Januar 2026
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ZUNGENKREBS
Wie Mirjam ihre Sprache zurückgewinnt AWARENESS-KAMPAGNE
UNHEILBARE PROGNOSE
KINDERKREBS
Was beim Shooting alles passiert
Warum Jöchi die Liebe feiert
Womit eine Forscherin mehr Leben rettet
Beratung und Unterstützung – Die Krebsliga in Ihrer Region Die Krebsliga will die Zahl der Krebserkrankungen verringern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. 18 kantonale und regionale Krebsligen beraten und unterstützen an über 70 Standorten in der Schweiz.
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Wir sind immer für Sie da!
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1 Krebsliga Aargau Telefon 062 834 75 75 krebsliga-aargau.ch
6 Krebsliga Graubünden Telefon 081 300 50 90 krebsliga-gr.ch
10 Krebsliga Schaffhausen Telefon 052 741 45 45 krebsliga-sh.ch
15 Krebsliga Wallis Telefon 027 604 35 41 krebsliga-wallis.ch
2 Krebsliga beider Basel Telefon 061 319 99 88 klbb.ch
7 Ligue jurassienne contre le cancer Téléphone 032 422 20 30 liguecancer-ju.ch
11 Krebsliga Solothurn Telefon 032 628 68 10 krebsliga-so.ch
16 Krebsliga Zentralschweiz LU, OW, NW, SZ, UR, ZG Telefon 041 210 25 50 krebsliga.info
3 Krebsliga Bern Telefon 031 313 24 24 krebsligabern.ch 4 Krebsliga Freiburg Telefon 026 426 02 90 freiburg.krebsliga.ch 5 Ligue genevoise contre le cancer Téléphone 022 322 13 33 lgc.ch
8 Ligue neuchâteloise contre le cancer Téléphone 032 886 85 90 liguecancer-ne.ch 9 Krebsliga Ostschweiz SG, AR, AI, GL Telefon 071 242 70 00 krebsliga-ostschweiz.ch
12 Krebsliga Thurgau Telefon 071 626 70 00 krebsliga-thurgau.ch 13 Lega cancro Ticino Telefono 091 820 64 20 legacancro-ti.ch 14 Ligue vaudoise contre le cancer Téléphone 021 623 11 11 lvc.ch
17 Krebsliga Zürich Telefon 044 388 55 00 krebsligazuerich.ch 18 Krebshilfe Liechtenstein Telefon 00423 233 18 45 krebshilfe.li
Ihre Spende in guten Händen. Impressum Herausgeberin: Krebsliga Schweiz, Postfach, 3001 Bern, Telefon 031 389 94 84, aspect@krebsliga.ch, krebsliga.ch/aspect, IBAN: CH 95 0900 0000 3000 4843 9 Redaktionsleitung: Pia Schüpbach (spa) – Autorinnen und Autoren: Joëlle Beeler (jbe), Stefanie de Borba (stb), Manuela Daboussi (mda), Danica Gröhlich (dag), Markus Ossola (mao) – Gestaltung: Binkert Partnerinnen AG – Koordination: Olivia Schmidiger – Druck: Merkur Zeitungsdruck AG, Langenthal BE – Ausgabe: 1/26, Januar 2026, erscheint 4-mal jährlich. Magazin für die Spenderinnen und Spender der Krebsliga Schweiz.
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Seltene Krebsarten brauchen Unterstützung – wir sind da! Liebe Leserin, lieber Leser
Inhalt
Wenn meine Namensvetterin Mirjam ihre Geschichte erzählt, versteht man jedes ihrer Worte. Niemand würde vermuten, dass sie eine Zeit lang kaum sprechen konnte. Wegen Zungenkrebs musste ein Tumor entfernt werden. Informationen zu ihrer seltenen Krebsart waren rar, also suchte Mirjam selbst nach einem Weg, um ihre Zunge zu trainieren: «Ich habe ganz gruusig Kaugummi gekaut auf der transplantierten Seite», erzählt sie im Porträt (ab Seite 10). Ihr Antrieb: «Ich wollte unbedingt wieder mit meinen Kindern sprechen.» Mirjam – eine Frau mit riesigem Willen. Stärke zeigt auch Jöchi (Seite 19). Nach seiner Diag nose Ohrspeicheldrüsenkrebs mit Metastasen gilt er als unheilbar krank. «Wirklich doof, dass ich eine nicht so gut erforschte Krebsart habe. So ist jede Therapie ein Versuch. Ich kann nur hoffen, dass sie wirkt.» Seltene Krebsarten wie jene von Mirjam und Jöchi betreffen weniger als 6 von 100 000 Menschen pro Jahr. Das bedeutet auch weniger klinische Daten, weniger Studien, weniger erprobte Therapien. Und Ärztinnen und Ärzte können oft nur auf wenig Erfahrung zurückgreifen. Doch ob selten oder häufig: Für Betroffene ist das Leid immer gleich gross. Umso wichtiger, dass niemand damit allein bleibt. Die Krebsliga ist – dank Unterstützerinnen und Unterstützern wie Ihnen – für Menschen mit seltenem Krebs da, beispielsweise mit ihrem Beratungsangebot KrebsInfo (Seite 7). Zudem fördert sie Projekte (Seite 8), um die Forschung auch für seltene Formen von Krebs voranzutreiben. Mit meinen Worten möchte ich aufrufen zu mehr Aufmerksamkeit, mehr Solidarität, mehr Forschung für all jene, die oft vergessen gehen. Für Menschen wie Mirjam und Jöchi.
Herzlich,
Panorama
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Seltene Krebsarten: Herausfordernd für Betroffene und Behandelnde.
Aktuell
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Weltkrebstag: Im Fokus steht die bevölkerungszentrierte Krebsversorgung.
Neulich bei KrebsInfo
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Antworten zu Infoangeboten, Ernährungstipps und Schmerzen nach Bestrahlung.
Forschung
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Kinderkrebs: Eine Forscherin will mit Temperaturüberwachung Leben retten.
Leben mit Krebs
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Zungenkrebs: Mirjam gibt alles, um wieder mit ihren Kindern sprechen zu können.
Fokus
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Neue Awareness-Kampagne: Ein Blick hinter die Kulissen beim Shooting.
In Kürze
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Testament-Ratgeber: Wie man die Erbschaftssteuer berechnen kann.
Rätsel
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Gewinnen Sie eine Übernachtung im Bretterhotel der Trauffer Erlebniswelt.
Persönlich
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Ohrspeicheldrüsenkrebs: Jöchi liebt das Leben trotz unheilbarer Prognose.
Anregungen? Fragen? Feedback?
