CALIGARI
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Das Engagement in der Region liegt uns am Herzen – ob bei Kultur- oder Sport-Events, in Schulen oder Vereinen. Ebenso ist uns wichtig, dass Sie stets gut und günstig abgesichert sind. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und beste Unterhaltung. Geschäftsstelle Coburg Telefon 09561 96101 Mo. – Fr. 8.00 – 20.00 Uhr Callenberger Straße 29 96448 Coburg oder unter huk.de
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CALIGARI Musiktheater nach dem Film DAS CABINET DES DR. CALIGARI in 24 Szenen und einem Zwischenspiel Text von Alexander Charim | Musik von Ulrich Kreppein Auftragswerk des Landestheaters Coburg Gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung
ARZT CALIGARI FRANZIS ALAN CESARE JANE DR. OLFERT STADTSEKRETÄR DIE JUNGE FRAU PATIENT:INNEN
Nils Liebscher Christopher Tonkin Daniel Carison Jaeil Kim Elmar Hauser Hlengiwe Precious Mkhwanazi Bartosz Araszkiewicz Dirk Mestmacher Snæbjörg Gunnarsdóttir Jeahan Bae, Tae-Kwon Chu, Dora Garcidueñas, Christian Huber, Sascha Mai, Adriana Mileto, Rita Popescu, Nils Tavella, Martin Trepl, Tomoko Yasumura
Chor des Landestheaters Coburg Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg
MUSIKALISCHE LEITUNG David Preil INSZENIERUNG Alexander Charim BÜHNE & VIDEO Ivan Bazak KOSTÜME Aurel Lenfert LICHT René Klötzer KLANGKOMPOSITION & -REGIE Paul Hauptmeier, Martin Recker CHOREINSTUDIERUNG Ben Köster DRAMATURGIE André Sievers
MUSIKALISCHE ASSISTENZ Roland Fister MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG Claudio Rizzi, Kieran Staub, Yona Bong REGIEASSISTENZ & ABENDSPIELLEITUNG Michaela Hoffmann INSPIZIENZ Boris Stark SOUFFLAGE Margarita Pazara ÜBERTITELEINRICHTUNG André Sievers ÜBERTITELINSPIZIENZ Elin Hintzmann/ Mina Kim
TECHNISCHE LEITUNG BÜHNENMEISTER
URAUFFÜHRUNG 19. September 2026, GLOBE AUFFÜHRUNGSDAUER ca. 2 Stunden und 20 Minuten, eine Pause AUFFÜHRUNGSRECHTE UND -MATERIAL Topus Musikverlag KG, Berlin
Daniel Kaiser Norman Heyn, Mathias Stöcklein TONMEISTER Michael Och CHEFMASKENBILDNERIN Alicia Müller LEITUNG DER REQUISITE Manfred Dehler LEITUNG DER KOSTÜMABTEILUNG Gerhard Gollnhofer LEITENDE GEWANDMEISTERINNEN Margareta Gulich, Katrin Müller PROJEKTKOORDINATION AUSSTATTUNG Susanne Wilczek WERKSTÄTTENLEITUNG Andreas Truckenbrodt
Aus rechtlichen Gründen sind Bild- und Tonträgeraufnahmen während der Aufführung nicht gestattet.
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Excellence Inside Die Mobilität der nächsten Generation. Unsere Kinder werden in der Zukunft eine andere Mobilität erleben. Um ihren Ansprüchen gerecht zu werden, arbeiten wir heute an den Lösungen, die ihnen morgen ein Höchstmaß an Individualisierung und Flexibilität im Fahrzeug ermöglichen.
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Die Vorgänge Franzis ist Patient einer psychiatrischen Klinik. Während einer Gruppentherapie fordert ihn sein Arzt auf, von den Ereignissen zu erzählen, die ihn dorthin geführt haben. Seine Erinnerungen führen zurück in die Stadt Holstenwall, ein Jahr zuvor: Gemeinsam mit seinem Freund Alan besucht Franzis den Jahrmarkt, auf dem der Schausteller Dr. Caligari seinen Schlafwandler Cesare präsentiert. Vor den Augen des Publikums beantwortet Cesare Fragen über die Zukunft. Als Alan wissen möchte, wie lange er noch leben werde, erhält er die Antwort: „Bis zum Morgengrauen.“ Am nächsten Morgen wird Alan ermordet aufgefunden. Kurz darauf erschüttern weitere Morde die Stadt. Die Polizistin Jane nimmt die Ermittlungen auf. Gemeinsam mit Franzis verfolgt sie eine Spur, die zu Caligari und Cesare führt. Während sie versuchen, die Hintergründe der Verbrechen aufzuklären, breiten sich Angst und Misstrauen in Holstenwall aus. Die Stadt sucht nach Schuldigen, und immer stärker gerät auch Franzis’ eigene Wahrnehmung ins Wanken ...
