Quartier Schwachhausen • Oberneuland • Borgfeld • Horn
Dimitri Kalistov
Die Tanz-WM ist nur ein Etappenziel
Oktober/2026
Jetzt schon vormerken:
Sonntagsverkauf am 8. November
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EDITORIAL
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Robert Lürssen Chefredakteur
Liebe Leserinnen und Leser, pünktlich zur Eröffnung des 991. Bremer Freimarktes kommt auch die OktoberAusgabe des Quartier auf den Markt. Bis zum 1. November drehen sich in diesem Jahr die Karussells auf der Bürgerweide. Für die Feier-Biesterunter Ihnen haben wir ein paar Tipps herausgesucht. Schließlich präsentiert der WESER REPORT wieder die Festzeltstars, das Bremer Goldkehlchen und die Ladies Night. Während in den Zelten auf dem Freimarkt meistens „Freistil“ oder sogar auf den Bänken getanzt wird, kommt es bei Dimitri Kalistov auf jedes Detail an. Der junge Ukrainer tanzt beim Grün-Gold-Club und hat kein geringeres Ziel, als zusammen mit seiner Tanzpartnerin Luna Albanese in die Weltspitze der Lateintänzer vorzustoßen. Nebenbei arbeitet er in Bremen noch an seinem Abitur. Insa Lohmann hat den ehrgeizigen Sportler beim Training besucht.
IN NEUEM
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Um die Zukunft geht es auch in einem anderen Beitrag in diesem Heft. Die Zahl der Fleischereien ist in den vergangenen Jahren enorm gesunken. Nicht nur in Bremen, sondern bundesweit. Trotzdem glaubt Herbert Dohrmann, seit zehn Jahren Präsident des Fleischerhandwerks in Deutschland, an die Zukunft seiner Branche. Warum das so ist, erklärt er im Interview, das Gabi Piontkowski mit ihm geführt hat. Viel Spaß beim Lesen, Ihr Robert Lürssen
QUARTIER 17. OKTOBER 2026 VERLAG:
Weser Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH Am Brill 19, 28195 Bremen, Tel. 0421 / 690 55-01
TITELFOTO: Klaus-Werner Schlie REDAKTION:
Gabi Piontkowski, Marcus Schmidt,Bettina Meister, Martin Bollmann, Philipp Behrbom
CHEFREDAKTION:
Robert Lürssen, robert.luerssen@weserreport.de
ANZEIGENBERATUNG: Marina Lehmann, Tel. 690 55-104 Wolfgang Pabst, Tel. 690 55-148
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INHALT
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WEISSER RING
LEBEN & ARBEITEN
Seit 50 Jahren im Einsatz für die Opfer
6 VIER AUS DEM QUARTIER
...freuen sich auf den 991. Bremer Freimarkt
7 VOLLES PROGRAMM Abfeiern mit den Festzeltstars
8 TITELSTORY
Dimitri Kalistov will die Tanzwelt erobern
13 SINGGEMEINSCHAFT
Seit 40 Jahren wird in Timmersloh gesungen
14 MINI-GALERIE
Besondere Postkarten an einem speziellen Ort
16 TAUSCHTREFF
Borgfelder Aktion für mehr Nachhaltigkeit
18 IM GESPRÄCH
Herbert Dohrmann über die Lage im Fleischerhandwerk
20 WÜMME KALENDER
Tolle Bilder zeigen die Natur
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22 BAUSTELLE
UMZUG ZU PFERD
Gefährlicher Engpass an der Scharnhorststraße
Der Reit- und Fahrverein Oberneuland hat in Borgfeld eine neue Bleibe gefunden
27 WEISSER RING
50 Jahre Einsatz für Opfer von Verbrechen
FREIZEIT
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SIEBEN POSTKARTEN
umfassen jeweils die Ausstellungen bei Hairliner's
24 VERANSTALTUNGEN
Top-Events in den kommenden Monaten
30 UMZUG ZU PFERD
Reit- und Fahrverein jetzt in Borgfeld ansässig
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40 JAHRE
gibt es schon die Singgemeinschaft Timmersloh
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33 BREMER WEIN
Ralf Saxe hat wieder Trauben gesammelt
34 MITMISCHEN
in Horn-Lehe wird ein neuer Jugendbeirat gewählt
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VIER AUS DEM QUARTIER
Meta Kemna
Hollerallee
Meta Kemna aus Borgfeld ist früher gerne auf den Freimarkt gegangen. „Meinem Halbbruder Willi, mit dem ich gemeinsam den Freimarkt besuchte, habe ich immer gesagt, dass er nachmittags noch nicht alles Geld ausgeben soll“, erinnert sich die heute 90-Jährige. „Denn abends, wenn die Lichter angingen, war es besonders schön!“ Doch Willi habe auf den schwesterlichen Rat nicht gehört und hatte dann am Abend kein Geld mehr. An ein Erlebnis erinnert sich die Landwirtin heute noch: „Als ich 13 oder 14 Jahre alt war, habe ich fürchterlich Angst bekommen, weil ich mich im Irrgarten verlaufen habe und nicht mehr herauskam“. Heute ist Meta Kemna auf einen Rollator angewiesen und traut sich nicht mehr so recht auf den Freimarkt. Dafür schaut sie sich dann den Freimarktumzug im Fernsehen an.
Rabia Güner Rabia Güner aus Borgfeld geht gerne auf den Freimarkt. „Das ist eine schöne Aktivität, wir treffen uns nach Feierabend mit Freunden, Kollegen oder der Familie“, sagt die Projektmanagerin. Für jeden sei etwas dabei. Ganz besonders liebt die 28-Jährige das Essen auf dem Freimarkt. Ihr Favorit: eine Pommes-Bude aus den Niederlanden. „Da muss ich jedesmal hin“, schwärmt die Borgfelderin. Einmal im Jahr trifft sie sich auch mit Kollegen auf dem Freimarkt, um Lose an einer Pflanzen-Losbude zu kaufen. Verzieren die gewonnenen Pflanzen dann das heimische Wohnzimmer? „Nein, winkt Rabia Güner ab“, die Pflanzen verschenken wir dann wieder.“
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Tom Ruiter Tom Ruiter aus Borgfeld beschäftigt sich beruflich mit der Meerwasserentsalzung. In seiner Freizeit geht der Wissenschaftliche Mitarbeiter im Bereich technische Thermodynamik aber seit vielen Jahren gerne auf den Freimarkt. „Es ist toll, dass der Freimarkt so groß ist“, freut sich der 31-Jährige. „Mit Leuten treffen, lecker essen, das macht Spaß“, strahlt der Borgfelder. Er ist begeistert von der gro ßen Essensauswahl. Ganz besonders schmeckt ihm aber das Zimteis. Früher ist Tom Ruiter auch gerne Karussell gefahren, am liebsten mit dem „Breakdancer“. „Heute habe ich Angst, dass mir schlecht wird, wenn ich zu viel gegessen habe“, sagt Ruiter.
Jürgen Linke
Jürgen Linke aus Borgfeld ist ein regelmäßiger Freimarktgänger, seitdem er 1971 nach Bremen kam. Fahrgeschäfte sind allerdings nicht sein Ding. „Mir schmeckt das Essen“, sagt der ehemalige Borgfelder Ortsamtsleiter. Ganz hoch im Kurs stehen bei Linke Waffeln mit Kirschen und Sahne. Aber auch die Pferdewurst liebt er, während seine Frau Ilse gerne mal ein Fischbrötchen verspeist. Interessant findet der Pensionär auch den Gang durch „Pött und Pannen“, das Kochgeschirr, das auf dem Freimarkstausgang Richtung Findorff angeboten wird. „Einmal war es auf dem Freimarkt auch so voll, dass die Polizei uns den Weg bahnen musste, das war gefährlich“, erinnert sich Linke. Den Spaß am Freimarkt hat ihm das aber nicht verdorben.
Ischa Freimaak! Festzeltstars, Goldkehlchen und Ladies Night
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er 991. Bremer Freimarkt hat wieder jede Menge zu bieten: Allein 24 Lauf- und Fahrgeschäfte plus Kinderkarussells, fünf Geister-, Schienen- und Achterbahnen sowie 22 Ausschankbetriebe sind für das Fest vom 16. Oktober bis 1. November angekündigt. Dazu gibt es wieder jede Menge Spielbuden und Stände mit kulinarischen Köstlichkeiten - verteilt auf einen 2,3 Kilometer langen Rundkurs auf der Bürgerweide. Ein paar Tipps: Am Montag, 19. Oktober, ab 17 Uhr entern die Festzeltstars präsentiert vom WESER REPORT im Hansezelt die Bühne. Unter anderem Almklausi ( „Mama Laudaa“, Foto), Die Draufgänger („Cordula Grün“), Großstadtengel („Gute Laune“) und Lucas Cordalis stehen auf der Bühne. Der Einritt ist frei. Zwischen 17 und 18 Uhr spendiert Haake-Beck anlässlich seines 200-jährigen Bestehens für jeden Gast ein Glas Pils. Nur einen Tag später (20. Oktober) wird ab 18 Uhr in der Almhütte wieder das Bremer Goldkehlchen gesucht. Eine Promi-Jury und das Publikum entscheiden, wer bei dem Wettbewerb um Gesang und Performance das Preisgeld abräumt. Auch hier ist der Eintritt kostenlos. Party-Tipp Nummer drei richtet sich insbesondere an Frauen: Am Mittwoch, 21. Oktober, lädt die Almhütte ab 17 erneut zur Ladies Night ein. Bachelor Paul Janke begrüßt die Besucherinnen mit einer Rose und moderiert den Wettbewerb um die Miss Dirndl 2026. Der Eintritt ist frei. Die ersten 100 Besucherinnen dürfen sich auf eine Piccolo Scarvi & Ray gratis freuen. Männer können für die Zeit der Ladies Night im separierten Männerhort abgegeben werden. Der WESER REPORT und Antenne Schlager präsentieren das Event.
