In der Berlinischen Galerie erzählt Monira Al Qadiris Wandbild von der Infrastruktur im Erdölzeitalter
Geh doch nach… Potsdam
Die Cafébar im Kunsthaus Das Minsk lockt mit einem Blick auf das Panorama der Landeshauptstadt
9
Momentaufnahme
US-Künstler Beeple und seine »Robodogs« in der Neuen Nationalgalerie
10 News
Aus den Berliner Museen und Ausstellungshäusern
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Drei Fragen an … Karin Bjerregaard Schlüter und Ralf Schlüter von der Berliner Agentur Kulturbotschaft
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Tagesreise nach Branitz
Eine spätbarocke Parklandschaft, ein Schloss und das Fürst-Pückler-Eis
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Kolumne
Glanz und Elend
Neue Bücher
Fünf Empfehlungen aus der Redaktion
Die Berlin Art Week findet dieses Jahr zum 15. Mal statt
FOKUS Berlin
32
Die Stadt vor der Linse
Ein Abriss der Berliner Pressefotografie im Stabi Kulturwerk
34
Straßenszenen
Berlin-Kunst der Weimarer Zeit in der Neuen Nationalgalerie
37
Aufgeklärt
Der Kupferstecher, Grafiker und Illustrator Daniel Chodowiecki im Hugenottenmuseum
38
Ost-Berliner Bauten
Die Berlinische Galerie präsentiert das Werk des DDR-Architekten Josef Kaiser
40
Unendlicher Spaß
Das Gegenwartsmuseum Hamburger Bahnhof zeigt eine neue Sammlungspräsentation
42
Wir bauen eine neue Stadt
Entwürfe für Berlin aus der Kunsthochschule Weißensee im Werkbundarchiv
44
Prinzip Hoffnung
Der Kollektivplan zum Wiederaufbau Berlins im Neuen Berliner Kunstverein
45
Grenzregime
Ein stadtweites Programm erinnert an die Geschichte des Mauerbaus 1961
DISKURS
18
Plädoyer für die Kunstfreiheit
24
Christoph Möllers
Der Rechtswissenschaftler im Interview
FOKUS BERLIN
AUSSTELLUNGEN
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Radikal harmonisch
Der neoimpressionistische Farbvirtuose Paul Signac im Museum Barberini
52
Alpine Bergwelt
Die komplexe Gegenwart und Zukunft Tirols im Museum Europäischer Kulturen
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Digitale Gegenwart im Schinkel Pavillon Koexistenz im Kindl Erinnerungskultur in der Zitadelle Spandau
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Seelensucher mit der Kamera
Werkschau des Fotografen Walter Schels bei C/O Berlin
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Wissen ist Macht
Die Schwartzsche Villa zeigt feministische Collagen, Performances und Installationen von Niina Lehtonen Braun
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Faden und Form
Abstrakte Textilkunst von Sofie Dawo im Kunstgewerbemuseum
Der Siebdruck von 2015 ist eine Neuauflage von Henning Wagenbreths Plakat »Radfahrer haben nichts zu verlieren als ihre Ketten!« (1989)
PANORAMA
Mähschafe erfreuen sich am saftigen Gras im Schlosspark Sanssouci
Preußisches Arkadien
Seit Anfang April weidet eine Schafherde im Park Sanssouci in Potsdam. Damit setzt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BerlinBrandenburg (SPSG) auch in diesem Jahr wieder auf »ökologische Wiesenpflege«. Bis November sollen so insgesamt 15 Hektar Grasfläche im Park hinter dem Schloss Sanssouci umweltschonend »gemäht« werden. Zum Einsatz kommen Guteschafe, eine ursprünglich aus Schweden stammende Schafrasse. Die Tiere mit den schneckenförmigen Hörnern gelten als robust, genügsam und entspannt im Kontakt mit Menschen. Außerdem wirken die Wiederkäuer wie echte Landschaftspfleger. Sie düngen die Böden und tragen durch ihr Umherziehen zur Biodiversität bei. Neben dem Umweltnutzen bringen sie auch eine tiefgreifende kulturgeschichtliche Ebene in die Landschaft. »In den weißen Ringeln ihrer Haare« wiederholen sich die Wolken des Himmels, so schrieb einst Robert Musil über die mythischen Tiere als »religiöse Begleiter des Menschen«. Wer die nachhaltige Aktion unterstützen möchte, kann auf der Webseite der Stiftung eine Schafpatenschaft über 200 Euro abschließen.
Starke Frau
Das vielschichtige Porträt der Fürstin LUCIE PÜCKLER, die ihrer Zeit weit voraus war. Eine Tagesreise nach Branitz
Mit dem Themenjahr »Frauenreich« rücken Park und Schloss Branitz eine Persönlichkeit in den Mittelpunkt, die lange im Schatten des exzentrischen Gartenkünstlers Hermann Fürst von PücklerMuskau stand: Fürstin Lucie Pückler (1776–1854). Zwei Ausstellungen in Park und Schloss lesen die Geschichte von Branitz neu – nicht mehr ausschließlich als Werk eines einzelnen Genies, sondern als Resultat einer für die Zeit ungewöhnlichen Partnerschaft, eines geistigen Austauschs auf Augenhöhe und immenser weiblicher Gestaltungskraft.
Der Branitzer Park selbst bildet dafür die Bühne. Ab 1846 schuf Fürst Pückler hier auf über 600 Hektar eine künstlich komponierte Landschaft nach englischem Vorbild: geschwungene Wege, gezielte Sichtachsen, Wasserläufe, Baumgruppen und architektonische Pointen verdichten sich zu einem begehbaren Landschaftsgemälde. Pückler verstand Gartenkunst nicht als Dekoration, sondern als Inszenierung von Bewegung, Wahrnehmung und Stimmung. Genau aus diesem Ansatz entfaltet der Park seine Faszination und wirkt theatralisch – besonders das Grabmal in Gestalt einer Pyramide –
Das spätbarocke Schloss Branitz liegt im Herzen einer Parklandschaft nach englischem Vorbild
und doch auch intim und poetisch. Das spätbarocke Schloss Branitz fügt sich so harmonisch in die Landschaft ein, dass sich vom Park schöne Sichtlinien ergeben und der Blick aus den Fenstern immer neue Szenarien eröffnet. Fürst Pückler ließ das Kleinod umfassend umbauen. Die Innenräume verbinden aristokratische Eleganz mit einer gewissen Exzentrik: Orientzimmer erinnern an die Reisen in den Nahen Osten, Bibliothek und Salons spiegeln seinen intellektuellen Kosmos, während die privaten Räume Wohnlichkeit ausstrahlen. Schloss und Park sind weniger museale Kulisse, als
Jugendbildnis
vielmehr Ausdruck einer Lebensform, die Ästhetik und Alltag untrennbar verbindet.
