Excellence Inside
Wir entwickeln und produzieren mechatronische Systeme für den Fahrzeugzugang und -innenraum.
Daneben umfasst unser Portfolio elektrische Motoren für den Antriebsstrang, die Lenkung und das Thermalmanagement sowie Antriebe für elektrische Zweiräder.
Für die Nutzer meist unsichtbar, sorgen unsere Produkte für mehr Komfort, Sicherheit und Effizienz.
Mehr als 80 Fahrzeughersteller und 40 Automobilzulieferer vertrauen der Technik aus unserem Haus.

JANIK / SAMUEL
von Finn-Ole Heinrich
Für die Bühne bearbeitet von Michael Müller
Jonas Hämmerle
JANIK / SAMUEL Adriano Henseler
REGIE
Anne Verena Freybott
BÜHNENBILD UND KOSTÜME Daniel Tauer LICHT Klaus Bröck
REGIEASSISTENZ, ABENDSPIELLEITUNG UND SOUNDSCHNITT Andreas Katharina Demke
SOUFFLAGE Jennifer Steinhorst INSPIZIENZ Amelie Elisabeth Peters
TECHNISCHE LEITUNG

Daniel Kaiser
BÜHNENMEISTER Norman Heyn, Mathias Stöcklein TONMEISTER Michael Och
WERKSTATTLEITUNG Andreas Truckenbrodt
CHEFMASKENBILDNERIN Alicia Müller
LEITUNG REQUISITE Manfred Dehler
LEITUNG KOSTÜMABTEILUNG Gerhard Gollnhofer LEITENDE GEWANDMEISTERINNEN Margareta Gulich, Katrin Müller
PROJEKTKOORDINATION AUSSTATTUNG
Susanne Wilczek
KOSTÜMASSISTENZ Andreas Brehm
PREMIERE
10. April 2026, Reithalle
AUFFÜHRUNGSDAUER ca. 95 Minuten, keine Pause
AUFFÜHRUNGSRECHTE Chronos Theatertexte
Herzlichen Dank an Alexandra Klebeg für das Einsprechen der Texte von Janiks Mutter und an alle Frauen, die uns ein „Mein schöner Junge“ geschenkt haben.
Aus rechtlichen Gründen sind Bild- und Tonträgeraufnahmen während der Aufführung nicht gestattet.


