigung ‘Officina Vispa’ ein Theaterprojekt auf die Beine gestellt, in das Schulen und Bevölkerung einbezogen wurden“, verweist Chiarel darauf, dass die vielen Fonds zunächst vielleicht wie ein Förderdschungel wirken, letztendlich jedoch viele bürgernahe und nützliche Projekte verwirklicht werden können. Sprungbrett für die EU-Karriere. Besonders am Herzen liegt dem „Außenamt Südtirol“ in Brüssel die Jugend. „Wir sind ein Zwei-FrauenBüro und deshalb auf die Mitarbeit von Praktikantinnen und Praktikanten angewiesen“, berichtet Caminades über die Möglichkeit, im „Außenamt Südtirol“ drei Monate lang Erfahrung im Brüsseler Europa-Kosmos zu sammeln. „Unsere Praktikanten und Praktikantinnen werden sofort involviert, sind mit großer Begeisterung bei der Sache und bringen frische Ideen ein“, erzählt die Amtsdirektorin. Die Mit-
arbeit in der Vertretung der Europaregion sei oft auch ein Sprungbrett für eine EU-Karriere. Einige der jungen Mitarbeiter werden persönliche Assistenten des Europa-Abgeordneten oder schaffen es, einen der Praktikumsplätze in den EU-Institutionen zu besetzen. „Mir ist es wichtig und auch eine persönliche Freude, den jungen Menschen dabei zu helfen, ihre Karriere vorzubereiten“, zeigt Caminades, wie viel Engagement und Herzblut sie in ihre Aufgabe in Brüssel steckt. Chance Alpeuregio Summer School. Um die Jugend drehen sich auch einige der zahlreichen Initiativen und Veranstaltungen, die die Vertretung das ganze Jahr über organisiert: Seit 2010 zum Beispiel wird jährlich die Alpeuregio Summer School, seit einigen Jahren „Euregio Brussels School“, abgehalten: eine neuntägige Weiterbildungsveranstaltung, bei der jährlich zehn Studierende aus Tirol, Südtirol und dem Trentino ihre EU-Kenntnisse vertiefen können. „Eine einmalige Gelegenheit, einen Überblick über die Lobbying-Tätigkeit auf EU-Ebene und die Karrierechancen im Rahmen der EU-Institutionen zu erhalten“, weiß Caminades. Neben den Aktionen für die Jugend macht die Vertretung in Brüssel aber auch immer wieder mit kulturellen Initiativen auf sich aufmerksam und zeigt: Die EU ist viel näher, wenn man die direkte „Hotline“ nach Brüssel kennt.
Handbuch Europäische Direktförderprogramme 2021-2027 Euregio Brussels School
Autonomie & Netzwerke
Das EuregioTicket ist da
Eine Hülle, zwei Tickets, drei Länder. Wer das Abo beantragt, erhält eine Hülle mit der Aufschrift „Euregio-Ticket“. Darin sind zwei Tickets enthalten: das „Klimaticket Tirol“ und das „südtirolmobil Fix365“-Abo im Euregio-Design. Letzteres wird auch im gesamten Gebiet des öffentlichen Personennahverkehrs im Trentino anerkannt. Das heißt: Mit den zwei Tickets kann man in allen drei
Ländern der „Euregio Tirol-SüdtirolTrentino“ alle Leistungen in Anspruch nehmen, die in den Jahresabos der drei Verkehrsverbünde enthalten sind. Bei südtirolmobil gehören dazu nicht nur die Züge und Busse des ÖPNV, sondern auch die Seilbahnen Vöran, Mölten, Kohlern und Ritten inklusive Tram sowie die Standseilbahn auf die Mendel. Entwerten oder Sichtausweis? Damit man in Südtirol korrekt unterwegs ist, gilt es gleich vorzugehen wie beim „südtirolmobil Fix365“-Abo, sprich „stempeln“ bei jeder Fahrt. In Tirol und im Trentino dagegen gelten die Tickets als Sichtausweis. Dem Euregio-Ticket sind mehrere Jahre der Vorbereitung vorausgegangen: Die drei Verkehrsverbünde mussten ihre sehr unterschiedlichen Tarifsysteme in allen Details aufeinander abstimmen. Während dieses Vorhaben der Südtiroler Präsidentschaft 202325 nun Wirklichkeit wird, hat die Euregio unter Tiroler Vorsitz mit dem Senioren-Ticket bereits das nächste in Planung. gst
Die Südtiroler Präsidentschaft der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino ging am 30. September 2025 offiziell zu Ende. Unter dem Motto „Grenzen überwinden“ hat die Euregio in diesen zwei Jahren in Bereichen wie Familie, Jugend, Kultur, Forschung, Mobilität und Sicherheit in den Alpen 181 Initiativen gearbeitet, darunter die Hauptprojekte Euregio-Wetterbericht, Euregio-Museumsjahr 2025, „So isst Euregio“, Euregio-Ticket und die ab 1. Mai 2026 startende Euregio-Jobbörse. Nun führt das Land Tirol den Vorsitz: Bei der Euregio-Versammlung am 25. September hat Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher seinem Nachfolger, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, symbolisch den Schlüssel des Euregio-Sitzes, der im Bozner Waaghaus ist, überreicht. Unter dem Motto „Grenzenlose Kraft – gemeinsam!“ will Tirol an die bisherige Arbeit anknüpfen, neue Akzente setzen und die Euregio für die Bevölkerung noch erlebund spürbarer machen. gst
Schlüsselübergabe: Nach Südtirol übernimmt Tirol den zweijährigen Euregio-Vorsitz. Foto: Daniel von Johnston
Foto: Daniel von Johnston
EuregioSchlüssel übergeben
Der Euregio-Vorstand stellte das neue Euregio-Ticket vor: (von links) Anton Mattle (Tirol), Arno Kompatscher (Südtirol) und Achille Spinelli (Trentino).
Mit einem einheitlichen Abonnement alle Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Tirol, Südtirol und im Trentino nutzen, und das nahezu zum halben Preis: Mit dem neuen Euregio-Ticket ist das ab sofort möglich. Eingeführt mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2025 kommt es vor allem jenen entgegen, die in mindestens zwei Euregio-Ländern viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Das Euregio-Ticket ist zwölf Monate lang gültig und kostet 750 Euro. Es ist auf den Websites des Verkehrsverbunds Tirol (VVT), von südtirolmobil der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) und von Trentino Trasporti erhältlich.