Die Open-Air-Ausstellung »Fürstin Lucie Pückler in Branitz« nutzt den Park selbst als Erzählraum. Texte und Bilder auf drehbaren Rollen zeigen an mehreren Stationen, dass Lucie weit mehr war als eine bloße Begleiterin des berühmten Fürsten. Ihre Erfahrungen, ihr Geschmack und Organisationstalent bestimmten die Entwicklung des Branitzer Gartenreichs maßgeblich. Unterwegs im Park entfaltet sich die Erkenntnis, dass dieses Gesamtkunstwerk ohne Lucie undenkbar wäre, besonders eindrücklich.
»Die Dame/n des Hauses. Eine Spurensuche im Schloss« vertieft diesen Ansatz biografisch und atmosphärisch. Möbel, Briefe, Gemälde und persönliche Objekte rekonstruieren das Leben Lucies als historische Figur, vor allem aber als kulturell hochgebildete Frau ihrer Zeit. Besonders die Korrespondenzen vermitteln ihre emotionale Intelligenz – oft ironisch gebrochen, sind viele hoch amüsant. Lucie war nicht nur eine geniale Netzwerkerin und Organisatorin, auch als Brief- und Gesprächspartnerin nahm sie großen Einfluss auf viele Zeitgenossen. Mit dem Blick auf weitere Frauenfiguren der Familie Pückler verdeutlicht die Schau, wie stark Schlossgeschichte häufig von weiblicher Kontinuität getragen wurde –ein eher selten thematisierter Aspekt. Beide Ausstellungen sind komplementär angelegt: Während die Stationen im Park Lucies Einfluss landschaftlich und konzeptionell sichtbar machen, erzählen die Bild-Text-Tafeln im Schloss vom Innenleben und sozialen Umfeld der weltläufigen Frau. Über die Verbundenheit von Landschaft
und Interieur, Repräsentation und Privatheit entsteht das vielschichtige Bild einer außergewöhnlichen Partnerschaft.
Lucie von Pückler, geborene von Hardenberg-Reventlow, begegnete Hermann von Pückler 1815/16 in Berlin. Sie war neun Jahre älter als er, politisch erfahren und gesellschaftlich hervorragend vernetzt. Ihre Ehe war gleichermaßen von Leidenschaft und Pragmatismus gekennzeichnet. Berühmt wurde vor allem die spätere, strategische Scheidung der beiden. Pückler hoffte, durch eine erneute Heirat eine vermögende Erbin zu finden und so seine hochverschuldeten Parkprojekte finanzieren zu können und Lucie gab dazu ihren Segen. Dennoch blieb das Paar einander lebenslang eng verbunden. Ihre Briefe zeugen von tiefer Vertrautheit, geistiger Nähe und einer kameradschaftlichen Liebe, die gesellschaftliche Konventionen weitgehend ignorierte.
Gerade diese Ambivalenz bestimmt das Konzept beider Ausstellungen. Sie romantisieren die Beziehung nicht, sondern zeigen zwei starke Persönlichkeiten, die sich herausforderten und aneinander wachsen konnten. Der Fürst in seiner rastlosen Selbstinszenierung als genialer Dandy war auf Lucies Urteil geradezu angewiesen. Lucie wiederum trat aus der Rolle »Gattin des Fürsten« klar heraus. Als Frau agierte sie so eigenständig wie möglich zu ihren Lebzeiten und inspiriert mit ihrem Selbstbewusstsein bis heute.
Alles in allem gelingt ein anregender Perspektivwechsel. Branitz ist eben nicht ausschließlich das Werk eines berühmten Mannes, sondern der gemeinsame Denkund Lebensraum eines Paares. Der Park spiegelt diesen Dialog ebenso wider, wie das Schloss ein Speicher weiblicher und männlicher Erinnerungen ist. Die beiden klug aufeinander bezogenen Ausstellungen reflektieren Lucies Leben und Werk als ein Geflecht aus Nähe, Einfluss, Gespräch und gemeinsamer Gestaltung.
Text GABRIELE MIKETTA
Fürstin
Lucie Pückler in Branitz
Die Dame/n des Hauses. Eine Spurensuche bis 1. November 2026 Schloss und Park Branitz pueckler-museum.de
BRANITZ
Berlin → Branitz 140 km, 1 Stunde, 30 Minuten mit dem RE 2 bis Cottbus 10 Minuten mit dem Bus bis Branitz
Branitz, niedersorbisch Rogeńc, ist ein Ortsteil von Cottbus. Der niedersorbische Name bedeutet sinngemäß »Ort an einer starken Spreekrümmung«. Seit 1696 gehörten die Branitzer Güter der Grafenfamilie von Pückler. Hermann Fürst von Pückler-Muskau begann 1846, bereits 61-jährig, auf dem väterlichen Besitz mit den Arbeiten am Branitzer Park.
Seepyramide
Die zwei Erdpyramiden im Park – Höhepunkte romantischer Gartenkunst in Deutschland –sind eine Reminiszenz an Pücklers Orientreise. Der Fürst ließ sie aus Erde aufschütten und begrünen. Die größere steht in einem künstlich angelegten See und ist vollständig von Wein überrankt, der im Herbst das sogenannte Pyramidenfeuer entfacht. In dem zwölf Meter hohen Tumulus wurden 1871 der Fürst bestattet und die bereits 1845 verstorbene Lucie Pückler dorthin umgebettet.
Fürst-Pückler-Eis
Aus: Karl Scharrer, »Süße Speisen und Eisbomben«, Nordhausen, 1907
Das älteste bekannte Rezept für ein Eis dieses Namens stammt vom königlich-preußischen Hofkoch Louis Ferdinand Jungius, der Pückler 1839 in seinem Kochbuch ein dreischichtiges Sahneeis widmete. Vermittelt durch Lucie Pückler war Jungius drei Jahre als Koch im Muskauer Schloss angestellt. Hauptbestandteile des Originals waren geschlagene Sahne, Zucker und frische Früchte oder im Winter Konfitüre, die in einer Form in Schichten angeordnet wurden. Heute ist die Kombination aus Schokoladen-, Erdbeer- oder Himbeermit Vanilleeis üblich.
von Lucie von Hardenberg
CHRISTOPH MÖLLERS
Der Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt Universität zu Berlin vertritt eine ausgewogene Position in der Debatte um die Kunstfreiheit. Am 1. September wird Möllers Rektor des Berliner Wissenschaftskollegs. Als Fellow verbrachte er bereits 2006/2007 ein akademisches Jahr an dem interdisziplinären Forschungsinstitut. Nach dem Essay »Unverbindlicher Eigensinn. Über Freiheiten und Unfreiheiten in der Kunst« (2025) beleuchtet er aktuell institutionelle und rechtliche Bedingungen der Kunstfreiheit. Er plädiert für eine gesellschaftliche Auseinandersetzung und spricht sich gegen staatliche Eingriffe oder gar Verbote aus, so auch in seinem Rechtsgutachten von 2022 zur Antisemitismus-Debatte der Documenta Fifteen.
»Öffentliche Museen sind Räume freier Gestaltung«
Wie anfällig ist die Kultur für politische Einflussnahme?