Schreiben Sie uns: aspect@krebsliga.ch Besuchen Sie uns auf Social Media:
Mirjam Lämmle CEO Krebsliga Schweiz aspect 1/26 3
PANORAMA
Ausstellung zu metastasiertem Krebs
«Ich bin die, die lebt» – vom Befund zum Leben Unsere Krankheit definiert nicht, wer wir sind», sagt Initiantin Anna Farris. Sie ist Peer bei der Krebsliga Schweiz und Co-Präsidentin des Vereins Metastasierter Brustkrebs Schweiz. Nun ist sie mit ihrem Verein auch Initiantin einer Kunstausstellung. Die 24 grossformatigen Fotos machen das Leben mit metastasiertem Krebs sichtbar. Die Kunstausstellung zeigt beides nebeneinander: PET-CT-Bilder, die Metastasen sichtbar machen, und Porträts selbstbestimmter Frauen – bunt, einzigartig und lebendig. Die Wanderausstellung «Ich bin die, die lebt» startete im vergangenen September in Aarau. Vom 14. bis 29. März 2026 macht sie Halt in Basel, um auch dort Menschen mit metastasiertem Krebs sichtbar zu machen. (spa)
Das Zitat
Weitere Informationen und die nächsten Stationen: leben-mit-metastasen.com
Tabak
Grosser Erfolg im Jugendschutz
Luis bekam mit sieben Jahren die Diagnose Leukämie. Auf einen Schlag veränderte sich sein Leben. Deshalb hat er sich in dieser schwierigen Zeit immer über ein bisschen Normalität gefreut: zum Beispiel zur Schule zu gehen. Luis ist rückblickend enorm dankbar, dass seine Familie und Freunde ihn unterstützt haben, immer weiterzumachen und nicht aufzu geben. Seit Therapieende sind elf Jahre vergangen. Heute studiert Luis Physiotherapie. Er möchte damit seinen Beitrag fürs Gesundheitswesen leisten.
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bis zur Umsetzung im Parlament hat sie entscheidend und erfolgreich mitgewirkt: Werbung für Tabakprodukte wird künftig Kinder und Jugendliche kaum noch erreichen. Ein grosser Schritt für die Krebsprävention und ein starkes Zeichen für die politische Wirksamkeit der Krebsliga. (mao) Mehr dazu: krebsliga.ch/tabakwerbung
FOTOS: ZVG, MOTORTION
«Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen. Dafür bin ich unendlich dankbar!»
Tabak ist die häufigste vermeidbare Todesursache in der Schweiz: Über 9500 Menschen sterben jedes Jahr daran – darunter mehr als 3000 allein an Lungenkrebs. Der beste Schutz ist, gar nicht erst mit dem Rauchen zu beginnen. Weil Werbung Jugendliche besonders stark beeinflusst, hat sich die Krebsliga für ein strenges Tabakproduktegesetz eingesetzt. Von der Initiative «Kinder ohne Tabak»
Die Zahl
Herausfordernd für Betroffene und Behandelnde
Eine Krebsart gilt als selten, wenn pro Jahr weniger als
Fast jede vierte Krebserkrankung ist eine seltene Krebsart. Sie fordert sowohl die Betroffenen als auch die Behandelnden stark heraus. Denn Patientinnen und Patienten mit seltenen Krebsarten müssen sich Informationen oft selbst zusammensuchen und fühlen sich alleingelassen. Es gibt weniger klinische Daten, weniger Studien und dementsprechend auch weniger Therapien. Zudem lohnt es sich für die Pharmaindustrie kaum, Therapien für seltene Krebsarten zu entwickeln. Grund: Der Markt ist zu klein. Trotzdem betrifft das Thema viele Menschen, sowohl Kinder wie auch Erwachsene. Denn zusammengezählt sind seltene Krebserkrankungen gar
nicht so selten, wie ihr Name ver muten lässt. Und egal, ob eine Krebsart selten oder häufig auftritt: Für die Betroffenen und ihr Umfeld bricht eine Welt zusammen. Mit ihren Angeboten begleitet die Krebsliga Betroffene und ihre An gehörigen auf ihrem Weg mit der Krankheit. Unterstützung gibt es zum Beispiel über den Beratungsdienst KrebsInfo oder über die Peer-Plattform. Dort teilen Menschen mit einer seltenen Krebsart ihre Erfahrungen und stehen anderen Betroffenen und ihren Nächsten zur Seite. (spa)
Mehr zu seltenen Krebsarten: krebsliga.ch/krebsinfo krebsliga.ch/peerplattform
6 von 100 000 Menschen daran erkranken.
Dazu zählen verschiedene Formen von Blutkrebs sowie Knochen- und Weichteil sarkome. Auch Speiseröhren-, Schilddrüsen- und Kehlkopfkrebs treten selten auf. Zudem umfasst diese Kategorie fast alle Krebsarten, die bei Kindern vorkommen.
Krebsinformationen barrierefrei
Erklärvideos jetzt auch in Gebärdensprache
FOTO: ZVG
FOTOS: ZVG, MOTORTION
Seltene Krebsarten
Die Krebsliga macht sich stark für barrierefreie Informationen: Alle Menschen sollen die gleichen Chancen haben, auch rund um das Thema Krebs. Informationen sollen leicht zugänglich und verständlich sein. Neu sind deshalb viele Erklärvideos der Krebsliga in Gebärdensprache verfügbar. In kurzen, animierten Clips vermittelt die Krebsliga leicht verständliches Wissen zu verschiedenen Krebsarten und Therapien. Die Videos enthalten Informationen zur Krankheit, zu Behandlungen, zu Nebenwirkungen und Angeboten. Es gibt Videos zu Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs sowie Prostatakrebs und neu auch ein Video über zielgerichtete Therapien. «Unser Ziel ist es, dass alle Menschen in der Schweiz einen barrierefreien Zugang zu Informationen über Krebs haben. Die Videos in Gebärden-
sprache sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung», sagt Natalia Kündig, Redaktorin Krebsinformationen der Krebsliga Schweiz. Die Produktion dieser Videos wurde unterstützt von der Daiichi Sankyo (Schweiz) AG. (stb)
Hier die Erklärvideos anschauen: krebsliga.ch/erklaervideo
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AKTUELL
Weltkrebstag: Krebsversorgung neu denken
Hinter jeder Diagnose steht eine Person mit ihrer einzigartigen Geschichte. Am Weltkrebstag am 4. Februar macht die Krebsliga diese Menschen in ihrer neuen Kampagne sichtbar. Zudem ruft sie Politik, Behörden und Akteure zu einer bevölkerungszentrierten Krebsversorgung auf. Text: Stefanie de Borba
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• Ausbau koordinierter Cancer-Survivorship-Programme: Nach der Behandlung ist für viele Betroffene nichts mehr wie zuvor. Mit koordinierten Angeboten unterstützt die Krebsliga sogenannte Cancer Survivors umfassend: beispielsweise bei physischen und psychischen Langzeitfolgen, in der beruflichen Wiedereingliederung und mit sozialer Beratung.