17
Südtiroler Präsidentschaft 23-25 im Rückblick
nëus 6/2025
Text Angelika Schrott
Foto: IDM
Ski heil, statt Ski verletzt!
Eine neue Studie aus dem Krankenhaus Brixen zeigt, wie Unfälle auf Südtirols Skipisten entstehen und wie Skibegeisterte sie vermeiden können. Auch der Krankenhausbetrieb hat sich neu vorbereitet. nëus 6/2025
Leben & Gemeinschaft
19
„Die Studien-Daten können dazu beitragen, den Krankenhausbetrieb gezielt zu verbessern.“ Christian Schaller Primar der Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Brixen
E
in sonniger Wintertag, perfekt präparierte Pisten, herrliches Bergpanorama. Trotzdem endet für viele der Skitag nicht mit guter Laune, sondern mit einer Verletzung im Krankenhaus. 579 verletzte Skifahrerinnen und Snowboarder wurden im Winter 2023/2024 allein im Krankenhaus in Brixen behandelt. Eine aktuelle Studie hat die Daten der verletzten Wintersportler und Wintersportlerinnen aus der Saison 2023/2024 ausgewertet. Das Ergebnis ist aufschlussreich für alle, die sicher durch die Skisaison kommen wollen. Erfahrung hilft nicht immer. Dass sich ältere, erfahrene Skifahrer häufiger und schwerer verletzen, ist wohl eines der überraschendsten Ergebnisse. Vor allem Brüche treten bei ihnen überdurchschnittlich oft auf und machen Operationen nötig. Jüngere und weniger geübte Skifahrer hingegen verletzen sich häufiger die Bänder. Am häufigsten verletzt waren die Beine, vor allem am Knie, das bei rund einem
◀ Eine aktuelle Studie des Südtiroler Sanitätsbetriebs zeigt, dass die meisten Skiunfälle auf mittelschweren Pisten passieren und meist aus Eigenverschulden. Ein Drittel der Verletzungen betreffen das Knie.
Drittel aller Unfälle betroffen war. „Die Daten können vor allem auch dazu beitragen, den Krankenhausbetrieb gezielt zu verbessern“, sagt Christian Schaller, Primar der Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Brixen. Das beginne bei der gezielten Vorbereitung des medizinischen Personals auf typische Verletzungen der Wintersaison und reiche bis zur besseren Planung von Ressourcen in den Notaufnahmen. „Wir stellen uns mit unserem Team und den Operations-Slots so auf, dass wir vor allem in den Urlaubszeiten dem erhöhten Bedarf gerecht werden“, erklärt Schaller. In erster Linie brauche es dafür mehr Personal, und dieses Personal müsse gerade auch in den Ferienzeiten viel arbeiten, erläutert der Primar. Eine Hilfe seien in den Urlaubszeiten auch die privaten Einrichtungen im Bereich, meint Schaller. Vorbereitet losfahren. „Viele vergessen, dass Kondition, Kraft und Konzentration beim Skifahren immer wichtig sind. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete – wer sich also schon im Herbst ein- bis zweimal die Woche mit etwas Ausdauer- und Krafttraining und Gleichgewichtsübungen vorbereitet, fährt sicherer und hat mehr Spaß“, sagt Schaller. Auch Wandern, Tanzen, Laufen und
Radfahren seien eine gute Vorbereitung. Wer sich unsicher fühlt, sollte lieber eine Technikstunde bei einem Skilehrer oder einer Skilehrerin nehmen, denn kleine Korrekturen würden oft viel ausmachen, sagt Leo Zambon, Skilehrer in St. Ulrich. Er rät auch zum Aufwärmen: einfache Übungen wie lockeres Laufen, Hampelmänner oder Kniebeugen machen und für ein paar Minuten Arme und Beine kreisen seien schon hilfreich, so Zambon. Aufwärmen sollte man sich nicht nur vor dem Start, sondern auch nach der Pause in der Skihütte. Fast die Hälfte der Skiunfälle auf roten Pisten. Zusammenstöße verursachten 13 Prozent der Verletzungen, Sprünge oder Müdigkeit rund sechs Prozent. Der Großteil der Verletzten, etwa 70 Prozent, gaben an, dass sie durch eigene Fahrfehler und nicht durch Einwirkung anderer gestürzt sind. Allerdings nicht so häufig auf den vielfach gefürchteten schwarzen und somit schwierigen Pisten, sondern meistens auf roten und damit mittelschweren Abfahrten. Insgesamt ereigneten sich fast die Hälfte der Unfälle dort. Viele Unfälle passierten in den ersten zwei Stunden des Skitages. „Gerade am Morgen sind die Muskeln und das Reaktionsvermögen oft noch nicht voll da“, sagt Schaller.
nëus 6/2025
Richtiges Aufwärmen, rechtzeitige Pausen und ein realistisch eingeschätztes eigenes Können helfen, das Risiko für Skiunfälle zu senken.
Auch das Wetter spielt kaum eine Rolle, im Gegenteil. Fast sieben von zehn Unfällen wurden bei sonnigem Wetter gezählt. Auch, ob der Schnee gut oder schlecht war, fiel kaum ins Gewicht. Das Alter und das Fahrkönnen sind allerdings Schlüsselfaktoren, das zeigte die Studie klar. Mit 61,3 Prozent beschreiben sich die meisten Verunfallten als „gute“ Skifahrer, ein Viertel als „Experten“ und nur 13,6 Prozent als Anfänger. Unterschätzte Müdigkeit. Oft wird die körperliche Ermüdung unterschätzt, konnte die Studie aufzeigen. Zu Beginn der Saison sind viele Skifahrer und Skifahrerinnen häufig schlecht vorbereitet oder starten ohne Training in den Winter. „Wir sehen oft vermeidbare Verletzungen, die mit Vorbereitung nicht passiert wären. Wer stundenlag auf der Piste ist, braucht Ausdauer, Kraft und Körperspannung, sonst nimmt die Kontrolle beim Fahren schnell ab“, sagt Primar Schaller und rät dazu, bewusst Pausen zu machen und die Winterlandschaft zu genießen, ohne ständig dem nächsten Rekord an Tempo oder Abfahrten hinterherzufahren.
