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Hamme Report vom 13.12.2025

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Die WESER REPORT-Ausgabe für Osterholz-Scharmbeck und Hambergen

SAMSTAG, 13. DEZEMBER 2025

NR. 3786/21. JAHRGANG

Positiver Rückblick

Verdienstkreuz verliehen

Spende von 6.500 Euro

Heimatverein Ströhe/Spreddig zieht Jahresbilanz Seite 7

Grasberger Manfred Sievers ausgezeichnet

Technisches Hilfswerk erhielt den Erlös des Weinfests von Rotary und Lions Club Seite 4

Seite 6

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Monatliches Bilderbuchkino HAMBERGEN – Die Samtgemeindebücherei lädt Kinder von drei bis sechs Jahren am Mittwoch, 17. Dezember, um 17 Uhr zum Bilderbuchkino ein. Es geht um einen Bären, der Weihnachten feiern möchte – doch der Winterschlaf kommt ihm dazwischen. aeu

Kerze und Klangschale sind zentrale Elemente des Anfangsrituals, das Bianca Schulze mit den Kindern der Trauergruppen im Anderland etabliert hat. Wie die Treffen ablaufen, bestimmen maßgeblich die Kinder. Foto: Utke

Trauerpfützen und Trauerseen

Saunieren beim Ladies Day OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Der nächste Ladies Day im Allwetterbad findet am Montag, 15. Dezember, statt. Von 13 bis 22 Uhr können Frauen nach Herzenslust saunen, schwimmen und entspannen. Auch besondere Aufgüsse stehen auf dem Programm. aeu

Kreissportbund macht Pause OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Die Geschäftsstelle des Kreissportbundes ist ab Freitag, 19. Dezember, bis zum 4. Januar nicht besetzt. Ab Montag, 5. Januar, sind die Mitarbeitenden wieder erreichbar unter Telefon 04791 / 50 21 01 oder E-Mail an info@ksb-osterholz.de im Netz. aeu

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Einlass ab 19 Uhr – 18+ only TICKETS: VORVERKAUF 15 €, ABENDKASSE 20 € INFOS & TICKETS: events-Bremen-Nord@web.de

Kinder trauern anders als Erwachsene / Das Anderland bietet ihnen hierfür Raum ANNEMARIE UTKE

OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Todesfälle in der Familie oder dem sozialen Umfeld lösen viele Gefühle aus, Trauerprozesse bedeuten oft eine große Herausforderung. Trauernde Kinder dabei zu begleiten, den Tod einer nahestehenden Person zu verarbeiten, bildet die Aufgabe des Anderlands. Bianca Schulze arbeitet als Diakonin im Anderland, zudem absolviert sie eine Ausbildung zur systemischen Therapeutin. Ihr Kollege Gerd Rühlemann, der zweite festangestellte Mitarbeiter des Anderlands, ist Pastor. Das Anderland steht aber konfessionsunabhängig allen Kindern und Jugendlichen offen, betont Schulze. Gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen betreiben sie die Gruppenangebote des Anderlands. Laut Schulze müssen Kinder erst lernen, was es bedeutet, wenn ein Mensch stirbt. „Eigentlich bildet sich erst mit der Schule ein ausgeprägteres Zeitverständnis. Das heißt, wenn ich einer Dreijährigen sage: ‚Papa kommt nie mehr wieder‘, ist das genauso wie zu sagen: ‚Ich habe gleich für dich Zeit‘. Gleich, nie mehr, immer, ewig, das

sind Wörter, die sind noch gar nicht jeder Erwachsene trauert anders gefüllt. Und dadurch ist auch das als der nächste Erwachsene.“ Wort Tod noch gar nicht gefüllt“, so Jedes Kind so trauern zu lassen, Schulze. „Natürlich wird dann Tod wie es seinen jeweiligen Bedürfnisvielleicht erst mal als ein Wegsein sen und individuellen Umgangsund auch ein Für Immer akzeptiert, weisen entspricht, bestimmt die aber irgendwann bekommt das ei- Arbeit im Anderland. Dabei spielt ne neue Intensität und eine neue es keine Rolle, wer gestorben ist. Tiefe, weil das naturwissenschaft- Wenn Kinder trauern und Begleitung wünschen, betrachten die liche Interesse wächst.“ Dementsprechend gingen Kin- Mitarbeitenden und ehrenamtlich der mit Trauer oft anders um als Engagierten im Anderland dies als Erwachsene. „Fachwissenschaft- legitim. Das Anderland solle ein lich kann man imOrt sein, wo die Traumer das Bild von er nicht sein muss, Es ist nicht unser Pfützen und einem aber auch jederzeit Job, ein Korrektiv zu sein darf, berichtet See bemühen. KinSchulze. der springen durch sein. Trauerpfützen, ha„Es ist, wie es ist“, Bianca Schulze ben meistens gute so lautet das Motto Gummistiefel an und können in der Einrichtung. Der Ansatz beindiese Pfütze rein, aber auch relativ haltet eine klare Haltung der Akfrei und trocken wieder aus dieser zeptanz dessen, wie die Kinder mit Pfütze raus. Während man bei Er- ihrer Trauer umgehen möchten. wachsenen sagt, eigentlich waten „Jedes Kind kommt mit dem, was die jetzt durch einen sehr, sehr gro- es mitbringt, hierher. Egal, ob es ßen, langen See. Es ist eher ein be- traurig ist, ob es wütend ist, ob es ständiger Prozess. Und das hat gar nicht über die Person reden beides definitiv seine Vor- und will, ob es lacht und spielt und daNachteile“, berichtet Schulze. bei über die Person redet. Jeder hat „Wenn man mich jetzt fragen wür- auch das Recht zu schweigen“, bede, ‚Trauern Kinder anders als Er- tont Schulze. wachsene?‘, würde ich definitiv ja „Es ist nicht unser Job, ein Korsagen. Aber ich würde auch sagen, rektiv zu sein“, sagt die Diakonin.

„Wir sind uns sicher, auch wenn wir manchmal nicht wissen, warum, dass dieses Kind Experte für seine eigene Trauer ist und weiß, was es braucht. Wir haben hier Kinder gehabt, die haben einen großen Topf genommen, Farben hineingegossen, Materialien dazugegeben und gesagt: ‚Wir kochen Suppe‘. Und wir haben das einfach begleitet. Wir haben das nicht korrigiert, wir haben das nicht interpretiert, sondern wir haben das einfach hingenommen“, beschreibt Schulze den Begleitungsprozess. „Viel später hat sich herausgestellt, dass der Vater, der verstorben war, Koch war. Er war lange krank und das einzige, was er mit seiner Tochter noch sehr lange kochen konnte, war Suppe.“ Schulze vermutet, „dass sie darüber eine Verbindung zu ihrem Papa aufbauen konnte“ – danach gefragt habe sie aber nicht, das widerspräche den Prinzipien der Arbeit im Anderland.  Für seine Arbeit ist das Anderland sowohl auf Spenden als auch das Engagement Ehrenamtlicher angewiesen. Voraussichtlich im Februar gibt es die nächste Möglichkeit, in das Ehrenamt einzusteigen. Weitere Informationen unter anderland-ohz.wir-e.de .

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Hamme Report vom 13.12.2025 by Weser Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH - Issuu