Die Zeitschrift des Landes Südtirol La revista dla Provinzia autonoma de Bulsan
Südtirols Bürgerportal zeigt sich in neuem, intelligentem Gewand Schnell.
Natur & Lebensraum
Wasserkraft und Klimaschutz: Südtirol ist gut gerüstet
Leben & Gemeinschaft Persönlich und international: Medizin studieren in Bozen
Innovation & Nachhaltigkeit Künstliche Intelligenz in der Schule: Ein Blick in die Zukunft
Liebe Leserinnen, liebe Leser, Neugier statt Sorge, das wünsche ich Ihnen, wenn Sie das neue Bürgerportal myCIVIS ab dem 24. Februar erstmals nutzen. Das Land Südtirol setzt damit einen Schritt, der unseren Alltag einfacher machen soll. Digitale Dienste und künstliche Intelligenz sind keine Blackbox, die über uns entscheidet, sondern Werkzeuge, die uns die Hand reichen, die uns behilflich sind: verständlich, rund um die Uhr, ohne Amtswege und Wartezeiten. Sie fragen, die Verwaltung antwortet – schnell, zielgerichtet und zunehmend vorausschauend. So soll wieder mehr Zeit für das Wesentliche vorhanden sein: für Familie, Arbeit, Ehrenamt, Leben.
Ja, anfangs wird es Kinderkrankheiten geben. Das ist normal – und vorübergehend. Entscheidend ist die Richtung: Das Land Südtirol gestaltet die digitale Transformation mit Maß und Ziel, Schritt für Schritt, transparent und sicher. Auf diesem Weg soll niemand zurückgelassen werden. Wer Unterstützung braucht, findet sie immer öfter direkt vor Ort: in den DigiPoints und anderen Anlaufstellen, wo Menschen persönlich helfen, erklären, zeigen. Digitalisierung heißt in Südtirol: gemeinsam vorwärts.
Mit der Implementierung von KI zeigt die öffentliche Verwaltung Haltung: nicht bewahren um des Bewahrens willen, sondern mutig modernisieren – zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Denn die digitale Entwicklung macht ohnehin nicht Halt. Statt ihr hinterherzulaufen, ist es klüger, sie sofort und verantwortungsvoll zu nutzen.
Und während myCIVIS startet, ist Südtirol noch beeindruckt von all den Emotionen, die uns die Olympischen Winterspiele 2026 beschert haben. Wir zeigen in der aktuellen Ausgabe von nëus in der Rubrik „ Im Blick“ bewusst die Ankunft der olympischen Fackel, die mehr war als ein symbolischer Moment – sie ist ein Versprechen, Großes gemeinsam zu stemmen. Südtirol hat gezeigt, was möglich ist, wenn wir Tradition, Offenheit und Zukunftssinn vereinen. Gute Lektüre!
Ursula Pirchstaller
Die Kraft des Sports und des Friedens
Die olympische Flamme: Symbol für Einheit, Hoffnung und Frieden. Auch Tausende Südtiroler, von Toblach bis Bozen, vom Kronplatz und vom Langkofel über Antholz, dem Austragungsort der olympischen Biathlonwettbewerbe, bis ins Grödnertal, nach Meran oder an die Südtiroler Weinstraße, nahmen diese starke Botschaft beim Fackelzug durch Südtirol auf. Überbracht wurde sie durch die Leidenschaft und authentische Freude der Fackelläuferinnen und Fackelläufer, die das olympische Feuer an drei Etappen seiner langen Reise begleitet haben. Eine Reise, die am 6. Februar in Mailand mit der offiziellen Eröffnung der Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 endete. Ein einzigartiges Ereignis, das die Geschichte des Sports in Südtirol neu schreibt. tl/mpi
Die jungen Langläufer der Toblacher Skischulen haben am 27. Jänner in Toblach die Reise der olympischen Flamme in Südtirol eröffnet.
Foto: Fabio Brucculeri
IMPRESSUM
Herausgeber:
Autonome Provinz Bozen, Ort: Bozen
Eintragung beim Landesgericht
Bozen: Nr. 32/1991
Presserechtlich verantwortlich:
Margit Piok (pio)
Koordination:
Maurizio Di Giangiacomo (mdg)
Monika Pichler (mpi)
Redaktion:
Maja Clara (mac)
Elisa Egidio (ee)
Carmen Kollmann (ck)
Thomas Laconi (tl)
Gabriel Marciano (gm)
Ursula Pirchstaller (pir)
Angelika Schrott (san)
Guido Steinegger (gst)
Katharina Trocker (kat)
Weitere Beiträge und Übersetzungen dieser Ausgabe:
Lawinenkommissionen mit mehr als 2000, großteils ehrenamtlichen Mitgliedern sind in Tirol, Südtirol und Trentino aktiv. Um ihre Arbeit sicherer, effizienter und einfacher zu machen, hat die Euregio gemeinsam mit Experten der drei Länder zwei Jahre lang im Projekt „Cairos“ zusammengearbeitet: So entstanden grenzübergreifende, vereinheitliche Standards,
Ortspolizei im Aufwind
gemeinsame Ausbildungsprogramme, innovative, speziell auf die Bedürfnisse von Lawinenkommissionen zugeschnittene Lawinenkarten und eine neue Softwareplattform mit App. Nun ist die über das Interreg-Programm der EU finanzierte Entwicklungsarbeit abgeschlossen und die zuständigen Institutionen der drei Länder übernehmen sie im Regelbetrieb. gst
Die Ortspolizei soll nicht nur kontrollieren, sondern ein verlässlicher Partner im Präventions- und Sicherheitssystem in den Gemeinden sein.
Mehr und besser ausgebildete Ortspolizeikräfte. Die Landesregierung hat im Dezember den Gesetzentwurf zur „Ordnung der Ortspolizei“ beschlossen. Damit soll die Ortspolizei aufgewertet, personell verstärkt und besser ausgebildet werden. Jede Gemeinde soll künftig über ein eigenes Korps verfügen. Der Landtag wird sich in Kürze mit dem Gesetzentwurf auseinandersetzen. Geplant sind Einheiten mit einer Mindestzahl an Ortspolizisten. Durch eine Anreizfinanzie -
rung sollen die Gemeinden motiviert werden, ihre Korps zu bilden, bzw. auszubauen oder eine übergemeindliche Zusammenarbeit anzustreben.
Besonderen Wert legt Sicherheitslandesrätin Ulli Mair darauf, dass die Ortspolizei nicht nur kontrollieren, sondern als verlässlicher Partner im Präventions- und Sicherheitssystem agieren soll. Grundausbildung und ständige Weiterbildung werden verpflichtend. pir
Kunst unter einem Dach
Das neue Kulturgüterdepot des Landes in Neumarkt soll ein Ort der Aufbewahrung, Restaurierung, Sammlung, Forschung und Ausstellung sein.
Neues Kulturgüterdepot. In Neumarkt entsteht ein modernes Kulturgüterdepot für die mehr als eine Million Objekte aus den Magazinen aller Südtiroler Museen und Sammlungen. Das neue Kulturgüterdepot wird eine Einrichtung mit höchsten technischen Standards sein, die für den größtmöglichen Schutz der Werke ausgelegt ist. Es wird nicht nur ein Ort der Aufbewahrung sein, sondern auch ein Zentrum für Restaurierung, Sammlung und Forschung mit Ausstellungsräumen, die der Bevölkerung zugänglich sind, einem Konferenzsaal
Rendering: Land Südtirol
1,46 Milliarden für Südtirols Zukunft
und Räumlichkeiten, die allen kulturellen Einrichtungen zur Verfügung stehen.
Das Projekt umfasst Gesamtkosten von 85,56 Millionen Euro. Dank einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) kann die Infrastruktur mit einem öffentlichen Beitrag von 41,9 Millionen Euro realisiert werden. Anschließend zahlt das Land 17 Jahre lang eine Nutzungsgebühr in Höhe von 6,7 Millionen Euro pro Jahr. Nach Ablauf dieses Zeitraums geht die Anlage in das Eigentum des Landes über. mac
Bewusst umgehen mit Alkohol
Feiern mit Maß. Fasching, Geburtstag, geselliges Beisammensein – Alkohol gehört für viele dazu. Doch immer mehr Studien zeigen: Für die Gesundheit gibt es keine risikofreie Menge Alkohol. Heute sprechen führende Gesundheitsorganisationen nicht mehr von „sicheren Grenzwerten“, sondern sie stellen klar: Am besten für die Gesundheit ist kein Alkohol.
„Rund 50 Prozent unserer Gesundheit hängen davon ab, wie wir leben, also wie viel wir uns bewegen, was wir essen und auch wie wir mit Alkohol
umgehen“, sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner, der dazu rät, mit Blick auf die eigene Lebensqualität bewusst zu verzichten. Fachleute raten zu möglichst wenig Alkohol, idealerweise zu alkoholfreien Tagen pro Woche. Rauschtrinken sollte man ganz vermeiden. Für Kinder, Jugendliche sowie Schwangere gilt: kein Alkohol. Wer bewusster trinkt oder Pausen einlegt, tut sich und seinem Körper etwas Gutes. Gerade rund ums Feiern lohnt es sich, Alternativen zu suchen und den Fokus auf das Wohlbefinden zu legen. san
Umsetzung des PNRR läuft. Der Nationale Wiederaufbau- und Resilienzplan (PNRR) treibt die Modernisierung des Landes voran: Mit 4169 genehmigten Projekten werden 1,46 Milliarden Euro in Südtirol investiert. Schwerpunkte sind Digitalisierung, Bildung, Gesundheit, nachhaltige Mobilität, soziale Inklusion und ökologische Transformation. Laut PNRR-Taskforce der Landesverwaltung geht die Umsetzung ohne größere Schwierigkeiten voran. Als Leuchtturm-Vorhaben gelten das „Hydrogen Adige Valley“ in Bozen-Süd, in dem 1700 Kilogramm Wasserstoff pro Tag produziert und damit 180 SASA-Busse versorgt werden sollen. Beiträge in Millionenhöhe fließen auch in das Vorhaben „Simply Digital“, das die Entwicklung des neuen MyCIVIS-Portals sowie ein KI-Servicecenter und den Ausbau der DigiPoints in Südtirol umfasst. pir
180 SASA-Busse sollen bis 2030 mit Wasserstoff betrieben werden. Dieser wird im über das PNRR-finanzierten „Hydrogen Adige Valle“ in Bozen-Süd produziert.
„Der
11. September 2001 hat meinen Weg in die Politik geprägt“
Die Wendepunkte von Marco Galateo: das Vorstellungsgespräch mit dem TV-Unternehmer Rolando Boesso, die Begegnungen mit Urzì und Biancofiore und der Anruf von Giorgia Meloni.