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„Die Wahrheit wird uns gestohlen, jeden Tag.“ CALIGARI als Parabel auf unsere Gegenwart Als Robert Wienes Stummfilm DAS CABINET DES DR. CALIGARI 1920 uraufgeführt wurde, befand sich Europa im Umbruch. Der Erste Weltkrieg war kaum beendet, Millionen Menschen kehrten traumatisiert zurück, politische Radikalisierung und wirtschaftliche Not erschütterten die junge Weimarer Republik. Das Vertrauen in staatliche Institutionen war brüchig, während autoritäre Heilsversprechen zunehmend an Anziehungskraft gewannen. In dieser Atmosphäre entstand ein Werk, das weit mehr war als ein expressionistischer Horrorfilm. Es stellte die Frage, wie Wirklichkeit manipuliert, Macht legitimiert und Menschen für fremde Interessen instrumentalisiert werden können – Fragen, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Mehr als hundert Jahre später greifen Alexander Charim und Ulrich Kreppein diesen Stoff auf und übertragen ihn konsequent in unsere Gegenwart. Ihre Oper ist weder historische Rekonstruktion noch bloße Adaption des Films. Sie nutzt die Geschichte als Projektionsfläche für eine Gesellschaft, deren Gewissheiten brüchig geworden sind. Kriege, wirtschaftliche Krisen, digitale Medien und ein permanenter Strom widersprüchlicher Informationen bilden den Hintergrund einer Welt, in der Orientierung zunehmend zur Herausforderung wird und konkurrierende Wahrheiten um Glaubwürdigkeit ringen. Caligari selbst erscheint dabei nicht als übernatürliche Schreckgestalt, sondern als Meister der Manipulation. Seine Macht gründet nicht auf körperlicher Gewalt, sondern auf der Fähigkeit, Verunsicherung zu erkennen, sie zu verstärken und für seine Zwecke nutzbar zu machen. Immer wieder behauptet er: „Die Wahrheit wird uns gestohlen, jeden Tag.“ Gerade dieser Satz offenbart sein eigentliches Prinzip. Wer behauptet, allein zu wissen, was wahr ist, beansprucht zugleich die Deutungshoheit über die Wirklichkeit. Caligari verspricht Orientierung, Zugehörigkeit und einfache Antworten auf eine komplexe Welt. Seine eigentliche Stärke liegt darin, Menschen nicht zu beherrschen, sondern ihr Bild von der Welt zu verändern. Im Kern ist Caligari damit ein epistemologisches Drama. Es erzählt nicht nur von Macht, sondern vom Kampf um Wirklichkeit – davon, wer bestimmt, was als Wahrheit gilt und wie Menschen die Welt wahrnehmen.
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Auch Cesare entzieht sich einer einfachen Deutung. Er erscheint nicht als geborener Täter, sondern als ein junger Mensch auf der Suche nach Halt, Anerkennung und Sinn. Seine Verletzlichkeit macht ihn empfänglich für Caligaris Versprechen. Erst allmählich erkennt er, was mit ihm geschehen ist: „Du hast mir gesagt, dass ich wütend bin. Bin ich aber nicht. Ich bin traurig. Du hast meine Traurigkeit benutzt.“ Kaum ein Satz beschreibt präziser, wie Manipulation funktioniert. Sie erschafft Gefühle nicht neu, sondern deutet sie um. Aus Trauer wird Wut, aus Einsamkeit Zugehörigkeit, aus persönlicher Verletzung ein politisches Instrument. Zugleich zeichnet die Oper das Bild einer Gesellschaft, in der nicht nur Menschen, sondern auch Wahrheiten ins Wanken geraten. Gerüchte verdrängen Fakten, Wahrnehmungen überlagern sich, die Suche nach Schuldigen ersetzt die Suche nach Zusammenhängen. Manipulation bleibt dabei nicht auf den Einzelnen beschränkt, sondern wird zur gesellschaftlichen Dynamik. Caligaris Ziel ist bezeichnend: „Ich will nicht, dass ihr protestiert. Ich will, dass ihr ausrastet.“ Erst wenn Verunsicherung in kollektive Empörung umschlägt, entfaltet seine Strategie ihre eigentliche Wirkung. Die Oper interessiert sich dabei jedoch weniger für die Frage nach Schuld als für die Mechanismen, die ihr vorausgehen. Wie entstehen Feindbilder? Weshalb gewinnen vereinfachende Erzählungen gerade in Zeiten gesellschaftlicher Krisen an Überzeugungskraft? Und wann wird der Wunsch nach Orientierung so groß, dass er die Bereitschaft zum Zweifel verdrängt? So wird CALIGARI zu einer Parabel auf unsere Gegenwart. Nicht weil sich Geschichte wiederholt, sondern weil sich ihre Mechanismen wiedererkennen lassen. Der eigentliche Schrecken liegt nicht in den Morden oder den expressionistischen Bildern, sondern in der Erkenntnis, wie leicht sich Wahrnehmung lenken, Wirklichkeit umdeuten und gesellschaftliche Verunsicherung instrumentalisieren lassen. Was vor über einem Jahrhundert als expressionistische Vision entstand, wird bei Alexander Charim und Ulrich Kreppein zu einem Musiktheater über unsere Gegenwart – und über die beunruhigende Frage, was geschieht, wenn Menschen beginnen, die Welt mit den Augen ihres Manipulators zu sehen.