Ebenfalls am 21. Oktober ist auf dem Freimarkt WerderTag. Wer mit Schal oder Trikot von Werder Bremen erscheint, erhält bei den teilnehmenden Geschäften Rabatt. Der traditionelle Freimarktsumzug startet am Samstag, 24. Oktober, um 10 Uhr in der Pappelstraße. Etwa eine Stunde später werden die ersten Wagen am Marktplatz erwartet. Gruselig wird es am Mittwoch, 28. Oktober, den die Schausteller zum „Halloween-Tag“ erklärt haben. Von 14 bis 19 Uhr können sich Kinder an verschiedenen Stationen schninken lassen. Um 16 Uhr gibt es eine Gruselparade für Kinder. Für die älteren Grusel-Freunde tummeln sich ab 20 Uhr im Rahmen der Horror-Parade schaurige Gestalten zwischen Geschäften und Karussells. Der Autoscooter Top In ist am Samstag, 31. Oktober, 11 Uhr, Schauplatz für den Gottesdienst zum Reformationstag. Die Trauergesellschaft zur Beerdigung des 991. Freimarkts startet am 1. November um 20.30 Uhr zum letzten Rundgang über den Markt. WR
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Ein Leben für den Tanz 8
TITELSTORY
Nach der Schule geht es für Dimitri Kalistov zum Training beim Grün-Gold-Club.
Ukrainisches Nachwuchstalent hat in Bremen eine neue Heimat gefunden Text: Insa Lohmann / Fotos: KW Schlie
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imitri Kalistov sitzt mit einem Cappuccino in einem Bremer Café, die Sonne scheint durch das Fenster. Eine kurze Pause, bevor es weiter zum nächsten Termin geht. Für den 19-Jährigen ein seltener Moment des Innehaltens, denn der Alltag des Tanztalents aus Kiew ist streng getaktet: Bis 15 Uhr Schule, danach geht es für die nächsten Stunden zum Training beim Tanzsportverein Grün-Gold-Bremen, oft bis 21 Uhr. Gerade stehen die letzten Proben für einen Auftritt beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Glocke an. Nebenbei lernt Kalistov gerade für das Abitur, Freizeit kennt er nicht. Die Wege mit der Straßenbahn nutzt er, um für Klausuren
zu lernen. Jeder Tag dreht sich um den Sport: „Tanzen ist mein Leben, es ist alles für mich“, sagt er und man spürt sofort die Leidenschaft dahinter, wenn er darüber spricht. „Tanzen ist für mich wie eine Sprache, mit der man manchmal mehr erzählen kann als mit Worten.“ Dimitri Kalistov konnte bereits zahlreiche Titel holen. Besonders stolz ist er auf die diesjährige Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften Latein, wo er im Frühjahr gemeinsam mit seiner Tanzpartnerin Luna Albanese den siebten Platz in der Hauptgruppe belegen konnte. Für den 19-jährigen Tänzer war es der erste große Wettbewerb im Erwachsenenbereich, zuvor ging er in der Altersklasse Jugend an den Start. Der Wechsel sei eine Herausforderung,
umso größer sei die Freude über den Auftakt: „Das war ein sehr gutes Ergebnis für unseren Jahrgang“, sagt Kalistov. Im November steht die Weltmeisterschaft in Bosnien an, der junge Tänzer hat ein klares Ziel: „Wir
Start in die Tanzwelt war eine Herausforderung werden alles tun, um diesen Wettbewerb zu gewinnen.“ Sein Start in die Tanzwelt war durchaus mit Herausforderungen verbunden. Kalitstov ist in der Ukraine geboren. „Bei uns im Land sagte man damals, Tanzen sei nicht für Männer“, erzählt er. Er versuchte sich
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Mit Grün-Gold-Ikone Roberto Albanese (rechts) trainiert Dimitri Kalistov bereits seit acht Jahren.
beim Judo, doch eigentlich wollte er schon als Kind nur eines – Tanzen. Seine Mutter und sein Bruder, die einen Tanzclub betrieben, unterstützten ihn. Sein zehn Jahre älterer Bruder, der ihn als Kind unterrichtete, ist bis heute sein großes Vorbild. „Ich frage ihn oft um Rat.“ Was als kindliche Begeisterung anfing, ist heute Dimitri Kalistovs Leben. Er ist da angekommen, wo er immer hinwollte: auf der großen Tanzbühne. Die Auftritte, die Turniere, sie bedeuten ihm alles, sie sind die Krönung des anspruchsvollen Trainings unter Roberto und Uta Albanese beim Grün-Gold-Club. „Man gibt alles für diesen einen Moment im Turnier“, sagt Kalistov. „Wenn die Musik anfängt und man tanzt, ist man in einer anderen Welt.“ Solch einen Moment erlebte der 19-jährige Lateintänzer erst kürzlich, als er im August mit Luna Albanese bei den German Open Championships in Stuttgart die erste Goldmedaille holte. Zuletzt konnten
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sie bereits den zweiten Platz bei der Europa-Meisterschaft U21 Latin in Wuppertal holen. Diesen Weg geht er seit vielen Jahren gemeinsam mit seiner Tanzpartnerin Luna Albanese, der Tochter von Roberto und Uta Albanese. Die beiden bilden sehr mehr als 20 Jahren die Spitze des Bremer Tanzclubs Grün-Gold und standen selbst sieben Jahre als Paar auf dem Parkett. Ihrem persönlichen Engagement und einem
„Bremen fühlt sich für mich wie Zuhause an“ glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass Dimitri Kalistov den Weg an die Weser gefunden hat und Bremen mittlerweile das neue Zuhause seiner Familie ist. Kalistov, der seit seinem achten Lebensjahr tanzt und seinerzeit noch in der Ukraine lebte, war auf
der Suche nach einer Tanzpartnerin – ebenso wie Luna Albanese einen Tanzpartner suchte. Über eine Art Internet-Tanzpartnerbörse stieß der damals Elfjährige auf den renommierten Grün-Gold-Club in Bremen. Als er das erste Mal in der Hansestadt zu Besuch war, um mit Luna Albanese zu trainieren, wartete gleich eine harte Bewährungsprobe auf ihn: die Vorbereitung auf die norddeutschen Meisterschaften, für die dem Tanzpaar gerade einmal fünf Trainingstage blieben. „Die Choreografie war anspruchsvoll“, sagt Dimitri Kalistov. „Aber wir haben es geschafft.“ Die gemeinsame Leidenschaft fürs Tanzen verbindet die beiden. „Luna ist ein emotionaler und sensibler Typ, ich eher ruhig und kontrolliert. Diese Eigenschaften ergänzen sich sehr gut“, sagt Dimitri Kalistov, der ebenso wie Luna Albanese die sportbetonte Oberschule Ronzelenstraße in Bremen besucht. Mit ihr hat das Nachwuchstalent aus Kiew die
TITELSTORY macht haben, Sportlerinnen und Sportler unterschiedlicher Nationalitäten auf dem Tanzparkett miteinander zu verbinden. Seit Dimitri Kalistovs Mutter vor zwei Jahren an einer Krebserkrankung starb, braucht er diesen Halt besonders. Das Tanzen gebe ihm Kraft in schweren Zeiten, aber es fordere ihm auch viel ab, sagt der Ukrainer. „Tanzen muss man fühlen, auch an schlechten Tagen.“ Zeit für Pausen gibt es im Alltag des Lateintänzers selten. Manchmal bleiben dem 19-Jährigen im Sommer ein paar freie Tage zwischen den großen Turnieren. Die verbrachte er dieses Jahr mit seinem Bruder in Italien, eine kurze Zeit des Durchatmens. Dann geht es weiter mit den Vorbereitungen für den nächsten Wettbewerb. „Tanzen ist mental und körperlich eine große Herausforderung“, sagt der junge Tänzer. Möglich sei das alles nur mit sehr viel Disziplin. Schließlich sei es wie bei jedem an-
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deren Beruf auch so, dass man sich manchmal durchbeißen müsse. „Es ist mein Leben, meine Arbeit, aber man muss dennoch Spaß dabei haben.“ Die Albaneses sind eine wichtige Stütze für ihn. Sie geben ihren Tänzerinnen und Tänzern nicht nur Unterricht, sie sind auch so etwas wie Tanz-Eltern für den Nachwuchs. Mit ihrem Engagement und Gespür ziehen sie immer wieder Talente wie Dimitri Kalistov nach Bremen. „Sie tun alles dafür, dass ich mich entwickeln kann“, sagt der junge Tänzer. Jede gute Platzierung im Turnier sei ein Erfolg, dennoch müsse man sich immer wieder neu behaupten. Und so bescheiden und fast ein bisschen schüchtern wie Dimitri Kalistov im Gespräch wirkt, desto ambitionierter sind seine Ziele auf dem Parkett: „Ich möchte nicht nur Weltmeister werden, sondern eine Legende in der Tanzwelt.“
