Die WESER REPORT-Ausgabe für Lilienthal, Worpswede und Grasberg
SAMSTAG, 19. OKTOBER 2024
NR. 3726/20. JAHRGANG
Gegen den Krach
Was wog der Bulle?
Komik trotz Mord
Der aktuelle Lärmschutzplan der Kreisstadt Seite 2
Zwei schätzten Leos Gewicht korrekt ein Seite 8
Mevenstedter Theoterspeelers spielen Stück nach Agatha Christie Seite 7
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Teilhabeberatung im Rathaus OSTERHOLZ-SCHARMBECK - Die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) bietet außerordentlich am Mittwoch, 23. Oktober, von 9 Uhr bis 13 Uhr im Rathaus wieder eine kostenlose Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Behinderung an. hwr
Traktor bei Arbeit abgebrannt LILIENTHAL - Am vergangenen Mittwoch gegen 14 Uhr mussten Feuerwehr und Polizei auf ein Feld nordwestlich der Straße Oberende ausrücken. Dort war ein Traktor auf dem Feld in Brand geraten. Die Polizei vermutet einen Defekt, Personen wurde nicht verletzt. ots
Vortrag zu Frieden und Krieg OSTERHOLZ-SCHARMBECK - Der marxistische Publizist Freerk Huisken hält am 24. Oktober ab 19 Uhr einen Vortrag zum Thema „Über Frieden, der ohne Krieg nicht auskommt“. Er beschäftigt sich mit der Frage nach der ständigen Aufrüstung. Der Eintritt im KUZ ist frei.
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Weg vom Fluchtgedanken. Man habe ein Frauenbild, das die Frau ins Tun holen soll, argumentiert der Landkreis. Der Weisse Ring berichtet indes von überlaufenen Frauenhäusern. Foto: pixabay
Gibt es den Frauenhausmangel? Weisser Ring und Landkreis vertreten unterschiedliche Ansichten M A R I US ROSK A MP
LANDKREIS - Cornelius Eckehard Ledig leitet die hiesige Außenstelle des Weissen Rings und ist gleichzeitig deren einziger Mitarbeiter. Alles Ehrenamt, natürlich. Ob er sich schon einmal überlegt habe, einen Trägerverein aufzurollen, um im Landkreis auf längere Sicht wieder ein Frauenhaus zu gründen. Sozusagen von hinten aufgerollt. „Das schaffe ich nicht“, sagt der Rentner, für den das Ehrenamt zu großen Teilen ein Vollzeitjob ist. Der Landkreis hat die Bezuschussung des damaligen Frauenhauses in Schwanewede vor knapp 20 Jahren eingestellt und gleichzeitig entschieden, die Aufgabe Gewaltschutz selbst zu übernehmen und zwar mit einer Gewaltschutzberatungsstelle, einer Schutzwohnung sowie dem Frauennotruf. „In regelmäßigen Gesprächen wurde bei allen Frauen, die dieses Angebot in Anspruch genommen haben, deutlich, dass sie sich ausreichend unterstützt und begleitet gefühlt haben“, so der Landkreis auf Anfrage. „37 von 40 Kreisen in Niedersachsen haben Frauenhäuser, in Schwanewede gab es bis 2005 auch in Osterholz eines“, erzählt Ledig.
„Macht das Gewaltschutzgesetz die Kreisen aufnehmen, sehen diese Frauenhäuser überflüssig“, stellt anderen Kreise sich nicht in der Ladie Broschüre „Mehr Schutz bei ge, ihrerseits Frauen aufzunehmen. häuslicher Gewalt“ vom Bundesmi- „Theoretisch kann man sagen: Die nisterium für Justiz die Frage. Die Frauen können auch ins Umland. klare Antwort in dem Heft: Nein. Überhaupt einen Platz zu bekomLedig vertritt ebenso diese Position. men ist aber die erste große Hürde. Aber: „Der Landkreis betrachtet das Es findet eben ein Austausch der eigene Gewaltschutzmodell als für Frauenhäuser untereinander statt. die Menschen in Ein Geben und der Region pasNehmen.“ Das 37 von 40 Kreisen in send und kann dasieht Schumacher bei schon auf eine gänzlich anders Niedersachsen haben erfolgreiche und verweist auf Frauenhäuser Silke Schnaars aus 20-jährige Erfahder Gewaltschutzrung zurückblicken“, hält die Kreisverwaltung beratungsstelle. Sie erzählt, es gebe dagegen. So unterstreicht auch Hei- durchaus Fälle, wo Frauen aus dem ke Schumacher, Erste Kreisrätin: Landkreis in Frauenhäusern unter„Es gibt keinen Fall in 20 Jahren, wo gebracht werden konnten. Das das nicht funktioniert hätte.“ funktioniere dann deutschlandSchon allein, so die Argumenta- weit, per Ampelsystem geben Fraution Ledigs, die Aufnahme von enhäuser ihre Verfügbarkeiten beFrauen über die Kreisgrenze hin- kannt. Wenn eine Unterbringung weg gestalte sich schwierig. So etwa innerhalb des Landkreises aber das Frauenhaus in Bremen Nord, außerhalb des ursprünglichen mit dem Ledig schon Gespräche Wohnortes angebracht sei, würde geführt hatte. Dort hieß es, man man auch durchaus Wohnungen würde gern Frauen aus dem Um- akquirieren können, sagt Schumaland aufnehmen, man sei aber nicht cher außerdem. in der Lage, Leute aufzunehmen, „Die Verweildauer in Frauenhäuwenn dies nicht in einem fairen sern ist derweil von früher drei auf Handel funktioniert. Also: Kann mittlerweile neun Monate angeOsterholz keine Frauen aus anderen stiegen. Das haben mir andere be-
stätigt“, sagt Ledig. Weil betroffene Frauen in der Regel kein eigenes Einkommen haben oder alleinerziehend sind. „Die wirtschaftliche Situation schlägt sich durch und zwar nicht über Gewalt, sondern durch die monetären Verhältnisse der Betroffenen“, erklärt Ledig. „Wir haben ein anderes Frauenbild und wollen die Frau ins Tun holen“, sagt hingegen Schumacher. „Die Menschen brauchen Sicherheit und sollten zwar immer einen Schritt nach vorne machen können. Das muss aber im eigenen Tempo funktionieren“, ergänzt Schnaars. „Die Frauenhäuser sind bundesweit überlaufen. Wir könnten locker 25 bis 50 Prozent mehr gebrauchen“, ist Ledig überzeugt. „Der Kreis sollte ein Frauenhaus haben“, ist er sich sicher. Es brauche die Begleitmöglichkeit, die es in dem Umfang in einer Schutzwohnung nicht gebe. Was aus seiner Sicht gegen ein Frauenhaus spricht? „Das Geld“, sagt Ledig matt. Schumacher ist sich indes sicher, dass die Arbeit der vergangenen 20 Jahre für sich spricht. Ein großer Erfolgsfaktor sei dabei sicherlich die Arbeit mit Silke Schnaars, die betont, man könne sie jederzeit und so oft wie gewünscht ansprechen.
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