Ich kenne seine Bewegungen
Samuel und Janik sind eigentlich grundverschieden. Trotzdem verbindet sie eine dieser Freundschaften, in der man die Sätze des anderen zu Ende führt, und viele Selbstverständlichkeiten die gemeinsame Zeit vergolden. Während Janik verzweifelt versucht, aus dem glatten, schönen Leben seiner Eltern auszubrechen, bemüht sich Samuel, der Sohn einer chaotischen Alkoholikerin, ein stabilisierendes Alltags-Gerüst um seine Mutter und sich zu bauen. Obwohl Janik auf der Suche nach einer echten Herausforderung eine Grenze überschreitet, die alles in Frage stellt, brechen die beiden jungen Männer nach dem Schulabschluss gemeinsam nach Istanbul auf. Samuel hofft dort, seinen unbekannten, eventuell türkischen Vater zu finden. Janik will unbedingt erreichen, dass zwischen ihnen alles wieder so wird wie es mal war. Die Reise wird zur Suche nach einem eigenen Lebensentwurf und zur Bewährungsprobe für ihre Freundschaft.
Der Autor Finn-Ole Heinrich, 1982 in Norddeutschland geboren, studierte Film und bildende Kunst in Hannover. Dass er über performative Leseformate zum Schreiben kam merkt man seinen Büchern an, die schon häufig den Weg ins Theater fanden. Trotz aller Leichtigkeit verhandeln die lebendigen und poetischen Texte immer die großen emotionalen Zustände und Sehnsüchte im Leben. Herkunft und Identität, Freundschaft und Familie sowie Selbstbestimmtheit und Abgrenzung sind Themen, die sich durch Heinrichs Texte ziehen, und die auch in seinem Romandebüt Räuberhände von 2007 zu finden sind. Wie Räuberhände ist sein ganzes Werk von einer tiefen Zuneigung zum fehlerhaften und dennoch liebenswerten Menschen geprägt. Heinrich lebt als freier Autor in Hamburg und Südfrankreich.
Die Coburger Inszenierung von Räuberhände geht im formalen Zugriff davon aus, dass Identität zwar durch Vorbedingungen und das soziale Umfeld geprägt wird, aber grundsätzlich ein dynamischer, wandelbar und performativer Prozess ist. Genauso wie in einem Spannungsfeld zwischen Vorbedingungen, eigener Verfassung und sozialen Interaktionen unsere Identität jeden Tag aufs Neue entsteht, bestimmt das Publikum vor jeder Vorstellung, welcher der beiden Darsteller welche Rolle spielt. Beide Darsteller haben beide Rollen in den Proben erarbeitet und werden in den Vorstellungen immer wieder wechselseitig daran arbeiten, sich, trotz aller Gegensätze, Streitigkeiten und Grenzüberschreitungen, das Verständnis für die jeweils andere Figur zu erhalten, und vielleicht sogar die Freundschaft der beiden zu retten. Eine gute Aufgabenstellung für unsere von trennenden Gräben durchwühlte Zeit.
„Ich möchte Samuel anfassen, ihn nur ein kleines bisschen berühren, wie zufällig. Aber ich traue mich nicht. Was plötzlich alles anders ist und nicht mehr sicher. Mir fehlt das bisschen Mut, das nötig wäre.“
Alles, was man wirklich gebraucht, nutzt sich ab
Bu işler biraz böyledir
Deneyip de tutunamayan bilir
Bir yerlerde belli ki umut var
Ama onu bulan gizli cebine koyar
Bakarım bazen etrafıma
Yaşadıkları aslında bi hatıra
Bir sebeple suratlar hep asık
Ona değil ona maruz kalana yazık
Yazık, yazık
Ay benim, gece senin
Bakar bakar gülümserim
Olmuyorsa olmasın
Bu dünya aklındakine uymadı, uymasın
Uymasın
So ist das eben.
Wer es versucht und scheitert, weiß es. Es gibt Hoffnung irgendwo.
Doch wer sie findet, steckt sie in seine geheime Tasche.
Manchmal schaue ich mich um.
Was sie erlebt haben, ist eigentlich nur eine Erinnerung.
Aus irgendeinem Grund sind die Gesichter immer düster.
Nicht derjenige leidet, sondern derjenige, der dem ausgesetzt ist. Traurigkeit, Scham.
Der Mond gehört mir, die Nacht gehört dir.
Ich schaue und schaue und lächle. Wenn es nicht klappt, soll es nicht klappen.
Diese Welt passte nicht zu deinen Vorstellungen, soll sie nicht passen. Lass sie nicht passen.
Wir wollten immer zusammen sein
„Im Übrigen ist das, was wir gewöhnlich Freundschaft nennen, wo Leute sich sehen, die Geschäfte miteinander unterhalten, eigentlich nur Bekanntschaft. In derjenigen Freundschaft, wovon ich rede, vermischen und schmelzen sie sich solchergestalt ineinander, dass ein so durchaus Zusammengesetztes daraus wird, dass auch die Spur der Naht davon verschwindet, welche sie aneinander geheftet hat.“
Michel de Montaigne: Über die Freundschaft, Anaconda Verlag, 2015 (Die Erstausgabe der Essays erschien 1580.)

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TEXTNACHWEISE
Die zitierten Texte wurden redaktionell eingerichtet und gekürzt. / Kürzungen innerhalb der Texte sind nicht gekennzeichnet. / Die nicht markierten Zitate und die Überschriften stammen aus Finn-Ole
Heinrich: Räuberhände, mairisch Verlag, 2007. / Der Text Ich kenne seine Bewegungen ist ein Originaltext für dieses Programmheft.
Wir danken dem Freistaat Bayern und der Stadt Coburg für die großzügige Unterstützung unseres Hauses. Ebenso danken wir dem Bezirk Oberfranken.