Warum sind selbstbewusste Museen wichtig für eine Demokratie? Wo beginnen die Grenzen der Kunstfreiheit? Ein Gespräch mit dem Berliner Rechtsphilosophen
CHRISTOPH MÖLLERS über das schwierige
Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Kultur
FOKUS
Eine Berliner Reportagefotografin dokumentiert von einem Kran aus den Bau des Berliner Stadthauses, 1909
BERLIN BLICKT AUF SICH SELBST
Quer durch die Stadt widmen sich mehrere Ausstellungen der Metropole. Vom Aufbruch der Moderne über DDR-Architektur bis zu global verflochtener Gegenwartskunst zeigen sie, wie vielschichtig Berlin gelesen werden kann. Unser Fokus folgt diesen Blicken auf die Stadt, die ein abenteuerlicher Schauplatz zwischen Erinnerung, Entwurf und Neuerfindung bleibt.
Tanz am Abgrund
Zwischen Fortschritt und Perspektivlosigkeit, Glamour und Ausbeutung: In den Werken der KLASSISCHEN
MODERNE spiegeln sich die Gegensätze in der wachsenden Metropole wider
Mit »Ruin und Rausch« nimmt die Neue Nationalgalerie ausgewählte Werke aus ihrer Sammlung der Klassischen Moderne in den Blick, die das Berlin der 1910er- und 1920er-Jahre thematisieren. Auf dem Weg vom konservativen Kaiserreich zur demokratischen Weimarer Republik wandelte sich auch das geistige Klima der Stadt, das durch starke Gegensätze geprägt war: befreiend und beängstigend zugleich, chaotisch und innovativ, glanz- und unheilvoll.
Um 1910 befand sich Berlin im Aufbruch: Die Stadt wuchs rasant und wurde zu einem der wichtigsten Zentren der Moderne. Technischer Fortschritt in Industrie, Bauwesen und Verkehr ging mit dem Aufkommen einer neuen Massen- und Freizeitkultur einher. Bereits damals wurde Berlin in Anspielung auf das alttestamentarische »Babel« als »Babylon« bezeichnet, wo Menschen aus aller Welt zusammenkamen und beispielsweise moralische Grenzen überschritten. Dabei standen Freiheit, Konsum und Exzess jedoch drastische Armut, steigende Arbeitslosigkeit und soziales Elend gegenüber.
Die Traumata des Ersten Weltkrieges und politische Radikalisierungen überschatteten die »Goldenen Zwanziger«. Die medienübergreifend angelegte Ausstellung umfasst rund 35 Werke, vorwiegend Gemälde und Skulpturen aus der Sammlung der Nationalgalerie, ergänzt durch Filmausschnitte, Grafiken und Gedichte sowie eine herausragende Leihgabe: Otto Dix’ »Bildnis der Tänzerin Anita Berber« von 1925 aus der Sammlung Landesbank Baden-Württemberg im Kunstmuseum Stuttgart. Alle Werke haben einen expliziten Bezug zur Stadt Berlin, sei es motivisch oder aufgrund einer biografischen Verbindung der Künstler*innen. Die Vielstimmigkeit der Zeit wird anhand von Kunstwerken so unterschiedlicher Stilrichtungen wie Expressionismus, Dadaismus und Neue Sachlichkeit aufgefächert. Gedichte von Anita Berber, Mascha Kaléko und Erich Kästner lassen die Weimarer Jahre in anderer Form lebendig werden.
In drei Kapiteln thematisiert die Schau die Gleichzeitigkeit von Glanz und Elend in den 1910er- und 1920er-Jahren. Das erste Kapitel »Berlin im Taumel« zeigt die Dynamik der rasant wachsenden Metropole und verbindet die Themen Architektur, Verkehr und Nachtleben. Neue Verkehrsmittel beschleunigten das urbane Leben extrem; Leuchtreklame und Werbung führten zu intensiven Sinneseindrücken; Architekturen des Durchgangs wie Bahnhöfe und Warenhäuser prägten das Stadtbild; Kinos, Vergnügungsstätten und Nachtclubs
schossen allerorts aus dem Boden. Den Auftakt bildet die Ikone des Großstadt-Expressionismus, das Gemälde »Potsdamer Platz«. Bereits 1914, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, setzte Ernst Ludwig Kirchner darin das zerrissene Lebensgefühl, die Flüchtigkeit und Distanzerfahrung der Stadt ins Bild. Ergänzend zu Werken von unter anderem Rudolf Belling, Hannah Höch und Paul Fuhrmann sind Ausschnitte aus Fritz Langs Stummfilmklassiker »Metropolis« (1927) zu sehen, in dem der erste humanoide Roboter der Kinogeschichte die zerstörerische Seite des Fortschritts verkörpert. Das zweite Kapitel »Schatten der Großstadt« widmet sich den Entbehrungen und Ungleichheiten, die den Alltag vieler bestimmten. Zwischen 1910 und 1925 verdoppelte sich die Bevölkerung Berlins. Die Zahl der Arbeits- wie auch der Wohnungslosen stieg rasant an. Elende Wohnverhältnisse des damals so genannten »Arbeiterproletariats« standen in starkem Kontrast zum Konsumverhalten und Komfort in den bürgerlichen Wohnvierteln. Niedrige Löhne, unsichere Beschäftigungsverhältnisse und monotone Fließbandarbeit in den Fabriken verstärkten das Gefühl von Ausbeutung und Entfremdung. Sozialkritische Künstler*innen wie George Grosz, Käthe Kollwitz oder Otto Nagel machten diese beschwerlichen Seiten der Metropole mit Empathie und unverfälschtem Blick sichtbar. Ergänzt werden diese Perspektiven durch Szenen aus Walther Ruttmanns experimentellem Dokumentarfilm »Berlin – Die Sinfonie der Großstadt« (1927). Das dritte Kapitel rückt die »urbane Frau« in den Mittelpunkt. Bereits während des Ersten Weltkrieges hatten Frauen neue, eigenverantwortliche Aufgaben übernommen und die traditionellen Geschlechterrollen gerieten in Bewegung. Mit der Einführung des Frauenwahlrechts im Jahr 1918 und der Zulassung von Frauen zum Studium an Kunstakademien ab 1919 eröffneten sich neue gesellschaftliche Spielräume. Freiheitsdrang und Selbstbestimmung führten zur Figur der »Neuen Frau«, deren oft androgynes Erscheinungsbild mit Kurzhaarschnitt, Hosenanzug, Krawatte und Hut die Kunst und Populärkultur gleichermaßen prägte, von Zeitschriften über Film bis hin zur Werbung.