Genügend Schlaf und etwas weniger Tempo helfen. „Zusammenfassend zeigt die Studie deutlich, dass die meisten Unfälle nichts mit der Piste oder dem Wetter, sondern mit dem Skifahrer zu tun haben“, sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. „Wer seine Grenzen kennt, regelmäßig Pausen macht und sich körperlich vorbereitet, schützt sich selbst am besten“, betont Messner, der selbst begeisterter Skifahrer ist. Wie die Studienautoren rät auch Messner zu mehr Bewusstsein und gezielter Vorbeugung. Schon kleine Maßnahmen können helfen: neben kurzen Aufwärmübungen ausreichend Schlaf, genügend Flüssigkeit und natürlich etwas Selbstdisziplin beim Tempo. Die Hauptausrüstung für sicheres Fahren bleibe der eigene Körper. Wer auf seinen Körper hört, hat in diesen Wochen Gelegenheit, in Südtirol schöne Wintertage zu genießen – hoffentlich ohne Gips oder Verband, dafür auf Skiern oder mit dem Snowboard.
Christian Schaller Primar der Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Brixen Welche Verletzungen waren letzthin bei Skifahrern häufig? Beim Skifahren sind Verletzungen am Knie und Unterschenkel die Klassiker. Mit den Carving-Skiern gibt es aber oft auch Handgelenksverletzungen und die Skidaumen-Verletzung, gerade auf leichten Pisten. Diese haben wir in einer gesonderten kleinen Studie am Krankenhaus Brixen untersucht. Wie hat das Krankenhaus auf die Unfälle in Ferienzeiten reagiert? Wir haben einiges umgestellt, damit wir in puncto OP-Slots und Team dem Bedarf entsprechen. Vor allem setzen wir gerade in den Ferienzeiten mehr Personal ein. Diese Mitarbeitenden müssen dann aber gerade in den Ferienzeiten viel arbeiten. Was sind Ihre Tipps, um das Verletzungsrisiko zu senken? Helm, Rückenprotektor und Stöcke mit Click-System helfen natürlich. Die wichtigste Ausrüstung ist allerdings der eigene Körper, der fit sein sollte. Das funktioniert durch Ausdauer- und Krafttraining und Gleichgewichtsübungen schon etwa 2-3 Monate vor dem Skifahren. Das Aufwärmen vor dem Start und nach der Einkehr hilft auch. Wenn man müde ist, sollte man unbedingt eine Pause einlegen, anstatt weiter dem nächsten Pisten- oder Zeit-Rekord nachzusausen. Zudem ist Respekt gegenüber anderen angesagt. Am besten ist, wenn man sich an der Bewegung an der frischen Luft erfreut, auch mal eine Pause macht und die schöne Landschaft genießt! san
nëus 6/2025
Biathlon Antholz Foto: Christian Schaller
3 Fragen an … Foto: Skischule St. Ulrich/Harald Wisthaler
20
Ladinia
21
Valivanza sun ciamp y tla vita Foto: FC Gherdëina
Giuana Prugger ie trainadëura de juech al palé te Gherdëina. Si storia desmostra ciuldì che l respet y la parità de tratamënt ie tan mpurtanc tl sport.
Giuana Prugger (33) y si scuadra de mutans.
Vint mutans danter set y ot ani se alenea sun l ciamp de juech al palé te Gherdëina. I ciavei ciulei adum a na maniera sportiva, dutes danter set y ot ani. Les fej pert dla scuadra U8 dl FC Gherdëina, che tol chëst’ann per l prim iede pert a la partides, dantaldut contra mutons, pervia dla mancianza de scuadres de mutans te Südtirol. Nce si trainadëura Giuana Prugger (33) ie dl post, si pascion per chësc sport à bele scumencià canche la ova ot ani. Si cariera dl juech al palé la à purteda dal FC Vahrn al FC Bayern München nchin ti USA. Do avëi studià sport a Dispruch iela inò unida de reviers y à sëurantëut na scuadra de mutons te Gherdëina. Ma si streda da trainadëura ne fova nia for saurida. “N valguna persones fova scetiches tl prim”, conta Giuana. Dantaldut un n
mumënt ne se ala nia desmincià. Te si prim ann àla alenà na scuadra de pitli mutons: “Nosta prima partida ons perdù 16:0 contra l'autra scuadra. N valgun peresc ne se l'à nia tëuta su massa bën.” Chël che la à ntlëuta audì fova dut auter che paroles de sustëni: “Ciuldì muessa pa n'ëila alené mi mut?”o “Cie possen pa se aspité da na trainadëura ëila?” Ma l ie tosc unit a lum che si alenamënt ne fova te deguna maniera manco bon de chël de si colegs ëi. Nsci à Giuana menà la scuadra cun suzes per passa cin'ani. Respet tla interazions da uni di. Promuever na interazion respetëusa tla scuadra ie un di duvieres plu mpurtanc de n trainadëur, dij Prugger: “Uniun dëssa avëi la medema pusciblteies per desmustré si capaziteies; uni cumëmber dla scuadra à l mesun de jughé
unfat giut.” Datrai, do avëi perdù na partida, vën n cumpani de scuadra tenì sëul respunsabl per la desfata. “Chël ne vën assolutamënter nia tolerà. Canche l suzed nsci zeche, chërdi adum duta la scuadra y l vën rujenà de chësc deberieda. Na scuadra lëura mé bën deberieda, perchël ne n'iel degun pont a dé gaujes.” La valivanza dla pusciblteies per ëiles y ëi tl medemo sport ie per Giuana scialdi mpurtanta. “L'ëiles muessa suvënz dé scialdi deplù per avëi suzes. Chësc ie dantaldut da udëi ti ciamps che vën duminei dai ëi coche l juech al palé”, dij Giuana. “La scuadra dla mutans giapa suvënz l trainadëur che fossa scenó jit a cësa a mans uetes, ciamps manco biei y orars de training ncompri.” Ma co dëssa pa la mutans avëi la medema pusciblteies de suzes te de tel cundizions? “Respet uel dì per me che la mutans dëssa pudëi fé sport y unì azetedes avisa sciche i mutons. Chësc tol nce ite l ntujiasm per i sport defrënc zënza i tlassifiché coche sport de ëi o de ëiles,” sotrissea la trainadëura. Aldò de Giuana possen mé crië n ambient de respet sce duc vën tratei a na maniera valiva giatan la medema pusciblteies. so/tk
Cialé l Video Artikel auf deutsch lesen
nëus 6/2025
22
Arbeit & Wirtschaft
Text Maurizio Di Giangiacomo Übersetzung Monika Pichler Fotos Landesamt für Industrie und Gruben
„Schatzkarte“ mit Sandund Kiesvorkommen Eine thematische Karte zeigt die potenziell nutzbaren Sand- und Kiesvorkommen und die bestehenden Schutzzonen in Südtirol. Das Ziel: Konflikte vermeiden.
