Quartier Schwachhausen • Oberneuland • Borgfeld • Horn
Peter K.F. Krueger
Vor 50 Jahren malte er „Oma und Opa“
September/2026
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EDITORIAL
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Robert Lürssen Chefredakteur
Liebe Leserinnen und Leser, meteorologisch ist der Sommer bereits vorüber, kalendarisch läuft er noch bis zum 23. September. Die Sommerzeit bleibt uns sogar noch einen ganzen Monat länger erhalten, bis zur Nacht vom 24. auf den 25. Oktober. Zwischendurch gibt es eine Mega-Party: Bremen ist am 3. Oktober zum dritten Mal nach 1994 und 2010 Gastgeber für die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Gefeiert wird aber das gesamte Wochenende von Freitagnachmittag bis Sonntagabend. Die Festmeilen erstrecken sich vom Bahnhof über den Wall bis hinter das Weserstadion. Schwerpunkt ist der Osterdeich. Die Anlieger in den betroffenen Quartieren werden schon in der Woche vorher mit Einschränkungen zu kämpfen haben, insbesondere verkehrlicher Natur. Allen Bremerinnen und Bremern, die das Fest besuchen wollen, sei geraten, entweder das Fahrrad oder die Angebote der BSAG zu nutzen. Das geht am Festwochenende im VBN-Gebiet sogar ausnahmsweise ohne Fahrschein.
IN NEUEM
KLEID
Was im Quartier sonst so los ist, können Sie auf den folgenden Seiten erfahren. Etwa welche Ergebnisse die Untersuchung der Ursachen des Hochwassers 2024 ergeben hat. Oder dass Peter K.F. Krueger, der vor 50 Jahren ein Bild seiner Nachbarn auf eine Wand am Rembertikreisel gemalt hat, immer noch als Maler aktiv ist und inzwischen in einem Schloss wohnt. Viel Spaß beim Lesen, Ihr Robert Lürssen
QUARTIER 12. SEPTEMBER 2026 VERLAG:
Weser Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH Am Brill 19, 28195 Bremen, Tel. 0421 / 690 55-01
TITELFOTO: WFB/Jens Lehmkühler REDAKTION:
Gabi Piontkowski,Insa Lohmann, Bettina Meister
CHEFREDAKTION:
Robert Lürssen, robert.luerssen@weserreport.de
ANZEIGENBERATUNG: Marina Lehmann, Tel. 690 55-104 Wolfgang Pabst, Tel. 690 55-148
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Johannes Knees, Tel. 690 55-108
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VERTRIEBSLEITUNG: Sascha Carstens ZEITUNGS-ZUSTELLUNG: Tel. 0421 / 690 55-350 E-MAIL: vertrieb@weserreport.de DRUCK: Druckerei Bonifatius GmbH Zurzeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 53 vom 1. Januar 2026
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INHALT
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LEBEN & ARBEITEN
FRIEDENSTUNNEL
25 Jahre Arbeit für Weltoffenheit und Verständigung der Religionen
6 VIER AUS DEM QUARTIER ... blicken auf ihren Sommerurlaub zurück
7 KURZ NOTIERT
Rugby-Saison bei Bremen 1860 startet
8 TITELSTORY
Wandgemälde seit 50 Jahren am Rembertikreisel
13 LEBEN RETTEN
Schießsporthalle mit Defibrillator ausgestattet
14 URSACHENFORSCHUNG
Hochwasser 2023/2024 aufgearbeitet
18 FRIEDENSTUNNEL
Bremer Antwort auf den 11. September 2001
20 SPENDENMARATHON
Trauerland freut sich über private Spendensammlung
IM GESPRÄCH 16 WOLFGANG KLÜVER
Über Lehren aus dem Hochwasser 2023/2024
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22 MALTE DINCHER
Über Weinhandel aus Leidenschaft
ABPFLASTERN
Sparkasse verschenkt Bäume
30 YANNICK STENZEL
Über erfolgreiches Marketing im Internet
UNTERWEGS 24 VERANSTALTUNGEN
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IM GESPRÄCH
Malte Dincher erzählt, warum Weinhandel für ihn eine Leidenschaft ist
IM GESPRÄCH
Wolfgang Klüver über Lehren aus dem Hochwasser
Was läuft an Konzerten und Shows?
27 PLAYMOBIL-AUSSTELLUNG Bremer Geschichte im Miniaturformat
28 TORE UND BÄUME
Sparkasse und Werderfrauen helfen beim Entsiegeln
33 KURZ NOTIERT
Sendesaal startet in die Herbstsaison
34 TECHNIQUE
Richtfest im Technologiepark
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Wir verstärken unser Team!
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VIER AUS DEM QUARTIER
Anke Koch
Anke Koch aus Borgfeld hat seit dem Jahr 2000 keinen Urlaub außerhalb von Borgfeld gemacht. „Mein Mann und ich sind gerne zu Hause“, sagt die kaufmännische Angestellte. Die Kochs haben ein 1.500 Quadratmeter großes Grundstück. Gerade im Sommer ruft die Gartenarbeit. Anke Koch unterstützt ihren Mann dabei, wo sie kann. Abends genießen sie dann die „absolute Ruhe“ auf der Terrasse oder machen gemeinsame Radtouren. Zweimal im Jahr besucht sie auch eine Freundin in Hamburg. Wenn sie in drei Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird, zieht es Anke Koch dann aber trotzdem in die Ferne. „Dann würde ich gerne nach Rügen oder Mecklenburg-Vorpommern in den Urlaub fahren und wenn ich Geld genug hätte, würde ich mir ein Haus auf Ibiza kaufen“, sagt sie augenzwinkernd.
Ilse König Ilse König aus Butendiek wollte in diesem Jahr eine Radtour durch Nord-Holland machen. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie nach Windschoten in den Niederlanden, von wo aus die 78-Jährige mit einer geführten Gruppe eine knappe Woche rund 60 bis 80 Kilometer am Tag radeln wollte. Doch schon nach sieben Kilometern war für die Pensionärin Schluss: „Auf einem Schotterweg stürzte ich und brach mir den Daumen“. Sie schaffte es gerade noch ins Krankenhaus, wo die Hand eingegipst wurde. „Meine größte Sorge war, dass meine Schwester die Reise nun alleine fortsetzen musste“, sagt die Pensionärin. Doch zum Glück habe diese sich dann einem Ehepaar anschließen können. Für Ilse König ging’s zurück nach Bremen. „Die 900 Euro für die Reise habe ich dann auch noch in den Sand gesetzt, da ich keine Reiseversicherung hatte“, bedauert König.
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Achim Michaelis Achim Michaelis aus Oberneuland war in diesem Jahr spontan in der Türkei. „Ich habe im Internet ein Super-Angebot gesehen“, sagt der Maurer. Elf Tage Belek für drei Personen sollten unter 1.000 Euro kosten. Da musste der 39-Jährige zuschlagen. Hotel und Essen haben dem Familienvater gut gefallen. „Nicht so schön waren der viele Müll, auch im Wasser schwamm Plastik“, bedauert er. Genossen haben er, seine Frau und die vierjährige Tochter den Aufenthalt trotzdem, insbesondere, da sie außerhalb der Saison dort waren. „Da war es noch schön ruhig und man fand immer eine freie Liege“, erinnert er sich. Wenn sich die Familie nicht am weißen Sandstrand sonnte, erkundeten sie Alanya bei einer Stadttour oder besuchten mit ihrem Töchterchen einen Löwenpark. Und auch das erste Tattoo hat sich Michaelis in der Türkei stechen lassen.
Rita Murken-Spreer Rita Murken-Spreer aus Borgfeld musste den Urlaub in diesem Jahr etwas sachte angehen, da sie eine neue Herzklappe und einen Herzschrittmacher bekommen hat. „Da musste ich etwas vorsichtig sein“, sagt die 76-Jährige. So standen zunächst eine Tagesfahrt nach Bad Zwischenahn zum „Park der Gärten“ mit dem Heimat verein Worpswede, ein Ausflug zu Melcher’s Hütte, eine Torfkahn fahrt und eine Radtour mit der Dorfgemeinschaft Timmersloh auf dem Programm. Als die Rentnerin wieder fit war, machte sie mit Ehemann und Freunden weitere Radtouren in die Umgebung. „Wir fahren immer so 40 bis 50 Kilometer, gehen dann essen oder gönnen uns ein Alster“, berichtet sie. Im Oktober will das Ehepaar Murken dann eine Rheinkreuzfahrt mit acht Freunden machen.