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ideale Tanzpartnerin gefunden. Doch anfangs trennten die beiden hunderte Kilometer, das hieß fürs Training: regelmäßiges Pendeln zwischen der Ukraine und Deutschland. Oft war der junge Tänzer dann gleich für mehrere Monate in Bremen, lernte dabei die Stadt und die Albaneses besser kennen. „Roberto und Uta Albanese geben alles für ihre Tänzer“, sagt Dimitri Kalistov. „Wir sind wie eine Familie.“ Rund drei Jahre pendelte Kalistov zwischen den Welten, dem Tanzen in Bremen und dem Alltag in der Ukraine. Mit dem Beginn des Angriffskriegs durch Russland gegen die Ukraine im Februar 2022 veränderte sich alles. In Bremen hat er gemeinsam mit seinem Vater und Bruder eine neue Heimat gefunden. „Ich liebe Bremen“, sagt Dimitri Kalistov. „Es ist sehr familiär hier und fühlt sich für mich wie Zuhause an.“ Immer an seiner Seite: Roberto und Uta Albanese, die es sich zur Lebensaufgabe ge-
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LEBEN & ARBEITEN
40 Jahre und kein bisschen leise Singgemeinschaft Timmersloh feierte runden Geburtstag Text: / Fotos: Gabi Piontkowski
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s begann vor 1985 mit einem Heimatlied, dass die Timmersloherin Lisa Schaefers-Kessemeier für eine kleine Musikgruppe schrieb. Nach einigen erfolgreichen Auftritten entstand die Idee, einen Singverein zu gründen, die Singgemeinschaft Timmersloh. Sie ist Teil der Dorfgemeinsschaft Timmerloh und besteht heute noch aus 18 Mitgliedern. Im Rahmen eines Festaktes wurde das 40-jährige Bestehen nun im Brüningshof in Lilienthal mit über 100 Gästen aus der gesamten Umgebung gefeiert. Mit dabei war auch die Musikgruppe Oberneuland, die im Wechsel mit den Gastgebern Heimatlieder, Shanties und Stimmungslieder vortrug. Das Eröffnungslied war, wie es sich ländlich zünftig gehört, natürlich „op Platt“. Im Anschluss an den Festakt gab es ein großes Grillbüfett.
Aus dem ländlichen Borgfelder Ortsteil Timmersloh kommen übrigens tatsächlich nur fünf bis sechs der singfreudigen Mitglieder im Alter von 75 bis 89 Jahren. Andere kommen aus Blumenthal, Oberneuland, Lilienthal oder aus Borgfeld, so wie der
Immer auf der Suche nach neuen Sängern erste Chorleiter Rudi Seiffert, der heute immer noch stimmkräftig dabei ist. Knapp zehn Jahre leitete er den Chor. Weitere vier Chorleiter folgten bis schließlich Christa Kupke vor elf Jahren die Chorleitung übernahm. Bei den Übungsabenden, die zweimal im Monat im Brüningshof stattfinden, begleitet sie die Gruppe regelmäßig auf der Hammondorgel.
Hella Otten, die 1. Vorsitzende der Singgemeinschaft, ist unermüdlich dabei, neue Sängerinnen und Sänger zu werben. „Im letzten Jahr saß bei einem Blaskonzert in Hüttenbusch ein Mann neben mir, der eine tolle Stimme hatte“, erinnert sich die 76-Jährige. Kurzerhand sprach sie ihn darauf an und Bernhard Orlowski, dessen Frau eine gebürtige Timmersloherin ist, hatte tatsächlich großes Interesse, in einem Chor zu singen. Heute begleitet der 89-Jährige die Singgemeinschaft Timmersloh nicht nur stimmgewaltig, sondern auch auch seinem Akkordeon. „Dadurch haben wir die Möglichkeit, unser Repertoire auch um Shanties zu erweitern“, freut sich Otten. Musik ist für Hella Otten und ihre Sängerfreunde „Balsam für die Seele“. „Du hattest einen stressigen Tag, gehst dann zum Singen und bist wieder gut drauf!“
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Kunst im Ort: Die Kundentoilette bei Hailiner's ist zu einer Galerie geworden.
Sieben Postkarten Warum bei Hairliner's das stille Örtchen zu einer Mini-Galerie geworden ist Text: Robert Lürssen / Fotos: KW Schlie
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it einem Wasserschaden im Dezember 2024 fing alles an. Der ruinierte unter anderem die Dekoration in der Kundentoilette des Hairliner's Salon an der Schwachhauser Heerstraße. „Dort hingen schon immer sieben Bilder“, sagt Inhaber Stefan Hagens. In der Regel seien es Abbildungen von Frisuren aus Zeitschriften gewesen. „Irgendwann gab es solche Bilder aber kaum noch“, erinnert sich der Friseurmeister. Also waren die alten Bilder einfach hängen geblieben – bis der Wasserschaden aus dem Wunsch nach Veränderung eine Notwendigkeit machte. Weil Hagens zunächst keine Motive fand, die ihm gefielen, hängte er zunächst Postkarten aus seiner privaten Sammlung auf. Das kam über-
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raschend gut an. „Die Leute wollten die Karten haben“, berichtet Hagens. „So entstand die Idee, unsere Kundentoilette zu einem Ort zu machen“, erklärt er. Die erste Postkarten-Ausstellung war dann im Januar/Februar 2025 zu sehen und beschäftigte sich mit „Starken Frauen“. Seit dem wechseln die Motive alle sechs Wochen. „Das ist der typische Besuchsrhythmus bei uns“, erklärt Hagens. „Wir wollen immer etwas Neues bieten“, begründet er. Die ausgestellten Postkarten kauft Hagens in der Regel in einschlägigen Shops ein und schickt sie dann an die Künstler, um sie signieren zu lassen. Dabei stößt er oft auf offene Herzen, aber manchmal gibt es Probleme, bis zu den Personen vorzudringen. Etwa als Hagens vergeblich auf eine Ant-
wort vom Circus Roncalli wartete. Doch er ließ sich nicht abschrecken, wurde persönlich vorstellig und erhielt schließlich die erhofften Autogramme. Das ist bei weitem nicht die einzige Anekdote, die Hagens rund um die Beschaffung der Postkarten erzählen kann. Die Zeichnerin Bettina Bexte etwa habe sich die Postkarten aus dem Garten zum Fenster hoch reichen, weil sie krank war und niemanden anstecken wollte. „Ein paar Wochen später erschien dann ihre erste Graphic Novel“, erinnert sich Hagens. In einem anderen Fall fragte er in einer Ausstellung nach Postkarten, doch die Künstler hatten gar keine produziert. „Die haben jetzt extra welche machen lassen“, freut er sich. Nur an einer Adresse ist Hagens bislang abgeblitzt. „Der einzige, der bis-
LEBEN & ARBEITEN her nicht geantwortet hat, ist Herbert Grönemeyer“, bedauert Hagens. Aktuell sind im Ort Postkarten mit flotten Sprüchen zu sehen. „Die habe ich im Shop des Miniatur-Wunderlandes im Hamburg entdeckt“, verrät Bremens Handwerker des Jahres 2025. Danach wartet vom 29. Oktober bis zum 9. Dezember ein absolutes Highlight auf die Kundschaft, auf das Hagens sehr stolz ist: Zu sehen sind dann Weihnachtspostkarten, die Udo Lindenberg unter anderem für UNICEF gestaltet hat. Natürlich sind auch diese Karten wieder persönlich signiert. Einen festgelegten Preis für die Postkarten gibt es nicht. „Unsere Kunden entscheiden selber, was ihnen die Bilder wert sind“, erklärt Hagens. Entsprechend unterschiedlich fallen die Beträge aus. „Durchschnittlich sind es 40 Euro pro Postkarte“, hat Hagens ausgerechnet. Das eingenommene Geld wird am Ende des Jahres verdoppelt und an
Aktuell präsentiert Stefan Hagens in seinem Ort Postkarten mit Sprüchen aus dem Miniatur-Wunderland. Danach werden Weihnachtskarten von Udo Lindenberg zu sehen sein. wohltätige Zwecke gespendet. 2025 ging es an ein Brustkrebszentrum. 2026 soll eine Initiative oder Organi-
sation profitieren, die sich für eine bessere Bildung und mehr Bildungschancen in Bremen einsetzt.