• Stärkung der Palliative Care: Palliative Angebote ver bessern die Lebensqualität und fördern die Selbstbe stimmung. Eine verlässliche Finanzierung stellt sicher, dass alle Betroffenen passende Palliative-Care-Leistungen erhalten. • Vergütung der psychosozialen Beratung: Krebs wirft komplexe Fragen zu Arbeit, Versicherungen und Finanzen auf. Deshalb umfasst eine hochwertige, landesweit koordinierte Versorgung leicht zugängliche Beratung und Unterstützung. Rein medizinische Leistungen reichen bei chronischen Erkrankungen wie Krebs für eine ganzheitliche Betreuung nicht aus. Wenn die Gesundheitssysteme in der Schweiz den Menschen ins Zentrum stellen, profitieren alle. Die Krebsliga bleibt an der Seite der Betroffenen und ihrer Nahestehenden. Sie gibt ihnen in der Gesellschaft und auf politischer Ebene eine Stimme. Und ab 4. Februar auch ein Gesicht: Mit einer landesweiten Kampagne rückt sie Betroffene in den Fokus (auf den Seiten 14/15). • Mehr zum Motto «Gemeinsam einzigartig» am 4. Februar 2026: krebsliga.ch/weltkrebstag
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Am Weltkrebstag appelliert die Krebsliga an Politik und Behörden, jetzt Rahmenbedingungen für eine bevölkerungszentrierte Versorgung zu schaffen. Sie fokussiert sich dabei auf vier konkrete Forderungen:
• Zugang zu Früherkennungsprogrammen: Früherkennung rettet Leben, doch der Zugang dazu hängt heute von Wohnort und Einkommen ab. Es braucht flächendeckende Programme zur Früherkennung bestimmter Krebsarten.
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Was, wenn man die Krebsversorgung neu definieren könnte? Wenn individuelle Unterschiede berücksichtigt würden, damit jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit gesehen wird und Zugang zu der Versorgung hat, die er braucht? Dieser Ansatz der bevölkerungszentrierten Versorgung kann die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen entscheidend verändern.
Die Krebsliga fördert als zentrale Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige solche Angebote: Ihre Beratungsstellen bieten psychosoziale, rechtliche und finanzielle Hilfe und begleiten beispielsweise beim Wiedereinstieg in den Beruf. Peer-Angebote und Begegnungszentren fördern den Austausch unter Personen mit ähnlichen Erfahrungen.
«Betroffene mit seltenen Krebsarten fühlen sich oft alleingelassen» Hier eine Auswahl aktueller Fragen, die das KrebsInfoBeratungsteam erreichen.
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«Wo finden Menschen mit einer seltenen Krebsart Informationen und Unterstützung?» Betroffene mit seltenen Krebsarten fühlen sich oft alleingelassen, weil es nur wenige Informationen und Spezialangebote gibt. Unterstützung finden sie beispielsweise bei uns von KrebsInfo: Wir beraten Betroffene und Angehörige per sönlich, können aber auch Hinweise auf spezialisierte Zentren und Zugang zu verlässlichen Informatio nen bieten. Auf der Peer-Plattform der Krebsliga finden sich zudem Peers mit seltenen Krebsarten, die genau wissen, was Betroffene durchmachen. Auch der Austausch in Selbsthilfegruppen oder Patientenorganisationen kann entlasten.
FOTO: ZVG
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NEULICH BEI KREBSINFO
Können auch bei seltenen Krebsarten weiterhelfen: die Beraterinnen und der Berater von KrebsInfo.
sich Griessköpfli, Milchreis, Pudding, Joghurt, Quarkcreme oder Glace an. Wichtig zu wissen: Säurehaltige Lebensmittel lieber meiden, wenn die Schleimhäute entzündet sind.
Tauschen Sie sich aus mit Menschen, die das Gleiche durchgemacht haben: krebsliga.ch/peerplattform
Weitere Informationen finden Sie in dieser Broschüre: krebsliga.ch/ernaehrung-bei-krebs
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«Mein Mann hat eine OP wegen Speiseröhrenkrebs hinter sich. Was kann er essen ausser Kartoffelstock und Suppe?» Wenn Schlucken schwerfällt, eignen sich weiche, cremige Mahlzeiten am besten. Wie fein die Speisen püriert oder zerstampft werden müssen, hängt vom Verlauf der Behandlung und der aktuellen Situation ab. Suppen oder Kartoffelpüree sind Klassiker und gehen fast immer, manchmal reicht auch schon mit der Gabel zerdrücktes Gemüse. Zudem sind weiches Rührei, zarter Fisch oder Hackfleisch oft gut möglich. Für eine süsse Abwechslung bieten
«Tut eine Bestrahlung weh? Wenn ja: Wann hören Schmerzen nach einer Strahlentherapie wieder auf?» Bei der Strahlentherapie richten sich Strahlen gezielt auf einen Tumor, um diesen zu zerstören. Die Bestrahlung dauert nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft. Aber sie schädigt nicht nur die Krebszellen, sondern auch die gesunden Zellen im bestrahlten Gewebe. Dadurch können Nebenwirkungen wie beispielsweise eine andauernde Müdigkeit, Reizungen der Haut oder der Schleimhäute auftreten. Meistens klingen die Nebenwirkungen ein bis zwei Wochen nach Beendigung
der Therapie wieder ab. Die Haut kann indes anhaltend verändert sein und empfindlicher auf Sonneneinstrahlung reagieren. Auch Schleimhautreaktionen und Schmerzen im Mund, Rachen und im Bereich der Speiseröhre können teilweise länger anhalten. Erfahren Sie mehr über die Strahlentherapie: krebsliga.ch/radiotherapie
KrebsInfo Haben Sie Fragen zu Krebs? Möchten Sie über Ihre Ängste oder Erfahrungen sprechen? Wir helfen Ihnen weiter: Gratis-Telefon
0800 11 88 11 E-Mail krebsinfo@krebsliga.ch Chat krebsliga.ch/cancerline WhatsApp +41 31 38 99 240
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FORSCHUNG
«Es macht mich traurig, dass immer noch so viele Kinder an Krebs sterben»
Interview: Danica Gröhlich
Dr. Eva Brack, Sie sind Oberärztin auf der Kinderonkologie am Inselspital Bern. Weshalb setzen Sie sich für Kinder mit Krebs ein? Dr. Eva Brack: Ich arbeite als Ärztin für krebskranke Kinder, weil mich ihr Schicksal und das ihrer Familien tief berühren. Es ist eine schwere Zeit voller Angst, Sorgen und Hoffnung. Ich möchte helfen, diese Zeit etwas sicherer und planbarer zu machen. Was motiviert Sie persönlich an Ihrer Arbeit, auch als Forscherin? Viele Kinder sterben noch immer an Krebs oder leiden ein Leben lang unter den Folgen. Das macht mich traurig und wütend. Gleichzeitig fasziniert mich die Forschung: Wie entsteht Krebs? Wie können wir ihn besser behandeln und Therapien sicherer machen? Ich sehe täglich, wie schnell eine Infektion während der Chemotherapie gefährlich wird. Manchmal zählt jede Stunde. Deshalb nutzen wir neue, alltagstaugliche Technologien, zum Beispiel ein System zur automatischen Temperatur überwachung. So können wir früher eingreifen, Familien im Alltag besser unterstützen und Komplikationen verringern. Das heisst, Fieber kann während einer Chemotherapie rasch lebensbedrohlich werden? Ja, denn die Chemotherapie schwächt das Immunsystem und senkt die sogenannten neutrophilen Granulozyten. Diese sind für die Abwehr von Bakterien sehr wichtig. Fieber über 39 Grad ist häufig ein Zeichen einer beginnen den Sepsis. Das ist eine Blutvergiftung durch Bakterien, die zu Organversagen führen kann. Fieber ist oft das erste und manchmal einzige Warnzeichen. Daher ist Fieber bei diesen Kindern ein Notfall! Sie müssen sofort ins Krankenhaus und Antibiotika erhalten. Werden Kin8 aspect 1/26
der rechtzeitig behandelt, stirbt heute weniger als ein Kind von 100 an dieser Komplikation. Früher waren es über 50.