KURZ NOTIERT
Saisonstart bei Bremen 1860: Rugby-Team hofft auf Unterstützung
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ugby gehört zu den dynamischsten Mannschaftssportarten der Welt. Schnelle Spielzüge, harte, aber faire Duelle und ein außergewöhnlicher Teamgeist machen den Reiz dieses Sports aus. Auch bei Bremen 1860 hat Rugby eine lange Tradition und begeistert Aktive aller Altersklassen. In der Saison 2026/2027 stehen wieder mehrere spannende Heimspiele auf dem Rasenplatz von Bremen 1860 am Baumschulenweg auf dem Programm. Alle Heimspiele beginnen um 14 Uhr und bieten die Gelegenheit, Rugby hautnah zu erleben. Zuschauerinnen und Zuschauer können sich auf
intensive Begegnungen und eine besondere Atmosphäre am Spielfeldrand freuen. Rugby bei Bremen 1860 ist aber mehr als nur Spielbetrieb. Die Abteilung bietet Trainingsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und heißt neue Interessierte jederzeit willkommen. Im Mittelpunkt stehen Teamgeist, Respekt, Fairness und die Freude an der Bewegung. Erwachsene trainieren dienstags und donnerstags von 19 bis 21 Uhr. Für Kinder und Jugendliche ab vier Jahren finden die Trainingseinheiten dienstags und samstags statt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Weitere Informationen zu Trainingszeiten und Angeboten gibt es auf der Website von Bremen 1860 (www.bremen1860.de). Die weiteren Heimspiele (Beginn jeweils 14 Uhr): Samstag, 12.9.2026: Rostock Samstag, 17.10.2026: Kiel Samstag, 07.11.2026: Exiles Samstag, 14.11.2026: Odin Samstag, 3.4.2027: Northern Lions Samstag, 29.5.2027: Odin rl
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„Oma und Opa“ weltberühmt gemacht 8
TITELSTORY
Auch mit 81 Jahren ist der Künstler noch aktiv, malt aber nur noch das, worauf er Lust hat.
Peter K.F. Kruegers Fassadenbild am Rembertiring feiert Jubiläum Text: Insa Lohmann / Fotos: KW Schlie
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enn Peter K.F. Krueger über sein wohl berühmtestes Motiv spricht, sagt er: „Es ist Fluch und Segen zugleich.“ Ein Segen, denn in Bremen gibt es wahrscheinlich nur wenige Menschen, die sein Fassadenbild nicht kennen. Wer mit dem Auto von der Hochstraße Richtung Rembertikreisel und Ostertor fährt, kann es schon von Weitem sehen: Ein älteres Ehepaar, das aus dem Fenster schaut, zufrieden und auch ein wenig neugierig. Seit 50 Jahren blicken „Oma und Opa“ nun auf das Treiben am Rembertiring. Das 18 Meter hohe Bild prägt seit 1976 die Außenmauer der Geschäftsstelle der Arbeiterwohlfahrt am Eingang zum Ostertor. Es ist für die Bremerinnen
und Bremer zu einem Wahrzeichen ihrer Hansestadt geworden. Die einen erinnert es an Heimat, die anderen an ihre eigenen Großeltern. In einem sind sich die meisten aber einig: „Oma und Opa“, wie das riesige
daher genau zur richtigen Zeit. Anfang der 1970er Jahre hatte der Bremer Senat als eines der ersten Bundesländer beschlossen, Kunst im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Krueger gewann den Wettbewerb,
Seinerzeit größtes Fassadenwandbild Deutschlands Wandgemälde liebevoll genannt wird, gehören fest zum Stadtbild. 50 Jahre ist es her, dass Krueger das Wandbild, das eigentlich den Namen „Blick aus dem Fenster“ trägt, fertiggestellt hat. Der Bremer Maler und Bildhauer träumte damals wie so viele Kreative vom großen Durchbruch. Ein von der Stadt seinerzeit ausgelobter Wettbewerb kam für ihn
hoffte durch den Großauftrag auf überregionale Bekanntheit. „Das war eine tolle Chance“, sagt der inzwischen 81-Jährige. „Damals war es das größte Fassadenbild Deutschlands. Das war ein Türöffner für mich.“ Rund zweieinhalb Monate dauerten die Arbeiten an der Hausfassade seinerzeit. Dafür erhielt Krueger
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Peter K.F. Krueger wohnt seit 15 Jahren in Wätjens Schloss in einer Mischung aus Wohn- und Arbeitsräumen. 30.000 Mark, zur Unterstützung holte er sich zwei Bremer Künstler an die Seite. „Wir hatten alle keinerlei Erfahrung mit Fassadenmalerei“, erinnert sich Peter K.F. Krueger. Die Arbeiten an der Hauswand forderten ihnen viel ab. „Man musste sehr genau arbeiten.“ Auf Holzleitern ging es am Gerüst hoch und runter: „Wir hatten jeden Tag Splitter in den Fingern.“ Auch das Geld war schnell aufgebraucht: Personal, Farbe, Material – „das war das meiste schon weg“. Dafür spielten ihnen das Wetter und der Zustand der Wand in die Hände: „Das Haus war gerade neu verputzt worden, es war eine tolle Hausfassade – wie eine Leinwand“, schwärmt Krueger. Der Einsatz sollte sich bezahlt machen: „Das Bild hat eingeschlagen wie eine Bombe“, berichtet der Künstler aus Bremen. „Oma und Opa“ erlangten überregionale Bekanntheit, in den 50 Jahren sei es als Foto millionenfach in Medien veröffentlicht wurden, sagt Krueger. „Die Bre-
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merinnen und Bremer haben das Bild total liebgewonnen, es gehört einfach zur Stadt.“ Leider werde das Motiv nicht immer mit seinem Namen in Verbindung gebracht, insofern ist die Erstellung für Krueger neben dem Segen manchmal auch ein Fluch. Und wer sind eigentlich „Oma und Opa“, die seit 50 Jahren überlebensgroß auf das Treiben vor dem Haus herunterschauen? Das Wandbild „Blick aus dem Fenster“ zeigt Kruegers damalige Nachbarn Hanni und
Wandbild auch Zeichen des Protests Robert Wagner. Der Künstler wohnte zu der Zeit noch im Ostertor. Im Gebäude schräg hinter seinem Haus lebten die Wagners, die gerne aus dem offenen Fenster auf den Dachgarten von Krueger schauten und freundlich grüßten. Eine Momentauf-
nahme, die nur Krueger von seinem Haus aus sehen konnte. Fragt man Krueger, warum er ausgerechnet diese Szene als Vorlage für sein heute bekanntestes Werk wählte, sagt er: „Die wichtigste Voraussetzung für den Wettbewerb seinerzeit war: Das Motiv sollte bereits aus der Ferne erkennbar sein, schließlich kann man da am Rembertiring nicht einfach anhalten.“ Die Wagners waren für ihn ideal: Realistisch und für die Betrachtenden leicht zu erfassen. Vermutlich ahnte das Ehepaar damals nicht, dass es einmal so bekannt werden würde. Der gezeichnete Robert Wagner erlebte die Fertigstellung des Motivs nicht mehr. „Aber die Originalzeichnung haben sie beide gesehen, die habe ich heute noch“, erzählt der 81-Jährige. Hinter dem vermeintlich idyllischen Motiv steckte aber noch mehr: Damals wurde die Umsetzung der sogenannten Mozarttrasse noch diskutiert, die umstrittene Schnellstraße kam schließlich wegen starker
TITELSTORY wurde das Schloss in Einzelwohnungen aufgeteilt. Lange Zeit standen die Wohnungen jedoch leer, Krueger wollte aus dem Schloss wieder einen Ort der Begegnung machen – eine Mischung aus Kultur und Wohnen. Auf 200 Quadratmetern erstrecken sich nun Wohn- und Arbeitsräume sowie die vor einigen Jahren von seiner Partnerin Ulrike Kafka gegründete Schloss-Galerie in der unteren Etage. Ungewöhnliche Umgebungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben und Schaffen von Peter K.F. Krueger: Zuvor wohnte der Künstler 23 Jahre lang im Vegesacker Wasserturm, den er eigenständig auf vier Etagen ausgebaut hatte. Auch im Schloss Wätjen packte er kräftig mit an. In den hellen Räumen mit prächtigem Gewölbe ist nicht nur sein Zuhause, sondern auch der Ort seines Schaffens: sein Atelier. Besucherinnen und Besucher sind stets willkommen in dem farbenfrohen Kultur-
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und Wohnort. Neben Theater, Lesungen mit Musik, Pianoabenden und anderen Formaten können sie hier auch die Werke von Krueger bestaunen: Landschaftsbilder, Porträts oder Stillleben – einige in satten und kräftigen Farben, andere eher zart und sanft. „Heute male ich nur noch das, worauf ich Lust habe“, sagt der 81-Jährige. 2019 widmete er eine Ausstellung dem Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer. „Das Thema berührt mich sehr.“ Das Wandgemälde „Oma und Opa“ aber ist und bleibt Kruegers bekanntestes Werk. 2021 legt der Bremer Künstler noch einmal selbst Hand an und restaurierte das Fassadengemälde. Es ist übrigens nicht nur ein Bremer Wahrzeichen geworden, es hat auch als eines der ersten Straßenkunstwerke in der Stadt den Weg für weitere geebnet. Inzwischen hat Bremen den Titel als „Official Street Art City“.