Für Unternehmen, die Abbauaktivitäten in Steinbrüchen und Gruben planen, aufnehmen oder erweitern möchten ist die Karte der potenziellen Sand- und Kiesvorkommen ein nützliches Hilfswerkzeug.
Die Hinweiskarte der Sand- und Kiesvorkommen und Schutzgebiete kann vieles: Sie zeigt, wo sich in Südtirol potenzielle Sand- und Kiesvorkommen, von feinkörnigem Sand bis zu grobkörnigem Blockmaterial, befinden könnten und innerhalb dieser Vorkommen hebt sie hervor, welche Schutzgebiete (Landschafts-, Naturund Trinkwasserschutzgebiete) es gibt.
nëus 6/2025
Über die Plattform „MapView” ist sie zudem seit Mai 2025 online und somit leicht zugänglich. „Es handelt sich um eine indikative Karte, die kontinuierlich mit geologischen Daten vervollständigt und mit den neuesten Erkenntnissen hinsichtlich des Landschafts-, Naturund Trinkwasserschutzes aktualisiert
wird“, beschreibt Claudia Busellato, Direktorin des Landesamtes für Industrie und Gruben dieses wichtige technische Hilfswerkzeug. „Auf diese Weise können Planungsbüros, Unternehmen und öffentliche Ämter sofort die Vereinbarkeit zwischen den für den Abbau interessanten Gebieten und den bestehenden Schutzauflagen in dem Gebiet prüfen. Dies erleichtert
Arbeit & Wirtschaft
23
Eine Übersicht über potenzielle Sand- und Kiesvorkommen und über die Schutzzonen in Südtirol liefert die Hinweiskarte, die auch online zugänglich ist.
verantwortungsvolle Entscheidungen und verringert Konflikte zwischen der Nutzung von Ressourcen und dem Umweltschutz.“ Das Landesamt für Industrie und Gruben ist gemeinsam mit dem Landesamt für Geologie und Baustoffprüfung und dem Landesamt für Natur in der Arbeitsgruppe tätig, die die Karte der Sand- und Kiesvorkommen und Schutzgebiete erstellt hat. „Die Karte richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die Abbauaktivitäten in Steinbrüchen und Gruben planen, aufnehmen oder erweitern möchten“, erläutert Busellato weiter. „Das Instrument ist aber auch für die zuständigen Landesämter nützlich, die damit über eine gemeinsame technisch-wissenschaftliche Unterstützung verfügen.“ Wie entsteht ein so komplexes Instrument? „Diese Karten wurden und werden dank einer Zusammenarbeit und Kofinanzierung durch das Nationale Institut für Umweltschutz und Forschung (ISPRA) nach modernsten Kriterien und Richtlinien erstellt“, erklärt Volkmar Mair, Direktor des Landesamtes für Geologie und
Baustoffprüfung. Wie Mair berichtet, werden die Feldmessungen von spezialisierten Geologen mit langjähriger Erfahrung im Maßstab 1:10.000 (ein Millimeter auf der Karte entspricht 10 Metern im Gelände) durchgeführt. Ein Team aus Landesgeologen und Universitätsdozenten begleitet den gesamten Erarbeitungsprozess: Vermessungen vor Ort, Erstellung von Detailkarten, petrographische, mineralogische und chemische Analysen sowie Datierungen der Gesteine, um alle Gesteinstypen zu definieren und sie den primären und sekundären geologischen Einheiten zuzuordnen. All diese Daten mit fotografischer und grafischer Dokumentation finden sich dann in den Erläuterungen zu jedem Blatt wieder. Dies gilt sowohl für Gesteine als auch für lose Sedimente aus dem Quartär, die die Quellen für Sand und Kies sind. „Derzeit umfasst die Ausarbeitung der Karte der potenziell nutzbaren Sand- und Kiesvorkommen und der bestehenden Schutzgebiete etwa die Hälfte des Südtiroler Landesgebietes", schließt Mair. Bedürfnisse von Wirtschaft und Naturschutz in Einklang bringen. Die Karte trägt dazu bei, dass keine Maßnahmen in Gebieten geplant
werden, in denen geschützte oder schützenswerte Naturgüter bekannt sind. „Konkrete Projekte müssen aber dennoch einer eingehenden Prüfung unterzogen werden, um auszuschließen, dass die geplanten Maßnahmen geschützte oder schützenswerte Güter beeinträchtigen, die nicht kartografisch erfasst sind”, betont Leo Hilpold, Direktor des Landesamtes für Natur. „Das Landesamt für Natur und das Naturmuseum Südtirol haben aktiv an der Erstellung der Karte mitgewirkt, indem sie einerseits eine Auswahl naturkundlicher Informationen, wie beispielsweise das Vorkommen geschützter, seltener oder bedrohter Arten und Lebensräume, und andererseits einen Schlüssel zu deren Interpretation zur Verfügung gestellt haben. Die Arbeit führte zur Definition von Gebieten, die unter Naturschutzgesichtspunkten sensibel sind und daher aus der Karte der potenziell nutzbaren Sand- und Kiesvorkommen ausgeschlossen wurden“, schließt Hilpold.
Die Karte ist für alle über die Online-WebGIS-Dienste der Landesverwaltung zugänglich
nëus 6/2025
24
Interview Renate Mayr
„Ein Stück Heimat”
Foto: IDM Südtirol
Es war ein Meilenstein: Am 20. Oktober 2005 hatte die EU-Kommission – nach langem Ringen – das neue Südtiroler Qualitätszeichen genehmigt. Kaum jemand kennt dessen Geschichte so gut wie Paul Zandanel, PR-Verantwortlicher für die Südtiroler Qualitätsprodukte bei IDM Südtirol.
Herr Zandanel, wie hat alles begonnen?
Wie entwickelte sich das Qualitätssiegel?
Welche Herausforderungen gab es in den Anfangsjahren?
Als ich 1991 meine Stelle im Amt für Absatzförderung und Messen der Handelskammer Bozen antrat, blickte die Schutzmarke Südtirol bereits auf 15 Jahre zurück. Was in den 1970er-Jahren als Pionieridee begann, wurde zu einem Symbol für geprüfte Qualität und regionale Herkunft. Ziel war es, Agrarprodukte aus Südtirol sichtbar zu machen – als Garant für Authentizität und Botschafter des Landes auf internationalen Märkten. Die Einführung der Schutzmarke 1976 war ein Gemeinschaftsprojekt von Politik und Wirtschaft und gilt bis heute als Meilenstein.