Marco Galateo wurde am 29. Oktober 1979 in Meran geboren und ist in Bozen aufgewachsen. Er maturierte 1999 an der Handelsoberschule „Cesare Battisti“ (Fachrichtung Programmierer). Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Trient, schloss das Studium jedoch nicht ab. Im Jahr 2010 bestand er die Staatsprüfung als Finanzberater. Er verfügt über umfangreiche Berufserfahrung im Medienbereich (Fernsehen, Radio und Printmedien), als Handelsvertreter, Finanzberater sowie als Verkaufsleiter eines großen Unternehmens. 2015 wurde er erstmals in den Gemeinderat der Stadt Bozen gewählt. 2022 rückte er für Alessandro Urzì in den Südtiroler Landtag nach und wurde 2023 bestätigt. Seit dem 1. Februar 2024 ist er Landesrat für Italienische Bildung und Kultur, Wirtschaftliche Entwicklung und Landeshauptmannstellvertreter. Er ist mit Brigita verheiratet und Vater von drei Töchtern: einer Elfjährigen und achtjährigen Zwillingen.
Landesrat Galateo, wo liegen die Wurzeln Ihrer Familie?
Auf meine Wurzeln bin ich sehr stolz. Meine Eltern stammen aus Apulien, genauer aus Trani. Mein Vater war beim Militär und diente seit den 1970er-Jahren beim 3. Regimentskorp Savoia Cavalleria in Meran. Heute ist er in Pension. Meine Mutter war Hausfrau. 1985 kam unsere Familie nach Bozen. Seit 13 Jahren lebe ich in der Mailandstraße, im Herzen des italienischsprachigen Bozens.
Herr Galateo, was wollten Sie nach der Matura werden?
Ich schrieb mich für das Jusstudium in Trient ein, vor allem dank meiner Lehrer für Recht, Betriebswirtschaft und Buchhaltung an der Oberschule, die mich sehr geprägt haben. Diese Fächer faszinierten mich. Ich besuchte auch Gerichtsverhandlungen, unter anderem zum Fall Waldner. Mit der Zeit wurde mir jedoch klar: Gesetze zu studieren, ist interessant, aber sie selbst zu schreiben und mitzugestalten, ist für die Bürgerinnen und Bürger noch wertvoller.
…und dann landeten Sie plötzlich vor der Kamera.
An einem Samstag, kurz nach meiner Maturaprüfung, ging ich spontan zu Video33. Ein erfahrener Journalist
öffnete mir die Tür. Ich erzählte ihm, dass es immer mein Traum gewesen sei, dort zu arbeiten. Er ging sofort zum Eigentümer des Senders, Präsident Rolando Boesso, der mich zum Gespräch empfing und mit den Worten begrüßte: „Da sind Sie ja, ich habe schon lange auf Sie gewartet.“ Dann erklärte er mir, dass junge Menschen nicht nur zuhören, sondern auch handeln können sollten. Er lud mich ein, bereits am darauffolgenden Montag die Nachrichten zu moderieren. So begann meine journalistische Laufbahn. Später habe auch ich versucht, jungen Menschen Chancen zu eröffnen und ihnen Verantwortung zu übertragen.
Es folgten Stationen bei Rttr, Rtt Radio, Radio Dolomiti sowie einige Erfahrungen in der Print- und Onlinepresse.
Der Tag meines Bewerbungsgesprächs mit dem Direktor von Rttr, der 11. September 2001, wurde zu einem Wendepunkt meines Lebens. Als die Twin Towers einstürzten, befand ich mich an der Tankstelle bei der Laimburg. Wenige Monate zuvor, während einer Studienreise in die Vereinigten Staaten, war ich selbst auf dem Flug New York–Salt Lake City gewesen, der später ins Pentagon stürzte. In diesem Moment wurde mir klar: Solche Ereignisse wollte ich nicht nur journalistisch begleiten. Ich musste mich persönlich engagieren, damit
Foto: Fabio Brucculeri
Text Maurizio Di Giangiacomo Übersetzung Katharina Trocker
„Als die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York einstürzten, habe ich verstanden, dass ich mich persönlich engagieren musste, damit gewisse Dinge passieren oder eben nicht passieren.“
Marco Galateo
Landesrat für Italienische Bildung und Kultur, Wirtschaftliche Entwicklung und Landeshauptmannstellvertreter
bestimmte Dinge geschehen oder eben verhindert werden. Ich holte einen Kindheitstraum hervor, den ich lange beiseitegelegt hatte: Schon als Kind hatte ich Präsident der Republik werden wollen. Deshalb trat ich der Partei Alleanza Nazionale bei, weil ich mich in deren Werten wiederfand. Später habe ich, wie man im Management sagt, mein „target“ neu ausgerichtet.
Hat Sie die Arbeit in der Kommunikation beruflich am stärksten geprägt?
Für mich heißt Kommunikation, offen zu sein. Ich zeige, was ich tue, und stelle mich auch der Kritik. Zum Glück bekomme ich aber mehr Zustimmung als Gegenwind. Die Arbeit in den Medien hat mich beruflich und persönlich stark geprägt.
Welche Wendepunkte gab es in Ihrer politischen Laufbahn?
Durch meine Arbeit in den Medien habe ich viele lokale Politiker kennengelernt. Besonders geprägt haben mich die Begegnungen mit Alessandro Urzì und später mit Michaela Biancofiore. Beide haben mir viel beigebracht. Die zweite große Wende war der Anruf von Giorgia Meloni. Ich kannte sie bereits seit 2001. Im Jahr 2016 bat sie mich, bei Fratelli d’Italia eine verantwortungsvolle Aufgabe auf nationa-
ler Ebene zu übernehmen. Sie sagte mir offen, dass sie keine Posten zu versprechen habe, sondern auf eine Gruppe von Menschen setze, die sich kennen, vertrauen und gemeinsam etwas aufbauen wollen. Dieser Moment veränderte mein Leben nachhaltig, und bis heute verbindet mich mit ihr eine enge persönliche Beziehung. Ein weiterer wichtiger Moment war die Begegnung mit Anna Scarafoni, die ich vor etwa zwanzig Jahren bei einem beruflichen Termin in einer Apotheke kennengelernt habe. Für mich ist sie bis heute eine wichtige Bezugsperson.
Sie sagen oft, dass Sie mit drei Kindern kaum Zeit für Hobbys haben. Ihre liebste Freizeitbeschäftigung?
Ich lese sehr gerne und habe auch Theatererfahrungen gesammelt. Seit einiger Zeit setze ich mir jedes Jahr eine neue persönliche Herausforderung. Ich habe Skifahren gelernt, gehe regelmäßig wandern und habe mir für 2026 vorgenommen, den Bootsführerschein zu machen. Einfach, um einmal selbst das Steuer zu übernehmen. Ob ich den Bootsführerschein dann wirklich oft nutzen werde, wird sich zeigen.
Ihre erfolgreiche Diät wurde im vergangenen Jahr stark thematisiert. Waren Sie früher schon einmal in so guter Form?
Ein junger Marco Galateo als Nachrichtensprecher bei Video33: Der Journalismus war die erste berufliche Station des heutigen Landesrates.
Dieses Interview über meine Diät wurde fast zu einem Problem, weil die Menschen mich danach fast nur noch darauf angesprochen haben. Ich habe es erst nach monatelangen Anfragen akzeptiert, um den Fokus bewusst auf das Thema Gesundheit zu lenken. Ich dachte zunächst, das würde niemanden interessieren. Doch Übergewicht ist ein ernstes gesellschaftliches Problem in der westlichen Welt. Abnehmen bedeutet, sich selbst besser zu fühlen und gesünder zu leben. Ich wollte damit anderen ein Beispiel geben. Aus meinen neuen Essgewohnheiten ist auch eine Zusammenarbeit mit dem Italienischen Roten Kreuz und der italienischen Schule entstanden: mit Erste-Hilfe-Kursen und Programmen zu einem gesunden Lebensstil in den Schulen. In einem nächsten Schritt soll ein Projekt zur Ernährungserziehung folgen.
Macht Politik dick oder schlank?
Viele Menschen sagen mir, ich wirke heute jünger. Ich persönlich habe das Gefühl, in zwei Jahren um zwanzig Jahre gealtert zu sein. Aber wenn dieses Opfer anderen hilft, dann ist es das wert. Denn wer Politik macht, tut dies letztlich, um der Gemeinschaft zu dienen.
Foto: Marco Galateo
Das Portal, das mitdenkt
Begonnen hat die Geschichte des Südtiroler Bürgernetzes 1999 als „Schaufenster“ der öffentlichen Verwaltung. Über die Jahre rückte die Interaktion mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Vordergrund. Mit dem neuen myCIVIS-Portal ab dem 24. Februar folgt ein weiterer Qualitätssprung.
Im Bürgerportal sind Informationen zu allen Diensten der öffentlichen Verwaltung abrufbar. Weiters gibt es eine Vielzahl an Kontaktmöglichkeiten, etwa über Kurznachricht, Videocall oder digitalen Assistenten.
Text Ursula Pirchstaller Foto Greta Stuefer
„Wir befinden uns auf dem Weg hin zu einer proaktiven Verwaltung, die den Bürger kennt, ihn in den Mittelpunkt stellt und zielgerichtet auf ihn eingeht.“
Josef T. Hofer
Direktor
der Landesabteilung Informatik
Wie trete ich mit meinen Kundinnen und Kunden in Kontakt? Diese Frage stellt sich jedes moderne Unternehmen und definiert ein möglichst optimales Customer Relationship Management. „Natürlich steht für uns als öffentliche Verwaltung nicht der Kunde oder die Kundin im Mittelpunkt, sondern die Bürgerin und der Bürger“, vergleicht Josef T. Hofer, der Direktor der Landesabteilung Informatik. Ein optimales Citizen Relationship Management ziele also darauf ab, die Landesverwaltung möglichst zugänglich und bürgernah zu gestalten. Dreh- und Angelpunkt des Austausches mit der Bevölkerung ist seit 1999 das Südtiroler Bürgernetz, das über die Jahre optimiert und dem technologischen Fortschritt angepasst wurde. „Die letzte Überarbeitung hat 2019 stattgefunden, als das reine Informationsportal um myCIVIS, also den persönlichen Account für den Bürger, ergänzt wurde“, erinnert sich Hofer. Vom „Schaufenster“ all jener Dinge, die die öffentliche Verwaltung für Bürgerinnen und Bürger bereitstellt, hat sich die Plattform zu einem Portal entwickelt, das nicht nur Online-Dienste anbietet, sondern auch Auskunft über persönliche Termine und den Stand der Abwicklung der eigenen Verwaltungsverfahren gibt.