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Praktischer Beitrag zum Klimaschutz 1. Borgfelder Tauschtreff gut angenommen Text: / Fotos: Gabi Piontkowski
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reffen, tauschen, weiterverwerten“, unter diesem Motto fand der 1. Borgfelder Tauschtreff im Kiebitzbrink/Ecke Brandenweg statt. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich Ende September auf Einladung der Initiative Borgfeld KlimAktiv rund 30 Nachbarn, um gut erhaltene Dinge auszutauschen. Die Initiative, die von Nicole Neumann und Simone Köppen im Januar dieses Jahres ins Leben gerufen wurde, versteht den Tauschtreff als einen praktischen Beitrag zum Klimaschutz. Nachhaltig handeln, Müll vermeiden und so Ressourcen schützen, darum geht es. „Wir müssen unsere Lebensweise verändern“, ist Nicole Neumann überzeugt. Dazu gehöre auch, gebrauchte Sachen nicht einfach wegzuwerfen. „Vielleicht kann sie ja noch jemand anderes nutzen. Das hilft, um CO2 zu vermeiden“,
sagt die 52-jährige Lehrerin. Und so war es. CDs, Bücher, Blumen, Schuhe, ja sogar eine Spüle und Fahrradständer wechselten ihre Besitzer. Bis zu fünf gut erhaltene Dinge konnte jeder mitbringen und auf eigens bereitgestellten Tischen präsentieren. Was nicht wegging, musste wieder mitgenommen werden. Für gute Stimmung sorgte dabei auch das Kuchenbüfett mit selbstgebackenem Zitronenkuchen, Muffins und Bananenbrot. Dazu eine Tasse frisch gebrühten Kaffee. Auch das Miteinander soll gefördert werden.
„Das hilft, um CO2 zu vermeiden“ So trafen sich tatsächlich etliche alte Bekannte, neue Kontakte wurden begründet. Da der Tauschtreff so gut angenommen wurde, möch-
Simone Köppen (v.l.), Helmut Zechmann, Nicole Neumann, Frank P. und Michael Böwer beim Tauschtreff.
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LEBEN & ARBEITEN
Bis zu fünf Gegenstände durfte jeder Teilnehmer beim Tauschtreff anbieten. ten Nicole Neumann und ihr Team von insgesamt sieben aktiven Helferinnen und Helfern ihn gerne institutionalisieren. Im Frühjahr soll die nächste Veranstaltung sein. Noch im Herbst will die Initiative die Baumscheibe im Kiebitzbrink/
Ecke Brandenweg mit Blumenzwiebeln bepflanzen, damit diese im Frühjahr schön blühen und eine Nahrungsquelle für Insekten bieten. Weitere Aktionen sind angedacht. Wer mitmachen will: KlimAktiv trifft sich jeden zweiten und vierten Mitt-
woch im Monat um 18 Uhr an der Baumscheibe im Kiebitzbrink/Ecke Brandenweg, bei schlechtem Wetter auch drinnen. Die aktuellen Treffpunkte werden auf der Homepage: https://borgfeld-klimaktiv.de bekanntgemacht.
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„Kunden kaufen bewusster ein“ Fleischer-Präsident Herbert Dohrmann über die Zukunft seiner Zunft men deshalb zu mir, weil sie wissen, dass es diese Qualitäten eben nur bei mir gibt.
Text / Foto: Gabi Piontkowski
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erbert Dohrmann ist seit 2016 Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes, dem knapp 13.000 eigenständige Meisterbetriebe angehören. Als Präsident vertritt Dohrmann das Fleischerhandwerk bundesweit bei Politik und Verbänden. Darüber hinaus ist er Landesinnungsmeis ter des Fleischerverbands Niedersachsen-Bremen. Der 64-Jährige führt Dohrmann‘s Fleischerei und Partyservice. Der 1961 von seinem Vater in Bremen-Nord gegründete Betrieb mit 70 Mitarbeitern hat insgesamt drei Filialen in BremenNord und ist bekannt für einen Eigenproduktionsanteil von über 90 Prozent. Im Jahre 2024 wurde Herbert Dohrmann für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für das Fleischerhandwerk mit dem Handwerkszeichen in Gold ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung des deutschen Handwerks. Das Quartier sprach mit ihm über die Perspektiven des Fleischer-Handwerks. Sie werben mit „Fleisch der kurzen Wege“. Wie wichtig ist die regionale Herkunft für die Zukunft des Fleischerhandwerks? Dohrmann: Die Kunden, die im Fachgeschäft einkaufen, wollen wissen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Dabei geht der Begriff der Regionalität weit über die Herkunft des Fleisches hinaus: Unsere Unternehmen sind in der Region fest verwurzelt, sie sind Ausbilder und Arbeitgeber. Und die Produkte werden vor Ort hergestellt, das garantiert Frische und besten
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Geschmack. Diese Form der Regionalität findet man anderswo nicht, deshalb ist sie für uns ein besonders wichtiger Punkt.
Rezept-Vielfalt statt Einheitsware Mehr als 90 Prozent Eigenproduktion – warum ist Ihnen dieser hohe Anteil so wichtig? Es gehört zum Selbstverständnis der Unternehmen des Fleischerhandwerks, dass wir nach individuellen Rezepturen Produkte mit bester Qualität herstellen. Dabei hat jeder Kollege seine ganz eigene Note, die von seinen Kunden geschätzt wird. Diese Vielfalt ist es, die uns von der zentral hergestellten Einheitsware unterscheidet. Meine Kunden kom-
Fleisch steht gesellschaftlich zunehmend in der Kritik. Wie erleben Sie die Debatte als Fleischermeister? Ich kann eine solche gesellschaftliche Kritik nicht erkennen, der Fleischkonsum ist seit einiger Zeit stabil auf einem vernünftigen Niveau. Ja, die Kunden kaufen bewusster ein, und das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, weil es diejenigen stärkt, die verantwortungsvoll und sehr bewusst arbeiten. Mit einer grundsätzlichen Kritik oder gar Ablehnung hat das aber nichts zu tun. Unsere Kunden wissen, dass Fleisch ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung ist. Kann Fleisch aus Ihrer Sicht überhaupt nachhaltig produziert und konsumiert werden? Selbstverständlich ist das möglich und es wird vielerorts vorbildlich praktiziert. Nachhaltigkeit wird durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt, die man nicht alle an dieser Stelle beleuchten kann. Neben sozialen und wirtschaftlichen Aspekten spielen hier vor allem Umweltfolgen eine Rolle. In allen drei Bereichen steht das Fleischerhandwerk gut da. Gerade auch in der Ökologie schneidet Fleisch besser ab als das oft dargestellt wird, gerade, wenn es aus dem Handwerk kommt. Die kurzen Transportwege der Rohstoffe und der fertigen Produkte wurden schon angesprochen. Zudem vermeidet der Bedienverkauf unnötigen Kunststoffab-
IM GESPRÄCH fall und die auf die individuellen Kundenwünsche zugeschnittenen Verkaufsmengen vermeiden Lebensmittelabfälle. Das sind beispielhaft nur wenige, aber wichtige Nachhaltigkeitsfaktoren.
Bedienverkauf vermeidet Kunststoffabfall
Was muss sich in der Landwirtschaft und in der Fleischproduktion verändern, damit Verbraucher wieder mehr Vertrauen haben? Vertrauen spielt bei der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung eine ganz entscheidende Rolle. Um das zu erhalten, investieren wir sehr viel in Transparenz. Dort, wo es möglich ist, machen wir das gemeinsam mit den Landwirten, bei denen die Tiere aufgewachsen sind. Es ist wichtig, dass man den Verbrauchern Rede und Antwort stehen kann, so, wie das in unseren Läden der Fall ist.
lungen sehen wir gerade, dass die Berufe des Handwerks bei jungen Menschen wieder deutlich an Attraktivität gewinnen. Davon profitieren auch wir im Fleischerhandwerk, wobei wir hoffen, dies in naher Zukunft noch weiter ausbauen zu können. Wir können Schülerinnen und Schüler nur einladen, sich bei einem Betrieb in der Nähe anzuschauen, wie wir arbeiten und wie erfüllend es ist, mit hoher Verantwortung die Menschen mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Oft bestehen davon völlig falsche Vorstellungen, die wir gern richtigstellen wollen. Nicht umsonst führen wir unsere Verbandsinformationen zur Ausbildung unter dem Titel „Anders als du denkst“.
