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Vorprodukt4 vom 03.12.2023

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Winter 2023

vom

Geschichten aus dem Stadtgebiet Domherrenhaus

Talk-Reihe mit stadtbekannten Persönlichkeiten 1

xxxxxx

Bewusster Leben

Von Fair Trade, regionalen Waren und nachhaltigen Konzepten

Schreibstipendiat

Alexander Krützfeld liefert schaurigen Romanerstling


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EDITORIAL

VON SINNSTIFTERN UND PROBLEMLÖSERN

Annette Freudling Redakteurin

Liebe Leserinnen und Leser, ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber von guten Ideen kann ich nie genug bekommen. Was mich betrifft, kann eine gute Idee problemlos zwölf Stunden Schlaf und eine heiße Dusche ersetzen, einen Wald-Spaziergang mit EichhörnchenSichtung oder einen sonnigen Nachmittag am Strand. Am meisten begeistern mich gute Ideen, wenn es dabei um Klimaschutz geht – und wenn aus der Inspiration eines Einzelnen eine erfolgreiche Bewegung wird. So geschehen vor 17 Jahren in der Nähe von Freiburg, als Gärtnermeister Christian Hiß die erste Regionalwert AG begründete. Seine Vision: nachhaltig und fair produzierte Lebensmittel aus der Nachbarschaft – vom Acker bis zum Teller. 5.800 Menschen haben deutschlandweit bereits in dieses Wirtschaftsmodell investiert. Jetzt können auch Verdenerinnen und Verdener Bürgeraktien für die Zukunft zeichnen. Wie das Ganze funktioniert, lesen Sie in dieser Ausgabe auf Seite 18. Fair, nachhaltig und sinnstiftend ist auch das Konzept der solidarischen Landwirtschaft, kurz Solawi, in Holtum Geest. Perspektivisch sollen auf 1.000 Quadratmetern Fläche bis zu

40 Kulturen angebaut werden. Wer einen Anteil besitzt, kann von Mai bis Mitte November wöchentlich mit zwei bis drei Kilo aus sechs bis sieben verschiedenen Gemüsesorten rechnen. Den appetitanregenden Beitrag finden Sie auf Seite 44. Wenn die Welt eines gut gebrauchen kann, dann sind es Problemlöser. Die Stadt Verden hat das schon vor Jahren erkannt – und beschlossen, dass Bildungseinrichtungen junge Menschen zur Eigenverantwortlichkeit erziehen müssen. Entstanden ist das Modellprojekt Campus Oberschule, das sich seit den Sommerferien in einer neuen Phase befindet: Das individuelle Lernen wird eingeführt. Welche Ziele dahinter stehen, lesen Sie auf Seite 8. Als eine auf ganz andere Weise nachhaltige Idee – und zwar für das Feuilleton – entpuppte sich übrigens der Culture Clash, den Jazz-Fan Henrik Bruns und Schlagerkünstler Oliver Maria Lenzi wagten – nachzuerleben ab Seite 24. Und ohnehin immer eine gute Idee: eine entspannte Stunde auf dem Sofa mit dem Verden-Magazin. Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen Annette Freudling

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Verlag: Weser Wochenblatt Verlagsgesellschgaft mbH Am Brill 19, 28195 Bremen Tel. (04 21) 690 55-01

Anzeigenleitung: Johannes Knees, Tel. (04 21) 690 55-108 Layout: Manuela Garbade, Michelle Borchardt Vertriebsleitung: Sascha Carstens

Redaktion und Fotos: Henrik Bruns, Antje Haubrock-Kriedel, Annette Freudling Zeitungs-Zustellung: Tel. (04 21) 690 55-350 Chefredaktion: Robert Lürssen, robert.luerssen@weserreport.de Anzeigenberatung: Andreas Roske, Tel. (04 21) 690 55-143 Olaf Nientkewitz, Tel. (04 21) 690 55-113 Lara Feil, Tel. (04 21) 690 55-147

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INHALT 6

DIGITAL 17 STADTVERWALTUNG App für Abstellanlage /

WEIHNACHTSMARKT Programm noch bis kurz vor dem Fest

Bauakte online einreichen

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VERDENER CAMPUS

Vom Versuch, Schule neu zu denken

JAZZ-&-BLUES-VEREIN

Volkmar Koy zieht Jubiläums-Fazit

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18

REGIONALWERT AG Aktien zeichnen für die Zukunft

PFLANZT 34 VERDEN Die nächsten 500 Bäume

in Dauelser Marsch gesetzt

12 VERDEN-OST Ein lebendiges Viertel

TRADE TOWN 22 FAIR Stadt Verden für weitere zwei Jahre zertifiziert

in Bildern

PFERDEMUSEUM

Naturfotografie widmet sich auch Kleinlebewesen

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INTERVIEW

Schlager-Aficionado Oliver Maria Lenzi

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FRAUENBERATUNG

Mit einem jungen Team neu aufgestellt

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40 ENERGIEKOSTEN Stadtwerke kündigen Preissenkungen an

Foto: GDT ENJ 2023, Solvin Zankl

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42 MUSEUMSTALK Verdener Pfersönlichkeiten im Domherrenhaus

SOLAWI

Verein denkt die Landwirtschaft neu

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52 MELDUNGEN DRK flottet Fahrzeug ein /

48 TERMINKALENDER Veranstaltungen für

54

66 MOBILITÄT ADFC bittet zu Umfrage

Besondere Gästeführungen

KRÄUTERGRUPPE

Pflanzen am Ehmken Hoff neu entdecken

die kommenden Wochen

zur Fahrradnutzung

Fotos Inhalt: Henrik Bruns (2), Regionalwert AG, Antje Haubrock-Kriedel (2), Jörg Singer, Annette Freudling, pv

BUCHAUTOR

48

Alexander Krützfeldt erzählt Schauergeschichte

aus einkommensschwachen Familien läuft erneut

51 MELDUNGEN Meilenstein für Möller /

Stromspar-Check der Klever

60 KONJUNKTUR IHK Stade bewertet

drittes Quartal 2023

Titelfoto: Henrik Bruns

58 WUNSCHBAUM Caritas-Projekt für Kinder

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Jeden Tag beliebter Treffpunkt und mehr: Der Rathausplatz steht im Zeichen des Weihnachtsmarkts

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ie Verdener Innenstadt steht in diesen Wochen wieder ganz im Zeichen des Weihnachtsmarkts. Letzter Tag ist der 23. Dezember, sodass sich Allerstädter bis kurz vor der Bescherung noch auf einen gemütlichen Glühwein oder eine Bratwurst treffen können. Das Programm ist wie immer vielfältig und Familien-kompatibel. Organisiert hat den Verdener Weihnachtsmarkt zum 11. Mal der Verein Veranstaltungen für Verden (VfV). Für eine festliche Illumination sorgen auch die Dekorationen und Beleuchtungen der Stadt. Und für die typischen Düfte, die sich über den Rathausplatz legen, sind natürlich die Ausstellenden mit ihren gastronomischen Angeboten verantwortlich.

Daneben laden weitere weihnachtliche Stände zum Bummeln, Schauen und Verweilen ein. „In den geschmückten Hütten werden neben dekorativen Weihnachtsartikeln aus Glas, Ton, Stoff oder Filz auch handgefertigte Bienenwachskerzen, wärmende Lammfellartikel und Holzspielzeug angeboten“, werben die Veranstaltenden. Und für die örtlichen Vereine sowie Institutionen, die sich auf dem Markt präsentieren, hat der VfV eine gesponsorte Hütte zur Verfügung gestellt. Heute etwa erwartet kleine Besucher nach der täglichen Adventskalenderöffnung um 15 Uhr Willis Puppentheater, das ein Stück über Frau Holle aufführt. Um 17 Uhr tritt Janu, der

männliche Part der Januschewitsch-Geschwister von den M.A.C. Sisters mit seiner Akustikgitarre auf und präsentiert sich dabei auch als Songwriter. Ein Highlight für Kinder wird der Besuch des Nikolauses am 6. Dezember. Mit seiner Kutsche und seinem Gefolge kommt er um 15.15 Uhr in die Stadt, vom Dom bis zur Weihnachtsmarktbühne fahrend. Kleine Präsente für die jungen Verdener hat er ebenfalls dabei. Für die Erwachsenen klingt der Mittwochabend dann mit El Mondy aus –einem Künstler, der Besucherinnen und Besucher live mit Klängen von Frank Sinatra, Engelbert und Co. verwöhnt. „Swing & Evergreens“ überschreibt er sein Repertoire.

Der Verein Veranstaltungen für Verden hat den Weihnachtsmarkt zum 11. Mal auf die Beine gestellt.

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Fotos: Bruns/av


WEIHNACHTSMARKT

Der komplette Rathausplatz ist eingetaucht in die vorweihnachtliche Atmosphäre

Bis kurz vor dem Fest: Programm, Öffnungszeiten und Endspurt  Das Bühnenprogramm des Weihnachtsmarkts endet bereits mit dem 22. Dezember. An diesem Tag werden, wie es schon Tradition hat, die Tannenbäume auf dem Markt um 15 Uhr versteigert – eine gute Gelegenheit, um kurzfristig noch an einen Weihnachtsbaum zu gelangen. Und außerdem mit nachhaltigem Nebeneffekt.  Durch das Programm führen erneut Tina Härtel und Patrick Keaton als Moderatoren-Gespann. Sie sorgen auch am 22. ab dem Nachmittag noch einmal für Spaß. Fortlaufend aktualisierte Programminformationen findet man online unter weihnachtsmarktverden.de.  Der Verdener Weihnachtsmarkt öffnet montags bis donnerstags von 11 bis 20 Uhr, freitags und samstags von 11 bis 21 Uhr sowie sonntags von 13 bis 20 Uhr. (hb)

Die beliebte Krippe des Verdener Weihnachtsmarkts ist nicht mehr wegzudenken.

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Vom Versuch, Schule neu zu denken Campus Oberschule startet individualisiertes Lernen Text + Fotos: Annette Freudling

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ie Oberschule Verdener Campus war von Anfang an als Modellschule gedacht. Als sie 2018, nach fünfjähriger Vorbereitung, den Betrieb aufnahm, stand bereits fest: Hier soll Wissensvermittlung anders aussehen: zeitgemäß, auf die Bedürfnisse des Einzelnen ausgerichtet, fair, freundlich, abwechslungsreich und lebensnah. Seit den Sommerferien befindet sich das Zukunftsprojekt in einer neuen Phase. Die Klassenstruktur wurde weitgehend aufgelöst. Für die meisten Fächer gibt es keine Stundenpläne mehr. Begleitet von Lehrkräften, planen Schüler und Schülerinnen ihren Lerntag selbst und formulieren ihre eigenen Lernziele. Statt frontal im Klassenzimmer unterrichtet zu werden, lernen die Kinder in „Lernbüros“ (für sich alleine am Tablet) oder in „Lernlandschaften“, in Partner- oder Gruppenarbeit.

Klingt radikal und ist es auch: 100 Mitarbeiter und 850 Schüler sind mittendrin im Prozess der Umgewöhnung, etablieren neue Elemente wie Inputphasen, Planungsphasen und Anwesenheitsüberprüfung. Schulleiter Christian Piechot macht keinen Hehl daraus, dass noch längst nicht alles rund läuft: „Der Pressetermin heute ist eine Art Baustellenbegehung.“

„Wir fragen nicht: Ist das Kind bei uns richtig? Sondern: Wie können wir richtig sein für das Kind?“ Umso wichtiger ist ihm, die pädagogischen Hintergründe zu kommunizieren. Und da fängt er beim zweigliedrigen Schulsystem an, in dem es keine Aufteilung in Förder-, Haupt- und Realschulen mehr gibt. „Unsere Schülerschaft ist heterogen“, sagt Piechot. „An der Campus

Oberschule lernen alle Kinder, die kein Gymnasium besuchen können oder wollen. Dazu gehören Schüler mit Förderbedarf genauso wie angehende Abiturienten. Unser Anspruch ist, allen Kindern gleichermaßen gerecht werden.“ Piechot spricht von einem Paradigmenwechsel: „Wir fragen nicht: Ist das Kind bei uns richtig? Sondern: Wie können wir richtig sein für das Kind?“ Die Antwort: Jedes Kind müsse in seinem eigenen Tempo lernen können. „In der Klassenstruktur funktioniert das nicht“, sagt Susanne Münkel, Koordinatorin für Unterrichtsentwicklung. „Individuelles Lernen bedeutet: Wir müssen weg vom Frontalunterricht für alle.“ Daraus ergibt sich eine ganz neue Rolle für die Lehrkräfte. Sie werden zu Mentoren, die die Kinder bei ihrem Lernprozess unterstützen. Sprich: weniger unterrichten, mehr begleiten. Jeder lernt nach seinen Bedürfnissen. Das heißt aber nicht, dass jeder machen

Im Lernbüro hat jedes Kind seinen personalisierten Arbeitsplatz und lernt am Tablet. Dabei ist immer eine Lehrkraft im Raum.

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VERDENER CAMPUS

Vorher zwei Klassenzimmer, jetzt eine Lernlandschaft: Während der Sommerferien wurden die passenden „Settings“ fürs individualisierte Lernen geschaffen.

kann, was er will. „Das neue System unterliegt klaren Bedingungen und Regeln“, betont Kerstin Müller, Öffentlichkeitsarbeit. „Freiräume müssen sich verdient werden. Und Privilegien können bei

Fehlverhalten auch wieder entzogen werden. Kerngeschäft der Campusschule ist Reflektion.“ Das Rad neu zu erfinden – das ist selten als Kompliment gemeint. Die Cam-

pus Oberschule stellt sich der Herausforderung voller Überzeugung. „Schule muss sich ändern, dahingehend, Lernen zu personalisieren. Das ist unbestrittener Konsens in der pädagogischen Forschung“,

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Sie treten voller Überzeugung für den Abschied vom Frontalunterricht ein (v. l.): Sabine Mälzer, didaktische Leitung; Kerstin Müller, Öffentlichkeitsarbeit; Susanne Münkel, Koordinatorin für Unterrichtsentwicklung; Christian Piechot, Schullleitung. betont Piechot. Fakt ist: Im etablierten System bleiben zahlreiche Kinder auf der Strecke. Sie verlassen die Schule, ohne richtig lesen oder einen Dreisatz rechnen zu können – mit fatalen Folgen für die Erwerbs-

Susanne Münkel, Koordinatorin für Unterrichtsentwicklung: „Wir müssen weg vom Frontalunterricht.“

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biografie. Denn wer in der Schule durchs Raster fällt, bleibt für den Rest seines Lebens benachteiligt.