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Anwohnerproteste nicht zustande. Wäre sie wie geplant umgesetzt worden, hätte die Mozarttrasse das Ostertor durchschnitten. Dem Rembertikreisel kam dabei eine besondere Bedeutung zu: Er entstand als eine erste Etappe der Trassenplanung. Das Häuser-Ensemble mit dem späteren Wandbild wäre der Straße zum Opfer gefallen. Für Krueger ist das großformatige Gemälde daher auch ein Zeichen für den Protest. Das Bild zeigt, wohin die Mozarttrasse geführt hätte, zugleich symbolisiert es das Leben im lebendigen Ostertor. Peter K.F. Krueger, der in den 1970er Jahren in Bremen Bildhauerei und Malerei studierte, lebt schon lange nicht mehr im Ostertor. Vor 15 Jahren zog er mit seinem Hab und Gut ins Schloss Wätjen im gleichnamigen Park in Bremen-Nord. Der Kaufmann Diedrich Heinrich Wätjen hatte die Villa im 19. Jahrhundert als Sommersitz erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg
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LEBEN & ARBEITEN
Leben retten mit einem Defibrillator
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ie sind ungefähr so groß wie ein Verbandskasten, den jeder Autofahrer in seinem Auto hat, automatisierte externe Defibrillatoren (AED). Im Ernstfall können sie Leben retten. Bei einem plötzlichen Herzstillstand kann ein „Defi“, wie er auch umgangssprachlich genannt wird, durch einen kontrollierten Stromstoß zur Wiederbelebung eingesetzt werden. Mittlerweile befinden sich AEDs, die so gestaltet sind, dass sie auch von Laien problemlos angewendet werden können, bei vielen Firmen, öffentlichen Plätzen und Gebäuden. Die Standorte sind durch die Abkürzung „AED“ oder ein grünes Hinweisschild mit Herz-Symbol
erkennbar und im Internet in „DefiKatastern“ auffindbar. Ein neuer Standort eines AED befindet sich auch in Borgfeld, genauer gesagt bei der Borgfelder Schützengilde links neben der Eingangstür im Hamfhofsweg 4. Möglich gemacht haben das insgesamt zwölf Spender, die das Gerät für zwei Jahre finanzieren. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde das Gerät eingeweiht. „Die Schützengilde eignet sich als Standort besonders gut, da sie zentral im Ort liegt und so ein Zugang leicht möglich ist“, sagte der 1. Vorsitzende der Gilde, Jakob de Felice. Der AED sei in einem beheizbaren Kasten draußen neben der
Eingangstür der Schützengilde gut sichtbar angebracht und sei daher im Notfall für jedermann leicht zugänglich. Es werde regelmäßig gewartet. Anweisungen für den Gebrauch finden sich auf einer Tafel direkt neben dem Defibrillator. Die Mitglieder der Schützengilde wurden durch den Arbeitersamariterbund (ASB) in die Handhabung des „Defis“ eingewiesen und auch dahingehend geschult, selber Schulungen durchzuführen. „Den Oberneulander Schützenverein haben wir bereits geschult“, berichtete de Felice. Weitere Schulungen, gegebenenfalls gemeinsam mit dem ASB, sind geplant. Die Gruppengröße pro Schulung ist auf zehn bis 15 Personen begrenzt. Die Kontaktaufnahme zur Borgfelder Schützengilde ist über info@borgfeldersgi.de möglich. Gabi Piontkowski
Zur Einweihung des Defibrillators waren auch einige der Spender gekommen, v.l.n.r.: Sophie Fila (Philip König Immobilien), Birgit Wellhausen (Tischlerei Wellhausen), BerndDieter Kothe (Zimmerei Kothe), Michael Horn (NordSchrott). Der 1. Vorsitzende der Borgfelder Schützengilde, Jakob de Felice (links neben Michael Horn) und dessen Stellvertreter Peter Brosinsky (rechts daneben in Tracht) bedankten sich bei den Spendern. Foto: Piontkowski
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Ursachenforschung abgeschlossen Engstelle zwischen den Deichen und geringes Gefälle begünstigten Stau Text: / Fotos: Gabi Piontkowski
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as Winterhochwasser 2023/24 hat Borgfeld, Lilienthal und Oberneuland in Atem gehalten: Überflutete Straßen und Wiesen, vollgelaufene Keller, Menschen und Tiere, die evakuiert werden mussten. „Das waren Wasserstände wie bei einem hundertjährigen Hochwasser“, stellte Felix Oldfield, Referatsleiter bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft auf einer gemeinsamen Sitzung der Beiräte Borgfeld und Oberneuland fest. Mit
über 1.000 mm Niederschlag pro Quadratmeter sei 2023 ohnehin ein sehr feuchtes Jahr gewesen (zum Vergleich: 2018 fielen nur 450 mm/ qm Niederschlag). Die Böden seien bereits gesättigt gewesen und hätten kein weiteres Wasser aufnehmen können, erklärte der Ingenieur. Doch dann sei es um die Jahreswende 2023/24 zu einer Verkettung unglücklicher Umstände gekommen: mehrere Sturmfluten, heftige weitere Niederschläge und ein Binnenhochwasser hätten dazu geführt, dass sich die Wümme in Borgfeld bis
auf Wasserstände von beinahe 3,70 m aufstaute. Zum gefürchteten Deichbruch kam es Gott sei Dank nicht. Während der Beiratssitzung legte Oldfield nun erste Ergebnisse der von Bremen und Niedersachsen gemeinsam in Auftrag gegebenen hydraulischen Untersuchung vor. Ziel dieser anhand eines digitalen Geländemodells durchgeführten Simulation der Wasserstände sei neben der Ursachenforschung vor allem die Erarbeitung von Lösungen gewesen, um Überschwemmungen in der Regi-
Eine Untersu chung zeigte, dass der Hoch wasserabfluss im Modell die Realität und das Hoch wasserereignis 2023/24 abbil det. Grafik: Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissen schaft
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LEBEN & ARBEITEN on künftig zu vermeiden. Um das digitale Geländemodell aufzubauen, hätten Mitarbeiter seiner Behörde bei vielen Ortsbegehungen, die sie auch in Gärten und den Fluss selber führten, Vermessungen gemacht, mit Bürgern und der Feuerwehr gesprochen. „Indem wir in das fertige Modell digital Wasser einfließen ließen, konnten wir die reale Hochwassersituation im Winter 2023/24 abbilden“, erläuterte Oldfield. Als Ergebnis habe man feststellen können, dass sich das Wasser zwischen den Flutbrücken und Kreuzdeich gestaut habe. „Die Topografie ist das eigentliche Problem“. Eine Engstelle zwischen den Deichen und ein geringes Gefälle hätten dazu geführt, dass das Wasser nicht so schnell habe abfließen können. Die vorhandene Vegetation habe den Abfluss noch zusätzlich verlangsamt. Deshalb sei es als Sofortmaßnahme inzwischen zu Gehölzentnahmen im
Bereich der Flutbrücke gekommen. Weitere abflussverbesserende Maßnahmen seien in der Prüfung. Ein Ausbaggern der Wümme oder aber die Entfernung der Mauer an der Borgfelder Landstraße zwischen Wümme und Warfer Landstraße würde dagegen, so habe die hydraulische Berechnung ergeben, zu keiner Verringerung der Wasserstände in Borgfeld führen. Die Funktion der Mauer habe mittlerweile das Lesumsperrwerk, bei dem es sich um ein Küstenschutzbauwerk handele, übernommen, pflichtete ihm Stephan Lewin, Geschäftsführer des Deichverbandes am rechten Weserufer, bei. Heute habe die Mauer keine Funktion mehr für den Küstenschutz. Auch die Sperrwerkssteuerung habe nach dem Ergebnis der hydraulischen Untersuchung keinen Einfluss auf die Hochwassersituation in Borgfeld. Der Einfluss des Klimawandels
könne dazu führen, dass die Deiche künftig mehr Wasser abhalten müssten. Wenn etwa aus Küstenschutzgründen das Lesumsperrwerk länger geschlossen werden müsse, könne das Binnenwasser irgendwann nicht mehr abfließen. Im Worst Case könne das Wasser dann in Borgfeld bis auf 4,10 Meter steigen, was der aktuellen Deichhöhe entspreche. Welche weiteren baulichen Maßnahmen, zum Beispiel die Erhöhung der Deiche und Verbesserung der Deichverteidigungswege, erforderlich seien, solle in einem Generalplan Hochwasserschutz, der 2028 erwartet werde, dargestellt werden. Das Geld dafür sei da: 2,74 Millionen Euro Mittel von Bund und Land stünden dafür zur Verfügung. Auch bis 2028 will der Senat nicht untätig sein und angefangen in Timmersloh und Butendiek Maßnahmen zum Hochwasserschutz umsetzen.
