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Weser Report - Links der Weser vom 11.07.2026

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SAMSTAG, 11. JULI 2026

NR. 3816/56. JAHRGANG

Investor schweigt

Baustelle deutlich kleiner

Gartenkultur-Musikfestival

An der Obernstraße ruhen seit Monaten die Bauarbeiten

Warum die Stromer Landstraße doch noch nicht saniert wird

Zum 23. Mal ertönt Musik in Parks und Gärten in Bremen und umzu

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Dieses Nutria hat es sich gemeinsam mit einigen Artgenossen an einem der kleinen Teiche im Rhododendron-Park gemütlich gemacht und lässt sich auch durch Spaziergänger nicht weiter stören. Gesichtet werden die Nager aber auch in privaten Gärten, auf Parkplätzen oder entlang von Entwässerungsgräben mitten in der Stadt. Foto: Bollmann

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BIWAQ-Förderung geht weiter Das Projekt „Mit Rückenwind in den Arbeitsmarkt!“ kann bis zum 30. September 2028 fortgeführt werden. Möglich wird dies durch die Verlängerung des ESF Plus-Bundesprogramms „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ V). Gesamtförderung: 2,8 Millionen Euro. pb

Züge fahren wieder nach Plan Nach zehn Wochen sind die Bauarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg abgeschlossen. Ab heute verkehren die Züge wieder planmäßig. Davon profitiert auch die Expresslinie RE 4 des Metronom, die wieder regulär zwischen Hamburg und Bremen verkehrt. pb

Bremer wird mit 85 Millionär Ein 85-jähriger Lotterieteilnehmer aus Bremen hat bei der Sonderverlosung der Aktion Mensch am 8. Juli eine Million Euro gewonnen. In Bremen förderte die Aktion Mensch nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr große und kleine soziale Projekte mit rund 6,3 Millionen Euro. pb Anzeige

„Eine ökologische Katastrophe“

Nutrias bedrohen Deiche, Flora und Fauna / Wachsendes Problem trotz hoher Abschusszahlen M A RT IN BOL L M A N N

Nicht nur entlang der Flüsse oder Deiche und im Blockland breiten sich die Nutrias massiv aus. Selbst in Bremer Parkanlagen, Kleingärten und auf Parkplätzen tauchen die aus Südamerika stammenden Nagetiere immer häufiger auf. „Es ist eine ökologische Katastrophe, die immer noch nicht wahrgenommen wird“, bringt es der Bremer Stadtjägermeister Richard Onesseit auf den Punkt. Denn die auch Sumpfbiber oder Biberratten genannten Nager unterwühlen die Deichschutzbauwerke und fressen Röhricht sowie die gesamte Ufervegetation, die nicht nur als Nistplatz dient, sondern eine immense Bedeutung als Schutzzone für Fische und Amphibien hat. Eigentlich ist die Nutriaplage hausgemacht und seit langem absehbar gewesen: Wegen des Pelzes und Fleisches wurden die Tiere ab 1860 für die Farmhaltung eingeführt und ab 1933 im Freiland nachgewiesen und sich flächendeckend bei uns verbreitet. „2002 oder 2004 habe ich die ersten Nutrias gesehen“, erinnert sich der Bremer Stadtjägermeister Richard Onesseit, „da war die Jagd auf sie

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streng verboten. Seitdem laufen Wümme habe man einen Nutriawir dem Bestand hinterher. Wir bau entdeckt, „groß wie ein Ofensind zehn Jahre zu spät in die Jagd rohr und direkt in den Deich rein.“ eingetreten, obwohl man zuvor „Hätte man beim Hochwasser schon bei den Bisamratten die Fol- 23/24 dort Nutria-Bauten gehabt, geschäden gesehen hat.“ hätte es noch schlimmer ausgehen Vor allem deren hohe Fortpflan- können. Da die Nutrias eine Gezungsrate hat den Nagern gehol- fahr für den Hochwasserschutz fen, die in Europa keine natür- sind, plädiert er für eine umgelichen Feinde haben, dafür aber hende Beseitigung der Schäden im Schnitt drei Würfe pro Jahr mit sowie eine ganzjährige Bejagung etwa fünf Jungtieren. „Die ver- – auch unter Verwendung von mehren sich wie Nachtsichttechdie Karnickel, nik. Erde aus Bauten die gegen die Da Nutrias für beeinträchtigt Kapazität Nutrias aber fast einen einzelnen der Entwässerungsfleete Bau fast einen wie Amateure wirken“, erklärt Kubikmeter ErOnesseit, genauso wie der Präsi- de in die Fleete befördern, beeindent der Landesjägerschaft Bre- trächtigen sie auch die Durchlaufmen, Marcus Henke. Der berichtet kapazitäten des Entwässerungssysogar von Rechenbeispielen, dass stems Fleet und dessen Funktion ein Paar und dessen Nachwuchs im Hochwasserschutz. Zudem unter optimalen Bedingungen in- verunreinigen die Nager mit ihrem nerhalb weniger Jahre Tausende Kot die Gewässer und können Nachkommen zeugen könnten. Krankheiten wie Leptospirose Das hat auch Folgen für deren Le- (grippeähnliche Symptome, Orbensraum und gefährde unter an- ganversagen) verursachen oder derem Vögel und Fische, darunter Parasiten wie den Fuchsbandauch Rote-Liste-Arten. Und: „Jeder wurm, andere Ektoparasiten sowie Nutriabau ist ein potenzieller Hantaviren übertragen und mit Deichdurchbruch“, warnt Henke. ihren Zähnen außerdem schwere Das sieht Deichhauptmann Wil- Verletzungen verursachen. fried Döscher ganz ähnlich. An der Zur Jagd: Wurden 2018 noch 200

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Nutrias in Bremen erlegt, so waren es im Jagdjahr 24/25 3.500 und ein Jahr später 5.300 Tiere, erklärt Onesseit. Gerade erst hat der Deutsche Jagdverband den neuen Rekord von 131.157 erlegten Nutrias bundesweit im Jagdjahr 24/25 verkündet. „Die Strategie bezüglich der Nutria ist die kontinuierliche intensive Bejagung, was durch die Deichverbände mit einer Anreizprämie von 6 Euro pro erlegtem Tier unterstützt wird“, erklärt dazu Ina Schulze aus der Pressestelle des Umweltressorts. Das reicht den Jägern unterdessen nicht, die neben viel Zeit auch Geld für Fallen und Munition aufwenden. Der schon des öfteren aus der Jägerschaft vorgetragenen Forderungen nach Einführung einer Abschussprämie der Stadt Bremen für Nutrias kann Onesseit durchaus positives abgewinnen: Die Gemeinschaft sollte sich wenigstens so beteiligen, dass die Stadt die gleiche Summe dafür aufwendet, wie die Deichverbände, findet Onesseit: „Es muss ein gesellschaftlicher Konsens her, dass die NutriaBekämpfung eine Aufgabe ist, die gemeinsam gewuppt werden kann und muss.“

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