Ursprünglich kennzeichnete das runde Etikett mit der Bergsilhouette Äpfel, Milchprodukte und später Speck, Brot oder Honig. Mit der Einführung der europäischen Ursprungsbezeichnungen kam 1992 ein weiterer Qualitätsstandard hinzu. 2005 folgte schließlich die Dachmarke Südtirol, die Tourismus und Produktwelt unter einem einheitlichen Auftritt vereinte – europaweit ein Vorbild. Heute tragen über 200 Betriebe das Zeichen „Qualität Südtirol“, ergänzt durch EU-geschützte Produkte wie Südtiroler Apfel g.g.A., Südtiroler Speck g.g.A., Südtiroler Schüttelbrot g.g.A. oder Stilfser Käse g.U.
Die Akzeptanz war groß, dennoch galt es, Strukturen zu schaffen. Die Zusammenarbeit zwischen Landesverwaltung, Handelskammer und Produzenten war entscheidend. Schon früh wurden Werbemaßnahmen professionell koordiniert – zunächst durch die Exportorganisation EOS und die Südtirol Marketing Gesellschaft, heute durch IDM Südtirol. Beide Marken, Dachmarke und Qualitätszeichen, sind international registriert und EU-konform.
nëus 6/2025
Arbeit & Wirtschaft
25
Wie hat sich das Qualitätsverständnis seither verändert?
Wie ist die Resonanz beim Publikum?
Welcher Moment bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?
Von Beginn an war klar: Südtirol kann nur über Qualität punkten. Diese Haltung hat sich in allen Wirtschaftsbereichen etabliert – von der Landwirtschaft über das Handwerk bis zur Industrie. Heute versteht sich Südtirol als „Regionenmarke“, die sektorenübergreifend für die Werte Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation steht.
Marktforschungen zeigen eine hohe Akzeptanz in Südtirol. Verbraucherinnen und Verbraucher sind bereit, für geprüfte Qualität mehr zu bezahlen – genau das war eines der ursprünglichen Ziele. Im Ausland sind besonders die EU-geschützten Produkte bekannt: Wein, Äpfel und Speck haben Exzellenzstatus und stehen für einzigartigen Geschmack und Lebensfreude.
Der Dachmarkenprozess 2003, begleitet von der Berliner Agentur Metadesign, war prägend. Bei den Workshops und dem abschließenden Markentag auf Schloss Tirol im Mai 2004 spürte man Auf bruchsstimmung – ein Gefühl, Teil eines richtungsweisenden Projekts zu sein. Trotz anfänglicher Kritik: Der Erfolg hat uns recht gegeben.
Was unterscheidet Betriebe mit dem Qualitätssiegel von anderen? Das gemeinsame Bekenntnis zur Qualität und die enge Zusammenarbeit mit dem Land. Jeder Betrieb, der das Siegel trägt, profitiert von einem starken Markenimage und von der Unterstützung durch IDM Südtirol in Produktentwicklung, Digitalisierung, Marketing und Internationalisierung. Diese Partnerschaft schafft Vertrauen – bei Produzenten wie Konsumenten.
Nachhaltigkeit spielt heute eine zentrale Rolle. War das schon früher ein Thema? Ja, auch wenn man es damals nicht so nannte. Regionale Produkte sind per se nachhaltig: gentechnikfrei, rückverfolgbar und aus natürlicher Herstellung. Alle Qualitätsprodukte werden in Südtirol verarbeitet und verpackt – ohne künstliche Zusätze oder Konservierungsmittel.
Wie sehen Sie die Zukunft des Qualitätssiegels? Sehr positiv. In Zeiten von Unsicherheit und Lebensmittelskandalen stehen regionale Produkte für Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Wichtig bleibt, die Qualitätskriterien laufend zu aktualisieren und kleine Betriebe bei Innovation und Vermarktung zu unterstützen. Der Wert liegt im Netzwerk und in der gemeinsamen Verantwortung. Zum Abschluss: Was bedeutet Ihnen persönlich dieses Jubiläum?
„In Zeiten von Unsicherheit und Lebensmittelskandalen sind unsere regionalen Produkte ein Fels in der Brandung – ein Leuchtturm für die Verbraucherinnen und Verbraucher.” Paul Zandanel PR-Verantwortlicher für die Südtiroler Qualitätsprodukte bei IDM Südtirol
Früher
Es erfüllt mich mit Stolz. Über 30 Jahre habe ich den Südtiroler Qualitätsprodukten gewidmet und durfte mit vielen engagierten Menschen zusammenarbeiten. Das Jubiläum „20 Jahre Qualitätszeichen Südtirol” ist für mich ein Moment des Rückblicks – und ein Blick nach vorn. Denn jedes Produkt mit dem Qualitätszeichen Südtirol ist ein Stück Heimat.
Heute
Qualitätszeichen Südtirol früher und heute: vom ursprünglich runden Etikett in verschiedenen Farben nun aus einem Guss mit der Dachmarke.
nëus 6/2025
Text Elisa Egidio Übersetzung Angelika Schrott
Foto: Flyingbasket.com
Wenn die Limo mit der Drohne kommt
Das Land testet seit einiger Zeit erfolgreich die Versorgung von Schutzhütten mit Drohnen – eine emissionsfreie Zulieferalternative, die häufig möglich ist und Kosten spart. nëus 6/2025
Innovation & Nachhaltigkeit
27
„Ein üblicher Helikopterflug von zehn Minuten kostet rund 950 Euro und erzeugt 79 Kilogramm CO₂. Mit Drohnen fallen diese Emissionen komplett weg.“ Christian Bianchi Landesrat für Hochbau, Valorisierung des Vermögens, Grundbuch und Kataster
A
lpine Schutzhütten sind seit jeher wichtige Stützpunkte in den Bergen für Wandernde, Bergbegeisterte und für den Tourismus im Hochgebirge. Gleichzeitig stehen sie heute durch Massentourismus und „Hotspots“ stärker im Fokus als früher. Die Vereinbarkeit von Tourismus, Naturschutz und nachhaltiger Entwicklung wird so zu einer großen Herausforderung. Lasten-Drohnen im Einsatz. In diesem Sinne entstand das Pilotprojekt „Experimentelle Versorgung der Schutzhütten des Landes“, das unter der Koordination des Landes vor einigen Jahren gestartet ist und 2025 weiter konkretisiert wurde. Erstmals in Südtirol werden dabei Cargo-Drohnen eingesetzt, um Schutzhütten zu versorgen. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Technologieunternehmen FlyingBasket, das auf Lastendrohnen spezialisiert ist.