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„Das Nadelöhr muss breiter werden“ Interview mit Deichamtsmitglied Wolfgang Klüver ne Warf gesetzt. Es liegt auf 4,20 m über NN, beim letzten Hochwasser hatten wir damit noch 53 Zentimeter Luft. Wir lebten wie auf einer Insel und haben einen Steg, den wir sonst zum Baden in der Wümme benutzen, auf die Wiese gelegt. So konnten wir trockenen Fußes den Deich erreichen.
Text / Foto: Gabi Piontkowski
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er Bremische Deichverband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, in der alle Grundstücks- und Anlageneigentümer im Verbandsgebiet Mitglieder sind. Der Deichverband am rechten Weserufer ist zuständig für Unterhalt von rund 107 Kilometern Deich, 437 Kilometern Hauptwasserläufen und betreibt neben diversen Schöpfwerken und Sielen das Lesumsperrwerk. Er ist verantwortlich für den Schutz von rund 90.000 Eigentümern vor Sturmfluten und Hochwassern sowie für die Binnenentwässerung bei Niederschlägen. Das Verbandsgebiet erstreckt sich von der Bremer Innenstadt bis nach Burg-Grambke. 31 Deichamtsmitglieder aus den jeweiligen Ortsteilen, die aus ihren Reihen fünf Vorstandsmitglieder und den Deichhauptmann wählen, steuern gemeinsam mit dem Geschäftsführer die Geschicke des Deichverbandes. Sie werden alle fünf Jahre neu gewählt. Bei den Deichamtswahlen 2026 wurde der 65-jährige Geschäftsführer Wolfgang Klüver für den Bezirk Borgfeld, Timmersloh, Warf-Butendiek, Verenmoor in das Deichamt gewählt. Das Quartier sprach mit ihm über die Herausforderungen der Deichsicherheit vor dem Hintergrund des Winterhochwassers 2023/24. Herr Klüver, Ihr Vater Hinrich Klüver war von 1981 bis 1987 Deichhauptmann, treten Sie mit Ihrer Wahl in das Deichamt nun in seine Fußstapfen?
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Welche Bedeutung hat die Wümme für Sie? Die Wümme ist Natur, die Wümmeniederungen sind wunderschön. Ich habe aber auch viel Respekt, denn die Natur hat mehr Gewalt als der Mensch. Wir müssen uns darauf einstellen.
Ich bin an der Wümme großgeworden, unsere Familie wohnt seit Jahrhunderten direkt am Fluss und betrieb dort früher eine Landwirt-
Wie kann man sich die Arbeit als ehrenamtliches Deichamtsmitglied vorstellen? Zunächst einmal werden sich alle neu gewählten Deichamtsmitglieder
Bremischer Deichverband auch für einige Gräben in Lilienthal zuständig schaft. Ich habe großes Interesse am Geschehen im Dorf und sitze in Borgfeld auch seit acht Jahren im Ortsbeirat. Ich habe die Wümmehochwasser 2002 und 2023/24 hautnah mitbekommen. Das hat mich motiviert, für das Deichamt zu kandidieren. Haben Sie im Winter 2023/24 denn auch in Ihrem Haus nasse Füße bekommen? Nein, Gott sei Dank nicht, obwohl wir vorm Deich wohnen. Unsere Vorfahren waren schlau und haben unser Haus schon vor Generationen auf ei-
im Rahmen einer Rundfahrt einen Überblick über den Zuständigkeitsbereich verschaffen: Welche Liegenschaften, Fleet und Siele gehören dazu. Es ist wichtig, dass man weiß, worum es geht, wenn eine Wartung der Anlagen oder Ausgaben für neue Maschinen anstehen. Was viele nicht wissen: der Bremische Deichverband ist auch für einige Gräben in Lilienthal zuständig, zum Beispiel den Rolandsgraben. Zuletzt war der Deichverband beim Wümmehochwasser 2023/24 gefor-
IM GESPRÄCH dert. Die Ursachenforschung ist einen Schritt weiter… …die hydraulische Berechnung, die kürzlich im Beirat Borgfeld von der Umweltbehörde vorgestellt wurde, hat bestätigt, was alle Bauern lange wussten: Das vom Binnenland kommende Wasser staut sich zwischen Flutbrücke (die Lilienthal und Borgfeld verbindet, die Redaktion) und Kreuzdeich. Der starke Uferbewuchs hat den Abfluss des Wassers noch zusätzlich abgebremst. Im Oberlauf bei Hellwege und Ottersberg und in Oberneuland stand das Wasser im Winter 2023 länger als üblich und führte zu einer Durchfeuchtung der Böden. Neuer Regen, und den gab es reichlich, konnte daher von den Böden nicht mehr aufgenommen werden. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass Gefahren auch vom Binnenhochwasser ausgehen.
Wie ist das zu verstehen? Lilienthal hat beispielsweise an einigen Stellen nur Wälle, keinen echten Deich. Ein Wall ist aber nur aufgeschütteter Sand und Mutterboden. Ein Deich dagegen hat eine einheitliche Struktur, neben feinem Sand sorgt klebriger Lehm dafür, dass das Wasser besser abgehalten wird. Zudem haben Nutrias und Bisamratten an einigen Stellen Löcher in die Deiche gegraben. Darüber fließt Wasser in die Deiche, die dann wie ein Pudding auseinandergehen. Der Weser Report hatte über den
FFFRRREEEIII !!! TTTTT FFFFRRERREEIEEII!!!II !! IIIT RR II TTII TTTTFTTR R T RR EE II !! I TRR RRTT F R II TT F E RR TT TT FF RRRR EEE IIII !!!! RR IIII TT TT FF RR
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Was muss aus Ihrer Sicht getan werden?
Das Nadelöhr muss breiter werden. Neben der Entfernung der Sträucher am Wümmeufer sollte mittelfristig auch eine Verlegung der Deiche dort in den Blick genommen werden. Das muss mit Niedersachsen abgestimmt und gut geplant werden. Andere Deiche müssen auf Vordermann gebracht werden.
enormen Zuwachs der Nutrias kürzlich berichtet. Richtig! Die Nutrias sind invasiv unterwegs. Wurden vor fünf Jahren noch 1.000 mit Fallen gefangen, waren es letztes Jahr schon 6.000. Die Bekämpfung darf nicht nachlassen, die Fangprämie wurde im letzten Jahr bereits leicht nach oben angepasst. Das ganze Jahr über werden die Deiche von Jägern und Deichverbandsmitarbeitern auf Nutriaschäden kontrolliert. Bei den Deichschauen werden die Maßnahmen des Verbandes begutachtet. Welche weiteren Aufgaben erwarten Sie? Die Erhöhung der Weserdeiche um einen Meter mit der Option auf einen weiteren Meter, um gegen den zu befürchtenden Meeresspielanstieg gewappnet zu sein. Für das in die Jahre gekommene Lesumsperrwerk muss die Planung für eine Erneuerung in Gang geschoben werden.