Doch der technologische Fortschritt bleibt nicht stehen. Bereits vor etwa zwei Jahren wurde deutlich,
dass eine Überarbeitung und Modernisierung des Bürgerportals unabdingbar sind, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhalten. Im Rahmen des Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplans PNRR bot sich für das Land Südtirol die Möglichkeit, um Fördermittel für das Leitprojekt „Simply Digital“ anzusuchen. „Mit Erfolg“, wie Hofer betont. „Über den PNRR konnten letztlich 20 Millionen Euro nach Südtirol geholt werden, für die Modernisierung des Bürgerportals und für das Projekt ‘Fraud Management’ zur Betrugsbekämpfung.“
Proaktivität statt reiner Reaktion steht seither bei der Modernisierung der Plattform im Mittelpunkt, denn mit dem Einzug der künstlichen Intelligenz wird es möglich, Nutzerinnen und Nutzern nicht nur Antworten auf Fragen zu liefern. Die künstliche Intelligenz (KI) unterbreitet – sofern gewünscht – personalisierte Empfehlungen für weitere Dienste, erinnert an Fristen, die verfallen, und meldet Statusänderungen, wenn Anträge behandelt werden. „Wir befinden uns also auf dem Weg zu einer proaktiven Verwaltung, die den Bürger kennt, ihn in den Mittelpunkt stellt und zielgerichtet auf ihn eingeht“, sagt Hofer.
Doch die Antworten der künstlichen Intelligenz können nur so gut sein wie die Daten, mit denen diese Technologie gespeist wird. „Deshalb war es zunächst essenziell, sämtliche
Dienste des Landes Südtirol neu und einheitlich zu beschreiben“, betont Lorenz Corradini, Program Manager der Südtiroler Informatik AG (SIAG). Bei fast 1000 Diensten, die das Land Südtirol bietet, eine Mammutaufgabe, die jedoch gestemmt werden konnte: „Wichtig war dabei, eine möglichst natürliche, einfache Sprache zu verwenden. Genau jene Sprache, die die Bürger in der Suchmaske letztendlich verwenden.“ Die genaue Bezeichnung des Dienstes oder ein Schlagwort zu kennen, ist damit nicht mehr notwendig. Es genügt, dem Chat-Bot eine konkrete Frage zu stellen und der Weg zur Wettbewerbsanmeldung, zur Terminbuchung oder zum Beitragsformular ist frei. „Über die Plattform ist es möglich, auf etwa 300 weitere IT-Dienste zuzugreifen, die derzeit schrittweise technisch angepasst werden“, schildert Lorenzo Dell’Amico von der SIAG. Durch die Einführung der künstlichen Intelligenz sollen noch mehr Bürgeranfragen bereits beantwortet sein, bevor Ämter kontaktiert werden müssen – rund um die Uhr und sieben Tage in der Woche.
Service-Desk ab 24. Februar. Was jedoch, wenn der Chat-Bot zu keinem befriedigenden Ergebnis führt? Ist die Anfrage so spezifisch, dass die KI oder der traditionelle Suchkanal auf der Plattform nicht weiterhelfen können, steht ab 24. Februar mit dem Service Desk eine Reihe weiterer und neuer Möglichkeiten der Kontaktaufnah-
me zur Verfügung. Dazu zählen Telefonkontakte (auch mit Call-me-backFunktion) genauso wie SMS- oder WhatsApp-Anfragen, Online-Formulare, Video-Anrufe (digitale Schalter) oder der klassische Schaltertermin, der über das Portal vereinbart werden kann. Wer in der digitalen Welt noch unsicher unterwegs ist, hat weiters die Möglichkeit, sich an einen digitalen Tutor vor Ort zu wenden. Dabei handelt es sich um Anlaufstellen, sogenannte Digi Points, die in zahlreichen Gemeinden des Landes vorhanden sind und die in digitalen Belangen Beratung und Hilfestellung anbieten. Denn zurücklassen will das Land Südtirol auf dem Weg der digitalen Transformation niemanden.
Vorteile mit dem Login. Das Einverständnis der Bürgerinnen und Bürger ist bei der Nutzung des neuen myCIVIS grundlegend, aber nicht unabdingbar. Wer sich erstmals auf die Homepage begibt, wird dazu aufgefordert, sich einzuloggen und die eigenen Daten einzugeben. Wer das nicht möchte, kann die Seite dennoch nutzen – allerdings mit einem Qualitätsunterschied. „Es ist klar, dass die KI-gestützte Suche besser funktioniert, wenn sie den Bürger bzw. die Bürgerin kennt. Die Magie geschieht so gesehen mit dem Login“, bemerkt Stefan Gasslitter, der Generaldirektor der SIAG. Erst mit dem Login kämen die großen Vorteile der neuen Plattform zum Tragen. Dazu gehört in Kürze auch das automatische
Ausfüllen von Antragsformularen und einiges mehr. Selbstverständlich ist es jederzeit möglich, das Einverständnis erst im Nachhinein zu erteilen oder auch wieder zurückzuziehen.
Neben einer Beschleunigung bei der Informationsfindung soll das modernisierte myCIVIS auch eine Qualitätskontrolle ermöglichen. „Keine Bürgeranfrage geht verloren“, stellt Gasslitter klar. Zu jeder Anfrage wird ein Ticket eröffnet, das nach Wichtigkeit abgearbeitet wird – und das sei jederzeit nachvollziehbar und nachprüfbar. Auch das ein Vorteil zum Anruf im Amt, der nirgends erfasst wird.
An der Gestaltung der Benutzeroberfläche wurde bis zuletzt gefeilt: „Wer in das neue Serviceportal einsteigt, soll sich gut zurechtfinden und angesprochen fühlen“, erklärt Claudia Messner, die Direktorin der Agentur für Presse und Kommunikation des Landes. „Das schlanke, übersichtliche und zeitgemäße Design ist Ausdruck einer modernen und bürgernahen Verwaltung.“ Großer Wert sei auf die sprachliche Qualität und Vereinfachung der Texte gelegt worden, damit die Inhalte für die Nutzenden zugänglich und gut verständlich sind – ganz im Sinne des Servicegedankens, der hinter dem neuen Bürgerportal steht.
Bürgerportal: Vom Schaufenster
zum proaktiven Ansprechpartner
Text Monika Pichler Fotos Alperia
Alles im Fluss
Rund 90 Prozent der Stromproduktion in Südtirol stammen aus Wasserkraft. Ihr Beitrag zum Klimaschutz ist hierzulande hoch – und soll mit der Ausschreibung einiger Großkraftwerke noch gesteigert werden.
◀ 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft werden in Südtirol jährlich in rund 1000 Wasserkraftwerken verschiedenster Größe - im Bild das Kraftwerk Kardaun bei Bozen –produziert.
„Ziel der Ausschreibungen der Großkraftwerke ist es, einen möglichst großen öffentlichen Mehrwert zu gewährleisten.“
Peter Brunner Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Energie, Raumentwicklung und Sport
Das E-Auto lädt, die Wärmepumpe läuft – der Strombedarf in Südtirols Haushalten steigt. Laut Experten ist davon auszugehen, dass das in Zukunft auch so bleiben wird. Mit der Wasserkraft als wichtiger erneuerbarer Energiequelle ist das alpine Land Südtirol gut dafür gerüstet. Bereits seit dem 19. Jahrhundert spielt die Wasserkraft eine zentrale Rolle in Südtirol. Das erste große Wasserkraftwerk ging 1898 an der Grenze zwischen dem Vinschgau und dem Burggrafenamt, an der Töll, in Betrieb und nutzt bis heute das natürliche Gefälle der Etsch. Mithilfe von Turbinen und Generatoren wird die Bewegungsenergie des Wassers in Strom umgewandelt – ganz ohne fossile Brennstoffe. Solange Wasser fließt, kann umweltfreundliche Energie erzeugt werden.
5,5 Milliarden Kilowattstunden: So viel wird in Südtirol jährlich Strom aus Wasserkraft produziert. „90 Prozent der Stromproduktion aus Südtirol stammen aus der Wasserkraft. Im Sommer sind wir damit in der Stromversorgung autark“, berichtet Luca Corona vom Landesamt für nachhaltige Gewässernutzung in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz in Bozen. Dass Wasserkraftwerke dabei eine doppelte Aufgabe erfüllen können, ist das Besondere an dieser Form der Energieerzeugung: Laufwasserkraftwerke an Flüssen produzieren kontinuierlich Strom und liefern eine gleichmäßige Grundlast.
Speicherkraftwerke mit Stauseen hingegen sind in der Lage, sich flexibel an den Strombedarf anzupassen und Spitzenstrom zu produzieren. Die bestehende Speicherkapazität in Südtirol nimmt eine wichtige Rolle in der Abdeckung der Spitzenverbräuche ein. „Die Wasserkraft schafft damit – im Gegensatz etwa zur Photovoltaik und zur Windkraft – den Netzausgleich und gleichzeitig ist sie ein bedeutendes Mittel zum Abbau von Kohlendioxid“, unterstreicht Corona.
1000 Wasserkraftwerke verschiedenster Größenordnung gibt es derzeit in Südtirol. Die meisten davon – rund 800 – sind kleine Wasserkraftwerke (mit einer mittleren jährlichen Nennleistung bis 220 Kilowatt), die lokal Strom produzieren. Auf sie entfallen nur drei Prozent der Gesamtenergieproduktion aus Wasserkraft. Mittlere Wasserkraftwerke (mit einer mittleren jährlichen Nennleistung von 220 Kilowatt bis 3 Megawatt) werden in Südtirol hingegen 165 gezählt. Sie erzeugen 16 Prozent der Gesamtenergieproduktion aus Wasserkraft. Für den Löwenanteil der Energieproduktion aus Wasserkraft im Land – nämlich 81 Prozent – sind schließlich die rund 30 großen Wasserkraftwerke (mit einer mittleren jährlichen Nennleistung über drei Megawatt) verantwortlich.
Ausschreibung der Großkraftwerke. Unter ihnen sind sieben Großkraftwerke, deren Konzessionen Ende August 2025 verfallen sind. „Diese
Konzessionen können nicht mehr verlängert, sondern müssen laut EU-Vorgaben neu ausgeschrieben werden“, unterstreicht Energielandesrat Peter Brunner. Betroffen sind die Kraftwerke Prembach, Bruneck, WaidbruckBarbian, Naturns, Wiesen-Pfitsch, Marling und Graun. Während viele EU-Länder mit der Ausschreibung von Großkraftwerken zögern, habe Italien als eines der sehr wenigen Länder mit den Vorbereitungen dafür begonnen, allen voran Südtirol und die Lombardei.
„Wir sind europaweit Vorreiter, wenn es um die Ausschreibung der Wasserkonzessionen für die großen Wasserkraftwerke geht“, betont Landesrat Peter Brunner. Damit betrete man Neuland: „Es liegen, sowohl im Land als auch außerhalb, sehr geringe Erfahrungswerte vor. Wir planen daher, die sieben Großkraftwerke hintereinander auszuschreiben und mit dem Kraftwerk Graun zu beginnen.“ Die gesetzliche Grundlage für die Ausschreibung bildet das Landesgesetz 20/2023. Bereits Ende 2023 hatte sich die Landesregierung auf das Verfahren einer öffentlichen Ausschreibung geeinigt, um die sieben Konzessionen neu zu vergeben, und die vorbereitenden Tätigkeiten zum Verfahren eingeleitet.