Viele Verbraucher klagen über steigende Lebensmittelpreise. Gleichzeitig kämpfen Metzgereien mit höheren Energie-, Personal- und Rohstoffkosten. Wo liegt die Schmerzgrenze? Es ist richtig, dass der Kostendruck in den Unternehmen enorm angewachsen ist, nicht nur im Fleischerhandwerk, sondern bei praktisch allen Anbietern von Lebensmitteln. Wir müssen natürlich sehr sorgfältig kalkulieren, um unter dem Strich unsere Kosten decken zu können. Schließlich wollen wir nicht nur unser Angebot dauerhaft sichern, sondern wir stehen auch in Verantwortung unserem Personal gegenüber. Wir achten aber sehr sorgfältig darauf, dass wir im besten Sinne „preiswert“ bleiben. In unseren breit angelegten Sortimenten gibt es für jeden Geldbeutel ausgezeichnete Produkte. Das Fleischerhandwerk sucht dringend Nachwuchs. Warum sollte ein junger Mensch heute noch Fleischer oder Fleischerin werden? Aufgrund der aktuellen Entwick-
Wie wird die klassische Fleischerei in zehn oder zwanzig Jahren aussehen? Bei aller Verwurzelung in einer reichen Tradition haben sich die Unternehmen des Fleischerhandwerks immer im Sinne der jeweiligen Wünsche der Verbraucher weiterentwickelt. Das wird mit Sicherheit auch in der Zukunft notwendig sein. Je nach Standort und Kundenstruktur kann das dann zu ganz unterschiedlichen Angebotsformen und Sortimentsergänzungen führen. Convenience, vegetarische und vegane Produkte, Onlinehandel und veränderte Ernährungsgewohnheiten – Bedrohung oder Chance für das Fleischerhandwerk? Es muss immer vor allem darum gehen, Chancen zu erkennen und zu nutzen. Dass wir das können, haben wir in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Nehmen Sie nur das jüngste Beispiel: Aktuell fehlen uns
an vielen Stellen qualifizierte Fachkräfte, gerade auch im Verkauf. Gleichzeitig wünschen sich viele Kunden aber besten Service und möglichst großzügige Öffnungszeiten, um beim Einkauf möglichst flexibel zu sein. Deshalb haben viele Kolleginnen und Kollegen inzwischen 24/7-Läden eingerichtet, in denen die Menschen beste Handwerksqualität rund um die Uhr einkaufen können. Diese neuen Lösungen werden sehr gut angenommen. Sie vertreten als Verbandspräsident Tausende Betriebe. Gibt es einen Punkt, bei dem Sie sich von der Politik derzeit besonders mehr Unterstützung wünschen? Wir wissen aus vielen Befragungen, dass es vor allem die enormen bürokratischen Lasten sind, die unsere Betriebe vor schier unlösbaren Aufgaben stellen. Wir haben der Politik immer wieder konkrete Vorschläge gemacht, was man streichen könnte, ohne dass es zu Nachteilen kommt. Beispielhaft kann man hier Kennzeichnungsvorschriften oder Dokumentationen nennen, die teilweise sogar doppelt angefertigt werden müssen. Wenn man hier endlich handeln würde, dann würde uns das Geld und Zeit sparen, Zeit, die wir gerne für unser Handwerk nutzen würden. Wenn Sie einen Wunsch für die Zukunft des deutschen Fleischerhandwerks frei hätten: Was müsste sich in den nächsten fünf Jahren unbedingt verändern? Von fairen Rahmenbedingungen für das Handwerk abgesehen, würde ich mir eigentlich nur wünschen, dass sich die Menschen in unserem Land weiter von der Erkenntnis leiten lassen, dass ihre Ernährung vielfältig und hochwertig sein sollte. Wenn das so bleibt, wollen wir uns gern weiter darum kümmern, dass diese Menschen in diesem Sinne ein gutes Angebot vorfinden.
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Der Fluss-Niederung ganz nah Der Wümmewiesen-Kalender besticht mit tollen Landschafts-Impressionen Text: Martin Bollmann / Fotos: Deseniß
in weiteren Bildern wider: Das Februarbild
moorpflanze findet auf entwässerten Bö-
(Uferschnepfe), Wellens-Mücher
zeigt eine charakteristische Wümme-
den keinen Lebensraum und freut sich
B
Szene mit Kopfweiden im Schnee. Im Ap-
darum über feuchte Niedermoorböden in
ril grüßt die Uferschnepfe. Dieser vom
der Wümmeniederung. Das Juli-Foto
Aussterben bedroh-
zeugt davon, dass Naturschutz Partner
te Vogel gehört,
braucht. An erster Stelle ist hier die Land-
dank lang-
wirtschaft zu nennen. Weidende Rinder
unt und vielfältig wie die Wümmeniederung, so präsentiert sich der Wümmewiesen-Kalender 2027 der Stiftung NordWest Natur. 24 Fotografinnen und Fotografen haben sich in diesem Jahr mit Bildern beteiligt. Eine Jury, bestehend aus Mit-
sind ein wichtiger Bestandteil bei der Erhaltung von Lebensräumen für Vögel und jähriger intensi-
Insekten. Allerdings geht die Bewei-
gliedern des Förderkreises Wümme und
ver Zusammenar-
dung immer mehr zurück – ein Um-
der Bremischen Naturschutzbehörde,
beit von Natur-
stand, der den Naturschutz
hat die Motive ausgewählt, zudem ent-
schutz und Land-
mittelfristig vor ein großes
hält der Kalender 16 Postkarten.
wirtschaft,
Bereits das Titelbild, ziehende Kraniche
zum
Dilemma stellt. Den Abschluss des Wümme-
Frühling in der Wüm-
vor einem imposanten Wolkenhimmel,
meniederung
absolut
wiesen-Kalenders
zeigt, dass die Motive besonders und die
dazu. Auch das Sumpfblut-
Geschichte, die der Kalender erzählt, eine
auge, Juni-Motiv, sieht nicht
norddeutsche ist. Dies spiegelt sich auch
nur spektakulär aus – die Nieder-
macht im Dezember ein lustiger
Mit etwas Glück kann man in der Wümmeniederung auch noch Uferschnepfen mit ihrem typischen rotbraunen Federkleid entdecken.
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Das Titelbild des Wümme-Kalenders 2027: Viele Kraniche kann man auch im Winter in der Fluss-Niederung beobachten, bevor sie in ihre Brutgebiete Richtung Skandinavien oder Baltikum aufbrechen. Geselle: Eine Schwanzmeise ist hier zu
Wümmewiesen-Kalender ist facetten-
stelle des BUND (Am Dobben 44) verkau-
sehen. Diese kleinen Vögel, die meist in
reich und macht einmal mehr deutlich,
fen die Apotheken Riensberg, in Schwach-
großen Gruppen unterwegs sind, hopsen
welche Naturschätze in Bremen und Um-
hausen, die Hubertus Apotheke in Borg-
wie Flummis durch die Luft, setzen sich
gebung zu finden sind.
feld und die Wümmeapotheke in Fischer-
kurz auf einen Ast und schwirren dann
Die Stiftung NordWest Natur vertreibt
hude den Kalender. Auch im Hofladen der
weiter. Ihr lebhaftes Miteinander zu beob-
den Wümmewiesen-Kalender selbst, der
Bio-Hofmolkerei Dehlwes in Trupe (Lili-
achten, versüßt den Tag. Viele Arten,
Erlös kommt dem Naturschutz an der
enthal) kann der Kalender erworben wer-
Landschaften und Stimmungen – der
Wümme zugute. Neben der Geschäfts-
den. Der Preis beträgt 28 Euro.
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An der Scharnhorststraße wird noch bis 2027 gebaut. Für Fußgänger ist ein schmaler Weg freigegeben, den auch Radfahrer nutzen.
Baustelle sorgt für Enge An der Scharnhorststraße müssen sich Fußgänger mit wenig Platz arrangieren Text: Philipp Behrbom / Fotos: Schlie
A
n der Scharnhorststraße ist es trubelig – auf und neben der Fahrbahn. Während die Straße seit mehreren Monaten wegen Bauarbeiten gesperrt ist, müssen Fußgänger auf den schmalen Fußweg ausweichen. Radfahrer sollen eine ausgeschilderte Umleitung nutzen. Das sorgt nach Angaben einiger Anwohnerinnen und Anwohner zunehmend für gefähr liche Situationen. Grund für die Baumaßnahmen, die den Straßenraum komplett in An spruch nehmen, sind Sanierungsar beiten von Hansewasser. Der rund 115 Jahre alte Misch- und Abwasser kanal zwischen der Buchen- und der Loignystraße wird erneuert. Derzeit
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keine Seltenheit in Bremen: Egal ob Steffensweg oder Sankt-JürgenStraße, an vielen Stellen müssen die überalterten Kanäle erneuert wer den. Allesamt in zeitaufwendiger of fener Bauweise. Bis September 2027 wird die Sperrung voraussichtlich noch dauern.