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25 Jahre Friedenstunnel Eine Bremer Antwort auf die Ereignisse vom 11. September 2001 Text: Robert Lürssen / Fotos: KW Schlie
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er Bremer Friedenstunnel nahe des Hauptbahnhofs ist bundesweit einmalig. Er steht für Weltoffenheit und symbolisiert das gute und friedliche Miteinander der Kulturen und Religionen. Inzwischen ist er Teil des Jakobswegs geworden, der Pilgerinnen und Pilger durch Bremen führt. Die Vision vom Friedenstunnel hatte die Bremer Künstlerin Regine Heygster schon in den 1990er Jahren. Doch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 konkretisierte sie ihr Vorhaben und sie wandte sich an die Deutsche Bahn Netz AG als Eigentümerin des Tunnels sowie den Bremer Senat. 2002 präsentierte die gelernte Grafik-Designerin ein Modell. 2003 gründete sie den Verein „Bremen setzt ein Zeichen der Verbindung zwischen den Religionsgemeinschaften“, der sich 2011 in „Friedenstunnel – Bremen setzt ein Zeichen“ umbenannte. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Dachverband Islamische Föderation, Deutsch-Indische Hindu-Gesellschaft Bremen, Bremische Evangeli-
sche Kirche, Katholische Kirche Bremen, Buddistischer Zen-Kreis Bremen und die Bahá'í-Gemeinde Bremen. Zwar fand erst im Jahr 2015 die offizielle Eröffnung statt, doch geboren wurde die Idee vom Friedenstunnel vor 25 Jahren, weshalb in diesem Jahr Jubiläum gefeiert wird. Die künstlerische Umgestaltung des dunklen und verkehrsreichen Remberti-Tunnels dauerte seine Zeit. Der erste Schritt war die Realisierung der Friedenstaube mit dem Bremer Schlüssel im Schnabel auf der Frontseite zum Stern hin im Jahr 2008. Es folgten der Garten der Religionen im Böschungsbereich auf der rechten Seite vor der gelben Front und das Betonrelief mit den 3,20 Meter hohen Friedensbäumen Eiche und Palme, das LebensbaumLotus-Mosaik als Gegenstück zum Taube-Schlüssel-Mosaik sowie das 100 Meter lange Friedensmosaik im Inneren, das das Wort „Frieden“ in 135 Sprachen abbildet. Damit soll es
die Menschen aus verschiedenen Ländern verbinden, die in der Stadt Bremen leben. Dafür legte Heygster insgesamt etwa 180.000 Glas-Mosaiksteinchen in der Größe 1 x1 Zentimeter, die sie bei Bedarf noch in kleinere Stücke teilte. Das Gesamtwerk besteht aus 50 jeweils zwei Meter langen Stahlplatten. 82 Texttafeln mit Friedens- und Weisheitstexten der unterschiedlichen Religionen und Kulturen gibt es im Tunnel ebenfalls zu entdecken. Eine künstlerische Licht-Installation lässt den gestrichenen Gewölbehimmel der Eisenbahnunterführung in Regenbogenfarben erstrahlen. Auch die Mosaike und Texttafeln werden beleuchtet. Seit 2022 erzeugen eine Photovoltaik- und Windkraftanlage einen Teil der benötigten Energie. Die Finanzierung der Projekte erfolgte insbesondere durch Sponsoring und Spenden. Mit der einmaligen Umgestaltung ist es aber nicht getan, regelmaßig
In 135 Sprachen steht das Wort „Frieden“ an den Wänden. Die Mosaike bestehen aus etwa 180.000 Glasstücken.
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LEBEN & ARBEITEN
Die Front auf der Seite zum Stern mit der Friedenstaube und dem Bremer Schlüssel. seit der Eröffnung im September 2015 müssen Sturm-, Vandalismusund Verschleißschäden beseitigt, Beleuchtung und Farbe erneuert und ausgebessert werden. Die bauliche Seite ist aber nur ein Bereich der Friedenstunnel-Arbeit. Seit der Gründung organisiert der Verein auch Veranstaltungen, um den Tunnel mit Leben zu füllen. Dazu zählen Sonntagskonzerte („Friedensklänge im Friedenstunnel“), Führungen für Schulklassen, Bildungsein-
richtungen und Politiker, sowie Friedens- und Kulturveranstaltungen für Vielfalt, Toleranz und Verständigung („Tunnel-Begegnungen“). Auch außerhalb des Tunnels organisiert der Verein Veranstaltungen mit dem Ziel das Verstehen der verschiedenen Religionen in Bremen zu vertiefen und unterschiedlichen Kulturen Raum zur Begegnung zu geben. Die Podiumsgespräche „Frieden konkret“ etwa bietet der Verein seit 2004 an. Die Veranstaltungen finden im
Bürgermeister Andreas Bovenschulte übergab Regine Heygster im August 2025 die Verleihungsurkunde für das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Senatspressestelle
Kaminsaal des Bremer Rathauses statt. Mehr als 6.500 Kinder und Jugendliche beteiligten sich mittlerweile am Projekt „Frieden fängt klein an“. Dabei erarbeiten sie auf künstlerische, musikalische oder theatralische Weise, wie sie sich Frieden vorstellen. Im August 2025 wurde Regina Heygster mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bürgermeister Andreas Bovenschulte überreichte ihr die Auszeichnung im Kaminsaal des Bremer Rathauses. Sie erhielt die Auszeichnung für ihr Engagement zur Realisierung des Friedenstunnels und ihren Einsatz für Frieden, Verständigung und Toleranz zwischen Kulturen und Religionen. „Mit ihrer künstlerischen Gestaltung hat Regina Heygster den Friedenstunnel zu einem weithin sichtbaren Zeichen des Friedens gemacht. So wurde er ein Ort, der nicht nur das Stadtbild Bremens prägt, sondern auch Menschen miteinander ins Gespräch bringt. Daneben wirkt der Friedenstunnel auch noch als außerschulischer Lernort weit über die Stadt hinaus“, sagte Bovenschulte anlässlich der Verleihung.
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KURZ NOTIERT
Privater Spendenmarathon bringt 8.100 Euro für Trauerland
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er gemeinnützige Verein Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche durfte sich auch in diesem Jahr über eine besondere Spendenaktion freuen: Annegret und Alfred Hartz haben erneut durch verschiedene Aktionen ein Jahr lang für den Verein gesammelt und eine Gesamtspendensumme von 8.100 Euro übergeben. Seit weit mehr als einem Jahrzehnt initiieren Annegret und Alfred Hartz eine eigene Benefizaktion, deren Erlöse zu gleichen Teilen an Trauerland und das Hospiz Lilge-SimonStift fließen. Dafür sammeln die beiden in ihren Netzwerken jeweils ein Jahr lang Geld- und Sachspenden – letztere verkaufen sie auf Flohmärkten oder versteigern sie auf dem Benefizgolfturnier, das die beiden jeweils zum Abschluss dieses Sammelmarathons
Claudia Köpke (l.) von Trauerland nahm den symbolischen Scheck von Alfred und Annegret Hartz entgegen. Foto: Trauerland im Sommer in Bremen-Nord organisieren. Den Erlös brachte das Ehepaar Hartz, das zum Kreis von Trauerlands Botschaftern gehört, persönlich bei Trauerland vorbei. Das Geld hilft dem Verein dabei, das für die Betroffenen kostenfreie Hilfsangebot verlässlich
aufrechtzuerhalten. „Wir sind unendlich froh und dankbar Annegret und Alfred Hartz zu unseren Unterstützern zählen zu dürfen“, sagt Claudia Köpke, Fundraising Trauerland. „Ihr langjähriges Engagement ist etwas ganz besonderes und ein wertvoller Beitrag für unsere Arbeit.“
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Individuelle Lösungen für Musik und Heimkino Die passende Hifi-Anlage für einen Kunden zu finden sei wie ein Gericht zu kochen, meint Markus Langer. Er muss es wissen. Seit 17 Jahren arbeitet Langer im Fachgeschäft Uni Hifi am Dobben, seit 1. Januar 2025 ist er dort der Geschäftsführer. „Ich weiß gar nicht, was ich brauche“, zitiert der HifiExperte, der einst sein Hobby zum Beruf machte, einen häufig geäußerten Satz. Am Anfang vieler Verkaufsgespräche steht daher erstmal eine Bedarfsanalyse. Gegebenenfalls kann auch ein Hausbesuch verabredet werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen erstellen Langer und seine Mitarbeiter ein individuelles Konzept. „Das macht uns besonders im Vergleich zum Markt“, weiß Langer. Es führt auch nicht zwangsläufig dazu, dass den Kunden eine komplettes neues Soundsystem angeboten wird. „Wir versuchen Strukturen zu erhalten“, erklärt er. Um etwa Internetradio hören zu können, benötige man häufig nur eine neue Komponente, verdeutlicht er. Auch um den Fernsehton verständlicher zu machen, gebe es viele Möglichkeiten. „Wir verkaufen Lösungen“, sagt Langer. In zwei Räumen können Kunden die vorgeschlagenen Zusammenstellungen zur Probe anhören.
Seit rund 40 Jahren eine Adresse für Menschen die auf guten Klang Wert legen: Uni Hifi, Am Dobben 23. Eine qualitativ gute Lösung muss dabei nicht zwangsläufig teuer sein. Schon ab 500 Euro kann man bei Uni Hifi eine komplette Hifi-Anlage bekommen. Wer höchste Ansprüche erfüllt haben möchte, findet aber auch HighEnd-Lösungen für 100.000 Euro.