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„Die Angst ist Ihr neuer bester Freund.“ Zum Paradox von Angst und Freiheit Kaum ein Gefühl ist so widersprüchlich wie die Angst. Sie lähmt und schützt zugleich. Für den dänischen Philosophen Søren Kierkegaard ist Angst weit mehr als eine Reaktion auf eine konkrete Gefahr. Sie entsteht dort, wo der Mensch seiner Freiheit begegnet. Nicht zufällig bezeichnet er sie als den „Schwindel der Freiheit“: Wer erkennt, dass sein Leben nicht festgelegt ist, sondern von Entscheidungen abhängt, erfährt zugleich die Unsicherheit dieser Offenheit. Gerade diese Verbindung von Freiheit und Angst macht den Menschen verletzlich. Wo Unsicherheit wächst, wächst auch die Sehnsucht nach Orientierung, nach Eindeutigkeit und nach Menschen, die versprechen, den richtigen Weg zu kennen. An diesem Punkt setzt der Philosoph und Sozialpsychologe Erich Fromm an. Freiheit bedeutet für ihn nicht nur Selbstbestimmung, sondern auch Verantwortung. Gerade diese Verantwortung kann zur Last werden. Seine berühmte Formel von der „Furcht vor der Freiheit“ beschreibt den Wunsch, der Unsicherheit des eigenen Urteilens zu entkommen und Halt in Autoritäten, Ideologien oder geschlossenen Weltbildern zu suchen. Nicht die Freiheit selbst führt in die Unfreiheit, sondern der Versuch, ihrer Verantwortung zu entkommen. Vor diesem Hintergrund erhält Caligaris Satz „Die Angst ist Ihr neuer bester Freund“ eine irritierende Doppelbedeutung. Er enthält eine Wahrheit – und gerade deshalb ist er so gefährlich. Angst ist tatsächlich ein Warnsignal. Sie macht aufmerksam, schützt und bewahrt davor, Risiken zu unterschätzen. Doch Caligari erhebt sie zum Prinzip. Aus einem Gefühl, das zur Wachsamkeit mahnt, wird ein Mittel der Bindung. Angst verliert ihre orientierende Kraft, sobald sie nicht mehr zum eigenen Urteil führt, sondern in Abhängigkeit mündet. Angst verschwindet nicht. Sie gehört zum Menschsein. Entscheidend ist nicht, ob wir Angst empfinden, sondern wie wir ihr begegnen. Vielleicht ist Angst tatsächlich ein guter Freund. Sie warnt, sie macht aufmerksam und erinnert daran, dass Freiheit niemals selbstverständlich ist. Ein Freund aber gibt Rat – er trifft keine Entscheidungen. Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb nicht darin, die Angst zum Schweigen zu bringen, sondern ihr zuzuhören, ohne ihr die Herrschaft zu überlassen.
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„Warum sehe ich es nicht?“ Über Wahrnehmung, Wahn und Wirklichkeit Wir halten die Welt, die wir sehen, für wirklich. Wir vertrauen unseren Sinnen, unseren Erinnerungen und unserem eigenen Urteil. Doch wie sicher können wir sein, dass unsere Wahrnehmung tatsächlich mit der Wirklichkeit übereinstimmt? Schon Platon hat diese Unsicherheit im Höhlengleichnis zum Ausgangspunkt gemacht: Menschen sitzen gefesselt in einer Höhle und halten die Schatten an der Wand für die Wirklichkeit. Erst wer sich aus der Höhle löst, erkennt, dass das, was er bislang für wahr gehalten hat, nur ein Abbild gewesen ist. Wirklichkeit erscheint hier nicht als etwas, das uns selbstverständlich gegeben ist. Sie muss erkannt werden – und Erkenntnis kann bedeuten, das Vertraute plötzlich infrage zu stellen. Jahrhunderte später fragt Immanuel Kant, ob wir die Wirklichkeit überhaupt so erkennen können, wie sie „an sich“ ist. Was wir erfahren, ist immer auch durch die Bedingungen unseres Wahrnehmens und Denkens geprägt. Wir sehen die Welt nicht einfach, wie sie ist, sondern so, wie sie uns erscheinen kann.
