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Kultur braucht eine Lobby Olaf Zimmermann
Als ich vor mehr als 25 Jahren meine Arbeit als Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, des Spitzenverbands der Bundeskulturverbände, aufnahm, war es sehr ungewöhnlich, dass ich klar und deutlich formuliert habe: Kultur braucht eine Lobby und die Zusammenschlüsse aus dem Kulturbereich sind diese Lobby. Unter Lobbyarbeit verstanden zu dem Zeitpunkt viele eine eher im Verborgenen stattfindende Einflussnahme auf Politik und Verwaltung, die möglicherweise auch noch mit Geldflüssen verbunden ist. Lobbyist oder Lobbyistin war und ist heute noch in der Öffentlichkeit eher abwertend gemeint und mit einem gewissen „Geschmäckle“ verbunden. Meines Erachtens ist dies eine vollkommen falsche Vorstellung von Lobbyarbeit und erst recht von Lobbyarbeit für die Kultur. Kultur ist nicht selbstverständlich Dass Kultur keineswegs selbstverständlich ist, mussten wir in Deutschland schmerzhaft während der Coronapandemie erleben. Von einem Tag auf den anderen mussten die Kultureinrichtungen und Kulturunternehmen
schließen. Keine Theateraufführung, kein Museumsbesuch, keine Kinovorstellung, keine Ausleihe in der Bibliothek, kein gemeinsames Musizieren im Chor oder Orchester – nichts. Nichts war möglich, Öffnung ungewiss. Die erste Schließung aus Infektionsschutzgründen, die Mitte März 2020 erfolgte, war temporär, nach relativ kurzer Zeit konnten unter Auflagen Museen wieder öffnen und danach andere Kulturorte. Doch sehr schnell folgten im Herbst 2020 weitere Schließungen, die weit bis in das Frühjahr 2021 hineinreichten, im Sommer 2021 Öffnungen und im Herbst wieder Schließungen, dann endlich ab dem Frühsommer 2022 die sukzessive Aufhebung der Schließungen und die Möglichkeit unter Einhaltung strikter Schutzmaßnahmen Kulturorte wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die pandemiebedingten Schließungen waren ein bislang einmaliger Eingriff in den Kultursektor. Sie haben schmerzlich bewusst gemacht, welch wichtigen Beitrag der Kulturbereich zum Zusammenhalt in der Gesellschaft leistet. Kunst und Kultur machen das Leben lebenswert, Kulturorte sind Debattenorte, Orte der demokratischen Auseinandersetzung und der gesellschaftlichen Verständigung. Sie sind wesentliche Er-
Inhalt Eva-Maria Würth und Konrad Bitterli berichten über die Ziele von Pro Kultur Kanton Zürich.
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Katherine Heid analysiert die Notwendigkeit kulturpolitischer Forschung.
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Peter Schorn erörtert die Notwendigkeit von Kunst und Kultur in Krisenzeiten.
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Curators Page: Über das Wesen von Orten und Räumen bei Werner Gasser reflektiert Axel Lapp.
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FOTOSTRECKE Um die „Schutzpatron*innen der Kunst“ zu finden hat eSel die Kunst Bekenntnis Box eingerichtet. GALERIE Fair Pay für Kulturarbeiter*innen zum Aufhängen, der Rest ist unbezahlt!