Die Umleitung wird nicht von allen genutzt Während für Autofahrer kein Durchkommen ist, können Fußgänger den Weg noch nutzen. „Hintergrund ist, dass aufgrund der Platzverhält nisse, die nach den geltenden Vorga ben erforderlichen Breiten für einen
sicheren gemeinsamen Rad- und Fußverkehr nicht eingehalten werden können“, sagt Rebecca Stöcker, Spre cherin von Hansewasser. Für Radfah rer ist eigens eine Umleitung ausge schildert, bestätigt Stöcker: „Die Um leitung führt über die Großbeeren straße und die Loignystraße.“ Genutzt werde jene aber bei Wei tem nicht von allen Verkehrsteilneh menden. „Viele davon wissen gar nicht, in welche Gefahr sie sich und andere bringen“, erklärt Wolfgang Roosenboom, der in einer Neben straße wohnt und die Scharnhorst straße täglich passiert. Roosenboom berichtet von gefährlichen Situati onen auf dem rund 1,5 Meter breiten Fußweg. „Wenn sich zwei Fußgänger entgegen kommen, dann wird es schon eng, bei Kinderwägen muss ei
LEBEN & ARBEITEN ner in eine Hauseinfahrt“, meint Roosenboom. Er berich tet, dass gerade zur Hauptverkehrszeit viele Radfahrer die Umleitung nicht nutzen und weiter mit dem Rad auf dem schmalen Weg neben der Scharnhorststraße fahren. „Über die bauausführende Firma ist uns bekannt, dass vereinzelt Radfahrende das angeordnete Durchfahrverbot missachten“, bestätigt Stöcker. Die Kontrolle und Ahndung dieser Verkehrsverstöße liege allerdings bei der Polizei, so Stöcker. Seitens Hanse wasser werden lediglich regelmäßig Wartungs- und Kon trollfahrten bei der ausführenden Firma beauftragt. Auch die Polizei hat den Bereich im Blick, sagt Nils Matthiesen, Sprecher der Bremer Polizei. „Der örtlich zuständige Kon taktdienst der Polizei Bremen kontrolliert den Bereich re gelmäßig“, so Matthiesen. Insbesondere zu Schulbeginn und Schulschluss sei die Zuwegung stärker frequentiert. Das deckt sich mit der Beobachtung von Roosenboom. „Außerhalb dieser Zeiten werden nach den bisherigen Feststellungen lediglich einzelne Radfahrer beobachtet“, so Matthiesen. Verstöße würden, je nach Sachverhalt, mit Verwar nungen oder Ordnungswidrigkeitenanzeigen geahndet. Wie viele Verwarnungen oder Anzeigen an der Scharn horststraße ausgesprochen wurden, sei der Polizei aller dings nicht bekannt, so Matthiesen. Der Grund: Eine ge sonderte Statistik wird nicht geführt. Konkrete Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern konnten, so Matthiesen, bislang nicht festgestellt werden. Für Roosenboom stellt sich allerdings nicht mehr die Frage „ob“ so ein Konflikt entsteht, sondern „wann“.
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Fack, jetzt singen die auch noch! Nach dem Mega-Erfolg geht das Musical Fack ju Göthe zum deutschen Kino-Hit mit Zeki, Lisi und allen kultigen Charakteren auf große Klassenfahrt und gastiert vom 20. bis zum 22. November im Metropol Theater. Der Soundtrack garantiert Ohrwürmer von den HitKomponisten Simon Triebel (Mark Forster und Sarah Connor) und Nico Rebscher (Adel Tawil und Rea Garvey) und die Choreografien sind auch nicht von schlechten Eltern. Kein Wunder, dass die Show als „Bestes Musical” beim Deutschen Musical Theater Preis ausgezeichnet wurde.
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Von Goethe, Ein zeitloses Meisterwerk kehrt zurück ab 16.02. auf die Bühne: Disneys Der Glöckner von Notre Dame erzählt die bewegende Geschichte des entstellten Quasimodo, der über den Dächern von Paris verborgen aufwächst – fernab der Welt, doch voller Sehnsucht nach ihr. Ab sofort geht die neue deutschsprachige Inszenierung des Budapester Operettentheaters erstmals auf große Tournee – und macht vom 16. bis 21. Februar 2027 im Bremer Metropol Theater Halt.
FREIZEIT ab „Die Weihnachtsbäckerei“ ist das wohl 15.12. beliebteste Weihnachtsmusical Deutschlands. „Es berührt mich sehr, dass dieses Familienmusical auch in Bremen so vielen Menschen ans Herz gewachsen ist. Für viele gehört ein Besuch inzwischen genauso selbstverständlich zur Adventszeit wie Plätzchenduft und Kerzenlicht“, sagt Rolf Zuckowski. In das Stück sind neben dem Titelsong 20 seiner beliebtesten Winter- und Weihnachtslieder eingebettet. Es gastiert vom 15. bis 21. Dezember im Metropol Theater. Fünf herausragenden Tenöre, Luigi Frattola, Orfeo Zanetti, Vincenzo Sanso, Alejo Ruiz und Georgi Dinev, kommen unter dem Motto „Musica sotto le stelle“ (Musik unter dem Sternenhimmel) auf Tournee. Als Stargast wird Sopranistin und Weltstar Anna Maria Kaufmann, eine der bekanntesten Stimmen Deutschlands, mit dabei sein. „Die Nacht der fünf Tenöre“ bietet eine Mischung aus berühmten Arien und italienischen Canzone. Zu er26.01. leben ist das stimmgewaltige Ereignis am 26. Januar 2027 in der Glocke.
Glöcknern und Grafen Nach dem sich der Graf vor neun Jahren 08.01. von der Musikbühne und der Öffent lichkeit verabschiedet hatte, überraschte einer der erfolgreichsten und beliebtesten Musikkünstler der letzten Dekaden mit der An kündigung einer „Wieder zurück“Tour und auch mit dem Ausblick auf neue Musik. Das UnheiligKonzert am 14. November in der ÖVB-Arena ist bereits ausverkauft, für den Zusatztermin am 8. Januar 2027 (ebenfalls in der ÖVBArena) gibt es allerdings noch Karten.
Kein Solokünstler der vergangenen 65 Jahre hat die Musikgeschichte so geprägt wie Bob Dylan. Der Musiker ist zweifelsfrei der Songschreiber des Jahrhunderts und gilt innerhalb der Popmusik als das, was Albert Einstein für die Physik war. Songs wie „Knockin‘ On Heaven’s Door”, „Mr. Tambourine Man“, „The Times They Are A-Changin‘“, „Blowin‘ in the Wind“, „Like A Rolling Stone“, „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ haben bis heute Ge25.10. nerationen begeistert. Am 25. Oktober, 20 Uhr, rockt der Altstar die ÖVB-Arena.
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Opfer stehen im Mittelpunkt 50 Jahre Weisser Ring in Deutschland, 45 Jahre Weisser Ring in Bremen Text: / Fotos: Gabi Piontkowski
D
ie Täter stehen im Mittelpunkt des Strafverfahrens. Für eine Verurteilung muss ihnen Tat und Schuld nachgewiesen werden. Dass dabei häufig die Opfer „hintenrunterfallen“, ist bereits Eduard Zimmermann, dem ehemaligen Moderator der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“, ein Dorn im Auge gewesen. So kam es, dass er vor 50 Jahren, im September 1976, gemeinsam mit 15 Mitstreitern aus Polizei, Justiz und Politik, den Weissen Ring gründete. Was im Zimmermann’schen Wohnzimmer mit einer Mitarbeiterin begann, ist heute mit 40.000 Mitgliedern die größte unabhängige Opferhilfeorganisation Deutschlands. Helfen, zuhören, reden, Opfer ins Hilfesystem vermitteln. Das ist der Auftrag des Weissen Ringes. „Manchmal geht es auch um ganz praktische Hilfe, wenn etwa die Geldbörse weg ist“, sagt Hans Jürgen Zacharias, der Landesvorsitzende des Weissen Ringes in Bremen. „Dann kann es ganz unbürokratisch eine Soforthilfe von bis zu 200 Euro geben.“ Darüber hinaus könne es weiterführende Hilfen bei Bedürftigkeit geben. Die erste Außenstelle des Weis-
Hans Jürgen Zacharias (rechts) und Jürgen Osmers führen den Bremer Landesverband des Weissen Ringes als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender. sen Ringes, in der ehrenamtliche Mitarbeiter Opfer betreuen, wurde Anfang 1977 in Berlin gegründet. Dann nahm die weitere Entwicklung Fahrt auf. 1979 hatte der Weisse Ring, der anfangs noch „Weisses Kreuz“ hieß, bereits 5.000 Mitglieder, zehn Regionalbeauftragte (die Vorgänger der
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heutigen Landesvorsitzenden) und 37 Außenstellen. Heute ist der Weisse Ring mit seinen 3.000 ehrenamtlichen Opferhelfern und bundesweit 400 Außenstellen aus der Opferhilfelandschaft nicht mehr wegzudenken. Die Geburtsstunde des Bremer Landesverbandes datiert auf den 11.