Öffentlichen Mehrwert garantieren. Im Landesamt für nachhaltige Gewässernutzung arbeitet man mit Hochdruck daran, die europäischen Vorgaben umzusetzen und die komplexen Unterlagen zu den Kraftwerken vorzubereiten. „Es geht darum, einen fairen Wettbewerb zu schaffen und Informationsgleichheit für alle potenziellen Bewerber herzustellen“, unterstreicht Luca Corona.
Zur Ausarbeitung der Ausschreibungskriterien setzt die Landesregierung zudem einen Sachverständigenbeirat ein. „Es handelt sich dabei um einen sehr wichtigen Schritt, denn in den Ausschreibungskriterien können die Interessen des Landes, der Umwelt und des Territoriums festgelegt werden“, erklärt Landesrat Brunner. „Ziel ist es, dass ein möglichst großer öffentlicher Mehrwert garantiert wird: Dies kann durch technologische Innovationen zur Maximierung der Produktion, Leistungen zur Minimierung der Umweltbelastung oder Angebote für Umwelt ausgleichsmaßnahmen erreicht werden.“ Damit könne esunabhängig vom Betreiber, der die Konzession erhält – gelingen, Vorteile für die Umwelt und die Bevölkerung im Land zu halten.
Südtirol betritt Neuland bei der Auschreibung von Großkraftwerken: Sieben Konzessionen, darunter jene des Kraftwerks Waidbruck-Barbian (im Bild), sind neu zu vergeben.
Im Landesamt für nachhaltige Gewässernutzung sieht man das vor allem als große Chance. Die betroffenen Großkraftwerke seien seit Jahrzehnten in Betrieb, das Potenzial für Effizienzsteigerungen ist daher entsprechend groß. „Über den regulären Betrieb und die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen hinaus wird es über die Neuausschreibung möglich sein, die Anlagen nachhaltig zu modernisieren und an den steigenden Netzbedarf anzupassen“, erklärt Klaus Holzner vom Landesamt für nachhaltige Gewässernutzung. Ein höherer Benefit für das Land ist auch durch die Tatsache zu erwarten, dass die Umweltgelder ein ökonomisches Ausschreibungskriterium werden. Diese fließen an die Ufergemeinden und müssen dort in Umweltausgleichsmaßnahmen investiert werden. „Die großen Gewinner werden am Ende die Gemeinden und damit vor allem die Bürgerinnen und Bürger sein, denen die Umweltmaßnahmen und die sonstigen Zusatzeinnahmen direkt und indirekt zugute kommen“, ist Holzner überzeugt.
Was von Olympia bleibt
Mit über 400 Millionen Euro an Investitionen in Südtirol hilft Olympia 2026 beim Umsetzen des Landesplans für nachhaltige Mobilität 2035.
Sportbegeisterung und Erfolge der Athletinnen und Athleten standen bei den Olympischen Winterspielen Mailand-Cortina im Februar 2026 im Rampenlicht. Nachdem die Scheinwerfer aus sind, bleiben daneben vor allem die Infrastrukturen, die dank Olympia in Südtirol realisiert wurden. Die Spiele haben nämlich erhebliche Investitionen von außerhalb Südtirols angezogen: Dabei flossen Gelder nicht nur in Sportanlagen, sondern vor allem in die Mobilitätsinfrastruktur. Somit wurden entscheidende Impulse zur Umsetzung des Landesplans für nachhaltige Mobilität 2035 gesetzt, heißt es aus dem Mobilitätsressort des Landes.
400 Millionen Euro fließen nach Südtirol. An erster Stelle steht die Pustertalbahn, in die der italienische Schienennetzbetreiber RFI zehn Millionen Euro für Arbeiten an der Strecke investiert hat. Seit 27. Jänner fährt die Bahn wieder. Hinzu kommt die Bahnschleife im Riggertal, an der noch gebaut wird und die die Fahrtzeit vom Pustertal nach Brixen und Bozen um rund 15 Minuten verkürzen soll. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 251 Millionen Euro, davon stammen 50 Millionen Euro aus dem Fonds für Entwicklung und Kohäsion (FSC), 14 Millionen Euro aus dem nationalen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) und der Rest aus staatlichen Mitteln. Und es gibt weitere Projekte, die vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr, von RFI sowie von SIMICO, Infrastrukturengesellschaft MailandCortina 2026, finanziert werden und den Menschen in Südtirol zugutekommen sollen.
Insgesamt belaufen sich die Investi-
Die Arbeiten in Schabs in der Nähe des künftigen Bahnhofs und an der Riggertalschleife laufen auf Hochtouren. Die Züge der Pustertalbahn verkehren seit 27. Jänner wieder.
tionen, die das Land für diese Maßnahmen nach Südtirol holen konnte, auf über 400 Millionen Euro. „Durch die Investitionen werden Mobilität und Lebensqualität verbessert und zugleich wird die Südtiroler Wirtschaft gestärkt“, sagt Infrastrukturen- und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.
91 Millionen Euro investiert zudem das Land Südtirol. In Antholz wurde mit einer Investition von 3,8 Millionen Euro eine Brücke entlang der Landesstraße neu errichtet. Derzeit werden zudem die beiden Kreuzungen zwischen der Pustertaler Staatsstraße und der Landesstraße nach Antholz sowie nach Olang optimiert. Dafür werden 36 Millionen Euro eingesetzt. Ausgeschrieben sind die Arbeiten für den Ausbau der Pustertaler Staatsstraße zwischen Kiens und der Zufahrt ins Gadertal, um Verkehrsfluss und
Sicherheit zu verbessern, unter anderem auch indem die Rienz verlegt und aufgewertet, eine Grünbrücke gebaut und eine Kriechspur am Kniepass angelegt wird. Die Investitionen dafür belaufen sich auf 10,6 Millionen Euro.
Zudem wird eine neue Anbindung an den Bahnhof Toblach errichtet, der mit 21 Millionen Euro umfassend modernisiert wird. 20 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, den Bahnübergang an der Kreuzung der Pustertaler Straße mit der Staatsstraße in Richtung Sexten zu beseitigen. Gebaut wird an der Umfahrung Percha, wofür 171 Millionen Euro eingesetzt werden. Noch im Frühjahr 2026 soll die Verbindung zwischen St. Kassian und Cortina über den Valparolapass gesichert und saniert sein, wofür rund 10,6 Millionen investiert werden. gm/san
Foto: Greta Stuefer
Text Katharina Trocker
Persönlich und international
Kleine Gruppen, große Ziele: Zwei Studierende erzählen vom neuen Medizinstudium in Bozen. Den Studiengang „Medicine and Surgery“ an der Claudiana besuchen derzeit rund 60 junge Menschen.
Foto: Fabio Brucculeri
„Für mich muss der Mensch im Mittelpunkt stehen und nicht die Technik. Deswegen habe ich mich für Medizin entschieden.“
Lucrezia Jopp Studentin aus Zürich
Früh am Morgen geht es für Andrea De Paola nach Bozen: Zugfahrt, Vorlesungen, Laborarbeit, Lernen. Der Studienalltag ist intensiv. „Es ist fast wie ein Job“, sagt Andrea De Paola. Der 25-Jährige stammt aus St. Andrä bei Brixen und studiert im dritten Semester „Medicine and Surgery“ an der Fachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“. Gemeinsam mit knapp 60 Kommilitoninnen und Kommilitonen gehört er zur ersten Generation dieses Studiengangs.
Der Start sei herausfordernd gewesen, erinnert sich De Paola. Vieles habe sich erst einspielen müssen. „Wir waren ein Stück weit Versuchskaninchen. Jeder Kurs wurde für uns zum ersten Mal so abgehalten.“ Gleichzeitig habe sich das Studium rasch weiterentwickelt. Heute sei der Unterricht klarer strukturiert, die Organisation eingespielter und der Austausch mit den Lehrenden deutlich
Lucrezia Jopp, 20 Jahre, kam aus Zürich nach Bozen, um Medizin zu studieren: „Ausschlaggebend für mich waren die Mehrsprachigkeit, das Stipendium und nicht zuletzt die Lebensqualität.“
◀ An der Fachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ in Bozen gibt es seit September den Studiengang „Medicine and Surgery“. Der enge Kontakt zu den Lehrenden und der Zusammenhalt unter den Studierenden prägen den Alltag.
direkter. Besonders schätzt der Student, dass Rückmeldungen ernst genommen werden. „Feedback ist ausdrücklich erwünscht. An großen Universitäten ist das nicht üblich. Hier kann man das Studium ein Stück weit mitgestalten“, freut sich Andrea De Paola.
Enger Austausch mit Lehrenden und Studierenden. Auch die überschaubare Größe des Studiengangs empfindet er als Vorteil. „Man fühlt sich nicht wie eine Nummer“, bringt es der Student auf den Punkt. Der enge Kontakt zu den Lehrenden und der Zusammenhalt unter den Studierenden prägen den Alltag. Dazu trägt auch der Standort an der „Claudiana“ bei, wo Medizinstudierende gemeinsam mit angehenden Pflegekräften, Physiotherapeutinnen und Labortechnikern lernen. Begegnungen gehören hier zum Alltag. „Man trifft sich auf einen Kaffee, redet über Praktika und Erfahrungen. Das schafft Gemeinschaft“, so De Paola.
Diese Nähe erlebt auch Lucrezia Jopp als große Stärke. Die 20-Jährige stammt aus Zürich und studiert seit dem vergangenen Jahr in Bozen. Zuvor war sie an der ETH Zürich in den Studiengang Gesundheitswissenschaften eingeschrieben. Dort habe sie ihr Interesse an den Abläufen des mensch-
lichen Körpers vertieft, von zellulären bis zu biomechanischen Prozessen. Für den Wechsel zum Medizinstudium war jedoch ein anderer Punkt ausschlaggebend, sagt Jopp: „Das Thema Gesundheit hat mich fasziniert. Aber ich habe erkannt, dass für mich der Mensch im Mittelpunkt stehen muss und nicht die Technik. Deswegen habe ich mich für Medizin entschieden.“
Mehrsprachigkeit und Lebensqualität. Der Schritt nach Bozen sei mutig gewesen, sagt sie rückblickend. Ausschlaggebend waren für sie der englischsprachige Studiengang, die Mehrsprachigkeit, das Stipendium und nicht zuletzt die Lebensqualität gewesen. „Nachmittags spontan Skifahren gehen zu können, das ist schon etwas Besonderes“, findet die Studentin. Gleichzeitig sei das Studium anspruchsvoll. Vor allem das erste Studienjahr habe sie stark gefordert, mit langen Vorlesungstagen und wenig Raum für Freizeit. „Jetzt im zweiten Jahr habe ich mehr Routine und nehme mir bewusst Zeit für meine weiteren Interessen“, berichtet Jopp.