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Weinhändler aus Leidenschaft Interview mit Malte Dincher, Inhaber von Jacques‘ Weindepot in Borgfeld schiedliche Weine probieren. Wenn jemand für ein besonderes Event einen Premiumwein sucht, kann er auch diesen vorher probieren.
Text / Foto: Gabi Piontkowski
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alte Dincher hat am 1. April 2026 Jacques‘ Weindepot in Borgfeld übernommen, das als eines der ersten von mittlerweile 350 Depots bundesweit 1978 eröffnet wurde. Die Organisationsstruktur ähnelt einem Franchisesystem: Die Depotinhaber sind als selbständige Handelsvertreter auf Provisionsbasis tätig. Malte Dincher hat bereits während seines Psychologiestudiums vor 14 Jahren bei Jacques‘ gejobbt und ist dann, nach einer Ausbildung als Steuerfachangestellter, vor sieben Jahren hauptberuflich in den Weinhandel eingestiegen. Das Borgfelder Depot führt der 42-Jährige gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeitern.
In Borgfeld kannte man Sie schon seit Jahren als Angestellten des vorherigen Depotinhabers Klaus Lambrecht. Wie kam es dazu, dass Sie nun in seine Fußstapfen getreten sind? Weinverkauf ist meine Leidenschaft. Ich komme aus einer sehr genussorientierten Familie. Mein Vater war Lehrer für Lebensmitteltechnik und Hobbykoch. Wenn wir früher in Südfrankreich Urlaub gemacht haben, haben wir den Strandbesuch immer mit der vorherigen Besichtigung eines Weingutes verbunden. Seit meinem 20. Lebensjahr habe ich mich sehr intensiv mit Wein beschäftigt und bin dann über meinen Studentenjob im Depot in den Weinhandel hineingewachsen. Als Klaus Lambrecht dann in Ruhestand ging, war für mich klar, dass ich Borgfeld, aber auch nur Borgfeld, übernehmen möchte.
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Welche Weintrends beobachten Sie derzeit? Leichter Weißwein wird bei unseren Kunden immer beliebter. Weißwein macht inzwischen 45 Prozent unseres Umsatzes aus. Der Konsum von Rotwein geht dagegen zurück. Im Sommer steigt zudem regelmäßig die Nachfrage nach Rosè-Weinen.
Was macht gerade das Borgfelder Depot aus? Wir haben hier 95 Prozent Stammkunden, man kennt sich und ich weiß, was die Kunden gerne trinken. Es passiert immer wieder, dass ein Kun-
Haben Sie persönlich auch einen Lieblingswein? Ich kann alle Weine vom Weingut „Paul Mas“ sehr empfehlen. Mein persönlicher Lieblingswein ist der Rotwein „Clos de Savignon“, der kratzt schon am Premiumbereich, ist aber mit 14,95 Euro noch bezahlbar. Würzig mit einer Pfeffernote, leichter
„Wein ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks.“ de kommt und sagt, er sei abends bei Nachbarn eingeladen und bräuchte noch ein Geschenk. Ich kann dann passgenau einen Wein empfehlen. Natürlich kommen aber auch Radfahrer und Fußgänger gerade im Sommer gerne vorbei und nehmen sich eine Flasche mit. Kann man bei Ihnen den Wein vor dem Kauf auch probieren? Selbstverständlich! Wie soll ich Wein kaufen, wenn ich ihn vorher nicht probieren kann? Wein ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Kunden können bei uns 200 unter-
Brombeergeschmack, fruchtig, fein und weich. Er eignet sich gut zum Essen, aber auch solo. Ich fühle mich immer an die Zeit unserer Urlaube in Südfrankreich erinnert, wenn ich den Wein genieße. Fragen Kunden auch mal nach alkoholfreiem Wein? Tatsächlich ja. In den letzten vier Jahren ist gerade unter Jüngeren die Nachfrage nach alkoholfreiem Wein immer größer geworden. Wir haben uns darauf eingestellt und bieten inzwischen 20 verschiedene nichtalkoholische Getränke an.
IM GESPRÄCH Wie wichtig ist persönlicher Service im Zeitalter des Online-Handels? Der persönliche Service ist das Allerwichtigste. Beratung, Verkostung, persönliche Beziehung: nur so können wir uns gegen den Onlinehandel durchsetzen. Die Kunden sollen sich bei uns wohlfühlen. Wir haben auch einen Lieferservice. Eine Mitarbeiterin bringt einer 100-jährigen Kundin seit Jahren den Wein mit dem Fahrrad nach Hause, ein kleines Schwätzchen ist da immer inbegriffen. Fürchten Sie Umsatzeinbußen durch die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Steuer auf Sekt, Champagner und Likörweine? Die Produkte werden dann sicher teurer werden. Ich könnte mir vorstellen, dass Kunden dann statt eines Sektes einen spritzigen Weißwein kaufen, denn Wein ist von der Steuererhöhung nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen. Wo sehen Sie den Weinhandel in den kommenden zehn Jahren? Es wird sich etwas verändern. Genuss wird anders verarbeitet. Das Weingeschäft wird sich vom reinen Weinverkauf mehr in Richtung Events entwickeln. Wir sind da bereits auf einem guten Weg, indem wir Weinproben im Depot anbieten. Ich komme aber auch mit einer Weinauswahl zu privaten Events, wie kürzlich zum Beispiel in einer Kochschule in Lilienthal. Ich könnte mir auch vorstellen, mich noch stärker mit der Kultur- und Geschäftswelt in Borgfeld und Umgebung zu vernetzen und Jacques‘ Weindepot zu mehr als nur einem Weinladen zu entwickeln: zu unserem Weinladen in Borgfeld.
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Atze Schröder, die liebende Legende, 15.& 16.10. will seinen Fans diesmal etwas zurückzugeben: das Echte, das Vertraute, das schönste Gefühl der Welt. In Love-Machine nimmt der Comedian das auseinander, was wir heute Liebe nennen. „Ich hab‘ so viel über Kommunikation in Beziehungen gelesen“, so Atze, „mittlerweile entschuldige ich mich sogar beim Kühl schrank, wenn ich ihn enttäuscht habe.“ An seinen Erkenntnissen lässt er das Bremer Pubikum am 15. und 16. Oktober im Metropol Theater teilhaben.
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Polarkreis 18 Sänger Felix Räuber nimmt seine Gäste mit auf eine einzigartige musikalische Reise – weit weg vom Alltag bis zu den Sternen – und präsentiert sein gleichnamiges neues Album. Zwischen Filmmusik und Pop, immersivem Licht und sphärischen Klangwelten entsteht ein Konzerterlebnis irgendwo zwischen Hans Zimmer, Yann Tiersen und Coldplay – begleitet von poetischen Momenten und den Texten aus „Der kleine Prinz“. Zu erleben ist das 26.09. am 26. September, 20 Uhr, im Metropol Theater.
Mirella Precek ist Content Creatorin, 13.11. Moderatorin, Autorin. Und manche behaupten, sie sei dabei sogar relativ witzig. Seit über zehn Jahren prägt sie die YouTube- und Podcast-Landschaft und hat bewiesen, dass sich Feminismus, Gesellschaftskritik und die Liebe zu Reality-TV keineswegs ausschließen. Nach dem Erfolg ihres ersten Solo-Programms und weil der Bildschirm für den Wahnsinn zu klein ist, geht Mirella ab Herbst 2026 wieder live. Mit ihrer neuen Show „Desperation Island“ macht sie am 13. November, 20 Uhr, im Bremer Metropol Theater Halt.
Kultstars, Klassentreffen ab Fack, jetzt singen die auch noch! Nach 20.11. dem Mega-Erfolg geht das Musical Fack ju Göthe zum deutschen Kino-Hit mit Zeki, Lisi und allen kultigen Charakteren auf große Klassenfahrt und gastiert vom 20. bis zum 22. November im Metropol Theater. Der Soundtrack garantiert Ohrwürmer von den Hit-Komponisten Simon Triebel (Mark Forster und Sarah Connor) und Nico Rebscher (Adel Tawil und Rea Garvey) und die Choreografien sind auch nicht von schlechten Eltern. Kein Wunder, dass die Show als „Bestes Musical” beim Deutschen Musical Theater Preis ausgezeichnet wurde.