Zahlreiche Künstlerinnen der Zeit verkörperten dieses neue weibliche Selbstverständnis selbst und reflektierten es in ihren Arbeiten, etwa Lotte Laserstein, Tamara von Lempicka und Renée Sintenis, auch Jeanne Mammen mit ihren einfühlsamen Darstellungen queerer Subkultur aus dem Kupferstichkabinett. In den 1920er-Jahren
Mural am Hotel und Stadtbad Oderberger Straße, »Dedicated to«, Fotografie aus der Serie »Rabotniki«, 2017, gestaltet von Various & Gould
Gestalten für Berlin. Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bis 22. Februar 2027 Werkbundarchiv –Museum der Dinge museumderdinge.de
Entwürfe für den Alltag
Von der Weltzeituhr bis zur Straßenbahn: Eine Ausstellung zeigt, wie Studierende der KUNSTHOCHSCHULE WEISSENSEE die Stadt geformt haben
In seinem Taschenkalender hat der Gestalter Erich John seinen Entwurf für die berühmte »Urania-Weltzeituhr« (1968) auf dem Alexanderplatz skizziert
Neulich stand die Berliner Weltzeituhr still. An der Attraktivität des Treffpunkts auf dem Alexanderplatz änderte das nichts; ist die Uhr doch weniger Zeitgeberin als symbolträchtige Markierung: Weiterhin trafen sich hier wie immer Menschen, erwarteten ihre Verabredung oder besichtigten das Wahrzeichen der Ostmoderne.
Zurzeit ist die Weltzeituhr auch Leitmotiv der Ausstellung »Gestalten für Berlin« im Werkbundarchiv – Museum der Dinge. Exponate aus Produkt- und Grafikdesign zeigen, dass seit 1946 Generationen von Studierenden, Lehrenden und Absolvent*innen Berliner Stadträume, Kultur und Mobilität, kurz: den Berliner Alltag gestalten.
Die Weltzeituhr ist Berliner Alltag. Entworfen wurde sie 1968 von Erich John, seinerzeit Dozent an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst, wie sie von 1953 bis 1969 hieß. Der junge Formgestalter erhielt den Auftrag dafür im Treppenhaus, als Hochschulrektor Walter Womacka ihn für die Mitwirkung an einem Wettbewerb zur Neugestaltung des Alexanderplatzes warb. In seinem Taschenkalender skizzierte John die Uhr mit rotierender Zeitanzeige und Planetenbahn-Skulptur. Die Ausstellung präsentiert das Büchlein als bibliophiles Kleinod direkt neben einem Comic mit Weltzeituhr und wartendem »Supa-Hasi« von Markus Witzel, aka Mawil, der 2003 sein Grafikdesign-Studium in Weißensee abschloss. Dieses dialogische Prinzip ermöglicht eine Vielstimmigkeit im begrenzten Raum. Zudem erlaubt die Loslösung von der chronologischen Erzählung eine Außenperspektive auf die Wirksamkeit der Hochschule in der Stadt. So wie auch im Alltag das Alte und Neue in Beziehung treten, sind aktuelle Entwürfe mit Arbeiten aus vergangenen Jahrzehnten kombiniert. Umgekehrt werden Impulse aus der Stadt auf die Hochschule spürbar. Fotografische Erkundungen zeugen davon – wie etwa Roger Melis’ Aufnahmen aus der Serie »Marzahn 1983. Bilder einer neuen Stadt« oder die Bildbände »Marzahn neu sortiert« (2017) von Studierenden Wim Westervelds. Auch die heutige Sicht von Studierenden bekommt einen prominenten Platz: Eigens für die Ausstellung zeichnete die in Weißensee ausgebildete Polly Härle die Kunsthochschule als lebendiges Universum. Die detailreiche Illustration – ein drei Meter hoher Wandplot – wird von einer Audiocollage begleitet, die die Absolventin Caroline Lei aus Interviews mit Studierenden montierte.
Die Wand gegenüber fängt die Atmosphäre des Campus mit Fotoprints und physischen Exponaten ein. Zum Beispiel von Hyewon Shin, die 2016 in ihrem Buch »(Über)Leben in Berlin« ihre Lebenswelt als Studentin in der fremden Großstadt aufzeichnete. Sie feiert die täglich genutzte Trambahn »M2 Am Steinberg« als Symbol
für die Hochschule, als eine Art Schoolbus. Von hier ist es nur ein Schritt zu »Unterwegs in Berlin«. Es ist einer von neun Themenclustern, die jeweils spekulativen Entwurf und realisiertes Prototypenmodell, Zeichnung und Rendering, Buch und Zeitschrift, Poster und Fotomontage, Physisches und Digitales verschränken. Dieser Medienmix ist ein weiteres Prinzip der Szenografie. Die durchlässige Raumkonstruktion in Weiß und Sonnengelb, entwickelt vom Studio Mut und Anmut des Fachgebiets Visuelle Kommunikation der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, erzeugt eine freundliche Strahlkraft. Als »Ausstellung in der Ausstellung« lassen sich 20 große Schubladen mit sogenannter Flachware öffnen, darunter Herbert Hirches Notizen zum Lehrprogramm der Abteilung Bauund Raumgestaltung, für die er 1948 originale Briefbögen des Berliner Bauhauses als Kladde nutzte. Oder ein komplettes grafisches Erscheinungsbild, das Klaus Wittkugel 1956 im Zusammenhang mit Selman Selmanagićs Erweiterungsbau der Hochschule entwarf und das nur vereinzelt Anwendung fand. Des Weiteren gibt es Briefe zu geplanten und geplatzten Kooperationsbeziehungen, ein Unterstützerschreiben des Deutschen Werkbunds von 1991 zum Erhalt der Hochschule, aktuelle Materialexperimente mit nachwachsenden Roh- oder anfallenden Reststoffen aus dem Greenlab: Labor für nachhaltige Designstrategien und vieles mehr zu entdecken. Die Schau fixiert keinen gestalterischen Kanon und fokussiert nicht auf einzelne Personen. Gleichwohl benennen Ehemalige und Studierende die Menschen an der Hochschule als nachhaltig prägend. Ebenso wie das gemeinsame Arbeiten an einem Ort, den es zu erhalten gilt. Außer politischem Willen und stabilen Ressourcen wäre hierzu die systematische Sicherung von Quellen und Artefakten nötig. So lautet eine Botschaft der Ausstellung, die bislang zersplitterten Bestände über ein Hochschularchiv zu erschließen. Auch dies – so zeigen es das Bauhaus und die Hochschule für Gestaltung Ulm – wäre ein Beitrag, dem öffentlichen und wissenschaftlichen Interesse an der Hochschule noch stärker zu entsprechen. »Gestalten für Berlin« möchte neugierig machen – auf die Ideen, die Prozesse, die Arbeit, aus denen die Räume und Dinge entstehen, die wir täglich nutzen. Vor dem Hintergrund der Haushaltskürzungen im Wissenschafts- und Kulturbereich verweist die Ausstellung auf die Innovations- und Gestaltungskraft von Design, Kultur und Lehre sowie auf deren Bedeutung für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt.