Wie genau funktioniert Ihre Forschung zur Temperaturüberwachung? Wir untersuchen, ob ständiges Fiebermessen mit automatischen Alarmen bei Kindern unter Chemotherapie das Fieber früher erkennt. Wir verwenden ein kleines, tragbares Gerät, das fortlaufend die Körpertemperatur des Kindes misst. Zusätzlich analysieren wir, wie sich Vitaldaten wie Blutdruck, Herzfrequenz oder Atmung vor dem Fieber verändern. Ein zweites tragbares Gerät erfasst diese Daten. Ich bin sehr dankbar, dass Spenden an die Krebsliga Schweiz jetzt auch unser Forschungsprojekt möglich machen. Welche Kinder nehmen an der Studie teil? Die Studie untersucht krebskranke Kinder und Jugendliche zwischen einem Monat und 18 Jahren. Diese erhalten
Kinderkrebs in Kürze • Krebs bei Kindern und Jugendlichen (0–15 Jahre) ist sehr selten. In der Schweiz bekommen pro Jahr etwa 250 Kinder unter 15 Jahren die Diagnose Krebs. Insgesamt macht Kinderkrebs weniger als 1 % aller Krebsfälle aus. • Kindliche Tumoren sind vielfältig und in viele kleine Gruppen aufgeteilt, deshalb gibt es nur wenige Fälle pro Art. Das macht die Entwicklung neuer Therapien schwer und zeigt, wie wichtig gemeinsame Studien an mehreren Kliniken sind. • Die häufigsten Krebsarten bei kleinen Kindern sind Leukämien, Hirntumoren und Neuro blastome. Bei Jugendlichen kommen Keimzell tumoren und Sarkome dazu. • Die Heilungschancen sind heute gut: Mehr als 80 % der betroffenen Kinder und Jugendlichen überleben fünf Jahre nach der Diagnose. Mehr Infos zu Krebs bei Kindern: krebsliga.ch/kinderkrebs
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Kinderkrebs ist selten. Doch für betroffene Familien bricht eine Welt zusammen. Die Kinderärztin Eva Brack will mit ihrer Studie Fieber unter Chemotherapien früher entdecken und damit Komplikationen verringern.
FOTOS: ZVG, ISTOCKPHOTO.COM
Besonders bei kleinen Patientinnen und Patienten: Fieber während einer Chemotherapie kann schnell lebensgefährlich werden.
«Dank der Studie können wir früher eingreifen, Familien im Alltag besser unterstützen und Leben retten.» Dr. Eva Brack
eine starke Chemotherapie, die das Knochenmark schwächt und das Immunsystem stark beeinträchtigt. Bei Fieberalarm messen die Eltern die Temperatur im Ohr nach. Übersteigt diese einen Wert von meist 39 Grad, muss das Kind sofort in die Notaufnahme. Dort erhält es Antibiotika über eine Infusion.
Verkürzen solche Fieberalarme auch die AntibiotikaDauer? Genau das erhoffen wir uns. Wir prüfen aber auch, ob die Methode sicher und wirksam ist und von Familien akzeptiert wird. Zusätzlich vergleichen wir verschiedene Arten der Temperaturmessung und suchen nach Mustern, die frühzeitig auf lebensbedrohliche Infektionen hinweisen. Funktioniert unsere Methode, sind kleine, tragbare Geräte mit automatischem Fieberalarm vielleicht bald Alltag. Das ermöglicht eine frühere Erkennung, verkürzt Spitalaufenthalte, entlastet Familien und bietet mehr Sicherheit. Das wäre ein grosser Schritt für unsere kleinen Patientinnen und Patienten. • Weitere unterstützte Forschungsprojekte: krebsliga.ch/forschung
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LEBEN MIT KREBS
«Do it!»
Die Diagnose Zungenkrebs raubt Mirjam eine Zeitlang die Sprache. Und zwingt sie zu kreativen Ideen. Mit «gruusigem Chätschgümmele» übt sie unermüdlich, bis ihre Worte wieder Form finden. Heute liest die 43-jährige Glarnerin ihren Kindern vor, als wäre nie etwas gewesen. Und doch hat der Krebs Spuren hinterlassen – sichtbare und unsichtbare.
Text: Pia Schüpbach, Fotos: Gaëtan Bally
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ie brabbelt, statt zu reden. Sie isst Brei statt Pasta und Rüebli. Sie kritzelt aufs Papier, statt leserlich zu schreiben. «Plötzlich fühlte ich mich wieder wie ein zweijähriges Kind», sagt Mirjam, damals 38. Der Grund dafür: ein Plattenepithelkarzinom am rechten Zungenrand und Zungengrund. In einer ersten Operation entfernt der Arzt ihren Tumor. Und mit ihm die halbe Zunge. Mit einem Schlag verliert Mirjam die Sprache. Weil ihr Sohn Dario tags darauf seinen fünften Geburtstag feiert, darf sie eine Woche lang nach Hause. «Das war furchtbar, nicht mit meiner Familie reden zu können.» Wir sitzen bei ihr im Wohnzimmer im Glarnerland, während Mirjam erzählt, was vor gut vier Jahren war. Auf dem schwarzen Ledersofa türmen sich Kissen, ein Plüschschaf und ein paar flauschige Kollegen. Mirjam reicht ein Glas Tee mit Minze aus dem Garten.
CSI im Spital Zwei Wochen nach der Entfernung des Tumors operieren zwei Ärzte gleichzeitig an Mirjams Körper. Oben entfernen sie einen Teil aus der Speicheldrüse und mehrere Lymphknoten, am linken Unterarm entnehmen sie Sehnen und Haut, um daraus ein Transplantat für die fehlende Zungenhälfte zu rekonstruieren. Rund zehn Stunden liegt Mirjam unter dem Messer. Als sie langsam aufwacht, fühlt sie sich wie in einer Szene aus «CSI: Miami». «Ich war wie in Trance. Um mich herum sprachen Ärzte und ich hatte noch den Tubus zum Atmen drin. Es war ein Gefühl, als würde ich seziert.» Doch Mirjam findet ihre Zuversicht rasch wieder. Noch heute staunt sie, was der Körper nach solch grossen 10 aspect 1/26
Eingriffen leisten kann und was die Medizin möglich macht. Ihr erstes Ziel im Spital klingt klein und ist doch riesig: ein Weggli essen. Denn das würde bedeuten, nach Hause zu dürfen. Der Weg zurück vom mühevollen Schlucken zum Kauen, vom Brei zum Weggli, von Vokalen zu Konsonanten, vom Brabbeln zum Sprechen – er ist kräftezehrend. Ihre grösste Sorge wird zum stärksten Antrieb: «Ich will, dass meine Kinder mich verstehen.» Beisst Mirjam heute in ein Weggli, «tschuderet» sie das. Es erinnert sie daran, was sie geschafft hat. Beim Sprechen öffnet Mirjam den Mund nur so weit wie nötig. «Das geht prima, wenn ich bewusst erzähle.» Mit Familie oder Freundinnen vergisst sie sich aber manchmal, dann blitzt die transplantierte Zungenhälfte hervor. «Kinder fragen sofort, warum das so ist. Erwachsene schauen eher irritiert.» Mirjam zeigt ihre Zunge. Die transplantierte Hälfte hebt sich in Beige deutlich vom rosafarbenen Teil ab.
