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Weser Report - Weyhe, Syke, Bassum vom 05.04.2025

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Die Lokalausgabe für den Landkreis

SAMSTAG, 5. APRIL 2025

NR. 3750/55. JAHRGANG

Gefiederte Deichpolizei

Fahrrad statt Auto

Stress-Test für Werders Defensive

Wie Holzstangen im Kampf gegen Mäuse und Kaninchen helfen

Gemeinde Weyhe beteiligt sich wieder am Stadtradeln

Wie die Bremer die schnellen Stürmer von Eintracht Frankfurt bremsen wollen

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WE YHE/SYK E/BA SSUM

Lkw steckte im Tunnel fest T W ISTRINGEN – Ein Lkw ist in der Bahnunterführung in der Bahnhofstraße steckengblieben. Der 52-jährige Fahrer hatte die Höhenkontrolle und auch die Hinweisschilder ignoriert. Der Lkw April befreit 2022 werden. Der Schaden musste aufwendig beträgt mindestens 20.000 WR Anzeige: WREuro.

Mit Hilfe eines Netzes wurde dieses Rotkehlchen gefangen und mit einem Ring versehen. Die Ehrenamtlichen des Nabu untersuchen den Vogel kurz und dokumentieren seinen Zustand. Foto: AWG

Vogelforschung in Leeste

Titelkopf

Pkw rollte 67über x 67 Fuß mm SY KE – Um einen Pkw zum Anhalten zu bewegen, entschied sich ein 41-jähriger Fußgänger auf der Grünen Straße in Syke, sein linkes Bein auf die Fahrbahn zu stellen. Ein heranfahrender Pkw-Fahrer fuhr über seinen Fuß. Der Verursacher trug glücklicherweise Stahlkappenschuhe, klagte jedoch trotzdem über Schmerzen am Knöchel. WR

Auto fährt gegen offene Pkw-Tür W EY HE – Ein Autofahrer ist gegen die geöffnete Tür eines geparkten Pkw gefahren. Aus dem Fahrzeug war kurz zuvor ein Mitfahrer ausgestiegen. Es wurde niemand verletzt. Die Polizei schätzt den Schaden auf 2.000 Euro. tr

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Auf dem Gelände der ehemaligen Deponie arbeitet der Weyher Nabu für eine Vogelwarte T HOR ST EN RU NGE

W EYHE – Mülldeponien können in ihrer aktiven Phase durch den Platzbedarf und dem höheren Lärmaufkommen eine Belastung für die hiesige Flora und Fauna sein. Umso wichtiger ist es der Abfall-Wirtschaftsgesellschaft (AWG) in Bassum, die Fläche nach der Deponiestilllegung wieder der Natur zu übergeben und einenAusgleich für die jahrelange Nutzung zu schaffen. Prominentes Beispiel ist der Utkiek in Bassum, ein rekultiviertes Naherholungsgebiet. Auch in Weyhe-Leeste befand sich eine Deponie des Abfallunternehmens, auf der bis in die 80-erJahre hinein Abfälle eingelagert wurden. Seit der Stilllegung mauserte sich die Fläche zu einem Habitat für Vögel – und zum Paradies für die Vogelforschung. In Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Helgoland finden dort seit Herbst Vogelberingungen statt. In Weyhe-Leeste ruft der Berg. Oder besser: er zwitschert. Die ehemalige Deponie am Rodendammgraben ertönt in abwechslungsreichem Vogelgesang. „Die Geräusche kommen aus unseren Klangattrappen“, klärt Jonas Jäschke auf. Das

Vorstandsmitglied des Naturschutzbunds (Nabu) Weyhe und Mitglied der Vogelwarte Helgoland hat mit seiner Gruppe Stellung auf dem stillgelegten Gelände bezogen. Auf einem Tisch liegen Bücher über Vogelkunde, Lineale und diverse Werkzeuge, die für eine Vogelberingung notwendig sind. Der Kontakt zur AWG Bassum entstand im Herbst vergangenen Jahres. „Wir hatten ein angrenzendes Beweidungsprojekt. Als das Feld für Rinder umgenutzt wurde, hielten wir Ausschau nach einer neuen Fläche für unsere Forschungsarbeiten“, schildert Jäschke. Schnell fiel der Blick auf die benachbarte Deponie, die sich vor allem durch ihre Insellage auszeichne. „Bedingt durch die vielfältigen Strukturen und Nahrungsmöglichkeiten, in Verbindung mit der reduzierten menschlichen Störung, herrscht hier eine besonders hohe Dichte an Vögeln.“ Zudem sei die Deponie mit ihrer etwa 16 Meter hohen Erhebung sehr gut strukturiert und biete verschiedene Habitat-Typen. „Die großflächig vorhandenen Brombeersträucher bieten paradiesische Zustände für Vögel. Gerade Grasmücken, die sich auf den Weg über die Sahara oder den Mittel-

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meerraum machen, können sich hier wie in einem Schlaraffenland vollfressen und dann ordentlich Strecke machen“, schwärmt Jäschke. Eben jene paradiesischen Zustände sollen bis zum Ende des Jahres zu rund 2.000 Fängen führen. Die Zeichen stehen gut, schon jetzt konnten auf der Deponie und der angrenzenden Leester Marsch 65 Arten beringt und 1.641 Fänge verzeichnet werden. Darunter auch ein Gelbbrauenlaubsänger. „Deren Aufkommen kann man im Landkreis an einer Hand abzählen“, berichtet Jäschke stolz. Rund 300 Meter Netze wurden gespannt. „So genannte Japan-Netze, die sich besonders für den Fang kleiner Singvögel eignen“, schildert der ehrenamtliche Vogelforscher. Zuletzt wurden Netze in einem Schilfgebiet aufgebaut. Gerade für die Monate August bis Oktober hofft die Gruppe darauf, dass Rohrsänger ins Netz gehen. In den schilfbewohnenden Arten wie Rohrammern sitze das größte Potenzial. Kreuzt ein Vogel die Netze, verfängt er sich in kleinen Netztaschen. Zu Schaden kommen die Tiere dabei nicht. „Größere Vögel wie Fasane sitzen sogar nur kurz in

der Tasche und befreien sich von selbst“, sagt Jäschke. Am Abend werden die Netze an den Teleskopstangen eingefahren, damit sich kein Vogel ungewollt verfängt. „Wir haben einen“, erschallt es plötzlich, und einige Gruppenmitglieder laufen zu den Netzen. Ein Rotkehlchen hat sich verfangen. Behutsam wird der Piepmatz in einen kleinen Stoffbeutel gegeben. Für das Tier sei dies die stressfreieste Transportmöglichkeit. An der Beringungsstation angekommen, wird zunächst der nummerierte Ring dokumentiert, der künftig das zierliche Bein des gefiederten Freundes schmücken wird. Anschließend holt Jonas Jäschke tief Luft und bläst unter das Gefieder, um einen Blick auf den Körper werfen zu können. „Auf diese Weise kann ich Aussagen über die Kondition des Vogels treffen.“ Innerhalb der nächsten rund 60 Sekunden erfolgt eine Geschlechts- und Altersbestimmung, werden Maße zur Flügelund Teilflügellänge genommen und die Muskel- und Fettwerte sowie das Gewicht festgehalten. Dass der kleine Flattermann nach der Untersuchung ohne Abschiedsgrüße von dannen zieht, sei ihm verziehen.

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Weser Report - Weyhe, Syke, Bassum vom 05.04.2025 by Weser Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH - Issuu