Internationalität gehört für Andrea De Paola und Lucrezia Jopp fest zum Studienalltag. Unterrichtssprache ist Englisch, im Austausch mit anderen Studierenden wechseln Deutsch, Italie-
Foto: Katharina Trocker
Regelmäßiger Austausch: Am Standort "Claudiana" in Bozen lernen Medizinstudierende gemeinsam mit angehenden Pflegekräften, Physiotherapeutinnen und Labortechnikern.
nisch und Englisch oft fließend. „Man nimmt einfach die Sprache, die gerade am besten passt“, beschreibt De Paola diese Selbstverständlichkeit. Auch Jopp profitiert davon. „Mein Italienisch ist viel besser geworden“, stellt sie erfreut fest.
Stipendium mit Rückkehrverpflichtung. Die vierjährige Rückkehrverpflichtung nach Südtirol im Rahmen des Stipendiums empfinden beide nicht als Belastung. „Es gibt Sicherheit“, sagt De Paola. Auch Jopp sieht darin keinen Nachteil: „Ich kann mich trotzdem fachlich frei entwickeln.“ Was sie antreibt, geht über reine Wissensvermittlung hinaus. Jopp formuliert es so: „Ein guter Arzt ist nicht nur jemand, der diagnos -
tizieren kann, sondern Menschen versteht. Besonders auch auf emotionaler und sozialer Ebene ist das wichtig.“ Für De Paola steht vor allem eines im Mittelpunkt: „Zusammenhänge begreifen, vom kleinsten Detail bis zum großen Ganzen.“
Der Rat der beiden Studierenden an Studieninteressierte für „Medicine and Surgery“ in Bozen fällt ähnlich aus: Medizin verlangt Einsatz und Durchhaltevermögen. Wer jedoch ein persönliches Studienumfeld sucht, international interessiert ist und keine klassische Großstadtuniversität möchte, findet in der Südtiroler Landeshauptstadt eine besondere Alternative.
„Feedback ist ausdrücklich erwünscht. Hier kann man das Studium ein Stück weit mitgestalten.“
Andrea De Paola Student aus St. Andrä bei Brixen
„Medicine and Surgery“: Bis 28. April anmelden
Die Anmeldung für den englischsprachigen Studiengang „Medicine and Surgery“ an der Fachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ in Bozen ist noch bis zum 28. April 2026 möglich. Das sechsjährige Studium startet im September und wird von der Università Cattolica del Sacro Cuore in Zusammenarbeit mit dem Land Südtirol und dem Südtiroler Sanitätsbetrieb angeboten.
Für das Studienjahr 2026/2027 stehen 60 Studienplätze zur Verfügung: 50 für EU-Bürgerinnen und -Bürger sowie 10 für Nicht-EU-Bürger mit Wohnsitz im Ausland. Die Vergabe erfolgt über eine Aufnahmeprüfung am 20. Mai, online und auf Englisch, mit 65 Multiple-Choice-Fragen. Voraussetzung für die Immatrikulation ist außerdem ein Englischnachweis auf Niveau B2.
Die jährliche Studiengebühr beträgt 18.000 Euro. Das Land stellt Stipendien zur Verfügung. Studierende mit Zweisprachigkeitsnachweis Deutsch–Italienisch (B2) können eine Förderung beantragen, die die Studiengebühr vollständig abdeckt. Diese ist mit der Verpflichtung verbunden, innerhalb von zehn Jahren nach Abschluss der Facharztausbildung vier Jahre im Südtiroler Sanitätsbetrieb zu arbeiten. kat
Foto:
Fabio Brucculeri
Respekt beginnt schon hinter der Theke
Zwischen Eis, Kaffee und Kuchen haben kleine freundliche Gesten immer
Platz: Walter Job von der Gelateria Brivido über Respekt im Alltag.
Es ist früher Nachmittag in der Gelateria Brivido. Hinter dem Tresen steht Walter Job – heute sogar an seinem freien Tag – und bedient für uns die Kaffeemaschine. Seit über 35 Jahren führt er die Eisdiele gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Graziano Domenis. Er kennt seine Stammgäste, ihre Vorlieben, begrüßt sie mit einem kurzen Lächeln und bleibt dabei stets ruhig und aufmerksam.
Herr Job, Sie sagen, dass Respekt bei Ihnen etwas Kleines, Alltägliches ist. Was meinen Sie damit?
Zu uns kommen Menschen, um einen schönen Moment zu haben, sie kommen für ein Eis, für Kuchen oder ein schönes Gespräch. Das klingt banal, aber darin steckt viel Schönes – und auch Verantwortung. Respekt heißt für mich: aufmerksam sein, nicht genervt reagieren, gerade wenn es mal stressig wird.
Gibt es Situationen, in denen Sie merken, wie viel solche Kleinigkeiten ausmachen?
Oh ja! Zum Beispiel, wenn jemand während des Bestellens telefoniert und wir gar nicht wissen, ob die Person zu uns spricht oder mit jemandem am Telefon. Das ist für alle Beteiligten unangenehm. Oder wenn Kinder auf den Bänken herumturnen und die Eltern unsicher sind, wie sie reagieren sollen. Viele trauen sich dann nicht,
etwas zu sagen, aus Angst, wir würden böse werden. Aber es geht nicht ums Schimpfen – sondern darum, Rücksicht zu zeigen. Das ist für mich Respekt.
Wie pflegen Sie im Team ein gutes Miteinander?
Zum Team gehören neben meinem Geschäftspartner Graziano und mir auch zwei langjährige Mitarbeiterinnen. Wir entscheiden vieles gemeinsam. Und wir sprechen offen, wenn etwas nicht passt. Respekt heißt für mich auch, Fehler nicht sofort zu verurteilen. Fehler passieren – wichtig ist, dass man darüber spricht und gemeinsam Lösungen findet.
Und wenn jemand ungeduldig oder unfreundlich wird?
Rund 80 Prozent der Gäste sind Familien mit Kindern. Die Kinder sind heute viel selbstbewusster. Sie wissen genau, was sie wollen – und das ist gut so. Wenn jemand unfreundlich wird, übernehmen meist Graziano oder ich selbst das Gespräch. Oft reicht ein ruhiger Ton, ein Lächeln oder eine Portion Verständnis, um die Situation zu verändern. Die Art, wie man etwas sagt, macht fast alles aus. Ein heruntergefallenes Eis? Dann gibt es kostenlos ein Neues. Das ist kein Drama. Die Leute sollen mit einem guten Gefühl gehen. kat
„Respekt bedeutet rücksichtsvoll zu sein – auch in stressigen Situationen”, ist Walter Job von der Gelateria Brivido überzeugt.
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Respect
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Foto: Martina Leitner
Neue Tore zur Landesverwaltung
Ein Job beim Land ist mehr als nur Arbeit. Er bedeutet Verantwortung für Südtirol. Mit einfacheren und schnelleren Verfahren macht die Landesverwaltung den Einstieg jetzt leichter denn je.
Das Land setzt auf die Weiterentwicklung der Personalaufnahme: Neue Prüfungsformate und straffere Abläufe sollen den Einstieg in die Landesverwaltung erleichtern.
Wer heute einen Job sucht, will Klarheit und Tempo. Genau darauf reagiert die Landesverwaltung und hat die Personalaufnahme grundlegend weiterentwickelt. „Der Einstieg soll einfacher werden, ohne Abstriche bei Qualität, Fairness oder Rechtssicherheit“, erklärt Personallandesrätin Magdalena Amhof. Öffentliche Wettbewerbe bleiben wie bisher - und wie auch rechtlich für öffentliche Verwaltungen vorgeschrieben - die Basis. Auch Zweisprachigkeit und klare Regeln gelten
weiterhin für die Personalaufnahme. Neu ist aber der Weg dorthin. „Die Landesverwaltung hat ihre Abläufe Schritt für Schritt überarbeitet. Sie will schneller werden, einfacher und für Bewerbende leichter zugänglich“, sagt Amhof.
Auch die Landesverwaltung braucht nämlich für eine leistungsfähige Verwaltung engagierte Mitarbeitende: „Wir wollen gute Dienste für die Bürgerinnen und Bürger. Dafür braucht es qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“, betont Landeshauptmann Arno Kompatscher. Wer sich bewirbt, solle spüren, dass Engagement gefragt und Entwicklung möglich sei. Deswegen seien moderne Aufnahmeverfahren auch mehr als nur zusätzliche Technik. Sie seien vielmehr ein Zeichen von Wertschätzung von Anfang an.
Der Handlungsbedarf ist deutlich: Rund 5,5 Prozent der Stellen in der Landesverwaltung sind derzeit unbesetzt. Zudem gehen in den kommenden Jahren weitere erfahrene Mitarbeitende in Pension. Allein im Jahr 2024 wurden 434 Stellen ausgeschrieben. Mehr als 1.600 Bewerbungen gingen ein. 625 Bewerberinnen und Bewerber schafften es in die Rangordnungen. „Diese Zahlen zeigen, wie groß das Interesse ist, aber auch, wie anspruchsvoll die Verfahren organisatorisch für die verschiedenen Berufsprofile sind“, erklärt Ressortdirektor Günther Burger. 2025 hat das Land 38 Wettbewerbe
Text Angelika Schrott
Foto: Tiberio Sorvillo
„Der Einstieg für Bewerbende soll einfacher werden, ohne Abstriche bei Qualität, Fairness oder Rechtssicherheit.“
Magdalena Amhof Personallandesrätin
3 Fragen an …
Günther Burger
Direktor des Ressorts Europa, Arbeit und Personal
abgewickelt. Ein einzelner Wettbewerb umfasse von der Vorprüfung bis zur Einstellung bis zu 60 Arbeitsschritte, erläutert Burger.
Straffe Abläufe und neue Prüfungsformate. Um darauf zu reagieren, setzt die Landesverwaltung auf moderne Verfahren. Abläufe werden gestrafft, Zuständigkeiten klarer geregelt und digitale Instrumente eingeführt. Bewerbungen erfolgen bereits über ein zentrales Online-Portal. Voraussetzungen werden teilweise erst nachgelagert geprüft. Das spart Zeit, und zwar für Bewerbende ebenso wie für die Verwaltung.
Seit Ende 2024 werden zudem neue Prüfungsformate erprobt. Schriftliche Prüfungen finden teilweise digital und als Multiple-Choice-Test statt. Für bestimmte Berufsprofile, bei denen ein hoher Bedarf besteht, genügt eine mündliche Prüfung. Bei befristeten Aufnahmen entscheidet die Qualifikation, ganz ohne Prüfung. Studienabschlüsse, IT-Kenntnisse und Zweisprachigkeitsnachweise bestimmen die Reihung.