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CALIGARI erhebt diese Unsicherheit zu einem strukturellen Prinzip. Wir sehen die Welt durch die Augen von Franzis. Wir hören seine Geschichte und übernehmen zunächst seine Gewissheiten: Es gibt einen geheimnisvollen Schausteller, einen willenlosen Somnambulen und eine Reihe von Verbrechen. Wir glauben, weil wir sehen – und sehen, weil wir glauben. Doch dann gerät diese Ordnung ins Wanken. Was Erinnerung war, könnte Einbildung sein. Was Beobachtung schien, könnte Interpretation gewesen sein. CALIGARI zwingt uns dazu, unsere eigene Perspektive zu hinterfragen. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, was geschehen ist, sondern auch, wer überhaupt bestimmt, was geschehen ist. Der französische Philosoph Maurice Merleau-Ponty beschreibt Wahrnehmung deshalb nicht als neutrales Fenster zur Welt. Wir nehmen immer aus einer bestimmten Perspektive wahr, als körperliche Wesen, die bereits in eine Welt eingebunden sind. Einen vollkommen objektiven Blick gibt es nicht. Wir sehen die Welt niemals ohne uns selbst. Genau hier wird die Frage nach dem Wahn interessant. Denn auch der Wahn ist eine Form von Wirklichkeit – zumindest für denjenigen, der ihn erlebt. Er sieht, hört und empfindet nicht einfach „nichts“. Seine Wahrnehmung besitzt Zusammenhang und Bedeutung. Das Problem liegt nicht allein darin, dass seine Wirklichkeit von der Wirklichkeit anderer abweicht. Es liegt darin, dass sie sich der Korrektur entzieht. Damit wird die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit weniger eindeutig, als sie zunächst erscheint. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen einer geteilten Wirklichkeit und einer individuellen Täuschung. CALIGARI macht uns selbst zu unsicheren Beobachtern: Wir müssen unsere eigene Perspektive hinterfragen und erkennen, dass auch unsere Wahrnehmung nie frei von Deutung ist. Die Oper lässt uns deshalb nicht einfach einen Menschen betrachten, dessen Wirklichkeit möglicherweise gestört ist, sondern konfrontiert uns mit der Unsicherheit unserer eigenen Gewissheiten. Die entscheidende Frage lautet damit nicht nur, ob Franzis die Wahrheit kennt und sagt, sondern auch: Woran erkennen wir, dass das, was wir für die Wirklichkeit halten, tatsächlich die Wirklichkeit ist?
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„Ich bin scheiß-wütend und habe die Schnauze voll.“ Von der eigenen Wut zur kollektiven Gewissheit Ein Satz wie ein Befreiungsschlag. Was eben noch persönliches Gefühl war, wird zur gemeinsamen Gewissheit. Doch was geschieht, wenn aus einem Gefühl eine Wahrheit wird, die alle teilen sollen? Wenn aus Unsicherheit Gewissheit wird – und aus Gewissheit Gewalt? CALIGARI erzählt von genau dieser Bewegung. Caligari gibt diffusen Empfindungen eine gemeinsame Sprache. Gustave Le Bon beschrieb bereits Ende des 19. Jahrhunderts wie sich der Einzelne in der Masse verändert: Gefühle werden ansteckend, die eigene Wahrnehmung verliert an Gewicht. Dieser Vorgang zeigt sich zunächst auf dem Jahrmarkt. Später wird er politisch: Caligari verbindet Arbeitslosigkeit, Unsicherheit, Gewalt und politische Ohnmacht zu einer einfachen Erzählung: Ihr werdet belogen, eure Wut ist berechtigt. „Ich bin scheiß-wütend und hab die Schnauze voll“ wird zur Formel, die Cesare und schließlich die ganze Bewegung übernimmt. Die Masse ist dabei nicht nur bedrohlich, sondern auch verführerisch. Elias Canetti beschreibt sie in Masse und Macht als einen Zustand, in dem der Abstand zwischen den Menschen verschwindet. Der Einzelne ist nicht länger allein, sondern erlebt Gleichheit und Stärke. Für Cesare bedeutet Caligaris Bewegung deshalb Zugehörigkeit: einen gemeinsamen Kampf und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. In der Gemeinschaft scheint die eigene Ohnmacht zu verschwinden. Doch Wut braucht ein Ziel. Hier berührt CALIGARI René Girards Gedanken über den Sündenbock: Wo Angst und innere Spannungen schwer auszuhalten sind, kann