«Ich habe ständig meine Zunge trainiert. Getrieben von der Angst, dass meine Kinder mich nicht mehr verstehen.» Mirjam, Betroffene
Freud und Leid zu Hause Bei ihrer Rückkehr aus dem Spital reagieren die Kinder unterschiedlich. Lea (damals 7) weint, spricht über ihre Sorgen und hilft mit, Mirjams Wunden an Hals und Arm zu versorgen. Dario (damals 5) wendet sich von seiner Mama ab. «Ich habe zwar verstanden, wieso. Dennoch war das sehr hart für mich.» Auch Mirjam selbst verschliesst sich in dieser Zeit, meidet Kontakte. Nach Hause bringt sie einen Stapel Verordnungen für Logopädie, Physio, Ernährungsberatung, Wundversorgung und Ergotherapie – und das Gefühl, weitgehend auf sich allein gestellt zu sein. «Mit meiner seltenen Krebsart und dazu noch in einer Grenz- und Landregion gab es nicht gerade Hilfe um die Ecke.» Also ackert sie sich allein durch. Es hiess: «Do it!» Mit Tobias bildet Mirjam ein starkes Team. «Mein Mann sagte von Anfang an: Zusammen schaffen wir das. Das hat
Selbst als sie kaum sprechen kann, liest Mirjam ihren Kindern jeden Abend vor. Heute hört niemand mehr, dass ihre halbe Zunge aus einem Transplantat besteht.
LEBEN MIT KREBS
so viel Stärke in mir geweckt.» Alles, was er kann, nimmt er Mirjam ab. «Ohne ihn wäre ich chancenlos gewesen – emotional und im Alltag.» Zwischendurch gibt es auch Konflikte. Wenn Mirjam zum Beispiel versucht, etwas zu kochen, prallen die Bedürfnisse aufeinander: Sie will funktionieren, zurückgeben. Tobias dagegen besteht darauf, dass sie Pause macht und Kraft sammelt. Leichter fällt es Mirjam bei ihren Freundinnen. Dort ist sie nicht die Einzige mit Problemen. So begleitet sie etwa eine Freundin durch eine Trennung – und spürt, dass sie gebraucht wird. «Das hat mir gutgetan.»
Vorlesen, Kaugummikauen, Logopädie Jeden Abend liest Mirjam ihren Kindern vor. Auch in jener Zeit, als das «Sprechen ganz schief tönt». «Ich war sehr streng zu mir, aus Angst, dass es so bleibt.» Sind die Kinder in der Schule, hört sie Musik, nimmt vier Kaugummis zugleich in den Mund, bewegt diese rhythmisch zigmal hin und her. Sie nennt es «gruusigs Chätschgümmele». Lachend fügt sie an: «Zum Glück hat das niemand mitbekommen.» Weil es bei ihrer seltenen Krebsart kaum Informationen gibt, muss Mirjam vieles selbst herausfinden. Zum Zungentraining kommen viele Besuche bei der Logopädin. Heute sagt sogar ihr Arzt: «Es ist ein Wunder, wie Sie wieder sprechen.» Nach einem halben Jahr Pause kehrt Mirjam schrittweise ins Berufsleben zurück. Die ausgebildete Businessingenieurin übernimmt wieder die Geschäftsstelle der Mütterund Väterberatung Glarus. «Es war anstrengend, hat mir aber auch gutgetan.» Aktuell bildet sie sich weiter und absolviert an der Fachhochschule die Ausbildung zum professionellen Coach, um andere begleiten zu können.
Malen mit Sinn Fürs aspect-Foto holt Mirjam ihre Malutensilien hervor: akkurat in zwei Boxen gesteckte Stifte. Fast ihr ganzer
Alles begann mit Kärtchen für ihre Kinder Lea und Dario. Wenn es Energie und Zeit zulassen, bringt Mirjam stapelweise Zeichnungen zu einem Arzt in Luzern – als kleine Mutmacher für andere Kinder. Zugleich trainiert sie durchs Malen ihren Arm, der noch immer schmerzt.
linker Unterarm ist noch von der Operationswunde gezeichnet und auch Arm und Hand muss die Linkshänderin immer wieder trainieren. So beginnt sie neben der Ergotherapie zu malen und zu schreiben. Daraus entstehen nach den ersten zaghaften Kritzeleien ihre Mutmacher-Karten für Kinder im Spital. «Zuerst habe ich für meine Kinder Karten gestaltet mit ihren Lieblings tieren und einem Spruch.» Später liefert sie einem Luzerner Arzt als Geschenk 350 liebevoll gestaltete Kärtli mit Mutbotschaften. «Ich finde es schön, dass mein Malen so einen Sinn hat.» Regelmässig schickt Mirjam WhatsApp-Nachrichten an ihre Liebsten, damit alle wissen, wie es ihr geht. Ihre Geschichte mit dem Krebs macht sie sichtbar – auf Papier, in Lettering und Zeichnungen. «Das hat mir sehr geholfen bei der Verarbeitung.»
Schmerzen als Begleiter
Ihre Geschichte verarbeitet Mirjam auf Papier – in Lettering und Zeichnungen.
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Bis heute plagen Mirjam Schmerzen an Hals und Arm. «Es fühlt sich an, als würden Stromstösse durchzucken.» Sportarten wie Joggen kann sie deshalb nicht mehr ausüben. Stattdessen marschiert sie zügig durch die Wälder und Hügel rund um Netstal. Oft macht sie Halt bei einer Schlucht – für sie ein Kraftort. Nach wie vor kostet es sie viel Energie, den Alltag zu bewältigen. «Ich habe eine grosse innere Müdigkeit. Da reichen zwei Wochen Ferien am Meer nicht aus, um aufzutanken.» Gleichzeitig sucht Mirjam in allem das Positive. «Heute ist ein guter Tag, um einen guten Tag zu haben.» Dieses Motto trägt sie durch dunklere Stunden. Mit der Dia
Treue Begleiterin in guten wie in schlechten Zeiten: Katze Frau Tschirky. «Auch den Kindern haben unsere zwei Katzen viel geholfen», sagt Mirjam.
gnose hat sie sich verändert: Sie sagt, was sie denkt und was sie sich wünscht. «Und Jämmerlen ertrage ich kaum noch.» Stiller Begleiter bleibt das Gefühl, sich nicht mehr voll auf ihren eigenen Körper verlassen zu können.