Mit Speeddating zum Job. Ein weiteres neues Instrument sind sogenannte Speeddatings. Dabei lernen Bewerberinnen und Bewerber die Fachbereiche direkt kennen. Wünsche und Stärken werden direkt besprochen. Die Entscheidung fällt rasch. Teilweise an einem einzigen Tag. „Die Stellen-
zuweisung erfolgt somit gebündelt und deutlich schneller als bisher“, sagt der Direktor des Landesamts für Personalaufnahme Maurizio Pacchiani.
Parallel dazu stärkt das Land auch die internen Strukturen. Jede Abteilung hat inzwischen feste Personalreferentinnen oder -referenten. Zudem werden die Prüfungskommissionen gezielt geschult. Zusätzliches Fachpersonal unterstützt die Abwicklung der Wettbewerbe. Einheitliche Modelle für gleiche Berufsprofile sollen weiter Kosten für die Landesverwaltung senken und Verfahren vereinfachen.
Nach wie vor biete der Landesdienst sichere Arbeitsplätze, Sinn und Perspektiven, sagt der Direktor der Landesabteilung Personal Albrecht Matzneller und verweist auf die Möglichkeiten und Leistungen des Landes wie Gesundheitsfonds, Essensgutscheine, Aus- und Weiterbildungen, flexible Arbeitszeiten, Smart Working und vieles mehr.
Macht das Land jetzt Tempo bei der Personalaufnahme?
Bisher hat es vom Gesuchausfüllen bis zum ersten Arbeitstag für Arbeitssuchende beim Land oft sehr lange gedauert. Nun werden die Bewerbungen in digitaler Form und die Prüfungen einfacher, was für Verwaltung und Bewerbende ein Vorteil ist, und die Zuteilung der Gewinner mittels Speed Dating bringen mehrere Monate an Zeitersparnis mit sich.
Wie stellt das Land sicher, dass Qualität und Fairness gewahrt bleiben?
Natürlich halten wir weiter an den rechtlichen Vorgaben fest. Somit bleiben öffentliche Wettbewerbe, Qualifikation, Zweisprachigkeit und Chancengleichheit Grundpfeiler der Personalaufnahme.
Welchen persönlichen Tipp haben Sie für Interessierte, die bei der Landesverwaltung arbeiten möchten, für die Prüfungen?
Wer auf die Prüfungen gut vorbereitet ist, ruhig bleibt und seine Erfahrungen und Fähigkeiten klar darstellt, hat schon viel gewonnen! san
70 Prozent Frauen
Der Genderbericht 2024 zeigt: Der öffentliche Dienst ist weiblich geprägt, doch bei den Führungspositionen gibt es Nachholbedarf.
Das Bild ist klar: Frauen stellen 70,7 Prozent des Personals der Südtiroler Landesverwaltung. Der aktuelle Genderbericht, den Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer und die Landesverwaltung vorgestellt haben, nimmt zentrale Daten wie die Geschlechterverteilung unter die Lupe.
Strukturkennzahlen im Überblick. Das Durchschnittsalter liegt bei 48,3 Jahren - mehr als die Hälfte der Beschäftigten ist über 50. Teilzeit bleibt stark weiblich geprägt: 57,9 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeit, bei den Männern sind es 17,5 Prozent. In Führungspositionen beträgt der Frauenanteil 38,1 Prozent, in Spitzenfunktionen (1. Ebene) 27,7 Prozent. Auffällig ist die Verteilung der Überstunden: 78,3 Prozent der bezahlten Überstunden leisten Männer – obwohl Frauen 55,4 Prozent der Arbeitsleistung erbringen. Diese Differenz wirkt sich unmittelbar auf Einkommen und Karrierepfade aus und ist ein zentraler Hebel für Chancengleichheit.
Flexible Arbeitszeitmodelle, faire Karrierechancen und gleichberechtigte Care-Modelle seien entscheidend, um die Landesverwaltung als modernen Arbeitgeber weiterzuent-
Um Männern und Frauen in der Landesverwaltung gleiche Chancen zu bieten, muss noch einiges getan werden, wie aus dem aktuellen Genderbericht 2024 hervorgeht.
Gleichstellungsrätin
Brigitte Hofer hat den Genderbericht analysiert. Hier ihre Vorschläge zur Weiterentwicklung der Personalpolitik:
wickeln, berichtete Landeshauptmann Arno Kompatscher. Einiges, wie die neue Elternzeitregelung, der Ausbau der Co-Working-Plätze sowie die Abschaffung der Kernzeiten am Nachmittag wurde bereits getan. Weitere Schritte stehen noch an, wie beispielsweise die stärkere Förderung weiblicher Führungswege und zusätzliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, Kindererziehung und Pflege. Auf die gemeinsame Verantwortung, den Gleichstellungsaktionsplan in dieser Hinsicht weiterzuschreiben, verwies Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit für Frauen. Generaldirektor Alexander Steiner kündigte im Zuge der Vorstellung des Genderberichts 2024 an, die Ergebnisse in den Gender Equality-Plan einfließen zu lassen. Der Gleichstellungsprozess im Land Südtirol geht somit weiter – und bleibt ein entscheidender Faktor für die Attraktivität, Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Südtiroler Landesverwaltung. pir
Genderbericht zum Downloaden
• Zeitliche und räumliche Flexibilisierung: Nutzung von Smart Working und Gleitzeit, Ausbau von Co-Working, Maßnahmen gegen die „Teilzeit-Falle“
• Generationentransfer: Nachbesetzungen, systematische Übergaben und Wissensmanagement – über 50 Prozent der Beschäftigten sind über 50
• Unterstützung für Beschäftigte mit Care-Verantwortung: Flexible Modelle für die Sandwich-Generation (45–60 Jahre), die Kinder wie auch ältere Angehörige betreut
• Frauen in Führung: Mentoring, Coaching, transparente Auswahlprozesse und Top-Sharing, um den Frauenanteil in Leitungsfunktionen zu erhöhen
• Aktive Vaterschaft: Informationskampagnen und Workshops, damit Väter die Elternzeit häufiger nutzen
• Faire Regelungen: Prüfung indirekter Benachteiligungen, etwa bei Überstundenregelungen, die Einkommensunterschiede verstärken können
Foto: Fabio Brucculeri
Foto: Pixabay
Arge Alp Sport verbindet
Wie funktioniert eine der beliebtesten und bekanntesten Initiativen der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer? Mit dem Landesamt für Sport werfen wir einen Blick hinter die Kulissen.
Eiskunstlauf, Ski alpin, Eishockey, Fußball und Tischtennis für Menschen mit und ohne Behinderung, Sportschießen, Leichtathletik, Orientierungslauf und Sportklettern: Wettkämpfe in den unterschiedlichsten Sportarten werden bei Arge Alp Sport, einer Initiative der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (Arge Alp), mit der Beteiligung von Sportlerinnen und Sportlern aus den alpinen Regionen ausgetragen. Regelmäßig nehmen auch Südtiroler Auswahlmannschaften teil. 2025 belegte Südtirol nach insgesamt acht Veranstaltungen den zweiten Platz in der Rangliste der Regionen hinter Bayern, gefolgt von Tirol und dem Trentino.
Der Veranstaltungskalender. Aber wie wird der Kalender von Arge Alp Sport erstellt? Wer organisiert die Veranstaltungen auf lokaler Ebene? Und wie wird die Zusammensetzung der teilnehmenden Auswahlmannschaften festgelegt? „Die Projektleitung liegt beim Kanton Graubünden und wird von einer Projektgruppe unter-
stützt. Darin sitzen die Sportverantwortlichen der Mitgliedsregionen, Provinzen und Kantone der Arge Alp, also jene von Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Bayern, Lombardei, Trentino, Südtirol, St. Gallen, Tessin und Graubünden“, erklärt Gabriella Filippi vom Landesamt für Sport. „Die Projektgruppe beschließt und koordiniert das jährliche Sportprogramm und legt die Termine und Reglements fest. Sowohl die Veranstaltungen als auch die Koordinierungssitzung finden abwechselnd in den Mitgliedsregionen statt.”
Die Sportverantwortlichen pflegen die Kontakte zu den lokalen Komitees der am Projekt Arge Alp Sport beteiligten Sportverbände und fungieren als Vermittler zwischen den Komitees und der Projektleitung. „Die Organisation der Veranstaltungen vor Ort erfolgt durch die Landessportverbände, die auch einen bestimmten Verein mit der Durchführung der Veranstaltung beauftragen können. Die Landessportverbände sind auch für die Zusammensetzung der Südtiroler
Athletinnen, Athleten, Trainer und Funktionäre der Südtiroler Delegation feiern den Erfolg beim Arge Alp-Wettkampf in Neudorf, Kanton St. Gallen, Schweiz.
Auswahlmannschaften verantwortlich, diese treten nämlich als Landesvertreter an“, erklärt Filippi weiter.
Der Arge Alp Sport-Kalender für 2026 steht schon fest. Als nächstes steht der Eiskunstlauf-Wettbewerb vom 20. bis 22. März in Dornbirn, Vorarlberg, auf dem Programm. mdg/mpi
Veranstaltungskalender Winter
Veranstaltungskalender Sommer
Foto: Südtiroler Landesverband FIDAL
Text Thomas Laconi Übersetzung Angelika Schrott
KI in der Schule: Ein Blick in die Zukunft
Mit gleich mehreren Projekten zur künstlichen Intelligenz stellt sich der italienische Schulsprengel Leifers einer ambitionierten Aufgabe: der Förderung von Bewusstsein, Kompetenz und Weitblick.
Die Zukunft? Sie beginnt jetzt. Und selbstverständlich in der Schule. Künstliche Intelligenz (KI) wird dort zunächst als ein einfaches Instrument genutzt, das Neugier fördern soll. Zunehmend wird KI aber auch zu einer wichtigen Ressource. Für die Kinder und Teenager am italienischen Schul-
Robotik in der Praxis: Schülerinnen und Schüler der Gandhi-Schule in Leifers arbeiten mit KI an Coding-Aufgaben und gemeinsamen Projekten.
sprengel in Leifers ist die künstliche Intelligenz nach und nach zur Normalität geworden. Bereits 2022 setzte der Sprengel den ersten ambitionierten Schritt, um didaktische Innovation auf mehreren Ebenen zu fördern. „Wir sind mit dem Ziel gestartet, eine tiefgreifende Überarbeitung der Lehrpläne einzuleiten, um sie an die pädagogischen Herausforderungen anzupassen, die uns die komplexe Gesellschaft von heute abverlangt“, erklärt Direktorin Emanuela Scicchitano, die den Schulsprengel seit 2022 leitet. Rund 1000 Schülerinnen und Schüler der vier italienischen Grundschulen Pfatten, St. Jakob, Steinmannwald und Leifers sowie der Mittelschule „Fabio Filzi“ in Leifers sind an dieser Entwicklung beteiligt. nëus sprach mit Direktorin Emanuela Scicchitano über die Herausforderungen des Projekts.
