Auflagenstärkste Anzeigenzeitung in Bremen und Umgebung
SAMSTAG, 30. AUGUST 2025
NR. 3771/55. JAHRGANG
Große Herausforderungen
Ferne Spiegel
Seit 25 Jahren am Puls der Zeit
Sascha Karolin Aulepp über Bremens Bildungspolitik
Kunsthalle zeigt neue Werke von Sibylle Springer
Das Universum Bremen feiert Geburtstag und blickt auf ein Vierteljahrhundert zurück
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Für klimafreundlichen Verkehr Bei der alljährlichen Fahrraddemo des ADFC setzen sich Bremerinnen und Bremer für eine fahrradfreundlichere Gestaltung des Verkehrsraumes ein. Wer mitfahren möchte, startet am 7. September um 11 Uhr am Altenwall/Tiefer. Ziel ist das „Bike It! Festival“ auf der Überseeinsel. lcs
Sperrungen in und um Bremen Mehrere Großveranstaltungen sorgen heute und morgen in und um Bremen für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Unter anderem werden für das GFNY Bremen Radrennen Straßen gesperrt. Start und Ziel sind im Tabakquartier. Weitere Infos unter bremen.gfny.com/strecke. lcs
Högl und Rackles nominiert Der Landesvorstand der SPD hat am Donnerstag Eva Högl als Nachfolgerin Ulrich Mäurers im Amt der Innensenatorin sowie Mark Rackles für das Amt des Senators für Kinder und Bildung einstimmig nominiert. Damit wurde die Umbildung des Senats auf den Weg gebracht. rf
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Um Spontankäufe in den Abendstunden zu verringern, sieht der Antrag des Unterbezirksvorstands der SPD ein Verkaufsverbot von Alkohol zwischen 22 und 7 Uhr vor. Foto: Schlie
Kein Verkauf von Alkohol ab 22 Uhr? Integrierte Drogenhilfestrategie soll zur Suchthilfestrategie weiterentwickelt werden RIKE FÜLLER
In keinem anderen Bundesland sind so viele Menschen von einer Alkoholabhängigkeit betroffen wie in Bremen. Das zeigt eine Analyse des Instituts für Gesundheitssystemforschung der Barmer Krankenkasse aus dem Jahr 2023: 2,02 Prozent der dort versicherten Bremerinnen und Bremer waren von Alkohol abhängig (Bundesdurchschnitt 1,69 Prozent). Die Dunkelziffer ist hoch. Mit einer Suchthilfestrategie für die Stadt Bremen will die SPD die bereits 2023 beschlossene Integrierte Drogenhilfestrategie erweitern. Neben Drogen wie Crack oder Fentanyl nimmt ein Antrag des Unterbezirksvorstands an die Delegierten des heutigen Parteitags insbesondere auch Alkohol in den Fokus und setzt auf Prävention, um Suchterkrankungen stärker als bisher primär zu verhindern. Konkret sieht der Antrag vor, zu beschließen, standardisierte Präventionsangebote durch das Landesinstitut für Schule (LIS) sicherzustellen und in Kooperation mit ehemaligen Suchtbetroffenen insbesondere an junge Menschen heranzutragen. Angesprochen werden sollen vor allem Schülerinnen und
Schüler der 7. bis 9. Jahrgangsstufen. zur Erhöhung die Steuer auf alkohoDiese könnten wiederum über die lische Getränke auf das EU-MinSchul-iPads sowie die App „Its Lear- destmaß eingeleitet werden, so die ning“ flächendeckend erreicht wer- Forderung an den Senat weiter. den – etwa auch über eine so ge„Andere Länder gehen deutlich nannte Gamification und spezifi- strikter mit dem Werben für und sche Angebote. Zudem sieht der dem Verkauf von Alkohol um“, sagt Antrag vor, Prominente aus Sport, Hajo Zeeb, Leiter der Abteilung PräMusik und Influencerinnen und vention und Evaluation am LeibnizInfluencer in die Kampagne einzu- Institut für Präventionsforschung beziehen. Mit Werder Bremen etwa und Epidemiologie (BIPS) an der stehe man bereits in Kontakt, heißt Universität Bremen. Er sieht den es aus den Antrag als Reihen des Schritt in Die Schäden durch Alkohol Unterbezirksdie richtige vorstands. Richtung. überschreiten die durch andere Auch Aus„Wir müsRauschmittel deutlich. z ubi ldende sen die Professor Hajo Zeeb, Leiter des BIPS Prävention sollen angenach vorne sprochen werden. Dafür soll gemeinsam mit bringen“, so der promovierte Hudem LIS sowie der Handels- und der manmediziner weiter. Handwerkskammer eine PräventiUm grundsätzlich der Suchtproonsstrategie erarbeitet werden, so blematik Herr zu werden, sei es entder Antrag. Der Senat soll zudem scheidend, früher anzusetzen. „Insaufgefordert werden, sich für ein besondere beim Thema Alkohol umfassendes Alkohol-Werbeverbot muss frühzeitig in Schulen darüber einzusetzen, außerdem für ein Ver- gesprochen werden, welche verheekaufsverbot von Alkohol in Bremen renden Auswirkungen er auf die zwischen 22 und 7 Uhr. So sollen Gesundheit hat“, sagt Zeeb und lobt, Spontankäufe in den Abendstunden dass der Antrag auch die Berufsverringert werden. Dies sei bereits schulen mit einbezieht. Es gehöre in Ländern wie Spanien gängige allerdings auch dazu, die Seite der Praxis. Auch sollen Maßnahmen Anbieter mit einzubeziehen. „In
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Deutschland gehen wir auch in der Preisgestaltung mit dem Thema Alkohol sehr liberal um“, sagt Zeeb. Auch da seien andere Länder bereits deutlich weiter. Der Antrag der SPD sieht in diesem Zusammenhang vor, die Steuer auf alkoholische Getränke je nach deren Gehalt anzuheben. „Eine variable Steuer wäre gut, aber schwer umzusetzen“, meint Zeeb. Alkohol sei ein großer Akteur, wenn es um die Gesundheitsausgaben in Deutschland gehe, erklärt Zeeb. „In der Summe überschreiten die Schäden durch Alkohol die anderer Rauschmittel deutlich. Es ist ein starkes Zellgift und hat zahlreiche verheerende Auswirkungen, die mit ihm assoziiert werden können.“ Und obwohl in sozial benachteiligten Stadtteilen Suchtproblematiken allgemein häufiger anzutreffen sind, sei Alkoholabhängigkeit oder zumindest ein regelmäßiger Konsum eben auch in allen Bevölkerungsschichten und bei Gut- und Besserverdienern sehr häufig zu finden. „Es ist Zeit, dass wir Alkoholkonsum denormalisieren“, erklärt der Professor. Und da spiele eben auch ein Werbeverbot, wie es schon seit langem immer wieder gefordert wird, eine zentrale Rolle.