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Mitglieder der Jungen Gruppe des Weissen Ringes mit Mitarbeitern der Kita der Constructor University bei der Übergabe einer Bücherkiste im Sommer 2025. Juni 1981, als der damalige Senatsrat Klaus Marwitz zum ersten Regionalbeauftragten für Bremen ernannt wurde. Bereits ein Jahr zuvor hatten die Außenstellen in Bremerhaven und Bremen unter der Leitung von Susanne Wesche ihre Arbeit aufgenommen. Mit einem Empfang in der Bremischen Bürgerschaft feierte der Landesverband Bremen mit geladenen Gästen aus Politik und Opferhilfeverbänden am 6. Oktober 2026 seinen 45. Geburtstag. Hans-Jürgen Zacharias ist stolz auf die Leistungen der 60 Ehrenamtlichen im Lande Bremen, die immer ein offenes Ohr für die Opfer von Straftaten haben: „Ohne sie wäre diese erfolgreiche Entwicklung nicht möglich gewesen!“ Die Arbeit des Weissen Ringes steht auf höchst professionellen Füßen. Eine Bundesgeschäftsstelle mit 100 Mitarbeitern hält den ehrenamtlichen Opferhelfern den Rücken frei. Im Bremer Landesbüro in der Sögestraße 47 arbeiten zwei hauptamtliche
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Mitarbeiterinnen, die wochentags immer ansprechbar sind. Bei Anrufen außerhalb der Geschäftszeiten ist ein Rückruf innerhalb von 48 Stunden garantiert. Eine Akademie in Mainz sorgt
Berufliche Erfahrung nicht erforderlich dafür, dass die Opferhelfer stetig fortgebildet werden. Es werden Seminare zur Opferarbeit, Kriminologie, Recht bis hin zur Psychologie angeboten. „Voraussetzung für die Arbeit mit Opfern sind das erfolgreiche Absolvieren eines Grundseminars sowie Hospitationen bei erfahrenen Kollegen“, sagt Hans-Jürgen Zacharias. Innerhalb von weiteren zwei Jahren müsse dann auch noch ein Aufbaukurs absolviert werden. „Mitmachen kann beim Weissen Ring jeder, der ein sauberes Füh-
rungszeugnis und die Fähigkeit hat zuzuhören und sich ohne Vorbehalte auf Menschen einzulassen“, ergänzt Jürgen Osmers, der nach seinem Ausscheiden als Chef der Kriminalpolizei Bremen als stellvertretender Landesvorsitzender beim Weissen Ring eingestiegen ist. Eine einschlägige berufliche Vorbelastung wie bei ihm sei nicht erforderlich. Die Arbeit mit Kriminalitätsopfern verlange den Ehrenamtlichen viel ab, gäbe aber auch viel Erfüllung. „Nicht umsonst bleiben uns viele Mitarbeiter sehr lange treu, manche über 20 Jahre“, sagt Osmers unter Hinweis auf eine über 80-jährige Betreuerin. Regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen trügen zur Psychohygiene bei. Opferhilfe bedeutet für den Weissen Ring neben der Beratung auch die Weitervermittlung ins Hilfesystem. „Wir verstehen uns als Lotsen“, sagt Hans Jürgen Zacharias. Deshalb arbeite der Verein intensiv anderen Opferhilfeorganisationen zusammen
LEBEN & ARBEITEN und habe Vereinbarungen mit Kooperationspartnern, etwa der Polizei Bremen und dem Landessportbund abgeschlossen. In Kürze soll eine Vereinbarung mit dem Landesopferbeauftragten dazukommen. In regelmäßigen Zusammenkünften kommt es zum Austausch über das Hilfeangebot vor Ort oder neue rechtliche Entwicklungen. Von Anfang an habe der Weisse Ring beispielsweise die Entwicklung der Opferentschädigung kritisch begleitet und auch öffentlich Stellung bezogen, wenn Verfahren aus seiner Sicht zu lange dauerten, erläutert Zacharias. Auch mit dem Amt für Versorgung und Inklusion habe sich inzwischen ein intensiver fruchtbarer Austausch entwickelt, der in eine Kooperationsvereinbarung eingeflossen ist. Ein weiteres Standbein des Bremer Landesverbandes sind Betrieb und Organisation der beiden Zeugenbetreuungszimmer im Landgericht Bremen und im Amtsgericht Bremerhaven, die vor 25 Jahren eingerichtet wurden. „Das ist einmalig im ganzen Bundesgebiet“, hebt der Landesvorsitzende hervor. Der Weisse Ring hat die Zeugenbetreuungszimmer damals nach einer ausgelaufenen Projektfinanzierung von der öffentlichen Hand übernommen. Seitdem sind sie
täglich in Bremen von 8.30 bis 15.30 und in Bremerhaven vormittags besetzt, bei Terminvereinbarung auch länger. Zeugen werden hier beraten, können in geschütztem Raum auf ihre Vernehmung vor Gericht warten und werden auf Wunsch auch von einem
Bücherkisten für Bremer Kindergärten Mitarbeiter in den Gerichtssaal begleitet. „Wir haben noch nie jemanden weggeschickt“, sagt Zacharias. Neben der eigentlichen Opferarbeit haben sich seit einigen Jahren auch eine Präventionsgruppe und eine Junge Gruppe im Landesverband Bremen etabliert. Diese kümmern sich darum, dass Selbstbehauptungskurse für ältere Menschen durchgeführt oder Brustbeutel an Obdachlose vergeben werden. Aus Spenden konnte der Weisse Ring darüber hinaus Kindergärten in Bremen-Nord und im Bremer Westen mit Bücherkisten ausstatten. Die Bücher seien mit Pädagogen und Buchhändlern sorgsam ausgewählt und würden den Kindern in kindgerechter
Weise beibringen, wie sie sich gegen sexualisierte Gewalt zur Wehr setzen könnten. Mit einer bereits zugesagten Spende will der Verein nun auch alle weiteren Kindergärten in Bremen mit Bücherkisten gegen sexuelle Gewalt ausrüsten. „Die Nachfrage ist groß“, weiß Zacharias. Stolz sind Zacharias und Osmers darauf, dass der Weisse Ring auch nach 50 Jahren weiter ohne staatliche Unterstützung auskommt. Die Finanzierung der umfangreichen Opfer- und Präventionsarbeit erfolgt durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Geldbußen und Erbschaften. Der Landesvorsitzende Hans Jürgen Zacharias war, bis er 2018 in Ruhestand ging, Pharmaberater. „Ich wollte mich auch als Rentner noch ehrenamtlich engagieren und wurde durch einen Aushang in der Stadtbibliothek auf den Weissen Ring aufmerksam“, erinnert er sich. Anfang 2022 stieg er als Zeugenbegleiter ein, wurde dann schnell Leiter des Zeugenbetreuungszimmers im Landgericht Bremen und ab April 2022 auch stellvertretender Landesvorsitzender. Nach dem Rücktritt der Landesvorsitzenden übernahm er im September 2022 das Amt des Landesvorsitzenden des Weissen Ringes.
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Ein Glücksgriff Reit- und Fahrverein Oberneuland jetzt am Rethfeldsfleet in Borgfeld Text: / Fotos: Gabi Piontkowski
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s begann mit einem Spaziergang, den die ehemalige Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Oberneuland, Marietta Emigholz, auf dem Gelände der Hans-Wendt-Stiftung in Borgfeld machte. Ihr Blick fiel auf die angrenzende Reitanlage der ehemaligen Dressureuropameisterin Birgit Wellhausen. Da der bis dato hinter dem Ökumenischen Gymnasium in Oberneuland angesiedelte Verein eine neue Bleibe suchte, fragte sie Birgit Wellhausen, ob die Anlage nicht zu verpachten sei. Sie war es! Schnell wurden sich die beiden Frauen einig. „Ein Glücksgriff“, bestätigt ihr Nachfolger im Vorsitzendenamt, Stephan Freys. Er war es auch, der den Umzug gemeinsam mit den beiden Reitlehrerinnen des Vereins, Annett Pawlitzky und Claudia Maszun, sehr vielen Vereinsmitgliedern und Ehrenamtlichen managte. Genau 66 Tage dauerte die Umgestaltung der Wellhausen‘schen
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Dressur-Reitanlage in einen Schulpferde- und Einstellbetrieb. Am 5. September wurde die neue Reitanlage des über 100 Jahre alten Vereins am Rethfeldsfleet in Borgfeld mit rund 120 geladenen Gästen eingeweiht.