Die ersten Tests im Sommer 2025 liefen erfolgreich: Vier Schutzhütten - die Payerhütte, die Berglhütte, die Teplit-
zer Hütte und die Flaggerschartenhütte - wurden mit 21 Drohnenflügen versorgt. Insgesamt beförderten sie rund 1.000 Kilogramm Material in die Berge, auf Höhen von über 3.000 Meter Seehöhe. Lebensmittel wie Eier, Milch, Brot und Apfelsaft, aber auch schwere und sperrige Güter wie Feuerlöscher, Bierfässer, Holzbriketts und Öl wurden auf die Hütten gebracht. Die Flugdauer lag zwischen zweieinhalb und fast fünf Stunden am Tag. Dabei transportierten die Drohnen 90 bis 120 Kilogramm pro Stunde. „Es hat sich gezeigt, dass das System technisch und organisatorisch gut funktioniert”, sagt der Landesrat für Hochbau, Valorisierung des Vermögens, Grundbuch und Kataster Christian Bianchi, der gemeinsam mit Flyingbasket-Geschäftsführer und Mitgründer Moritz Moroder die Ergebnisse der Tests im Sommer 2025 vorgestellt hat. „Eine sichere Versorgung der Schutzhütten mit Drohnen ist möglich, das haben die Tests bewiesen.” Das Land setze sein Engagement für eine nachhaltige Versorgung der
Hütten fort und bringe ökologische und digitale Innovation auch in abgelegene Gebiete, so Bianchi. Die Vorteile liegen sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich klar auf der Hand: Drohnen produzieren keine direkten CO₂-Emissionen und sind deutlich günstiger als Helikopter. „Ein herkömmlicher Helikopterflug von zehn Minuten kostet etwa 950 Euro und verursacht 79 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Mit Drohnen fallen diese Emissionen vollständig weg”, erklärt Bianchi. Zudem erlauben Drohnen häufigere, flexible Lieferungen kleiner Mengen, was ideal für frische Produkte ist. Außerdem verursachen sie weniger Lärm und geringere operative Risiken. Payerhütte im Ortlergebiet. Am Projekt beteiligt war auch die auf 3.029 Meter Seehöhe gelegene Payerhütte – sie thront auf einem Felsgrat am Ortler, mit Blick auf die Täler Trafoi und Sulden. „Drohnenflüge sind für uns sehr interessant, weil sie uns unabhängiger vom Helikopter
◀ Im Vergleich zu Helikopterflügen verursachen Drohnen keine direkten CO₂Emissionen und sind deutlich günstiger. Außerdem ermöglichen sie häufigere Lieferungen kleiner Mengen.
nëus 6/2025
Innovation & Nachhaltigkeit
Lastendrohnen für Schutzhütten: Auch die Payerhütte, auf 3.029 Meter Seehöhe am Fuße des Ortlers gelegen, war am Projekt beteiligt.
machen“, sagt Hüttenwirt Bernhard Wöll, dessen Familie die Hütte seit Jahrzehnten führt. „Der Helikopter ist nützlich, aber sehr teuer. Man muss lange planen, weil er nicht für ein paar Kilo startet, sondern nur für große Mengen“, sagt Wöll. Dieser Nachteil führe dazu, dass man immer für zwei bis drei Wochen Vorräte haben müsse, während die Drohnen hingegen frische Ware und flexible Lieferungen ermöglichen würden. Wetter und logistische Engpässe kommen bei Hubschrauberflügen dazu. „Der Helikopter fliegt nur bei guten Wetterbedingungen, und wenn viele Gäste auf der Hütte sind, ist es herausfordernd, die Ware schnell entgegenzunehmen“, erzählt Wöll. „Allerdings: Während solche Warenlieferungen für uns Hüttenwirte Stress bedeuten, sind die Landung und der Abflug eines Helikopters für die Hüttengäste meist eine Attraktion und alle strömen aus der Hütte, um zuzuschauen“, sagt Wöll schmunzelnd.
nëus 6/2025
Drohnen und Helikopter schließen einander nicht aus. Tradition und Innovation können gut zusammenarbeiten. „Die Payerhütte liegt in einer strategischen Position am Fuße des Ortlers. Für uns wäre also auch eine Materialseilbahn ideal und mit einer Kombination aus Helikopter und Drohnen könnten wir vieles effizienter lösen“, erklärt der Hüttenwirt. Dann könne der Helikopter schwere Güter, Getränke oder haltbare Lebensmittel bringen und die Drohnen frische Produkte wie Sahne, Brot und Milch. Offen bleibe der wirtschaftliche Aspekt. „Für mich wäre es interessant, wenn es auch kostengünstiger wäre“, merkt Wöll an.
Flugrouten zu suchen und den halbautomatischen Modus zu testen.“ Ziel des Projekts sei die vollständige Automatisierung, so Moroder: „Diese Zusammenarbeit ist Teil eines größeren Projekts für ein hochautomatisiertes Transportsystem. Schon im vergangenen Sommer lieferten die meisten Drohnen ihre Fracht fast völlig automatisiert auf die Schutzhütten. Nur eine Person überwachte am Boden den Flug“, berichtet Moroder und erläutert die Idee von FlyingBasket: „Eine Drohne soll dauerhaft im Tal einsatzbereit stationiert sein und bei Bedarf automatisiert starten und landen sowie sich selbst beladen.“
Automatisierung als Ziel. Auch für Moritz Moroder vom Technologieunternehmen FlyingBasket sind die ersten Tests sehr gut gelaufen, trotz kleiner Schwierigkeiten: „Wir mussten Höhen erreichen, die unsere Konkurrenz nicht erreichen könnte. Dieses Jahr haben wir Flüge mit geringem Gewicht abgewickelt, um die besten
Während das noch Zukunftsmusik ist, zeigt sich Hüttenwirt Wöll derweil zufrieden: „An den Testtagen waren viele Paragleiter unterwegs, aber alles hat besser funktioniert als erwartet. Man hat mir gesagt, dass man die Payerhütte problemlos mit Drohnen versorgen kann. Somit werden wir sicher in diese Richtung weiter experimentieren.”