„Es ist sehr schwierig, ein System zu verändern. Das Ganze ist auch für uns ein Lernprozess.“ Genau hier setzt die Zukunftsschule an. „Wenn Paulchen nicht richtig lesen kann, dann bringt es nichts, ihm ein Biologiebuch vor die Nase zu halten“, erklärt Piechot. „Dann kümmern wir uns eben erstmal darum, dass er richtig lesen lernt.“ Auch da, wo man es auf den ersten Blick vielleicht nicht vermutet, geht es um den Erwerb von Schlüsselkompetenzen: „Tages- und Projektplanung, selbstständiges Lernen, kritisches Denken, sich Ziele setzen und Meilensteine erreichen – das ist keine Vorbereitung auf das inhaltliche Lernen. Das ist bereits das inhaltliche Lernen. Diese Fähigkeiten braucht es, um sich im Berufsleben zu behaupten.“

Dass es höchste Zeit für eine Umgestaltung der Bildungslandschaft ist, sieht auch das Niedersächsische Kultusministerium so. „Phänomene wie zunehmender Rechtspopulismus, verschiedene Formen von Extremismus sowie die drohende Spaltung der Gesellschaft auf der einen Seite, menschengemachter Klimawandel auf der anderen Seite erfordern ein entschiedenes Umdenken in Gesellschaft und Schule.“ Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung startete das Ministerium daher die Initiative „Modellprojekts Zukunftsschule“. Seit Herbst 2021 ist die Campus Oberschule Teil dieses innovativen Netzwerks. Mutig müsse man schon sein, gibt Piechot zu, wenn man Schule neu denken wolle. „Es ist sehr schwierig, ein System zu verändern, eine Wahnsinnsbelastung. Das Ganze ist auch für uns ein Lernprozess. Aber wir agieren mit einer breiten Basis und der vollen Unterstützung der Stadt Verden.“ Nächster Meilenstein: 2029/30. „Wenn alles umgesetzt ist, was wir uns jetzt vorstellen, und wir den geplanten Erweiterungsbau beziehen.“


VERDENER CAMPUS

Was bisher geschah – eine kurze Geschichte der Oberschule Verdener Campus Der Planungsprozess für ein innovatives Schulkonzept war 2013 von der Stadt Verden angestoßen worden. Schüler, Eltern Lehrkräfte, Schulleitungen, Politik und Verwaltung wurden daran beteiligt. Ergebnis: der sogenannte „Verdener Weg“. Eine zukunftsorientierte Schule, die sich durch „Differenzierung, Kooperative Lernformen und personalisiertes Lernen“ auszeichnet. Im Schuljahr 2018/19 starteten sechs Klassen des „Safari-Jahrgangs“ (noch getrennt in Haupt- und Realschulklassen) als Pioniere in den Unterricht – und die ersten wichtigen Elemente des Leitbildes wurden in der Praxis angewendet. Beispiel: Die „Freie Lernzeit“: zwei bis drei Zeitfenster pro Woche, in denen die Schüler eigenverantwortlich an ihrem Lernstoff weiterarbeiteten. Etabliert wurden außerdem Bausteine wie „Lerntagebuch“, „Ziel der Woche“ und ein „Ampelsystem“ zur Visualisierung von Fehlverhalten. Mit der Verabschiedung des Safari-Jahrgangs im Sommer 2023 fiel jetzt der Startschuss für die nächste Phase: Abschied vom Lernen im Klassenverband.

„Personalisiertes Lernen ist unbestrittener Konsens in der pädagogischen Forschung“, so Christian Piechot.

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Der Auftakt war das Sommerfest. Arne von Brill hat das Leben in Verden-Ost mit vielen Bildern dokumentiert.

Ein Viertel in Bildern Fotoausstellung „Lebens Räume“ im Stadtteil Verden-Ost Text + Fotos: Antje Haubrock-Kriedel

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er Stadtteil Verden-Ost ist ein buntes, lebendiges Viertel. Die Menschen leben eine gute Nachbarschaft und kümmern sich umeinander und unternehmen viel miteinander. Das dachte sich auch Arne von Brill und wurde aktiv: Der Verdener Fotograf hat jenes vielfältige Leben im Quartier in zahlreichen Fotos dokumentiert. Zwischen Frühsommer und Herbst war er mit der Kamera in dem Stadtteil unterwegs. Daraus ist die Ausstellung „Lebens Räume“ entstanden. Einige Bilder hängen im Bürgertreff. Vor dem Bürgertreff, am Hoppenkamp und am Schwarzen Berg, fallen insgesamt sechs große Tafeln aus wetterfester Folie ins Auge, auf de-

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nen die Fotos nach Themengebieten geordnet zu sehen sind. Um die 500 Bilder habe er insgesamt fotografiert, erzählt von Brill. Der Auftakt der Aktion war das Sommerfest des Bil-

Mehr Leben und mehr Grün im früher tristen Stadtteil Verden-Ost dungsnetzwerks „Gemeinsam in Verden Ost“ im Juni. „In den folgenden Monaten habe ich mich langsam im Stadtteil vorgearbeitet und mich hauptsächlich auf die Angebote im Bürgertreff konzentriert“, so von Brill. Das Mehrgenerationenhaus Bürgertreff hat sich mit den Jahren zu einem

lebhaften Mittelpunkt des Stadtteils entwickelt. Hier treffen sich junge und alte Menschen zum Mittagessen, Kartenspielen, Feiern, Lernen; zu Sport und Spaß oder zu Kultur im Garten. Einige engagieren sich bei der Ausgabe von Waren der Verdener Tafel oder in der Kleiderkammer. Doch auch das Gesicht des Stadtteils hat sich mit der Zeit gewandelt. Der früher triste Stadtteil Verden-Ost ist grüner geworden, es gibt Bänke und Spielplätze. „Die Menschen, die ich getroffen habe, waren alle nicht kamerascheu, und wir sind schnell ins Gespräch gekommen“, berichtet Arne von Brill. Und: „Dieses Viertel ist ein kleiner, lebendiger Organismus. Hier kann sich die Stadt Verden einiges abgucken, was das Mitei-


VERDEN-OST IN BILDERN nander angeht. Die Angebote sind alle niedrigschwellig und können oft mit wenig Aufwand realisiert werden“, konnte der Fotograf während seiner Arbeit beobachten. Er hoffe nun, dass seine Bilder für sich sprächen. Darüber hinaus: „Die letzten Monate waren eine tolle Zeit, sie hat mir viel gebracht. Ich sehe den Stadtteil jetzt mit anderen Augen“, konstatiert von Brill. Sabine Mandel, heute Fachbereichsleiterin Bildung und Kultur bei der Stadt Verden, hat den Bürgertreff am Hoppenkamp vor mehr als 30 Jahren ge-

Vor 30 Jahren nicht vorstellbar, was heute daraus entstanden ist gründet. „Ich bin heute immer noch froh, diese Einrichtung gemeinsam mit Christel Kijewski und Fred Pielsch aufgebaut zu haben. Ich hätte mir damals nicht vorstellen können, was daraus

Beim Spaziergang durch das Viertel erkunden die Menschen die Fototafeln. entsteht. Ich bin stolz auf diese Einrichtung, die heute auch weit über die Grenzen Verdens hinaus bekannt ist“, sagte sie bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Fotos auf den sechs großen Tafeln zeigen die Geschichte des Bürgertreffs, dokumentieren die Lebensräume im Stadtteil, geben Impressionen von

den Aktivitäten und Angeboten und stellen die Menschen im Viertel vor. Noch bis zum 16. Dezember bleiben die Tafeln stehen. Das Fotoprojekt für Verden-Ost ist aber erst der Auftakt, weitere Stadtteile sollen folgen. Bereits im nächsten Jahr, soviel steht schon fest, geht es mit dem Flüsseviertel weiter.

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Fragile Schönheiten Naturfotografie im Pferdemuseum mit winzigen Stars Text: Henrik Bruns

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enn es in Verden auf die Adventszeit zusteuert, wissen viele inzwischen: In Kürze gibt es wieder außergewöhnliche Bilder in Sachen Naturfotografie. Seit einigen Jahren zeigt sie das Deutsche Pferdemuseum am Holzmarkt, zumeist als bundesweit erste ausstellende Einrichtung, im Rahmen der Schau „Europäischer Naturfotograf des Jahres“. Die 2023er-Auflage ist bereits die zehnte, die in dem Verdener Museum zu sehen ist. Und dieses Mal gibt es eine weitere Besonderheit: Die realen Motive der ausgezeichneten Fotografen sind teil-

weise rekordverdächtig klein – es geht um Insekten! Bestechende Aufnahmen der Makrofotografie also werden unter anderem diesen Winter vor Ort begeistern. Genau ein solches Bild hat auch den Gesamtsieg des diesjährigen Wettbewerbs eingefahren: Der Europäische Naturfotograf des Jahres 2023 ist der spanische Fotograf Javier Aznar González de Rueda. Was er auf sich genommen hat, klingt wenig spektakulär, wenn nicht gar langweilig: „Er beobachtete im größten Nationalpark Ecuadors, dem Yasuní Nationalpark, über zwei Wochen lang das Brutpflegeverhalten einer Wanze“, heißt es in der Beschreibung der Gesellschaft für Na-

turfotografie (GDT), die den Preis auslobt. Doch wer sein Siegerfoto sieht, dem fällt sofort eine goldene Regel ein: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Und doch können auch Worte etwas auf den Punkt bringen, Begeisterung sichtbar machen. Dies wiederum ist dem Jury-Mitglied Mark Littlejohn gelungen, der beschreibt, warum gerade dieses Bild González de Ruedas unter allen rund 18.000 eingesandten Fotografien die Jury des Wettbewerbs umgehauen hat: „Können wir uns vorstellen, dass Insekten Mutterliebe zeigen können, dass sie dazu überhaupt in der Lage sind? Und zeigen wir, die menschliche Rasse, ihnen unsere

Faszination der Makrofotografie: „Behütet“ nennt Javier Aznar González de Rueda diese Aufnahme einer Wanze bei der Brutpflege, die er im Yasuní Nationalpark in Ecuador zwei Wochen lang beobachtet hat. Das Bild brachte ihm den Titel „Europäischer Naturfotograf des Jahres 2023“ ein. Foto: GDT ENJ 2023, Javier Aznar González de Rueda

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NATURFOTOGRAFIE IM PFERDEMUSEUM Liebe? Wir setzen uns für den Schutz von Delfinen, Elefanten und anderen großen, charismatischen Tieren ein, doch alles Leben hat es verdient, wertgeschätzt, geschützt und geliebt zu werden. Und genau darum geht es bei diesem schönen Bild von Javier: Um die Liebe – in all ihren Formen und Ausprägungen.“ Insgesamt setzten sich beim diesjährigen Fotowettstreit, an dem sich Anwärterinnen und Anwärter aus 42 Ländern beteiligten, 107 Siegerbilder in neun Kategorien und zwei Sonderkategorien durch.

Von „Traumtänzern“ und „Nestbauern“: kunstvolle Aufnahmen Die Preise wurden Ende Oktober während des 29. GTD-Naturfotofestivals in Lünen, Nordrhein-Westfalen, verliehen. Ein weiteres Siegerbild mit dem Titel „Traumtänzer“, das vom Slovenen Marjan Artnak stammt und sich in der Kategorie Andere Tiere durchsetzte, widmet sich einer Prachtlibelle, von der es in Europa nur zwei Arten gibt. Als ihren Lebensraum wählen sie sich saubere Fließgewässer aus. Artnak lichtete eine Situation ab, in der ein Weibchen seine Eier ablegt, umschwirrt von einem Männchen, das es gegen einen Rivalen verteidigt. Eine besondere Biene wiederum hat

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Sieger in der Kategorie Andere Tiere: „Traumtänzer“ von Marjan Artnak, Slowenien. Foto: GDT ENJ 2023, Marjan Artnak

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INFO Die Fotoausstellung ist vom 7. Dezember bis zum 3. März dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Begleitend ist im Tecklenborg-Verlag ein Bildband erschienen, der, neben diversen Postkarten am Museumsshop des Deutschen Pferdemuseums angeboten wird. Mehr Infos zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter www.dpm-verden

es dem Deutschen Solvin Zankl angetan: Die sogenannte Zweifarbige Schneckenhausbiene – in Baden-Württemberg wurde sie 2013 sogar schon selbst von Imkern als „Wildbiene des Jahres“ gekürt – baut Nester tatsächlich in Schneckenhäusern. Um ihre Nester dann zu tarnen, verkleiden sie sie mit getrockneten Grashalmen. Zankl erwischte eine der Bienen beim Transport ebendieses Tarnmaterials, was ihm Platz zwei in der Kategorie Andere Tiere des GDT-Wettbewerbs einbrachte. Doch auch Vögeln, Säugetieren, Pflanzen oder Landschaften widmet die GDT eigene Kategorien, in denen wieder Fotos prämiert wurden. Mehr als 90 Aufnahmen zeigt die Sonderausstellung im Deutschen Pferdemuseum. Besucherinnen und Besucher „dürfen sich auf die

VORANK

ÜNDIGU

2. Platz in der Kategorie Andere Tiere: Nestbau von Solvin Zankl, Deutschland. Foto: GDT ENJ 2023, Solvin Zankl ganze Bandbreite der Naturfotografie freuen – von ungesehenen Verhaltensweisen, seltenen Arten, intimen Tierportraits, verträumten Pflanzenbildern bis

hin zur kritischen Auseinandersetzung mit den Belangen des Natur- und Artenschutzes“, macht das Museum Lust auf einen Besuch.

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MELDUNGEN

Für Biker: App schließt Abstellanlage auf

Digitale Bauakte schon da

Die 66 Stellplätze in der Fahrradabstellanlage am Jugendzentrum können inzwischen von jedermann genutzt werden, ein spezieller Chip für das elektronische Türschloss ist nicht mehr nötig. „Durch die Installation einer neuen Zugangssteuerung kann die Anlage nun mittels App digital geöffnet werden“, teilt die Stadtverwaltung mit. Das Ganze klappt nach der Registrierung in der App namens „12Drive+“, die es kostenfrei in den bekannten Online-Stores für Android und IOS gibt. Einmalig muss man seine persönlichen Daten per Post verifizieren. Alle Infos zum Prozedere enthält auch die App. Anschließend stehen sogar noch mehr Einstellplätze als die in der Anlage am Jugendzentrum sowie weitere Features zur Verfügung: Denn das Angebot in der App umfasst neben dem Zugang zu einer weiteren Fahrradabstellanlage auch die Ausleihmöglichkeit der zehn Lastenräder, die an unterschiedlichen Standorten im Verdener Stadtgebiet bereitgestellt werden. „Die Nachfrage nach der Abstellung von Fahrrädern rund um den Bahnhof ist nach wie vor riesengroß. Wir freuen uns, dass wir nach der Eröffnung der Abstellanlage mit 48 Stellplätzen südlich vom Holzmarkttunnel vor einigen Wochen mit diesem nächsten Schritt eine weitere große Anzahl an Stellplätzen für alle Radfahrenden in Verden bereitstellen können“, erklärt Projektmitarbeiter Stefan Finkemeyer. Wer zuvor bereits einen Chip genutzt hat, soll diese Möglichkeit zur Entriegelung des Türschlosses zur Anlage zunächst in geDie Verdener Fahrradanlagen werden zu App-Stellanlagen: Möglich macht‘s 12Drive+. wohnter Weise weiter ein(hb) Foto: Stadt Verden setzen können.

