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Weser Report - Ost vom 06.04.2024

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SAMSTAG, 6. APRIL 2024

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Kühle Orte in der City Die Fertigstellung des Hitzeaktionsplanes verzögert sich, kritisiert die CDU Bremen. Dazu Martin Michalik, klimapolitischer Sprecher ihrer Bürgerschaftsfraktion: „Eine Maßnahme, die jetzt schon entwickelt werden könnte, wäre die Erarbeitung eines Stadtplans mit kühlen Orten in der City.“ (mas)

Gehobener Dienst beim Zoll Das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven am Doventorsteinweg 44 informiert über eine Ausbildung im gehobenen Dienst beim Zoll. 11. April, 16 Uhr, Doventorsteinweg 44. Anmeldung unter eveeno.com/326956548 (mas)

Schule zieht in die Sparkasse Die Inge-Katz-Berufsschule zieht ab 1. August in das frühere Sparkassengebäude am Brill. Das hat der Senat beschlossen. Bremen mietet die Räume für zehn Jahre an, bis der Berufsschule der Campus Ost auf dem früheren Könecke Areal zur Verfügung steht. (rl) Anzeige

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Der erst kürzlich vorgelegte Entwurf für ein neues Tierschutzgesetz könnte auch ein Zuchtverbot für einige der beliebten Hunderassen wie Schäferhund, Dackel (im Bild) oder Cockerspaniel bedeuten. Foto: stefvet auf Pixabay

Tierschutz versus „Qualzucht“? Dem beliebten Dackel und seltenen alten Hunderassen wie Viringo und Xoloitzcuintle drohen Zuchtverbote M A RT IN BOL L M A N N Im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird an einer Novelle des Tierschutzgesetzes gearbeitet. Im jetzt vorgelegten Entwurf soll auch die Qualzucht von Haustieren verboten werden. Was das genau sein soll, ist umstritten. Dies könnte aber das Ende für die Zucht beliebter und seltener Rassen sein, befürchtet der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH): „Ob zu groß, zu klein oder ,anders‘ – die Zucht mit gesunden Hunden könnte verboten werden.“ Die im Gesetz aufgeführten Merkmale, wie „Anomalien des Skelettsystems“, würden auch Größenabweichungen des Hundes als unerwünschte Zucht vorsehen. Schon die Herangehensweise, den Wolf als Standard für den Haushund darzustellen, sieht die Bremer Wildtierärztin Alexandra Dörnath, Leiterin der Tierarztpraxis Klein Mexiko, als problematisch an. Wölfe und Haushunde hätten kaum noch etwas gemein. Hunde seien keine zahmen Wölfe und Wölfe keine wilden Haushunde. Letztere stammten eben-

so wenig in direkter Linie vom eine haararme Haut“, so Dörnath. Wolf ab wie der Mensch vom Sie fährt fort: „Der Viringo ist ein Schimpansen. Deshalb finde man Kulturgut. Schutz und Zucht sind weder für Hunde noch für Men- in Perus Verfassung verankert. schen die Antworten auf alle Le- Würden diese Hunde verboten, bensfragen bei Wölfen oder bei käme es zu diplomatischen KonPrimaten im Zoo, betont Dörnath. flikten.“ Der BMEL-Sprecher Oliver Köh„Insbesondere der beliebte Dackel, den es seit Jahrhunderten ler erklärt zur Novelle: „Wir wolgibt, könnte einem Zuchtverbot len die bestehenden Regeln zur unterliegen“, befürchtet der Vor- Qualzucht um eine nicht absitzende des VDH-Landesverban- schließende Liste mit möglichen des Niedersachsen, Denis Gau- Symptomen ergänzen. Es geht um die Gesundtheret. Dabei unheit der Tiere – terlägen diese „Ein Verbot basiert nicht, wie befreundlichen hauptet, um das und charakternicht auf Fakten, Verbot starken Hunde sondern auf Ideologie“ pauschale bestimmter Rasg r u ndsät z l ich sen.“ Diese Auskeinen Schmerzen, Leiden oder Schäden, weil sie sage erinnert Dörnath an den UlDackel sind. Sie verbieten zu wol- bricht-Ausspruch von 1961: „Nielen, basiere nicht auf Fakten, son- mand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“, dem der Mauer-Bau dern auf Ideologie. Auch die seit etwa 3.700 Jahren folgte. Damit es bei Hunderassen existierenden, sehr seltenen Hun- nicht zu einem ähnlichen „Nachderassen Viringo („Peruanischer spiel“ kommt, hat der VDH eine Nackthund“), Xoloitzcuintle Petition eingereicht (tierschutz.vdh. („Mexikanischer Nackthund“) de/tierschutzgesetz). Unterstützung für die Gesetund Chinesischer Schopfhund fielen – wegen „Haarlosigkeit“ – zesnovelle kommt vom gelernten unter ein Verbot. „Dabei sind die- Buchhändler und Kommunikatise Hunde gar nicht nackt, son- onswirt Thomas Schröder, Präsidern sie haben biologisch gesehen dent des Deutschen Tierschutz-

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bundes: Er begrüße eine Erweiterung des Paragrafen 11b des Tierschutzgesetzes. Dabei stehe in ihm bereits jetzt, dass züchterische Veränderungen, die zu Leiden, Schäden, Schmerzen führen, verboten seien, so Dörnath. Der Biologe Martin Singheiser, Geschäftsführer vom Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier und Artenschutz (BNA) betont: „Die im Sinne des Tierschutzes zu verfolgende Strategie muss die sein, die wirklich tierschutzrelevanten sogenannten Qualzuchten wissenschaftlich basiert aufzulisten.“ Die heutige VerbotsLobby interessiere sich nicht für Fakten, sagt Gautheret. Sie fördere aber Desinformation. „Der Begriff Qualzucht ist äußerst unpassend“, so Dörnath. „Er ist kein tierschutzrechtlicher Begriff, unterstellt Absicht, ist plakativ, unsachlich und generiert Empörung“. Er habe sich vom Laienzum Kampfbegriff entwickelt. „Um mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen, soll man lieber von Paragraf-11b-Tieren sprechen“, so die im Tierschutz engagierte Tierärztin. Sie wünscht sich mehr Wissenschaftlichkeit in dieser hoch emotionalen Debatte.

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