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Hamme Report vom 10.05.2025

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Die WESER REPORT-Ausgabe für Osterholz-Scharmbeck und Hambergen

SAMSTAG, 10. MAI 2025

NR. 3755/21. JAHRGANG

Gegen das Vergessen

Historische Führung

Musik-Monat Mai

Wie die Geschichts-AG der NS-Zeit gedenkt Seite 2

Über das bewegte Leben der Landgräfin Seite 4

Das Programm der Music Hall Worpswede im laufenden Monat

Seite 5

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17.05.2025

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Weniger Wolfsschutz LANDKREIS – Das Europäische Parlament hat grünes Licht für die Absenkung des Schutzstatus des Wolfs gegeben. Die neue Bundesregierung In der Gemeindeverwaltung gibt es bisher keine einheitlichen Regeln für den Gebrauch geschlechtergerechter Sprache. Die Gruppe Gemeinsam Stark Foto: Utke hat im Koalitionsvertrag festgelegt, die Herab- für Lilienthal, welche unter anderem CDU- und FDP-Mitglieder zählt, sprach sich nun für das generische Maskulinum aus. stufung rasch in nationales Recht zu überführen und den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. hwr

Zweites Quartiersforum im Jahr OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Die Kreisstadt lädt alle Interessierten am Dienstag, 20. Mai, zum Quartiersforum im Komponistenviertel ein. Die Veranstaltung mit Haus- und Stadtverwaltung findet im Haus der Kulturen statt, Beethovenstraße 15, und beginnt um 18 Uhr. hwr

Beratung rund um Behinderung OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung bietet am Mittwoch, 21. Mai, von 9 bis 12 Uhr, Beratung rund um das Thema Behinderung im Rathaus an. Um vorherige Anmeldung unter Telefon 04298 / 931 01 85 wird gebeten. hwr

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„Das bringe ich nicht über die Lippen“

Lilienthaler Ausschuss darüber, ob und wie die Verwaltung geschlechtergerechte Sprache nutzen sollte ANNEMARIE UTKE

LILIENTHAL – Eine Aufgabe der Verwaltung fand ihren Weg in die Sitzung des Ausschusses für Haushalt, Soziales, Ordnung, Feuerwehr und Senioren. Am vergangenen Dienstag erhitzte die Frage die Gemüter, ob und wie die Gemeinde auf geschlechtergerechte Sprache in ihren Veröffentlichungen achten solle. Dabei ist der Ausschuss gar nicht zuständig. Die Gruppe Gemeinsam Stark für Lilienthal hatte beantragt, dass die Gemeindeverwaltung „in ihrer Kommunikation zukünftig auf das sogenannte ‚Gendern‘“ verzichten möge. Die Begründung: Sternchen, Doppelnennungen oder Binnen-I erschwerten das Leseverstehen, seien umständlich, und das generische Maskulinum biete „eine bewährte und grammatikalisch korrekte Form, die alle Menschen einschließt.“ Diese Ansicht teilen allerdings nicht alle Menschen, die die Gruppe durch das generische Maskulinum ansprechen will. „Ob Sie sich das gut überlegt haben“, wollte Kai Becker im Rahmen der Einwohnerfragestunde wissen. Becker hat keinen Geschlechts-

eintrag, und ist auch „sehr glücklich „Wie soll ich Sie denn anspredarüber“. In dem Antrag sieht Be- chen?“, fragte Ruczynski Becker in cker eine Vielzahl von Problemen. diesem Zuge. „Nutzen Sie den GlotEines davon: Durch die Nutzung tenschlag“, erläuterte Becker. „Wie des generischen Maskulinums oder bei Spiegelei. Ich bin Bürger:in.“ einer binären Doppelnennung – Doch Ruczynski vermochte mit dieBürgerinnen und Bürger, zum Bei- sem Rat nur wenig anzufangen: spiel – schlösse die Verwaltung zwei „Das kriege ich nicht hin, ich sträuGeschlechter aus, be mich da sehr „die amtlich exisgegen. Es tut mir Mich würde die tieren“. Nämlich Leid, aber das Menschen ohne Verwaltung also nicht bringe ich nicht über die Lippen.“ Geschlechtsein- mehr ansprechen trag beziehungsKai M. Becker Becker entlockte weise Menschen dies die ungläumit dem Geschlechtseintrag divers. bige Antwort: „Sie können also nicht „Mich würde die Verwaltung also Spiegelei sagen?“ nicht mehr ansprechen“, resümierIn ihrem Antrag argumentieren die Mitglieder von Gemeinsam te Becker. Damit könnte die Verwaltung ge- Stark für Lilienthal, die „Verwaltung gen geltendes Recht verstoßen. Die sollte politisch und ideologisch neuunabhängige Bundesbeauftragte tral agieren.“ Das sehen sie nur ohfür Antidiskriminierung, Ferda Ata- ne Gendern gegeben. Ob dies auch man, geht davon aus, „dass Gender- auf Doppelnennungen der männliverbote für die Amtssprache zu chen und weiblichen Form abzielt, Verletzungen des allgemeinen Per- geht aus dem Antrag nicht klar hersönlichkeitsrechts nicht-männli- vor. So heißt es im ersten Absatz des cher Personen und des Gleichbe- Antrags, die Verwaltung solle auf handlungsgrundsatzes führen kön- „Doppelnennungen oder Binnen-I“ nen.“ Tanja Ruczynski, Ausschuss- verzichten. Im letzten Absatz heißt mitglied für Gemeinsam Stark für es hingegen, „dass keineswegs das Lilienthal, erwiderte hierauf, „das Verwenden der männlichen und Juristische müsste an die Verwal- weiblichen Form“ untersagt werden tung gehen“. solle.

Wiederholt verwies Ruczynski darauf, dass Sprache „eine persönliche Sache“ sei, „jeder geht anders damit um“. Andreas Strassemann, Grundmandatsträger für die Linke im Ausschuss, hielt dem entgegen: „Wir sind hier im politischen Raum“. Entsprechend gehe es bei dem Antrag nicht um persönliche, sondern politische Belange. „Es ist Diskriminierung. Ob man das absichtlich oder nicht macht, ist egal. Es ist Diskriminierung“, ist er überzeugt. Besonders der letzte Absatz des Antrags zeige, „was eure Ideen dazu sind, wie man mit Sprache umgeht und besonders, wie man mit Menschen umgeht, die bei dieser Formulierung ausgeschlossen sind.“ Gegenwärtig gibt es in der Gemeindeverwaltung keine festen Regeln, ob und wie Sprache geschlechtergerecht gestaltet werden soll. Diese seien aber in Arbeit, berichtete Jürgen Weinert, Leiter der Stabsstelle der Gemeinde. Als Teil der laufenden Verwaltung unterstehen Entscheidungen hierzu dem Bürgermeister – der Ausschuss war entsprechend nicht in der Position, eine Entscheidung zu fällen. „Das Thema wird hier auch nicht mehr auftauchen“, beendete Weinert den Tagesordnungspunkt.

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