Die WESER REPORT-Ausgabe für Lilienthal, Worpswede und Grasberg
SAMSTAG, 12. APRIL 2025
NR. 3751/21. JAHRGANG
Stiller Feiertag
Spezielle Intensiv-Pflege
Erlöse aus dem Keksverkauf
Was an Karfreitag erlaubt und was verboten ist Seite 7
Neue Räume für ambulante Beatmungspflege Seite 8
Was die Tafeln mit der Spende des Rotary-Clubs vorhaben
Seite 9
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Bau an der Hinnebecker Straße SCHWANEW EDE - Auf dem Gehweg entlang der Hinnebecker Straße (Kreisstraße 32) in Höhe des neuen Baugebiets finden in bälde Bauarbei- Ralf Jonas am Hochsitz „Alte Grüne“. Einige Bäume hat er im Vorfeld getrimmt, ansonsten wäre die Sicht auf sein Jagdrevier im Frühjahr allzu versperrt. Foto: Roskamp ten durch die EWE statt. Da eine andere Baumaßnahme Vorrang hat, verzögert sich der Baubeginn. hwr
Den Feldstecher im Anschlag
Unfall zwischen Radfahrern WORPSW EDE - Ein Missverständnis führte zu einem Unfall zwischen zwei Radlern am vergangenen Mittwochnachmittag auf dem Geh-/Radweg entlang der L153 in Richtung Worpswede. Es kam beim Überholen zum seitlichen Zusammenstoß der Räder. ots
Quartiersforum Drosselstraße OSTERHOLZ-SCHARMBECK - Das erste Quartiersforum Drosselstraße in diesem Jahr findet am Mittwoch, 23. April, im Jugendhaus am Pumpelberg statt. Für 18 bis 19.30 Uhr lädt das Team der städtischen Jugendarbeit ein. Alle sind eingeladen, Anmeldung nicht notwendig. hwr
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Jäger Ralf Jonas über Wölfe, Schießstände und die Verantwortungen seiner Zunft M A R I US ROSK A MP
L ANDKREIS - Über Sandhausen geht die Sonne auf, Dunstschleier hängen noch am Boden des Moores. Auch wenn es ein schöner Tag werden wird – noch ist es kalt. Der Jäger Ralf Jonas hat eine Thermoskanne dabei und sitzt in vielen Kleidungsschichten verpackt im Hochsitz „Alte Grüne“. Jeder Hochsitz habe einen Namen, verrät er. Der Plan für die kommenden Stunden sieht eigentlich keinen Abschuss vor, das Gewehr ist dennoch dabei. Über die aktuellen Sorgen und Nöte der Jägerschaft hat Jonas einiges zu erzählen. „Bei der Demonstration anlässlich der Jagdnovellierung war ich auch dabei“, sagt Jonas. „Und die Ausbildungsrichtlinien werden auch novelliert. Da haben wir aber nichts gegen.“ Hierbei ginge es grundsätzlich darum, dass sich bei der Ausbildung zum Jäger die praktische Prüfung und die schriftliche Prüfung nicht mehr ausgleichen können. Mit einer sehr guten Note im einen oder anderen Teil habe man bislang die Ausbildung zum Jäger bestehen können. Jonas ist im Landkreis mitverantwortlich für die Ausbildung angehender Jäger. Als
Pädagoge im Ruhestand ist er für Landkreis spielt aktuell der Schießdiese Rolle sozusagen prädestiniert. stand in Waakhausen keine Rolle, Teil der Ausbildung ist auch der man nutze den in Ohrensen, erzählt Kontakt zu Landwirten, damit man Jonas. In der Prüfung gebe es drei deren Sorgen und Ängste mitbe- Disziplinen. Es biete sich daher nur komme. Thema hierbei seit einiger ein Schießstand an, an dem alle drei Zeit natürlich wieder: der Wolf. In Disziplinen geprüft werden können. Garlstedt gibt es ein festgestelltes „Wir hoffen, dass wir in den nächsRudel. „Der Wolf ist immer mal The- ten Jahren die Anlage in Rhadereisma, weil es auch Nutztierrisse gibt“, tedt nutzen können. Aktuell gibt es so Jonas. Das sei dort nur „keine SchlagSchrotstände, Der Abschussplan soll zeile mehr“, weil wir benötigen das Gleichgewicht in es mittlerweile aber auch Kuzum Landleben gelstände“, so der Natur erhalten dazugehöre. Jonas weiter. M it t ler wei le Da in Waakstrahlt die Sonne auf das Jagdgebiet, hausen hingegen die Schrotstände der letzte Bodennebel hat sich ver- geschlossen sind, sei es dort nur zogen. Immer wieder hört man ei- möglich, zwei Disziplinen zu prünen Fasan, die Geräusche von der fen. „Von der Erreichbarkeit her wäB74 werden von den Bäumen hinter re Waakhausen das Schönste“, sagt der „Alten Grüne“ verschluckt. Jo- Jonas, er zweifelt jedoch daran, dass nas sieht in einiger Entfernung eine man dort in Zukunft wieder mit trächtige Ricke, ein Reh, das zum Schrot schießen darf. Dass ein Jäger gut zielen kann, sei Äsen ein wenig über das Moor schlendert. „Das ist der trainierte wichtig. Immerhin habe man als Jägerblick“, meint Jonas zwinkernd Jäger eine hohe Verantwortung dem und reicht seinen Feldstecher wei- Tier gegenüber, so Jonas. Man müster. Auch seine Frau sei öfter er- se vermeiden, dass das Tier leidet. staunt darüber, wie schnell er Be- „Deswegen ist man mit seinem wegungen in der Natur wahrneh- Werkzeug, der Büchse, ganz sorgme. fältig.“ Für die Ausbildung der Jäger im Doch warum müssen Tiere über-
haupt geschossen werden? „Wir haben einen Abschussplan, in unserem Revier sind das zum Beispiel im Jahr 33 Rehe.“ Hierdurch solle das Gleichgewicht in der Natur erhalten bleiben. So seien einmal, erinnert sich Jonas, 1.000 junge Buchen gepflanzt worden, am nächsten Morgen war die Hälfte der kleinen und für die Tiere schmackhaften Bäume weggefressen. Jonas selbst darf im Jahr vier Rehe schießen. Spezialisiert habe er sich aber auf Nutria. Die invasive Art verbreitet sich in Deutschland. Ursprümglich kamen sie von Pelztierfarmen, als diese aufgegeben wurden, habe man die Käfigtüren einfach offen gelassen, so Jonas. Ihm zufolge ist das Fleisch des auch als Bisamratte bekannten Tiers sehr schmackhaft. Von der „Alten Grüne“ erkennt man mittlerweile drei Rehe. Sie sind noch recht weit entfernt. Doch aufgescheucht von einer morgendlichen Walkerin verschwinden diese schnell zwischen den Bäumen. Jonas packt seine Sachen zusammen, entlädt vor dem Abstieg sein Gewehr, Sicherheit geht vor. Für ihn war es ein schöner, ruhiger Morgen in der Natur.
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