Kein Solokünstler der vergangenen 65 Jahre hat die Musikgeschichte so geprägt wie Bob Dylan. Der Musiker ist zweifelsfrei der Songschreiber des Jahrhunderts und gilt innerhalb der Popmusik als das, was Albert Einstein für die Physik war. Songs wie „Knockin‘ On Heaven’s Door”, „Mr. Tambourine Man“, „The Times They Are A-Changin‘“, „Blowin‘ in the Wind“, „Like A Rolling Stone“, „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ haben bis heute Ge25.10. nerationen begeistert. Am 25. Oktober, 20 Uhr, rockt der Altstar die ÖVB-Arena.
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Kleine Figuren ganz groß Playmobil-Ausstellung im Focke-Museum soll Stadtgeschichte erzählen Text: Robert Lürssen / Foto: Focke-Museum
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ufgrund des Umbaus und der Neugestaltung der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte sind einige Gebäude und Ausstellungen des Focke-Museums weiterhin geschlossen. Doch im Haus Riensberg und in der Wissenschaftswerkstatt Achäologie im Eichenhof kann man vom 19. September 2026 bis zum 30. Dezember 2027 eine Zeitreise der besonderen Art erleben. Mit der Sonderausstellung „Playmobil - Stadtgeschichte(n)“ soll Stadtgeschichte auf spielerische und anschauliche Weise lebendig gehalten werden. Die Ausstellung richtet sich an Familien, Schulklassen und alle, die Bremens Geschichte einmal aus einer ungewohnten Perspektive erleben möchten. In detailreichen Szenen soll die Geschichte der Hansestadt chronologisch erzählt werden: von den ersten Siedlungen an der Weser über den mittelalterlichen Hansehandel bis zur modernen Raumfahrt. Die dazugehörigen Dioramen hat der PlaymobilKünstler Oliver Schaffer zusammengestellt. Wie Wimmelbilder sollen sie
Bremen im Kleinformat: Während das Focke-Museum umgebaut wird, gibt es dort Historisches in Form von Playmobilszenen zu entdecken. dazu einladen immer neue Details zu entdecken. Ziel der Ausstellungsmacher: Die kleinen Figuren sollen große Perspektiven eröffnen. Sie erzählen von Menschen, Ereignissen und Orten und sollen so einen niedrigschwelli-
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Fritzy Kromp, Mariella El Sherif, Sonja Kastin und Medina Dešić.
Aus Toren werden Bäume Sparkasse und Werderfrauen unterstützen Bremer beim Entsiegeln Fotos: Björn Hake/Sparkasse Bremen
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ach der Ligasaison 2025/26 blickten die Werder-Frauen auf eine außergewöhnliche Spielzeit zurück. Mit Platz 6, 42 Toren und 43 Punkten spielte die Mannschaft ihre bislang erfolgreichste Bundesliga-Saison. Weitere zwölf Treffer kamen im Pokal dazu. Für jedes der 54 Tore spendet die Sparkasse Bremen wieder einen Baum. Neu ist, dass die Bäume nicht an zentraler Stelle gepflanzt werden. Gemeinsam möchten die Spar-
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kasse Bremen und die Werderfrauen die Menschen in Bremen dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden und versiegelte Flächen in grüne Lebensräume zu verwandeln. Deshalb werden im Rahmen der Kooperation zwischen der Sparkasse Bremen und den Grün-Weißen Bäume verlost und dort gepflanzt, wo zuvor Asphalt oder Pflaster den Boden versiegelt haben. Ab sofort und noch bis zum 9. Oktober können sich interessierte Bremerinnen und Bremer, Kitas oder Vereine in Bremen bewerben. Dazu
müssen die Bewerberinnen ein Foto von der versiegelten Fläche per EMail an baeumepflanzen@sparkassebremen.de senden. Auch kleine Flächen sind erlaubt. Aus den eingegangenen Bewerbungen werden die Gewinnerinnen und Gewinner ausgelost. Weitere Informationen dazu gibt es über die Kanäle der Sparkasse Bremen. Sonja Kastin, Vorständin für den Privatkundenbereich der Sparkasse Bremen betont: „Erfolg bedeutet für uns, sich nicht mit dem Erreichten zufriedenzugeben, sondern sich im-
UNTERWEGS mer weiterzuentwickeln, im Sport wie in unserem Engagement für Bremen. Die Werder-Frauen haben in dieser Saison gezeigt, was möglich ist, wenn man mutig nach vorne denkt und konstant besser werden will. Genau diesen Anspruch übersetzen wir mit ‚Tore schießen. Bäume pflanzen.‘ in nachhaltiges Handeln und geben den Menschen in Bremen ganz konkret etwas zurück: mehr Grün, mehr Lebensqualität und die Möglichkeit, selbst Teil dieser Entwicklung zu sein.“ „Wir freuen uns sehr, dass unsere Tore nicht nur sportlich etwas bewegt haben, sondern auch einen sichtbaren Beitrag für Bremen leisten. 54 Tore und damit 54 neue Bäume – das ist ein starkes Zeichen dafür, was entstehen kann, wenn sportlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung zusammenkommen. Die Aktion verbindet auf besondere Weise unsere Werte als Team mit dem Engagement für Nachhaltigkeit und unsere Stadt“, sagt Fritzy Kromp, Cheftrainerin der Werderfrauen. Schon seit der Saison 2021/ 2022 heißt es: Für jedes Tor, das die Werderfrauen in der Bundesliga oder im DFB-Pokal schießen, wird in Bremen ein Baum gepflanzt. Seitdem wurden insgesamt 150 Bäume in Bremen in Zusammenarbeit mit dem Umweltbetrieb Bremen und dem Bürgerparkverein gepflanzt. Viele davon – insbesondere Obstbäume – stehen in unmittelbarer
Sonja Kastin und Medina Dešić gaben den Anpfiff zu „Tore schießen. Bäume pflanzen 2.0“. Nähe von Schulen, wie der Ganztagsschule Düsseldorfer Straße und
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03.11.2026, 18:00-20:00 Uhr Anmeldung bitte bis 30.10.2026 an kontakt@trauerraum-bremen.de oder 0421- 98 99 55 27 Kostenfreie und unverbindliche Beratungen
Anmeldung bitte bis 17.11.2026 an kontakt@trauerraum-bremen.de oder 0421- 98 99 55 27
Veranstaltungsort: trauerraum – individuelle Bestatttungen · Brunnenstr. 15/16 · 28203 HB
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„Insights“ eines Online-Marketers Yannick Stenzel produziert Apps und Social-Media-Videos Text / Foto: Gabi Piontkowski
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er Borgfelder Yannick Stenzel ist Online-Marketer. Er baut Apps für Social Media, produziert Videos für Instagram, Facebook und TikTok und unterstützt seine Kunden beim Aufbau eines „Personal Brandings“ im Netz. Nach einer kaufmännischen Ausbildung im Atlantic Grand Hotel zog es den 25-Jährigen zunächst für zwei Jahre zum „Work and Travel“ nach Australien und Südostasien. Zurück in Deutschland gründete er 2024 mit einem Kumpel seine Firma „BuildAds-Marketing“. Das Quartier sprach mit ihm über seinen Weg ins Online-Marketing und die Anforderungen an einen guten Werbeauftritt auf Social Media. Herr Stenzel, wie wird man OnlineMarketer? Yannick Stenzel: Ich habe bereits 2018, in Alter von 17 Jahren, mit organischem Content in Social Media angefangen, also regelmäßig aufeinander aufbauende Videos, damals zum Thema Sport, gepostet und damit Aufrufe und Follower generiert. Einblicke ins Marketing bekam ich dann in der Ausbildung im Atlantic Grand und während meiner Auslandsaufenthalte. Da habe ich viele Menschen kennengelernt, die sich im Marketing selbständig gemacht hatten. Das wollte ich dann auch ausprobieren. Einfach ran an den PC und losposten? So einfach ist das nicht. Ich habe sehr viele Weiterbildungen in Social Media gemacht. Ich habe gelernt, wie Videos aufgebaut werden müssen, um Reichweite zu erzielen, und wie die Algorithmen in den sozialen
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Yannick Stenzel fing bereits als Jugendlicher damit an, regelmäßig Inhalte für Social Media zu produzieren. Netzwerken funktionieren. Ich habe mich zu Hause stundenlang selbst eingesperrt, in KI-Programme wie Claude von Anthropic und ChatGPT von OpenAI eingearbeitet, um Prozesse zu automatisieren, Workflows zu entwickeln und sogar eigene Programmierungen, wie zum Beispiel meine Social-Media-App, umzusetzen. Außerdem habe ich mich in Programme wie Adobe Premiere reingefuchst, kurz gesagt: professionelle Schneidetools kennengelernt.