Text SILKE IHDEN-ROTHKIRCH und FLORENTINE NADOLNI, Kuratorinnen
Die aquarellierte Zeichnung zeigt Lothar Scholz' Wand- und Bodengestaltung einer Schwimmhalle in Berlin-Hohenschönhausen, die als Glasurmalerei auf Steingutfliesen umgesetzt wurde
AUSSTELLUNGEN
Ruf der Berge
Jenseits von Postkartenmotiven und vertrauten Klischees zeigt sich TIROL als eine Region in tiefgreifendem Wandel
Milchaufzug bei Elmen, oberes Lechtal, 1939
Wer an die Tiroler Berge denkt, stellt sich vielleicht mit Blumen übersäte Wiesen oberhalb von dunklen Wäldern vor. Meist finden sich dort auch viele seltene und teilweise bedrohte Gräser, Insekten und Vögel. Diese Wiesen werden Almen genannt – Sommerweideflächen für Kühe, Schafe und Ziegen, die nur die kalte Jahreszeit im Tal verbringen. Das unverwechselbare Glockengeläut auf den Almen ist typisch für die Berge Tirols. Für viele symbolisieren sie eine heile Bergwelt mit unberührter Natur. Doch Almen sind keine natürlichen Flächen: Sie sind das Ergebnis jahrhundertelanger menschlicher Arbeit und entstehen nur, weil die Tiere jedes Jahr auf die Weiden getrieben werden.
Ohne Bewirtschaftung würden die Almwiesen verschwinden, was an vielen Stellen bereits zu beobachten ist. Die klassische Almwirtschaft kann mit der Landwirtschaft im Flachland nicht mehr konkurrieren. Immer mehr Almen werden aufgegeben oder ohne großflächige Beweidung nur noch für den Tourismus erhalten. Zum Schutz dieses besonderen Lebensraums müssen neue Lösungen gefunden werden. Denn Einheimische wie Gäste verbinden diese typische Landschaft mit Tirol und suchen sie dort auch. Was also tun? Ob Kurse in Kulturlandschaftspflege mit Übernachtung auf einer Alm oder ehrenamtliche Almreinigungsaktionen –neue Ansätze werden erprobt. Vom oberflächlich idyllischen Schein führt die Ausstellung in die vielschichtige Realität des Lebens im Gebirge. Sie hinterfragt gewohnte Bilder und begreift die Tiroler Bergwelt als dynamischen Raum, der seit Jahrhunderten gestaltet, genutzt und bewundert wird – und zugleich gefährdet ist. Almen sind zugleich Natur- und Kulturlandschaft.
Die Berge prägen das Leben der Menschen, gleichzeitig formen die Menschen die Berge: durch das Beweiden, den Bau von Straßen,
Die Berge Tirols
29. Juli 2026 bis 25. April 2027 Europäische Kulturtage: Tirol 26. Juli bis 23. August 2026 Museum Europäischer Kulturen smb.museum
Elias Holzknecht, »Niederthai«, 2017
Tunneln, Seilbahnen und Skipisten. Hinzu kommt der von Menschen erzeugte Klimawandel, durch den Naturkatastrophen und die Gletscherschmelze dramatisch zugenommen haben. Diesen komplexen Beziehungen geht die Ausstellung nach. Die unterschiedlichen Berggeschichten sind anhand eindrucksvoller Objekte – darunter Lawinensprengstoff, Heiligenfiguren, historische Ausrüstungsgegenstände und Gletschermüll – sowie in Filmen, Liedern und Büchern dargestellt. Sie erzählen vom Umgang mit Lawinen ebenso wie von historischen und gegenwärtigen Routen, denen Tiere und Menschen durch die Berglandschaft folgten. Auch die Hauptstadt spielt eine Rolle, denn die Tiroler Berge sind seit über 150 Jahren Teil der Berliner Freizeitkultur – von den sogenannten Alpenbällen um 1900 bis zur Sektion Berlin des Alpenvereins, die im Zillertal ihre »Berliner Hütte« errichtete. Zudem setzen sich zeitgenössische künstlerische Positionen von Lilee Imperator und Elias Holzknecht kritisch mit Tirol auseinander. An interaktiven Stationen lassen sich Almgeräusche erkunden und Bergressourcen ertasten, Interviews an Hörstationen geben persönliche Einblicke.
Alljährlich stellen die Europäischen Kulturtage im MEK eine Region Europas in den Fokus. Zu Tirol gibt es in diesem Jahr unter anderem Open-Air-Kinoabende in Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum Berlin, einen Klettertag für Familien mit der Sektion Berlin des Deutschen Alpenvereins, einen kulinarischen Abend mit der Tiroler Köchin Viktoria Fahringer sowie eine Wanderung durch den Grunewald mit Jause und Jodelworkshop. Wer sich darauf einlässt, wird die Tiroler Berge danach mit anderen Augen sehen.
Text MORITZ ROEMER und FRANKA SCHNEIDER, kuratorische Leitung
DIGITALE GEGENWART im Schinkel Pavillon
C.B. Evans befasst sich mit digitalen Strukturen und deren Einfluss auf die Gegenwart. Im Fokus stehen dabei menschliche Emotionen. Die belgisch-amerikanische Künstlerin untersucht, wie Gefühle durch ideologische, körperliche und technologische Systeme geformt und verändert werden – und fragt, ob Gefühle widerständig sein können. Ihre Videoarbeiten verbinden Animation, Film und Found Footage zu collageartigen Erzählungen, inspiriert von Politik, Literatur und Popkultur. In ihrer ersten Berliner Einzelausstellung steht der Film »Reality or Not« (2023) im Mittelpunkt, in dem Evans mit französischen Highschool-Schülerinnen eine RealityTV-Show inszeniert. Die Schülerinnen verweigern sich darin zunehmend ihren Identitäten. Durch ihre Praxis des »World Jumping« verschiebt sich die Handlung zwischen Wirklichkeitsebenen und evoziert Fragen zum Einfluss von Unterhaltung, Algorithmen und digitalen Bildern auf die Realität.
»C.B. Evans. Reality or Not«, bis 16. August 2026, schinkelpavillon.de
KOEXISTENZ im Kindl
Welche Formen des Zusammenlebens mit nichtmenschlichen Lebensformen sind denkbar, um das Wohlergehen aller Spezies zu sichern? Die Gruppenausstellung widmet sich den Beziehungen zwischen Menschen und anderen Akteuren der Erde und sucht nach einem anderen Verständnis von Nähe und Koexistenz. Ausgangspunkt bildet eine ursprünglich für das Berliner Naturkundemuseum entwickelte Lecture-Performance des Künstlers und Kurators Simon Faithfull, die – im Rückgriff auf die Biologin Lynn Margulis – den wissenschaftlichen Drang zur Abgrenzung hinterfragt und die wechselseitige Abhängigkeit aller Lebewesen hervorhebt. Darauf aufbauend eröffnen die beteiligten Künstlerinnen und Künstler poetische wie politische Perspektiven einer planetarischen Gemeinschaft, in der nicht nur bestehende Hierarchien dekonstruiert, sondern auch neue Möglichkeiten des Zusammenlebens aller »planetmates«, wie Margulis sie nennt, angeregt werden.