Die Digitalisierung im Verdener Bauamt ist nicht mehr aufzuhalten: Nur noch bis zum Stichtag 31. Dezember 2023 können Bauanträge, Bauvoranfragen und Mitteilungen über sonstige genehmigungsfreie Baumaßnahmen sowie die betreffenden Bauvorlagen in Papierform an die Bauaufsicht der Stadt übermittelt werden, heißt es aus dem Rathaus. Können solche Unterlagen in digitaler Form bereits seit Sommer 2022 eingereicht werden, sei bislang kaum von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht worden – die meisten Anträge erhielt die Bauaufsicht nach wie vor auf Papier. Ab dem 1. Januar 2024 ist das jedoch gar nicht mehr zulässig. Das legen die Vorgaben der Niedersächsischen Bauordnung so fest. „Voraussetzung für die digitale Antragstellung ist derzeit eine Anmeldung beim Servicekonto Niedersachsen. Dieses wird abgelöst durch das Nutzerkonto BundID als zentrales Konto zur Identifizierung. Wie beim Servicekonto Niedersachsen muss sich auch dort die antragstellende Person mithilfe der AusweisApp2 und des Personalausweises anmelden“, informiert der Verdener Baufachbereich, der unter verden.de/leben-in-verden/planen-bauen/ bauaufsicht/antraege-online Tipps und Anleitungen zur digitalen Antragstellung zur Verfügung stellt. Die digitalen Anträge sollen die Bearbeitung und die Kommunikation mit den Beteiligten sowie den Fachbehörden erleichtern und beschleunigen. Die Kommunikation erfolgt über eine entsprechende Plattform, die auch das Hochladen und damit den Austausch von Unterlagen ermöglicht. (hb)

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Aktien zeichnen für die Zukunft Regionalwert AG stärkt heimische Bio-Ökonomie Text: Annette Freudling

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um Klimaschutz? Bitte hier entlang! Nein, keine Sorge, Sie müssen sich nicht an der Straße festkleben. Dafür sind Sie doch gar nicht der Typ. Wir haben da eine bessere Idee. Vielleicht nicht ganz so spektakulär wie eine Flughafenblockade, dafür kein bisschen illegal. Willkommen bei der Regionalwert AG Bremen & WeserEms! Diese Geschichte beginnt im Jahr 2006, als Gärtnermeister Christian Hiß in Eichstetten am Kaiserstuhl (in der Nähe von Freiburg) etwas sehr Konkretes unternahm, um den Planeten zu retten: Er gründete eine Bürgeraktiengesellschaft mit dem Ziel, die regionale Bio-Ökonomie zu stärken – Geburtsstunde der ersten Regionalwert AG. Der Gedanke ist im Grunde ganz einfach: Menschen, die einen Teil ihres Vermögens sinnstiftend investieren möchten, erwerben Anteile an der AG. Das Geld fließt an nachhaltig wirtschaftende Partnerbetriebe in der Umgebung – zum Beispiel Bauernhöfe, Hofläden, Lebensmittel-Manufakturen, Naturkostläden und Gastronomie. Mit ihren Euros stärken die Aktionärinnen

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und Aktionäre also die eigene Region und ermöglichen gleichzeitig gesunde Böden, artgerechte Tierhaltung, Artenvielfalt, faire Bezahlung und die Ausbildung junger Menschen. In Deutschland ist das Modell auf dem Vormarsch. Im November 2021 hat sich für den Bereich Bremen & Weser-Ems die neunte und bislang jüngste Regionalwert AG im Bundesgebiet gebildet: „Mit ganz viel Energie und einer gehörigen Portion Naivität“, sagt Vor-

„Grundwasser und Atemluft stehen nicht in den Bilanzen“ ständin Susanna Suhlrie rückblickend. Seit dem Startschuss ist viel passiert: 132 Aktionäre haben investiert und zu einem Grundkapital beigetragen, das aktuell bei 657.500 Euro liegt. Zum Zusammenschluss zählen derzeit 20 Partnerbetriebe. Erster und bislang einziger in der Stadt Verden: das BioRestaurant Liekedeeler. Chefin Birgit Breuer war Frau der ersten Stunde, als es zur Gründung kam. Inzwischen ist sie im Aufsichtsrat der Regionalwert AG tätig. „Dieses

Netzwerk ist unfassbar wichtig“, sagt Breuer. „Das fängt damit an, dass wir Partnerbetriebe uns gegenseitig unterstützen, etwa beim gemeinsamen Wirtschaften. Wenn mein Gemüselieferant mich anruft und sagt: ‚Ich bin hier auf 70 Kilo Tomaten sitzengeblieben, kannst du die gebrauchen?‘, dann nehme ich sie – und koche davon Tomatensauce.“ Als starker Partner im Rücken der Bio-Betriebe kann die Regionalwert AG aber noch viel mehr bewirken – bis hin zur Existenzsicherung. Susanna Suhlrie berichtet vom realen Fall eines Hofes, der mitten im Prozess der Umstellung auf Bioland-Standard von der Energiekrise erwischt wurde. Zu den enormen Investitionen für Stallumbauten und Co. kamen nun noch explodierende Futterkosten. „Als Regionalwert AG haben wir den Dialog mit den Banken gesucht“, sagt Suhlrie. „Wir haben ein Konzept für den betreffenden Hof präsentiert – und Bereitschaft gezeigt, mit ins Risiko zu gehen.“ Geldgeber tendieren dazu, Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens an der Kontobilanz abzulesen. Die Regionalwert AG hält eine andere Rechnung dagegen: Sie bemisst auch ökolo-


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Mit der Unterstützung von Bio-Höfen, -Manufakturen und -Gastronomiebetrieben stärkt die Regionalwert AG Ökologie, Biodiversität und Ernährungssouveränität. Foto: Regionalwert AG

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In der Stadt Verden ist das Bio-Restaurant Liekedeeler ist der erste Partner-Betrieb der Regionalwert AG Bremen & Weser-Ems. Chefin Birgit Breuers (l.) sitzt im Aufsichtsrat. Susanna Suhlrie ist Vorständin. Foto: Freudling gische und sozialökonomische Verdienste, sprich: die Nachhaltigkeitsleistung. „Bäume, Bienen, Vögel, Grundwasser und Atemluft stehen nicht in

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den Bilanzen, sie sind aber da! Darum müssen wir das, was Bio-Betriebe leisten, anders kommunizieren und darstellen“, sagt Suhlrie.

Regionalität werde den Leuten immer wichtiger, sagt Birgit Breuers. „Meine Kunden wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen.“ Dieses


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Stadt der fair gehandelten Produkte: Verden für weitere zwei Jahre als Fairtrade-Town zertifiziert

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ie Allerstadt ist kürzlich erneut als Fairtrade-Town rezertifiziert worden. Somit darf sich Verden, das diesen Titel seit 2017 trägt, für weitere zwei Jahre als Stadt des fairen Handels bezeichnen. Im Rahmen einer kleinen Feier im Cine City übergab Dr. Anke Schulz als Mitglied der Steuerungsgruppe die Urkunde an die stellvertretende Bürgermeisterin Johanna König. Es sei bereits die dritte Rezertifizierung Verdens. Verden sei die 510. Fairtrade-Town von insgesamt 884 in Deutschland, so Anke Schulz. Um sich Fairtrade-Town nennen zu können, müssten in Cafés, Restaurants und Geschäften fair gehandelte Produkte zu finden sein. „Das ist in Verden in den meisten Geschäften der Fall, das ist ein Erfolg der Kampagne. Auch im Rathaus wird nachhaltig gegessen und getrunken“, wusste Schulz zu berichten. Zudem trage das Gymnasium am Wall den Titel Fair-

trade-Schule und habe in diesem Zusammenhang viel über fair gehandelte Produkte recherchiert. Die Fairtrade-Bewegung hat ihre Wurzeln in den Eine-Welt-Läden, die in den 1970er Jahren in kirchlichen Räumen entstanden sind. In Verden gibt es seit 1989 den Eine-Welt-Laden „Ölzweig“, getragen vom Verein Christen für eine Welt. Dort wird neben fair gehandelten Waren auch Kunsthandwerk angeboten. Christiane Kullmann vom „Ölzweig“ betonte, dass „unsere Welt von der Klimagerechtigkeit noch weit entfernt“ sei. Der größte CO2-Ausstoß würde vom globalen Norden verursacht, der globale Süden habe darunter zu leiden. „Es gibt keine Klimagerechtigkeit ohne Handelsgerechtigkeit“, betonte sie. Das Motto der diesjährigen fairen Woche „Fair. Und kein Grad mehr“ sei daher ein Appell an alle, sich für diese Ziele einzusetzen.

Johanna König dankte der Steuerungsgruppe im Namen der Stadt für ihren Einsatz. Ihr Dank ging auch an die Kooperationspartner vom Kommunalen Kino (Koki) Verden und dem Weltladen. Vor Ort handeln und global denken, sei das Motto Verdens. Jeder könne wenigsten einen kleinen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten. Einige Beispiele, wie dies gelingen kann, zeigte anschließend der Dokumentarfilm „Tomorrow“ auf, den das Koki in Kooperation mit „Ölzweig“ im Rahmen der Fairtrade-Woche zeigte. Ausgangspunkt des Films ist die momentane Situation der Welt mit ihren global zunehmenden Problemen wie der Energieund Ressourcenverknappung oder dem Klimawandel. Auf der Suche nach Lösungen stellt die Doku verschiedene Projekte und Initiativen mit alternativen ökologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Ideen vor. (ahk)

Freude über die Rezertifizierung Verdens als Faitrade-Town. Dr. Anke Schulz (l.) von der Steuerungsgruppe übergibt der stellvertretenden Bürgermeisterin Johanna König die Urkunde. Foto: Haubrock-Kriedel

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Sing mir „C. Erdbeer“! Schlagersänger und Autor Oliver Maria Lenzi im Interview Text: Henrik Bruns, Songtexte: Oliver Lenzi

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er Lenzi ist da. Pünktlich wie ein Uhrwerk. Wir treffen uns im Café Tamke. Über ihn, sagte mir ein Bekannter, müsst ihr unbedingt was im Verden-Magazin bringen. Der steht total auf die Achtziger und auf Schlager, ist damit sogar auf der Bühne aktiv! Lenzi – klingt irgendwie italienisch, dachte ich, der ich selbst eher dem Jazz zugeneigt bin. Kann das überhaupt gut gehen? Oliver Maria Lenzi, Jahrgang 72, ist in Wirklichkeit gebürtiger Verdener. Doch er ist auch ein halber Hamburger Jung, verschlug es ihn doch 25 Jahre lang in den Stadtstaat. Der ausgebildete Marketingkaufmann und diplomierte Musik-

manager kehrte erst 2017 wieder an die Aller zurück. Hier arbeitet er jetzt in der Marketingabteilung eines mittelständischen Verdener Unternehmens. „Diese Kleinstadt ist so entschleunigend – hier sollen meine Kinderchen

„Ich kletter Häuser hoch, nur um Dich zu sehn, werde zum Superheld, denn Du bist nicht null acht fünfzehn.“ gerne aufwachsen“, meint er. Doch Hamburg wie Verden gefallen ihm gleichermaßen. Aus seiner Zeit in der Han-

sestadt stammen die für ihn einschlägigen Kontakte ins Musik-Business, und dort nimmt er auch gerne seine eigene Musik auf. „So ein richtiges Studio hat mehr Flair und natürlich professionelle Technik als wenn ich Homerecording betreiben würde“, sagt er. Die Studio-Atmosphäre fördere zudem seine Kreativität. Der begann Lenzi spätestens im Jahr 1999 ernsthafter nachzugehen, als seine erste Single erschien. Sein erstes Album brachte er 2011 heraus. Später kaum wieder in Verden zurück, gründete Lenzi hier sogleich die Boygroup Komtess Klub, die 2018 erstmal zwei Singles raushaute. Und es gab einen Auftritt im Gasthaus „Zur Brücke“: „Das war eine

Oliver Maria Lenzi legt auf der Bühne auch selbst als Musiker Hand an Keyboards und Gitarren.

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Foto: pv


INTERVIEW: LENZI richtig glamouröse Veranstaltung“, schwärmt der Künstler noch heute. Von einer weiteren Muse geküsst, begann Lenzi zudem mit dem Schreiben. Zehn Jahre lang arbeitete er nebenbei an seinem Buch: „Mädchen, Musik und

„Im Sessellift von Kitz, da knutschte ich mit Dir Beim Kippen von Kurzen, avec plaisir“ Maserati“, das in diesem Jahr erschienen ist und dessen Veröffentlichung er mit einer Lesung im Verdener Cine City gefeiert hat. Es handelt sich um eine Ich-Erzählung. Wie autobiografisch die wohl ist? Doch das kann ich Lenzi gleich selbst fragen. „Cappuccino gefällig?“, bietet er mir direkt zum Gruß an? Von diesem herrlichen italienischen Heißgetränk kann auch ich nie genug bekommen und bin sofort dabei. Gut, dass es bei Tamke

Unter dem Pseudonym Alfred Karlsson trat der Lenzi in der mit von ihm gegründeten Boygroup Komtess Klub auf. Foto: pv ohnehin den Größten gibt! Verden-Magazin: Oliver, ohne welche Songs könntest du auf einer einsamen

Insel überhaupt nicht überleben? Oliver Maria Lenzi: Auf keinen Fall ohne etwas aus den Achtzigern! Zum Beispiel

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„Wind me up“ von Saga, „Turn me loose“ von Loverboy oder etwas von Fleetwood Mac. Kenne ich alles – das sind ja gar keine Schlager! Dass du auch ohne auskommst Ich komme auch ohne aus! Mein Musikgeschmack und mein Repertoire sind von – bis! Aber auf deiner jüngsten CD „Charisma“ geht’s schlagertechnisch schon heavy zu: fünf Titel und fünf Remixe dieser Songs. Wolltest du deine Lieder im Remix Malletauglicher machen? Gut ausgedrückt! Die Remixe sind aber alpinistisch angehaucht – also Aprés Ski! Aber Aprés Ski und Malle ist ja musikalisch gesehen eigentlich ein und dasselbe.

„Selbst auf dem Schlitten, da stimmte die Chemie. Die Hügel von Zermatt, da trieben unsere Ski.“ Auf jeden Fall ist es in die Richtung „Party extrem“ gedacht. Aber du willst die Leute nicht gleich verschrecken und bringst zuerst die gemäßigten Versionen. Da bleibt vor den Knallern noch genug Zeit für den ein oder anderen Prosecco … … richtig, und dann kann man die Platte umdrehen auf Seite B! (lacht) Hast du die Musik selbst eingespielt? Nein, die haben wir mit einer RecordingSoftware gemacht. Klar, das ein oder andere Gitarrenriff oder einen kleinen Pianopart spielt man mal eben so ein, aber das meiste ist Mixing. Wie würdest du mich als eingefleischten Jazz-Fan denn überhaupt abholen mit dem Schlager? Ich will dir das ja nicht aufdrängen, aber der Schlager ist seit ein paar Jahren wieder total in der Gesellschaft angekommen! Okay, ich stelle mir mich auf einer Veranstaltung vor, auf der nur diese Musik gespielt wird. Und ich bin ja höflich und würde nicht flüchten – was könnte ich tun?

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Oliver und die Verdener Kino-Chefin Kim Müscher luden im Sommer zur Lenzi-Lesung ins Cine City ein. Foto: pv Dann würde ich dir tatsächlich erst mal einen Prosecco in die Hand drücken – und ich glaube, dann kommst du schon so langsam ins Fahrwasser! (beiderseitiges Lachen) Aber wenn ich zurückdenke: Früher, vielleicht noch vor zehn Jahren, musste man die Leute wirklich erst überzeugen oder sich sogar rechtfertigen, wenn man Schlager hörte. Das brauchst du heute nicht mehr. Vielleicht lag das auch daran, dass alle Schlagerfans die Songs immer gleich mitsingen müssen – egal, wie schräg … Aber darum geht es gerade! Selbst diese ganzen Malle-Songs sind einfach aus der Seele heraus gemacht. Da geht es jetzt nicht um die perfekte Intonation, sondern darum, dass wirklich dieses Feeling rüberkommt. Und darum, dass du feierst und auch diese Songs quasi feierst. Es geht nicht um gerade oder schiefe Töne, sondern um das Entertainment, das eben gut ist, wenn die Masse begeistert mitsingt. Ich sehe schon: Du bist Aficionado und kannst für den Schlager begeistern! Wie kommst du auf deine Songtitel und Lyrics? Zum Beispiel diesen hier, kann ich auf den ersten Blick kaum lesen: „SUPERBÄTUNDSPIDERMÄN“. Aus besonderen Begebenheiten, aus ei-

ner Laune heraus – wie auch immer. Und „SUPERBÄTUNDSPIDERMÄN“, das sind Superman, Batman und Spiderman in einem Wort. Damit bringe ich diese drei Superhelden aus meiner Kindheit zusammen. Oder „C. Erdbeer“: Darin heißt es „Du bist so süß, lecker wie ein Cornetto Erdbeer“ Wird deine Frau nicht eifersüchtig, wenn du so etwas singst?

„Knips an das magisch rote Licht, wirf alles weg und mach die Schotten dicht.“ Nö, die weiß ja, dass der Schlager meine Leidenschaft, meine Profession, meine Motivation ist. Wenn es im Text um fiktionale andere Leute geht, hat das ja nichts mit uns zu tun, sondern es ist Showbusiness. Nun hast du aber auch noch ein Buch geschrieben: „Mädchen, Musik und Maserati“. Über die beiden ersten Dinge haben wir schon gesprochen, aber was ist mit dem Sportwagen? Ehrlich gesagt hatte ich mal einen Porsche. Ich hatte ein Faible für den 911er.


