Auflagenstärkste Anzeigenzeitung in Bremen und Umgebung
SONNTAG, 23. APRIL 2023
NR. 3648/53. JAHRGANG
Keine klare Tendenz
Einkaufen mit Senioren
Stürmisch und abwechslungsreich
Warum vielen Handwerkern die Planungssicherheit fehlt
Warum Neustädter zur Nachbarschaftshilfe greifen
Kleine Häfen und spektakuläre Natur im hohen Norden Dänemarks
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Das Viertel tanzt Samba
HAUSTÜREN
Bunt, laut, rhythmisch und vielfältig – so präsentierte sich gestern der Bremer Karneval. Unter dem Motto „Frühlingserwachen“ bespielten mehr als 1.000 Musiker, Maskenspieler, Stelzenläufer, Tänzer und Akrobaten den Ostertorsteinweg und die abgehenden Straßen zwischen Goetheplatz und Sielwall. Mehrere Paraden zogen tagsüber durch das Viertel. Abends ging die Feier in der Lila Eule und im Kulturzentrum Lagerhaus weiter. Foto: Schlie
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LINK S DER WESER
Schäck im FDP-Bundesvorstand Thore Schäck, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP Bremen, ist beim 74. Bundesparteitag der FDP in Berlin in den Bundesvorstand gewählt worden. Unter den Vorschlägen der Landesverbände bekam er mit 86 Prozent der Stimmen das drittbeste Ergebnis. (rl)
Neue E-Scooter in Bremen Die bisherigen E-Scooter-Lizenzen in Bremen laufen aus. Den neuen Zuschlag erhielten die Unternehmen Lime und Bolt, da es laut Sondernutzungskonzept maximal zwei Anbieter geben darf. Damit lösen sie ab dem 1. Mai die bisherigen Anbieter Tier und Voi ab. (kea)
Pistolen lösen Großeinsatz aus Nach einem Notruf rückten Spezialeinsatzkräfte der Polizei am Freitagnachmittag zur Waterfront aus. Im Umfeld des Einkaufszentrums trafen sie vier Kinder und Jugendliche an, die alle offen Pistolen trugen. Diese stellten sich als echt aussehende Spielzeuge heraus. (rl) Anzeige
GESUND IM TABAKQUARTIER S . BOJAZIAN Am Tabakquartier 62 · 28197 Bremen Tel.: 0421-84796511 info@gesund-im-tabakquartier.de www.gesund-im-tabakquartier.de
Der Biber ist angekommen Ganz frische Nagespuren beweisen, dass der scheue Nager in Bremen wieder heimisch ist M A RT IN BOL L M A N N Der Biber ist ein heimlicher Besucher in der Marsch. Nur wenige Menschen haben den Dämmerungs- und nachtaktiven Nager überhaupt schon zu Gesicht bekommen. Seine Spuren dagegen sind kaum zu übersehen. In der vergangenen Woche ist der gelernte Förster Josef Teupe am Weserufer unterwegs gewesen und hat ganz frische Fraßspuren eines Bibers gefunden. Der so genannte Sanduhrschnitt ist ein ganz deutlicher Beweis für einen Biber, erklärt Teupe. Der Naturexperte mit Jagdschein weiß, dass es in Bremen schon einige Zeit Nachweise von Bibern gibt: Auf dem Blauen Werder, beim Stadionbad, in Mahndorf und am Hemelinger See hat es schon Sichtungen gegeben. Anfang diesen Jahres wurden auf einer Strecke von dreißig Metern am Weserufer zwischen Hemelingen und Bollen zahlreiche Bäume angenagt und auch umgelegt. Für Teupe sind die jetzt entdeckten Fraß-
spuren an Weiden und Erlen daher ein klarer Beweis dafür, dass die Biber versuchen an der Weser heimisch zu werden. Normalerweise ernähren sich die Biber vor allem von Weidenrinde und stauen mit den Stämmen der Bäume Flüsse und Bäche auf. Die Weser sei dafür allerdings viel zu breit, erklärt Teupe. Deswegen hielten die Biber sich jetzt wohl an den Buhnen und Nebengewässern auf, schätzt er. Bei den jetzt zugewanderten Bibern dürfte es sich um den Nachwuchs von nachgewiesenen Biberburgen aus Nebenflüssen der Weser handeln. Nachdem der Nachwuchs ausgewachsen ist, verlassen die Jungtiere die Alttiere und machen sich auf die Suche nach eigenen Revieren. Wahrscheinlich sind die Biber ein Stück weserabwärts gewandert, bis sie das Bremer Stadtgebiet erreicht haben. Der Naturexperte warnt zugleich vor einer Gefahr für die Tiere: Sie könnten mit Nutrias verwechselt werden. „Der Biber ist eines der am strengsten ge-
Die Nagespuren des Bibers sind deutlich am Baum zu erkennen. Josef Teupe hat sie gemeinsam mit seinem Hund Murphy entdeckt. Foto: Bollmann schützten Tiere“, weiß Teupe, die ebenfalls am Wasser lebenden Nutrias seien aber das ganze Jahr zur Jagd freigegeben. Die Jäger müssten daher ganz genau hinschauen. Beim Biber könne man im Wasser nur den Kopf sehen, beim Nutria hingegen den ganzen Rücken.
Teupe glaubt nicht, dass normale Passanten den Biber so schnell erblicken werden, da die Tiere tagsüber eigentlich nur unterwegs seien, wenn sie Junge haben. Zudem sollte man sich auch nicht auf die Suche nach den Tieren machen, damit sie nicht gestört würden.