ein gemeinsamer Gegner plötzlich Klarheit schaffen. In der Demonstration wird Jacob Straat zum Schuldigen gemacht, obwohl die Fakten unklar sind. Dass er „nicht von hier“ kommt, wird selbst zum Verdachtsmoment. Aus Unsicherheit wird Ausgrenzung, aus Ausgrenzung Gewalt. Der Mob wird schließlich selbst zu jener Gewalt, gegen die er sich ursprünglich richten wollte. Damit zeigt sich die Macht des Demagogen. Er muss den Menschen ihre Gefühle nicht einreden. Seine Macht besteht darin, ihnen eine Erklärung und eine Richtung zu geben: Ihr seid die Betrogenen. Sie sind die Schuldigen. Wir müssen handeln. Die gemeinsame Überzeugung wird wichtiger als die Frage nach der Wahrheit. 12
Von der eigenen Wut zur gemeinsamen Gewissheit ist es nur ein kleiner Schritt. Eine Wut kann berechtigt sein, eine Angst real, ein Gefühl wahr. Gefährlich wird es dort, wo jemand daraus eine einzige Wahrheit macht – und gleich mitliefert, gegen wen sie sich richten soll. Hannah Arendt hat mehrfach in ihren Schriften auf die Bedeutung des eigenen Denkens und Urteilens hingewiesen. Gerade dort, wo alle dasselbe denken sollen, beginnt die Verantwortung des Einzelnen: innezuhalten, zu hinterfragen und sich die eigene Urteilskraft nicht abnehmen zu lassen. Hierin liegt die Gegenbewegung zu Caligaris Manipulation: nicht die eigenen Gefühle zu verleugnen, sondern zu fragen, woher sie kommen, wer ihnen ihre Sprache gibt – und wohin sie führen.
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„Was zurückbleibt, sind Angst und Verunsicherung“ Drei Fragen an Librettist und Regisseur Alexander Charim CALIGARI erzählt eine Geschichte, in der die Grenzen zwischen Wirklichkeit, Wahn und Inszenierung zunehmend verschwimmen. Dass der Stoff auch mehr als hundert Jahre nach seiner Entstehung so gegenwärtig wirkt, liegt nicht zuletzt daran, dass Fragen nach Wahrheit, Wahrnehmung und Manipulation heute nichts an Brisanz verloren haben. Welche Fragen kann das Theater mit einem solchen Werk an unsere Gegenwart richten? Zu Beginn des Films sehen wir, wie Franzis in einem Park einen älteren Mann trifft. Er beginnt, ihm die Geschichte von Caligari, Cesare und den Morden in seiner Heimatstadt zu erzählen. Wir hören diese Geschichte aus seiner Perspektive, und wir als Zuschauer*innen glauben ihm natürlich, weil es zunächst keinen Anlass gibt, daran zu zweifeln. Erst am Schluss erfahren wir, wo er sich befindet: in einer Irrenanstalt. Diese Rahmung, die sich erst spät offenbart, wurde dem Film auch zum Vorwurf gemacht. Der Erzähler werde dadurch desavouiert, die Autorität des Tyrannen als unfehlbar dargestellt. Heute können wir die visionäre Kraft dieser Erzählhaltung erkennen: Es gibt keinen Erzähler, auf den wir uns verlassen können, und keine eindeutige Wahrheit über die rätselhaften Ereignisse. Niemand beruhigt unsere Angst und unsere Paranoia. Auch Caligari und Cesare geht es nicht um eine alternative Wahrheit oder um ein konkretes Ziel. Letztlich ist es ihnen egal, wen sie terrorisieren und töten. Was sie erzeugen wollen, ist eine diffuse Stimmung aus Angst und Brutalität, Chaos und Desorientierung. Sie verstärken und kanalisieren eine Stimmung, die sie in der Gesellschaft vorfinden: eine allgemeine Müdigkeit gegenüber dem Rechtsstaat und der Demokratie, verbunden mit einer diffusen Angst vor dem, was kommt. Die Menschen in dieser Stadt glauben nicht mehr an eine bessere Zukunft – und genau hier kann Caligari seine manipulative Kraft entfalten. Wir wollen mit diesem Stück ein Blick in den Maschinenraum der gesellschaftlichen Radikalisierung werfen. Wie entsteht Angst, wie breitet sich Unsicherheit aus, und warum schlägt sie letztlich in Gewalt um? Dr. Caligari ist weit mehr als eine Einzelfigur: Er verkörpert die Verführungskraft von Autorität und die Manipulierbarkeit des Menschen, welche sich besonders an der Figur von Cesare manifestiert. Wie lässt sich diese Form von Macht und die Unterwerfung des Individuums auf der Bühne sichtbar machen, ohne ihr selbst zu erliegen? 14