INTERVIEW: LENZI Dann geht es im Buchtitel rein um die Alliteration? Richtig, richtig. Und das Buch dreht sich um einen Schlagersänger, aber es ist keine Autobiografie? Es ist schon so, dass viele Situationen inspiriert sind von wahren Begebenheiten, aber es ist eigentlich reine Fiktion. Ich glaube, die meisten Autoren adaptieren Sachen aus ihrem Leben. Aber da muss auch schon viel gesponnener Kram drin sein, um das interessant und spannend zu halten. Es geht um die Achtziger-, Neunzigerjahre; immer auch mit vielen Musiktiteln aus der Zeit gespickt. Der rote Faden ist aber die Suche nach der großen Liebe, mit Höhen und Tiefen. Die „Bravo“ taucht auf – die war für dich damals Pflichtlektüre? Auf jeden Fall! Auch das Kim-BasingerPoster im Buch hatte ich – ganz klar die Nummer-eins-Traumfrau damals! Meg Ryan fand ich sonst noch ganz cool, Brigitte Nielsen, Samanta Fox … irgendwie im-

Gehört vielleicht in jede ernsthafte Musiksammlung: Olivers Romanerstling „Mädchen, Musik und Maserati“ und sein aktuelles Album „Charisma“. Infos: Lenzi.tv Foto: Bruns

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mer groß, blond und … andere Attribute … nimmst du das eigentlich gerade auf? Mal schauen, was ich drin lasse. Aber wir können jetzt mal über Falco reden, der auch im Roman auftaucht. Ich war großer Falco-Fan! Jeden Schnipsel über ihn habe ich ausgeschnitten. Fasziniert an ihm hat mich seine gespielte Dekadenz, seine Arroganz – da war ich geflasht! Der kam rüber wie eine sehr kontroverse Showfigur, ähnlich wie David Bowie seinerzeit. Als 1981 von Falco „Der Kommissar“ rauskam, habe ich mich als Neunjähriger gestylt – Haare nach hinten gegelt, Sonnenbrille auf – und habe den Kommissar aus dem Musikvideo nachgespielt. Das hat mich einfach fasziniert! Hinten im Buch gibt’s noch ein paar Fotos, auf einem sieht man dich bei Universal Music. Warst du da mal unter Vertrag? Nee, hat leider nicht geklappt. Aber wenn man schon mal da war, musste man ja zumindest noch mal ein Foto machen. (lacht) Wann fandest du zwischendurch eigentlich die Zeit zum Schreiben? Das meiste habe ich nachts geschrieben. Da hat man die nötige Ruhe. Und wenn man am nächsten Morgen die Zeilen nochmals liest und sie immer noch gut klingen, dann weiß man: Das ist nicht schlecht, das bleibt drin. Guter Tipp! Wird das Buch für dich ein einmaliger Ausflug bleiben? Es juckt schon in den Fingern, gerade weil die Resonanz darauf echt gut ist. In den Lesungen kannst du erleben, ob die Leute nur still dasitzen oder ob sie auch öfter mal Lachen und du die gut entertainen kannst. Zur Not könntest du ja auch auf so einer Veranstaltung noch singen … Stimmt, aber das war bisher noch gar nicht nötig, die Stimmung war auch so gut. Aber ich habe schon mal überlegt, etwas mit einer befreundeten Künstlerin aus Hamburg, die malt, zusammen zu machen: Also Ausstellung mit deren Exponaten, Lesung und gleichzeitig noch einen trällern – vielleicht setze ich das tatsächlich mal um.

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„Komm sag ja zu einem Date, es ist noch nicht zu spät“: Das Verden-Magazin schlug ein und traf endlich doch noch den Lenzi. Foto: pv


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Beim Jubiläumsempfang des Vereins Verdener Jazz- und Bluestage galt der Dank von Vereinschef Volkmar Koy (r.) auch Mitstreitern der ersten Stunde, von denen er persönlich Hotelier Günter Glander vom Podest aus zuwinken konnte.

Ein Jubiläumsjahr der Highlights Jazz- und Bluesvereinschef Volkmar Koy im Gespräch Text: Antje Haubrock-Kriedel

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er Verein Verdener Jazz- und Bluestage kann mit seinem ersten Jubiläum hochzufrieden sein. Die Feier der 25 Jahre beging man 2023 mit musikalischen Höhepunkten und besonderen Begegnungen. Der Vereinsvorsitzende Volkmar Koy blickt im Gespräch mit dem Verden-Magazin auf die Highlights des Jubiläumsjahrs zurück, wirft aber auch schon einen Blick in die Zukunft. „Ein absolutes Highlight in diesem Jahr war natürlich das Konzert mit Karat beim Domplatzfestival. Es war das vierte Mal, dass der Verein dieses Festival veranstaltet hat“, erzählt Koy. Dabei sei die Idee für das Domplatzfestival ursprünglich als Notlösung inmitten der Coronazeit entstanden, als Konzerte in geschlossenen Räumen eben nicht möglich waren. Und nun? „Der Platz ist super, die Leute waren happy. Auch die Musiker, die bislang dort aufgetreten sind, haben ausnahmslos gesagt, dass es so einen schönen Platz zwischen zwei Kirchen

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nicht oft in Deutschland gibt“, berichtet Koy. Aber er merkt auch kritisch an: Auch wenn das diesjährige Domplatzfestival dank Karat unterm Strich ein Erfolg gewesen sei, so sei der erste Festivaltag mit den beiden Konzerten Frontm3ns und Chris Jaggers nicht optimal gelaufen. „Beide Bands haben ein zu unterschiedli-

Höhepunkt waren abermals die Jazz- und Bluestage ches Fanklientel. Wir müssen selbstkritisch sagen, dass die Kombination dieser beiden Auftritte nicht glücklich war“, bekennt der Vorsitzende. Genau andersherum verhalte es sich indes mit Karat. „Ich habe das Engagement dieser Band zunächst skeptisch gesehen und war positiv überrascht, wie viele Karat-Fans es auch im Westen noch gibt. Die Fans sind zum Teil von weit her nach Verden gekommen, wir hätten noch mehr als die 1.000 Karten verkaufen können.“

Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres waren aber die Jazz- und Bluestage vom 22. bis 24. September. Gegen einen großen Empfang zur Eröffnung habe man sich bewusst entschieden, so Koy. „Der Schwerpunkt sollte das Konzert mit Curtis Stigers sein.“ Dieses war dann auch ein Volltreffer. Stigers kam nach 2014 zum zweiten Mal nach Verden und begeisterte seine Fans wie schon damals restlos. „Curtis Stigers ist ein absoluter Profi, immer nett und gut gelaunt“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Die Kneipennacht am Abend darauf sei ebenso positiv verlaufen: Um die 1.000 Karten wurden verkauft. Sowohl die teilnehmenden Gastwirte als auch die Gäste waren rundherum zufrieden. „In der Herrlichkeit vor der Kostbar und vor der Osteria Max am Lugenstein haben die Leute draußen getanzt. Das ist meine Vorstellung von einer Kneipennacht. Das kommt daher, dass ich schon ein paar Mal in New Orleans gesehen habe, wie die Leute dort auf der Straße tanzen. Diese Atmosphäre nach Verden zu bringen, gelingt am besten mit der


JAZZ UND BLUES Kneipennacht“, weiß Koy. Bei den Bands sei die Kneipennacht ohnehin beliebt. „Wir kriegen jede Woche neue Bewerbungen, es gibt daher genug Bands, die wir engagieren können“, so Koy. Auch neue Ideen gibt es, denn Bürgermeister Lutz Brockmann würde gern Verdens Partnerstädte in das Musikprogramm einbinden. „Das könnte am Sonnabendvormittag oder bei der Kneipennacht geschehen“, überlegt der Vorsitzende. Als Termin für die nächsten Verdener Jazz- und Bluestage 2024 steht der 20. bis 22. September bereits fest. Wer das Eröffnungskonzert spielt, ist aber noch ungewiss. „Meine Favoritin wäre Ilse DeLange“, verrät Koy. Er ist überzeugt, dass die niederländische Pop- und Countrysängerin die Stadthalle mühelos füllen würde. „Ilse DeLange spielt nur Stehkonzerte, da könnten wir in der Stadthalle knapp 1.000 Leute unterbringen“, rechnet er schon mal. Doch auch Manfred Mann und seine Earth Band gehören zu

Beim Eröffnungskonzert der diesjährigen Jazz- und Bluestage in der ausverkauften Stadthalle konnten der US-Amerikaner Curtis Stigers und seine Band das Publikum restlos begeistern. Fotos: Henrik Bruns den Wunschkandidaten des Vereins. Als seinen persönlichen Höhepunkt im Jubiläumsjahr nennt Koy das Konzert,

das die drei Blueslegenden Abi Wallenstein, Steve Baker und Michael van Merwyk am 18. November im Domgym-

innt t f ha Ve ufau eg ka f bbeg Derer au VVer krk er DDer nv..Fa in223al 2201-inin 200ch NNoov 3..le am amsc reits ftenesbe ge hä ten! ch ch g es ch g Fa ch n Fa le n al ! le al begonnen äf

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nasium gespielt haben. „Das war schon ein wesentlicher Baustein, dass wir das noch einmal hingekriegt haben. Die drei haben vor einigen Jahren schon einmal im Domgymnasium gespielt, und auch damals ist die Aula fast explodiert“, erzählt Koy. Als letzter Höhepunkt im Jubiläumsjahr steht am 29. Dezember ein Konzert mit der Jugend-jazzt Bigband in der Jo-

Programm noch bis kurz vor dem Jahreswechsel hanniskirche auf dem Programm. Die Band spielte bereits im Vorprogramm von Curtis Stigers und riss das Publikum in der Stadthalle zu Begeisterungsstürmen hin. Koy weiß, dass es für die Zukunft des Vereins wichtig ist, gerade mehr Leute diesseits des Durchschnittsalters im Jazzund-Blues-Vereinsvorstand anzusprechen. „Ich würde mir wünschen, dass mehr jüngere Leute zu den Konzerten kommen. Dafür müssen wir uns öffnen und Bands engagieren, die auch diese Generation anziehen.“ Bei einem Event wie dem Domplatzfestival könne man so leicht um die 2.500 Zuschauer anlocken. Allerdings: Der Vereinsvorsitzende möchte sich momentan noch nicht auf

Die Jugend-jazzt Bigband ist eine Projekttruppe, die sich aus ehemaligen Teilnehmenden der Jugend-jazzt-Workshops der Jazz- und Bluestage rekrutiert. In der Stadthalle traten sie als Support für Curtis Stigers auf, noch am 29. Dezember absolvieren sie das letzte Konzert im Rahmen des Vereinsjubiläums. Foto: Antje Haubrock-Kriedel eine Fortsetzung des Domplatzfestivals festlegen. Denn unterm Strich muss die Rechnung für den Verein aufgehen, und auch die Vereinsmitglieder, die alle ehrenamtlich arbeiten, müssen mitziehen. Bekanntlich würde es Bürgermeister Lutz Brockmann gerne sehen, wenn das Domplatzfestival fortgeführt wird. Und Unterstützung für das Event gibt es

längst auch offiziell von Seiten der Politik. Denn inzwischen hat der städtische Kulturausschuss in einer eigens dafür anberaumten Sondersitzung bereits beschlossen, 35.000 Euro für eine 2024er Auflage des Festivals bereitszustellen. Wahrscheinlich ist allerdings zumindest, dass es 2025 wegen der dann stattfindenden Domfestspiele wohl kein solches

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JAZZ UND BLUES Festival geben wird. „Der Bürgermeister möchte, dass künftig beide Veranstaltungen im Wechsel stattfinden, aber auch darüber gibt es noch Gesprächsbedarf“, erklärt Koy. Und über 2026 möchte er momentan noch gar nicht nachdenken. „2025 sind Vorstandswahlen, mal sehen was dann kommt.“ Als eine der Hauptaufgaben für die nächsten Jahre nennt der Vorsitzende die Verjüngung des Vorstands. Erfreulich sei, dass es gelungen sei mit Sandra Bysäth und Justus Wahlers zwei junge Leute für die Arbeit im Verein zu gewinnen. „Das ist das Ergebnis der hervorragenden Jugendarbeit von Michael Spöring“, betont Koy. Der Musiklehrer am Domgymnasium koordiniert und betreut bereits seit Jahren die Jugend-jazzt-Workshops im Rahmen der Verdener Jazzund Bluestage, an denen auch Bysäth und Wahlers regelmäßig teilnehmen. Koy dazu: „Man muss junge Leute aktiv in die Vereinsarbeit einbinden, das ist für die Existenz der Vereins unumgäng-

Zum Auftritt der Kultband Karat beim diesjährigen Domplatzfestival seien die Fans teilweise von weit her nach Verden gekommen, berichtet Jazz- und Bluesvereinsvorsitzender Volkmar Koy. Foto: Antje Haubrock-Kriedel lich. Das ist unsere Hausaufgabe für die nächsten Jahre. Wenn wir das schaffen,

ist mir um die Zukunft des Vereins nicht bange.“

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Beitrag für mehr Klimaschutz: 500 neue Bäume in der Dauelser Marsch geplanzt

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ass das Setzen neuer Bäume zu Zeiten des Klimawandels und der zunehmenden Erderwärmung wichtiger denn je ist, hat die jüngste UN-Klimakonferenz noch einmal deutlich vor Augen geführt. Statistikern zufolge geht pro Minute irgendwo auf der Welt eine Waldfläche in der Größe von 27 Fußballfeldern verloren. Eine drängende Aufgabe ist es daher, diese Zerstörung von Wäldern und anderen Landschaften zu stoppen – was bis zum Jahr 2030 erreicht werden soll. Einen kleinen Beitrag vor Ort haben dafür kürzlich wieder Ehrenamtliche des Vereins Verden pflanzt gesetzt – gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Campus Oberschule. Am ersten November-Wochenende pflanzten sie rund 500 Bäume in der Dauelser Marsch.

„Wir wollen ein Zeichen setzen. Der Klimawandel kann durch nichts so effektiv bekämpft werden wie durch Aufforstung“, erklärte Verdens aktueller RotaryPräsident, Christoph Tietje, anlässlich der Aktion. Die Verdener Rotarier, die ebenfalls regelmäßig bei solchen Aktionen mitanpacken, zählen teilweise auch wieder zu den Mitgliedern von Verden pflanzt, denn dieser jüngere Verein wurde mit Blick auf den Rotary Club gegründet: Genauer nimmt man sich gerade die Baumpflanzungen im Stadtgebiet zum Vorbild, die die Rotarys bereits seit mehreren Jahren durchführen. Diese Initiative hatte die Stadt Verden zum Anlass für ihr vom Stadtrat beschlossenes Ziel genommen, bis zum Jahr 2050 rund 28.000 Bäume – also etwa einen pro Einwohner – zu pflanzen. Für die Umsetzung wurde

der Verein Verden pflanzt gegründet, der inzwischen Pflanzaktionen wie die des Rotary Clubs initiiert oder begleitet und Spenden generiert. Derweil läuft derzeit bis zum 12. Dezember die inzwischen 28. UN-Klimakonferenz in Dubai. Die beteiligten Länder, darunter Deutschland und die gesamte EU, repräsentierten 85 Prozent der weltweiten Waldfläche – etwa 34 Millionen Quadratkilometer, so heißt es von der UN. Von dieser Fläche seien allein 2022 rund 258.000 Quadratkilometer abgebaut worden, was mehr als die Fläche Großbritannien wäre. Wer den Verdener Umweltverein tatkräftig oder auch durch Spenden unterstützen möchte, findet auf dessen Homepage verden-pflanzt.de nähere Informationen. (hb)

Der Verein Verden hat zum Herbstende noch einmal 500 Bäume in der Dauelser Marsch gepflanzt. Unterstützt wurden die Ehrenamtlichen dabei auch von Schülerinnen und Schülern des Verdener Campus. Foto: Verden pflanzt

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Mit jungem Team in die Zukunft Generationenwechsel in der Frauenberatung zum 30.

