Die WESER REPORT-Ausgabe für Osterholz-Scharmbeck und Hambergen
SAMSTAG, 5. OKTOBER 2024
NR. 3724/20. JAHRGANG
Music Hall im Oktober
Aura Dione
275 Jahre Herbstmarkt
Das Programm des verbleibenden Monats
Kartenverlosung für Konzert der Songwriterin Seite 5
Historische Rückblicke und das Bullengewicht
Seite 12
Seite 4
Anzeige
Absage des Trauercafés OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Das für Sonntag, 6. Oktober, vom Diakonischen Werk geplante monatliche Trauercafé muss leider aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden. Weitere Informationen gibt der Ambulante Hospizdienst unter 04791 / 806 87. hwr
Ilka Christin Weiß legt besonderen Wert darauf, Menschen den für sie individuell passenden Lebensweg finden zu lassen: „Zweifel sind erlaubt, und müssen sogar sein.“ Foto: Utke
„Wo sind die Transmenschen?“
Verkürzter Busverkehr SCHWANEW EDE – Die Linie 94 endet am Sonntag, 6. Oktober, zwischen 11 und 15 Uhr an der Wendeanlage Bockhorn. Grund hierfür ist der Ernteumzug. Die Haltestelle Bockhorn/Landesgrenze wird verlegt. Die Haltestellen Insterburger Weg bis Ostlandstraße entfallen. hwr
Kunsthandwerkermarkt RITTERHUDE – Am Wochenende des 26. und 27. Oktobers, jeweils von 11 bis 17 Uhr, findet wieder die Herbst-Ausstellung der Bremen-Norder-Kreativisten in den Räumlichkeiten und auf dem Außengelände des Hammeforums, Riesstraße 11, statt. hwr
Anzeige
€ 5 e d i e H 3
Trans*NET OHZ vernetzt und unterstützt Transmenschen im ländlichen Raum ANNEMARIE UTKE
LANDKREIS – Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land gibt es Transmenschen, also Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht, das in ihrer Geburtsurkunde steht, identifizieren. Ilka Christin Weiß lebt in Lilienthal, wurde in einem Jungenkörper geboren und outete sich 2013 als Transfrau. Sie besuchte die Selbsthilfegruppe „Trans* NET“ in Bremen. Doch sie wunderte sich: Wo waren all die Transmenschen aus dem Landkreis Osterholz, die es doch geben müsste? „Mutig, wie ich bin, habe ich dann 2016 das „Trans*NET“ OHZ aus der Taufe gehoben“, berichtet sie stolz im Gespräch mit dem HAMME / WÜMME REPORT. Denn als Transmensch auf dem Land zu leben unterscheide sich stark vom Leben in der Stadt: „In der Stadt können Menschen anonym bleiben. Wenn ich mich auf dem Land oute, weiß es morgen das ganze Dorf.“ Bei dem ersten Treffen des Netzwerks tauchten bereits zwölf Leute auf, seitdem besteht die offene Gruppe. „Es geht um Selbsthilfe, Erfahrungsaustausch, die Gestaltung von individuellen Lebenswe-
gen, die Vermittlung von Wissen“, fasst Weiß den Zweck der Gruppenabende zusammen. Impulse geben zwei Gruppenleiterinnen, aber auch die Mitglieder sind dazu angehalten, Thematiken einzubringen. Selbsthilfe bezieht sich hierbei vordergründig auf Transmenschen, aber auch Angehörige können sich von dem Netzwerk beraten und weiterverweisen lassen. „Angehörige können immer mitkommen, aber nicht für immer“, betont Weiß. Vor dem ersten Gruppenbesuch gebe es immer ein Vorgespräch, welches persönlich, telefonisch oder per Mail erfolgen kann. Dies diene auch dazu, Personen herauszufiltern, die auf der Suche nach Sexkontakten sind – und in den acht Jahren seit Gründung des Netzwerks sei dies auch stets gelungen. „Wir sind keine Partnerbörse. Wer Transfrauen als ‚Frauen mit dem gewissen Etwas‘ sucht, ist bei uns falsch.“ Die Treffen seien darauf ausgelegt, Austausch zu bieten, und den Teilnehmenden zu ermöglichen, ihren individuellen Lebensweg zu finden. „Auch Ratschläge sind Schläge“, sagt Weiß hierzu, und: „Transition ist kein Wettbewerb.“
Damit meint sie, dass es nicht darum gehe, Menschen vorzuschreiben, wie sie zu einer „richtigen Frau“ oder einem „richtigen Mann“ werden. Viel wichtiger sei es, den individuell richtigen Weg für sich selbst zu finden. „Zweifel sind erlaubt und müssen sogar sein“, ist sie überzeugt. „Wenn ich nicht so viele Zweifel gehabt hätte, wäre ich mir am Ende nicht so sicher gewesen.“ Neben dem Fokus auf Vernetzung und Austausch berät Weiß auf Wunsch auch kostenlos außerhalb des Gruppensettings, hält Vorträge und vermittelt Wissen, beispielsweise an Schulen, bei Kongressen und überregionalen Veranstaltungen. Hierfür investiert sie all ihre Zeit, und das aus Überzeugung: „Ich mache das nicht für eine Ehrenamtsnadel. Es ist wichtig, diese Angebote auf dem Land aufrechtzuerhalten.“ Als Transperson im ländlichen Raum zu leben, sei zwar anders als in der Stadt, aber nicht unbedingt schlechter: So gebe es auf dem Land nicht per se mehr Anfeindungen als im urbanen Raum. Auch dass sich ein Outing im Dorf schnell rumspreche, nutzen manche Menschen strategisch, erzählt Weiß: „Dann muss man sich nicht
immer wieder outen, sondern es wissen schon alle. Doch es nehmen auch viele als Mehrbelastung wahr.“ So seien ihr auch Fälle bekannt, in denen Menschen nach ihrem Outing aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen wurden. Wenn kein Wechsel des Wohnorts gewünscht sei, sei ein Outing somit immer mit dem Risiko des sozialen Ausschlusses verbunden. „Doch warum muss ich mich überhaupt outen? Ich will einfach so leben, wie ich bin“, stellt Weiß die Notwendigkeit eines solchen expliziten Outings in Frage.Und auch unter Transmenschen gebe es Befangenheiten in Bezug auf die Vernetzung mit anderen Transpersonen: „Es gibt immer wieder Menschen, die Angst haben, in eine ‚Szene‘ abtauchen zu müssen – das ist aber weder hier noch in Bremen der Fall.“ Das „Trans*NET“ OHZ, seine Veranstaltungen sowie Kontaktmöglichkeiten sind unter transnetohz.de zu finden. Ilka Christin Weiß' Buch „Von einem Leben als Mann – zu einem Leben als Frau. Oder: Haben Sie noch ihren Uterus?“ ist als E-Book für 9,99 Euro oder Taschenbuch für 17,99 Euro erhältlich. ISBN: 978-3-7543-9834-0
Der Küchenspezialist Komplettmontagen Gerätetausch Arbeitsplatten Küchenplanung
Küchen
Badmöbel
Garderoben
Haushaltsschränke
Speckmannstraße 10 · 28879 Grasberg · 04208 – 91 56 10 · E-Mail: der-kuechenspezi@t-online.de