Die WESER REPORT-Ausgabe für Lilienthal, Worpswede und Grasberg
SAMSTAG, 8. FEBRUAR 2025
NR. 3742/21. JAHRGANG
Theater, Musik, Comedy
Einsatz für Azubis
Auf ein Wort mit der Ministerin
Das kommende Programm in der Stadthalle Osterholz Seite 5
Agentur für Arbeit zeichnet Toni Herklotz aus Seite 3
Vereine aus der Region sprechen mit Daniela Behrens und Özge Kadah Seite 2
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Märchen im Themencafé WORPSW EDE – Zum Themencafé am Donnerstag, 20. Februar, 15.30 Uhr im Annehus, Dorfstraße 14, kommt die Präsidentin der Europäischen Märchengesellschaft, Sabine Lutkat. Sie befasst sich mit einzelnen Motiven in Märchen. Anmeldung unter Telefon 04792 / 28 93. fmo
Die Diskutanten des Abends (von links): Lena Gumnior (Grüne), Andreas Mattfeldt (CDU), Özge Kadah (SPD), Gero Hocker (FDP), Maik Smidt (BSW), Herbert Behrens (Linke). Foto: Utke
„Was erzählen Sie uns heute?“
Altbauten energetisch sanieren GR ASBERG – Ehrenamtliche, die Erfahrungen bei der energetischen Sanierung von Altbausubstanz austauschen möchten, laden ein: Am Mittwoch, 12. Februar, geht es von 19 bis 21 Uhr im Rathaus, Speckmannstraße 30, Nutzen und Anwendung von Wärmebildkameras. aeu
Zum öffentlichen Nahverkehr HAMBERGEN – Der Infobus vom Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) macht am kommenden Mittwoch von 11.30 bis 13 Uhr Halt an der Bahnhofstraße 2. Dort gibt es Infos zum Bus- und Bahnangebot im gesamten Verbundgebiet und zum Deutschland-Ticket. rom
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GRÜNE
MOBILITÄT
BEZAHLBAR UND FLEXIBEL
Kreisverband Osterholz
Bundestagskandidierende von sechs Parteien debattierten über die Zukunft der Landwirtschaft ANNEMARIE UTKE
LANDKREIS – Nicht nur die Parteien nutzen den laufenden Wahlkampf: Auch die Landvolk-Kreisverbände Rotenburg-Verden und Osterholz, sowie der Verein „Land schafft Verbindung“ sahen die Chance, ihre Themen zu platzieren. Gemeinsam veranstalteten sie eine Diskussionsrunde in Grasberg zum Thema „Die Zukunft der Landwirtschaft“, zu welcher sie die Direktkandidierenden der verschiedenen Parteien einluden. Eine Ausnahme bildet Maik Smidt: Er ist kein Direktkandidat, sondern nur über die Liste des BSW wählbar. Anwesend waren Lena Gumnior (Grüne), der gegenwärtige Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Verden-Osterholz Andreas Mattfeldt (CDU), Özge Kadah (SPD), Gero Hocker (FDP), Maik Smidt (BSW), Herbert Behrens (Linke). Susanne Rosilius, Direktkandidatin der AfD, war zwar eingeladen, nahm aber nicht an der Veranstaltung teil. Die Themen bestimmte maßgeblich das Publikum im gut gefüllten Saal des Grasberger Hofs: Auf Zetteln konnten die Gäste ihre Fragen an das Podium notieren, um diese
von der Moderation stellen zu lassen. In jeweils einer Minute – wobei es sich zeitweise um eher dehnbare Minuten handelte – bezogen die Kandidierenden Stellung zu den Bauernprotesten des vergangenen Jahres, Bürokratie und Dokumentationspflichten, Klimawandel, Tierhaltungsstandards, internationalen Handelsabkommen, der Wiedervernässung von Mooren oder einem Dauerthema unter niedersächsischen Landwirtinnen und -wirten: dem Wolf. Die Antworten der Kandidierenden ließen wenig Zweifel an den Linien ihrer Parteien, wobei ihre individuellen Schwerpunktsetzungen ebenfalls einflossen. So betonte Behrens die Rolle von Großkonzernen in der Lebensmittelindustrie und konstatierte: „Es müssen die gleichen Standards für alle gelten.“ Internationalen Handelsabkommen gegenüber äußerte er sich kritisch. Smidt erzählte, er habe durch seine Familie Berührungspunkte mit der Landwirtschaft, und basierte seine Antworten häufig anekdotisch. Zum Thema Energiepolitik sagte er, diese müsse wieder mehr zum Wohle Deutschlands ausgerichtet werden, „nicht nach
den Interessen der USA“. Hocker trat bereits in der Vergangenheit bei Bauernprotesten als Redner auf, was die Moderation mit der Frage „Was erzählen Sie uns heute?“ quittierte. Auf dem Podium forderte er Bürokratieabbau nicht allein durch Digitalisierung. Stattdessen müsse der Staat den Landwirten „mehr Vertrauen geben“, dass diese Umwelt und Tierwohl aus Eigeninteresse schützten. Kadah hielt sich in ihren Antworten nah am Wahlprogramm der SPD, und setzte auf Dialog mit den Landwirten. Als Kandidatin brauche sie die Expertise der Bäuerinnen und Bauern, so Kadah. Mattfeldt, selbst ehemaliger Fleischer, sprach dem Publikum nicht nur in Sachen Klimawandel gut zu:
„Ihr seid nicht das Problem, ihr seid die Lösung“, schien an diversen Stellen sein Credo. Er kritisierte, dass der Schutzstatus von Wölfen zu hoch sei, und dies Landwirte belaste. „Ich sehe regelmäßig Wölfe, wenn ich joggen gehe“, so Mattfeldt. Gumnior sprach sich für Klimaund Umweltschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft aus. Das Living Lab Teufelsmoor sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Wiedervernässung von Mooren möglich sei, während gleichzeitig die Interessen der anliegenden Landwirte gewahrt würden. Ihr Argumentationskern: Maßnahmen wie genetisch angepasstes Saatgut könnten einen notwendigen Systemwandel nicht ersetzen.
E R S T- U N D Z W E I T S T I M M E E R K L ÄR T Bei der Bundestagswahl hat jeder eine Erst- und eine Zweitstimme. Mit der Erststimme wählt man einen Direktkandidaten oder -kandidatin, also eine bestimmte Person, die im eigenen Wahlkreis antritt. Die Anzahl der Zweitstimmen legt fest, wie viele Sitze eine Partei im Bundestag bekommt. Bekommt
eine Partei mehr Sitze, als sie über Direktkandidaten füllen kann, ziehen Abgeordnete von der Landesliste der Partei ins Parlament ein. Die Wahlrechtsreform 2023 begrenzt jedoch die Größe des Bundestags auf 630 Sitze. Gewinnt eine Partei mehr Direktkandidaten als Sitze, entfallen die Direktmandate mit den wenigsten Stimmen.
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