Ehrlich gesagt glaube ich, dass wir dieser Verführungskraft erliegen müssen – wenigstens ein bisschen. Ich habe einmal einen interessanten Werbespruch auf einer alten Horrorfilm-VHS-Kassette gelesen: „If it gets too real, you can always turn it off.“ Das ist gerade das Versprechen des Horror-Genres: Hier dürfen wir unsere Ängste genießen. Hier sehen wir alles, was wir sonst verdrängen und nicht wahrhaben wollen. Wir können die Kontrolle über unsere Furcht verlieren und unsere Ängste in einem (fiktiven) Spiegel erkennen. Diese Hingabe an den Kontrollverlust ist eine Angstlust, vor der wir uns fürchten und die wir gleichzeitig genießen. In CALIGARI ist das Objekt dieser Angstlust die Disruption: der charismatische Herrscher, der geniale Manipulator, der endlich wieder Ordnung in das Chaos unseres Lebens und unserer Gefühle bringt. Wir haben Angst vor ihm und sehnen ihn gleichzeitig herbei. Ob wir rechtzeitig abschalten können, ist aber leider nicht so sicher. Videos und Projektionen prägen deine Inszenierung maßgeblich. Welche Möglichkeiten eröffnen diese Medien gerade für ein Werk wie CALIGARI, in dem Wahrnehmung, Erinnerung und Wirklichkeit permanent ineinander übergehen? Wir arbeiten mit Schattenprojektionen, die sich auch auf den Ursprung dieses Stoffes als Stummfilm beziehen. Es bleibt aber nicht bei dieser historischen Referenz. Wir sehen die Schatten vor allem während Franzis von der Vergangenheit erzählt. Zu Beginn korrespondieren sie meistens mit den Figuren auf der Bühne, das heißt, wir sehen die Schatten der Menschen, die weiter vorne auf der Bühne agieren. Aber diese Schatten entwickeln zunehmend ein Eigenleben. Sie beginnen, die Vorgänge auf der Bühne zu kommentieren oder ihnen zu widersprechen. Sie zeigen uns die Wünsche und Ängste der Figuren und das, was Franzis auf seine Erinnerungen projiziert – im wahrsten Sinne des Wortes. Diese wachsende Differenz zwischen Bühnengeschehen und Projektion erzählt vom Verlust von Sicherheit und Vertrauen. Wem glauben wir: den Schatten oder den Figuren auf der Bühne? Es gibt keine Version der Wahrheit, auf die sich alle einigen können und über die wir wirklich sicher sein können. Was zurückbleibt, sind Angst und Verunsicherung.
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Musik im Spiegelkabinett der doppelten Böden Ulrich Kreppein über die Komposition von CALIGARI Musik in der Oper verirrt sich leicht ins Gestrüpp der Ansprüche: wem dient sie? Dem Text, dem Theater, der Handlung, dem Gesang? Oder dienen sie umgekehrt der Musik? Oder sind diese Fragen sinnlos, weil jede Antwort eigentlich eine andere Form der Oper beschreibt. In jedem Fall wird deutlich, dass es die Oper nicht gibt, sondern dass jedes Werk immer eine neue Aushandlung zwischen den beteiligten Medien ist. Es geht also darum diese Beziehungen produktiv zu machen: Text, Szene, Klang und deren größer dimensionierte Verwandten: Narration, Inszenierung, musikalische Form, sollen zum Sprechen gebracht werden – all das zusammen ist die Oper, nicht die Partitur, der Text, die Szene, sondern die Interaktion zwischen allem in der Aufführung. Oper komponiert man daher nie allein und auch bei den klassischen arbeitsteiligen Prozessen aus Text, Musik und Szene komponiert jedes Medium das andere mit. Dabei sind unterschiedlichen Funktionen der Medien interessant: was sind Rollen von Klang in einer Bühnensituation sein, was heißt es, wenn Sänger*innen singen oder sprechen, etc.? – und wie lassen sich daraus Ereignisse komponieren, in denen die Angstwelten von CALIGARI erfahrbar werden. ORIENTIERUNG UND RAUM Das Ohr ist ein Orientierungsorgan. Wenn wir nicht ganz Auge sind, sind wir ganz Ohr, ertasten akustisch unsere Umgebung. Musik hat sich lange auf Vordergründe fokussiert, aber Hören ist eigentlich dreidimensional, organisiert sich in Vorder- und Hintergrund. Ein Thema, ein Motiv, ein Klang verändert seine Natur, wenn er vor einem anderen Hintergrund