Stellten die Ergebnisse der im Sommer 2025 durchgeführten Tests vor (von links): Maximilian Dusini, Direktor des Landesamtes für Vermögensgüter, Daniel Bedin, Direktor des Ressorts für Hochbau, Valorisierung des Vermögens, Grundbuch und Kataster, Moritz Moroder (FlyingBasket), Landesrat Christian Bianchi sowie Matthias Moroder und Tanguy Gerniers (FlyingBasket). Foto: Gianluca Crocco
Foto: Monika Pichler
28
Innovation & Nachhaltigkeit
29
Für die nachhaltige Entwicklung Südtirols Bis 2027 soll die Wirtschaftsplattform 2030 ein programmatisches Dokument zur wirtschaftspolitischen Ausrichtung Südtirols vorlegen. Ein Ort für einen strategischen Austausch und für die Förderung von Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und wirtschaftlicher Entwicklung: Mit diesem Ziel ist die Wirtschaftsplattform 2030 im Herbst gestartet. Darin vernetzt sind Institutionen, Wirtschaftsverbände und Wissenschaft. Den Impuls dazu hatte Marco Galateo, Landesrat für Wirtschaftsentwicklung, mit einem Beschluss im Februar 2025 gegeben. Geplant ist, innerhalb 2027 ein programmatisches Dokument für die Landesregierung zu erstellen.
Foto: Fabio Brucculeri
Schlüsselthemen im Fokus. Die Netzwerkarbeit ist ein wichtiger Aspekt, den die Wirtschaftsplattform 2030 erfüllen soll, um Südtirol innovativ, wettbewerbsfähig und nach-
haltig weiterentwickeln zu können. Dafür kommen Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen und Ebenen zusammen, um über aktuelle Schlüsselthemen zu beraten. Institutionen, öffentliche Körperschaften, Wirtschaftsverbände sowie Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich Wissenschaft tauschen sich dabei aus, analysieren Szenarien und entwickeln dabei Wachstumsstrategien. Beleuchtet werden die Themen aus unterschiedlichsten Perspektiven und mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Vom Humankapital über den Wohnungsmarkt, von der demografischen Entwicklung hin zu einer künftigen Positionierung Südtirols auf der staatlichen und globalen Bühne.
Netzwerk zu Schlüsselthemen: Im Herbst 2025 haben sich die Mitglieder der neuen Wirtschaftsplattform 2030 erstmals in Bozen getroffen.
Dichtes Netzwerk an Partnern. Mit der Wirtschaftsplattform 2030 wird ein neuer, innovativer Weg beschritten, der stets künftige Herausforderungen im Blick hat. Breit abgestimmte und mittelfristig ausgerichtete Leitlinien sollen die Wirtschaftspolitik des Landes dabei unterstützten. Die Breite des Netzwerkes und die Zahl der Partner waren bei der Auftaktveranstaltung auch am Podium und im Publikum sichtbar: Neben Vertretungen aus der Landesverwaltung und der Politik waren auch Forschungseinrichtungen wie die Freie Universität Bozen, Eurac Research und NOI Techpark anwesend. Gemeinsam soll nun am programmatischen Dokument gearbeitet werden: Dafür treffen sich die Mitglieder der Plattform bereits im Jänner 2026 wieder. Aktiv unterstützt werden sie dabei auch von Wirtschaftslandesrat Galateo, der in diesem Zusammenhang bereits mehrmals festhielt, dass „der wirtschaftliche Wandel alle angeht: diejenigen, die produzieren, diejenigen, die konsumieren aber auch diejenigen, die den Wandel nicht wahrnehmen.“ tl/ck
Alle Informationen zur Wirtschaftsplattform 2030
nëus 6/2025
30
Service
Zentrum für Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung Foto: Fabio Brucculeri
Mehr Service unter einem Dach. Gleich zwölf Einrichtungen der Landesverwaltung arbeiten seit Oktober im WaltherPark in Bozen. Das neue Landesgebäude in der Garibaldistraße in Bozen gleich neben dem Bahnhof soll für moderne Arbeitsräume, kurze Wege und eine effiziente Organisation der Landesverwaltung stehen. Auf rund 7.500 Quadratmetern sind nun verschiedene Dienste der Landesverwaltung vereint: das Ressort Europa, Arbeit und Personal, die Landesagentur für die Gewerkschaftsbeziehungen, die Abteilung Innovation, Forschung, Universität und Museen mit ihren Ämtern für Innovation und Technologie, Wissenschaft und Forschung sowie Museen und museale Forschung. Auch die Abteilung Wirtschaftsentwicklung mit den Ämtern für Handwerk und Gewerbegebiete, Industrie und Gruben sowie Handel und Dienstleistungen ist eingezogen, ebenso das Amt für Landessprachen und Bürgerrechte, die Dienststelle für Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen und das Frauenbüro.
Vereinbarung Land-Gemeinde. Möglich wurde das Projekt durch eine Vereinbarung aus dem Jahr 2016. Das Land Südtirol überließ der Gemeinde Bozen den früheren Sitz der Handelskammer, der abgerissen wurde. Im Gegenzug erhielt die Landesverwaltung kostenlos das neu errichtete Gebäude im WaltherPark. „Wir haben jetzt mehr Fläche und mehr Qualität, also ist unsere Rechnung aufgegangen“, bilanziert Landeshauptmann Arno Kompatscher. Auch Personallandesrätin Magdalena Amhof zeigt sich zufrieden: „Wir fühlen uns in den neuen Räumlichkeiten wohl. Bisher waren unsere Büros an verschiedenen Orten untergebracht, nun können die Dienste leichter zusammenarbeiten.“ Mit dem Umzug von 171 Mitarbeitenden in das neue Gebäude werden Räume in der Brennerstraße und der Raiffeisenstraße frei, die künftig anderen öffentlichen Diensten zur Verfügung stehen. „Damit wollen wir Mietkosten senken und den eigenen Gebäudebestand besser nutzen“, sagt Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi. san
Offenes Ohr in schweren Momenten Krisentelefon. Nicht für alle ist Weihnachten oder der Winter eine fröhliche Zeit. Gerade in diesen Wochen können Einsamkeit, Sorgen oder Konflikte besonders belasten. Wer sich überfordert fühlt oder nicht mehr weiter weiß, findet beim Psychologischen Krisentelefon des Sanitätsbetriebs unter der Grünen Nummer 800 101 800 kostenlos Hilfe, und zwar rund um
nëus 6/2025
die Uhr. Am anderen Ende der Leitung hören ausgebildete Psychologinnen und Psychologen zu, beruhigen und helfen, wieder Halt zu finden. Bei Bedarf vermitteln sie an andere Stellen weiter. Das Krisentelefon richtet sich vor allem an Menschen in akuten seelischen Krisen und ergänzt bestehende Dienste wie die Telefonseelsorge der Caritas und Telefono Amico. san
Foto: Pexels
Vorteilhafte Lösung: Im WaltherPark wurden für die Landesverwaltung moderne Büros geschaffen.