Frau Scicchitano, welche Konzepte stehen am Schulsprengel Leifers im Mittelpunkt?
Technologische Innovation und pädagogische Beziehung, das sind zwei Konzepte, die für mich in einem ständigen Dialog stehen. Sie helfen uns dabei, ein didaktisches Modell zu entwickeln, das den Bildungsbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler wirklich nahekommt. Künstliche Intelligenz sehen wir eng mit diesen beiden Aspekten verbunden. Wir sehen KI als eine technologische Unterstützung,
die uns helfen kann, alle Schülerinnen und Schüler auf ihrem Lernweg zu motivieren, ohne dabei den unersetzlichen Wert von Beziehungen, Empathie, Zuhören und pädagogischer Verantwortung aus den Augen zu verlieren.
Wie sind Sie dieses ambitionierte Projekt angegangen?
Wir haben uns entschieden, ein vertikales Curriculum zur künstlichen Intelligenz zu erarbeiten, in das wir unsere Aktivitäten integrieren und mit konkreten Lernzielen verknüpfen. Dabei orientieren wir uns sowohl an den ministeriellen Leitlinien als auch an den Vorgaben des Landes, die von der Arbeitsgruppe Athena, koordiniert von Inspektor Fabio Furciniti, ausgearbeitet werden.
Welche Aktivitäten haben Sie in die Wege geleitet?
Wir haben uns entschieden, beim nationalen Schulnetzwerk „Book in Progress AI“ mitzumachen, das von der Oberschule „Ettore Majorana“ in Brindisi initiiert wurde. Auf dieser didaktischen Plattform können Lehrpersonen selbst die Inhalte und die im Schulcurriculum vorgesehenen Lernaktivitäten herausgeben. Gleichzeitig können Schülerinnen und Schüler über ihre Tablets darauf zugreifen und die Materialien passend zu ihren eigenen Lernstilen und pädagogischen
Foto: Italienischer Schulsprengel Leifers
„KI kann dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler auf ihrem Lernweg zu motivieren, ohne dabei den unersetzlichen Wert von Beziehungen aus den Augen zu verlieren.“
Emanuela Scicchitano Direktorin des italienischen Schulsprengels Leifers
Bedürfnissen personalisieren. Ab dem kommenden Schuljahr werden wir die Plattform an der Mittelschule Leifers erproben. Darüber hinaus arbeiten wir am Projekt ‚Sciences in Depth‘, das gemeinsam mit ARCI entwickelt wurde. Es basiert auf dem Modell des vertieften Lernens, wobei man beim Recherchieren und Verarbeiten von Informationen von der künstlichen Intelligenz unterstützt wird. Hinzu kommt ein Projekt zur inklusiven Bildungsrobotik, das KI dem Lernsystem „Lego Education Spike“ verbindet, um Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen gezielt zu unterstützen.
Wie wirkt sich die KI auf das Schulleben aus?
Die gemeinsame Herausforderung von Lehrenden und Schülerinnen und Schülern besteht darin, Bewusstsein, Kompetenz und Weitblick zu entwickeln, damit technologische Innovation die menschliche Dimension von Bildung stärkt. Das Projekt setzt einen positiven Kreislauf in Gang, der zwei weitere förderliche Dynamiken aktiviert: zum einen die Kreativität der Lehrpersonen, die zu Gestalterinnen und Gestaltern von Inhalten und Projekten werden, die auf ihre jeweiligen
Klassensituationen zugeschnitten sind, und zum anderen der Denkprozess bei den Schülerinnen und Schülern, wenn sie über ihren eigenen Lernstil, über Stärken sowie über mögliche Schwächen nachdenken, die aus ihren Noten hervorgehen können.
Wie haben die Familien dieses Projekt aufgenommen?
Bislang haben die Familien alle Maßnahmen unterstützt, die wir ergriffen haben. Sie stehen allem positiv gegenüber, was die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler verbessert. Das ist ein schönes und ermutigendes Signal für uns alle.
Wie entwickelt sich ein Modell, das auf der Personalisierung von Lernprozessen basiert? Wirkt es sich positiv auf den Bildungsweg aus?
In erster Linie beruht die Personalisierung des Lernens darauf, dass die Lehrpersonen, aber auch die Schülerinnen und Schüler selbst ihre unterschiedlichen Lernstile anerkennen. Die Lernenden werden dabei angeleitet zu verstehen, wer sie sind und wer sie werden können. In unseren KI-Projekten ist dieser Schritt von zentraler
Emanuela Scicchitano leitet seit 2022 den italienischen Schulsprengel Leifers, der den Einsatz der künstlichen Intelligenz fördert.
Bedeutung, denn er ermöglicht es, die Technologie an die Menschen anzupassen und die Menschen in die Lage zu versetzen, der KI korrekt zu vermitteln, was sei benötigen.
Wie kann Schule dazu beitragen, dass künstliche Intelligenz noch besser verstanden wird?
Künstliche Intelligenz ist eine strukturelle Revolution, vergleichbar mit anderen Revolutionen, die es bereits gab - von Gutenbergs Buchdruck über die Einführung der Elektrizität bis hin zur Erfindung des Radios, des Smartphones oder des Internets. Die Schule muss diesen Wandel begleiten und steuern, damit er von den Schülerinnen und Schülern bewusst wahrgenommen wird und zu einem kognitiven Vorteil werden kann. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sozial schwächere Gruppen davon überrollt werden. Noch mehr Ungleichheiten können wir uns nicht leisten.
Foto: Emanuela Scicchitano
Drei-Zinnen-Hütte wird umweltneutral
Mitten in den Dolomiten bietet die Drei-Zinnen-Hütte Gästen Schutz und Orientierung. Nun wird für die Umwelt und für die Sicherheit in modernste Technologien investiert.
Für die Drei-Zinnen-Hütte in den Sextner Dolomiten wird ein neues Abwassersystem sowie ein neuer Strom- und Glasfaseranschluss errichtet.
Die Einzigartigkeit der Dolomitenlandschaft zu bewahren und zugleich einem zunehmend „reel-tauglichen“ Hochgebirgstourismus gerecht zu werden: Dieser Herausforderung stellt sich die auf 2.438 Metern Höhe gelegene Drei-Zinnen-Hütte (Sepp-Innerkofler-Hütte). Schließlich liegt die Hütte mitten im Unesco Weltnaturerbe Dolomiten. Sie ist Anziehungspunkt für über 160.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr, mit Spitzen von bis zu 2.000 Personen pro Tag. Gleich mehrere wichtige Infrastrukturen sollen entlang einer einzigen Trasse – gut aufeinander abgestimmt – angelegt werden.
Abwasser, Strom und Glasfaser. Um das Vorhaben umzusetzen, braucht es die Zusammenarbeit von vier Partnern: Land Südtirol, Energieverteilergesellschaft Edyna, Ge -
meinde Sexten und die Sektion Padua des italienischen Alpenvereins CAI, in dessen Eigentum sich die Schutzhütte befindet. Eine eigene Vereinbarung regelt die Kooperation. Neben einer neuen Abwasserleitung sollen die Stromversorgung und die Glasfaseranbindung auf einer Trasse von etwa 4,8 Kilometern neu verlegt werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 3,9 Millionen Euro.
„Die koordinierte Umsetzung ermöglicht es, die Umweltbelastung zu verringern, die Ressourcen zu optimieren und die Funktionalität der Hütte erheblich zu verbessern – zum Nutzen sowohl der Betreiber als auch der zahlreichen Menschen, die das Gebiet jedes Jahr besuchen“, betont der Landesrat für Hochbau und Vermögen Christian Bianchi.
Neuer Senderstandort für den Zivilschutz. „In Bezug auf die Funkabdeckung ist dieses Gebiet bisher völlig unerschlossen“, berichtet Marco Springhetti, Direktor der Landesabteilung Hochbau und technischer Dienst. „Der Bevölkerungsschutz plant daher, in der Nähe der Hütte eine Senderstation zu errichten, um die Kommunikation mit den Rettungsdiensten zu gewährleisten. Natürlich benötigt der Sender Strom und einen Glasfaseranschluss als Backup“, erklärt Springhetti. „Derzeit gibt es keinen Stromanschluss, nur zwei Generatoren, die täglich 150 Liter Diesel verbrauchen und erhebliche Umweltbelastungen verursachen“, berichtet Springhetti. Zudem soll die aktuelle Abwasserentsorgungsanlage durch eine neue Leitung ersetzt werden, die an das Kanalisationsnetz der Gemeinde Sexten anschließt.
Die Trasse für die Infrastruktur führt von der Talschlusshütte entlang des Altsteintals und folgt dem Wanderweg entlang von Felspassagen und steilen Anstiegen bis zur Hütte. Dies dürfte die Arbeiten laut Hochbauressort besonders anspruchsvoll machen. Während der Bauarbeiten muss gewährleistet werden, dass Wanderinnen und Wanderer den Weg weiterhin nutzen können, weshalb es besondere Sicherheitsmaßnahmen braucht. Außerdem sei die Höhenlage, in der die Arbeiten ausgeführt werden, ebenso zu berücksichtigen wie das enge Zeitfenster von Mai bis Oktober, das die Arbeiten erlaube, so Abteilungsdirektor Springhetti. san
“A visionary at altitude”
Do Cortina y Plan de Corones, gëura a Milan la mostra fotografica de Stefano Zardini dedicheda ai piunieres dl sport da d’inviern y ai Juesc Olimpics de Cortina 1956.
Spartida su te trëi sëntes de espusizion defrëntes, lieia la mostra adum - cun i medemi pultrec spetaculeres - trëi luesc iconics y i trëi raions ulache l vën tenì la garejedes olimpiches: Cortina d’Ampëz, Antholz y Milan.
L opres dl fotograf ampezan Stefano Zardini ie metudes ora tla galaria Ikonos a Ampëz, tl Museum LUMEN de Plan de Corones y ti locai storics de Fabbrica del vapore de Milan. L proiet “A visionary at altitude / N vijionar sö alalt” ie unì tëut ite ufizialmënter tl program culturel dla Olimpiades Milan - Cortina 2026, cun l patrozine dla Provinzia Autonoma de Bulsan, dla Region Trentin y Südtirol, dl Chemun de Milan y dl Chemun de Cortina d’Ampëz.
Trëi tematiches. La fotografies metudes ora raida ntëur a trëi tematiches:
The Pioneers Passion (La pasciun di pioniers), nasciuda dal gran archif de fotografies de familia, ulache l autëur trasfurmea la vedla fotografies te n cheder cuntemporan tres ntervënc cromatics y grafics te na verscion pop; Snowland (Raiun dla nëi) che zelebrea te na maniera particulera la pizes dolomitiches, ududes coche n parch dai juesc enorm; y Tracce (Fostüs), ulache la chëutra de nëif vën ududa coche na gran tëila artistica, sun chëla che i schiadëures, magari nce zënza savëi, lascia si fusties, coche la testemunianza de si passà.