erklingt, ebenso wie ein Bildmotiv sich je nach Tageszeit, Licht, etc. verändert. In der Partitur des CALIGARI finden sich nicht nur musikalische Objekte, melodische Gedanken, und Klänge, sondern auch die Hintergründe und die Welten, in denen diese leben. Die Musik bekommt so eine dreidimensionale Tiefe, und so kann der gleiche Gedanken unterschiedlich gefärbt werden. Ob etwas bedrohlich oder entspannt klingt, liegt dann weniger am Klangobjekt selbst, sondern daran vor welchem Hintergrund es erklingt. So wird auch der Gesang im Orchester nicht einfach begleitet oder verdoppelt, vielmehr webt das Orchester eine Welt um die Sänger:innen, in der sie sich bewegen. 16
Solche Phänomene musikalisch einzusetzen, bildet auch eine Brücke zum Film, da visuelle Eindrücke nicht nur vom vordergründigen Objekt, sondern von dessen Umgebung beeinflusst sind. Gerade die akustische Umgebung ist in Filmen ein zentrales Element, wenn wir etwa das Rauschen eines Bachs hören oder einer Straße – in solchen Fällen hier überschneiden sich die Medien Sehen und Hören: wir sehen innerlich, was wir nur hören. REALER UND IRREALER RAUM CALIGARI arbeitet viel mit naturalistischen Elementen: Vogelklänge, Windgeräusche, etc. diese sind sowohl im Orchester zu hören – ganz in der Tradition der Tonmalerei – als auch in Form von Aufnahmen über Lautsprecher. Tatsächlich hat die aufgenommene Wirklichkeit eine mysteriöse Präsenz: wer ein Klavier in einer Kirche aufnimmt und sich die Aufnahme zu Hause anhört, würde ja trotzdem sagen, dass er ein Klavier in einer Kirche hört – und nicht, korrekterweise, einen Lautsprecher im Wohnzimmer. Es scheint, als ob Realität in der Aufnahme mittransportiert wird. Was heißt es dann, wenn wir uns im Opernhaus befinden, aber die Lautsprecherklänge und akustisch vorgaukeln, wir befänden und in einem Stadtpark oder auf einem Jahrmarkt. Stellen wir uns nun vor, das Orchester übernimmt diese Klangwelten, imitiert die Vögel, die Geräusche, welche Klänge sind dann „wirklich“ welche „künstlich“? Diese Verschiebung ermöglicht interessante Abstufungen von realen und irrealen Räumen in Zusammenarbeit mit den Vorder- und Hintergründen. MUSIK ALS KAMERAAUGE CALIGARI verbindet verschiedene Ort- und Zeitebenen miteinander, die Handlung springt zwischen dem jetzt, dem Früher, usw. hin und her. Die verschiedenen Hintergründe (Vogelklänge etwa, Straßengeräusche, etc.) haben musikalisch die Funktion, wie eine Kamera im Film das Ohr zu lenken: in welcher Zeit wir sind und in welchem Handlungsstrang wird durch charakteristische Klangchiffren und Hintergründe gezeigt, die sich dann im zweiten Teil verschieben, so dass neue Konstellationen der Wirklichkeit und der Interpretation entstehen. CALIGARI ist ja eine der frühesten filmischen Realisierungen eines unzuverlässigen Erzählers, wir lernen am Ende, das alles anders war. Diese Verschiebung der Wirklichkeit auch im Verhältnis Musik-Szene erfahrbar zu machen, war für mich ein zentraler Ausgangspunkt – und es gehört für mich zu den reizvollsten Aspekten des Schreibens für das Musiktheater, dass ich dort mit musikalischen Masken spielen kann, in denen etwa die in der Musik zur Schau gestellte Sentimentalität, Emotionalität oder Kälte, vielleicht nicht meine ist, sondern die der Charaktere – wobei so genau kann man das ja nie sagen … 17
VERWANDLUNGEN In der Welt von CALIGARI gibt es nichts Festes: was Wirklichkeit, was Schein ist, ist nicht durchschaubar. Es entsteht eine paranoide Welt, die sich ihrer selbst nicht sicher ist. Musikalisch stehen schwebende Übergänge im Zentrum, durch Harmonien, die aus Obertonspektren gewonnen sind. So entstehen Klänge, die vertraut und fremd zugleich klingen, die teils verführerisch schön, immer einen doppelten Boden haben und durch minimale mikrotonale Verschiebungen oder die Veränderungen des Hintergrunds zerfließen – schneller und schneller. Die Musik von CALIGARI ist aus den Fugen, zerfließt zwischen der Lust an der Angst und der Angst an der Lust.