Da ist auch ganz viel „Learning by Doing“ dabei. Wie kommen Sie an Ihre Kunden? Einerseits über „Tele-Sales“, also Telefonwerbung direkt bei Unternehmen. Da meine Eltern beide selbständig sind, konnte ich aber auch auf deren Netzwerke zugreifen. Einen meiner besten Kunden habe ich über ein Praktikum kennengelernt, das ich als Schüler gemacht habe. Für ihn baue ich gerade Social Media Werbung für
IM GESPRÄCH einen Online-Kurs zur Steueroptimierung auf. Daraus ist inzwischen eine Partnerschaft von beiden Seiten geworden. Wie kann man sich denn so eine Online-Marketing-Beratung praktisch vorstellen? Zunächst geht es darum, gemeinsam mit dem Kunden eine Strategie aufzubauen, die das Ziel und die Zielgruppe der Werbung klar definiert, also zum Beispiel der Verkauf des SteuerKurses an Einzelunternehmer. In einer anschließenden Konkurrenzanalyse arbeite ich gemeinsam mit dem Kunden heraus, welche Contentformate sich für das Produkt am besten eignen. Es gibt da Tausende. Die Auswahl der Formate ist unter anderem abhängig von dem Zeitaufwand, den der Kunde investieren kann. Reactions auf andere Posts oder Bewertungsformate sind nur einige Beispiele. Erst wenn die Strategie steht und idealerweise in einem Script festgehalten wird, geht’s an das eigentliche Drehen der Videos. Wieviel Zeit nimmt diese Vorarbeit in Anspruch? 1,5 bis zwei Wochen. Das Drehen der Videos ist dann meist in einem Tag erledigt. Dann brauche ich noch
ein zwei bis drei Stunden für das Schneiden eines Videos und fertig ist der Werbeauftritt. Was macht ein gutes Social Media Video aus? Die ersten drei Sekunden sind entscheidend, wir bezeichnen das in der Fachsprache als „Hook“. Die Menschen haben eine immer geringere Aufmerksamkeitsspanne. Deshalb
Natürlich nicht. Ich empfehle mindestens drei Posts in der Woche, besser noch jeden Tag. Qualität geht aber vor Quantität. Passen Sie die Videos an die unterschiedlichen Plattformen an? Ja, jede Plattform hat eine eigene Motto-Party. TikTok ist jung, bunt und alternativ. Instagram ist ästhetischer, mehr Schickimicki, Facebook
Die ersten drei Sekunden eines Videos sind entscheidend muss man in den Anfang eines Videos so viel „Dynamit“ einbauen, dass die Betrachter es nicht gleich wegscrollen. Das geht zum Beispiel durch Emotionalisierung der Inhalte. Nach dem „Hook“ erfolgt die Problembeschreibung oder Fragestellung. Dann kommt ein „Zwischen-Hook“, der Hauptteil, in dem man noch einmal Spannung aufbauen muss und schließlich der „Call to action“, also die Aufforderung, dem Social Media Account dieses Nutzers weiter zu folgen. Nach und nach kann man so ein „Personal Branding“, eine Marke, aufbauen. Das klingt so, also ob es mit einem Post nicht getan ist…
ist die 70er Motto-Party und LinkedIn ist Business. Wie prüfen Sie, ob ein Post auf Social Media ankommt? In den „Insights“ der sozialen Netzwerken kann ich die „Watchtime“, die „Likes“ und Kommentare sehen und herausfinden, wie oft ein Post geteilt oder gespeichert wurde. Um festzustellen, ob eine Strategie funktioniert, analysiere ich ca. 30 Videos eines Nutzers. Und wer bei all dem Hilfe braucht, kann sich bei Ihnen melden? Klar, ganz klassisch: einfach anrufen unter 0151 41 31 53 24.
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KURZ NOTIERT
Saisonstart im Sendesaal: Martin Stadtfeldt, Duo Pertar, Jeff Cascaro und Hercules Gomes
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it Martin Stadtfelds „GoldbergVariationen“ startet der Sendesaal Bremen am 12. September (19.30 Uhr) in die neue Saison. Nach dem Auftritt des Pianisten sind im September noch drei Weitere Konzerte geplant. Lin Chen (Percussion) und Kristian Sievers (Gitarre) verschmelzen als Duo Pertar in ihrem Programm „Echos of the World“ asiatische und westliche Kultur mit der gemeinsamen Passion für genreübergreifende Musik. Chinesische Großtrommel wechselt auf südamerikanische Tänze und Tangos, temperamentvolle Marimbaklänge mischen sich mit warmem Jazzgitarrensounds zu einem harmonischen Ganzen und zeichnen exotische Collagen von ba-
linesischen Landschaften bis zu cineastischen Eigenkompositionen. Das Konzert findet am Freitag, 25. September, 19.30 Uhr statt. Unter dem Titel „Broadway and Beyond“ steht Jeff Cascaro am Samstag, 26. September, 19.30 Uhr auf der Sendesaal-Bühne. Er ist eine der bekanntesten deutschen Jazz-Stimmen und bringt unter anderem Klassiker wie „On Broadway“, „New York, New York“ zu Gehör. Hercules Gomes hat seit seinem Deutschland-Debüt im Sendesaal Bremen im März 2025 ein beeindruckendes Jahr hinter sich: Als Solist konzertierte er mit den größten Orchestern Brasiliens und gab Konzerte in der Elbphilharmonie und beim Klavierfestival Ruhr. Am Sonntag, 27.
Duo Pertar
Foto: Jörg Carstensen
September, 18 Uhr, bringt er die Eigenkompositionen seiner CD „Bremen solo“ mit und erweitert das Programm um prägende Kompositionen Brasiliens in eigenen Arrangements. rl
Werkmarkt 2026
Am Sonntag den 27. September 2026 von 11 bis 17 Uhr wird an der Freien Waldorfschule Bremen Osterholz der traditionelle Werkmarkt stattfinden. Wir laden Sie und Ihre Familien herzlich dazu ein, den Werkmarkt mit seinen Kunsthandwerker*Innen und den Ausstellungen aus den unterschiedlichsten Gewerken unserer Elterninitiativen zu besuchen, etwas zu erwerben oder sich einfach daran zu erfreuen. Es wird einladende Aktionen für Ihre Kinder geben und natürlich ein vielfältiges Angebot an kulinarischen Leckereien. Außerdem wird es an diesem Tag Führungen für Interessierte durch die Gebäude und über das Gelände der Schule geben. Veranstaltungsort: Freie Waldorfschule Bremen Osterholz, Graubündener Straße 4, 28325 Bremen
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UNTERWEGS
Der sechsgeschossige Büroneubau umfasst rund 2.800 Quadratmeter Mietfläche.
Raum für Innovation Richtfest für erstes Gebäude des „Technique“ im Technologiepark Fotos: Justus Grosse Immobilienunternehmen
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in weiterer Meilenstein für den Technologiepark Bremen ist erreicht: Das Bremer Immobilienunternehmen Justus Grosse feierte kürzlich gemeinsam mit Projektbeteiligten, Gästen aus Wirtschaft und Politik sowie den am Bau beteiligten Unternehmen das Richtfest für das erste Gebäude des Büroensembles „Technique“ an der Ecke Lise-Meitner-Straße und Hildegard-von-BingenStraße. Der sechsgeschossige Büroneubau umfasst rund 2.800 Quadratmeter Mietfläche, ist vollständig und langfristig an die Uzuner Unternehmensgruppe vermietet und soll 2027 fertiggestellt werden. Nur knapp elf Monate nach der Grundsteinlegung nimmt die Gesamtentwicklung Gestalt an. Vier Bürogebäude mit insgesamt mehr als 12.100 Quadratmetern Mietfläche sollen Raum für Zusammenarbeit, Wachstum
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und zeitgemäßes Arbeiten schaffen. Die Umsetzung erfolgt durch den Generalunternehmer Alfred Döpker. Der architektonische Entwurf stammt von Johannes Schneider, Architekt BDA Bremen. Justus Grosse investiert nach eigenen Angaben rund 45 Millionen Euro in die Gesamtentwicklung des „Technique“ . Bis Ende 2028 soll das gesamte Ensemble fertiggestellt sein. „Das Richtfest ist für uns weit mehr als ein traditioneller Baufortschritt: Es macht sichtbar, dass unsere Vision eines nachhaltigen und zukunftsorientierten Innovationscampus Realität wird“, sagt Paul Schulze-Smidt, geschäftsführender Gesellschafter von Justus Grosse. „Mit dem ,Technique‘ entwickeln wir ein Büroensemble, das moderne, flexible Arbeitswelten mit hohen Ansprüchen an Nachhaltigkeit, Qualität und Zukunftsfähigkeit verbindet.“ rl
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