I lëures de Zardini lieia adum la memoria storica y la vijion artistica. La fotografies de archif di prims ani dl 1900, nterpretedes da nuef te na maniera pop, dà de reviers energia y atualità: i prim schiadëures, la raides cun l bob, l’eleganza dl
Pioneers n.35_Spazzaneve
jadiné artistich, y la ntraunides da snait sun la pizes blances devënta de drë’ icones cuntemporanes, plëines de faszinazion y de vijion sun l daunì. Perchël iel fotografies storiches y opres pop urigineles che mët a jì n dialogh danter passà y prejënt, mo deplù sce n cunscidrea che na sezion dla mostra ie dedicheda ala Olimpiades da d’inviern de Cortina tl 1956. N omaje al spirt piunieristich dla jënt da mont de dan 100 ani, y n lecort merità dl epos olimpich de 70 ani, pultrec che reprejentea simbolicamënter l passaje dl testemone ai Juesc Olimpics dl 2026. N bel catalogh scrit per ladin y nglëisc mantën l lecort dla trëi espusizions de A visionary at altitude / N vijionar sö alalt, che resterà daviertes al publich nchin a mez auril. cs/tk
Artikel auf deutsch lesen fabbricadelvapore.org lumenmuseum.it ikonosartgallery.com
Foto: Fotoausstellung
Zardini
The
The Pioneers n.26_La pattinatrice
Foto: Fotoausstellung Zardini
Neuerungen beim Landeskindergeld
Landesleistungen für Familien angepasst. Seit Anfang 2026 greifen die Änderungen beim Landeskindergeld. Angehoben wurden dabei die Beträge als auch die ISEE-Schwellenwerte. Zudem wurde eine neue ISEE-Klasse eingeführt. Wer einen historischen Wohnsitz von 15 Jahren hat, kann nun auch ohne Nachweis, seit mindestens einem Jahr den Wohnsitz wieder in Südtirol zu haben, um das Landeskindergeld ansuchen. Verbesserungen gibt
es auch für Eltern von Kindern, die aus dem Ausland adoptiert wurden: Alle Landesleistungen für Familien, so auch das Landeskindergeld, werden nun bereits ab der Genehmigung der Einreise ausbezahlt, vorher war dies erst ab dem Gerichtsurteil der Fall. Eingereicht werden können die Anträge um das Landeskindergeld seit 1. Jänner online über das Bürgerportal myCivis oder über ein Patronat. ck
Landeskindergeld
Finanzielle Leistungen für Familien in Südtirol
Seit 1. Jänner 2026 greifen die angepassten Richtlinien für die Landesleistungen für Familien, unter anderem wurde der Monatsbeitrag des Landeskindergeldes erhöht.
Digitales Grundbuch
Auf dem Portal OpenKat sind nun die Grundbuchakten von 1990 bis heute digital einsehbar. Ziel ist es, die Digitalisierung schrittweise auch auf Dokumente vor 1990 auszuweiten.
Jahrgänge 1990-2001 online. Das Projekt des Landes Südtirol zur Digitalisierung des Grundbuchs schreitet voran: Seit Dezember sind nun auch die Grundbuchakten für den Zeitraum 1990-2001 online verfügbar, mit allen Titeln, Maßnahmen und Anhängen, die bei den einzelnen Grundbuchämtern hinterlegt sind. „Damit sind mehr als drei Jahrzehnte an Kataster- und Grundstücksinformationen für alle zugänglich“, erklärt der zuständige Landesrat Christian Bianchi. Bürger und Bürgerinnen, Fachleute und Unter-
nehmen können über das telematische Portal OpenKat alle Grundbuchakten von 1990 bis heute einsehen, ohne sich zu den Ämtern begeben oder Anfragen per Post stellen zu müssen. Der Dienst ist rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche verfügbar. ee/mpi
Zugang zum digitalen Grundbuch
Das neue Landeswetterportal ist online
Interaktiv und dynamisch: So zeigt sich seit dem 21. Jänner das Wetterportal des Landes Südtirol. Die Südtiroler Informatik AG SIAG hat in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Meteorologie und Lawinenwarnung in der Agentur für Bevölkerungsschutz die Wetterseite grundlegend überarbeitet. Die Zahl der Zugriffe auf das Landeswebportal mit Wetter ist mit Abstand die höchste: Über 70 Millionen Mal wurde die Wetterseite im vergangenen Jahr aufgerufen, nahezu 30 Millionen Besuche wurden gezählt. Zur neuen Website gehören nun innovative Widgets, neue Analyse- und Progno -
sekarten liefern noch umfangreichere Informationen, darunter ab sofort auch über Hagelwahrscheinlichkeit, Bewölkungsverlauf und Windböen. Der Wetterbericht wird jetzt mehrmals täglich aktualisiert, um stets die neuesten Daten bereitzustellen. Das Landeswetterportal ist das letzte Projekt, das im Rahmen einer dreijährigen Migration aller Landeswebsites in ein neues, zeitgemäßes Content-Management-System realisiert wurde. mac
Landeswetterportal in neuem Kleid
Informationen direkt aufs Handy
Schnell und gut informiert
Servicemitteilungen zu relevanten
Initiativen: Das bietet der WhatsAppKanal des Landes Südtirol.
Schnell und gut informiert. Seit Herbst 2024 informiert der WhatsApp-Kanal des Landes Südtirol Abonnentinnen und Abonnenten über Beitragsfristen, Veranstaltungen oder Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes. Der offizielle WhatsApp-Kanal des Landes erfreut sich seither steigender Beliebtheit. „Auch öffentliche Institutionen sind vermehrt auf der Instant-Messaging-Applikation WhatsApp aktiv. Die Channels bieten eine gute
Nager mit negativen Auswirkungen
Beobachtungen dem Landesamt für Wildtiermanagement melden: Nutrias sind in Südtirol nicht heimisch und können Schäden anrichten.
Invasive Art. Nutria (Myocastor coypus), auch Biberratte oder Sumpfbiber genannt, wurde erstmals 2006 in Südtirol nachgewiesen. Diese Art lebt halb im Wasser, halb an Land und ist vor allem in den den Wassergräben des Unterlands unterwegs. „ Invasiv “ bedeutet, dass sie in Südtirol nicht heimisch ist und ihre Ausbreitung negative Auswirkungen hat: Wenn die Pflanzenfresser in Gruppen auftreten, können sie die Ufervegetation so stark zurückdrängen, dass wichtige Brut- und Rückzugsräume
Möglichkeit, Nutzerinnen und Nutzer mit Neuigkeiten zu Themen, die für sie von Interesse sind, zu versorgen“, ist die Direktorin des Landespresseamtes Margit Piok überzeugt. mpi
Interessierte können den WhatsApp-Kanal des Landes abonnieren.
für Wasservögel, Fische, Amphibien und Insekten verschwinden. Zusätzlich gefährdet ihre Bautätigkeit die Stabilität der Uferbereiche, mit Folgen für Infrastruktur, Hochwasserschutz und angrenzende Lebensräume.
Wer Nutrias beobachtet oder Hinweise auf ihre Anwesenheit findet, wird gebeten, dies dem Landesamt für Wildtiermanagement (Tel. 0471 415170 oder via E-Mail wildtiermanagement@provinz.bz.it) zu melden. mac
Live-Fernsehen mit der Streaming-APP der RAS
Von der Rundfunkanstalt Südtirol RAS verbreitete Fernsehprogramme können über Handy oder Tablet in Südtirol gestreamt werden.
Mit der Streaming App der RAS können die Fernsehprogramme des ORF, der ARD, des ZDF und der SRG sowie das Programm RAI-Südtirol nun in ganz Südtirol über Handy oder Tablet empfangen werden. Live-Sendungen, aktuelle Tagesnachrichten und wichtige Sportübertragungen sind in Echtzeit unterwegs rund um die Uhr abrufbar. Die RASApp ist einfach zu bedienen und ermöglicht einen direkten und
unkomplizierten Zugang zu den wichtigsten Fernsehprogrammen der RAS. Sie steht im App Store und Google Play Store kostenlos zum Download bereit. Nach der Installation kann die Wiedergabe der Fernsehprogramme innerhalb Südtirols gestartet werden. Außerhalb Südtirols stehen hingegen nur der elektronische Programmführer EPG und die Webcams zur Verfügung.
STREAMING:
In ganz Südtirol können die Fernsehprogramme ORF1, ORF2, ORF III, ORF Sport+, ARD, ZDF, SF1, SF zwei, ZDFneo, Arte, BR, 3sat, La1, KIKA und RAI-Südtirol auch unterwegs empfangen werden.
ELEKTRONISCHER PROGRAMMFÜHRER EPG:
Über den elektronischen Programmführer werden Zusatzinformationen zu den laufenden oder nachfolgenden Sendungen angezeigt. Sämtliche Sendungen können gesucht und im eigenen Terminkalender als Erinnerung eingetragen werden.
La RAS ha lanciato la sua nuova app streaming
I programmi televisivi dell'emittente altoatesina RAS possono ora essere ricevuti in Alto Adige in streaming tramite cellulare o tablet.
Con l'app RAS streaming, i programmi televisivi delle emittenti ORF, ARD, ZDF e della SRG nonché il programma RAI-Südtirol possono ora essere ricevuti in tutto l'Alto Adige tramite telefono cellulare o tablet. I programmi in diretta, i notiziari quotidiani e le trasmissioni sportive importanti sono accessibili in tempo reale, 24 ore su 24 su tutti i vostri device. L'app RAS è facile da usare e fornisce un accesso diretto e sem-
plice ai programmi televisivi più importanti della RAS. L'app RAS può essere scaricata gratuitamente da App Store e da Google Play Store. Una volta installata è possibile iniziare immediatamente a guardare i programmi televisivi in Alto Adige. Al di fuori dell'Alto Adige, invece, sono disponibili solo la guida elettronica ai programmi EPG e le webcam.
WEBCAM:
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Tutte le immagini delle 101 webcam meteo RAS possono essere richiamate tramite l'app RAS.
Anche i filmati time-lapse dei giorni precedenti possono essere visualizzati tramite un calendario.
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VELOCITÀ:
La qualità di riproduzione del programma TV è adattata alla velocità di trasmissione dati disponibile sulle reti mobili e WLAN. Nelle reti mobili veloci LTE e 5G, il programma viene riprodotto in alta qualità. La quantità di dati trasmessi è considerevole; la riproduzione prolungata attraverso le reti mobili dovrebbe quindi avvenire solo con contratti a tariffa fissa, altrimenti si consiglia l'utilizzo tramite WLAN.