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ALEXANDER CHARIM [LIBRETTO & INSZENIERUNG] Alexander Charim, geboren in Wien, studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Wien und Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Er arbeitet als freischaffender Regisseur für Schauspiel und Musiktheater u. a. am Schauspielhaus Wien, an der Staatsoper Hannover, der Deutschen Oper Berlin, am Theater Basel, am Theater Bielefeld, am Theater St. Pölten, am HansOtto-Theater Potsdam, am Volkstheater Wien, am Theater Heidelberg, der Oper Graz und am Theater Osnabrück. Zu seinen letzten Inszenierungen zählen ÖDIPUS von Sophokles und DER BESUCH DER ALTEN DAME von Dürrenmatt am Theater Heidelberg, DER TOD IN VENEDIG von Thomas Mann bei den Vereinigten Bühnen Bozen, SCHWERE KNOCHEN von David Schalko am Volkstheater Wien und MEIN LIEBLINGSTIER HEISST WINTER von Ferdinand Schmalz/Lukas Kranzelbinder an der Oper Graz. Am Theater Coburg inszenierte er PETER GRIMES von Benjamin Britten. Er erhielt den Dr. Otto-Kasten-Preis der Intendant:innengruppe des deutschen Bühnenvereins sowie den Nestroy-Preis für die beste Bundesländeraufführung für seine Inszenierung LICHTER DER VORSTADT nach Aki Kaurismäki am Landestheater Niederösterreich. 2024 kuratierte er das Theaterprogramm der Europäischen Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut. ULRICH KREPPEIN [KOMPOSITION] Ulrich Kreppein, geboren 1979, studierte Komposition, Klavier und Musikwissenschaft an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf sowie an der Columbia University New York. 2011 schloss er sein Dissertationsstudium an der Harvard University mit dem Ph.D. in Komposition ab, wo er u. a. bei Julian Anderson, Brian Ferneyhough, Chaya Czernowin, Hans Tutschku, Joshua Fineberg und Helmut Lachenmann studierte. Seine Werke umfassen Orchesterwerke, Opern und Kammermusik und wurden u. a. in der Berliner Philharmonie, der Carnegie Hall New York sowie in London, Paris, Brüssel, Moskau, Seoul und Boston aufgeführt. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter den Förderpreis für junge Komponisten der Ernst von Siemens Musikstiftung, den ersten Preis des Alexander Zemlinsky Wettbewerbs sowie den Publikums- und Jurypreis des Heidelberger Frühlings. Von 2014 bis 2022 unterrichtete er Komposition und Musiktheorie an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Seit 2022 ist Ulrich Kreppein Professor für Komposition und Theorie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.
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„Der Schatten war Herr, und der Herr war Schatten“ Hans Christian Andersen: DER SCHATTEN (1847)
Impressum Landestheater Coburg, Schlossplatz 6, 96450 Coburg Theaterleitung: Dr. Ulrich Peters (Intendant), Bernd Vorjans (Kaufmännischer Direktor) Theaterkasse +49 · (0)9561 · 89 89 89 | Pforte +49 · (0)9561 · 89 89 00 | Fax +49 · (0)9561 · 89 89 88 Redaktion: André Sievers | Änderungen und Druckfehler vorbehalten. Gestaltung und Satz: Autostrada Studios Fotos: Taeseok Oh Email: info@landestheater.coburg.de | www.landestheater-coburg.de Textnachweise: Die Vorgänge und die Texte „Die Wahrheit wird uns gestohlen, jeden Tag.“ CALIGARI als Parabel auf unsere Gegenwart, „Die Angst ist Ihr neuer bester Freund.“ Zum Paradox von Angst und Freiheit, „Warum sehe ich es nicht?“ Über Wahrnehmung, Wahn und Wirklichkeit sowie „Ich bin scheiß-wütend und habe die Schnauze voll.“ Von der eigenen Wut zur kollektiven Gewissheit sind Originalbeiträge von André Sievers. | Die Fragen an Alexander Charim stellte André Sievers. | Der Text Musik im Spiegelkabinett der doppelten Böden ist ein Originalbeitrag von Ulrich Kreppein. | Hans Christian Andersen: Der Schatten, in: ders: Andersens Märchen, aus dem Dänischen von Mathilde Mann, Köln: Anaconda 2023. Die Texte wurden redaktionell eingerichtet und gekürzt. Kürzungen innerhalb der Texte sind nicht immer gekennzeichnet. Die Orthographie entspricht den Originaltexten. Überschriften stammen zum Teil von der Redaktion. Danksagungen: Wir danken dem Freistaat Bayern und der Stadt Coburg für die großzügige Unterstützung unseres Hauses. Ebenso danken wir dem Bezirk Oberfranken. Unser herzlicher Dank gilt Herrn Thomas Knoll (Coburg) für seine wertvolle Unterstützung der Produktion CALIGARI sowie dem Theaterkreis Coburg für die finanzielle Unterstützung zum Erwerb des im Stück benötigten Marimbaphons. Herzlich danken wir zudem Antonia Theresa Wiedemann aus dem Schauspielensemble für die Mitwirkung in dem Werbefilm der „Sicherheitsberatung Caligari“.