Weide-Abitur für den Vorsitzenden Doch bevor Pferde und Reiter von Oberneuland nach Borgfeld umziehen konnten, gab es noch viel zu tun. Der Außenstall musste renoviert und ausgeweitet, ein Sattelplatz eingerichtet und das Gelände teils neu eingezäunt werden. Stephan Freys, einst Chefarzt im Diako und inzwischen im Ruhestand, legte selbst Hand an. „Ich habe Trecker fahren gelernt und Pfähle für die Zäune eingeschlagen, das war mein Weide-Abitur“, berichtet der 67-Jährige stolz. Selbst acht Weidehütten zo-
gen aus Oberneuland nach Borgfeld um. „Unsere Schulpferde stehen nämlich das ganz Jahr über draußen, die Hütten dienen dem Schutz der Tiere bei schlechtem Wetter“, so Freys. Der eigentliche Umzug war dann ein beeindruckendes Ereignis. Im Korso ritten 20 Reiter auf den Schulpferden des Vereins von Oberneuland nach Borgfeld. Nachdem die Pferde sich an ihre neue Umgebung gewöhnt hatten, begann am 21. September der Schulbetrieb. Dafür stehen eine große Reithalle und ein Außenplatz zur Verfügung. Rund 120 Reitschüler im Alter von acht bis über 60 Jahren werden hier seitdem regelmäßig unterrichtet. „Überwiegend sind es Mädchen und Frauen“, sagt Freys. Er selbst sei die große Ausnahme gewesen, als er als 59-Jähriger, inspiriert durch die Reitleidenschaft seiner Frau, mit dem Reiten begann. „In einer Gruppe von 14- bis 16-jährigen Mädchen war ich der einzige Mann, da musste ich mich ganz schön beweisen“, schmunzelt der Mediziner, der
FREIZEIT
Stephan Freys und Birgit Wellhausen waren sich schnell einig. inzwischen ein eigenes Pferd hat. Der Reit- und Fahrverein Oberneuland ist einer von inzwischen nur noch sechs Reitbetrieben in Bremen, die einen Schulbetrieb anbieten. Früher waren es mal 30. Der Reitbetrieb wird an allen Wochentagen in unterschiedlichen Altersgruppen von 16 bis 20 Uhr angeboten. Wer reiten möchte, muss Mitglied in dem 143 Mitglieder starken Verein werden. Es gibt aber auch Schnupperkurse für Einsteiger. Ein monatliches Reit-Abo kostet im Verein 85 Euro. Dafür können die Reitschüler mindestens einmal in der Woche auf den insgesamt 20 Schulpferden reiten. „Reitunterricht ist aber mehr als nur auf dem Pferd sitzen“, betont Stephan Freys. Auch die Ausbildung in Theorie, Pferdepflege und -haltung, letztlich der verantwortungsvolle Umgang mit
Pferden, gehören dazu. Auch Patenschaften für die Schulpferde sind sehr beliebt. Hierbei kümmern sich ein oder mehrere Reitschüler speziell um ein Pferd. Die beiden Reitlehrerinnen Annett Pawlitzky und Claudia Maszun machen ihre Schüler fit bis zur A-Klasse in Dressur und Springen. Damit können sie dann an kleineren Turnieren in der Umgebung, am einmal jährlich stattfindenden Vereinsturnier oder am Ringstechen teilnehmen. „Wir sind aber kein Turnierstall“, hebt Stephan Freys hervor. Gleichwohl: wenn sich ein besonderes Talent herauskristallisiere, habe sich die ehemalige Europameisterin Birgit Wellhausen bereiterklärt, Dressurunterricht bis zur SKlasse anzubieten. Neben dem Schulbetrieb hat sich der Verein als zweites Standbein die Vermietung von Boxen für Einsteller auf die Fahnen geschrieben. Zwölf Boxen stehen auf der großzügigen Anlage zur Auswahl. 580 Euro muss ein Pferdebesitzer dafür berappen, mit Fenster kostet die Box noch einmal 40 Euro zusätzlich. Ein stolzer Preis, das weiß auch Freys. Aber dafür ist auch neben der Nutzung der gesamten Anlage ein Rundumservice mit Füttern, Einstreu, Ausmisten, täglichem Gesundheitscheck, gegebenenfalls Medikamentengabe und Weideservice dabei. Dafür sorgt dann Alexander Herbst, ein erfahrener Pferdewirt, den der Verein von Birgit Wellhausen gleich mit übernommen hat.
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Heimliches Weinland Bremen: Beim Vizepräsidenten der Bürgerschaft gärt es zum 20. Mal Text und Foto: Marcus Schmidt
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as ist meine 20. Weinlese“, freut sich Ralph Saxe. Der Vizeräsident der Bremischen Bürgerschaft spricht aber nicht vom nächsten Gastgeberland des 3. Oktobers, sondern von der Weserstadt. Er hat bisher aus 16 Stadtteilen Trauben erhalten und daraus Wein gemacht. Der Vinum-Chef nennt als Lagen zum Beispiel die Östliche Vorstadt, Oslebshausen und Findorff. Die besten Weine gibt es an Hauswänden der Südseite“, erklärt der Weinhändler. Sein Rekordträger ist ein Stock in der Franziusstraße von Schwachhausen. „Der hat tatsächlich in diesem Jahr 120 Oechsle gehabt“, sagt Saxe. Mit einem Zucker-Refraktometer hat er sie gemessen. „Das würde nach dem deutschen Weingesetz eine Beerenauslese sein“, weiß der Grünen-Politiker. Das sei ein ausgesprochen hohes Prädikat, was einen hohen Zuckergehalt ausdrückt. Wenn man das durchgären lässt, dann kann das 16 Prozent Alkoholgehalt ergeben –also einen sehr reifen, hochwertigen Wein“, bestätigt Saxe. Er hat ihn schon probiert. Der habe neben einer sehr hohen Komplexität auch einen Rauchgeschmack, der mit der Hitze in diesem Jahrgang zusammenhängt.
Weinmacher Ralph Saxe: In der Flasche gärt der zukünftige Weißwein. Traubenschere, Refraktometer und Schöpfkelle sind seine Werkzeuge. Nachdem der Wein geerntet ist, wird er in großen Plastikgefäßen mit Holzscheiten eingemaischt – zerquetscht. Diese Masse kippt er dann in einen 50-Liter-Kochtopf. Anschließend werden Reinzuchthefen zugefügt. „Dann warte ich bis zum nächsten Tag, und wenn es blubbert, ist alles gut“, vereinfacht Saxe den
Startprozess. Dann isst die Hefe den Zucker auf, verstoffwechselt ihn zu Alkohol und Kohlensäure. Es gärt. Den 2025 gelesenen Wein kann man am Ende des Jahres probieren. Saxe wird den Neuen im Frühjahr abfüllen: Bis zu 50 Liter Rosé, zirka 35 Liter Rotwein und 10 bis 15 Liter Weißwein für eine guten Zweck.
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FREIZEIT
Aktiv gestalten und eigene Ideen umsetzen – Der Jugendbeirat Horn-Lehe wird im November 2026 neu gewählt
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ach zwei Jahren wird der Jugendbeirat Horn-Lehe neu gewählt. Alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren, die in Horn-Lehe wohnen oder zur Schule gehen, können sich zur Wahl aufstellen und sich bald aktiv für die Interessen junger Menschen im Stadtteil einsetzen. Der Jugendbeirat bietet Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen und eigene Projekte umzusetzen. Die Mitglieder vertreten die Anliegen junger Menschen im Stadtteil, vernetzen sich mit anderen Jugendbeiräten in Bremen und nehmen an gemeinsamen Veranstaltungen und Bildungsfahrten teil. Außerdem treffen sie regelmäßig den Bürgermeister und diskutieren mit ihm die Themen, die ihnen wichtig sind.
Mit der Neuwahl im November geht die Amtszeit des Jugendbeirats 2024-2026 zu Ende und die Mitglieder können auf eine sehr erfolgreiche Zeit zurückblicken. Zu den umgesetzten Projekten zählen unter anderem die Müllsammelaktion „Horn räumt auf“, das neue Wandgemälde an der Turnhalle Curiestraße sowie die Unterstützung der U17und U15-Deutschen Meisterschaften im Floorball vom TV Eiche Horn. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Erinnerungskultur im Stadtteil: In Horn-Lehe befand sich während der Zeit des Nationalsozialismus ein Lager für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Der Jugendbeirat arbeitet gemeinsam mit dem Beirat Horn-Lehe daran, die Geschichte dieses Ortes aufzuarbeiten und eine
angemessene Form des Erinnerns im Stadtteil sichtbar zu machen. „In Horn-Lehe leben über 1.800 Jugendliche und trotzdem werden viele Entscheidungen über den Stadtteil und in Bremen von Erwachsenen getroffen. Der Jugendbeirat Horn-Lehe bietet dir die Möglichkeit, dich aktiv an der Gestaltung von Horn-Lehe zu beteiligen, denn hier darfst du deine eigenen Ideen einbringen und umsetzen“, sagt Annika vom Jugendbeirat auf die Frage hin, warum man sich in dem Gremium engagieren sollte. Alle Informationen zur Wahl und den Bewerbungsbogen gibt es auf der Webseite des Jugendbeirats: www.jugendbeirat-horn-lehe.de. Bewerbungen sind bis zum 26. Oktober 2026 möglich. WR
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