»An Intimacy With Strangers«, bis 26. Juli 2026, kindl-berlin.de
ERINNERUNGSKULTUR in der Zitadelle Spandau
Simone Zaugg und Pfelder, Kiste mit Eingriff auf der rassistischen Statue »Hockende N...« (von Arminius Hasemann, 1925), 2026. Die Statue wurde 2020 aus einem Zehlendorfer Park entfernt, kurz zuvor wurde der Kopf von Unbekannten abgeschlagen
Aktuell stehen im Schaudepot der Zitadelle wie auch in der Dauerausstellung des Museums politische Denkmäler aus der Zeit des Kolonialismus, des NS und der DDR. Doch bloßes Ausstellen genügt nicht: Für eine kritische Auseinandersetzung erweitert die Zitadelle ihre Präsentation dieser »toxischen« Erinnerungsobjekte um eine experimentelle Dimension: Jährlich entwickeln wechselnde Kurator*innen aus Wissenschaft, Kunst und Bildung neue Perspektiven auf die Zeugnisse der Geschichte. Dieses Jahr stehen künstlerische Reflexionen zur deutschen Erinnerungskultur, auch aus migrantischer Perspektive, im Fokus. Arbeiten von Simone Zaugg, Pfelder und Amer Al Akel eröffnen einen vielfältigen, transkulturellen Denkraum und erweitern die Wahrnehmung hin zu einem multisensorischen Zugang zu Geschichte und Gegenwart.
»Zeitfelder – Time Fields«, bis 30. September 2026, zitadelle-berlin.de
C. B. Evans, »Reality or Not«, 2023, Setfoto
Jessica Segall »(un) common intimacy« 2018, Filmstill
Raum als Erfahrung
INTERIEURS
Room/Stages
Helmut Newton’s One-off Album bis 15. November 2026
Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie newton-foundation.org
Helmut
UND KULISSEN beeinflussen fotografische Inszenierungen und erzählen zugleich eigene Geschichten
Newton, »Absolut Vodka«, Schweden 1995
Für Kinofilme werden im Vorfeld eines Drehs die Location Scouts losgeschickt, um geeignete Orte für bestimmte Szenen ausfindig zu machen. Am Ende muss jede Filmszene stimmig sein, inklusive des vorgefundenen oder gebauten Sets. Im fertigen Film liegt das Hauptaugenmerk schließlich weniger auf der Szenerie, als vielmehr auf den Schauspielerinnen und Schauspielern sowie dem komplexen Filmgeschehen. Nur beim wiederholten Anschauen von geliebten Filmen studieren wir vielleicht Details wie Licht, Sound, Kostüme oder Ausstattung. In der Fotografie spielt der Raum ebenfalls eine untergeordnete Rolle, es sei denn, er ist das Hauptmotiv. Helmut Newton hat in seinen Modeinszenierungen Räume wie Models gecastet und in minimalistische Bühnen umgewidmet. Die abgelichteten Räume in der Gruppenausstellung »Rooms/ Stages« bleiben oft pur und leer. Als Gedankenraum füllen wir sie unweigerlich mit eigenen Bildern, mitunter unbewusst mit bekannten Filmszenen. Andere Interieurs sind belebt, es finden Schauspiel, Performance oder Tanz statt. Mit Blick auf die jüngere Kunstgeschichte lassen sich dafür zahlreiche Beispiele nennen: Etwa als Joseph Beuys in einer geschlossenen Düsseldorfer Galerie einem toten Hasen seine Bilder erklärte oder Gilbert und George als »Living Sculptures« den Bühnenraum neu definierten. Heute vermitteln nur noch die vor Ort entstandenen dokumentarischen Filme und Fotografien solche Aktionen. Als Vanessa Beecroft im Jahr 2005 ein paar Dutzend nackte Frauen in der Neuen Nationalgalerie die LivePerformance »VB55« aufführen ließ, wurde auch dieser legendäre Ort zur Bühne – und von Beecroft wiederum fotografiert. An solche Dokumentationen knüpft die Ausstellung an, jedoch mit klarem Fokus auf den Bühnenraum, der häufig nicht genug gewürdigt wird. Die Künstlerinnen und Künstler der Schau stellen sich mit jeweils einer für ihr Schaffen repräsentativen Werkgruppe vor. Sie beziehen Räume bewusst in ihre Inszenierungen ein, lassen Menschen erscheinen und wieder verschwinden. Ricarda Roggan, Gregor Schneider, Robert Polidori und Friederike von Rauch hingegen zeigen pure Innenräume, wie das eigene Atelier, ihr Zuhause oder auch Museen in Versailles und Dresden. Dazu werden Wandtapeten mit großformatigen Bildmotiven von Anna Lehmann-Brauns,
Karen Stuke und Jana Sophia Nolle präsentiert. Georges Rousse hat seine aufwändige räumliche Intervention für nur eine einzige Fotografie geschaffen. Zu sehen sind außerdem unwirtliche und zugleich perfekt gestaltete U-Bahn-Gänge in Berlin und London von Götz Diergarten. Viktoria Binschtok hat anonyme Google-StreetView-Aufnahmen aus New York vor Ort nachgestellt. Julia Peirone interessiert sich für einzelne Personen im Innenraum, die auf einer neutralen Bühne agieren. In die Vergangenheit, ins Berlin der 1920er-Jahre, führen schließlich die Tanz- und Theaterbilder von Paolo Ventura.
Helmut Newton hat verschiedene Orte hundertfach in Bühnen verwandelt, wie im zweiten Ausstellungsteil zu sehen ist. Dazu gehören die luxuriösen Hotelzimmer und -lobbys auf seinen Modefotografien der 1960er- bis 1980er-Jahre. Gegensätzlich wirken die schroffen Außenaufnahmen in Monte Carlo. Dort in seiner Garage inszenierte er in den 1990er-Jahren, ganz dem Zeitgeist entsprechend, die exklusivsten Modeentwürfe. Newton arbeitete wie ein Filmregisseur und Setdesigner in Personalunion. Ob Helmut Kohl im Bonner Kanzlergarten vor einem stattlichen Baum oder Gerhard Schröder mit schäbigem Lederkoffer in eine Gebäudeecke in Hannover gequetscht, stets hatte eine solche Bühne entscheidenden Einfluss auf die Wirkung des jeweiligen Porträts. In erster Linie präsentiert die Schau jedoch modebasierte Interieurs sowie Bühnenfotografien, die beispielsweise 1983 in Wuppertal bei Pina Bausch im Auftrag des Magazins »The New Yorker« entstanden. Ab Mitte der 1980er-Jahre fotografierte Newton das Ballett von Monte Carlo und dessen Inszenierungen regelmäßig für die Programmhefte und zwar draußen, auf Straßen und Bänken, mit Bäumen oder an Pools – klassisches Ballett in ungewöhnlichen Bühnenbildern. Der dritte Ausstellungsteil ist einem Album gewidmet, das Helmut Newton für den Sammler Gert Elfering im Jahr 1999 zusammengestellt hat. Die 103 Lifetime-Prints in Schwarz-Weiß und Farbe sowie in unterschiedlichen Formaten werden erstmals in Berlin präsentiert. Alle Motive sind handschriftlich mit einem Titel oder einer Geschichte versehen. Die gerahmten Einzeltafeln umfassen ikonische Modefotografien, noch nie gezeigte Arbeitsfotos, Polaroids und Werbeaufnahmen in einer ungewöhnlichen, sehr individuellen Auswahl.