Kostbare Normalität Es klingelt. Lea (11) und Dario (9) kommen von der Schule. Aus dem Ofen steigt der Duft von Gemüsekuchen. Auf der Küchentheke steht ein Glas mit einem aufgequollenen Gummibärchen – ein Experiment. Dario stibitzt das Colabärchen und steckt es sich in den Mund. Neben Kochlöffeln und Schälchen stehen Legobauten. «Hier wird gelebt», sagt Mirjam und teilt den Kuchen. Die Kinder plaudern durcheinander. Mirjam hört zu, fragt nach, gibt Antworten. Lea und Dario verstehen sie. Für Aussenstehende wirkt es wie Alltag – für Mirjam ist es viel mehr: ein Geschenk, das sie sich mit viel Willen zurückgeholt hat. •
Als Peer positives Mindset weitergeben «Ich hätte mir einen Austausch mit anderen Betroffenen sehr gewünscht», sagt Mirjam rückblickend. «Es hätte nicht unbedingt jemand mit der gleichen Krebsart sein müssen, aber jemand, der am gleichen Punkt mit Krebs war und auch durch alle Maschen gefallen ist.» Heute engagiert sich Mirjam als Peer bei der Krebsliga. Damit Menschen mit seltenen Krebsarten oder ihre Angehörigen sich austauschen können mit jemanden, der weiss, was sie durch machen. «Ich möchte mein positives Mindset auf andere übertragen.» krebsliga.ch/peerplattform
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FOKUS
Dolma zeigt Gesicht für die Krebsliga Seit der Brustkrebsdiagnose ist die Mütze ihr Markenzeichen. Und beim Shooting ihr treuer Begleiter. Dolma, 48, steht für die Awareness-Kampagne der Krebsliga vor der Kamera. Sie verkörpert: Krebs ist Teil ihres Lebens, aber nicht ihr ganzes Wesen. Ein Augenschein am Set. Text: Pia Schüpbach, Fotos: Sophie Frei
Nicht ohne ihre Mütze: Dolma hat fürs Shooting mehrere Exemplare dabei. Sie wählt die violette. Matteo, zuständig für Hair & Make-up, zieht die Mütze in Form, drapiert die Haare und pudert den Glanz weg. Dolma ist eines von sechs Gesichtern der neuen Krebsligakampagne. Sie lebt mit einer Metastase in der Brustwirbelsäule. «Damit das Thema Krebs mehr Aufmerksamkeit bekommt, zeige ich gerne mein Gesicht», sagt die Thurgauerin. Dennoch möchte sie nicht auf die Krankheit reduziert werden.
Emotionen von Hoffnung bis Trauer «Unsere Porträtierten stehen für die vielen Facetten und Emotionen von Krebs», erklärt Eliane Herrmann, Leiterin Marketing und Fundraising bei der Krebsliga. «Mit der Kampagne wollen wir zudem auf unsere Angebote aufmerksam machen.»
Interview mit Regula Bührer Fecker
«Die Kampagne macht sichtbar, wie Krebs das Leben verändert» Regula, du hast die AwarenessKampagne der Krebsliga mit deiner Agentur «La Stratégiste» entwickelt. Warum liegt dir das Thema Krebs am Herzen? Regula: Das Thema Krebs hat mich doppelt berührt. Als Kommunikationsspezialistin, weil Krebs trotz seiner Verbreitung in der Schweiz noch immer tabuisiert wird – Themen wie Prävention oder Solidarität finden kaum statt. Das hat mich herausgefordert, zu überlegen, was eine neue Kampagne leisten müsste. Und persönlich, weil meine Mutter 2018 an Brustkrebs gestorben ist. Sie verbrachte ihre letzten Monate bei uns zu Hause – in einem Mehrgenerationenhaushalt mit unseren damals 3- und 4-jährigen Kindern. Das war traurig, manchmal schön, oft berührend – und prägt mich bis heute.
Was will die Kampagne? Wir wollen der Krebsliga ein starkes, menschliches Gesicht geben. Sie ist zwar bekannt, aber viele wissen noch nicht, wie unglaublich viel die Organi sation leistet. Die Kampagne macht sichtbar, wie Krebs das Leben verändert – durch echte Menschen und echte Geschichten. Sie soll berühren, Vertrauen schaffen und aufzeigen: Die Krebsliga ist für Betroffene und Angehörige da. Wir hoffen, dass Krebs mehr diskutiert und Hilfe angenommen wird.
Was macht diese Kampagne besonders? Ihre Klarheit und Echtheit. Keine Models, keine Symbolbilder. Wir zeigen, was ist – ohne Weichzeichner. Die Kampagne hält Spannungen aus: Angst und Hoffnung, Abschied und Neu beginn. Strategisch ist sie so angelegt, dass sie lange funktioniert – konsistent in Tonalität und Bildsprache, anschlussfähig über alle Kanäle und Sprachregionen.
Gibt es noch etwas hervorzuheben?
Eliane Herrmann kümmert sich nicht nur um Dolma, sondern leitet als Mitglied der Geschäftsleitung das Projekt Awareness-Kampagne der Krebsliga.
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Das Budget ist begrenzt und das ist auch richtig so für eine Spendenorganisation – der Anspruch aber nicht. Wir haben viel getüftelt, um mit wenigen Mitteln maximale Wirkung zu erzielen. Denn das Thema betrifft sehr viele Menschen. Und verdient schweizweite Sichtbarkeit. (spa)
Matteo (Hair & Make-up) und Regula inszenieren die Protagonistin Dolma, Sarah fotografiert. Die Kampagne gibt Krebs ein Gesicht und läuft ab dem Weltkrebstag am 4. Februar 2026 schweizweit.
Während Matteo Dolma dezent schminkt, suchen Fotografin Sarah und Assistent Jonas im nahegelegenen Wald bei Zürich Schwamendingen den passenden Ort. Dolma wird das Gesicht für «Krebshoffnung». Es passt gut zu ihr. Sie sagt: «Hoffnung schöpfe ich, wenn ich weiss, wie meine Diagnose aktuell ist. Wenn ich länger keine Scans hatte, frage ich mich manchmal: Schlummert wieder etwas in mir? Wächst die Metastase?» Doch sie bleibt positiv: «Krebs macht mich zu der Person, die ich heute bin.» Fürs Foto sitzt sie auf einer Harasse im Wald, Sarah in struiert: «Dolma, könntest du mal gegen den Himmel blicken?» Sofort lobt sie: «Megaschön!» Ein riesiger Reflektor hellt Dolmas Gesicht auf und Jonas fügt erste Aufnahmen ins Layout ein, das die Werberin Regula Bührer Fecker mit ihrer Agentur entworfen hat. Der Wind pfeift allen um die Ohren an diesem Herbsttag. Die Crew friert, Dolma nicht. Sie mag Kälte, sehr sogar, und fährt leidenschaftlich Ski. Eine Strähne fällt ihr ins Gesicht. Doch Matteo entgeht nichts: Geschwind richtet er Haare und Mütze. «Sie gibt mir Sicherheit», erzählt Dolma. Als sie nach ihrer Brustkrebsdiagnose vor 14 Jahren durch die Chemo die Haare
verlor, entschied sie sich gegen eine Perücke. «Seitdem sind Mützen in allen Farben mein Markenzeichen.» Dolma besitzt über 50 Exemplare.