Das neue junge Team der Frauenberatung Verden stellt sich vor: Klara Landwehr und Anni Noack (hinten, v. l.) sowie die drei Neuen Sonja Wreden, Hanna Kay und Rana Huseynova (vorne, v. l.). Foto: Haubrock-Kriedel Text: Antje Haubrock-Kriedel

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u ihrem 30-jährigen Bestehen startet die Frauenberatung Verden mit einem jungen Team in die Zukunft. Nachdem mit Friederike Geißler im September die Letzte aus der „älteren Generation“ in den Ruhestand gegangen ist,

können Klara Landwehr und Anni Noack jetzt gleich drei neue Kolleginnen im Team begrüßen: Rana Huseynova arbeitet mit Klara Landwehr und Anni Noack in der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Mädchenarbeit und im Bereich sexueller Bildung.

Sonja Wreden und Hanna Kay sind beide neu für die Frauen- und Mädchenberatung bei Gewalt zuständig. Natürlich muss sich das Team erst zusammenfinden. Die drei „Neuen“ sollen langsam auch an die Vorstandsarbeit des Trägervereins der Beratungsstelle herangeführt werden. Momentan bilden Klara

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Landwehr und Anni Noack gemeinsam mit Rechtsanwältin Sabine Struckmann den Vorstand. „Die bisherigen Beratungsangebote laufen in dieser Einarbeitungsphase weiter. Weiteres folgt im nächsten Jahr“, so Anni Noack. „Jede neue Kollegin bringt Veränderung, jede bringt eigene Ideen für Angebote mit – das wird sich in der nächsten Zeit entwickeln“, weiß auch Klara Landwehr. Die beiden Hauptbereiche

Hilfe für Schwangere und für Gewaltopfer der Frauenberatungsstelle aber bleiben wie seit 30 Jahren unverändert die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung und die Beratung bei Gewalt. Dank Rana Huseynova kann die Beratung in Zukunft verstärkt mehrsprachig anbieten. Sie ist fünfsprachig aufgewachsen und spricht Deutsch, Englisch, Russisch, Türkisch sowie Dari (Farsi). Die Sozialarbeiterin schreibt momentan ihre Doktorarbeit zum Thema Gewalt an islamischen Frauen. 2021 startete die Frauenberatung das Präventionsprojekt zum Thema Essstörungen. Auch dieses wird in Kooperation mit der Fachstelle Sucht fortgeführt. „Wir veranstalten zu diesem Thema Workshops in Schulen des Landkreises. Die Schulen können sich gern an uns wenden. Wir sind außerdem gerade

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FRAUENBERATUNG dabei, für dieses Projekt noch weitere Ideen zu entwickeln“, erzählt Hanna Kay. „Es geht darum, zu verstehen, welche Formen der Essstörung es gibt, was sie sind und warum sie entstehen. So wird diese Erkrankung häufig durch psychische Belastungen ausgelöst. In der Pandemie ist die Zahl der Frauen mit Essstörungen stark angestiegen, Prävention ist daher sehr wichtig“, erklärt Sonja Wreden. Anni Noack und Klara Landwehr planen neben einem Crashkurs zum Thema „Eltern werden“ zudem verschiedene Angebote für Schulklassen und Jugendliche. Zum 30. Geburtstag der Institution sei allerdings keine große Feier geplant, berichtet Anni Noack. Wichtig sei es jetzt vor allem, sich gut für die Zukunft aufstellen. Dazu gehört auch die Mitglieder-

werbung für den Trägerverein. Denn die Mitgliedsbeiträge tragen ihren Teil zur Finanzierung der Arbeit der Frauenberatungsstelle bei. Zurzeit sind 52 Mitglieder im Verein – eine Zahl, die durchaus noch ausbaufähig ist. „Wir haben daher inzwischen eine ‚junge Mitgliedschaft‘ eingeführt. Mitglieder unter 30 Jahren zahlen nur 15 Euro anstatt 30 Euro Mitgliedsbeitrag“, erklärt Klara Landwehr. Das Team der Frauenberatung und der Vorstand erhoffen sich dadurch auch eine Verjüngung des Vereins. „Wir haben viele erfolgreiche ältere Unterstützerinnen, aber wir wollen auch zukunftsfähig sein“, betont Landwehr. Für das Leitungsgremium wäre Verstärkung ebenfalls willkommen. „Wir freuen uns immer, wenn sich Frauen für die Vorstandsarbeit interessieren“, ergänzt Sonja Wreden. Man sei zudem offen gegenüber einer externen Zusam-

Trägerverein sucht Mitglieder auch mit Vorstandsambition

INFO Weitere Informationen zur Frauenberatung und den Angeboten gibt es im Internet unter frauenberatung-verden.de. Die Frauen- und Mädchenberatung bei Gewalt ist unter Telefon 04231 / 851 20 erreichbar, die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung unter Telefon 04231 / 851 29. Die E-Mail-Adresse lautet info@frauenberatung-verden.de menarbeit mit anderen engagierten Frauen. Der Umzug der Beratungsstelle ist ebenfalls ein Thema, das das Team in Zukunft beschäftigen wird. Mit den Jahren sind die Räume in der Grünen Straße zu klein geworden. Gesucht wird daher ein neues, zentral gelegenes, barrierefreies Domizil mit einem größeren Raum für Veranstaltungen und vier Beratungsräumen.

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Strom und Gas im neuen Jahr etwas günstiger: Die Stadtwerke Verden haben Preissenkungen angekündigt

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ie Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs haben die Energiepreise bekanntlich auf ihr historisch höchstes Niveau steigen lassen. Nachdem aber inzwischen eine Entspannung der Situation eingetreten ist, kündigen auch die heimischen Energieversorger Preissenkungen ab dem 1. Januar an. So hätten sich die Energiemärkte in jüngster Zeit entspannt, sodass die Preise für Strom und Gas an den Großhandelsmärkten wieder deutlich gesunken seien, erklären die Stadtwerke Verden. „Wir freuen uns, dass wir die erreichten Preisvorteile beim Energieeinkauf noch innerhalb der Heizperiode 2024 an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben können“, betont deren kaufmännischer Leiter Ulrich Wiehagen. Den Strompreis im Grundversorgungstarif senken die Stadtwerke von 55,04 Cent brutto auf 36,95 Cent brutto. Den Erdgaspreis fällt zum Beispiel im GasVerTarif II von 15,64 Cent brutto auf 10,77 Cent brutto. Für eine Familie mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) entspreche dies theoretisch einer Ersparnis von rund 633 Euro im Jahr. Tatsächlich aber dürfte die Netto-Ersparnis, wie sie beim Kunden insgesamt ankommt, kleiner ausfallen: Grund ist die aktuell noch geltende gesetzliche Energiepreisbremse, die einen dämpfenden Effekt hat. Durch die damit einhergehenden Entlastungsbeiträge verringere sich die direkte Einsparung aus dem vorgenannten Beispiel für Strom von den 633 Euro jährlich auf nur noch rund 212 Euro, so die Stadtwerke. Ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Erdgasverbrauch von 20.000 kWh spart im Jahr zirka 974 Euro beim aktuell geltenden Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent ein. Bei 19 Prozent Mehrwertsteuer würde die Ersparnis rund 732 Euro betragen. Doch: „Auch hier ist die Preisbremse gegenzurechnen: Die direkte Entlastung verringert sich demnach auf zirka 392 Euro pro Jahr bei sie-

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ben Prozent Mehrwertsteuer, bei möglichen 19 Prozent liegt die Entlastung bei rund 150 Euro pro Jahr“, heißt es vom örtlichen Energieversorger. Offen sei derzeit noch, ob die Bundesregierung die Mehrwertsteuer im Jahr 2024 auf 19 Prozent erhöhen wird. Sie wird auf den Grundpreis bei Strom und Erdgas, der selbst jeweils unverändert bleibe, erhoben. Zudem müssen zum Jahresende wieder alle Strom-, Erdgas- und Wasserzähler für die Jahresverbrauchsabrechnung im Stadtgebiet sowie in den Ortschaften erfasst werden. Die Erhebung erfolgt auf verschiedenen Wegen. Im Verdener Stadtgebiet sowie in Hutbergen, Eissel, Dauelsen, Walle, Eitze, Hönisch, Döhlbergen und Rieda, außerdem in den Kirchlinteln zugehörigen Ortschaften wird die Ablesung der Messeinrichtungen von Mitarbeitenden der Stadtwerke Verden selbst vorgenommen. In den Ortschaften Borstel, Scharnhorst sowie im Ortskern von Kirchlinteln dagegen über-

nehmen vom Versorger autorisierte Personen, die sich ausweisen können und Schutzmaßnahmen einhalten werden. Es wird darum gebeten, dass die Zähler frei zugänglich sind. Zählerstände können aber ebenfalls online gemeldet werden – was unter stadtwerke-verden.de, aber ebenso via E-Mail an abrechnung@stadtwerke-verden.de klappt. Auf einer möglicherweise von einem Ableser hinterlassenen Karte (wenn ein Kunde nicht angetroffen wurde) können die Stände ebenso notiert und per Post versendet werden. Zusätzlich befindet sich auf dieser Ablesekarte ein QR-Code fürs Smartphone. Wichtig: In jedem Fall muss ein Foto der Zählerstände beigefügt werden, damit diese nachvollziehbar sind. Weitere Informationen zu den aktuellen Strom- und Erdgaspreisen gibt es persönlich bei den Verdener Stadtwerken in der Weserstraße 26, unter www. stadtwerke-verden.de oder telefonisch unter 04231 / 91 50. (hb)

Die Stadtwerke Verden wollen die Energiepreissenkungen an die Kundinnen und Kunden weitergeben. Foto: Bruns


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Privates Gespräch vor Publikum Museumstalks im Domherrenhaus werden fortgesetzt Text: Antje Haubrock-Kriedel

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m Februar gibt es im Domherrenhaus eine Fortsetzung der neuen Veranstaltungsreihe „Mensch, wir müssen reden! Der Museumstalk.“ Museumspädagogin Julia Nehus lädt wieder Menschen aus unserer Mitte ein und entlockt ihnen im Gespräch interessante und überraschende Details aus ihrer Biographie. „Ich hatte die Idee für diese Veranstaltungsreihe, weil ich die Menschen auch außerhalb der Ausstellungen für das Museum begeistern möchte“, erzählt Julia Nehus. Anders als in der Reihe „Blue Thursday“, in der es um bekannte Persönlichkeiten der Geschichte geht, werden im Museumstalk Menschen aus Verden vorgestellt, die man zwar kennt und oft viel-

INFO Der Museumstalk beginnt jeweils um 18.30 Uhr und dauert circa eine Stunde. Die Karten kosten 12 Euro pro Person. Im Vorverkauf sind sie unter Telefon 04231 / 21 69 oder via E-Mail an info@domherrenhaus.de erhältlich.

leicht sogar in der Stadt trifft, von deren Leben man aber gar nicht so viel weiß. „Das ist spannend, denn es sind alle sehr unterschiedliche Persönlichkeiten mit ganz verschiedenen Berufen“, so Nehus. Im Museumstalk geben Gesprächspartnerinnen und -partner dem Publikum Einblicke in ihre eigenen, in vielerlei Hinsicht überraschenden Lebenswege – samt Umwegen und Unwegsamkeiten. „Die Grundstimmung ist heiter, unsere Gäste sind authentisch und unterhaltsam. Es ist sozusagen ein privates Gespräch vor Publikum“, erklärt Nehus. Doch nicht nur das Publikum wird gut unterhalten. Beim Blättern im Gästebuch liest sie viele begeisterte Kommentare ihrer bisherigen Talkgäste. Die neue Auflage des Museumstalks beginnt am Donnerstag, 22. Februar, mit Carmen Witte, Verdener Urgestein und Inhaberin des Traditionsgeschäfts „Kinderparadies Witte“. „Carmen Witte ist schon seit Generationen der Star bei den Kindern, und auf dem Schaukelpferd in der Passage haben wir doch fast alle schon einmal gesessen“, schmunzelt Nehus. „Als Urverdenerin kann Carmen Witte aus Verden erzählen wie keine andere und kein anderer. Ich bin daher sehr gespannt auf unser Gespräch“, so die Muse-

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Beim Blättern im Gästebuch freut sich Julia Nehus über die vielen positiven Kommentare ihrer bisherigen Talkgäste. Foto: Haubrock-Kriedel umspädagogin voller Vorfreude. Bei der Auswahl der Gäste wird sie von Rolf Zepp unterstützt. Er war es auch, der den Vorschlag machte, den Journalisten und Schriftsteller Alexander Krützfeldt einzuladen (siehe auch Artikel auf Seite ??). Für seine Bücher „Letzte Wünsche“ und „Acht Häftlinge“, hat der Autor viel Aufmerksamkeit bekommen. „Alexander Krützfeldt ist in Verden aufgewachsen,

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MUSEUMSTALK und auch er hat bestimmt ebenfalls viel Interessantes zu erzählen“, meint Nehus. Bis dahin dauert es aber noch etwas: Krützfeldt kommt am Donnerstag, 18. April, zum Museumstalk. Am 24. Oktober, ebenfalls ein Donnerstag, ist als vorerst Letzter in der TalkReihe ist der ehemalige Leiter des Domherrenhauses Dr. Björn Emigholz zu erleben. „Ich möchte gern von ihm wissen, was er drei Jahre nach seiner Pensionierung so macht – und ich denke, das Publikum interessiert das auch“, so Nehus. Emigholz selbst sieht sich als „Volkskundler und Kampfsportler“. Gerade Letzteres enthüllt eine bislang eher unbekannte Facette des ehemaligen Museumsleiters: Der Historiker treibt seit 1972 Karate und ist seit der Jahrtausendwende Mitglied im Verein Bushido Verden. Mehr noch: Der Mann mit der Gürtelfarbe 3. Dan ist schon seit 1994 auch Karatetrainer und lehrt den Kampfsport natürlich bei Bushido ebenfalls. Und: Es sei ihm geradezu ein Pflicht, von demjenigen,

Drei Termine sind bereits für Museumstalks im Domherrenhaus im kommenden Jahr angesetzt. Julia Nehus wird Carmen Witte, Alexander Krützfeldt und Björn Emigholz begrüßen. Foto: Bruns was er selbst von anderen habe lernen dürfen, wieder an Interessierte weiterzugeben, erklärt Emigholz selbst. Man darf

also gespannt sein, was Julia Nehus ihm im kommenden Herbst im Talk entlocken kann.

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Sinnstiftend Gemüse anbauen: Sarah Meister (v. l.), Michael Noak, Annika Pierrets, Julia Sievers, Hans Tüllmann bilden den Vorstand des Vereins Solawi.