Viktoria Binschtok, »World of Details, diner seat«, 2012
Teil
Form und Blick
Von der Renaissance bis heute prägen Fotografien unsere Wahrnehmung von SKULPTUR
Die Ausstellung »Fotografie erzählt Skulptur« im Bode-Museum widmet sich der faszinierenden, oft paradoxen Beziehung zwischen zwei scheinbar unvereinbaren Medien. Wie kann das zweidimensionale Bild die Dreidimensionalität einer Skulptur vermitteln? Welche Perspektiven eröffnen Fotografien auf Präsenz, Form und Ausdruck plastischer Kunst? Schon vor dem Besuch eines Museums prägen Fotografien unsere Erwartungen und damit das spätere Erleben der Kunst, indem sie Vorstellungen von Stil, Intentionen der Bildhauer und der scheinbar authentischen Wirkung vermitteln. Der Titel verweist auf die Geschichte der Bilder von Skulpturen. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestimmen Fotografien die Idee einer »richtigen« Ansicht und wie Licht und Perspektive die Wahrnehmung lenken können. Wilhelm von Bode erkannte früh die Bedeutung des Mediums und illustrierte sein 1905 erschienenes Tafelwerk »Denkmäler der Renaissance-Sculptur Toscanas« mit über fünfhundert Fotografien von den Meisterwerken der toskanischen Bildhauerkunst. In diesem essenziellen Werk der RenaissanceForschung werden anhand freigestellter Figuren, frontaler Ansichten und mit gezieltem Lichteinsatz die systematischen Regeln sichtbar, die einen bis heute prägenden, kunsthistorischen Kanon begründeten. Die Ausstellung setzt ausgewählte Skulpturen aus unterschiedlichsten Materialien vom 11. bis 17. Jahrhundert in Beziehung zu historischen und zeitgenössischen Fotografien. Dabei werden zentrale Themen des subjektiven fotografischen Blicks sichtbar: Lichtführung, die die Aufmerksamkeit auf ikonografische Details lenkt oder dramatische Stimmungen erzeugt; Bildausschnitte, die ein Detail vom Original lösen und ihm ein Eigenleben verleihen; und Perspektiven, die sich zwischen ursprünglichem Kontext, Anbringungsort und musealer Ausstellungssituation bewegen. Zugleich thematisiert die Schau sowohl die Grenzen der Fotografie – etwa bei der
Farbwiedergabe – als auch ihre Möglichkeiten, mit denen die Rahmung der Figur durch Größe und Proportion des Hintergrunds neue interpretative Dimensionen eröffnet. Ein Beispiel dafür ist ein Foto des Putto von Gian Lorenzo Bernini: Das mächtige schwarze Dreieck in der linken oberen Hälfte des Fotos von Reinhard Friedrich (1967) lenkt den Erwartungshorizont des Betrachters in Richtung eines mystischen, himmlischen Erlebnisses und verrät kaum etwas vom eigentlichen Spiel zwischen Kind und Tier. In neun kurzen Kapiteln beleuchtet die Schau verschiedene Facetten des Fotografierens und Sehens. In »Face to Face« offenbart die Renaissance-Büste einer Prinzessin von Urbino je nach Bildausschnitt unterschiedliche emotionale Nuancen. Jedes Foto zeigt ihr Gesicht aus einer anderen Perspektive; ihr beinahe skeptischer Blick wird mal dem Betrachter zugewandt, mal abgewandt, so erscheint die Figur sowohl im direkten Dialog wie auch distanziert. Die Christus-Johannes-Gruppe, eine gefasste Holzfigurengruppe um 1300, zeigt die innige Beziehung der beiden Heiligen. In »Zu zweit alleine« richtet sich der fotografische Blick auf die Einzelfiguren, die aus verschiedenen Perspektiven gezeigt werden. Die intime Beziehung bleibt im Original erfahrbar, während die Fotografien eine parallele Geschichte der beiden Protagonisten erzählen.
Text LILLA MÁTYÓK-ENGEL, Kuratorin
Fotografie erzählt Skulptur 16. Juli bis 4. Oktober 2026 Bode-Museum smb.museum
Ilse Schneider-Lengyel, »Hl. Johannes der Evangelist«, 1935
Oben: Clarence Kennedy, »Prinzessin von Urbino«, vor 1928
InterNationalgalerie 1 –Nationalmuseum in Warschau. Die Erfindung der Mythen bis 13. Januar 2027 Alte Nationalgalerie smb.museum
Jacek Malczewski, »Polnischer Hamlet –Portrait von Aleksander Wielopolski«, 1903
Polnischer Hamlet
NATIONALMUSEEN
aus aller Welt stellen sich mit ausgewählten Werken vor. Den Auftakt macht Warschau
Kaiser Wilhelm I. eröffnete 1876 die National-Galerie, die heutige Alte Nationalgalerie, die im Ensemble Museumsinsel seit 1999 Unesco-Weltkulturerbe ist. Unter ihrem Giebel ist in goldenen Lettern in Großbuchstaben die programmatische Widmung »Der deutschen Kunst« zu lesen. Dies stand für den königlich-kaiserlichen Willen, mit dem tempelartig gebauten Museum einen Raum für vornehmlich in Deutschland entstandene Kunst zu schaffen, die ihrerseits Identität stiften und dem Streben nach einer geeinten Nation dienlich sein sollte. Doch zeigte die gerade eröffnete Nationalgalerie keineswegs nur Kunst, die in Deutschland entstanden war. Schon die Schenkung des Berliner Bankiers Joachim Heinrich Wagener, der 262 Werke an den preußischen König übergab und damit den Grundstein für die Sammlung legte, wies in der Künstlerliste auch italienische, französische, schweizerische und belgische
Künstler aus. Bald streckten der erste Direktor Max Jordan und besonders sein Nachfolger Hugo von Tschudi die Fühler weiter ins Ausland aus.
Die neue Kabinettreihe »InterNationalgalerie« lädt über die nächsten Jahre hinweg kontinuierlich Nationalgalerien und -museen aus aller Welt ein, sich und ihre Sammlungen in einem Schaufenster entlang aktueller Themen vorzustellen: Wie denken diese Häuser ihr historisches Erbe für eine zukunftsgerichtete Museumsarbeit weiter? Wie kontextualisieren sie ihre Sammlungen? Und in welche Richtungen entwickeln sie ihre Programme mit Blick auf künftige Fragen und Herausforderungen?