Aus Hunderten mach eins Bild um Bild entsteht. Am Ende wird Sarah Hunderte von Fotos haben, eines schafft es in die Kampagne. «Das kommt super», sagt sie. Auch Eliane Herrmann ist be geistert: «Dolma macht das mit so viel Natürlichkeit und innerem Feuer.» Enthüllt wird die Kampagne mit den Bildern von Dolma sowie weiteren Betroffenen und Angehörigen zum Weltkrebstag am 4. Februar – auf Plakaten, in Zeitungen, auf Screens und Social Media. Für die Bewegtbilder baut die Crew das Setting einige Hundert Meter weiter erneut auf. Dolma bewegt sich ruhig, verändert ihren Ausdruck, «wie ein Profi», sagt Sarah. Als der Wind ihre Haare aufwirbelt, jubelt sie: «Das bringt noch mehr Leben ins Bild!» Matteo legt die graugesträhnten Haare wieder über Dolmas Schultern. Nach zwei Stunden sind die Bilder im Kasten. Zurück in der Wärme verstaut Dolma ihre Outfits, Mützen und Caps im Rollköfferchen. Nur die violette Mütze – die bleibt auf dem Kopf. • aspect 1/26 15
IN KÜRZE
Online-Kurs zu Fatigue
Neue Energie trotz Erschöpfung
Fatigue individuell bewältigen Leben mit Erschöpfung
Viele Krebsbetroffene kennen sie nur zu gut: Fatigue – die anhaltende Müdigkeit, die selbst nach viel Ruhe nicht verschwindet. Um Wege aus dieser Erschöpfung zu finden, hat die Krebsliga gemeinsam mit allen Deutschschweizer Krebsligen den Online-Kurs «Fatigue individuell be wältigen» entwickelt. Der Kurs richtet sich an Menschen nach abgeschlossener Therapie, bei denen eine Fatigue vorliegt. In einer kleinen Gruppe und unter fachkundiger Leitung lernen Betroffene, besser mit ihrer Energie um zugehen und neue Kraftquellen zu entdecken. Der nächste Kurs startet am 30. Januar und dauert bis 6. März 2026. Er umfasst sechs Einheiten à 1,5 Stunden. Diese finden jeweils am Freitagnachmittag statt.
30.01.2026: Einführung – Formen der krebsbedingten Müdigkeit 06.02.2026: Ursachen & Behandlung der Fatigue 13.02.2026: Zeit- und Energiemanagement 20.02.2026: Gesunder Schlaf und Genuss 27.02.2026: Bewusster Umgang mit Gefühlen 06.03.2026: Individuelle Alltags gestaltung Ein Angebot, das Hoffnung schenkt – und Schritt für Schritt neue Lebensqualität ermöglicht. (spa) Weitere Infos und Anmeldung: krebsliga.ch/online-kurs-fatigue
Erbschaften und Legate
Nachlass regeln, Gutes tun: Tipps zur Erbschaftssteuer In den Kantonen Obwalden und Schwyz gibt es keine Erbschaftssteuer – ein seltener Vorteil. In allen anderen Kantonen lohnt es sich aber, sich genauer zu informieren. Denn selbst Geschwister müssen in den meisten Kantonen Erbschaftssteuern zahlen, obwohl sie nahe
Verwandte sind. Für Paare im Konkubinat hängt die Steuer oft davon ab, wie lange sie zusammenleben. Bei nicht verwandten Personen kann die Steuer sogar bis zu 40 Prozent betragen. Viele Kantone bieten auf ihren Websites Online-Rechner an, um
die mögliche Steuer zu berechnen. Das hilft, wenn Sie entscheiden möchten, ob Sie etwa Ihren Bruder, Ihre Nachbarin oder einen Freund im Testament begünstigen wollen. Wichtig: Halten Sie im Testament fest, ob die Erbschaftssteuer aus Ihrem Nachlass bezahlt werden soll oder von den begünstigten Personen. Tipp: Gemeinnützige Organisationen wie die Krebsliga Schweiz sind steuerbefreit. Ihr Nachlass kommt also vollumfänglich dem guten Zweck zugute. (mda) Weitere Tipps und Beispiele für die Formulierungen finden Sie im Testamentratgeber der Krebsliga Schweiz.
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krebsliga.ch/erbschaften
Agenda
Kasse machen gegen Krebs: Danke für 10 417 Franken
Wie verbindet man Einkaufen mit Solidarität? Ganz einfach: mit einer kreativen Spendenaktion an der Ladenkasse! Anlässlich der Eröffnungen neuer Rossmann-Filialen in Brunnen, im Glattzentrum Wallisellen, in Biel und in Chur wurden wir, die Krebsliga Schweiz, von Rossmann eingeladen, eine ganz besondere Rolle zu übernehmen – die an der Kasse. Für jeweils eine Stunde standen unsere Mitarbeitenden und Unterstützerinnen bei Rossmann hinter
der Kasse. Alle, die in dieser Zeit einkauften, trugen automatisch zur Spende bei. Denn der gesamte Umsatz dieser Stunden wurde von Rossmann in eine Spende an die Krebsliga Schweiz umgewandelt. So kamen bis Ende November 10 417 Franken zusammen – ein schöner Beitrag für unsere Arbeit in den Bereichen Information, Unterstützung und Prävention. Ein Highlight: Unsere CEO Mirjam Lämmle tauschte gleich zweimal den Bürostuhl gegen die Kassenschublade. Mit viel Charme und Einsatz kassierte sie ein. Dabei zeigte sie echtes Verkaufstalent. Auch die Kundinnen und Kunden profitierten: Sie konnten nicht nur mit ihrem Einkauf Gutes tun, sondern auch direkt mit uns ins Gespräch kommen und erfahren, wie jede und jeder einen Beitrag im Kampf gegen Krebs leisten kann. (PD/anz)
Die regionalen und kantonalen Krebsligen organisieren regelmässig Kurse, Treffen, Workshops und Veranstaltungen für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen. Diese Angebote in Ihrer Region ermöglichen es Ihnen und Ihren Liebsten, durchzuatmen, Unterstützung zu finden und sich auszutauschen. Schauen Sie vorbei, machen Sie mit und kehren Sie danach gestärkt in Ihren Alltag zurück. Wir freuen uns auf Sie!