Jede Woche Frischgemüse Gerecht geteilte Ernte: Solawi sucht noch Mitglieder

Text + Fotos: Antje Haubrock-Kriedel

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on Mai bis Mitte November frisches Gemüse aus der Region in Bioqualität, gerecht verteilt unter den Mitgliedern: Das ist das Konzept der solidarischen Landwirtschaft, kurz Solawi. Eine solche gibt es direkt vor Ort, in Holtum Geest, wo ebenfalls eine Flä-

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che nach dem Solidaritätsprinzip bestellt wird. Im Februar dieses Jahres wurde der Verein Solawi Verden gegründet, der das Stück Land beackert. Die Mitglieder konnten sich bereits über erste Ernteerträge freuen. „Das Prinzip einer Solawi gibt es bundesweit. Im letzten Jahr hatte ich die Idee, auch im Raum Verden eine Solawi

zu gründen“, erzählt die Vorsitzende Sarah Meister zum Hintergrund. Sie selbst steuert einen grünen Daumen bei: Nach dem Studium der ökologischen Landwirtschaft hat sie in den vergangenen Jahren in drei verschiedenen Gärtnereien gearbeitet und so praktische Erfahrungen gesammelt. „Dabei habe ich festgestellt, dass ich die Tätigkeiten, die da-


SOLIDARISCHE LANDWIRTSCHAFT mit verbunden sind, Gemüse zu erzeugen, als sehr sinnstiftend empfinde und ich diese nicht mehr missen möchte“, sagt die junge Frau. Die Suche nach Mitstreitenden verlief erfolgreich. Als dann noch in HoltumGeest eine geeignete Fläche gefunden wurde, stand der Vereinsgründung schließlich nichts mehr im Wege. Der Name, Solawi, bezeichnet dabei ein Konzept der bäuerlichen Lebensmittelproduktion. Danach gibt es eine konkrete Gemeinschaft, die sich für einen festgelegten Zeitraum zur Abnahme der erzeugten Lebensmittel eines Solawi-Betriebes bindet. Alles was produziert wird, wird unter den Anteilseignern geteilt. Für die Erzeuger bedeutet das eine Sicherheit, wie sie in der heutigen Landwirtschaft kaum noch zu finden ist. Für die Abnehmer bedeutet es die Versorgung mit regionalen, saisonalen und fair produzierten Lebensmitteln. Hinzu kommt, dass Gemüse produziert werden kann, das unter anderen

Das Feld der Solawi in Holtum-Geest wir nach dem Market-Garden-Anbauprinzip bestellt. Als Gesamtfläche stehen 1.000 Quadratmeter zur Verfügung, für deren Beackerung es aber noch weiterer Mitstreiter bedarf. Bedingungen gar nicht wirtschaftlich wäre – so wird die Vielfalt auf dem Teller und auf dem Acker noch gefördert. Außerdem dürfen auch eine krumme Möhre oder ein zu groß geratener Kürbis gegessen werden – Lebensmittel, die unter anderen Bedingungen auf dem Acker verbleiben würden.

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Erklärtes Ziel der Solawi Verden ist es, 40 verschiedene Kulturen anzubauen. Im Gründungsjahr muss natürlich alles erst anlaufen, so ist die Vielfalt aktuell noch nicht ganz so groß. Die Vereinsmitglieder konnten sich aber schon über verschiedene Sorten Tomaten und Paprika, Auberginen, Gurken, Melonen, Salate,

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Kohlrabi, Kräuter und manches mehr freuen. Wer einen Anteil an Solawi besitzt, kann von Mai bis Mitte November wöchentlich mit zwei bis drei Kilo aus sechs bis sieben verschiedenen Gemüsesorten rechnen. Es ist aber auch möglich, nur einen halben Anteil an der Solawi zu erwerben. Die gesamte für den Verein verfügbare Fläche in Holtum-Geest ist 1.000 Quadratmeter groß. „Momentan bewirtschaften wir davon 300 Quadratmeter, im nächsten Jahr soll es das Dreifache werden. Wir suchen daher noch weitere Mitglieder, die gerne Gemüse essen und eventuell auch Lust haben, sich bei der Arbeit mit einzubringen“, so Sarah Meister. Angepeilt für das nächste Jahr ist, die bislang 25 Anteile auf 40 zu erhöhen. „Hergeben würde die Fläche 100 Anteile“, sagt Meister. Auch bei der Vergabe der Anteile gilt das Solidaritätsprinzip. In Bieterrunden kann jeder so viel Geld bieten, wie er aufbringen kann und möchte. Unterm Strich muss die Rechnung natürlich aufgehen. 80 bis 120 Euro müssen monatlich schon für einen Anteil kalkuliert werden, damit die Umsetzung des SolawiGedankens funktioniert. Größere Ausgaben etwa für Maschinen fallen bei der Solidargemeinschaft nicht an. „Wir arbeiten nach dem Anbauprinzip Market Garden mit Dauerbeeten, die 30 Meter lang sind und 75 Zentimeter breit. Das spart uns enorme Maschinenkosten und auch Platz. Dadurch, dass wir uns nicht an die Arbeitsbreite eines Treckers anpassen müssen, können wir die vorhandene Fläche effizienter nutzen und mehr Gemüse pro Quadratmeter produzieren“, erklärt Gemüsegärtnerin Meister. Doch: Man braucht gar kein Agrarfreak zu sein, um bei Solawi mitmischen zu können. Die stellvertretende Vorsitzende Julia Sievers zum Beispiel ist eigentlich gar nicht vom Fach. „Ich bin da so reingerutscht und dachte, ich probiere mal, wie es ist, unter fachkundiger Leitung Gemüse zu produzieren. Die Mithilfe bei der Feldarbeit zusammen mit

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Die ersten Ernteerträge bei Solawi hat es in diesem Startjahr gleich schon gegeben. den anderen Solawi-Mitgliedern und die Vorstandsarbeit machen mir jetzt große Freude!“, schwärmt sie. Und sie seien ohnehin ein toller Ausgleich zu ihrer Haupttätigkeit, die sich in einem Büro abspielt. „Außerdem ist es richtig toll,

sich regelmäßig seinen Anteil aus dem Depot abzuholen“, ist Sievers vom Konzept der solidarischen Landwirtschaft überzeugt wie begeistert. Weitere Informationen unter solawiverden.de.


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Leichtfüßig ins Verhängnis Stipendium: Journalist erzählt Schauergeschichte Text: Annette Freudling

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lles könnte so schön sein: Eine betagte Schriftstellerin zieht sich aufs Land zurück, um ihr letztes Buch zu schreiben. Doch die Idylle er-

weist sich als abgründig. Knarzende Dielen, dunkle Keller und wuchernde Gärten verheißen nichts Gutes. Und dann kommt es. Genauso. Oder schlimmer. Frühmorgens, wenn die meisten Menschen sich nochmal gemütlich in

Das hohe Alter seiner Protagonistin ist kein Zufall. Die Perspektive von Menschen an ihrem Lebensende beschäftigt Alexander Krützfeldt schon lange. „Nach meinem Sachbuch ‚Letzte Wünsche‘ bin ich das Thema nicht mehr losgeworden.“ Foto: Jörg Singer

ihren Betten umdrehen, sitzt Alexander Krützfeldt bereits am Schreibtisch und widmet sich dem drohenden Verhängnis. Der Verdener arbeitet an seinem ersten Roman. „Es wird eine Schauergeschichte“, sagt er. „Eine Mischung aus Mystery, Edgar Allan Poe und Gesellschaftssatire.“ Als freier Journalist und Sachbuchautor hat Alexander Krützfeldt sich bereits einen Namen gemacht. Er recherchiert für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung oder den Deutschlandfunk, schreibt Kolumnen und Sozialreportagen, vermittelt Fakten, Zusammenhänge und Hintergründe. Für seine Arbeit wurde er mit diversen Medien-Preisen ausgezeichnet. Nun tritt Krützfeldt, Jahrgang 1986, erstmals als Geschichten-Erzähler in Erscheinung. Und noch bevor das Manuskript fertig ist, hat „Louise Scherrmann ist erkältet“ (so der Arbeitstitel) die ersten Kritiker bereits überzeugt: Mit Exposé und Leseprobe zu seinem Belletristik-Debüt gewann Krützfeldt im Frühjahr das Literaturstipendium des Landes Niedersachsen. Genauer: eines von drei Arbeitsstipendien des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

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ALEXANDER KRÜTZFELDT Der Förderpreis schafft finanzielle Freiräume, um das Werk voranzutreiben. Zudem öffnet die Auszeichnung Türen im Literaturbetrieb – gute Voraussetzungen für die spätere Verlagssuche. Für Krützfeldt genauso wichtig: das

„Es begeistert Leute immer, wenn sie im ersten Satz merken: Es wird schlimm.“ Gefühl der Bestätigung. „Vorher habe ich viele Zweifel an meiner Buchidee gehabt. Zu wissen, das Projekt ist von einer Jury abgenommen, hat mir gezeigt: ich bin auf dem richtigen Weg.“ Ob Louise Scherrmann da wohl zustimmen würde? Fraglich. Schließlich wird die alte Dame am Ende ihres Lebensweges in nackenhaarsträubende Entwicklungen hineingezogen. Schlecht für sie, gut für die Leser. Krützfeldt sieht das ganz pragmatisch: „Es begeistert

Eine alte Dame am Ende ihres Lebensweges spielt die Hauptrolle in Krützfeldts schaurigem Belletristik-Erstling. Symbolfoto: Congerdesign/Pixabay

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Leute immer, wenn sie im ersten Satz merken: Es wird schlimm.“ „Schmunzelnd und leichtfüßig“ soll er daherkommen, der lustvolle Schrecken. Krützfeldt schätzt die vielen Facetten des literarischen Genres. „Horror ist mehr als der Axtmörder vorm Fenster“, sagt er. „Horror, das können Beziehungen sein oder Strukturen. Oder Zustände wie Alter und Einsamkeit.“ Was die Romanfigur Louise Scherrmann so umtreibt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Kein Geheimnis ist jedoch, dass die Perspektive hochbetagter Menschen Alexander Krützfeldt schon lange beschäftigt. Im Sachbuch „Letzte Wünsche. Was Sterbende hoffen, vermissen und bereuen“, 2018 bei Rowohlt erschienen, hat er sich intensiv damit auseinandergesetzt. „Danach bin ich das Thema nicht mehr losgeworden“, sagt er. „Mich interessiert, wie Lebenssituationen sich auswirken und wie Menschen ihre Vergangenheit im Laufe der Zeit immer mehr verklären.“ Seit fünf Jahren arbeitet Krützfeldt an seinem Manuskript. Durch das Stipendium hat das Projekt neuen Schwung bekommen. „Ich bin gut vorangekommen. Aber das Schreiben strengt mich an, es macht mich müde. Ich bin schon froh, wenn ich das Buch endlich abgeben habe.“ Bis es soweit ist, treibt Louise Scherrmann ihren Schöpfer weiterhin frühmorgens aus dem Bett. Und wenn der Autor seinen Laptop aufklappt, nimmt das Verhängnis seinen Lauf.

Für seine journalistischen Leistungen wurde Alexander Krützfeldt mit diversen Medien-Preisen ausgezeichnet. Für die Arbeit an seinem Belletristik-Debüt erhielt er das Literaturstipendium des Landes Niedersachsen Foto: Freudling

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MELDUNGEN

DPG: Heinz Möller erreichte Meilenstein

Stromspar-Check der Klever

Bereits seit 1989 organisiert und begleitet Heinz Möller die fast allmonatlich durchgeführten Hilfstransporte der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Verden. Sie führen ihn bis heute in steter Regelmäßigkeit in Verdens polnische Partnerregion Lubuskie (Lebuser Land). Im Laufe der Jahrzehnte ging es für ihn in die Städte Zielona Gora (Grünberg), NoHeinz Möller Foto: SPD Kreis Verden wa Sol (Neulalz an der Oder), Gubin (Guben), Miedzyrzecz (Meseritz), Gorzow Wielkopolski (Landsberg an der Warthe), Glatz an der Neisse (Klodzko), Czaplinek (Tempelburg), Wolstyn (Wollstein), Bialystok sowie Ziebice (Münsterberg in Schlesien). Ein persönlicher Meilenstein für den Verdener war der Transport am 3. November: Möller absolvierte an diesem Tag den 400. Hilfstransport nach Polen. Der Transportleiter selbst hat ausgerechnet: Rund 520.000 Kilometer sei er auf den Straßen im Namen der deutsch-polnischen Freundschaft und Verständigung unterwegs gewesen. Dazu gehörten allein wegen der Transporte 1.200 Tage Aufenthalt in Polen sowie rund 3.200 Tonnen angelieferter Sachspenden. „Ohne Unterstützung des großartigen DPG-Teams und der Bürgerinnen und Bürger sowie der Sponsoren vor allem für die Spritkosten wäre all dies nicht möglich gewesen“, dankte der Grünberger Ehrenbürger Heinz Möller allen Beteiligten an seinem Erfolg. Aber gerade wegen der Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine mit den millionenfachen Kriegsflüchtlingen in Polen bleibt weiterhin noch viel zu tun, erklärt er mit einem Blick in die Zukunft.

Das Projekt „Stromspar-Check“ der Klimaschutzund Energieagentur Landkreis Verden (Klever) ist eine Initiative mit dem Ziel, den Energieverbrauch in Haushalten im Kreisgebiet zu optimieren. Die Klever bietet Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger bei der Reduzierung ihres Stromverbrauchs und der gleichzeitigen Einsparung von Kosten. Der Stromspar-Check liegt derzeit in den Händen von Klever-Mitarbeiterin Annika Gerstenberg. Erst diesen Herbst kehrte sie nach einer Elternzeit wieder zurück ins Team. „Annika ist bereits eine erfahrene Mitarbeiterin bei kleVer und hat in der Vergangenheit einen wichtigen Beitrag bei der kleVer geleistet. Nach ihrer Auszeit ist sie voller Energie und Begeisterung zurückgekehrt“, heißt es von der Agentur selbst. Weitere Infos unter www.klever-klima.de sowie via E-Mail an a.gerstenberg@klever-klima.de (hb)

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MELDUNGEN

Einsatz beim DRK-Kreisverband Verden: „Gerätewagen Betreuung“ für die ehrenamtlichen Kräfte

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er Weg, nach und nach eine zeitgemäße Katastrophenschutzeinheit für die Bevölkerung vorhalten zu können, nimmt so langsam Formen an. Wir dürfen jetzt nicht nachlassen“, meinte jüngst der Präsident des DRK-Kreisverbands Verden Jörg Bergmann. Anlass war eine Katastrophenschutzübung im Oktober, für die erstmals ein neuer „Gerätewagen Betreuung“ unter Einsatzbedingungen getestet wurde. Die Helferinnen und Helfer im Deutschen Roten Kreuz übernehmen im Katastrophenfall Verantwortung: Ihre Einsätze reichen von der sanitätsdienstlichen Absicherung einer Veranstaltung über die Massenkarambolage auf der Autobahn bis hin zur Überschwemmung. Mehr als 150 Helfer sind aktuell in sieben Bereitschaften organisiert, welche jeweils über eigene Einsatzfahrzeuge verfügen. Je nach Größe eines Einsatzes wird aus den einzelnen Gruppen bei Bedarf ein gemeinsamer Einsatzzug gebildet. Die Einheiten werden dazu von der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle des Landkreises Verden alarmiert. Es handelt sich um ehrenamtliche Einheiten mit medizinisch oder technisch ausgebilde-

Marcel Hestermeyer vom DRK-Katastrophenschutz (v. l.), DRK-Kreisbereitschaftsleiterin Elke Siemt, Ordnungsfachdienstleiter Christian Groth und Erste Kreisräting Regina Tryta von der Kreisverwaltung sowie Präsident Jörg Bergmann und Kreisgeschäftsführer Dirk Westermann vom DRK freuten sich über den ersten Einsatz des neuen Gerätewagens. Foto: DRK Kreisverband Verden ten Einsatzkräften. Mit ihrer Arbeit unterstützen sie auch den regulären Rettungsdienst innerhalb und außerhalb des Landkreises Verden bei Einsätzen „Um das große Potenzial dieser Ehren-

amtlichen nutzen zu können, muss das eine und andere Einsatzfahrzeug noch gegen neue Technik ausgetauscht werden“, erklärte DRK-Kreisgeschäftsführer Dirk Westermann. (hb)

„Besondere“ Stadtführungen vor Weihnachten

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ie Besonderen“ ist eine bekannte Reihe unter den Verdener Stadtführungen. Diesen Monat gibt es noch zwei vorweihnachtliche Rundgänge. Am Sonntag, 10. Dezember (2. Advent), um 15 Uhr erleben Teilnehmende mit Stadtführerin Mira Hoffmann zwei unterhaltsame Stunden mit historischen Verdener Geschichten aus der Sicht des Christkindes oder Weihnachtsmannes – ganz im besonderen Zauber der weihnachtlich geschmückten Stadt. „Verden durch Kinderaugen sehen“, heißt es wieder direkt am Sonntag, 24. Dezember. Um den Kindern das Warten

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zu verkürzen und den Eltern ein wenig Erholung zu gönnen, bietet die Touristinformation Verden diese ausgefallene Stadtführung mit Hanns-Conrad Armbecht an. Er führt kindgerecht durch die historische Altstadt und lässt den besonderen Zauber während der Dämmerung auf teilnehmende Familien wirken. Es geht um einen unterhaltsamen Nachmittag an der frischen Luft, fernab von Weihnachtsstress, Computer oder Fernsehen, so die Tourist-Info. Die Teilnehmergebühr für beide Führungen beträgt 9 Euro für Erwachsene und 6 Euro ermäßigt. Anmeldung bei der

Tourist-Info im Rathaus, Telefon 04231 / 123 45 oder via E-Mail an touristik@ verden.de (hb)

Foto: Frank Pusch/Stadt Verden


Stimmung pur SHOPPING-LUST UND -LAUNE BEI DODENHOF Wenn der Shopping-Ausflug zum Stimmungshoch und jeder Moment zu einem Geschenk mit Familie und Freunden wird, dann ist Weihnachtszeit bei dodenhof. Kommt nach Posthausen und erlebt unseren wunderschönen Weihnachtsmarkt, in diesem Jahr wieder mit großer überdachter Eislaufbahn. Jeden Freitag findet hier bis zum 06. Januar unsere Disco on Ice statt. Donnerstags zeigen wir beim Open-Air-Winterkino schöne Weihnachtsfilme für die ganze Familie. Zauberstab-Stationen, Kinderschminkaktionen und Molli, der Weihnachtsexpress, lassen Kinderaugen strahlen. Genießt unsere Gastronomie und freut euch auf stimmungsvolle Shoppingwelten! Hier wird’s fröhlich!