Den Auftakt macht das Nationalmuseum in Warschau unter dem Titel »Die Erfindung der Mythen«. Die Kabinettausstellung versammelt acht wichtige Werke polnischer Malerei vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Auswahl der
Direktorin Agnieszka Lajus erzählt von den sich wandelnden kulturellen und politischen Bedingungen Polens, von Freiheit, Kunst und Künstlerdasein über drei Jahrhunderte. Das 1903 entstandene Gemälde »Polnischer Hamlet – Portrait von Aleksander Wielopolski« des wichtigsten Symbolisten Polens, Jacek Malczewski (1854–1929), nimmt die spannungsgeladene Lage Polens um 1900 zwischen Unterdrückung und Freiheitsdrang auf. Es zeigt den adligen Amateurmaler Aleksander Wielopolski, Enkel des gleichnamigen Politikers, flankiert von zwei Frauengestalten. Der polnische Hamlet steht zwischen Verkörperungen der Polonia, des unabhängigen Polens – in Ketten gelegt und von Fesseln befreit. Malczewski malte das Werk in einer Zeit politischer Unruhen. Zwei Jahre später brach 1905 die Revolution aus.
Text ANETTE HÜSCH, Direktorin
KALENDER
Harald Schmitt, »Skater auf dem Alexanderplatz«, 1982
AAbguss-Sammlung
Antiker Plastik
Schloßstraße 69b 14059 Berlin / Tel. 030-432 40 54
Do–So 14–17 Uhr abguss-sammlung-berlin.de
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
↗ im Neuen Museum
Akademie der Künste
PARISER PLATZ
Pariser Platz 4 10117 Berlin / Tel. 030-200 57 10 00
Mo-So, 10-20 Uhr adk.de
HANSEATENWEG
Hanseatenweg 10 10557 Berlin / Tel. 030-200 57 20 00
»Metaxy. Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau«, S. 76 10.9. bis 6.12.2026
Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststraße 75 10117 Berlin / Tel. 030-20 09 53 33
Di–So 11–18 Uhr aestiftung.de
»Filme wie noch nie. Alfred Ehrhardt – Bauhäusler und Filmemacher« (MJ 2/2026), bis 5.7.2026
»Matthias Burba & Max Seeger. Die Welt in einem Sandkorn sehen« 11.7. bis 6.9.2026
»Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus« (MJ 2/2026) bis 27.9.2026
»Skandal! Die Künstlerin Hermione von Preuschen und der ›Mors Imperator‹« (MJ 4/2025), bis 15.11.2026
»InterNationalgalerie 1. Nationalmuseum Warschau. Die Erfindung der Mythen«, S. 91 , bis 13.1.2027
Altes Museum
Am Lustgarten
10178 Berlin /
Tel. 030-266 42 42 42
Di–Fr 10–17 Uhr, Sa/So 10–18 Uhr smb.museum
»Grundstein Antike. Berlins erstes Museum« (MJ 3/2025) bis 10.1.2027
MUSEUM IN DER KULTURBRAUEREI
»Skater und Rollbrettfahrer vor und nach dem Mauerfall«
Skateboarding steht für ein Lebensgefühl, das seit den 1970erJahren Jugendliche auf beiden Seiten der Mauer für sich reklamierten. In der DDR stieß die subversive Fortbewegung auf vier Rollen bald an Systemgrenzen. Ab 1985 stellte der VEB Schokoladenverarbeitungsmaschinen Wernigerode das erste DDR-Skateboard »Germina Speeder« her – unpraktisch und teuer. Deshalb waren selbstgebaute Rollbretter angesagt. Eine eigene Ästhetik aus Sprüngen, Grinds und Tricks entwickelte sich in Plattenbausiedlungen, Industriegeländen und Hinterhöfen. An frequentierten Orten wie dem Alexanderplatz waren Improvisationstalent und Mut zum Risiko besonders gefragt. Das faszinierte den »Stern«-Fotografen Harald Schmitt, dessen Bilder von Ost-Berliner Skatern die Dynamik zwischen Kontrolle und Selbstausdruck einfangen. Arbeiten von Helge Tscharn, der seit 1982 die Szene europaweit für das »Monster Skateboard Magazine« fotografiert, sowie dem früheren Profi-Skater Thomas Kalak dokumentieren die Skate-Community als ein internationales, kreatives Netzwerk bis heute.
Anna-SeghersMuseum
Archiv der Akademie der Künste Anna-Seghers-Straße 81 12489 Berlin / Tel. 030-677 47 25 Di–Do 10–16 Uhr adk.de
Anne Frank Zentrum
Rosenthaler Straße 39 10178 Berlin / Tel. 030-288 86 56 00 Di–So 10–18 Uhr annefrank.de
Brüsseler Straße 21 13353 Berlin / Tel. 030-45 49 01 10 tgl. 16–20 Uhr anti-kriegs-museum.de
BBauhaus-Archiv Museum für Gestaltung –The Temporary Knesebeckstraße 1–2 10623 Berlin / Tel. 030-254 00 20 Mo–Sa 10–18 Uhr bauhaus.de Während der Sanierung des Bauhaus-Archivs informiert The Temporary zum Bauhaus
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité Charitéplatz 1 10117 Berlin / Tel. 030-4 50 53 61 56
Di/Do/Fr/So 10–17 Uhr, Mi/Sa 10–19 Uhr bmm-charite.de »Schleim – Geheimnisse einer unterschätzten Körperflüssigkeit« (MJ 1/2026), bis 6.9.2026 »Horizontal – Das Krankenbett und die Welt im Liegen«, S. 84 bis 2.5.2027
Berliner U-Bahn-Museum
Rossitter Platz 1 14053 Berlin
Tel. 030-25 62 71 71 einmal monatlich 10.30–16 Uhr ag-berliner-u-bahn.de
Berliner Unterwelten-
Museum
Brunnenstraße 105 13355 Berlin
Tel. 030-49 91 05-17 nur über online gebuchte Touren zu besichtigen Info- und Buchshop Mo–So 10.30–16 Uhr berliner-unterwelten.de
Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124–128 10969 Berlin / Tel. 030-78 90 26 00 Mi–Mo 10–18 Uhr berlinischegalerie.de
»Brigitte Meier-Denninghoff. Skulpturen und Zeichnungen 1948–1970« (MJ 4/2025) bis 3.8.2026
»Monira Al Qadiri. Hero« bis 17.8.2026
»Marc Brandenburg. 20th Century Debris« (MJ 2/2026) bis 14.9.2026
»Josef Kaiser. Bauen für die DDR«, S. 38, 28.8.2026 bis 1.2.2027
»Kunst in Berlin 1880–1980« bis auf Weiteres
Bode-Museum
Am Kupfergraben 1 10117 Berlin / Tel. 030-266 42 42 42
Di–Fr 10–17 Uhr, Sa/So 10–18 Uhr smb.museum
»Die Pazzi-Verschwörung. Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance« (MJ 1/2026) bis 20.9.2026
»Fotografie erzählt Skulptur«, S. 90 16.7. bis 4.10.2026