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Weser Report - West vom 15.02.2025

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Auflagenstärkste Anzeigenzeitung in Bremen und Umgebung

SAMSTAG, 15. FEBRUAR 2025

NR. 3743/55. JAHRGANG

Weder Bus noch Bahn

Wahl-Helfer

Jagdhunde im Vorgarten

Bürgermeister-Smidt-Brücke: Neubau soll beschleunigt werden

Alle Parteien aus Bundestag und Bürgerschaft im Vergleich

Lautstarke Vierbeiner machen Anwohner krank – Behörde reagiert zögerlich

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Gönn dir,, Bremen

Das Stubu-Gebäude am Rembertiring ist eine der bekanntesten Schrottimmobilien in Bremen. Im Mai 2024 wurden die Wohnungen als unbewohnbar eingestuft. Inzwischen gibt es einen neuen Eigentümer, der in Kooperation mit der Stadt die Zukunft des Areals plant. Foto: Schlie

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WEST

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Karnevalsumzug für Kinder Der erste Bremer Kinderkarneval der Bremischen evangelischen Kirche findet am 22. Februar ab 14 Uhr für Kinder ab sechs Jahren in Begleitung Erwachsener statt. Start ist an den Domtreppen. Der bunte Zug zieht in die Neustadt, wo Snacks und eine Kinderdisco warten. Anmeldeinfos: kirchebremen.de rf

Erst verfallen, dann verwaltet?

Ältere zu selten geimpft Die Handelskrankenkasse (HKK) schlägt Alarm: Nur 30 Prozent der Versicherten ab 60 Jahren seien gegen Pneumokokken geimpft. Insbesondere für Ältere und Vorerkrankte kann eine Infektion gefährlich sein. Eine Impfung wird laut HKK von den gesetzlichen Kassen übernommen. rf

Jetzt noch bewerben Bis zum 1. März können sich Kindergärten, Schulen, Hochschulen und andere Bildungsstätten um eine Förderung im Rahmen der SWB-Bildungsinitiative bewerben. Unter swb.de/ bildungsinitiative sind Anträge möglich. rf Anzeige

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Wie die Wohnaufsicht gegen Schrottimmobilien vorgeht / Kaum Einsatz von Zwangsverwaltern PHIL IPP BEHR BOM

Sie wirken wie Geisterhäuser und sind Schandflecken inmitten von belebten Stadtteilen. Zerworfene Fenster, notdürftig mit Brettern zugenagelt. Gebäude, nur noch für Ratten bewohnbar, sogenannte Schrottimmobilien. Das Wohnungsaufsichtsgesetz und das Wohnraumschutzgesetz sollten der Stadt mehr Handhabe gegen Immobilienbesitzer geben, welche ihren Besitz verwahrlosen lassen. Doch die Umsetzung gestaltet sich offenbar weiterhin schwierig. Prominente Beispiel für verwahrloste Immobilien gibt es in Bremen genügend. Vom Geburtshaus von Hans Koschnick in Gröpelingen bis hin zur Villa an der Ronzelenstraße. Erst kürzlich wurden in einer Immobilie am Rembertiring, direkt gegenüber der ehemaligen Diskothek Stubu, die Balkone für die Mieter gesperrt, weil diese als einsturzgefährdet eingestuft wurden. „Das Wohnungsaufsichtsgesetz wird konsequent angewendet, um gegen Verwahrlosung und Missstände vorzugehen oder wenn eine konkrete Gefährdung gesunder Wohnverhältnisse besteht“, erklärt Karen

Es komme jedoch auch vor, dass Stroink, Pressereferentin aus dem die Missstände so gravierend seien, Innenressort. Generell bekomme die Wohnauf- dass direkt eingegriffen werden sicht jedes Jahr dutzende Hinweise müsste. Konkret kann die Wohauf Immobilien in oder an denen es nungsaufsicht dann Bußgelder in Probleme gebe. Stroink: „Bei jeder Höhe von bis zu 50.000 Euro verMeldung werden Schritte zur Sach- hängen. Geschehen sei dies aber verhaltsermittlung durchgeführt. noch nicht. Zu beachten sei dabei, Die möglichen Maßnahmen zur stellt Stroink klar, dass zunächst Sachverhaltsermittlung sind viel- geprüft werden müsse, ob eine fältig und beinhalten in der Regel Strafanzeige gegen den Besitzer zunächst eine Ortsbesichtigung.“ zum Beispiel wegen Betruges erWährend es 2022 139 Hinweise stattet werden muss. Diese sei vorauf Probleme in Immobilien gab, rangig zu behandeln. waren es im darauffolgenden Jahr Die schärfsten Schwerter die der 110. Bis Ende Juli Wohnungsaufsicht des vergangenen zur Verfügung steBußgeld von bis zu hen, sind allerdings Jahres waren es 50.000 Euro für 85. Häufig werden die UnbewohnbarVermieter möglich Hinweise aus keitserklärung und die treuhändische demselben Gebäude gemeldet. Eine sinkende Verwaltung. Beides gelte als „Ultima Zahl von Hinweisen, heißt dement- Ratio“, das letzte Mittel, betont Strosprechend nicht zwingend weniger ink. Beide Maßnahmen kamen bisSchrottimmobilien, im Gegenteil. her einmal zum Einsatz, jeweils im Die Zahl der Besichtigungen in ver- Mai 2024. Die Wohnungen in der schiedenen Problemimmobilien ist Stubu-Immobilie wurden als unbeseit 2021 stetig bis auf 83 gestiegen. wohnbar eingestuft, während Erst danach wird über Sanktionen Wohnhäuser an der Robinsbalje in und Maßnahmen gesprochen. „Oft Huchting in die treuhänderische reicht schon ein Gespräch oder die Verwaltung der Gewoba überginAufforderung, die Missstände zu gen. Auch das Stubu hat inzwischen beseitigen“, erklärt Stroink die Si- einen neuen Besitzer. Der Bremer tuation. Projektentwickler Olaf Mosel kaufte

FLEXIBILITÄT IST MEINE STÄRKE

die Immobilie im August 2024. Seine Pläne sind noch unklar. Innerhalb der rot-grün-roten Koalition gibt es Stimmen, die auch ein härteres Vorgehen gegen die Besitzer der Immobilie gegenüber dem ehemaligen Stubu fordern. Sofia Leonidakis, baupolitische Sprecherin der Linksfraktion, erklärt: „Wir befürworten in Fällen, in denen Vermietende sich für längere Zeit unkooperativ oder gar grob fahrlässig wie am Rembertiring verhalten, auch die Enteignung entsprechender Immobilien. Solche Vermieter sind derart unzuverlässig, dass sie Mietenden nicht zugemutet werden können.“ Dies könne potenziell ausbeuterische Vermieter abschrecken, so Leonidakis weiter. Der Kampf gegen Schrottimmobilien erweist sich als dementsprechend langwierig. Auch weil Wohnhäuser häufig nicht nur von einer Person, sondern gleich mehreren Teilhabern gehören. Leonidakis rät Mieterinnen und Mietern, die in Problemimmobilien wohnen, sich direkt an die Wohnungsaufsicht zu wenden oder dem Mieterschutzbund beizutreten, dort könnten sie kompetent und unvoreingenommen beraten werden.

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