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Grüne Superkraft neu entdeckt Ehmken Hoff: Kräutergruppe öffnet Schatzkiste der Natur Text + Fotos: Annette Freudling

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enn es draußen ungemütlich wird, wenn der Mensch die Heizung hochdreht und einen Wintervorrat Taschentücher anlegt, wenn Erkältungsbäder eingelassen werden und der Immun-Shot vor dem Frühstück teurer ist als der letzte Sommerurlaub – dann ist die perfekte Zeit, um über Kräuter zu sprechen. Das Kulturgut Ehmken Hoff in Dörverden bietet dafür die perfekte Kulisse – ein Ensemble aus teilweise denkmalgeschützten Bauernhäusern, Ställen und

„Hilfe im eigenen Garten zu finden – das hat etwas mit Selbstwirksamkeit zu tun.“ Scheunen. An ihren ursprünglichen Standorten vor dem Verfall gerettet, wurden die historischen Gebäude ab 2010 im Zentrum der Gemeinde wiederaufgebaut. Entstanden ist ein kulturelles Zentrum mit Kinderspielplatz und Fitnessanlage, Obstbaumwiese, Backhaus, Bauern-, Nutz- und Kräutergarten.

100 Kräuter und Heilpflanzen wachsen in den Beeten an der Stirnseite des Ehmken Hoff. Jutta Herbst und Heike Stäcker (v. l.) gehören zur Aktionsgruppe, die das alte Wissen um Funktion und Anwendung bewahren möchte. Etwa 30 Gruppen füllen das Kulturgut mit Leben – die Aktionsgruppe (Heil-) Kräuter ist eine davon. Fünf Frauen aus verschiedenen Landkreisen, alle im Ruhestand, kümmern sich gemeinsam um zwölf liebevoll eingefasste Beete an der Stirnseite des namensgebenden Ehmken

Hoff. 100 Kräuter und Heilpflanzen wachsen hier, angeordnet nach Funktion und Wirkung. Ob Magen und Darm, Nerven und Stress, Gicht oder Atemorgane: Was Andornkraut und Mariendiestel, Alant und Odermennig, Ringelblume und Schafgar-

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Neugierig geworden? Die Kräutergruppe trifft sich in der Regel am zweiten Freitag im Monat und nach Absprache. Kontakt: Jutta Herbst, juttaherbst@yahoo.de, 0177 / 872 29 31. Ab Frühjahr 2024 sollen auch Kräuterführtage und Workshops stattfinden. Außerdem präsentiert sich die Gruppe bei den Veranstaltungen des Ehmken Hoff, zum Beispiel beim Pflanzenmarkt am 21. April 2024.

be alles können, darüber wussten die Menschen in früheren Jahrhunderten noch sehr gut Bescheid. „Heute betrachten die Leute viele Pflanzen nur noch als Unkraut“, sagt Jutta Herbst. „Selbst auf dem Land ist das alte

Kräuterwissen verlorengegangen.“ Die Kräutergruppe will die Schatzkiste der Natur wieder öffnen – und zeigen, wie lecker, gesund und vielfältig nutzbar die heimische Flora ist. Im Rahmen der monatlichen Treffen werden Rezepte aus der Kräuterküche ausprobiert, Öle, Salze und Essige hergestellt, Tinkturen, Cremes, Salben und Seifen angefertigt. Vom Anbau

Kräuter vor dem Sammeln genauer kennen lernen über die Ernte bis zur Haltbarmachung und Verwendung hat jede Jahreszeit ihren besonderen Reiz. „Viele haben das Bedürfnis, wieder Teil der Natur zu sein“, sagt Heike Stäcker. „Unsere Botschaft ist: Ich muss keine teuren Produkte kaufen, um meine Immunabwehr zu stärken oder mein Verdauungssystem in Schwung

bringen. Ich kann Hilfe im eigenen Garten finden oder in der Landschaft. Das hat etwas mit Selbstwirksamkeit zu tun.“ Jutta Herbst schwört zum Beispiel auf Brennnessel, Schafgarbe und Hopfen. „Diese Kräuter lassen sich zu einem wunderbaren Schlaftee mischen oder eingenäht in Baumwolle als schlafförderndes Kissen verwenden.“ Wichtig: Vor dem Sammeln sollte man sich kundig machen. Besteht Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen? Und in welchen Mengen ist die Heilpflanze anzuwenden? Schließlich gilt auch in der Naturheilkunde: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung, die Dosis macht das Gift. Augenmaß und gesunder Menschenverstand sind in jedem Fall gute Begleiter: „Natürlich pflücken wir nicht an der Bundesstraße oder da, wo die Hunde immer Gassi gehen. Und wir nehmen nur so viel von einer Pflanze, dass der Bestand sich wieder erholen kann.“

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Rezepte aus der Kräuterküche probiert die Dörverdener Kräutergruppe allmonatlich aus. Denn selbst auf dem Land sei das alte Wissen darüber verloren gegangen, mein Jutta Herbst. Symbolfotos: Pixabay

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Weihnachtsglück kommt über die Tanne: Aktion der Caritas für Kinder aus einkommensschwachen Familien Nicole Rath (l.) und Kollegin Marlena Komor von der Caritas beim Behängen des Wunschbaums vor dem Rathaus. Zwischendurch sorgen sie immer mal wieder für Nachschub bei der Aktion. Foto: Haubrock-Kriedel

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er Caritasverband will mit seiner Wunschbaumaktion zum 17. Mal in Folge Kinderaugen zum Leuchten bringen. Denn auch in diesem Jahr steht wieder ein Wunschbaum vor dem Rathaus auf dem Verdener Weihnachtsmarkt. Zum zweiten Mal gibt es auch noch einen zweiten Baum vor dem Caritas-Gebäude am Andreaswall 11. Die Wunschbaumak-

tion ist ein Spendenprojekt vom Caritasverband für die Landkreise Verden und Heidekreis für Kinder aus Verden, Dörverden, Langwedel oder Kirchlinteln, deren Eltern aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu beschenken. „Der Wunschbaum ist eine unkomplizierte Art zu spenden, bei dem der lokale Bezug, die überschaubare Spendensum-

me und besonders wichtig, die passgenaue Wunscherfüllung des Kindes im Vordergrund stehen. Im letzten Jahr haben wir die Geschenke erstmals in feierlichen Rahmen an die Kinder verteilt. Das war eine sehr schöne weihnachtliche Stimmung und wurde sehr gut angenommen. Daher werden wir es in diesem Jahr wieder so machen“, sagt Caritas-Mitarbeiterin Nicole Rath. Im vorigen Jahr sei auch erstmals für alle Wunschzettel ein Geschenk abgegeben worden. Unter den Firmen, Vereinen und Institutionen, die sich beteiligt hätten, hebt sie besonders die Verdener Polizei hervor: „Die Polizeiinspektion Verden/Osterholz hat gleich 50 Wunschzettel abgeholt und bei sich einen eigenen Wunschbaum aufgestellt, von dem sich die Kollegen die Zettel holen konnten. Sie kamen dann mit zwei Bullis mit 50 Geschenken hier an. In diesem Jahr wollen sie es wieder so machen“, berichtet die Wunschbaum-Organisatorin begeistert. Sie freue sich darüber, dass die Zahl der Schenkenden mit den Jahren gewachsen sei.

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Die passgenaue Erfüllung des Kinderwunsches steht im Vordergrund der Aktion.


CARITAS-WUNSCHBAUM Dennoch: „Ich würde mir trotzdem wünschen, dass noch mehr Firmen mit ins Boot kommen“, so Rath. Auch in diesem Jahr gab es wieder einen regelrechten Run auf die Wunschzettel. „Die 370 Wunschzettel waren schon nach vier Tagen weg. Wie in jedem Jahr hätten wir noch viel mehr verteilen können, eine größere Anzahl können wir aber wirklich nicht bewältigen“, bedauert Rath. Gemeinsam mit den Kolleginnen Michaela Baumgarten, Marlena Komor, Jutta Luttmann und Ute Kordges sowie der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Sabine Metzko hat sie in den nächsten Wochen mit der Organisation der Wunschbaumaktion alle Hände voll zu tun. Die mit reichlich Wunschzetteln geschmückten Tannenbäume stehen jetzt vor dem Rathaus und dem Gebäude des Caritasverbandes am Andreaswall 11. Rath hofft nun, dass viele Schenkende sich einen Wunschzettel vom Baum pflücken und einem Kind einen Herzenswunsch erfüllen. „Erfahrungsgemäß werden von den

Die Wunschbäume in Verden sind ein Projekt des örtlichen Caritasverbands, bei dem nicht nur Kinder aus Verdener Familien profitieren. Vor dem Geschäftsgebäude des Verbands steht ein weiterer Baum. Foto: Bruns Kindern Spielzeug, Sport-, Kosmetik- und Bekleidungsartikel oder Gutscheine gewünscht. Fahrräder, Technische Geräte, Handys und Unterhaltungselektronik sollten außen vor bleiben, da aus Erfahrung bescheidenere Wünsche deutlich schneller erfüllt werden“, weiß Rath. Wer einen Wunschzettel mitgenommen hat oder mitnehmen möchte, wird

gebeten, das weihnachtlich verpackte Geschenk zusammen mit dem Wunschzettel bis zum 15. Dezember beim Caritasverband für die Landkreise Verden und Heidekreis, Andreaswall 11. abzugeben. Die Geschenke werden Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 12.30 Uhr bis 17.00 entgegengenommen. (ahk)

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Parkplatz RuheForst Kirchlinteln, Kreepener Straße, 27308 Kirchlinteln

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MELDUNGEN

Ihk-Quartalsbericht zum Konsumklima: Inflation ist weiterhin zu spüren / Rahmenbedingunen kritisiert

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ie wirtschaftliche Lage in der Region wird von den meisten Unternehmen nach wie vor als „zufriedenstellend“ eingeschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelkammer (Ihk) Stade für den Elbe-Weser-Raum in ihrem Konjunkturbericht für das dritte Quartal 2023. Allerdings: Die Unternehmen fordern eine verlässliche Wirtschaftspolitik – denn ihre Erwartungshaltung für die kommenden Monate nimmt ab. So gingen die Aufträge im Baugewerbe zurück, verschlechterte sich die Stimmung in der Industrie wie im Einzelhandel. „Branchenübergreifend nimmt die Lageeinschätzung von Quartal zu Quartal ab, ist aber insgesamt noch zufriedenstellend“, hat die Ihk analysiert. Im Detail bewerten 24 Prozent (zuvor: 27 Prozent) ihre Geschäftslage als gut. Wie zuvor nimmt rund jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) eine gegen-

teilige Einschätzung vor. 55 Prozent der Betriebe (zuvor: 53 Prozent) sprechen von einem saisonüblichen Quartalsverlauf. Doch auch die Inflation war im dritten Quartal weiterhin zu spüren. Privatkunden hielten sich mit ihren Ausgaben weiterhin zurück, was im Schnitt sechs von zehn Einzelhändler feststellen. In der Industrie schwächelt die Nachfrage ebenfalls. Der Ausblick auf die kommenden Monate verschlechtert sich, wie schon in den Ihk-Quartalsumfragen zuvor, erneut. Der Anteil derjenigen Unternehmen, die von einer eher ungünstigeren Entwicklung ausgehen, steigt von 47 auf 55 zwölf Prozent. Eine positivere Geschäftsentwicklung sehen nur von acht Prozent (zuvor: zwölf Prozent) der befragten Firmen. Die Unternehmen hätten mit einer schwachen Inlandsnach-

frage, strukturellen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel und der Transformation zu kämpfen, so die IhkWirtschaftsexperten. Sechs von zehn Unternehmen sorgten sich um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Dabei kritisierten sie auch „die richtungslose Politik, die den Betrieben jegliche Planungssicherheit nimmt“, bewertet die Ihk und bemängelt zu viele Vorschriften und Verfahren, mit denen das Land sich selbst im Weg stehe. Es brauche Reformen und eine Wirtschaftspolitik, die sich nah an den Belangen der Unternehmen orientiere, wird gefordert. Für die jüngste Quartalsumfrage wurden 378 Unternehmen aus dem Elbe-Weser-Raum befragt, von denen 221 Unternehmen geantwortet haben. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 58,5 Prozent. (hb)

Die Innenstadtentwicklung ist auch in Verden ein kontinuierliches Thema. Der Einzelhandel bemerkt laut der Ihk Stade, die auch in Verden eine Geschäftsstelle betreibt, noch immer eine rückläufige Konsumneigung bei der Kundschaft. Foto: Arne von Brill/Stadt Verden

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TERMINKALENDER beschließt, die kleine Mariann zu suchen, um gemeinsam mit ihr das schönste Weihnachtsfest aller Zeiten zu erleben. Veranstalter ist das Koki Verden, der Film beginnt um 14.30 Uhr im Cine City.

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Die Omas gegen Rechts treffen sich heute von 19 bis 21 Uhr im kleinen Domgemeindesaal, Lugenstein 8. Gleichgesinnte sind willkommen, unabhängig von Alter und Geschlecht. Kontakt: 0172 / 435 82

und offen für alle ist der 19 Gemütlich Handarbeits-Treff im Bistro Kult, Holz-

markt 13. Willkommen sind Frauen aus aller Welt in jedem Alter. Zeit: 10 bis 12.30 Uhr.