Das Psychologische Krisentelefon des Sanitätsbetriebs bietet rund um die Uhr kostenlose Unterstützung für Menschen in akuten seelischen Krisen.
Service
Beratung: Das Wissen um eine sachgemäße Holzverbrennung ist entscheidend, um Emissionen zu vermeiden.
Umweltverträgliches Heizen mit Holz will gelernt sein. Gerade bei kleineren Holzheizungen wie Kachelöfen, Küchenherden und Kaminöfen kommt es auf das richtige Betreiben der Anlage an. Die Landesagentur für Um-
Kostenlos impfen lassen
welt und Klimaschutz setzt die Sensibiliserungskampagne „Heizen mit Holz… aber richtig“ mit der Berufsgruppe der Kaminkehrer im Landesverband der Handwerker (lvh) und der Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus fort. Im öffentlichen Raum sowie online machen großflächig Plakate und Werbespots die Bevölkerung auf die Bedeutung des richtigen Heizens mit Holz aufmerksam. Zudem bieten rund 20 Kaminkehrerbetriebe in ganz Südtirol eine Beratung zum richtigen Anfeuern mit Holz an: Dabei geht es um die richtige Auswahl und Lagerung des Brennstoffs, das korrekte Befüllen des Ofens und das richtige Anzünden sowie die regelmäßige Reinigung und Wartung der Heizanlagen. mpi
So hat Grippe keine Chance. Mit der kalten Jahreszeit tritt Grippe verstärkt auf. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und Kleinkinder. Deshalb empfehlen Ärztinnen und Ärzte die Impfung vor allem diesen Gruppen und ihren Angehörigen. Auch diesen Winter ist die Grippeimpfung kostenlos. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb bietet allen den Grippe- sowie auch Covid-Impfstoff an. Geimpft werden kann bei den Impfzentren des Südtiroler Sanitätsbetriebs nach telefonischer Vormerkung über die Einheitliche Landesvormerkzentrale unter der Nummer 100 100 mit den Vorwahlen 0471, 0472, 0473 oder 0474, bei den Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin, Kinderärztinnen und Kinderärzten freier Wahl und in jenen Apotheken, die sich an der Impf-Aktion beteiligen. san
Heizen mit Holz
Foto: Greta Stuefer
Foto: Fabio Brucculeri
Weniger Emissionen, mehr Lebensqualität
31
Foto: Matteo Rubatscher
Naturparkhäuser öffnen im Winter
„Die Grippeimpfung hilft, besonders gefährdete Menschen zu schützen und das Gesundheitssystem zu entlasten“, betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner.
Winterliches Naturparkhaus Fanes-Sennes-Prags: Ab 2. Jänner wieder geöffnet.
Blick in die Natur. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Am 2. Jänner 2026 starten die Naturparkhäuser Schlern-Rosengarten in Seis, Puez-Geisler in Villnöss, Fanes-Sennes-Prags in St. Vigil in Enneberg, Drei Zinnen in Toblach und Rieserferner-Ahrn in Sand in Taufers in die Wintersaison. Neben den interakti-
ven Dauerausstellungen warten unterschiedliche Sonderausstellungen und ein buntes Rahmenprogramm auf die Besucherinnen und Besucher. Für naturinteressierte Kinder werden Kinderwerkstätten angeboten. Die Naturparkhäuser sind von Dienstag bis Samstag geöffnet, an Feiertagen sind sie geschlossen. Der Eintritt ist frei. mpi
Alle Infos zu den Südtiroler Naturparkhäusern
nëus 6/2025
32
Andersrum
Sechs Fragen zum Biathlon
WIE LANG IST DIE STRAFRUNDE IM BIATHLON? A: 150 Meter B: 50 Meter
B: 235 millimetri A: 115 millimetri
IN WELCHER ENTFERNUNG BEFINDEN SICH DIE ZIELE, DIE DIE BIATHLETINNEN UND BIATHLETEN TREFFEN MÜSSEN? A: 50 Meter B: 20 Meter C: 75 Meter
Der Biathlon entstand im 18. Jahrhundert in Skandinavien. Seit den Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley sind die Männer-Bewerbe Teil des olympischen Programms, seit 1992 auch jene der Frauen.
nëus 6/2025
Foto: NordicFocus
QUAL È IL DIAMETRO DEL BERSAGLIO NEL TIRO A TERRA DEL BIATHLON?
Foto: Fabio Brucculeri
3
C: 45 millimetri
C: 2 Kilometer
2
1
Foto: NordicFocus
In wenigen Wochen starten die Biathlon-Bewerbe der Olympischen Winterspiele 2026 in Antholz (8.-21. Februar). Testen Sie Ihr Wissen und versuchen Sie, bei unserem Biathlon-Quiz ins Schwarze zu treffen (Lösungen auf Seite 4).
32
Sottosopra
Sei domande sul biathlon, “sparate” e provate a fare centro
4
Foto: NordicFocus
Lo storico appuntamento olimpico di Anterselva (8-21 febbraio) si avvicina. Ma quanto ne sapete della disciplina sportiva del biathlon? Vi proponiamo un quiz (con le soluzioni a pagina 4). QUANTE MEDAGLIE OLIMPICHE HA VINTO DOROTHEA WIERER? A: 2 B: 3 C: 7
C: 9 Parabellum B: 22 LR A: 44 Magnum Foto: NordicFocus
WELCHES KALIBER HABEN DIE GEWEHRE IM BIATHLON?
Foto: Fabio Brucculeri
5
6
QUANTI SONO I FORMAT DI GARA DEL BIATHLON ALLE OLIMPIADI?
A: 10 B: 4 C: 6
Il biathlon è presente nel programma olimpico a partire dai Giochi di Squaw Valley del 1960. Le competizioni femminili sono state regolamentate nel 1980 e sono state inserite nel programma olimpico dal 1992.