Zu den Kursen und Veranstaltungen: krebsliga.ch/agenda
Spuren im Schnee
Filialen in der Schweiz: rossmannonline.ch
stopsmoking-Videoberatung
Ihr Rauchstopp, noch näher begleitet
FOTOS: ZVG, ISTOCKPHOTO.COM
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Spendenaktion
Seit letztem Herbst bietet das Beratungsangebot stopsmoking zusätzlich eine Videoberatung an. Dieses natio nale Angebot ergänzt die bestehenden Unterstützungsformen (per Telefon und online) für den Tabak- und Nikotinausstieg. So wird der Austausch im Beratungsprozess noch persönlicher. Die Beratung ist kostenlos, einfach zugänglich und in Deutsch, Französisch, Italienisch sowie Englisch verfügbar. Für die Videoberatung ist eine Anmeldung erforderlich. (jbe)
Schneeschuhwandern im Kiental und Yogaeinheiten im Chalet: Das bietet der Blockkurs «Spuren im Schnee». Am verlängerten Wochenende im Kiental (BE) können krebsbetroffene Menschen in der idyllischen Umgebung neue Energie zu tanken. Dabei helfen sowohl die Natur und das akti vierende Programm als auch der Austausch mit anderen Betroffenen aus der ganzen Schweiz. Datum: 12. bis 15. Februar 2026 Ort: Kurs- und Seminarhotel Kientalerhof AG in Kiental (BE)
Informationen und Anmeldung: basel.krebsliga.ch
Mehr Informationen: k rebsliga.ch/stopsmoking
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RÄTSEL
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SicherSicherheitsheitskopie kopie WappenWappenkunde kunde
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10 10 ganz ganz präzise präzise
Berg bei Berg bei Vorsilbe: WerkSavogVorsilbe: Savognin: gemäss Werkzeug nin: gemäss zeug Piz ... Piz ...
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DringKletterDringlichkeits- Klettertrieb lichkeitsvermerk trieb vermerk
griech. griech. Insel Insel
euras. Grundeuras. Staaten- Grundstoff Staatenbund stoff bund
TongeTongeschlecht schlecht TarnTarnfarbe
Stillstand im StillVerkehr stand im Verkehr
Vorn. v. Seeler Vorn. v. † Seeler †
ital. Stadt ital. Stadt
röm. Titel röm. Titel
NadelNadelloch loch
2 farbe 2
Körperfleck Körperfleck
Stadt an der Aare Stadt an der Aare
zweite Mahd zweite Mahd
Fragewort Fragewort Kaninlat.: chenfelllat.:Gesetze Kaninchenfell Gesetze
Buch der Bibelder Buch 7Bibel
Das Lösungswort
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Zu gewinnen: eine Übernachtung im Bretterhotel der Trauffer Erlebniswelt im Wert von 400 Franken! You sleep better in the Bretter: Die Betten im Bretterhotel sind alles andere als bretterhart – einkuscheln, träumen und wohlfühlen! In stylischen Zimmern aus duftendem Holz, mit Rutschbahn oder eigener Arvensauna, können Sie entspannen und frische Bergluft geniessen. Unkomplizierte Atmosphäre, herzliche Gastfreundschaft und erholsame Nächte sind garantiert. Gleich nebenan lockt die Trauffer Erlebniswelt mit dem «Kuhniversum». Dort erfahren Sie alles über die berühmte Holzkuh oder werden selbst zum Schnitz- und MuhMalermeister. KUHlinarisch werden Sie auch verwöhnt – in der haus eigenen Bäckerei oder im Restaurant Alfreds. t rauffer.ch/bretterhotel
So nehmen Sie teil Online: krebsliga.ch/loesungswort – oder mit einer Postkarte: Senden Sie das Lösungswort, Ihren Namen und Ihre Anschrift an folgende Adresse: Krebsliga Schweiz, Effingerstrasse 40, Postfach, 3001 Bern. Einsendeschluss ist der 12. Februar 2026. Viel Glück!
Hier geht’s zum Rätsel:
Marianne Hachen-Widmer, 3457 Wasen i.E. – Marie José Werro, 1786 Sugiez – Svetlana Lutina, 8810 Horgen – Urs Gratwohl, 5524 Nesselnbach – Priska Notter, 4600 Olten
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Die Gewinnerinnen und Gewinner der Oktober-Ausgabe 2025, Lösungswort: SUPPORT
«Ich will meine Zeit nutzen» Jöchi (52) aus Buchs SG hat eine seltene Krebs erkrankung. Trotz unheilbarer Prognose liebt er das Leben und lebt die Liebe jeden einzelnen Tag.
Aufgezeichnet von Danica Gröhlich
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Mit einem rauschenden Fest und über 100 Leuten haben wir letzten Oktober geheiratet – aus Liebe und damit sie abgesichert ist. Als ich Tanja kennenlernte, wusste sie schon, dass ich Krebs habe. Noch bevor wir ein Paar wurden, war ich ganz offen über meine Diagnose, meine Zukunft, meine Ängste. Und trotzdem hat sie sich für uns entschieden.
FOTO: ZVG
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PERSÖNLICH
Wenn neue Metastasen auftauchen, leidet sie mit. Sie möchte helfen, kann es aber nicht. Der Gedanke, dass unsere gemeinsame Zeit vielleicht begrenzt ist, ist für sie kaum auszuhalten. Für mich auch nicht. Und doch lachen wir viel. Wir sprechen offen über alles.
Tanja wusste von Jöchis Krebsdiagnose: «Trotzdem hat sie sich für uns entschieden.»
Ich habe Ohrspeicheldrüsenkrebs, eine extrem seltene Krebsart. Es begann Anfang 2022 mit heftigen Ohrenschmerzen, aber es dauerte fast ein Jahr, bis ich Klarheit hatte.
Im Alltag bin ich eingeschränkt: Lähmungen, Sprechprobleme, Schmerzen beim Kauen. Und doch: Ich verliere meinen Humor nicht, auch nicht bei der Arbeit für eine Zivilschutzorganisation. Wir haben zwei Hunde und zwei Mini-Schweine, die quiekend durch den Garten rennen, sowie acht Hühner. Ein kleines, schönes Leben mit den Tieren – und mit meiner Frau.
Nach einer neunstündigen Operation und 33 Bestrahlungen schien es gut auszusehen. Doch im Januar 2024 kamen die Metastasen: Leber, Niere, später weitere. Seither gelte ich als unheilbar. Ich bekomme eine Immuntherapie kombiniert mit einem Medikament. Es wirkt – vorerst. Wirklich doof, dass ich eine
nicht so gut erforschte Krebsart habe. So ist jede Therapie ein Versuch, bei dem ich einfach nur hoffe, dass sie wirkt.
Alles, was mir wichtig war, habe ich gemacht. Jetzt plane ich in kleinen Schritten. Eckpunkte statt Fernziele.
Ich lebe im Jetzt. Ich will nicht wissen, wie viel Zeit mir bleibt. Ich will sie nutzen. Deshalb erzähle ich meine Geschichte und engagiere mich als Peer für die Krebsliga. Ich weiss, wie einsam ein seltener Krebs machen kann. Wenn ich jemandem Mut zusprechen oder einfach zeigen kann, dass er nicht allein ist, dann war es das wert. Man muss nicht alles verstehen. Aber man kann annehmen, was ist. Und weitermachen. Mit Herz. Und mit Humor.
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Weitere Erfahrungsberichte von Menschen mit Krebs: krebsliga.ch/story
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Christine Meuwly Beraterin 1995
Anna Zahno Beraterin 2025
KrebsInfo Wir sind Ihre Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Krebs. Kompetent, persönlich, kostenlos. krebsliga.ch/krebsinfo 0800 11 88 11