Mit adventlichen und weihnachtlichen Liedern aus der Seefahrt stimmt der Shantychor Verden in der Kirche St. Andreas seine Zuhörer aufs Weihnachtsfest ein. Beginn ist um 17 Uhr. Foto: Shantychor Verden

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Im Deutschen Pferdemuseum ist heute der Fotograf und Meeresbiologe Solvin Zankl mit seinem Vortrag „Wunder der Tiefsee – Expedition in unerforschte Welten“ zu Gast. Los geht’s um 19.30 Uhr. „Kleine Wesen lesen“ ist eine Veranstaltungsreihe der Stadtbibliothek, in der die jüngsten Besucher auf ihre Kosten kommen. Zeit und Ort: 16 bis 17 Uhr, Holzmarkt 7. Der Rotary-Club Verden lädt Kinder und

10 ihre Begleiter kostenlos ins Kino ein –

Freigetränk und Popcorn inklusive. Gezeigt wird der Film „Ein Weihnachtsfest für Teddy“. Als der Losbuden-Stoffbär das Glücksrad manipuliert, um von einem Mann mit viel Geld gewonnen zu werden, nimmt sein Leben eine Wendung – aber nicht zum Besseren. Teddy

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binettausstellung „Dogsonality – Fotografien von Elke Vogelsang“ im Deutschen Pferdemuseum zeugt von dieser langen Freundschaft. Zu sehen bis 14. Januar zu den üblichen Öffnungszeiten.

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Stille Nacht? Nicht im Stall des Domherrenhauses Verden. Ox kommt von der Arbeit und findet ein kleines Häuflein Mensch in seiner Futterkrippe, mit dem auch Esel so gar nichts anfangen kann. Das schreiende Bündel sorgt mächtig für Trubel ... Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte und ein Theaterstück für die ganze Familie. Zu sehen ab 10 Uhr im Historischen Museum Domherrenhaus. Kontakt: 04231 / 21 69. Foto: hb

Auf einer Busreise nach Paris eckt Inger wegen ihrer unverblümten Art an. Sie kann nicht anders, denn sie ist schizophren – und verwickelt die Reisegruppe in ihr ganz eigenes Abenteuer. Das Kommunalkino Koki zeigt die dänische Tragikomödie „Rose – eine unvergessliche Reise nach Paris“ heute ab 20 Uhr im Cine City.

15.000 Jahren wurde der Hund zum 16 Vor treuen Begleiter des Menschen. Die Ka-

Die Stadtbibliothek lädt zum offenen Spieletreff ein. Von 19.30 bis 22 Uhr werden gemeinsam bekannte oder neue Brett- und Kartenspiele gespielt oder ausprobiert. Es können auch eigenen Spiele mitgebracht werden. Um Anmeldung unter 04231 / 12480 oder per Mail an bibliothek@verden.de wird gebeten.

und Historienkrimi: Das Kommu13 Biopic nalkino Koki präsentiert im Cine City

heute die italienische Produktion „Der Schatten von Caravaggio“. Im 17. Jahrhundert empört der Maler Caravaggio die kirchliche Obrigkeit. Als er in einen Mordfall verwickelt wird, taucht ein Geheimagent des Papstes, der Schatten, in die schillernde Welt des Künstlers ein. Beginn ist um 20 Uhr.

Karrierefrau will Flugangst 20 Londoner überwinden – und landet unversehens im Flieger nach Reykjavík. Die britischdeutsch-isländische Komödie „Fearless Flyers – Fliegen für Anfänger“ läuft ab 20 Uhr im Cine City. Veranstalter: Kommunalkino Koki.

unterwegs? Werdende El21 Nachwuchs tern können heute entspannten Einblick nehmen in die Geburtshilfeabteilung der Aller-Weser-Klinik, Eitzer Straße 20. Treffpunkt: 19 Uhr in der Cafeteria im Erdgeschoss. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

sich das Warten auf Heiligabend 24 Wer verkürzen möchte, bucht die besondere Stadtführung „Verden durch Kinderaugen sehen“. Stadtführer Hanns-Conrad Armbecht führt durch die historische Altstadt und lässt den besonderen Zauber der weihnachtlich geschmückten Stadt während der Dämmerung wirken. Treffpunkt: 15 Uhr vor dem Dom am Lugenstein. Anmeldung: Tourist-Info, 04231 / 12345.

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Wer seine Deutschkenntnisse aufbessern

14 möchte und Interesse an anderen Kul-

turen hat, ist im Sprachcafé genau richtig. Im Nachbarschaftstreff „Das grüne Sofa“, Brunnenweg 68, kann man heute von 9 bis 11 Uhr bei Kaffee, kleinen Snacks und Gesellschaftsspielen Zeit mit anderen Menschen verbringen. Sicherheitshalber vorher anfragen, ob der Termin stattfindet: ramona.benscheck@ verden.de

weihnachtliches Mitsingkonzert läuft 15 Ein heute im Rittergut Höhnisch, Nienburger

Straße 31b: Es geht es um einen lockeren und stimmungsvollen Abend mit Freunden, Johana Klaas, Tomke de Vries und der Sing-up-Band. Als Motto gilt: Einfach vorbeikommen und mitmachen. Der Eintritt ist frei. Los geht’s um 19.30 Uhr.

Weihnachtliche Orgelmusik können Besucher ab 17 Uhr im Dom genießen. Es spielt Kirchenmusikdirektor Robert Selinger. Foto: av Kirchengemeinde St. Johannis lädt 26 Die zum Kantatengottesdienst ein. Das En-

semble „Siderea Musica“ und Solisten bringen das Bach-Werk „Jauchzet Gott in alles Landen“ (BWV 51) zu Gehör. Beginn ist um 11 Uhr.


Jahresausklang mit Dirigent 31 Festlicher Kirill Petrenko und Startenor Jonas Kauf-

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mann: Das Cine City Verden überträgt das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker live im Kino. Programm: Richard Wagner „Tannhäuser“ (Ouvertüre / Der Venusberg) sowie „Die Walküre“ (1. Akt). Auftakt: 17 Uhr, Schlussakkord: 19.40 Uhr.

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Der Maler Alexander Dettmar steht im Mittelpunkt einer farbenfrohen Sonderausstellung im Historischen Museum Domherrenhaus. Zu sehen sind frühe Leinwandarbeiten. Für den Stadt- und Kirchengeschichtsraum hat Dettmar zudem zwei wichtige Architekturbilder zur Verfügung gestellt: den Verdener Dom und die Verdener Synagoge, die in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 niedergebrannt wurde. Zu sehen ist die Schau noch bis zum 14. Januar. Foto: hb

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Lotta kann eine ganze Menge: Sie kann Ski laufen, pfeifen, Blumen gießen, Geschirr spülen, rodeln und kranken Leuten helfen. Sogar Rad fahren kann sie – beinahe – im Geheimen. Das Kindertheater nach Geschichten von Astrid Lindgren wird präsentiert vom Verein Tintenklecks. Zeit und Ort: 15.30 Uhr, Heimatverein Eitze. Anmeldung: kindertheater@heimatverein-eitze.de. (Am 05. Januar, 15 Uhr, noch einmal zu sehen in der Stadtbibliothek Verden. Anmeldung: buero@tintenklecks-verden.de.) Mehr als 80 ausgezeichnete Fotografien des Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf des Jahres 2023“ sind noch bis Sonntag, 3. März, im Deutschen Pferdemuseum zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.

Giacomo Puccini (19. September) und Frida Kahlo (14. November). Vorstellungen finden jeweils um 18 Uhr und um 20 Uhr statt. Tickets im Vorverkauf gibt es im Domherrenhaus unter info@domherrenhaus.de oder telefonisch unter 04231 / 2169. Verschärfte Situation In der Stadthalle

21 Verden: Die Leipziger Pfeffermühle gibt

ihr humorvoll-kritisches Programm „5 % Würde“ zum Besten. Zweitstimmen und erste Prognosen, letzte Umfragewerte und vorläufige Sitzverteilungen werden musikalisch untermalt mit vielen bekannten ABBA-Songs. Los geht’s um 18 Uhr. Vorverkauf: Nordwest-Ticket. Plakat: Leipziger Pfeffermühle

Mit der Entdeckung des Asteroiden VR-

14 24-17-20 setzt die zwölfjährige Ulja eine Kettenreaktion in Gang. Mit Klassenkamerad Henk macht sie sich auf den Weg, um den Einschlag hautnah mitzuerleben – dicht gefolgt von Oma Olga und Pastor Brotz. Das Kommunalkino Koki zeigt den Film „Mission Ulja Funk“ heute ab 14.30 Uhr im Cine City. Zeit für eine weitere Folge der Blue-

18 Thursday-Reihe im Historischen Museum 25

Domherrenhaus: Regelmäßig geben sich hier für eine Stunde unterschiedlichste historische Persönlichkeiten die Ehre. Heute zu Gast: der Asienreisende Marco Polo (1254 bis 1324). Ausblick für 2024: Fotograf Helmut Newton (07. März),

Liebe Leserinnen und Leser, der Terminkalender entspricht dem Stand der Dinge bei Redaktionsschluss. Bitte informieren Sie sich vorab über mögliche Änderungen.

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TERMINKALENDER und Arizona Trail genauso wie auf 24 Trail unbekannten Pfaden, durch atemberau-

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bende Berge, endlose Wälder und karge Wüsten. Heute ab 19.30 Uhr berichten die Abenteurer im Deutschen Pferdemuseum unter dem Titel „Long way home - Im Sattel durch Amerika“ von dieser außergewöhnlichen Reise. Sitzplatzreservierung erforderlich unter Telefon 04231 / 80 71 40. Foto: Die Abenteuerreiter

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„Heavysaurus“, das sind fünf Profimusiker, die in Dino-Kostümen stecken und Rockmusik spielen. Ihre „PommesgabelTour 2024“ verspricht Dino-Rock für die ganze Familie. Zu erleben heute ab 17.30 Uhr in der Stadthalle: Vorverkauf: Nordwest-Ticket und Eventim. Ein weiteres Gastspiel des Theaterabos

10 gibt es auch im zweiten Monat des neu-

en Jahres: In „Professor Mamlock“ ist Gustav Peter Wöhler als realitätsferner jüdischer Mediziner währen der Nazizeit zu erleben. Lange glaubt er an die reine Lehre der Wissenschaft und an die Aufrichtigkeit im Menschen – doch sein Schicksal ist längst besiegelt. Die Produktion des Hamburger Sprechwerks mit Umbreit Entertainment ist um 20 Uhr in der Stadthalle zu sehen.

Das Historische Museum Domherrenhaus lädt zu seiner Vortragsreihe „BAM!“ 2024 ein. Heute stellt Dipl.-Pädagoge Wilfried Duckstein den Sachsenhain als „SS-Weihestätte bei Verden 1935-1945“ vor. Beginn ist um 18.30 Uhr. Grafik: Domherrenhaus einem Bilderbuchkino lädt die Stadt25 Zu bibliothek Verden Leser, die es erst wer-

den wollen, heute von 16 bis 16.30 Uhr ein. Bilderbuchkinozeit ist dort immer donnerstags um 16 Uhr.

5.000 Kilometer im Pferdesattel: Mit vier Mustangs und Hündin Charlie reiten Sonja Endlweber und Günter Wamser quer durch den Wilden Westen Amerikas – auf legendären Wegen wie Pacific Crest

Im Rahmen des Verdener Theaterabos zeigt das Studio Landgraf heute um 20 Uhr Goethes „Stella“ in der Stadthalle. Das Besondere: Wie die Geschichte ausgeht, lässt das Theater offen. Denn Goethe selbst schrieb sein Werk einst um, weil die erste Variante, in der die Form einer Dreierbeziehung zu etwas Offiziellem erklärt wurde, das damalige Publikum zutiefst entrüstete. In seiner zweiten Fassung funktionierte er „Stella“ dann zum Trauerspiel um. Karten gibt es bei der Tourist-Info sowie bei Nordwest-Ticket. Foto: Bo Lahola

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Uhr im Cine City. Zum Inhalt: Der zehnjährige Ben und seine stumme sechsjährige Schwester Saoirse leben mit ihrem Vater, der um seine Frau trauert, in einem alten Leuchtturm am Meer.Saoirse aber entpuppt sich als eine sogenannte Selkie, eine sagenhafte Kreatur, die an Land eine menschliche Gestalt hat, sich im Wasser aber in eine Robbe verwandelt. Ben und seine Schwester erleben eine fantastische Reise, auf der sie vielen Wesen begegnen, die Ben bisher für Fantasiegestalten aus den Geschichten seiner Mutter gehalten hatte. Der Eintritt kostet 5 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.koki-verden.de

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Mit dem „Domherrenstolz“-Craftbeer stieß Sabine Lühnung bereits 2018 mit dem damaligen Museumsleiter Björn Emigholz an. Foto: Ralf Reincken

Die Verdener Brau-Manufaktur und Stadt-

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Der Trägerverein Verdener Kulturflügel präsentiert das traditionelle Neujahrskonzert in der Stadthalle Verden. Es spielt die „Sinfonietta Aller Weser“. Beginn ist um 20 Uhr. Karten gibt’s bei Nordwest-Ticket.

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Titel „Pro-Bier mal!“ Einblick in die alte Tradition des Bierbrauens. Die mit Anekdoten gewürzte Führung beginnt um 14.30 Uhr am Rathaus, führt durch die Gassen der Altstadt und endet im Historischen Museum Domherrenhaus mit einer informativ-witzigen Bierprobe. Start ist heute um 14.30 Uhr. Zwei weitere „Pro-Bier mal!“-Termine finden am

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17. und 18. Februar jeweils zur selben Zeit statt. Info und Anmeldung: Domherrenhaus, Telefon: 04231 / 21 69.

Verdener Koki zeigt den Fantasy-Film 11 Das „Die Melodie des Meeres“ heute um 14.30

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Radreiseverhalten soll analysiert werden: Jetzt noch mitmachen bei ADFC-Umfrage und E-Bike gewinnen

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inmal im Jahr untersucht die Radreiseanalyse der ADFC-Bundesgeschäftsstelle das Radreiseverhalten der Menschen. Die diesjährige Analyse beschäftigt sich damit, wie Menschen in Deutschland das Fahrrad im Urlaub nutzen: Wer 2023 Reisen, Tagestouren oder kurze Ausflüge mit dem Rad gemacht hat, kann an der etwa 15 Minuten dauernden Online-Umfrage des ADFC teilnehmen. Doch auch wer sich gegen einen Radurlaub entschieden hat, kann erstmals in der Umfrage seine Gründe dafür nennen. Der Fahrradclub ruft dazu auf, bis zum 10. Dezember bei der Befragung mitzumachen. Als Anreiz wird unter den Teilnehmenden ein Victoria-Elektrofahrrad verlost. Wer nutzt das Rad auf Reisen und bei Tagesausflügen? Welche Regionen und Radfernwege werden befahren? Wie zufrieden sind Radreisende mit ihrem Reiseerlebnis? Und warum haben sie sich für oder gegen eine Radreise entschieden? All dies versucht der ADFC im Rahmen der der bundesweiten und repräsentativen Online-Befragung zu analysieren. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Bedeutung des Fahrrads sichtbarer zu machen. Langfristig gehe es darum, die Bedingungen für Radtouristen zu verbessern, heißt es. Auch für die Politik und den Tourismus könnten die Er-

Wer in diesem Jahr eine längere Radtour oder -reise unternommen hat, soll ebenso zu Wort kommen, wie sich die jüngste ADFC-Umfrage erstmals auch an Personen wendet, die sich dagegen entschieden haben. Foto: Mittelweser Touristik kenntnisse eine wichtige Orientierungshilfe sein. „Radtourismus liegt im Trend: 2022 haben 4,6 Millionen Menschen eine Radreise und 38 Millionen einen Tagesauflug per Rad unternommen“, erklärt der stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende

Christian Tänzler. Um die Vielfalt des Radfahrens im Urlaub besser zu erfassen und bisher ungenutzte Potenzial zu erschließen, nehme man in der Neuauflage der ADFC-Radreiseanalyse auch diejenigen in den Fokus, für die Radfahren im Urlaub bislang keine Option war. (hb)

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